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Störungsmeldung vom 07.01.2026 18:56

Von heise online — 07. Januar 2026 um 18:56

Neue Störungsmeldung für Provider EWE TEL

Details

Beginn
07.01.2026 18:56
Region
Enger (Westf) (05224)
Provider
EWE TEL
Zugangsart
ADSL

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Rechteausweitungslücke in MyAsus

Von Heise — 07. Januar 2026 um 14:56
Ein Kreis-Pfeil, auf den ein Mensch mit Finger klickt.

(Bild: Shutterstock/chanpipat)

In MyAsus klafft eine als hochriskant eingestufte Sicherheitslücke, die das Ausweiten der Rechte erlaubt. EIn Update steht bereit.

In dem Support-Tool MyAsus für Rechner des Herstellers Asus klafft eine als hochriskant bewertete Sicherheitslücke. Sie ermöglicht Angreifern, dem Werkzeug beliebigen Code unterzujubeln, der mit den Rechten von MyAsus zur Ausführung gelangt – womit sie also ihre Rechte im System ausweiten können.

In der Schwachstellenbeschreibung erklärt Asus [1], dass eine Schwachstelle im „AsusSoftwareManagerAgent“ des Typs „nicht kontrollierter DLL-Ladepfad“ vorliegt. Lokale Angreifer können die App dazu bringen, eine manipulierte DLL aus einem von den Angreifern kontrollierten Ort zu laden, was zur Ausführung von beliebigem Code führt (CVE-2025-12793, CVSS4 8.5, Risiko „hoch“). Das Support-Werkzeug MyAsus ist auf diversen Rechnern von Asus standardmäßig vorinstalliert.

Asus hat auf der Webseite [2] mit Sicherheitsmitteilungen auch den neuen Eintrag für MyAsus ergänzt. Demnach steht MyAsus für alle Asus-PCs von Desktops, Laptops, über NUCs bis hin zu All-in-One-PCs zum Download bereit. Die Fehlerkorrekturen sind ab Version 4.0.52.0 für x64-CPUs und 4.2.50.0 für ARM-Prozessoren in MyAsus enthalten.

Zügige Aktualisierung empfohlen

Die aktuelle Version lässt sich auf der Asus-Webseite herunterladen [3]. Die verweist jedoch auf den Microsoft-Store, der die Installation [4] dann auch passend zur Plattform vornimmt und über den Aktualisierungen verteilt werden können. Asus erklärt zudem in der Sicherheitsmitteilung, dass das Öffnen des MyAsus-Tools mit aktiver Internetverbindung zum Anbieten der Aktualisierung führen sollte.

Bereits Ende November fiel Asus mit einer hochriskanten Sicherheitslücke in MyAsus [5] auf. Auch da handelte es sich um eine Schwachstelle, die Angreifern das Ausweiten ihrer Rechte im System ermöglicht. Sie hat sich jedoch im Wiederherstellungsmechanismus des Asus System Control Interface befunden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132979

Links in diesem Artikel:
[1] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-12793
[2] https://www.asus.com/security-advisory
[3] https://www.asus.com/de/support/myasus-deeplink/
[4] https://www.microsoft.com/en-us/p/myasus/9n7r5s6b0zzh?source=lp&activetab=pivot:overviewtab
[5] https://www.heise.de/news/Asus-stopft-hochriskante-Rechteausweitungsluecke-in-MyAsus-11090371.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de

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Coupang: Koreanischer E-Commerce-Riese zahlt Kunden Billionen-Entschädigung

Von Heise — 07. Januar 2026 um 14:05
Lieferwagen von Coupang

(Bild: yllyso/Shutterstock.com)

Jeder der über dreißig Millionen Kunden erhält 50.000 Won, etwa 30 Euro. Verbraucherschützer warnen: Coupang kaufe sich so von weiteren Ansprüchen frei.

Das südkoreanische E-Commerce-Unternehmen nimmt fast zwei Billionen Won in die Hand, um seine Kunden für die Auswirkungen eines Datenlecks zu entschädigen – umgerechnet etwa eine Milliarde Euro. Ab Mitte Januar erhalten alle 33 Millionen Kunden des Konzerns Gutscheine, die jedoch an Bedingungen geknüpft sind. Der Verursacher des Vorfalls, ein ehemaliger Mitarbeiter des Konzerns, hatte auf Millionen Datensätze zugegriffen und tausende Zugangscodes aufbewahrt.

Die Daten kamen bereits im Juni 2025 abhanden, als der Ex-Mitarbeiter Kundendaten wie Namen, E-Mail- und Lieferadressen und die Bestellhistorie der Coupang-Kunden abgriff. Er hatte sich mittels eines gestohlenen internen Sicherheits-Tokens Zugriff auf die Daten verschafft. Der Täter bewahrte sie jedoch nicht auf – lediglich mehrere Tausend Zugangscodes für die Haustüren der Coupang-Kunden speicherte er. Wie Coupang berichtet [1], entsorgte der Leaker panisch seinen Laptop im Fluss (stilecht in einer Stofftasche mit Coupang-Logo), übergab jedoch einen PC nebst Datenspeichern den Ermittlern.

Coupang-Datenleck: Macbook des Whistleblowers
Coupang-Datenleck: Macbook des Whistleblowers

Aus dem Fluss gefischt: In dieser Coupang-Stofftasche entledigte sich der Leaker des inkriminierten Macbooks und zweier Backsteine.

(Bild: Coupang)

Kurios: Nicht koreanische Strafverfolger fanden den Mann, beschlagnahmten seine Geräte und analysierten sie, sondern Coupang spielte selbst Detektiv. Das sei jedoch keine „Privatermittlung“ gewesen, sondern in enger Absprache mit der koreanischen Regierung passiert, so der Konzern. Man habe sich zudem für forensische Untersuchungen der Dienste dreier „weltweiter Top-Cybersicherheitsfirmen“ bedient, nämlich Google Mandiant, Palo Alto Networks und Ernst & Young (EY). Letztere kassierten gegen den Insolvenzverwalter der Wirecard AG kürzlich eine Schlappe vor dem Bundesgerichtshof [2].

50.000 Won pro Person, aber...

Der Coupang-Geschäftsführer trat im Dezember zurück und übernahm damit die Verantwortung für den Vorfall. Alle Coupang-Kunden waren bereits Ende November über das Leck informiert worden und erhalten nun eine Entschädigung. Die Interims-Geschäftsführung greift tief ins Konzernsäckel und offeriert jedem der 33 Millionen Kunden Gutscheine im Gesamtwert von 50.000 Won (ca. 29,50 Euro).

Allerdings gibt es einen Haken an der scheinbar großzügigen Geste. Die Gutscheine gelten nicht für das gesamte Angebot an Waren und Dienstleistungen, sondern sind viergeteilt: Geschädigte können für je 5000 Won (ca. 2,95 Euro) im Coupang-Marktplatz und bei Coupang Eats einkaufen, je 20.000 Won (etwa 11,83 Euro) entfallen auf die Reisesparte „Coupang Travel“ und R.LUX, Coupangs Beauty- und Luxusshopping-App.

Verbraucherschützer warnen vor den Gutscheinen

Genau für diese Stückelung kritisieren Anwälte den Konzern. Sie erzwinge vier separate Bestellungen für die volle Entschädigungssumme und befördere somit unnötigen Konsum. Zudem versuche Coupang, die finanzielle Belastung zu drücken, indem er lediglich Konsumgutscheine statt einer geldwerten Entschädigung ausgebe.

Besonders schwer wiege jedoch, zitiert die Zeitung Chosun Daily einen Opferanwalt [3], dass eine Klausel in den Gutscheinbedingungen weitere Ansprüche der Geschädigten ausschließe. So bleibe diesen etwa durch das „non-litigation agreement“ in den Bedingungen die Beteiligung an Schadenersatzklagen verschlossen. Ebensolche planen Anwaltskanzleien jedoch gemeinsam mit Betroffenen – und raten daher von einer Annahme der Gutscheine ab.

Coupang: Konzern unter Druck

Das hierzulande fast unbekannte Unternehmen Coupang genießt in Südkorea einen Amazon-ähnlichen Status und offeriert neben Onlineshopping mit Blitzlieferung auch Videostreaming- und Essenslieferdienste. Mit seinen diversen Unternehmungen erwirtschaftet der Konzern hohe Umsätze: Im Geschäftsjahr 2024 waren es mehr als dreißig Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur wegen des jüngsten Datenlecks, sondern auch wegen seiner Geschäftspraktiken steht das Unternehmen in der Kritik.

Das koreanische Arbeitsministerium kündigte am 7. Januar an [4], man untersuche mit einer Arbeitsgruppe Vorwürfe illegaler Entlassungen und der Verschleierung von Arbeitsunfällen. Mehrere Mitarbeiter der Coupang-Logistiksparte waren vergangenes Jahr zu Tode gekommen [5].

Kunden ergreifen zudem offenbar in Scharen die Flucht und bringen Coupangs Partner in die Bredouille. Vertreter der Gastronomiebranche und selbstständige Händler, die auf der Plattform des Konzerns ihre Produkte verkaufen, beklagten infolge des Datenlecks massive Umsatzeinbrüche und beklagten die ihrer Meinung nach mangelhafte Reaktion des Konzerns. Sie litten zudem unter hohem Preisdruck, zitiert Chosun [6] den Sprecher einer Händlerorganisation. Das sei „keine Innovation, sondern wirtschaftlicher Mord.“

In der viertgrößten Wirtschaftsnation Asiens gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Cyberangriffe und Datenlecks, darunter eines im Regierungsnetzwerk Onnara. Es war durch einen Artikel im US-Hackermagazin Phrack [7] ans Licht gekommen – die ganze Geschichte präsentierten zwei heise-Redakteure auf dem 39C3 [8].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132576

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.aboutcoupang.com/English/news/news-details/2025/update-on-coupang-korea-cybersecurity-incident/
[2] https://www.heise.de/news/Wirecard-Skandal-Wirtschaftspruefer-EY-muss-laut-BGH-alle-Unterlagen-offenlegen-11114231.html
[3] https://www.chosun.com/english/national-en/2025/12/31/6W6XCPREBRCIVOBZGITSUZ5XKM/
[4] https://www.moel.go.kr/news/enews/report/enewsView.do?news_seq=18829
[5] https://www.koreatimes.co.kr/business/companies/20251125/workplace-deaths-becoming-persistent-issue-at-coupang
[6] https://biz.chosun.com/distribution/channel/2026/01/07/SIA3UIHAVRALHF6HYFLIIYSFN4/
[7] https://www.heise.de/news/Passwort-Folge-42-Phrack-ein-Hackermagazin-wird-40-10699354.html
[8] https://media.ccc.de/v/39c3-apt-down-and-the-mystery-of-the-burning-data-centers
[9] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[10] mailto:cku@heise.de

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Krypto-Phishing mit angeblicher Mail des Bundeszentralamts für Steuern

Von Heise — 07. Januar 2026 um 14:00
Phishing-Mail

(Bild: heise medien)

Eine aktuelle Phishing-Welle behauptet Abweichungen bei „Krypto-Angaben“ beim Bundeszentralamt für Steuern.

Bei einer aktuellen Phishing [1]-Masche geben die Betrugs-E-Mails vor, vom Bundeszentralamt für Steuern zu stammen. Es seien „Abweichungen bei Krypto-Angaben festgestellt“ worden, heißt es darin.

Das Schreiben versucht, bei den Empfängern Druck aufzubauen. „Dieses Schreiben dient der Information über eine verpflichtende Maßnahme im Zusammenhang mit Ihrer Steuererklärung und Ihre Krypto-Vermögenswerte“, schreiben die Phisher in nicht ganz sauberem Deutsch. Demnach seien „Krypto-Dienstleister verpflichtet, steuerrelevante Daten an die Finanzbehörden zu melden. Die gemeldeten Informationen werden künftig automatisiert mit Ihren Angaben abgeglichen.“

Das steht tatsächlich in der EU-Richtlinie mit dem Namen DAC 8, deren Umsetzung in Deutschland am 19.12.2025 beschlossen [2] wurde und die damit Heiligabend des vergangenen Jahres in Kraft getreten ist. Das hat noch keine größeren Kreise gezogen, könnte jetzt jedoch für Verunsicherung bei Krypto-Asset-Inhabern sorgen.

Die zu meldenden Daten umfassen laut Phishing-Mail „Identitätsdaten von Steuerpflichtigen, Krypto-Bestände und Wallets, Transaktionen, Übertragungen und Veräußerungen“. Die Betrüger schreiben weiter: „Um steuerliche Unstimmigkeiten, Prüfungen oder Sanktionen zu vermeiden, ist eine Überprüfung Ihrer Krypto-Konten innerhalb von 5 Werkstage erforderlich“ – der sehr kurze Zeitrahmen soll den Druck erhöhen. Empfänger müssten sich daher bei „Mein Elster“ mit ihrem Elster-Zertifikat anmelden und „Krypto-Wallets oder Exchange-Konten gemäß den Anweisungen“ verknüpfen. Darauf folgt eine Schaltfläche „Zur Datenüberprüfung“, die auf die eigentliche Phishing-Seite umleitet – auf Mobil-Browsern, mit Desktop-Browser-Kennung erfolgte eine Umleitung auf web.de. Das soll Malware-Analysten die Arbeit erschweren.

Social Engineering soll Druck aufbauen

Die Betrüger versuchen, noch mehr Druck aufzubauen und so potenzielle Opfer zum Handeln zu bringen: „Bei Abweichungen zwischen gemeldeten und erklärten Daten handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann“, erörtern sie weiter. „Steuerhinterziehung ist hingegen als Straftatbestand eingestuft und kann mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden“, schließt der Text der Phishing-Mail ab.

Es gibt mehrere Indizien, dass es sich um keine echte Mail von der Steuerverwaltung handelt. Der Absender zeigt zwar einen passenden Namen an, die Mail-Adresse selbst hat jedoch überhaupt nichts mit Steuern zu tun und liegt nicht einmal auf einer deutschen Domain. Der Aktions-Knopf leitet auf eine verkürzte, kryptische URL und nicht auf mit dem Elster-System verbundene Domains. Auch die kleineren Rechtschreibfehler sind ein weiteres Indiz. Empfänger sollten diese Mails daher einfach löschen und ignorieren.

Das Bundeszentralamt für Steuern muss des Öfteren für derartige Phishing-Versuche herhalten. Im vergangenen Mai forderten Betrüger etwa angeblich im Namen der Behörde auf, Mahngebühren [3] für verspätete Steuererklärungen zu zahlen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132880

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Phishing
[2] https://dip.bundestag.de/vorgang/gesetz-zur-umsetzung-der-richtlinie-eu-2023-2226/324801
[3] https://www.heise.de/news/Betrueger-senden-E-Mails-im-Namen-der-Steuerverwaltung-10370325.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de

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heise+ | KI als Werkzeug statt Denkersatz: Was gegen Kompetenzabbau hilft

Von Heise — 07. Januar 2026 um 14:00

Wer sich auf ChatGPT & Co. verlässt, lagert kognitive Fähigkeiten aus – und büßt sie letztlich ein. Studien belegen das, lehren aber auch klügere Arbeitsweisen.

Künstliche Intelligenz zu nutzen, bedeutet in vielen Fällen, tiefen Denkvorgängen aus dem Weg zu gehen. Dass diese Fähigkeit dann nicht weiter trainiert wird und verkümmern kann, haben unterschiedliche Untersuchungen bereits gezeigt. [1] [1] Beispielsweise belegten zwei Forscherinnen an der McGill University in Montreal 2020, dass Autofahrer, die sich dauerhaft auf GPS-Navigationssysteme verlassen, letztlich ein schwächeres räumliches Gedächtnis aufweisen. Vergleichbare Kompetenzverluste haben sich bereits in wissenschaftlichen Befragungen unter diversen Wissensarbeitern angedeutet und betreffen so unterschiedliche Arbeitsvorgänge wie Übersetzungen zwischen zwei Sprachen, Textzusammenfassungen und Softwareprogrammierung.

Das Problem besteht darin, dass viele KI-Tools ihre Anwender nicht nur zu effizienterer Arbeit befähigen, sondern ihnen dabei geistige Anstrengungen weitgehend ersparen, wie Michael Gerlich von der Swiss Business School (SBS) in seiner jüngsten Forschungsarbeit ausführt [2] [2]. Große Sprachmodelle, die fertige Texte, Argumentationen oder Entscheidungen liefern, laden besonders stark dazu ein, das Denken zu delegieren. Diese Gefahr ist bei spezialisierten Werkzeugen geringer, etwa bei Suchmaschinen oder Datenanalyse-Tools, die Informationen bereitstellen, aber keine fertigen Schlussfolgerungen vorgeben.

Mit EEG-Scans (Elektroenzephalografie) haben Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die Hirnaktivität beim Schreiben eines Aufsatzes untersucht [13] [13]. Ihre Ergebnisse machen deutlich, dass Large Language Models (LLM) die Testkandidaten weitgehend von eigenständigen Denkprozessen entlasten. Wer beim Formulieren eines Textes eine Suchmaschine nutzte, wies eine geringere Hirnaktivität auf als Probanden ohne dieses Hilfsmittel, und der Einsatz von LLMs senkte den Wert noch einmal dramatisch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11079493

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Kuenstliche-Intelligenz-Wie-Nutzer-das-kritische-Denken-verlernen-10296544.html
[2] https://doi.org/10.3390/data10110172
[3] https://www.heise.de/hintergrund/KI-als-Werkzeug-statt-Denkersatz-Was-gegen-Kompetenzabbau-hilft-11079493.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Interview-zu-KI-in-der-Schule-Das-Thema-ist-ein-riesiger-Flickenteppich-10961917.html
[5] https://www.heise.de/news/Europaeische-Rundfunkunion-KI-Systeme-geben-Nachrichteninhalte-oft-falsch-wider-10796779.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Bildung-KI-in-Schule-und-Hochschule-ein-Ueberblick-9691360.html
[7] https://www.heise.de/news/Niedersachsen-und-Hamburg-Kein-pauschales-Handyverbot-an-Schulen-11077713.html
[8] https://www.heise.de/news/Fobizz-im-Auslandseinsatz-Landeslizenz-fuer-Luxemburg-und-Nutzung-durch-den-DAAD-10756860.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Fobizz-Gruenderin-KI-sollte-Lerninhalt-und-auch-Lerntechnologie-in-Schulen-sein-9209445.html
[10] https://www.heise.de/meinung/n-report-Projekt-Wie-KI-die-Sprache-von-Schuelerinnen-und-Schuelern-veraendert-10751927.html
[11] https://www.heise.de/news/OpenAI-fuehrt-Jugendschutz-fuer-ChatGPT-ein-10674879.html
[12] https://www.heise.de/tests/Buchkritik-Wer-schuetzt-unsere-Kinder-10632116.html
[13] https://doi.org/10.48550/arXiv.2506.08872

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Softwaregesperrte Werkzeug-Akkus reparieren

Von Carsten Wartmann — 07. Januar 2026 um 15:41
Werkzeug Akkus nicht wegwerfen!

(Bild: Martin Jansson)

Mit Know-how können Maker defekte Akkus wieder zum Leben erwecken. Übereifrige BMS setzen Software-Sperren und verwandeln Akkus zu Elektroschrott.

Moderne Akkuwerkzeug-Akkus enthalten ausgeklügelte Battery-Management-Systeme (BMS), die Zellspannung, Temperatur, Ladezustand und Überlast überwachen. Diese Schutzmechanismen sind grundsätzlich sinnvoll – sie verhindern Schäden an Geräten und Nutzern. Doch was passiert, wenn diese Systeme Fehlalarme auslösen oder temporäre Probleme als permanente Defekte interpretieren?

Die Realität zeigt: Viele Akkus werden durch Software-Lockouts unbrauchbar gemacht, obwohl die Zellen und die Hardware vollkommen intakt sind. Ein kurzzeitiger Spannungsabfall, ein leichtes Zellungleichgewicht nach längerer Lagerung oder ein Firmware-Bug – und der teure Akku wird zum Briefbeschwerer. Die Hersteller bieten meist keine Lösung außer dem Neukauf und selbst in der Garantiezeit kann der Akkutausch umständlich sein.

Zwei bemerkenswerte Open-Source-Projekte nehmen sich nun dieser Problematik an und geben Makern die Werkzeuge in an Hand, ihre Akkus selbst zu reparieren.

Makita LXT: Open Battery Information (OBI)

Der schwedische Entwickler Martin Jansson begann das Projekt [1] vor etwa drei Jahren, nachdem mehrere seiner Makita-Akkus ohne ersichtlichen Grund den Dienst verweigerten. Die klassischen Symptome: Der Akku lässt sich nicht mehr laden, das BMS meldet einen Fehler, aber die Zellen selbst sind in Ordnung.

Janssons ursprüngliche Reverse-Engineering-Versuche mit einem F0513-Mikrocontroller von NEC (Renesas) waren mühsam. Der Durchbruch kam, als er von einem User Romain kontaktiert wurde, der mehrere neuere BMS-Platinen spendete – darunter eine mit einem STM32-Mikrocontroller, bei dem der Read-Protection-Schutz nicht aktiviert war. Innerhalb von fünf Minuten nach Erhalt der Platine konnte Jansson mit Ghidra die Firmware rückentwickeln (Reverse Engineering).

Wie Makita-Akkus kommunizieren

Makita LXT-Akkus nutzen ein auf Maxims OneWire-Protokoll [3] basierendes Kommunikationssystem über den gelben Steckverbinder. Die Timing-Parameter weichen vom Standard ab – vermutlich eine bewusste Verschleierung. Das BMS unterstützt Standard-OneWire-Funktionen wie Reset, Skip-ROM und Read-ROM. Besonders interessant: Es gibt einen versteckten Backdoor-Befehl, der das Protokoll auf Single-Wire-UART umschaltet. Über diesen Zugang lässt sich die komplette Firmware auslesen und sogar der Speicher beschreiben.

Hardware-Anforderungen

Da das OneWire-Protokoll präzises Timing erfordert, funktionieren Standard-Programmer nicht zuverlässig. Jansson entwickelte deshalb den ArduinoOBI – einen Arduino-basierten Programmer, der die zeitkritische Kommunikation übernimmt. Die Hardware beschränkt sich auf einen Arduino mit USB, ein Adapterkabel und ein paar Widerstände.

Was OBI kann

Diagnostik:

  • Auslesen aller BMS-Parameter (Zellspannungen, Temperatur, Ladezustand)
  • Identifikation von Fehlercodes und Lockout-Zuständen
  • Analyse von Zellimbalanzen

Reparatur:

  • Reset von Software-Lockouts
  • Löschen von Fehlermeldungen im BMS
  • Wiederherstellung der Kommunikation zwischen Akku und Ladegerät

Die modulare Architektur von OBI ermöglicht es Entwicklern, Unterstützung für weitere Hersteller hinzuzufügen. Jedes Modul muss lediglich eine get_display_name()-Funktion und eine ModuleApplication-Klasse implementieren. Leider scheint es hier noch keine weiteren Module zu geben.

Installation und Nutzung

Für Anfänger: Die vorkompilierte Windows-EXE aus den GitHub-Releases herunterladen [4] – keine Python-Installation nötig. Allerdings ist das .zip von Chrome als potenziell gefährliche Software deklariert, auch Virustotal warnt. Also besser den Python-Code benutzen:

  1. Repository klonen
  2. Python-Abhängigkeiten installieren (pyserial etc.)
  3. Arduino-Firmware auf den Arduino flashen (Arduino IDE oder PlatformIO)
  4. Verbindungskabel zum Akku bauen
  5. Python-GUI starten und Akku diagnostizieren
Community-Feedback

Die Maker-Community hat OBI begeistert aufgenommen. Ein deutscher Nutzer berichtete im Forum „Fingers elektrische Welt“ [5], dass er nach Kontakt mit dem Entwickler eine spezielle Firmware für ältere Akkus erhielt, die mit dem Python-Tool zunächst nicht funktionierten. Ein Konsolenprogramm auf dem Arduino Nano konnte den Akku dann erfolgreich zurücksetzen.

Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt und die Dokumentation auf DeepWiki [6] bietet umfassende Einblicke in die Systemarchitektur.

Ryobi ONE+: Detaillierte Fehleranalyse und Firmware-Modifikation

Badar Kayani wurde zum Ryobi-Akku-Hacker, nachdem drei seiner neuen Akkus unerwartet ausgefallen waren. Seine Neugierde führte ihn tief in die Materie: Er kaufte Dutzende defekte Akkus auf eBay, rückentwickelte die Platine und dokumentierte akribisch alle Fehlermodi und Reparaturschritte.

Das Video ist nicht nur für Besitzer von Ryobi-Tools interessant, sondern insgesamt informativ, wie die Herangehensweise an Hardware-Hacking aussehen kann.

Reverse-Engineering der Ryobi PBP005-Platine

Kayani hat einen vollständigen Schaltplan des PBP005-Modells erstellt [8], der etwa zu 95 Prozent komplett ist. Die Architektur ist typisch für BMS-Schaltungen, mit einigen interessanten Details:

Zentrale Komponenten:

  • AFE-Chip: Unbekannter Chip mit der Markierung „3705T“ – vermutlich ein Klon oder Custom-ASIC. Kayani konnte den I²C-Bus sniffen, aber ohne Datenblatt blieb die Kommunikation schwer zu entschlüsseln
  • Mikrocontroller: NXP LPC804M101 (ARM Cortex-M0+)
  • Load-Detection-Circuit: Erkennt selbst hochohmige Lasten an den Batterieterminals und aktiviert die Entlade-MOSFETs

Debug-Schnittstelle: Das Board verfügt über einen SWD-Tag-Connect-Header, über den sich die Firmware auslesen und modifizieren lässt.

Die acht häufigsten Fehlermodi

Kayani analysierte Dutzende defekte Akkus und katalogisierte folgende Fehlermodi mit ihrer Prävalenz:

Mit 65 Prozent Prävalenz ist der permanente Firmware-Lockout das häufigste Problem. Die Symptomatik: Beim ersten Drücken der Status-Taste blinkt eine LED, bei weiteren Klicks blinken vier LEDs. Der Akku lässt sich weder laden noch entladen.

Kayanis Theorie: Akkus, die längere Zeit gelagert werden, geraten in einen Software-Zustand, in dem das Digitalteil kontinuierlich Strom zieht. Bei einem bestimmten Spannungsniveau während der Entladung setzt die Firmware einen permanenten Lockout. Die meisten betroffenen Akkus waren relativ entladen. Ein weiterer Trigger: Wenn eine Zellbank etwa 0,15 Volt weniger als die anderen hat und die Gesamtspannung in einem bestimmten Bereich liegt, löst das Auflegen auf das Ladegerät einen Lockout aus.

Firmware-Modifikation: Der Heilige Gral

Kayani entdeckte, dass ein einzelnes Byte an Speicheradresse 0x7E90 über den Lockout-Status entscheidet. Ist dieses Byte ungleich null, ist der Akku permanent gesperrt. Wird es auf null gesetzt, lässt sich der Akku wieder normal nutzen.

Benötigte Hardware:

  • Tag-Connect-Kabel: TC2030-IDC-NL (verfügbar bei tag-connect.com [9]) oder TC2030-CTX-NL für eine direkte J-Link-Verbindung
  • J-Link EDU Mini: Erhältlich bei Adafruit oder anderen Händlern (~50 Euro)

Verkabelung: Kayani musste den Batterie-Adapter von Amazon öffnen und modifizieren, um die SWD-Pins zugänglich zu machen. Detaillierte Diagramme in seinem Artikel zeigen die korrekte Verbindung zwischen Tag-Connect-Kabel und J-Link.

Software-Workflow:

  1. SEGGER J-Flash: Firmware als HEX-File auslesen (einige gibt es auf GitHub [10])
  2. VSCode mit HexEditor-Plugin: Firmware analysieren und Lockout-Byte an Adresse 0x7E90 auf null setzen
  3. SEGGER J-Flash Lite: modifizierte Firmware zurück auf den Mikrocontroller flashen

Erfolgsrate: Kayani konnte fünf fast neue Akkus (alle um 3 V/Zelle) allein durch das Löschen des Lockout-Bits wiederbeleben. Nach dem Flashen ließen sie sich direkt auf einem Standard-Ryobi-Ladegerät laden, ohne weitere Eingriffe.

Der J1-Reset-Trick

Für weniger schwerwiegende Lockouts gibt es einen einfacheren Weg ohne weitere Hardware, nur der Akku muss geöffnet werden, einen Versuch ist es wert!

J1-Reset-Prozedur:

  1. Status-Taste drücken
  2. J1-Jumper kurzschließen
  3. Status-Taste erneut drücken, LEDs 2 und 4 leuchten
  4. J1-Jumper öffnen
  5. Fertig

Dieser Reset funktioniert bei Soft-Lockouts und manchen Zellimbalanzen. Kayani betont, dass viele Reddit-Threads über diesen Trick berichten, aber oft nicht zwischen verschiedenen Lockout-Typen unterscheiden.

Ungelöste Fehlermodi

Einige Batterien zeigten Ladefehler, bei denen das Ladegerät sie nicht erkannte. Kayani identifizierte die T1-Schaltung als Problemquelle, konnte aber trotz Kurzschluss-Tests zur Fehlereingrenzung keine dauerhafte Lösung finden. Das Fehlen von Teilenummern für einige Transistoren und die Gefahr, V_BATT an falsche Stellen zu leiten, erschwerten die Reparatur.

Die ethische Frage

Kayani wirft eine wichtige Frage auf: Ist dieser Ansatz mit übermäßigen Firmware-Checks und -Lockouts wirklich besser für Sicherheit und Langlebigkeit? Einerseits will man Katastrophen vermeiden, andererseits haben diese Systeme eine hohe Fehlalarm-Rate, die funktionierende Akkus zu Elektroschrott macht.

Der Zyniker würde vermuten, dass Ryobi bewusst Obsoleszenz einbaut. Kayani glaubt das nicht – Ryobi gewährt drei Jahre Garantie, und seine eigenen Akkus waren jünger als ein Jahr, als sie ausfielen. Sie wurden problemlos ersetzt (wobei ein Ersatz-Akku ebenfalls bald darauf ausfiel).

Seine These: Ryobi hatte gute Absichten beim Design der Sicherheitssysteme, testete aber nicht gründlich genug, um Fehlalarme zu verhindern. Ein permanenter Lockout ohne Self-Reset-Option war möglicherweise ein Designfehler, kein Feature.

Sicherheitsaspekte und Rechtliches

Disclaimer: Beide Projekte betonen, dass Arbeiten mit Lithium-Akkus gefährlich sein können. Nutzer sind für ihre eigene Sicherheit verantwortlich und sollten Best Practices befolgen.

Garantie: Öffnen und Modifizieren von Akkus erlischt in der Regel die Garantie. Bei Akkus, die noch in der Garantiezeit sind, sollte man zunächst den Hersteller-Service kontaktieren.

Gewährleistung: Die Entwickler übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die Nutzung ihrer Tools entstehen. Beide Projekte sind rein zu Bildungs- und Reparaturzwecken gedacht.

Right to Repair: Diese Projekte sind Paradebeispiele für die Right-to-Repair-Bewegung. Sie ermöglichen Nutzern, teure Hardware zu reparieren, statt sie zu entsorgen – ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Fazit

Die Projekte von Martin Jansson und Badar Kayani zeigen eindrucksvoll, was mit Reverse-Engineering, Durchhaltevermögen und Open-Source-Philosophie möglich ist. Sie verwandeln Elektroschrott in funktionierende Werkzeuge und geben Makern die Kontrolle über ihre Hardware zurück.

Für wen sind diese Projekte geeignet?

  • Makita OBI: ideal für Maker mit Arduino-Erfahrung, die diagnostizieren und Software-Lockouts zurücksetzen wollen. Die Plugin-Architektur lädt zum Experimentieren ein.
  • Ryobi-Reparatur: eher für fortgeschrittene Maker mit Elektronik-Kenntnissen. Firmware-Modifikation erfordert spezialisierte Hardware (J-Link) und Verständnis für Low-Level-Debugging.

Beide Projekte sind aktiv und offen für Beiträge. Für Leser etwa mit einem defekten Akkuschrauber-Akku könnte es sich lohnen, diese Projekte auszuprobieren – und vielleicht tragen Leser mit ihren Erkenntnissen zur weiteren Entwicklung bei.

Die Botschaft ist klar: Nur weil ein Hersteller sagt „nicht reparierbar", heißt das nicht, dass es stimmt. Mit den richtigen Tools und Community-Wissen können Maker ihre Geräte länger nutzen und gleichzeitig Elektroschrott reduzieren

Siehe auch:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11133115

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://github.com/rosvall/makita-lxt-protocol
[4] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[5] https://www.fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?t=24670
[6] https://deepwiki.com/mnh-jansson/open-battery-information/1-overview
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://badar.tech/2025/08/24/ryobi-battery-repair-guide/
[9] https://www.tag-connect.com/
[10] https://github.com/bjkayani/ryobi-battery-repair
[11] https://www.heise.de/download/product/open-battery-information?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[12] https://www.heise.de/make
[13] mailto:caw@make-magazin.de

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ESP32-C5 trifft Bosch-Sensoren

Von Daniel Schwabe — 07. Januar 2026 um 13:03
Zu sehen ist das ESP-SensairShuttle, dessen Teile nach hinten aufgefächert werden.

(Bild: espressif)

Espressif und Bosch kombinieren ESP32-C5 mit MEMS-Sensoren, um Bewegung und Umwelt lokal auszuwerten.

Espressif und Bosch haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die Bosch-Sensoren und ESP-Mikrocontroller zusammenführen soll. Ziel ist es, eine neue Produktreihe anzubieten, die Bewegung, Umweltzustände und Kontext nicht nur erfassen, sondern auch lokal via KI interpretieren können. Die gemeinsame Lösung richtet sich zwar offiziell an Bereiche wie Smart Home, Fitness, Büroanwendungen oder interaktive Spielzeuge, dürfte aber auch für Maker und Entwickler interessant sein.

Im Zentrum steht der neue ESP32-C5, ein Dualband-Wi-Fi-6-SoC, der hier als zentraler Controller dient. Er wird mit mehreren Sensoren von Bosch betrieben. Darunter der Umwelt- und Gassensor BME690, die Bewegungs-IMU BMI270 (IMU: inertial measurement unit) und das Magnetometer BMM350. Zusammen ermöglichen sie mehrdimensionale Erfassung von Bewegung, Lage, Umweltparametern und Magnetfeldern. Für Maker bedeutet das potenziell weniger Einzelbausteine zusammenlöten, weniger eigene Sensorfusion schreiben und mehr Zeit für die eigentliche Idee.

Interessante Architektur

Interessant ist dabei weniger das Marketing-Stichwort „Large-Language-Model-Intelligenz“, sondern die Architektur dahinter. Die Plattform ist darauf ausgelegt, möglichst viel Interpretation lokal auf dem Gerät vorzunehmen. Gesten, Bewegungsmuster oder Zustandsänderungen können direkt ausgewertet und in Aktionen umgesetzt werden, ohne ständig Daten in die Cloud zu schieben. Das spart Latenz und Strom und kann auch in WLAN-losen Umgebungen genutzt werden.

Auch für experimentelle Projekte jenseits des Wohnzimmers ist die Kombination spannend. In Fitness- oder Motion-Tracking-Anwendungen erlaubt die IMU eine lokale Analyse von Bewegungsabläufen, etwa zur Haltungs- oder Gestenerkennung. Die Auswertung kann direkt auf dem Mikrocontroller erfolgen, während Feedback über LEDs, Audio oder Sprache ausgegeben wird. Wer schon immer wollte, dass ein Gerät mahnend piept, wenn die Kniebeuge schief aussieht, bekommt hier zumindest die technischen Grundlagen dafür.

Für den Smart-Home-Bereich kündigt Espressif eine native Integration in Home Assistant an. Geräte auf Basis des ESP32-C5 sollen automatisch erkannt werden und sich darüber konfigurieren lassen.

Zwei Hardwareplattformen

Zur Unterstützung von Entwicklern stellen die Partner zwei Hardwareplattformen vor. Der ESP-SensairShuttle (siehe Titelbild) ist eher als Evaluierungs- und Lernplattform gedacht, modular aufgebaut und mit austauschbaren Sensorboards versehen. Er richtet sich an Ausbildung, Forschung und systematische Tests. Deutlich makerfreundlicher ist der ESP-Spot, ein vollständig quelloffenes Board mit Fokus auf bewegungsbasierte Interaktion. Für Schaltpläne, Firmware und Dokumentation ist bereits eine Wiki-Seite [1] angelegt.

Zu sehen ist das Spot-Modul, dessen einzelne Bestandteile nach hinten aufgefächert werden. Es besteht aus zwei Boards, die aufeinander gesteckt werden.
Zu sehen ist das Spot-Modul, dessen einzelne Bestandteile nach hinten aufgefächert werden. Es besteht aus zwei Boards, die aufeinander gesteckt werden.

Etwas rustikaler: Das Spot-Modul.

(Bild: espressif [2])

Das ESP-SensairShuttle ist bereits auf Aliexpress [3] für 53,22 Euro erhältlich.

Wer mehr über die ESP32-Produktreihe wissen möchte, findet alle Infos in unserem EPS32-Kompass [4].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132803

Links in diesem Artikel:
[1] https://docs.espressif.com/projects/esp-dev-kits/en/latest/esp32c5/esp-sensairshuttle/index.html
[2] https://www.espressif.com/en/news/Espressif_Bosch_Collaboration
[3] https://de.aliexpress.com/item/1005010501471471.html?gatewayAdapt=glo2deu
[4] https://www.heise.de/ratgeber/ESP32-Hardware-Kompass-Welches-Modell-Sie-fuer-Ihr-naechstes-Projekt-benoetigen-10321040.html
[5] https://www.heise.de/make
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Luna Band: Displayloser Gesundheitstracker ohne Abo und mit Sprachinterface

Von Heise — 07. Januar 2026 um 15:49
Luna Band am Handgelenk einer Frau

Das Luna Band will eine Whoop-Alternative sein.

(Bild: Luna)

Mit dem Luna Band eifert ein weiterer Hersteller dem Whoop-Band nach. Der neue Gesundheitstracker kommt ohne Abo und setzt auf ein Sprachinterface.

Gesundheitstracker ohne Bildschirm [1] scheinen seit dem Whoop-Band immer mehr im Trend zu liegen. Neben dem Whoop 5.0 bieten etwa auch Hersteller wie Amazfit und Polar ähnliche Lösungen an. Im Zuge der CES 2026 [2] hat Luna, ein Tochterunternehmen der indischen Techfirma Noise, das bisher eher für Smartringe bekannt ist, sein Luna Band vorgestellt. Ähnlich wie das Modell von Amazfit und Polar soll der Tracker ohne monatliche Abogebühren nutzbar sein.

Siri-Support

Laut dem Unternehmen [3] soll das Band eine „Echtzeit-Gesundheitsberatung per Sprachausgabe“ bieten. Zudem soll das Luna Band nicht nur Daten anzeigen, sondern auch zeitnahe und umsetzbare Vorschläge liefern. Nutzerinnen und Nutzer können mit dem Band auch Mahlzeiten protokollieren, Symptome aufzeichnen und mithilfe von Sprachbefehlen Gesundheitsratschläge einholen. Laut Hersteller funktioniert das System über verbundene Ohrhörer und die Integration mit Apples Siri. Ob es mit weiteren Sprachassistenten funktioniert, verrät der Hersteller auf seiner Webseite nicht; nach Informationen der britischen Zeitung Independent [4] soll das allerdings der Fall sein.

Das Band sieht ähnlich aus wie andere Produkte dieser Kategorie: Es verfügt über ein dünnes Metallgehäuse, in dem sich die Sensoren und der Akku befinden. Der Tracker sammelt Gesundheitsdaten und synchronisiert diese mit der Smartphone-App, in der Nutzerinnen und Nutzer Statistiken und Ratschläge einsehen können.

LifeOS als Betriebssystem

Softwareseitig basiert der Fitness-Tracker auf dem firmeneigenen Betriebssystem LifeOS, das nach Angaben des Herstellers Tausende physiologischer Signale pro Minute verarbeiten können soll. Laut Luna erkennt LifeOS Veränderungen in den Bereichen Erholung, Stress, circadianer Rhythmus und Hormonmuster und gibt den ganzen Tag über kontextbezogene Empfehlungen. Neben der täglichen Aktivität liefert das Band auch Einblicke ins Schlafverhalten und kann als Zyklustracker verwendet werden. Zudem kann das Band laut Hersteller Erholung und Stress messen.

Im Band stecken optische Sensoren und eine „hochpräzise 6-Achsen-IMU“ (Inertial Measurement Unit). Weitere Details zur Ausstattung nennt der Hersteller nicht. Auch einen Preis verrät Luna bislang nicht. Das Band soll im Laufe dieses Jahres erscheinen.

heise online ist offizieller Medienpartner der CES 2026.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11133133

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Fitnessarmbaender-ohne-Display-im-Test-Helio-Strap-Polar-Loop-und-Whoop-MG-10520194.html
[2] https://www.heise.de/thema/CES
[3] https://www.lunazone.com/pages/luna-band
[4] https://www.independent.co.uk/extras/indybest/gadgets-tech/luna-band-whoop-alternative-ces-2026-b2894456.html
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OmniOutliner: Planungs- und Nachdenktool erreicht Version 6

Von Heise — 07. Januar 2026 um 12:27
OmniOutliner 6

OmniOutliner 6: Grundlegend renoviert.

(Bild: The Omni Group)

Der Gliederungseditor OmniOutliner gehört zu den klassischen Mac-Apps. Nun gibt es eine komplett neue Version – auch für iOS und iPadOS.

Outliner sind praktisch: Dank strukturierter Eingabe von Informationen kann man mit diesen Gliederungseditoren Gedanken ordnen, To-dos aufstellen, Ideen planen oder kreative Projekte umsetzen. Auf dem Mac seit vielen Jahren beliebt ist der OmniOutliner [1] von The Omni Group. Die App wurde immer wieder weiterentwickelt und steht auch für iPhone und iPad bereit – sowie seit Neuestem auch für die Vision Pro. Mit der Version 6 [2] kommt nun eine ganze Reihe von Neuerungen in die App – inklusive KI.

Ein Kauf für alle Varianten

Lobenswert: Angeboten wird der OmniOutliner als sogenannter Universal Purchase. Damit kauft man die App einmal und kann sie auf allen unterstützten Apple-Geräten nutzen. Allerdings muss es ab sofort teilweise das neueste Betriebssystem sein: mindestens iOS 26, iPadOS 26 und visionOS 26. Auf dem Mac ist man aber auch schon ab macOS 15 dabei.

OmniOutliner 6 kommt auf allen Plattformen in einem neuen Look, wurde an Liquid Glass [3] angepasst und hat neue Icons. Dynamische Themen schalten jetzt auf Wunsch automatisch in den Dunkelmodus um. Es gibt einen neuen Template-Picker, der über Plattformen hinweg arbeitet und verschiedene Einstellungen automatisch übernimmt. Dokumente können über Omni Links untereinander verlinkt werden – auch über geteilte Dokumente. Verbesserungen gibt es weiterhin bei den Anhängen – so kann man Bilder vergrößern und verkleinern, kann Anhänge auch bei der Essentials-Edition der App (statt nur Pro) verwenden und bietet verbesserte Filter (mit Nested-AND/OR-NOT-Regeln) und erweiterte Datumseinstellungen. In Sachen KI liefert OmniOutliner 6 nun Unterstützung für Omni Automation [4] mit, die verschiedene Möglichkeiten der Automatisierung bietet. Dabei werden lokal laufende Apple-Grundmodelle verwendet.

„Brandneue“ Vision-Pro-App

Auf iPhone und iPad wurde das Dokumentenmanagement optimiert – zum schnelleren Anlegen neuer Dokumente inklusive iCloud-Drive-Nutzung. Dokumente lassen sich freier „stylen“, gespeicherte Filter laufen jetzt auch auf Mobilgeräten und die Anhänge arbeiten mit der Dateien-App, der Foto-Bibliothek und der Kamera zusammen. Die Vision-Pro-App ist laut The Omni Group „brandneu“ und soll alle wichtigen Features enthalten.

OmniOutliner 6 wird über die Website des Herstellers vertrieben, aber auch via App Store [5] (Mac, iPhone, iPad und Vision Pro). Die Preise hängen vom Funktionsumfang ab: Die Standardversion („Essentials“) kostet 25 US-Dollar als Einmalzahlung, für die Pro-Lizenz werden 100 Dollar fällig. Künftige größere Updates gibt es zum Discountpreis (vermutlich dann Version 7).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11131399

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.omnigroup.com/omnioutliner
[2] https://www.omnigroup.com/releasenotes/omnioutliner
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[4] https://omni-automation.com/shared/alm.html
[5] http://www.omnigroup.com/download/appstore/omnioutliner-mac
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Vision Pro: Apple beginnt Ausstrahlung immersiver Basketballspiele ab Freitag

Von Heise — 07. Januar 2026 um 11:59
Immersives Basketball-Spiel

Immersives Basketball-Spiel: Bislang hat Apple vor allem Kurzfilme veröffentlicht.

(Bild: Apple)

Wie angekündigt beginnt Apple mit der Ausstrahlung von NBA-Partien auf der Vision Pro. Künftig könnten auch weitere Sportarten folgen.

Ein "einzigartiges Live-Erlebnis" für Fans der Los Angeles Lakers verspricht Apple ab dem 9. Januar, also kommenden Freitag. Dann startet in zwei Apps auf dem Headset Vision Pro [1] erstmals die Übertragung ganzer Livespiele aus der US-Basketballliga NBA. Apple hatte das immersive Projekt [2] bereits im Herbst angekündigt. Zuvor hatte der Konzern stets nur kürzere Filme und Sportausschnitte in dem Format mit räumlicher Wiedergabe ausgespielt.

Teure Kameras, live nur in bestimmten Regionen

Zum Filmen kommen mehrere Blackmagic-URSA-Kameras zum Einsatz. Die Geräte, die pro Einheit 30.000 US-Dollar kosten, zeichnen mit 8160 mal 7200 Pixeln auf. Apple nennt dies spezifisch „Front Row“, es soll so wirken, als habe man seinen Platz am Spielfeldrand, den traditionell teuersten Plätzen bei NBA-Partien. Apple arbeitet mit der NBA selbst sowie dem Sendernetzwerk Spectrum zusammen. In der Praxis heißt dies, dass nur Vision-Pro-Nutzer im regionalen Sendegebiet der Los Angeles Lakers sowie drei weiteren Weltregionen wirklich live dabei sein können – das liegt an der komplexen Rechtesituation, nicht an der Technik.

Dies sind Hawaii, das südliche Kalifornien sowie Teile Nevadas inklusive Las Vegas. Hinzu kommen Japan, Singapur und Südkorea. Insgesamt sind sechs Partien bis März vorgesehen, am Freitag geht es mit den Lakers gegen die Milwaukee Bucks los. Glücklicherweise bleiben auch User in anderen Gebieten nicht komplett ausgeschlossen: Diese erhalten, wenn auch Tage später, Spielwiederholungen auf der Vision Pro. Die Partie vom Freitag steht laut Apple in Deutschland innerhalb von 24 Stunden bereit.

NBA-App mit kostenlosem Account

User hierzulande können die Wiederholung ansehen, sofern sie einen kostenlosen NBA-Account haben und die NBA-App installieren. Frankreich und Großbritannien sind in Europa ebenfalls dabei, Österreich und die Schweiz leider nicht.

Die Optik soll, so schreibt es Apple zumindest, durchaus beeindruckend sein: „Spectrum Front Row in Apple Immersive bringt die Zuschauer:innen näher an jeden Pass, jeden Wurf und jeden Block. Spielgrafiken wie Untertitel, Aufstellungen, Spiel- und Wurfuhren sowie Spielstände werden in 3D angezeigt, als würden sie direkt vor den Zuschauer:innen schweben.“ Hinzu kommt räumliches Audio, wofür Apple spezielle Ambisonic-Mikrofone nutzt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132662

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[2] https://www.heise.de/news/Ganze-Basketball-Spiele-der-NBA-bald-immersiv-auf-der-Vision-Pro-10751251.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Rundfunkbeitrag: Rekordeinnahmen und die Frage nach dem Gegenwert

Von Thomas Pany — 07. Januar 2026 um 16:13

Thomas Pany

Hundert Euro-Schein mit Funkturm

ARD, ZDF und Deutschlandradio verfügen über ein Rekordbudget von mehr als zehn Milliarden Euro. Kritiker fragen: Rechtfertigt das heutige Programm diese Summe?

Monat für Monat überweisen Millionen Haushalte in Deutschland ihren Rundfunkbeitrag. Die öffentlich-rechtlichen Sender verfügen damit über ein Budget, das weltweit seinesgleichen sucht, wie ein Bericht des evangelischen Pressedienstes [1] (epd) vergangene Woche aufblätterte.

Doch die schiere Höhe der Summe wirft eine unbequeme Frage auf: Wofür wird dieses Geld eigentlich ausgegeben?

Im Jahr 2024 nahmen ARD, ZDF und Deutschlandradio insgesamt 10,4 Milliarden Euro ein. Damit sei das deutsche öffentlich-rechtliche Rundfunksystem das umsatzstärkste der Welt, so das epd.

Zum Vergleich wurde etwa die britische BBC erwähnt, die ein deutlich größeres Publikum bedient, und 2024 auf Einnahmen von etwa 6,36 Milliarden Euro kam. Die italienische RAI und die französische Holding France Télévisions erreichten jeweils nur rund 2,6 Milliarden Euro.

Das deutsche System der öffentlich-rechtlichen Sender ist damit das finanziell am besten ausgestattete weltweit.

Dass die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender im Jahr 2024 erst jetzt an die Öffentlichkeit kommen, erklärt epd damit, dass es recht lange dauere, bis die Anstalten ihre Jahresabschlüsse mit den verlässlichen Zahlen offiziell bekannt geben.

Von einer verlässlichen Akkuratesse abgesehen könne man aus bisher bekannten Zahlen, davon ausgehen, dass die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender auch in diesem Jahr deutlich über 10 Milliarden Euro liegen.

"Laut den von den Gremien genehmigten Haushaltsplänen für 2026 rechnen die ARD-Anstalten, das ZDF und Deutschlandradio mit Erträgen in Höhe von 10,63 Milliarden Euro."

epd

Rundfunkbeitrag: Einnahmen steigen schneller als die Inflation

Gut 85 Prozent der Einnahmen stammen aus dem Rundfunkbeitrag – aktuell 18,36 Euro pro Haushalt und Monat. Seit 1995 sind die Gesamteinnahmen der öffentlich-rechtlichen Sender um 76 Prozent gestiegen.

Der inflationsbedingte Kaufkraftverlust lag im selben Zeitraum bei etwa 40 Prozent. Die Sender haben ihre Einnahmen also fast doppelt so stark erhöht wie die allgemeine Preisentwicklung.

Diese Zahlen werfen für viele Beitragszahler die Frage auf: Bekommen wir für unser Geld auch ein entsprechendes Programm? Die Debatte läuft längst.

"Kaputte Sender!"

Aktuell ärgert sich der Chefredakteur von t-online, Florian Harms, über das Angebot. In seinem Newsletter Tagesanbruch [2] geht er mit seiner Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen in die Vollen.

ARD und ZDF seien "kaputt“, heißt es schon in der Überschrift. Die Sender nennt er "wundersame Apparate, die viel Geld schlucken und heiße Luft produzieren". Die Krimiflut der Sender, die Telepolis zuletzt ausführlich dokumentierte,

Inspiriert ihn zur Bezeichnung "Verbrecherfabrik" .

"Die öffentlich-rechtlichen Sender haben sich in eine Verbrecherfabrik verwandelt, in der mehr Leichen produziert werden als Nachrichten."

Und:

"Der öffentlich-rechtliche Rundfunk war einst ein Bollwerk gesellschaftlicher Aufklärung. Heute droht er an Überfettung zu ersticken. Es ist Zeit für eine Diät."

Das ist der Kern seiner Kritik. Die Sender produzieren zu viel Überflüssiges, der Apparat selbst habe einen Wasserkopf, "ein Heer aus Intendanten, Chefredakteuren, Fernsehdirektoren, Programmdirektoren und sonstigen Frühstücksdirektoren, die sich gegenseitig die Verantwortung zuschieben, wenn die öffentliche Kritik am Programm doch mal hochkocht. Die Führungsetagen sind so zahlreich wie die Krimiserien und ihre Gehälter so üppig wie die Budgets, die sie verwalten".

"Selbstbedienungsbetrieb"

Das System sei ein "Selbstbedienungsbetrieb". Konkret werden bemängelt hohe Pensionslasten und Gehälter das Geld für das eigentliche Programm schmälern würden.

Die Wortwahl ist kalkuliert drastisch – und sie trifft einen Nerv.

Aber wie steht es mit Lösungsvorschlägen, außer dem McKinsey-farbigen Gebot nach Sparmaßnahmen?

Zentrale Fragen

Doch so eingängig diese Kritik klingt – sie lässt zentrale Fragen offen. Harms Kritik läuft darauf hinaus, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender auf präzise und neutrale Berichterstattung konzentrieren sollen.

"Neutral" ist hier weniger ein journalistisches Kriterium als eine politische Projektionsfläche.

Bemerkenswert ist, dass Harms, der sich damit wohl deutlich als Unterstützer der Institution öffentlich-rechtlicher Rundfunk markieren will, das Deutschlandradio als "getrost als beste Radioanstalt Europas" heraushebt.

Das mag für kulturelle Beiträge gelten, wenn auch der Vergleich schwierig ist. Wenn es um politische Tendenzen geht, so ist "neutral" nicht wirklich eine zutreffende Kennzeichnung.

Inhalte wie Unterhaltung, Kultur oder Beratung sollten laut Harms jedoch privaten Medien überlassen werden. Ob die es tatsächlich mit ihrer Quotenorientierung besser können?

Die bisherige Erfahrung stimmt da skeptisch. Welcher private Sender kann dem Angebot etwa von arte das Wasser reichen?

Und umsonst sind private Medien auch nicht.

Eine solche Beschränkung stößt zum anderen auf juristische Hürden. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren Urteilen festgelegt, dass der Programmauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender auch Bildung, Kultur, Unterhaltung und Beratung umfassen muss. Eine reine Fokussierung auf Nachrichten und Informationen würde dieser Rechtsprechung widersprechen.

Die Frage ist daher nicht, ob der Rundfunkbeitrag in seiner aktuellen Höhe gerechtfertigt ist – sondern wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag im digitalen Zeitalter erfüllen soll.

______________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

Redaktionelle Anmerkung: Ursprünglich und irrtümlich stand im Text die Formulierung "Die Inflation lag im selben Zeitraum bei etwa 40 Prozent". Das ist so nicht richtig und wurde korrigiert. Der epd-Bericht notiert, dass der inflationsbedingte Kaufkraftverlust im Zeitraum von 1995 bis 2024 rund 40 Prozent betrug.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132999

Links in diesem Artikel:
[1] https://medien.epd.de/article/4123
[2] https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_101069430/ard-und-zdf-sind-kaputt.html

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Ihr Schlaf verrät wohl, ob Sie Demenz bekommen

Von Bernardo Cantz — 07. Januar 2026 um 15:51

Bernardo Cantz

Ältere Menschen mit Alzheimer und Demenz verlieren ihr Gedächtnis und ihr Familienbewusstsein.

(Bild: Quality Stock Arts / Shutterstock.com)

Forscher untersuchen die innere Uhr des Menschen – und entdecken dabei einen überraschenden Zusammenhang mit Demenz.

Wer nachts wach liegt oder tagsüber zur falschen Zeit müde [1] wird, fragt sich oft: Sind das nur vorübergehende Schlafprobleme [2] – oder steckt mehr dahinter?

Eine aktuelle Studie [3], die im Fachmagazin Neurology veröffentlicht wurde, zeigt, dass Veränderungen der inneren Uhr möglicherweise ein Risikomarker für Demenz sein könnten.

Was mit "innerer Uhr"/zirkadianem Rhythmus gemeint ist

Unser Körper folgt einem natürlichen 24-Stunden-Takt, dem sogenannten zirkadianen Rhythmus [4]. Er funktioniert wie ein unsichtbarer Dirigent, der den Schlaf-Wach-Zyklus orchestriert.

Dieser innere Taktgeber steuert weit mehr als nur unseren Schlaf. Er beeinflusst die Ausschüttung von Hormonen, reguliert die Verdauung und bestimmt, wann unsere Körpertemperatur steigt oder fällt [5].

Der Prozess wird vom Gehirn gesteuert, wobei Lichteinwirkung eine zentrale Rolle spielt. So ist etwa bekannt, dass das Blaulicht von Handys oder Computerbildschirmen [6] verhindert, dass das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird und man schnell einschläft.

Bei einem starken zirkadianen Rhythmus läuft die innere Uhr präzise und stabil – selbst wenn sich Jahreszeiten oder Zeitpläne ändern.

Menschen hingegen, bei denen der zirkadiane Rhythmus schwächer ausgeprägt ist, reagieren empfindlicher auf äußere Einflüsse. Bei ihnen können sich Schlaf- und Wachphasen leichter verschieben, wenn sich Licht oder Tagesabläufe verändern.

Was die Studie konkret untersucht hat

Forscher um Wendy Wang vom UT Southwestern Medical Center in Dallas wollten wissen, ob sich Muster in der inneren Uhr objektiv messen lassen. Dafür rekrutierten sie 2.183 Personen mit einem Durchschnittsalter von 79 Jahren.

Alle Teilnehmer litten zu Studienbeginn nicht an Demenz. 24 Prozent waren schwarz, 76 Prozent weiß. Statt auf Fragebögen zu setzen, verwendeten die Forschenden kleine Herzmonitore, die am Brustkorb befestigt wurden.

Diese Geräte trugen die Probanden durchschnittlich zwölf Tage lang. Aus den Bewegungsdaten ließen sich die Ruhe-Aktivitäts-Rhythmen ableiten – ein objektives Maß für die innere Uhr.

Anschließend beobachteten die Wissenschaftler die Teilnehmer rund drei Jahre lang. In diesem Zeitraum wurde bei 176 Personen Demenz diagnostiziert.

Die Forscher analysierten verschiedene Messgrößen: Die relative Amplitude zeigt die Rhythmusstärke, also den Unterschied zwischen höchster und geringster Aktivität. Die Fragmentierung misst, wie bruchstückhaft der Rhythmus verläuft. Das Timing erfasst die Spitzenaktivitätszeit.

Welche Muster mit höherem Demenzrisiko verbunden waren

Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: Schwächere und fragmentiertere zirkadiane Rhythmen gehen mit einem erhöhten Demenzrisiko einher.

Die Forscher teilten die Studienteilnehmer nach ihrer relativen Amplitude in drei Gruppen ein. In der Gruppe mit niedriger Rhythmusstärke entwickelten 106 von 727 Personen eine Demenz. In der Gruppe mit hoher Rhythmusstärke waren es nur 31 von 728.

Nach Berücksichtigung von Faktoren wie Alter, Blutdruck und Herzerkrankungen zeigte sich: Menschen mit schwächerem Rhythmus hatten ein fast 2,5-fach erhöhtes Demenzrisiko [7].

Pro Abnahme der relativen Amplitude um eine Standardabweichung stieg das Demenzrisiko um 54 Prozent.

Auch das Timing spielte eine Rolle: Lag die Spitzenaktivität um 14:15 Uhr oder später, war das Demenzrisiko um 45 Prozent erhöht – verglichen mit Menschen, deren Aktivitätsmaximum zwischen 13:11 und 14:14 Uhr lag.

Einordnung für Menschen mit Schlafproblemen

Wer schlecht schläft, muss nicht in Panik verfallen. Die Studie zeigt einen Zusammenhang, beweist aber nicht, dass zirkadiane Störungen Demenz verursachen.

"Veränderungen im zirkadianen Rhythmus treten mit zunehmendem Alter auf", erklärt Wendy Wang. Es gebe Hinweise, dass Störungen ein Risikofaktor für neurodegenerative Erkrankungen sein könnten.

Eine spätere Aktivitätsspitze könnte bedeuten, dass eine Diskrepanz zwischen innerer Uhr und Umwelthinweisen besteht. Wenn der Körper zur Mittagszeit noch nicht in Schwung kommt, passt er möglicherweise nicht mehr gut zu äußeren Zeitgebern wie Helligkeit oder Uhrzeit.

Mögliche Erklärungsansätze

Die Forscher stellten verschiedene Hypothesen auf, wie zirkadiane Störungen und Demenz zusammenhängen könnten. Störungen des inneren Rhythmus könnten Körperprozesse wie Entzündungen verändern.

Auch der Schlaf [8] selbst könnte beeinträchtigt werden. Das wiederum könnte die Bildung von Amyloid-Plaques fördern – Eiweißablagerungen, die mit Demenz in Verbindung stehen.

Denkbar wäre auch, dass sich die Entfernung dieser Plaques aus dem Gehirn verschlechtert, wenn die innere Uhr aus dem Takt gerät.

"Zukünftige Studien sollten die potenzielle Rolle von Interventionen […] untersuchen", sagt Wang. Lichttherapie oder Änderungen des Lebensstils könnten helfen festzustellen, ob sich das Demenzrisiko senken lässt.

Grenzen der Aussagekraft

Die Studie hat wichtige Einschränkungen. Den Forschern lagen keine Informationen zu Schlafstörungen wie Schlafapnoe vor. Solche Störungen könnten die Ergebnisse beeinflusst haben.

Auch fehlten Daten zu Demenz-Subtypen. Ob die Zusammenhänge für alle Demenzformen gleichermaßen gelten, bleibt offen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11133237

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Mittagsschlaf-Wie-ein-Nickerchen-das-Gehirn-beim-Problemloesen-unterstuetzt-10284427.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Hilft-Magnesium-wirklich-gegen-Schlafprobleme-11071479.html
[3] https://www.neurology.org/doi/10.1212/WNL.0000000000214513
[4] https://www.heise.de/tp/article/Schulstart-Weckerstress-Optimierer-Macht-Fruehaufstehen-wirklich-gluecklich-10636367.html
[5] https://www.aan.com/PressRoom/home/PressRelease/5306
[6] https://www.heise.de/tp/article/Schadet-das-Tablet-vorm-Schlafengehen-wirklich-Antworten-fuer-Eltern-11087584.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Studie-klaert-auf-Viele-Risikofaktoren-fuer-Demenz-koennen-Sie-selbst-beeinflussen-10249176.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Schlaf-als-Schluessel-zur-geistigen-Frische-10776472.html

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Nach Maduro-Entführung: Trump gibt erste Order für Venezuelas Ölpolitik

Von Marcel Kunzmann — 07. Januar 2026 um 14:00

Marcel Kunzmann

Ein Mann in Anzug vor US-Flagge

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag Venezuela angreifen lassen

(Bild: Evan El-Amin/Shutterstock.com)

Nach Maduros Festnahme greift Trump durch: Venezuela soll bis zu 50 Mio. Barrel Öl liefern. Details bleiben allerdings noch unklar. Ein Überblick.

Nach dem völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf Venezuela [1] und der Entführung von Präsident Nicolás Maduro ist die Lage im Land weiterhin dynamisch. Derzeit laufen Gespräche zwischen der am Montag offiziell vereidigten Interimspräsidentin Delcy Rodríguez [2] und der Trump-Administration.

Jetzt kündigte Trump an [3], dass Venezuela zwischen 30 und 50 Millionen Barrel Öl an die Vereinigten Staaten übergeben werde. Der Wert der Lieferung beläuft sich bei aktuellen Marktpreisen auf etwa 2,8 Milliarden Dollar, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet [4]. Das Öl solle zum Marktpreis verkauft werden, und er selbst werde über die Erlöse verfügen, um sicherzustellen, dass diese "sowohl der venezolanischen als auch der US-amerikanischen Bevölkerung" zugutekommen, schrieb Trump auf seinem Social-Media-Kanal Truth Social.

Rückstau der Produktion durch Seeblockade

Trump erklärte, das Öl werde "mit Lagerschiffen übernommen und direkt zu Entladedocks in den Vereinigten Staaten gebracht". Energieminister Chris Wright sei beauftragt worden, den Plan "unverzüglich" umzusetzen.

Vertreter des US-Energieministeriums und des Weißen Hauses reagierten nicht auf Anfragen nach weiteren Informationen. Auch Venezuelas Informations- und Ölministerien äußerten sich zunächst nicht.

Die von Trump genannten Mengen würden etwa 30 bis 50 Tage der venezolanischen Ölproduktion vor der teilweisen US-Blockade des Landes entsprechen. Nach Trumps Äußerungen fiel der Preis für West Texas Intermediate, die US-amerikanische Ölsorte, um bis zu 2,4 Prozent und liegt derzeit bei knapp 56 Dollar pro Barrel.

Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven [5] mit geschätzten 303 Milliarden Barrel. Die Produktion ist jedoch seit den frühen 2000er Jahren rückläufig. Fehlende Investitionen, US-Sanktionen, Missmanagement und der Exodus vieler ausländischer Ölunternehmen haben dazu geführt, dass das Land heute weniger als ein Prozent der weltweiten Versorgung ausmacht.

Venezuela hat seit Beginn der US-Seeblockade [6] im vergangenen Monat einen Rückstau an unverschifftem Rohöl aufgebaut, der sich in Lagertanks und auf gecharterten Schiffen angesammelt hat. Laut dem Schifffahrts-Nachrichtendienst Kpler geht dem staatlichen Ölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) aktuell der Platz aus.

Chevron ist derzeit das letzte US-amerikanische Unternehmen, das unter einer Ausnahmeregelung von den US-Sanktionen noch in Venezuela Öl fördert und exportiert. Das Unternehmen hat mindestens elf Schiffe gebucht, die zu den von der Regierung kontrollierten Häfen José und Bajo Grande fahren sollen.

Forderungen nach exklusiver Partnerschaft

Der US-Sender ABC News berichtete unter Berufung auf drei nicht namentlich genannte Quellen, die Trump-Regierung habe der venezolanischen Übergangsregierung mitgeteilt, dass sie ausschließlich mit den USA bei der Ölförderung zusammenarbeiten und den USA beim Verkauf von Schweröl den Vorzug geben müsse.

Zudem fordere Washington, dass Venezuela seine wirtschaftlichen Beziehungen zu China, Russland, Iran und Kuba "reduzieren" müsse. Was genau das insbesondere für Kuba konkret bedeutet, das inmitten einer schweren Energiekrise steckt und auf venezolanisches Öl angewiesen ist, geht aus den jüngsten Ankündigungen nicht hervor.

China kritisiert US-Vorgehen scharf

China, das in den vergangenen Jahren der größte Abnehmer venezolanischen Öls war, verurteilte Trumps Ankündigung sowie die berichteten US-Forderungen nach exklusiven Öllieferungen scharf. Außenamtssprecherin Mao Ning erklärte am Mittwoch, die "offene Militäraktion gegen Venezuela und die Forderung, dass Venezuela die USA bei der Verfügung über seine Ölressourcen bevorzugen soll, ist ein typischer Akt der Schikane, eine schwere Verletzung des Völkerrechts [7], eine schwere Beeinträchtigung der Souveränität Venezuelas und ein schwerer Schaden für die Rechte des venezolanischen Volkes".

Sie betonte, dass "die legitimen Rechte und Interessen Chinas und anderer Länder in Venezuela geschützt werden müssen". Die Zusammenarbeit zwischen China und Venezuela sei eine Kooperation zwischen zwei souveränen Staaten, die unter dem Schutz des Völkerrechts und der nationalen Gesetze beider Länder stehe.

Christopher Beddor, stellvertretender China-Forschungsdirektor bei Gavekal Dragonomics, sagte: "Die chinesische Regierung bereitet sich mit ziemlicher Sicherheit auf ein Szenario vor, in dem alle ihre venezolanischen Öllieferungen gestoppt werden. Die aggressive Neubehauptung der Monroe-Doktrin durch die Trump-Regierung wird weitreichende Auswirkungen auf China haben. Sie wird wahrscheinlich ein Umdenken bei Chinas Importabhängigkeit von natürlichen Ressourcen aus vielen anderen lateinamerikanischen Ländern erzwingen."

Vor der US-Blockade und Maduros Festnahme war China der Hauptabnehmer des stark vergünstigten venezolanischen Öls. Dieser Handel ist nun weitgehend zum Erliegen gekommen, abgesehen von Ladungen, die sich bereits in Asien befinden.

Langwieriger Wiederaufbau der Ölproduktion erwartet

Trump hatte am Montag gegenüber NBC News erklärt [8], die US-Ölindustrie werde in Venezuela innerhalb von 18 Monaten "in Betrieb sein", und er erwarte massive Investitionen in das Land. Vertreter großer US-Ölkonzerne planten diese Woche ein Treffen mit der Trump-Regierung, berichtete der US-Sender CBS.

Analysten zeigten sich gegenüber der BBC jedoch skeptisch, dass Trumps Pläne größere Auswirkungen auf das weltweite Ölangebot und damit auf den Preis haben würden. Sie gingen davon aus, dass Unternehmen zunächst Zusicherungen für eine stabile Regierung verlangen würden. Selbst wenn sie investierten, würden ihre Projekte erst nach Jahren Erträge liefern. Es könnte Dutzende Milliarden Dollar und möglicherweise ein Jahrzehnt dauern, um Venezuelas frühere Produktion wiederherzustellen, so die Einschätzung.

Trump hatte zur Rechtfertigung von Maduros Festnahme unter anderem behauptet, Venezuela habe "einseitig amerikanisches Öl beschlagnahmt und gestohlen". Vizepräsident JD Vance wiederholte diese Behauptungen auf X und schrieb, Venezuela habe "amerikanisches Öleigentum enteignet und bis vor kurzem dieses gestohlene Eigentum genutzt, um reich zu werden und ihre narkoterroristischen Aktivitäten zu finanzieren".

Die Realität ist komplexer, wie BBC Verify erläuterte [9]: US-Ölunternehmen haben eine lange Geschichte in Venezuela und förderten zumeist unter Lizenzvereinbarungen. Venezuela verstaatlichte seine Ölindustrie bereits im Jahr 1976. 2007 weitete der sozialistische Präsident Hugo Chávez die staatliche Kontrolle über die verbliebenen ausländischen Vermögenswerte von US-Ölfirmen aus. 2019 ordnete ein Weltbank-Schiedsgericht an, dass Venezuela ConocoPhillips 8,7 Milliarden Dollar Entschädigung für diese Maßnahme von 2007 zahlen müsse. Diese Summe wurde bisher nicht gezahlt. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass das Öl selbst nie jemandem außer Venezuela gehört habe, weshalb die Behauptung eines "Diebstahls" falsch sei.


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[1] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Venezuela-nach-Maduro-Enfuehrung-Lenkt-Delcy-Rodriguez-ein-11129343.html
[3] https://truthsocial.com/@realDonaldTrump/posts/115850817778602689
[4] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-06/venezuela-to-send-us-up-to-50-million-barrels-of-oil-trump-says?srnd=homepage-europe
[5] https://www.heise.de/tp/article/Der-Mythos-vom-Peak-Oil-zerbroeckelt-10644804.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/US-Flugzeugtraeger-fahren-auf-Was-hinter-der-Operation-Southern-Spear-steckt-11082734.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Von-Ukraine-bis-Gaza-Wann-verteidigen-Staaten-sich-selbst-10002070.html
[8] https://www.nbcnews.com/politics/donald-trump/trump-says-us-not-war-venezuela-rcna252427
[9] https://www.bbc.com/news/articles/c4grxzxjjd8o

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Community-Interview zu 30 Jahren Java: "Java hat mir nicht gefallen" (Teil 3)

Von Heise — 07. Januar 2026 um 15:55

(Bild: Erstellt mit KI (Midjourney) durch iX-Redaktion)

Java wurde 2025 schon 30 Jahre alt. Das ist ein guter Zeitpunkt, zurück, aber auch nach vorn zu blicken.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich eine rege Community im Java-Umfeld gebildet. Ich habe im Laufe des Jahres einige deutschsprachige Vertreter zu ihren Erfahrungen befragt. Die Resonanz war überwältigend. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. In diesem dritten Teil kommen Jens Schauder (Spring Data Team und ehemaliger Organisator der JUG Ostfalen), Richard Fichtner (Java Champion und Organisator JCON), Cay Horstmann (Java Champion, Buchautor), Ralf D. Müller (Open Source Committer und arc42 Contributor) und Mark Paluch (Spring Data Team und ehemaliger Organisator der majug) zu Wort.

Java prägt viele Entwicklerinnen und Entwickler seit ihren ersten Schritten in der IT – und hat in dieser Zeit Höhen, Tiefen und mehrere Neuerfindungen erlebt. Die folgenden Antworten spiegeln persönliche Anfänge, prägende Erlebnisse, kritische Momente und eine Einordnung von Javas Rolle in der heutigen Softwareentwicklung wider. Abschließend wagen sie einen Blick nach vorn: mit Tipps für die eigene Weiterentwicklung und Erwartungen an Java in den kommenden Jahren.

Wann und mit welcher Version bist du erstmals mit Java in Berührung gekommen?

Jens Schauder: Das war 1997. Ich habe zu der Zeit mit Fortran 90 an meiner Diplomarbeit gearbeitet und ein Bekannter hat mir total begeistert von Java erzählt. Ich habe mir dann das JDK heruntergeladen und ein kleines Applet gebaut, in dem ich Würfel gezeichnet habe. Im Wesentlichen eine Portierung eines der ersten Programme, die ich auf meinem ersten Rechner geschrieben habe, einem Apple. Ich kann mich an die Versionsnummer nicht wirklich erinnern, aber es war vermutlich 1.1.

Richard Fichtner: Meine erste Java-Anwendung habe ich im Jahr 2003 mit der Version J2SE 1.4 geschrieben. Java hat mir nicht gefallen. Ich war damit nicht produktiv. In Visual Basic 6.0 gab es einen GUI-Builder und mit PHP ließen sich schnell Webanwendungen bauen. Zum Glück hat Java hier nachgelegt.

Cay Horstmann: 1995 rief Gary Cornell mich an und teilte mir mit: „Cay, wir schreiben ein Java-Buch.“ Wir waren beide bekannte Buchautoren, ich für C++ und er für Visual Basic. Ich wusste dagegen nichts über Java, außer ein paar Gerüchten. Und er auch nicht. Aber er hatte es fertiggebracht, einen Buchvertrag mit Sun Microsystems Press zu bekommen. Denn Sun Microsystems Press hatte ein Problem. James Gosling und Ken Arnold hatten Sun Microsystems Press umgangen und den Vertrag für „The Java Programming Language“ mit einem angesehenen Verlag geschlossen. Also verbrachten wir den Herbst und Winter 1995, um Java gründlich zu lernen. Es half, dass ich als Professor eine „Research License“ für den Quellcode bekam. Das war lange vor Open Source. Dadurch konnten wir schreiben, was wirklich funktionierte und wo man vorsichtig sein musste. Das machte das „Core Java“-Buch, das zusammen mit Java 1.0 erschien, zum Bestseller.

Ralf D. Müller: Das war ganz früh an der Uni Frankfurt. Am 12. April 1996 haben einige Studenten die Java User Group Frankfurt (Vorgänger der heutigen JUG Frankfurt) gegründet. Damals war Java 1.0 aktuell.

Mark Paluch: Java 1.1, kurz bevor 1.2 im Dezember 1998 released wurde.

Was war rückblickend dein schönstes Erlebnis mit der Sprache oder dem Ökosystem Java?

Jens Schauder: Am meisten Spaß mit der JVM hatte ich in der Zeit, als ich mich mit Scala beschäftigt habe. Ich habe unglaublich viel darüber gelernt, was eine Programmiersprache, ein Compiler, ein Typsystem tun kann. Ich bin ständig mit Knoten im Hirn rumgelaufen und das war sehr, sehr cool.

Richard Fichtner: Das Schönste an Java sind die Menschen in der Community. Java hat sicherlich auch technisch viele tolle Sachen zu bieten, aber die Haltung und Kultur der Java-Community machen es aus. Open Source war für viele vor 20 Jahren unvorstellbar. Bei Java User Groups Wissen teilen – seid ihr wahnsinnig? Heute haben viele Organisationen verstanden, dass man zusammen erfolgreicher ist und offene Standards sowie Austausch uns alle voranbringen.

Cay Horstmann: Ich habe viele schöne und produktive Erfahrungen mit Java gemacht, aber wenn ich mir eine Erfahrung aussuchen muss, wäre das der Violet UML Editor [4]. Ich weiß, heutzutage kräht kein Hahn mehr nach UML, aber wir fanden es damals (2002) wichtig. Ich wollte meinen Studenten Sequence-Diagramme beibringen. Die damals erhältlichen Produkte versagten mit diesem Diagrammtyp und außerdem waren sie sehr teuer. Ich schrieb eine Swing-Anwendung und war begeistert, dass ein Großteil der Routinearbeit durch die Java-Standardbibliothek abgedeckt war. Einige Jahre später hatte ich ein anderes Problem. Meine Studenten hatten Probleme mit Schleifen. Sie brauchten einfach mehr Übung. Ich entwickelte eine Webanwendung [5]. Zum Glück in Java, denn ich bekam seitdem stetig Fragen von Studenten aus der ganzen Welt, ob sie nicht bei meinem Open-Source-Projekt mitmachen können. Dann lade ich sie gerne ein, um ein offenes Problem zu bearbeiten. Weil das Projekt in Java ist, finden sich die Studenten zurecht. Bei Rails (zu unbekannt) oder JavaScript (zu chaotisch) wäre es nicht so einfach, Mitstreiter zu finden. Und Java ist wahnsinnig stabil. Die Webanwendung hat sich über die Jahre von Glassfish zu Play und jetzt zu Quarkus gewandelt, aber der Kerncode besteht weiterin.

Ralf D. Müller: Ich hatte immer viel Spaß mit Groovy und Grails im Java-Ökosystem. Groovy hat es geschafft, eine leichtgewichtige Skriptsprache im Java-Ökosystem zu etablieren, die auch ohne IDE beherrschbar ist.

Mark Paluch: Für mich ist es wichtig, Wissen an andere Entwickler weiterzugeben und dabei auch von ihnen zu lernen, wie sie Java verwenden und in welchem Kontext. Konferenzen sind eine großartige Möglichkeit, mich mit der Java Community auszutauschen, und ein ganz besonderes Highlight.

Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Was hat dich negativ beeinflusst beziehungsweise was war ein unschöner Moment im Java-Umfeld?

Jens Schauder: Das war Gradle. Ich habe eine Zeit lang Gradle als Build-Tool genutzt und es geliebt, da es mir erlaubte, kleine Skripte direkt im Build-Tool zu schreiben. Ich konnte damit Probleme lösen, die durch kafkaeske Architekturvorgaben eines Kunden verursacht wurden. Sehr cool! Das böse Erwachen kam, als ich ein Projekt, das ein Jahr lang herumlag, versuchte wiederzubeleben. Durch Updates von was auch immer funktionierte nichts mehr und ich habe mein eigenes Build-Skript nicht mal ansatzweise mehr verstanden.

Richard Fichtner: Die große Verunsicherung um die Lizenzierung von Java vor einigen Jahren war unschön und bedurfte viel Erklärung. Das hat sich zum Glück heute alles gelegt und die Auswahl an JDKs ist so groß wie noch nie.

Cay Horstmann: Circa 2009 war ich schon unglücklich mit der langsamen Weiterentwicklung von Java. Ich lernte Scala, benutzte es für einige Projekte und schrieb ein Buch darüber. Scala ist wirklich eine schöne und elegante Sprache, aber einfach ist sie nicht. Und auch nicht sonderlich stabil. Seitdem hat sich Java enorm weiterentwickelt. Scala ist immer noch eleganter, aber Java hat eine bessere Infrastruktur.

Ralf D. Müller: Die Open-Source-Community ist in der Java-Welt recht stark. Demgegenüber stehen im starken Kontrast die Rechtsstreitigkeiten zwischen den großen Firmen, die aus Java Kapital schlagen wollen. Das hat immer wieder die Community verunsichert.

Mark Paluch: Es ist schade, dass ein guter HTTP-Client (Java 11) und so etwas wie Single-File Programs es erst so spät in ein Java Release geschafft haben. Das sind Features, die gerade für den Einstieg in die Sprache eine große Rolle spielen. Es ist auch schön, dass Java nun eine API für Bytecode-Interaktion bereitstellt und ASM vielleicht langsam nicht mehr notwendig sein wird. JPMS ist für das JDK ein großer Schritt nach vorn gewesen. Für Bibliotheken ist es schade, dass Module-Info so sehr viel restriktiver (z. B. ein Modul pro JAR) gehandhabt wird, was zu der Wahrnehmung führt, dass Bibliotheken Bürger zweiter Klasse sind.

Glaubst du, dass Java auch nach 30 Jahren noch relevant ist? Welche Rolle spielt Java deiner Meinung nach in der modernen Softwareentwicklung, insbesondere im Vergleich zu anderen Sprachen und Technologien?

Jens Schauder: Java ist das langweilige Arbeitstier unserer Zeit und wird es noch lange bleiben. Projekte im Enterprise-Umfeld, in dem Java besonders stark ist, laufen lange und werden noch länger gewartet. Ich vermute daher, dass auch in 30 Jahren Java noch relevant sein wird. Ich sehe momentan nur einen Weg, das zu verhindern: Wenn es ein Tool gäbe, das Code in einer Sprache in hochwertigen Code einer anderen Sprache überführen kann. Viele Tools versuchen etwas Derartiges, um Cobol-Programme in Java umzuwandeln. Das Ergebnis ist aber meist noch schlimmer als der ursprüngliche Cobol-Code. Wer weiß, was KI da noch für uns tun wird. Und generell darf man nicht vergessen, wie viel 30 Jahre sind. Vor 30 Jahren hatten Handys das Format einer kleinen Werkzeugkiste. Und ein Rechner mit der Leistung eines aktuellen Mobiltelefons würde vermutlich einen Raum füllen.

Richard Fichtner: Ich hoffe, dass Java noch relevant ist. Mit dem neuen sechsmonatlichen Release-Zyklus und den zweijährlichen LTS-Releases ist viel Bewegung und Erneuerung in die Java-Welt gekommen. Java hat viele moderne Features und ist gleichzeitig noch sehr rückwärtskompatibel zu Code von vor 30 Jahren. Ich bin zuversichtlich.

Cay Horstmann: Die am meisten benutzten Programmiersprachen (C++, Python, Java, JavaScript) sind alle etwa 30 Jahre alt. Neuere Sprachen wie Go, Ruby, Rust und Swift haben ihre Nischen, aber es ist nicht einfach, darüber hinaus zu wachsen. Die Programmiersprache ist nur ein Teil der Infrastruktur. Java hat ausgezeichnete Tools und Bibliotheken sowie ein technisch kompetentes und motiviertes Team, das die Sprache weiterentwickelt. Die JVM gibt Stabilität und Einsicht in das Verhalten laufender Programme. Das ist für viele Anwendungen wichtig. Ich sehe zurzeit keine Sprache oder Technologie, die Java das Wasser abgraben würde. Zumindest abgesehen von KI. Es ist natürlich vorstellbar, dass es bald keine menschlichen Entwickler mehr gibt, sondern dass ein Manager der KI einfach erzählt, was sie programmieren soll. In irgendeiner Sprache. Aber ganz glauben kann ich das nicht. Ich benutze gerne KI für „Autocomplete“-Vorschläge. Aber selbst da geht genug schief, dass ich meine, wir sind nicht so schnell ersetzbar.

Ralf D. Müller: Java ist etabliert. Die Sprache hat zwar ihr ursprüngliches Versprechen „Write once, run anywhere“ nicht so erfüllen können, wie andere Sprachen es gefühlt schaffen, aber Java-Programme laufen auf einer Vielzahl von Systemen, die den Betrieb unserer modernen Welt sicherstellen. Durch Python und JavaScript gibt es zwei Herausforderer, denen Java in verschiedenen Bereichen (ML, Web) das Feld überlassen muss. Hier wird es spannend zu sehen, welchen Einfluss GenAI auf die weitere Entwicklung haben wird. Da die Large Language Models gerade in der Erzeugung von Python-Code sehr stark sind, wird hier ein verstärkter Effekt entstehen. Java ist durch seine Struktur eher nicht optimal für die Generierung durch LLMs aufgestellt.

Mark Paluch: Java ist ein fundamentaler Baustein moderner Softwareentwicklung und gleichzeitig wird Java jedes Jahr neu totgesagt. Jetzt sind wir hier nach 30 Jahren Java. Die Veränderungen in der Sprache und der Standardbibliothek zeigen, wie relevant Java ist. Derzeit ist für mich das Wichtigste, dass die Sprachentwicklung durch eine diverse Community vorangetrieben wird. Valhalla, Babylon und Leyden sind die bedeutendsten Projekte seit Generics und Functional Interfaces.

Tipps und Wünsche

Welche Tipps kannst du aktuellen Java-Entwicklern geben, um in der sich schnell verändernden Technologielandschaft am Ball zu bleiben und sich mit Java weiterzuentwickeln?

Jens Schauder: Spielt mit Neuem: Wenn ihr von einer neuen Bibliothek, Sprache, einem Tool oder einem Framework hört, das für euch interessant klingt, probiert es aus. Selbst wenn ihr es nie benutzt, lernt ihr dabei. Lernt vom Alten: Vieles, was als neu verkauft wird, ist alt und wurde schon mal versucht. Das kann gut oder schlecht sein und vielleicht sind die Probleme, die dazu geführt haben, dass es in Vergessenheit geraten ist, heute gelöst. Der Kontext der Geschichte hilft auf jeden Fall, sich auf dem Gipfel der Gardner-Hype-Kurve ein wenig vorsichtiger bewegen zu können. Und verbringt Zeit mit Familie und Freunden.

Richard Fichtner: Besucht eure lokale Java User Group. Wir haben das Glück, dass es im DACH-Raum über 40 JUGs gibt. Eine Liste gibt es hier [7]. Besucht die tollen Community-Java-Konferenzen wie die JCON Europe [8], JavaLand [9], Java Forum Stuttgart [10], Java Forum Nord [11] oder den JUG Saxony Day [12].

Cay Horstmann: Mein Tipp ist immer, die neuen Technologien einfach anzupacken. Vielleicht geht es mit einem Projekt in der Firma oder sonst einem Hobbyprojekt. KI ist im Augenblick der Renner, und es ist nicht schwer, Informationen über KI mit Java zu finden. Einfach mitbasteln und von der Erfahrung lernen. Bei der Java-Sprache auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist recht einfach. Die Entwicklung ist sehr transparent, und neue Features werden in den JEPs (Java Enhancement Proposal) vorgestellt [13]. Marc Hoffmann und ich versuchen, bei im Java Version Almanac [14] eine einfachere Synthese anzubieten. Und natürlich kommt alle zwei Jahre eine neue Ausgabe von Core Java.

Ralf D. Müller: Konferenzen! Geht auf Konferenzen, um euch zu vernetzen und weiterzubilden. Das war und ist der beste Weg, um mit aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.

Mark Paluch: Es ist schier unmöglich, sich überall gut auszukennen. Aus meiner täglichen Arbeit weiß ich, wie wichtig es ist, sich mit bestimmten Bibliotheken oder Teilen von Java auszukennen. Wenn ihr euch bei der täglichen Arbeit ganz viel Zeit und Herumprobieren ersparen möchtet, dann macht euch mit eurem Ökosystem vertraut. Nehmt euch die Zeit, die Doku zu lesen und lernt, wie eure Datenbank oder Bibliothek funktionieren. Macht euch vertraut mit dem, was es kann und mit dem, was es nicht kann (oder wofür es nicht gedacht ist).

Was wünschst du dir für Java in den nächsten 5–10 Jahren und welche Befürchtungen hast du?

Jens Schauder: Maßgeblich für den großen Erfolg von Java ist, dass es vorsichtig und eher langsam weiterentwickelt wird. Das macht Java ein wenig altbacken und langweilig. Aber langweilig ist genau das, was man für die wirklich wichtigen Projekte haben will. Eine ganze Menge Leute fordern immer wieder schnelle, einfache Lösungen für Probleme, von denen sie nicht verstehen, wie komplex sie sind. Ich hoffe, dass die Architekten, die die Entwicklung von Java bestimmen, genauso umsichtig agieren, wie sie das in der Vergangenheit getan haben, und nicht der Versuchung erliegen, schnell Dinge in die Sprache einzubauen, die mittelfristig mehr Probleme verursachen, als sie lösen.

Richard Fichtner: Ich hoffe, dass die Veränderungen der letzten Jahre Java wieder zugänglicher und attraktiver für junge Entwickler und Entwicklerinnen machen. Wir brauchen für unsere Systeme der Zukunft eine stabile Basis und Menschen, die begeistert eine gute Zukunft bauen – hoffentlich mit Java 😊

Cay Horstmann: Ich wünsche mir, dass Valhalla („value types“ und die Vereinheitlichung von primitiven und Klassentypen) vom Labor zur Realität überspringt, und ich bin zuversichtlich, dass dies passieren wird. Ich hoffe, dass das Java-Team die Standardbibliothek weiterpflegt. Natürlich gibt es für fast alle Bedürfnisse Bibliotheken von Drittanbietern, aber es hat viel Wert, eine Standardlösung zu haben. Meine ersten Vorschläge sind JSON und Command Line Parsing. Und ich hätte gerne einige Verbesserungen für Anfänger. Oracle könnte Notebooks für Java anbieten, so wie Google Colab, aber für Java. Anders als um 2009 habe ich eigentlich wenige Befürchtungen. Die Sprache wird stetig weiterentwickelt. Es gibt eine neue Generation von Frameworks für Webanwendungen und KI. Die Community (Konferenzen, User Groups) ist sehr aktiv. Was Java am meisten fehlt, ist „Buzz and Excitement“. Aber so ist es nach 30 Jahren.

Ralf D. Müller: Wünschen würde ich mir eine Stärkung des Groovy-Ökosystems, da Groovy Java sehr gut ergänzt und aufgrund einiger Eigenschaften der Sprache gegenüber Python einiges wettmacht, was Java fehlt. Dazu würde gehören, dass Java auch Features von Groovy übernimmt und sie nicht anders neu implementiert. Meine Befürchtung ist jedoch, dass GenAI auf die Wahl der Programmiersprache in Zukunft einen höheren Einfluss haben wird als notwendig und dass die Landschaft der Programmiersprachen dadurch an Vielfalt verliert.

Mark Paluch: Software verändert die Welt und die Welt verändert Software. Vor 10 Jahren hat niemand daran gedacht, dass Dependencies oder Maven Repositories zu Angriffsvektoren werden. Java hat darauf reagiert. Ich gehe davon aus, dass wir viel mehr Dinge erleben werden, an die wir heute niemals denken würden. Ich wünsche mir, dass Java und dessen Maintainer weiterhin die Sprache so entwickeln, wie sie es die ganzen Jahre über getan haben. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. In den 2000er-Jahren waren Spring und Java Enterprise gewaltige Treiber für Veränderung, wie Anwendungen geschrieben werden. Heute versucht GenAI, die Software-Welt zu revolutionieren.


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[1] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-1-10328653.html
[2] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-2-11122674.html
[3] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-3-11122747.html
[4] https://aosabook.org/en/v1/violet.html
[5] https://codecheck.us/
[6] https://www.javaland.eu/de/home/
[7] https://www.ijug.eu/de/verein/
[8] http://europe.jcon.one/
[9] https://javaland.eu/
[10] https://www.java-forum-stuttgart.de/
[11] https://javaforumnord.de/
[12] https://jugsaxony.org/day/
[13] https://chriswhocodes.com/jepsearch.html
[14] https://javaalmanac.io/features/
[15] mailto:rme@ix.de

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Microsoft: XAML Studio ist jetzt Open Source

Von Heise — 07. Januar 2026 um 13:05
Windows-Tastatur

(Bild: Radu Bercan/Shutterstock.com)

Das Entwicklungstool für Rapid Prototyping von XAML-Code ist nun quelloffen verfügbar. Es befindet sich auf dem Weg zu Version 2.0 mit einigen neuen Features.

Microsoft hat sein Entwicklungstool XAML Studio Open Source gestellt, acht Jahre nach dessen erstmaliger Veröffentlichung. Als nächstes steht Version 2.0 an, und es sind einige Neuerungen geplant, die Interessierte dank dem auf GitHub befindlichen Quellcode bereits ausprobieren können.

XAML Studio ist ein Rapid-Prototyping-Tool für WinUI-Developer, die die XML-basierte Markup-Sprache XAML (eXtensible Application Markup Language) nutzen. Zu den Features von XAML Studio zählen Live-Editierung und -Interaktion, ein Binding-Debugger, ein Data-Context-Editor sowie automatisches Speichern und Wiederherstellen von Dokumenten. Nachdem Entwicklerinnen und Entwickler ihren Code in XAML Studio geprüft haben, können sie diesen in Visual Studio kopieren.

XAML Studio 2.0 bringt Eigenschaften-Panel und Fluent UI

Derzeit ist Version 1.1 das aktuelle Release, das sich aus dem Microsoft Store beziehen lässt. Auf GitHub [1] ist jedoch schon der Quellcode für die nächste geplante Version XAML Studio 2.0 mit neuen, teils experimentellen Features zu finden.

Die GitHub-Diskussion bietet einen Blick auf das neue Live Properties Panel.
Die GitHub-Diskussion bietet einen Blick auf das neue Live Properties Panel.

Die GitHub-Diskussion #44 bietet einen Blick auf das neue Live Properties Panel.

(Bild: Microsoft [2])

Zu den neuen Features [3] zählen die überarbeitete Optik im Fluent-UI-Design, ein Echtzeit-Panel für den Umgang mit Eigenschaften (Ändern, Inspizieren und Experimentieren), Visual-Tree- und Visual-State-Explorer als Teil des Eigenschaftspanels und ein Rechtsklick-Menü zum Duplizieren des geöffneten Tabs. Daneben wurden die Libraries aktualisiert und Bugs behoben.

XAML Studio ging einst aus einem experimentellen Projekt [4] im Rahmen der Microsoft Garage hervor. Laut der neuen Ankündigung auf Microsofts Entwicklerblog [5] bestand bereits seit einer frühen Phase das Ziel, XAML Studio quelloffen zur Verfügung zu stellen. Die Roadmap [6] bietet die Möglichkeit, den Weg zu Version 2.0 mitzuverfolgen.


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[1] https://github.com/dotnet/XAMLStudio
[2] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/discussions/44
[3] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/discussions/categories/feature-feedback
[4] https://www.heise.de/news/Microsoft-veroeffentlicht-XAML-Studio-zum-Prototyping-von-UWP-XAML-4280996.html
[5] https://devblogs.microsoft.com/ifdef-windows/xaml-studio-is-now-open-sourced/
[6] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/issues/34
[7] mailto:mai@heise.de

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programmier.bar: Als Führungskraft selbst Code schreiben?

Von Heise — 07. Januar 2026 um 10:17
programmier.bar: Manager und Coding mit Mirko Seifert

(Bild: programmier.bar)

Zwischen eigenem Coding und Führung ohne Hands-on: Mirko Seifert spricht über den Moment, in dem technische Tiefe zur Herausforderung wird.

Wann kommt in der Development-Karriere der Punkt, an dem weniger Code geschrieben wird – und ist das ein Ziel, das überhaupt angestrebt werden sollte? Dieser Frage widmet sich der Deep Dive mit Mirko Seifert, Geschäftsführer und Gründer von DevBoost und Prio 0, der seit mehr als 35 Jahren Software entwickelt, sowie Dennis Becker und Jan Gregor Emge-Triebel aus dem programmier.bar-Team. Im Mittelpunkt steht der oft schleichende Übergang von der reinen Entwicklungsarbeit hin zu Rollen mit mehr Verantwortung.

Erfahrungen aus Entwicklung und Leadership

Mirko Seifert beschreibt offen, wie stark sein eigener Anteil an aktiver Entwicklungsarbeit über die Jahre geschwankt hat und warum ihn längere Phasen ohne Coding unzufrieden machen. Dennis Becker reflektiert seinen Weg vom iOS-Entwickler über Product Ownership bis zum Head of Development und erläutert, warum er heute bewusst Abstand zur Codebasis hält, obwohl ihn das Entwickeln weiterhin reizt. Jan Gregor Emge-Triebel ergänzt diese Perspektiven um Erfahrungen aus Tech Leadership, Developer Relations und Community-Arbeit.

Gemeinsam diskutieren die drei, welche Rolle technisches Detailwissen in Führungspositionen spielt und ob es notwendig ist, fachlich ständig auf dem neuesten Stand zu bleiben. Es geht um Vertrauen in Teams, Machtverhältnisse bei Code-Reviews, das Risiko von Micromanagement sowie die Frage, ab welchem Punkt Nähe zum Code eher schadet als hilft. Auch Recruiting, größere technologische Umbrüche und der Einfluss von KI auf aktuelle Entwicklungsarbeit werden eingeordnet. Eine einfache Antwort gibt es nicht – stattdessen eine differenzierte Bestandsaufnahme darüber, wie stark der eigene Coding-Anteil von Rolle, Umfeld und Teamdynamik abhängt.

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der programmier.bar [2] bereit: „Manager und Coding mit Mirko Seifert [3]“. Fragen und Anregungen gerne per Mail [4] oder via Mastodon [5], Bluesky [6], LinkedIn [7] oder Instagram [8].


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[2] https://programmier.bar/
[3] https://www.programmier.bar/podcast/deep-dive-198-manager-und-coding-mit-mirko-seifert
[4] mailto:podcast@programmier.bar
[5] https://social.programmier.bar/@podcast
[6] https://bsky.app/profile/programmier.bar
[7] https://www.linkedin.com/company/programmier-bar
[8] https://www.instagram.com/programmier.bar/
[9] mailto:mai@heise.de

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Nvidia: Siemens will KI-Vorschläge direkt in die Produktion bringen

Von Achim Sawall — 07. Januar 2026 um 18:50
Siemens und Nvidia wollen digitale Zwillinge so weiterentwickeln, dass sie konkrete Vorschläge liefern. Gemeinsame Produkte sind noch unklar.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Siemens-Konzernchef Busch und Nvidias CEO Huang (Bild: Siemens)
Zusammenarbeit auf Augenhöhe: Siemens-Konzernchef Busch und Nvidias CEO Huang Bild: Siemens

Siemens und Nvidia wollen mit digitalen Zwillingen künftig die Weiterentwicklung der Produktion in Echtzeit ermöglichen. Das haben Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang am 6. Januar 2026 bei ihrer Keynote-Ansprache zur Eröffnung der Technikmesse CES bekanntgegeben . Kunden könnten damit Produkte schneller entwickeln und die Produktion in Echtzeit anpassen, sagte Busch.

Möglich werde, "komplexe Systeme in der Software zu simulieren, um sie dann nahtlos in der physischen Welt zu automatisieren und zu betreiben" , erklärte Huang.

Busch sagte, dass bei der Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge erfasst werde, sondern konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs vorgelegt würden. Der Digital Twin Composer soll Roboter virtuell trainieren und Fertigungsprobleme lösen, bevor sie überhaupt auftreten.

Erste Kunden evaluieren bereits einige dieser Funktionen, darunter Foxconn, HD Hyundai, Kion Group und Pepsico. Ein erster vollständig KI-gesteuerter adaptiver Produktionsstandort soll ab diesem Jahr in dem Gerätewerk von Siemens in Erlangen (GWE) aufgebaut werden.

Siemens und Nvidia: Zusammen irgendwie alles integrieren

Beginnend mit dem Halbleiterdesign werde Siemens Nvidias Cuda-X-Bibliotheken, Physicsnemo und GPU-Beschleunigung in seinem Electronic Design Automation (EDA) integrieren. Zudem sollen KI-gestützte Funktionen wie Layoutanleitung, Debugging-Unterstützung und Schaltungsoptimierung ermöglicht werden.

Siemens und Nvidia wollen gegenseitig Technologien des Partners in ihren eigenen Systemen implementieren, bevor sie skaliert werden. Was genau dabei herauskommt, ist offenbar noch unklar: Siemens und Nvidia analysierten ihre Workloads und arbeiten zusammen, um diese zu beschleunigen und KI in die Produkte zu integrieren.

Bei einer weiteren Neuerung arbeitet Siemens mit dem US-Konzern Meta zusammen. Intelligente Brillen sollen Industriearbeitern KI-gestützte Anweisungen direkt ins Sichtfeld oder akustisch übermitteln, während sie an Maschinen stehen.

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Brille mit Autofokus: Flüssigkristalllinsen bieten variable Sehstärken

Von Mike Faust — 07. Januar 2026 um 18:08
Der finnische Unternehmen Ixi entwickelt eine Brille mit Autofokus, die im Laufe des Jahres 2027 erscheinen soll.
Der Prototyp der Autofokusbrille wiegt nur 22 Gramm. (Bild: Ixi)
Der Prototyp der Autofokusbrille wiegt nur 22 Gramm. Bild: Ixi

Das finnische Brillenunternehmen Ixi bereitet die Markteinführung einer mit Flüssigkristalllinsen ausgestatteten Brille vor, die Augenbewegungen des Trägers mitverfolgen und den Fokus automatisch anpassen können soll. Wie CNN berichtet , soll die Brille im Jahr 2027 auf den Markt kommen.

Die Brille enthält LEDs, die Infrarotlicht auf die Augen des Trägers sendet und Fotodioden sowie eine Elektronik, die anhand des reflektierten Lichts und mithilfe der Flüssigkristalle die Sehstärke in Echtzeit anpassen. Gegenüber herkömmlichen Gleitsichtbrillen soll die Technologie weniger Verzerrungen im peripheren Sichtfeld produzieren und keine Eingewöhnungszeit erfordern.

Nahbereich verschwindet, wenn er nicht gebraucht wird

Zudem erlaubt es die dynamische Linse, auf feste Vergrößerungsbereiche zu verzichten und es wird ein deutlich größerer Lesebereich für die Nahsicht geboten. Hinzu kommt, dass der Nahbereich einfach verschwindet, wenn er nicht benötigt wird und sich die Hauptkorrektur damit über die gesamte Linse erstreckt.

Ganz ohne Verzerrungen wird die Autofokusbrille von Ixi allerdings nicht auskommen, geben die Entwickler gegenüber CNN zu bedenken. Die Brille wird zunächst nur im hochpreisigen Premiumsegment erhältlich sein. Außerdem handelt es sich um ein weiteres Gerät, das geladen werden muss.

Trotz Akku und Elektronik lässt das Design der Brille von außen kaum einen Unterschied zu herkömmlichen Brillen erkennen. Mit einem Gewicht von 22 Gramm ist der aktuelle Prototyp zudem sehr leicht.

Weitere Tests für Marktreife nötig

Bevor die Brille zur Marktreife gelangt, sind noch weitere Tests erforderlich. So soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Brille gefahrlos im Straßenverkehr eingesetzt werden kann. Für den Fall von Fehlfunktionen der Elektronik oder der Flüssigkristalle sei aber ein Sicherheitsmodus vorhanden, der die Brille in den Grundzustand der Hauptlinse versetzt.

Ixi gibt an, dass die Brille für den Alltagsgebrauch unter verschiedenen Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Bewegungen des Trägers entwickelt wurde. Unter welchen Rahmenbedingungen die Brille optimal funktioniert, ließen die Macher aber offen.

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Yoga Mini i 1L: Lenovos Mini-PC sieht aus wie ein runder Mac Mini

Von Oliver Nickel — 07. Januar 2026 um 17:10
Mit einem Liter Volumen und einem Durchmesser von 13 cm ist der Lenovo Yoga Mini i klein gehalten. Trotzdem gibt es viele Anschlüsse.
Der Yoga Mini i 1L ist kreisrund. (Bild: Lenovo)
Der Yoga Mini i 1L ist kreisrund. Bild: Lenovo

Lenovo hat auf der CES einen neuen Mini-PC vorgestellt . Mit nur einem Liter Volumen erinnert der Yoga Mini i an den Mac Mini (Test) . Allerdings hat sich der Hersteller für eine Zylinderform entschieden. Das Gehäuse ist 48,6 mm hoch und misst 130 mm im Durchmesser. Außerdem soll es ab 600 Gramm wiegen. Im Vergleich zu einem Mac Mini läuft der Mini i mit Windows 11. Außerdem ist der Power-Knopf direkt an der Seite angebracht und ohne Umwege nutzbar.

In das kleine Chassis steckt Lenovo den Intel Core Ultra X7 358H . Bei dem Chip handelt es sich um die aktuelle Mobilgeneration mit 25 Watt TDP. Mit vier P- und acht E-Cores soll der Chip für die meisten Aufgaben ausreichen.

Auch stattet Intel die neue Generation mit einer schnelleren NPU mit 50 Tops aus. Neue Laptops und kompakte Geräte sollen lokale LLMs und andere KI-Anwendungen so besser ausführen können. Dem Chip stehen 32 GByte LPDDR5x-RAM zur Verfügung, der allerdings fest verbaut und nicht austauschbar ist.

Thunderbolt und Ethernet sind dabei

User können diverse Anschlüsse am Yoga Mini verwenden. Dazu zählen drei USB-C-Ports (1x Thunderbolt 4) und eine USB-A-Buchse. Auch ein RJ45-Port (2,5 GBit Ethernet) und HDMI 2.1 können genutzt werden. An der Seite ist ein weiterer Thunderbolt-Port neben einer 3,5-mm-Klinke vorhanden. Das System integriert zudem ein Wi-Fi-7-Modul mit Bluetooth-6.0-Konnektivität. Auch kleine Lautsprecher sind nutzbar.

Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)
Bild 1/3: Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)
Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)
Bild 2/3: Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)
Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)
Bild 3/3: Yoga Mini i 1L (Bild: Lenovo)

Lenovo will den Yoga Mini i 1L ab Juni 2026 verkaufen. Der Startpreis liegt bei 700 US-Dollar. Das Gerät orientiert sich also auch preislich ungefähr am aktuellen Mac Mini mit M4-Chip. Allerdings gibt es keine Version mit mehr Leistung oder einem schnelleren Prozessor.

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Störungsmeldung vom 07.01.2026 13:15

Von heise online — 07. Januar 2026 um 13:15

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