
Durch seine Rolle als Johnny Silverhand in Cyberpunk 2077 ist Keanu Reeves schon fester Bestandteil der Spielewelt. Nun taucht er in einem weiteren Computerspiel auf, und zwar als eine seiner wohl bekanntesten Figuren: John Wick.
Das Filmstudio Lionsgate und die Spielefirma Saber Interactive (Warhammer 40.000 – Space Marine 2) kündigten bei einer State of Play von Sony ein großes AAA-Spiel auf Basis des Actionhelden an.
John Wick erscheint für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S. Ein offizieller Name soll später folgen, ein Veröffentlichungstermin wurde nicht genannt. Offenbar befindet sich das Projekt in einem frühen Zustand.
Es entsteht in Zusammenarbeit mit Franchise-Regisseur Chad Stahelski. Reeves wirkt ebenfalls an der Produktion mit und stellt nicht nur sein Aussehen, sondern auch Stimme und Darstellung der Figur bereit. Die Spieler steuern den Auftragskiller in einem reinen Einzelspieler-Third-Person-Actionspiel.
Die Handlung ist mehrere Jahre vor den Ereignissen der Filme angesiedelt, sie erzählt ein neues Abenteuer innerhalb des etablierten Universums rund um das Verbrechersyndikat High Table. Laut den Entwicklern greift die Kampagne bekannte Figuren auf, führt aber auch neue Charaktere ein.
Ziel sei es, die filmtypische Mischung aus präzisen Schießereien und Nahkampf, oft als Gun-Fu bezeichnet, umzusetzen. Saber Interactive kündigte dafür ein Kampfsystem mit choreografierten Gefechten, cineastischer Kameraführung, Fahrsequenzen und atmosphärisch inszenierten Schauplätzen an. Die Spieler sollen sich wie in einem John-Wick-Film fühlen, inklusive wechselnder Missionen und aufwendig inszenierter Storysequenzen.

Sony hat unmittelbar nach einer State of Play ein neues God-of-War-Spiel veröffentlicht. Es trägt den Untertitel Sons of Sparta und stellt erstmals seit Jahren wieder die griechische Vergangenheit von Kratos in den Mittelpunkt.
Zuvor gab es Leaks zum Spiel, die nur in einem Punkt nicht zutrafen: Angeblich sollte es auch Versionen für PC und Xbox geben, davon war aber keine Rede. Vielleicht kommen diese ja später.
Im Fokus von Sons of Sparta stehen der junge Kratos und sein Bruder Deimos während ihrer Ausbildung in Sparta. Die Handlung setzt ein, als ein anderer Kadett verschwindet und die beiden sich eigenständig auf die Suche machen.
Das Abenteuer soll zeigen, wie Pflichtgefühl, Loyalität und die Beziehung der Brüder ihren späteren Lebensweg prägen. Damit greift das Spiel eine Phase auf, die in den Hauptteilen bislang nur angedeutet wurde.
Spielerisch setzt Sony nicht auf das bekannte Kamera-über-der-Schulter-Actionsystem, sondern auf ein 2D-Action-Adventure mit Retroanmutung. Die Level bestehen aus linearen Abschnitten mit Kämpfen, Plattformpassagen und Umgebungsrätseln.
Neben neuen Gegnern treten bekannte Kreaturen aus der griechischen Mythologie auf, inklusive Bosskämpfen. Zentral ist die Zusammenarbeit der Brüder, die sich auch mechanisch im Leveldesign widerspiegeln soll.
Das Spiel unterstützt ein bis zwei Spieler, Details zum Koopablauf nannte Sony nicht. Naheliegend ist, dass beide Brüder gleichzeitig steuerbar sind und gemeinsam Rätsel sowie Kämpfe bewältigen.
Entwickelt wurde das Projekt von Santa Monica Studio mit dem Retrostudio Mega Cat Studios, das Pixelgrafik mit moderner Präsentation und Dualsense-Feedback kombiniert. Zudem kehrt der Schauspieler TC Carson als Erzähler in der Rolle des älteren Kratos zurück.
Sons of Sparta erscheint digital für 30 Euro, eine Deluxe-Version mit Artbook, Soundtrack und Zusatzgegenständen kostet 40 Euro. Eine Playstation-Plus-Premium-Mitgliedschaft wird nur für Streaming benötigt, nicht zum regulären Spielen.
Parallel bestätigte Sony, dass sich ein Remake der ursprünglichen Griechenland-Trilogie in Entwicklung befinde. Details dazu gibt es noch nicht, zunächst steht das neue Spin-off im Mittelpunkt.
Anthropics neues Sprachmodell soll schwerere Aufgaben wuppen als ChatGPT. Wer jedoch nicht aufpasst, steht bald knietief im Dispo.
Woche für Woche buhlen KI-Entwickler mit neuen Modellen um die Gunst der Nutzer. Dabei müssen die Konkurrenten von OpenAI mit besonderen Funktionen punkten, um Kunden von ChatGPT wegzulocken. Der US-Hersteller Anthropic setzt bei seinem neuen Modell Claude Opus 4.6 auf mächtige Funktionen für aufwendige Aufgaben, die beispielsweise beim Coding ein Team aus mehreren KI-Agenten parallel löst. Das verspricht, größere Probleme zu knacken, an denen einfachere Modelle scheitern, erzeugt aber auch deutlich höhere Kosten, wenn die Agenten sich untereinander austauschen.
Mit dem kostenlosen Account oder selbst dem Pro-Abo für rund 21 Euro im Monat ist man da schnell am Ende. Wir haben das neue Modell ausprobiert und klären die Frage, ob Opus 4.6 sich für gewöhnliche Anwender mit Flatrate-Abo lohnt, wie es sich von ChatGPT unterscheidet und worauf Sie unbedingt achten sollten.
In diesem Hands-on klappern wir nicht die Feature-Listen ab und beten Benchmarks runter, sondern zeigen, wie man mit solchen Kalibern von Sprachmodellen anders umgehen muss, als einfach drauflos zu plappern. Einen Überblick, was Anthropic alles in Opus 4.6 verbessert haben will, finden Sie in diesem Artikel [7] [7].
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https://www.heise.de/-11174875
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Claude-Opus-4-6-im-Hands-on-Maechtige-KI-Agenten-treiben-Kosten-in-die-Hoehe-11174875.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/OpenClaw-im-Selbstversuch-Erste-Schritte-mit-dem-Super-KI-Agenten-11167211.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Vision-Language-Model-Wie-FastVLM-hochaufloesende-Bilder-im-Browser-analysiert-11156884.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Privates-Wissensarchiv-Anleitungen-und-Co-mit-lokaler-KI-durchsuchen-11141754.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Parameter-in-KI-Modellen-Was-sie-bei-grossen-Sprachmodellen-wirklich-bedeuten-11139376.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Recht-Rechtskonformer-Einsatz-von-KI-Agenten-11133778.html
[7] https://www.heise.de/news/Anthropic-stellt-Claude-Opus-4-6-mit-Agent-Teams-vor-11167133.html
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Christoph Jehle
Seit den 1970ern gab es nicht mehr so wenige Apotheken. Der Grund: ein starres Honorarsystem ohne Inflationsausgleich.
Neben der leitungsgebundenen Energieversorgung zählt die deutsche Versorgung mit Medikamenten zu den am stärksten regulierten wirtschaftlichen Bereichen.
Die Zeiten, als Apotheken die Preise für rezeptpflichtige Medikamente festlegen konnten, sind schon lange vorbei. Die Preishoheit haben die Apotheker nur noch bei Produkten, bei denen sie in direkter Konkurrenz zu den Drogeriemarktketten stehen.
Welches Medikament der Apotheker an einen Patienten abgeben darf, wird in der Regel nicht vom Arzt mit dem Rezept, sondern durch den Rabattvertrag zwischen einem Hersteller und der jeweiligen Gesetzlichen Krankenkasse bestimmt.
Da die Rabattverträge und die Hintergründe, wie diese jeweils zustande kommen, als Betriebsgeheimnis gelten, weiß der Apotheker nicht, welchen Preis die jeweilige Kasse für das abgegebene Medikament an den Hersteller bezahlt.
Die Vergütung für öffentliche Apotheken basiert auf einheitlichen Honoraren und Abgabepreisen für verschreibungspflichtige Fertigarzneimittel, die im Schnitt mehr als 80 Prozent des Umsatzes ausmachen. Der Apothekenabgabepreis einer verschreibungspflichtigen Packung errechnet sich aus einem Festzuschlag von drei Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis zuzüglich einer Pauschale von 8,35 Euro pro Medikament.
Die Apotheke erhält zudem 0,41 Euro, die sie an einen Fonds abgibt, aus dem Nachtdienste und pharmazeutische Dienstleistungen finanziell unterstützt werden. Hinzu kommt die Umsatzsteuer von derzeit 19 Prozent.
Der Festzuschlag wird im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung um einen Apothekenabschlag in Höhe von 1,77 Euro pro rezeptpflichtigem Arzneimittel reduziert. Der Kostenanteil der Apotheken an den GKV-Gesamtausgaben macht daher mit 5,84 Milliarden Euro nur 1,8 Prozent aus. Ein Inflationsausgleich findet schon seit Jahren nicht mehr statt.
Zur Umsetzung der Rabattverträge [1] ist im Rahmenvertrag für Apotheken geregelt, dass die Abgabe von rabattbegünstigten Arzneimitteln vorrangig erfolgen muss.
Unabhängig davon, welchen Hersteller der verschreibende Arzt auf dem Rezept vermerkt hat, muss die Apotheke ein wirkstoffgleiches Medikament auswählen, für das die Krankenkasse des jeweiligen Patienten einen aktuellen Rabattvertrag abgeschlossen hat. Der Arzt kann einen Austausch des Arzneimittels nur ausschließen, wenn er bei seiner Verordnung auf dem Rezept das Aut-idem-Feld ankreuzt.
Für den Austausch von Arzneimitteln gilt [2]:
Wird ein anderes Arzneimittel als das rabattbegünstigte gewünscht, kann der Apotheker das austauschbare, nicht rabattierte Präparat abgeben. Der Patient bezahlt dann zunächst den gesamten AVP und die Krankenkasse erstattet dann die Kosten, die sich abzüglich Rabatte und sonstiger Abschläge ergeben. Mehrkosten, die dabei entstehen, muss der Versicherte selbst tragen.
Ein Apotheker muss mit jeder der Gesetzlichen Krankenkassen abrechnen, bei welcher der jeweilige Patient versichert ist. Die Zahl der Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland [5] umfasste mit dem Stand vom 1. Januar 2026 93 Krankenkassen, die rund 90 Prozent der Bevölkerung versorgen.
Rezeptabrechnungs-Dienstleister übernehmen für Apotheken die Prüfung, Einreichung und Abrechnung von Papierrezepten sowie E-Rezepten mit Krankenkassen. Sie bieten Vorteile wie schnellere Auszahlungen, geringere Fehlerquoten und entlasten das Personal, teils durch digitale Echtzeit-Prüfungen. Wenn allerdings ein solcher Dienstleister in die Insolvenz [6] geschickt wird, kann das Ergebnis für den betroffenen Apotheker durchaus bitter sein.
Die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken aufgrund fehlender Honoraranpassungen und der Mangel an qualifiziertem Personal führen dazu, dass die Zahl der Apotheken in Deutschland kontinuierlich abnimmt [7].
Das Apothekensterben in Deutschland hat sich zum Jahresbeginn 2026 weiter drastisch beschleunigt. Die Zahl der Betriebsstätten sank auf rund 16.600, den niedrigsten Stand seit den 1970er Jahren.
Die im Koalitionsvertrag vorgesehene Erhöhung des Apothekenhonorars ist jetzt dem Finanzierungsvorbehalt zum Opfer [8] gefallen, wodurch sich die wirtschaftliche Lage vieler Apotheken weiter verschlechtert und Nachfolger kaum noch gefunden werden können.
Mit Online-Apotheken kann dieser Schwund nicht wirklich ausgeglichen werden, weil beispielsweise verschiedene Medikamente nur in einem vergleichsweise schmalen Temperaturbereich gelagert werden dürfen, die beim Postversand nicht gesichert werden können. Zudem ist es für viele Patienten gar nicht so einfach, echte Online-Apotheken von Fake-Shops [9] zu unterscheiden.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/medikamente/rabattvertraege-bei-arzneimitteln-10602[2] https://www.deutschesarztportal.de/wirtschaftlichkeit/aktuelle-rabattvertraege[3] https://www.g-ba.de/[4] https://www.deutschesarztportal.de/verordnung-und-erstattung/arzneimittelrichtlinie/austauschbare-darreichungsformen[5] https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkassen-liste/[6] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/avp-stellt-rezeptabrechnung-komplett-ein-120614/[7] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/apotheke-kosten-100.html[8] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wirtschaft/apotheke-kosten-100.html[9] https://www.mdr.de/ratgeber/gesundheit/medikamente-faelschung-fakeshop-108.html
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Kai Imhoff
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Einer der heftigsten Luftangriffe seit Wochen trifft die Energieversorgung – wieder Hunderttausende ohne Strom und Heizung.
Die ukrainische Bevölkerung erlebte in der Nacht zum Donnerstag einen der heftigsten Luftangriffe seit Wochen. Russische Streitkräfte nahmen die größten Städte des Landes ins Visier.
Kiew, Charkiw, Odessa und Dnipro meldeten schwere Schäden an Wohnhäusern und Energieanlagen [1]. Mitten im Winter stehen nun Hunderttausende Menschen ohne Heizung, Strom und fließendes Wasser da – wieder einmal.
Die ukrainische Luftwaffe zählte 24 ballistische Raketen, einen Marschflugkörper und 219 Drohnen. Die Verteidiger konnten nach eigenen Angaben 16 Raketen und 197 Drohnen abfangen oder unschädlich machen.
Die restlichen Geschosse verursachten dennoch erhebliche Zerstörungen.
Eine Energieanlage in der Region Odessa erlitt schwere Treffer. Das Energieunternehmen DTEK rechnet mit langwierigen Reparaturarbeiten. Auch eines seiner Wärmekraftwerke wurde beschädigt. Den genauen Standort nannte das Unternehmen aber nicht.
Mindestens zwei Menschen verloren ihr Leben. In Lozova, einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt nahe der russischen Grenze, starben zwei Personen. Sechs weitere trugen Verletzungen davon.
In Kiew wurden zwei Menschen verletzt. In Dnipro erlitten vier Personen Verletzungen [2]. Unter ihnen befanden sich ein Säugling und ein vierjähriges Mädchen.
Die humanitären Folgen wiegen schwer. In Odessa fehlt fast 300.000 Einwohnern die Strom- und Wasserversorgung. Das teilte der stellvertretende Ministerpräsident Oleksiy Kuleba mit. Knapp 200 Gebäude in der Hafenstadt haben laut [3] Reuters keine funktionierende Heizung mehr.
In der Hauptstadt Kiew sitzen die Einwohner von rund 3.500 Wohnhäuser in der Kälte. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, der jüngste Angriff habe die Versorgung von fast 2.600 weiteren Gebäuden lahmgelegt.
Bereits zuvor waren 1.100 Häuser betroffen gewesen. Mehr als 100.000 Haushalte haben den Berichten zufolge [4] keinen Strom. In Dnipro warten 10.000 Verbraucher auf die Wiederherstellung ihrer Heizung.
Die Ukraine führt ihrerseits Angriffe auf russische Energieziele durch. Drohnen setzten eine Ölraffinerie des Konzerns Lukoil nahe der Stadt Ukhta in Brand. Die Anlage liegt etwa 1.550 Kilometer nordöstlich von Moskau in der Republik Komi.
Der dortige Regionalchef Rostislav Goldshtein berichtete laut [5] Reuters, niemand sei zu Schaden gekommen. Rettungskräfte bekämpften das Feuer vor Ort.
Der ukrainische Generalstab vermeldete zudem einen Treffer auf eine weitere Lukoil-Raffinerie in der Region Wolgograd. Im Januar hatten solche Angriffe nachgelassen. Seit einigen Tagen nimmt ihre Häufigkeit jedoch wieder zu.
Washington und Kiew bemühen sich nach eigenen Angaben um ein Abkommen. Es soll Angriffe auf die Energieversorgung beider Seiten unterbinden. Die ukrainische Regierung zeigte sich bereit, ihre Schläge gegen russische Raffinerien einzustellen.
Präsident Selenskyj dämpfte am Mittwoch jedoch die Erwartungen. Moskau werde einen solchen Kompromiss ablehnen. Der russische Präsident Putin zeige kein Interesse an einer Vereinbarung, behauptete er weiter. Ob das stimmt, lässt sich nicht unabhängig überprüfen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-12/russia-s-latest-airstrike-adds-strain-on-ukraine-s-energy-sector[2] https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-capital-kyiv-under-massive-attack-russian-missiles-officials-say-2026-02-12/[3] https://www.reuters.com/world/nearly-300000-people-without-power-water-supply-ukraines-odesa-after-russian-2026-02-12/[4] https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-capital-kyiv-under-massive-attack-russian-missiles-officials-say-2026-02-12/[5] https://www.reuters.com/world/europe/ukrainian-drone-strike-causes-fire-refinery-russias-komi-region-governor-says-2026-02-12/
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Lee Schlenker
Ein Bild aus Zeiten der Annäherung: US- und kubanische Flagge in Havanna im Jahr 2016
(Bild: Delpixel/Shutterstock.com)
Trump und Havanna wollen verhandeln. Beide Seiten haben etwas anzubieten. Ein pragmatischer Deal könnte eine humanitäre Krise noch verhindern. Ein Gastbeitrag.
Am 29. Januar erklärte [1] US-Präsident Trump den nationalen Notstand in Bezug auf Kuba und drohte damit, Zölle in Höhe von 30 Prozent gegen Länder zu verhängen, die Havanna mit Öl beliefern. Damit machte er deutlich, dass Washington in bilateralen Gesprächen mit Kuba maximalen Druck ausübt. Laut Trump finden Gespräche statt, Kuba bestreitet [2] dies jedoch.
Während die kubanische Wirtschaft kollabiert und die Bevölkerung das Land in beispiellosem Ausmaß verlässt [3], sagt Trump, er werde "freundlich [4]" sein und in dem von ihm angestrebten Abkommen mit der kubanischen Führung eine "humanitäre Krise" vermeiden wollen. Zugleich bekräftigte [5] er seine Hoffnung, dass die Gespräche zu einem "freien Kuba" und zur Rückkehr jener Kubaner führen werden, die nach der Revolution von 1959 das Land verließen und sich in Südflorida niederließen.
Während die kubanischen Behörden erklären [6], sie seien zu einem "ernsthaften Dialog" mit den USA über eine Reihe von Themen bereit – mit Ausnahme ihrer "Verfassung, des politischen Systems und des Wirtschaftsmodells" –, stellt sich nach einer offensichtlichen Entspannung mit dem herrschenden Regime in Venezuela infolge der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro [7] durch das US-Militär die Frage: Wie könnte ein realistisches Abkommen mit Kuba derzeit aussehen?
Unser Gastautor Lee Schlenker
(Bild: RS [8])Eine naheliegende Vereinbarung mit Havanna liegt für Trump auf dem Tisch. Wenn seine Berater – allen voran der kubanischstämmige Außenminister Marco Rubio, dem er die Kuba-Politik bislang faktisch überlassen hat – ihn nur nicht in dem Glauben bestärken [9] würden, das kubanische Regime stehe kurz vor dem Zusammenbruch und anhaltende Stromausfälle würden eher ein gefügiges Regime hervorbringen als eine Festigung der Streitkräfte und eine Massenemigration in einem Wahljahr.
Durch pragmatische Verhandlungen könnte Trump ein Abkommen mit Kuba schließen, das zur Wiederbelebung der Tourismusbranche des Landes beitragen würde, US-Unternehmen Zugang zu kritischen Mineralien und Lieferketten verschaffen und ausstehende Eigentumsansprüche in Milliardenhöhe durch Investitionen in künftige Entwicklungs- und Infrastrukturprojekte regeln würde.
Im Gegenzug für die Aufhebung von US-Beschränkungen für Reisen und Investitionen könnte Kuba politische Gefangene freilassen, mehr in die USA abgeschobene Personen aufnehmen, seine Beziehungen zu außerhemisphärischen Akteuren reduzieren und die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten in den Bereichen Sicherheit, Terrorismusbekämpfung und Justiz ausbauen.
Damit würden beide Gegner einen unvollkommenen, aber notwendigen Weg hin zu normalen Beziehungen einschlagen.
Klar ist: Trumps Drohung [10], erhöhte Zölle auf Exporte in die USA aus Drittländern – insbesondere Mexiko – zu verhängen, falls diese Havanna weiterhin mit Treibstoff versorgen, käme einer kollektiven Bestrafung [11] gleich. Dies könnte zum unnötigen Tod Tausender unschuldiger Kubaner führen.
Der Vorwand, Kuba – eine kleine, verarmte und alternde Insel – stelle eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar, ist absurd. Nach übereinstimmender Einschätzung [12] der US-Geheimdienste unterstützt oder finanziert Kuba keinen Terrorismus.
Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass Kuba ausländische Militär- oder Geheimdienststützpunkte beherbergt. Ebenso wenig existieren glaubwürdige Belege dafür, dass das Land transnationale Terrorgruppen wie die Hamas oder die Hisbollah willkommen heißt [13], wie es in Trumps Präsidialerlass behauptet wird [14].
Tatsächlich ist Kuba ein verlässlicher Partner [15] der USA in gemeinsamen Sicherheitsfragen [16] und strebt [17] eine noch engere Zusammenarbeit mit Washington bei der Drogen- und Terrorismusbekämpfung an. Dies wird auch von vielen US-Strafverfolgungsbehörden befürwortet [18].
Diese Themen sollten – neben anderen [19], die die Grundlage der sogenannten "America First"-Außenpolitik der Regierung gegenüber der westlichen Hemisphäre bilden – im Zentrum jeglicher Gespräche mit der kubanischen Regierung stehen.
Einige oppositionelle Medien berichten [20], dass solche Gespräche seit mindestens letzter Woche in Mexiko zwischen der CIA und Raúl Castros Sohn Alejandro Castro Espín stattfinden [21]. Castro Espín war der führende kubanische Unterhändler bei geheimen bilateralen Gesprächen während der zweiten Amtszeit Obamas, die zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern führten.
Doch Marco Rubio [22] und seine Verbündeten im Kongress lehnen einen Dialog mit einer Regierung, die sie als illegitim betrachten, seit Langem ab. Sie bestehen darauf, dass der Präsident die Sanktionen gegen Kuba erst bei einem Regimewechsel aufheben dürfe. Somit könnten sie jedes Abkommen mit Havanna torpedieren.
Rubio war jedoch gezwungen, Trumps Annäherung an die chavistische Regierung in Venezuela mitzutragen [23]. Und auch wenn Kuba das eine Thema ist, bei dem Rubio seine Haltung möglicherweise nicht abschwächt, könnte er zu dem Schluss kommen, dass eigene Präsidentschaftsambitionen [24] nicht zwangsläufig darunter leiden, wenn er zumindest kurzfristig etwas unterstützt, das weniger als den Sturz der kubanischen Regierung bedeutet.
Rubio und andere hochrangige kubanisch-amerikanische Amtsträger täten gut daran, ihre maximalistischen Forderungen nach einem sofortigen Regimewechsel beiseitezulegen, die ohnehin nie [25] zu Zugeständnissen seitens der kubanischen Regierung geführt haben, und dem Präsidenten zu einem realistischen [26] Abkommen zu verhelfen.
Ein solches Abkommen könnte seine strategischen Ziele in den Bereichen Migration, Drogenhandel, kritische Mineralien und die Eindämmung russischen und chinesischen Einflusses voranbringen – und das nur 90 Meilen vor der Küste Floridas.
Die gute Nachricht ist, dass diese Bereiche – ebenso wie andere Themen, etwa wirtschaftliche Reformen innerhalb Kubas – Bereiche sind, über die Havanna gesprächsbereit ist, vorausgesetzt, die USA halten ihren Teil der Vereinbarung ein, wie mit der Denkweise der kubanischen Regierung vertraute Quellen berichten.
Trumps Führungskräfte sondieren [27] seit Jahren Möglichkeiten auf der Insel und haben die Marke "Trump" dort registrieren [28]lassen. Zudem hat der Präsident viele wohlhabende kubanisch-amerikanische Freunde und Spender [29], die dort zu günstigen Bedingungen Geschäfte machen möchten.
Während der kubanische Tourismus einbricht und die Hotelauslastung bei rund 25 Prozent liegt, könnte Trump im Rahmen der geltenden ausländischen Investitionsgesetze Kubas die Entwicklung zahlreicher Hotels und Resorts an den erstklassigen, aber unterentwickelten Küstenlagen der Insel erleichtern – ähnlich den jüngst angekündigten Plänen [30] seines Unternehmens in Vietnam.
Diese privat geführten Projekte könnten der kubanischen Wirtschaft einen erheblichen Schub verleihen, sofern sie mit gelockerten US-Reisebeschränkungen und speziellen Lizenzen für den Import von US-Waren und Treibstoff einhergehen.
Kuba verfügt zudem über die dritt- bzw. fünftgrößten Reserven [31] der strategischen Mineralien Kobalt und Nickel, die derzeit vom kanadischen Unternehmen Sherritt International abgebaut werden.
Ein Abkommen könnte vorsehen, dass US-Unternehmen auf die Bergbaukonzessionen von Sherritt bieten, Kubas moderate Offshore-Ölreserven – die derzeit von chinesischen, angolanischen und australischen Firmen erschlossen werden [32] – erkunden und zur Modernisierung der maroden Energieinfrastruktur des Landes beitragen. Letzteres ist in Kubas Portfolio für Auslandsinvestitionen [33] vorgesehen.
Trump hat erklärt [34], er wolle sich um die "Menschen, die aus Kuba kamen, die vertrieben wurden oder unter Zwang gingen", kümmern. Dies wird von vielen als Hinweis auf die Milliardenbeträge an ungelösten Eigentumsansprüchen gedeutet, die aus den Verstaatlichungen nach der Revolution resultieren.
Da Kuba nicht über die finanziellen Mittel verfügt, um diese Ansprüche auszuzahlen, und da zwei dieser hochrangigen Streitfälle in diesem Monat vor dem Obersten Gerichtshof der USA verhandelt werden [35], könnte Trump eine Regelung ausarbeiten, nach der anerkannte Anspruchsteller Beteiligungen an dringend benötigten Entwicklungs- und Infrastrukturprojekten auf der Insel erwerben können.
Dies wäre eine ähnliche Vorgehensweise wie beim jüngst mit Spanien vereinbarten Schuldenumwandlungsprogramm [36]. Washington und Havanna erzielten 2015 begrenzte Fortschritte bei der Beilegung dieser Ansprüche über ähnliche Mechanismen. Jede ernsthafte Verhandlung müsste jedoch auch Kubas Gegenforderung über Milliardenbeträge an Schäden durch das seit 64 Jahren bestehende US-Handelsembargo berücksichtigen [37].
Mit solchen Zusagen der US-Seite, die zur Belebung der kubanischen Wirtschaft beitragen, einige Energieengpässe lindern und Hindernisse für verstärkte Auslandsinvestitionen beseitigen könnten, könnte sich Kuba verpflichten, Hunderte politische Gefangene freizulassen, wie von Außenminister Rubio gefordert [38]. Havanna hielt sich an eine ähnliche, vom Vatikan vermittelte Vereinbarung, die in den letzten Tagen der Regierung unter Joe Biden im vergangenen Jahr geschlossen wurde.
Zudem könnte Kuba sich bereit erklären [39], regelmäßigere Abschiebeflüge aus den USA zu akzeptieren, was für Trump eine Priorität ist, und eine intensivere Sicherheitszusammenarbeit zusagen.
Die Insel könnte gemeinsame Anti-Drogen-Operationen wieder aufnehmen und nachrichtendienstliche Informationen zu US-Ermittlungen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung bereitstellen. All dies hat Kuba bereits mehrfach angeboten [40].
Vor allem aber könnte Kuba bei zunehmenden Investitionen, Tourismus, Handel und Sicherheitsbeziehungen mit den USA zustimmen, seine wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zu außerhemisphärischen Akteuren wie Russland und China zu reduzieren. Diese hat es größtenteils aus Notwendigkeit [41] und nicht aus freier Wahl gesucht.
Trump räumte kürzlich ein, dass die Kubaner "harte Leute" seien, und verwies darauf, dass ihre Regierung trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen nach dem Zusammenbruch ihres wichtigsten Förderers, der Sowjetunion, vor mehr als 30 Jahren überdauert habe.
Vor seiner ersten Amtszeit sagte er [42], er habe "kein Problem" mit Präsident Obamas Öffnung gegenüber Havanna gehabt, er hätte jedoch einen besseren Deal ausgehandelt.
Trump versteht intuitiv, dass eine pragmatische Einbindung und direkte Verhandlungen den besten Weg darstellen, um die Kooperation Kubas zu sichern und die Interessen der USA auf der Insel voranzubringen – statt Zwang, Unnachgiebigkeit und Gewalt.
Nun liegt es bei Marco Rubio, zu entscheiden, ob er dem Präsidenten im Weg stehen oder ihm dabei helfen will, eine 60-jährige Pattsituation zu überwinden und das Abkommen mit Kuba zu erreichen, das Trump stets angestrebt hat.
Lee Schlenker ist Forschungspraktikant im Programm "Democratizing Foreign Policy" am Quincy Institute for Responsible Statecraft sowie Masterstudent für Lateinamerikastudien an der Edmund A. Walsh School of Foreign Service der Georgetown University.
Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [43] auf Englisch
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2026/01/addressing-threats-to-the-united-states-by-the-government-of-cuba/[2] https://www.washingtonpost.com/world/2026/02/02/cuba-cossio-us-trump-dialogue-negotiations-diplomat/4e267db6-0064-11f1-ad9f-6f689ec6b060_story.html[3] https://www.newyorker.com/magazine/2025/10/06/a-cuban-exodus-faces-trumps-america[4] https://www.huffpost.com/entry/trump-starting-talk-cuba-moves-cut-oil-supplies_n_697ecbb9e4b0c862d1f50fef[5] https://www.euronews.com/2026/02/01/trump-says-us-starting-to-talk-to-cuba-as-washington-moves-to-cut-havanas-oil-supplies[6] https://www.reuters.com/world/americas/cuba-communication-with-us-cuban-diplomat-says-trump-tightens-screws-2026-02-02/[7] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[8] https://responsiblestatecraft.org/author/leeschlenker/[9] https://www.nytimes.com/2025/12/12/us/politics/rubio-cuba-venezuela.html[10] https://www.heise.de/tp/article/Trump-erklaert-Kuba-zur-Bedrohung-fuer-die-nationale-Sicherheit-11160092.html[11] https://www.seattletimes.com/business/anger-and-anguish-spread-across-cuba-as-it-learns-of-trumps-tariff-threat-on-those-who-provide-oil/[12] https://www.nbcnews.com/news/latino/cuba-shouldnt-sponsor-terrorism-list-former-us-officials-say-rcna52728[13] https://www.bellyofthebeastcuba.com/is-cuba-a-safe-haven-for-hamas-and-hezbollah[14] https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/2026/01/addressing-threats-to-the-united-states-by-the-government-of-cuba/[15] https://apps.dtic.mil/sti/pdfs/AD1150459.pdf[16] https://www.reuters.com/world/americas/cuba-says-island-is-no-black-hole-drug-trafficking-route-us-2025-12-04/[17] https://cubaminrex.cu/en/cuba-condemns-terrorism-and-reaffirms-its-cooperation-matters-security-and-fight-against-money[18] https://www.youtube.com/watch?v=Edulj7x46JY[19] http://google.com/search?q=american+conservative+reed+lindsay&oq=american+conservative+reed+lindsay&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUyBggAEEUYOdIBCDYwMTFqMGo3qAIAsAIA&sourceid=chrome&ie=UTF-8[20] https://responsiblestatecraft.org/media/[21] https://www.politico.com/newsletters/national-security-daily/2026/02/02/could-a-castro-become-our-man-in-havana-00760436[22] https://www.nbcnews.com/news/latino/sen-marco-rubio-pushes-against-obamas-cuba-changes-hearing-n299431[23] https://foreignpolicy.com/2026/01/16/venezuela-iraq-afghanistan-trump-maduro/[24] https://www.politico.com/news/2026/01/10/marco-rubio-venezuela-2028-future-00718902[25] https://quincyinst.org/research/u-s-cuban-relations-a-realist-case-for-pragmatic-engagement/#a-pragmatic-policy-based-on-us-national-interests[26] https://www.defensepriorities.org/explainers/move-on-from-washingtons-outdated-cuba-policy/[27] https://www.bloomberg.com/features/2016-donald-trump-golf-cuba/?embedded-checkout=true[28] https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article245902870.html[29] https://www.washingtonpost.com/politics/sugar-tycoon-alfonso-fanjul-now-open-to-investing-in-cuba-under-right-circumstances/2014/02/02/4192b016-8708-11e3-a5bd-844629433ba3_story.html[30] https://www.luxurytribune.com/en/trump-organisation-to-launch-1-5-billion-golf-resort-in-vietnam[31] https://en.unav.edu/web/global-affairs/cuba-quiere-aumentar-su-produccion-de-niquel-y-cobalto-y-aprovechar-el-alza-de-precios[32] https://youtu.be/fLqNUuJICJI?si=9l9xzxhpxu7yJnqe[33] https://inviertaencuba.mincex.gob.cu/es/buscar/?csrfmiddlewaretoken=h9TexNgbJWaGjN9tqHLBmgPG1Ta8wH4ZAdlxKNH2hEqaln38RsjZG9c1ctVO0PGp&q=%C2%A7or=2%C2%A7or=17[34] https://www.reuters.com/world/americas/cubas-diaz-canel-says-there-are-no-current-talks-with-us-government-2026-01-12/[35] https://www.levernews.com/the-supreme-courts-quiet-war-on-cuba/[36] https://www.lamoncloa.gob.es/lang/en/gobierno/news/paginas/2025/20250703-ffd4-cuba-debt-conversion.aspx[37] https://www.nytimes.com/2015/12/14/world/americas/talks-begin-in-cuba-on-confiscated-us-property-worth-billions.html[38] https://www.barrons.com/news/rubio-calls-for-immediate-release-of-700-cuban-political-prisoners-3587febf?gaa_at=eafs&gaa_n=AWEtsqe4humOgFhifkq8h-2ZFmjnHDxwOQ9RJuQJq740jxQ3jhW2TRpAb5awZ52bIDI%3D&gaa_ts=6982876b&gaa_sig=p-JknGjB4WyHHHVJowaXN4uyIvgFWlx3AEVaUR4stH-gg7iq-dQ16Edx6derF668efX6aqAsvYev3OK0KgRl4Q%3D%3D[39] https://www.economist.com/the-americas/2025/08/21/the-new-fears-of-cubans-in-florida[40] https://www.cipi.cu/cooperation-between-cuba-and-the-united-states-on-law-enforcement-and-compliance-evolution-results-and-limitations/[41] https://responsiblestatecraft.org/cuba-russia/[42] https://www.foxnews.com/politics/trump-says-obamas-cuba-policy-is-fine-but-u-s-should-have-got-a-better-deal[43] https://responsiblestatecraft.org/deal-cuba-trump/
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Das Verwaltungsgericht Neustadt hat Sperrverfügungen der Medienanstalt Rheinland-Pfalz zu Pornoplattformen als rechtswidrig beurteilt. Das gab das Gericht am 12. Februar 2026 bekannt . Dabei geht es um den in Zypern ansässigen Konzern Aylo (ehemals Mindgeek) und dessen Plattformen Pornhub und Youporn.
Das Gericht machte weder Angaben zum Kläger noch zum betroffenen Plattformbetreiber. In früheren Eilverfahren zu diesem Thema wurde häufig 1&1 als betroffener Provider genannt, da der Konzern im Zuständigkeitsbereich der Medienanstalt Rheinland-Pfalz liegt.
Diese ordnete im April 2024 die Sperrung gegen verschiedene Access-Provider an, weil nach Vorgaben des deutschen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) keine ausreichenden technischen Vorrichtungen wie Altersverifikationssysteme vorhanden seien, um den Zugriff von Kindern und Jugendlichen zu verhindern. Nachdem dies nicht zum Erfolg führte, ordnete die Medienanstalt im April 2024 DNS-Sperren an.
Dagegen erhoben laut Gericht die betroffenen Unternehmen im April 2024 und der Pornoanbieter im Oktober 2024 Klage beim Verwaltungsgericht Neustadt.
Laut Urteilsbegründung liegt für die Sperrung "keine taugliche Ermächtigungsgrundlage vor. Die nationalen Regelungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags sind aufgrund des Anwendungsvorrangs des Unionsrechts und wegen Verstoßes gegen das sogenannte Herkunftslandprinzip im vorliegenden Fall nicht anwendbar."
Seit dem vollständigen Inkrafttreten der europäischen Verordnung über digitale Dienste (DSA) im Februar 2024 unterlägen Anbieter digitaler Dienste grundsätzlich nur den Gesetzen des EU-Mitgliedstaates, in dem sie ihren Sitz hätten – hier der Republik Zypern.
Unabhängig davon sei ein Vorgehen der Landesmedienanstalt gegen die großen Pornoplattformen auch deshalb ausgeschlossen, weil die Europäische Kommission bereits eigene Verfahren eingeleitet habe. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falls wurde die Berufung zum Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz zugelassen.

Hohe Energiepreise und der Preisverfall an der Modulfront haben Balkonkraftwerke zu einer attraktiven Anschaffung gemacht. Innerhalb der Bagatellgrenze ist nicht einmal eine Genehmigung erforderlich. Man muss die steckerfertige Anlage bloß online im Markstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden. Handwerkliches Geschick braucht es nur dahingehend, dass die Module an die Wand, aufs Dach oder an das Geländer müssen.
Die Module werden anschließend in den Wechselrichter gesteckt, der Wechselrichter in die Steckdose. Handelsübliche Schukostecker gelten längst als Standard; die VDE hat ihren Einsatz erlaubt. Voraussetzung ist nur, dass der Wechselrichter über gewisse Abschaltautomatiken verfügt.
Doch welche Anlage soll es werden? Amazons aktueller Bestseller Nr. 1 in der Kategorie der monokristallinen Solarmodule ist ein 1.000-Watt-Set der Marke Solarway. Es befindet sich zum laut Preistracker bisher besten Amazon-Preis im befristeten Angebot.
Laut Produktseite bietet das Set zwei 500-Watt-Module der Marke Tongwei TWMNH54HD. Sie setzen auf moderne N-Typ-Zellen und sind von bifazialer Bauart, können also auch über die Rückseite Strom erzeugen. Bei insgesamt 1.000 Watt bleibt sogar ein kleines Polster, sollte die Sonne mal nicht ideal am Himmel stehen.
Aufseiten des Wechselrichters erwartet Käufer ein Modell von Growatt mit einer Ausgabeleistung von 800 Watt, was genau der Bagatellgrenze für den genehmigungsfreien Betrieb entspricht. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Anschlusskabel mit Schuko-Stecker und zwei 2 Meter lange Verlängerungskabel für die Solarmodule.
Das Balkonkraftwerk steht aktuell auf dem ersten Platz im Bereich der monokristallinen Solarmodule bei Amazon. Es wird dort über Solakon selbst mit Gratisversand verkauft. Bis maximal zum 15. Februar kostet es nur noch 246,98 Euro . Laut Preistracker Keepa handelt es sich, exklusive Gutscheine, um den bisher besten Amazon-Preis. Das 90-Tage-Mittel soll bei 307,82 Euro gelegen haben.
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Zum AngebotDieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem.de eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Die europäische Trägerrakete Ariane 6 ist am 12. Februar 2026 um 17:45 Uhr (MEZ) zum sechsten Mal in den Orbit gestartet. Jeder der Starts war bisher erfolgreich, auch wenn beim Erstflug 2024 zwei Nutzlasten und eine Raketenstufe als Weltraumschrott im Orbit zurückgelassen werden mussten.
Zum ersten Mal kam die Ariane 64 zum Einsatz, die statt bisher zwei nun vier Feststoffbooster aufweist. Damit wurde die maximale Nutzlast von 10,3 auf 21,6 Tonnen mehr als verdoppelt. Das entspricht dem Wert, den die Trägerrakete Falcon 9 von SpaceX erreicht.
Die Rakete Saturn V für die bemannten Mondflüge hatte hingegen eine Nutzlast von 135 Tonnen und die Raketen für das Artemis-Projekt der USA sollen ebenfalls deutlich größere Lasten transportieren als die Ariane.
Vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou, Französisch-Guayana, transportierte die Ariane 64 insgesamt 32 Satelliten für Amazon Leo in den niedrigen Erdorbit. Mit dem Vorhaben, das früher als Project Kuiper bezeichnet wurde, will der Internetversandhändler eine Konkurrenz zu Starlink aufbauen.
Ariane 6, deren Komponenten in 13 europäischen Ländern gebaut werden, soll eine Alternative zum derzeit dominierenden Unternehmen SpaceX werden. Wobei der Abstand derzeit beträchtlich ist.
Die Falcon 9 hat mittlerweile fast 400 Starts absolviert. Auch wegen dieses Erfahrungsvorsprungs soll ein Flug damit knapp 30 Prozent günstiger sein als mit der europäischen Variante.
Es ist aber nicht allein eine Frage des Preises. Vor allem soll die Abhängigkeit europäischer Projekte von der Nasa reduziert werden, nachdem zuletzt verschiedene Kooperationen von US-amerikanischer Seite infrage gestellt wurden. Ziel ist es, europäische Satelliten komplett eigenständig in den Orbit zu bringen, ein Vorhaben, das schon 2008 formuliert wurde und nur langsam vorankommt.
(Bild: FlashMovie / shutterstock.com)
Angreifer können unter anderem Firewalls von Fortinet attackieren. Sicherheitsupdates stehen zum Download bereit.
Fortinets Netzwerkbetriebssystem FortiOS und die IT-Sicherheitslösung FortiSandbox sind über mehrere Sicherheitslücken angreifbar. Bislang gibt es seitens des Netzwerkausrüsters keine Hinweise auf Attacken.
Setzen Angreifer an einer Schwachstelle (CVE-2025-52436 „hoch“) in FortiSandbox an, können sie im Zuge einer XSS-Attacke eigene Befehle ausführen. Dafür ist der Beschreibung der Lücke zufolge keine Authentifizierung nötig.
Geräte wie Firewalls mit FortiOS sind über mehrere Softwareschwachstellen angreifbar. Bei einer bestimmten Konfiguration der LDAP-Authentifizierung (unauthenticated binds) können Angreifer an einer Lücke (CVE-2026-22153 „hoch“) ansetzen und so die Anmeldung im VPN-Kontext umgehen.
Zusätzlich können Angreifer unter anderem noch eigene Befehle ausführen (CVE-2025-64157 „mittel“). Dafür müssen sie aber bereits Admin sein.
Weiterführende Informationen zu den geschlossenen Lücken hat Fortinet im Sicherheitsbereich seiner Website [1] aufgelistet.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11174023
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.fortiguard.com/psirt
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de
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(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)
Die Backuplösungen Dell Avamar und NetWorker und die Server-Fernverwaltung iDRAC sind verwundbar.
Die Entwickler von Dell haben in Avamar und NetWorker massenhaft Schwachstellen in Komponenten wie Apache Tomcat und Spring Security geschlossen, die die Backuplösungen nutzen. Die Server-Fernverwaltung iDRAC bekommt ebenfalls ein Sicherheitsupdate.
In drei Warnmeldungen listet Dell [1] die nun geschlossenen Sicherheitslücken in Komponenten von Drittanbietern auf, die Avamar und NetWorker betreffen.
Darunter fallen Komponenten wie Apache HTTP Server, Expat, OpenSSL und Vim. Der Großteil der geschlossenen Lücken stammt aus dem Jahr 2025. Darunter sind auch „kritische“ Schwachstellen (etwa Samba CVE-2025-10230), über die Schadcode auf Systeme gelangen kann. Es wurden aber auch Lücken geschlossen, die schon über zehn Jahre alt sind (zum Beispiel Apache HttpClient CVE-2015-5262 „mittel“).
Server-Admins sollten iDRAC-Service-Module für Linux und Windows auf den aktuellen Stand bringen. Geschieht das nicht, können sich Angreifer mit niedrigen Nutzerrechten aufgrund von Fehlern bei der Zugriffskontrolle höhere Nutzerrechte verschaffen (CVE-2026-23856). In einer Warnmeldung versichern die Entwickler, das Sicherheitsproblem in der Ausgabe 5.4.1.1 gelöst zu haben. Alle vorigen Versionen sollen verwundbar sein.
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https://www.heise.de/-11173829
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Dell
[2] https://www.dell.com/support/kbdoc/de-de/000425429/dsa-2026-023-security-update-for-dell-networker-multiple-third-party-component-vulnerabilities
[3] https://www.dell.com/support/kbdoc/de-de/000425759/dsa-2026-024-security-update-for-dell-networker-multiple-third-party-component-vulnerabilities
[4] https://www.dell.com/support/kbdoc/de-de/000425769/dsa-2026-072-security-update-for-dell-avamar-dell-networker-virtual-edition-nve-and-dell-powerprotect-dp-series-appliance-dell-integrated-data-protection-appliance-idpa-multiple-third-party-vulnerabilities
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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(Bild: Matthias Krantz / Youtube)
Ein Musiker und YouTuber hat mithilfe eines starken Magneten eine Gitarre gebaut, bei der die Saiten anstelle der üblichen Befestigung am Korpus frei schweben.
Es sieht verrückt aus, doch wer genauer hinschaut, erkennt: Die Saiten dieser Gitarre, die normalerweise am Korpus befestigt werden, schweben frei in der Luft – und trotzdem lässt sich darauf wie auf einer ganz normalen Gitarre spielen. Mit extrem starken Magneten hält der schwedische YouTuber und Musiker Matthias Krantz [1] die Saiten unten am Klangkörper fest, ohne dass sie dabei den Korpus berühren. Der Effekt wirkt wie aus einem Sci-Fi-Film, zusätzlich betont durch eine geschwungene, luftige Gitarre, die in der zweiten Hälfte seines Ende Januar 2026 veröffentlichten Videos zu sehen ist.
Normalerweise werden Gitarrensaiten über einen Steg am Korpus geführt. Krantz ersetzt diesen durch einen aus einem Eisenblock gefertigten Steg, der von einem starken Magneten freischwebend gehalten wird. Der Magnet erzeugt gleichzeitig die nötige Spannung, sodass die Saiten spielbar bleiben, trotz eines rund zwei Zentimeter breiten Luftspalts.
Das Projekt begann mit kleinen Magneten, die die Saiten zwar gerade hielten, aber beim Spielen zu schwach waren – sie flogen bei leichtem Zug mit lautem Surren davon. Erst ein 100 × 50 × 25 mm großer Magnetblock der Klasse N52 und mit fast 250 kg Zugkraft erwies sich als stark genug, um die Saiten auch beim Spielen stabil zu halten. Der Magnet erzeugt an seiner Oberfläche eine magnetische Flussdichte von 4174 Gauss (≈0,42 Tesla), was ihn zu einem der stärksten handelsüblichen Neodym-Magnete macht.
Solche Magneten sind jedoch nicht ungefährlich: Quetschgefahr und enorme Kräfte sind deutlich im Video zu sehen. Krantz testete den Magneten sogar auf einem Amboss und musste feststellen, dass er ihn nicht mehr freibekam – ein zweiter Magnet musste nachbestellt werden. Durch die gewaltigen Kräfte des Magneten hat der Schöpfer der Gitarre auch spürbar Angst vor der eigenen Erfindung.
(Bild: Matthias Krantz / Youtube)
Die Mühe hat sich gelohnt: Am Ende funktioniert die Gitarre, auch wenn sie nur vier statt sechs Saiten hat. Der Magnetaufbau eröffnet zudem neue musikalische Möglichkeiten. Beim Spielen hat Krantz festgestellt, dass der freischwebende Stahlblock, an dem die Saiten befestigt sind, in verschiedene Richtungen leicht verschoben werden kann. Je nachdem, wie die Magnete bewegt werden, entsteht ein Vibrato-Effekt, und sogar die Lautstärke der Gitarre lässt sich so beeinflussen.
Für Krantz ist das Projekt kein Einzelfall – auf seinem YouTube-Kanal [3] dreht sich alles um ungewöhnliche Umbauten von Musikinstrumenten. In den letzten Jahren baute er unter anderem eine Gitarre mit einem kreisrunden, rotierenden Griffbrett und mit insgesamt 18 Saiten, ersetzte in einem alten Klavier die Filz-Klavierhämmer durch kleine Zimmermannshämmer aus Stahl und versuchte sogar, Gitarrensaiten aus Spinnenseide herzustellen, indem er Spinnen „gemolken“ hat.
Im November 2025 veröffentlichte er zudem ein Video, in dem er einem Oktopus das Klavierspielen beibringt [4] – inklusive selbst gebautem Unterwasser-Klavier und verschiedenen Belohnungsmethoden mit Krabbenfleisch. Die Tausenden Kommentare zeigen, dass auch Forschende und Verhaltensforscher sein Vorgehen lobten.
Das Magnet-Gitarren-Projekt scheint vorerst abgeschlossen: Am Ende des Videos reißt der Magnet zwei Saiten ab, woraufhin Krantz das Instrument an der Wand aufhängt. Über seinen Discord-Server [5] lassen sich die Vorbereitungen für seine nächsten Projekte verfolgen.
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[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Mattias_Krantz
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://www.youtube.com/@Mattiaskrantz
[4] https://www.youtube.com/watch?v=PcWnQ7fYzwI
[5] https://discord.com/invite/MyrHY2CEmU
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ProMotion: Feature Flag in Safari auf dem Mac.
Teurere Apple-Geräte beherrschen schon seit Jahren höhere Refresh-Raten. In Safari sind die aber standardmäßig inaktiv. Die Umschaltung ist aber einfach.
Auch wenn man über ein Gerät verfügt, das eine Bildwiederholrate von 120 Hertz erlaubt, ist diese Anzeigeform in Apples Standardbrowser Safari zunächst abgeschaltet. Betroffen davon sind etwa MacBook Pro, iPad Pro oder iPhone Pro aus den vergangenen Jahren. Wer mit einer höheren Refresh-Arte surfen will, was durchaus Vorteile haben kann, muss diese erst unbequem aktivieren. Erledigt wird dies über die sogenannten Web-Entwicklerfunktionen in den Einstellungen, wie der Designer Matt Birchler in seinem Blog demonstriert [1].
Das funktioniert sowohl in Safari 26 auf dem Mac (ab macOS 14 Sonoma) als auch auf Mobilgeräten. Dort müssen sogenannte Feature Flags aktiviert werden, die die Präferenz für 60 statt bis zu 120 Hertz festlegen. Danach sollten Websites entsprechend gerendert werden, was etwa bei Animationen und Scrolleffekten positive Auswirkungen haben kann, da es noch etwas flüssiger aussieht. Es gibt allerdings auch Menschen, die den Unterschied nicht auf den ersten Blick sehen.
Es ist unklar, warum Apple die 120 Hertz im Browser standardmäßig deaktiviert hat – andere Webwerkzeuge nutzen die höhere Bildwiederholfrequenz. Offenbar fürchtet der Hersteller Kompatibilitätsprobleme und Darstellungsfehler. Falls dieser wider Erwarten auftreten sollten, kann man die Funktion auch einfach wieder abschalten.
Um die Funktion auf dem iPhone unter iOS 26 zu aktivieren, begibt man sich zunächst in die Safari-Einstellungen (via Systemeinstellungen und Apps). Dort geht es dann zu „Erweitert“ und „Feature Flags“. Hier wird dann „Prefer Pages Rendering Updates near 60fps“ abgeschaltet, was den 120fps-Modus startet.
Auf dem iPad läuft die Einstellung ähnlich ab, auf dem Mac ist etwas anders. Hier aktiviert man unter „Erweitert“ zunächst die Funktionen für Web-Entwickler (Haken ganz unten) und findet dann ein neues Menü namens „Feature Flags“ in den Einstellungen vor. Hier sucht man dann nach 60fps – der gleiche Text wie beim iPhone. Dies wird enthakt – fertig. Zur Abschaltung des 120fps-Modus enthakt man diesen Bereich wieder. Es kann sinnvoll sein, den Browser nach der Änderung neu zu starten.
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[1] https://birchtree.me/blog/how-to-enable-120hz-mode-in-safari-mac-iphone-and-ipad/
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
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iTunes unter macOS Sierra: So sah das früher einmal aus.
(Bild: Apple)
iTunes gibt es eigentlich gar nicht mehr, doch ein Feature hatte Apple in eine andere App migriert. Die Wunschliste für Filme und Serien verschwindet nun ganz.
Apple hat Nutzer davor gewarnt, dass eine seit langem verfügbare Funktion demnächst komplett abgeschaltet wird. Die sogenannte iTunes-Wunschliste stammt noch aus der Zeit, als es Apple Music [1] noch nicht gab und ermöglichte es, sich Filme und Serienepisoden vorzumerken, die man dann später womöglich erwerben wollte. Apple hatte das Feature bereits im Winter 2023 auf tvOS-Geräten aus dem Angebot [2] genommen, auf dem iPhone aber noch beibehalten, wenn auch etwas versteckt. Doch nun endet die Wunschliste komplett – und mit ihr, so man nicht aufpasst, die vorhandenen Daten.
Es ist unklar, wie viele User die iTunes-Wunschliste tatsächlich noch hat. Es gibt aber Nutzer, die sie recht religiös geführt haben sollen – auch, um sich eine kleine Datenbank mit Filmen und Serien zusammenzustellen, die sie eines Tages endlich ansehen wollten. In einer E-Mail an Betroffene warnt Apple nun, dass die Daten demnächst unwiederbringlich gelöscht werden. „Ihre iTunes-Wunschliste mit Filmen und Serien wird bald entfernt und ist dann nicht mehr zugänglich“, so das Unternehmen.
Auf dem iPhone hatte Apple nach dem Ende des iTunes-Angebots für Filme die iTunes-Store-App beibehalten – darin landete dann auch die Wunschliste. Mit der nun angekündigten Änderung wird sie auch dort gestrichen. Leider nennt Apple allerdings keinen konkreten Termin, wann dies erfolgt, hat aber dennoch Abhilfe parat.
In der Warnungs-E-Mail ist ein PDF-Dokument (!) angehängt, das alle dem Konzern bekannten Filme und Serienepisoden, die auf der iTunes-Wunschliste standen, enthält. Öffnet man das Dokument, lassen sich die gelisteten Inhalte anklicken und man landet in der TV-App, die den iTunes-Laden für Filme und Serien ersetzt hat. Dort kann man dann auf „+“ klicken, um den Inhalt auf die Apple-TV-Watchlist zu setzen.
Diese Watchlist ersetzt damit auch die bisherige Wunschliste und ist direkt auf der Homepage unter „Weiter ansehen“ zu finden. Ideal ist das nicht immer: Während die Wunschliste nur Inhalte erfasste, die man aktiv hinzugefügt hat, erfasst „Weiter ansehen“ alias „Continue Watching“ alle Filme und Serien, die man jemals betrachtet hat. Apple hält es aber offenbar nicht für nötig, die Wunschlistenfunktion auf eine andere Art weiterzuführen. Fans des Features können sich auch einfach das PDF abspeichern, das Apple der E-Mail angehängt hat.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-Music-Streaming-Dienst-mit-menschlicher-Vorauswahl-2682247.html
[2] https://www.heise.de/news/iOS-17-2-und-tvOS-17-2-Aerger-wegen-Ende-von-Wunschlisten-und-wo-sie-nun-sind-9580787.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
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(Bild: Tada Images / Shutterstock.com)
Nach Einführung des Mobile Software Competition Act (MSCA) in Japan gibt es massive Kritik. Entwickler fordern ein Einschreiten gegen Apple und Google.
Apple muss sich nicht nur in der Europäischen Union mit Regulierung seines App Stores auseinandersetzen. Auch in Großbritannien [1], Brasilien und Japan greifen Wettbewerbsbehörden per Gesetz ein. In Japan, wo die Regelungen im Dezember in Kraft traten [2], ging es dabei allerdings zwischen Apple und den Behörden im Vorfeld deutlich harmonischer zu als zwischen Cupertino und Brüssel: So gab es keinen gegenseitigen öffentlichen Tadel und keine Klagen. Aus dem Umfeld des Unternehmens war gar zu hören, dass man zwar Regulierung weiterhin nicht für nötig hält – so wie mit Japan wäre sie aber erträglich. Doch bewirkt die Regulierung in Japan auch wirklich Positives für die Entwickler? Daran werden jetzt erste Zweifel laut.
Eine Koalition aus sieben IT-Branchenorganisationen, darunter die Computer Entertainment Supplier's Association, hat eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der sie Apple und Google auffordert, die neuen Provisionen für App-Entwickler umgehend zu streichen. Dies berichtet Japan News [3]. Die Verbände vertreten gemeinsam mehr als 600 Unternehmen, darunter große IT-Firmen, Spieleentwickler und Software-Hersteller. Die neu erlaubte Möglichkeit externer Zahlungen sei faktisch unwirtschaftlich, kritisieren sie. Einige gehen sogar so weit, zu sagen, dass sie im Vergleich zur Nutzung von Apples Zahlungssystemen noch teurer ist. Bereits Ende Januar hatte das Mobile Content Forum, eine der beteiligten Organisationen, erste Kritik geäußert. Mit der gemeinsamen Erklärung weitet sich der Protest nun branchenweit aus.
Der japanische Mobile Software Competition Act (MSCA) soll eigentlich Verbesserungen für App-Entwickler bewirken und deren Position gegenüber den Big-Tech-Firmen aus den USA stärken. Dazu zählt, dass sie sich den Zahlungssystemen von Apple und Google entziehen können. Apple und Google verlangen aber trotzdem 15 bis 20 Prozent Provision auf externe Umsätze. Dies ist gegenüber den vorher üblichen 30 Prozent Provision auf In-App-Käufe zwar auf den ersten Blick eine Senkung. Die Verbände argumentieren aber, dass bei externer Abwicklung zusätzliche Gebühren durch Zahlungsanbieter hinzukommen. Sie verweisen darauf, dass in den USA vergleichbare Regelungen existieren und werfen Apple vor, japanische Entwickler zu benachteiligen.
Das japanische Gesetz sieht neben der Liberalisierung der Zahlungssysteme auch alternative App Stores sowie Auswahlbildschirme für Suchmaschinen und alternative Browser-Engines. Damit ähnelt es teilweise dem Digital Markets Act (DMA) in der EU. Europas Vorschrift ist aber zum Beispiel weitreichender in Fragen der Interoperabilität. Während in Japan Apple und Google Anfragen von anderen Herstellern, ihre Systeme für deren Geräte zu öffnen, mit Verweis auf Sicherheitsgründe ablehnen können, schreibt die EU explizit Öffnungen vor. Jüngst musste Apple etwa mit iOS 26.3 Öffnungen bei seinen Benachrichtigungen vornehmen. Apple vertritt die Auffassung [4], dass die EU-Regulierung damit unter anderem die Sicherheit der Nutzer gefährdet.
In Japan richtet sich der Blick jetzt auf die Japan Fair Trade Commission. Sie hatte bereits im Vorfeld angekündigt, im engen Dialog mit Apple und Google die Implementierung der neuen Regeln zu begleiten. Sie behält sich außerdem das Recht vor, weitere Änderungen zu verlangen, wenn das bisherige Entgegenkommen der Tech-Firmen als unzureichend erachtet wird. Sie kann dazu Untersuchungen einleiten und bei festgestellten Verstößen auch empfindliche Strafgelder verhängen.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Grossbritannien-Apple-und-Google-sagen-App-Store-Oeffnung-zu-11171669.html
[2] https://www.heise.de/meinung/iPhone-Regulierung-Warum-Apple-mit-Japan-besser-klarkommt-als-mit-Europa-11118744.html
[3] https://japannews.yomiuri.co.jp/business/companies/20260206-309239/
[4] https://www.heise.de/news/Apple-Digitalgesetz-DMA-der-EU-gehoert-abgeschafft-10670105.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:mki@heise.de
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Alle, die schon mal einen PC selbst zusammengebaut haben, hielten schon mal einen Prozessor mit einem ikonisch grünen Träger in der Hand.
(Bild: heise medien)
Chiphersteller sind maßgeblich von zwei Zulieferern abhängig. Deren Produktion kommt bei der aktuellen Nachfrage offenbar nicht hinterher.
Materialien für Chipträger, auch Packages genannt, könnten im Jahr 2026 knapp werden. Im Fokus aktueller Berichte steht der japanische Zulieferer Nitto Boseki alias Nittobo, der sogenanntes T-Glas herstellt: Glasgewebe, das so dünn ist, dass es sich wie eine Folie aufwickeln lässt. Aber auch das organische Material von Ajinomoto stellt einen potenziellen Flaschenhals dar.
Analysten bestätigen gemäß dem Wall Street Journal [1] das Offensichtliche: PC-Hardware steht am Ende der Nahrungskette und dürfte damit am ehesten von Engpässen betroffen sein. Branchenriesen wie Nvidia haben das meiste Geld, um verfügbare Träger aufzukaufen. Ihr Fokus liegt auf KI-Beschleunigern mit hohen Margen. Auch Serverprozessoren benötigen immer größere Träger [2].
Die generelle Verfügbarkeit wäre potenziell auch das größere Problem als etwaige Preissteigerungen. Es stehen zwar Erhöhungen um 25 Prozent im Raum, was allerdings auch nur Cent-Beträge oder wenige Euro ausmachen würde.
Chiphersteller und -verarbeiter verwenden Nittobos sogenanntes T-Glas zur Stabilisierung des Trägers. Es hat einen niedrigen thermischen Ausdehnungskoeffizienten und verhindert so, dass sich die Träger unter Chips verbiegen oder reißen. Die Anforderungen sind hoch, da sich zum Beispiel eine GPU innerhalb kurzer Zeit von Raumtemperatur auf 100 °C erhitzen kann.
(Bild: Nittobo)
Der zweite große Zulieferer ist die ebenfalls japanische Firma Ajinomoto. Eigentlich handelt es sich um ein Lebensmittelunternehmen, das als Nebenprodukt seiner Gewürzsoßen jedoch den sogenannten Ajinomoto Build-up-Film (ABF) herstellt. Trägerhersteller laminieren den ABF und häufig T-Glas auf, um daraus stabile Platten mit integrierten Kupferleitungen herzustellen. Bei modernen Desktop-Prozessoren laufen an die 2000 Leitungen durch einen Träger, bei Serverchips ein Vielfaches mehr.
Alle Prozessoren, Grafikchips, programmierbaren Logikchips (FPGAs) und Spezialschaltungen (ASICs) benötigen einen Träger als Brücke zwischen Halbleiterchip und Platine. Dazu zählen auch sämtliche KI-Beschleuniger.
(Bild: heise medien)
Zahlreiche Medien berichten, dass Nittobo mit seinem Glasgewebe einen Marktanteil von etwa 90 Prozent haben soll. Ajinomoto soll mit seinem ABF noch höher liegen.
Das Wall Street Journal zitiert Nittobo-Aussagen, wonach neue Produktionslinien die Lücke zwischen Angebot und „rapide steigender Nachfrage“ nicht schließen können. Apple-Mitarbeiter sind laut der Nachrichtenagentur Nikkei Asia [3] schon im Herbst 2025 nach Japan gereist, um sich Kontingente bei Nittobo zu sichern. Qualcomm soll das Gleiche beim kleinen Konkurrenten Unitika versucht haben.
Digitimes aus Taiwan [4] berichtete Anfang Februar 2026, dass der mit Asus verbandelte Trägerhersteller Kinsus zunehmend mehr Geld investiert, um sich ABF zu sichern. Das Material war zur Corona-Chipkrise im Jahr 2021 schon knapp. Damals wurden Probleme bis mindestens 2026 prognostiziert [5], sollte die Nachfrage hoch bleiben oder erneut hochschießen.
Die japanischen Firmen haben vor allem weitgehende Monopole, weil es sich traditionell um Billigprodukte mit niedriger Marge handelt. Nittobo etwa hatte zuletzt einen Quartalsumsatz von umgerechnet knapp 165 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 30 Millionen Euro.
Das erforderliche Spezialwissen macht es anderen Herstellern schwer, die Materialien zu imitieren. Unter anderem Intel forscht schon seit vielen Jahren an Trägern komplett aus Glas [6], die aber noch nicht marktreif sind. Anlegern ist die Abhängigkeit offenbar schon länger bekannt: Nittobos Börsenwert hat sich seit dem Sommer 2025 verdreifacht.
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[1] https://www.wsj.com/tech/a-critical-ai-niche-is-dominated-by-one-little-known-japanese-company-d9101853?st=5rmnez
[2] https://www.heise.de/news/AMD-zeigt-riesige-Chipkonstrukte-Epyc-Venice-und-Instinct-MI455X-11133033.html
[3] https://asia.nikkei.com/business/technology/tech-asia/apple-and-qualcomm-fret-over-strained-supplies-of-japan-s-glass-cloth
[4] https://www.digitimes.com/news/a20260202PD236/kinsus-abf-substrate-expansion-demand.html
[5] https://www.heise.de/news/Chipmangel-Traegermaterial-fuer-CPUs-und-GPUs-knapp-bis-ins-Jahr-2026-6307421.html
[6] https://www.heise.de/news/Intel-packt-kuenftige-Riesen-Chips-auf-Glas-Traeger-9306468.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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(Bild: erstellt mit KI durch iX)
Schon bald soll TypeScript 7.0 mit Go-Basis erscheinen. Das anstehende Release bereitet Developer darauf vor.
Microsoft hat die Betaversion für TypeScript 6.0 veröffentlicht, das letzte Release mit der aktuellen JavaScript-Codebasis. Ab Version 7.0 werden der Compiler und der Language Service in Go geschrieben sein, was Geschwindigkeitsvorteile bringen soll. TypeScript 6.0 soll in erster Linie den Weg zum Umstieg ebnen.
Einige Aspekte gelten in TypeScript 6.0 als veraltet (deprecated) – doch derzeit lassen sich diese Deprecations noch einfach ignorieren. Dazu dient die Einstellung "ignoreDeprecations": "6.0" in der tsconfig.json-Datei. Ab Version 7.0 wird das nicht mehr möglich sein, und die veralteten Funktionen lassen sich dort nicht mehr nutzen.
Die Änderungen sollen den Prozessen Rechnung tragen, die in den vergangenen zwei Jahren seit Version 5.0 stattgefunden haben, so das TypeScript-Team. Unter anderem seien Bundler und ECMAScript-Module zu den häufigsten Modulzielen für neue Projekte geworden, und tsconfig.json habe sich zu einem fast universellen Konfigurationsmechanismus entwickelt, während der Wunsch nach strengerer Typisierung zugenommen habe.
Konkret entfällt unter anderem das Target ECMAScript 5, denn seit über einem Jahrzehnt steht der Nachfolger ECMAScript 2015 (ES 6) bereit und alle modernen Browser können damit umgehen, wie das TypeScript-Team ausführt. Damit einhergehend ist nun auch --downlevelIteration veraltet, da es lediglich für ECMAScript 5 relevant war. Statt der veralteten asserts-Syntax kommt nun das Keyword with für Import-Attribute zum Einsatz.
Ein ausführlicher Blogeintrag [3] geht auf diese und weitere Deprecations sowie Feature-Neuerungen ein.
TypeScript 6.0 gilt mit der Beta als Feature-stabil und soll keine weiteren Funktionen oder Breaking Changes erhalten. Neben der Betaversion sind auch Nightly Builds [4] verfügbar, um frühe Einblicke in das nächste Release zu erhalten. Daneben geht die Arbeit an TypeScript 7.0 weiter, und auch dafür können Interessierte Vorschauversionen ausprobieren [5] sowie Feedback abgeben.
Wer mit TypeScript 6.0 Deprecation-Warnungen erhält, sollte diese zunächst beheben, bevor er oder sie auf Version 7.0 wechselt, empfiehlt das TypeScript-Team. Schon bald nach TypeScript 6.0 soll TypeScript 7.0 erscheinen.
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[1] https://enterjs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[2] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[3] https://devblogs.microsoft.com/typescript/announcing-typescript-6-0-beta/
[4] https://www.typescriptlang.org/docs/handbook/nightly-builds.html
[5] https://www.npmjs.com/package/@typescript/native-preview
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Android 17 Beta 1 dürfte sehr bald freigegeben werden.
(Bild: Google)
Google wollte am Mittwoch eigentlich die erste Beta von Android 17 freigeben, hat aber dann doch einen Rückzieher gemacht. Was drinsteckt, ist dennoch bekannt.
Google wollte gestern das Update auf Android 17 Beta 1 [1] veröffentlichen. Der Konzern hatte einige US-Medien wie üblich mit Vorabinformationen versorgt, die sie zu einer bestimmten Uhrzeit veröffentlichen durften. Die Meldungen gingen online, bei Google passierte dann aber nichts. Weder die Ankündigung auf Googles Android-Entwicklerseite [2] noch Systemabbilder der neuen Vorabversion sind erschienen. Trotz der kurzfristigen Kehrtwende – mittlerweile heißt es, das Update werde „in Kürze“ freigegeben – ist immerhin klar, was im Update steckt und wie die Roadmap bis zur Veröffentlichung aussieht.
Wie unter anderem Android Authority [3] und 9to5 Google [4] schreiben, richtet sich die erste Betaversion von Android 17 an Entwickler. Der Release soll ihnen dabei helfen, anpassungsfähigere und leistungsoptimierte Apps zu erstellen. Zudem enthält es zahlreiche neue Tools für „Medien- und Kameraerlebnisse“.
Laut Google ist eine der größten entwicklerseitigen Neuerungen von Android 17 die erweiterte Anpassungsfähigkeit von Apps. Einer neuen „Adaptive Roadmap“ zufolge von Google sollen Entwickler die Anforderungen hinsichtlich Ausrichtung und Größenanpassung für Apps auf Geräten mit großem Bildschirm nicht mehr deaktivieren können. Die neue Regel gelte für Android-Geräte mit einer Mindestbreite von 600 dp oder mehr. Dies umfasst in der Regel Tablets, aufgeklappte Foldables und Desktop-ähnliche Fensterumgebungen.
Das bedeutet, dass Apps, die auf Android 17 (SDK 37) ausgerichtet sind, die Größenanpassung und das Multitasking in Fenstern nach Googles Vorgaben unterstützen. Sie dürfen damit nicht mehr auf eine feste Ausrichtung oder ein festes Seitenverhältnis festgelegt werden.
Android 17 Beta 1 liefert außerdem Tools zur Verbesserung der Medien- und Kamera-App-Erfahrung. Unter anderem führt das große Update professionelle Kamera-APIs für flüssigere Übergänge ein, mit denen Kamera-Apps zwischen den Modi wechseln können, ohne die Kamerasitzung vollständig neu zu starten, heißt es. Mit dieser Lösung sollen kleinere Pausen, sichtbare Fehler und Verzögerungen beim Wechseln der Kameramodi vermieden werden.
Außerdem erlaubt Android 17 Apps auch den Zugriff auf Metadaten aller aktiven physischen Kamerasensoren und nicht nur des Hauptsensors. Dadurch sollen Kamera-Apps einen tieferen Einblick „in die Vorgänge hinter den Kulissen beim Objektivwechsel oder beim Zoomen“ erhalten.
Wie Android Authority die Vorabmeldung zitiert, führt Google verbesserte Audiosteuerungen ein, um die Lautstärke über alle Apps hinweg zu normalisieren. Zudem erhält Android 17 Unterstützung für Versatile Video Coding (VVC), auch bekannt als H.266 [5]. Dieser Videokomprimierungsstandard ist dazu in der Lage, eine ähnliche oder bessere Videoqualität bei geringeren Dateigrößen zu liefern, vorausgesetzt, das Android-Gerät verfügt auch über kompatible Hardware.
Android 17 Beta 1 enthält zudem einige zusätzliche Neuerungen für Entwickler: Dazu gehören Leistungsverbesserungen für eine bessere Ressourcenverwaltung und schnellere Interaktionen, Optimierungen in Bezug auf Datenschutz und Sicherheit sowie Verbesserungen der Konnektivität. Dazu gehört auch die Darstellung von VoIP-Anrufen (aus Apps wie WhatsApp) im System-Dialer.
Weiter erhält Wi-Fi-Ranging (IEEE 802.11az [6]) neue Funktionen zur Näherungserkennung, die genauere Entfernungsmessungen und die Erkennung von Geräten in der Nähe ermöglichen. Google fügt außerdem Begleitgeräteprofile „Medizinische Geräte“ und „Fitness-Tracker“ hinzu. Dies soll etwa den Einrichtungsprozess für Apps, die eine Verbindung zu diesem Zubehör herstellen, vereinfachen.
Für Android XR bringt Android 17 einen neuen Interaktionsmodus, mit dem Apps intelligenter auf die Interaktion des Benutzers mit einem Extended-Reality-Gerät reagieren können, beispielsweise wenn sich der Anzeigestatus ändert.
Durch die Umstellung der Android-Entwicklung auf einen ganzjährigen Release-Zyklus, bei dem der im Sommer 2025 eingeführte Android-Canary-Kanal [7]das bisherige Developer-Preview-Modell ersetzt, sollen Entwickler schneller künftige Funktionen testen können. Die Betas könnten durch die kontinuierliche und ganzjährige Feedbackschleife stabiler und fehlerfreier sein als die bisherigen.
(Bild: Google)
Laut der Roadmap von Google wird Android 17 einen ähnlichen Release-Rhythmus wie Android 16 verfolgen. Das Unternehmen plant, bis März 2026 die Plattformstabilität zu erreichen. Im zweiten Quartal, voraussichtlich im Juni 2026, soll dann die stabile Version für Pixel-Geräte erscheinen. Eine kleinere SDK-Version wird im vierten Quartal 2026 folgen.
Sobald Google den Schalter umlegt [8], können Nutzerinnen und Nutzer, die ihr Gerät im Android-Beta-Programm registriert haben, die erste Beta von Android 17 als OTA-Update installieren. Bereits registrierte Geräte erhalten das Update automatisch. Kompatibel sind alle Pixel-Smartphones ab dem Pixel 6, sämtliche Pixel-Foldables und das Pixel Tablet.
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[1] https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-1-steht-vor-der-Tuer-11172592.html
[2] https://android-developers.googleblog.com/
[3] https://www.androidauthority.com/android-17-beta-1-3639738/
[4] https://9to5google.com/2026/02/11/android-17-beta-1-pixel/
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Versatile-Video-Coding-VVC-So-funktioniert-der-neue-Videokompressionsstandard-4954918.html
[6] https://www.heise.de/select/ix/2019/10/1923312203089947066
[7] https://www.heise.de/news/Android-Canary-Channel-Google-kuendigt-neuen-Spielplatz-fuer-Entwickler-an-10483754.html
[8] https://android-developers.googleblog.com/2026/02/the-first-beta-of-android-17.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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(Bild: The Redox Developers)
Das in Rust geschriebene Betriebssystem Redox OS hat einen wichtigen Entwicklungsschritt erreicht: Erstmals gelang ein Commit direkt aus dem System heraus.
Das vollständig in Rust geschriebene Betriebssystem Redox OS hat im Januar 2026 einen bedeutenden Meilenstein erreicht: Entwickler konnten erstmals einen Commit komplett aus Redox heraus durchführen. Jetzt funktionieren sowohl der Rust-Compiler rustc als auch der Paketmanager Cargo auf dem System.
Dieser Fortschritt markiert einen wichtigen Schritt in Richtung eines eigenständigen Entwicklungssystems. Das Projekt wurde maßgeblich durch Anhad Singh im Rahmen des Redox Summer of Code vorangetrieben. Dank seiner Arbeit können Entwickler nun einfache Programme in Rust, C und C++ direkt auf Redox kompilieren.
Darüber hinaus haben die Entwickler zahlreiche weitere Verbesserungen implementiert. Eine neue Capability-basierte Security-Infrastruktur bietet granulare Berechtigungen für Prozesse. Der SSH-Support wurde erweitert und funktioniert nun zuverlässig für den Remote-Zugang. Zudem wurde die Latenz bei USB-Eingabegeräten deutlich reduziert.
Der Bootloader bietet jetzt eine Text-Editing-Umgebung zum Hinzufügen, Entfernen und Ändern von Boot-Parametern. Der Login-Manager wurde um Menüs für Energieverwaltung und Tastaturlayout ergänzt. Das Kernel-Memory-Management erhielt signifikante Verbesserungen, während ARM64-Systeme nun Dynamic Linking unterstützen.
Die POSIX-Compliance wurde weiter verbessert, was die Kompatibilität mit Unix-Software erhöht. Zusätzlich behobene Fehler betreffen den Intel HD Audio-Treiber, PS/2-Touchpads sowie UEFI-Firmware. Die Entwickler arbeiten außerdem am RISC-V-Port und haben QEMU auf Redox selbst portiert. Alle im Januar umgesetzten Änderungen finden sich im Redox-Blog [1].
Für die Zukunft plant das Projekt spezialisierte Versionen: Hosted Redox für virtuelle Maschinen, Redox Server für Edge- und Cloud-Umgebungen mit Sandboxing-Funktionen sowie Redox Desktop mit COSMIC-Integration und Wayland-Support. Diese Pläne wurden bereits 2023 skizziert und werden schrittweise umgesetzt.
Redox OS basiert auf einer Microkernel-Architektur und nutzt Rusts Memory-Safety-Eigenschaften, um die Sicherheit zu erhöhen. Das System unterstützt Intel-, AMD-, ARM- und RISC-V-Prozessoren sowie verschiedene Speicher- und Eingabegeräte. Die Desktop-Variante benötigt weniger als 512 MByte RAM, während Minimal-Images unter 50 MByte groß sind. Im Oktober 2023 [2] kündigten die Entwickler erstmals konkrete Pläne für Server- und Desktop-Editionen an.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.redox-os.org/news/this-month-260131/
[2] https://www.heise.de/news/Redox-Ausblick-fuer-2024-Server-Edition-geplant-9326827.html
[3] https://www.heise.de/ix
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