FreshRSS

🔒
❌ Über FreshRSS
Es gibt neue verfügbare Artikel. Klicken Sie, um die Seite zu aktualisieren.
Vor vorgesternIhre RSS-Feeds

US-Lawinenunglück: iPhone-Funktion „Notruf SOS via Satellit“ half bei Rettung

Von Heise
Notruf via Satellit auf dem iPhone

Notruf via Satellit auf dem iPhone: Derzeit noch gratis.

(Bild: Apple)

Apple bietet seit einigen Jahren die Möglichkeit, per Textnachricht außerhalb von Mobilfunkempfangsgebieten zu kommunizieren. In den USA rettete das Leben.

Bei einem schwerwiegenden Lawinenabgang im Tahoe-Gebiet in den US-Bundesstaaten Nevada und Kalifornien spielte auch die in aktuellen iPhones integrierte Satelliten-Notruf-Funktion eine Rolle. Laut einem Bericht der New York Times [1] sollen die sechs Überlebenden vom vergangenen Dienstag nicht nur einen Notfall-Beacon dabeigehabt haben, um schneller gefunden zu werden, sondern kommunizierten mit den Rettungsdiensten auch über ein mitgeführtes Apple-Smartphone. Über einen Zeitraum von vier Stunden sei einer der Skiführer, der sich bei der Gruppe der Verunglückten befand, mit dem Sheriff’s Office auf der Nevada-Seite in Kontakt geblieben. Er konnte Informationen weitergeben, um zu übermitteln, welche Rettungsmaßnahmen möglich sind – samt Einschätzungen der Lage.

Ab iPhone 14 mit dabei

Die Funktion, die auf Englisch „Emergency SOS via Satellite“ und auf Deutsch „Notruf SOS via Satellit“ (Übersicht der abgedeckten Länder [2]) heißt, steht auf allen iPhones ab der Modellreihe 14, erschienen im Herbst 2022, zur Verfügung. Der Dienst wird von Apple bislang mindestens zwei Jahre nach Aktivierung eines Gerätes kostenlos offeriert, praktisch wurde jedoch noch nie Geld verlangt.

Die Idee: Nutzern soll es möglich sein, in Gebieten ohne Mobilfunkabdeckung Hilfe zu holen – samt Positionsangaben. Eine Sprachkommunikation ist nicht möglich, dafür können Textnachrichten verschickt [3] werden. Das iPhone muss dazu freie Sicht auf einen der verwendeten Globalstar-Satelliten haben. In der Praxis funktioniert das so: Zunächst muss man versuchen, die lokale Notrufnummer zu wählen. Kommt kein Kontakt zustande, bietet das iPhone die Satelliten-Notruf-Funktion an. Nutzer sollten sich zuvor nach draußen begeben, in Innenräumen ist der Empfang nicht gegeben.

Kein vollwertiges Internet

Neben der Notruf-Funktion erlaubt Apple auch das Verschicken von Textnachrichten an Freunde und Familie samt Standortdaten. In den kommenden iPhone-Generationen könnte auch eine vollwertige Internet-Versorgung [4] hinzukommen. In den USA gibt es bei T-Mobile zudem eine Alternative via Starlink [5].

Der Lawinenvorfall in Tahoe hatte in den USA Bestürzung ausgelöst [6]. Mindestens sechs Amateure und drei Skiführer kamen dabei um, deren Leichen mittlerweile auf der kalifornischen Seite geborgen worden sind.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11186086

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nytimes.com/2026/02/18/us/apple-iphone-sos-satellite-rescue.html
[2] https://support.apple.com/de-de/101573
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Ausprobiert-Wie-der-iPhone-Satellitenfunk-Leben-retten-kann-7393605.html
[4] https://www.heise.de/news/Bericht-Neue-Satellitenfunktionen-fuer-das-iPhone-in-Planung-11071650.html
[5] https://www.heise.de/news/iPhone-beherrscht-Starlink-aber-nur-in-den-USA-10260231.html
[6] https://www.nbcnews.com/news/us-news/lake-tahoe-avalanche-victim-names-rcna260068
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 14:12

Mit ChatGPT erstellte Passwörter sind nicht sicher

Von Heise
Verschiedene Icons zum Thema Datenschutz. In der Mitte ein Sicherheitsschloss, links daneben ein digitaler Personalausweis, rechts daneben ein Fingerabdruck. Dahinter steht eine Person, die beide Hände geöffnet hat, sodass es scheint, als ob die Sicherheitssymbole darüber schweben.

(Bild: TierneyMJ/Shutterstock.com)

Wer KI-Chatbots auffordert, starke Passwörter zu erstellen, erhält zwar sicher erscheinende Ergebnisse, jedoch sind die Passwörter leicht zu knacken.

Auf den ersten Blick mag es als sinnvolle Idee erscheinen, KI-Chatbots mit der Erstellung von sicheren Passwörtern [1] zu beauftragen. Doch das dürfte sich schnell als gefährlicher Irrtum herausstellen, wie Sicherheitsforscher warnen.

KI mit eingebauter Schwachstelle

Entsprechenden Tests der Firma Irregular zufolge [2] lassen sich die per KI erstellten Passwörter nämlich leicht knacken – und das, obwohl sie für Laien durchaus sicher aussehen. Das Problem: Große Sprachmodelle (LLM), auf denen ChatGPT, Gemini oder Claude basieren, haben in diesem Zusammenhang eine eingebaute Schwachstelle.

Denn diese KI-Systeme sind darauf optimiert, vorhersehbare und plausible Ergebnisse zu generieren. Das sei mit einer sicheren Passworterzeugung nicht kompatibel, warnen die Experten. Oder einfacher gesagt: LLMs können keinen echten Zufall, da sie Zeichenfolgen anhand von Wahrscheinlichkeiten und den integrierten Trainingsdaten ausgeben.

Zeichenfolgen an vorhersehbaren Stellen

Dabei erzeugen die KI-Chatbots zwar Passwörter, die aussehen wie sichere Zeichenfolgen mit Sonderzeichen und Zahlen. Allerdings würden diese oft an identischen und damit vorhersehbaren Stellen platziert, so die Experten. Ein kryptografisch sicheres Passwort habe eine Entropie von rund 98 Bit. Die KI-generierten Passwörter haben in den Tests dagegen nur rund 27 Bit erreicht. Das bedeute, dass Hacker die KI-Passwörter per Brute-Force-Attacke selbst mit normalen Computern innerhalb von Stunden statt Jahrzehnten knacken könnten.

Getestet haben die Sicherheitsforscher Anthropics Claude Opus 4.6 [3], OpenAIs GPT-5.2 und Googles Gemini 3 Flash. Bei allen drei KI-Systemen hätten sich feste Strukturen gezeigt, etwa identische Anfänge und nur geringe Variationen bei der Zeichenauswahl.

Muster in Open-Source-Code

Den Forschern zufolge ist das Problem längst nicht mehr theoretisch, sondern habe längst seinen Niederschlag in der Softwareentwicklung gefunden. So seien die identifizierten Muster in Open-Source-Code auf GitHub gefunden worden. Das sogenannte Vibe-Coding könne dadurch zum gefährlichen Einfallstor für Cyberangriffe werden.

Experten raten daher zur Nutzung von Passwort-Managern, die auf kryptografisch sichere Pseudozufallszahlengeneratoren setzen. Einige KI-Anbieter haben derweil schon auf die potenzielle Gefahr reagiert. Gemini etwa zeigt Warnhinweise an, dass die von der KI erstellten Passwörter nicht für echte Konten genutzt werden sollten.

Aber: Forscher der ETH Zürich und der Università della Svizzera italiana haben herausgefunden, dass einige beliebte Passwort-Manager mit Sicherheitsproblemen zu kämpfen haben [4]. Die betroffenen Hersteller arbeiten eigenen Angaben zufolge nach schon an der Behebung der identifizierten Schwachstellen.

Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de [5] erschienen.

Siehe auch:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185918

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Aendere-dein-Passwort-Tag-Nutzloser-Wiedergaenger-11159667.html
[2] https://www.irregular.com/publications/vibe-password-generation
[3] https://www.heise.de/news/Anthropic-stellt-Claude-Opus-4-6-mit-Agent-Teams-vor-11167133.html
[4] https://www.heise.de/news/Schwachstellen-in-Cloud-basierten-Passwort-Managern-11179212.html
[5] http://t3n.de/
[6] https://www.heise.de/download/product/keepassxc?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[7] https://www.heise.de/download/product/lastpass-password-manager-57108?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[8] https://www.heise.de/download/product/1password-49835?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[9] https://www.heise.de/download/product/bitwarden?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[10] https://www.heise.de/download/product/dashlane-97339?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[11] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[12] mailto:jle@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 14:45

Sicherheitsupdate: Schadcode-Attacken auf GIMP möglich

Von Heise
Eine Frau drückt einen symbolsichen Updateknopf.

(Bild: Alfa Photo/Shutterstock.com)

Angreifer können PCs, auf denen das Grafikprogramm GIMP installiert ist, attackieren. Dafür müssen Opfer aber mitspielen.

Bei der Verarbeitung von bestimmten Dateitypen durch GIMP kann es zu Fehlern kommen. Das ist ein Einstiegspunkt für Angreifer, um Schadcode auf Computer zu schieben und auszuführen. Eine dagegen abgesicherte Version steht zum Download bereit.

Die Gefahren

Sicherheitsforscher von Trend Micros Zero Day Initiative führen die Lücken in ihrem Portal auf. Wie aus mehreren Warnmeldungen (CVE-2026-2044 [1]hoch“, CVE-2026-2045 [2]hoch“, CVE-2026-2047 [3]hoch“, CVE-2026-2048 [4]hoch“) hervorgeht, können entfernte Angreifer für Schadcode-Attacken an den Schwachstellen ansetzen. Ob davon alle Betriebssysteme bedroht sind, geht aus den Beiträgen nicht hervor.

Die Fehler finden sich bei der Verarbeitung von ICNS-, PGM- oder XWD-Dateien. Dabei kommt es zu Speicherfehlern und es gelangt Schadcode auf PCs. Das geschieht aber nicht ohne Weiteres: Dazu müssen Angreifer den Opfern eine präparierte Datei unterschieben, die diese dann öffnen. Alternativ können Angreifer präparierte Dateien auf einer von ihnen kontrollierten Website zum Download bereitstellen.

In den Beiträgen der Sicherheitsforscher gibt es keine Hinweise, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen. Unklar bleibt auch, an welchen Parametern man bereits attackierte Systeme erkennen kann.

Hintergründe

Die Zero Day Initiative gibt an, dass die Sicherheitslücken bereits im November vergangenen Jahres an die GIMP-Entwickler gemeldet wurden. Die Warnmeldungen wurden erst jüngst veröffentlicht. Aus dem Changelog zu GIMP 3.0.8 von Ende Januar dieses Jahres geht hervor [5], dass die Entwickler die Sicherheitsprobleme gelöst haben. Nutzer sollten sicherstellen, dass sie mindestens diese Version installiert haben.

Zuletzt sorgte GIMP im IT-Security-Kontext im Oktober 2025 für Schlagzeilen [6], als die Entwickler ebenfalls Schadcode-Schlupflöcher geschlossen haben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185713

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.zerodayinitiative.com/advisories/ZDI-26-118/
[2] https://www.zerodayinitiative.com/advisories/ZDI-26-119/
[3] https://www.zerodayinitiative.com/advisories/ZDI-26-120/
[4] https://www.zerodayinitiative.com/advisories/ZDI-26-121/
[5] https://www.gimp.org/news/2026/01/24/gimp-3-0-8-released/#security-fixes
[6] https://www.heise.de/news/Bildbarbeitung-GIMP-Version-3-0-6-schliesst-Codeschmuggel-Lecks-10964002.html
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:des@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 11:36

CarGurus: Have I Been Pwned integriert Daten von 12,5 Millionen Kunden

Von Heise
Leaksite der ShinyHunters im Darknet mit Eintrag zu CarGuru

(Bild: heise medien)

Have I Been Pwned ist um 12,5 Millionen Einträge von CarGurus-Nutzern und -Nutzerinnen reicher. Die haben ShinyHunters geklaut.

Die kriminelle Online-Bande ShinyHunters hat Daten von Nutzern und Nutzerinnen bei dem Fahrzeug-Verkaufsdienstleister CarGurus Inc. kopiert. Nach offenbar fehlgeschlagenem Erpressungsversuch des seit 2017 auch in Deutschland aktiven Unternehmens sind die Daten nun öffentlich. Das Prüfangebot Have-I-Been-Pwned (HIBP) von Troy Hunt hat die Daten aufgenommen. Wer die Plattform genutzt hat, kann dort jetzt prüfen, ob die eigenen Informationen betroffen sind.

Wie Hunt auf der Have-I-Been-Pwned-Übersichtsseite zu den Datenlecks [1] schreibt, umfassen die veröffentlichten Daten mehr als 12 Millionen E-Mail-Adressen in mehreren Dateien. Zudem sind Nutzerkonten-IDs enthalten, Daten aus finanziellen Vorprüfungen, Händlerkonten sowie Abo-Informationen. Hunt führt weiter aus, dass auch Namen, Telefonnummern, Anschriften und IP-Adressen sowie der Ausgang von Finanzierungsanfragen betroffen sind.

CarGurus: Umfangreicher Datensatz kopiert

Laut der Leaksite von ShinyHunters im Darknet sind die Daten komprimiert 6,1 GByte groß und umfassen mehr als 12,4 Millionen Einträge – das deckt sich mit den Angaben von Troy Hunt. Die Cyberbande hat die Daten demnach am vergangenen Samstag veröffentlicht. Hunt hat sie am gestrigen Sonntag in die HIBP-Datensammlung eingepflegt.

ShinyHunters fielen etwa Mitte Dezember auf, als die Kriminellen Daten von einem Dienstleister von Pornhub abgegriffen hatten [2] und mit deren Veröffentlichung drohten. Diese gehörten etwa zu Nutzern des Premium-Angebots der Pornografie-Plattform. Zu dem Zeitpunkt war der Darknet-Auftritt der Gruppe offline. Nun ist er jedoch wieder erreichbar.

Wer prüfen möchte, ob die eigene E-Mail-Adresse in diesem oder anderen Datenlecks enthalten ist, kann das einfach auf der Webseite des Have-I-Been-Pwned-Projekts [3] machen. Der Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts [4] bietet einen vergleichbaren Dienst an, ebenso die Universität Bonn mit ihrem eigenen Identity Leak Checker [5]. Anfang November vergangenen Jahres hatte das Have-I-Been-Pwned-Projekt 1,3 Milliarden neu geleakter E-Mail-Adressen [6]zu dem Datenfundus hinzugefügt. Sie stammten von Datensammlungen, die Infostealer-Malware angelegt hatte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185847

Links in diesem Artikel:
[1] https://haveibeenpwned.com/Breach/CarGurus
[2] https://www.heise.de/news/Pornhub-Premium-Nutzer-Cyberbande-ShinyHunters-droht-mit-Veroeffentlichung-11117881.html
[3] https://haveibeenpwned.com/
[4] https://sec.hpi.de/ilc/
[5] https://leakchecker.uni-bonn.de/de/index
[6] https://www.heise.de/news/Have-I-Been-Pwned-Milliarden-neuer-Passwoerter-in-Sammlung-11067453.html
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 10:53

Störungsmeldung vom 23.02.2026 17:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone DSL

Details

Beginn
23.02.2026 17:00
Region
Berlin (030)
Provider
Vodafone DSL
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 23. Februar 2026 um 17:00

Weitere Übernahme: Chinesischer TV-Spezialist steigt bei Panasonic ein

Von Heise

Sony hat es vorgemacht, nun braucht auch Panasonic Unterstützung bei seinen Smart-TVs und AV-Produkten. Die bekommt es von Skyworth Display Technology Co Ltd.

Nun ist es also final: Panasonic gibt den Vertrieb und das Marketing seines TV-Business an Skyworth Display Technology. Die Partnerschaft werde regionsweise ausgebaut, und Europa sei ein wichtiger Teil davon, heißt es in der Pressemitteilung. Der strategische Zusammenschluss solle bei den TVs der Marke Panasonic in Europa wieder für Wachstum sorgen.

In der jüngsten Vergangenheit hatte sich Panasonic mit dem Vertrieb der eigenen Produkte schwergetan. Ähnlich wie Sony hatte sich der japanische Hersteller auf das Highend-Segment fokussiert und so eine breitere Kundenbasis verloren. Das will Skyworth offenbar rückgängig machen.

Japanische Ingenieurskunst

Die japanischen Ingenieure sollen weiterhin die hohe Qualität der OLED-TVs sicherstellen. Skyworth will sein globales Vertriebsnetz, das Marketing und die Logistik im europäischen Markt nutzen, um die Marke Panasonic wieder voranzubringen. Das klingt ganz ähnlich wie bei dem Deal, den Sony kürzlich mit TCL geschlossen hat [1]. Wie genau sich die „strategische Partnerschaft“ zwischen Panasonic und Skyworth rechtlich darstellt, haben die Unternehmen noch nicht bekannt gegeben.

Der chinesische TV-Spezialist Skyworth hat seine Fühler bereits vor etlichen Jahren Richtung Europa ausgestreckt und 1995 die deutsche Traditionsmarke Metz übernommen [2]. Auf Messen wie der IFA präsentiert das Unternehmen seither neben Eigenmarken auch Smart-TVs unter dem Label Metz Classic und Metz Blue [3].

Neue Panasonic-TVs angekündigt

Fast zeitgleich mit der Mitteilung zur Übernahme feuerte Panasonic diverse Pressemitteilungen über sein 2026er-Line-up raus. Darin kündigt das Unternehmen die Fortführung seiner bisherigen OLED-Topgeräte Z95B und Z90B mit Fire TV sowie die neue Z85C-Serie mit neuem OLED-Panel und Google TV an. Auch bei LCD-TVs mit QD-Mini-LEDs im Backlight will Panasonic in diesem Jahr mitspielen. Die Smart-TVs aus den Serien W97C und W95C haben 1000 Dimming-Zonen, eine Spitzenleuchtdichte von 1500 cd/m2 und sie sollen den DCI-P3-Farbraum komplett abdecken.

Außerdem will der Hersteller in diesem Jahr wieder preiswertere Geräte mit herkömmlichem LED-Backlight und in Bildschirmgrößen zwischen 32 Zoll und 86 Zoll Diagonale anbieten. Als Betriebssystem nutzt Panasonic neben Google TV und Fire TV auch Roku und TiVo, letzteres möglicherweise nicht hierzulande.

Für alle bis März 2026 verkauften und ab April 2026 erhältlichen Geräte wird Panasonic den Kundendienst sicherstellen. Das ist erstmal eine gute Nachricht für alle Panasonic-Kunden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11186637

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Sony-will-Kontrolle-ueber-TV-Geschaeft-nach-China-abgeben-11147738.html
[2] https://www.heise.de/news/Nach-Metz-Uebernahme-Chinesen-draengen-auf-deutschen-TV-Markt-2750314.html
[3] https://www.heise.de/tests/Smart-TV-im-Test-Metz-Blue-55MUD6001-mit-Roku-Betriebssystem-7544876.html
[4] https://www.heise.de/ct
[5] mailto:uk@ct.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 19:03

Anzeige: Bifa Balkonkraftwerk mit 1.000 Watt bei Amazon nie billiger

Von Benjamin Gründken
Bei Amazon wurde ein bifaziales Balkonkraftwerk nie günstiger angeboten als jetzt. Doch die Aktion ist befristet.
Balkonkraftwerke mit bifazialen Modulen erzeugen auch über die Rückseite Strom. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Solakon; Montage: Golem.de)
Balkonkraftwerke mit bifazialen Modulen erzeugen auch über die Rückseite Strom. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Solakon; Montage: Golem.de

Balkonkraftwerke kosten kein Vermögen mehr. Es ist zwar schade um die deutsche Solarindustrie, aber zu verdanken ist es den Chinesen. Der Markt mit Solarmodulen wurde regelrecht geflutet. Seither kann man sich eine steckerfertige Solaranlage für wenige Hundert Euro sichern.

Viele greifen inzwischen zu einem Balkonkraftwerk mit Speicher. Das sind nach wie vor nicht billig. Doch braucht es eins?

Wer tagsüber daheim ist, verbraucht die Energie direkt und muss diese nicht zwischenspeichern. Idealerweise hat man für ein Balkonkraftwerk mehr als seinen Router und den Kühlschrank am Start. Im Homeoffice bieten sich steckerfertige Solaranlagen regelrecht an.

Balkonkraftwerk mit 1.000 Watt

Das Sortiment ist groß, die Auswahl nicht einfach. Sogar der Discounter Netto hat es unter die Photovoltaik-Anbieter geschafft. Amazon ist formal schlechter aufgestellt, wären da nicht die Drittanbieter. Befristet ist nun das Modell der Marke Solakon reduziert. Günstiger als jetzt gab es das Set bei Amazon bisher nicht.

Das Set setzt auf zwei 500 Watt starke Module. Konkret geht es um bifaziale Panels des Typs TWMNH54HD, die auch über die Rückseite Strom erzeugen. Dazu gesellt sich der Growatt NEO 800 Watt. Dieser drosselt auf die Bagatellgrenze von 800 Watt, so dass man die Anlage nur noch im Marktdatenstammregister der Bundesnetzagentur anmelden muss. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich.

Abgerundet wird der Lieferumfang durch ein drei Meter langes Anschlusskabel zur Schuko-Steckdose und zwei 2 Meter lange Solarverlängerungskabel, mit denen man die Module freier platziert.

War zuletzt teurer

Wie der Keepa-Preishistorie zu entnehmen ist, gab es das 1.000-Watt-Set von Solakon bereits in der vorletzten Woche zum bisher besten Amazon-Preis von 246,98 Euro . Nun kostet das Set erneut diese Summe, nachdem es zwischenzeitlich wieder teurer war. Zum Vergleich: Exklusive Coupons lag das 90-Tage-Mittel beim Onlineriesen noch bei 302,27 Euro.

Im Zweifel zögert man nicht zu lange: Dieses Mal gilt der Preis bis zum 1. März. Der Versand erfolgt gratis über den Anbieter Solakon.

Reklame

1000W Balkonkraftwerk - Balkonkraftwerk 800W komplett Steckdose - neuester 800 Watt Wechselrichter - Solaranlage Komplettset - 500W bifaziale Solarmodule inkl. Zubehör - 3m Kabel

Zum Angebot

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem.de eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 19:08

Anzeige: Große 145-W-Powerbank von Ugreen fast zum halben Preis

Von Erik Körner
145 W, 25.000 mAh, drei Anschlüsse, Display: Eine leistungsstarke Ugreen-Nexode-Powerbank gibt es bei Amazon für unter 50 Euro.
Die Ugreen Powerbank mit 145 W Spitzenleistung, 25.000 mAh Akku und drei Anschlüssen (Bild: Amazon.de/Ugreen/Golem)
Die Ugreen Powerbank mit 145 W Spitzenleistung, 25.000 mAh Akku und drei Anschlüssen Bild: Amazon.de/Ugreen/Golem

Vor wenigen Jahren hat man Laptop-Powerbanks praktisch nicht für unter 100 Euro bekommen. Deren dreistellige Spitzenleistungen und überdurchschnittlich großen Akkus waren etwas, das sich allenfalls Tech-Enthusiasten leisten konnten. Das hat sich zum Glück geändert. Im Amazon-Angebot kann man eine 145 W starke Powerbank von Ugreen derzeit für weniger als 50 Euro statt für knapp 90 Euro bestellen. Der Rabatt gilt maximal bis zum 4. März. Laut Amazon ist die Nachfrage groß, wir empfehlen, schnell zuzugreifen.

Darum lohnt sich die Powerbank von Ugreen

Ugreens Powerbank lädt bis zu drei Geräte gleichzeitig auf. Zwei USB-C-Anschlüsse liefern jeweils bis zu 140 beziehungsweise 65 W Ausgangsleistung, ein USB-A-Anschluss bis zu 22,5 W. Entsprechend lassen sich von Smartphones über Handheldkonsolen bis zu Laptops die meisten tragbaren Geräte mit Strom versorgen. Bei mehreren angeschlossenen Geräten beläuft sich die maximale Ausgangsleistung auf 145 W.

Ein großer Vorteil der Ugreen-Powerbank sind die kurzen Ladezeiten. Ein Macbook Pro 2023 etwa soll in 30 Minuten von 0 auf 54 Prozent geladen werden. Schnellladeprotokolle wie Power Delivery, Quick Charge oder Samsungs Programmable Power Supply garantieren eine optimale Ladeleistung, unabhängig vom Gerätehersteller. Mit einem 65-W-Charger soll die Powerbank außerdem in nur zwei Stunden vollständig geladen sein. Praktisch: Mit Passthrough-Charging kann die Powerbank gleichzeitig geladen werden und andere Geräte laden.

Ausgestattet mit einem 25.000 mAh großen Akku ist Ugreens Powerbank je nach Endgerät groß genug für mehrere Ladungen. Laut Hersteller lädt sie etwa ein Macbook Air 13 Zoll bis zu 1,3-mal auf, ein iPad Pro 11 Zoll bis zu 1,8-mal oder ein iPhone 16 Pro bis zu 4,7-mal. Ein kleines Display an der Seite des Gehäuses zeigt den Akkustand in Prozent an. Trotz hoher Kapazität darf die Powerbank auf Flügen ins Handgepäck.

Powerbanks, USB-Ladegeräte und mehr: Hohe Rabatte auf Ugreen-Produkte

Amazon verkauft Ugreens Powerbank 47 Prozent günstiger. Im befristeten Angebot kostet sie 47,49 Euro statt der unverbindlichen Preisempfehlung von 89,99 Euro.

Reklame

UGREEN Nexode Powerbank 145 W

Jetzt 47 Prozent sparen

Mehr spannende Angebote findet man in Ugreens Amazon-Store . Weitere Powerbanks und USB-Ladegeräte, aber auch USB-Hubs, LAN-Adapter oder Mac-mini-Docks sind bis zu 44 Prozent reduziert. Hier geht es zur Übersicht aller Deals. Stöbern lohnt sich.

Reklame

Ladegeräte, Powerbanks und mehr: Elektronik von Ugreen bis zu 42 Prozent günstiger

Jetzt entdecken bei Amazon

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Das ändert nichts am Preis der Artikel.

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 18:38

Anzeige: Bluetooth-Tracker in Kartenform für nur 17,08 Euro

Von Antje Lüth
Amazon hat einen Bluetooth-Tracker von Ugreen im Angebot, der mit seinem Kartenformat in Geldbeutel und Brieftasche passt.
Bluetooth-Tracker Ugreen FineTrack Slim (Bild: amazon.de/ugreen)
Bluetooth-Tracker Ugreen FineTrack Slim Bild: amazon.de/ugreen

Oft genügt ein kurzer Moment der Unachtsamkeit und wichtige Gegenstände und Dokumente sind weg: Der Geldbeutel bleibt im Café liegen, der Rucksack wird im Bus vergessen oder der Reisepass fällt im Gedränge aus der Tasche. Wer auf solche Situationen vorbereitet sein will, sollte die wichtigsten Wertsachen mit einem Bluetooth-Tracker ausstatten, der über das Smartphone geortet werden kann.

Eine schlanke Lösung ist der Ugreen Fine Track Slim im praktischen Scheckkartenformat. Es passt diskret in den Geldbeutel oder in die Brieftasche und ist mit Apple-Geräten kompatibel. Bei Amazon ist er zurzeit im Preis reduziert.

Bluetooth-Tracker im Kartenformat

Mit 1,7 Millimetern ist der Ugreen FineTrack Slim kaum dicker als eine Münze und fügt sich problemlos zwischen Bankkarten und Ausweisdokumenten ein. Auch im Rucksack, in der Laptoptasche oder im Handschuhfach leistet er wertvolle Dienste. Die Einrichtung erfolgt unkompliziert durch Herstellung einer Bluetooth-Verbindung mit dem iPhone oder iPad, unterstützt werde Geräte ab iOS oder iPadOS 14.5.

Lokale und weltweite Suche

Bei Verlust eines Gegenstands lässt sich der Bluetooth-Tracker direkt über die Wo-ist?-App lokalisieren. Sollte sich der noch in Reichweite befinden, können Nutzer zusätzlich ein akustisches Signal auslösen, das mit einer Lautstärke von 80 Dezibel selbst aus dem vollgepackten Koffer gut zu hören ist. Damit es gar nicht erst zur Suche kommen muss, wird außerdem durch eine App-Benachrichtigung darüber informiert, wenn ein Gegenstand vergessen wurde und man sich aus dem Einzugsbereich entfernt.

Fällt der Verlust erst zu Hause auf, unterstützt Apples globales Find-My-Netzwerk bei der Suche. Sobald sich ein iPhone oder iPad in der Nähe des Bluetooth-Trackers befindet, wird der Standort anonymisiert übermittelt. Dieser kann in der App dann mitsamt einer Kartenansicht und genauer Routenführung abgerufen werden.

Wetterfest und ausdauernd

Aufgrund der IP68-Zertifizierung ist die Tracking-Karte gegen Staub und Spritzwasser geschützt, so dass sie für längere Zeit unbeschadet im Freien liegen kann. Betrieben wird sie mit einem Akku, der über den mitgelieferten Magnetstecker aufgeladen wird und bis zu zwölf Monate durchhält.

Der Bluetooth-Tracker von Ugreen im Angebot

Bei Amazon gibt es den Bluetooth-Tracker FineTrack Slim von Ugreen zurzeit für 17,08 Euro, das sind 22 Prozent unter dem Normalpreis. Wer seine Wertsachen diskret vor Verlust schützen möchte, sollte bei diesem Deal schnell zugreifen, denn er ist befristet.

Reklame

UGREEN FineTrack Slim kompatibel mit Apple Find My (nur iOS), Bluetooth Tracker, IP68 Wasserdicht, wiederaufladbarer Geldbörsenfinder, SmartTag Tracker Karte für Wallet, Reisepässe, Gepäck

Jetzt für 17,08 Euro bestellen

Neben dem FineTrack Slim hat Amazon weitere Bluetooth-Tracker von Ugreen im Angebot. Der Ugreen Fine Track mit Öse für Gepäck oder Schlüsselbund ist im Viererpack mit 35 Prozent Rabatt für 25,99 Euro erhältlich.

Reklame

UGREEN Finetrack 4er Pack unterstützt USB C Aufladen, Bluetooth Tracker kompatibel mit Apple Find My (nur iOS), Smarttag bis zu 12 Monate Akkulaufzeit, Finder für Schlüssel, Koffer, Pass

Jetzt für 25,99 Euro bestellen

Ebenfalls reduziert ist der Ugreen Fine Track S für Samsung-Galaxy-Smartphones. Im Zweierpack kostet er mit 27 Prozent Rabatt 21,98 Euro.

Reklame

UGREEN FineTrack S Kompatibel mit Samsung SmartThings, Smarttag mit 550 Tagen Batterielaufzeit, Rückwärtssuche des Handys, 7 Tage Verlaufsverfolgung, Bluetooth Tracker für Galaxy Handy (2 Stück)

Jetzt für 21,98 Euro bestellen

Eine Übersicht über alle reduzierten Bluetooth-Tracker von Ugreen und anderen Herstellern ist hier zu finden:

Angebote für Bluetooth-Tracker bei Amazon

Weitere Informationen zum Thema haben wir in unserem Technik-Ratgeber zusammengestellt, in dem wir Modelle mehrerer Hersteller vergleichen und häufig gestellte Fragen beantworten.

Dieser Artikel enthält sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf der Produkte über diese Links erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 18:12

Integrationskurse gestrichen: Warum Hamburg den Bund attackiert

Von Frank Berno Timm
Euromünze mit Sprechblase hindert Puzzleteil am Einsetzen in ein in ein Puzzle in BRD-Farben

Der Bund streicht Kurse für 130.000 Menschen – doch die Rechnung geht nicht auf. Drei Senatorinnen sprechen von Zynismus.

Die Pressemeldungen [1] des Hamburger Senats sind für gewöhnlich (relativ) neutral gehalten – oder sie berichten davon, was Hamburg alles Großartiges macht. Diese hier [2] fällt aus der Art.

Scharfe Kritik aus Hamburg

Es geht um den Stopp der Zulassungen zu Integrationskursen für bundesweit rund 130.000 Migranten. Drei Senatorinnen der Hansestadt werden mit scharfen Worten der Kritik zitiert.

Die Erklärung bezieht sich auf ein Schreiben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vom 9. Februar an die Träger von Integrationskursen nach Paragraph 44 Abs. 4 Aufenthaltsgesetz. Im laufenden Haushaltsjahr würden "bis auf Weiteres keinerlei Zulassungen für die Teilnahme an Integrationskursen" erteilt.

Wer ist betroffen – und wer kann sich Selbstzahlung leisten?

Asylbewerber, Geduldete, Menschen aus der Ukraine und EU-Bürger würden nicht mehr im Rahmen verfügbarer Kursplätze zur Teilnahme zugelassen. Bereits erteilte Zulassungen blieben gültig, Träger könnten "anfragende Personen, die keine Zulassungen erhalten können, als Selbstzahlende in die Kurse aufnehmen".

Das ist interessant. Asylbewerber erhalten nämlich rund 20 Prozent weniger Geld als Sozialhilfeempfänger, einige "Bedarfe" seien herausgerechnet worden. Hier [3] ist zu lesen, was u. a. dazu gehört:

"[…] (darunter Ausgaben für Datenverarbeitungsgeräte und Software, für außerschulische Sport- und Musikkurse sowie für Kurse zum Erwerb von Bildungsabschlüssen) […]."

Aber was hat das BAMF bislang für die Integrationskurse bezahlt? Die Rechnung ist einfach: In der Regel, erläutert das Bundesamt [4], einen Kostenbeitrag von 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde. Für einen Kurs von 700 Stunden sind 1.603 Euro fällig.

Spätaussiedler, Asylbewerber "mit guter Bleibeperspektive" oder Einreise vor dem 1.8.2019, Geduldete und Migranten mit Aufenthaltserlaubnis sind laut BAMF vom Kostenbeitrag befreit. "Unter bestimmten Voraussetzungen" könnten auch Leute mit anderen Aufenthaltstiteln, deutsche Staats- und EU-Bürger befreit werden. Ein Überblick ist kompliziert, weil "überjährige" Kurse erst nach ihrem Ende bezahlt werden. Entweder fehlen dem Bundesamt 130.000 mal 1.603 Euro (gut 2,8 Millionen Euro) in der Kasse, oder die Streichung hat andere Gründe.

Erfolgsgeschichte Spracherwerb – laut BAMF selbst

Dabei hat das Bundesamt selbst noch Mitte Dezember per Mitteilung [5] wissen lassen, trotz der hohen Flüchtlingszahlen 2015/16 ziehe eine "Kurzanalyse" zu Spracherwerb und Sprachförderung Geflüchteter eine positive Bilanz:

"Mehr als 90 Prozent der über 6.300 Befragten aus diesen Jahrgängen verfügen heute nach eigenen Angaben über Deutschkenntnisse auf mittlerem, gutem oder sehr gutem Niveau."

Und weiter heißt es:

"Sprachkenntnisse unterstützen bei der Alltagsbewältigung, erleichtern den Aufbau sozialer Beziehungen und erhöhen die Chancen der Arbeitsmarktteilhabe".

Milliarden-Etat, aber kein Geld?

Aber wie viel Geld fehlt denn nun? Das Bundesinnenministerium (BMI) verweist auf Telepolis-Anfrage auf die FAQ-Website des Hauses [6] (!):

  • Die Integrationskurse sollen weitergehen. "Das zeigt sich auch daran, dass im laufenden Haushaltsjahr rund 1 Mrd. Euro dafür eingeplant sind. Auch für 2027 sind erhebliche Mittel vorgesehen: aktuell rund 650 Millionen Euro. Alles Weitere obliegt den anstehenden Haushaltsverhandlungen. Im Zuge dessen werden auch die sinkenden Ankunftszahlen berücksichtigt".
  • Im Jahr 2021 seien 482 Millionen Euro, 2022 594 Millionen Euro, 2023 966 Millionen Euro, 2024 1.245 Millionen Euro und 2025 1.333 Millionen Euro an Haushaltsmitteln in die Finanzierung von Integrationskursen geflossen. "Das entspricht einem Anstieg von 177 Prozent innerhalb von fünf Jahren".
  • Überraschend ist, dass das Ministerium nicht von einer Streichung für Ukrainer spricht: Wenn ihre Sprachkenntnisse zur Integration in den Arbeitsmarkt nicht ausreichend seien, "können Sie zu einem Integrationskurs verpflichtet werden, der für sie dann kostenlos ist, sofern sie die Kosten nicht selbst tragen können".

Offene Fragen und mögliche Zusammenhänge

Das wirft Fragen auf. Fehlt nun Geld für die Integrationskurse oder nicht? Die Antwort lässt das BMI auf erneute Telepolis-Anfrage zunächst offen. Wäre es bösartig, Zusammenhänge zur Verlängerung der Grenzkontrollen [7] zu unterstellen, die der Innenminister angekündigt hat und als "ein Element der Neuordnung der Migrationspolitik" bezeichnet?

In der Hansestadt Hamburg jedenfalls leben [8] rund 42.000 Migranten in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften der Stadt. Wie viele davon an Integrationskursen teilnehmen, kann die Sozialbehörde des Senats, die für die Unterbringung zuständig ist, nicht sagen.

Hamburger Senatorinnen sprechen Klartext

Dass der Protest der Hamburger Senatorinnen Wirkung zeigt, dürfte kaum zu erwarten sein. Deutlich ist er dennoch [9]:

Ksenija Bekeris (SPD) Senatorin für Schule, Familie und Berufsbildung:

"Die Entscheidung des Bundes, die Zulassung von Bedürftigen für die Teilnahme an Integrationskursen für das Jahr 2026 einzustellen, ist politisch, menschlich und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar."

Melanie Leonhard (SPD), Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Innovation:

"Um arbeiten zu können, braucht es Sprachkenntnisse – ohne ausreichende Deutschkenntnisse gelingt Zugewanderten der Schritt auf den Arbeitsmarkt in der Regel nicht. Die Aussetzung der Integrationskurse erschwert die gesellschaftliche Teilhabe, verbaut den zugewanderten Menschen ihre Zukunftschancen und macht es Unternehmen noch dazu schwieriger, dringend benötigte Arbeitskräfte zu finden."

Melanie Schlotzhauer (SPD), Senatorin für Gesundheit, Soziales und Integration:

"Sprache ist der Türöffner zu Arbeit, Bildung und Teilhabe. Ohne Sprache gibt es keine Integration. Der Stopp der Integrationskurse ist ein fatales Signal für Länder und Kommunen. Der Bund zieht sich bei der Finanzierung der Flüchtlingskosten immer weiter zurück und wälzt immer mehr Aufgaben auf Länder und Kommunen ab."

Sprachniveau A2: Nur ein erster Schritt

Dass Migranten, die an solchen Integrationskursen teilnehmen, sprachlich nicht unbedingt auf den deutschen Arbeitsmarkt vollständig vorbereitet sind, liegt auf der Hand: Auf der Website des BMI ist vom A2-Niveau die Rede. Nach dem europäischen Referenzrahmen für Sprachzertifikate bedeutet das:

"Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben."

Kommentar: Dreister Federstrich

Das ist perfide: Sprach- und Integrationskurse gibt es nur noch für "Selbstzahler". Unter günstigsten Umständen bekommt ein Asylbewerber zwischen 300 und 400 Euro monatlich, hat also bei einunddreißig Tagen im Monat kaum mehr als zehn Euro täglich zur Verfügung. Davon sollen die Eigenbeiträge eines Integrationskurses bezahlt werden?

Andere – Länder und Kommunen – werden kaum einspringen können. Also setzt sich die bekannte Spirale in Gang: kein Kurs, zu wenig Sprachkenntnis, keine Arbeit, Selbstversorgung unmöglich, Abschiebung. Oder es wird mangelnder Integrationswillen unterstellt, worauf der Asylantrag abgelehnt wird. Das ist bürokratischer Zynismus.

Dabei wäre eine seriöse Unterrichtshilfe beim Spracherwerb im deutschen Interesse – und das nicht nur, wenn Migranten im Land bleiben und hier arbeiten wollen, sondern auch, wenn sie zur Rückkehr gezwungen werden. Wer die Sprache des Landes gelernt hat, in dem er Jahre verbracht hat, nimmt zumindest etwas mit.

Eine Forderung, diese Kürzung zurückzunehmen, wird angesichts der deutlich veränderten Migrationspolitik kaum fruchten. Wieder einmal bleibt es an der Gesellschaft, das Thema selbst in die Hand zu nehmen: Konzepte, wie Migranten ehrenamtlich unterrichtet werden können, müssen her – und zwar zügig.

Transparenzhinweis: Der Autor unterrichtet ehrenamtlich Deutsch für zwei Migrantinnen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11183666

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/senat/presseservice-des-senats/pressemeldungen-des-senats
[2] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/bsfb/veroeffentlichungen/pressemeldungen/bundesregierung-stoppt-zulassung-zu-integrationskursen-fuer-bundesweit-130-000-menschen-1144832
[3] https://www.asyl.net/themen/sozialrecht/asylbewerberleistungsgesetz/grundleistungen-nach-asylblg
[4] https://www.bamf.de/SharedDocs/FAQ/DE/Integrationskurse/006-was-kostet-ein-integrationskurs.html?nn=282388
[5] https://www.bamf.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2025/251218-kurzanalyse-spracherwerb-gefluechtete.html?nn=282600
[6] https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/faqs/DE/themen/migration/integrationskurse/integrationskurse-liste.html
[7] https://www.deutschlandfunk.de/dobrindt-verlaengert-grenzkontrollen-um-weitere-sechs-monate-106.html
[8] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/sozialbehoerde/einrichtungen/sfa/lagebild-fluechtlinge-39896
[9] https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/sozialbehoerde/einrichtungen/sfa/lagebild-fluechtlinge-39896

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 12:00

ZDF unter Druck: Wie Arroganz und Intransparenz den ÖRR beschädigen

Von Timo Rieg
ZDF-Mikrophon in einer kalten Luft

Bild: shutterstock.com

Der Umgang des ZDF mit Kritik, Presseanfragen und Wahrheit ist ein Systemversagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ein Kommentar.

Vier Sekunden KI-generiertes Filmmaterial und ein Videoschnipsel von 3 Sekunden, der in einem anderen als dem behaupteten Zusammenhang entstanden ist, sind nicht der ZDF-Skandal, der seit einer Woche verhandelt wird.

In einem Beitrag des "heute journal" über die Arbeit der amerikanischen Abschiebe-Behörde United States Immigration and Customs Enforcement (ICE) waren ein von künstlicher Intelligenz (KI) erzeugtes Video und ein aus einem völlig anderen Zusammenhang stammendes reales Video zu sehen.

Darüber wird heftig diskutiert, doch der Beitrag selbst taugt nicht zum Skandal.

Der Skandal ist allein, wie das ZDF damit umgeht. Viel mehr: Wie es regelmäßig mit Fragen zu seiner Arbeit umgeht.

Fehler passieren überall, und selbst grob fahrlässige oder gar mutwillige Fehltritte von Mitarbeitern wird kein Unternehmen sicher ausschließen können.

Jede Firma, jede Behörde und jeder Verein muss jedoch ausschließen können, dass Fehlverhalten gegenüber Dritten auch noch von der Leitung gedeckt wird.

Der Skandal ist die Kommunikation über einen Fehler

Das ZDF hat keinen Skandal mit einem heute-journal-Beitrag vom 15. Februar 2026, in dem etwas nicht gestimmt hat. Unschön? Ja! Sollte Konsequenzen haben? Klar!

Aber Himmel! Was wird nicht jeden Tag an Fehlerhaftem gesendet, gedruckt und ins Internet gestellt! Entscheidungen des Deutschen Presserats, Leserbriefe und User-Kommentare, Beschwerden bei Rundfunkräten oder nicht zuletzt der Medienjournalismus geben Hinweise genug.

Das ist nicht schön, aber wertneutral betrachtet erst einmal normal. So ist es eben: Ärzte stellen falsche Diagnosen und therapieren fehlerhaft. Polizisten agieren falsch oder unangemessen. Richter fällen Fehlurteile (die möglicherweise in einer höheren Instanz revidiert werden, aber vielleicht kommt es auch erst dort zum Fehlurteil?).

Verheerend aber wird es, wenn die jeweils Gesamtverantwortlichen an der Spitze der entsprechenden Organisationen behaupten, es gebe all diese Fehler nicht – oder wenn sie über deren Ursachen täuschen. Denn dann ist das Vertrauen ins gesamte Unternehmen beschädigt.

ÖRR ist kein Privatunternehmen

Während das bei privatwirtschaftlichen Firmen nur deren eigenes Problem ist, ist im Fall von Behörden und Institutionen der Daseinsvorsorge die gesamte Gesellschaft betroffen.

Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) wie dem ZDF ist die Gesellschaft darauf angewiesen, dass er sauber arbeitet. Dazu gehört ganz wesentlich auch die sogenannte Unternehmenskommunikation. Denn die ist hier nicht einfach Public Relations (PR), die zu mehr oder weniger wirtschaftlichem Erfolg führen kann, sondern die elementare Schaltstelle zwischen internem Betrieb und der Öffentlichkeit, die diesen Betrieb finanziert und von seinem Output abhängig ist.

Denn der Output des ÖRR beeinflusst die öffentliche Debatte, ob man es will oder nicht.

Das ZDF hat ein massives Problem mit seiner Pressestelle, die Teil der "Hauptabteilung Kommunikation" ist. Der Umgang mit dem fehlerhaften Beitrag im "heute journal" ist kein einmaliges Versagen und ist nicht mit dem Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter [1] zu begründen (das eben nie auszuschließen ist).

Es hat System, gehört zu den Wesensmerkmalen des Mainzer Senders. Und das sollte sich die Öffentlichkeit nicht länger bieten lassen.

Unwahre Tatsachenbehauptung des ZDF

In der Causa "ICE-Abschiebungen" behauptete die ZDF-Pressestelle zunächst auf verschiedene Journalistenanfragen hin, die notwendige Kennzeichnung des KI-Videos "wurde bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen" (Beispiele: epd [2], Nius [3], t-online [4]).

Das bedeutet nicht nur, dass die Verwendung des nicht-realen Videos als akzeptabel angesehen wurde. Das ZDF behauptete vor allem, die notwendige Kennzeichnung habe es ursprünglich gegeben, sei also wohl von der Autorin irgendwie für den Beitrag vorgesehen gewesen, dann aber auf magische Weise "bei der Überspielung" verloren gegangen.

Wie soll das passiert sein? Und wenn so etwas technisch möglich ist: Was kann noch alles an Informationen auf dem Weg von einem Studio ins andere verloren gehen oder irgendwie verändert werden?

Und wenn so etwas – fürs ZDF offenbar ganz selbstverständlich und nicht weiter der Rede wert – passieren kann: Wie wird dann die korrekte Übertragung geprüft, die Vollständigkeit und Unversehrtheit journalistischer Beiträge?

Das ZDF beantwortet solche Fragen nicht – mal wieder. Stattdessen schickt es dem anfragenden Journalisten einen ersten Standardtext. Und auf die Replik, dass dieser auf die gestellten Fragen mit keinem Wort eingeht, folgt ein weiterer Standardtext ohne jeden Bezug.

Das ZDF verschaukelt Journalisten

Das ist nur dreist zu nennen, ein völlig inakzeptabler Umgang mit der Presse. Das ZDF gibt sich nicht die geringste Mühe, den Verdacht, gelogen zu haben, aus der Welt zu schaffen – obwohl er im Netz natürlich von Anfang an kursierte.

Denn wenn ein öffentlich-rechtlicher Sender (ÖRR) behauptet, es habe eine technische Panne gegeben, ansonsten aber wäre alles korrekt gelaufen, in Wahrheit aber diese Technikpanne gar nicht existierte, dann lügt er die Öffentlichkeit an. Und dann kann man den Auskünften dieses Senders nicht mehr vertrauen.

Wohlgemerkt: Nicht das falsch zugeordnete und das KI-generierte Video im heute journal waren Lügen (wie es in zahlreichen Medien bezeichnet wurde) – denn hier ist bisher kein Vorsatz falscher Tatsachenbehauptungen [5] bewiesen.

Aber etwas zu behaupten, von dem man entweder weiß, dass es unwahr ist, oder von dem man nicht weiß, ob es auch nur annähernd zutreffend sein könnte, ist eine Lüge [6] (so auch turi2 [7]).

Insofern war es erhellend, mit welcher Nonchalance das Sprachrohr des ZDF-Intendanten Norbert Himmler auf die Lügen-Recherche reagierte. Denn normalerweise antwortet die Pressestelle dann einfach gar nicht.

ZDF ignoriert regelmäßig Presseanfragen

Auch im aktuellen Fall schreiben zig Medien, dass ihre Presseanfragen unbeantwortet geblieben sind (Beispiele: t-online [8], Heise [9], Übermedien [10]). Und auch das ist eben keinesfalls neu und einzigartig, sondern ZDF-System.

Als mal wieder Presseanfragen ans ZDF unbeantwortet blieben und erst auf einen Einschreibebrief hin sich jemand einer Reaktion erbarmte, antwortete der Sender auf die Frage, ob die Chance auf Auskunft von zeitlichen, personellen oder sonstigen Zufällen abhängig sei:

"Regeln für die Nicht-Beantwortung von Journalistenanfragen gibt es im ZDF nicht."

ZDF, Barbara Matiaske, Hauptabteilung Kommunikation, Schlussredaktion, 26. Oktober 2022

Ist das etwas anderes als dreist? Keinerlei Widerspruch zum Vorhalt, dass Presseanfragen ignoriert werden – stattdessen die franke Antwort, dass dies quasi willkürlich geschehe. Also wohl zu übersetzen mit: Fragen, die uns nicht passen, ignorieren wir einfach.

Ja, Sendeanstalten sind nicht wie Behörden grundsätzlich auskunftspflichtig nach den Landespressegesetzen, nur in kleinen Teilbereichen wie der Verwendung von Rundfunkbeiträgen. Bedauerlicherweise schreibt auch der Medienstaatsvertrag hier keine Transparenz vor.

Freiwillig macht sich das ZDF nicht ehrlich

Aber akzeptabel ist ein solches Verhalten dennoch nicht. Und man darf sich fragen, woher die dieses Verhalten tragende Arroganz kommt – in Zeiten, da der gesamte ORR in der Kritik steht, übrigens nicht nur in Deutschland (am 8. März wird in der Schweiz mal wieder über eine deutliche Kürzung der dort fälligen Gebühren abgestimmt [11]).

Der ZDF-Fall taugt überhaupt nicht dazu, das Radio-, Fernseh- und Internetangebot des ÖRR insgesamt schlecht zu machen. Die Hauptaussagen des heute-journal-Beitrags wären auch ohne die zwei falschen Videosequenzen unverändert – und nicht zu beanstanden.

Aber der Umgang mit einem "Doppelfehler", wie Anne Gellinek, stellvertretende Chefredakteurin beim ZDF, die zwei falschen Videoschnipsel in ihrer Entschuldigung im heute-journal am 17. Februar [12] nannte, vonseiten der ZDF-Unternehmenskommunikation ist inakzeptabel.

Aufsichtsgremium nicht zuständig für Pressearbeit

Diese Unternehmenskommunikation unterliegt auch keiner – ohnehin reformbedürftigen [13] – Kontrolle durch den ZDF-Fernsehrat. Denn dieser erklärte sich auf Anfrage im Jahr 2022 als dafür nicht zuständig, da er nur über das Programm wacht. Der Fernsehrat teilte seinerzeit allerdings mit: "Die Geschäftsstelle des Fernsehrates hat sich aber versichert, dass Presseanfragen vom Haus zügig bearbeitet werden."

Wobei demnach "ignorieren" und "falsche Aussagen tätigen" unter "bearbeiten" fallen müssen.

ZDF-Intendant Himmler [14] hat sich damals nicht zur Arbeit seiner Pressestelle geäußert – obwohl ihm der nicht zuständige Fernsehrat die entsprechende Beschwerde weitergeleitet hatte. Seitdem gab es zahlreiche Fälle ignoranten Verhaltens dieses Teils der Unternehmenskommunikation (siehe Fall "Weizenbiene" [15]).

Beim ZDF steht Intendanten-Wahl an

Am 13. März 2026 kandidiert ZDF-Intendant Norbert Himmler nach derzeitigem Stand der Dinge zur Wiederwahl für seinen Posten [16]. Es wäre mehr als unfair, ihn für jeden Fehler in einer der vielen journalistischen Redaktionen seines Hauses verantwortlich zu machen.

Schließlich wünschen sich Journalisten zurecht möglichst wenig Einfluss auf ihre Arbeit durch jemanden, der im Pressewesen "Verleger" heißen würde.

Aber für Lügen und Dreistigkeiten seiner Pressestelle trägt er die Verantwortung.

Auch wenn das ZDF – wie ebenso alle Landesrundfunkanstalten der ARD – anders als eine klassische Tageszeitung nur quasi nebenbei auch ein Journalismus-Betrieb ist, der ansonsten vor allem mit seinen vielfältigen Unterhaltungsangeboten wahrgenommen wird (Stichwort Fernseh-Lagerfeuer "Wetten, dass...?"): Als Dienstleister für die Gesellschaft versagt das ZDF in der Kommunikation über seine Arbeit langanhaltend und nachhaltig.

ZDF muss jetzt handeln

Bevor man sich der Hoffnung hingibt, neu Besen würden da besser kehren, sollte Norbert Himmler die Zeit nutzen, hier für eine grundlegend andere Arbeitsweise zu sorgen – auch ohne gesetzliche Verpflichtung, die natürlich jederzeit möglich wäre.

Das ZDF muss jede Journalistenanfrage nach bestem Wissen beantworten – schnell, vollständig und absolut wahr. Denn eine wechselseitige Kontrolle aller Medien untereinander ist das tragende Argument gegen jede Art von staatlicher Überwachung und Wahrheitsprüfung, wie wir sie inzwischen – höchst bedenklich – durch die Landesmedienanstalten erleben [17] (als wenigstens mittelbare Staatsverwaltungen).

Und auch für die ARD-Anstalten muss der ZDF-Fall zu einer Transparenzoffensive der Presse gegenüber führen. Denn absolutistisches Verhalten finden Medienjournalisten keineswegs nur beim ZDF.

Aber gerade das ZDF kann nun seine konkrete Krise als Chance begreifen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185565

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.spiegel.de/kultur/tv/zdf-claus-kleber-verteidigt-usa-korrespondentin-nach-ki-panne-a-9710d947-bd83-4531-a041-4fef7f6b67c9
[2] https://medien.epd.de/article/4287
[3] https://nius.de/medien/news/zdf-heutejournal-mutmassliches-ki-abschiebevideo
[4] https://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_101132366/zdf-wirbel-um-heute-journal-sender-nimmt-zu-fake-video-stellung.html
[5] https://www.spiegelkritik.de/2024/07/10/tatsachen-und-meinungen-ein-differenzierungsvorschlag/
[6] https://www.bild.de/politik/inland/parteiisches-publikum-und-irre-ausreden-luegen-vorwurf-gegen-das-zdf-nach-zuschauer-skandal-67a7377094e93b193511e86a
[7] https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-informiert-ueber-aufarbeitung-von-fehlern-im-heute-journal-vom-15-februar-2026
[8] https://www.t-online.de/unterhaltung/tv/id_101134112/zdf-skandal-um-heute-journal-entschuldigung-wirft-neue-fragen-auf.html
[9] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Die-KI-Bilder-im-heute-journal-sind-ein-schwerer-Tabubruch-11182615.html
[10] https://uebermedien.de/114229/die-falschen-ice-videos-im-heute-journal-und-die-katastrophale-reaktion-des-zdf/
[11] https://srg-initiative.ch/
[12] https://youtu.be/IVFpkfDSmdc?si=Fvn4CdMjRt8mxKei&t=818
[13] https://www.telepolis.de/article/Demokratiedefizit-bei-oeffentlich-rechtlichen-Sendern-Rundfunkraete-unter-Beschuss-10451408.html
[14] https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/geschaeftsleitung-124.html
[15] https://www.spiegelkritik.de/2023/03/20/zdf-weizenbiene/
[16] https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/fernsehrat/intendantenwahl-102.html
[17] https://www.telepolis.de/article/Drei-verbotene-Artikel-Medienaufsicht-greift-in-Online-Journalismus-ein-11172356.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 09:00

Goldexport gestoppt: Moskau will die Nuggets im Land behalten

Von Josephine Bollinger-Kanne
Russische Rubel Banknoten mit Goldbarren.

(Bild: Cloudy Design / Shutterstock.com)

Russlands Haushaltsloch könnte sich verdoppeln – jetzt soll ausgerechnet das Edelmetall die wegbrechenden Öleinnahmen kompensieren.

Die russische Zentralbank und das Finanzministerium einigten sich über Ausfuhrbeschränkungen von Gold durch Privatpersonen. Dies soll einen Beitrag zur Sanierung der Wirtschaft leisten. Zugleich könnte der Goldbergbau verstärkt mit Steuern zur Kasse gebeten werden.

Das russische Finanzministerium lotet aus, welche Maßnahmen sich für eine Wirtschafts- und Haushaltssanierung anbieten. Dafür hat es das Gold im Land ins Visier genommen. Wie russische Medien am 19. Februar berichteten, konnten die Zentralbank und das Finanzministerium ihre Unstimmigkeiten über Ausfuhrbeschränkungen von Gold durch Privatpersonen [1] beilegen.

Negative Auswirkungen

„Ein ausdrücklicher Kompromiss ist erzielt, und ein konkreter regulatorischer Beschluss in dieser Angelegenheit wird vorbereitet“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bank Russlands, Alexej Gusnow, am Rande des Forums „Cybersicherheit im Finanzwesen“.

Im September hatte sich Gusnow noch gegen mögliche Beschränkungen für die Ausfuhr von physischem Gold [2] durch Bürger ausgesprochen, da dies den grenzüberschreitenden Handel mit dem Edelmetall negativ beeinflussen könnte. Zudem seien die Auswirkungen solcher Beschränkungen unvorhersehbar.

Das Finanzministerium halte es für notwendig, den Export von physischem Gold im Wert von über 10.000 US-Dollar durch Privatpersonen zu verbieten, sagte der stellvertretende Finanzminister Alexei Moissejew im letzten Juni. Dafür habe das Finanzministerium breite Unterstützung erhalten, nur eine nicht namentlich genannte Behörde habe sich dagegen ausgesprochen.

Gold als Kanal für Kapitalabfluss

Moissejew zufolge werden Goldtransaktionen abgewickelt, die zuvor über Devisen erfolgten. Er sprach von Geldwäsche und Drogenhandel und erinnerte auch daran, dass Präsident Wladimir Putin Beschränkungen für bargeldlose Überweisungen und die Ausfuhr von Bargeld (bis zu 10.000 US-Dollar) verhängt hatte, um den Kapitalabfluss unter Sanktionsdruck einzudämmen. Doch nun werde dieser Abfluss über Gold kanalisiert.

Geplant ist jetzt, ab dem 1. September Beschränkungen für die Ausfuhr von Goldbarren bis zu 100 Gramm durch Privatpersonen über die Zollunion einzuführen. Der Entwurf des Präsidialerlasses sieht mehrere Ausnahmen vor. Demnach sind Reisende, die von den Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo in Moskau und dem Flughafen Knewitschi in Wladiwostok abfliegen, von dem Verbot ausgenommen, sofern sie eine Genehmigung des Prüfamtes besitzen.

Ölverluste dämpfen

Der Wert des Goldes weckt Begehrlichkeiten, sodass Experten ein Instrumentarium herausarbeiteten, wie die Regierung darauf Zugriff erhält. Die Kontrolle, möglichst viele Nuggets im Land zu behalten, ist eine Seite. Davon abzuschöpfen, ist die andere Seite, zumal das Haushaltsloch wegen fehlender Öl- und Gaseinnahmen und eines starken Rubels doppelt so hoch ausfallen könnte.

Analysten von Investment Research der Sberbank, SberCIB, legten im Februar einen Bericht vor, in dem sie vor einer Verdopplung des Haushaltsdefizits auf 7,3 Billionen Rubel [3] warnten. Dabei gingen sie von einem Ölpreis im Schnitt von 46 US-Dollar je Barrel und einem Wechselkurs von 83 Rubel je US-Dollar aus. Das Finanzministerium hatte dagegen auf Basis von 59 US-Dollar je Barrel Öl und 92 Rubel je US-Dollar ein Defizit von 3,8 Billionen Rubel veranschlagt.

Um der Haushaltsmisere entgegenzuwirken, halten die SberCIB-Analysten eine Verschärfung der Besteuerung umsatzstarker Wirtschaftszweige für nötig. Als Branche bietet sich ihrer Ansicht nach insbesondere die Produktion von Gold und Buntmetallen an, da die Preise für diese Rohstoffe auf den Weltmärkten in letzter Zeit deutlich zulegten.

Erhöhte Steuern und Ausfuhrzölle

So hätten Goldpreise in Russland [4] gegenüber dem Niveau von 2024 einen Anstieg von über 70 Prozent und mehr als dem Doppelten des Niveaus von 2023 erreicht. Auch Platin und Kupfer wiesen deutliche Wachstumstrends auf. Eine Erhöhung der Rohstofffördersteuer würde den Analysten zufolge in der Goldproduktion 1 Billion Rubel zusätzliche Einnahmen generieren und das Staatsdefizit entlasten.

Für die Rentabilität des größten Goldproduzenten des Landes, Polyus, erwarten die Analysten dadurch keine katastrophalen Folgen. Die EBITDA-Marge würde von zuletzt 73 Prozent auf 50 Prozent fallen. Zugleich ist die Steuerbelastung im russischen Goldbergbau derzeit niedriger als in vielen anderen Ländern wie z. B. Usbekistan. Für hochprofitable Goldminenprojekte wie etwa Sukhoi Log von Polyus gibt es zudem Steuervergünstigungen.

Da die Mittel beim Öl- und Gassektor ausgereizt seien und die Lage sich dort weiter verschlechtere, müssten Wirtschaftszweige mehr Steuerlasten übernehmen, bei denen das nicht die Geschäftstätigkeit beeinträchtige, sondern nur eine auf eine „Beseitigung von Übergewinnen aufgrund günstiger Marktbedingungen“ hinauslaufe, empfiehlt auch Walerij Andrianow von der Finanzuniversität der russischen Regierung. Flexible Ausfuhrzölle wie von Oktober 2023 bis Ende 2024 für Buntmetalle zieht er ebenfalls in Betracht. Mit all diesen Maßnahmen könnte die Schonzeit für Gold zu Ende gehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185477

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.interfax.ru/business/1073624
[2] https://www.vedomosti.ru/investments/articles/2025/09/03/1136216-v-tsb-ne-vidyat
[3] https://www.vedomosti.ru/analytics/ideas/articles/2026/02/12/1175702-analitiki-nashli-istochniki-kompensatsii-defitsita-byudzheta
[4] https://pricegold.net/ru-russia/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 08:00

Neue Studio-Displays von Apple: Gleiches Design, besseres Innenleben?

Von Heise
Apple Studio Display

Apple Studio Display: Bereits seit 2022 auf dem Markt.

(Bild: Apple)

Noch im ersten Halbjahr sollen endlich Nachfolgemodelle für Apples angestaubte Monitore erscheinen. Bei einem Hardwarefeature gibt es noch Fragen.

Apple und die Bildschirme: Wer unbedingt ein Display des Mac-Herstellers will, muss derzeit damit leben, dass die Geräte veraltet sind – und dennoch preislich eher (sehr) teuer. Im ersten Halbjahr 2026 soll nun zumindest beim Studio Display endlich etwas geschehen. Nach vier Jahren auf dem Markt steht eine Aktualisierung an. Zuletzt waren sowohl in einer Energielabel-Datenbank in China [1] als auch in macOS 26.3 dazu passende Informationen aufgetaucht. Ob es schon in der kommenden Woche bei der „Apple Experience“ so weit ist mit dem Release [2] oder – wie mehrere Gerüchteköche behaupten – erst später im 1. Halbjahr 2026, ist noch unklar.

Zwei Modelle, Fragen zum Pro Display XDR

In macOS 26.3 stecken zwei Codenamen [3], die zu einem neuen Display passen: J427 und J527, wie Macworld entdeckt hat. Die Frage ist nun, was die Unterschiede sind. Denkbar wäre, dass Apple zwei verschiedene Größen plant. Derzeit gibt es ein Modell mit 27 Zoll und einer Auflösung von 5120 mal 2880 Bildpunkten. Will man mehr Platz, müsste man schon zum völlig veralteten – und immer noch extrem teuren (ab 4914,93 €) [4] – Pro Display XDR greifen, das 32 Zoll liefert.

Dieses Modell könnte der Konzern auch einstellen, um sich ganz auf das Studio Display zu konzentrieren. Zu einem Pro Display XDR 2 ist bislang nichts bekannt. Apple hat mittlerweile einige Konkurrenten bekommen, die das Studio Display mit besseren Features übertrumpfen; entsprechend wichtig wäre es, wenn der Konzern endlich nachlegt. Schließlich wäre auch denkbar, dass Apple zwei 27-Zoll-Screens als Studio Display 2 umsetzt, wobei nur eines der beiden alle neuen Features erhält.

Hardware-Details – und die Frage nach der Hertz-Zahl

Bislang wird erwartet, dass Apple beim Studio Display 2 zentrale Kritikpunkte des Vorgängers angeht. Dazu gehören eine fehlende High-Dynamic-Range-Anzeige (HDR) und die geringe Bildwiederholfrequenz von nur 60 Hertz. Diese müsste Apple eigentlich auf 120 Hertz – was intern ProMotion [5] genannt wird – steigern, doch zwischenzeitlich geisterten auch Angaben von nur 90 Hertz durch die Gerüchteküche.

Schließlich soll Apple auch den intern verbauten ARM-Chip optimieren. Es soll angeblich der A19 aus dem iPhone 17 sein, bislang ist ein veralteter A13 eingebaut. Er dient unter anderem zur Bildoptimierung der integrierten Webcam sowie womöglich erstmals zur Spatial-Audio-Wiedergabe. Zu Preisen gibt es noch keine Infos. Aktuell will Apple selbst noch immer mindestens 1749 Euro sehen, im Handel geht es aber günstiger los.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185803

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Modellnummer-A3350-Neues-Apple-Display-taucht-in-Datenbank-auf-11144312.html
[2] https://www.heise.de/news/Bericht-Mindestens-fuenf-neue-Apple-Produkte-zur-Apple-Experience-11185727.html
[3] https://www.macworld.com/article/3066403/macos-26-3-might-have-just-confirmed-apples-biggest-march-4-surprises.html
[4] https://preisvergleich.heise.de/apple-pro-display-xdr-standardglas-a2194397.html?cs_id=1206858352&ccpid=hocid-mac-and-i
[5] https://www.heise.de/news/Deutliche-Verbesserungen-in-petto-Das-soll-Apple-beim-Studio-Display-2-planen-11126895.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 12:20

„Apple Experience“: Produktfeuerwerk bei Apple?

Von Heise
Tim Cook bei einer früheren Apple-Präsentation

Apple-Chef Tim Cook bei einer Veranstaltung des iPhone-Herstellers.

(Bild: Apple)

Nächste Woche ist es soweit: Apple wird wohl an mehreren Tagen hintereinander neue Produkte vorstellen. Es gibt neue Details.

Apple plant ab kommenden Montag die Einführung von „mindestens“ einer Handvoll neuer Produkte. Davon geht der üblicherweise gut informierte Bloomberg-Reporter Mark Gurman aus. Seinen Angaben vom Sonntag [1] zufolge soll es sowohl neue Hardware als auch Software und neue Chips geben. Zentrales neues Produkt ist demnach ein Einsteiger-MacBook [2] – womöglich in den Farben, die Apple in einer Einladung zu einer sogenannten „Apple Experience“ für ausgewählte Influencer und Journalisten [3] verwendet hat (Grün, Gelb und Blau).

Alte Formfaktoren, neue Chips – bis auf das Einsteiger-MacBook

Zudem stehen neue Einsteiger-iPhone-Modelle (Baureihe 17e [4]), ein iPad Air M4 [5], ein neues Einsteiger-iPad (Modellreihe 11) und neue MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro und M5 Max an. Gurman schätzt zudem, dass auch ein neues MacBook Air mit M5 kommen könnte. Bis auf das neue MacBook behalten alle Geräte ihren Formfaktor, sind dank neuer Chips aber schneller.

Schließlich stehen noch neue Mac Studios (mit M5 Max und M5 Ultra) und neue Mac-Studio-Displays [6] auf Apples Zettel, diese werden allerdings nicht in der kommenden Woche, dafür aber im ersten Halbjahr 2026 erwartet. Für neue Monitore spricht, dass diese in Apple-Läden teilweise schlecht zu haben sind. Zum iMac M5 oder Mac mini M5 macht Gurman keine Angaben.

Spekulationen über die Einführung

Apple hatte in diesem Jahr bislang nur neue AirTags [7] präsentiert, neue MacBook-Pro-Modelle mit M5 Max und M5 Pro gelten als überfällig. Das iPhone 17e dient der Produktpflege, bekommt neue Chips, MagSafe und womöglich eine Dynamic Island. Zudem sind Apples Modemchip C1X [8] und der WLAN-Chip N1 (mit Wi-Fi 7) geplant. Beim Einsteiger-MacBook wird vor allem der Preis spannend – angeblich soll er „deutlich“ unter 1000 Euro liegen, eingebaut ist erstmals ein iPhone-Chip, keiner der M-Baureihe.

Die Art der Vorstellung der neuen Produkte soll eher ruhig erfolgen: Apple plant über mehrere Tage Ankündigungen per Pressemitteilung – ob es auch Videoeinführungen geben wird, ist unklar. Der Höhepunkt ist dann besagte „Apple Experience“, die zum Anfassen der Produkte für besagten exklusiven Kreis in New York, London und Shanghai erfolgen soll. Ein „Event“, wie Apple seine regulären Keynotes bezeichnet, soll es hingegen nicht sein. Spannend wird außerdem, ob Apple die lange verschobene verbesserte Siri [9] zeigen wird.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185727

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-02-22/apple-s-ai-wearables-push-what-to-expect-from-march-4-low-end-macbook-launch
[2] https://www.heise.de/news/Geruecht-Einsteiger-MacBook-vor-grossem-Comeback-10464524.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-Event-Gibt-es-wieder-Produkte-ueber-mehrere-Tage-11180953.html
[4] https://www.heise.de/news/iPhone-17e-Diese-Features-koennten-kommen-11176437.html
[5] https://www.heise.de/news/iPhone-16e-und-iPad-Air-Aktuelle-Geraete-in-bestimmten-Maerkten-schlecht-zu-haben-11175219.html
[6] https://www.heise.de/news/Modellnummer-A3350-Neues-Apple-Display-taucht-in-Datenbank-auf-11144312.html
[7] https://www.heise.de/tests/Lautstark-lokalisiert-AirTag-2-im-Test-11160732.html
[8] https://www.heise.de/news/Modemfehler-C1X-im-iPhone-Air-spuckt-Hardware-Warnung-aus-11184194.html
[9] https://www.heise.de/news/Apples-KI-Accessoires-sollen-dem-iPhone-angeblich-Augen-verleihen-11185428.html
[10] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[11] https://www.heise.de/mac-and-i
[12] mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 09:48

heise+ | Präsentieren mit Keynote: So halten Sie eindrucksvolle Vorträge

Von Heise
, Jacob Lund, stock.adobe.com

(Bild: Jacob Lund, stock.adobe.com)

Mit Apples kostenloser Keynote-App können Sie Präsentationen erstellen, die auf Ihr Publikum wirken – alleine oder im Team. Wir zeigen, wie das geht.

Es muss nicht immer PowerPoint sein: Microsofts Präsentationsprogramm als Teil von Office ist zwar der Branchenprimus, doch besonders kreativere Menschen sind mit Alternativen besser bedient. macOS-Nutzer bekommen seit Jahren Keynote als kostenlose Beigabe im Rahmen der iWork-Programmsammlung.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie es möglich ist, gut aussehende und vor allem zielführende Präsentationen mit Keynote zu planen und umzusetzen – bis zur eigentlichen „Keynote“ vor Publikum.

Planen und vorbereiten

1 Ideale Rahmenbedingungen schaffen

Der erste Tipp hat noch gar nichts mit Keynote, Software oder Technologien zu tun, sondern lautet: Schaffen Sie die geeigneten Rahmenbedingungen für Ihre Präsentation.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11177489

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 08:00

Pi-hole: Update schließt Sicherheitslücken und liefert mehr Performance

Von Heise
pihole-Dashboard auf blauem Mosaik-Hintergrund

(Bild: heise medien)

Die Pi-hole-Programmierer haben dem DNS-Werbefilter Sicherheitslücken ausgetrieben und die Software verschlankt.

Der DNS-basierte Werbeblocker Pi-hole stopft in aktualisierter Fassung zwei Sicherheitslücken. Außerdem haben die Programmierer Änderungen umgesetzt, die der Performance insbesondere auf älteren Raspberry Pis auf die Sprünge helfen.

In einem Blog-Beitrag auf der Pi-hole-Webseite [1] haben die Entwickler die neuen Versionen der Komponenten angekündigt. Die darin geschlossenen Sicherheitslücken betreffen das Web-Interface von Pi-hole. Zum einen hätten als Admin angemeldete Angreifer eine „Stored HTML-Injection“-Schwachstelle missbrauchen können, um HTML-Code einzuschleusen, der bei der Anzeige der DNS-Eintragstabelle angezeigt wird (CVE-2026-26952 [2], CVSS 5.4, Risiko „mittel“). Zum anderen gelingt dies auch auf der API-Einstellungswebseite (CVE-2026-26953 [3], CVSS 5.4, Risiko „mittel“).

Aktualisierte Pi-hole-Komponenten

Die aktuellen Pi-hole-Komponenten FTL 6.5, Web 6.4.1 und Core 6.4 stopfen die Sicherheitslecks in der Web-Oberfläche. Wer Pi-hole einsetzt, sollte generell sicherstellen, dass die Web-GUI nicht offen im Internet steht und gegebenenfalls den Zugriff auf die Admin-Rechner beschränken.

Die aktualisierten Teile von Pi-hole haben jedoch noch mehr zu bieten. Die Performance haben die Entwickler nach eigenen Angaben darin verbessert. Das Starten geht nun schneller, da FTL den Anfragenverlauf asynchron aus der Datenbank importiert. Bislang blieb die DNS-Auflösung blockiert, bis der komplette Anfrageverlauf in den Speicher geladen wurde. Jetzt akzeptiert FTL Anfragen umgehend und importiert die alten Daten in einem Hintergrund-Thread. Um die Konsistenz sicherzustellen, startet der Garbage Collector erst, wenn der Import abgeschlossen wurde.

Außerdem bringt die neue Konfigurationsoption database.forceDisk FTL dazu, die eigentlich im Speicher vorgehaltene SQLite3-Datenbank auf das Speicherlaufwerk zu verfrachten. Das reduziert den Speicherverbrauch und ist insbesondere auf älteren Raspberry Pis hilfreich. Die Programmierer weisen darauf hin, dass das besonders für Pi-hole-Instanzen taugt, deren Web-Interface nur selten genutzt wird. Wo lediglich SD-Karten genutzt werden, sorgt das unter Umständen für Geschwindigkeitseinbußen, auf Systemen mit NVMe-Laufwerk waren jedoch keine Unterschiede messbar. Der Standardwert ist „false“, lässt sich aber etwa mittels Aufruf von sudo pihole-FTL --config database.forceDisk true aktivieren.

Zudem soll das Update der Blocklisten, also des Gravity-Systems, zügiger ablaufen. Die Domain-Prüfungsschleife ist nun effizienter – Tests mit fünf Millionen Einträgen aus mehreren Listen senkten die Update-Zeit von 27 auf 23 Sekunden, was einem Geschwindigkeitsgewinn von 16 Prozent Echtzeit entspricht – bei der CPU-Zeit sogar um 22 Prozent.

Der praktische Test über wenige Tage auf einem Raspberry Pi Zero W zeigt, dass die Entwickler nicht zu viel versprechen. Wo sonst täglich mehrere Warnungen über zu hohe Systemlast in Pi-hole auftauchten, schnurrt das System nun ohne derartige Beschwerden und größere Auslastung vor sich hin. Bestehende Installationen lassen sich durch den Aufruf von „sudo pihole -up“ auf den aktuellen Stand bringen.

Vor einem Jahr hatten die Pi-hole-Entwickler die Major-Version 6 veröffentlicht [4]. Auch diese sollte bereits die DNS-Filtersoftware verschlanken. Die nun veröffentlichten Updates legen insbesondere in diesem Belang jedoch spürbar nach.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185637

Links in diesem Artikel:
[1] https://pi-hole.net/blog/2026/02/17/pi-hole-ftl-v6-5-web-v6-4-1-and-core-v6-4-released/#page-content
[2] https://github.com/pi-hole/web/security/advisories/GHSA-6xp4-jw73-f4qp
[3] https://github.com/pi-hole/web/security/advisories/GHSA-8rw8-vjgp-rwj6
[4] https://www.heise.de/news/Werbeblocker-Pi-hole-v6-durchlaeuft-Schlankheitskur-10287716.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 09:11

Roundcube Webmail: Angriffe auf Sicherheitslücken laufen

Von Heise
Mails und Briefumschläge vor Laptop

(Bild: Michael Traitov/Shutterstock.com)

Die IT-Sicherheitsbehörde CISA warnt vor aktuell beobachteten Angriffen auf Roundcube-Webmail-Schwachstellen. Admins sollten updaten.

Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA warnt vor Angriffen auf die quelloffene Software Roundcube Webmail. Es handelt sich um eine kritische und eine hochriskante Schwachstelle, die Kriminelle nun offenbar ins Visier nehmen.

Die Warnung der CISA [1] ist wie üblich äußerst knapp. Angriffe wurden demnach auf eine Schwachstelle bei der Deserialisierung von nicht vertrauenswürdigen Daten (CVE-2025-49113 [2], CVSS 9.9, Risiko „kritisch“) sowie eine Cross-Site-Scripting-Lücke (CVE-2025-68461 [3], CVSS 7.2, Risiko „hoch“) beobachtet. Wie die Angriffe aussehen und in welchem Umfang sie erfolgen, bleibt unklar. IT-Verantwortliche sollten jedoch nicht zögern und auf die jüngste fehlerbereinigte Fassung von RoundCube Webmail aktualisieren.

Die als „kritisch“ eingestufte Sicherheitslücke wurde vom NIST lediglich mit einem CVSS-Wert von 8.8 als hohes Risiko verortet. Allerdings tauchte Anfang Juni vergangenen Jahres bereits ein Beispiel-Exploit auf [4], der den Missbrauch der Lücke demonstriert. Angreifer können durch die Schwachstelle beliebige Befehle auf verwundbaren Systemen ausführen. Dazu ist ein gültiges Mailkonto nötig. Diese Sicherheitslücke hat Roundcube Webmail 1.5.10 und 1.6.11 geschlossen.

Roundcube Webmail: Zwei attackierte Sicherheitslücken

Die zweite Sicherheitslücke wurde kurz vor Weihnachten bekannt. Sie ermöglicht Cross-Site-Scripting-Angriffe. Die Schwachstelle betrifft die Verarbeitung des „Animate“-Tag in SVG-Dateien. Auch hier hat das NIST zunächst eine Einstufung als mittleres Risiko mit einem CVSS-Wert von 6.1 abgegeben, MITRE hingegen sieht ein hohes Risiko mit der Gefahrenstufe „hoch“ und einem CVSS-Wert 7.2. Die beobachteten Angriffe sprechen offenbar für letztere Einschätzung.

IT-Verantwortliche sollten ihre Systeme absichern, indem sie zumindest auf die fehlerkorrigierten Versionen 1.5.12 und 1.6.12 installieren. Darin haben die Entwickler die Cross-Site-Scripting-Lücke geschlossen. Hinweise für erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOCs) liefert die CISA ebenfalls nicht, mit denen Admins prüfen könnten, ob ihre Instanzen attackiert wurden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11185535

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2026/02/20/cisa-adds-two-known-exploited-vulnerabilities-catalog
[2] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-49113
[3] https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-68461
[4] https://www.heise.de/news/Kritische-Schadcode-Luecke-bedroht-Roundcube-Webmail-10423965.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 23. Februar 2026 um 08:00

Störungsmeldung vom 22.02.2026 22:30

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
22.02.2026 22:30
Region
Augsburg (0821)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 22. Februar 2026 um 22:30

Psychische Experimente an indigenen Kindern in Kanada aufgedeckt

Von Marcel Kunzmann
Eine Schülergruppe vor einer Schule

Schülergruppe vor der Brandon Indian Residential School, Brandon, Manitoba 1946

(Bild: Commons)

Psychische Experimente an indigenen Kindern in Kanada aufgedeckt. Studie von 1943 dokumentiert ESP-Tests in Internat. Ein Überblick.

Ein 1943 veröffentlichter Fachartikel [1] dokumentiert, wie indigene Kinder in einem kanadischen Internat für Experimente zur außersinnlichen Wahrnehmung missbraucht wurden. Die Entdeckung der Studie wirft erneut Licht auf das dunkle Kapitel der kanadischen Internatsgeschichte.

Experimente zur außersinnlichen Wahrnehmung

Der Forscher Maeengan Linklater von der Lac Seul First Nation in Ontario stieß im Januar 2015 [2] auf die Studie mit dem Titel "ESP Tests with American Indian Students" von A. A. Foster, die im Journal of Parapsychology erschienen war.

"Ich war auf einem Festival in Winnipeg und entdeckte in einer Buchhandlung ein Buch von Chris Rutkowski mit einem Hinweis auf First Nations-Schüler an der Brandon Indian Residential School", erklärte Linklater in einem Interview. Da er damals als Koordinator für indigene Programme am Canadian Museum for Human Rights arbeitete und Zugang zu akademischen Datenbanken hatte, recherchierte er weiter.

Die Studie beschreibt Experimente zur außersinnlichen Wahrnehmung (ESP), die während des Zweiten Weltkriegs im Winter 1940-1941 an der Brandon Indian Residential School in Manitoba durchgeführt wurden.

Insgesamt 50 Kinder im Alter von zwei bis 20 Jahren wurden getestet. Foster, der vermutlich dem Parapsychologie-Labor der Duke University angehörte, untersuchte die Fähigkeit der Kinder, sogenannte ESP-Karten zu "lesen", die hinter einem Schirm gehalten wurden.

"Die Tests wurden an Plains Indians in der Indian Residential School in Brandon durchgeführt, in einer Umgebung, die sich stark von ihrer natürlichen unterschied", wird Miss D. Doyle, eine Aufseherin der Schule, in der Studie zitiert. Die Versuche folgten dem Screen Touch Matching-Verfahren, das seit den 1930er Jahren in der ESP-Forschung verwendet wurde. Am Ende erhielten die Kinder unabhängig von ihren Ergebnissen Süßigkeiten als Belohnung.

Foster begründete die Bedeutung seiner Arbeit damit, dass "die Probanden der amerikanischen indigenen Ethnie angehören" und dies "der erste Bericht über ESP-Tests mit Mitgliedern dieser Gruppe" sei. Die Veröffentlichung sei wegen "kriegsbedingter Arbeitsbelastung" verzögert worden, schrieb der Autor.

Kinder ohne Wahl

Linklater machte seine Entdeckung öffentlich, um auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Berichterstattung erreichte über eine Million Menschen in Kanada und erschien unter anderem bei APTN News, CBC und der Washington Post.

Ry Moran, Direktor des National Research Centre for Truth and Reconciliation, ordnete die Studie ein: "Was wir bei diesen Fällen von Experimenten sehen, ist, dass dies eine weitere Dynamik war, die in Internatsschulen stattfand." Einige Überlebende hätten in ihren mündlichen Aussagen vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission Experimente erwähnt.

Die ESP-Versuche waren nicht die einzigen Experimente an indigenen Kindern. Der Historiker Ian Mosby von der Toronto Metropolitan University, der sich mit indigener Gesundheit und Siedlerkolonialismus befasst, erklärte 2015 [3] gegenüber der Brandon Sun: "Bei wissenschaftlichen Experimenten hatten diese Schüler keine Wahl, ob es um ESP oder Ernährung ging. Die Kinder waren Mündel des Staates."

Mosby hatte bereits 2013 aufgedeckt, dass zwischen 1942 und 1952 Ernährungsexperimente an Schülern in sechs Internatsschulen in Ontario, Manitoba, British Columbia und Nova Scotia durchgeführt wurden. Milchrationen wurden kontrolliert und Vitamine vorenthalten. An der Cecilia Jeffrey School in Kenora, Ontario, wurden Kinder zudem für Versuche mit experimentellen Impfstoffen und Antibiotika verwendet, darunter Behandlungen gegen Tuberkulose und Ohrenentzündungen. Einige indigene Schüler verloren dabei ihr Gehör.

"Wenn das heute passieren würde, wie würden wir uns fühlen, wenn das unsere Kinder wären?", fragte Jamie Wilson von der Treaty Relations Commission of Manitoba 2015 in einem CBC-Interview.

Das kanadische Internatsschulsystem begann 1831 und endete erst 1996 mit der Schließung der letzten Einrichtung und dem Ende der Bundesfinanzierung. Die Schulen wurden von Regierung und Kirchen betrieben mit dem Ziel, indigene Kinder gewaltsam von ihren Familien zu trennen und in die europäisch-kanadische Kultur zu assimilieren. Überlebende erlitten sexuelle Übergriffe, körperliche Misshandlungen und Vernachlässigung, in manchen Fällen mit Todesfolge.

Initiativen zur Wiedergutmachung

Die Wahrheits- und Versöhnungskommission hat bisher 4.117 Sterbeurkunden von Kindern und mehr als 1.000 potenzielle nicht gekennzeichnete Gräber dokumentiert. Einige Forscher gehen von bis zu 10.000 Todesfällen aus.

Moran erklärte, die Kommission habe zahlreiche Dokumente von Health Canada erhalten, die möglicherweise weitere Beweise für Experimente enthielten. "Die Beziehung zwischen Internatsschulen und indigenen Krankenhäusern war eine direkte Linie. Sie wurden direkt in den Krankenhäusern unterrichtet."

Ähnliche Praktiken sind auch aus den USA dokumentiert. Von den 1950er bis 1970er Jahren führte die CIA Programme wie Project Artichoke und später MKUltra durch, bei denen Menschen oft ohne informierte Zustimmung Experimenten mit Drogen und psychologischer Manipulation unterzogen wurden. 2024 genehmigte ein Richter am Quebec Superior Court eine Sammelklage für Opfer von MKUltra-Experimenten, die am Allan Memorial Institute in Montreal unter Dr. Ewen Cameron durchgeführt wurden. Die Klage richtet sich gegen das Royal Victoria Hospital, die McGill University und die kanadische Regierung.

In Kanada sind mehrere Initiativen zur Wiedergutmachung im Gang. Die Wahrheits- und Versöhnungskommission hat 94 Handlungsaufforderungen veröffentlicht, um einen Weg zu Rechenschaftspflicht und Heilung zu schaffen. Der 30. September wurde als nationaler Tag für Wahrheit und Versöhnung anerkannt.

"Dieser Tag bietet Gelegenheiten zum Gedenken und zur Erinnerung, um die Betroffenen sowie Überlebende und ihre Nachkommen zu ehren", sagte Linklater.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11177923

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.proquest.com/openview/5fe04652ac60c1d6a6a87fc1af276e50/1?pq-origsite=gscholar&cbl=1818062
[2] https://thedebrief.org/a-forgotten-esp-study-from-1943-is-raising-new-questions-about-experiments-on-canadas-indigenous-children/
[3] https://www.aptnnews.ca/national-news/psychic-experiments-first-nation-students-part-unearthed-residential-school-history-says-research-centre-director/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 22. Februar 2026 um 16:00

Melonis Macht, Merz’ Manöver: Rom und Berlin gegen Paris?

Von Luca Schäfer
Bundeskanzler Friedrich Merz und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni

Haben sich da zwei gefunden? Bundeskanzler Friedrich Merz und Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni

(Bild: Marco Iacobucci Epp/Shutterstock.com)

Zwei Mächte, alte Freunde – Meloni und Merz wollen gemeinsam verändern. Probt Europa eine neue Ordnung – und wird Rom das neue Paris? Eine Analyse.

Die Tagespresse überschlug sich Mitte Januar: Als Bundeskanzler Friedrich Merz in Rom durch die Meloni-Regierung empfangen wurde, sah [1] das Handelsblatt ein kommendes "Duo" für Europa, die Süddeutsche Zeitung titelte [2] von "Merzoni" und die junge Welt sah [3] in Rom "das neue Paris".

Den Anlass bot der Kanzler höchstselbst: In einer gemeinsamen Pressekonferenz sprach [4] er von guten Bedingungen für eine "sehr enge und kooperative Partnerschaft".

Die deutschen Äußerungen – Rom und Berlin "stünden näher als jemals zuvor" – dürften im Pariser Élysée-Palast für Verstimmungen gesorgt haben [5]. Einen Tag zuvor, am 22. Januar 2026, wurden noch gemeinsam die von De Gaulle und Adenauer unterzeichneten Élysée-Vertäge als Startschuss für die deutsch-französische Freundschaft gefeiert [6].

Das Zusammenrücken von Italien und Deutschland gilt [7]als indirekte Kampfansage an Frankreich. Insbesondere in jüngerer Vergangenheit kriselte das Verhältnis gewaltig: Das Kampfflugzeugprojekt FCAS steht [8] offen zur Disposition, Macron fordert [9] weit entschiedener als Berlin europäische Eigenständigkeit von den zuletzt zerbröselnden US-Sicherheitsgarantien, und finanzpolitische Ränkespiele um gemeinsame EU-Finanzierungen belasten [10] das Verhältnis zusätzlich. Ersetzt Rom Paris?

Politisches Machtprojekt

Merz und Meloni unterzeichneten ein strategisches Aktions- und Sicherheitsabkommen. Beschlossen [11] wurde der Ausbau militärischer Kooperation – gemeinsame Entwicklung von Drohnen, Luftabwehr und Marinesystemen –, vereinbart [12] wurden zudem regelmäßige bilaterale Konsultationen zu EU-Außen- und Sicherheitspolitik sowie gemeinsame Positionen zu Industriepolitik, Migration, Energie und Technologie. Explizit verständigten [13] sich beide Partner darauf, Sicherheit in Europa wiederherstellen zu wollen – eine direkte Referenz auf den Ukraine-Krieg.

Zwar besitzen Berlin, Paris und Rom seit dem Kriegsbeginn um die Ukraine formal dieselben Grundpositionen, zuletzt in Madrid bekräftigt [14]– die von ukrainischer Souveränität, europäischer Unterstützung und militärischer Verteidigung ausgehen.

Doch mit zunehmender Kriegsdauer differenzieren sich die Positionen aus: Während Berlin an direkter militärischer Unterstützung Kiews festhält, agierten [15] Frankreich und Italien, insbesondere im Hinblick auf finanzielle Hilfen an das unter Korruptionsskandalen erschütterte Kiew [16], zurückhaltender. Paris setzt auf Diplomatie und will Militärmittel nur im EU-Verbund einsetzen; das deutsche Kalkül könnte darin bestehen, die abwartende Position Roms in seine Richtung zu verschieben [17].

Bei den Januar-Vereinbarungen handelt es sich somit nicht allein um ein bilaterales Übereinkommen, sondern – mit dem Anspruch, in Brüssel und der Ukraine Veränderungen hervorzubringen – um ein politisches Machtprojekt. Historisch war Italien stets Juniorpartner; nun steigt es nahezu gleichrangig mit Frankreich zum deutschen Partner auf.

Industriepolitische Bruchlinie

Als weiterer Kern gilt eine industriepolitische Einigung: Rom und Berlin vereinbarten, ihre Wettbewerbspolitik auf EU-Ebene zugunsten von Deregulierungen zu koordinieren – ein Novum, denn bislang stand Rom industriepolitisch Paris näher.

Der gemeinsame Vorstoß ist ein offener Affront gegenüber Frankreich, entspricht jedoch der deutschen ordoliberalen Tradition [18]: Staaten sollen den Rahmen setzten, der Markt entscheidet über den Gewinner.

Als zwei der größten Exportnationen [19] Europas sehen Deutschland und Italien (mit den Niederlanden) ihr wirtschaftliches Heil im Freihandel – Frankreich, mit hoher Staatsschuldenquote belastet, bleibt skeptisch [20] gegenüber einem Modell, das auf Kosten staatlicher Steuerungsmacht und schwächerer EU-Volkswirtschaften geht. Der mit Abstand größte Gewinner einer ordoliberalen EU-Marktpolitik wäre die zuletzt, schwächelnde deutsche Exportwalze.

Offener Konflikt: FCAS

Es stand [21] historisch auf tönernen Füßen: nun droht [22] dem 100-Milliarden-Kampfjetprojekt FCAS das endgültige Aus. Im Kleinen des Projketes manifestieren sich dieselben Probleme wie im Großen: Dassault und Airbus streiten um die Führerschaft, Berlin und Paris liegen bei der Frage der atomaren Anschlussfähigkeit im Clinch [23]. Doch fernab des technischen Kleinklein, für das die Ingenieurs-Kunst sicher eine passgenaue Lösung finden könnte, geht es um die große Machtfrage: Wer dominiert Europa?

Während Macron strategische Autonomie – unter anderem mit EU-Truppenkontingenten in der Ukraine – von der Trump-Administration fordert [24], beharrt Merz, trotz einiger schriller Untertöne, auf einem halbgaren Unterordnungsverhältnis gegenüber Washington. Berlin fährt im Windhschatten der USA geopolitisch immer noch besser, als in einem schwachen, zersplitterten Europa.

Diese Konkurrenzverhältnis zeigt sich in der Rüstungsbeschaffung: Das französisch-propagierte "Buy European"-Programm [25] und der weiterhin vor sich gehende deutsche Kauf US-amerikanischer Produkte (bspw. F-35 Kampfflugzeuge [26]) sind nahezu unvereinbar. Einen Vorteil hat die Rivalität bislang keinem gebracht: Frankreich könnte FCAS alleine nicht finanzieren, die Staatsschuldenquote lässt zu wenig Spielraum, Deutschland entfernt sich vom französischen Atomschirm immer weiter. London könnte hier die Alternative sein [27].

Ein guter, alter Freund?

Giorgia Meloni [28], von Merz nun hofiert, galt lange als politisches Schmuddelkind, in Brüssel teilweise begrüßt wie gemieden. Sie begann ihre Karriere im Movimento Sociale Italiana – der direkten Nachfolgepartei des Mussolini-Faschismus.

Die Flammensymbolik ihrer heutigen Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) erinnert deutlich daran. Die zentralen Leitlinien der Partei – Nationalkonservatismus, restriktive Migrationspolitik, Konflikte mit liberal-humanistischen Werten – lassen die "Brüder Italiens" näher an Budapest oder Warschau erscheinen als an Berlin.

International bestehen erhebliche Zweifel an der demokratischen Verlässlichkeit der Meloni-Regierung: Justizeinfluss, Einschränkungen der Pressefreiheit (Tele-Meloni: umstrittene Rundfunkreformen [29]) und eine rassistisch konnotierte Migrationspolitik scheinen [30] im geopolitischen Freudentaumel der neuen Zusammenarbeit für die deutsche Werte-Politik keine Rolle zu spielen.

Dabei ist die deutsch-italienische Achse historisch schwer vorbelastet – und auch heute glänzt Rom nicht mit sozialpolitischen Erfolgen: Armut, schwaches Wachstum und strukturelle Arbeitslosigkeit grassieren.

Alternatives Herzstück?

Traditionell war die deutsch-französische Freundschaft die Herzkammer der Europäischen Union. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen scheint Berlin seine strategischen Reserven diversifizieren zu wollen: Neben Paris wird Rom als Druck- und Ersatzmittel aufgebaut, dabei sind innenpolitische Verwerfungen der Meloni-Regierung entweder gleichgültig oder willkommen.

Die neue Achse kann als Verlust des exklusiven Führungsanspruchs Frankreichs gelesen werden – zumal Paris und Rom ihrerseits Konflikte besitzen, die Berlin geschickt zu nutzen versteht: Energiepolitik, Afrika-Einfluss, Libyen-Frage, Migrationslinie.

Damit werden die zentrifugalen Kräfte innerhalb der EU gestärkt: Europäische Zusammenarbeit ist, nach dem Ausstieg von London, kein Naturgesetz, und die großen Fragen – Industriepolitik, Rüstung, Verhältnis zu Washington – können Spaltungsfaktoren sein. Die zukünftigen Auswirkungen können folgenreich werden. Ein Ausbau der deutschen Dominanz, zunehmende Fragmentierung der EU, eine Marginalisierung Frankreichs oder eskalierende Auswirkungen auf den Ukraine-Konflikt stehen zu befürchten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11184760

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.handelsblatt.com/politik/eu-ebene-merz-und-melonientsteht-hier-ein-neues-duo-in-der-eu/100191113.html
[2] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/friedrich-merz-giorgia-meloni-italien-frankreich
[3] https://www.jungewelt.de/artikel/516196.rom-ist-das-neue-paris.html
[4] https://www.bundesregierung.de/breg-en/news/merz-meloni-consultations-2403912
[5] https://www.dfwa-info.com/kooperation/22575/
[6] https://www.institutfrancais.de/de/deutschland/kultur/digitale-welt-gesellschaft-und-digitales/60-jahrestag-des-elysee-vertrags#/
[7] https://www.tagesschau.de/ausland/deutsch-italienische-regierungskonsulationen-100.html
[8] https://www.theguardian.com/business/2026/feb/20/france-germany-fighter-jet-of-the-future-fcas
[9] https://www.reuters.com/world/france-most-worried-about-security-eu-amid-rising-threats-survey-shows-2026-02-13/
[10] https://www.lemonde.fr/en/international/article/2026/02/12/germany-and-france-now-publicly-display-their-disagreements-over-macron-s-proposals_6750436_4.html
[11] https://www.dailyfinland.fi/europe/47459/Merz-Meloni-sign-agreement-to-boost-defence-cooperation
[12] https://www.ansa.it/english/news/2026/01/23/italy-germany-reinforce-defence-coop-in-face-of-growing-threats_5a11fb96-e02c-4bf0-901b-47cbe280345a.html
[13] https://www.euronews.com/2026/01/23/italy-germany-summit-meloni-and-merz-push-for-an-autonomous-competitive-europe
[14] https://www.diplomatie.gouv.fr/en/country-files/ukraine/news/article/joint-declaration-by-the-foreign-ministers-of-germany-france-italy-poland-spain-283444
[15] https://tass.com/world/2086325
[16] https://www.heise.de/tp/article/Korruptionsskandal-in-der-Ukraine-Jetzt-geraet-Selenskyj-selbst-in-den-Fokus-11106499.html
[17] https://www.esteri.it/en/sala_stampa/archivionotizie/comunicati/2025/11/riunione-fra-ucraina-italia-germania-francia-e-ue-sul-sostegno-a-kiev-a-margine-del-g7/
[18] https://www.diw.de/de/diw_01.c.937484.de/publikationen/diw_aktuell/2025_0109/wettbewerbsorientierte_strategische_industriepolitik_als_antwort_auf_den_investitionsstau_in_deutschland.html
[19] https://www.tradeimex.in/blogs/europe-trade-trends-2025-imports-exports-analysis
[20] https://www.reuters.com/markets/europe/eu-needs-joint-funding-common-industrial-policy-commissioner-says-2024-06-20/
[21] https://www.telepolis.de/article/Fcas-Der-Kampfjet-Koloss-auf-toenernen-Fuessen-10388880.html?seite=all
[22] https://www.telepolis.de/article/Europas-neues-Kampfflugzeug-steht-vor-dem-Aus-11173809.html
[23] https://www.jungewelt.de/artikel/517747.blanker-machtkampf.html
[24] https://www.n-tv.de/politik/Macron-Europaeische-Truppen-sollten-Staedte-in-der-Ukraine-sichern-article25659509.html
[25] https://www.br.de/nachrichten/netzwelt/buy-from-eu-die-digitale-revolte-gegen-us-produkte,UekNnMy
[26] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/deutschland-kampfjet-f-35-kaeufe-luftwaffe-usa-fcas-li.3390902?reduced=true
[27] https://www.derstandard.de/consent/tcf/story/3000000275508/grossbritannien-erweitert-seine-nukleare-abschreckung
[28] https://de.wikipedia.org/wiki/Giorgia_Meloni
[29] https://www.watson.ch/international/schweiz/679399363-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-unter-druck-so-ist-die-lage-in-europa
[30] https://www.spiegel.de/ausland/italien-unter-giorgia-meloni-das-sind-die-umstrittensten-vorhaben-der-rechten-regierung-a-e0f5f2f4-718a-41dd-a24b-122dee547e0b

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

  • 22. Februar 2026 um 16:00
❌