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Anzeige: Garmin fenix 8 Smartwatch mit 31 Prozent Rabatt zum Amazon-Tiefstpreis

Von Tobias Billmeier
Mit 31 Prozent Rabatt fällt die Garmin fenix 8 Smartwatch in der 43-mm-Ausführung auf den Amazon-Tiefstpreis mit über 280 Euro Preisnachlass.
Die Garmin fenix 8 kombiniert Premium-Ausstattung mit umfangreichen Outdoor- und Fitnessfunktionen. (Bild: ChatGPT, Golem, Garmin) amazon Affiliate

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Die Garmin fenix 8 kombiniert Premium-Ausstattung mit umfangreichen Outdoor- und Fitnessfunktionen. Bild: ChatGPT, Golem, Garmin

Ob Joggen, Radfahren, Wandern oder andere Outdoor-Aktivitäten: Die warme Jahreszeit ist für viele die perfekte Gelegenheit, wieder aktiver zu werden. Dabei haben sich moderne Smartwatches längst zu vielseitigen Trainings- und Gesundheitsbegleitern entwickelt, die Nutzer bei der Planung von Workouts, der Analyse ihrer Fitness und der Überwachung wichtiger Gesundheitsdaten unterstützen.

Gerade die Modelle von Garmin gelten bei Sportlern und Outdoor-Fans als besonders beliebt. Die Uhren bieten zahlreiche Trainings-, Navigations- und Gesundheitsfunktionen und sind speziell für aktive Nutzer konzipiert. Mit der Garmin fenix 8 hat der Hersteller längst ein Premium-Modell im Portfolio. Die Smartwatch ist aktuell bei Amazon in der 43-mm-Version in der Farbe Steinweiß mit 31 Prozent Rabatt

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erhältlich und erreicht damit den bisherigen Amazon-Tiefstpreis.

AMOLED-Display, lange Akkulaufzeit und Karten-Navigation

Die Garmin fenix 8 kombiniert ein hochauflösendes 1,3-Zoll-AMOLED-Display mit einer Akkulaufzeit von bis zu zehn Tagen im Smartwatch-Modus. Nutzer sollen die Uhr sowohl über das Touchdisplay als auch über die physischen Tasten bedienen können. Für zusätzliche Sicherheit bei Aktivitäten in den frühen Morgen- oder Abendstunden verfügt das Modell laut Angaben zudem über eine integrierte LED-Taschenlampe.

Für Outdoor-Fans könnten die umfangreichen Navigationsfunktionen besonders interessant sein. Vorinstallierte TopoActive-Karten für Europa sollen bei der Orientierung helfen, während zusätzliche Karten per WLAN heruntergeladen werden können. Dank integriertem GPS und dynamischem Roundtrip-Routing soll sich die Uhr sowohl für Wanderungen als auch für längere Lauf- oder Radtouren eignen.

Über 80 Sport-Apps und Gesundheitsfunktionen

Die Garmin fenix 8 wartet mit mehr als 80 vorinstallierten Sport- und Outdoor-Apps auf. Individuelle Trainingspläne sollen bei der Vorbereitung auf verschiedene Disziplinen helfen und dadurch die Belastung und Erholung besser aufeinander abstimmen können.

Darüber hinaus bietet die Smartwatch laut Hersteller zahlreiche Gesundheitsfunktionen. Dazu gehören unter anderem die kontinuierliche Herzfrequenzmessung, Schlaf- und Stressanalysen, die Überwachung der Atemfrequenz sowie eine EKG-Funktion. Ergänzt wird das Paket durch Smartwatch-Funktionen wie Telefonie, Musiksteuerung und internen Speicher für Apps und Inhalte.

Premium-Smartwatch zum Bestpreis

Die Garmin fenix 8 ist aktuell

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mit 31 Prozent Rabatt erhältlich. Laut Keepa hat Amazon die Premium-Smartwatch bislang noch nie günstiger angeboten. Gleichzeitig handelt es sich derzeit um den besten Preis am Markt laut Geizhals (Stand vom 01.06.).

Garmin fenix 8 43mm – Multisport-Smartwatch, 1,3" AMOLED Touch-/Tastendisplay, bis zu 10 Tage Akkulaufzeit

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Wer ein größeres Modell bevorzugt, findet aktuell auch die Garmin fenix 8 in Schwarz mit 47 mm

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  • 01. Juni 2026 um 09:24

Störungsmeldung vom 31.05.2026 12:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
31.05.2026 12:00
Region
Pattensen (05101)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 31. Mai 2026 um 12:00

Kommentar: Ein Paladin gegen Sauron

Von Heise

Die päpstliche KI-Enzyklika Magnifica Humanitas ermöglicht überraschende Bündnisse gegen die Tech-Oligarchen, kommentiert Hartmut Gieselmann.

135 Jahre nach dem päpstlichen Rundschreiben Rerum Novarum reagiert erneut ein Papst auf eine technische Revolution. Doch während Leo XIII. 1891 die soziale Frage der Industrialisierung verhandelte, beschäftigt Leo XIV. etwas anderes: Wer kontrolliert die Maschinen, die heute nicht mehr Stoffe und Stahl, sondern gesellschaftliche Wirklichkeit produzieren?

Magnifica Humanitas [1] ist deshalb weit mehr als ein Kirchenpapier über künstliche Intelligenz. Der Papst beschreibt eine Welt, in der Algorithmen Entscheidungen prägen, Plattformen die öffentliche Kommunikation kontrollieren und private Konzerne über Ressourcen verfügen, von denen Nationalstaaten nur träumen. Die eigentliche Gefahr sieht er – ähnlich wie seinerzeit Adorno und Horkheimer – in einem „technokratischen Paradigma“, das Berechenbarkeit mit Wahrheit, Effizienz mit Vernunft und technische Machbarkeit mit gesellschaftlichem Fortschritt verwechselt.

Die Enzyklika wendet sich gegen einen Deus ex machina, der dem einzigen Gott die Show zu stehlen droht. Das Silicon Valley verspricht die Abschaffung von Krankheit, Arbeit und vielleicht irgendwann sogar des Todes. Die Serverfarm wird zur Kathedrale, der CEO zum Hohepriester des Fortschritts. Für eine Institution, deren Geschäftsmodell seit zweitausend Jahren auf Erlösungsversprechen beruht, ist das keine Lappalie.

Darin liegt auch die politische Raffinesse des Textes. Nach Jahrzehnten, in denen Missbrauchsskandale die moralische Autorität der Kirche schwer beschädigt haben, versucht Leo XIV., den Vatikan als globale Gewissensinstanz neu zu positionieren: Für die Menschenwürde und gegen Machtkonzentration, Krieg und digitale Kontrolle.

Das führt selbst innerhalb des Katholizismus zu Konflikten. Besonders in den USA. Während Vizepräsident J. D. Vance die Hauptbedrohung in Migration, „Wokeness“ und kultureller Auflösung sieht, richtet Leo XIV. den Blick auf die Entgrenzung technischer Macht. Beide Lager kritisieren die liberale Moderne, aber sie streiten darüber, was an ihr eigentlich gefährlich ist. Vance setzt auf die Nation, Leo XIV. auf transnationale Bündnisse.

Gerade deshalb könnte die Enzyklika über kirchliche Kreise hinaus wirken. Gewerkschafter, Datenschutzaktivisten, linke Technik-Kritiker und katholische Sozialethiker werden sich über Eigentum, Abtreibung oder Familienpolitik kaum einig werden. Doch sie teilen die Skepsis gegenüber einer Zukunft, die von einigen wenigen Konzernen gestaltet wird, deren Satelliten bereits den Himmel bevölkern und deren Algorithmen die öffentliche Wahrnehmung strukturieren.

Der Papst baut damit Brücken. Wer den Plattformkapitalismus und die Konzentration digitaler Macht für das eigentliche Problem unserer Zeit hält, muss nicht katholisch werden, um strategische Zweckbündnisse einzugehen. Erfahrene Rollenspieler von Tolkien bis Dungeons & Dragons wissen schließlich: Gegen den Endgegner gewinnt keine Klasse allein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11312745

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html
  2. https://www.heise.de/ct
  3. mailto:hag@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 31. Mai 2026 um 16:24

Ukraine ehrt UPA-Einheit – und deutsche Medien schweigen zur Geschichte

Von Telepolis
Eine Gruppe von Menschen marschiert bei Nacht mit Bannern und Fahnen, die ukrainische Symbole und u.a. Porträts des OUN-Führers Stepan Bandera zeigen.

(Bild: Oleksandr Polonskyi / Shutterstock.com)

Selenskyj benennt eine Militäreinheit nach der UPA. Polen ist empört. Die historische Einordnung fehlt in deutschen Medien fast völlig. Ein Leitartikel.

Wolodymyr Selenskyj hat am 26. Mai per Dekret [1] einer Spezialeinheit der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen "Helden der UPA" verliehen.

Die Begründung klingt harmlos: Es gehe um die "Wiederherstellung der historischen Traditionen der nationalen Armee" und die "vorbildliche Erfüllung der übertragenen Aufgaben bei der Verteidigung der territorialen Integrität der Ukraine".

Kein Wort über die Massaker von Wolhynien. Kein Wort über Zehntausende ermordete polnische Zivilisten. Kein Wort über die Beteiligung an der Verfolgung jüdischer Überlebender. Das Dekret liest sich, als hätte die historische UPA lediglich für die Freiheit gekämpft – und sonst nichts getan.

Genau das macht es so problematisch. Und genau darüber liest man in der deutschen Berichterstattung fast nichts.

Die Welt berichtet über den diplomatischen Streit [2] zwischen Warschau und Kiew, zitiert Polens Ministerpräsident Tusk mit den Worten "Wir haben ein sehr ernstes Problem" und erwähnt die mögliche Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers.

Doch die historische Tiefe fehlt. Man erfährt, die UPA sei "umstritten". Was genau sie getan hat, bleibt im Ungefähren.

Was die Forschung über die UPA sagt

Die Fakten sind allerdings nicht "umstritten" – sie sind dokumentiert. Die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) war der militärische Arm der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN).

Historiker wie Alexander Statiev beschreiben [3] die OUN als "nationalsozialistische Variante einer faschistischen Partei", deren Führung "von Anfang bis Ende" faschistisch agierte. Per Anders Rudling charakterisiert beide OUN-Flügel als "totalitär, antisemitisch und faschistisch".

Grzegorz Rossoliński-Liebe, Historiker an der Freien Universität Berlin, ordnete gegenüber Telepolis die OUN explizit als faschistische Bewegung [4] ein.

Die Forschung verwirft die in der Ukraine verbreitete Deutung eines "spontanen Bauernaufstands" in Wolhynien. Die Massaker an bis zu 100.000 polnischen Zivilisten in den Jahren 1943 bis 1945 waren eine zentral organisierte "Entpolonisierung" – geplant von der OUN-Führung, durchgeführt von UPA-Einheiten, die Dorfbewohner teils mit Gewalt als Hilfstrupps mobilisierten.

UPA-Kader beteiligten sich zudem an der Ermordung jüdischer Überlebender, viele der UPA-Täter hatten zuvor in der ukrainischen Hilfspolizei gedient, die an der Auflösung von Ghettos und an Erschießungen mitwirkte.

Polens Empörung ist begründet

Polens Präsident Karol Nawrocki nannte Selenskyjs Schritt "Glorifizierung von Banditen und Mördern" [5] und erklärte, die Ukraine sei "im Hinblick auf die Glorifizierung der UPA mental nicht bereit, Teil der europäischen Familie zu sein".Er will am 8. Juni die Aberkennung des Ordens des Weißen Adlers für Selenskyj vorschlagen.

Unterdessen hat Polen bereits auf diplomatischem Weg protestiert [6]: Am 28. Mai bestellte das Außenministerium in Warschau den ukrainischen Botschafter ein, am 29. Mai sprach der polnische Geschäftsträger in Kiew mit Vize-Außenminister Olexandr Mischenko. Kiew entgegnete, die Benennung stehe für den Widerstand gegen Moskaus Imperialpolitik und richte sich nicht gegen Polen. Aber auch das ist eine einseitige Geschichtsdeutung.

Der polnische Premierminister Donald Tusk warnte seinerseits, wenn beide Präsidenten zu "Anführern historischer Streitigkeiten" würden, gebe es im Kreml "wirklich Grund zur Freude".

Die Warnung ist berechtigt – aber sie entbindet niemanden davon, die Dinge beim Namen zu nennen. Die Ukraine hat 2015 ein Gesetz verabschiedet, das OUN und UPA offiziell als "Kämpfer für die Unabhängigkeit" einstuft und öffentliche Leugnung der Legitimität dieses Unabhängigkeitskampfes [7] für rechtswidrig erklärt.

Selenskyjs Dekret ist also kein Ausrutscher, sondern Konsequenz einer seit Jahren kodifizierten Geschichtspolitik, die eine Organisation mit faschistischer Ideologie und dokumentierter Massenmord-Bilanz zu Nationalhelden verklärt.

Deutsche Medien müssen einordnen, nicht nur berichten

Wer die Ukraine gegen Russlands Angriffskrieg unterstützt – und dafür gibt es gute Gründe –, muss trotzdem klar benennen, was hier passiert. Solidarität kann nicht bedeuten, bei der Verklärung von Täterorganisationen wegzuschauen.

Deutschland trägt als Haupttäterland des Holocausts und als zentrale Unterstützermacht der Ukraine eine doppelte Verantwortung. Deutsch-polnische Erfahrungen zeigen, dass belastete historische Konflikte nur dann lösbar werden, wenn beide Seiten die Kernfakten der Gewalt anerkennen.

Strafrechtliche "Erinnerungsgesetze" – ob das polnische IPN-Gesetz oder das ukrainische "Helden-Gesetz" – produzieren dagegen neue Konflikte, weil sie alternative Deutungen kriminalisieren.

Am Beispiel Babyn Jar [8] zeigt sich, wie schwer das Gedenken an verschiedene Opfergruppen schon innerhalb der Ukraine ist. Die Ehrung der UPA als "Helden" macht es nicht leichter. Sie macht es unmöglich.

Ein verkürztes Etikett wie "umstrittene Partisanen" reicht nicht. Wer über die UPA schreibt, muss über Wolhynien schreiben. Über 100.000 tote Zivilisten. Über die Beteiligung am Holocaust. Über faschistische Ideologie. Alles andere ist kein Journalismus – es ist Auslassung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11312819

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.president.gov.ua/documents/4402026-59649
  2. https://www.welt.de/politik/ausland/article6a195a5ebf5b78f90d007c64/ukraine-krieg-selenskyj-loest-mit-helden-einheit-eklat-in-polen-aus-wir-haben-ein-ernstes-problem-sagt-tusk.html
  3. https://elibrary.utb.de/doi/10.30965/9783657703043-143-171
  4. https://www.telepolis.de/article/Das-Tragische-am-Bandera-Kult-ist-dass-Ukrainer-oft-nicht-wissen-wen-sie-eigentlich-verehren-6670655.html?seite=all
  5. https://www.pap.pl/aktualnosci/prezydent-krytycznie-o-nadaniu-ukrainskiej-jednostce-imienia-bohaterow-upa-wiele-tlenu
  6. https://www.gov.pl/web/diplomacy/mfa-statement28
  7. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-030-94914-3_5
  8. https://www.telepolis.de/article/Babyn-Jar-Wie-gedenken-6279736.html?seite=all

Copyright © 2026 Heise Medien

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  • 31. Mai 2026 um 21:30

Atomare Abschreckung: Der Westen verliert sein stärkstes Argument

Von Telepolis
Leerer Rednerpult, betsüctkt mit den Flaggen der USA und der Nato

Bild: Shutterstock.com

Der Westen fordert atomaren Verzicht, hält aber selbst an nuklearen Sonderregeln fest. Die Folge: Das Fundament des Nichtverbreitungsvertrags gerät unter Druck.

Die globale Sicherheitsarchitektur des Jahres 2026 befindet sich in einer Phase der existenziellen Zerrüttung. Im Zentrum dieser Krise steht der Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (NPT) von 1968.

Während das Vertragswerk offiziell als Garant gegen die Ausbreitung von Massenvernichtungswaffen präsentiert wird, nutzen die Nato-Staaten das Regelwerk zunehmend selektiv als Instrument geopolitischer Machterhaltung.

Sie fordern absolute Vertragstreue und Verzicht vom Globalen Süden, während sie selbst rechtliche Hintertüren für den nuklearen Ernstfall nutzen, an der Schwelle zu eigenen atomaren Optionen forschen und über massive Bestände an waffenfähigem Spaltmaterial verfügen.

Der offene Krieg gegen den Iran: Die argumentative Falle des Westens

Der fundamentalste und gefährlichste Doppelstandard des aktuellen Nichtverbreitungsregimes manifestiert sich im Umgang mit dem Iran. Durch die anhaltenden, großflächigen Luftschläge und Raketenangriffe der USA und Israels auf iranische Atomanlagen und militärische Infrastrukturen in den Jahren 2025 und 2026 befindet sich das Land in einem unbestreitbaren, offenen Kriegszustand.

Wendet man auf diese realen militärischen Ereignisse exakt dieselben völkerrechtlichen Maßstäbe an, die der Westen für sich selbst beansprucht, bricht das NPT-Regime in sich zusammen.

Die Allianz legitimiert die Praxis der Nuklearen Teilhabe – also die Stationierung von US-Atombomben in Europa – traditionell über das sogenannte "Rusk-Statement" von 1967. Diese Rechtsauffassung besagt, dass der NPT im Falle eines großen Krieges seine Bindungskraft verliert ("All bets are off").

In diesem Moment würde die Verfügungsgewalt über die auf deutschem Boden gelagerten US-Waffen legal auf deutsche Bundeswehr-Piloten übergehen. Der Westen hat sich somit eine vertragliche Sonderklausel geschaffen, die eine Weitergabe von Atomwaffen im Kriegsfall erlaubt. Da sich der Iran durch die verheerenden Angriffe der Jahre 2025 und 2026 jedoch in einem existenziellen Krieg im Sinne der kollektiven Selbstverteidigung (Artikel 51 der UN-Charta) befindet, erlöschen nach exakt dieser westlichen Logik auch für Teheran sämtliche Verbote aus Artikel II des NPT.

Die fortlaufenden Bombardierungen stellen das Paradebeispiel für ein "außergewöhnliches Ereignis" dar, das die höchsten Interessen des Landes bedroht. Bei gleichen völkerrechtlichen Maßstäben stützt die westliche Argumentation unmittelbar das Recht des Iran, den NPT per Sofortaustritt gemäß Artikel X zu verlassen und zum Schutz vor der totalen Vernichtung legal ein eigenes nukleares Abschreckungspotenzial aufzubauen.

Dass der Westen dem Iran die Anwendung der NATO-eigenen Logik verweigert und dessen nukleare Ambitionen trotz des realen Krieges als illegalen "Breakout" sanktioniert, entlarvt das NPT-Regime als reines Recht des Stärkeren.

Deutschlands verstecktes Potenzial und Israel

Hinter der Fassade des friedlichen Nichtkernwaffenstaates verfügt die Bundesrepublik Deutschland über die vollständige technologische und materielle Basis, um innerhalb kürzester Zeit nuklear fähig zu werden. Durch seine jahrzehntelange zivile und industrielle Nuklearhistorie besitzt Deutschland Zugriff auf signifikante, tonnenweise Mengen an waffenfähigem Plutonium und hochangereichertem Uran.

Zudem wurden die Bedingungen des NPT-Beitritts durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 nicht aufgehoben. Artikel 3 Absatz 1 des Vertrages besagt explizit, dass die "Rechte und Verpflichtungen aus dem NPT (...) fortgelten".

In den deutschen Begleiterklärungen von 1969 und 1975 wurde unmissverständlich festgehalten: Sollten die USA ihren nuklearen Schutzschirm einseitig abziehen oder die Nato zerfallen, erlischt die Geschäftsgrundlage des Verzichts. Deutschland besitzt dann das Recht zum sofortigen NPT-Austritt.

Gleichzeitig baut Berlin in wissenschaftlicher und industrieller Zusammenarbeit mit Frankreich eine Reihe von Rüstungsprojekten voran, die explizit als Sprengkopfträger der nächsten Generation konzipiert und konsequent dual-use-fähig (sowohl konventionell als auch nuklear bestückbar) sind. Dazu gehören das milliardenschwere Kampfflugzeugsystem FCAS, der Taurus Neo, das neue europäische Raketenprogramm ELSA sowie das Überschall-Seezielsystem Tyrfing.

Ergänzt wird dieser doppelte Standard durch die westliche Kooperation mit Israel. Israel besitzt Schätzungen zufolge ein Arsenal von bis zu 90 nuklearen Sprengköpfen, ist dem NPT jedoch nie beigetreten. Folglich existieren dort keinerlei Kontrollen oder Verifikationsmechanismen durch die IAEA.

Dennoch liefert Deutschland seit Jahrzehnten hochmoderne, mit Steuermitteln subventionierte U-Boote der Dolphin-Klasse an die israelische Marine, die nach Angaben von Militärexperten als Träger für israelische Nuklearraketen dienen und dem Land eine seegestützte nukleare Angriffskapazität sichern.

Die Illusion der Schutzschirme: Das Diktat nationaler Interessen

Die europäische Außen- und Sicherheitspolitik baut auf der Prämisse auf, dass externe nukleare Garantien dauerhafte Stabilität garantieren. Historische Realitäten zeigen jedoch, dass kein ausländischer Staatschef eine existenzielle Entscheidung über Leben und Tod der eigenen Bevölkerung für die Sicherheitsinteressen eines Drittstaates treffen wird.

Im Ernstfall entscheidet das nationale Eigeninteresse, was sowohl den US-Schirm als auch das europäisch-französische Angebot als Fehlschlag entlarvt.

Der US-amerikanische "Atomschirm" ist ebenso ein strategisches Trugbild wie ein französischer "Atomschirm". Die US-Administration hat als bislang einzige Führung innerhalb der Allianz europäische Partnerstaaten offen mit dem Entzug des Beistands oder sogar Besatzungsszenarien bedroht. Ein nuklearer Vergeltungsschlag der USA für ein europäisches Land würde die physische Vernichtung des amerikanischen Territoriums riskieren – eine Entscheidung, die eine US-Führung im Ernstfall niemals treffen wird.

Auch das europäisch-französische Angebot einer Europäisierung der Force de frappe scheitert an den Zahlen: Frankreich verfügt über lediglich rund 290 Atomsprengköpfe, denen ein russisches Arsenal von weit über 5.000 nuklearen Waffen gegenübersteht.

Da Westeuropa zudem über keine flächendeckenden Abwehrmöglichkeiten gegen Hyperschallwaffen verfügt, bliebe jede französische Drohung militärisch wirkungslos. Die französische Militärdoktrin basiert zudem auf dem Konzept der "Vorwärtsverteidigung" (ein nuklearer Warnschuss, sobald Frankreichs vitale Interessen bedroht sind), was mit der allgemeinen Nato-Erstschlag-Doktrin harmoniert, aber ein kollektives, europäisches Mitbestimmungsrecht kategorisch ausschließt.

Ebenso erweist sich Großbritannien als technologisches Trugbild: Die britischen U-Boote nutzen einen gemeinsamen Pool von Trident II D5-Raketen, die physisch in den USA gelagert und von dort geleast werden. Ohne die kontinuierliche technische Unterstützung durch das US-Militär wäre die britische Rüstung innerhalb weniger Monate operativ nicht mehr einsatzfähig.

Zusätzlich macht die innenpolitische Entwicklung in Frankreich den angeblichen europäisch-französischen Schutzschirm zu einer unzuverlässigen Variablen. Aktuelle Umfragen für die Präsidentschaftswahl 2027 zeigen eine dominante Führung für die extreme Rechte (Rassemblement National). Sollte der RN 2027 die Macht übernehmen, entfällt jede europäische Schutz-Illusion, da die Ideologie dieser Kräfte strikt national-isolationistisch geprägt ist.

Das Sicherheitsdilemma und das Drohpotenzial der Atomwaffen

Das Festhalten an Atomwaffen und deren kontinuierliche Modernisierung stellen keine rein defensiven Vorsorgemaßnahmen dar. In der Realität fungieren Nukleararsenale als massives Drohpotenzial, das zunehmend offensiv eingesetzt wird.

So nutzte die US-Administration wiederholt die explizite Drohung mit der vollständigen militärischen Auslöschung des Iran im Falle einer Eskalation, während die russische Führung im Zuge des Krieges in der Ukraine mehrfach explizit mit dem Einsatz ihres nuklearen Potenzials gedroht hat.

Abschreckung ist nichts anderes als die permanente, institutionalisierte Bereitschaft, Millionen von Menschen binnen Minuten zu töten und dabei die eigene Vernichtung in Kauf zu nehmen. Sie schafft keinen Frieden, sondern verschärft das klassische Sicherheitsdilemma: Jede militärische Maßnahme des Westens wird von der Gegenseite als offensive Bedrohung wahrgenommen, was eine spiralförmige Gegenaufrüstung in Gang setzt, bei der das Risiko einer nuklearen Eskalation durch Fehlkalkulationen im Zeitalter von Hyperschallwaffen exponentiell ansteigt.

Umfragen in Deutschland: Aufrüstungswahn und historische Verantwortung

Die aktuelle politische Debatte, die Bundeswehr zur "kriegstüchtigsten" und stärksten konventionellen Streitkraft in Europa aufzurüsten, ignoriert die historischen Lehren des 20. Jahrhunderts.

Deutschland darf aus historischen Gründen nie wieder die dominierende Militärmacht des Kontinents werden. Die historischen Wurzeln des Nationalismus, des Rassismus und der moralischen Überheblichkeit, die maßgeblich zu den beiden verheerendsten Weltkriegen geführt haben, sind in der deutschen Gesellschaft nach wie vor präsent.

Diese Kontinuität moralischer Überheblichkeit und geopolitischer Selbstüberschätzung zeigt sich im aktuellen Handeln der etablierten Politik, insbesondere in der unkritischen Aufrüstungs- und Konfrontationspolitik der Bundesregierung und der Grünen.

Gleichzeitig manifestiert sich das Erstarken nationalistischer und extremistischer Tendenzen im rasanten Aufstieg der AfD, die sich in aktuellen politischen Umfragen zur stärksten politischen Kraft des Landes formiert. Ein militärisch hochgerüstetes Deutschland in einem von instabilen, nationalistischen Strömungen zerrissenen Europa stellt kein Sicherheitsversprechen dar, sondern ein unkalkulierbares historisches Risiko.

Gegen dieses System der nuklearen Erpressung hat sich mit dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW), der 2021 in Kraft trat und von mehr als der Hälfte der weltweiten Staaten ratifiziert wurde, ein globaler Gegenentwurf formiert. Der TPNW verbietet jeglichen Besitz, die Entwicklung und auch die Stationierung fremder Atomwaffen vollkommen. Die Bundesrepublik Deutschland sowie alle anderen Nato-Staaten weigern sich jedoch strikt, dem TPNW beizutreten, da dies das sofortige rechtliche Ende der Nuklearen Teilhabe erzwingen würde.

Ein System verliert seine Glaubwürdigkeit

Das internationale Recht ist zu einem System der Doppelstandards verkommen. Das Konzept der nuklearen Abschreckung bietet keine dauerhafte Stabilität, sondern verwaltet das permanente Risiko der globalen Vernichtung. In einer Welt kollabierender Allianzen, schwindender Vorwarnzeiten und unberechenbarer nationalistischer Strömungen ist die Abkehr von der Aufrüstungslogik alternativlos.

Eine durchsetzbare, multilaterale und verifizierbare Abrüstung im Sinne des Atomwaffenverbotsvertrags ist die einzig verbleibende, rationale Überlebensgarantie für die Weltgemeinschaft.


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  • 31. Mai 2026 um 16:00

KI und das Orakel von Delphi: Warum beide mit Deutung statt Wissen arbeiten

Von Telepolis
Sprechblase mit KI-Symbol, Doppelpunkt und Ausrufezeichen aus Tasse mit Kaffesatz

Moderne KI und antike Orakel nutzen denselben Trick – und ein Experiment mit Gemini macht ihn schonungslos sichtbar.

Wir leben in einer Periode, in der sich die Künstliche Intelligenz rasant weiterentwickelt. Gleichzeitig sind viele Features zurzeit weitgehend kostenlos verfügbar. Noch setzen die großen Tech-Firmen auf die Verbreitung ihrer KI-Modelle. Die negativen Auswirkungen der anarchisch kostenlosen Nutzung führen zu reichlich KI-Schrott.

Die massenhaft mit KI erzeugten Inhalte aus Text, Bild, Video oder Ton von sehr niedriger Qualität nennt man international AI-Slop. Es dürfte sich um ein zeitlich begrenztes Phänomen handeln.

AI-Slop als Umweltthema

Der hohe Energieverbrauch der Rechenzentren und die Kosten für die Hardware werden aktuell noch nicht von den mittels KI-Dienstleistungen erzielten Einnahmen der sogenannten Big-Tech gedeckt. Zudem haben sich erste Umwelt- und Klimaschützer bereits mit den Auswirkungen der KI befasst. Auch in den unternehmerfreundlichen USA gibt es starken Gegenwind.

Die bekannte Umweltaktivistin Erin Brockovich hat sich die Rechenzentren im Land vorgenommen [1]. Sie kartografiert deren Lage und prangert den enormen Kühlwasserverbrauch an.

Mithin ist jetzt noch Zeit sich kostenlos mit eher nebensächlichen KI-Themen, wie der Wahrsagerei zu befassen. Denn hinter scheinbaren Prophezeiungen stecken durchaus algorithmisch erfassbare Vorgänge.

So auch beim Lesen von Kaffeesatz. Im Osmanischen Reich hatte sich mit dem Aufkommen des Kaffees der Brauch des Kaffeesatzlesens entwickelt. Das Identifizieren von Symbolen im Kaffeesatz und deren Deutung blieb auch nach wiedererlangter Souveränität in den früher zum Osmanischen Reich gehörenden Staaten ein mehr oder weniger lustiger Zeitvertreib.

Trotz Aufklärung und Internet gibt es sogar noch Menschen, die daran glauben. Zu Zeiten der Finanzkrise in Griechenland war es zumindest für einige Zeitgenossen ein alternatives Berufsfeld [2]. Sie verkauften ihren verängstigten und verzweifelten Mitbürgern mit zweifelhaften Vorhersagen falsche Hoffnungen.

Vielsagende Aussagen durch geschickte Formulierung = man hat immer Recht

Heute braucht man keine Kaffeesatzleserinnen und keine Wahrsager mehr. Diese Tätigkeit kann von einer App auf dem Smartphone oder gleich von der KI übernommen werden. Gerade die KI demonstriert dabei, dass hinter dem esoterisch anmutenden Spiel um vermeintliche Wahrsagerei schlichte Mustererkennungen samt nicht verbindlicher, vieldeutiger Interpretationen stecken.

Die KI als Jobkiller erledigt dabei gleich sämtliche Arbeitsvorgänge der Propheten, die schon zu Zeiten des antiken Orakels von Delphi geschickt Geschichten erzählen und damit Geschichte prägen konnten.

Der Ablauf war einfach. Die Orakelpriesterin im am Hang des Parnass gelegenen Delphi atmete aus einer Felsspalte im Apollon-Tempel berauschende Dämpfe ein und brabbelte unverständliche Laute. Diese wurden danach von Priestern in eine "Weissagung" übersetzt.

Anders als heute die weissagende KI hatten die Priester einst auch andere, niedere Interessen. So ließen sie sich zum Beispiel von den politischen Gegnern eines Kunden bestechen, um ihn dann mit dem passenden Orakelspruch ins Verderben zu schicken. Wenn sie jedoch wirklich etwas weissagen sollten, kamen Sprüche, bei denen die vergessene Interpunktion über den Sinn entschied.

Auch im heutigen Griechenland kennt man den Spruch: "Du gehst du kommst an nicht im Krieg stirbst du". Er war an einen Krieger gerichtet, der fragte, ob er aus einem Krieg lebend zurückkommen wird. Mit der Interpretation: "du gehst, du kommst an nicht, im Krieg stirbst du", wird die Frage negativ beantwortet. Liest man dagegen: "du gehst, du kommst an, nicht im Krieg stirbst du", bleibt der Krieger am Leben.

Moderne Hellenen werfen sich deswegen oft die beiden ersten Worte "Ixis afixis" zu, wenn sie ihrem Gegenüber vermitteln möchten, dass er nichts Konkretes sagt.

Pythias Trick im KI-Gewand

Pythias Spiel mit Worten in etwas erweiterter Form ist die Grundlage jeder Weissagung. Beim Kaffeesatzlesen dienen die erkannten geometrischen Muster nur dazu, den "Ixis afixis"- Spruch einzuleiten. In früheren Zeiten übten oft Frauen das Lesen beruflich aus.

Wenn sie nicht vorher von einem Mitarbeiter – in manchen Fällen dem Kaffeehausbetreiber – Informationen über die fragende Person erhielten, stellten sie nach ihren ersten Sprüchen Rückfragen. Es hängt von der Empathie der jeweiligen Kaffeesatzleserin ab, ob sie die Sorgen und Nöte ihrer Kundschaft richtig erkennen und mit weiteren Sprüchen zu ihrem Vorteil ausnutzen kann.

Statt um die Gabe der Prophezeiung dreht sich bei den professionellen Kaffeesatzleserinnen alles um die Fantasie und die Fähigkeit, aufs Publikum zugeschnittene Geschichten zu erzählen. Das führte zu Abhängigkeiten. Der geschickte Wechsel von versprochenen guten Nachrichten mit vermeintlichen Gefahren erzeugt bei Leichtgläubigen Suchtgefahr. Man kann sich das als analoges Doomscrolling [3] vorstellen.

Liest Gemini den Kaffeesatz?

Im Prinzip sind beim Kaffeesatzlesen oder jeglichen ähnlichen Orakelspielchen die humanen Prophetinnen und Propheten dem von Joseph Weizenbaum programmierten KI-Urahnen Eliza [4] oder einem Turing-Test näher, als sie es je ahnen würden.

Beim Turing-Test [5] geht es darum, ob ein Computersystem einen Menschen vortäuschen kann, dass dieser mit einem Menschen kommuniziert. Er galt lange als Test für eine KI. Tatsächlich aber geht ein Teil der Wissenschaft heute davon aus, dass mit dem Turing-Test lediglich das erfolgreiche Vortäuschen einer Intelligenz bewertet wird. Wir wissen, dass die großen Sprachmodelle den Turing-Test mit Leichtigkeit bestehen können. Somit haben sie beim Kaffeesatzlesen ein Heimspiel.

Ich habe die vorliegenden Fotos bei Gemini hochgeladen und zunächst auf Deutsch nach einer Interpretation gefragt. Zusammen mit der Beschreibung verschiedener erkannter geometrischer Formen gab es die Zusammenfassung:

"Zusammenfassung deiner Tasse:

Deine Tasse strahlt eine sehr harmonische, wenn auch nachdenkliche Energie aus. Es gibt keine bösen Omen oder schweren Blockaden. Stattdessen geht es um Wachstum (Baum), das Sortieren von Gedanken (Wellen) und eine kommende Klarheit oder Nachricht (Vogel/weißer Fleck).

Gibt es eines dieser Themen, das gerade ganz besonders gut zu deiner aktuellen Lebenssituation passt?"

Wie erwartet gibt es mit einer geschickten Rückfrage einen Aufhänger für ein weiteres Deutungsgespräch. Dabei würde der Fragende Stück für Stück mehr Informationen preisgeben. Bei einer auf Griechisch formulierten Frage an Gemini – mit der gleichen Account-Anmeldung und bei der gleichen Sitzung gab es mit den gleichen Fotos die Zusammenfassung:

"Der Schlüssel zu deiner Tasse: > Verliere dich nicht in Kleinigkeiten und dem Alltagsstress (dem Boden). Deine Tasse ruft dich dazu auf, nach oben zu schauen, denn Veränderungen und Entwicklungen stehen bevor, die dich erneuern werden.

Wie sehen diese Veränderungen für dich aus? Bleibt die "Neuigkeit" oder "Diskussion", auf die du wartest, irgendwo stecken?"

Spätestens damit sollte jeder überzeugt sein, dass die KI keinen Kaffeesatz lesen kann, sondern schlicht geschickt Gespräche führt. Oder was meinen Sie?


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11311093

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  1. https://frolleinflow.com/erin-brockovich-startet-neue-website-brockovich-ai-data-center-reporting/
  2. https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/griechenland-kaffeesatzleserei-als-geschaeftsmodell-in-der-finanzkrise-a-1159607.html
  3. https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/was-ist-doomscrolling-und-was-hilft-dagegen/
  4. https://www.weizenbaum-institut.de/60-jahre-eliza/
  5. https://turingtest.live/

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  • 31. Mai 2026 um 14:00

Anzeige: 15,6 Zoll großer Portable Monitor zum Jahresbestpreis

Von Erik Körner
Ein Portable Monitor mit 15,6 Zoll großem Full-HD-Display kostet im Amazon-Angebot unter 68 Euro. Günstiger war er dieses Jahr noch nicht.
Der 15,6 Zoll große Portable Monitor von Yodoit mit Full-HD-Bildschirm für unter 68 Euro bei Amazon (Bild: Amazon.de/Yodoit/Golem) amazon Affiliate

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Der 15,6 Zoll große Portable Monitor von Yodoit mit Full-HD-Bildschirm für unter 68 Euro bei Amazon Bild: Amazon.de/Yodoit/Golem

Während es kein Problem ist, einen zweiten Bildschirm auf den Schreibtisch im Arbeitszimmer zu stellen, wird es schon schwieriger, wenn man unterwegs arbeitet. Oft ist man auf den einzelnen Screen von Laptop oder Tablet beschränkt. Doch glücklicherweise gibt es portable Monitore. Ein Modell von Yodoit ist bei Amazon zum niedrigsten Preis des Jahres verfügbar. Im befristeten Angebot, gültig bis zum 7. Juni, zahlt man unter 68 Euro. Weil der Rabatt vorzeitig enden kann, empfehlen wir, schnell zuzugreifen.

Das bietet der Portable Monitor von Yodoit

Der Portable Monitor von Yodoit misst schlanke 35,4 mal 22,1 mal 0,51 cm und wiegt 740 g. Entsprechend leicht lässt er sich in Rucksäcken und Taschen verstauen und belastet an langen Tagen unterwegs den Rücken nicht übermäßig. Im Lieferumfang ist eine magnetische Schutzhülle enthalten. Die schützt das Gehäuse nicht nur vor Kratzern, sondern kann auch als Ständer dienen. Falls im Heimgebrauch gewünscht, kann der Bildschirm dank VESA-Halterung (75 mal 75 cm) an einem Monitorarm befestigt werden.

Yodoits Portable Monitor ist mit einem IPS-Display ausgestattet, das Inhalte in Full-HD-Auflösung mit 60 Hz darstellt. Beste Voraussetzungen also für Office-Arbeit, Serienstreaming oder gelegentliches Spielen. Das Kontrastverhältnis beträgt laut Hersteller 1000:1, die Helligkeit ist mit 300 Nits relativ gering. Der Bildschirm eignet sich dadurch hauptsächlich für gut ausgeleuchtete Innenbereiche. Immerhin: Seine Oberfläche ist mit einer matten Beschichtung überzogen, die Reflexionen minimiert. Er kann sowohl hochkant als auch quer verwendet werden und unterstützt das Erweitern und Duplizieren von Anzeigen. Auch ist ein Paar Lautsprecher verbaut.

Ob mit Laptops oder Desktop-PCs, Konsolen oder Tablets: Der Portable Monitor von Yodoit ist dank einem USB-C- und einem Mini-HDMI-Anschluss mit vielen Geräten kompatibel. Die nötigen Kabel liegen dem Lieferumfang bei. Treiber muss man vor der Ersteinrichtung nicht herunterladen; der Bildschirm soll direkt nach dem Anschließen laufen.

Portable Monitore bei Amazon: Hohe Rabatte auf Modelle vieler Hersteller

Der Portable Monitor

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von Yodoit kostet 67,95 Euro im befristeten Angebot bei Amazon. Wie eingangs erwähnt, ist der bisher niedrigste Preis des Jahres. Wer weiter stöbern möchte, findet in dieser Übersicht
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alle derzeit reduzierten Portable Monitore bei Amazon. Die Auswahl reicht von preiswerten Office-Modellen bis zu Gaming-Varianten mit größeren Bildschirmen und dreistelligen Bildwiederholraten. Stöbern lohnt sich.

Yodoit Portable Monitor 15,6 Zoll FHD 1920x1080P Tragbares IPS Bildschirm Externer Laptop Screen Erweiterung | USB-C & HDMI | mit Schutzhülle & Lautsprecher | Mobiles Display für PC, Xbox, PS5, Switch

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  • 31. Mai 2026 um 13:40

Handy-Spione als Schnäppchen: Italiens boomende Spyware-Schattenindustrie

Von Heise

(Bild: iHaMoo/Shutterstock.com)

High-End-Trojaner wie Pegasus sorgen oft für Schlagzeilen. In deren Schatten wächst in Italien ein Markt für günstige Überwachungssoftware – mit Behördensegen.

Wenn von staatlicher Überwachungssoftware [1] die Rede ist, fallen meist Namen wie Pegasus, Predator [2] oder Paragon (Graphite)) [3]. Diese hochentwickelten Werkzeuge kosten Millionen und nutzen unbekannte Sicherheitslücken in Form von Zero-Day-Exploits [4], um Smartphones völlig ohne Zutun der Betroffenen zu infizieren. Doch diese High-End-Produkte bilden nur die Spitze des Eisbergs. Abseits des Rampenlichts hat sich in Europa ein paralleler, weitaus billigerer Markt etabliert.

Eine Untersuchung der NGO Osservatorio Nessuno und der Dachvereinigung European Digital Rights (EDRi) [5] beleuchtet die Schattenwelt der Low-Cost-Spyware in Italien. Hier existieren Dutzende kleinerer Überwachungsfirmen, die maßgeschneiderte Trojaner für Ermittlungsbehörden entwickeln. Recherchen des Mediennetzwerks IrpiMedia zeigen [6], dass italienische Staatsanwaltschaften teils nur ein paar Dutzend Euro pro Überwachungstag zahlen. In diesem Niedrigpreissegment sind teure Sicherheitslücken gar nicht notwendig. Stattdessen setzen die Anbieter auf psychologische Tricks und Social Engineering, um Zielgeräte zu kapern.

Ein reales Szenario verdeutlicht das Vorgehen dieser günstigen Spione. Plötzlich verliert die Zielperson den Mobilfunkempfang. Unmittelbar danach trifft eine SMS ein, die scheinbar vom Mobilfunkanbieter stammt. Sie fordert den Nutzer dazu auf, ein angeblich dringendes Update zu installieren, um den Dienst wiederherzustellen. Der beigefügte Link führt auf eine echt wirkende Phishing-Seite im Namen des Providers. Dort wird das Opfer dazu verleitet, eine manipulierte Android-Anwendungsdatei (APK) herunterzuladen, bei der es sich um eine präparierte Kopie der regulären App handelt.

Sobald die Installation abgeschlossen ist, beginnt das Programm mit der Datenspionage. Damit die Täuschung funktioniert, greifen die Überwacher auf die Schützenhilfe der Internetanbieter zurück. Auf Anfrage von Justiz oder Strafverfolgern drosseln die Provider gezielt die Verbindung des Betroffenen, um den Vorwand der SMS glaubwürdig erscheinen zu lassen. Einmal auf dem Telefon aktiv, missbrauchen diese Anwendungen die Android-Barrierefreiheitsdienste, verknüpfen unbemerkt WhatsApp-Sitzungen mit externen Geräten, deaktivieren lokale Antivirenprogramme und unterdrücken standardmäßige Warnhinweise, die den Zugriff auf Mikrofon oder Kamera anzeigen.

Günstige Schadprogramme im Dauereinsatz

Osservatorio Nessuno hat zwei bisher kaum bekannte Produkte beleuchtet. Das Schadprogramm Morpheus [7], das mit der Firma IPS Intelligence in Verbindung gebracht wird, überlistet Opfer gezielt bei der Nutzung von WhatsApp. Es blendet eine gefälschte biometrische Abfrage ein. Diese legt sich exakt über die originale Aufforderung zur Geräteverknüpfung, wodurch die Angreifer Zugriff auf das Chat-Konto erlangen.

Ähnlich agiert der Staatstrojaner Spyrtacus [8], den das Unternehmen SIO entwickelt und vertreibt. Durch den Missbrauch von Bedienungshilfen fertigt dieser Screenshots an, schneidet Sprachanrufe mit und exportiert Chatverläufe. Das Werkzeug befindet sich laut dem Bericht bereits seit Jahren im Dauereinsatz und wird regelmäßig durch Updates aktualisiert. Um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten und die Spionagesoftware unentdeckt verteilen zu können, nutzen Anbieter systematisch Schein- und Briefkastenfirmen. Manche dieser Konstrukte dienen dazu, die Schad-Apps als legitime Anwendungen in den offiziellen Google Play Store einzuschleusen.

Angetrieben wird diese florierende Industrie durch die hohe staatliche Nachfrage in Italien. Statistiken des Justizministeriums belegen, dass Staatsanwälte allein 2024 rund 5200 Trojaner-Infektionen autorisierten. Dieses Volumen übersteigt die Zahlen anderer EU-Länder bei Weitem und hat die Kompromittierung digitaler Endgeräte zu einer Routine-Ermittlungsmethode werden lassen.

Nach einer Entdeckung ist es für Betroffene, Rechtsanwälte oder unabhängige IT-Forensiker unmöglich herauszufinden, welches Unternehmen die Software bereitstellte, welche Behörde sie einsetzte und ob überhaupt ein gültiger Beschluss vorlag.

Grundrechte untergraben, EU in der Pflicht

Dieses System verlangt nach immer mehr Daten. Strafverfolger fordern massenhafte Infektionen zum kleinsten Preis, was zu einer Normalisierung des unbegrenzten Zugriffs auf die Privatsphäre führt. Ob der Einbruch über hochentwickelte Zero-Click-Lücken, manipulative Täuschung oder physische Installation erfolgt, wie es bei Stalkerware geschieht [9], macht für das Opfer keinen Unterschied. Jede Spyware bricht die Vertraulichkeit digitaler Geräte und extrahiert Fotos, Passwörter, Standorte sowie private Nachrichten.

EDRi gibt zu bedenken, dass solche Instrumente unvereinbar mit den EU-Grundrechten sowie den Prinzipien der Verhältnismäßigkeit und Notwendigkeit seien. Die Verantwortung für die unkontrollierte Verbreitung liege auch bei der EU-Kommission [10], deren Untätigkeit den Markt begünstige. Die Entwicklung und der Handel in Europa seien kaum reguliert, Binnenmarktregeln erlaubten den grenzüberschreitenden Vertrieb. Die EU fungiere so als globaler Knotenpunkt für Überwachungstechnologie, die weltweit zu Menschenrechtsverletzungen beitrage.

Eine wachsende Koalition aus Zivilgesellschaft und Journalistenverbänden ruft daher nach einem vollständigen EU-weiten Verbot kommerzieller Spyware [11]. Nötig seien auch strikte Transparenzpflichten für die Mitgliedstaaten.


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https://www.heise.de/-11312651

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Staatstrojaner-der-Demokratie-Killer-der-fast-keinen-juckt-9298012.html
  2. https://www.heise.de/news/Predator-iPhone-Spyware-soll-sich-ueber-Apples-Kurzbefehle-einnisten-6299190.html
  3. https://www.heise.de/news/WhatsApp-Spyware-Angriff-auf-rund-90-Journalisten-und-weitere-Personen-10266772.html
  4. https://www.heise.de/news/Leider-geil-NSOs-Pegasus-Exploit-fuer-iPhone-Spyware-enthuellt-6297893.html
  5. https://edri.org/our-work/inside-italys-low-cost-spyware-economy
  6. https://irpimedia.irpi.eu/en-italian-spyware-on-the-international-market
  7. https://osservatorionessuno.org/blog/2026/04/morpheus-a-new-spyware-linked-to-ips-intelligence
  8. https://osservatorionessuno.org/blog/2026/04/italian-spyware-maker-sio-still-developing-and-distributing-spyrtacus
  9. https://www.heise.de/news/Heimliche-Ueberwachung-Buergerrechtler-gegen-Werbung-fuer-Cyberstalking-Apps-10003746.html
  10. https://www.heise.de/news/Bruessel-raeumt-ein-Substanzielle-EU-Gelder-sind-an-Spyware-Hersteller-geflossen-11000926.html
  11. https://ifex.org/wp-content/uploads/2024/09/civil-society-coalition-calls-for-urgent-eu-action-against-spyware-threats.pdf
  12. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  13. mailto:nen@heise.de

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  • 31. Mai 2026 um 12:18

Video: Foto-Cloud selber hosten mit Immich

Von Heise

15 GB voll und dann wird's teuer? Mit Immich hostet ihr eure Fotos selbst – privat, kostenlos und überraschend einfach.

Wer seine Fotos nicht Google überlassen möchte, kann mit Immich eine selbst gehostete Alternative betreiben. Die Open-Source-Software läuft per Docker zum Beispiel auf einem Raspberry Pi, bietet eine an Google Fotos erinnernde Oberfläche mit Timeline und Kartenansicht und ist in wenigen Minuten eingerichtet.

Im einfachsten Fall sichert die Smartphone-App Fotos innerhalb des Heimnetzes – mit einem VPN klappts auch von unterwegs, zum Beispiel mit WireGuard. Wie ihr Immich einrichtet, zeigen wir im Video:


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  • 31. Mai 2026 um 10:00

Eigenheim 2026: Nur 5,7 Prozent der Jungen können sich Wohneigentum leisten

Von Telepolis
Mann lädt Elektroauto vor seinem Haus mit Sonnenkollektoren

(Bild: Halfpoint/Shutterstock.com)

Wer zwischen 30 und 44 ist und zur Miete wohnt, hat kaum Chancen auf die eigenen vier Wände – obwohl das Einkommen für die Kreditraten oft ausreichen würde.

Die Zahlen lesen sich wie ein Ausschlussbescheid für eine ganze Generation: Gerade einmal 408.000 Mieterhaushalte in Deutschland – das sind 5,7 Prozent der 30- bis 44-Jährigen – verfügen über genug Erspartes, um sich ein Eigenheim finanzieren zu können.

Das geht aus dem aktuellen LBS-empirica-Erschwinglichkeitsbarometer [1] hervor.

Das Paradoxe daran: Beim Einkommen sieht es völlig anders aus. 39 Prozent derselben Altersgruppe – rund 2,78 Millionen Haushalte – verdienen genug, um eine Kreditrate zu stemmen. Doch ohne Eigenkapital nützt das beste Gehalt nichts.

Das Problem hat einen konkreten Preis: Durchschnittlich 131.000 Euro müssen junge Haushalte heute auf der hohen Kante haben, bevor eine Bank überhaupt ein Finanzierungsgespräch führt. 2010 lag dieser Wert noch bei 57.000 Euro. Seinen Höchststand erreichte er 2022 mit über 137.000 Euro – seither ist er trotz leicht gesunkener Immobilienpreise kaum zurückgegangen.

In diese Summe fließen 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenanteil sowie die vollständigen Kaufnebenkosten ein – also Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und Makler. Allein die Nebenkosten summierten sich zuletzt auf knapp 45.000 Euro, mehr als doppelt so viel wie noch 2010.

Die Schere zwischen Stadt und Land

Besonders drastisch zeigt sich das Gefälle zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen. In den sieben größten deutschen Städten überwinden nur 4,1 Prozent der jungen Mieterhaushalte die Eigenkapitalschwelle.

Auf dem Land schaffen es immerhin 6,5 Prozent – ein Unterschied, der sich beim Einkommen noch stärker ausprägt: Während in ländlichen Regionen 53 Prozent der Haushalte genug verdienen, sind es in den Großstädten nur 30 Prozent.

Berlin bildet mit einer Eigenkapitalquote von 2,1 Prozent das Schlusslicht unter den Bundesländern. Die über Jahre hohe Zuwanderung in die Hauptstadt und ihren Speckgürtel hat die Preise so weit getrieben, dass auch Brandenburger Umlandkreise wie Havelland (1,8 Prozent) oder Oberhavel (2,2 Prozent) kaum noch Einstiegschancen bieten.

Am anderen Ende der Skala liegt Wunsiedel im Fichtelgebirge mit 13,4 Prozent – dort allerdings sinkt seit Jahren die Nachfrage.

Baupreise steigen, Zinsen bleiben hoch

Die Hoffnung, dass der leichte Preisrückgang nach der Zinswende 2022 Entlastung bringt, erfüllt sich nur bedingt. Zwar sank der Durchschnittspreis einer typischen Immobilie von 456.000 Euro im Jahr 2022 auf 433.000 Euro im Jahr 2025.

Doch die Bauzinsen liegen laut MFI-Zinsstatistik der Bundesbank [2] bei über 3,3 Prozent für langfristige Wohnungsbaukredite.

Die monatliche Annuität, also die gleichbleibende Rate aus Zins und Tilgung, hat sich seit 2010 von 744 Euro auf knapp 1.600 Euro mehr als verdoppelt.

Gleichzeitig verteuert sich das Bauen weiter. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte [3], stiegen die Baupreise für Wohngebäude im Februar 2026 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders Heizanlagen und Wärmepumpen verteuerten sich um 4,2 Prozent – ein Posten, der angesichts der Reform des Heizungsgesetzes [4] und des Einbruchs bei Dach-Solaranlagen [5] für Käufer zunehmend schwer kalkulierbar wird.

Eine Generation im Mietmarkt gefangen

Immerhin: Bei den aktuellen Baugenehmigungszahlen [6] zeigt sich ein Aufwärtstrend. Im Februar 2026 wurden 22.200 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 24,1 Prozent zum Vorjahr.

Doch mehr Neubau allein löst das Eigenkapitalproblem nicht. Vor allem dann nicht, wenn der Zuzug in die Städte so hoch bleibt wie bisher, sodass Grundstückspreise durch die Decke gehen.

Die empirica-Studie empfiehlt als Hebel niedrigere Kaufnebenkosten – insbesondere bei der Grunderwerbsteuer – sowie eine Stärkung der Eigenkapitalbildung durch Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmer-Sparzulage.

Frühere Instrumente wie das Baukindergeld hätten zwar Impulse gesetzt, aber auch Mitnahmeeffekte und Preistreiberei ausgelöst.

Wer es sich nicht leisten kann zu kaufen, bleibt Mieter – und trifft dort auf eine Mietensteigerung, die selbst die Mietpreisbremse nicht auffängt [7].

Die Wohnkostenfalle schnappt dabei nicht nur bei jungen Familien zu: Auch Millionen Boomern droht im Alter Wohnarmut [8], weil sie zu kleine Renten beziehen und kein Eigentum als Absicherung aufbauen konnten.

2010 hätte noch jeder zehnte junge Mieterhaushalt genug Eigenkapital gehabt. Heute sind es nicht einmal mehr sechs von hundert.


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https://www.heise.de/-11312671

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.empirica-institut.de/projekte/projekt/1073/lbs-empirica-erschwinglichkeitsbarometer-regionale-ersterwerber-potenziale-2026
  2. https://www.bundesbank.de/resource/blob/965022/5d4c983833b32f648c2784e5cebb5bf2/472B63F073F071307366337C94F8C870/2026-05-06-mfi-zinsstatistik-download.pdf
  3. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_126_61261.html
  4. https://www.heise.de/tp/article/Heizungsgesetz-Was-die-Reform-fuer-Hauseigentuemer-bedeutet-11189591.html
  5. https://www.heise.de/news/Viel-weniger-neue-Solaranlagen-auf-deutschen-Daechern-11155068.html
  6. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_137_3111.html
  7. https://www.heise.de/tp/article/Mietenexplosion-trotz-Mietpreisbremse-Das-politische-Paradox-11307792.html
  8. https://www.heise.de/tp/article/Rente-unter-800-Euro-Millionen-Boomern-droht-Wohnarmut-11288568.html

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  • 31. Mai 2026 um 12:50

"Soziale Medien treiben junge Männer immer tiefer in extreme Rollenbilder"

Von Telepolis
KI-generierte Grafik zeigt einen Muskelmann in mehreren Positionen

KI-generierte Grafik

Vom Muskel-Content zur Manosphere: Medienforscherin Maya Götz über Algorithmen und gefährlich einfache Antworten zu Klimawandel, Erfolg und Männlichkeit.

Warum orientieren sich jugendliche Männer zunehmend an problematischen Rollenbildern – und welche Rolle spielen soziale Medien dabei?

Medienforscherin Maya Götz erklärt, wie Algorithmen Weltbilder prägen, warum einfache Narrative so wirksam sind und weshalb sich in sozialen Netzwerken oft antifeministische Inhalte, rechte Orientierung und Klimawandel-Skepsis gegenseitig verstärken.

Junge Männer, neue Rollenbilder, neue Weltbilder

▶ Frau Götz, was haben Sie in Ihrer aktuellen Studie Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte untersucht – und wie sind Sie vorgegangen?

Maya Götz: Ausgangspunkt war die Frage: Was passiert gerade mit jugendlichen Männern, insbesondere mit Blick auf politische Orientierung und Geschlechterbilder. Gleichzeitig wollten wir verstehen, welche Rolle soziale Medien dabei spielen.

Wir sind mehrstufig vorgegangen: Zunächst mit qualitativen Fallstudien, dann mit einer repräsentativen Befragung und schließlich mit der Frage: Was lässt sich daraus konkret ableiten, auch für Medienpraxis und Pädagogik?

▶ Gab es eine Art Vorahnung, dass sich gerade bei jugendlichen Männern etwas verändert?

Maya Götz: Ja, wir haben seit der Corona-Krise wahrgenommen, dass sich etwas verschiebt – ein Rechtsruck, eine stärkere Polarisierung. Auffällig ist dabei auch, dass gerade diese Gruppen immer schwerer erreichbar sind, etwa für öffentlich-rechtliche Angebote oder klassische Bildungsformate.

Das hat Konsequenzen: Wenn Vertrauen in etablierte Medien schwindet, orientieren sich Jugendliche stärker an Inhalten aus sozialen Netzwerken – mit ganz anderen Dynamiken.

Weltbilder entstehen oft schleichend

Was war für Sie das prägnanteste Ergebnis aus der Studie?

Maya Götz: Besonders eindrücklich war der starke Unterschied innerhalb der Gruppe der Jungen. Es gibt auf der einen Seite sehr reflektierte Jugendliche, die Inhalte kritisch einordnen können, die Medienkompetenz zeigen und auch problematische Narrative sofort erkennen.

Und dann gibt es andere, die sehr offen und zugleich ungeschützt gegenüber solchen Inhalten sind. Sie übernehmen Aussagen, die mit großer Überzeugung präsentiert werden, oft direkt in ihr Weltbild – ohne sie zu hinterfragen oder einzuordnen.

Das Erstaunliche ist: Diese Jugendlichen sind nicht grundsätzlich politisch interessiert oder ideologisch gefestigt. Im Gegenteil – viele haben eine eher pragmatische Sicht auf die Welt. Gerade deshalb wirken einfache, klare Erklärungen so stark. Sie bieten Orientierung in einer Phase, in der vieles unsicher ist.

▶ Welche Rolle spielen soziale Medien konkret für das Weltbild junger Menschen?

Maya Götz: Eine sehr große. Für viele Jugendliche sind sie die zentrale Quelle für Informationen, Werte und Orientierung. Jugendliche sehen täglich eine enorme Menge an kurzen Clips. Diese wirken oft subtil, wiederholen bestimmte Botschaften und prägen so langfristig das Weltbild.

Das passiert nicht bewusst, sondern schleichend – und genau darin liegt die Gefahr. Soziale Medien treiben junge Männer immer tiefer in extreme Rollenbilder.

Grafik zeigt starke Männer
Grafik: MaLisa Stiftung

Die Manosphere verkauft Orientierung

Wie sehen diese aus?

Maya Götz: Ein zentraler Bereich ist die sogenannte "Manosphere". Das ist kein klar abgegrenztes Netzwerk, sondern eher ein loses Geflecht von Influencern, die ähnliche Inhalte verbreiten.

Der Einstieg erfolgt oft über scheinbar harmlose Themen – Fitness, Boxen, Selbstoptimierung, Erfolg.

Aus diesen Lifestyle-Inhalten werden nach und nach Deutungen darüber, wie Beziehungen funktionieren – und vor allem darüber, wie Frauen "ticken".

Dabei wird ein ziemlich geschlossenes Weltbild vermittelt: Frauen erscheinen pauschal als unzuverlässig, berechnend oder stark auf Status fixiert. Gleichzeitig wird suggeriert, dass sie selbst gar nicht genau wüssten, was sie wollen. Männern wird vermittelt, sie müssten dominant sein, Kontrolle ausüben und dürften niemals Schwäche zeigen.

Es gibt konkrete "Regeln": Aussagen von Frauen sollen immer hinterfragt und interpretiert werden. Wünsche nach Autonomie oder Freiheit werden in dieser Logik etwa als Test oder als Ausdruck mangelnder Bindungsbereitschaft gedeutet und als Zeichen dafür, dass man als Mann stärker führen oder Grenzen setzen müsse.

Gleichberechtigung erscheint in dieser Logik eher wie ein Risiko und weibliche Eigenständigkeit als potenziell destabilisierend. Das Ganze wird oft als Beziehungsberatung verpackt und wirkt dadurch erstmal hilfreich.

Vom Feindbild zur Weltanschauung

Warum ist das so wirksam?

Maya Götz: Weil es sehr einfache Antworten auf komplexe Erfahrungen gibt. Jeder erlebt Unsicherheit, Zurückweisung oder Missverständnisse in Beziehungen. Diese Inhalte bieten dafür sofort eine Erklärung und entlasten gleichzeitig.

Das Problem ist: Dadurch wird kein Verständnis aufgebaut, sondern ein Feindbild. Beziehungen werden als Machtverhältnis gesehen.

Und gleichzeitig steckt dahinter oft ein Geschäftsmodell. Anders als klassische Influencer verdienen diese Akteure ihr Geld nicht primär über Werbung, sondern über Beratungssysteme, also Coachings, Kurse, exklusive Inhalte.

Die Nutzer bleiben in einer Schleife: Sie übernehmen diese Deutungen, scheitern damit in echten Beziehungen und suchen dann wieder Hilfe bei genau denselben Quellen. So verstärkt sich das System selbst.

▶ Ein Ergebnis Ihrer Studie ist, dass viele jugendliche Männer Gleichberechtigung infrage stellen. Wie erklären Sie sich das?

Maya Götz: Das hängt eng mit den vermittelten Narrativen zusammen. Wenn immer wieder die Botschaft kommt, Männer seien benachteiligt oder Opfer von Gleichberechtigung, verändert das die Wahrnehmung. Dabei geht es oft nicht um bewusstes politisches Denken, sondern um übernommene Deutungsmuster.

In der Konsequenz entstehen dann Einstellungen, die Gleichberechtigung infrage stellen oder relativieren. Und das ist natürlich problematisch, weil es grundlegende demokratische Werte betrifft.

Wenn Rollenbilder und Klimawandel-Skepsis zusammenkommen

▶ Sie haben auch Zusammenhänge mit Klimawandel-Skepsis festgestellt.

Maya Götz: Ja, das war tatsächlich ein bemerkenswerter Befund. Auf den ersten Blick haben traditionelle Geschlechterbilder und Klimawandel-Skepsis wenig miteinander zu tun. Gleichzeitig sehen wir aber, dass bestimmte politische und kulturelle Narrative gemeinsam auftreten – etwa rechte Orientierung, Vorstellungen von "starker" Männlichkeit und Zweifel am Klimawandel, ein Beispiel dafür ist Donald Trump.

Und gerade in sozialen Medien werden solche Deutungen oft zusammen vermittelt. Jugendliche stoßen dort auf Inhalte, die Klimawandel als "Propaganda" darstellen oder politische Maßnahmen grundsätzlich infrage stellen. Viele übernehmen diese Argumentationen, ohne sie wirklich einordnen oder überprüfen zu können.

Besonders auffällig war dabei, dass sich manche junge Männer dadurch auch emotional entlasten. Wenn man überzeugt ist, dass der Klimawandel gar nicht existiert oder übertrieben wird, muss man sich weder Sorgen machen noch das eigene Verhalten hinterfragen. Diese Haltung kann sehr beruhigend wirken – gerade in einer Zeit, in der viele Krisen als belastend empfunden werden.

Interessant war auch, dass sich die Einstellungen innerhalb derselben Peer-Gruppen unterscheiden konnten. Einige sagten sinngemäß: "Das betrifft mich sowieso nicht mehr", andere dachten zumindest über mögliche Folgen für spätere Generationen nach.

Und man sieht daran auch: Wer sich in bestimmten digitalen Räumen bewegt, übernimmt oft nicht nur einzelne Meinungen, sondern ganze Bündel an Weltbildern – von Rollenbildern bis hin zu politischen oder gesellschaftlichen Fragen wie dem Klimawandel.

"Starke Männer verteidigen Frauen und deren Rechte"

▶ Warum sind diese Entwicklungen nicht nur für Frauen, sondern auch für junge Männer selbst so problematisch?

Maya Götz: Weil sie ihnen langfristig schaden. Diese Rollenbilder sind extrem einengend. Sie verlangen Stärke, Dominanz und Kontrolle – und lassen kaum Raum für Unsicherheit oder emotionale Entwicklung.

Das führt zu Druck und Stress. Gleichzeitig erschwert es echte Beziehungen, weil Gleichberechtigung und gegenseitiges Verständnis fehlen.

Viele Männer merken das erst später im Leben und beginnen dann, diese Muster zu hinterfragen. Aber der Weg zurück kann lang und schwierig sein. Deshalb ist es so wichtig, früh gegenzusteuern.

▶ Was kann man konkret tun?

Maya Götz: Ein wichtiger Ansatz ist, alternative Narrative zu entwickeln, die anschlussfähig sind. Also nicht einfach zu sagen: "Das ist alles falsch", sondern neue Perspektiven anzubieten, die an bestehende Werte anknüpfen.

Wir haben im Rahmen der Studie selbst Clips produziert, die genau das versuchen. Zum Beispiel, indem sie Stärke neu definieren: nicht als Dominanz, sondern als Verantwortung und Schutz für andere. Starke Männer verteidigen Frauen und deren Rechte.

Wichtig ist dabei, realistisch zu bleiben. Wertentwicklung passiert in Stufen. Man kann nicht erwarten, dass jemand sofort seine gesamte Weltsicht ändert. Aber kleine Impulse können ausreichen, um Zweifel zu säen und neue Denkräume zu öffnen. Und genau darum geht es, Denkprozesse in Gang zu setzen.

Porträt Maya Götz vor Büchern
Foto: © Christian Rudnik

Maya Götz, Dr. phil., ist Leiterin des IZI [1] und des Prix Jeunesse International [2]. Die Ergebnisse der von MaLisa Stiftung [3] und bayerischem Familienministerium geförderten Studie "Soziale Medien, Geschlechterbilder und Werte" sind in der Fachzeitschrift Televizion [4] nachzulesen. Die Autorin Michaela Simon ist freiberuflich u.a. auch für die MaLisa Stiftung tätig.


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https://www.heise.de/-11312641

Links in diesem Artikel:

  1. https://izi.br.de/deutsch/home.htm
  2. https://prixjeunesse.de/prix-jeunesse-international-2026/
  3. https://www.malisastiftung.org/studien/soziale-medien-geschlechterbilder-und-werte
  4. https://izi.br.de/deutsch/publikation/televizion/televizion.htm

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  • 31. Mai 2026 um 12:15

KI: Angeblich halbe Milliarde Dollar in Tokens verbrannt

Von Michael Linden
Ein Konzern soll rund 500 Millionen Dollar für Claude ausgegeben haben, weil niemand Nutzungslimits für Mitarbeiter eingerichtet hatte.
KI kann viel Geld kosten. (Symbolbild) (Bild: Pexels)
KI kann viel Geld kosten. (Symbolbild) Bild: Pexels

Ein namentlich nicht genanntes Unternehmen hat innerhalb von einem Monat versehentlich Tokens für Anthropics Claude AI im Wert von 500 Millionen US-Dollar verbraucht, wie Axios berichtet. Offenbar wurde versäumt, ein Nutzungslimit für Beschäftigte einzurichten.

Dem Bericht zufolge kämpfen viele Unternehmen derzeit damit, dass ihre KI-Ausgaben nicht in erkennbare Rendite münden. Mitarbeiter nutzen Tools teils für Aufgaben ohne Wert für das Unternehmen, andere übertreiben den Token-Verbrauch gezielt, um interne Leistungsziele zu erfüllen. Dieses Muster hat inzwischen einen Namen: Tokenmaxxing.

Uber-CEO Dara Khosrowshahi sagte kürzlich, ein hoher Token-Verbrauch stehe in keinem nachweisbaren Zusammenhang mit nützlichen Ergebnissen. Amazon strich ein internes KI-Nutzungsranking, nachdem Mitarbeiter sinnlose Aufgaben ausführten, um im Leaderboard aufzusteigen.

Agentic AI als besonderer Kostentreiber

Besonders teuer sind sogenannte Agentic-AI-Systeme, die mehrere Aufgaben autonom hintereinanderschalten. Solche Workflows sollen bis zu 1.000-mal mehr Tokens verbrauchen als eine gewöhnliche Sprachmodell-Abfrage.

Das Unternehmen hinter dem 500-Millionen-Fall wurde von Axios und dem zitierten KI-Berater nicht genannt. Einige Nutzer auf X spekulierten über Amazon, ohne jedoch Belege dafür zu nennen. Anthropic äußerte sich bisher nicht.

Branchenweites Erwachen bei KI-Governance

Der Fall reiht sich in eine Serie teurer Pannen ein. Im April erhielt ein Google-Cloud-Kunde eine Rechnung über 18.000 US-Dollar, trotz eines Kontoguthabens von nur sieben US-Dollar. Im Mai verbrauchte der Entwickler des Tools Openclaw rund 1,3 Millionen US-Dollar an OpenAI-API-Tokens innerhalb eines einzigen Monats.

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  • 31. Mai 2026 um 12:11

Captain Kirk im Anzug: Sonderbares Star-Trek-Vorschaubild bei Paramount+

Von Ingo Pakalski
Paramount+ zeigt ein sehr ungewöhnliches Symbolbild zum zweiten Star-Trek-Kinofilm: Captain Kirk in einem klassischen Anzug.
Dieses Foto stammt nicht aus dem zweiten Star-Trek-Film. (Bild: Blusky)
Dieses Foto stammt nicht aus dem zweiten Star-Trek-Film. Bild: Blusky

Hat Paramount mit KI-Technik experimentiert und ist dabei etwas schiefgelaufen? Darauf deutet einiges hin. Im Abo von Paramount+ hat der preisgekrönte Comicautor Ryan Estrada ein ungewöhnliches Symbolbild von William Shatner als Captain Kirk bemerkt und auf Bluesky dokumentiert.

Es handelt sich um Posterbild für den Spielfilm Star Trek II: Der Zorn des Khan, der Bestandteil des Abos Paramount+ ist. Üblicherweise trägt William Shatner als Captain Kirk in den Spielfilmen rund um Star Trek eine Uniform der Sternenflotte. Auf dem Symbolbild trägt er einen Anzug, allerdings ist er in in dem Film nicht in diesem Kleidungsstück zu sehen.

Nach Recherchen des Magazins Kotaku wird dieses Vorschaubild für den zweiten Star-Trek-Spielfilm nicht allen Abonnenten von Paramount+ angezeigt. Nach welchen Mechanismen der Anbieter welches Bild verwendet, ist nicht bekannt.

Ursache für den Fehler ist unbekannt

An sich stammt das verwendete Fotos aus dem Film, das Bild wurde aber verändert. In der entsprechenden Szene greift Captain Kirk auf eine Computerdatei zu und für die Autorisierung erfolgt ein Netzhautscan, dieser ist im Symbolbild zu erkennen. Im Film trägt er dabei allerdings eine Uniform der Sternenflotte.

Estrada vermutet, dass Paramount ein durch KI-Technik erzeugtes Bild verwendet hat. Bei der Szene im Film ist das Gesicht von William Shatner in einer Nahaufnahme zu sehen und der Schauspieler wäre auf dem Vorschaubild kaum zu erkennen gewesen, weil alles oberhalb der Stirn nicht zu sehen ist.

Vermutlich wurde das Bild daher mittels KI überarbeitet, dabei wurde auch Haar ergänzt, das vergleichsweise unecht aussieht. Offen bleibt die Frage, warum niemandem bei Paramount aufgefallen ist, dass dieses Foto kaum zum beworbenen Spielfilm passt. Das werden wohl viele Abonnenten von Paramount+ bemerken, die mit Star Trek vertraut sind.

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  • 31. Mai 2026 um 11:32

Einschränkungen für Streamingkunden: Disney-Channel bei Disney+ gestartet

Von Ingo Pakalski
Der Disney-Channel wird in Disney+ integriert. Streamingkunden müssen sich auf viele Einschränkungen einstellen, wie eine Stichprobe zeigt.
Der Disney-Channel ist nun Bestandteil von Disney+. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Der Disney-Channel ist nun Bestandteil von Disney+. Bild: Disney/Screenshot: Golem

Ende Mai 2026 hat Disney seinen Plan umgesetzt und den Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. Vor knapp sechs Wochen kündigte das Hollywoodstudio die Einbindung an und nannte als Startdatum den Mai dieses Jahres. Streamingkunden müssen sich dabei auf einige Beschränkungen einstellen, wie eine Stichprobe von Golem zeigt.

Der Disney-Channel ist nach Angaben des Anbieters in in allen Abostufen von Disney+ "identisch", und nicht nur das führt teilweise zu Beschränkungen, die Kunden von Streamingabos sonst nicht gewohnt sind. Es fängt damit an, dass alle Inhalte immer nur maximal in Full-HD-Auflösung in 1080p und mit Stereoton ausgestrahlt werden.

Wenn Abonnenten einen höheren Preis für ein Abo von Disney+ zahlen, um Inhalte in einer höheren Auflösung und mit Surround-Ton ansehen zu können, bekommen sie beim Disney-Channel trotzdem maximal die genannte Auflösung. Zudem bemerkten wir in einer Stichprobe, dass der Disney-Channel alle Inhalte ausschließlich in deutscher Sprache ausstrahlt.

Disney-Channel zeigt Filme und Serien in deutscher Sprache

Ein Wechsel der Wiedergabesprache ist nicht möglich und es gibt auch keine Untertitel. Unterschiedliche Tonspuren und Untertitel sind bei Streamingabos üblicherweise möglich.

So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 1/4: So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 2/4: So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 3/4: So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 4/4: So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)

Eigentlich soll sich eine begonnene Sendung bei Bedarf von vorn ansehen lassen. In unserer Stichprobe ging das bei zwei Titeln nicht, die Spulleiste reagierte nicht. Wir konnten nicht einmal den Stream anhalten und auch die eingeblendeten Buttons zum Spulen in Zehn-Sekunden-Schritten waren ohne Funktion. Der Grund dafür ist derzeit nicht bekannt.

Der Disney-Channel ist ein linearer TV-Sender mit Werbeunterbrechungen. Das bedeutet, dass auch eigentlich werbefreie Abos von Disney+ Werbung auf dem TV-Sender enthalten.

Eine elektronische Programmzeitschrift alias Electronic Program Guide (EPG) gibt es in der App von Disney+ nicht. Wer sich über das Programm des Disney-Channel informieren möchte, muss das auf der entsprechenden Webseite tun. In der App gibt es nur Informationen zum aktuell laufenden Titel sowie zu weiteren Sendungen innerhalb der nächsten Stunden.

Viele der Inhalte im Disney-Channel gibt es auch als On-Demand-Inhalt im Abo von Disney+, aber das gilt nicht zwingend für alle Filme und Serien. Unter anderem läuft auf dem Disney-Channel aktuell die Komödienserie Dharma & Greg, die weder im Abo von Disney+ noch in anderen Streamingabos enthalten ist.

Disney-Channel mit Inhalten, die bei Disney+ fehlen

Im Disney-Channel könnten Inhalte gezeigt werden, "die eventuell noch nicht auf Disney+ verfügbar sind", heißt es vom Unternehmen dazu. Für Fans von Dharma & Greg weckt das die Hoffnung, dass die Serie zu einem späteren Zeitpunkt in das Abo von Disney+ integriert wird.

Obwohl der Disney-Channel zu einigen Tageszeiten ein spezielles Programm für Kinder zeigt, werde der Sender nicht in die Kinderprofile von Disney+ integriert, erklärte uns der Anbieter auf Nachfrage. Damit solle sichergestellt werden, dass Abonnenten den Livestream nur sehen könnten, wenn der Inhalt der ausgewählten Altersfreigabe entspreche.

So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 1/4: So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 2/4: So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 3/4: So sieht der Livestream-Bereich von Disney+ mit dem Disney-Channel aus. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)
Bild 4/4: So ist der Disney-Channel in das Abo von Disney+ integriert. (Bild: Disney/Screenshot: Golem)

Falls der Livestream nicht der im Profil hinterlegten Altersfreigabe entspreche, gebe es dazu eine Benachrichtigung und der Disney-Channel werde abgeschaltet, erläutert das Unternehmen den Vorgang.

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  • 31. Mai 2026 um 11:15

Störungsmeldung vom 31.05.2026 08:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
31.05.2026 08:00
Region
Schwerte (02304)
Provider
1&1
Zugangsart
ISDN

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 31. Mai 2026 um 08:00

Sicherheit durch Stärke – oder ein riskanter Kurswechsel?

Von Telepolis
Grundgesetz mit Taube statt Adler vor Reichstag

513 Abgeordnete stimmten für die Aufrüstung – doch verstößt Deutschland damit gegen sein eigenes Grundgesetz?

Mit Zweidrittelmehrheit beschloss der scheidende deutsche Bundestag am 18. März 2025 die Lockerung der Schuldenbremse. Mit einer Entscheidung von "bislang nicht gekannter Dimension und Tragweite" votierten 512 Abgeordnete – bei 206 Gegenstimmen – für eine Lockerung der Schuldenbremse im Grundgesetz.[1]

Beschlossen wurde eine erhebliche Steigerung der Verteidigungsausgaben und ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro. Bundeskanzler Friedrich Merz will, dass Deutschland die stärkste konventionelle Armee Europas erhalten soll. Wer denkt da noch an Rüstungskontrolle, geschweige denn an Abrüstung!

Das Land muss "kriegstüchtig" werden, sich auf Krieg einstellen. Die Gesellschaft muss sich in allen Lebensbereichen auf einen möglichen "Verteidigungskrieg" vorbereiten. Das gilt u.a. für das Gesundheitswesen, die Wirtschaft und die Industrie sowie für die Bereiche Kommunikation und Logistik.

Umfangreiche Baumaßnahmen sind für Bunker und die Ertüchtigung der Bahnstrecken und Brücken eingeplant. Die militärische Luftverteidigung [1] soll gestärkt werden, um den Schutz der Zivilgesellschaft und der wichtigen Energie- und Wasserversorgung zu gewährleisten.

Moderne Industriegesellschaften sind aber aufgrund ihrer zivilen Verwundbarkeit nur unter Friedensbedingungen lebens- und funktionsfähig. Kriegsverhinderung bedeutet dann, im Vorfeld eines sich anbahnenden Konflikts präventiv zwischenstaatliche Konflikte zu entschärfen und mit Diplomatie zur Deeskalation beizutragen.

Wohin steuert die Bundesrepublik Deutschland?

"Deutschland und Europa brauchen nicht Kriegstüchtigkeit, sondern Friedenstüchtigkeit; das ist die Lehre aus der europäischen Geschichte. [...] Der Frieden ist nämlich keine Leerformel, kein Füllwort oder Schmuckvokabel. Es ist das tragende Prinzip der Verfassung."[2]

Heribert Prantl

"Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Mitglied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt sich dieses Grundgesetz gegeben."

Präambel des Grundgesetzes

Carlo Schmid, der geistige Vater dieses normativen Textes, baute auf ein unveränderliches Friedensgebot Deutschlands im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit. Versäumt wurde allerdings bis heute, diesem verfassungsrechtlichen Gebot eine tragfähige Ausgestaltung – wie dem Sozialstaatsprinzip – zu geben.

"Bis heute beinhaltet das Grundgesetz den normativen Auftrag, die Existenz einer Streitkraft mit dem Friedensgebot in praktische Konkordanz zu bringen. Der ausgerufene Primat der Aufrüstung und der exzessive Einsatz von öffentlichen Mitteln zu diesem Zweck verschiebt dieses prekäre Gleichgewicht in die Richtung einer Rückkehr des Militarismus. Deutschland hatte bereits zweimal eine kriegstüchtige Armee. Und lange vor dem Blutvergießen im Krieg beginnt die Militarisierung im Inneren. […]

Statt also Ausreden zu suchen, warum Frieden zwar wünschenswert, aber leider nicht zu machen ist, gilt es, die Einsicht zu verteidigen, dass das Grundgesetz die Verfassung eines Landes sein sollte, das dem Frieden dient und nicht den Krieg vorbereitet. Mit diesem normativen Gebot sind die Pläne für eine exzessive Aufrüstung nicht vereinbar. Sie gefährden die Sicherheit, der zu dienen sie vorgeben."

Andreas Engelmann, Rainer Rehak, Frankfurter Rundschau [2]

Das Friedensgebot fordert Friedensfähigkeit – "Gemeinsame Sicherheit" als Wegweiser

Die Palme-Kommission von 1980, an der neunzehn bedeutende Politiker und Fachleute aus Ost und West, Nord und Süd, darunter der frühere deutsche Bundesminister und Abrüstungsexperte Egon Bahr, mitgewirkt haben, hat in der Hochphase des Kalten Krieges die lebensbedrohlichen Konsequenzen der nuklearen Abschreckungsdoktrin eingehend analysiert und daraus bemerkenswerte Schlussfolgerungen gezogen, die sie in einem Alternativ-Konzept "gemeinsamer Sicherheit" zusammengefasst hat [3]:

"In der heutigen Zeit kann Sicherheit nicht einseitig erlangt werden. Wir leben in einer Welt, deren ökonomische, politische, kulturelle und vor allem militärische Strukturen im zunehmenden Maße voneinander abhängig sind. Die Sicherheit der eigenen Nation lässt sich nicht auf Kosten anderer Nationen erkaufen."

Der Palme-Bericht zur "Gemeinsamen Sicherheit" ist in seinen Empfehlungen besonders in Krisenzeiten wegweisend. Er forderte die Rückkehr zu Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Abrüstung.

Auch wenn in der aktuellen Lage die Revitalisierung dieses Konzepts schwierig erscheint, wäre "Gemeinsame Sicherheit" ein Konzept, das nachhaltigen Frieden und Klimagerechtigkeit befördern könnte. Sie eröffnet im Besonderen Chancen, gegensätzliche geopolitische Interessen auszugleichen und eine Tür für Verhandlungen zu öffnen. Das gilt für den Ukraine-Krieg wie für alle anderen Krisenherde auf der Welt.

In seiner Studie "Kriegsfolgen und Kriegsverhütung" (Hanser Verlag 1971) mahnte der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker eine Strategie der Kriegsverhinderung an. Die Folgen eines Atomkriegs in Mitteleuropa wären existenziell. Deshalb gelte es, über Rüstungskontrolle und Abrüstung das Kriegsrisiko zu minimieren.

Gilt diese Mahnung heute noch oder sind wir auf dem Weg zurück in den Kalten Krieg?

"Der Hass und die Bereitschaft zum Krieg und zur Feindbildproduktion ist tief verwurzelt in der Menschheit, gerade in Zeiten großer Krisen und existenzieller Ängste. Heute aber gilt: Wer die Welt wirklich retten will, diesen einzigartigen und kostbaren Planeten, der muss den Hass und den Krieg gründlich verlernen. Wir haben nur diese eine Zukunftsoption", so Antje Vollmer in ihrem Vermächtnis einer Pazifistin [4].

Frieden suchen mit aller Kraft. So haben es die Mütter und Väter des Grundgesetzes, die Überlebenden des II. Weltkrieges als Friedensgebot in die Verfassung des Jahres 1949 geschrieben – als Gebot der Friedensstaatlichkeit.

Der langjährige ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts, Helmut Simon wies immer wieder darauf hin, dass es leider versäumt wurde, das Friedensgebot ähnlich wie das Sozialstaats- und Rechtsstaatsgebot konkret herauszuarbeiten. Vernachlässigt worden seien vor allem "die zivile Konfliktbearbeitung und deren Vorrang vor militärischer Gewaltanwendung."

Simon hielt es "für unerträglich, dass für diese Aufgabe lediglich ein verschwindend geringer Teil der Mittel zur Verfügung steht, wie wir sie für das Militär aufwenden."[3]

Deshalb wäre es notwendig, eine Ausgestaltung des Friedensgebots auf den Weg zu bringen. Frieden ist eine dauerhafte Gestaltungsaufgabe "politischen Handelns in einer Welt, in der Frieden existenziell notwendig ist und im Unfrieden täglich immer neu organisiert werden muss. […] Annäherung an das Ideal kann schließlich auch einen umfassenden Zivilisationsfortschritt in der Weltpolitik und Menschheitsgeschichte bedeuten", so Hanne-Margret Birckenbach, Friedensforscherin und Trägerin des Göttinger Friedenspreises.

Frieden sollte als ein "integrierendes Rahmenkonzept verstanden werden, innerhalb dessen menschenrechtliche, entwicklungspolitische, sicherheitspolitische sowie ökologische Teilziele angestrebt werden."[4]

Dem Grundgesetz neue Kraft zu verleihen und dem Parlament des Deutschen Bundestages einen Handlungsrahmen für eine aktive Friedenspolitik zu geben, wäre eine Aufgabe von großer Tragweite und gebotener Dringlichkeit. Das Friedensgebot des Grundgesetzes und die UN-Charta sind das tragende Fundament einer Friedenspolitik, die für die Bundesrepublik Deutschland Leitlinie sein müsste.

Anmerkungen

[1] Süddeutsche Zeitung, "Bundestag votiert für Schuldenpaket", vom 19. März 2025

[2] Heribert Prantl, Den Frieden gewinnen, Heyne 2024, S.57

[3] Helmut Simon, Frankfurter Rundschau, 06.01.2004.

[4] Hanne-Margret Birckenbach, Friedenslogik Verstehen, 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Wochenschau Verlag 2026, S. 40 – 42

Rolf Bader, geb. 1950, Dipl. Pädagoge, Offizier a. D. der Bundeswehr, ehemals Geschäftsführer der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11309267

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.facebook.com/ZDFheute/videos/verteidigungsexperte-im-bereich-der-luftverteidigung-sind-wir-blank/489466177215676/
  2. https://www.fr.de/politik/aufruestung-was-wird-aus-dem-friedensgebot-im-grundgesetz-93645364.html
  3. https://www.ipb.org/wp-content/uploads/2022/07/Palme_Report_2022_CSDE.pdf
  4. https://www.antje-vollmer.de/index_htm_files/Vermaechtnis%20PDF.pdf

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  • 31. Mai 2026 um 10:00

Ukrainische Armee meldet rätselhafte Objekte im Luftraum

Von Telepolis
Bilder eines UAP

2024 wurde dieses 30 Meter durchmessende unidentifizierte Flugobjekt von einem Drohnenpilot des 406. Bataillons der ukrainischen Armee im Kampfgebiet detektiert und gefilmt.

(Bild: AFU)

In einem Fachartikel berichten zwei Militärwissenschaftler von UFO-Detektionen und deren Bedeutung im Abwehrkampf der Ukraine gegen Russland.

Viel zu lange galten UFOs und unidentifizierte anomale Phänomene (UAPs) als Randthema zwischen Science-Fiction und Pseudowissenschaft, bestenfalls als kurioses wissenschaftliches Rätsel.

Seit wenigen Jahren rückt ihre Erforschung jedoch zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher und geopolitischer Interessen. Das US-Fachjournal CTX der Naval Postgraduate School widmet diesem Themenfeld eine aktuelle Sonderausgabe [1] zur Analyse von UAP- und UFO-Phänomenen.

UFOs als Risiko für Krieg und Sicherheit

Dr. Artem Bilyk und Dr. Kyrylo Nikolaiev lehren an einem verteidigungs-geheimdienstlichen Forschungsinstitut in Kiew und sind zudem im Vorstand der zivilen ukrainischen UFO-Forschungsgesellschaft "ZOND".

Im CTX-Artikel (deutsche Übersetzung [2]) zeigen die Autoren, dass sich die ukrainischen Streitkräfte intensiv mit unbekannten Objekten im Luftraum über dem Frontgebiet befassen.

Ziel ist eine möglichst vollständige Überwachung durch visuelle, thermische, akustische und radarbasierte Systeme. Die frühe Erkennung sogenannter AOP (aerospace objects and phenomena) ist laut Autoren sowohl für militärische Operationen als auch für die nationale Sicherheit entscheidend.

Ein Teil dieser Objekte wird nach Analyse als Drohnen, Ballons oder natürliche Erscheinungen wie Wolken identifiziert. Andere zeigen jedoch Eigenschaften, die nicht zu bekannten Systemen passen: extreme Geschwindigkeit, abruptes Beschleunigen oder Abbremsen, scheinbarer Stillstand, fehlende Antriebsmerkmale oder ungewöhnliche Lichtphänomene.

Während viele Fälle schließlich geklärt werden, bleibt ein Teil unidentifiziert und wird als UAP klassifiziert. Diese gelten laut Autoren als potenziell gefährlich, da sie mit Flugzeugen kollidieren oder durch Licht-, Strahlungs- und elektromagnetische Effekte Systeme beeinflussen können.

Der Krieg in der Ukraine habe diese Entwicklung verstärkt. "Seit 2022 ist der Luftraum durch Sensoren, Drohnen und Überwachungssysteme regelrecht gesättigt." Hunderttausende Systeme – von Smartphones und Kameras über Wärmebildgeräte und Mini-Radare bis zu Satelliten und Aufklärungsdrohnen – liefern kontinuierlich Daten.

Besonders unbemannte Fluggeräte (UAVs/Drohnen} ermöglichen nahezu Echtzeitbeobachtungen. Zusätzlich setzt die Ukraine seit 2023 ein landesweites Netz stationärer akustischer und optischer Sensoren zur Drohnenerkennung ein.

Identifizierung in zwei Stufen

Die Identifizierung und Unterscheidung zwischen UAVs, AOP und schlussendlich UAPs erfolge in einer primären und einer abschließenden Phase. Zunächst bewerten Soldaten oder Systeme Parameter wie Geschwindigkeit, Flugbahn und Verhalten zur schnellen Bedrohungseinschätzung. Bei Unsicherheit folgt eine vertiefte Analyse durch Spezialisten.

Die Gründe für nicht identifizierte Objekte seien dabei vielfältig: schlechte Sicht, technische Grenzen, neue Waffensysteme oder Tarn- und Täuschungsmaßnahmen. Russland nutze laut Autoren auch gezielt Methoden wie radarabsorbierende Beschichtungen, falsche Ziele, Wärmefallen oder getarnte Drohnen.

Erst, wenn keine Erklärung möglich ist, wird ein Objekt als UAP eingestuft. Zentrale "Anomaliefaktoren" sind etwa extreme hohe oder niedrige Geschwindigkeiten, abrupte Richtungswechsel, untypische Flugbahnen, visuelle Unsichtbarkeit oder ungewöhnliche Strahlungseffekte.

Beispiele aus 2023–2024

Die Autoren beschreiben sechs Fälle aus dem Kriegsgebiet, die trotz Analyse ungeklärt bleiben. Diese ähnelten Berichten aus anderen Ländern und deuteten somit auf ein möglich global verbreitetes Phänomen hin.

  • Als anschauliche Beispiele für solche UAP/UFO-Detektionen schildert der Artikel unter anderem die Detektion eines großen, schwebenden, flachen oder zigarrenförmigen Objekt, das 2024 über der Front mit einer Mavic-3T-Drohne im Wärmebildmodus aufgezeichnet werden konnte (s. Titelabb.). Der Durchmesser des Objekts betrug etwa 30 m. Die abschließende Identifikationsanalyse klassifizierte das Objekt "aufgrund von Anomalie-Faktoren, darunter große Größe, ungewöhnliche Form und Schweben auf der Stelle als UAP".
  • Ebenfalls 2024 von einer Drohne gefilmt, wurde eine keilförmige Formation aus fünf kugelförmigen Objekten schlussendlich als UAP klassifiziert: "Die Objekte folgten einer geraden Flugbahn und erzeugten keinen Lärm. Jedes Objekt hatte einen Durchmesser von etwa 1 Meter (m) und bewegte sich mit etwa 30 Metern pro Sekunde (108 km/h).
  • Nicht weniger bizarr erscheint zudem die Detektion einer Formation vermutlich kugelförmiger Objekte, die sich auf den Drohnen-Aufnahmen lediglich im Wärmebild abzeichneten, im zeitgleich erstellen sichtbaren Bereich jedoch buchstäblich unsichtbar waren.

Sonderbefehle und UAP-Meldesysteme

Bilyk und Nikolaiev berichten auch von einem 2023 erteilten. 2024 wurde zudem eine spezielle Forschungseinheit eingerichtet, die AOP-Berichte sammelt, analysiert und UAP-Fälle untersucht. Diese entwickelten Handbücher, Fragebögen für militärische UAP-Zeugen und eine eigene Methodik zur Identifizierung sowie Schulungsprogramme für Soldaten.

Ergänzt wird dies durch die zivile ePPO-App zur elektronischen Luftverteidigung. Nutzer können über einen "UFO"-Button unbekannte Objekte melden. Die App zählt über 800.000 Nutzer. KI-Systeme werten die Daten aus, identifizieren Objekte, berechnen Flugbahnen und unterstützen bei Bedarf auch Einsatzentscheidungen.

Strategische UFO-Suche auch in Deutschland

Ähnlich, wie die ukrainischen Streitkräfte und Geheimdienste derzeit auch nach UFOs und UAP am Himmel über dem Kampfgebieten fahnden, suchte einst auch der westdeutsche Bundesnachrichtendienst (BND) nach "UFOs an der innerdeutschen Grenze".

Als erster Journalist konnte der Autor dieses Artikels (A.M.) 016 die gleichnamige Akte im Bundesarchiv in Koblenz einsehen und berichtete darüber ausführlich u. a. 2021 in seinem Buch "Deutschlands UFO-Akten" [3].

Auf 67 Seiten werden Detektionen zunächst unbekannter Flugobjekte in Richtung DDR Mitte der 1980er Jahre geschildert. Auch hier können die meisten gerade mit heutigem Wissen über den damaligen Stand der Spionage-Technologien erklärt werden. Doch auch hier bleiben einige wenige Fälle bis heute rätselhaft und unidentifiziert – also tatsächlich UFOs an der innerdeutschen Grenze.

Perspektiven für die wissenschaftliche UFO-Forschung

Statt UFOs also aufgrund mangelnder Kenntnisse wissenschaftlich zu tabuisieren, zeigt die Studie, wie moderne UAP-Forschung heute nicht mehr spekuliert, sondern von instrumenteller Luftraumüberwachung, Sensorik und Bedrohungsanalyse geprägt sein kann.

Wenn zukünftig auch die zivilwissenschaftliche Forschung von diesen militärischen Detektionen profitieren kann, wäre dies nicht nur ein geopolitisch strategischer, sondern auch ein Gewinn für Wissenschaft rund um die Frage nach Natur und Herkunft von UFOs und UAPs.

Andreas Müller, Jahrgang 1976, ist Fachjournalist für Anomalistik mit Spezialgebiet UFOs/UAPs, Herausgeber des Nachrichtenportals GreWi.de [4] und Autor der Sachbuchreihe "Deutschlands UFO-Akten" [5]. Er ist Mitglied am "Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik (IFEX) an der Universität Würzburg und im Advisory-Board der "Society for UAP Studies" (SUAPS) tätig. Sein neustes Buch "UFO – Ein Sachbuch" [6] erschien im April 2026.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11306753

Links in diesem Artikel:

  1. https://nps.edu/documents/110773463/165192597/CTX-EAG-Special-Issue-2026.pdf
  2. https://www.grewi.de/ufo-detektionen-der-ukrainischen-streitkraefte-im-abwehrkampf-gegen-russland/
  3. https://www.telepolis.de/article/Hat-auch-Deutschland-Ufo-Akten-7101527.htm
  4. https://www.grewi.de/
  5. https://amzn.eu/d/0hGpr14b
  6. https://amzn.eu/d/0cNxfV57

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  • 31. Mai 2026 um 08:00

Verkauft eure Häuser: Wie der Staat seine eigenen Ideale verrät

Von Telepolis
Ein modernes Einfamilienhaus mit Garage und Vorgarten.

Ein Eigenheim als Altersvorsorge: Der Staat fordert von seinen Bürgern, was er selbst nicht leisten kann.

(Bild: AHatmaker / Shutterstock.com)

Der Staat zwang Bürger ins Eigenheim – und will es jetzt zurück. Die FAZ befeuert die Debatte, macht dabei aber einen groben Fehler. Ein Leitartikel.

Wer die aktuelle Debatte über Geburtenraten, Pflegefinanzierung und Sozialstaat verfolgt, reibt sich die Augen. Da hat ein Staat über Jahrzehnte hinweg seinen Bürgern eingeredet, das Eigenheim sei der Kern bürgerlicher Sicherheit – und nun sollen dieselben Bürger im Alter genau dieses Haus verkaufen, damit sie dem Gemeinwesen nicht zur Last fallen.

Der Unionspolitiker Albert Stegemann nennt es ein "Erbenschutzprogramm", wenn die Allgemeinheit für Pflegebedürftige einspringt, solange noch Immobilienvermögen vorhanden ist.

Ein historischer Fehler in der FAZ-Polemik

Und die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) treibt es mit der Polemik gegen den Sozialstaat noch weiter: Über das Umlageverfahren mache sich der Staat immer abhängiger [1] vom Nachschub an Kindern, während die Gründe für Kinderlosigkeit so privat sind, dass er sie kaum beeinflussen kann und sollte.

Hinter dieser Argumentation steckt ein Paradox, das historisch viel tiefer reicht, als die meisten Kommentatoren zugeben. Denn der FAZ-Artikel, der diese Debatte zuletzt befeuerte, enthält einen bemerkenswerten historischen Fehler: Er behauptet, Bismarck habe 1885 die "umlagefinanzierte Sozialversicherung" eingeführt. Das stimmt allerdings nicht.

Erstens wurde 1885 nicht die Sozialversicherung eingeführt, sondern lediglich die Unfallversicherung. Das Krankenversicherungsgesetz wurde 1883 verabschiedet [2] und trat schrittweise in Kraft, vollständig zum 1. Dezember 1884. Und das, was später als Rentenversicherung bekannt wurde, die Invaliditäts- und Altersversicherung wurde 1889 beschlossen und trat dann 1891 in Kraft.

Zweitens: Bismarcks System von 1889 war kapitalgedeckt – ein fundamental anderes Prinzip, das erst durch zwei Weltkriege und Hyperinflationen zerstört wurde. Das heutige Umlageverfahren stammt aus dem Jahr 1957 und geht auf Konrad Adenauer zurück.

Wer diesen Unterschied verschweigt, macht die gesamte Debatte über die Zukunft der Sozialsysteme schief.

Bismarck sparte, Adenauer verteilte – ein vergessener Unterschied

Als das "Gesetz, betreffend die Invaliditäts- und Altersversicherung" 1889 unter Bismarck verabschiedet wurde und 1891 in Kraft trat, funktionierte es nach einem Prinzip, das dem heutigen diametral entgegensteht.

Arbeiter und Arbeitgeber zahlten Beiträge ein, ein Reichszuschuss kam hinzu, und die Landesversicherungsanstalten legten das Geld am Kapitalmarkt an – in Staatsanleihen, Wohnungsbau, verzinslich.

Aus dem angesparten Kapitalstock sollte die spätere Rente finanziert werden. Es war im Kern eine staatlich organisierte Lebensversicherung.

Bismarcks System hatte dabei drei Sicherheitsventile, die es grundlegend vom heutigen unterscheiden:

  • Das Renteneintrittsalter lag bei 70 Jahren, während die durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen bei etwa 40 Jahren lag.
  • Die Rente betrug im Schnitt nur rund 10 Prozent des letzten Lohns – reines Taschengeld, kein Lebensstandard.
  • Und das politische Motiv war nicht Fürsorge, sondern Machtkalkül: Bismarck wollte den erstarkenden Sozialdemokraten den Wind aus den Segeln nehmen. Ein Arbeiter mit staatlicher Rentenaussicht, so die Logik, zettelt keine Revolution an.

Dieses kapitalgedeckte System wurde nicht durch schlechtes Management zerstört, sondern durch historische Katastrophen: die Hyperinflation von 1923 und die Währungsreform von 1948 vernichteten die mühsam angesparten Kapitalstöcke gleich zweimal.

In den 1950er Jahren lebten Millionen Kriegswitwen, Invaliden und Alte in tiefer Armut – das Geld war weg, aber die Menschen brauchten sofort Hilfe.

Erst dann, 1957, setzte Adenauer gegen den erbitterten Widerstand seines Wirtschaftsministers Ludwig Erhard die große Rentenreform durch: Umstellung auf das Umlageverfahren nach dem Schreiber-Plan, Kopplung der Renten an die Bruttolohnentwicklung.

Ab jetzt finanzierten die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen direkt die laufenden Renten. Adenauers angeblicher Kommentar zu demografischen Bedenken: "Kinder kriegen die Leute immer".

1,35 Kinder pro Frau – und kein Boden in Sicht

In gewisser Hinsicht hatte Adenauer recht: Kinder kriegen die Leute immer – nur nicht genug, um das System und die Gesellschaft am Laufen zu halten.

Das geht nachdrücklich aus den Daten des Statistischen Bundesamtes [3] hervor. Im Schnitt bekam eine Frau in Deutschland im Jahr 2024 ganze 1,35 Kinder – ein Minus von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2025 wurden nur noch rund 654.300 Kinder geboren [4], der niedrigste Wert seit 1946 und der vierte Rückgang in Folge.

Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit erreichten 2024 eine Geburtenziffer von 1,23 – so niedrig wie zuletzt vor 30 Jahren. Um die Bevölkerung ohne Zuwanderung stabil zu halten, wären 2,1 Kinder pro Frau nötig.

Von diesem Problem ist nicht nur Deutschland betroffen, wie eine Analyse von heise online [5] zeigt. Auch im globalen Maßstab ist es kaum noch möglich, die notwendigen 2,1 Kinder pro Frau zu erreichen.

Das Paradoxe daran: Deutschland gehört zu den großzügigsten Ländern bei Familienleistungen. 1.616 Euro pro Einwohner gab die Bundesrepublik 2022 für staatliche Sozialleistungen an Familien aus – fast das Doppelte des EU-Durchschnitts von 830 Euro.

Kindergeld liegt bei 259 Euro pro Monat, das Elterngeld bei bis zu 1.800 Euro. Trotz dieser Summen stürzte die Geburtenrate ab – weil es nicht um Kinder per se geht, sondern um Kinder aus bestimmten Milieus.

Wie eine Analyse zur Wirksamkeit des Elterngeldes [6] zeigt, stabilisiert die Leistung vor allem bestehende Einkommensverhältnisse der Mittelschicht, ohne die Geburtenrate messbar zu erhöhen.

Es gibt in der Bevölkerung auch einen wachsenden Graben zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) wünschen sich Frauen 1,76 Kinder, Männer 1,74. Die Lücke zur Realität hat sich bei Frauen auf 0,41 verdoppelt.

Die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, die Destatis 2025 veröffentlichte [7], macht die Konsequenzen schmerzhaft deutlich: In allen realistischen Szenarien steigt der Anteil der über 67-Jährigen bis 2060 massiv, während die Zahl der Personen im Erwerbsalter spürbar sinkt.

Der Altenquotient – das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern – verschlechtert sich selbst bei hoher Nettozuwanderung von 200.000 bis 300.000 Personen pro Jahr. Der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung muss immer weiter steigen, um das System stabil zu halten.

Wie der Kollege Thomas Pany [8] es auf den Punkt bringt: Der Sozialstaat braucht Nachwuchs – die moderne Gesellschaft produziert ihn aber nicht mehr zuverlässig.

Die Illusion der migrantischen Geburtenmaschine

In der politischen Debatte wird Migration oft als demografischer Rettungsanker präsentiert. Die Zahlen sagen etwas anderes. Zwar lag die Geburtenziffer von Frauen mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2024 bei 1,84 und damit deutlich über den 1,23 der deutschen Frauen.

Doch wie die Zeitreihen des BiB [9] zeigen, sinkt die Geburtenhäufigkeit ausländischer Frauen seit 2017 fast kontinuierlich.

Die demografische Forschung ist hier eindeutig: Nadja Milewski vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zeigte in einer in Demographic Research veröffentlichten Studie [10], dass die Geburtenraten der ersten Einwanderergeneration aus der Türkei, Italien, Spanien, Griechenland und dem ehemaligen Jugoslawien zwar kurz nach der Migration erhöht sind – was sich durch das zeitliche Zusammenfallen von Migration, Heirat und erster Geburt erklärt.

Die zweite Generation aber passte sich bereits deutlich an das niedrigere Fertilitätsniveau westdeutscher Frauen an. Milewski fand "keinen Hinweis auf einen Fertilitätsstörungseffekt nach der Einwanderung", wohl aber eine klare Anpassung über die Generationen.

Studien von Katharina Wolf und Michaela Kreyenfeld bestätigen diesen Befund für Deutschland: Je höher das Bildungsniveau der zweiten Generation, desto stärker die Konvergenz zum niedrigen Fertilitätsniveau der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Und eine in Demographic Research veröffentlichte Spanien-Studie [11] kommt für das dortige Niedrigfertilitätsumfeld zum selben Ergebnis: Die Töchter von Einwanderinnen nähern sich der sehr niedrigen spanischen Geburtenrate an.

Die Forscherinnen stellen damit die "weit verbreitete Annahme infrage, dass die Geburtenmuster von Einwanderinnen allein Spanien aus dem aktuellen Szenario extrem niedriger und extrem später Fertilität herausführen werden".

Für Deutschland heißt das: Migration wirkt wie ein Dämpfer – sie verlangsamt den demografischen Absturz, ersetzt aber keine dauerhaft höhere Geburtenrate. Die Hoffnung auf "hochfertile" Migrantenkohorten als Dauerlösung ist empirisch nicht gedeckt.

Auch der International Migration Outlook 2023 der OECD [12] kommt zu dem Schluss, dass die Fertilitätsmuster der zweiten Generation stark über Bildung und Arbeitsmarktintegration vermittelt werden – was bedeutet: Je erfolgreicher Integration gelingt, desto weniger Kinder.

Wie eine Telepolis-Analyse zur Rentenfinanzierung [13] herausarbeitet, eskaliert ohne Zuwanderung zwar der Fachkräftemangel – aber selbst mit ihr sind strukturelle Reformen unvermeidlich.

Röpkes Albtraum: Das Eigenheim als fiskalische Zwangsreserve

Hier wird die aktuelle Debatte über Eigenheimverwertung im Pflegefall ideengeschichtlich brisant. Die geistigen Väter der sozialen Marktwirtschaft hätten sich an den Kopf gefasst.

Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow und Walter Eucken sahen im Eigenheim nicht etwa ein Renditeobjekt oder eine fiskalische Reserve – sondern einen "Proletarisierungsschutz".

In Röpkes Schriften wie "Die Gesellschaftskrisis der Gegenwart" ist das Eigenheim mit kleinem Garten das Werkzeug, das den Arbeiter aus der anonymen Masse der Mietskasernen herausholt und zum "bodenständigen Bürger" macht.

Für die Ordoliberalen hatte das Eigenheim eine psychologische Funktion, die weit über den materiellen Wert hinausging. Wer am Wochenende und im Ruhestand sein Haus in Schuss hält und den Garten pflegt, hat eine sinnstiftende Aufgabe.

Das war kein Zufall, sondern Programm: Die "Vitalpolitik", die Röpke und Rüstow forderten, zielte auf die Stärkung von Familien, Mittelstand und lokaler Gemeinschaft – nicht auf die Verwaltung von Transferströmen.

Der Mensch sollte durch Besitz und Eigenverantwortung vom paternalistischen Sozialstaat unabhängig werden. Haus und Familie als informelle Sicherungsnetze, die Massenarmut und politische Radikalisierung vorbeugen – genau das, was auch Bismarck mit seiner Sozialgesetzgebung im Sinn hatte, nur mit anderen Mitteln.

Was heute geschieht, ist das Gegenteil dieser Philosophie. Wenn der Staat Senioren de facto dazu zwingt, ihr Haus zu verkaufen, bevor die Sozialhilfe im Pflegefall einspringt, dann wird das Eigenheim von einem Instrument der Entproletarisierung zu einer fiskalischen Zwangsreserve umgedeutet.

Was als Bollwerk gegen Entwurzelung gedacht war, wird zur Zwangssparkasse des kollabierenden Sozialsystems. Das mag haushalterisch logisch sein – mit der sozialen Marktwirtschaft, wie ihre Gründerväter sie verstanden, hat es wenig zu tun.

Zurück vor Bismarck?

Die eigentliche Gefahr liegt in der Richtung, die diese Entwicklung nimmt. Eine weitere Privatisierung von Altersvorsorge und Pflege – private Pflegezusatzversicherungen, Eigenheimverwertung, nachgelagerte Erbschaftsbelastung – droht die Gesellschaft in Strukturen zurückzuwerfen, die an die Zeit vor Bismarcks Sozialgesetzgebung erinnern.

Damals waren Familien und kirchliche Wohltätigkeit die letzten Sicherheitsnetze, und wer keines von beiden hatte, war verloren.

Bismarck führte den Sozialstaat nicht aus Menschenliebe ein, sondern weil die Industrialisierung eine Masse entwurzelter, radikalisierungsfähiger Arbeiter erzeugt hatte. Die soziale Absicherung war eine Investition in politische Stabilität.

Aus demselben Grund plädierten Röpke und die Ordoliberalen nach dem Zweiten Weltkrieg für ihre Vitalpolitik: Wer etwas besitzt und etwas zu verlieren hat, wird nicht zum Revolutionär. Die historische Ironie besteht darin, dass genau diese Einsicht heute vergessen scheint.

Die Logik des FAZ-Artikels – Bürger sollen mehr private Verantwortung übernehmen und sich nicht auf Sozialkassen verlassen – klingt nach Eigenverantwortung, bedeutet aber im Ergebnis: Wer kein Vermögen hat und keine Kinder, die pflegen, steht irgendwann allein da.

Die eigentliche Frage, die die Debatte scheut, ist unbequem: Wenn weder Geld noch Migration die Geburtenrate nachhaltig steigern können, wenn das Umlageverfahren ohne ausreichend junge Beitragszahler mathematisch nicht aufgeht und eine Re-Privatisierung der Risiken die Gesellschaft spaltet – was dann?

Die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung zeigt, dass es ohne hohe Nettozuwanderung und gleichzeitige Strukturreformen eng wird. Die Forschung zeigt, dass Zuwanderung das Problem verzögert, aber nicht löst.

Und die Geschichte zeigt, dass der Abbau sozialer Sicherung in der Vergangenheit nicht zu zufriedenen Bürgern geführt hat, sondern zu politischer Radikalisierung.

Wer Bismarcks Erbe wirklich verstehen will, sollte nicht bei der Umlage anfangen, sondern bei der Frage, warum es den Sozialstaat überhaupt gibt.


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  1. https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kinder-und-sozialleistungen-der-staat-braucht-neue-beitragszahler-accg-200880781.html
  2. https://staatsbibliothek.ewigerbund.org/viewer/fullscreen/rgbl_1883/110/
  3. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_259_12.html
  4. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/04/PD26_146_126.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/2-1-Kinder-pro-Familie-Nicht-nur-fuer-Industrielaender-immer-schwerer-erreichbar-11306134.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/Wer-das-Elterngeld-verteidigt-verteidigt-das-Falsche-11297860.html
  7. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsvorausberechnung/annahmen_ergebnisse_16te_kBv.html?templateQueryString=gestorbenen+gestorbenen+gestorbenen+gestorbenen
  8. https://www.heise.de/tp/article/Der-Sozialstaat-braucht-Nachwuchs-die-Moderne-nicht-11312485.html
  9. https://www.bib.bund.de/DE/Fakten/Fakt/B43-Zusammengefasste-Geburtenziffer-Nationalitaet-ab-1991.html
  10. https://www.demographic-research.org/articles/volume/17/29
  11. https://www.demographic-research.org/articles/volume/37/19
  12. https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2023/10/international-migration-outlook-2023_0faed233/b0f40584-en.pdf
  13. https://www.heise.de/tp/article/Keine-Zuwanderer-keine-Rente-eine-einfache-Rechnung-11285366.html

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  • 30. Mai 2026 um 22:00

Acers MacBook-Neo-Antwort heißt Swift Air 14

Von Heise

Acer setzt in der gehobenen Mittelklasse auf ein in mehrere Farben erhältliches Vollmetallgehäuse und Intels Einsteigerprozessor Core 300.

Kompakte und dennoch wertige Mittelklassenotebooks sind en vogue, seitdem Apple im Frühjahr sein MacBook Neo vom Stapel gelassen hat. Acer nutzt als Antwort seine leichte Baureihe Swift Air. Diese debütierte im vergangenen Jahr als 16-Zöller mit Ryzen-Innenleben [1]; nun folgt eine 14-Zoll-Variante mit Intels Einsteigerprozessor Core 300 alias Wildcat Lake [2].

Während das Swift 16 dank eines Vollmetallgehäuses aus einer Magnesiumlegierung ein Kampfgewicht von nur einem Kilogramm auf die Waage bringt, setzt Acer beim neuen Swift Air 14 auf Aluminium. Trotz der geringeren Abmessungen ist es deshalb schwerer, auch wenn 1,2 Kilogramm immer noch alltagstauglich wenig Gewicht sind. Das Gehäuse gibt es in den vier Farben Grün, Pink, Lila und Blau, aber nicht alle Märkte bekommen alle Farben.

Acer kann das Swift Air 14 in Blau (hinten links), Lila (hinten rechts), Pink (vorne links) und Grün (vorne rechts) fertigen, doch nicht alle Farben werden in allen Ländern verfügbar sein.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Der matte IPS-Bildschirm deckt den sRGB-Farbraum ab und zeigt seine 1920 × 1200 Pixel (16:10) mit 120 Hertz. Die maximale Helligkeit gibt Acer mit 350 cd/m2 an. Acer sieht neben einem analogen Audioausgang und einer USB-A-Buchse auch zwei USB-C-Ports vor, die beide rasantes Thunderbolt 4 sprechen. Der WLAN-Adapter funkt gemäß Wi-Fi 6E, der Akku soll beim Internetsurfen bis zu 16 Stunden durchhalten. Biometrisches Einloggen ist per Windows-Hello-Webcam möglich.

In den USA beginnen die Preise – typisch Neo-Konter – bei 700 US-Dollar mit Core 5, 8 GByte aufgelötetem LPDDR5-Arbeitsspeicher und 512-GByte-SSD; hierzulande werden daraus 800 Euro. Technisch wären zwar auch 16 GByte RAM vorgesehen, doch diese Bestückung wird man bei uns nicht antreffen. Um den niedrigen Preispunkt zu treffen, helfen nur hohe Stückzahlen – und das nicht erst im Verkauf, sondern bereits bei der Produktion: Die Hauptplatine wird vorerst nur in dieser einen Konfiguration gefertigt und für Deutschland auch nur in ein grünes, pinkes oder lilafarbenes Gehäuse gesteckt.

Für die Deckelaußenseite hat Acer zwei Designs entworfen; hierzulande wird es die schlichtere Variante rechts sein.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Der Verkaufsstart ist hierzulande bereits für Juli angedacht. Damit das klappt, greift Acer zu einem technischen Kniff: Um das seit Februar wegen einer Patentverletzung rund um den Videocodec H.265 bestehende Verkaufsverbot zu umgehen, wird der in der Grafikeinheit enthaltene Hardware-Decoder stumpf abgeschaltet. Käufer können entsprechende Videos dann nur noch mit einem Software-Decoder über die CPU-Kerne abspielen, was mehr Energie benötigt als der Hardware-Decoder – aber eben sämtlichen rechtlichen Umständen gerecht wird.

Edler Geschäftsmann

In der Riege der besonders leichten 14-Zöller tummelt sich das Business-Notebook TravelMate P6 in der 2026er-Neuauflage mit Core Ultra 300 (Panther Lake): Es wiegt gerade mal knapp ein Kilogramm. Auf Wunsch gibt es bis zu 64 GByte aufgelöteten LPDDR5X-Arbeitsspeicher und einen OLED-Touchscreen. Letzterer hat eine matte Oberfläche, welche mittels Gorilla Glas Matte Pro realisiert wird. Dieses Deckglas hat Acer bereits in der 2025er-Generation des Swift Edge [3] eingesetzt; das aktuelle Modell spiegelt hingegen wieder [4].

Acers Business-Notebook TravelMate P6 wiegt knapp unter einem Kilogramm und kommt im Jahrgang 2026 erstmals mit einem matten OLED-Touchscreen.

(Bild: Florian Müssig / heise medien)

Das TravelMate P6 mit Core Ultra 300 soll im dritten Quartal erscheinen; Preise nennt Acer bislang nicht.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Acer-zeigt-das-erste-Notebook-mit-Intels-Panther-Lake-10630557.html
  2. https://www.heise.de/news/Core-300-Intel-stellt-Billigprozessor-Wildcat-Lake-vor-11262501.html
  3. https://www.heise.de/news/Swift-Edge-14-Acer-bringt-leichtes-14-Zoll-Notebook-10385271.html
  4. https://www.heise.de/news/Acer-bringt-16-Zoll-Notebook-mit-riesigem-Touchpad-11128516.html
  5. https://www.heise.de/ct
  6. mailto:mue@ct.de

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  • 31. Mai 2026 um 07:30

Anzeige: IT-Jobs in Service Management, Entwicklung und Infrastruktur

Von Golem Karrierewelt
Ob Kubernetes, IT-Projektmanagement oder Softwareentwicklung – diese sechs Jobs bieten anspruchsvolle Aufgaben in moderner IT.
Bild: Golem

Die Digitalisierung von Verwaltung, Gesundheitswesen, Messewirtschaft und Finanzsektor schafft anspruchsvolle Aufgaben für IT-Fachkräfte. Gefragt sind Expertinnen und Experten für IT-Servicemanagement, Infrastruktur, Cloud, Kubernetes, Softwareentwicklung und Beratung.

Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.

Sechs neue IT-Positionen im Überblick

Folgend findest du eine Auswahl an aktuellen Top-Positionen:

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  • (Junior) IT Consultant/Unternehmensberater (w/m/d): Die UCG United Consulting Group GmbH in Frankfurt am Main bietet Einstiegsmöglichkeiten in die IT-Beratung. Im Fokus stehen IT-Architekturen, Softwareentwicklung, Infrastruktur, Risikomanagement, Big Data und Data Science im Finanzumfeld.
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