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Gerichtsbeschluss missachtet: Meta geht gegen Pegasus-Hersteller NSO Group vor

Von Heise
Meta-Logo auf Schild vor der Zentrale

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

Nach vereitelten Phishing-Angriffen wirft Meta der NSO Group vor, gegen eine vom Gericht verhängte dauerhafte Unterlassungsverfügung verstoßen zu haben.

Meta geht erneut gerichtlich gegen das israelische Spionagesoftware-Unternehmen NSO Group vor. Der Facebook-Mutterkonzern stellte nach eigenen Angaben bei einem US-Bundesgericht einen Antrag auf Feststellung der Missachtung gerichtlicher Anordnungen. Das gab Meta am Montag bekannt. Das Social-Media-Unternehmen wirft NSO Group vor, gegen eine dauerhafte gerichtliche Verfügung verstoßen zu haben, die es dem Unternehmen untersagt, WhatsApp-Nutzer gezielt ins Visier zu nehmen.

„Wir haben NSO-bezogene Social-Engineering-Versuche erfolgreich unterbunden, nachdem wir Benutzerberichte untersucht hatten“, schreibt Meta in einem Blogeintrag [1]. Die Täter „versuchten, Nutzer dazu zu verleiten, auf bösartige Links zu klicken, um sie auf externe Websites außerhalb von WhatsApp weiterzuleiten.“ Laut Meta ähnelten die Angriffe einer früheren 1-Klick-Phishing-Kampagne, die zur Infektion der Zielpersonen mit der Spyware Pegasus von NSO führte. 1-Klick-Phishing ist eine Art Cyberangriff, bei dem ein einziger Klick auf einen bösartigen Link oder Anhang ausreicht, um das Gerät oder Konto eines Users zu kompromittieren, ohne dass dieser seine Anmeldedaten eingeben muss. Meta erklärte, außerdem von NSO auf WhatsApp erstellte Testkonten und Gruppen gelöscht zu haben.

Jahrelanger Rechtsstreit

Der Rechtsstreit zwischen Meta und NSO Group beschäftigt Gerichte seit einigen Jahren. In einer im Oktober 2019 eingereichten Klage [2] warf Meta NSO vor, bei der Installation der Spionagesoftware Pegasus gegen verschiedene Gesetze verstoßen zu haben. NSO Group soll demnach Anfang 2019 unrechtmäßig auf WhatsApp-Server zugegriffen und dadurch die Überwachung von 1.400 Personen, darunter Journalisten und Menschenrechtsaktivisten, ermöglicht haben.

Nachdem mehrere Gerichte, darunter der US Supreme Court, die Rechtmäßigkeit der Klage anerkannt hatten, landete der Fall schließlich vor dem US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien. Ende Februar 2024 entschied die zuständige Richterin, dass NSO Group den Quellcode der Pegasus-Spyware herausrücken muss [3]. Nach einem vorherigen Urteil zugunsten von Meta [4] sprach Anfang Mai 2025 eine Geschworenenjury dem WhatsApp-Mutterkonzern schließlich mehr als 167 Millionen US-Dollar Schadenersatz [5] zu. Dagegen legte die NSO Group Widerspruch ein [6].

Zwar reduzierte das Bezirksgericht in Kalifornien Ende vergangenen Jahres den zu zahlenden Schadenersatz von 167 auf vier Millionen US-Dollar; untersagte dem Spionagesoftware-Unternehmen aber zugleich das Ausspähen von WhatsApp [7]. In dem Verfahren argumentierte NSO Group, dass die Unterlassungsverfügung das gesamte Unternehmen gefährden würde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322252

Links in diesem Artikel:

  1. https://about.fb.com/news/2026/06/fighting-spyware-an-update-from-whatsapp/
  2. https://www.heise.de/news/Facebook-verklagt-israelische-WhatsApp-Hacker-4571961.html
  3. https://www.heise.de/news/Klage-von-WhatsApp-NSO-Group-muss-Quellcode-von-Pegasus-Spyware-herausruecken-9643157.html
  4. https://www.heise.de/news/Pegasus-WhatsApp-gewinnt-Rechtsstreit-gegen-NSO-Group-10219795.html
  5. https://www.heise.de/news/Spyware-Angriff-auf-WhatsApp-168-Millionen-US-Dollar-Schadenersatz-fuer-Meta-10374188.html
  6. https://www.heise.de/news/Spyware-Attacke-gegen-WhatsApp-NSO-Group-will-neue-Verhandlung-10423063.html
  7. https://www.heise.de/news/US-Gericht-verbietet-NSO-Group-die-Installation-von-Spyware-auf-WhatsApp-10789187.html
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 08. Juni 2026 um 21:30

Comodo Internet Security: Crash-Lücke in Firewall, Update nicht in Sicht

Von Heise
Ub der Mitte ein rotes Sicherheitsschloss mit Finger darauf, drumherum weitere Sicherheitsschlösser in Blau. Schematische Darstellung.

(Bild: Ole.CNX / Shutterstock.com)

Wer sich eine Internet Security Suite installiert, möchte den Rechner absichern. Im Fall von Comodo kommt eine Sicherheitslücke mit.

Im Firewall-Treiber aus Comodo Internet Security 2025 klafft eine Sicherheitslücke, die die Software zum Absturz bringen kann. Das gelingt Angreifern aus dem Netz. Ein Update ist derzeit nicht in Sicht. Nutzerinnen und Nutzer sollten die Software besser deinstallieren. Da Sicherheitslücken immer öfter einen Spitznamen haben, hat auch diese einen verpasst bekommen: „ComoDoS“.

In einem Beitrag schreibt der Entdecker der Schwachstelle, Marcus Hutchins [1], dass er „Bring Your Own Vulnerable Driver“-Lücken untersucht hat und dabei auf die Schwachstelle gestoßen ist. Er hat dabei eine Künstliche Intelligenz genutzt, die seiner Ansicht nach erstaunlich oft bei Treibern von IT-Sicherheitssoftware anschlägt. Insbesondere bei Software wie Antivirus und Firewalls. Wenn schon die KI so gut ist, darin Probleme ausfindig zu machen, die zur lokalen Rechteausweitung taugen, wollte Hutchins auch mit einer manuellen Analyse herausfinden, ob sich interessante Sicherheitslücken finden lassen.

Zufallstreffer in Comodos Firewall-Treiber

Der Firewall-Treiber „inspect.sys“ kam eher zufällig ins Visier des IT-Forschers, da die KI bei der Untersuchung aus Versehen eine sehr alte Version dieses Treibers untersucht hat. Eigentlich sollte nur der jüngste Treiber in die Analyse gehen, in diesem Fall war es jedoch eine Version aus 2014. Darin fand er eine Reihe bereits geschlossener Sicherheitslücken, stieß aber auch auf einige unglückliche Designentscheidungen. Das Aufspüren von Fehlern war demnach sehr leicht, schwieriger jedoch war die Entdeckung von nützlichen im Sinne von angreifbaren Schwachstellen. Im IPv6-Code wurde er dann fündig. Im Beitrag erklärt er detailliert, was er gefunden hat.

Die Schwachstellenbeschreibung selbst ist etwas knapper: In der IPv6-Paket-Verarbeitung kann ein sogenannter Integer-Unterlauf auftreten – noch bevor Firewall-Regeln greifen. Angreifer können deshalb aus der Ferne ohne vorherige Authentifizierung ein manipuliertes IPv6-Paket senden, um einen Lesezugriff außerhalb vorgesehener Speichergrenzen zu provozieren, was am Ende zu einem Absturz des Systems führt (BSOD). Das klappt auch dann, wenn alle Ports in der Firewall blockiert sind (CVE-2026-49494 [2], CVSS 7.5, Risiko „hoch“).

Hutchins hat Comodo einen vollständigen Fehlerbericht geschickt, eine Ursachenanalyse und sogar mit Vorschlägen, wie die Entwickler das patchen könnten. Auch einen Proof-of-Concept-Exploit hat Hutchins veröffentlicht [3]. Nur – der Hersteller reagierte zunächst nicht, es gab keine Antwort. Comodo Internet Security ist bis einschließlich Version 12.3.4.8162 anfällig für die Attacke. Das ist laut Forum auch die derzeit aktuelle Fassung [4] davon.

Um das System nicht dem Risiko von Abstürzen mit Bluescreen-of-Death (BSOD) auszusetzen, sollten Comodo-Nutzerinnen und -Nutzer die Software deinstallieren. Der Microsoft Defender erkennt Malware ebenfalls ordentlich. Die Windows-Firewall leistet ebenfalls brauchbaren Dienst.

Vor rund einem Jahr fiel Comodo Internet Security ebenfalls durch Sicherheitslücken [5] auf. Die ermöglichten Angreifern, Schadcode einzuschleusen und auszuführen. Betroffen damals: Version 12.3.4.8162. Derart schlecht gewartete Software sollten Nutzer zeitnah entfernen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321732

Links in diesem Artikel:

  1. https://malwaretech.com/2026/06/exploiting-a-remote-kernel-vulnerability-in-comodo-internet-security.html
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-49494
  3. https://github.com/MalwareTech/ComoDoS
  4. https://forums.comodo.com/c/comodo-internet-security-cis/news-announcements-feedback-cis/143
  5. https://www.heise.de/news/Antivirus-Comodo-Internet-Security-laesst-sich-Schadcode-unterschieben-10476908.html
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  7. mailto:dmk@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 14:19

VMware: Mehrere Produkte mit Stored-Cross-Site-Scripting-Lücken

Von Heise
vmware-Schriftzug

(Bild: heise online / dmk)

Broadcom warnt vor mehreren Stored-Cross-Site-Scripting-Lücken in VMware Cloud Foundation und weiteren Produkten. Updates helfen.

In VMware Cloud Foundation und damit arbeitenden Produkten klaffen Stored-Cross-Site-Scripting-Lücken. Angreifer können damit Opfern Script-Code unterschieben.

In einer Sicherheitsmitteilung warnt Broadcom [1] vor den Schwachstellen. Mehrere Sicherheitslücken dieses Schwachstellentyps finden sich in der Virtualisierungssoftware. Die Entwickler fassen das nur knapp zusammen: VMware Cloud Foundation Operations enthält demnach mehrere Stored-Cross-Site-Scripting-Lücken. Angreifer mit Rechten, Richtlinien, Views oder Text-Widgets anzulegen, können dadurch Scripte einschleusen – die als administrative Aktionen in VMware Cloud Foundation Operations ausgeführt werden (CVE-2026-41722 [2], CVE-2026-41723 [3] und CVE-2026-41724 [4]; alle CVSS 8.0, Risiko „hoch“).

Betroffen ist eine Handvoll an VMware-Lösungen. Die Sicherheitslücken stopfen VMware Cloud Foundation und vSphere Foundation ab Version 9.1.0 und 9.0.2.0 EP2, VMware Aria Operations 8.18.6 sowie VMware Cloud Foundation und VMware Aria Operations 8.18.7. Für VMware Telco Cloud Platform stellt Broadcom einen eigenen Knowledgebase-Beitrag [5] bereit.

Kein Missbrauch gemeldet

Die Schwachstellen werden offenbar noch nicht in freier Wildbahn ausgenutzt, da Broadcom diesbezüglich nichts erwähnt. Es gibt keine temporären Gegenmaßnahmen, die Admins als Zwischenlösung umsetzen könnten. Lediglich die Aktualisierung auf die fehlerkorrigierten Softwarestände hilft dem Sicherheitsproblem ab. IT-Verantwortliche sollten nicht lange zögern, sondern die Aktualisierungen zeitnah anwenden.

Ende Februar hat Broadcom bereits drei Sicherheitslücken in VMware Aria Operations und Cloud Foundation schließen [6] müssen. Auch hier hätten Angreifer Schadcode einschleusen und ausführen können. Damals handelte es sich aber um unterschiedliche Schwachstellen, die konkret das Einschleusen von Befehlen ermöglichten, das Ausweiten von Rechten im System und in einem Fall ebenfalls Stored-Cross-Site-Scripting.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321673

Links in diesem Artikel:

  1. https://support.broadcom.com/web/ecx/support-content-notification/-/external/content/SecurityAdvisories/0/37513
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-41722
  3. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-41723
  4. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-41724
  5. https://support.broadcom.com/web/ecx/support-content-notification/-/external/content/SecurityAdvisories/0/37513
  6. https://www.heise.de/news/Diverse-VMware-Produkte-ueber-mehrere-Sicherheitsluecken-angreifbar-11189099.html
  7. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  8. mailto:dmk@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 13:15

Bootloop bei Pixel-Geräten seit März: Google hat offenbar eine Lösung

Von Heise
Pixel Smartphone von schräg hinten

(Bild: Gabo_Arts/Shutterstock.com)

Seit März stecken zahlreiche Pixel-Smartphones in einer Neustart-Schleife fest. Google bietet nun ersten Betroffenen ein Web-Tool zur Rettung der Geräte an.

Seit Google im März ein größeres Update auf Android 16 QPR3 [1] als „Pixel-Drop“ veröffentlichte, können zahlreiche Nutzer ihre Pixel-Smartphones nicht mehr verwenden. Denn seitdem stecken offenbar mindestens Hunderte Pixel-Geräte – von der Pixel-6-Serie bis hin zur neuesten Pixel-10-Reihe – in einer Neustart-Schleife (Bootloop) fest [2]. Seitdem arbeitet Google an der Behebung des Fehlers, jedoch mit bescheidenem Erfolg. Die Betroffenen sind über ihre seit Monaten nutzlosen Geräte frustriert; nun haben erste Nutzer offenbar von Google ein Lösungstool erhalten. Den Berichten zufolge funktioniert es nicht bei allen.

Lange Leitung

Der öffentliche Issue-Tracker-Eintrag zum Bootloop-Fehler ist mittlerweile nahezu 800 Einträge lang. Nutzer teilen dort seit März Google und anderen Betroffenen ihre Erfahrungen mit. Sie schreiben über ihre Lösungsversuche und die teils frustrierende Kommunikation mit Google, die manchen Bootloop-Opfern Google-Store-Guthaben und ein Ersatzgerät anboten [3], jedoch ohne Rettung der auf ihren defekten Geräten gespeicherten Daten.

Dabei teilte Google Ende April mit, an einer Lösung zu arbeiten, die die Geräte retten könne, ohne Datenverlust. Diese Lösung hat Google offenbar seit Anfang Juni an erste Nutzer verteilt. Bei dieser handelt es sich um ein Web-Tool [4], für das Betroffene ihr Pixel-Gerät an einen Rechner anschließen müssen, der mindestens 7 GByte freien Speicher hat.

Nach Angaben der dedizierten Webseite funktioniert das Tool auf Pixel 3 oder neueren Geräten mit Android-Version 10 und höher. Es unterstütze ferner keine Android-Tablets oder ChromeOS-Geräte. Den Beiträgen der ersten Tester [5] zufolge muss das Pixel-Gerät in den Fastboot-Modus [6] und dort in den Rescue Mode versetzt werden. Einem Beitrag zufolge führt das Tool durch den Prozess, die Nutzer müssen lediglich den Anweisungen folgen.

Google hält zudem fest, dass es sich bei der Software noch um eine Betaversion handelt. Es ist daher durchaus möglich, dass der Konzern alsbald eine neue, stabile Software teilt. Tester müssen sich dem Beitrag zufolge keine Sorgen um ihre Daten machen. Es heißt: „Keine Sorge – dieser spezielle Wiederherstellungsprozess ist so konzipiert, dass er den Bootloop behebt, ohne Ihre persönlichen Daten zu löschen. Sobald das Telefon wieder funktioniert, können Sie Ihre Dateien wie gewohnt sichern.“

Einige Betroffene berichten, dass ihr Gerät nicht erkannt wurde, sodass eine Rettung nicht erfolgen konnte. Als Lösung hatte [7] eine Person eine Android 17 Beta geflasht, mit der das Pixel-Smartphone wieder funktionierte. Ein weiterer Nutzer berichtet unter anderem auf Reddit [8] und im Issue-Tracker [9] über eine erfolgreiche Lösung: Er konnte sein Gerät in den abgesicherten Modus starten. Dann habe er die Standortdienste aktiviert, WLAN deaktiviert und sämtliche gespeicherten Netzwerke entfernt. Anschließend sei das Gerät seinem Bericht zufolge wieder normal gestartet.

Die zahlreichen Beiträge der laut Issue-Tracker offiziell über 400 Betroffenen zeigen jedoch auf, dass Google das Problem bis heute nicht vollkommen im Griff hat und auch keine universelle Lösung liefern kann. Für die Betroffenen ist das eine bittere Erfahrung mit Googles Hardwaresupport. Eine offizielle Stellungnahme zur Angelegenheit hat Google uns auf Anfrage von Anfang vergangener Woche nicht liefern können.

Es sei festzuhalten, dass die Anzahl der betroffenen Geräte verhältnismäßig überschaubar zu sein scheint, jedoch sollte der Konzern Geräte mit solchen gravierenden Fehlern schneller beheben und transparenter kommunizieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321879

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Pixel-Drop-im-Maerz-Das-ist-neu-im-Update-fuer-Pixel-Geraete-11198213.html
  2. https://www.heise.de/news/Google-Pixel-Maerz-Update-fuehrt-bei-einigen-Geraeten-zu-Bootloops-11255053.html
  3. https://issuetracker.google.com/issues/496495772#comment415
  4. https://pixelrepair.withgoogle.com/carrier_selection/others/mar26-recovery
  5. https://issuetracker.google.com/issues/496495772#comment788
  6. https://www.heise.de/tipps-tricks/Fastboot-Mode-bei-Android-was-ist-das-6604781.html
  7. https://issuetracker.google.com/issues/496495772#comment795
  8. https://www.reddit.com/r/GooglePixel/comments/1tz8d5c/working_fix_to_boot_into_pixel4a_through_the/
  9. https://issuetracker.google.com/issues/519655834
  10. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  11. mailto:afl@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 16:33

WisdPi Prom21: AMDs B650-Chipsatz als PCIe-Erweiterungskarte

Von Heise
PCIe-Erweiterungskarte vor weißem Hintergrund

(Bild: WisdPi)

Die Erweiterungskarte Prom21 von WisdPi bringt USB, M.2-Steckplätze und SATA. Theoretisch läuft sie sogar an Raspberry Pis.

WisdPi bringt mit der Prom21 zum ersten Mal eine herstellerunabhängige Erweiterungskarte mit AMDs Desktop-Chipsatz B650 zur Marktreife. Sie ist primär als interne PCI-Express-Karte (PCIe 4.0 x4) für Desktop-PCs gedacht, läuft grundsätzlich aber in und an allen möglichen Systemen.

Laut Entwickler [1] funktioniert sie sogar mit einem Thunderbolt-5-Adapter an Apple-Macs und mit einem M.2-Adapter an einem Raspberry Pi 5. Eigenständige Treiber sind offenbar nicht notwendig; die generischen Treiber aktueller Betriebssysteme sollen genügen.

Extra USB, SATA und M.2

Moderne Chipsätze sind schlicht I/O-Hubs, die per PCI Express mit dem Prozessor kommunizieren und weitere Anschlüsse bereitstellen. Die Prom21-Karte von WisdPi stellt einmal USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s, Typ C), viermal USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s, Typ A), vier M.2-Steckplätze und einen Oculink-Port [2] bereit. An letzterem lassen sich etwa per Adapterkabel bis zu vier SATA-Laufwerke anschließen. Für Gehäuseanschlüsse gibt es noch sechs USB-2.0-Front-Header.

Die M.2-Steckplätze sind laut Dokumentation [3] mit jeweils vier PCIe-4.0-Lanes angebunden. Wie bei Mainboards limitiert allerdings die PCIe-Verbindung zum Prozessor: Die SSDs schaffen einzeln die hohe Geschwindigkeit, lassen sich aber nicht gleichzeitig ausreizen.

PCIe-Erweiterungskarte von hinten vor weißem Hintergrund
PCIe-Erweiterungskarte von hinten vor weißem Hintergrund

Zwei der vier M.2-Steckplätze befinden sich auf der Kartenrückseite.

(Bild: WisdPi)

Damit auch alle angeschlossenen USB-Gerätschaften genügend Strom bekommen, hat die Prom21-Karte einen sechspoligen PCIe-Stromanschluss. Zur Kühlung genügt ihr ein Aluminiumkühlkörper ohne Lüfter.

Der Preis ist mit 199 US-Dollar im Hersteller-Shop [4] hoch. Inklusive Einfuhrumsatzsteuer sind das etwa 205 Euro. Das dürfte auch der geringen Produktionsstückzahl geschuldet sein. B650-Mainboards starten schon bei 80 Euro [5]. Aktuell können sich Interessierte benachrichtigen lassen, sobald die Erweiterungskarte wieder verfügbar ist.

B550-Karte für Bastelcomputer

WisdPi will außerdem eine B550-Version auflegen, die sich mit PCIe 3.0 und weniger Anschlüssen begnügt. Auf einem Prototyp ist etwa kein USB-C zu sehen. Hier sollen Bastelcomputer noch stärker in den Fokus rücken, die in der Regel gar kein PCIe 4.0 haben. Der Raspberry Pi 5 zum Beispiel stellt eine einzelne Lane bereit, die inoffiziell PCIe-3.0-Geschwindigkeit schafft.

Bild von Vorserien-Hardware in einem Mainboard
Bild von Vorserien-Hardware in einem Mainboard

Prototyp einer B550-Erweiterungskarte.

(Bild: WisdPi)


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321883

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/geerlingguy/raspberry-pi-pcie-devices/issues/818#issuecomment-4615509887
  2. https://www.heise.de/news/PCI-Industrievereinigung-attackiert-zum-Jubilaeum-Thunderbolt-1637546.html
  3. https://oshwhub.com/wesd/b650
  4. https://wisdpi.com/products/prom21?variant=48307094847742
  5. https://preisvergleich.heise.de/?cat=mainboards&xf=2836_B650&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-newsticker
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  8. mailto:mma@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 15:45

iOS 27: Apple lässt Siri AI nicht in die EU

Von Heise
Europa-Flagge und ein iPhone mit Apple-Logo

(Bild: daily_creativity / Shutterstock.com)

Wenn iOS 27 im Herbst erscheint, werden in Deutschland viele Funktionen fehlen. Apple zeigt mit dem Finger auf die EU-Kommission.

Déjà-vu bei Siri AI: Apple bringt die Neuauflage von Siri fürs Erste nicht auf iPhones und iPads von EU-Nutzern. Zum Start von iOS 27 und iPadOS 27 werden viele der am Montagabend angekündigten KI-Funktionen in Deutschland und den anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten fehlen, wie der Hersteller mitteilte.

Die Einführung von Apple Intelligence erfolgte vor zwei Jahren in der EU ebenfalls verzögert, damals lieferte Apple die KI-Funktionen statt im Herbst 2024 dann im Frühjahr 2025 nach. In macOS 27, watchOS 27 und visionOS 27 soll Siri AI aber auch direkt in die EU kommen.

DMA impliziert iPhone-Öffnung für andere KI-Modelle

EU-Regulierer hätten keinen der Vorschläge akzeptiert, wie Apple Siri AI [1] in die EU bringen und zugleich andere virtuelle Assistenten sicher unterstützen könne. Im Unterschied zu macOS wurden iOS und iPadOS von der EU-Kommission als Gatekeeper-Dienste eingestuft und fallen deshalb unter striktere Wettbewerbsregeln. Dazu gehört etwa, Wettbewerbern ähnliche Möglichkeiten auf der Plattform einzuräumen, die sonst nur der Hersteller hat – in diesem Fall also das Bereitstellen eines systemweiten KI-Systems mit umfassendem Zugriff auf Nutzerdaten.

Apple habe dafür extra einen „Trusted System Agent“ vorgeschlagen, mit dem andere KI-Modelle dieselben Fähigkeiten wie Siri AI erhalten würden. Dies habe das Unternehmen über einen Zeitraum von 18 Monaten umsetzen wollen, doch die Europäische Kommission habe das abgelehnt, schreibt Apple [2].

EU schreibt Android KI-Interoperabilität vor

Dieser weitere Konflikt zwischen Apple und den EU-Regulierern zeichnete sich bereits ab: Die Kommission hat vor Kurzem in einem Feststellungsverfahren gegen Google Interoperabilität bei KI [3] angemahnt – Android müsse sich für andere KI-Modelle auf Systemebene öffnen. Dabei meldete sich auch Apple umgehend mit scharfer Kritik zu Wort und warnte davor, dass eine solche weitreichende Öffnung für andere KI-Systeme die Daten der Nutzer gefährde.

Zugleich betonte Apple, Siri AI weiterhin auf iPhones in der EU bringen zu wollen, es gebe dafür aber keinerlei Zeitplan. Siri AI soll erstmals den persönlichen Kontext des Nutzers einbeziehen und dafür etwa Informationen aus Mails, Chats und Adressbuch heranziehen. Die KI-Siri ist laut Apple künftig in der Lage, Aktionen in Apps auszuführen. Das KI-System ist dem Hersteller zufolge weiterhin so konzipiert, dass weder Apple noch andere die Daten einsehen können. Apples Private Cloud Compute läuft künftig erstmals nicht nur in Apple-Rechenzentren, sondern auch bei anderen Cloud-Anbietern sowie auf Nvidia- und Intel-Hardware, wie das Unternehmen am Montag mitteilte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322380

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  2. https://www.apple.com/newsroom/2026/06/due-to-dma-siri-ai-delayed-in-eu-for-ios-27-and-ipados-27/
  3. https://www.heise.de/news/Interoperabilitaet-mit-Googles-Android-EU-Kommission-schlaegt-Massnahmen-vor-11274212.html
  4. https://www.heise.de/mac-and-i
  5. mailto:lbe@mac-and-i.de

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  • 08. Juni 2026 um 22:25

iOS 27: Mehr Tempo, besserer Kinderschutz, neue Siri für iPhone & iPad

Von Heise
iOS 27

(Bild: Apple)

Die neuen Betriebssysteme sollen ältere iPhones und iPads flott machen. Den Kinderschutz will Apple endlich verbessert haben.

Apple hat am Montag iOS 27 und iPadOS 27 auf der Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. Während der Konzern im letzten Jahr mit Liquid Glass vor allem einen neuen Look präsentierte, bessert er nun in mehreren Bereichen nach: Im Fokus stehen Performance, Sicherheit und KI.

Angepasste Darstellung

Apple will die Lesbarkeit von Liquid Glass verbessern. Nutzer können die Intensität des Milchglaseffekts über einen Schieberegler an ihre Vorlieben anpassen. App-Icons wurden angepasst, damit sie schärfer erscheinen.

Mehr Tempo

Das neue Betriebssystem soll sich durch die Bank schneller anfühlen. So starten Apps bis zu 30 Prozent schneller, verspricht Apple. Das gelte nicht nur für die eigenen, sondern auch für die von Drittanbietern. Fotos werden nach dem Aufnehmen bis zu 70 Prozent schneller geladen, Daten via AirDrop bis zu 80 Prozent schneller übertragen.

Wie die anderen Betriebssysteme bekommt iOS eine neue interne Suche samt Index. Das soll das Suchen über Spotlight sowie in Fotos und Mail deutlich beschleunigen.

Gründlicher Kinderschutz

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Erziehungsexperten und Kinderärzten will Apple den Kinderschutz seiner Geräte deutlich verbessern. Dazu hat Apple die bisherige Schutzfunktion „Bildschirmzeit“ deutlich überarbeitet.

Die Verwaltung läuft über Apples Familienfreigabe des Apple-Accounts. Dort lassen sich Kinderaccounts erstellen, die verschiedene Inhaltsfilter mitbringen. Eltern können darüber etwa prüfen, welche Apps installiert oder welche Webseiten angesehen werden dürfen. Kinder können dabei Anfragen an die Eltern schicken, um den Besuch bestimmter Webseiten freizuschalten.

Kinderschutz in den neuen Systemen (0 Bilder) [1]

[2]

Über „Communication Safety“ will Apple sicheres Nachrichtenschreiben ermöglichen. Neue Personen, die sich nicht im Adressbuch des Kindes befinden, müssen von den Eltern erst bestätigt werden, bevor Kinder mit ihnen chatten können. Das soll Grooming vorbeugen. Auch die Inhaltsfilter der Nachrichten-App arbeiten strenger: Während diese bisher nur sexuelle Inhalte und Nacktheit ausgeblendet haben, greift der Filter nun auch bei Gewaltdarstellungen ein.

Eltern können künftig feste Zeiten vergeben, die die Kinder und Jugendlichen vor dem Gerät verbringen. Im „Screen Time Schedule“ lassen sich etwa Zeiten für Social Media, das Web oder Spiele festlegen. Obendrein können Eltern festlegen, welche Apps zu bestimmten Zeiten erlaubt sind und welche nicht. Abgerundet wird das Ganze durch Empfehlungen für Eltern, die von Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin und frühkindlicher Entwicklung stammen sollen. Apple hat dazu seine Informationsseite für Eltern [3] überarbeitet, die die Funktionen erklärt.

Neue Siri-AI-App

Apples Künstliche Intelligenz zieht mit einer eigenen App auf iPhone und iPad. War Siri bislang ein eher begriffstutziger Sprachassistent, soll Siri AI [4] mehr zum Chatbot werden, der deutlich mehr versteht und auch mehr kann. Die neue Version ist tief ins System integriert und kann auf persönlichen Kontext zurückgreifen, Nachrichten, E-Mails, Fotos und andere Daten durchsuchen. Siri kann Fragen zum Display-Inhalt beantworten und Antworten im Internet suchen. Eine spezielle Siri-App zeigt den Verlauf älterer Konversationen an. Dieser wird per iCloud mit allen Geräten des Nutzers synchronisiert.

Die Kamera-App erhält einen Siri-Modus. Drückt man den Siri-Button in der App, analysiert die Visuelle Intelligenz das Motiv. Der große Haken hierzulande: Die neuen Siri-Funktionen erscheinen zunächst nicht in der EU.

Siri AI (0 Bilder) [5]

[6]

Neue Funktionen der Fotos-App

Die Bearbeitungsfunktionen der Fotos-App hat Apple erweitert. Lieferte das Clean-Up-Tool bislang durchwachsene Ergebnisse, soll es nun Objekte besser per KI entfernen. Über eine Extend-Funktion kann man Bilder erweitern. Neu ist die Funktion „Spatial Reframing“: Hierüber lassen sich der Bildausschnitt sowie die Perspektive über einen 3D-Effekt nachträglich verändern.

Weitere Funktionen

Apples Fotos-App kann nun Fotoalben anzeigen, die man mit Windows- oder Android-Nutzern teilt. Die Health-App wird um Funktionen ergänzt, mit denen Nutzerinnen ihre Perimenopause und Menopause tracken können, zudem gibt es Mitteilungen zu Zyklusabweichungen. Die AirPods erhalten ein neues Einstellungsmenü, in dem sich der Klang per Equalizer anpassen lässt.

Unterstützte Geräte

iOS 27 soll sich auch auf älteren Geräten performant anfühlen. Das neue System wird auf allen Geräten laufen, die bereits iOS 26 unterstützen. Mindestvoraussetzung ist demnach ein iPhone 11. Beim Tablet setzt Apple ein iPad der neunten Generation, ein iPad Air 4, ein iPad mini 6 sowie ein iPad Pro mit 12-Chip voraus. Für das leistungsfähigste, lokale KI-Modell muss es ein iPhone 17 Pro oder ein iPad mit M4-Chip sein.

iOS 27 erscheint als kostenloses Update im Herbst, für gewöhnlich veröffentlicht Apple die neue Version im September. Entwickler können ab Montag eine erste Beta zum Test installieren. Die öffentliche Beta soll im Juli erscheinen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321931

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096787.html?back=11321931;back=11321931
  2. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096787.html?back=11321931;back=11321931
  3. https://www.apple.com/child-safety/
  4. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  5. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096718.html?back=11321931;back=11321931
  6. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096718.html?back=11321931;back=11321931
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  8. https://www.heise.de/mac-and-i
  9. mailto:hze@mac-and-i.de

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  • 08. Juni 2026 um 20:06

macOS 27 Golden Gate: Liquid-Glass-Feinschliff, bessere Performance, Siri AI

Von Heise
Macbook Pro mit macOS 27 Screenshot

(Bild: Apple)

Apples nächstes Betriebssystem soll viele Unstimmigkeiten von Liquid Glass beheben. Zudem hat Apple die Performance optimiert und Siri AI angekündigt.

Auf der heutigen Keynote zur WWDC 2026 hat Apple die nächste Version von macOS angekündigt. Apple vermarktet das System weiterhin mit einem Beinamen: macOS 27 heißt Golden Gate, eine Referenz an die Golden Gate Bridge in San Francisco.

Liquid Glass – die zweite Runde

Die mit macOS 26 eingeführte Liquid-Glass-Oberfläche hat Apple einer Überarbeitung unterzogen. Die glasige Grundidee bleibt erhalten. Apple habe auf User-Feedback gehört und die Transparenzeffekte und Kontraste etwa bei Buttons verbessert, um die in Tahoe vielfach kritisierte Lesbarkeit zu erhöhen.

Mit dem überarbeiteten Liquid Glass in macOS 27 Golden Gate kommt die klar erkennbare Symbolleiste wieder zurück.

(Bild: Apple)

Konkret bieten macOS 27 wie auch iOS und iPadOS 27 [1] einen Schieberegler, um die Transparenz und Glasigkeit von Liquid-Glass-Elementen stufenlos einzustellen. Die Seitenleiste geht wieder bis zum Rand des Fensters und die Symbolleiste bekommt wieder einen Hintergrund, sodass Buttons nicht etwas verloren über Dokumentinhalte schweben. Der Eckenradius soll über alle Apps hinweg einheitlich sein, auch für noch nicht angepasste Programme. Ferner hat Apple die Icons überarbeitet, sie sollen schärfer erscheinen.

Performance, Stabilität und Spotlight

Mehrere Vorberichte beschreiben macOS 27 als ein „Snow Leopard“-artiges Update – in Anlehnung an Mac OS X 10.6 aus dem Jahr 2009, das ohne große neue Funktionen, dafür mit massiven Stabilitätsverbesserungen erschien. So hat Apple in allen Systemen an der Performance gedreht. Apps sollen 30 Prozent schneller starten und Inhalte etwa in der Fotos-App bis zu 70 Prozent schneller erscheinen als zuvor. Animationen sollen flüssiger laufen, und ein überarbeiteter CPU-Scheduler soll für weniger CPU-Last und flüssigere Animationen sorgen. AirDrop-Übertragungen will Apple um 80 Prozent beschleunigt haben.

Für Spotlight verspricht Apple dank eines neuen Indexverfahrens eine schnellere Anzeige der Suchergebnisse und dank eines neuen Ranking-Algorithmus relevantere Vorschläge. Das soll sich auch auf Mail, Fotos und andere Apps auswirken.

Dank überarbeitem Spotlight in macOS 27 Golden Gate verspricht Apple relevantere Ergebnisse in Apple Mail.

Apple Intelligence und eine neue Siri AI

Apple Intelligence hat Apple grundlegend überarbeitet – mitsamt „Siri AI“. In Zusammenarbeit mit Google und Gemini-Modellen sollen Apple-Intelligence-Funktionen und Siri leistungsfähiger werden. Damit will Apple auch das Versprechen von der WWDC 2024 erfüllen: Siri AI soll den persönlichen Kontext des Nutzers einbeziehen und Bildschirminhalte verstehen sowie Aktionen über App-Grenzen hinweg ausführen können. Siri AI erscheint im Laufe des Jahres als eigenständige App in einer Beta-Version, aber noch nicht in der EU.

Die neuen lokalen Foundation-Modelle arbeiten multimodal und verstehen somit verschiedene Inhaltstypen gleichzeitig. Weiterhin kombiniert Apple lokale Modelle mit datenschutzfreundlichen Cloud-Modellen. Sie treiben diverse Funktionen an. Image Playground etwa soll damit erheblich bessere Bilder generieren. Zudem ist die App flexibler geworden, sodass man Bereiche markieren und weiter überarbeiten kann. Auch Kurzbefehle lassen sich bald mit natürlicher Sprache per KI erstellen. Visual Intelligence kommt auf den Mac und kann dort Bilder und Ausschnitte analysieren.

Siri AI (0 Bilder) [2]

[3]

Über App Actions lassen sich andere Programme von der KI steuern, vermutlich ähnlich wie mit dem MCP-Protokoll. Weitere Details zu den KI-Neuerungen finden Sie im Artikel zu Apple Intelligence und Siri AI [4].

Mehr KI-Bearbeitung der Fotos-App

Auf Grundlage der neuen KI-Modelle bekommt die Fotos-App mehr und verbesserte Bearbeitungsfunktionen. Das Clean-Up-Tool zum Entfernen von störenden Objekten soll realistischere Ergebnisse liefern und mit größeren Bildbereichen klarkommen. Zudem erweitert die neue Extend-Funktion den Hintergrund eines Bildes, eine Funktion, die Programme wie Photoshop schon länger anbieten. „Spatial Framing“ verändert die Perspektive, wobei man diese interaktiv anpassen kann.

Safari mit automatischer Tab-Organisation und Preisalarm

Safari bekommt eine KI-gestützte Tab-Verwaltung. Sie sortiert offene Tabs thematisch in Gruppen. Zudem kann der Browser Seiten auf Veränderungen überwachen und etwa über Preisänderungen benachrichtigen. Dazu sagt man dem Browser, auf welche Änderung man wartet.

Safari in macOS 27 Golden Gate nutzt KI, um Tabs thematisch in der Tableiste zu gruppieren.

(Bild: Apple)

Mit „Describe an Extension“ kreiert man per natürlicher Sprache eine Safari-Erweiterung. Als Beispiel nennt Apple eine Funktion, die Rezepte von Websites einsammelt und speichert. Statt als kompromittiert eingestufte Passwörter manuell zu ändern, soll das künftig Apples KI übernehmen.

Geteilte iCloud-Alben lassen sich über das Web deutlich leichter mit Android- und Windows-Nutzern teilen, die nun auch eigene Bilder beisteuern können. Zudem kann man Fotos in voller Auflösung bereitstellen.

Jugendschutzfunktionen und Bildschirmzeit

Beim Jugendschutz hat Apple nach eigener Aussage mit Kinderärzten und Erziehungsexperten einen Leitfaden für den Medienkonsum von Kindern entwickelt, der sich in zahlreichen neuen Funktionen niederschlägt. Eltern können detailliert vorgeben, wann ihre Kinder welche Apps und Websites nutzen dürfen und mit wem sie Kontakt haben – ergänzt um eine Funktion, mit der Kinder den Zugriff auf einzelne Seiten gezielt anfragen können. Der bisherige Nacktheits-Filter wird auf Gewaltdarstellungen erweitert. Die Bildschirmzeit hat Apple von Grund auf überarbeitet und soll deutlich schwerer umgehbar sein. Künftig lassen sich Zeitfenster pro App-Kategorie definieren, etwa nur Schul-Apps am Vormittag und Spiele am Wochenende. Über neue Schnittstellen sollen auch Drittanbieter-Apps ihre Inhalte am Alter der Nutzer ausrichten. Weitere Details zu den Jugendschutzfunktionen finden Sie in der Meldung zu iOS 27 [5].

Kinderschutz in den neuen Systemen (0 Bilder) [6]

[7]

Barrierefreiheit

Bereits im Mai 2026 hatte Apple mehrere Neuerungen für die Bedienungshilfen [8] vorab vorgestellt. VoiceOver und die Lupe nutzen künftig Apple Intelligence für detailliertere Bildbeschreibungen; der Reader für Bedienungshilfen soll auch mit komplexeren Inhalten, mit Spalten, Bildern und Tabellen zurechtkommen. Zudem will Apple KI-Zusammenfassungen sowie eine Übersetzungsfunktion integrieren. Videos ohne Untertitel versieht macOS automatisch mit On-Device generierten Untertiteln – zum Start allerdings nur auf Englisch in den USA und Kanada. Hinzu kommen zuverlässigeres Pairing für Hörgeräte sowie die Unterstützung des Sony-Access-Controllers als frei konfigurierbarer Gamecontroller am Mac.

Weitere Änderungen

  • Höher aufgelöste Flyover-Animation in Apple Maps.
  • macOS unterstützt ultrabreite Displays mit Auflösungen wie 5K bei 120 Hz.
  • Für den Mehrbildschirm-Betrieb soll sich macOS zuverlässiger die Anordnung der Displays merken.
  • In Podcasts lässt sich künftig nahtlos zwischen Video- und reiner Audio-Wiedergabe wechseln.
  • Viele Apps unterstützen nun auch auf Mac Pull-to-Refresh, um Inhalte durch Herunterziehen zu aktualisieren.
  • Die Systemeinstellung „Allgemein“ listet alle Apps auf, die ab macOS 28 nicht mehr funktionieren werden.
  • Systemdienste wie MDM und Software-Updates setzen ab macOS 27 mindestens TLS 1.2 voraus.

Verfügbarkeit

Entwickler können ab sofort die Beta-Version von macOS 27 Golden Gate herunterladen. Im Juli folgt die erste Public Beta für interessierte Endanwender. Die finale Version des Betriebssystems dürfte wie üblich im Herbst erscheinen.

Hardware-Voraussetzungen: Endgültiges Aus für Intel

Mit macOS 27 endet eine Ära: Es ist die erste macOS-Version, die ausschließlich auf Apple-Silicon-Macs läuft. Apple hatte das Aus für die x86-Architektur bereits zur WWDC 2025 angekündigt und bezeichnete macOS 26 Tahoe als letzte Version für Intel-Hardware.

Folgende, noch mit Tahoe kompatible Intel-Maschinen, fallen damit aus dem Support:

  • iMac 5K 2020
  • Mac Pro 2019
  • MacBook Pro 16″ ab 2019
  • MacBook Pro 13″ ab 2020 mit vier Thunderbolt-3-Ports

Für diese Geräte liefert Apple allen Erfahrungen nach im Rahmen von macOS 26 noch zwei bis drei Jahre Sicherheitsupdates.

macOS 27 läuft auf allen Apple-Silicon-Macs.


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https://www.heise.de/-11321827

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  2. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096718.html?back=11321827;back=11321827
  3. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096718.html?back=11321827;back=11321827
  4. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  5. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  6. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096787.html?back=11321827;back=11321827
  7. https://www.heise.de/bilderstrecke/5096787.html?back=11321827;back=11321827
  8. https://www.heise.de/news/Mit-KI-Apple-stellt-neue-Funktionen-fuer-Barrierefreiheit-vor-11298952.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:wre@mac-and-i.de

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  • 08. Juni 2026 um 19:58

Bitcoin-Prediger Saylor verkauft plötzlich selbst

Von Telepolis
Ein Bitcoin-Symbol neben dem Wort

(Bild: Ferrero Lafak / Shutterstock.com)

Strategy-Chef riet zum Halten um jeden Preis – nun liquidiert sein Unternehmen erstmals seit 2022 Bitcoin für Dividenden.

"Verkauft eine Niere, wenn es sein muss. Aber behaltet den Bitcoin." So lautet einer der bekanntesten Sätze von Michael Saylor, Gründer und Executive Chairman des Unternehmens Strategy Inc. und lautester Bitcoin-Maximalist der Branche.

Der Mann, der mit 843.706 Bitcoin den größten institutionellen Krypto-Bestand der Welt hortet, hat jahrelang gepredigt: Niemals verkaufen.

Und dann verkaufte er. Nicht viel – 32 Coins, umgerechnet rund 2,5 Millionen US-Dollar. Ein Tropfen im Ozean seines Bestands, der zu Anschaffungskosten rund 63,87 Milliarden US-Dollar schwer ist.

Aber auch wenn es nur ein Tropfen war, so brachte er doch laut Bloomberg den ganzen Markt ins Wanken [1].

Symbolischer Tabubruch mit Kettenreaktion

Der Grund für den Verkauf klingt banal: Strategy brauchte Bargeld, um Dividenden auf seine unbefristeten Vorzugsaktien zu bedienen – darunter die STRC-Klasse mit einer aktuellen Dividendenrate von 11,50 Prozent (variabel, monatlich angepasst).

Saylor muss also in Dollar denken, obwohl er predigt, nur in Bitcoin zu denken. Diesen Widerspruch hat der Markt sofort bestraft.

Bitcoin fiel innerhalb einer Woche um 18 Prozent. Am Freitag durchbrach der Kurs erstmals seit Trumps zweitem Wahlsieg im Jahr 2024 die Marke von 60.000 US-Dollar und rutschte auf 59.101 US-Dollar ab, wie Bloomberg meldete [2].

Seit dem Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar im Oktober 2025 hat sich der Wert damit halbiert. Und das hatte auch Folgen für die Strategy-Aktien, die zeitweise um 10 Prozent einbrachen. Laut Bloomberg war das der größte Tagesverlust seit Februar.

Damit aber nicht genug: Die Panik weitete sich rasant aus. Bullische Wetten im Wert von fast 4 Milliarden US-Dollar wurden binnen einer Woche zwangsliquidiert, berichtet Bloomberg [3].

Auch US-Spot-Bitcoin-ETFs blieben von den Verlusten nicht verschont. An elf aufeinanderfolgenden Tagen verzeichneten sie Nettoabflüsse, Anleger zogen fast 3,5 Milliarden US-Dollar ab. Ein neuer Rekord, wie es bei Bloomberg heißt.

"Diese Woche war für Kryptowährungen schmerzhaft. Man kann es wirklich nicht anders ausdrücken", sagte Geoffrey Kendrick von Standard Chartered [4] laut Bericht.

Das Narrativ bekommt Risse

Am Wochenende versuchte Saylor gegenzusteuern. Auf X postete er: "Ein guter Zeitpunkt, um weitere Punkte hinzuzufügen". Am Montag kaufte Strategy dann Bitcoin im Wert von etwa 101 Millionen US-Dollar, wie Bloomberg berichtete [5]. Damit hält das Unternehmen jetzt 845.256 BTC [6].

Der Kurs erholte sich zeitweise auf fast 64.200 US-Dollar. Doch die Nervosität blieb. "Die Stimmung ist unglaublich instabil", sagte Pratik Kala von Apollo Crypto [7].

Das eigentliche Problem sitzt tiefer. Bitcoin sollte laut seinem Whitepaper eine "Peer-to-Peer-Version von elektronischem Bargeld" sein. 17 Jahre später wird es dafür kaum genutzt.

Ökonom John Lewis von der Bank of England rechnete im Blog "Bank Underground" [8] vor: 60 Prozent aller Bitcoin haben im letzten Jahr den Besitzer nicht gewechselt, als Zahlungsmittel gab es seit Ende der 2010er-Jahre kaum Wachstum.

Selbst in El Salvador, wo Bitcoin gesetzliches Zahlungsmittel ist, wird es für weniger als 5 Prozent der Transaktionen verwendet.

Kapital wandert – Bitcoin verliert die Pole-Position

Während Bitcoin strauchelt, verlagert sich das Anlegerinteresse. KI-Aktien dominieren als Wachstumssektor, Stablecoins wachsen rasant, und neue Token wie HYPE von der Derivatebörse Hyperliquid verzeichnen laut Bloomberg Kursgewinne von 180 Prozent im Jahresverlauf [9].

Der Unterschied: Bei HYPE fließen Handelsgebühren in Token-Rückkäufe – ein nachvollziehbares Geschäftsmodell statt reiner Hoffnung auf steigende Kurse.

"Lange Zeit war Krypto diese heiße Anlage, von der Silicon Valley und die Institutionen geradezu besessen waren – und KI hat sie verdrängt", sagte Michael Antonelli, Marktstratege bei Baird [10], gegenüber Bloomberg.

Für europäische Anleger, die über Exchange-Traded Products (ETPs) oder Zertifikate in Bitcoin investiert sind, bedeutet das: Die globale Nachfrage steht unter Druck, auch wenn die US-ETF-Abflüsse kein direktes Signal für europäische Produkte sind. Die Bewertungsfantasie schwindet.

Das Bitcoin-Narrativ hat sich über die Jahre ständig gewandelt – von digitalem Bargeld über Inflationsschutz bis zu "digitalem Gold". Jede Version wurde angepasst, keine bewiesen.

Saylor selbst nennt Bitcoin das "dominante digitale Geldnetzwerk der Welt" – und zahlt seine Dividenden trotzdem in Dollar. Am Ende halten eben alle an etwas fest. Nur nicht unbedingt an dem, was sie predigen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322095

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-02/bitcoin-tumbles-below-70-000-for-first-time-in-two-months
  2. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-05/bitcoin-falls-below-60-000-for-first-time-since-2024-trump-win
  3. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-04/bitcoin-btc-falls-to-pre-iran-conflict-low-as-crypto-slide-extends
  4. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-04/bitcoin-btc-falls-to-pre-iran-conflict-low-as-crypto-slide-extends
  5. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-08/bitcoin-steadies-after-60-000-breach-as-saylor-hints-at-buying
  6. https://assets.contentstack.io/v3/assets/bltf8d808d9b8cebd37/blt0eb10e46a66647c3/6a26adab8355c350c5f649f2/form-8-k_06-08-2026.pdf
  7. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-08/bitcoin-steadies-after-60-000-breach-as-saylor-hints-at-buying
  8. https://bankunderground.co.uk/2026/05/28/the-quantity-theory-of-crypto-what-is-bitcoin-worth-as-a-medium-of-exchange/
  9. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-03/a-180-crypto-rally-shows-new-investing-era-as-bitcoin-stumbles
  10. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-05/bitcoin-falls-below-60-000-for-first-time-since-2024-trump-win

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  • 08. Juni 2026 um 18:00

Gambit & Cascade: Die neuen Überflieger aus Deutschland

Von Telepolis
Die STARK-Drohne Gambit im Profil.

Die STARK-Drohne Gambit im Profil.

(Bild: STARK)

Ein deutsches Start-up mischt die Rüstung auf: Diese neuen Super-Drohnen fliegen ohne GPS und tricksen feindliche Störsender aus.

Wer den Drohnenkrieg in der Ukraine beobachtet, kennt das Muster: Nicht die ausgefeilteste Technologie entscheidet, sondern die Fähigkeit, schnell und in Masse zu liefern. Das deutsche Unternehmen STARK will genau diese Lücke in der europäischen Verteidigung schließen.

Auf der Luftfahrtmesse ILA 2026 [1] (10. bis 14. Juni) in Berlin präsentiert das Unternehmen [2] zwei neue unbemannte Wirksysteme: die kanistergestützte Loitering Munition Cascade und den tragbaren Quadrocopter Gambit.

Wie Defence Network berichtet [3], zielt STARK damit auf die schnelle Skalierung moderner Wirkmittel für europäische Streitkräfte.

CTO Johannes Schaback formuliert es so: Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass militärische Überlegenheit heute nicht allein von Technologie abhänge. Entscheidend seien Systeme, die sich „schnell produzieren, flexibel anpassen und in großer Stückzahl einsetzen“ lassen.

Dass Gambit auch am Bundeswehr-Stand in Halle D der ILA gezeigt wird, dürfte kein Zufall sein.

Cascade: Klappflügel für den Sättigungsangriff

Cascade ist als Fixed-Wing-Plattform mit klappbaren Trag- und Leitwerken ausgelegt. Laut Hartpunkt startet das System [4] aus Kanistern, die sich auf Fahrzeugen, Booten oder in modularen Containern montieren lassen.

Je nach Batteriekonfiguration gibt STARK Reichweiten von 40, 60 oder 100 Kilometern an. Die Nutzlast beträgt bis zu 4,5 Kilogramm – genug für panzerbrechende Gefechtsköpfe, wie Hartpunkt anmerkt.

Die Einsatzdauer liegt laut Hersteller bei bis zu 60 Minuten, die Angriffsgeschwindigkeit bei bis zu 220 km/h. Innerhalb von weniger als einer Minute soll das System feuerbereit sein. Der taktische Clou: Mehrere Cascade-Effektoren lassen sich koordiniert auf ein Ziel lenken, um gegnerische Luftabwehr durch simultane Anflüge zu überlasten.

STARK hat die Drohne nach eigenen Angaben bereits vom unbemannten Überwasserfahrzeug Vanta gestartet und damit einen domänenübergreifenden Einsatz demonstriert.

Gambit: 6 Kilogramm für die vorderste Linie

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Gambit. Der faltbare Quadrocopter wiegt maximal 6 Kilogramm und lässt sich von einer einzelnen Person transportieren.

STARK bietet ihn in zwei Varianten an: als Aufklärungsdrohne mit EO/IR-Sensorik, die bis zu 50 Minuten in der Luft bleibt und 40 Kilometer weit fliegt, sowie als Wirkmittel mit bis zu 2 Kilogramm Nutzlast bei 25 Kilometern Reichweite und 25 Minuten Flugzeit.

Im Angriffsmodus beschleunigt der Quadrocopter auf 120 km/h.

Beide Systeme navigieren per visueller Odometrie ohne GPS-Signale – ein entscheidender Punkt für Einsätze in elektronisch stark umkämpften Räumen, wie sie an der ukrainischen Front alltäglich sind.

Zusätzlich schützt ein in Europa entwickelter, störresistenter Datenlink die Kommunikation.

Gambit bietet darüber hinaus eine optionale Glasfasersteuerung, die Jamming praktisch unmöglich macht – auf Kosten der maximalen Reichweite, da das Kabel die Distanz begrenzt.

Minerva verbindet alles zum Schwarm

Die eigentliche Klammer bildet STARKs Missionsführungssoftware Minerva. Sie integriert Cascade und Gambit in einen gemeinsamen Aufklärungs- und Wirkverbund. KI-gestützte Funktionen übernehmen dabei Zielerfassung, Zielverfolgung und Missionsplanung.

Statt einzelne Drohnen manuell zu steuern, sollen Operateure ganze Schwärme koordinieren können.

Ob die ambitionierten Herstellerangaben zu Reichweite und Flugzeit unter realen Gefechtsbedingungen – Kälte, Wind, intensives Manövrieren, Störsender – bestehen, bleibt abzuwarten.

Die angegebenen Werte gelten in der Branche typischerweise als Optimalwerte. Unabhängige Testdaten liegen bislang nicht vor.

Dass STARK von der Gründung bis zum Fronteinsatz der Technologie nach eigener Darstellung weniger als 13 Monate benötigt und über 18.500 Quadratmeter Produktionsfläche verfügt, signalisiert zumindest den Anspruch, beim Tempo mitzuhalten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322036

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ila-berlin.de/
  2. https://www.linkedin.com/posts/ila2026-ugcPost-7469706837790040064-PQkh/
  3. https://defence-network.com/stark-stellt-neue-systeme-cascade-gambit-vor/
  4. https://www.hartpunkt.de/cascade-und-gambit-stark-stellt-zwei-neue-loitering-munition-systeme-vor/

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  • 08. Juni 2026 um 17:00

OneDrive: Microsoft löscht Firmendaten ab Juli automatisch

Von Telepolis
Microsoft office building

(Bild: JeanLucIchard/Shutterstock.com)

Nicht lizenzierte OneDrive-Konten durchlaufen ab Juli 2026 einen festen Lösch-Zyklus. Admins sollten jetzt ihre Altlasten prüfen.

Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen, die IT entzieht die Microsoft-365-Lizenz, das OneDrive-Konto bleibt unangetastet. Bislang schlummerten solche Datenleichen oft jahrelang vor sich hin, ohne dass jemand eingreifen musste.

Damit ist bald Schluss: Wie Microsoft in seiner Dokumentation beschreibt [1], durchlaufen nicht lizenzierte OneDrive-Konten ab Juli 2026 einen automatischen Lebenszyklus mit harten Fristen – am Ende steht die unwiderrufliche Löschung.

Als "unlicensed" gilt ein OneDrive-Konto, sobald es nicht mehr mit einer aktiven Microsoft-365- oder Office-365-Lizenz verknüpft ist. Das passiert typischerweise, wenn ein Admin die Lizenz entzieht oder den Benutzer in Entra ID löscht.

Auch Konten ohne zugewiesenen Besitzer oder versehentlich angelegte Dubletten fallen darunter .

Praktisch jedes Unternehmen mit nennenswerter Fluktuation dürfte solche Altlasten im Tenant haben – oft ohne es zu wissen.

Die Durchsetzung begann laut Microsoft bereits am 27. Januar 2025 und wird schrittweise ausgerollt. EDU-, GCC- und DoD-Tenants sind ausdrücklich ausgenommen .

Schreibschutz, Archiv, Löschung – der Countdown

Der neue Lifecycle folgt einem festen Stufenplan:

  • Am 60. Tag nach Lizenzentzug wird das Konto schreibgeschützt. Nutzer können Inhalte noch lesen, aber nichts mehr ändern.
  • Ab Tag 93 archiviert Microsoft das Konto – der direkte Zugriff ist dann gesperrt. Inhalte bleiben zwar für eDiscovery und Legal Holds verfügbar, doch Endnutzer kommen nicht mehr heran.
  • Ist kein Billing für unlizenzierte Konten aktiviert, beginnt Microsoft am 93. Tag den unwiderruflichen Löschprozess. Bei aktiviertem Billing bleibt das Konto dagegen dauerhaft archiviert und wird nicht automatisch gelöscht. .

Besonders heikel: Selbst bestehende Retention Policies oder Legal Holds schützen die Daten nicht zuverlässig, wenn weder eine Lizenz noch eine Archiv-Abrechnung aktiviert ist.

Wer sich allein auf Aufbewahrungsrichtlinien verlässt, riskiert Datenverlust – ein Punkt, den auch Fachblogs kritisch hervorheben [2].

DSGVO-Risiko und fehlende Offboarding-Prozesse

Für Unternehmen in der EU verschärft der neue Mechanismus ein ohnehin bestehendes Problem: Sobald ein Konto im Schreibschutz oder Archiv landet, können betroffene Personen ihre Daten nicht mehr selbst einsehen oder exportieren.

Für Auskunfts- und Datenübertragbarkeitsanfragen nach Art. 15 und 20 DSGVO ist das relevant – zumal ehemalige Mitarbeiter solche Rechte durchaus geltend machen .

Das eigentliche Problem liegt allerdings tiefer. Viele Organisationen haben schlicht keinen sauberen Prozess dafür, was beim Offboarding mit Cloud-Daten geschieht.

Wer ist verantwortlich? Wohin werden Dateien migriert? Wann darf gelöscht werden? Microsoft zwingt Unternehmen jetzt zu Entscheidungen, die längst hätten fallen müssen.

Vier Optionen gegen den Datenverlust

Admins haben bis zur endgültigen Löschung mehrere Möglichkeiten: Sie können dem Konto eine Lizenz neu zuweisen, wodurch es sofort aus dem Enforcement herausfällt. Alternativ lässt sich eine Pay-as-you-go-Abrechnung für Microsoft 365 Archive aktivieren – bei Speicherkosten von 0,05 US-Dollar pro GB und Monat; bei der Reaktivierung eines archivierten Kontos fällt zusätzlich eine einmalige Reaktivierungsgebühr von 0,60 US-Dollar pro GB an .

Relevante Inhalte können vor Tag 93 in andere OneDrive- oder SharePoint-Speicherorte migriert werden. Und wenn die Daten tatsächlich nicht mehr gebraucht werden, ist bewusstes Nichthandeln eine legitime Strategie.

Der erste Schritt sollte jetzt ein Audit sein: Im SharePoint Admin Center lässt sich ein Report aller unlizenzierter OneDrive-Konten inklusive Speicherverbrauch und Unlicensed-Grund als CSV exportieren . Wer das bis Juli nicht erledigt hat, spielt russisches Roulette mit Firmendaten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321775

Links in diesem Artikel:

  1. https://learn.microsoft.com/en-us/sharepoint/unlicensed-onedrive-accounts
  2. https://ms365news.com/blogs/f/your-onedrive-data-now-has-an-expiry-data

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  • 08. Juni 2026 um 14:20

Apple rüstet auf: App Store bekommt neue Tools, Abos und Elternkontrollen

Von Andreas Donath
Mehr Sichtbarkeit für Entwickler, flexiblere Abo-Modelle und detaillierte Elternkontrollen: Apple hat für den App Store einiges geplant.
Apple erweitert den App Store mit neuen Tools. (Bild: Apple)
Apple erweitert den App Store mit neuen Tools. Bild: Apple

Apple plant für dieses Jahr mehrere Neuerungen im App Store. Entwickler sollen mehr Möglichkeiten erhalten, ihre Apps zu vermarkten, Abonnements zu verwalten und neue Nutzer zu erreichen. Betroffen sind verschiedene Bereiche: Entdeckungsfunktionen, neue Abo-Modelle und vereinfachte Einreichungsprozesse. Einen einheitlichen Veröffentlichungstermin hat Apple nicht bestätigt.

Zu den geplanten Neuerungen gehört ein Feature namens Creative Assets. Es erlaubt Entwicklern, reichhaltigere Bilder und Videos in Kopfzeilen von Produktseiten und in Suchergebnissen einzubinden. Diese Inhalte sollen neben bestehenden Screenshots und App-Previews funktionieren.

Eine neue Asset Library in App Store Connect bündelt sämtliches Bildmaterial an einem Ort und soll den Verwaltungsaufwand bei Kampagnen und Werbeaktionen reduzieren.

Personalized Collections auf Basis der Nutzerinteressen

Außerdem plant Apple sogenannte Personalized Collections. Diese sollen App-Empfehlungen auf Basis von Nutzer-Interessen und des Download-Verlaufs anzeigen. Die Sammlungen entwickeln sich laut Apple über die Zeit weiter und erscheinen in den Tabs Apps, Spiele und Suche. Der Rollout soll in dieser Woche auf Englisch in den USA beginnen, weitere Sprachen und Regionen folgen später.

Spieleentwickler können über Featuring Nominations dem redaktionellen Team der Apple-Games-App Vorschläge für In-Game-Angebote oder zeitlich begrenzte Rabatte einreichen. Kleinere Studios bekommen damit einen direkteren Weg zu mehr Sichtbarkeit auf der Plattform, so Apple.

Neue Abo-Optionen für Gruppen und Organisationen

Auf der Abo-Seite kündigt Apple zwei neue Konfigurationsoptionen an, die auf Storekit 2 aufbauen. Eine davon ermöglicht Sammelkäufe über Apple Business Manager und Apple School Manager. Organisationen können Abonnements so über bestehende Geräteverwaltungsprozesse erwerben. Die andere Option, Group Purchases, erlaubt es einem einzelnen Abonnenten, mehrere Plätze zu kaufen und andere Personen in einen gemeinsamen Plan einzuladen.

Sammelkäufe sollen im Herbst verfügbar sein, Gruppenabonnements sind für den Winter 2026 geplant. Entwickler verwalten beide Optionen laut Apple an einem einzigen Ort in App Store Connect.

Darüber hinaus beschreibt Apple ein Feature namens App Store Bundles. Es soll Entwicklern verschiedener Unternehmen ermöglichen, gemeinsame Abonnements zu einem günstigeren Preis anzubieten. Eine verwandte Option namens Suites erlaubt es, Abo-Stufen zu bündeln, die nicht als Einzelkäufe verfügbar sind. Retention Messaging soll es Entwicklern ermöglichen, Nutzer anzusprechen, die gerade dabei sind, ein Abonnement zu kündigen.

Bei der App-Einreichung sollen Entwickler künftig mehrere In-App-Käufe in einer einzigen App-Review-Einreichung bündeln können. Mac-App-Store-Apps müssen außerdem keine Intel-Unterstützung mehr vorweisen. Entwickler können damit reine Apple-Silicon-Builds einreichen, ohne separate Versionen pflegen zu müssen.

Zeitlimits für Kinder können stärker detailliert werden

Apple beschreibt außerdem Änderungen im Bereich Screen Time. Neue Zeitlimits in iOS 27, iPadOS 27 und MacOS 27 geben Eltern detaillierte Kontrolle über die App-Nutzung ihrer Kinder nach Kategorie, darunter Unterhaltung, Spiele und Social Media.

Entwickler sollen ab Juli über einen aktualisierten Altersfreigabe-Fragebogen angeben, ob ihre App soziale Funktionen wie einen Social Feed enthält. Mithilfe dieser Angaben werden Apps automatisch der passenden Zeitlimit-Kategorie zugeordnet.

Apple beschreibt die Kategorien als auf Expertenwissen basierend und auf das jeweilige Alter des Kindes abgestimmt. Eltern behalten die Möglichkeit, Einstellungen individuell anzupassen. Der genaue Zeitplan für mehrere Funktionen steht bisher nicht fest, teilte Apple mit.

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  • 08. Juni 2026 um 22:01

Mehr Kontrolle mit iOS 27: Apple erweitert Kindersicherung

Von Andreas Donath
Mit iOS 27 und den anderen neuen Betriebssystemen von Apple erhalten Eltern neue Werkzeuge, um die Gerätenutzung ihrer Kinder zu steuern.
Apple weitet Kindersicherungen aus. (Bild: Apple)
Apple weitet Kindersicherungen aus. Bild: Apple

Apple hat eine Reihe neuer Kindersicherungsfunktionen angekündigt, die im Herbst 2026 zusammen mit iOS 27, iPadOS 27 und MacOS 27 erscheinen sollen. Die neuen Werkzeuge sollen Eltern direkte Kontrolle darüber geben, wie, wann und mit wem ihre Kinder Apple-Geräte nutzen.

Im Mittelpunkt stehen eine überarbeitete Bildschirmzeit-Oberfläche, eine neue Funktion namens Ask to Browse für Safari sowie ein vereinfachter Einrichtungsprozess für Kinderkonten. Zusammen sollen diese Änderungen den Aufwand reduzieren, den Eltern bisher betreiben mussten, um Inhalte einzuschränken oder Nutzungszeiten auf mehreren Geräten festzulegen.

Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
Bild 1/13: Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
Bild 2/13: Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
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Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
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Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
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Apple Kindersicherung (Bild: Apple)
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Zentral ist das Kinderkonto-System. Wird ein solches Konto angelegt, aktiviert es systemweite Schutzmaßnahmen, die am Alter des Kindes ausgerichtet sind. Dazu gehören Sperren für Websites mit expliziten Inhalten sowie altersbasierte Einschränkungen im App Store. Apple zufolge wird die Einrichtung automatisch vorgeschlagen, sobald ein neues Gerät für ein Kind konfiguriert wird.

Ask to Browse und überarbeitete Bildschirmzeit

Zu den auffälligsten Neuerungen zählt Ask to Browse: Kinder müssen vor dem Besuch einer neuen Website in Safari erst die Genehmigung der Eltern einholen, wenn dies aktiviert ist. Die Funktion soll auf iPhone, iPad und Mac verfügbar sein und ähnelt dem bestehenden Kaufanfrage-Prinzip im App Store.

Das überarbeitete Bildschirmzeit-Dashboard soll Eltern eine übersichtlichere Zusammenfassung der durchschnittlichen Gerätenutzung und der meistgeöffneten Apps ihres Kindes bieten. Von dort aus lassen sich Einschränkungen mit einem einzigen Tippen anpassen, etwa um den App-Zugang während des Essens oder anderer Aktivitäten vorübergehend zu sperren.

Die Zeitlimits werden ebenfalls überarbeitet. Eltern erhalten Vorschläge für Nutzungszeiten, die sie nach eigenem Ermessen anpassen können. Tägliche Pläne lassen sich so konfigurieren, dass bestimmte App-Kategorien während der Schulzeit oder anderen festgelegten Zeiträumen gesperrt sind.

Kommunikation, Kontakte und Kooperation mit Medizinern

Auf der Kommunikationsseite können Eltern festlegen, welche Kontakte ihre Kinder über Nachrichten, Facetime und Telefon erreichen dürfen. Eine neue Option verpflichtet Kinder zudem, vor dem Hinzufügen eines neuen Kontakts die Genehmigung der Eltern einzuholen. Die Funktion Kommunikationssicherheit, die bereits für Nutzer unter 18 Jahren aktiv ist, wird außerdem auf das Erkennen grafischer oder gewalthaltiger Inhalte in geteilten Bildern und Videos ausgeweitet.

Apple arbeitet parallel mit der American Academy of Pediatrics zusammen, um deren Familienmedienplan als Referenzleitfaden für Eltern mit Apple-Produkten zu adaptieren. Eine eigene Website soll Informationen zu neuen und bestehenden Werkzeugen bündeln.

Entwickler, die Apps für jüngere Zielgruppen erstellen, erhalten Zugang zu aktualisierten Programmierschnittstellen, darunter die Declared Age Range API. Diese ermöglicht es Apps, Inhalte an die Altersgruppe eines Kindes anzupassen, ohne dass Geburtsdaten direkt übermittelt werden müssen.

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  • 08. Juni 2026 um 21:45

Apple Intelligence: Siri AI auf dem iPhone und iPad nicht in der EU

Von Andreas Donath
Apple kündigt ein umfassendes Update seiner KI-Plattform an, darunter erstmals eine eigenständige Siri-App. Nur mit der EU hadert das Unternehmen.
Apple baut Siri mit KI aus. (Bild: Apple)
Apple baut Siri mit KI aus. Bild: Apple

Apple hat eine Erweiterung seiner Apple-Intelligence-Plattform angekündigt. Die neuen Funktionen erscheinen im Herbst mit iOS 27, iPadOS 27, MacOS 27, WatchOS 27 und VisionOS 27 – für iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, Apple Vision Pro sowie Airpods. Entwickler können die Werkzeuge ab sofort über das Apple Developer Program testen.

Die Ankündigungen decken ein breites Spektrum ab, von der Fotobearbeitung und dem Webbrowsing bis zur Kalenderverwaltung und Haussicherheit. Apple betont zwei bekannte Prinzipien: die enge Integration in die Betriebssysteme und die Verarbeitung von Daten möglichst direkt auf dem Gerät.

Eine der auffälligen Neuerungen in der Fotos-App ist Spatial Reframing. Damit lässt sich die Perspektive eines bereits aufgenommenen Fotos nachträglich anpassen. Das Werkzeug nutzt Raummodellierungstechnik, die ursprünglich für Apple Vision Pro entwickelt wurde.

Eine ergänzende Funktion namens Extend füllt die Ränder beschnittener oder neu positionierter Bilder auf. Das überarbeitete Clean-Up-Werkzeug entfernt Objekte auch in komplexeren Szenen. Mit Apple Intelligence bearbeitete Fotos erhalten ein unsichtbares Synth-ID-Wasserzeichen als Kennzeichnung.

Ein Herzstück der Ankündigung ist Siri AI, das Apple als leistungsfähigere Version des bisherigen Assistenten beschreibt. Es erscheint als eigenständige App, soll Nachrichten, E-Mails und Fotos durchsuchen und Aktionen in Drittanbieter-Apps ausführen können.

Die Siri-App synchronisiert den Gesprächsverlauf privat per iCloud über alle Geräte hinweg, sodass Nutzer eine Konversation auf dem Mac beginnen und auf iPhone, iPad, Apple Watch oder Vision Pro nahtlos fortsetzen können. Die neuen Siri-Funktionen kommen noch in diesem Jahr als Beta. In der EU wird Siri AI zunächst nicht für iOS und iPadOS verfügbar sein.

Siri AI lässt sich von überall im System aufrufen. Auf dem iPhone geht das per Sprachbefehl, über die Seitentaste oder per Wischen von der Dynamic Island nach unten. Auf iPad und Mac ist Siri AI in die Spotlight-Suche integriert. Zusätzlich lässt es sich per Control-Klick auf Bilder, Dateien oder Text direkt im System aufrufen, um Fragen dazu zu stellen.

Auf dem iPhone ist Siri AI nun direkt in die Kamera-App integriert. Im neuen Siri-Modus tippen Nutzer einfach auf den Auslöser. Siri sieht dann, was die Kamera erfasst, und kann entsprechend handeln, etwa eine Rechnung per Apple Cash aufteilen oder Nährwerte eines Gerichts abrufen. Visuelle Intelligenz mit Siri kommt erstmals auch auf iPad und Mac. Auf dem iPad ist sie ins Bildschirmfoto-Erlebnis integriert, auf dem Mac greift man per Tastenkombination darauf zu.

Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
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Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)
Bild 13/13: Apple Siri mit KI-Funktionen (Bild: Apple)

Siri übernimmt auch das Schreiben: Nutzer beschreiben, was sie wollen, und Siri erstellt einen Entwurf. In Mail und Nachrichten kann Siri berücksichtigen, wie normalerweise mit einem bestimmten Empfänger kommuniziert wird, inklusive Schreibstil und Zeichensetzung.

Wer Vorgesetzte gewöhnlich mit kurzen Stichpunkten anschreibt, bekommt genau das als Entwurf. Außerdem lässt sich die Siri-Stimme in Ausdruckskraft und Tempo an persönliche Vorlieben anpassen.

Siri AI kommt mit iOS 27 und iPadOS 27 nicht in die Europäische Union, weil EU-Regulatoren nach Apples Darstellung keinen der von dem Unternehmen vorgeschlagenen Kompromisse akzeptiert haben sollen. Auf MacOS 27, VisionOS 27 und WatchOS 27 steht der neue Assistent hingegen auch für EU-Nutzer bereit.

Kern des Konflikts ist die Auslegung des Digital Markets Act (DMA) der Kommission, die Apple zufolge verlangt, dass jedes KI-System unbegrenzten Zugriff auf Nutzerdaten und installierte Apps erhält, ohne ausreichende Sicherheitsmechanismen.

Apple hatte als Lösung einen sogenannten Trusted System Agent vorgeschlagen, der Drittassistenten denselben kontrollierten Zugang wie Siri AI ermöglichen sollte, scheiterte damit aber ebenfalls. Ein Zeitplan für die Nachlieferung auf iPhone und iPad in der EU existiert laut Apple derzeit nicht.

Safari erhält neue Werkzeuge: automatische Tab-Gruppierung nach Thema, ein Seitenüberwachungs-Feature namens Notify Me sowie die Möglichkeit, dass die Passwörter-App selbstständig Websites aufruft und Zugangsdaten aktualisiert. Mit Describe an Extension können Nutzer eigene Browser-Erweiterungen erstellen, indem sie in normaler Sprache beschreiben, was diese leisten sollen. Diese wird dann KI-generiert.

Apple gab außerdem bekannt, dass die neuen Foundation-Modelle in Zusammenarbeit mit Google und der Gemini-Modellfamilie entwickelt wurden. Diese Modelle laufen sowohl auf dem Gerät als auch über die Private-Cloud-Compute-Infrastruktur des Unternehmens. Apple zufolge werden dabei keinerlei persönliche Daten gespeichert. Die Infrastruktur steht externen Prüfungen offen.

Voice Over erhält ausführlichere Bildbeschreibungen und schnellere Umgebungsabfragen über den Aktionstaster des iPhone. Voice Control wird flexibler, sodass Nutzer Bildschirmelemente per Beschreibung ansprechen können, ohne den genauen Namen zu kennen. Der Accessibility Reader unterstützt nun komplexere Dokumente und kann auf Anfrage Zusammenfassungen und Übersetzungen erstellen.

Weitere Neuerungen umfassen systemweite automatische Rechtschreibkorrektur, KI-Vorschläge für Datei- und Ordnernamen, verbesserte Genmoji-Generierung sowie eine spanischsprachige Version des Work-out-Buddy für die Apple Watch. Einige Funktionen, darunter die Bildgenerierung, unterliegen täglichen Nutzungslimits.

Der erweiterte Zugang, also mehr Generierungen pro Tag, sei an ein kostenpflichtiges iCloud+-Abonnement geknüpft, teilte Apple mit. Details wurden nicht genannt.

Eine öffentliche Beta wird im Juli 2026 über das Apple Beta Software Program erwartet. Bereits heute steht Entwicklern eine Beta der Betriebssysteme zur Verfügung.

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  • 08. Juni 2026 um 21:30

Störungsmeldung vom 07.06.2026 07:15

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
07.06.2026 07:15
Region
Weilrod (06083)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 07. Juni 2026 um 07:15

SolarWinds Serv-U: Angreifer missbrauchen DoS-Lücke in FTP-Server

Von Heise
Nullen und Einsen, darunter versteckt sich die Zeichenkette EXPLOIT

(Bild: heise online / dmk)

In SolarWinds-Serv-U-Servern können Angreifer eine Schwachstelle für Denial-of-Service-Angriffe missbrauchen. Laut CISA tun sie das bereits.

Ursprünglich war es ein einfacher FTP-Server, inzwischen eine ausgewachsene Managed-File-Transfer-Software: SolarWinds Serv-U dient dem Datenaustausch für wichtige Systeme bei Organisationen. Schwachstellen darin sind für Cyberkriminelle oftmals interessant – mit einer vergleichbaren Software wie Progress MOVEit hatte die Cybergang Cl0p sensible Daten [1] vieler namhafter Unternehmen gestohlen und damit Lösegeld erpresst. In Serv-U wird jetzt eine Sicherheitslücke im Internet angegriffen, die das System und damit den Datenaustausch in Einrichtungen lahmlegt.

SolarWinds warnt in einer aktuellen Schwachstellenmeldung [2], dass Angreifer mit manipulierten POST-Anfragen den Serv-U-Dienst zum Absturz bringen können. Das gelingt aus dem Netz, ohne vorherige Anmeldung, als Kodierung muss jedoch „Deflate“ aktiv sein (CVE-2026-28318, CVSS 7.5, Risiko „hoch“). SolarWinds stellt die korrigierte Version Serv-U 15.5.4 HF1 bereit, gibt aber auch Tipps zur Absicherung mittels Web Application Firewall (WAF). Darin sollte der Zugriff auf bekannte Adressen beschränkt werden, wo das möglich ist. Anfragen, die „Content-Encoding“ enthalten, sollten darin blockiert werden, da diese Funktion von dem Dienst nicht benötigt wird. Mit einer Web-Suche hat SolarWinds einige Vorschläge für Regeln einiger WAFs erstellt – die sollten Admins jedoch zuvor gründlich prüfen, ob sie in ihrer Umgebung so einsetzbar sind.

Schwachstelle in freier Wildbahn bereits attackiert

Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA warnt inzwischen vor beobachteten Angriffen [3] auf die Schwachstelle in SolarWinds Serv-U. Wie üblich nennt sie jedoch keinerlei Details, etwa zu Art und Umfang der Attacken. Daher lassen sich auch keine Hinweise für erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC) ableiten. IT-Verantwortliche sollten jedoch zügig die aktualisierte Software installieren oder die vorgeschlagene Filterung mittels WAF einrichten.

In SolarWinds Serv-U haben die Entwickler zuletzt Ende Februar Sicherheitslücken gestopft [4]. Es handelte sich dort gleich um vier Schwachstellen, die als Risikoeinstufung die Einordnung „kritisch“ erreichten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321084

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Zero-Day-Luecke-Cl0p-nennt-weitere-Opfer-der-MOVEit-Transfer-Schwachstellen-9193916.html
  2. https://www.solarwinds.com/trust-center/security-advisories/cve-2026-28318
  3. https://www.cisa.gov/news-events/alerts/2026/06/05/cisa-adds-one-known-exploited-vulnerability-catalog
  4. https://www.heise.de/news/Solarwinds-Serv-U-Update-stopft-vier-kritische-Sicherheitsluecken-11189063.html
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:dmk@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 07:48

Pixel Studio: Google beendet KI-Bildbearbeitung auf Pixel-Smartphones

Von Heise
Google Pixel Studio App-Icon auf Smartphone

Noch ein Grabstein auf dem Google Friedhof: die Pixel Studio App.

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Google macht seine KI-Bildbearbeitungs-App Pixel Studio dicht. Weniger als zwei Jahre nach der Einführung.

Googles Pixel-Studio-App landet auf dem Friedhof der Google-Produkte [1], auf dem mittlerweile über 300 Grabsteine stehen. Die KI-App hatte es nach ihrer Einführung im August 2024 erst im März 2025 auf Pixel-Geräte in Deutschland geschafft, jetzt werden Nutzerinnen und Nutzer in der App nach und nach auf Nano Banana umgeleitet.

Pixel-exklusiv

Googles Pixel Studio [2] ist zusammen mit der Pixel-9-Reihe im August 2024 vorgestellt worden. Mit der App lassen sich mit Prompts KI-Bilder und Sticker direkt auf dem Smartphone generieren, die sich unter anderem direkt über die Tastatur-App Gboard teilen lassen.

Schon im Februar [3] dieses Jahres teilte Google 9to5Google mit, dass die Pixel-Studio-App eingestellt werde. Nun, mit dem Update auf Version 2.2.001.864530193.00, das für die Modelle der Pixel-9- und Pixel-10-Serie verteilt wird, wird das Ende der App eingeleitet. Laut 9to5Google verfügt das Bildbearbeitungstool auf KI-Basis, das sich zur Bearbeitung von Screenshots verwenden lassen kann, nach dem Update nicht mehr über die bisher nutzbaren generativen KI-Tools, um etwa ein Bild per Prompt bearbeiten zu lassen. Auf einem Redaktionsgerät sind die Funktionen noch vorhanden, jedoch wird das abschließende Update offenbar schubweise verteilt, sodass es nicht alle gleichzeitig erhalten.

Aufräumarbeiten

Mit dem allmählichen Ende der App scheint Google in seinem Portfolio an KI-Tools aufzuräumen: Statt Pixel Studio setzt der Konzern auf die Bildgenerierung per „Remix“ in Google Messages sowie die generativen KI-Werkzeuge in Google Photos. Zudem werden Nutzer von Pixel Studio fortan zu Nano Banana [4] in Gemini umgeleitet. So werde Nutzern, die bereits Version 2.3 der Pixel-Studio-App erhalten haben, in der Anwendung der Hinweis „Probieren Sie zur Erstellung von Bildern und Animationen Nano Banana in der Gemini-App aus“ angezeigt.

Unter der Nachricht befindet sich ein Button, der Nutzerinnen und Nutzer zur Gemini-App leitet. Bis auf Weiteres können Nutzer weiterhin auf ihre erstellten Sticker und Bilder in Pixel Studio zugreifen, aber sie können keine neuen erstellen, so Android Authority [5].

Google soll noch ein Export-Tool für die mit Pixel Studio erstellten KI-Kreationen anbieten. Die Bedienoberfläche der App zur Bearbeitung von Screenshots mit grundlegenden Werkzeugen ist nach dem Update weiterhin nutzbar, jedoch bietet sie keine Funktionen, die nicht auch in anderen Bearbeitungs-Apps zu finden sind.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321204

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Der-Friedhof-der-Google-Produkte-4367518.html
  2. https://play.google.com/store/apps/details?id=com.google.android.apps.pixel.creativeassistant&hl=de_AT
  3. https://9to5google.com/2026/02/27/google-pixel-studio-app/
  4. https://www.heise.de/tests/Nano-Banana-ausprobiert-Die-beste-kostenlose-KI-Bildbearbeitung-von-Google-10621377.html
  5. https://www.androidauthority.com/google-pixel-studio-discontinued-3674832/
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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  • 08. Juni 2026 um 09:24

Neue Siri: Apple bleibt bei Datenschutzstrategie

Von Heise
Werbung für Apple Intelligence

Werbung für Apple Intelligence: Schon jetzt Privatsphäre als Verkaufsargument.

(Bild: agustin.photo / Shutterstock)

Am Montag zeigt Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC erstmals iOS 27. KI und eine smartere Siri stehen im Vordergrund – mit weiter datensparsamer Strategie.

Wenn Apple heute auf der Entwicklerkonferenz WWDC [1] ab 19 Uhr deutscher Zeit höchstwahrscheinlich seine neue Sprachassistentin Siri vorstellt, wird der Konzern weiterhin auf das Thema Datenschutz pochen. Davon gehen Marktbeobachter aus. Der Plan: Apple will versuchen, von OpenAI, Anthropic und Co. verlorenes Terrain mit für den Konzern typischen Argumenten gutzumachen – unter anderem der Tatsache, dass möglichst viele der von Apple Intelligence und Siri verarbeiteten Daten auf dem Gerät verbleiben und kein Training mit Nutzerdaten erfolgt. „KI, aber privat“ gilt als mögliches Motto.

Nach wie vor „local first“

Alles, was nicht lokal auf einem Mac, iPhone oder iPad verarbeitet werden kann, landet zwar wie schon jetzt in der Cloud – doch dort setzt Apple weiterhin auf seinen sogenannten PCC-Ansatz, sprich: Private Cloud Compute, bei dem Apple selbst dank starker Verschlüsselung keine Nutzerinformationen sehen kann. Erfolgt die Berechnung auf Googles Servern, weil Apple nun erstmals auch Gemini-Modelle [2] verwendet, müsste Googles hauseigenes Private AI Compute [3] Verwendung finden. Alternativ könnte Apple auch Technik von Nvidia nutzen oder sich etwas Eigenes bauen.

Um die lokale KI zu verbessern, hat Apple einem Bericht von The Information zufolge Destillate von Googles jüngsten Gemini-Modellen [4] anfertigen dürfen, die dann dank Apple Silicon direkt auf iPhone, Mac oder iPad laufen. Diese sollen deutlich mächtiger sein als Apples lokale Modelle. Auf Cloud-Seite wird Apple wie erwähnt einen Doppelansatz fahren: die eigene Flotte an PCC-fähigen Servern auf Basis von Ultra-Chips [5], plus die Hardware bei Google Cloud. Zuletzt hieß es hier, es handele sich dabei um Blackwell-B200-Chips von Nvidia, die Nvidias eigenes „Confidential Compute“-Feature [6] nutzen. Letzteres verspricht, die Vertraulichkeit und Integrität von KI-Modellen zu bewahren, was aber angeblich nahezu keine Performance kosten soll.

Angst vor Datenschutzkatastrophen

Bei Apple erwartet man offenbar, dass insbesondere im Zusammenhang mit agentischen Systemen potenzielle Datenschutzkatastrophen drohen. Da die neue Siri erstmals kontextsensitiv mit Nutzerdaten [7] arbeiten soll – ein Feature, das seit zwei Jahren erwartet wird –, kann sich das Unternehmen hier keinen Ausreißer erlauben.

Interessant wird auch noch ein zweites Thema, das in Sachen KI immer mehr in den Vordergrund rückt: die Nutzungskosten. So erhöhen die Anbieter API-Kosten oder nehmen Flatrate-Konzepte vom Markt. Apple hat für Apple Intelligence bislang keinen Cent verlangt. Auch das könnte ein Argument für den Dienst sein, sollte Apple das nicht in absehbarer Zeit ändern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11318666

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Apple-WWDC-2026-Keynote-mit-KI-Fokus-am-8-Juni-11298043.html
  2. https://www.heise.de/news/Nach-Gemini-Siri-Deal-Google-nun-Apples-bevorzugter-Cloud-Anbieter-11166990.html
  3. https://www.heise.de/news/Google-Private-AI-Compute-soll-Cloud-KI-mit-Datenschutz-vereinen-11075038.html
  4. https://www.heise.de/news/Bericht-Apple-setzt-zur-WWDC-voll-auf-lokale-KI-Modelle-11310591.html
  5. https://www.heise.de/news/Apples-KI-Server-made-in-USA-fertig-10900087.html
  6. https://www.theinformation.com/briefings/apple-launch-new-siri-september-help-google-nvidia
  7. https://www.heise.de/news/Apple-Softwarechef-Kontextsensitive-Siri-war-keine-Vaporware-10440967.html
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 09:26

Bundestagsdiäten: Zwischen Anstand und Automatismus

Von Telepolis
Blick in den Planarsaal des Bundestages

(Bild: Juergen Nowak, shutterstock)

Die Debatte um die Bundestagsdiäten legt den Blick auf ein Kernproblem unserer Gesellschaft frei: Ungleichheit und eine davon losgelöste Politik. Ein Kommentar.

Der Gürtel muss enger geschnallt werden – tönt insbesondere die Merz-Regierung [1]. Gilt das für alle? Fast: Die Diäten deutscher Bundestagsabgeordneter sollen turnusgemäß im Juli um einen inflationsbedingten Ausgleich angehoben werden [2].

Wie aus einer Mitteilung der Bundestagsverwaltung [3] hervorgeht, sollen die sogenannten Abgeordnetenentschädigungen um 4,2 Prozent steigen. Bei einem fünfstelligen Entgelt entspräche das über 500 Euro monatlich. Insgesamt stiege die Vergütung so von 11.833 Euro auf etwa 12.330 Euro.

Doch der altbekannte politische Streit um die Diäten nimmt eine Wende: Linke und Grüne dringen auf eine Aussetzung [4]. Auch SPD-Parlamentsgeschäftsführer Johannes Fechner erklärte [5], eine Erhöhung sende derzeit "das falsche Signal". Die Debatte schwappte zugleich in die Landesparlamente über: In Bayern kursierten erste Vorschläge zum Verzicht [6] auf eine Landtagsentgelterhöhung.

Der Druck wächst

Auf Bundesebene wächst der Druck auf die CDU – durch mediale Berichterstattung und verheerende Umfragewerte. Friedrich Merz gilt als einer der unbeliebtesten Kanzler [7] im internationalen Vergleich [8]. Mittlerweile stellt sich selbst die CDU gegen die automatische Anpassung: Fraktionsvorsitzender Jens Spahn zeigte sich offen für einen Verzicht [9].

Dem war eine eindeutige YouGov-Umfrage vorausgegangen: 85 Prozent der befragten Deutschen sprechen sich gegen [10] eine Erhöhung der Diäten aus.

Für die amtierende Große Koalition kommt die Debatte zur Unzeit. Sie korreliert eng mit einem massiven Vertrauensverlust in die politische Elite, der Stuhl von Merz [11]wackelt – dabei liegen die Probleme weit tiefer.

Selbstermächtigung ...

Zur historischen Wahrheit gehört: Die Gehälter im Bundestag sind seit Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Die aktuelle Debatte spiegelt diese Kontinuität.

Ausgangspunkt war das "Diäten-Urteil [12]" des Bundesverfassungsgerichts von 1975. Es stellte fest: Abgeordnete haben Anspruch auf angemessene Entschädigung, die ihre Unabhängigkeit sichern muss – und über die sie selbst, in öffentlicher parlamentarischer Debatte, befinden können [13].

Was zunächst als politischer Fortschritt galt – zuvor waren Abgeordnete im Kaiserreich "diätenlos" und später mit 600 Mark monatlich entschädigt wurden [14] –, geriet zum Dauerstreitthema. Unter dem medialen Mantra "Politiker erhöhen sich selbst die Gehälter" gerieten namentliche Abstimmungen zum Vorwurf der Selbstbedienung.

… gerät zum Automatismus

Erst die Große Koalition von 2014 beendete [15] diesen Prozess: Sie koppelte die Vergütung an den Nominallohnindex des Statistischen Bundesamtes [16], orientierte sie an der Bezügen von Bundesrichtern, führte eine jährliche, automatische Anpassung ein – politische Kampfabstimmungen wurden damit hinfällig.

Die öffentliche Debatte aber blieb.

Verfassungsrechtler übten scharfe Kritik [17]: Die Formalisierung entbinde die Abgeordneten von öffentlicher Beschlussfassung, politische Verantwortungsübernahme werde umgangen [18].

Weit enteilt

Seit 1975 sind die Diäten nominal um mehr als 207 Prozent gestiegen [19] – kontinuierlich, nicht explosionsartig. Die Gehälter liegen beim Dreifachen des deutschen Brutto-Durchschnittseinkommens eines Vollzeitbeschäftigten [20] (ca. 4500 Euro).

Den wachsenden Teilen einer von Niedriglohn betroffenen Gesellschaft sind die Abgeordneten längst weit enteilt.

Beispiel: Der Bafög-Höchstsatz [21] beträgt aktuell maximal 992 Euro – und wird nicht erhöht [22]. Das entspricht 5,51 Prozent des Abgeordnetengehalts. Deutsche Studierende gehören damit qua Gesetz zur Armutskohorte, beschlossen von Menschen mit fünfstelligen Monatseinkommen.

Manche sind gleicher

Die Abgeordnetendiäten sind vollständig einkommensteuerpflichtig, Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld existieren nicht. Dennoch bietet der Staat vielerlei Vorteile.

Jeder Abgeordnete erhält eine steuerfreie Kostenpauschale [23] von 5.467,27 Euro monatlich – für ein etwaiges Wahlkreisbüro, Fahrtkosten, Berliner Zweitwohnung und Repräsentation. Hinzu kommen Amtsausstattung, kostenfreie Reisemöglichkeiten (Bahn Card 100) und steuerliche Besserstellung.

Bundestagsabgeordnete zahlen zudem nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Stattdessen erwerben sie monetär sehr hohe Ansprüche auf Altersentschädigung [24] – ähnlich der Beamtenversorgung. Dieser (Teil-)Anspruch entsteht bereits nach einem Jahr Parlamentsmitgliedschaft.

17.300 Euro brutto plus Bahncard 100

Rein rechnerisch stehen einem Bundestagsabgeordneten damit Leistungen von über 17.300 Euro monatlich zur Verfügung – wobei rund 5.467 Euro ausdrücklich für mandatsbedingte Kosten vorgesehen sind, deren Missbrauch strafrechtlich belangt werden kann. Nicht enthalten ist in dieser Rechnung die Bahncard 100 erster Klasse im Wert von 7.999 Euro jährlich.

Im Kontext der jüngsten Armutszahlen – mehr als 13 Millionen Menschen [25] in Deutschland gelten als armutsgefährdet – müssen deutsche Parlamentarier als über-privilegiert gelten. Inflationsfolgekosten greifen sie materiell weit weniger an als den Durchschnitt – die Folgen ihrer Politik spüren sie folglich nicht.

Die internationale Governance-Forschung [26] verweist regelmäßig auf die Vorteile eines gut bezahlten Berufsparlaments: Korruptionsschutz, Talentgewinnung, Resilienz gegen Lobbydruck. Diese Argumente wirken auf den ersten Blick valide – halten aber einem Abgleich mit der deutschen Realität kaum stand.

Investition in Demokratie oder in Entfremdung?

Fast die Hälfte aller Abgeordneten – 44 Prozent – geht einer Nebentätigkeit nach [27], die teilweise mit sechsstelligen Summen [28] dotiert sind. Im Bundestag herrscht berufliche Monokultur: 170 Beamte, 110 Juristen, 100 Wirtschaftsberufe [29] bilden eine absolute Mehrheit – und längst nicht alle besitzen überhaupt berufliche Erfahrungen abseits Politikbetriebes.

Und die hohen Gehälter schützen überdies offensichtlich kaum vor dem Einfluss von Konzernen: Jeder neunte Abgeordnete arbeitet auch als Lobbyist [30]. Wer sein Gewissen verkauft, dem winken nach seiner Tätigkeit als Volksvertreter lukrative Anschlussverwendungen im Drehtür-Effekt [31].

Ein Blick über die Grenzen offenbart Alternativen. In der Schweiz gilt das Milizmodell: Politiker führen abseits der Parlamentssessionen ihren Beruf weiter und erhalten maximal 20 bis 30 Prozent ihres Stammgehalts als Ausfallentschädigung [32].

Milizmodell oder Millionäre?

In den USA beziehen Kongressabgeordnete ein Grundgehalt von 170.000 Dollar [33] jährlich – eine stattliche Summe, jedoch seit Jahren nicht erhöht, aktuell ohne Debatte. Singapur geht den entgegengesetzten Weg und zahlt Politikern Millionengehälter [34] – mit Korruptionsschutz als offizieller Begründung.

In Deutschland nimmt parallel zur Diätendebatte ein zweiter Diskurs Fahrt auf: Innerhalb der Linken diskutiert man erneut über ein Einbehaltsystem – eine freiwillige Deckelung der Bezüge auf Facharbeiterlohn (2950 Euro).

Inspiriert vom österreichischen Erfolgsmodell der KPÖ+ [35], die damit große Wahlerfolge errang (und finanzierte), will man näher an die arbeitende Klasse heranrücken. Doch es regt sich Widerstand [36]: Weite Teile der Funktionärsebene sträuben sich. Am Ende wird wohl der Parteitag richten müssen.

Die Diätendebatte überdeckt zentrale Konflikte

Insgesamt wäre es erfreulich, wenn die politische Klasse in Deutschland sich die Diäten nicht erneut aus knappen Steuermitteln erhöht. Ob daraus jedoch eine reale politische Wende erwächst, darf stark bezweifelt werden. Gewonnen wäre erstmal wenig.

Über die Frage der Diäten werden zentrale Konfliktlinien – Korruption, Selbstbedienung, Drehtür-Effekt, Lobbyismus, verfehlte Bundespolitik – nicht adressiert. Auch ohne Erhöhung sind die deutschen Parlamentarier den Lebensrealitäten jener Menschen, die sie repräsentieren sollen, weit enteilt.

Was heute erneut aktuell scheint, ist, was Karl Marx in seiner Schrift "Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte [37]" prägnant formulierte: jederzeitige Abwählbarkeit der Abgeordneten – bei Arbeiterlohn statt Politikerprivilegien.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11319958

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundestag-generaldebatte-weidel-merz-100.html
  2. https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a07d950639442857fa20d61/umfrage-grosse-mehrheit-gegen-geplante-diaetenerhoehung-im-bundestag.html
  3. https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1165658
  4. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-05/bundestag-diaeten-abgeordnete-regierung-gruene-linke
  5. https://www.tagesspiegel.de/politik/spd-politiker-will-diaten-erhohung-aussetzen-es-kommt-vor-dass-kollegen-die-bodenhaftung-verlieren-15609082.html
  6. https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/diaeten-erhoehung-soll-ausfallen-was-hinter-dem-plan-steckt,VK3JwnF
  7. https://www.telepolis.de/article/Friedrich-Merz-der-unbeliebteste-Kanzler-der-Welt-11284002.html
  8. https://www.morgenpost.de/politik/article412095539/unbeliebter-kanzler-merz-ist-nicht-allein-europas-anfuehrer-unter-druck.html
  9. https://www.tagesschau.de/inland/spahn-abgeordnetendiaeten-100.html
  10. https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/Politik__Inland_/article6a07e51e639442857fa20d85/umfrage-ergibt-klare-mehrheit-gegen-diaetenerhoehung.html
  11. https://www.morgenpost.de/politik/article412095539/unbeliebter-kanzler-merz-ist-nicht-allein-europas-anfuehrer-unter-druck.html
  12. https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BVerfG&Datum=05.11.1975&Aktenzeichen=2%20BvR%20193%2F74
  13. https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/mdb_diaeten-214848
  14. https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenentsch%C3%A4digung
  15. https://www.abgeordnetenwatch.de/bundestag/18/abstimmungen/diaetenerhoehung-2014
  16. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Realloehne-Nettoverdienste/Methoden/Erlaeuterungen/methodenpapier-nominal-reallohnindex.html
  17. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gehalt-von-bundestagsabgeordneten-argumente-fuer-eine-reform-der-diaeten-a-9e4860fa-ebc6-4cd6-821e-dd9a142ad4b7
  18. https://www.sueddeutsche.de/meinung/diaetenerhoehungen-bundestag-li.3477439?reduced=true
  19. https://bundestagwahlumfrage.de/ratgeber/bundestag/diaten-abgeordnete/
  20. https://www.destatis.de/DE/Themen/Arbeit/Verdienste/Verdienste-Branche-Berufe/_inhalt.html
  21. https://www.bafoeg-aktuell.de/bafoeg-hoechstsatz/
  22. https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bafoeg-elterngeld-erhoehung-spahn-100.html
  23. https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/1334e-260800
  24. https://www.bundestag.de/abgeordnete/mdb_diaeten/1334e-260800
  25. https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/armut-mehr-menschen-bedroht-100.html
  26. https://www.links-bewegt.de/de/article/1018.gehaltsdeckel-f%C3%BCr-abgeordnete-ein-wirksames-instrument-der-bodenhaftung.html
  27. https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/nebentaetigkeiten/diese-nebeneinkuenfte-haben-die-abgeordneten-im-bundestag
  28. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/abgeordnete-nebeneinkuenfte-100.html
  29. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/454090/umfrage/mitglieder-des-deutschen-bundestages-nach-berufsgruppen/
  30. https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/lobbyregister-bundestag-drehtuereffekt-bekannte-lobbyisten-100.html
  31. https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/netzdebatte/212523/lobbyisten-als-politiker-und-andersherum/
  32. https://www.ch.ch/de/politisches-system/parlament/schweizer-parlament/
  33. https://www.congress.gov/crs-product/RL30064
  34. https://www.morgenpost.de/printarchiv/politik/article103123955/Singapur-zahlt-Premier-Millionengehalt.html
  35. https://taz.de/Wahlerfolg-der-Kommunisten-in-Oesterreich/!5997706/
  36. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/linke-diaeten-100.html
  37. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_achtzehnte_Brumaire_des_Louis_Bonaparte

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  • 08. Juni 2026 um 10:00

Su-57 für Indien: Warum Russland plötzlich alles verschenkt

Von Telepolis
Sukhoi_T-50_Maksimov in der Luft

Sukhoi T-50, b/n 51. Bild: Maxim Maksimov / CC BY-SA 3.0 Deed

Quellcode. Technologietransfer. Fertigung in Indien. Moskau macht ein Angebot ohne Beispiel – und Neu-Delhi gerät unter Druck.

Mitte Mai hob in Schukowski bei Moskau ein Kampfjet [1] ab, der seit mehr als zwanzig Jahren auf sich warten lässt. Nicht das Flugzeug selbst – die Su-57 fliegt seit 2010 – sondern seine zweisitzige Variante, die Su-57D. Hinter dem Piloten Sergej Bogdan, dem bekanntesten Testflieger Russlands, blieb der hintere Sitz leer. Aber die Botschaft war unmissverständlich: Dieser Platz ist für Indien reserviert.

Neu-Delhi hatte genau diese Konfiguration bereits 2003 gefordert, als Russland und Indien gemeinsam an einem Kampfjet der fünften Generation arbeiteten. Indien wollte einen Zweisitzer. Das gemeinsame Programm scheiterte 2018.

Putins beispielloses Angebot

Zwei Wochen nach dem Erstflug der Su-57D trat Wladimir Putin beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg vor die Vertreter internationaler Nachrichtenagenturen. Russland sei bereit, mit Indien beim Su-57-Programm zusammenzuarbeiten – "ohne Einschränkungen", wie der russische Präsident sagte. Den Jet bezeichnete er als "bestes Flugzeug der Welt [2] im Moment".

Russland bietet Indien den vollständigen Quellcode der Su-57-Avionik und Missionssysteme, die Fertigung kritischer Komponenten in Indien, die Co-Entwicklung der zweisitzigen Su-57D sowie die Integration indischer Waffen in die Plattform. Als Produktionsstandort ist Hindustan Aeronautics Limited in Nashik vorgesehen – dieselbe Anlage, in der Indien bereits die Su-30MKI [3] in Lizenz fertigt.

Indien würde damit in den Kreis der Länder aufsteigen, die Kampfjets der fünften Generation fertigen – ein Club, dem bisher nur die USA, China und Russland als vollständig etablierte Produzenten angehören, während die Türkei mit dem KAAN und Südkorea mit dem KF-21 mit fliegenden Prototypen an der Schwelle stehen.

Das russische Angebot ist eingebettet in eine deutlich breitere Luftfahrtpartnerschaft. Die indische HAL und die russische United Aircraft Corporation unterzeichneten im Oktober 2025 in Moskau ein Memorandum of Understanding zur Produktion des zivilen Regionalflugzeugs SJ-100 in Indien – erstmals seit dem AVRO HS748, der zwischen 1961 und 1988 bei HAL gefertigt wurde, würde damit wieder ein vollständiges Passagierflugzeug [4] in Indien gebau.

Indische Airlines haben UAC-Chef Wadim Badecha zufolge Interesse an bis zu 200 Maschinen des Typs Il-114-300 und SJ-100 bekundet. Der Kampfjet ist damit der prominenteste, aber bei weitem nicht der einzige Baustein einer Strategie, die HAL zur gemeinsamen russisch-indischen Luftfahrtindustrieplattform ausbauen soll – zivil wie militärisch.

Die Plattformen: Su-57, Su-57D und Su-75

Russlands Angebot an Indien umfasst nicht eine, sondern drei Plattformen – in unterschiedlichen Reifegraden und mit unterschiedlichen Rollen.

Die Su-57, von der Nato als "Felon" bezeichnet, ist Russlands einziger Kampfjet der fünften Generation. Die Gesamtflotte umfasst nach Schätzungen des Fachblog 19fortyfive [5] maximal 20 bis 25 Exemplare. Technisch befindet sich die Plattform dennoch in aktiver Weiterentwicklung – mit überarbeiteten Bordsystemen, einem elektro-optischen System mit annähernder 360-Grad-Abdeckung und dem neuen Triebwerk "Produkt 177 [6]", das Ende 2025 seinen ersten Testflug absolvierte und in den kommenden Jahren in die Serie einfließen soll.

Die zweisitzige Variante Su-57D basiert auf einer modifizierten alten Testzelle einer Su-57 und flog noch mit dem veralteten AL-41F1-Triebwerk. Bis zur Serienreife [7] dürften noch einige Jahre vergehen.

Die Su-75 "Checkmate" schließlich soll laut Rostec ab 30 Millionen US-Dollar kosten – weniger als die Hälfte des F-35-Einstiegspreises [8]. Der Erstflug wurde seit der Erstvorstellung auf der MAKS 2021 bereits mehrfach verschoben – von 2023 über 2024 auf 2025 – und soll nun 2026 stattfinden. Verifizierbare Bilder eines Prototyps in Testaktivitäten existieren bislang nicht.

Indiens Notlage

Indien steht militärisch unter Druck, den es sich zu einem erheblichen Teil selbst eingehandelt hat. Die indische Luftwaffe verfügt derzeit über 29 einsatzbereite Staffeln – die vorgeschriebene Sollstärke liegt bei 42, die Lücke beträgt 13 Staffeln, mindestens sechs davon bestehen aus veralteten SEPECAT Jaguar-Maschinen, die kurz vor der Ausmusterung stehen.

Der indigene Kampfjet der fünften Generation, das Advanced Medium Combat Aircraft (AMCA), wird diese Lücke in absehbarer Zeit nicht schließen. Beobachter [9] halten einen Erstflug um 2032 für möglich. Mit einer Serienproduktion wird frühestens Mitte der 2030er-Jahre gerechnet.

Indien hatte die Chance auf einen früheren Einstieg in die fünfte Generation. Im Rahmen des gemeinsamen FGFA-Programms arbeiteten Moskau und Neu-Delhi seit 2003 an einem Kampfjet auf Basis des russischen PAK-FA, der später zur Su-57 wurde. Indien investierte 295 Millionen US-Dollar, bevor es 2018 ausstieg – offiziell wegen technischer Bedenken, tatsächlich auch wegen Unstimmigkeiten über Kosten, Produktionsanteile und Technologietransfer.

Westliche Alternativen fallen derweil zurück: GCAP könnte sich um Jahre verzögern [10], FCAS steckt im Dauerstreit. Eine Indienststellung neuer europäischer Kampfjets gilt frühestens ab Mitte der 2040er-Jahre als realistisch.

Währenddessen rückt die Bedrohungslage näher. Pakistan beschafft nach übereinstimmenden Berichten rund 40 Exemplare des chinesischen Stealth-Fighters J-35AE, pakistanische Piloten absolvierten bereits Trainingsflüge in China, wie das indische The Wire [11] berichtete.

China selbst betreibt mit J-20 und J-35 bereits zwei operative Kampfjets der fünften Generation und erprobt mit dem J-36 und dem J-50 gleich zwei Muster der sechsten Generation. Wenn Indien seinen AMCA in Dienst stellt, könnte China bereits eine Flotte von 1.000 J-20 unterhalten und die sechste Generation einführen.

Die Debatte in Indien

Die indische Verteidigungsdiskussion dreht sich um eine simple Formel, die der ehemalige stellvertretende Luftwaffenchef Air Marshal Anil Khosla gegenüber Eurasian Times [12] auf den Punkt brachte: Rafale für Quantität, Su-57 für Qualität. Indien bewegt sich auf den Kauf von 114 Rafale zu – 94 davon sollen in Indien gefertigt werden.

Das adressiere den quantitativen Bedarf, so Khosla, die qualitative Lücke gegenüber chinesischen Stealth-Kampfjets schließe es nicht. Sein Kollege Air Marshal Anil Chopra plädiert für einen nüchterneren Ansatz: rund 40 Su-57 direkt ab Werk als Übergangslösung, ohne lokale Produktion.

Braucht man noch einen Kampfjet der fünften Generation?

Russlands Offerte ist eine tiefgehende, industriepolitische Partnerschaft. Quellcode, Technologietransfer, Fertigung bei HAL, Co-Entwicklung des Zweisitzers, Integration indischer Waffen: Kein westlicher Anbieter macht ein vergleichbares Angebot.

Eingebettet in eine breitere Luftfahrtstrategie – SJ-100-Produktion bei HAL, Il-114-300-Deals, Su-30MKI-Fertigung in Nashik – zielt Moskau darauf ab, Indien dauerhaft in die eigene Luftfahrtindustriekette einzubinden.

Indien ist in dieser Konstellation weniger freier Akteur als Getriebener. Der AMCA-Zeitverzug, das FGFA-Debakel von 2018, der Kollaps von GCAP und FCAS, Pakistans bevorstehende J-35-Indienststellung – all das hat Neu-Delhi in eine Lage manövriert, in der der Su-57 nicht der bevorzugte, sondern der einzig verfügbare Partner ist. Eine selbstverschuldete Notlage, aus der Russland ein Angebot macht, das schwer abzulehnen ist.

Die USA kommen als Alternative kaum in Betracht. Die F-35 wurde nie ernsthaft angeboten – Washington teilt keine Quellcodes, keine Fertigungsrechte, keine Kerntechnologie. Das gewachsene Misstrauen gegenüber amerikanischem Druck auf Indiens Russland-Kooperation hat den Spielraum weiter verengt.

Die beispiellose Großzügigkeit dieses Angebots wirft allerdings eine Frage auf: Warum gibt Moskau so viel? Eine mögliche Antwort ist strategisches Kalkül – Indien als Partner zu binden. Eine andere lautet: Russland ist möglicherweise selbst davon überzeugt, dass bemannte Kampfflugzeuge eine Brückentechnologie darstellen, deren strategischer Wert sinkt.

Der Ukraine-Krieg zeigt, dass Drohnen, Präzisionsmunition und vernetzte Wirksysteme den Ausschlag geben – nicht Prestige-Plattformen. Wer das verstanden hat, gibt weiter, was morgen weniger wert ist.Für Indien bleibt die entscheidende Frage, ob es den Su-57 überhaupt braucht.

Wer die Lehren aus den Kriegen in der Ukraine, im Jemen und im Iran zieht, investiert in Drohnen, Präzisionsmunition und vernetzte Wirksysteme – nicht in bemannte Prestige-Plattformen, egal welcher Generation.

Dass Pakistan einen Stealth-Fighter bekommt, ist kein Argument für einen Stealth-Flieger – es ist ein Argument für bessere Luftabwehr und mehr Wirkmittel. Die Frage, die Neu-Delhi sich stellen müsste, lautet nicht: Su-57 oder Rafale? Sondern: Brauchen wir überhaupt noch einen Kampfjet der fünften Generation?


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321198

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.flugrevue.de/militaer/su-57-zweisitzer-startet-zum-erstflug-russland-macht-tandem-super-fighter-offiziell/
  2. https://www.indiatvnews.com/news/world/we-don-t-have-any-limitations-putin-says-russia-ready-to-work-with-india-on-su-57-programme-2026-06-05-1043704
  3. https://thewire.in/security/indias-fifth-generation-fighter-gap-gives-fresh-life-to-russias-su-57-offer
  4. https://www.telepolis.de/article/Indiens-Antwort-auf-den-Westen-Wir-brauchen-eure-Flugzeuge-nicht-10963790.html
  5. https://www.19fortyfive.com/2026/02/russia-is-massing-su-57-felon-stealth-fighters-in-chinas-backyard/
  6. https://www.eurasiantimes.com/russias-su-57-to-get-5th-gen-product-177-engine-heres-what-makes-it-better-than-the-current-powerplant/
  7. https://www.flugrevue.de/militaer/su-57-zweisitzer-startet-zum-erstflug-russland-macht-tandem-super-fighter-offiziell/
  8. https://meta-defense.fr/de/2026/06/02/su-75-checkmate-2026-retter-fuer-russische-exporte/
  9. https://www.eurasiantimes.com/rafale-for-quantity-su-57-for-quality/
  10. https://www.telegraph.co.uk/news/2026/05/30/typhoon-fighter-replacement-years-delay/
  11. https://thewire.in/security/indias-fifth-generation-fighter-gap-gives-fresh-life-to-russias-su-57-offer
  12. https://www.eurasiantimes.com/rafale-for-quantity-su-57-for-quality/

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