Globalfoundries Dresden fertigt einen GNSS-Chip der niederländischen Firma Qualinx, wobei Entwürfe, Daten und Wafer vollständig in der EU bleiben.
Mit Unterstützung des European Chips Act hat der Chip-Auftragsfertiger Globalfoundries (GF) ein Verfahren umgesetzt, bei dem jeder Schritt vollständig in der EU bleibt. Als Pilotkunde für dieses „European Sovereign Manufacturing“ dient die niederländische Firma Qualinx. Sie lässt ihre besonders sparsamen GNSS-Empfangschips der Baureihe QLX3xx bei GF in Dresden produzieren.
Beim European Sovereign Manufacturing von GF verlassen weder die Daten des Chip-Designs noch physische Materialien Europa. Auch ein Secure Mask Service ist den Prozess eingebunden.
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom arbeitet GF daran, dass künftig auch alle Daten rein über europäische Netze und Cloud-Infrastrukturen verarbeitet und gespeichert werden.
Das Verfahren soll auch für kleinere Unternehmen nutzbar werden, beispielsweise über Multi-Projekt-Wafer-Shuttles, bei denen Chips unterschiedlicher Firmen auf derselben Silziumscheibe durch die Fab laufen.
Das European Sovereign Manufacturing ist vor allem für sicherheitkritische Chips wichtig, die etwa für Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und kritische Infrastrukturen verwendet werden. Bis Ende 2026 will GF in Dresden einen vollständig automatisierten „Trusted European Flow“ etablieren. Auch Test und Packaging der Dies sollen in der EU ansässige Dienstleister (Outsourced Semiconductor Assembly and Test, OSAT) übernehmen.
Der Qualinx QLX3Gx [1] ist ein System-on-Chip (SoC) mit einem ARM-Kern und einem digitalen Hochfrequenz-Frontend für unterschiedliche Navigationssatellitensysteme wie GPS. Der Chip soll im Mittel mit 1 Milliwatt Leistungsaufnahme auskommen.
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(Bild: tre / Mac & i)
Apple erweitert die Möglichkeiten für Entwickler im App Store. Neben neuen Gestaltungsmöglichkeiten fällt unter anderem die Intel-Pflicht für den Mac weg.
Abseits der viel beachteten Neuerungen rund um KI, Siri und die Betriebssysteme hat Apple im Zuge der Entwicklerkonferenz WWDC auch eine ganze Reihe von Neuheiten und Änderungen für App Store [1]-Entwickler angekündigt. Künftig können erstmals Gruppenkäufe für Abonnenten und entwicklerübergreifende Bundles angeboten werden. Im Mac App Store entfällt die Intel-Pflicht und Entwickler bekommen die Möglichkeit, Nutzer zur Fortsetzung eines Abos zu bewegen. Zudem gibt es mehr Gestaltungsmöglichkeiten für den Auftritt im App Store und neue Auskunftspflichten. Das aus Nutzersicht umstrittenste neue Feature dürfte das sogenannte Retention Messaging werden. Apple bietet neue Werkzeuge in App Store Connect an, um Abonnenten mit Kündigungsabsicht über Apples Abo-Plattform ansprechen zu können. Bereits im März hatte Apple den Analytics-Bereich in App Store Connect massiv erweitert und Entwicklern dabei über 100 neue Metriken für Abonnements und In-App-Käufe [2] an die Hand gegeben. Laut Ankündigung [3] sollen personalisierte Nachrichten und Sonderangebote möglich sein.
Ganz neue Vermarktungsmöglichkeiten für Apps ergeben sich durch entwicklerübergreifende App-Bundles. Bislang konnte nur ein einzelner Entwickler, der mehrere Apps anbietet, ein vergünstigtes Paket mit mehreren Apps schnüren. Künftig ist das auch für mehrere Entwickler möglich, sodass sich diese bei den Apps zusammentun können. Apple führt zudem ab Winter 2026 Gruppenkäufe für Abonnements ein. Ein einzelner Abonnent kann damit Lizenzen für mehrere Personen in einem einzigen Kauf erwerben.
Apples Abkehr von der Intel-Plattform im neuen macOS Golden Gate [4] schlägt sich auch im Mac App Store nieder: Künftig ist es für App-Entwickler keine Pflicht mehr, Intel-Unterstützung vorzuhalten. Dies dürfte in einigen Fällen dazu beitragen, dass Besitzer eines Intel-Macs eher in die Situation geraten, den Umstieg auf einen Apple-Silicon-Mac erwägen zu müssen – etwa wenn häufig genutzte Apps künftig nicht mehr den Intel-Mac unterstützen. Wann genau Intel-Apps unter Apple Silicon nicht mehr laufen werden und was das Ende von Rosetta 2 für Nutzer bedeutet, erklärt unser Überblick zum Zeitplan des Intel-Supports [5].
Vereinfachungen und Erweiterungen gibt es beim App-Marketing. Die neuen Betriebssysteme, darunter iOS 27 und macOS 27, stehen Entwicklern bereits als Beta [6] zur Verfügung. In einer neuen Asset Library können Grafiken, Vorschauvideos und Screenshots zentral verwaltet werden. Diese Assets können nun auch unabhängig von einem App-Update zur Prüfung eingereicht werden – und Apple öffnet die Produktseiten-Header für eigenes Bild- und Videomaterial. Neue „Personalized Collections“ sollen maßgeschneiderte App-Empfehlungen für Nutzer ermöglichen. Diese Funktion startet zunächst auf Englisch in den USA.
Und Apples angekündigte erweiterte Jugendschutzfunktionen wirken sich auch auf die Entwickler aus. Diese müssen Social-Feed-Funktionen in ihren Apps künftig angeben. Zudem werden Apps in die neuen Nutzungszeit-Kategorien (Soziale Netzwerke, Unterhaltung, Spiele, Andere) eingruppiert. Der Altersfreigabe-Fragebogen soll hierfür ab Juli aktualisiert werden.
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Telefon vor US-Flagge: Amerikanische Nummern können auf Reisen nützlich sein.
(Bild: Thrive Studios ID / Shutterstock / edited with AI)
Wer in den USA unterwegs ist oder mit Amerika kommunizieren muss, kann eine US-Telefonnummer gut gebrauchen. Saily kombiniert das nun mt einer Reise-eSIM.
Einst war es recht einfach, an eine amerikanische Telefonnummer zu gelangen: Skype, seit 2011 zu Microsoft gehörig, bot diese als sogenannte Skype-Number für einen vergleichsweise günstigen Jahresbetrag an. Wer in den USA unterwegs war oder mit Amerikanern telefonisch kommunizieren oder SMS versenden wollte, profitierte davon. Seit der Einstellung von Skype [1] können Privatpersonen nur noch zu mehr oder weniger dubiosen Anbietern greifen, von denen etwa Apples App Store voll ist. Die populären Reise-eSIMs gibt es zwar für nahezu jedes Land der Welt, doch inkludieren diese üblicherweise nur Datenvolumen, aber weder SMS noch Telefonie. Der zur Nord-Gruppe gehörende eSIM-Anbieter Saily ändert das jetzt und verkauft eSIMs mit US-Nummer [2] zum Mindestpreis von nicht ganz 12 US-Dollar im Jahr. Hinzu kommen noch Gebühren für die Telefonie und das Versenden von SMS.
Laut Bestätigung des Anbieters gegenüber heise Mac & i sind diese Nummern neben Telefonie auch für Registrierungsvorgänge via SMS zu verwenden, darunter auch für Zwei-Faktor-Authentifizierungen (2FA). Daneben sind ganz normal aus- und eingehende Telefonate möglich. Die US-Telefonnummer lässt sich in der App von Saily bestellen. In seiner Ankündigung nennt der Anbieter explizit das iPhone als Plattform, bei dem man die eSIM dann als zweite Hauptnummer nutzen kann. Auf der Website heißt es jedoch, dass auch Android-Geräte kompatibel sind.
Der Kauf der Nummer setzt eine Verifikation voraus („Know Your Customer“, KYC). Das ist bei Erwerb reiner eSIMs hingegen nicht so. Laut Angaben von Saily dient dies dazu, eine missbräuchliche Nutzung zu verhindern. „Bei Telefonnummern verringert die Verifizierung das Missbrauchsrisiko und trägt dazu bei, die Zuverlässigkeit und den Ruf des Nummernbereichs zu wahren“, so eine Sprecherin. Die Verifikation sei über amtliche Ausweisdokumente inklusive Aufenthaltsgenehmigung und ein eigenes Foto möglich.
Die 11,88 Dollar im Jahr, also 0,99 US-Cent pro Monat, sind der Mietpreis für die Nummer. Hinzu kommen noch Kosten für Telefonie und verschickte SMS, die es zum Paketpreis gibt, gültig jeweils für 30 Tage. Befindet man sich in den USA, sind ab 1,99 Dollar fünf Minuten Telefonie sowie fünf ausgehende SMS verfügbar. Das größte verfügbare Paket kostet 13,99 Dollar und bietet 200 Minuten Telefonie und 200 SMS. Eingehende SMS kosten nichts.
Will man die Nummer innerhalb von Deutschland nutzen, wird es bei größeren Paketen teurer: Hier geht es zwar auch bei 1,99 Dollar los (5 Minuten, 5 SMS), das größte Paket kostet aber 15,99 Dollar (200 Minuten, 200 SMS). Andere Weltregionen können auch teurer sein. Möchte man die Nummer global nutzen (121 Länder), werden 5,99 Dollar im kleinsten Paket (5 Minuten Telefonie, 5 SMS) und 21,99 Dollar im größten Paket (200 Minuten Telefonie, 200 SMS) fällig. Die Nummer ist monatlich kündbar. Außerhalb der Verwendung des globalen Pakets muss man auf Reisen ins Ausland die Nutzung im jeweiligen Zielland hinzubuchen. SMS können laut Saily weltweit empfangen werden. Sind Minuten / gesendete SMS verbraucht, muss das Paket nachgebucht werden.
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iOS 27 zeigt sich deutlich weniger durchsichtig – Liquid-Glass-Fans müssen damit leben.
(Bild: Apple)
Mit iOS 27 reicht Apple lange erwartete KI-Funktionen nach. Aber das ist nicht alles, wie eine lange Liste zeigt, die bei der Keynote eingeblendet wurde.
Das Format der Apple-Keynote zur WWDC in dieser Woche [1] war ein ganz anderes als üblich: Erstens war die Veranstaltung mit etwas mehr als einer Stunde und 15 Minuten außergewöhnlich kurz und zweitens kümmerte sich Apple nicht, wie sonst üblich, einzeln um die jeweiligen Betriebssysteme, sondern behandelte sie in einem Abwasch. Das kann daran liegen, dass insbesondere iOS, iPadOS und macOS immer näher zusammenrücken – oder auch daran, dass Apple in diesem Jahr vor allem auf Produktpflege setzt. Und so nannte Apple etwa bei iOS 27 [2] neben einer länglichen Präsentation von Siri AI [3] nur einige Highlights. Den „Kleinkram“, der durchaus wichtig ist, verlagerte Apple auf eine einzige Einblendung [4].
So kann man erstmals Alarmen, Timern, Benachrichtigungen und Systemklängen eigene Lautstärkeeinstellungen spendieren. FaceTime kann Vorder- und Rückkamera gleichzeitig nutzen (nicht bei allen iPhones). Die Wetter-App hat eine neue Highlights-Ansicht mit den wichtigsten Infos. Die Nachrichten-App kommt mit einer Möglichkeit, handschriftliche Nachrichten und Bilder zu erstellen und zu versenden, sind einzelne Botschaften noch nicht durchgegangen, blockiert das nicht mehr den ganzen Thread. Sollte der Mobilfunkanbieter es unterstützen, kann man eine Telefonnummer auf zwei iPhones verteilen. Die Herstellung von AirPlay-Verbindungen soll schneller geworden sein, zudem überträgt AirDrop flotter.
Homescreen-Widgets gibt es nun auch in XXL (bis ganzseitig), die Foto-App kann Videostandbilder speichern und geteilte Alben timen auf Wunsch nach einer bestimmten Zeit aus. Mail lädt Nachrichten schneller, Safari frisst weniger Strom und das üblicherweise lahme HomeKit-Pairing soll schneller arbeiten. Auf iPhones mit N1-Chips soll der Personal-Hotspot-Betrieb weniger Strom fressen, auf allen Geräten wurde die Batterieanzeige genauer.
Die Schlaf-Einstellungen kennen Zeitzonenveränderungen und die besuchten Orte – bislang nicht in der EU [5] verfügbar – sind genauer. Das Bluetooth-Power-Management wurde besser, der Entsperr-Vorgang geht schneller. Auch die App-Bibliothek scrollt weniger abgehackt. Die Fotos-App erlaubt es, Schlüsselbegriffe zu Fotos und Videos hinzuzufügen und erkennt Ausweise und packt sie in eigene Ordner. Die gesamte App soll performanter arbeiten.
iOS 27 erscheint zusammen mit den anderen neuen Betriebssystemen im Herbst, vermutlich im September. Aktuell läuft eine Betaphase für Entwickler [6], die im Juli auf alle Interessierten im Rahmen einer Public Beta erweitert wird. Erste Erkenntnisse zu den Developer-Vorabversionen: Sie fühlen sich stabiler an als viele erste Betas der vergangenen Jahre.
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62 Euro zahlen deutsche Haushalte im Schnitt für digitale Dienste. Weil die Kosten steigen, verlieren Einzel-Abos an Reiz – und Bundles boomen.
Der deutsche Markt für digitale Abonnements verändert sich. Während die Ausgaben der Haushalte weiter steigen, verlieren klassische Einzelangebote an Attraktivität. Gefragt sind zunehmend Bündel aus mehreren Diensten.
So geht es den Kunden im Abomarkt derzeit weniger um den besten Einzeldienst, sondern mehr um das leistungsfähigste digitale Ökosystem, wie etwa aus der aktuellen BearingPoint Submix-Studie 2026 hervorgeht. Für die Studie wurden rund 7.500 Personen in Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich befragt.
Die Fachseite Digitalfernsehen.de [1] fasst zentrale Ergebnisse der Studie zusammen. Demnach sind die monatlichen Haushaltsausgaben für digitale Abonnements in Deutschland auf durchschnittlich 62 Euro gestiegen – nach 55 Euro im Vorjahr. Gleichzeitig wächst der Anteil der Haushalte, die mehr als 100 Euro pro Monat für digitale Dienste ausgeben, von 15 auf 19 Prozent.
Fast jeder dritte Deutsche (28 Prozent) zahlt inzwischen für exklusive Inhalte von Content-Erstellern – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (23 Prozent). Ob YouTube, Instagram, TikTok oder Twitch: Die Bereitschaft wächst, digitale Inhalte direkt bei ihren Urhebern zu finanzieren.
Zugleich geben 27 Prozent der Befragten an, wegen ihres Social-Media-Konsums weniger Zeit für klassische Bezahlangebote aufzuwenden. Besonders betroffen sind laut Studie Streaming-Dienste wie Netflix oder Disney+, aber auch TV-Angebote über Internetverträge und Musik-Streaming.
Rückläufig entwickelt sich zudem der Markt für digitale Presse-Abonnements. Nur noch 14 Prozent der Haushalte verfügen über ein entsprechendes Angebot, nach 19 Prozent im Vorjahr. Als wichtigste Kündigungsgründe nennen die Befragten die Kosten und die wahrgenommene Qualität der Inhalte.
Parallel wächst die Nachfrage nach Bündelangeboten. Bereits 29 Prozent der Konsumenten nutzen sogenannte Bundles, also mehrere Dienste in einem Paket. Besonders gefragt sind Kombinationen aus Medienangeboten, Lieferdiensten, Mobilität oder Finanzdienstleistungen.
Begünstigt durch den Wegfall des Nebenkostenprivilegs legten TV-Dienste, die direkt über Internetverträge angeboten werden, deutlich zu. Auch Online-Gaming-Abonnements wachsen weiter und erreichen inzwischen 25 Prozent der Haushalte.
Der Trend zu Bundles passt zu einer Entwicklung, die sich auch international beobachten lässt: Viele Anbieter versuchen, Kunden nicht mehr nur mit einzelnen Inhalten, sondern mit umfassenden Angebotswelten an sich zu binden.
Trotz verschärfter Regeln gegen das Teilen von Zugängen bleibt Passwort-Sharing weit verbreitet.
Laut der Studie ist die Nutzung gemeinsamer Konten außerhalb des eigenen Haushalts bei mehreren großen Plattformen wieder angestiegen, darunter Netflix, Disney+ und YouTube Premium.
Auch werbefinanzierte Angebote gewinnen an Akzeptanz. Rund die Hälfte der Befragten akzeptiert Werbeeinblendungen, wenn dadurch die Kosten sinken.
Bemerkenswert hoch fällt zudem die Zustimmung zur Nutzung personenbezogener Daten für KI-gestützte Dienste aus. 71 Prozent der deutschen Befragten zeigen sich dafür grundsätzlich offen. 29 Prozent würden einer solchen Nutzung sogar zustimmen, ohne vorher ausdrücklich darüber informiert werden zu wollen.
Die Entwicklung beschränkt sich nicht auf Deutschland. Das Reuters Institute for the Study of Journalism an der Universität Oxford stellt in seinem Digital News Report 2025 fest, dass in 20 wohlhabenderen Ländern durchschnittlich lediglich 18 Prozent der Menschen für Online-Nachrichten bezahlen (ox.ac.uk [2]).
Gleichzeitig treiben große Medienunternehmen den Bündel-Trend voran. Anbieter wie die New York Times bauen ihre Angebote zu umfassenden Paketen aus, während Streaming-Dienste verstärkt auf werbefinanzierte Modelle setzen.
Auch außerhalb der Medienbranche gewinnen Abonnements an Bedeutung. Laut dem Zahlungsdienstleister Bango ist der Einzelhandel inzwischen die zweitgrößte Kategorie für bezahlte Abonnements geworden – noch vor Musik, Gaming, Sport und Nachrichten (bango.com [3]). Programme wie Amazon Prime oder Walmart+ zeigen, wie sich Bündelangebote aus Handel, Unterhaltung und digitalen Diensten zunehmend vermischen.
Hinter vielen dieser Entwicklungen steht ein gemeinsamer Trend: Aufmerksamkeit wird knapper. Verbraucher verwalten immer mehr digitale Dienste, während Plattformen und Medienunternehmen nach Wegen suchen, ihre Kunden langfristig zu binden.
Ob sich der Trend zu Bündelangeboten und vernetzten Plattformen dauerhaft durchsetzt oder ob es künftig wieder eine Gegenbewegung zu einfacheren Angeboten gibt, bleibt offen. Die aktuellen Daten sprechen jedoch dafür, dass die Zukunft digitaler Abonnements zunehmend in Bündeln, Plattformen und vernetzten Angebotswelten liegt.
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(Bild: Karolis Kavolelis / Shutterstock.com)
Zu Russland widersprechen sich zwei Nato-Generäle offen auf derselben Messe. Dahinter stecken Milliarden, Macht und ein leiser Abzug. Ein Leitartikel.
Auf derselben Messe, am selben Tag, in derselben Stadt – und doch in zwei verschiedenen Welten: Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, erklärte auf der ILA Berlin, Deutschland müsse bis 2029 kampfbereit sein.
Wenige Meter weiter sagte der Oberbefehlshaber der alliierten NATO-Streitkräfte in Europa (SACEUR), US-General Alexus Grynkewich, Russland "suche keinen Konflikt".
Dass hier zwei diametral entgegengesetzte Ansichten geäußert wurden, ist kein Missverständnis zwischen Verbündeten. Das ist das Symptom dafür, dass sich die Prioritäten auf dem geopolitischen Schachbrett verschieben, wobei Europa an Gewicht verliert und zur nachgeordneten Front wird.
Freuding betonte laut [1] Politico, 2029 sei "kein deutscher Zeitplan", sondern "von der Nato bestätigte Geheimdienstinformationen". Alle 32 Partner seien sich einig, dass Russland bis dahin in der Lage sein könnte, ein Bündnisland anzugreifen.
"Geschwindigkeit ist jetzt entscheidend", sagte er und forderte "Zwischenlösungen" für die marode Bundeswehr. Damit meint er, dass militärische Systeme bevorzugt werden sollen, die kurzfristig verfügbar sind, statt auf Großprogramme zu warten, mit denen man erst in etlichen Jahren rechnen kann.
Die Zeitmarke 2029 kommt Berlin gelegen. Das Sondervermögen von 100 Milliarden Euro ist weitgehend verplant, die Wehrpflichtdebatte stockt, und die Industrie braucht Planungssicherheit für neue Aufträge.
Ein konkretes, nahes Ablaufdatum für den Frieden erzeugt jenen politischen Druck, der Milliardenbudgets legitimiert und mehr Opferbereitschaft in der Gesellschaft und von Familien sichert.
Dass Berlin parallel das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS beerdigt hat [2] und nun die alleinige Führung in der europäischen Militär-Luftfahrt beansprucht, passt ins Bild: Wer Bedrohung predigt, kann Geld fordern – und industriepolitische Alleingänge rechtfertigen.
Dabei stellt sich die Frage, wie belastbar die Bedrohungsanalyse tatsächlich ist. Eine aktuelle Greenpeace-Studie [3] kommt zu dem Ergebnis, dass Europas Militärpotenzial Russlands Fähigkeiten bei weitem übersteigt – das Problem sei weniger der Mangel an Gesamtkapazität als die politische und industrielle Umsetzung.
Die Nato-Staaten sind den russischen Streitkräften finanziell und konventionell vielfach überlegen. Was fehlt, sind Munitionsvorräte, Ersatzteile, Logistikketten, durchhaltefähige Verbände und Soldaten, die bereit sind, ihr Leben für das Vaterland zu geben.
Grynkewich hingegen muss beruhigen – aus purem Eigeninteresse. Wie die Financial Times berichtet, bestätigte er erstmals [4] offiziell geplante Kürzungen im Nato-Kräftemodell.
Abgezogen werden sollen unter anderem eine US-Flugzeugträgerkampfgruppe, sämtliche U-Boote mit Marschflugkörpern, Poseidon-Seeaufklärer, Luftbetankungsflugzeuge sowie F-16- und F-15E-Kampfjets. Hinzu kommen 5.000 Soldaten, die bislang in Deutschland stationiert waren.
Würde Grynkewich die Bedrohung durch Russland genauso dramatisch einschätzen wie sein deutscher Kollege, müsste er den Abzug dieser Ressourcen als strategische Unterlassung erklären.
Die Beruhigungspille – "Russland sucht keinen Konflikt" – dient dazu, den Transfer nach Asien moralisch abzufedern. "Es handelt sich um eine Reihe von Luft- und Seestreitkräften, die wir in den USA im Falle eines Konflikts im Pazifik benötigen", sagte er nüchtern.
China ist für Washington also die Priorität, Europa nur noch der Nebenschauplatz.
Der eigentliche Befund ist unbequem für beide Seiten. Deutschland hat sich jahrzehntelang unter dem nuklearen und konventionellen Schutzschirm der USA eingerichtet – und steht nun vor einer physischen Lücke, die sich mit Rhetorik nicht füllen lässt.
Aber das weckt auch alte Ängste in Europa. Wie Telepolis bereits in einer Analyse zur Rückkehr der "Deutschen Frage" [5] zeigte, wächst jetzt Deutschlands militärische Rolle in Europa rasant – und die Nachbarn der Bundesrepublik fürchten wieder die deutsche Hegemonie, die den Kontinent schon zweimal in die Katastrophe führte.
Die Debatte um 2029 ist weniger eine exakte Kriegsprognose als ein Stresstest für Europas Abhängigkeit von Washington.
Die wahre Gefahr besteht nicht darin, dass russische Panzer morgen am Rhein stehen. Sie besteht darin, dass die europäische Politik unfähig scheint, sich einzugestehen, dass der amerikanische Schutzpatron bereits die Koffer packt.
Berlin rüstet nicht für den Sieg – es betreibt Schadensbegrenzung für ein gescheitertes transatlantisches Geschäftsmodell.
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Vom gefeierten Friedensnobelpreisträger zum harten Autokraten: Der dramatische Wandel des äthiopischen Regierungschefs.
Im Dezember 2019 spricht ein junger Mann in Stockholm über die Liebe. "Frieden ist eine Herzensangelegenheit", sagt er, "Frieden ist ein Werk der Liebe." Es ist die Dankesrede für den Friedensnobelpreis. Drei Jahre später sind in seinem Land mehr als 600.000 Menschen tot, über 120.000 Frauen vergewaltigt, fast zwei Millionen vertrieben. Sein Name: Abiy Ahmed, Ministerpräsident Äthiopiens.
Auch deutsche Medien feierten ihn damals: der charismatische Reformer, der einen jahrzehntelangen Konflikt beendet und sein Land zur Demokratie führen will. Wir haben ihn bejubelt. Wir haben uns geirrt.
Am 1. Juni dieses Jahres wurde in Äthiopien ein neues Parlament gewählt, das Ergebnis wird bis zum 11. Juni erwartet. Die Frage, die über diesen Wahlen schwebt, ist nicht, wer gewinnt – sondern: Wie wurde aus einem Friedensnobelpreisträger ein Kriegsherr?
Der Mann, der 2018 an die Macht kam, schien wie geschaffen für die Hoffnung. Geboren als Kind einer multiethnischen Ehe – der Vater Oromo, die Mutter Amhara –, einst Funker einer Armee-Einheit im Grenzkrieg gegen Eritrea, später Aufsteiger in der Regierungspartei EPRDF. 2018 wurde er deren Vorsitzender und Premierminister.
Sein Schlagwort: "Medemer", amharisch für "Zusammenkommen". Es war Buchtitel, Slogan und politisches Programm zugleich. Die Idee: Das tief gespaltene Land – über 80 Ethnien, mehr als 135 Millionen Einwohner – durch ein Gefühl nationaler Einheit zusammenhalten.
"In der Praxis geht es bei Medemer darum, das Beste aus unserer Vergangenheit zu nutzen, um eine neue Gesellschaft aufzubauen, die auf Toleranz, Verständnis und Höflichkeit beruht", erklärte Abiy Ahmed.
Auch Prinz Asfa-Wossen Asserate, in Deutschland lebender Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie, bestätigte: Viele Äthiopier unterstützten Abiy, weil sie sich von ihm eine bessere Zukunft versprachen.
Doch kaum ein Jahr nach Stockholm zeigte sich der Riss. Abiys Kompromissfähigkeit, in der Theorie das Herzstück von "Medemer", erwies sich in der Praxis als Schwäche. Statt die ethnischen Spannungen durch Aushandlung zu lösen, versuchte er sie von oben zu überdecken: Er wandelte die multiethnische EPRDF in eine "Prosperity Party" um, die sich demonstrativ als nicht-ethnisch verstand.
Der eigentliche Konflikt aber ließ sich nicht wegdefinieren. 2020 eskalierte er.
Die Corona-Pandemie diente Abiy als Begründung, die Parlamentswahl zu verschieben. Die mächtige Regionalregierung des Bundesstaats Tigray, geführt von der TPLF, akzeptierte das nicht und hielt im September 2020 eigene Wahlen ab – nach eigenen Angaben mit 98,2 Prozent Zustimmung. Addis Abeba erklärte sie für ungültig. Auf den Plakaten in Tigray war Abiy längst verschwunden; man sah nur noch das Gesicht seines verstorbenen Vorgängers Meles Zenawi.
Nach Überfällen auf Militärstützpunkte schickte Abiy Truppen nach Mekelle, die Hauptstadt Tigrays. Der Krieg begann.
Was folgte, gehört zu den blutigsten Konflikten des 21. Jahrhunderts – und blieb im Westen weitgehend unbeachtet. Eritreische Soldaten kämpften, plünderten und terrorisierten an Abiys Seite. Es geschah nicht nur Raub: Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International dokumentierten Erschießungen, Folter und systematische sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen.
Die Bilanz nach zwei Jahren Krieg: mehr als 600.000 Tote, über 120.000 vergewaltigte Frauen, fast zwei Millionen Vertriebene.
Der "Kamerad in Frieden" von 2019, Eritreas Diktator Isayas Afeworki, war zum Komplizen geworden. Vieles deutet darauf hin, dass Abiy sich mit ihm arrangierte, um seine innenpolitischen Gegner auszuschalten.
Der Grenzkrieg 1998–2000
Vom 6. Mai 1998 bis zum 18. Juni 2000 führten Äthiopien und Eritrea einen blutigen Grenzkrieg mit bis zu 150.000 Toten.
Die Wurzeln reichen weit zurück: Während Äthiopien im 19. Jahrhundert seine Unabhängigkeit bewahrte, wurde Eritrea italienische Kolonie – mit nie genau markierten Grenzen. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwaltete Äthiopien das Gebiet, in den 1960er Jahren annektierte es Eritrea unter Kaiser Haile Selassie. Es entstand die Untergrundbewegung EPLF unter Isayas Afeworki.
In den 1970er Jahren verbündete sich die EPLF mit der tigrinischen TPLF gegen den sozialistischen Diktator Mengistu Haile Mariam. 1991 eroberten sie gemeinsam Addis Abeba; Meles Zenawi wurde Ministerpräsident und gewährte Eritrea 1993 die Unabhängigkeit. Doch wirtschaftliche Streitigkeiten führten zum Bruch – und schließlich zum Krieg.
Wie konnte der Mann von Stockholm zu diesem werden? Ein Schlüssel liegt womöglich in seinem Selbstverständnis. Abiy spricht häufig von "Visionen" und einer "dauerhaften Vision", die der Frieden brauche. Er gibt sich als Auserwählter – und wer einer höheren Bestimmung folgt, ist gegen Kritik immun.
Abiy gehört dem "Mulu Wongel Believers Movement" an, einer Pfingstkirche, die in ganz Afrika rasant wächst und 4,5 Millionen Mitglieder in Äthiopien zählt. Pastoren solcher Kirchen zählen oft zu den engsten Beratern afrikanischer Staatschefs.
Der Journalist René Lefort formuliert es bei Ethiopia Insight zugespitzt: "Sein Glaube diktiert seine politischen Visionen und sein Handeln." Die offene Frage: Nutzt Abiy diesen Glauben, um seine Macht autokratisch auszubauen?
Sechs Jahre nach Stockholm sind rund 50 Millionen der 135 Millionen Äthiopier stimmberechtigt. Über 2.000 Kandidaten bewerben sich um 502 Mandate, 47 Parteien sind zugelassen. Auf dem Papier ein demokratischer Wettbewerb.
Die Realität ist eine andere. Gegen Oppositionelle wird seit Jahren hart durchgegriffen, Journalisten werden abgehört und verhaftet. Korrespondenten der Deutschen Welle wurde teils die Akkreditierung entzogen. Der Bundesstaat Tigray nimmt an der Wahl nicht teil.
Wie kann eine Regierung von "freien und fairen Wahlen" sprechen, wenn die Opposition verfolgt, die Presse behindert und eine ganze Region ausgeschlossen wird?
Viele Äthiopier befürchten, dass das Ergebnis längst feststeht. Und dennoch hoffen sie – auf Arbeit, auf eine Perspektive. Gerade junge Menschen sind oft arbeitslos, in ländlichen Gebieten herrschen Armut und Analphabetismus. Hinzu kommt, dass Treibstoff und Lebensmittel in den Städten knapp und teuer geworden sind.
Die Gefahren häufen sich. Der Friedensvertrag mit der TPLF von 2022 hat den Krieg beendet, nicht die Spannungen – die offiziell verbotene TPLF will die Kontrolle über Tigray zurück. Zugleich fordert Abiy einen Zugang zum Roten Meer, was den alten Konflikt mit Eritrea neu entfachen könnte. Damit wäre der Grund für seinen Nobelpreis endgültig Makulatur.
Inzwischen wirft Addis Abeba ausgerechnet dem einstigen "Kamerad in Frieden" vor, Rebellengruppen zu unterstützen. Ein Stellvertreterkrieg droht.
Die Risiken reichen über die Grenzen hinaus: ein schwelender Gebietsstreit mit dem Sudan; die Vereinigten Arabischen Emirate, die Äthiopien mit Drohnen beliefern und denen UN-Experten zugleich Unterstützung der sudanesischen RSF-Milizen vorwerfen; vor allem aber der Konflikt mit Ägypten um den Staudamm GERD am Blauen Nil – die Lebensader des Nildeltas.
Im schlimmsten Fall zerbricht das zweitbevölkerungsreichste Land Afrikas an seinen inneren und äußeren Konflikten. Unterdrückte Ethnien könnten zu Gewalt greifen, neue Massaker drohen. Selbst bei den Oromo, seiner eigenen und größten Bevölkerungsgruppe, hat Abiy kaum noch Rückhalt.
Was wurde aus "Medemer", der schönen Idee vom Zusammenkommen? Hängt Abiy Ahmeds Herz noch an der friedlichen Lösung von Konflikten? Oder folgt er nun dem Weg seiner Vorgänger – vom Hoffnungsträger zum Autokraten?
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Cloudstrategien müssen skalierbar sein und zugleich Datensouveränität, Sicherheit und Governance berücksichtigen. Die STACKIT Cloud verbindet souveräne Cloudkonzepte mit Funktionen für Unternehmens-IT. Für IT-Verantwortliche geht es um Technik, Compliance und Kontrolle.
Souveräne Cloudstrategien betreffen mehr als den Speicherort von Daten. Relevant sind betriebliche Souveränität, digitale Unabhängigkeit, Audits, Zugriffskontrolle und nachvollziehbare Prozesse. Der Vergleich mit Azure, AWS und GCP hilft, Einsatzszenarien und Grenzen einzuordnen.
Im Online-Workshop "STACKIT Cloud – Strategien, Souveränität, Technologie" am 4. August 2026 (weiterer Termin: 15. Oktober 2026) wird die STACKIT Cloud als souveräne Cloudlösung behandelt. Der Kurs richtet sich an IT-Verantwortliche, Cloudverantwortliche, Projektleiter und Enterprise-Architekten mit Cloud- und IT-Grundkenntnissen.
Die Agenda beginnt mit Daten-, betrieblicher und digitaler Souveränität. Danach folgen ein Überblick über STACKIT in der europäischen Cloudlandschaft und der Vergleich mit GCP, Azure und AWS.
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Die Neo 2 filmt zwar stark, blickt aber beim Fliegen immer nur in eine Richtung. Die professionellere DJI Avata 360 löst diese Einschränkung auf: Ihre 1-Zoll-8K-360-Grad-Kamera erfasst während des Fluges die komplette Rundumsicht. Aus einer einzigen Aufnahme lassen sich anschließend beliebig viele Perspektiven und kreative Schnitte herausarbeiten. Das verändert die Art, wie Luftaufnahmen entstehen, grundlegend. Die DJI Avata 360 Fly More Combo
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Bisher nicht die richtige Drohne dabei? In der aktuellen Übersicht der Angebote für Drohnen bei Amazon
Vor einigen Wochen hat Asus ein 50 Euro teures Equalizer-Kabel vorgestellt. Der Youtuber Roman "Der 8auer" Hartung konnte es bereits analysieren und sah kaum einen Mehrwert für dieses Produkt.
Erste User haben nun auch in der Praxis festgestellt: einzelne Kontakte im Kabel schmelzen weiterhin. Das berichten Besitzer im chinesischen Forum Chip Hell (via Unikos Hardware auf X).
Nutzer posteten Bilder von ihren teuren Kabeln, bei denen teilweise drei Pins schwarze Brandstellen aufweisen. Eigentlich soll das ROG Equalizer Cable laut Hersteller besonders robust sein und sogar 17 Ampere pro Ader statt der bei 12VHPWR standardmäßigen 9,2 Ampere aushalten.
Im Thread von Chip Hell (maschinenübersetzt) berichten einige Nutzer, dass ihre Kabel an der Netzteilseite durchgeschmort seien. "Dieses Teil brennt sogar schneller durch als reguläre Kabel!", schrieb eine Person. Andere sehen wie Der 8auer in seiner Analyse keinen wirklichen Mehrwert in den diversen Änderungen, die Asus vorgenommen hat.
Das Equalizer-Kabel verwendet unter anderem vergoldete Kontakte und eine starre Brücke unterhalb des Steckers. Die soll eine bessere Biegefestigkeit bewirken, während Goldkontakte normalerweise bei der Leitfähigkeit helfen. Der 8auer hält vor allem die Kontakte allerdings für einen Nachteil, da sich auf den verbreiteten Zinnkontakten anderer Bauteile Goldpartikel abreiben und so die Leitfähigkeit verschlechtern können.
Wenn das Kabel weiterhin im Betrieb beschädigt wird, sind die Verbesserungen offenbar nicht ausreichend. Laut Usern im Chip-Hell-Forum sollen Betroffene ihr Kabel an Asus zurückschicken und es vom Hersteller austauschen lassen.
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(Bild: Pincasso / Shutterstock.com)
Bei TryAdd() und TryGetValue() erhalten Entwicklerinnen und Entwickler die Position eines gegebenenfalls vorhandenen Elements.
Die erst in .NET 9.0 eingeführte generische Klasse System.Collections.Generic.OrderedDictionary<T,T> bot bisher schon eine Methode TryAdd(), die versucht, ein Element hinzuzufügen. Neben der bestehenden Variante TryAdd(TKey key, TValue value) gibt es nun in .NET 10.0 auch die Methode mit drei Parametern TryAdd(TKey key, TValue value, out int index). Diese neue Überladung liefert im dritten Parameter den Index zurück, falls es das Element in der Menge schon gibt.
Analog dazu gibt es für die Methode TryGetValue() nun ebenfalls eine neue Überladung, die nicht nur den Wert eines Eintrags liefert, sondern auch die Position des gefundenen Elements per Index.
Folgender Beispielcode nutzt TryAdd(TKey key, TValue value, out int index) in der Klasse OrderedDictionary:
public void Run()
{
CUI.Demo("OrderedDictionary<T,T>: TryAdd() mit Index and TryGetValue()");
OrderedDictionary<string, string> websites = new();
websites.Add("Heise", "www.Heise.de");
websites.Add("Software & Support", "www.entwickler.de");
websites.Add("IT-Visions", "www.IT-Visions.de");
websites.Add("Microsoft", "www.Microsoft.com");
var key = "IT-Visions";
var value = "www.IT-Visions.de";
foreach (var item in websites)
{
CUI.OL(item.Key + " -> " + item.Value);
}
CUI.BR();
// --- ALT: TryGetValue() mit 2 Parametern
if (websites.TryGetValue(key, out string? value1))
{
int index3 = websites.IndexOf(key); // Nochmals nachschauen nach der Position
CUI.Success($"Element {value1} wurde gefunden an der Position {index3}.");
}
// --- NEUE Überladung bei TryGetValue() mit Parameter index
if (websites.TryGetValue(key, out string? value4, out int index4))
{
CUI.Success($"Element {value1} wurde gefunden an der Position {index4}.");
}
// --- ALT: TryAdd() mit 2 Parametern
if (!websites.TryAdd(key, value))
{
int index1 = websites.IndexOf(key); // Nochmals nachschauen nach der Position
CUI.Warning($"Element {value} ist bereits vorhanden an der Position {index1}!");
}
else
{
CUI.Success($"Element {value} wurde hinzugefügt.");
}
// --- NEUE Überladung von TryAdd() liefert jetzt auch den Index (Position) zurück
if (!websites.TryAdd(key, value, out int index2))
{
CUI.Warning($"Element {value} ist bereits vorhanden an der Position {index2}!");
}
else
{
CUI.Success($"Element {value} wurde hinzugefügt.");
}
}
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(Bild: Axel Kannenberg/iX/KI)
Seit Beginn des Jahres haben die Aktienkurse großer Softwareanbieter stark gelitten. Ein Gespräch, ob Künstliche Intelligenz die SaaSpokalypse bringt.
Die Diskussion um eine mögliche „SaaSpocalypse“ [1] treibt die Softwarebranche seit Monaten um. Der Begriff bringt die Sorge auf den Punkt: dass generative KI und vor allem autonome KI-Agenten das klassische Geschäftsmodell von Software-as-a-Service infrage stellen. Wir sprachen mit dem Tech-Analysten Philipp Klöckner darüber, wohin die Entwicklung geht.
iX: Derzeit wird viel über die SaaSpocalypse gesprochen, selbst große Anbieter wie Salesforce oder SAP stehen an der Börse unter Druck. Ist das eine Überreaktion oder ein fundamentaler Wandel des Softwaremarkts?
(Bild: Hubert Boesl)
Philipp Klöckner: Beides. In einigen Bereichen ist die Reaktion übertrieben, in anderen Fällen sollten Unternehmen tatsächlich vorsichtig sein. Besonders unter Druck geraten Firmen mit klassischen „Per-Seat“-Modellen – also Anbieter, die pro Mitarbeiter abrechnen. Dazu zählen typische Kollaborations- und Projektmanagementtools wie Asana, Monday.com oder Teile der Atlassian-Suite wie Jira.
Der Hintergrund ist weniger, dass KI bereits massiv Jobs ersetzt, sondern dass viele Unternehmen das Overhiring der Coronazeit korrigieren und ihre Organisationen verschlanken. Weniger Mitarbeiter bedeuten automatisch geringeres Wachstum für solche SaaS-Modelle. Zudem lässt sich ein einfaches Kollaborationstool mit Nutzerverwaltung heute relativ schnell KI-gestützt entwickeln. Dadurch steigt der Wettbewerbsdruck erheblich.
Gleichzeitig halte ich manche Marktreaktionen für überzogen. Wenn etwa Anthropic ein neues Feature ankündigt und daraufhin Cybersecurity- oder Observability-Aktien zweistellig fallen, verwechselt das die Realität des Unternehmenseinkaufs mit Tech-Euphorie. Unternehmen wechseln ihre Kernsoftware nicht kurzfristig. Vertrauen, langfristige Verträge und hohe Lock-in-Effekte spielen eine enorme Rolle.
Was allerdings schwieriger wird: Neukundengewinnung. Start-ups, die heute beginnen, werden sich häufiger fragen, ob sie klassische SaaS-Produkte überhaupt noch kaufen oder bestimmte Lösungen selbst bauen. KI senkt die Einstiegshürden erheblich. Trotzdem sollte man die Wirtschaftlichkeit bestehender Software nicht unterschätzen. SaaS-Unternehmen arbeiten oft mit Rohmargen von 80 bis 90 Prozent. Wer Software selbst entwickelt, muss inklusive Wartung, Sicherheit und Zuverlässigkeit günstiger sein als eine bestehende Lizenzlösung – und das ist keineswegs trivial. Ich glaube deshalb nicht, dass Fortune-500-Unternehmen ihre ERP- oder CRM-Systeme kurzfristig durch Vibe-Coding-Lösungen ersetzen werden.
Low-Code- und No-Code-Plattformen haben schon früher versprochen, dass jeder Software bauen kann. Was ist diesmal anders?
Der Unterschied liegt vor allem in den Anforderungen an den Nutzer. Bei No-Code brauchte man oft noch relativ fortgeschrittene Produktmanagement- oder Toolkenntnisse. Mit generativer KI reicht heute Sprache als Interface: Wer ein Problem gut beschreiben kann, kommt deutlich schneller zu funktionierender Software.
Das heißt aber noch nicht automatisch, dass daraus professionelle Produkte entstehen, die man problemlos anderen Unternehmen verkaufen kann. Besonders schwierig bleibt die Integration in bestehende Legacy-Systeme. Die eigentliche Stärke von KI liegt momentan eher darin, neue und vergleichsweise einfache Lösungen „from scratch“ zu entwickeln – insbesondere in Nischenmärkten, für die sich früher kein eigenes Softwareunternehmen gelohnt hätte.
Gehen wir damit in die Richtung hyperindividualisierter Software und hin zu Mikromärkten?
Ja, das halte ich für wahrscheinlich. Vor einigen Jahren tauchte auf der OMR-Messe der Begriff „Disposable Software“ auf – also Wegwerfsoftware. Früher lag der Fokus darauf, möglichst modular und wiederverwendbar zu entwickeln. Künftig könnte Software viel stärker situativ entstehen.
Mit KI kann man für relativ geringe Kosten kleine Anwendungen generieren, testen und später wieder verwerfen oder komplett neu bauen. Dadurch verändert sich auch die Architekturphilosophie: Statt hochgradig modularer Systeme könnten häufiger Monolithen entstehen, die bei Änderungen einfach neu generiert werden. Das könnte bedeuten, dass Software künftig stärker „on demand“ entsteht und weniger langfristig gepflegt wird.
Werden die hohen Margen etablierter Softwareanbieter bestehen bleiben?
Teilweise ja. Die Verhandlungsmacht der Anbieter könnte sinken, weil Kunden heute glaubhafter sagen können: „Im Zweifel bauen wir Teile selbst.“ Bei großen Enterprise-Systemen bleiben die Wechselkosten aber enorm. Ein SAP-Wechsel dauert oft 18 bis 36 Monate und belastet ganze Organisationen. Deshalb halte ich es für unwahrscheinlich, dass große Unternehmen kurzfristig SAP, Salesforce, Oracle oder IBM verlassen.
Stärker unter Druck geraten dürften Anbieter, die viele Branchen gleichzeitig bedienen. KI erleichtert den Aufbau vertikaler Spezialsoftware – etwa nur für Arztpraxen, Zahnarztpraxen oder Solarinstallateure. Diese spezialisierten Lösungen könnten mittelgroße Kunden zunehmend anziehen.
Und auf welche Burggräben können die Softwareunternehmen dann künftig bauen?
Kundenzugang, Datentiefe und Lock-in-Effekte. Viele aktuelle KI-Projekte sind zunächst Datenprojekte. Unternehmen stellen fest, dass ihre Daten gar nicht KI-tauglich strukturiert sind. Deshalb profitieren Anbieter, die bereits tief in Unternehmensprozesse integriert sind oder Datenhaltung und Taxonomien kontrollieren. Wer die Daten sauber organisiert hat, kann KI deutlich einfacher integrieren.
Hinzu kommt: Viele Unternehmen bevorzugen KI-Funktionen von bestehenden Anbietern. Sie wollen keine zusätzlichen Datenquellen, Sicherheitsrisiken oder Integrationsaufwände. Deshalb haben Anbieter mit bestehenden System-of-Record-Positionen, also als maßgebliche Quellen für Geschäftsdaten, weiterhin Vorteile.
Welche Chancen haben Start-ups und Open-Source-Projekte in dieser Lage?
Open Source erlebt derzeit quantitativ Rückenwind: Mehr Menschen beteiligen sich an Projekten und entwickeln gemeinsam Lösungen. Gleichzeitig berichten viele Communitys aber auch über Qualitätsprobleme bei KI-generiertem Code.
Entscheidend wird künftig wahrscheinlich weniger die reine Produktentwicklung sein, sondern der Go-to-Market-Ansatz. Wenn gute Software leichter reproduzierbar wird, gewinnen Marketing, Distribution und Community-Aufbau an Bedeutung. Product-led Growth allein könnte schwieriger werden. Stattdessen zählen Positionierung, Branchenfokus und Kundenzugang stärker.
Konzerne wie IBM, aber auch Mittelständler haben lange sehr gut an Legacy-Technik verdient. Sind diese goldenen Legacy-Zeiten auch vorbei?
Nicht sofort. Die größere Gefahr besteht eher darin, dass Märkte fragmentieren. Statt eines großen Softwaremarkts entstehen viele kleine vertikale Märkte – etwa spezialisierte Branchenlösungen für einzelne Industrien oder Länder. Bestehende Anbieter behalten oft regulatorische Vorteile und bestehende Infrastruktur. Gleichzeitig bauen neue Anbieter modernere Frontends auf bestehende Systeme auf und greifen so schrittweise Teile der Wertschöpfung an. Die Börsen versuchen natürlich sehr schnell, eine Entwicklung vorwegzunehmen. Dieser Wandel dürfte aber langsam verlaufen. Unternehmen tauschen ihre Kernsoftware nicht abrupt aus, und KI-generierte Software erfüllt bislang häufig noch nicht die Anforderungen an Sicherheit, Wartbarkeit und Zuverlässigkeit im Enterprise-Bereich.
Wenn das Per-Seat-Modell unter Druck gerät – wie sehen zukünftige Preismodelle aus?
Es wird wahrscheinlich viele neue Modelle geben. Eine Möglichkeit wäre eine erfolgsbasierte Abrechnung, etwa bei einer Recruiting-Software pro Einstellung. Auch umsatzbasierte Modelle sind denkbar, bei denen die Unternehmensgröße zählt und nicht mehr der einzelne Mitarbeiter.
Besonders wichtig dürfte Consumption-based Pricing werden. Anbieter kaufen Rechenleistung oder Token ein und verkaufen darauf aufbauende KI-Dienste mit Aufschlag weiter. Der eigentliche Wert liegt dann in der zusätzlichen Softwarelogik oder Agentenstruktur. Die Wertschöpfung verschiebt sich damit entlang der KI-Infrastrukturkette.
Was bedeutet die von Ihnen skizzierte Entwicklung für Developer und IT-Abteilungen?
Gut ausgebildete Entwickler und Architekten dürften eher profitieren. Gefährdet sind vor allem standardisierte Outsourcing-Tätigkeiten – etwa einfache API-Anbindungen, Parser oder Scraper. Solche Aufgaben lassen sich heute teilweise mit wenigen KI-Prompts erledigen. Gleichzeitig steigt aber der Gesamtbedarf an Softwareentwicklung, weil nun viele kleine und spezialisierte Anwendungen wirtschaftlich werden.
Deshalb könnte künftig weniger der klassische Coder gefragt sein, sondern stärker Menschen, die Probleme verstehen, Softwarearchitekturen entwerfen und Produkte konzipieren können. Der entscheidende Wandel lautet möglicherweise: Weniger Menschen schreiben direkt Code – aber mehr Menschen bauen Software.
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Diebstahl eines Smartphones.
(Bild: Donenko Oleksii / Shutterstock)
Zunehmend werden Handys direkt bei der Benutzung entwendet, damit sie noch im ungesperrten Zustand sind. In London gibt es dagegen nun ein Projekt mit Apple.
Die Londoner Stadtpolizei (Metropolitan Police, kurz Met) versucht, den wachsenden Handy-Diebstahl in der britischen Hauptstadt mit technischen Maßnahmen einzudämmen. Dazu arbeitet sie nun mit Apple zusammen, berichtet der örtliche Sender BBC. Laut Angaben von Polizeichef Mark Rowley teilt man unter anderem Daten mit dem iPhone-Hersteller, um ein „globales Bild“ der Situation zu erhalten. Es ginge darum, zu verhindern, dass gestohlene Geräte gelöscht und dann reaktiviert werden. „Dann bricht deren Wert zusammen und der Anreiz, sie zu stehlen, geht zurück.“
London leidet – wie viele andere Städte auch – seit Jahren unter einer Smartphone-Klau-Epidemie. Zuletzt werden die Diebe immer dreister: Sie versuchen, die Geräte direkt während ihrer Benutzung zu entwenden, damit sie noch entsperrt sind. Dabei werden die Geräte etwa mittels E-Bike oder Elektroroller von Personen entwendet, die an der Straße stehen. Alternativ kommt immer auch noch das Ausspionieren von PIN-Codes [1] vor dem Klau vor, so der BBC-Bericht [2]. Noch im vergangenen Jahr hatte die Met Apple dafür kritisiert [3], nicht mit den Gesetzeshütern beim Aufbau einer Datenbank gestohlener Geräte zusammenzuarbeiten – das ist nun offenbar vom Tisch.
Der Konzern scheint jedenfalls sensibilisiert zu sein: Apple hatte bereits mit iOS 17.3 im Jahr 2024 den sogenannten Stolen Device Mode (erweiterter Diebstahlschutz) [4] eingeführt, der allerdings erst seit diesem Jahr standardmäßig [5] auf allen Geräten mit iOS 26.4 oder höher aktiv ist. Dabei wird es Dieben erschwert, bei Kenntnis der PIN den Apple-Account zu übernehmen. Der Apple-Account ist wiederum der Schlüssel zu zahllosen weiteren Daten wie dem auf dem iPhone enthaltenen Passwortmanager, was unter anderem zu Kontoplünderungen führen konnte – oder dem Einsatz von Apple Pay zum Kauf von Produkten.
Die sogenannten Phone Snatcher, also Personen, die entsperrte Smartphones direkt von Benutzern klauen, nutzen laut Met bestimmte Software, die es ihnen ermöglicht, die Geräte zurückzusetzen. Apple will dieses Problem inzwischen gelöst haben, so Rowley. Zuletzt seien die meisten gestohlenen Geräte in London nicht mehr zurückgesetzt worden. Ein weiteres Problem, das bei Android bereits gelöst ist, bleibt die Tatsache, dass sich die iPhones nicht automatisch sperren, wenn die Diebe nur schnell genug sind.
Laut einem Medienbericht plant Apple hier, Diebstähle künftig zu erkennen [6], unter anderem durch die Bewegungssensoren, Bluetooth oder WLAN-Standort. Eine abrupte Entwendung würde dann dazu führen, dass sich ein Gerät automatisch sperrt. Bei Google nennt sich das Feature Theft Protection Lock [7]. Die Met will sich weiter mit Apple austauschen, um die Diebstahlfälle in London besser zu verstehen und womöglich weitere technische Maßnahmen zu empfehlen. Das Problem: Lassen sich Geräte nicht zurücksetzen, werden sie als Ersatzteilquelle verkauft – denn auch diese haben einen hohen Wert.
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(Bild: JLStock/Shutterstock.com)
Ivanti warnt aktuell vor kritischen Sicherheitslücken in Sentry. Die CISA warnt vor Angriffen, Ivanti wiegelt jedoch ab.
Heckmeck um Sicherheitslücken mit Höchstwertung des Risikos in Ivantis Sentry: Die CISA und einige IT-Sicherheitsunternehmen warnen vor laufenden Angriffen. Ivanti wiegelt ab, es handele sich nur um Honeypots.
Während die CISA die fragliche Lücke [1] in den „Known-Exploited-Vulnerabilities“-Katalog (KEV) aufgenommen hat, hat Ivanti mit einer Aktualisierung der eigenen Sicherheitsmitteilung [2] reagiert. Konkret geht es um eine Schwachstelle in Sentry, durch die Angreifer aus dem Netz ohne vorherige Anmeldung Befehle ins Betriebssystem schmuggeln und damit beliebigen Code mit root-Rechten ausführen können (CVE-2026-10520 [3], CVSS 10.0, Risiko „kritisch“). Eine zweite Sicherheitslücke ermöglicht die Umgehung der Authentifizierung – bösartige Akteure aus dem Netz können ohne vorherige Anmeldung beliebige Administratorkonten erstellen und damit vollen Admin-Zugang erlangen (CVE-2026-10523 [4], CVSS 9.9, Risiko „kritisch“).
Betroffen ist die VPN-ähnliche Sicherheits-Gateway-Lösung in den Versionen 10.5.1, 10.6.1, 10.7.0 und älteren. Die bereitstehenden Aktualisierungen auf die Versionen 10.5.2, 10.6.2 und 10.7.1 bessern die Schwachstellen aus.
Die IT-Sicherheitsforscher der watchTowr Labs haben einen Proof-of-Concept-Exploit [5] veröffentlicht, der den Missbrauch der beiden Lücken demonstriert. Auch Rapid7 schließt in einer eigenen Analyse [6], dass sie wüssten, dass Angreifer das Produkt wahrscheinlich angreifen werden, da in der Vergangenheit mehrere Sentry-Lücken im CISA-Katalog der missbrauchten Schwachstellen gelandet sind.
Ivanti hat auf die Angriffsmeldungen reagiert. In der Sicherheitsmitteilung steht noch immer, dass Ivanti von keinen Missbrauchsfällen vor der Veröffentlichung der Meldung wüsste. Es gebe keinen öffentlichen Missbrauch der Schwachstelle, weshalb das Unternehmen auch keine Hinweise auf erfolgreiche Angriffe (Indicators of Compromise, IOC) geben könne. Die CISA habe die Lücke in den KEV aufgenommen, da es Berichte über Angriffsversuche auf Honeypots gebe. Zur Einschätzung sei wichtig zu wissen, dass der Missbrauch der Lücke CVE-2026-10520 Zugriff auf den Managementport 8443 benötige. Und Management-Interfaces sollten ohnehin niemals im Internet zugänglich sein, auch wenn Honeypots derartige Fehlkonfigurationen simulieren, um bösartiges Verhalten zu erkennen.
Die Einschätzung dürfte aber bereits überholt sein. Die Shadowserver Foundation teilt auf X [7] mit, dass ihre Scans 19 verwundbare Instanzen entdeckt habe, von denen mindestens zwei bereits mit Backdoors kompromittiert seien. Die IT-Forscher gehen davon aus, dass die anderen Instanzen inzwischen ebenfalls Angreifern zum Opfer gefallen sind.
Admins sollten sich von der Beschwichtigung nicht abhalten lassen, die verfügbaren Updates schnellstmöglich zu installieren.
Am Donnerstag wurden weitere Sicherheitslücken in Ivantis Endpoint Manager Mobile [8] bekannt. Sie gelten als hohes Risiko, Admins sollten auch hier rasch die Aktualisierungen anwenden.
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Die neue Begrüßung auf der Seite von „AudiA6“
(Bild: Europol)
Strafverfolgungsbehörden haben in Georgien zwei mutmaßliche Betreiber des Kryptomixers „AudiA6“ festgenommen und mehrere Dienste stillgelegt.
Strafverfolgungsbehörden aus Deutschland, der Schweiz und zahlreichen anderen Staaten haben mit „AudiA6“ einen angeblich besonders häufig genutzten Dienst zur Geldwäsche von Kryptowährungen lahmgelegt. Das hat die europäische Polizeibehörde Europol bekannt gegeben und dabei erklärt, dass über den Dienst zwischen 2022 und 2025 mehr als 336 Millionen Euro geflossen sein sollen, um deren Herkunft zu verschleiern. Das Geld stammte demnach unter anderem aus Erpressungen mit Ransomware. Zwei mutmaßlich Verantwortliche mit ukrainischer und russischer Staatsangehörigkeit seien in Georgien festgenommen worden. Zudem hat die US-Staatsanwaltschaft Anklage erhoben [1] und die Auslieferung der Verdächtigen in die USA beantragt.
Sogenannte Kryptomixer wie „AudiA6“ vermischen Kryptowährungen, um so Verbindungen zwischen Sendern und Empfängern zu verschleiern [2]. Dafür verlangen die Verantwortlichen eine Provision. „AudiA6“ wurde laut Europol [3] in Cybercrime-Foren als professionelle Dienstleistung beworben, die sich durch Anonymität und Geschwindigkeit ausgezeichnet haben soll. Die Ermittlungen gegen den Dienst wurden demnach unter anderem von der polnischen Polizei vorangetrieben. Sie hat im September 2025 einen Ukrainer festgenommen, der damit in Verbindung stand. Eine Durchsuchung seiner Elektronikgeräte habe dann Hinweise auf weitere Personen zutage gefördert. Zudem seien Verbindungen zu 15 Ermittlungsverfahren in aller Welt gefunden worden.
Bei der Operation am Mittwoch wurden demnach jetzt nicht nur die zwei mutmaßlichen Administratoren des Diensts festgenommen. Laut Europol wurden drei Grundstücke durchsucht und mehr als 80 Fahrzeuge konfisziert. Kryptogeld im Wert von fast 700.000 Euro seien eingefroren, noch einmal über 86.000 beschlagnahmt worden. Zudem wurden Telegram-Accounts des Netzwerks blockiert und dessen Seiten im Darknet und im Internet sowie das Cybercrime-Forum „Dark2Web“ gesperrt. Ferner wurden zahlreiche Internet-Domains gesperrt und dutzende Server beschlagnahmt. Eine Reihe davon hat die Behörden jetzt öffentlich gemacht, damit Kryptogeldbörsen in Verbindung stehende Accounts identifizieren und sperren können.
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In raueren Umgebungen kann man günstige PMR-Funkgeräte mit teureren kombinieren, um die Kosten zu reduzieren. Die richtige Programmierung ist der Schlüssel.
Baustellengeeignete PMR446-Handfunkgeräte [1] [1] gibt es zuhauf. Ohne Display sowie mit großem Lautsprecher sind sie robust und für laute Umgebungen geeignet. Von günstig in Einsteigerqualität bis teuer und hochwertig: Für jeden Anwendungsfall ist etwas dabei.
Die Geräteklasse hat aber einen großen Nachteil: Die Hersteller aktivieren ab Werk kodierte Rauschsperren (CTCSS, DCS), um Störungen durch fremde Nutzergruppen auf demselben Kanal zu reduzieren. Es braucht also einen zusätzlichen „Code“ auf dem Signal, damit auf der anderen Seite was zu hören ist. Da es allerdings mehrere Hundert Kombinationsmöglichkeiten gibt und keine herstellerübergreifende Konvention, hören sich die Geräte unterschiedlicher Hersteller häufig nicht gegenseitig. Mangels Display mit Einstellungsmenüs kann man scheinbar auch nichts daran ändern.
Doch es gibt eine Lösung für die babylonische Sprachverwirrung: Die meisten displaylosen Handfunkgeräte lassen sich mittels Programmierkabel und Software über die Zubehörschnittstelle konfigurieren, sodass man Parameter angleichen kann. Das Kombinieren von günstigen Geräten für Arbeiter in rauen Umgebungen mit teureren Modellen für diejenigen, die nur Überwachungs- und Steuerungsaufgaben haben, ist so möglich. In diesem Artikel erklären wir, wie die kodierten Rauschsperren funktionieren und an den Beispielen Midland D10 und Retevis P64, wie Sie zwei Geräte im Analogbetrieb zusammenbringen. Wie das im Digitalmodus mit DMR gelingt, lesen Sie in einem weiteren Artikel [12] [12]. Besondere Funk- oder Programmierkenntnisse benötigen Sie dafür nicht; für die Programmiersoftware erfordert jedoch etwas Schulenglisch.
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Diebstahl eines Smartphones.
(Bild: Donenko Oleksii / Shutterstock)
Zunehmend werden Handys direkt bei der Benutzung entwendet, damit sie noch im ungesperrten Zustand sind. In London gibt es dagegen nun ein Projekt mit Apple.
Die Londoner Stadtpolizei (Metropolitan Police, kurz Met) versucht, den wachsenden Handy-Diebstahl in der britischen Hauptstadt mit technischen Maßnahmen einzudämmen. Dazu arbeitet sie nun mit Apple zusammen, berichtet der örtliche Sender BBC. Laut Angaben von Polizeichef Mark Rowley teilt man unter anderem Daten mit dem iPhone-Hersteller, um ein „globales Bild“ der Situation zu erhalten. Es ginge darum, zu verhindern, dass gestohlene Geräte gelöscht und dann reaktiviert werden. „Dann bricht deren Wert zusammen und der Anreiz, sie zu stehlen, geht zurück.“
London leidet – wie viele andere Städte auch – seit Jahren unter einer Smartphone-Klau-Epidemie. Zuletzt werden die Diebe immer dreister: Sie versuchen, die Geräte direkt während ihrer Benutzung zu entwenden, damit sie noch entsperrt sind. Dabei werden die Geräte etwa mittels E-Bike oder Elektroroller von Personen entwendet, die an der Straße stehen. Alternativ kommt immer auch noch das Ausspionieren von PIN-Codes [1] vor dem Klau vor, so der BBC-Bericht [2]. Noch im vergangenen Jahr hatte die Met Apple dafür kritisiert [3], nicht mit den Gesetzeshütern beim Aufbau einer Datenbank gestohlener Geräte zusammenzuarbeiten – das ist nun offenbar vom Tisch.
Der Konzern scheint jedenfalls sensibilisiert zu sein: Apple hatte bereits mit iOS 17.3 im Jahr 2024 den sogenannten Stolen Device Mode (erweiterter Diebstahlschutz) [4] eingeführt, der allerdings erst seit diesem Jahr standardmäßig [5] auf allen Geräten mit iOS 26.4 oder höher aktiv ist. Dabei wird es Dieben erschwert, bei Kenntnis der PIN den Apple-Account zu übernehmen. Der Apple-Account ist wiederum der Schlüssel zu zahllosen weiteren Daten wie dem auf dem iPhone enthaltenen Passwortmanager, was unter anderem zu Kontoplünderungen führen konnte – oder dem Einsatz von Apple Pay zum Kauf von Produkten.
Die sogenannten Phone Snatcher, also Personen, die entsperrte Smartphones direkt von Benutzern klauen, nutzen laut Met bestimmte Software, die es ihnen ermöglicht, die Geräte zurückzusetzen. Apple will dieses Problem inzwischen gelöst haben, so Rowley. Zuletzt seien die meisten gestohlenen Geräte in London nicht mehr zurückgesetzt worden. Ein weiteres Problem, das bei Android bereits gelöst ist, bleibt die Tatsache, dass sich die iPhones nicht automatisch sperren, wenn die Diebe nur schnell genug sind.
Laut einem Medienbericht plant Apple hier, Diebstähle künftig zu erkennen [6], unter anderem durch die Bewegungssensoren, Bluetooth oder WLAN-Standort. Eine abrupte Entwendung würde dann dazu führen, dass sich ein Gerät automatisch sperrt. Bei Google nennt sich das Feature Theft Protection Lock [7]. Die Met will sich weiter mit Apple austauschen, um die Diebstahlfälle in London besser zu verstehen und womöglich weitere technische Maßnahmen zu empfehlen. Das Problem: Lassen sich Geräte nicht zurücksetzen, werden sie als Ersatzteilquelle verkauft – denn auch diese haben einen hohen Wert.
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