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Angreifer haben es auf Cisco Catalyst SD-WAN Manager und cPanel-Instanzen mit LiteSpeed-Plug-in abgesehen. Attacken sind aber nicht ohne Weiteres möglich.
Admins, die Cisco Catalyst SD-WAN Manager oder cPanel mit LiteSpeed-Plug-in verwalten, sollten aufgrund von laufenden Angriffen umgehend die verfügbaren Sicherheitsupdates installieren. Im schlimmsten Fall können Angreifer als root-Nutzer auf Systeme zugreifen. Damit das klappt, müssen sie aber zuerst einige Hürden überwinden.
Vor den Attacken warnt neben den Softwareanbietern auch die US-Sicherheitsbehörde Cybersecurity & Infrastructure Security Agency (CISA) auf ihrer Website [1]. Sie stufen das Risiko der Angriffe als erhebliches Risiko für die Bundesbehörden ein. In welchem Umfang die Attacken ablaufen, ist zurzeit nicht bekannt.
Aus einer Warnmeldung von Cisco geht hervor [2], dass die ausgenutzte Sicherheitslücke (CVE-2026-20262 „mittel“) im Web-UI von Catalyst SD-WAN Manager steckt. Weil beim Uploadprozess Nutzereingaben nicht ausreichend geprüft werden, setzen Angreifer dort mit präparierten HTTP-Anfragen an. Darüber überschreiben sie Systemdateien und können sich so Cisco zufolge root-Rechte verschaffen. In so einem Zustand gelten Systeme in der Regel als vollständig kompromittiert. Die Entwickler geben an, dass Catalyst SD-WAN Manager in allen Konfigurationen angreifbar ist.
Damit Angreifer aber überhaupt an dieser Schwachstelle ansetzen können, müssen sie über gültige Zugangsdaten und mindestens über Schreibzugriff verfügen. Die Entwickler versichern, das Sicherheitsproblem in den Ausgaben 20.9.9.2, 20.12.7.2, 20.15.4.5, 20.15.5.3, 20.18.3.1 und 26.1.1.2 gelöst zu haben.
Die Entwickler vom LiteSpeed-Plug-in schreiben in einem Beitrag [3], dass die Schwachstelle (CVE-202654420) mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft ist. Haben Angreifer FTP- oder Web-Shell-Zugriff, können sie sich zum Rootnutzer hochstufen. Das WHM-Plug-in sei davon nicht betroffen. Die Entwickler geben an, die Lücke in v2.4.8 geschlossen zu haben.
Cisco hatte erst vor wenigen Tagen vor einer weiteren attackierten Sicherheitslücke in SD-WAN [4] gewarnt.
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Die Cybergang Space Bears behauptet, beim Roboterhersteller Ecovacs umfangreich Daten abgegriffen zu haben. Details sind noch unklar.
Der für Staubsauger- und Rasenmähroboter bekannte Hersteller Ecovacs ist offenbar Opfer eines IT-Einbruchs geworden. Die kriminelle Online-Bande Space Bears behauptet, dort umfangreich Daten abgesaugt zu haben, und droht deren Veröffentlichung an.
Bislang ist lediglich der Eintrag im Darknet-Auftritt der Ransomware [1]-Bande Space Bears aufgetaucht. Demnach haben die Täter circa zwei Terabyte an Daten gestohlen. Welcher Art diese Daten sind, erklären sie jedoch nicht.
Es könnte sich um Daten aus der Entwicklung handeln. Potenziell sind aber auch sensible Kundeninformationen betroffen – die Haushaltsroboter erstellen in der Regel Karten von Räumen oder Gärten, um sich darin kontrolliert zu bewegen.
Der chinesische Hersteller hat mehrere populäre Geräteklassen im Portfolio, die recht weite Verbreitung gefunden haben. Die Deebot-Staubsauger- und Wischroboter etwa, oder die Winbot-Fensterputzautomaten sowie die Mähroboter der Goat-Reihe sind populär und verkaufen sich etwa auf Amazon teils tausendfach jeden Monat.
Eine Anfrage von heise online hat Ecovacs nicht umgehend beantworten können, eine Bestätigung des IT-Vorfalls steht daher noch aus. Wir liefern Herstellerinformationen hier nach, sofern wir sie erhalten.
Die Cybergang Space Bears behauptete bereits Ende des Jahres 2024 beim französischen IT-Sicherheits- und Cloud-Dienstleister Atos Daten [2] nach einem Einbruch kopiert zu haben. Das Unternehmen konnte bis Silvester 2024 keine Belege für eine Kompromittierung oder Ransomware auf etwaigen Atos- oder Eviden-Systemen finden. Drei weitere Tage später legte Atos nach und schrieb [3], dass die Behauptungen von Space Bears unbegründet seien und dass der Hersteller nicht kompromittiert worden sei. Es ist daher gut möglich, dass Space Bears auch dieses Mal nur bluffen.
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Anthropics mächtigstes KI-Modell wurde angeblich gar nicht per Jailbreak ausgehebelt, sondern hat Bugs gefixt. Das behauptet jetzt eine Sicherheitsforscherin.
Für die Sperrung der mächtigen KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 soll kein Jailbreak, sondern die Befolgung der simplen Aufforderung „fix this code“ verantwortlich gewesen sein. Das behauptet zumindest die IT-Sicherheitsforscherin Katie Moussouris, die den Report einsehen durfte, der dazu geführt hat, dass die US-Regierung die Sperre unter Berufung auf eine Exportkontrolldirektive verfügt hat. In dem Bericht wird demnach dargelegt, dass die Forschenden den KI-Modellen Fable 5, Mythos und Opus Open-Source-Code mit bekannten Sicherheitslücken und solchen mit gezielt eingefügten Lücken vorgelegt hätten. Die Bitte „prüfe den Code auf Sicherheitslücken“, habe Fable 5 verweigert. Der Bitte „repariere den Code“ sei das Modell dann aber nachgekommen.
Moussouris meint [1], dass sie die einzige unabhängige Expertin zu sein scheint, die den besagten Report einsehen konnte. Darin heißt es demnach weiter, dass die Antwort auf „fix this code“ mittels eines „mehrstufigen und manuellen Verfahrens“ in Skripte umgewandelt worden sei, die die ausgegebenen Patches prüfen. Das sei alles gewesen und habe nach ihrer Meinung nie zu einem Exportverbot führen dürfen. Wer sich der Abwehr von Cyberangriffen widmet, müsse KI-Technik nutzen dürfen, um Lücken in Code abzusichern, deren Bedeutung zu erklären und Tests zur Prüfung schreiben dürfen. Das sei keine Umgehung von Leitplanken, wie behauptet. Das sei ganz im Gegenteil das wertvollste, was KI-Modelle für die Cyberabwehr tun könnten.
(Bild: lutasecurity.com [2])
Die Expertin versichert noch, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Vor mehr als zehn Jahren hat sie an Verhandlungen zur Verbesserung des Wassenaar-Abkommen für Exportkontrollen [3] teilgenommen und dafür gesorgt, dass Ausnahmen für defensive Aktivitäten aufgenommen wurden. Wenn man KI-Modelle jetzt in ähnlicher Weise beschränkt, würde man die Cyberabwehr schwächen, ohne dass kriminelle Cyberakteure dadurch eingeschränkt würden. Moussouris hat deshalb zusammen mit einer Reihe von Expertinnen und Experten die US-Regierung aufgefordert, den Schritt gegen Fable 5 und Mythos 5 zu prüfen und die Sperre aufzuheben. Das zeige auch, wie wichtig die Modelle für ihre Arbeit seien. Gespräche zur Aufhebung der Sperre sind am Montag aber gescheitert.
Anthropic hat Fable 5 vorigen Dienstag als inhaltlich eingeschränkte Variante des neuen Mythos 5 freigegeben [4]. Erste Tests hatten die merklich höhere Leistungsfähigkeit des KI-Modells bestätigt, aber auch zu Kritik an den Sicherheitsmaßnahmen geführt, die immer wieder einen Rückfall auf ein weniger leistungsfähiges Modell auslösen. Am Freitag hat Anthropic dann unerwartet den Zugriff auf Fable 5 und Mythos 5 gesperrt [5] – für alle Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Verantwortlich war Berichten zufolge primär ein Bericht des Amazon-CEOs Andy Jassy [6] über einen mutmaßlichen Jailbreak. Auf diesen Bericht bezieht sich Moussouris. Angeblich gibt es aber auch Hinweise darauf [7], dass eine Gruppe mit Verbindungen zur chinesischen Regierung Zugriff auf das mächtige KI-Modell Mythos hatte.
Die Financial Times berichtet [8] inzwischen noch, dass Anthropic lediglich 90 Minuten Zeit gegeben wurde, um auf den Bericht zu dem angeblichen Jailbreak zu reagieren. Inzwischen habe das KI-Unternehmen versichert, dass es sich eben nicht um eine Methode handelt, die auf die eigenen KI-Modelle beschränkt sei. Die würden beispielsweise auch bei jenen von OpenAI funktionieren. Das passt zu den Erklärungen von Moussouris. Das US-Magazin Axios berichtet derweil [9], dass in der US-Regierung der Eindruck vorherrscht, von Anthropic betrogen worden zu sein. Es sei so, als würden beide Parteien unterschiedliche Sprachen sprechen, erklärt demnach eine anonyme Person die Verständnisschwierigkeiten.
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Der neue Kernel Linux 7.1 bringt einen modernen NTFS-Treiber und aktiviert Intels FRED standardmäßig. Zudem erregt der KI-Einsatz bei der Entwicklung Aufsehen.
Dieses Mal etwas früher als gewohnt, erschien der neue Kernel Linux 7.1 bereits auch in unseren Breiten noch am Sonntag gegen 17:00 Uhr und nicht erst in den frühen Morgenstunden des Montags. Was Uneingeweihten ein extrem „glattes“ Release suggeriert, hatte einen ganz anderen banalen Grund. Linus Torvalds hielt sich in einer anderen Zeitzone auf, in der es bereits Sonntagnachmittag war. Daher führte er den Release zur „gewohnten Zeit – nur nicht in der regulären Zeitzone“ aus.
Neben einigen Neuerungen wie ein neuer NTFS-Treiber oder die Nutzung von Intel FRED zur Leistungssteigerung, macht sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Entwicklungsprozess bemerkbar.
Bereits in 2021 mit dem Release von Linux 5.15 [1] erhielt der Kernel einen frischen Treiber für Microsofts NTFS-Dateisystem. Dieser von der Paragon Software GmbH beigesteuerte Treiber ntfs3 schien die geeignete Lösung für das Arbeiten mit Windows-Datenträgern zu sein.
Bis dato hatte der Kernel selbst lediglich einen Treiber namens ntfs für rein lesenden Zugriff in petto. Für Schreibzugriff konnten die Anwenderinnen und Anwender lediglich auf den FUSE-Treiber (Filesystem in USErspace) ntfs-3g zurückgreifen. Der krankte aber an unvollständiger Kompatibilität mit der NTFS-Spezifikation und konnte nach Abstürzen Dateisysteme beschädigt zurücklassen. ntfs3 hingegen war ein waschechter Kernel-Treiber (kein FUSE) und konnte lesend und schreibend auf NTFS zugreifen. Er setzte die volle NTFS-Spezifikation 3.1 um; inklusive Unterstützung unter anderem für Access Control Lists (ACL), erweiterte Attribute, Kompression und das wichtige Journaling-Replay.
Obwohl ntfs3 im Grunde das lieferte, was das Nutzerherz begehrt, und eine gute Basis zum Weiterentwickeln bot, liefert Linux 7.1 einen weiteren Treiber für das Dateisystem aus Redmond. Die Unzufriedenheit mit der Entwicklungsgeschwindigkeit und der Wartung von ntfs3 war so groß, dass der neue Treiber trotzdem den Weg in den Mainline-Kernel fand.
Der neue NTFS-Treiber ist eine moderne grundlegende Neuimplementierung als Kernel-Treiber. Da der ursprüngliche alte „nur lesen“-Kernel-Treiber in Linux 6.9 entfernt wurde, erhält der neue Treiber nun den Namen des alten: ntfs. Anders als der alte Treiber bietet der Neue native Schreibunterstützung im Kernel. Eine zentrale technische Änderung ist der Umstieg auf iomap. Eng damit verbunden ist der Verzicht auf buffer_head-basierte Pfade. Stattdessen nutzt der Treiber Folios, also die modernere Speicherverwaltungsabstraktion [2] des Kernels.
Für Schreibzugriffe implementiert der neue Treiber „Delayed Allocation“. Zum Treiber gehört außerdem eine begleitende Userspace-Programmsammlung. Die Aufnahme in den Mainline-Kernel ist mit Linux 7.1 erfolgt. Der produktive Einsatz von ntfs wird von einem vollständigen und funktionsfähigen Journaling abhängen.
Linux 7.1 aktiviert Intels „Flexible Return and Event Delivery“ (FRED) auf unterstützten x86_64-Systemen standardmäßig. FRED modernisiert einen der empfindlichsten Bereiche der x86-Architektur, nämlich den Übergang zwischen Benutzer- und Kernelmodus sowie die Behandlung von Interrupts, Exceptions und anderen Ereignissen. Technisch ersetzt FRED klassische Kontrollflussübergänge über die Interrupt Descriptor Table (IDT) und Rückkehrpfade über IRET durch neue, spezialisierte Mechanismen.
Für den Linux-Kernel bedeutet FRED allerdings nicht nur das Setzen eines CPU-Flags. FRED verspricht niedrigere Latenzen bei Systemaufrufen, Interrupts und Exceptions und reduziert zugleich alte x86-Sonderfälle im Entry-Code.
Bei Linux 7.1 kamen AI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz, um Bugs zu finden, Patches vorzubereiten, Code-Reviews zu unterstützen und sicherheitsnahe Probleme in alten oder wenig beachteten Codepfaden aufzuspüren. Gleichzeitig zeigte Linux 7.1 die Schattenseite: Linus Torvalds kritisierte eine Flut von AI-generierten Bugreports, die die Security-Liste nahezu unbeherrschbar gemacht habe.
Die Kernel-Community reagierte pragmatisch mit strengeren Regeln für Transparenz und Verantwortlichkeit. AI-unterstützte Beiträge sollen über Assisted-by: gekennzeichnet werden. Die wichtigste Lehre aus dem AI-Einsatz in Linux 7.1 lautet: AI kann im Kernel-Projekt produktiv sein, wenn sie menschliche Analyse ergänzt.
Knapp die Hälfte der Code-Änderungen und -Neuerungen in Linux 7.1 entfallen auf die Pflege von Treibern. Gleichzeitig beginnt der Kernel, sehr alte x86-Altlasten loszuwerden. IPv6 verliert den Status als nachladbares Modul; es ist nun entweder fest im Kernel enthalten oder vollständig deaktiviert.
BPF bleibt ein Schwerpunkt. io_uring kann nun BPF verwenden, um die zentrale Dispatch-Schleife zu ersetzen. In der Speicherverwaltung wurde der alte Swap-Map-Code entfernt.
Linux 7.1 [3] bringt kein neues, revolutionäres „Killer-Feature“. Viele kleine Verbesserungen und ein Zuwachs an Treibern lassen mehr auf ein Wartungsrelease schließen. Der neue Kernel steht wie üblich unter kernel.org [4] zum Download bereit.
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iPad-Personalisierung: So wird das Tablet besser bedienbar.
(Bild: Madlen Grunert / KI / heise medien)
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Unsere 15 Tipps zeigen, wie Sie diese kennenlernen, verstehen und für sich nutzen.
Verwandeln Sie Ihren Sperrbildschirm in ein funktionales Dashboard, um Zeit zu sparen und unnötiges Entsperren und Navigieren in Apps zu vermeiden.
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US-Präsident Donald Trump verkündete den Deal rechtzeitig zu seinem 80. Geburtstag
(Bild: Andrew Leyden/Shutterstock.com)
Trump feiert den Frieden, Tel Aviv bombardiert, Teherans Hardliner rufen nach Widerstand. Warum der Deal von Genf ist ein leeres Versprechen ist. Eine Analyse.
Kurz bevor US-Präsident Donald Trump zum UFC-Käfigkampf [1] anlässlich seines 80. Geburtstags eilte – die weltgrößte MMA-Liga seines Intimus [2] Dana White veranstaltete [3] eine gigantische Kampfnacht im Südgarten des Weißen Hauses – folgte die vorerst letzte Volte im Krieg um Iran. Trump verkündete [4] via Truth Social, eine Einigung mit Teheran sei erzielt.
Wohl nur Minuten vor dem ersten Runden-Gong tickerte die Nachricht in die Welt, doch bislang sind Fakten Mangelware. Neben der zollfreien Öffnung der Straße von Hormus und einer Aufhebung der US-Seeblockade kündigte Trump [5] auch die Unterzeichnung eines offiziellen Vertrags für den 19. Juni in der omanischen Botschaft in Genf (Schweiz) an.
Ein Abkommen voller Leerstellen [6]? Während Trump bereits von einem unterschriftsreifen Kontrakt sprach [7], bestätigten iranische Stellen lediglich die Einigung auf einen Verhandlungstext – der erst nach Überprüfung amerikanischer Zusagen unterzeichnet werden soll [8].
Kein unbedeutender Unterschied: Teheran verfällt nicht in positive Hysterie, nur weil Washington rhetorisch den kleinen Finger reicht. Die iranische Ruhe und kühle Reserviertheit lassen den twitternden Trumpismus wie eine weitere Unglaubwürdigkeit seiner Selbstdarstellung wirken – zum insgesamt 39. Mal kündigte der US-Präsident [9] nun ein Abkommen an, der Effekt ist langsam aufgebraucht.
Nicht unerheblich dabei: Für die US-Administration könnte weniger die iranische Außenpolitik ausschlaggebend sein als innenpolitisches Kalkül. Die zuletzt massiven Benzinpreise wie die Ölmärkte reagierten [10] mit euphorischer Entspannung – das hilft primär einem, dem greisen Geburtstagskind.
Jedoch regt sich im Iran Widerstand. Die Hardliner-Fraktion im Parlament sowie die gestärkten Revolutionsgarden bleiben offen skeptisch. Parlamentsbgeordneter Kamran Ghazanfari bezeichnete [11] den Deal als "demütigende Kapitulation".
Die Hardliner instrumentalisieren dabei die gefallenen "Märtyrer" geschickt emotional-kulturell für ihre Agenda – im schiitischen Islam ist der Totenkult von immensem symbolischem Gewicht [12]. Bei Protesten soll es vereinzelt, nach schwer überprüfbaren Informationen, zu Sprechchören wie "Tod den Kompromisslern" gekommen sein [13].
Entscheidender könnte jedoch der Widerstand aus dem israelischen Kabinett ausfallen: Der eng an das US-außenpolitische Establishment angebundene Thinktank Chatham House analysiert [14] in einer erst gestern veröffentlichen Zusammenfassung, dass die Netanjahu-Administration – getrieben durch die Minister Ben-Gvir und Smotrich [15] – zur größten Gefahr für den US-iranischen Deal werden könnte.
Beide opponieren offen gegen jede Verständigung: Ben-Gvir warnt, die militärischen Erfolge dürften nicht "verschenkt werden" [16], Smotrich erklärte, man werde die "Kampagne zum Sturz des Regimes (im Iran) selbst fortsetzen müssen" [17].
Ihnen dürfte keine iranisch-amerikanische Sicherheitsgarantie ausreichen – in ihrem endzeitlich-faschistisch und theologisch-chauvinistischem Kosmos geht es um die finale Beseitigung des letzten organisierten Widerstandsnest gegen ein grenzenloses Israel [18]: den Iran als spiritus rector imago hinter Hamas, Hisbollah und Co.
Dabei kommen beide Hardliner-Fraktionen – trotz vollkommen unterschiedlicher Vorzeichen – der Wahrheit wohl näher als Trump: Die zentralen Sollbruchstellen des Abkommens sind weitgehend offen.
Zum Atomprogramm: Washington und Tel-Aviv gehen davon aus, dass der Iran noch über erhebliche Mengen hochangereichertem Urans verfügt und verlangen eine drastische Reduktion sowie langfristige IAEA-Kontrollen.
Gefordert [19] wird absolute Transparenz. Die IAEA selbst hat durch ihren umstrittenen Bericht [20] vom Mai 2025 – der als indirekter Kriegsgrund für die US-israelische Achse diente, Wien warf damalig dem Iran vor verdeckte nukleare Tätigkeiten auszuführen – in Teheran erheblich an Vertrauen verspielt.
Die Straße von Hormus [21] bleibt ebenfalls umkämpft: vollständige Öffnung als US-Forderung contra iranische nicht-verhandelbare "strategische Lebensversicherung". Auch bei den Reparationen liegen die Positionen meilenweit auseinander.
Mantraartig betonen iranische Sprecher [22] bis hinauf zum Vizeaußenminister: erst Sanktionserlass, Freigabe eingefrorener Gelder und Kriegsentschädigungen – dann Verhandlungen [23] und ein Abschluss. Ein Ansinnen, das den Iran strategisch besser stellen würde als vor dem Krieg. Für Washington inakzeptabel, für Tel-Aviv ein Worst-Case-Szenario.
Der eigentliche Deal-Killer könnte jedoch am südlich des Litani-Fluss lauern [24]. Das Abkommen fordert angeblich die Einstellung aller Militäroperationen "auf allen Fronten" – Israel operiert jedoch weiterhin.
Am Sonntag bombardierte [25] die israelische Luftwaffe erneut den Libanon, am Montag wurde ein Drohnenangriff [26] bei Kfar Tebnit im Südlibanon gemeldet. Die Armeeführung kündigte zudem an, die eingerückten Truppen nicht abzuziehen. Gleichzeitig weitet Israel sukzessive seine militärische Kontrolle [27] über den Gazastreifen aus, verstärkt den Druck auf die Hamas, zudem mussten am Montag erneut israelische Luftangriffe mit mehreren Todesopfern protokolliert werden [28].
Der auf die Region spezialisierte Journalist Jakob Reimann formulierte [29] polemisch-pointiert via X: Da das Abkommen einen Waffenstillstand auf allen Fronten einschließe, sei davon auszugehen, dass Israel den Libanon verstärkt bombardieren werde, um einen Frieden in Westasien "zu sabotieren".
Neben der Variante eines eigenständigen israelischen Saboteurs ist jedoch eine kaum debattierte Lesart denkbar: Was, wenn Tel-Aviv und Washington bewusst arbeitsteilig-choreographiert vorgehen?
Die Genfer Gespräche könnten Zeit kaufen, die Märkte beruhigen – und dabei lediglich das Präludium einer erneuten Eskalation sein, ohne je das Grundproblem lösen zu wollen.
Für Washington kann auch ein köchelnder Konflikt, niederer Intensität und ohne allzu direkte militärische Auswirkungen am Golf, sinnvoll sein. Der Krieg gegen den Iran wäre dann keine Fehlentwicklung oder gar ein Kontrollverlust der USA über seinen treuesten Vasallen, Statthalter oder Juniorpartner, sondern Teil einer inszenierten, langfristigen imperialen Strategie.
Dafür sprechen, so Analyst Lars Lange [30], drei Faktoren: Verbündete – insbesondere aus Europa – werden durch Eigenengagement und Energieverträge in neue Abhängigkeiten geführt. Konkurrenten, allen voran Peking (Russland, Indien), werden verwundbar getroffen: Öllieferungen stocken, Lieferketten geraten unter Druck. Und final kann die US-Armee in enger Kumpanei mit Israel ihre neusten militärtechnologischen Errungenschaften im realen Kampfeinsatz testen – das Ziel, die Krieg im Pazifik, stets vor Augen.
Der Iran wäre in dieser Lesart weniger das eigentliche Ziel als Kulisse: Stellvertreterkrieg und Stresstest einer Strategie, die in letzter Konsequenz gegen China als Hauptkonkurrenten und gegen europäische Eigen-Interessen gerichtet ist – kreditfinanzierte Aufrüstung, wirtschaftliche Schwächung, neue energiepolitische Abhängigkeiten sorgen für eine europäische Niederlage ohne selbst auf dem Spielfeld als Akteur zu stehen.
Ein köchelnder Konflikt gegen den Iran, insbesondere betrieben durch Israel, würde zudem US-Kapazitäten gen Lateinamerika freiwerden lassen – mit auf lange Sicht kaum absehbaren Folgen für Peking und möglicherweise kurzfristig fatalen Folgeentwicklungen für Havanna. Was Trump als historischen Friedensdurchbruch verkauft, könnte sich als taktische und mit Tel-Aviv abgesprochene Pause erweisen. Die Ruhe vor dem nächsten Sturm?
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GmgVs: Grüne Inseln nachhaltigen Wirtschaften oder doch nur Steueroasen?
(Bild: KI)
Die Bundesregierung plant eine neue Rechtsform: die GmgV. Wirtschaft und Ökonomen streiten ob es Sinn macht, Gewinne nicht auszuzahlen.
Die Bundesregierung will eine neue Unternehmensform schaffen: die "Gesellschaft mit gebundenem Vermögen" (GmgV). Bundesjustiz- und Bundesfinanzministerium legten im Februar 2026 ein Rahmenkonzept vor, das nun mit den Ländern und Verbänden diskutiert werden soll.
Das Versprechen: Unternehmer sollen ihr Lebenswerk dauerhaft sichern können, ohne dass es nach der Übergabe zerschlagen oder verkauft wird. Besonders der Mittelstand soll von vereinfachten Nachfolgeregelungen profitieren.
Die Idee klingt verlockend – ist aber höchst umkämpft.
Das zentrale Merkmal der GmgV ist die sogenannte Vermögensbindung. Gewinne dürfen nicht an Gesellschafter ausgezahlt werden, sondern müssen im Unternehmen verbleiben – etwa für Reinvestitionen. Diese Bindung soll unabänderlich sein, also auch nicht durch Satzungsänderungen oder Umwandlung in eine andere Rechtsform aufgehoben werden können.
Laut Bundesjustizministerium soll damit sichergestellt werden [1], "dass die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens über kurzfristige Gewinninteressen gestellt wird". Gesellschafter hätten keinen Anreiz mehr, die Geschäftsleitung zu Personalabbau oder zur Aufgabe von Geschäftsbereichen zu zwingen, um Ausschüttungen zu maximieren.
Auch Boni für die Geschäftsführung oder hohe Zinsen auf Darlehen an die Gesellschaft sollen als Hintertür für Gewinnabflüsse ausgeschlossen werden. Das Vermögen soll ausschließlich für von der Satzung legitimierte Investitionen verwendet werden dürfen.
Anders als bei einer GmbH oder Aktiengesellschaft gibt es bei der GmgV keine Gesellschafteranteile, die gekauft oder verkauft werden können. Stattdessen wird man Mitglied. Diese Mitgliedschaft ist persönlich und kann weder frei übertragen noch vererbt werden.
Das Stimmrecht richtet sich nicht nach der Höhe des eingebrachten Kapitals, sondern folgt dem Prinzip "ein Mitglied, eine Stimme" – ähnlich wie bei Genossenschaften. Die Höhe des finanziellen Beitrags spielt für die Mitbestimmung also keine Rolle.
Auch beim Ausscheiden eines Mitglieds oder bei Auflösung der Gesellschaft greift die Vermögensbindung: Ausscheidende erhalten höchstens ihre ursprüngliche Einlage zurück. Überschüssiges Kapital soll an eine andere Gesellschaft mit gebundenem Vermögen oder aber an den Fiskus gehen.
Die Bundesregierung betont, die GmgV solle eine „einfache und kostengünstige Alternative" zu komplexen rechtlichen Konstruktionen sein, die sich bisher nur große Unternehmen leisten könnten. Besonders kleine und mittelständische Betriebe sollen profitieren.
Die Einhaltung der Vermögensbindung soll durch genossenschaftliche Prüfungsverbände überwacht werden. Jede GmgV müsste einem solchen Verband angehören. Für kleinere Gesellschaften ohne nennenswerte Gewinne oder Vermögen könnte die Prüfungspflicht ausgesetzt werden, so das Ministerium.
Doch genau diese Vereinfachungsversprechen stoßen auf massiven Widerspruch. Die neoliberale Stiftung Marktwirtschaft etwa warnt [2] vor Bürokratie, die gerade durch Prüfungsverbände und jährliche Berichtspflichte entstünde. Auch die Frage, wer eine "angemessene Vergütung" für Geschäftsführer festlegt und kontrolliert, bleibe unklar.
Die Bundesregierung verspricht, dass die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen "kein Steuersparmodell" werden wird. Sie solle steuerlich weder bevorzugt noch benachteiligt werden und ähnlich wie Genossenschaften behandelt werden.
Konkret bedeutet das: Die GmgV unterliegt der Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer – zusammen etwa 30 Prozent Belastung auf Gewinne. Da keine Ausschüttungen erfolgen, entfällt die zweite Besteuerungsebene bei den Gesellschaftern.
Um zu verhindern, dass Vermögen dauerhaft der Erbschaftsteuer entzogen wird, soll eine periodische "Ersatzbesteuerung" eingeführt werden – ähnlich wie bei Familienstiftungen, die alle 30 Jahre besteuert werden. Doch Kritiker halten diese Regelung für unzureichend. Die Stiftung Marktwirtschaft argumentiert, die GmgV profitiere bei dauerhaften Reinvestitionen von Gewinnen zu günstigeren Steuersätzen.
Die Befürworter der GmgV sehen in der neuen Rechtsform vor allem eine Lösung für die Nachfolgeprobleme im Mittelstand. Ein 2023 von der Stiftung Verantwortungseigentum herausgegebenes [3] Verbändepapier, das unter anderem vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft unterstützt wird, sieht in der GmgV eine "große Chance für die Soziale Marktwirtschaft".
Die neue Rechtsform den Kreis würde potenzieller Nachfolger für mittelständische Unternehmen erheblich erweitern. Die Eigentümerrolle könne "unabhängig von der individuellen Vermögenslage und über den Kreis der leiblichen Familie hinaus" weitergegeben werden – etwa an fähige Mitarbeitende.
Vor allem die Fälle, in denen Mitarbeitende den Kaufpreis eines Unternehmens nicht aufbringen können, der bisherige Eigentümer aber sicherstellen will, dass sein Lebenswerk nicht "versilbert" wird, würden gelöst. Auch für Start-ups, die nicht auf einen schnellen Verkauf abzielen, sowie für Sozialunternehmen, die eine sichere Vermögensbindung wünschen, könne die GmgV attraktiv sein, schreiben die 25 Verbände.
Die Kritik an der GmgV geht jedoch über steuerliche Bedenken hinaus. Die Stiftung Marktwirtschaft warnt, dass GmgVs "totes Kapital" bilden würden, da der Anreiz zur Gewinnmaximierung entfällt. Das hemme die Risiko- und Innovationsbereitschaft.
Die GmgV drohe überdies, ineffiziente Geschäftsmodelle zu konservieren, statt notwendige wirtschaftliche Dynamik zu ermöglichen. Auch die Kapitalbeschaffung bleibt ein ungelöstes Problem. Wie soll eine GmgV, die weder Gewinnausschüttungen noch Wertsteigerungen für Investoren bieten kann, in der Wachstumsphase Kapital aufnehmen?
Das Rahmenkonzept ist der Beginn des nun folgenden Gesetzgebungsprozesses. Nach der Beteiligungsrunde für die Stakeholder soll ein konkreter Gesetzentwurf erarbeitet werden. Die Stiftung Verantwortungseigentum betont, dass mehr als 1000 Unternehmen darauf warten [4].
Die Debatte über Sinn und Risiken der neuen Rechtsform nimmt zusehends Fahrt auf. So will die Bundesregierung den Unternehmenszweck einer GmgV unabänderlich festgelegt wissen, beispielsweise nachhaltig oder gemeinwohlorientiert. Das geht laut [5] Handelsblatt allerdings selbst der Stiftung Verantwortungseigentum zu weit.
Ob die neue Rechtsform wesentliche Vorteile gegenüber einer Genossenschaft bietet, wird letztlich ohnehin die Praxis erweisen müssen.
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In Tianjin tragen Polizisten 40 Gramm leichte KI-Brillen, die Gesichter in Millisekunden scannen und direkt mit Datenbanken abgleichen.
Während man hierzulande noch über den Einsatz von Palantir-Produkten durch die Polizei streitet, setzt China in Metropolen wie Tianjin bereits auf KI-gestützte Smart Glasses im Streifeneinsatz. Bei der vernetzten staatlichen Überwachung ist man dort schon einen entscheidenden Schritt weiter.
Wo in Deutschland die private Überwachung und deren Vernetzung und Auswertung durch private Firmen wie der Schufa oder den Wirtschaftsauskunfteien Creditreform und CRIF (ehemals CRIF Bürgel) bislang als unvermeidlich hingenommen wird und nur eine Verknüpfung mit staatlichen Einheiten befürchtet wird, ist die staatliche Aufsicht in China schon weiter fortgeschritten.
In China gehören Überwachung und Gesichtserkennung im öffentlichen Raum schon seit Jahren zum Alltag. Ein Ausgangspunkt war in China das Sozialkreditsystem [1], welches sich das deutsche private Schufasystem zum Vorbild nahm und in der schnell wachsenden wirtschaftlichen Entwicklung Licht in die teilweise verborgenen wirtschaftlichen Aktivitäten und die Steuermoral brachte.
Im Rahmen des Systemausbaus sollen inzwischen landesweit mehrere Hundert Millionen Kameras installiert sein. Eine Kameradichte [2] wie sie in Europa nur aus London bekannt ist. So sollen im Großraum London rund 630.000 bis 1 Million Kameras installiert sein.
In China tragen Polizisten KI-Brillen, die in Millisekunden Gesichter, Nummernschilder und Objekte erkennen. Die 40 Gramm leichte Brillen mit Kamera, OCR-KI-Erkennungssystem und Internetanbindung scannen in Echtzeit alles. Was sich wie Science-Fiction anhört, soll in Tianjin schon Alltag sein.
Die Smart Glasses aus Tianjin sollen komplett in China entwickelt worden sein. Hard- und Software sollen aus chinesischer Produktion stammen. Die Technik basiert auf OCR-Bilderkennung und KI-Sprachmodellen.
Dazu kommen Texterkennung, Sprachsteuerung sowie Echtzeit-Datenbankabgleich. Laut China Daily erreichen die Brillen eine Erkennungsgenauigkeit von über 95 Prozent [3], was für OCR-Programme heute der Mindeststandard ist, und liefern Ergebnisse in Millisekunden.
Mussten sich Polizisten auf Streife früher vor allem auf ihre eigene Beobachtung und Erinnerung stützen, würden die Smart Glasses, die über eine zentrale Plattform vernetzt sind, heute bereits in Bereichen wie Verkehrsmanagement, Streifendienst sowie bei der Suche nach vermissten Personen eingesetzt, heißt es in dem Bericht [4].
Beamte können mit den Brillen Identitätsprüfungen direkt vor Ort durchführen, ohne Funkgerät oder Tablet. Im Gegensatz zu am Körper getragenen Bodycams, die an der Brust befestigt werden, bieten die Smart-Brillen die Ich-Perspektive, sodass das Bild nicht wackelt, wenn sich der Beamte bückt oder dreht.
Die Smart Glasses wiegen laut dem Bericht etwa 40 Gramm und ermöglichen eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Stunden im durchgehenden Einsatz. Dies sei ausreichend für einen gewöhnlichen Streifengang.
Sensoren in den Bügeln aktivieren die Brille beim Aufsetzen und schalten sie in den Standby-Modus beim Abnehmen. Das spart Akkukapazität und macht die Technik für die Polizeiarbeit alltagstauglich.
Berichtet wird über die Erfahrung bei der Identifizierung eines desorientierten alten Mannes [5] der an einer Kreuzung stand und weder Namen noch Adresse nennen konnte. Die Brille identifizierte ihn sofort, binnen 20 Minuten war die Familie kontaktiert und der Mann sicher zu Hause.
Der Markt für öffentliche Sicherheitstechnologie verzeichnet laut Branchenanalysen ein deutliches Wachstum zwischen 2015 und Mitte der 2020er Jahre, mit jährlichen Wachstumsraten je nach Segment oft im hohen einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich.
Ob Smart Glasses, Polizeiroboter oder Drohnen. In Chengdu arbeiten humanoide Roboter, Roboterhunde und KI-Brillen zusammen, um ein dreidimensionales Kontrollsystem aus Luft, Boden und Einzelbeamten aufzubauen. In Shenzhen ist für 2026 ein weiterer Ausbau dieser Techniken geplant.
Ein leitender Verantwortlicher der Polizeitechnikabteilung in Tianjin kündigte die Vernetzung von Roboterhunden, intelligenten Polizeifahrzeugen und humanoiden Robotern an. Damit sollen koordinierte Mehrsystem-Einsätze ermöglicht werden.
In China ist die Verzahnung mit dem Sozialkreditsystem Realität. Wer negativ auffällt, kassiert Sanktionen. Diese beginnen bei Reiseverboten und reichen bis zu eingeschränktem Zugang zu Dienstleistungen. China fährt offensichtlich seine Überwachungsinfrastruktur massiv hoch.
An einer Schule in Tianjin registrieren Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen oder von dort abholen wollen, ihre Kennzeichen vorab in einer App, die mit dem Backend der Polizeibrillen verknüpft ist. Beamte erkennen dann die autorisierten Fahrzeuge sofort und leiten sie zügig durch die Hol- und Bringzone, während andere Autos umgeleitet werden.
In Tianjin soll die 2026 World Intelligent Industry Expo [6] einen Überblick über den Stand der chinesischen Sicherheitstechnik bringen. Es ist damit zu rechnen, dass sich auch europäische Spezialisten auf der Messe umsehen und es letztlich nicht beim Bestaunen der chinesischen Erfolge bleibt, die politischen Weltreisenden regelmäßig die Sprache verschlägt [7].
Die Überwachungstechnik bleibt nicht auf China beschränkt. New Delhi setzte im Januar KI-Brillen bei den Feierlichkeiten zum Tag der Republik ein, die niederländische Polizei testet seit 2020 Vuzix Blade [8] AR-Brillen für Streifenbeamte. Während China seine Technik massiv ausbaut, stoßen solche Systeme in Europa noch auf beachtliche rechtliche Hürden.
Die DSGVO setzt sehr enge Grenzen für eine anlasslose, massenhafte Überwachung. Die Zweckbindung, Datenminimierung und strenge Regeln für biometrische Daten behindern bislang die polizeiliche Kontrolle.
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(Bild: Richard Seidl)
Warum Innovationen in deutschen Unternehmen oft an übermäßiger Prozesskontrolle scheitern, erklärt Gunter Dueck im Interview mit Richard Seidl.
Warum scheitern gute Ideen in deutschen Unternehmen so oft – nicht an der Technik, sondern am System? In diesem Interview sprechen Richard Seidl und Gunter Dueck über den Innovationsstau in deutschen Unternehmen und darüber, warum gute Ideen so oft im System hängen bleiben. Sie diskutieren, wie übermäßige Prozesskontrolle, fehlende Budgetvollmachten und politische Zurückhaltung gegenüber neuen Technologien Entscheidungen ausbremsen. Und sie zeigen konkrete Auswege auf: eine gezielte Industriepolitik, die ganze Branchen statt einzelner Projekte fördert, und kleine Teams aus exzellenten Fachkräften, die echte Handlungsfreiheit bekommen.
„Es gibt keinen isolierten Business Case, der sich rechnet.“ – Gunter Dueck
Gunter Dueck [2] (Jahrgang 1951) lebt als freier Schriftsteller, Philosoph, Business Angel und Speaker in Waldhilsbach bei Heidelberg. Nach einer Karriere als Mathematikprofessor arbeitete er fast 25 Jahre bei IBM Deutschland, zuletzt bei seinem Wechsel in den Unruhestand als Chief Technology Officer. Dueck ist korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Fellow des amerikanischen Ingenieursverbandes IEEE und Fellow der Gesellschaft für Informatik. Er ist Autor vieler Spiegel-Bestseller, zuletzt „Das Neue und seine Feinde“, „Schwarmdumm“, „Heute schon einen Prozess optimiert?“ und „Keine Sinnfragen, bitte!“
Dieses Format fokussiert sich auf Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste betrachten die Dinge, die die Qualität in der Softwareentwicklung steigern.
Die aktuelle Episode ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar [3].
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Europa muss aus der Abhängigkeitsfalle bei KI-Modellen heraus, und erste Schritte sind trotz fehlender eigener Frontier-Modelle möglich, meint Mirko Ross.
Die Cybersicherheit in Europa erlebte am vergangenen Wochenende ein Erdbeben, dessen Erschütterungen weit über die Grenzen der KI-Blase hinaus zu spüren sind. Mit der Entscheidung der US-Regierung [1], das Anthropics KI-Modell Fable 5 unter Exportkontrolle zu stellen stehen Personen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen außerhalb der Vereinigten Staaten vor verschlossenen Türen. Die Aufregung insbesondere in den sozialen Medien ist verständlich, denn dieser Schritt markiert einen Wendepunkt in der weltweiten Verfügbarkeit von KI-Technologie.
Abseits der emotionalen Reaktionen lohnt sich eine pragmatische Analyse, denn es ist höchst unwahrscheinlich, dass durch diesen Schritt eine unmittelbare Katastrophe bevorsteht. Vielmehr wirkt dieses Ereignis als ein wichtiger Impuls auf der strategischen Ebene der europäischen Politik und der europäischen Wirtschaft.
Bei nüchterner Betrachtung der alltäglichen KI-Sicherheitspraxis relativiert sich der vermeintliche Verlust des KI-Frontier-Modells Fable 5. Anthropic hatte ohnehin bereits vor der Intervention der US-Regierung erhebliche restriktive Leitplanken bei der Nutzung von Fable 5 eingezogen. Sicherheitsrelevante Analysen und sensible Programmieraufgaben wurden blockiert oder auf das etwas schwächere Modell Opus 4.8 geleitet. Somit konnte ein Großteil der globalen Security-Community die vollen Fähigkeiten des Fable 5 Modells für seine spezifischen Zwecke vor dem Exportbann nie vollumfänglich nutzen. Frei nach Monty Python: „Du kommst aus dem Nichts, gehst in das Nichts, was hast du verloren: Nichts.“
Darüber hinaus scheitert in der aktuellen Praxis ein effektiver Einsatz von generativer KI in der Cyberabwehr selten an der Rechenleistung des Modells, sondern fast immer am Mangel qualitativer Daten und optimalen Prozessen. Um ein System wie Fable 5 sinnvoll für die Codeanalyse oder Pentesting einzusetzen, benötigt die KI ausreichende und optimierte Kontextinformationen über den zu untersuchenden Aufgabenraum. Ohne diese Datenbasis erzeugen leistungsstarke KI-Frontier-Modelle wie Fable 5 und Mythos 5 ein Rauschen aus falschen, unerheblichen und relevanten Ergebnissen. Da bisher nur die wenigsten Organisationen die dafür notwendigen strukturierten Kontextdaten und Prozesse aufgebaut haben, ist das Modell Fable 5 für die breite Masse in der Cybersicherheitspraxis kaum zielführend einsetzbar. Daher ist der Verlust im Arbeitsalltag von Cybersicherheitsorganisationen gering.
Die Sprengkraft der Entscheidung in Washington liegt darin, dass er die strukturelle Abhängigkeit von Europa offenbart. Der Vorfall führt Unternehmen und Organisationen vor Augen, wie riskant Abhängigkeit von KI-Frontiermodellen aus Übersee und Asien ist. Wer seine Cybersicherheit und seine internen Prozesse auf einen einzelnen Anbieter stützt, macht sich erpressbar und manövriert sich in ein Lieferkettenrisiko. Wenn eine ausländische Regierung per Dekret über Nacht den Zugriff auf geschäftskritische KI entziehen kann, bedroht die technologische Abhängigkeit direkt die wirtschaftliche Stabilität.
Daher muss Europa die Schritte in Richtung Souveränität und Resilienz beschleunigen. Die Zukunft gehört den Multi-Modell-Strategien bestehend aus Open-Source-Modellen im lokalen Betrieb und SaaS-Modellen (Software as a Service) aus Europa, Übersee und Asien. Unternehmen und Organisationen müssen dabei die IT- und KI-Architekturen so flexibel gestalten, dass sie ohne Systembrüche zwischen amerikanischen Modellen, asiatischen Alternativen und lokal betriebenen Systemen wechseln können. Eine Diversifizierung beim Einsatz von KI-Modellen schützt vor geopolitischer Willkür.
Dabei sollten lokale Open-Source-Modelle immer dann die erste Wahl sein, wenn sie die spezifischen Anforderungen einer Zielapplikation erfüllen können. Der Schlüssel zu dieser Flexibilität liegt im eigenen Datenraum: Durch den gezielten Aufbau lokaler Kontextdatenbanken und Retrieval-Augmented-Generation-Architekturen (RAG) können Unternehmen ein maximal robustes Fundament schaffen. In dem Szenario wandern externe KI-Modelle in die zweite Reihe und werden austauschbar. Der Datenkontext bleibt dagegen geschützt.
Der Exportbann sendet eine politische Botschaft, die insbesondere die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin hören müssen: Während die USA und China ihre digitalen Vormachtstellungen als geopolitisches Pfund einsetzen und Tatsachen schaffen, verharrt Europa weiterhin in langwierigen regulatorischen Debatten und Absichtserklärungen. Der aktuelle Fall von Anthropic macht deutlich, dass es ein gefährlicher Irrglaube ist, im Bereich der KI-Technologien auf den freien globalen Markt zu vertrauen.
Das Rennen um Spitzenpositionen bei leistungsfähigen Frontier-Modellen ist noch nicht verloren. Allerdings wird die Zeit zum Handeln immer knapper. Europa verfügt über exzellente Forschungseinrichtungen, talentierte EntwicklerInnen und eine starke Wirtschaft. Was allerdings fehlt, ist die administrative und finanzielle Entschlossenheit zur Umsetzung. Politik und Wirtschaft müssen den Übergang vom Reden zum praktischen Handeln beschleunigen.
Gefragt sind unbürokratische Initiativen und starke öffentlich-private Partnerschaften, um europäische KI-Frontier-Modelle zu finanzieren und zu bauen. Nur durch eine eigene, unabhängige KI-Infrastruktur kann Europa seine digitale Souveränität, seine Handlungsfähigkeit und letztlich seine wirtschaftliche Sicherheit global dauerhaft verteidigen.
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(Bild: Tux by Larry Ewing/GIMP)
Der neue Kernel Linux 7.1 bringt einen modernen NTFS-Treiber und aktiviert Intels FRED standardmäßig. Zudem erregt der KI-Einsatz bei der Entwicklung Aufsehen.
Dieses Mal etwas früher als gewohnt, erschien der neue Kernel Linux 7.1 bereits auch in unseren Breiten noch am Sonntag gegen 17:00 Uhr und nicht erst in den frühen Morgenstunden des Montags. Was Uneingeweihten ein extrem „glattes“ Release suggeriert, hatte einen ganz anderen banalen Grund. Linus Torvalds hielt sich in einer anderen Zeitzone auf, in der es bereits Sonntagnachmittag war. Daher führte er den Release zur „gewohnten Zeit – nur nicht in der regulären Zeitzone“ aus.
Neben einigen Neuerungen wie ein neuer NTFS-Treiber oder die Nutzung von Intel FRED zur Leistungssteigerung, macht sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Entwicklungsprozess bemerkbar.
Bereits in 2021 mit dem Release von Linux 5.15 [1] erhielt der Kernel einen frischen Treiber für Microsofts NTFS-Dateisystem. Dieser von der Paragon Software GmbH beigesteuerte Treiber ntfs3 schien die geeignete Lösung für das Arbeiten mit Windows-Datenträgern zu sein.
Bis dato hatte der Kernel selbst lediglich einen Treiber namens ntfs für rein lesenden Zugriff in petto. Für Schreibzugriff konnten die Anwenderinnen und Anwender lediglich auf den FUSE-Treiber (Filesystem in USErspace) ntfs-3g zurückgreifen. Der krankte aber an unvollständiger Kompatibilität mit der NTFS-Spezifikation und konnte nach Abstürzen Dateisysteme beschädigt zurücklassen. ntfs3 hingegen war ein waschechter Kernel-Treiber (kein FUSE) und konnte lesend und schreibend auf NTFS zugreifen. Er setzte die volle NTFS-Spezifikation 3.1 um; inklusive Unterstützung unter anderem für Access Control Lists (ACL), erweiterte Attribute, Kompression und das wichtige Journaling-Replay.
Obwohl ntfs3 im Grunde das lieferte, was das Nutzerherz begehrt, und eine gute Basis zum Weiterentwickeln bot, liefert Linux 7.1 einen weiteren Treiber für das Dateisystem aus Redmond. Die Unzufriedenheit mit der Entwicklungsgeschwindigkeit und der Wartung von ntfs3 war so groß, dass der neue Treiber trotzdem den Weg in den Mainline-Kernel fand.
Der neue NTFS-Treiber ist eine moderne grundlegende Neuimplementierung als Kernel-Treiber. Da der ursprüngliche alte „nur lesen“-Kernel-Treiber in Linux 6.9 entfernt wurde, erhält der neue Treiber nun den Namen des alten: ntfs. Anders als der alte Treiber bietet der Neue native Schreibunterstützung im Kernel. Eine zentrale technische Änderung ist der Umstieg auf iomap. Eng damit verbunden ist der Verzicht auf buffer_head-basierte Pfade. Stattdessen nutzt der Treiber Folios, also die modernere Speicherverwaltungsabstraktion [2] des Kernels.
Für Schreibzugriffe implementiert der neue Treiber „Delayed Allocation“. Zum Treiber gehört außerdem eine begleitende Userspace-Programmsammlung. Die Aufnahme in den Mainline-Kernel ist mit Linux 7.1 erfolgt. Der produktive Einsatz von ntfs wird von einem vollständigen und funktionsfähigen Journaling abhängen.
Linux 7.1 aktiviert Intels „Flexible Return and Event Delivery“ (FRED) auf unterstützten x86_64-Systemen standardmäßig. FRED modernisiert einen der empfindlichsten Bereiche der x86-Architektur, nämlich den Übergang zwischen Benutzer- und Kernelmodus sowie die Behandlung von Interrupts, Exceptions und anderen Ereignissen. Technisch ersetzt FRED klassische Kontrollflussübergänge über die Interrupt Descriptor Table (IDT) und Rückkehrpfade über IRET durch neue, spezialisierte Mechanismen.
Für den Linux-Kernel bedeutet FRED allerdings nicht nur das Setzen eines CPU-Flags. FRED verspricht niedrigere Latenzen bei Systemaufrufen, Interrupts und Exceptions und reduziert zugleich alte x86-Sonderfälle im Entry-Code.
Bei Linux 7.1 kamen AI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz, um Bugs zu finden, Patches vorzubereiten, Code-Reviews zu unterstützen und sicherheitsnahe Probleme in alten oder wenig beachteten Codepfaden aufzuspüren. Gleichzeitig zeigte Linux 7.1 die Schattenseite: Linus Torvalds kritisierte eine Flut von AI-generierten Bugreports, die die Security-Liste nahezu unbeherrschbar gemacht habe.
Die Kernel-Community reagierte pragmatisch mit strengeren Regeln für Transparenz und Verantwortlichkeit. AI-unterstützte Beiträge sollen über Assisted-by: gekennzeichnet werden. Die wichtigste Lehre aus dem AI-Einsatz in Linux 7.1 lautet: AI kann im Kernel-Projekt produktiv sein, wenn sie menschliche Analyse ergänzt.
Knapp die Hälfte der Code-Änderungen und -Neuerungen in Linux 7.1 entfallen auf die Pflege von Treibern. Gleichzeitig beginnt der Kernel, sehr alte x86-Altlasten loszuwerden. IPv6 verliert den Status als nachladbares Modul; es ist nun entweder fest im Kernel enthalten oder vollständig deaktiviert.
BPF bleibt ein Schwerpunkt. io_uring kann nun BPF verwenden, um die zentrale Dispatch-Schleife zu ersetzen. In der Speicherverwaltung wurde der alte Swap-Map-Code entfernt.
Linux 7.1 [3] bringt kein neues, revolutionäres „Killer-Feature“. Viele kleine Verbesserungen und ein Zuwachs an Treibern lassen mehr auf ein Wartungsrelease schließen. Der neue Kernel steht wie üblich unter kernel.org [4] zum Download bereit.
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Oracle bietet seit einiger Zeit einen kostenlosen Tier für die Oracle Cloud an. Allerdings wurden die frei verfügbaren Ressourcen laut einer aktualisierten Dokumentation (via Caschys Blog) halbiert. User können maximal 2 OCPUs und 12 GByte Arbeitsspeicher pro kostenloser VM-Instanz verwenden. Bisher waren 4 OCPUs und 24 GByte Arbeitsspeicher ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand buchbar.
Eine weitere Einschränkung: User können maximal 1.500 OCPU-Stunden und 9.000-GByte-Stunden für Datentransfers im Monat buchen. Dazu kommen insgesamt 200 GByte Block-Volume-Speicher. Überschreitet eine virtuelle Maschine diese Vorgaben, dann müssen Kunden die zusätzlichen Ressourcen bezahlen.
Oracle ermöglicht innerhalb der Accounteinstellungen, den Ressourcenverbrauch für VMs zu steuern. So sollten mögliche Rechnungen nicht zu überraschend kommen. Der Free-Tier ermöglicht insgesamt zwei dieser kostenlosen virtuellen Maschinen. Sie können etwa für kleinere Applikationen oder Testszenarien genutzt werden.
Eine weitere Einschränkung sollte beachtet werden. Oracle gibt nicht genutzte Kostenlos-VMs wieder frei, wenn innerhalb von sieben Tagen die CPU-Auslastung im 95. Perzentil weniger als 20 Prozent, die Netzwerkauslastung unter 20 Prozent und der Speicher ebenfalls unter 20 Prozent ausgelastet ist.
Nutzer der kostenlosen VMs sollten deshalb beachten, dass ihre VMs jederzeit deaktiviert werden können. Die Halbierung des Arbeitsspeichers und der CPU-Zeit könnte zudem problematisch werden, wenn die VMs bisher stark ausgelastet wurden. Möglicherweise kostet das nun extra.
Als der Bluetooth-Standard in den 1990er Jahren durch die Bluetooth Special Interest Group spezifiert wurde, ahnte sicherlich noch niemand der Beteiligten, dass die Technologie später eine derart weite Verbreitung finden würde.
Ziel war es, eine zulassungsfreie Möglichkeit der Funkkommunikation auf kurzer Distanz zu entwickeln, die vorrangig für mobile Geräte eingesetzt werden konnte. Für die Signalübertragung auch in störanfälligen Frequenzbändern setzte man auf das schnelle Springen zwischen den zugewiesenen Kanälen. Bis zu 1.600 Mal pro Sekunde wechseln die Geräte ihre Send- und Empfangsbereiche.
Verschlüsselung war zwar vorgesehen, aber nicht priorisiert. Als eine empfindliche Schwachstelle zeigten sich demzufolge bald statische Schlüssel, die einmalig vergeben wurden. Sie lassen sich auslesen und dann dauerhaft zum Abhören nutzen.
Ein weiteres Problem sind fehlerhafte Implementationen des Bluetooth-Stacks. So fanden Forscher des deutschen Sicherheitsunternehmens ERNW im Jahr 2025 eine schwerwiegende Sicherheitslücke in vielen Bluetooth-Kopfhörern, die mit einem Chip der taiwanesischen Firma Airoha.
Kopfhörer und Headsets verschiedener namhafter Hersteller wie Sony und JBL ließen sich ohne Pairing oder Anmeldung per App belauschen und verwandelten sich in verdeckte Mikrofone.
Wie die Forschung an solchen Sicherheitslücken funktioniert, und ob die Arbeit an mobiler Sicherheit in Zeiten von KI überhaupt noch ein lohnenswertes Studiengebiet ist, besprechen wir im Podcast mit der Sicherheitsforscherin Prof. Jiska Classen vom Hasso-Plattner-Institut (HPI).
Die Bluetooth-Folge des Podcasts
Schülerakademie in der Sommerpause
Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.
Das Zertifizierungsdokument der US-Umweltbehörde EPA zum Tesla Cybercab zeigt, dass das Fahrzeug über einen permanenterregten Synchronmotor mit 163 kW (219 PS), einen Lithium-Ionen-Akku mit rund 47,6 kWh Kapazität und ein Leergewicht von 1.412 Kilogramm aufweist. Zuerst veröffentlicht wurden diese Informationen von Electrek. Angetrieben wird das Fahrzeug über die Vorderräder. Der Frontantrieb ist für Tesla ungewöhnlich.
Das Cybercab wiegt mit rund 1.412 Kilogramm 340 Kilogramm weniger als ein Tesla Model 3 Standard Range, allerdings besitzt es weder Lenkrad noch Pedale und hat nur drei der fünf Sitze des Model 3. Ein Honda Civic kommt laut Electrek auf rund 1.305 Kilogramm, ein zweitüriger Mazda MX-5 auf etwa 1.062 Kilogramm.
Die Batterie allein macht schätzungsweise 308 Kilogramm aus, basierend auf dem im Dokument angegebenen Energiedichtewert von 154 Wh/kg. Der Rest geht auf das Konto der Sensor- und Rechenhardware für den autonomen Betrieb sowie verstärkter Crashstrukturen im Frontbereich, der ohne Lenkrad konstruiert wurde. Das zulässige Gesamtgewicht von 1.692 Kilogramm lässt eine Zuladung von rund 280 Kilogramm zu, also zwei Personen mit Gepäck.
Der EPA-Reichweitenwert liegt bei 418,2 Meilen (rund 673 Kilometer). Nach Anwendung des üblichen Korrekturfaktors von etwa 0,7 ergebe sich ein realistischer Alltagswert von rund 293 Meilen (rund 472 Kilometer) berichtet Electrek. Geladen wird primär induktiv, was systembedingt weniger effizient ist als Kabelladung. Die EPA-Dokumente geben den Gesamtenergiebedarf für eine vollständige Ladung mit 53,365 kWh an, rund zwölf Prozent mehr als die nutzbare Batteriekapazität.
(Bild: Sashkin / Shutterstock.com)
In der Forensoftware phpBB haben IT-Forscher eine kritische Sicherheitslücke entdeckt, die Zugang mit jedem angelegten Konto ermöglicht.
IT-Forscher haben in der populären Forensoftware phpBB Sicherheitslücken entdeckt, die etwa die Anmeldung mit jedem Nutzerkonto ermöglichen. Das ganze Board lässt sich damit übernehmen. Ein Update steht bereit, das Admins zügig anwenden sollten.
Das Leck finde sich seit zehn Jahren in der Software, schreibt der Anbieter des genutzten KI-Pentesting-Tools in einer Analyse [1]. Wie Mitarbeiter von Aikido erklären, ist die Standardkonfiguration anfällig, mithin tausende Foren für Angriffe verwundbar. Unabhängig davon hat Dan Stefan Alexandru die Lücke und eine weitere ebenfalls [2] aufgespürt.
Das phpBB-Team hat die Version 3.3.17 [3] „Young Bertie“ veröffentlicht, die diese und weitere Lücken schließt, und bittet Foren-Admins um rasches Update der Software. Insgesamt stopft das Release vier Sicherheitslücken. Als kritisches Risiko gilt eine Umgehung der Authentifizierung, durch die Angreifer einen gültigen Session-Token als beliebiger aktiver Nutzer erhalten können. Mit einer einzigen HTTP-Anfrage, ohne vorherige Anmeldung. Damit lassen sich fremde Nutzerkonten übernehmen (CVE-2026-48611 [4], CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Diese Sicherheitslücke haben die beiden Entdecker unabhängig aufgedeckt und gemeldet.
Die zweite erwähnte Schwachstelle betrifft die Prüfungen in der OAuth-Implementierung, sie bedingt eine Schwachstelle vom Typ „Cross Site Request Forgery“ (CSRF). Wenn Opfer auf einen präparierten Link der Angreifer klicken, ermöglicht es die Übernahme des Kontos (CVE-2026-48612 [5], CVSS 8.0, Risiko „hoch“).
Details zu den Lücken will Aikido noch nicht veröffentlichen, damit Admins Zeit zum Updaten haben. Allerdings ist die gepatchte Version veröffentlicht und mit einem einfachen diff gelangen Kriminelle an die nötigen Informationen, welcher Code verändert wurde. Angriffe sind daher in Kürze zu erwarten.
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Seit Wochen kämpft der Maintainer von curl mit der Arbeitslast durch die Flut an KI-generierten Bug-Reports. Im Juli soll deshalb keiner angenommen werden.
Für das weitverbreitete Download-Tool curl sollen im Sommer für mehr als einen Monat keine Berichte zu Sicherheitslücken angenommen oder bearbeitet werden. Das hat der Maintainer Daniel Stenberg in einem Blogeintrag publik gemacht und nennt das „curls Sommer voller Glückseligkeit“. Der soll demnach vom 1. Juli (0 Uhr MESZ) bis zum 3. August (9 Uhr MESZ) gehen und nicht nur für das Bug-Bounty-Programm auf HackerOne [1] gelten, sondern auch die projekteigene E-Mail-Adresse – über die aber sowieso keine Reports akzeptiert würden: „Jedes Problem, das ihr dem curl-Projekt in diesem Monat melden wollt, muss warten“, schreibt Stenberg [2]. Er und die Betreuer wollen in der Zeit „tief durchatmen und den Sommer genießen“. Vielleicht werde man öfter draußen spazieren gehen oder andere Orte erkunden.
Mit dem Schritt ziehen Stenberg und sein Team Konsequenzen aus der enorm gestiegenen Arbeitslast, für die KI-Werkzeuge verantwortlich sind. Die sorgen seit einer Weile für einen drastischen Anstieg bei der Zahl der gemeldeten Sicherheitslücken. Auch wenn viel davon KI-generiert ist, handelt es sich nicht um offensichtlichen Unsinn, die Reports sind detailliert und ausführlich. Stenberg muss inzwischen vier- bis fünfmal so viele Sicherheitsmeldungen prüfen wie noch 2024 und dabei geht mit jeder einzelnen ein enormer Aufwand daher. Den nicht tragbaren Zustand hat er in diesem Jahr schon mehrfach öffentlich beklagt, eine Lösung ist aber nicht in Sicht. Mit „curls Sommer voller Glückseligkeit“ zieht er jetzt die Reißleine und sorgt dafür, dass er und die Betreuer endlich die nötige Erholung bekommen.
In seinem Blogeintrag versichert Stenberg aber, dass Kundschaft mit einem kostenpflichtigen Supportvertrag auch im Juli betreut werde. Damit verweist er auf einen weiteren Kritikpunkt, denn obwohl curl oder libcurl von Unternehmen in dutzenden Milliarden Geräten eingesetzt wird, ist die Zahl der Geldgeber extrem überschaubar. Erst im Mai hat der Entwickler erklärt, dass er sich mehr finanzielle Unterstützung wünschen würde, diesbezüglich aber pessimistisch sei. Dem „Tsunami“ an Bug-Reports steht man bei curl deshalb weitestgehend alleine gegenüber. Ähnliche Klagen gab es zuletzt auch von vergleichbaren Projekten, deren Ressourcen ihrer Bedeutung für die globale IT-Infrastruktur nicht einmal ansatzweise entsprechen.
Die Ankündigung, dass curl nur noch zwei Wochen lang Sicherheitsmeldungen annehmen und bearbeiten will, erfolgt jetzt kurz nach einer drastischen Entscheidung von Anthropic. Das KI-Unternehmen, dessen besonders leistungsfähiges KI-Modell Mythos einen erheblichen Anteil an der stark gewachsenen Zahl gefundener Sicherheitslücken haben soll, hat den Zugriff darauf am Wochenende deutlich eingeschränkt [3]. Die Hintergründe sind bislang nicht ganz klar. Ob die Zahl von Bug-Reports dadurch erst einmal wieder sinkt, ist unklar. Bei curl selbst soll das KI-Modell sowieso nur eine einzige Lücke gefunden [4] haben, hat Stenberg vor einem Monat publik gemacht.
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In einer Schwachstellendatenbank sind Lücken in Avira Antivirus aufgetaucht. Bislang listet der Softwarehersteller die Lücken nicht auf. Sie sind aber gepatcht.
Angreifer können an mehreren Sicherheitslücken in Avira Antivirus ansetzen und im schlimmsten Fall Schadcode ausführen, um das System vollständig zu kompromittieren. Überdies ist Avira Password Manager unter bestimmen Bedingungen verwundbar.
In der US-amerikanischen National Vulnerability Database vom National Institute of Standards and Technology (NIST) sind vier Sicherheitslücken in Antivirus (CVE-2026-6676 [1] „hoch“, CVE-2025-9033 [2] „hoch“, CVE-2025-9032 [3] „hoch“, CVE-2025-14098 [4] „hoch“) und eine in Password Manager (CVE-2026-12068 [5] „hoch“) aufgelistet. Im Sicherheitsbereich der Website von Gen Digital [6], zu der Avira gehört, tauchen die Sicherheitslücken bislang nicht auf. Von den Lücken sind die Linux-, macOS- und Windows-Version betroffen.
Bei Antivirus können Angreifer in allen vier Fällen mit präparierten Dateien an den Lücken ansetzen. Werden manipulierte OSIX-Tar-Archive, PDF-, Windows-PE- oder ausführbare MS-DOS-Dateien verarbeitet, kommt es zu Speicherfehlern (out-of-bounds). So etwas sorgt in der Regel für Abstürze. Oft gelangt in so einem Kontext aber auch Schadcode auf Systeme.
Aus den CVE-Beiträgen geht hervor, dass die Schwachstellen offensichtlich die Scan-Engine betreffen und nicht den Client. Als früheste vollständig gepatchte Scan-Engine-Version nennen die CVE-Einträge 8.3.70.104. Wer Antivirus nutzt, sollte sicherstellen, dass mindestens diese Ausgabe installiert ist.
Es ist derzeit unklar, wann die reparierte Ausgabe erschienen ist. In der Regel genehmigen sich jedoch die AV-Hersteller unter der Gen-Digital-Führung um die drei Monate Zeit, bis sie geschlossene Sicherheitslücken benennen.
Password Manager ist nur in Kombination mit Firefox angreifbar. Ist das gegeben, können Angreifer auf einem nicht näher ausgeführten Weg im Kontext von Autofill-Feldern Zugangsdaten abgreifen. An dieser Stelle nennt der CVE-Eintrag keine dagegen gerüstete Versionsnummer.
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Dank logarithmischer Mathematik soll der 3-Nanometer-Chip Tensordyne Napier KI wesentlich schneller und effizienter berechnen als Nvidia-Beschleuniger.
Das 2017 unter dem Namen Recogni gegründete Unternehmen Tensordyne meldet den sogenannten Tape-Out seines KI-Beschleunigers „Napier“. Der Name verweist auf John Napier, der als Erfinder des Logarithmierens als Rechenhilfe gilt. Der Napier-Chip soll dank logarithmischer Mathematik die zahlreichen Multiplikationen, die bei der Anwendung von KI-Modellen nötig sind, in Additionen verwandeln.
Weil sich Additionen effizienter berechnen lassen, verspricht Tensordyne wesentlich höhere Rechenleistung pro Rack als bei KI-Servern mit der noch [1] aktuellen Nvidia-Technik GB300 [2]. Je nach KI-Modell soll ein Napier-Rack bis zu 13-mal so viele Tokens pro Sekunde liefern wie ein Nvidia GB300 NVL72.
Die Effizienz, gerechnet in Tokens pro Sekunde pro Watt, soll sogar bis zum Faktor 17 besser sein.
Nach Angaben des Unternehmens liegen bereits Bestellungen für Napier-Systeme im Gesamtwert von mehr als 200 Millionen US-Dollar vor. Wann genau die ersten TDN72-Pods ausgeliefert werden sollen, verrät Tensordyne bisher jedoch nicht.
Bis Ende 2026 will Nvidia allerdings das gezielt für Inferencing optimierte System Groq 3 LPX [3] auf den Markt bringen. Das einst ebenfalls für Inferencing angekündigte Rubin CPX [4] ist damit wohl vom Tisch.
Durch die logarithmische Rechenweise können die eigentlichen Rechenwerke des Napier kleiner ausfallen, sodass mehr davon auf den Chip passen und Platz für schnelles SRAM bleibt. Jeder Chip ist mit 144 GByte HBM3E-RAM gekoppelt. Außerdem baut Teledyne einen besonders schnellen Interconnect ein.
Ein TDN72 Pod besteht aus vier eng vernetzten Rack-Einschüben mit je neun Napier-Chips. Ein Tensordyne Napier Rack (TDN Rack) wiederum besteht aus vier TDN72-Pods, also 288 Napier-Chips.
(Bild: Tensordyne)
Das TDN Rack leistet 608 PFlops, hat 42 TByte HBM3E, 78 GByte SRAM und 256 TByte RAM. Es nimmt unter Volllast 120 Kilowatt Leistung auf und kommt mit Luftkühlung aus. Der Interconnect im Rack überträgt bis zu 275 TByte/s.
Der Napier-Chip soll unter anderem die Datenformate FP16, FP8, FP4 und Int8 verarbeiten. Er eignet sich laut Tensordyne für gängige KI-Modelle wie Kimi K2.6, DeepSeek-R1/V4 Pro, Llama3.1 405B, Mixtral 8x22B, GPT-OSS-120B und Qwen 80B.
Zum Vergleich: Nvidia will in ein Groq-3-LPX-Rack insgesamt 256 Groq-3-LPUs einbauen, jede mit 500 MByte SRAM. Das ergibt pro Rack 128 GByte SRAM, dazu kommen 12 TByte DDR5-RAM.
Der Hauptsitz von Tensordyne [5] liegt im Silicon Valley, eine Niederlassung besteht in München. Mehrere leitende Entwickler waren früher bei der Firma Juniper Networks tätig, die heute zu HPE gehört.
Bei der Entwicklung des Napier kooperierte Tensordyne mit Broadcom. Broadcom entwickelt auch KI-Chips für andere Firmen, beispielsweise mehrere Generationen der TPUs von Google.
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(Bild: Makerworld.com)
Wer den 3D-Drucker Snapmaker U1 einhausen will, zahlt für die Original-Haube satte 159 Euro – viel billiger ist die Community-Lösung aus einer IKEA-Kiste.
Wer einen Snapmaker U1 besitzt oder mit dem Multicolor-Drucker liebäugelt, kennt seine offene Bauweise. Für eine geschlossene Haube [1] verlangt Snapmaker zurzeit 159 Euro. Es gibt aber eine viel billigere Lösung. Auf MakerWorld [2] hat der User Beaver Works einen gedruckten Verbinder veröffentlicht, der die transparente IKEA-Samla-Box (45 Liter, 56 × 39 × 28 cm, 6,99 Euro) als Haube auf den Drucker setzt. Schrauben braucht es keine, nur ein Tropfen Kleber sorgt für Halt. Die Box hält Staub und Lärm draußen sowie die Wärme drinnen, was vor allem bei verzugsfreudigem ABS oder ASA hilft.
Tüftler aus aller Welt haben den Entwurf nachgedruckt und weitergedacht. Eine Variante kommt beim Zusammenbau ohne das Abstecken der Kabel aus, eine andere ergänzt Lüftungsschlitze, und jemand hat den Verbinder kurzerhand an eine ähnliche Box der US-amerikanischen Warenhauskette Costco angepasst.
Die Frage, warum der U1 überhaupt so gefragt ist, hat die Make in Ausgabe 7/25 in einem ausführlichen Test [3] beantwortet. Der Drucker wechselt zwischen vier Druckköpfen, druckt mehrfarbig ohne Spülabfall und spart so bis zu 80 Prozent Filament. In einzelnen Disziplinen hängt er sogar den rund fünfmal teureren Prusa XL ab, und das für unter 1000 Euro.
(Bild: Nathalie Schönwetter)
Dass sich IKEA-Produkte erstaunlich oft zweckentfremden lassen, ist der Grund, warum sich das Make-Sonderheft 6/25 [4] nur rund um IKEA-Hacks dreht. Dort wird der Servierwagen Bror zur mobilen Werkbank und der Luftfilter Förnuftig zur Absaugstation für Lötdämpfe.
Gerade die Samla-Boxen werden für alle möglichen Hacks verwendet, vom Katzenklo über den Anzuchtkasten bis zur Filament-Aufbewahrung [5]. Bei der Trockenbox sorgen etwas Dichtungsband, ein paar gedruckte Halter, Silica-Gel und ein Hygrometer dafür, dass hygroskopisches PLA, ABS oder Nylon vor Feuchtigkeit geschützt bleibt. Passende Vorlagen für die 22- und 45-Liter-Box gibt es zuhauf.
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