Die Linux Foundation und Tech-Giganten starten Akrites, um Open-Source-Sicherheitslücken zentral und vertraulich zu beheben.
Die Linux Foundation hat gemeinsam mit zahlreichen Tech-Unternehmen und Finanzinstituten die Initiative Akrites gestartet. Ziel ist es, den Umgang mit Sicherheitslücken in wichtiger Open-Source-Software zentral zu koordinieren, sie vertraulich mit den jeweiligen Projektverantwortlichen zu beheben und erst anschließend offenzulegen. Hintergrund ist die wachsende Sorge, dass moderne KI-Modelle Schwachstellen deutlich schneller finden als bisher und damit den Zeitdruck für Verteidiger erheblich erhöhen.
Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem Amazon Web Services, Anthropic, Cisco, Google, IBM, Microsoft, GitHub, Nvidia, OpenAI, Red Hat sowie JPMorganChase, Citi und Vodafone. Die beteiligten Unternehmen wollen Personal, Sicherheitswissen und finanzielle Mittel bereitstellen.
Reaktion auf KI-gestützte Schwachstellenanalyse
Nach Angaben in der Ankündigung der Linux Foundation [1] verändert generative KI die Sicherheitslandschaft grundlegend. Während die Suche nach schwerwiegenden Sicherheitslücken bislang viel Fachwissen und oft Wochen an Analyse erforderte, könnten leistungsfähige KI-Modelle [2] große Open-Source-Projekte inzwischen innerhalb weniger Minuten auf potenzielle Schwachstellen untersuchen. Dadurch verkürze sich die Zeit zwischen dem Auffinden einer Lücke und ihrer möglichen Ausnutzung erheblich.
Akrites soll diese Entwicklung mit einem gemeinsamen Sicherheitsprozess beantworten. Statt dass mehrere Unternehmen dieselbe Schwachstelle unabhängig voneinander melden oder unterschiedliche Patches entwickeln, bündelt die Initiative die Koordination. Kern des Projekts sind ein gemeinsames Security Incident Response Team (SIRT) sowie ein einheitlicher Prozess zur koordinierten Offenlegung von Sicherheitslücken (Coordinated Vulnerability Disclosure, CVD). Die beteiligten Organisationen wollen bestätigte Schwachstellen gemeinsam mit den Upstream-Maintainern beheben, bevor Details veröffentlicht werden.
Maintainer sollen entlastet werden
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit den Entwicklern der betroffenen Open-Source-Projekte. Laut Linux Foundation sollen Fehlerbehebungen grundsätzlich in die Originalprojekte zurückfließen. Maintainer behalten die Kontrolle über ihre Projekte und sollen nicht mit mehrfachen oder widersprüchlichen Sicherheitsmeldungen belastet werden.
Für Pakete, die nicht mehr aktiv gepflegt werden, sieht Akrites zudem eine Rolle als „Maintainer of Last Resort“ vor. In solchen Fällen soll die Initiative Korrekturen für aktuelle Versionen bereitstellen, damit kritische Sicherheitslücken auch dann geschlossen werden können, wenn ursprüngliche Entwickler nicht mehr verfügbar sind.
Aufbau auf bestehenden Sicherheitsstandards
Technisch setzt Akrites auf etablierte Verfahren und Standards der IT-Sicherheitsbranche. Dazu zählen unter anderem CVE zur Identifikation von Schwachstellen, CVSS zur Bewertung ihrer Schwere sowie CWE zur Klassifizierung von Schwachstellentypen. Dadurch soll sich die Initiative in bestehende Prozesse von Softwareherstellern, Sicherheitsforschern und Betreibern kritischer Infrastruktur einfügen.
Die Anschubfinanzierung übernimmt Alpha-Omega, ein Förderfonds der Linux Foundation für Open-Source-Sicherheit. Weitere Unternehmen und Organisationen können sich beteiligen, indem sie Entwicklerkapazitäten oder finanzielle Mittel bereitstellen. Parallel zum Start hat die Initiative einen offenen Brief [3] veröffentlicht, in dem die Gründungsmitglieder zu einer gemeinsamen Absicherung der Open-Source-Infrastruktur aufrufen.
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Rocket Lab sichert sich mit Iridium weltweit anerkanntes Spektrum und ein funktionierendes, globales Satellitennetz mit einer Restlebensdauer bis Anfang der 2030er Jahre.
Iridium Connected PTTBild:
Iridium
Rocket Lab übernimmt den Satellitenkommunikationsanbieter Iridium Communications für rund 8 Milliarden US-Dollar. Das gab der Weltraumkonzern am 29. Juni 2026 bekannt. Durch die Übernahme werden das Geschäft von Rocket Lab mit Trägerraketen und der Satellitenfertigung mit dem globalen L-Band-Satellitennetzwerk, den lizenzierten Frequenzen und dem Kundenstamm von Iridium – mehr als 2,5 Millionen Abonnenten aus den Bereichen Regierung, Verteidigung, Luftfahrt, Schifffahrt und kommerziellen Märkten – zusammengeführt.
Die Iridium-Aktionäre erhalten 27 US-Dollar in bar sowie Rocket-Lab-Aktien, was einem Gesamtwert von 54 US-Dollar pro Iridium-Aktie entspricht. Der Abschluss der Transaktion wird für Mitte 2027 erwartet. Der Hauptsitz der US-amerikanischen Iridium Communications befindet sich in McLean, Virginia, in der Metropolregion Washington. Rocket Lab mit Hauptsitz im kalifornischen Long Beach, betreibt einen Raketenstartplatz in Neuseeland.
Zur Finanzierung des Baranteils der Übernahme sicherte sich Rocket Lab Zusagen für einen Überbrückungskredit in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar von der Deutschen Bank und Wells Fargo. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass es neben zusätzlicher Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung auch vorhandene Barmittel einsetzen wolle.
Weitere Interessenten: Amazon, Blue Origin und SpaceX
Ein Übernahmeangebot für Iridium war im Markt bereits seit dem vergangenen Jahr erwartet worden, sagte ein Branchenexperte Golem. Zuletzt hatte auch das Iridium-Management entsprechende Andeutungen gemacht. Offen blieb allerdings, wer als Käufer auftreten würde. Neben Rocket Lab wurden insbesondere Amazon, Blue Origin und SpaceX als strategische Interessenten gehandelt.
Amazon galt demnach als naheliegender Kandidat, nachdem der Konzern erst im April die Übernahme von Globalstar angekündigt hatte. Durch einen Erwerb von Iridium hätte Amazon das benachbarte Globalstar-Spektrum strategisch ergänzen und seine Position im Direct-to-Device-Markt erheblich festigen können. Auch Blue Origin kam als Käufer in Betracht, nachdem das Unternehmen mit Terawave jüngst eine eigene Satellitenkonstellation angekündigt hatte. SpaceX wiederum drängt bereits aggressiv in den D2D-Markt und hatte im September Frequenznutzungsrechte von Echostar im Wert von rund 17 Milliarden US-Dollar erworben. Diese Rechte sind jedoch nicht überall regulatorisch abgesichert und werden gerade in Europa zumindest teilweise infrage gestellt.
Bemerkenswert ist, dass Rocket Lab noch im Oktober 2025 anlässlich der Quartalsergebnisse erklärt hatte, keine Milliardenbeträge in Frequenzspektrum investieren zu wollen. Formal mag dies weiterhin zutreffen, weil Rocket Lab nicht isoliert Spektrum erwirbt, sondern ein operatives Unternehmen mit bestehender Infrastruktur, Kundenbasis und Cashflow. Wirtschaftlich wird die dem Übernahmeangebot zugrunde liegende Bewertung Iridiums dem Spektrum jedoch sehr wohl einen Milliardenwert beimessen müssen. "Ohne Iridiums weltweit anerkanntes L-Band-Spektrum wäre die strategische Logik der Transaktion kaum zu erklären", sagte der Insider.
Iridium bietet Direct-to-Device von Pol zu Pol
Iridium ist derzeit der einzige Direct-to-Device- beziehungsweise mobile Satellitendienst mit wirklich globaler Abdeckung von Pol zu Pol. Möglich wird dies durch die polare Orbitalgeometrie der Konstellation und durch Inter-Satellite-Links, die Verbindungen auch außerhalb der Reichweite von Bodenstationen ermöglichen. Hinzu kommt ein weltweit etabliertes, exklusiv genutztes Frequenzspektrum im Bereich von 1616 bis 1626,5 MHz sowie Marktzugang in nahezu allen Ländern. Neue D2D-Anbieter wie SpaceX oder AST SpaceMobile werden hingegen Jahre benötigen, um eine vergleichbare regulatorische Präsenz in allen Zielmärkten aufzubauen.
Gleichzeitig ist Iridiums heutige Satellitenflotte technologisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die zweite Generation, Iridium Next, wurde zwischen 2017 und 2019 gestartet. Vor dem Hintergrund der rasanten Entwicklung im D2D-Markt gilt sie inzwischen zwar als funktional robust, aber nicht mehr als zukunftssicher. Iridium arbeitet zwar an der Einführung des 5G-NTN-Standards auf der bestehenden Flotte. Anders als breitbandigere D2D-Systeme wird dieser Dienst jedoch auf die schmalbandige NB-IoT-Variante von 5G beschränkt bleiben. Er eignet sich damit nur für Messaging, Tracking, Notfallkommunikation und industrielle IoT-Anwendungen, nicht jedoch für breitbandige Smartphone-Konnektivität.
Eine weitere technische Einschränkung liegt im bestehenden TDD-Übertragungsverfahren. Bei Time Division Duplex senden Endgeräte und Satelliten abwechselnd auf derselben Frequenz. In terrestrischen Netzen ist dies beherrschbar; in Satellitennetzen führen die langen Signallaufzeiten jedoch zu zusätzlichem Protokoll- und Guard-Time-Aufwand. Dadurch geht Übertragungskapazität verloren, weil beide Gegenstellen jeweils auf die Signale der anderen Seite warten müssen. Für schmalbandige Anwendungen ist dies akzeptabel, für kapazitätsstarke D2D-Dienste jedoch strukturell nachteilig.
Trotz dieser Einschränkungen sei die Übernahme seitens Rocket Lab strategisch konsequent. Rocket Lab sichert sich mit Iridium nicht nur ein weltweit anerkanntes und regulatorisch schwer replizierbares Spektrum, sondern auch ein funktionierendes, globales Satellitennetz mit etablierten Kundenbeziehungen und voraussichtlicher Restlebensdauer bis Anfang der 2030er Jahre. Damit verschafft sich Rocket Lab ein Zeitfenster, um eine nächste Satellitengeneration zu entwickeln, zu bauen und zu starten, während Wettbewerber bei null anfangen müssen.
Strategisch noch wichtiger ist jedoch der sicherheits- und verteidigungspolitische Wert der Transaktion. Rocket Lab entwickelt sich bereits seit mehreren Jahren vom reinen Startdienstleister zu einem vertikal integrierten Raumfahrtunternehmen und zunehmend zu einem Dienstleister des Pentagons. Iridium wiederum ist tief in die Kommunikationsinfrastruktur der US-Streitkräfte eingebunden. Beide Unternehmen erzielen jeweils nahezu ein Drittel ihres Umsatzes mit Regierungs- und Militäraufträgen. Iridium stellte den US-Streitkräften zuletzt rund 190.000 Satellitentelefone für einen weltweit verfügbaren Kommunikationsdienst zur Verfügung. Durch die Übernahme wird Rocket Lab seine Position als strategischer Lieferant nationaler militärischer Sicherheitsinfrastruktur deutlich ausbauen.
"Die Transaktion ist daher weniger als klassischer Konsolidierungsschritt im kommerziellen Satellitenmarkt zu verstehen, sondern als Erwerb einer seltenen Kombination aus Spektrum, globalem Marktzugang, bestehender Konstellation, operativem Cashflow und verteidigungsnaher Kundenbasis. Rocket Lab kauft damit nicht nur Iridium, sondern auch Zeit, regulatorische Sicherheit und strategische Relevanz im entstehenden Markt für satellitengestützte Direct-to-Device-Kommunikation", erklärte der Experte weiter.
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Auch nach dem Prime Day gibt es bei Amazon noch spannende Angebote. Und diesmal sind sie nicht ausschließlich Prime-Nutzern vorbehalten.
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Saugroboter zum Tiefstpreis bei AmazonBild:
Amazon.de/Roborock/Golem (erzeugt mit ChatGPT)
Nach vier Tagen voller Prime-Day-Deals mit Angeboten, so weit das Auge reicht, ist wieder Normalität eingekehrt. Dennoch finden sich bei Amazon weiterhin viele spannende Deals, die dieses Mal auch ohne Prime-Account nutzbar sind. So ist ein beliebter Saugroboter von Roborock bei Amazon derzeit für alle im Sonderangebot. Der Sauger mit Wischfunktion ist derzeit 200 Euro unter der UVP erhältlich und kostet über 150 Euro weniger als der Durchschnittspreis der letzten 90 Tage. Laut Amazon gilt der Deal bis zum 10. Juli, allerdings nur, solange der Vorrat reicht.
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Der Saugroboter Roborock Qrevo S Pro entfernt auch hartnäckigen Schmutz von verschiedensten Bodentypen. So kann er dank seiner Saugkraft von 18.500 Pa Staub, Krümel und selbst Tierhaare auch aus Teppichen entfernen. Durch ein Anti-Tangle-System verheddern sich Haare und anderer Dreck nicht in den Bürsten, wodurch die Leistung des Geräts nicht beeinträchtigt wird. Mit der Seitenbürste erreicht der Saugroboter auch schwer zugängliche Bereiche wie etwa Ecken.
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kann bis zu vier Etagen kartieren und navigiert eigenständig durch die Räume. Nutzer können Sperrzonen festlegen, die das Gerät vermeidet. Erreicht es einen Teppich, werden die Wischmopps automatisch angehoben. Zudem erkennt es herumliegende Hindernisse und umfährt diese selbstständig. Per App können feste Reinigungspläne festgelegt werden.
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an. Dort lassen sich Geräte diverser Hersteller aus unterschiedlichen Preiskategorien miteinander vergleichen, so dass jeder das für sich am besten passende Modell finden sollte.
Nach dem folgenschweren GSM-R-Ausfall fordert der VDE eine drastische Beschleunigung bei der Modernisierung. Um bundesweite Bahnausfälle künftig zu verhindern, soll der Wechsel auf den 5G-Nachfolgestandard FRMCS forciert werden.
Moderne Bahnfunktechnik im Juni 2025Bild:
Deutsche Bahn/Oliver Lang
Experten fordern, die Modernisierung des Bahnfunks GSM-R zu beschleunigen. "Um die Verkehrssicherheit und die Digitalisierung der Bahn nicht zu gefährden, müssen die technische Infrastruktur priorisiert, Notfallpläne für GSM-R-Ausfälle entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen Verkehrs-, Digital- und Wirtschaftsministerium gestärkt werden", sagte Damian Dudek, Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE ITG) am 29. Juni 2026. "Die Bedeutung der Kommunikationstechnik in unseren kritischen Infrastrukturen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden."
GSM-R sei aufgrund seines veralteten technischen Stands strukturell anfällig, weil es ein hierarchisches, zentralistisches Spezialnetz sei, dessen Ausfall den gesamten Bahnverkehr lahmlegen könne.
Ein Softwarefehler nach dem Tausch eines Switches war die Ursache für den Ausfall des Bahnfunks GSM-R in dieser Woche. Bei dem getauschten Gerät handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Core-Switch des IP-MPLS-Backbones (Multi-Protocol Label Switching) oder um einen Data-Center-Leaf/Spine-Switch in einem der zentralen Master-Rechenzentren der Bahn.
Das Umschaltsignal blieb aus
"Dies wäre eigentlich kein Problem gewesen, da die Systeme redundant ausgelegt sind und in diesem Fall auf das Parallelsystem umgeschaltet worden wäre", hieß es in der VDE-Kurzinformation, die Dudek mit anderen Experten verfasst hat. "Allerdings blieb das Umschaltsignal aus und es musste manuell geprüft und umgeschaltet werden."
Hoffnung auf Besserung macht den Autoren die geplante Implementierung des Future Railway Mobile Communication System (FRMCS). FRMCS basiert technologisch auf dem 3GPP-Standard für 5G-Mobilfunknetze, wobei die funktionalen Spezifikationen durch die UIC (Internationaler Eisenbahnverband) vorangetrieben und sukzessive in das europäische Eisenbahnrecht implementiert werden. Der Zeitplan sieht vor, dass FRMCS ab 2026 in Testfeldern parallel zu GSM-R betrieben wird, bevor es zwischen 2028 und 2032 auf den Hauptkorridoren ausgerollt und bis 2035 flächendeckend eingeführt wird.
Die Technologie wird bereits im digitalen Bahntestfeld der DB im Erzgebirge in Betrieb genommen und kommt dort auf Laborzügen zum Einsatz. Nokia und die Bahn hatten im September 2025 ein kommerzielles 1900-MHz (Band n101) 5G-Funknetz mit 5G-Standalone (SA) auf einer Außenteststrecke in Betrieb genommen. Zu den wichtigsten Funktionen gehören integrierte Failover-Funktionen, die bei Systemausfällen auf ein Backup umschalten, und Mechanismen, die Probleme eigenständig erkennen und beheben, sowie Echtzeit-Monitoring für hohe Verfügbarkeit und Effizienz. Die Ausrüstung wird auch im europäischen Projekt FP2-MORANE-2 eingesetzt.
Die Mitglieder der Stiftung hinter dem Linux-Desktop Gnome haben einen neuen Vorstand gewählt. Die Wahlen rissen in der Community alte Wunden wieder auf.
Die Vorstandswahl der Gnome Foundation [1] für das Jahr 2026 war im Vorfeld geprägt von der Diskussion um einen seit zwei Jahren bestehenden Konflikt. Das frustrierte den bisherigen Präsidenten der Gnome-Stiftung, Allan Day, so sehr, dass er seine Kandidatur zur Wiederwahl in den Vorstand zurückzog. Day hatte erst vergangenes Jahr inmitten einer tiefen Krise, die in der überraschenden Entlassung des kurzzeitigen Geschäftsführers Steven Deobald mündete, den Vorsitz des Vorstandes übernommen und war kommissarisch als Geschäftsführer aktiv. Der Rückzug von Day wirft ein Schlaglicht auf einen Governance-Konflikt, der die Community der bekannten Linux-Desktopumgebung seit gut zwei Jahren beschäftigt.
In den Vorstand gewählt wurden Adrian Vovk, Deepa Venkatraman, Jonathan Blandford, Julian Sparber und Sriram Ramkrishna [2] (Wahlergebnisse [3]). Vovk ist ein junger, umtriebiger Gnome-Entwickler, der unter anderem an Gnome OS [4] arbeitet, ebenso wie Sparber, der Kernkomponenten der Desktopumgebung modernisiert hat. Ramkrishna ist langjähriges Community-Mitglied und Venkatraman bisherige Schatzmeisterin. Blandford ist Gnome-Entwickler der ersten Stunde und war Anfang der 2000er schon einmal im Vorstand. Gemeinsam mit Cassidy James Blaede, Maria Majadas, Arun Raghavan und Lorenz Wildberg, deren Vorstandsposten erst nächstes Jahr wieder zur Wahl stehen, bilden sie den aktuellen Vorstand der Gnome Foundation.
Präsident der Gnome Foundation abgewählt
Nicht wiedergewählt wurde der langjährige Präsident der Gnome-Foundation, Robert McQueen, dessen Kandidatur von Teilen der Community heftig kritisiert [5] worden war. Die Kritik entzündete sich einerseits an der Art und Weise, wie der ehemalige Gnome-Entwickler Sonny Piers 2024 aus dem Projekt ausgeschlossen wurde. Andererseits wurden McQueen organisatorische Fehler und Untätigkeit in seiner langen Amtszeit vorgeworfen, etwa die vielfachen Wechsel des Geschäftsführers, die finanzielle Schieflage der Stiftung [6] sowie die ausbleibende Umsetzung versprochener Vorhaben wie eine Bezahloption für den Linux „App-Store“ Flathub [7].
Im Zuge der Diskussion erfuhr man auch Details zum Ausschluss von Sonny Piers, der sich erstmals selbst öffentlich äußerte. Piers war zuvor aktiver Gnome-Entwickler, selbst Mitglied des Vorstandes und organisierte Entwicklertreffen in der Berliner Gnome-Szene. Er war auch maßgeblich mitverantwortlich für die Akquise einer millionenschweren Förderung des Gnome-Projektes aus Mitteln des deutschen Sovereign Tech Fund (STF) [8]. Bei der Auszahlung von der Foundation verwalteten STF-Mittel an einzelne Entwickler soll es seitens der Foundation zu erheblichen Verzögerungen gekommen sein. Nach eigenen Angaben rastete Piers deshalb bei einer Vorstandssitzung aus. Er habe sich im Anschluss umgehend entschuldigt. Dennoch gab es wegen Verstoßes gegen den Verhaltenskodex eine Beschwerde beim Code-of-Conduct-Committee (CoCC), welches daraufhin Piers dauerhaft vom Gnome-Projekt ausschloss und seine Konten auf den Gnome-Servern sperrte. Nach einigem Hin und Her wurde die Sperre erst aufgehoben, dann auf ein Jahr festgelegt.
Kontroversen um das CoCC
Weder die Auftragnehmer des von ihm koordinierten STF-Projektes noch ein von Piers betreuter Student seien damals benachrichtigt worden, monierten Piers und andere Entwickler. Bis heute hat sich, mit Verweis auf die Regularien und den Opferschutz, weder das CoCC noch der Vorstand der Stiftung zu den Gründen des Ausschlusses geäußert. Die mangelnde Kommunikation verunsicherte Teile der Community und führte schon letztes Jahr auf der Gnome-Entwicklerkonferenz Guadec zu kontroversen Debatten [9]. Laut dem bisherigen Vorstand soll ein von ihm in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten bescheinigen, dass beim Ausschluss das Prozedere korrekt eingehalten wurde. Das Gutachten wurde aber nicht veröffentlicht und auf die Frage, ob es sich nur formaljuristisch, sondern auch inhaltlich mit dem Fall befasst hat, gab es auch in der aktuellen Diskussion keine konkrete Auskunft.
Ein Teil der Community verlangt, die Code-of-Conduct-Regeln zu respektieren, während ein anderer Teil, meist jüngerer Entwickler, dem CoCC zwischen den Zeilen Machtmissbrauch vorwirft. Zwei der sechs CoCC-Mitglieder sind oder waren bei der Gnome-Foundation angestellt, darunter Rosanna Yuen, die fast ein Jahrzehnt als Director of Operations arbeitete. Hier wird ein Interessenkonflikt vermutet, weil Kritik an der schleppenden Auszahlung der STF-Gelder auch Yuen gegolten haben könnte. Yuen arbeitet inzwischen nicht mehr für die Stiftung. Vermutlich musste sie im Zuge eines durch die finanzielle Schieflage bedingten Personalabbaus gehen.
Ihr Ehepartner ist das neue Vorstandsmitglied Jonathan Blandford. Er war die letzten 15 Jahre Teil einer Arbeitsgruppe, die mit der Suche und der Vorauswahl von Kandidaten für den Posten des Geschäftsführers befasst war. Wegen vermuteter Interessenkonflikte war auch seine Kandidatur umstritten.
Der neue Gnome-Vorstand steht daher vor gewaltigen Aufgaben: Er muss einerseits den Weggang von Allan Day kompensieren, die Reform der CoCC-Prozeduren voranbringen, die Finanzen weiter konsolidieren und das Zerwürfnis in der Community heilen.
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Während das Memorandum mit den USA dem Iran milliardenschwere Öleinnahmen sichert, schafft Teheran hinter den Kulissen unumkehrbare geopolitische Fakten.
Das Memorandum of Understanding zwischen den USA und dem Iran erlaubt Teheran, seine Öl- und Treibstoffverkäufe wieder aufzunehmen. Das berichtet [1] unter anderem das Wall Street Journal. Die USA nehmen damit Sanktionen zurück, die im Rahmen des völkerrechtswidrigen und unprovozierten Angriffs der USA und Israels gegen den Iran verhängt worden waren.
Auf der Grundlage der Produktionsniveaus vor dem Krieg und der aktuellen Preise könnte der Iran im Laufe eines Jahres mehr als 60 Milliarden US-Dollar durch Ölverkäufe einnehmen, schätzte das WSJ, davon allein acht Milliarden in den nächsten zwei Wochen. Nach den Erfahrungen mit 45 Jahren Sanktionen möchte sich Teheran jedoch nicht mehr lediglich auf seine Öleinnahmen verlassen.
Pakistan hat sechs Transitrouten für iranische Waren eröffnet, Afghanistan treibt den Ausbau einer Eisenbahnverbindung voran. Die Entwicklungen geben Hinweise darauf, wie die wirtschaftlichen Beziehungen in West-, Süd- und Zentralasien neu geordnet werden.
Welche Routen den Westen umgehen sollen
Pakistan gab Ende Mai bekannt, sechs Landhandelsrouten zwischen seinen Häfen und dem iranischen Grenzübergang freizugeben. Die Strecken verbinden die pakistanischen Häfen Karachi, Port Qasim und Gwadar mit den iranischen Grenzposten Gabd und Taftan, wie die The Cradleberichtet [2].
Besonders die Route zwischen Gwadar und Gabd verkürzt die Transportzeit von pakistanischen Häfen zur iranischen Grenze erheblich. Statt 16 bis 18 Stunden benötigen Lastwagen nun nur noch zwei bis drei Stunden für die Strecke. Die Maßnahme basiert auf einem iranisch-pakistanischen Straßentransportabkommen aus dem Jahr 2008.
Traditionell enge Beziehungen zwischen Iran und Pakistan
Responsible Statecraftbeschreibt [3] die Gleichung, die man in Pakistan aufgemacht, folgendermaßen:
Islamabad geht davon aus, dass seine engen Beziehungen zur zweiten Trump-Regierung in Verbindung mit Pakistans Rolle als Vermittler in dem Konflikt Washington davon abhalten werden, Strafmaßnahmen gegen Pakistan zu verhängen.
Für Pakistan markiert die Öffnung zum Iran allerdings keine strategische Neuausrichtung. Das westliche Nachbarland ist traditionell ein Eckpfeiler der pakistanischen Außenpolitik. Die gemeinsame Grenze ist über 900 Kilometer lang und es leben zwischen 36 und 60 Millionen Schiiten in Pakistan – 15 bis 25 Prozent der Bevölkerung.
Iran will Pakistan in Afghanistan ersetzen
Seit Oktober 2025 sind alle großen Grenzübergänge zwischen Pakistan und Afghanistan geschlossen. Pakistan hatte die Schließung damit begründet, dass die Taliban Terroristen beherbergen. Es kam wiederholt zu Grenzkonflikten und zwei pakistanischen Luftangriffen auf afghanischem Gebiet, die sich gegen mutmaßliche Verstecke von Kämpfern richteten.
Afghanistan reagierte mit einer wirtschaftlichen Abkehr von Pakistan. Die Regierung in Kabul wies Händler an, den Handel über den Iran, Indien und Zentralasien umzuleiten. Der bilaterale Handel zwischen beiden Ländern belief sich zuletzt auf geschätzte zwei bis drei Milliarden US-Dollar jährlich.
Nun treibt Afghanistan den Ausbau der Eisenbahnverbindung zwischen der iranischen Stadt Khaf und dem afghanischen Herat voran. Ein hochrangiger Beamter der afghanischen Eisenbahnbehörde bestätigte [4] gegenüber The Cradle, dass beide Länder vereinbart hätten, mit dem Projekt fortzufahren. Die Arbeiten seien im Gange.
Russland und China unterstützen den Fünf-Nationen-Korridor
Die 225 Kilometer lange Strecke Khaf-Herat ist Teil eines größeren Projekts, das Afghanistan mit dem Iran, China, Zentralasien und möglicherweise Indien verbinden soll. Das Vorhaben fügt sich in den Fünf-Nationen-Eisenbahnkorridor ein, der den Iran, Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan und China verbinden soll.
Auch Russland unterstützt das Projekt. Russische Spezialisten prüfen derzeit mögliche Eisenbahnrouten durch Afghanistan. Moskau sieht diese Korridore als wirtschaftliche Lebensadern, um westliche Sanktionen zu umgehen und neue Wirtschaftskorridore in den Globalen Süden zu erschließen.
Unterseeische Machtprobe: Das 1.000-Megawatt-Kabel
"Bald beginnen [5]" soll laut dem iranischen Energieminister Abbas Aliabadi auch der Bau einer Verbindung der Stromnetze zwischen dem Iran und Katar. Er ergänzte, dass die Studien in der Endphase stünden, und nun mit der Umsetzungsphase begonnen werde. Das Projekt ist technisch anspruchsvoll, da dafür Kabel unterseeisch quer durch den Persischen Golf verlegt werden müssen.
Die Vereinbarung sieht eine Übertragung von bis zu 1.000 Megawatt Strom vor, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete [6]. Gespräche darüber hatten bereits im Dezember 2023 stattgefunden. Noch unter der Regierung des verstorbenen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi hatten beide Länder ein Memorandum zur Stromversorgung unterzeichnet.
Trotz alledem hat Teheran allerdings noch einen weiten Weg vor sich, wenn die Abhängigkeit des Iran von den Erdölexporten spürbar vermindert werden soll. Derzeit macht das Schwarze Gold immer noch 90 Prozent [7] der Staatseinnahmen aus.
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Die geplante Aktien-Vorsorge der Bundesregierung nützt vor allem der Börse, während ärmeren Rentnern der soziale Abstieg droht. Ein Essay.
In ihrem Abschlussbericht hat die Alterssicherungskommission der Bundesregierung 33 Empfehlungen mit auf den Weg zu einer umfassenden Rentenreform gegeben, die sie als "Gesamtpaket" – Sozialministerin Bärbel Bas spach gar von einem "Gesamtkunstwerk" – begreift, das nicht aufgeschnürt werden darf, sondern in Gänze umgesetzt werden soll. Man merkt den Vorschlägen der Alterssicherungskommission deutlich an, dass die Union eine Mehrheit der Mitglieder benannt und ein Teil der sozialdemokratischen Mitglieder die Grundpositionen ihrer Partei zur Rente kampflos preisgegeben hat.
Der am 23. Juni 2026 übergebene Bericht beginnt mit dem Satz: "Die demografische Alterung stellt die Alterssicherung in Deutschland vor tiefgreifende Herausforderungen." Hier wird die Demografie zum Mittel der sozialpolitischen Demagogie, denn die Rente ist gar nicht vom Alter der Bevölkerung, sondern erstens vom ökonomischen Erfolg des Landes und zweitens von einer gerechten Verteilung des erwirtschafteten Reichtums abhängig.
Weiter heißt es im Vorwort des Berichts: "Immer weniger Beitragszahlende finanzieren die Alterssicherung einer wachsenden Zahl von Rentenbeziehenden." Ja, so scheint es. Dabei ist das Verhältnis von Beitragszahler(inne)n und Rentner(inne)n nebensächlich.
Entscheidend ist im Falle des lohn- und beitragsbezogenen Umlageverfahrens, das der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer 1957 durchgesetzt hat, die Gesamtsumme der Bruttoverdienste aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Altersrenten entspringen – ebenso wie Löhne, Gehälter und Gewinne – der gesellschaftlichen Wertschöpfung (zum Zeitpunkt ihrer Auszahlung).
CDU, CSU und SPD nutzen das einstimmige Votum der Alterssicherungskommission, um die Regierung Merz/Klingbeil als handlungs- und kompromissfähig darzustellen, wenn sie verkünden, es 1 : 1 umsetzen zu wollen. Es gibt jedoch genug Ansatzpunkte der Kritik, die von den Gewerkschaften und den Wohlfahrtsverbänden, aber auch von den Arbeitgebern kommt, weil ihre als "Lohnnebenkosten" klassifizierten Rentenversicherungsbeiträge nicht sinken, sondern wieder steigen.
Rückfall ins Kaiserreich: Die geplante Rente mit 70 gab es zuletzt bei Wilhelm II.
Am meisten Aufsehen erregte die schrittweise, an das vermutete Steigen der Lebenserwartung geknüpfte Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von 67 Jahren (2031) auf 70 Jahre in den 2090ern.
Ein historischer Rückblick wirkt erhellend: 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, wurde das Renteneintrittsalter von 70 auf 65 Jahre herabgesetzt; zwischen 1957 und 1992 betrug es für Frauen sogar nur 60 Jahre, ohne dass sie Abschläge in Kauf nehmen mussten. Seither wird Rentenpolitik auf dem Rücken von Menschen gemacht, die der "hart arbeitenden Mitte" angehören, wie sich Politiker der CDU/CSU und der SPD ausdrücken würden.
Geht es nach der Alterssicherungskommission, erwartet die Beschäftigten in einem bis 2090 vermutlich hoch automatisierten und durchdigitalisierten Land mit zahllosen Automaten, Robotern und künstlicher Intelligenz für alle Lebensbereiche hinsichtlich ihres Renteneintritts der Rückfall ins wilhelminische Kaiserreich.
Ja, natürlich sind die Menschen mit 70 heute in aller Regel viel rüstiger als Rentnerinnen und Rentner damals, und ja, natürlich ist ihre Lebenserwartung auch erheblich höher, weshalb manche Ruheständler/innen hoffentlich sogar noch zwei oder drei Jahrzehnte in guter Gesundheit vor sich haben.
Aber eben nicht alle, nämlich vor allem jene nicht, die es schon immer schwer hatten, ihre Altersrente in finanzieller Sorgenlosigkeit zu genießen – meist in belastenden Berufen hart arbeitende Geringverdiener/innen. Und nicht bloß für diese sollte wie bisher der Grundsatz gelten, dass ein materiell gesicherter Ruhestand allen jahrzehntelang arbeitenden Menschen länger gewährt wird, wenn der von ihnen erzeugte Wohlstand steigt.
Wenn das Parlament den Ratschlägen der Regierungskommission folgt, wird es im Alter mehr Armut geben: Menschen in besonders anstrengenden Berufen, die gesundheitliche und/oder psychische Probleme haben, müssten vermehrt Abschläge und damit eine reale Rentenkürzung hinnehmen.
Zwar ist von einer Sonderregelung für Menschen nach problematischen Arbeitsbiographien in rentennahen Jahrgängen die Rede, erfahrungsgemäß dienen solche Ausnahmeklauseln aber der Beschwichtigung.
Verlagerung der Altersvorsorge an die Börse: Rente nach Rendite?
Auch die übrigen Vorschläge der Alterssicherungskommission lösen das entscheidende Problem nicht: Seit vielen Jahren steigt die Armutsgefährdung und -betroffenheit der Senior(inn)en stärker als jene aller übrigen Altersgruppen, weil ihre Rente hinten und vorne nicht zu einem Leben in Würde reicht.
Laut dem Statistischen Bundesamt leben 21,3 Prozent der Frauen in Deutschland, die 75 Jahre alt oder älter sind, heute schon unterhalb der sog. Armutsrisikogrenze, welche die Europäische Union bei 60 Prozent des mittleren Einkommens ansetzt. Sie liegt in Deutschland für Alleinstehende bei 1.446 Euro im Monat.
Rechnet man die Pensionärinnen, die Selbstständigen und Freiberuflerinnen heraus, dürfte Altersarmut bereits mehr als jede vierte Rentnerin und rund jeden vierten Rentner betreffen.
Eine im Reformrausch dieser Tage häufig geforderte Radikalreform der Rente würde Altersarmut zu einem Massenphänomen machen und das soziale Klima weiter verschlechtern.
Tritt der sog. Nachhaltigkeitsfaktor ab 2032 – womöglich gar verschärft, wie die Alterssicherungskommission empfiehlt – wieder in Kraft, sinkt das Rentenniveau von heute 48 Prozent vor Steuern. Dadurch steigen die Renten künftig weniger stark, wenn die Anzahl der Rentenbeziehenden mehr zulegt als die der Beitragszahlenden. Somit kann die gesetzliche Rente zu einer "Basisabsicherung" verkümmern, von der Bundeskanzler Friedrich Merz im April auf einer Jubiläumsveranstaltung des Bankenverbandes sehr zum Verdruss des sozialdemokratischen Koalitionspartners sprach.
Um diesen Sachverhalt zu verschleiern, bedient man sich eines Taschenspielertricks: Was früher die gesetzliche Rente als "erste Säule" der Alterssicherung schaffte, nämlich ein Sicherungsniveau vor Steuern von (sogar weit über) 48 Prozent zu gewährleisten, soll nach einer durch Steuermittel abgesicherten Übergangszeit unter Einschluss der neuen "gesetzlichen Kapitalrente" gelingen.
Diese ähnelt der schwedischen "Prämienrente" und der an ihr orientierten "Aktienrente", für welche die FDP plädierte, als sie in der Ampel mit SPD und Bündnis 90/Die Grünen koalierte. Von der staatlicherseits geförderten Altersvorsorge auf dem Finanzmarkt durch das freiwillige "Riestern" unterscheidet sich die Kapitalrente der Alterssicherungskommission dadurch, dass sie obligatorisch ist, aber nicht individuell, sondern über einen öffentlichen Fonds organisiert und fest institutionalisiert wird.
Perspektivisch soll die Kapitalrente mit 2 Prozent des Bruttoverdienstes von Arbeitnehmer(inne)n und Arbeitgebern statt über Staatsschulden finanziert werden.
In der Anlaufphase passiert allerdings dasselbe wie beim nicht realisierten "Generationenkapital" der Ampelkoalition. Mit dem etwa 4 bis 5 Milliarden Euro jährlich kostenden "Übergangsfaktor" für rentennahe Jahrgänge, die in der kurzen Zeit bis zum Ruhestand noch keinen ausreichenden Kapitalstock aufbauen können, pampert der Bund die Börse. Für eintretende Verluste soll der Bund "bis ca. Mitte der 2040er Jahre" haften. Profitieren würden davon am Ende weniger die Menschen mit dem Rollator als die Menschen mit der Rolex.
Hier zeigt sich die Überlegenheit des bewährten Umlageverfahrens, das mit der Großen Rentenreform des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer eingeführt worden ist: Ohne zeitliche Verzögerung erhielten nach der Vereinigung von BRD und DDR am 3. Oktober 1990 auch deren Ruheständler/innen eine Altersrente, obwohl sie nie in die Gesetzliche Rentenversicherung der Bundesrepublik eingezahlt oder einen Kapitalstock aufgebaut hatten.
Nunmehr breitet sich die Kapitaldeckung von der dritten Säule (private Vorsorge), wo die Riester-Rente durch ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ersetzt wird, und der "Frühstart-Rente", die junge Menschen von sechs bis 18 Jahren staatlicherseits mit einem Altersvorsorgedepot ausstattet, auf die erste Säule der Alterssicherung aus. Über die Höhe der Altersbezüge jedes einzelnen Ruheständlers entschiede künftig die Rendite von Kapitalgesellschaften mit.
Das sog. Dreisäulenmodell von gesetzlicher, beruflicher und privater Altersvorsorge, welches laut der Alterssicherungskommission künftig den Lebensstandard von Ruheständler(inne)n sichern wird, geht vor allem in Ostdeutschland an der gesellschaftlichen Realität vorbei.
Dort ist die gesetzliche Rente für eine Mehrheit der Bevölkerung nach der Erwerbsphase immer noch die einzige Einkommensquelle. Zudem gibt es im Alter keine Hoffnung auf Einkommenszuwächse durch Übernahme eines Jobs, während die Ausgaben für medizinische und Pflegedienstleistungen wachsen.
Verzicht auf den Übergang zur Erwerbstätigenversicherung
Zwar wird die Erwerbstätigenversicherung im Kommissionsbericht mehrfach als Ideal hingestellt, aber nicht dem österreichischen Vorbild gemäß verwirklicht. Man beschränkt sich auf einen Vorschlag für die Galerie: Nur die Vorstände von Aktiengesellschaften, Berufspolitiker/innen und neue Selbstständige, die nicht durch berufsständige Versorgungswerke abgesichert sind, in die Gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen, stärkt deren Finanzierungsbasis kaum merklich.
Erst recht nicht, wenn man von einer Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und von einer Verbeitragung der Kapitaleinkünfte sowie der Miet- und Pachterlöse absieht, wie das die Alterssicherungskommission tut. Somit würde die Altersvorsorge der finanzkräftigsten Berufsgruppen auch weiterhin separat anstatt im Rahmen einer allgemeinen Erwerbstätigenversicherung organisiert.
Die gesetzliche Rente soll bei der steuerfinanzierten Grundsicherung im Alter künftig nicht mehr vollständig angerechnet werden. Der geplante Freibetrag ändert jedoch nichts daran, dass diese Fürsorgeleistung des Staates, früher Sozialhilfe genannt, viel zu niedrig ist, um die Armutsrisikoschwelle zu überschreiten.
Seit der Einführung dieser neuen Grundsicherungsform im Jahr 2003 hat sich die Zahl ihrer Bezieher/innen übrigens bis 2025 auf 764.000 mehr als verdreifacht. An den Lebensmitteltafeln sind Personen, die kleine Renten und/oder Grundsicherung im Alter beziehen, deutlich überrepräsentiert. Vielerorts gehören ältere Menschen, die in Müllcontainern nach Pfandflaschen suchen, schon heute längst zum Stadtbild.
Sowohl die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters wie auch die Rücknahme der Möglichkeit eines abschlagsfreien vorzeitigen Renteneintritts für besonders langfristig Versicherte mit 45 Versicherungsjahren und die Erhöhung der Abschläge bei anderen Formen der Frühverrentung bringen für Arbeitnehmer/innen empfindliche Nachteile mit sich, wobei junge Menschen trotz des ihnen gegebenen Versprechens von "mehr Generationengerechtigkeit" die Hauptleidtragenden sind.
Denn die Älteren sind entweder schon im Ruhestand oder kommen schon bald in die Nacherwerbsphase und werden von den sich anbahnenden Verschlechterungen für die Arbeitnehmer/innen nicht mehr oder weniger hart getroffen.
An der bestehenden Schieflage, dass die private Altersvorsorge gerade für sozial Benachteiligte keine Lösung bildet, ändert sich nichts. Ähnliches gilt für die betriebliche Altersvorsorge, deren Verbreitung unter den Beschäftigten deutliche Unterschiede nach Geschlecht, Wohnort, Wirtschaftszweig und Betriebsgröße aufweist.
Ziel muss aber eine Rente sein, die ein Alter in Würde sicherstellt, und zwar für alle Erwerbstätigen, auch für solche, deren Einkommen nur knapp über den Monat reicht, denen kein Cent mehr für "private Vorsorge" bleibt und die auch keinen Arbeitgeber haben, der für eine betriebliche Altersvorsorge aufkommt.
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Während Bitcoin taumelt, warten Investoren auf den Boden. Daten von CryptoQuant und Glassnode zeigen, bei welchem Kurs Profis jetzt zuschlagen.
Der Bitcoin hat in den zurückliegenden Monaten einen beispiellosen Verfall erlebt. Seit Oktober 2025 hat er etwa die Hälfte seines Wertes eingebüßt und ist unter die Marke von 60.000 US-Dollar gerutscht.
Aber damit nicht genug: Am Freitag legte der bekannteste "Blasen-Prophet" der Finanzwelt nach: GMO-Mitgründer Jeremy Grantham erklärte [1] gegenüber CNBC, Bitcoin werde im Verlauf von Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten verschwinden – "nicht mit einem Knall, sondern mit einem Wimmern".
Die Kryptowährung sei ein "nutzloser, spekulativer" Vermögenswert ohne inneren Wert, so Grantham weiter. Sein Wert habe sich ohne besonderen Grund halbiert, obwohl das wirtschaftliche Umfeld stark sei. Man könne sich deshalb nicht auf ihn als Wertanlage verlassen.
Grantham stellte den praktischen Nutzen grundsätzlich infrage: Niemand nutze Bitcoin für ernsthafte Geschäfte, nicht zum Abendessen, nicht im Supermarkt. Was die Kryptowährung tatsächlich leiste, sei es, "Betrügern das Geldverschieben zu ermöglichen".
Gold hingegen habe im gleichen Zeitraum solide Gewinne erzielt – selbst nach dem Rücksetzer von den Höchstständen.
Der realisierte Preis: Warum CryptoQuant den Boden bei 53.400 Dollar sieht
Doch während Grantham Bitcoin langfristig abschreibt, ringen Krypto-Veteranen jetzt mit einer pragmatischen Frage: Wo liegt der Boden des aktuellen Bärenmarkts, an dem sich ein Einstieg wieder lohnt?
Laut Bloomberg steht dabei der "realisierte Preis" im Mittelpunkt, also der durchschnittliche Preis, den alle Bitcoin-Halter im Schnitt für ihre Coins bezahlt haben.
Laut Daten von CryptoQuant, auf die sich Bloomberg beruft, liegt diese durchschnittliche Kostenbasis derzeit bei rund 53.400 US-Dollar. Historisch gesehen ist dieser Wert eine fundamentale Trennlinie: In starken Marktphasen dient er als extrem verlässliche Unterstützung, da Anleger nur ungern unter ihren eigenen Anschaffungskosten verkaufen.
"Der realisierte Preis hat sich in früheren Bärenmarktzyklen als präzises Tiefstniveau für Bitcoin erwiesen", erklärt Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant. Die Experten gehen davon aus, dass Bitcoin diese wichtige Marke in den kommenden Monaten bis September austesten und dort seine endgültige Bodenbildung abschließen wird.
Glassnode kommt laut Bloomberg in einer Analyse mit dem MVRV-Z-Score von 0,26 zu einem ähnlichen Befund: Werte nahe null markierten in der Vergangenheit die Endphase von Bärenmärkten.
Brett Singer von Glassnode nannte einen potenziellen Bodenbereich zwischen 37.000 und 60.000 US-Dollar – der Durchschnitt der Modelle liege bei rund 53.000 Dollar. Bruno Ver, der zeitig in den Bitcoin eingestiegen ist, erwartet einen Rückgang auf bis zu 50.000 Dollar, bevor sich ein dauerhafter Boden bildet.
10-Milliarden-Optionen bei Deribit: Was den Krypto-Markt jetzt ausbremst
Kurzfristig droht zusätzlicher Stress: Auf der Krypto-Optionsbörse Deribit verfielen am Freitag Bitcoin-Optionen mit einem Nominalwert von rund 10 Milliarden US-Dollar. Da die meisten dieser Kontrakte bullische Wetten waren und der Kurs gefallen ist, geriet die Positionierung ins Abseits.
"Die einhellige Long-Call-Positionierung ist nun ins Abseits geraten", sagte Deribit-Manager Jean-David Péquignot [3] gegenüber Bloomberg. Der Großteil des Call-Open-Interest lag "aus dem Geld" – die Kontrakte hatten bei den aktuellen Kursen keinen inneren Wert.
Dazu kommen strukturelle Probleme: Aus US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs flossen im Juni bislang fast 3 Milliarden US-Dollar ab. Privatanleger verlagern Kapital in KI-Aktien, und Bedenken über das Finanzierungsmodell von Strategy Inc. erschüttern das Vertrauen in eine der größten institutionellen Nachfragequellen. Der Fear-and-Greed-Index von CoinMarketCap steht bei 15 – tief im Bereich "extreme Angst".
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Vom 26. auf den 27. Juni 2026 hat die Ukraine zwei MiG 29 verloren. Eines der Flugzeuge wurde von einer neuen russischen Jet-Drohne am Boden zerstört.
Angriff auf eine ukrainische Mig-29 am BodenBild:
Rybar/Telegram
Russische Medien verbreiten Aufnahmen, die zeigen, wie eine Geran-4-Drohne eine MiG-29 auf einem Flugfeld in der Südukraine trifft. Das Flugzeug wird dabei vollständig zerstört.
Es war einer der ersten bestätigten Einsätze der Geran-4 gegen ein Starrflügler am Boden und zeigt den Beginn einer neuen russischen Taktik. Personen kamen laut ukrainischen Angaben nicht zu Schaden.
Die Geran-4 ist der neueste russische Jet-Kamikaze-Drohne und eine Weiterentwicklung der propellerbetriebenen Geran-2. Während diese mit rund 180 km/h fliegt, erreicht die Geran-4 mit einem chinesischen Telefly-LX-WP-160-Strahltriebwerk zwischen 350 und 500 km/h. Dadurch ist sie für bestehende Abwehrsysteme, die auf langsamere Ziele ausgelegt sind, deutlich schwerer abzufangen.
Bauteile auch aus Europa
Die ukrainische Militärnachrichtendienst HUR bestätigte, dass die Drohne im Mai 2026 in den Kampfeinsatz gegangen sei. Aus geborgenen Bauteilen geht hervor, dass Komponenten aus Großbritannien, den USA, Deutschland, China, der Schweiz, Japan und Taiwan stammen.
Unabhängig von dem Angriff verlor die ukrainische Luftwaffe in der gleichen Nacht Kontakt zu einer MiG-29 über der Region Poltawa. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten und wurde medizinisch versorgt. Die Ursache des Absturzes wird noch untersucht.
Ersatz lässt auf sich warten
Die MiG-29 ist ein sowjetisches Kampfflugzeug, das die Ukraine nach dem Ende der UdSSR übernahm und dessen Bestände seitdem durch Transfers aus Polen, der Slowakei und Bulgarien aufgefüllt wurden. Das Rüstungsanalyseprojekt Oryx dokumentierte seit Februar 2022 mehr als 100 zerstörte ukrainische Starrflügler.
Polens zugesagter Transfer der letzten eigenen MiG-29-Maschinen stockt. Die dortige Regierung hält die Lieferung zurück, bis die Ukraine im Gegenzug vereinbarte Drohnentechnologie übergibt. Mitte Juni 2026 bestätigte Polens stellvertretender Verteidigungsminister, dass noch kein einziges Flugzeug aus diesem Paket ausgeliefert worden sei.
Die Lücke zwischen Alt und Neu
Die Ukraine hat bereits F-16-Jets im Einsatz und unterzeichnete Ende 2025 Verträge über Rafale- und Gripen-Maschinen. Das langfristige Bild ist klar, die Übergangszeit ist es nicht.
Solange die neuen Flugzeuge nicht in ausreichender Zahl einsatzbereit sind, fliegen MiG-29-Piloten weiter Kampfeinsätze, und Russland nutzt die Zeit, um neue Waffen wie die Geran-4 gezielt gegen die alternde Flotte zu testen. Die neue Taktik zeigt, dass westliche Armeen zum Schutz ihrer Flugplätze viel tun müssen, um schnell anfliegende Drohnen abzuwehren.
Artemis Technologies hat sein EF-12 Pilot in Belfast zu Seeerprobungen geschickt. Das Unternehmen bezeichnet das Fahrzeug als das erste vollständig elektrische Hydrofoil-Boot, das speziell für den Lotsendienst entwickelt wurde.
Lotsen sind Spezialisten, die an Bord großer Schiffe gehen, um diese durch lokale Gewässer zu navigieren. Der Transfer, oft auf See und bei rauem Wetter, ist gefährlich: Der falscher Moment, eine unerwartete Welle, und der Lotse gerät zwischen die Rümpfe.
Kohlefaser-Foils heben den Rumpf aus dem Wasser
Das Boot nutzt Artemis' eigenes eFoiler-Antriebssystem mit Kohlefaser-Hydrofoils und elektronischer Steuerung. Sobald die Foils den Rumpf aus dem Wasser heben, sinkt der hydrodynamische Widerstand. Das System regelt aktiv Rollbewegungen und Trimm, was das Deck auch während der Fahrt stabil halten soll, und damit genau in dem Moment, in dem der Lotse überwechselt.
Die angegebene Höchstgeschwindigkeit liegt bei 32 Knoten (60 km/h), die Reichweite im Foiling-Betrieb bei 45 bis 55 Seemeilen (83 bis 100 km). Ein Schnelllader soll den Akku in unter einer Stunde aufladen.
Die Mehrheit der Deutschen hat kein Verständnis dafür, wenn sie in Geschäften oder Restaurants ausschließlich mit Bargeld bezahlen können.
Die meisten Kunden wollen digital zahlen können.Bild:
Euro Kartensysteme
84 Prozent der Deutschen wollen ein Anrecht, in Geschäften, Restaurants, am Dönerstand oder in der Eisdiele auch digital zu zahlen. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom hervor. Bei einer vergleichbaren Befragung vor einem Jahr forderten das nur 70 Prozent.
Die Befragten verlangen, dass Geschäfte gesetzlich dazu verpflichtet sein sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten. Dieser Wunsch ist quer durch alle Altersklassen ähnlich stark ausgeprägt. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 86 Prozent, in der Altersgruppe ab 65 Jahren sprechen sich 83 Prozent dafür aus.
"Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, digitale Bezahlmöglichkeiten flächendeckend zu stärken. Die Menschen erwarten jetzt, dass daraus auch konkrete Verbesserungen im Alltag werden", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.
Kritik an ausschließlicher Bargeldnutzung
78 Prozent der Deutschen stört es, wenn in einem Geschäft oder Restaurant ausschließlich bar bezahlt werden kann. Bereits heute zahlen 82 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben seltener mit Bargeld als früher. 72 Prozent der Befragten würden nichts vermissen, wenn sie zukünftig nicht mehr bar zahlen könnten.
"Zu einem modernen Zahlungssystem gehört die Wahlfreiheit: Wer digital bezahlen möchte, sollte dazu auch die Möglichkeit haben. In vielen anderen Ländern ist das längst Standard", erklärte Rohleder zum Ergebnis der Umfrage.
Die Bezahlung mit Bargeld ist zwar rückläufig, aber viele Menschen halten diese Option weiterhin für wichtig. 66 Prozent der Befragten haben die Befürchtung, zukünftig nicht mehr überall mit Bargeld zahlen zu können, auch wenn sie dies möchten.
Auch in dieser Frage gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den 16- bis 29-Jährigen teilen 63 Prozent diese Sorge, in der Altersgruppe ab 65 Jahren sind es 69 Prozent.
Grundlage der Ergebnisse ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von Ende Februar 2026 bis Ende März 2026 statt und ist repräsentativ.