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Video Game History Foundation: Disc-Aus hat kaum Auswirkungen auf Spielearchivare

Von Mike Faust
Ein Großteil der in den vergangenen 20 Jahren veröffentlichten Spiele erschien ohnehin nur digital. Das Problem für Archivare liegt woanders.
Spiele-Discs einfach nur in ein Regal zu stellen, ist schon lange keine geeignete Archivierungsmöglichkeit mehr. (Bild: Video Game History Foundation)
Spiele-Discs einfach nur in ein Regal zu stellen, ist schon lange keine geeignete Archivierungsmöglichkeit mehr. Bild: Video Game History Foundation

Der Gründer der Video Game History Foundation, Frank Cifaldi, sieht im Ende der physischen Datenträger für Playstation-Spiele nur geringe Auswirkungen für die Arbeit von Archivaren. Wie Cifaldi in einem Beitrag auf Bluesky äußerte, wurde ein Großteil der Videospiele in den vergangenen 20 Jahren ohnehin nur digital veröffentlicht.

Hinzu komme, dass viele Spiele, die auf Discs erschienen, bereits am ersten Tag durch Patches verändert würden und die physische Version somit ebenfalls nicht das Erlebnis widerspiegele, das tatsächlich gespielt worden sei. Museen und Archive hätten sich unter anderem deshalb bereits seit Längerem auf die Sicherung rein digitaler Inhalte vorbereitet.

Weiterhin sei die unzureichende Gesetzgebung für die Archivierung von Softwareinhalten problematisch, meint Cifaldi. Die Spieleindustrie erwarte von Institutionen wie der Video Game History Foundation, dass Inhalte über ihre Distributionsplattformen heruntergeladen würden.

Kopierschutzmaßnahmen sind das größere Problem

Digitale Kopien, die durch Nutzeraccounts an derartige Plattformen gebunden sind, lassen sich durch die eingesetzten Kopierschutzmaßnahmen allerdings nicht legal archivieren, ohne dass dabei gegen geltendes Recht verstoßen wird. Darauf zu hoffen, dass etwa ein GTA VI durch ein Museum heruntergeladen werde und nach 50 Jahren immer noch spielbar sei, sei keine Lösung für Archivare, so Cifaldi weiter.

Neben Kopien von Spielen sammelt das Video Game History Museum auch Entwicklerdokumente, Kataloge, Magazine und anderes Material zur Geschichte der Videospiele. Ein ähnliches Projekt in Deutschland, die Internationale Computerspielesammlung (ICS), musste wegen der im April 2026 ausgelaufenen Projektförderung vorläufig eingestellt werden.

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  • 04. Juli 2026 um 13:45

Störungsmeldung vom 01.07.2026 11:16

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider O2

Details

Beginn
01.07.2026 11:16
Region
Gaimersheim (08458)
Provider
O2
Zugangsart
ADSL

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  • 01. Juli 2026 um 11:16

Störungsmeldung vom 01.07.2026 12:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
01.07.2026 12:00
Region
Marktredwitz (09231)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 01. Juli 2026 um 12:00

So laufen Nicht-Steam-Spiele unter Linux | c't 3003

Von Heise

Steam-Spiele laufen unter Linux längst reibungslos. Aber wie sieht es mit GOG, Epic, Battle.net & Co. aus? c't 3003 hat Lutris, Heroic und Faugus getestet.

Steam-Spiele laufen unter Linux mittlerweile hervorragend, dank Valves Kompatibilitätsschicht Proton. Aber was ist mit Spielen, die es nur bei GOG, Epic Games, Battle.net oder in der EA-App gibt? Genau dafür gibt es Open-Source-Tools wie Lutris, den Heroic Games Launcher und den noch recht neuen Faugus-Launcher. c't 3003 hat ausprobiert, wie einfach sich diese Launcher installieren und bedienen lassen, wo es hakt und warum Anti-Cheat-Software bei manchen Spielen trotzdem einen Strich durch die Rechnung macht.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, Linux-Gaming ist überall. Das funktioniert super, macht gar keine Probleme. Steam Deck, Steam Machine, Gaben – ja, alles toll und super. Aber was ist denn, wenn mein Spiel gar nicht bei Steam verfügbar ist? Ja, dann sieht die Nummer schon ein bisschen anders aus: Wie installiere ich dieses GOG-Spiel hier? Wie kriege ich den Battle.net-Launcher zum Laufen, und wer zum Geier benutzt überhaupt Amazon als Gaming-Plattform? Die Lösung dafür sind Open-Source-Tools wie Lutris, Heroic oder der Faugus-Launcher. Mit denen kann man auch Steam-fremde Spiele spielen, die Launcher ganz normal benutzen, und das alles soll auch noch ohne großes Gefummel möglich sein. Angeblich. Wie das geht, ob das wirklich so easy ist und warum Anti-Cheat-Software der größte Müll ist, klären wir in diesem Video. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei…

Okay, wenn wir hier Linux-Distributionen vorstellen und aufs Thema Gaming zu sprechen kommen, kann man mittlerweile eigentlich allgemeingültig sagen: Steam-Spiele laufen auf Linux, sogar sehr gut. Unter NVIDIA-Karten vielleicht ein klein wenig schlechter als unter Windows, auf AMD-Karten teilweise sogar besser. Aber hier soll es jetzt nicht um Benchmarks gehen, was wo besser läuft – dafür planen wir schon ein großes Vergleichsvideo. Schreibt gerne mal in die Kommentare, ob euch das interessiert und welche Spiele wir testen sollen.

Hier geht es jetzt aber erst mal um eine Sache, die gerne mal etwas zu kurz kommt: Was mache ich auf Linux, wenn es mein Spiel gar nicht bei Steam gibt? Also Spiele vom Epic Launcher, Battle.net, EA App, Ubisoft oder gleich komplette Offline-Installationsdateien von GOG. Dafür gibt es hier drei gängige Möglichkeiten. Einmal den einfach zu bedienenden und gut aussehenden Heroic Games Launcher, der sich aber nur um Spiele von GOG, Epic Games oder Amazon kümmert. Dann Lutris, der theoretisch alles kann, aber deutlich fummeliger zu bedienen ist, wenn man tiefer reingehen will. Und als Geheimtipp noch der super simple und leichtgewichtige Faugus-Launcher, der aber noch etwas in den Kinderschuhen steckt. Wir gehen jetzt mal durch, wie man die bedient und wie kompliziert das Ganze eigentlich ist.

Benutzt Steam, Wine als Grundlage und Flatpaks

Okay, aber erst mal nur, damit es einmal gesagt ist: Wenn es ein Spiel ist, das es ganz normal bei Steam gibt und dort läuft, dann ist das der beste Weg, und den würde ich auch immer empfehlen. Denn Steam hat übergreifend die Kompatibilitätsschicht Proton eingebaut, die auf Wine basiert.

Kurzer Nerd-Einschub: Was ist das überhaupt? Wine ist so etwas wie eine Zwischenschicht, die Windows-Aufrufe für Linux übersetzt – also sowas wie Registry-Einträge, irgendwelche Files, die in „C:“ geschrieben werden müssen, und so weiter. Der Unterschied zu so etwas wie einer virtuellen Maschine ist, dass Wine keinen kompletten PC emuliert, sondern nur die notwendigen Funktionen von Windows in einer isolierten Umgebung. Der Vorteil gegenüber einer virtuellen Maschine ist dabei, dass Windows-Software und Spiele direkt auf dem System laufen und der Rechner nicht noch die ganze Hardware emulieren muss. Proton ist eine von Valve entwickelte und für Spiele optimierte Version von Wine, die auch immer weiter angepasst wird. Das sieht man auch ganz gut in den Patch-Notes: Da werden wirklich auch spezifische Probleme für einzelne Spiele gelöst und nicht nur allgemeingültiger Kram. Okay, Nerd-Einschub Ende.

Die Frage ist: Muss man Wine noch extra vorher installieren? Mmh, jein. Manche Distributionen wie CachyOS mit seinem Gaming-Package oder Zorin mit dem Windows App Support installieren Wine bei sowas schon mit. Das ist nicht von Anfang an direkt auf der Platte, aber nur einen Klick entfernt. Falls nicht, ist das aber nicht schlimm, denn man muss Wine eigentlich nicht unbedingt manuell installieren. Das liegt daran, dass man Steam, Heroic oder Lutris als Flatpak installieren kann. Flatpaks sind quasi kleine Pakete von Programmen, die teilweise eigene Abhängigkeiten – wie beispielsweise Wine – direkt integriert haben und abgeschotteter vom System funktionieren. Das kann auch mal zu Komplikationen führen, ist aber, zumindest meiner Erfahrung nach, oft die einfachere Lösung.

Hier unter Zorin OS mit modifiziertem GNOME sind Flatpaks extrem einfach installiert. Hier gibt es nämlich diesen GNOME Software Manager, quasi eine Art App Store, wo man einfach nach Programmen suchen und dann auch auswählen kann, ob man sie als Flatpak installieren will oder nicht. Jetzt jede Distro einzeln durchzugehen, wäre zu viel für dieses Video, aber bei denen, die wir hier auf dem Kanal schon vorgestellt haben, ist Software ähnlich einfach installiert.

Heroic Launcher

Falls man Spiele aus dem Epic Games Launcher, von GOG oder, warum auch immer, von Amazon auf Linux spielen will, dann eignet sich der Heroic Games Launcher hervorragend dafür. Der ist super einfach zu bedienen, straightforward, und hat bei mir wirklich gar keine Probleme gemacht. Den gibt es, wie eben erwähnt, in den gängigen Software-Repositories, beispielsweise hier auf Zorin OS im Gnome-Software-Store als Flatpak.

So sieht das Ding aus, und man bekommt direkt angeboten, sich bei den Plattformen einzuloggen. Mit einem Klick öffnet sich dann direkt ein Fenster zum jeweiligen Launcher, einloggen, und man ist drin. Wenn man dann auf Bibliothek geht und einmal aktualisiert, tauchen alle Spiele auf. Nice. Bevor man jetzt ein Spiel runterlädt, würde ich hier links unter Wine-Manager einmal checken, ob GE-Proton-latest heruntergeladen und ausgewählt ist – also die aktuellste Version.

Falls ihr euch fragt, was der Unterschied zwischen GE und dem „normalen“ Proton ist: Die GE-Version ist eine Custom- bzw. Community-Version mit zusätzlichen Patches und Fixes und bringt zusätzlich Codecs für Videosequenzen mit. Das normale Proton ist ja sehr auf Steam ausgelegt, und in diesem Fall präferiert der Heroic Launcher eher die GE-Version, um Spiele zum Laufen zu bringen. Das heißt nicht, dass die Version immer besser funktioniert, aber es scheint bei Heroic erst mal der Way to go zu sein. GE steht übrigens für GloriousEggroll, also herrliche Frühlingsrolle. Das ist der Nickname von Thomas Crider, dem Urheber dieser Community-Variante von Proton und Mitbegründer der Linux-Distro Nobara. Der Typ ist einfach auch einer der Hauptgründe, warum Spiele auch außerhalb von Steam gut laufen. Vielen Dank, Mr. Eggroll. Okay, zurück zu Heroic.

Bis auf Wine muss man eigentlich sonst nichts einstellen. Man könnte hier noch das Design ändern, und falls man spezifische Probleme mit einzelnen Games hat, kann man wie bei Steam fürs jeweilige Spiel Startparameter einstellen oder die Proton-Version wechseln. Naja, ich kann jetzt auf jeden Fall hier in meiner Bibliothek, wie bei Steam auch, auf ein Spiel klicken, einen Speicherort auswählen und das einfach runterladen und starten. Und was soll ich sagen: Das funktioniert einfach. Auch bei Spielen, die irgendwelche Anti-Cheat-Maßnahmen benötigen, wie beispielsweise Rocket League – da wird bei der Installation direkt das benötigte Easy Anti-Cheat mit installiert.

Spiele von GOG, auch ältere wie dieser absolute Banger aus 2004, Vampire The Masquerade Bloodlines, lassen sich ebenfalls easy installieren. Was echt praktisch ist: Damit das Spiel auf aktueller Hardware läuft, gibt es bei GOG direkt die Patches, die man dafür braucht. Und in diesem Fall hat Heroic den benötigten Patch gleich direkt mit installiert – sehr praktisch. Das wird nicht bei allen Spielen der Fall sein, weil das auch mit GOG zusammenhängt, aber ja, schon nice.

Übrigens, das ist ja Epic Games – was ist eigentlich mit Fortnite? Ja, das funktioniert leider gar nicht. Das läuft zwar auch mit Easy Anti-Cheat, wird aber in diesem Fall aktiv blockiert. Aber ich rege mich später noch mal richtig explizit über Anti-Cheat-Software auf. Okay, der Heroic Launcher ist einfach zu bedienen, sieht gut aus, und ich würde ihn für Epic- und GOG-Spiele auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber es gibt ja noch den Battle.net-Launcher für Blizzard-Spiele und die EA App für sowas wie Battlefield. Dafür gibt es auch eine Lösung, und die heißt Lutris.

Lutris

Lutris ist so eine Art Startrampe für andere Launcher, also beispielsweise Battle.net. Die werden mithilfe von Installationsskripten installiert und benutzbar gemacht, ohne dass man viel rumfummeln muss. Lutris ist aber nicht ganz so geschmeidig in der Bedienung wie Heroic, und das kann auch erst mal etwas abschreckend sein. Oder, wenn ich diesen Kommentar von „afrikaopa“ zitieren darf: „Lutris ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich.“ Ja, das verstehe ich. Aber eigentlich ist das gar nicht so kompliziert, wenn man es einmal gecheckt hat. Das sehen auch andere so: Das Teil ist nämlich extrem beliebt, und eigentlich wird bei jedem Beitrag, wo jemand fragt, wie man Spiel XY auf Linux spielen kann, Lutris empfohlen.

Und Disclaimer: Ich weiß, Lutris kann auch noch sehr viel mehr, beispielsweise Emulation, und wenn man will, kann man hier wirklich extrem viel einstellen. In diesem Video beschränken wir uns aber erst mal nur auf die Basics. Es geht vor allem darum, erst mal die Nicht-Steam-Launcher zum Laufen zu bekommen. Man könnte auch Spiele direkt per Installationsskript quasi „einzeln“ installieren, aber der Launcher startet dann trotzdem. Das hätte den Vorteil, dass man für die jeweiligen Spiele einzeln die Wine- bzw. Proton-Version wählen könnte. Wenn man die kompletten Launcher in Lutris startet, ist halt alles immer mit einem Wine- bzw. Proton-Prefix unterwegs. Ja, bei mir lief das aber wunderbar bisher, und das ist wirklich auch die einfachste Methode, Lutris zu benutzen.

Also erst mal Lutris als Flatpak installieren, weil das, wie schon erwähnt, benötigte Abhängigkeiten direkt mitbringt. Und wenn man Lutris das erste Mal startet, sieht das, naja, irgendwie ein bisschen hässlich aus, und da ist auch erst mal gar nichts drin. Wie bei Heroic würde ich als erstes checken, ob die richtige Wine-Version am Start ist. Dafür hier das Burger-Menü öffnen, in die Einstellungen, unter Starter ganz nach unten zu Wine scrollen und aufs Zahnrad klicken. Hier aufklappen, und da sollte dann GE-Proton (latest) (standard) vorhanden und ausgewählt sein. Ansonsten habe ich in den Systemeinstellungen noch einen Speicherort ausgewählt und sonst nichts mehr verändert. Falls man sich auskennt, könnte man hier noch richtig viel einstellen, für meine Zwecke konnte ich aber alles so lassen, wie es ist.

Dann hier auf Quellen und die Launcher hinzufügen, die man in Lutris haben will. Lutris könnte in der Theorie alle Launcher komplett an einem Ort für euch bündeln, auch Steam – aber das läuft ja eh schon, also brauche ich das nicht in Lutris. Was die meisten brauchen werden, ist Battle.net, EA App, Ubisoft Connect, GOG und der Epic Game Store. Wenn die angewählt sind, kreuzen sie hier links bei den Quellen auf. Bei allen – bis auf Battle.net, dazu komme ich gleich noch – ist hier so ein kleines Männchen-Symbol daneben. Darüber kann man den Launcher runterladen und sich einloggen. Also beispielsweise bei Epic: Man klickt drauf, dann wird der Launcher installiert, und Lutris zeigt mir auch direkt an, welche Abhängigkeiten dabei mitinstalliert werden. Dann rödelt er kurz rum, und aha, jetzt startet der Epic Games Launcher. Einloggen, und schon kann man Spiele runterladen und einfach spielen wie bei Steam auch. Auch andere Sachen wie beispielsweise die Freundesliste sind am Start und funktionieren ganz normal. Sehr gut. Bei der EA App funktioniert auch alles ganz genauso: installiert, gestartet, alles läuft.

Okay, was ist mit GOG? Wenn man sich da eingeloggt hat, dann tauchen die Spiele auf dem Account direkt hier in der Lutris-Oberfläche auf. Hier beispielsweise Hollow Knight: Silksong. Ich klicke da einfach drauf und lade das runter. Ja – hier ganz kurz ein Einschub aus der Zukunft: So viel dazu. Beim Schreiben des Skripts hat das noch wunderbar funktioniert, und als ich das jetzt aufnehmen wollte, hat Lutris bei Silksong einfach gar nichts mehr gemacht. Ich habe das dann mal im Debug-Modus gestartet, und da steht, dass er keine Installationsdatei von GOG bekommt. Naja. Bei Heroic ging das wunderbar, und man kann da auch auswählen, ob man die Windows- oder die Linux-Version installieren möchte. Also, ich erzähle gleich noch, wie auch alte Spiele bei Lutris funktionieren können, aber würde für GOG-Spiele im Allgemeinen eher Heroic verwenden. So, Einschub Ende und zurück zu Lutris.

Bei älteren Spielen wie Vampire The Masquerade, die einen Patch brauchen, kann dieser direkt mitinstalliert werden. Dafür wird man während der Installation aufgefordert, den Speicherort der Patch-Datei anzugeben. Die muss man sich halt vorher irgendwie runterladen und abspeichern. Gibt man den Speicherort an, wird der Patch direkt mitinstalliert. Ja, und starten tut es dann trotzdem erst mal nicht – er findet anscheinend die richtige .exe-Datei nicht. Ich habe dann einmal in den Spieleinstellungen auf die richtige Vampire.exe gezeigt, und dann ging es. Trotzdem nervig.

Bei Battle.net gibt es kein Männchen-Symbol, mit dem der Download gestartet wird. Weiß auch nicht, warum. Aber das lässt sich relativ unkompliziert lösen: Einfach hier oben links auf das Plus und nach „Installations-Skripts auf der Lutris-Website suchen“, Battle.net eintippen und installieren. Dann läuft's. Über das Plus könnte man übrigens auch direkt Installationsdateien und lokale Installationsskripte ausführen.

Okay, bis auf die GOG-Sachen lief das hier mit den Launchern eigentlich relativ geschmeidig bei Lutris. Aber hier haben wir noch ein Problem: Ubisoft Connect lässt sich zwar installieren, startet dann aber nicht. Er findet angeblich die ausführbare Datei nicht. Das scheint ein eher neueres Problem zu sein, und das zum Laufen zu bekommen, ist nervig. Nach ein bisschen Recherche stellt sich raus, dass der Launcher mit GE-Proton anscheinend nicht so richtig klarkommt. Damit die Installation klappt, muss man einmalig auf Wine-Staging umstellen – also eine andere Version von Proton bzw. Wine.

Damit das hier alles nicht zu lang wird und da das ein sehr spezifisches Problem ist, das man nur einmal fixen muss, gehe ich die Schritte einmal im Schnelldurchlauf durch. Falls ihr den Ubisoft-Connect-Launcher eh nicht benutzen wollt, findet ihr unten Timestamps und könnt einfach skippen. Also, erst mal Ubisoft Connect quasi mit Fehler installieren, damit das hier bei Lutris aufkreuzt. Dann Lutris schließen und Wine-Staging dazuinstallieren. Das geht sehr einfach mit dem Tool ProtonPlus. Damit lassen sich verschiedene Wine- bzw. Proton-Versionen sehr einfach zu Lutris dazuinstallieren. Also: ProtonPlus runterladen, starten und hier oben Lutris auswählen. Dann nach Wine-Staging suchen, die aktuellste Version auswählen und installieren. Dann Lutris wieder starten, Rechtsklick auf den Ubisoft-Connect-Eintrag und unter „Optionen des Starters“ Wine-Staging auswählen. Dann über die offizielle Seite den Ubisoft-Connect-Launcher für Windows runterladen und in Lutris unten links auf den kleinen Pfeil klicken, „Starte EXE innerhalb eines Wine-Prefix“ anwählen und die eben runtergeladene Ubisoft-Installationsdatei auswählen. Jetzt installiert das Ding ganz normal. Nach der Installation erst mal beenden, wieder Rechtsklick auf Ubisoft Connect, konfigurieren und unter „Optionen des Starters“ wieder Proton-GE auswählen. Fertig.

Nachdem ich das einmal gemacht hatte, lief alles ganz normal. Okay, das war zwar mit Ubisoft turbo-nerviges Linux-Gefrickel, aber ich muss schon sagen: Abgesehen davon war das sonst eigentlich alles gar nicht so wild mit Lutris.

Faugus-Launcher

Aber wirklich super simpel wird es mit diesem Geheimtipp hier: dem Faugus-Launcher. Den gibt es noch gar nicht so lange. Der Aufbau von dem Ding ist extrem simpel: Man hat dieses kleine Fenster, klickt auf das Plus und kann dann einen Launcher auswählen, die Proton-Version einstellen – am besten wie bei den anderen auch Proton-GE – und installieren. Ja, und bei mir hat da wirklich auf Anhieb alles funktioniert, auch Ubisoft Connect. Ich muss sagen: Einfacher geht es wirklich nicht. Aber GOG ist nicht direkt integriert, und auch der Epic Games Launcher wurde gerade ganz frisch zum Zeitpunkt dieser Aufnahme temporär wegen irgendwelcher inkompatibler Updates entfernt. Der sollte aber irgendwann wieder aufkreuzen, denke ich. Und für die beiden gibt es ja eh auch den Heroic Launcher.

Ihr fragt euch vielleicht: Hä, warum nicht gleich einfach nur den Faugus-Launcher verwenden? Ja, das Ding ist: Der läuft noch etwas unter dem Radar, und falls es mal Probleme geben sollte, gibt es dementsprechend weniger Dokumentation bzw. Community-Hilfe im Vergleich zu beispielsweise Lutris. Zusätzlich habe ich hier und da davon gelesen, dass sowas wie HDR manchmal Probleme macht und Spiele sich nicht richtig beenden lassen und ähnlicher Kleinkram. Alles, was ich ausprobiert hatte, lief aber direkt richtig gut. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den mal auszuprobieren, weil einfacher geht es wirklich nicht.

Okay, es gibt viele Möglichkeiten, so gut wie jedes Spiel unter Linux zum Laufen zu bringen. So gut wie – denn ich muss mich leider noch einmal aufregen.

Die Sache mit dem Anticheat

Es gibt leider noch so viele Spiele, die aufgrund von komplett invasiver, sich tief ins System grabender und obligatorischer Anti-Cheat-Software nicht auf Linux laufen. Das ist vor allem bei großen Multiplayer-Titeln ein Ding, bei denen die zwingend im Hintergrund laufen müssen. Hier mal ein paar Beispiele von Spielen, die, Stand jetzt, unter keinen Umständen unter Linux laufen: Fortnite, PUBG, Apex Legends (und das hat sogar mal funktioniert), Rainbow Six Siege, Battlefield 6, EA FC, GTA-5-Multiplayer und alle Spiele von Riot Games – also League of Legends, Valorant, TFT und 2XKO.

Riots Anti-Cheat-Programm heißt Vanguard und greift sehr tief ins System ein. Das läuft nämlich auf Kernel-Level. Das heißt, dass das Ding quasi auf der tiefsten Ebene des Systems und mit allen damit verbundenen Rechten arbeitet. Damit hat die Software in der Theorie Zugriff auf Treiber, Dateisystem, Netzwerk und vieles mehr – was echt ein bisschen hardcore ist, nur damit ich hier League of Legends spielen kann. Potenziell kann die Software damit auch einiges kaputt machen, ganz zu schweigen von den vielen anderen Problemen, die das Ding ohnehin schon macht. Bisher läuft Vanguard sogar direkt ab Systemstart, aber Riot hat jetzt ganz frisch angekündigt, zumindest daran etwas ändern zu wollen. Damit das allgemein auf Linux funktionieren könnte, müsste Vanguard komplett auf den Linux-Kernel angepasst werden. Und ja, ich will mir eigentlich wirklich gar nicht ausmalen, was dabei alles kaputtgehen könnte.

Naja, Easy Anti-Cheat kann im Gegensatz zu Vanguard unter Linux laufen, wenn die Spieleentwickler das aktiv anschalten bzw. nicht blockieren. Beispielsweise ist der Easy Anti-Cheat bei Elden Ring für Linux nicht blockiert, und das Spiel läuft. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass ein Spiel, wenn es auf dem Steam Deck als Verified gelabelt werden soll, auch mit Anti-Cheat auf Linux laufen muss. Fortnites Anti-Cheat ist beispielsweise auf Linux nicht freigegeben, weswegen das Spiel einfach gar nicht läuft. Aber es gibt Grund zur Hoffnung: Anscheinend hat Epic Games eine Stellenanzeige für einen Senior Game Security Engineer ausgeschrieben, und die Stelle soll sich mit den Linux-Anti-Cheat-Fähigkeiten von Epic befassen. Vielleicht wird es ja eines Tages doch noch was mit Linux und Anti-Cheat.

Bis dahin: Schreibt gerne mal in die Kommentare, was ihr gerade spielt, auf welchem System und wie das so läuft. Bis zum nächsten Mal. Tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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  • 03. Juli 2026 um 18:00

Rekord bei der Aufrüstung – darf man noch Abrüstung fordern?

Von Telepolis
Deutsche Gepard-Flugabwehrwaffe  im Feld

Deutsche Gepard-Flugabwehrwaffe auf Basis des Leopard-1-Panzerchassis wird in der ukrainischen Luftverteidigung eingesetzt. Bild: Shutterstock.com

Deutschlands Verteidigungsausgaben erreichen historische Höchststände. Doch können friedenspolitische Positionen noch offen diskutiert werden? Gastbeitrag.

Die mächtigen Staaten werden autoritärer und aggressiver. Die europäischen Demokratien stehen mit dem Rücken zur Wand. Müssen sie sich bis an die Zähne bewaffnen? Oder welche Alternativen gibt es?

Dürfen friedenspolitische Perspektiven noch öffentlich diskutiert werden, ohne dass eine Ausgrenzung zu befürchten ist?

Die offiziell anerkannten und finanziell geförderten deutschen Friedensforschungsinstitute, die noch im 2025er-Gutachten auf eine Kritik der gegenwärtigen Sicherheitspolitik weitgehend verzichteten, finden 2026 inzwischen kritischere Einschätzungen der sicherheitspolitischen Situation.

Die Friedensforschungsinstitutionen (BICC / IFSH / INEF / PRIF) nehmen in ihrem Jahresgutachten 2026 [1] eine umfassende Analyse der aktuellen Konfliktsituationen vor. Sie fassen ihre Ergebnisse einleitend zusammen:

"Die imperialistische Großmachtpolitik ändert die Vorzeichen von Krieg, Frieden und Sicherheit. Staaten agieren zunehmend wie Warlords und setzen Krieg als Mittel der Politik ein. Übergänge von Gewaltkonflikten zu Frieden werden als 'Deals' behandelt, Mittelmächte wie die Golfstaaten treten mit neuem Selbstbewusstsein, aber ambivalentem Kurs auf, und technologische Innovation verändert Kriege und erschwert die Regulierung. Zugleich befindet sich die internationale Kooperation in der Friedenssicherung – etwa in der Entwicklungszusammenarbeit oder in den Vereinten Nationen – in ihrer schwersten Krise."

Kosten der gegenwärtigen Aufrüstungsspirale

Die Welt rüstet ungebremst auf. Sicherheitspolitik erscheint in diesem Kontext weniger als Friedenssicherung, sondern unter aktiver und profitierender Mitarbeit des jeweiligen militärisch-ökonomischen Komplexes als der Versuch, den potenziellen Gegner über Aufrüstung einzuschüchtern und abzuschrecken.

Frieden gerät in diesem Kontext zu einem sehr engen und auf "Versicherheitlichung" verkürzten Verständnis, bei dem (vielleicht) die Waffen schweigen, weil jeder vor dem anderen Angst hat. Abrüstung als Forderung scheint angesichts der offiziell verbreiteten Sicherheitslage abwegig und erhält in den Mainstream-Medien auch keine Beachtung.

Die Regierungen sind im Gegensatz zur Abrüstungsforderung bereit, einen großen Teil ihres gesellschaftlich erarbeiteten Wohlstands für Waffenproduktion und militärische Infrastruktur auszugeben.

Das Friedensforschungsinstitut Stockholm International Peace Research Institute SIPRI [2] hat ermittelt, dass 2025 weltweit 2,887 Billionen US-Dollar für Militärausgaben ausgegeben wurden. Hierbei stiegen die Militärausgaben in Europa um 14 Prozent und in Ozeanien und Asien um 8.1 Prozent. USA, Russland und China investierten zusammen insgesamt 1,480 Billionen US-Dollar in die Rüstung (51 Prozent der globalen Ausgaben).

Deutschland hat inzwischen die höchsten Militärausgaben seit 1990 und befindet sich weltweit auf Platz 4. Mit 78 Milliarden Euro hatte Deutschland 2024 erstmals alle anderen westeuropäischen Staaten hinsichtlich der Militärausgaben übertroffen [3]. 2026 sollen die Militärausgaben Deutschlands auf 108,2 Milliarden Euro steigen.

Ein weiteres Anwachsen der Ausgaben für Militär, Geheimdienste und Zivilschutz wird über ein als "Sondervermögen" etikettiertes Schuldenprogramm und eine Grundgesetzänderung ohne Begrenzung nach oben ermöglicht [4]. Hierbei kann durch mehrheitlichen Beschluss des Bundestags zukünftig die Schuldenbremse, z.B. für weitere Aufrüstung, unkompliziert umgangen werden.

Dies wurde noch auf die Schnelle und ohne die erforderliche öffentliche Diskussion vom ausscheidenden 20. Deutschen Bundestag im März 2025 beschlossen. So kommen zu dem bereits 2022 beschlossenen 'Sondervermögen' von 100 Milliarden Euro, noch die eingegangene Nato-Verpflichtung von fünf Prozent des BIP für Verteidigungsausgaben und hierfür einem nach oben hin offenen und nicht durch die Schuldenbremse eingeschränkten Rüstungsetat der nächsten Jahre hinzu.

Des Weiteren sind bisher über 100 Milliarden für die zivile und militärische Unterstützung der Ukraine sowie für nach Deutschland geflüchtete Ukrainer ausgegeben worden. Hinzu kommen ebenfalls die von den Regierungschefs der EU im März 2025 konzipierten 800 Milliarden Euro für ein europäisches Aufrüstungsprogramm, das bis 2030 [5] realisiert werden soll. Auch hier ist Deutschland finanziell maßgeblich beteiligt.

Rechnet man noch die ökonomischen Kosten, z.B. die höheren Energiepreise, durch den Ukraine-Krieg hinzu, berechnete [6] der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzschner, bereits 2024 volkswirtschaftliche Kosten des Ukraine-Kriegs, die weit die 200-Milliarden-Grenze überstiegen.

Die Gesamtsumme dieser Ausgaben wird maßgeblich über Schulden finanziert, sodass die kommende Generation sowohl die Kosten für die Zinsen als auch für die Tilgung mit einem großen Anteil des zukünftigen Bruttoinlandsprodukts bezahlen muss.

Die Notwendigkeit zur Abrüstung müsste daher allein aus volkswirtschaftlichen Überlegungen und der Forderung nach Generationengerechtigkeit heraus ein Thema sein.

Aufrüstung als Gefährdung gesellschaftlicher Sicherheit

Eine neue SIPRI-Studie [7] analysiert die global vorhandene Anzahl nuklearer Sprengköpfe und die zunehmende Gefährlichkeit der Trägersysteme vor dem Hintergrund einer Beendigung der Abrüstungs- und Kontrollverträge.

Laut SIPRI befanden sich Anfang 2026 von den weltweit geschätzten 12.187 Sprengköpfen etwa 9.745 in militärischen Beständen für den potenziellen Einsatz. Während 83 Prozent der nuklearen Sprengköpfe sich aufseiten von USA und Russland befinden, ist China die Macht, die ihr Atomwaffenarsenal (gegenwärtig 620 nukleare Sprengköpfe) am dynamischsten ausbaut.

Problematisch ist hierbei die zukünftige Rolle Künstlicher Intelligenz (KI), die zunehmend in Waffensysteme und auch in militärische Aufklärung und in die Entwicklung automatisierter Angriffspläne integriert wird. Der deutsche Informatikprofessor Karl Hans Bläsius [8] (2026) und zahlreiche internationale Kollegen warnen vor der Fehlerhaftigkeit der KI einerseits und andererseits vor der unkontrollierten Entwicklung generativer KI hin zu einer dem Menschen überlegenen Superintelligenz, die sich u.a. durch ihr sich verselbstständigendes Wirken in Waffensystemen gegen die Menschheit als Ganzes wenden kann.

Auch über unvorhergesehene Zwischenfälle aufgrund einer vergrößerten Kontaktfläche von europäischen Nato-Staaten mit Russlands Grenze sowie über einen Nuklearkrieg aus Versehen aufgrund einer menschlichen Fehleinschätzung oder eines Fehlers der in Waffensystemen eingesetzten KI könnte es zu unkalkulierbaren militärischen Eskalationen kommen.

Ein Sicherheitsdenken, das über eine Aufrüstung oberhalb der Eskalationsgrenze mehr Sicherheit finden will, wird durch die Gegenreaktion des Gegners und eigener technologischer Risiken eher zu weniger Sicherheit führen. Doch wird dies in der politischen Öffentlichkeit angemessen diskutiert? Existiert überhaupt ein öffentlicher Raum, in dem derartige Einschätzungen wirksam zum Zuge kommen können?

Wie wahrscheinlich ist ein russischer Angriff auf die Ukraine?

Im Zuge der gegenwärtigen Aufrüstungsdynamik wirkt die wahrgenommene und öffentlich und medial verstärkte Bedrohung der europäischen Staaten durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als Trigger.

Es wird in den Medien von hochrangigen Persönlichkeiten, u.a. dem Bundesverteidigungsminister, dem Generalinspekteur der Bundeswehr und dem Chef des Bundesnachrichtendienstes, suggeriert [9], dass Russland in den nächsten Jahren höchstwahrscheinlich europäische Nato-Staaten angreifen werde. Daher forderte u.a. Pistorius, dass die deutsche Gesellschaft kriegstüchtig (nicht: friedenstüchtig) werden müsse.

Doch, ob Russland tatsächlich vorhat und auch in der Lage ist, einen Nato-Staat – trotz Artikel 5 des Nato-Vertrags – anzugreifen, ist eher fraglich. Sicherlich ist m.E. die gegenwärtige russische Regierung eine politische Macht, die nach innen und außen repressiv wirkt. Auch kann man wohl der Aussage Putins zurecht misstrauen, dass keine Angriffsabsicht vorliege.

Seinen Aussagen kann man genauso wenig wie Trumps irrlichternden Erklärungen oder Honeckers damaliger Aussage, es habe niemand vor, eine Mauer zu bauen, Glauben schenken. Hierüber sollte man sich keine Illusionen machen.

Doch die Tatsachen, dass es Russland nun im 5. Jahr nicht geschafft hat, der Ukraine eine militärische Niederlage zu bereiten und selbst der europäische Teil der Nato im konventionellen Waffenbereich materiell und personell Russland deutlich überlegen [10] ist, sprechen allerdings gegen diese Vermutungen einer russischen Angriffsabsicht auf die Nato. Hierbei ist das übermächtige militärische Potenzial der USA noch gar nicht eingerechnet.

Auch der angesehene Militärexperte Ex-Oberst Wolfgang Richter geht sogar mit Bezug auf US-amerikanische Einschätzungen von keinem in den nächsten Jahren bevorstehenden Angriff russischer Streitkräfte auf Nato-Gebiet aus – so Richter [11] im Interview mit Telepolis: [12]

"Die jüngste Nationale Sicherheitsstrategie der USA stellt zu Recht fest, dass die konventionellen Fähigkeiten Europas denjenigen Russlands deutlich überlegen sind. Zudem ist zu berücksichtigen, dass 80 Prozent der russischen Landstreitkräfte in der Ukraine gebunden sind und hohe Verluste erleiden. (...)

Die Erwartung, Russland könne seine Streitkräfte aus der Bindung in der Ukraine rasch lösen, um sich gegen europäische Nato-Nachbarn zu konzentrieren, ist unrealistisch, selbst wenn es bald zu einem Waffenstillstand käme. Moskau wird noch für Jahre das Risiko einkalkulieren müssen, dass Kiew bei günstigerer Lage eine Revision territorialer Verluste anstreben wird.

Aber selbst wenn man das außer Acht lässt, würde Moskau keine militärische Parität mit den europäischen Alliierten erreichen."

Wenn also in der russischen Regierung und den Mächten, die hinter ihnen stehen, noch ein rationales Kalkül vorherrscht, dann dürfte ein russischer Angriff extrem unwahrscheinlich sein. Anders sieht dies aus, wenn der russische Staat und dessen regierende Kreise aufgrund fortschreitender militärischer Bedrohung und massiver Angriffe von außen in den Binnenraum Russlands in die Enge getrieben fühlt und auch innenpolitisch unter Druck gerät.

Dann sind auch durchaus irrationale Verhaltensweisen, wie der Einsatz einer taktischen Atombombe, mit unkalkulierbaren Folgen denkbar. Dies sollte man bei allen militärischen und politischen Entscheidungen mitbedenken, wenn man verantwortliche Sicherheitspolitik betreiben möchte.

Umverteilung im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine

Anstatt also angesichts dieser Situation in eine Verhandlungsoffensive zu gehen, wird hingegen die Rüstungsspirale noch weiter intensiviert - in der Hoffnung, Russland werde schon nachgeben. Doch Russland rüstet ebenfalls auf, erhöht seine Rüstungsproduktion, transformiert seine Ökonomie in eine Kriegswirtschaft, entwickelt noch gefährlichere Waffen.

So ist beispielsweise die Hyperschallrakete Oreschnik, die auch nukleare Sprengköpfe tragen kann, kaum abzuwehren.Die aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Ressourcen werden sowohl im Nato-Westen als auch in Russland, natürlich auch in China, destruktiv verwendet.

Das Geld zukünftiger Generationen wird buchstäblich verbrannt. Gleichzeitig wird dieses Geld der Pflege, den Renten, den Schulen und den sozial Benachteiligten und auch einer an einem gerechten Ausgleich orientierten Entwicklungspolitik weltweit entzogen. Nur die Anteilseigner der Rüstungsindustrie profitieren von der Eskalationsspirale. Es ließen sich traumhafte Gewinne an der Aktienbörse im Zuge des Kriegs in der Ukraine realisieren.

Des Weiteren findet die notwendige Intensivierung des staatlichen und transnationalen Engagements gegen die eintretende Klimakrise nicht statt. Am besten leugnet man diese (siehe Trump und die gegenwärtige US-Regierung), dann werden auch diese Gelder zukünftig u.a. für Militärausgaben frei.

Auch Russland, mit weltweit dem viertgrößten CO2-Ausstoß und einem auftauenden Permafrostboden, senkte 2025 [13] seine Reduktionsziele für Kohlendioxid-Emissionen drastisch. Trump und Putin sind die weltweit größten Fossildealer, eine Abrüstung mit dem Ziel, Ressourcen für den Aufbau regenerativer Energiewirtschaft zu gewinnen, ist außerhalb ihres Problemhorizonts und abwegig hinsichtlich ihrer ökonomischen Interessenlage.

Zur Verteidigungsfähigkeit gehören Kompetenzen zur Zusammenarbeit

Sicherlich muss ein notwendiges Mindestmaß an Verteidigungsfähigkeit eines Staates in militärischer, gesellschaftlicher und politischer Hinsicht gegeben sein. Wir können leider nicht von der Friedfertigkeit aller Nationen ausgehen – wann war das schon einmal der Fall?

Dennoch sollten der Umfang der Ausgaben und die Gefährlichkeit der Waffensysteme transparent für andere Staaten deutlich unterhalb der Eskalationsschwelle liegen, bei der sich ein anderer Staat bedroht fühlt.

Zur Verteidigungsfähigkeit gehören insbesondere ein entsprechender friedenspolitischer Wille und ein politisches Personal mit diplomatischen Fähigkeiten, das in der Lage ist, international eine Sicherheitsarchitektur auszuhandeln, die Kriege, wie in der Ukraine, unwahrscheinlich werden lassen. Hierzu ist es notwendig, den Verhandlungspartnern genau zuzuhören und deren Sicherheitsinteressen wahrzunehmen.

Auf Maximalforderungen ist auf allen Seiten zu verzichten. In Verhandlungsangeboten sollten die Interessen des Gegenübers zumindest in ersten ernstzunehmenden Ansätzen eingearbeitet sein – so noch einmal Wolfgang Richter im Telepolis-Interview [14]:

"Mit anderen Worten, eigene Bedrohungsperzeptionen müssen mit denen des potentiellen Gegners abgeglichen werden, um zu einem realistischen Bild zu kommen. Dass sie immer subjektiv sind und sich diametral unterscheiden können, ist kein Argument dagegen, zuzuhören und einen Ausgleich über Rüstungskontrollverhandlungen zu suchen."

Und: Auch nach diplomatischen Misserfolgen darf nicht aufgegeben werden! Lieber zehnmal vergebens verhandeln und beim 11. Versuch einen ersten Erfolg zur Deeskalation erzielen. Diese Ausdauer und Zielstrebigkeit sollte vorhanden sein, um die weitere Rüstungseskalation und eine durch irrationales Handeln ausgelöste militärische Katastrophe, einen Nukleareinsatz bzw. einen Krieg im eigenen Land zu verhindern.

Militärische Abrüstung wird nicht einseitig erfolgen können. Der Abrüstungsprozess sollte international abgestimmt unter der Leitung multilateraler Organisationen Schritt für Schritt erfolgen. Die Voraussetzung hierfür ist die Einstellung der Kriegshandlungen und die Einleitung des Friedensprozesses. Wie schwierig dies ist, ist im Nahen und Mittleren Osten, in der Ukraine, in Libyen oder im Sudan zu sehen.

Das Ziel von Verhandlungen ist letztlich eine stabile und abgesicherte Entwicklung zu einem regionalen und letztlich auch zum globalen Frieden. Parallel hierzu und auch noch danach sind international abgestimmte Abrüstungs- und Rüstungskontrollverträge unter der Koordination der Vereinten Nationen bzw. der OSZE auszuhandeln und zu ratifizieren.

Dies würde erneut eine umfangreiche Friedensdividende erzeugen, die zur Bewältigung der aktuellen und noch kommenden Krisen dringend notwendig sein wird.

Wo sind die politischen Kräfte in Deutschland, die in der Lage sind, eine derartige Analyse vorzunehmen und entsprechende Handlungsschritte wirkungsvoll im Rahmen internationaler Zusammenarbeit einzuleiten?

Braucht Deutschland eine neue politische Elite bzw. eine umfangreiche Demokratisierung, die friedenspolitisch kompetentere Persönlichkeiten hervorbringt?

Welche Rolle könnten eine zu mobilisierende Friedensbewegung und eine kritische Friedensforschung [15] spielen, die mit der notwendigen Sensibilität und Unabhängigkeit überall dorthin blickt, wo das Völkerrecht und Menschenrechte verletzt werden?

Was darf öffentlich kommuniziert werden?

Noch haben wir in Deutschland und der Europäischen Union eine Situation, in der unterschiedliche Meinungen offen kommuniziert werden können. Der Fall von Oberst Jacques Baud und anderen Sanktionierten jedoch zeigt [16], dass es bereits auf EU-Ebene problematische Fälle und Versuche gibt, friedenspolitische Meinungsfreiheit ohne Anklage, ohne gerichtliche Anhörung und ohne Gerichtsverfahren einen richterlichen Beschluss massiv einzuschränken, hierbei Existenzen zu vernichten.

Wenn EU-Bürgern im Zuge der Sanktionen gegen das russische Regime z.B. aufgrund ihrer abweichenden Einschätzung der historischen Vorgänge, die zum Krieg in der Ukraine führten, die Möglichkeit ohne Gerichtsverfahren entzogen werden kann, ein Bankkonto zu führen, Kreditkarten zu benutzen und das Land zu verlassen, muss sich gefragt werden, ob hier nicht die Möglichkeiten der 'wehrhaften Demokratie' überschritten werden, die Exekutivrechte nicht zu dominant sind und ein System mit demokratischem Anspruch sich selbst beschädigt.

Ebenfalls problematisch ist der Umgang in der bundesdeutschen Politik und politischen Öffentlichkeit mit Personen, die es wagen, eine auf militärische Eskalation setzende Sicherheitspolitik kritisch zu hinterfragen.

Der ehemalige SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich und sogar die letzte sozialwissenschaftliche Ikone Deutschlands, der verstorbene Jürgen Habermas, wurden lächerlich gemacht und als naiv bezeichnet, als sie vor einem 'point of no return' warnten und eine Intensivierung diplomatischer Aktivitäten mit Russland einforderten. Allzu leicht werden Kritiker des aktuellen Sicherheitskurses entweder als tagträumerische Pazifisten oder als Verbündete Putins diskreditiert [17].

Der renommierte Friedensforscher Johannes Varwick von der Universität Halle macht in seinem Buch "Stark für den Frieden [18]" (2026) deutlich, wie er aus vielen sicherheitspolitischen und medialen Zusammenhängen ausgegrenzt wurde, sobald er die Priorisierung einer militärischen Eskalationsstrategie Strategie kritisierte.

Er hält die Forderung nach Kriegstüchtigkeit für ein "fehlgeleitetes Konzept" und fordert Friedensfähigkeit ein, die eine Verteidigungsfähigkeit einschließt.

Varwick schreibt über die Notwendigkeit wissenschaftlicher Unabhängigkeit gerade in friedenspolitischen Krisenzeiten:

"Diese Unabhängigkeit habe ich stets als Verpflichtung verstanden, nicht dem Zeitgeist hinterherzulaufen oder Mainstream-Positionen zu replizieren, sondern ohne Loyalitäten, Zwänge oder Druck nachzudenken. Im Jahr 2022 habe ich gleichwohl mit diesem Ansatz meinen Zugang zur Politik in weiten Teilen verloren: Wer sich zu weit vom Mainstream entfernt, der wird kaltgestellt." (Stark für den Frieden) [19]

Doch müsste nicht die öffentliche friedenspolitische Kommunikation ihre Räume in einem annähernd diskursiven Sinne erweitern, um den drohenden Risiken gerecht zu werden? Müsste nicht gerade denjenigen genau zugehört werden, die sich nicht anpassen und die über eine eigenständige friedenspolitische Urteilsbildung verfügen?

In diesem Sinne kritisiert die Zeit-Redakteurin Anna Mayr zu Recht das öffentliche Sprechen in Kategorien der 'Versicherheitlichung':

"Natürlich ist das Ziel solchen Sprechens, zu signalisieren, dass man nicht naiv ist. Dass der Klügere heutzutage nicht mehr nachgibt, sondern Drohnen baut. Aber Politik muss nicht nur formulieren, was ist. Sondern auch was sein soll."

Und sie kritisiert den Umgang mit abweichenden, vielleicht durchaus zu bedenkenden, friedenspolitischen Positionen:

"Es bringt nichts, Menschen zu diffamieren, die sich über Waffenlieferungen in die Ukraine (Post aus Moskau!) oder nach Israel (Antisemiten!) beschweren (…) Es kommt eher so rüber, als hätte man etwas zu verbergen. Als fehlte es einem an Anstand und Mitgefühl." Die Zeit, 25.6.2026 [20]

Auch wenn dies wider den Zeitgeist erscheinen mag, sollten Fragen der Friedenssicherung ohne die Intensivierung der Aufrüstungsspirale sowie Fragen von Abrüstung und Rüstungskontrolle wieder stärker in die öffentliche Aufmerksamkeit genommen werden.

Wenn eine Diskriminierung und eine Ausgrenzung von Personen mit einer vom medial vermittelten Mainstream abweichenden Haltung zu beobachten ist, ist genau hinzusehen, wer hier mit welchem Interesse versucht, Friedensforderungen in Verbindung mit Abrüstungsverhandlungen mundtot zu machen.

Der Autor unterstützt den neuen Abrüstungsappell "Abrüstung JETZT! [21]" ist einer der Erstunterzeichner des Friedensappells

Klaus Moegling, Politikwissenschaftler und Soziologe, Schwerpunkte in der Friedens- und Demokratieforschung, zuletzt apl. Professor am Fb Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel, Webseite: www.klaus-moegling.de [22], zusammen mit Josef Mühlbauer Ko-Autor des aktuell erschienen Herausgeberbandes "Wege zum Frieden" [23].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353530

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.friedensgutachten.de/
  2. https://www.sipri.org/media/press-release/2026/global-military-spending-rise-continues-european-and-asian-expenditures-surge
  3. https://de.euronews.com/2025/04/28/weltweit-auf-4-platz-deutschland-hat-die-hochsten-militarausgaben-seit-1990
  4. https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/560839/grundgesetzaenderung-fuer-verteidigung-und-sondervermoegen/#node-content-title-3
  5. https://www.merkur.de/politik/gegen-trump-und-putin-eu-gipfel-fuer-ukraine-hilfen-europa-ruestet-93637335.html#:~:text=Update%2C%2019.50%20Uhr%3A%20Bis%202030%20will%20die%20EU,in%20den%20kommenden%20f%C3%BCnf%20Jahren%20entschieden%20zu%20st%C3%A4rken.
  6. https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100348462/hunderte-milliarden-das-kostet-der-ukrainekrieg-die-deutschen-bislang.html
  7. https://www.sipri.org/media/press-release/2026/increasing-focus-nuclear-weapons-amid-heightened-escalation-risks-new-sipri-yearbook-out-now
  8. https://www.deutschlandfunk.de/forschende-fordern-sicherheitsstandards-fuer-ki-interview-k-h-blaesius-100.html
  9. https://www.tagesschau.de/investigativ/wdr/russland-nato-militaer-100.html
  10. https://www.freitag.de/autoren/klaus-moegling/kriegsfaehigkeit-und-us-mittelstreckenraketen-kann-russland-die-nato-angreifen
  11. https://www.telepolis.de/article/Militaerexperte-sicher-Russischer-Angriff-auf-die-Nato-ist-nicht-plausibel-11330829.htm
  12. https://www.heise.de/tp/article/Militaerexperte-sicher-Russischer-Angriff-auf-die-Nato-ist-nicht-plausibel-11330829.html
  13. https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-08/russland-treibhausgas-emissionen-erhoehung-dekret
  14. https://www.heise.de/tp/article/Militaerexperte-sicher-Russischer-Angriff-auf-die-Nato-ist-nicht-plausibel-11330829.html
  15. https://www.dampfboot-verlag.de/de/buecher/wege-zum-frieden
  16. https://taz.de/Der-Fall-Jacques-Baud/!6177064/
  17. https://www.telepolis.de/features/Lumpenpazifisten-Feiglinge-Putin-Freunde-10251865.html
  18. https://westendverlag.de/Stark-fuer-den-Frieden/2382
  19. https://westendverlag.de/Stark-fuer-den-Frieden/2382
  20. https://www.zeit.de/2026/28/ruestungsausgaben-bundesregierung-militaer-krieg-frieden/seite-3
  21. https://c.org/S4Wfr5kvKN
  22. http://www.klaus-moegling.de/
  23. https://www.dampfboot-verlag.de/de/buecher/wege-zum-frieden

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  • 03. Juli 2026 um 17:00

Spritkrise in Russland: Chinesische E-Autos füllen das Markt-Vakuum

Von Telepolis
Symbol für einen Elektroauto-Parkplatz.

(Bild: heise online / anw)

Russlands Zapfsäulen laufen trocken. Während die Nachfrage nach Chinas E-Autos rasant steigt, bremsen Ladeprobleme in Moskau den Durchbruch.

Russland ist der drittgrößte Ölproduzent der Welt, aber ihm geht das Benzin aus. In Noworossijsk, Heimathafen des größten russischen Ölterminals am Schwarzen Meer, verkaufen Tankstellen derzeit keinen Tropfen Benzin [1] mehr, berichtet Bloomberg.

Und lediglich acht Tankstellen in der 500.000-Einwohner-Stadt wird noch Diesel in begrenztem Umfang angeboten. Das Paradoxe an der Situation ist, dass über genau diesen Hafen im Juni täglich mehr als 980.000 Barrel Rohöl in den Export flossen.

Die Ursache der Krise liegt in ukrainischen Drohnen, die seit Monaten systematisch auf russische Raffinerien zielen. Analysten schätzten zuletzt den Ausfall auf 20 bis 30 Prozent der gesamten Verarbeitungskapazität, acht der zehn größten Raffinerien [2] sollen bereits beschädigt sein.

Weil westliche Sanktionen die Beschaffung von Ersatzteilen für Katalysatoren und Steuerungssysteme blockieren, dauern Reparaturen inzwischen Monate statt Wochen.

Spritpreise explodieren: Ausnahmezustand auf der Krim und in Sewastopol

Die Folgen spüren Millionen Autofahrer direkt. Auf der Krim, wo die Behörden bereits den Ausnahmezustand ausgerufen haben [3], stiegen die Benzinpreise laut der Statistikbehörde Rosstat innerhalb einer Woche um 30 Prozent . Für Sewastopol ist diese Situation dokumentiert.

Landesweit liegt der Durchschnittspreis bei 72,38 Rubel pro Liter, doch Reuters-Reporter dokumentierten in Engpassregionen Preise von umgerechnet 2,42 US-Dollar [4].

Suchanfragen nach „Wie man Kraftstoff absaugt“ explodierten laut Yandex-Daten von 697 auf über 9.300 binnen eines Monats, heißt es bei Reuters weiter. In der Region Transbaikalien strichen Behörden demnach Buslinien, ein Müllentsorger stellte in vier Bezirken den Betrieb ein.

Geely und Dongfeng statt Diesel

Für chinesische Autobauer ist die Krise in Russland dagegen ein Konjunkturprogramm. Das Moskauer Autohaus EN Cars, spezialisiert auf chinesische Marken, verkauft laut Reuters mittlerweile zwei bis drei Elektrofahrzeuge pro Tag. Vor wenigen Wochen waren es demnach zwei bis drei pro Monat, wie Gründer Jewgenij Zabelin erklärte [5].

Die Nachfrage sei „um ein Vielfaches gestiegen“, bei günstigen wie bei Premium-Modellen.

Laut der Analyseagentur Autostat dominieren Geely, Dongfeng, GAC und Chery den russischen Markt für Elektrofahrzeuge. In den ersten fünf Monaten des Jahres stiegen die Verkäufe neuer Plug-in-Hybride um 125 Prozent auf rund 24.600 Einheiten. Rein elektrische Neuwagen legten um 19 Prozent auf 4460 Stück zu.

Seit dem Rückzug westlicher Hersteller 2022 haben chinesische Konzerne das Vakuum systematisch gefüllt [6]. So produziert Chery etwa im ehemaligen VW-Werk in Kaluga Tiggo-SUVs, die Premiummarke Exeed wird im früheren Mercedes-Werk bei Moskau gefertigt, und Haval betreibt ein eigenes Werk in Tula.

Infrastruktur-Krise: Warum Russlands E-Auto-Boom in Moskau stockt

Trotz des Booms bleiben Elektroautos eine Nische: Nur 4,3 Prozent aller Neuwagen in Russland waren 2025 elektrifiziert. Das dünne Ladenetz und die enormen Entfernungen bremsen den Durchbruch.

Ein Käufer, der bereits einen Hybrid und ein E-Auto besitzt, formulierte es gegenüber Reuters so: „Auf dem Land lade ich zu Hause. In Moskau ist es ein echtes Problem, ordentlich aufzuladen“.

Weniamin Kondratjew, Gouverneur von Krasnodar, empfiehlt Bürgern deshalb Methan-Fahrzeuge als Alternative. Die Nutzung solcher Umrüstungen stieg laut dem nationalen Gasverband bereits um 35 Prozent.

Ob das reicht, um die Krise zu bewältigen, hängt letztlich davon ab, wie lange Drohnen noch auf Raffinerien treffen – und wie schnell Moskau die beschädigte Infrastruktur reparieren kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353472

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-03/russia-s-oil-port-city-on-black-sea-is-fast-running-out-of-fuel
  2. https://www.heise.de/tp/article/Gazprom-Anlagen-brennen-Russlands-Wirtschaft-ist-im-Endstadium-11339941.html
  3. https://www.heise.de/tp/article/Krim-im-Ausnahmezustand-Drohnenangriffe-laehmen-Infrastruktur-11350329.html
  4. https://www.reuters.com/business/energy/russian-frustration-rises-fuel-crisis-bites-2026-07-02/
  5. https://www.reuters.com/business/energy/russian-fuel-crisis-prompts-rush-electric-cars-2026-07-02/
  6. https://www.heise.de/tp/article/Comeback-mit-neuen-Partnern-Russlands-Autobranche-im-Wandel-11311649.html

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  • 03. Juli 2026 um 15:35

Anzeige: Einhell-Plus-Akku bei Amazon günstiger als im Schnitt der vergangenen Wochen

Von Benjamin Gründken

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Amazon hat Einhells 18-V-Plus-Akku reduziert und macht damit zusammen mit einem anderen Shop den besten Preis laut Preisvergleich.
Der Plus-Akku von Einhell fällt kompakter aus als die gängigen Batterien der deutschen Hersteller aus. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Einhell; Montage: Golem.de) amazon Affiliate

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Der Plus-Akku von Einhell fällt kompakter aus als die gängigen Batterien der deutschen Hersteller aus. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Einhell; Montage: Golem.de

Einhell zählt mittlerweile zu den großen Anbietern von Akkumaschinen. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen erneut über eine Milliarde Euro Umsatz generiert.

Einhell nimmt vor allem die Heimwerker in den Blick. Viele Maschinen können und müssen es daher auch nicht mit Bosch Professional oder mit Makita aufnehmen. Die meisten Werkzeuge sind im Netz jedoch solide bewertet.

Neben den gängigen Akkus der Power-X-Change-Reihe gibt es bei Einhell inzwischen auch eine Plus-Reihe. Hier kommen modernere Akkuzellen zum Einsatz. Das Set aus 4 Ah großem Plus-Akku und Ladegerät ist bei Amazon nun zum besten Vergleichspreis im Angebot.

Was hat der Plus-Akku zu bieten?

Der Einhell-Plus-Akku mit 4 Ah erinnert durch sein Format eher an die 2,5-Ah-Akkus aus der regulären Linie. Möglich machen es die kompakteren Akkuzellen.

Es bleibt bei einem ABS-geschützten Batteriemanagement, einer geringen Selbstentladung ohne Memory-Effekt, wie der Hersteller verspricht, und einem gegen Staub geschützten Gehäuse. Auch die 3-stufige Ladestandsanzeige ist wieder an Bord.

Bei Amazon zahlt man für das Set aus 4 Ah großen Plus-Akku samt Ladegerät aktuell nur 39,96 Euro

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. Laut Preistracker Keepa ist das der bisher beste Amazon-Preis exklusive Coupons und Prime – bei einem 90-Tage-Mittel von 44,48 Euro. Hier sei allerdings angemerkt, dass der Onlineriese am Prime Day zwei Tage lang nur 37,99 Euro verlangte.

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Neben Amazon ruft auch Voelkner laut Geizhals-Preisvergleich diesen Preis auf. Der Konkurrent liefert sogar gratis, Amazon bei diesem Warenwert jedoch erst mit Prime-Abo.

Ausnehmend beliebt: der Doppelpack aus zwei 4 Ah großen Akkus

Ein Bestseller bei Amazon ist derweil das Twinpack aus zwei 4 Ah großen Standardakkus. Es hat sich allein im vergangenen Monat laut Produktseite

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über 5.000-mal verkauft, kostet aber schon seit Längerem den aktuellen Betrag von 52,89 Euro.

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Günstiger ist aktuell keiner der 30 mit einem Vergleichsangebot im Preisvergleich gelisteten Shops.

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  • 03. Juli 2026 um 19:01

China GaN-Konkurrent: Infineon setzt Verbot von Innoscience in Deutschland durch

Von Achim Sawall
Die juristische Schlacht zwischen Infineon und Innoscience aus China erreicht eine neue Spitze. Nun soll es ein Verkaufsverbot gegen Innoscience in Deutschland geben.
Infineons CoolGaN Drive HB 600 V G5 im Jahr 2026 (Bild: Infineon)
Infineons CoolGaN Drive HB 600 V G5 im Jahr 2026 Bild: Infineon

Das Landgericht München I hat in einer Serie von Patentverletzungsverfahren zwischen den Konkurrenten Infineon Technologies und Innoscience aus China erneut zugunsten des deutschen Konzerns entschieden. Das gab der Chiphersteller am 3. Juli 2026 in München bekannt. Es wird Innoscience untersagt, weitere GaN-Produkte nach Deutschland einzuführen sowie sie in Deutschland zu verkaufen und zu vermarkten.

Ebenso verpflichtet das Gericht Innoscience zur Zahlung von Schadenersatzan Infineon, dessen Höhe nicht genauer spezifiziert wurde. Bereits in mehreren Prozessen zuvor setzte Infineon gegen den Konkurrenten aus China durch, dass Produkte von Innoscience geistige Eigentumsrechte von Infineon verletzen würden. Die Prozessserie begann im August 2025.

Juristische Vernichtungsschlacht statt Wettbewerb: Infineon und Innoscience

Innoscience wirbelte den Markt für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter in den vergangenen Jahren mit aggressiven Preisen und hohen Produktionskapazitäten bei 8-Zoll-Wafern auf und nahm Infineon, die kurz zuvor GaN Systems für 830 Millionen US-Dollar gekauft hatten, Marktanteile ab. Wichtiger war noch der Kauf von International Rectifier im Jahr 2015 für 3 Milliarden US-Dollar: Die Firma verfügte über jahrelange Grundlagenforschung in GaN-on-Silicon und ein großes Patentpaket.

Infineon bündelt seine Galliumnitrid-Produkte unter dem Markennamen CoolGaN. Während der Konkurrent Innoscience vor allem auf dem Consumer-Markt für Smartphone-Netzteile stark ist, setzt Infineon auf Produkte im Bereich Rechenzentren, Industrieautomatisierung und Elektrofahrzeuge. Diskrete GaN-Transistoren (GaN-HEMTs) reduzieren die Schaltverluste im Vergleich zu herkömmlichem Silizium erheblich. Sie kommen in Hochleistungsnetzteilen, Servern und Telco-Basisstationen zum Einsatz.

Innoscience hatte Ende 2024 in Suzhou geklagt, weil Infineon seinerseits zwei Kernpatente von Innoscience verletzt habe. Im Mai 2026 gab das Gericht Innoscience recht und verhängte ein Vertriebsverbot gegen Infineon-GaN-Produkte in China.

Der oberste Gerichtshof in China bestätigte die einstweilige Verfügung im Juni letztinstanzlich. Da Infineon die betroffenen GaN-Chips dennoch am 1. Juli 2026 auf der Messe Electronica China in Shanghai ausstellte, schaltete Innoscience die dortige Messe-Schiedsstelle für geistiges Eigentum ein. Infineon musste die betroffenen Produkte von seinem Stand entfernen.

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  • 03. Juli 2026 um 19:00

Anzeige: Amazon-Angebot im Check | Sabrent-Festplatten-Dock für 24,99 Euro

Von Claus Ludewig

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

Bei Amazon gibt es aktuell bis zum 12. Juli die Festplatten-Dockingstation von Sabrent im Angebot. Wir haben uns das aktuelle Angebot näher angesehen.
Aktuell kann man bei Amazon die Festplatten-Dock Sabrent EC-DFLT im befristeten Angebot kaufen. (Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon) amazon Affiliate

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Aktuell kann man bei Amazon die Festplatten-Dock Sabrent EC-DFLT im befristeten Angebot kaufen. Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon

Bereits seit Monaten tobt die Speicherkrise. Schließlich liefern die Hersteller ihre Speicherzellen lieber an die Betreiber von Rechenzentren für KI-Tools, statt sie für SSDs, RAM etc. bereitzustellen. Wer seine alte Festplatte angesichts der aktuellen Krise an verschiedenen PCs nutzen will, für den bieten sich USB-HDD-Adapter an. Ein beliebtes Modell gibt es bei Amazon im Angebot. Wir überprüfen, wie gut dieses Angebot wirklich ist.

Was kostet das Sabrent EC-DFLT-Festplatten-Dock?

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung bietet Amazon die Sabrent EC-DFLT für nur 24,99 Euro

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an. Laut Auskunft von Amazon soll dieses Angebot bis zum 12. Juli gelten. Wie ein Blick in die Keepa-Preishistorie offenbart, gab es dieses Modell in diesem Kalenderjahr mit 22,97 Euro bereits etwas günstiger zu kaufen.

Sabren EC-DFLT Festplatten-Dockingstation für 2,5''/3,5'' SATA HDD & SSD

37,19 €, jetzt: 24,99 € (-33%) bei amazon Zum Angebot

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Was kann das Sabrent EC-DFLT-HDD-Dock?

Wer eine interne Festplatte oder SSD flexibel als externes Laufwerk nutzen möchte, muss nicht zwangsläufig zu einer klassischen USB-Festplatte greifen. Eine günstige Alternative ist die Sabrent EC-DFLT. Die SATA-Dockingstation kostet bei Amazon derzeit weniger als 30 Euro und ermöglicht den schnellen Zugriff auf interne 2,5- oder 3,5-Zoll-Laufwerke, wobei es ein werkzeugloser Einbau ist.

Technisch setzt die Sabrent EC-DFLT auf USB 3.0 beziehungsweise USB 3.2 Gen 1 mit bis zu 5 Gbit/s und unterstützt zusätzlich das UASP-Protokoll (USB Attached SCSI Protocol). Dadurch lassen sich – sofern das eingesetzte Laufwerk schnell genug ist – deutlich höhere Transferraten und geringere Latenzen erzielen als bei herkömmlichen USB-Massenspeicherverbindungen. Die theoretische Obergrenze liegt bei rund 625 MByte/s. In der Praxis erzielt etwa Gagadget.de jedoch nur rund 60 MByte/s an Transferraten, womit die Dockingstation auf dem Niveau mancher externer USB-3.0-Festplatten arbeitet. Eine LED informiert jederzeit über Stromversorgung und Zugriffe auf das Laufwerk.

Unterstützt werden 2,5- und 3,5-Zoll-SATA-HDDs sowie SATA-SSDs. Dank Plug and Play und Hot-Swap lassen sich Datenträger ohne Werkzeug und ohne Neustart wechseln. Treiber müssen unter Windows, MacOS oder Linux nicht installiert werden. Im Gegensatz zu einem NAS oder einer Backup-Software übernimmt die Dockingstation allerdings keine automatische Datensicherung.

Mögliche Alternative

Eine mögliche Alternative ist die WD Elements Desktop. Laut Testern wie dem FAZ-Kaufkompass kommt diese externe HDD auf gut 140 MByte/s an Transferraten. Dadurch wird deutlich schneller gearbeitet, als bei der Sabrent-HDD-Dock. Mit integrierter, 12 TByte großer WD-HDD kostet die WD Elements Desktop aktuell 299,99 Euro

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bei Amazon. Wichtig zu wissen: Diese externe Festplatte ist nicht dafür gemacht, auseinander geschraubt zu werden. Die HDD sitzt gut verbaut im Gehäuse.

Preis, Daten und Fakten zur Sabrent EC-DFLT-HDD-Dockingstation

  • Wer eine Festplatte übrig hat oder seine HDD an verschiedenen PCs nutzen will, für den gibt es externe HDD-Dockingstationen.
  • Beliebt ist etwa die Sabrent-EC-DFLT-Dockingstation, die es bei Amazon aktuell für nur 24,99 Euro zu kaufen gibt.
  • Es lassen sich wahlweise 2,5-Zoll- oder 3,5-Zoll-Festplatten werkzeuglos einbauen.
  • Laut Testern liegt die erzielbare Datenrate bei rund 60 MByte/s.

Quellen: Amazon

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, Gagadget.de, FAZ-Kaufkompass

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  • 03. Juli 2026 um 18:24

Störungsmeldung vom 03.07.2026 21:43

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
03.07.2026 21:43
Region
Emsdetten (02572)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 03. Juli 2026 um 21:43

Kommentar: CISA-Übereifer macht CVSS-Scores wertlos

Von Heise
Laufende Sanduhr im Vordergrund. Im Hintergrund sitzt eine Person in weißem Hemd am Laptop.

(Bild: Min C. Chiu/Shutterstock.com)

CVSS ad absurdum: Zwei „Low“-Lücken in Apache Tomcat wären dank äußerst eigenwilligem CISA-Vulnrichment beinahe zu heisec-Alert-Kandidaten geworden.

Wer als Admin für das Beseitigen von Sicherheitslücken zuständig ist – oder als Journalist über ebensolche berichten will, um Verantwortlichen die Arbeit zu erleichtern –, ist auf zuverlässige Informationsquellen angewiesen. Die müssen im allerersten Schritt beim Priorisieren helfen: Welche Updates sollten möglichst zeitnah durchgeführt werden, um Gefahren abzuwenden, und welche können warten?

Das Common Vulnerability Scoring System (CVSS [1]) soll als De-facto-Standard diese erste Einschätzung erleichtern: Scores von 1.0 („low“) über „medium“ bis hin zum Maximum von 10.0 („critical“) bewerten den Schweregrad. Das klingt wunderbar einfach – doch in der Praxis klaffen die Einschätzungen je nach Quelle oft weit auseinander.

„Jetzt patch …“ – Kommando zurück?

Ursprünglich sollte der Titel dieses Beitrags in etwa so lauten: „Jetzt aktualisieren: Wichtige Sicherheitsupdates für Tomcat und ActiveMQ verfügbar“.

Die Headline eines typischen heise-security-Alerts also, basierend auf einer Warnmeldung des CERT-Bund [2] mit Verweis auf Einträge in der GitHub Advisory Database. Ein Alert deshalb, weil sich unter den gesammelten Sicherheitshinweisen auch zwei als kritisch gekennzeichnete Sicherheitslücken in Apache Tomcat befanden: CVE-2026-53434 [3] und CVE-2026-55276 [4].

Was auf den ersten Blick eindeutig meldenswert schien, verwirrte auf den zweiten. Denn in den Diskussionsbeiträgen auf der Apache-Mailingliste zu CVE-2026-53434 [5] beziehungsweise CVE-2026-55276 [6] schätzt ein Entwickler aus dem Apache-Team die Bedrohung in beiden Fällen als niedrig („low“) ein.

Die Beschreibungen sind jeweils eher knapp. Deutlich wird: CVE-2026-53434 ist nur unter sehr eng gesteckten Bedingungen ausnutzbar, nämlich wenn Admins den sogenannten FFM-Konnektor in Verbindung mit Zertifikatsperrlisten (Certificate Revocation Lists, CRLs) konfiguriert haben. CVE-2026-55276 wiederum ist ein eher vage beschriebener Autorisierungsbug, zu dem ein separates Red-Hat-Advisory [7] anmerkt: „This is a logging-only issue with no runtime security impact[...].“

Im Score vergriffen

Wie kommen nun die in der National Vulnerability Database (NVD) hinterlegten Scores von 9.1 für CVE-2026-55276 [8] beziehungsweise CVE-2026-53434 [9] zustande?

Ein Blick in die NVD-Einträge mit dem Vermerk „CISA-ADP“ offenbart ein Eingreifen der US-Cybersicherheitsbehörde CISA in den Scoring-Prozess. Die hat seit 2024 die Erlaubnis, in ihrer Rolle als Authorized Data Publisher (ADP) Einträge in der CVE-Datenbank eigenmächtig zu vervollständigen. Zwar nur innerhalb eines vordefinierten Daten-Containers, dafür aber ohne Rücksprache mit den CNAs (CVE Numbering Authorities), die die Einträge angelegt haben. Haben diese keinen CVSS-Punktwert hinterlegt, kann die CISA im Rahmen ihres sogenannten Vulnrichment-Prozesses [10] „nachbessern“.

Entwickler haben diese Praxis in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. So äußerte etwa Daniel Stenberg, Erfinder und Hauptentwickler des Open Source-Kommandozeilentools cURL, dass der Prozess des CVSS-Scorings schon per se ein hohes Risiko für Fehleinschätzungen berge. Diese Gefahr werde durch eigene Punkteberechnungen autorisierter Instanzen wie der CISA noch verschärft.

Im Zweifel genauer hinschauen

Schon die Kritik am CVSS-System selbst reicht von der intransparenten Herleitung von Formeln über die Komplexität im Hinblick auf diverse Zusatzmetriken bis hin zu den Eigeninteressen der jeweils bewertenden Personen, die den Score in eine für sie günstige Richtung von Hype bis Verharmlosung verschieben können.

Wenn dann auch noch eine ADP mit fast zufällig wirkenden Scores dazwischenfunkt, wird aus einer grundsätzlich guten Idee eine reine Zeitverschwendung. Und schlimmstenfalls eine Gefahrenquelle für Admins, die Patches irrtümlich hinten anstellen, weil sie sich zu sehr auf einen Score verlassen haben, statt diesen kritisch zu hinterfragen.

Zurück zu Tomcat und ActiveMQ: Die Updates sollten Sie natürlich trotzdem einspielen. Aber in Ruhe und vielleicht sogar beim Hören des Passwort-Podcasts von heise security, dessen aktuelle Folge sich um Sinn und Unsinn von CVSS und anderen Klassifikationssystemen dreht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353573

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Die-wichtigsten-Aenderungen-der-neuen-Schwachstellenbewertung-CVSS-4-0-9318903.html
  2. https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2026-2123
  3. https://github.com/advisories/GHSA-4x29-79gh-6v8q
  4. https://github.com/advisories/GHSA-mqg3-r7h5-24x4
  5. https://lists.apache.org/thread/x510lbq0sfrd1qyo7q3r1mpllgpdcosk
  6. https://lists.apache.org/thread/jy09xjlzn6r2qwvqoph8vcmf959yq68v
  7. https://access.redhat.com/security/cve/cve-2026-55276
  8. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-55276
  9. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-53434
  10. https://www.heise.de/hintergrund/CVEs-Mehr-und-bessere-Infos-zu-Schwachstellen-von-der-CISA-9826196.html
  11. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  12. https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2026-2123
  13. https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2026-2124
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  • 03. Juli 2026 um 17:01

Cloud wird zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft

Von Heise
Rotes X über blauen Wolken auf hellem Hintergrund

(Bild: heise medien)

Deutsche Unternehmen setzen flächendeckend auf Cloud-Dienste – und werden damit anfällig für Ausfälle.

Cloud Computing ist in deutschen Unternehmen praktisch flächendeckend angekommen – und damit auch Risiken bei der Ausfallsicherheit. Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) geht laut dem Cloud-Report 2026 des Digitalverbands Bitkom davon aus, dass ein länger anhaltender Cloud-Ausfall den Geschäftsbetrieb letztlich zum Erliegen bringen würde. 9 Prozent müssten ihre Arbeit nach eigener Einschätzung sofort einstellen.

Im Durchschnitt könnten Cloud-Nutzer noch rund drei Tage ohne die Dienste arbeiten. „Eine funktionsfähige Cloud ist für Unternehmen so wichtig wie stabile Stromversorgung und Zugang zum Internet. Büro-Software, Kommunikation, Datenbanken oder auch KI-Lösungen sind bei einer Cloud-Störung nicht verfügbar, dabei sind sie unverzichtbar für den Geschäftsbetrieb vieler Unternehmen“, sagt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst [1].

Er verweist zugleich auf die Vorteile: „Gleichzeitig ist die Nutzung von Cloud-Diensten häufig sicherer und stabiler, als auf eigene Server zu setzen. Wichtig ist deshalb, die Cloud in ein Sicherheitskonzept für das Unternehmen zu integrieren.“

Die Zahlen aus dem Bitkom-Cloudreport untermauern die Bedeutung von Cloud-Computing für deutsche Firmen deutlich: 86 Prozent nutzen demnach bereits Cloud-Dienste. Unternehmen verlagern zunehmend Anwendungen dorthin und setzen verstärkt auf KI-Dienste.

Unternehmen rüsten sich gegen Ausfälle

Die zunehmend zentrale Bedeutung der Cloud spiegelt sich auch in den Vorsorgemaßnahmen wider. 28 Prozent der Cloud-Nutzer berichten von gravierenden Cloud-Ausfällen innerhalb der vergangenen zwölf Monate. 82 Prozent verfügen inzwischen über Notfall- und Wiederanlaufpläne. Drei Viertel sichern wichtige Daten zusätzlich außerhalb der Cloud. Zwei Drittel (69 Prozent) überwachen ihre Cloud-Dienste selbst, ebenfalls zwei Drittel (66 Prozent) können bei Bedarf auf lokale Systeme ausweichen.

Dagegen setzen bislang nur 8 Prozent zur Absicherung auf einen zweiten Cloud-Anbieter. Generell arbeiten zwar 38 Prozent der Unternehmen mit Multi-Cloud-Lösungen und 34 Prozent mit Hybrid-Cloud-Ansätzen – doch das primäre Motiv ist dabei selten die Ausfallsicherheit.

Grundlage des Cloud Report 2026 ist eine repräsentative telefonische Befragung von 603 Unternehmen in Deutschland mit mindestens 20 Beschäftigten, die Bitkom Research zwischen Kalenderwoche 14 und 20 des Jahres 2026 durchgeführt hat.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353003

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Cloud-Ausfall-wuerde-fast-jedes-zweite-Unternehmen-lahmlegen
  2. https://it-summit.heise.de/
  3. https://it-summit.heise.de/programm/agenda
  4. https://it-summit.heise.de/tickets
  5. https://www.heise.de/ix
  6. mailto:fo@ix.de

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  • 03. Juli 2026 um 15:05

Jetzt updaten: Kritische Lücken in Ubiquiti UniFi erlauben Remote-Angriffe

Von Heise
Warnsymbol

(Bild: JLStock/Shutterstock.com)

Mehrere Produkte aus Ubiquitis UniFi-Ökosystem sind von teils kritischen Lücken betroffen. Admins sollten die abgesicherten Versionen zügig einspielen.

Ubiquiti hat Aktualisierungen für eine ganze Reihe von UniFi-Produkte bereitgestellt. Die darin behobenen Sicherheitslücken könnten unter bestimmten Voraussetzungen missbraucht werden, um aus der Ferne Befehle auszuführen, Authentifizierungsmechanismen zu umgehen oder bestehende Zugriffsrechte auszuweiten.

Da von den insgesamt 25 Lücken gleich mehrere als kritisch eingestuft und mit CVSS-Scores von 9.0 bis hin zur Höchstwertung 10.0 bewertet wurden, ist zügiges Handeln notwendig. Ubiquitis aktueller Sicherheitshinweis [1]führt alle verfügbaren Updates auf.

Deren zeitnahes Einspielen ist insbesondere auch vor dem Hintergrund ratsam, dass das – nun abermals von Schwachstellen geplagte – UniFi OS bereits im Juni zum Ziel von Angreifern wurde [2]. Die hatten Lecks im Visier, die vom Hersteller schon Ende Mai abgedichtet, von vielen Admins aber offenbar nicht ausreichend ernst genommen wurden.

Verwundbare Produkte & Versionen

Von Schwachstellen von „High“ bis „Critical“ betroffen sind

  • mehrere Versionen von UniFi OS
  • UniFi Access (bis inkl. Version 4.2.28)
  • UniFi Connect (bis inkl. Version 3.4.16)
  • UniFi Network (bis inkl. Version 10.3.58)
  • UniFi Protect (bis inkl. Version 7.1.77)
  • Protect Floodlight (bis inkl. Version 1.13.4) sowie
  • UniFi Talk in Versionen bis einschließlich 5.1.2.

Die jeweils abgesicherten Versionen wie auch weitere Details sind dem Sicherheitshinweis [3] zu entnehmen.

Die Lücke CVE-2026-50746 [4] mit Höchstscore 10.0 steckt in UniFi Connect. Laut Beschreibung könnte sie Angreifern mit Netzwerkzugriff dank mangelhafter Zugangskontrollmechanismen ermöglichen, schädliche Befehle auf dem Host auszuführen (Command Injection).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11352622

Links in diesem Artikel:

  1. https://community.ui.com/releases/Security-Advisory-Bulletin-066-066/984eceb3-49c8-4227-942d-671c289b3afc
  2. https://www.heise.de/news/Ubiquiti-UniFi-OS-Sicherheitsluecken-werden-angegriffen-11343015.html
  3. https://community.ui.com/releases/Security-Advisory-Bulletin-066-066/984eceb3-49c8-4227-942d-671c289b3afc
  4. https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-50746
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:o.v.westernhagen@outlook.de

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  • 03. Juli 2026 um 10:45

Störungsmeldung vom 03.07.2026 08:00

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
03.07.2026 08:00
Region
Heiligenberg (Baden) (07554)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
Modem

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 03. Juli 2026 um 08:00

Microsoft stellt offenbar Surface Laptop Go und Surface Go ein

Von Heise
Surface Laptop Go vor blauem Hintergrund

(Bild: heise medien)

Der Surface Laptop Go verschwindet schon aus dem Handel. Das Go-Tablet soll folgen. Es bleiben nur noch drei Surface-Klassen übrig.

Microsoft stellt offenbar die beiden Baureihen Surface Laptop Go und Surface Go ein. Sie würden sich damit in eine lange Liste von fallengelassenen Geräteserien einreihen: Surface Studio, Surface Laptop Studio, Surface Duo, Surface Hub, Surface Book, Surface Headphones und Surface Earbuds.

Der Surface Laptop Go verschwindet bereits seit einiger Zeit aus dem deutschen Handel. Aus der letzten 3er-Generation ist nur noch eine Variante bei einem einzelnen Händler verfügbar [1]. Aber auch dieses Gerät ist mit Intels Alder-Lake-Prozessor Core i5-1235U technisch veraltet. Das Tablet Surface Go 4 ist zumindest bisher noch bei zahlreichen Händlern verfügbar [2].

Die im Microsoft-Umfeld gut vernetzte Webseite Windows Central [3] hat sich das Aus von eigenen Quellen bestätigen lassen. Einen weiteren Hinweis liefert Microsofts Surface-Webseite [4], die nur noch drei Geräteklassen auflistet: das Topmodell Surface Laptop Ultra, den normalen Surface Laptop und das High-End-Tablet Surface Pro.

Mögliche Folge der Speicherkrise

Die Go-Geräte sind die günstigsten Notebooks und Tablets von Microsoft. Das Surface Go soll insbesondere im Unternehmenseinsatz beliebt gewesen sein. Ausschlaggebend für das Aus könnten die hohen Speicherpreise für RAM und NAND-Flash sein. Im Surface Laptop Go 3 befanden sich bis zu 16 GByte LPDDR5-RAM und eine 256-GByte-SSD. Das Surface Go 4 hat 8 GByte LPDDR5 und bis zu 256 GByte Universal Flash Storage (UFS).

Der Surface Laptop Go lebt derweil gewissermaßen als 13-Zoll-Version des normalen Surface Laptops weiter, allerdings mit besserer Ausstattung. Dazu zählen eine höhere Bildschirmauflösung und eine beleuchtete Tastatur. Der Startpreis liegt allerdings bei fast 1000 Euro.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353238

Links in diesem Artikel:

  1. https://preisvergleich.heise.de/microsoft-surface-laptop-go-3-salbei-xkq-00035-a3026013.html?cs_id=1206858352&ccpid=hocid-newsticker
  2. https://preisvergleich.heise.de/?fs=surface+go+4&hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-newsticker
  3. https://www.windowscentral.com/hardware/surface/surface-go-and-surface-laptop-go-are-dead-microsofts-budget-surface-pcs-are-the-last-to-be-cut-from-its-portfolio
  4. https://www.microsoft.com/de-de/surface
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  7. mailto:mma@heise.de

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  • 03. Juli 2026 um 14:03

Apple Car Key im VW: Software bestätigt, Apple bereitet vor

Von Heise
VW-Bus

VW-Bus: Dieses alte Modell dürfte sich wohl eher nicht kontaktlos öffnen lassen.

(Bild: skovalsky/Shutterstock.com)

Bislang machte VW bei Apples kontaktlosem Zugangssystem fürs Auto nicht mit. Im Backend beim iPhone-Hersteller gibt es Indizien, VW erwähnt es selbst.

Ein iPhone oder eine Apple Watch genügt: Dank der Car-Key-Funktion in der Apple Wallet [1] kann man sein Fahrzeug ohne physischen Schlüssel öffnen und starten und den Zugang sogar an andere Personen weitergeben. Allerdings hält sich die Anzahl der Fahrzeuge, die den digitalen Autoschlüssel in iOS und watchOS unterstützen, bislang noch in Grenzen. In Deutschland sind dies etwa einzelne Modelle von Mercedes und Audi, außerdem Kia, Volvo und Hyundai. Besonders stark auf Car Key setzt ansonsten auch BMW (nahezu alle aktuellen Baureihen) und dessen Tochter Mini. Was bislang noch fehlt, ist die bekannte Wolfsburger Marke Volkswagen. Einem Leak zufolge könnte sich das alsbald ändern, zudem hat Volkswagen selbst in den Infos zur „neuesten ID-Software“ [2] bereits Angaben dazu gemacht.

Server-Code schon für Volkswagen vorbereitet

Wie Macrumors über Anfragen bei Apple-Servern [3] festgestellt hat, bereitet sich der iPhone-Hersteller serverseitig auf Car Key bei VW vor. Der entdeckte Code benennt weder Modelle noch lässt sich daraus ein Zeitplan ablesen. Volkswagen selbst schreibt in einem Erläuterungsdokument zu einem „digitalen Schlüssel für Deinen ID“, dass die neue ID-Software 6 [4] damit ausgerüstet werde. „Mit der optional verfügbaren Vorbereitung für den digitalen Schlüssel⁠ kannst du deinen Volkswagen über die Wallet-App deines kompatiblen Smartphones ent- bzw. verriegeln sowie starten“, so VW. Das klappt aber nach Vorbereitung erst dann, wenn ein Softwareupdate ausgerollt ist – und das kann noch dauern.

Apple hatte zuletzt im vergangenen Sommer eine ganze Reihe neuer Modelle zu Car Key hinzugefügt. Dabei handelte es sich um Acura (Luxusmarke von Honda), Cadillac, Chery (China), Chevrolet, GMC, Hongqi (China), Lucid, Porsche, Rivian, Smart, Tata (Indien), Voyah (China) und WEY (China). Umgesetzt ist dies allerdings noch nicht vollständig. Im vergangenen Jahr kamen somit insgesamt 33 Automarken zusammen, die Car Key unterstützen.

NFC – und UWB für mehr Sicherheit

Die Implementierungsart unterscheidet sich dabei. Am simpelsten ist die Nutzung von Near Field Communication (NFC, ab dem iPhone XS beziehungsweise SE 2). Technisch möglich soll auch Ultra-Wideband-Nutzung (UWB) [5] werden, was mehr Sicherheit aufgrund genauerer Abstandsmessung verspricht.

Apple ist auch Teil des Standards Digital Key. Hier engagiert sich das Car Connectivity Consortium [6], das ähnlich wie der Matter-Standard im Smart-Home-Bereich versucht, herstellerunabhängige Lösungen zu finden, damit möglichst viele Autos, Handys und Smartwatches mit der Technik arbeiten.

Update

Laut Volkswagen erscheint die ID-Software 6.0 mit neu produzierten Fahrzeugen wie dem ID.Polo und dem ID.7 [7]. Ein Update für ältere Fahrzeuge ist offenbar nicht möglich.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11352957

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Mehr-Autoschluessel-In-diese-Autos-kommt-bald-Apples-Car-Key-10490398.html
  2. https://www.volkswagen.at/elektroauto/software-und-konnektivitaet/neuste-id-software/digitaler-schluessel
  3. https://www.macrumors.com/2026/07/02/vw-planning-apple-wallet-car-keys/
  4. https://www.volkswagen.at/elektroauto/software-und-konnektivitaet/neuste-id-software/digitaler-schluessel
  5. https://developer.apple.com/videos/play/wwdc2021/10084/
  6. https://carconnectivity.org/
  7. https://www.heise.de/tests/VW-ID-7-Tourer-Pro-im-Test-Das-Basismodell-ist-die-schlauere-Wahl-11342876.html
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
  10. mailto:bsc@heise.de

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  • 03. Juli 2026 um 14:12

iPhone Ultra: Apple erhöht offenbar Foldable-Bestellungen

Von Heise
iPhone-Verpackungen

iPhone-Verpackungen: Bald kommt das Foldable.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Im September soll Apples größte Formfaktor-Veränderung beim iPhone überhaupt kommen. Intern hat Apple große Hoffnungen – trotz eines angepeilten Megapreises.

Apple scheint von seinen Foldable-Plänen [1] für diesen Herbst überzeugt zu sein. Einem Bericht aus Asien zufolge wurde daher das Produktionsziel für das „iPhone Ultra“ von bislang 7 bis 8 Millionen Einheiten auf 10 Millionen Stück in diesem Jahr erhöht. Im Vergleich zu den „normalen“ Modellen ist das zwar wenig, angesichts des angepeilten Preises von vermutlich 2500 Euro und mehr dennoch optimistisch.

80 Millionen neue iPhones

Bislang ist der iPhone-Konzern bekannt dafür, mit „Sondermodellen“ seiner regulären Smartphones, also die Standard- und Pro-Varianten (aktuell: iPhone 17, 17 Pro und 17 Pro Max [2]), weniger Erfolg zu haben. So liefen etwa die mini-Varianten von iPhone 12 und iPhone 13 [3] schlecht, ähnlich wie das iPhone Air [4]. Die Zahlen stammen jeweils allerdings nicht von Apple selbst, sondern von Marktanalysten; der Konzern nennt nur noch Umsatz-, aber keine Stückzahlen, schon gar keine nach Modellreihen getrennte.

Insgesamt soll Apple in diesem Jahr je nach Prognose zwischen 220 und 240 Millionen iPhones produzieren lassen. In der zweiten Jahreshälfte sollen es bei den neuen Modellen zusammen mit dem iPhone Ultra insgesamt 80 Millionen Stück sein, so der Finanznachrichtendienst Nikkei Asia [5]. Neben dem ersten iPhone-Foldable plant Apple noch iPhone 18 Pro und 18 Pro Max [6] ein. iPhone 18 und 18e sowie möglicherweise ein Air 2 [7] sollen hingegen erst im Frühjahr 2027, also entweder Februar oder März, erscheinen

Kampf gegen die Speicherkrise

Apple kämpft weiter gegen die hohe Inflation bei RAM- und SSD-Kosten [8]. Diese führten bereits zu einer Tariferhöhung bei Mac, iPad und Zubehör [9], das iPhone könnte im Herbst mit den neuen Modellen dran sein. Während Konkurrenten ihre Produktion teilweise reduzieren, soll davon bei Apple keine Rede sein. Die Verlagerung der Standardmodelle ins Frühjahr könnte helfen, Lieferproblemen entgegenzuwirken. Apple soll „aggressiv“ daran sein, die notwendigen Komponenten zu sichern.

Aufgrund der hohen Stückzahlen ist Cupertino in der Lage, nach wie vor vergleichsweise ordentliche Preise zu sichern. Zuletzt versuchte Apple, mit der US-Regierung über den Ankauf von RAM und SSDs von zwei chinesischen Lieferanten zu verhandeln. Diese sollen auch nur in chinesischen Geräten landen, allerdings stehen die Firmen auf US-Blockadelisten, was Apple Schwierigkeiten bereiten könnte.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11352965

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iPhone-Ultra-Neues-zu-moeglichen-Preisen-Technik-und-Verfuegbarkeiten-11254203.html
  2. https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
  3. https://www.heise.de/news/Marktanalyse-iPhone-13-mini-sehr-unbeliebt-7061295.html
  4. https://www.heise.de/news/iPhone-Air-2-Schlechte-Verkaeufe-sorgen-angeblich-fuer-Verschiebung-11073002.html
  5. https://asia.nikkei.com/business/technology/apple-to-launch-5-new-iphone-models-to-gain-market-share-amid-memory-crunch
  6. https://www.heise.de/news/Neue-Hardware-Diese-Produkte-stehen-bei-Apple-in-diesem-Jahr-noch-aus-11332781.html
  7. https://www.heise.de/news/iPhone-18-und-18e-Mini-RAM-Erhoehung-angepeilt-11349322.html
  8. https://www.heise.de/news/Tim-Cook-zur-Speicherkrise-Apple-kuendigt-Preiserhoehung-an-11336693.html
  9. https://www.heise.de/news/Speicherkrise-Apple-beginnt-Preise-kraeftig-nach-oben-zu-setzen-11344705.html
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 03. Juli 2026 um 13:29

Reality Composer Pro 3: Indizien für Spieleprojekt darin versteckt

Von Heise
Arbeit mit Reality Composer 3

Arbeit mit Reality Composer 3.

(Bild: Apple)

Die Macher hinter dem großangelegten Game „The Machinery“ scheinen bei Apple gelandet zu sein – und helfen nun bei der Arbeit für die Vision Pro.

Interessante Code-Entdeckung: Apples frisch vorgestellter Reality Composer Pro 3, mit dem sich Mixed- und Virtual-Reality-Inhalte für die Vision Pro (sowie iOS- und weitere Apple-Hardware) erstellen lassen, enthält Spuren eines bislang noch unfertigen Spielprojekts. Das berichtet Leak-Experte Nicolás Alvarez. Den Angaben zufolge geht es um das Game-Projekt „The Machinery“, das 2022 abrupt eingestellt worden war. Der Begriff taucht nun vielfach im Apple-Code auf, was dafür spricht, dass Teile des Reality Composer Pro 3 womöglich mit Inhalten von „The Machinery“ angereichert wurden. Die Macher hinter dem Spieleprojekt, eine Firma namens Our Machinery, hatten sich vorher mit der Bitsquid-Spieleengine hervorgetan.

Unklar, ob ein Aufkauf stattgefunden hat

Denkbar wäre, dass Apple für Reality Composer Pro 3 entweder Mitarbeiter von Our Machinery angeworben hatte oder zumindest Teile der Assets der Firma aufgekauft hat. Hinweise auf eine solche Übernahme gibt es öffentlich aber nicht – bis auf einen zentralen Hinweis: Tricia Gray, Mitbegründerin von Our Machinery, arbeitet derzeit bei Apple – und zwar passenderweise im Vision-Pro-Bereich.

Zu „The Machinery“ zählt(e) auch ein besonders Asset-Management-System namens The Truth [1], mit dem sich 3D-Objekte verwalten lassen. Alvarez fand weiterhin heraus [2], dass andere Begriffe und Konzepte aus dem „The Machinery“-Umfeld in Reality Composer Pro 3 auftauchen, darunter wiederverwendbare Prototypen, ein Live-Editor und ein Tracking von Asset-Abhängigkeiten.

Was der Reality Composer Pro 3 kann

Apple hatte den Reality Composer Pro 3 zur WWDC 2026 offiziell vorgestellt. Entwickler können die Anwendung für den Mac bereits als Betaversion herunterladen [3]. Mit der Anwendung kann man auch Charakter animieren und präzise im Raum platzieren. Eine Vorschaufunktion ermöglicht es, den erstellten Content gleich live auf einer Vision Pro zu testen.

Die Anwendung hat eine tiefe Xcode-Integration und nun auch generative KI-Funktionen für die Asset-Erstellung samt visuellem Scripting. Angesprochen werden nicht nur Entwickler, sondern auch Designer und Künstler. Apple verteilt die App kostenlos. Eine Einführung zur Schaffung von Spatial-Workflows [4] mit der App hat Apple auf seiner Entwickler-Website publiziert. Es gibt aber auch noch diverse [5] weitere [6] Videos [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11351635

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/PaperPrototype/themachinery-books/blob/main/tutorials/src/the_truth/README.md
  2. https://www.macrumors.com/2026/06/23/apple-reality-composer-pro-the-machinery/
  3. https://developer.apple.com/reality-composer-pro/
  4. https://developer.apple.com/videos/play/wwdc2026/393/
  5. https://developer.apple.com/videos/play/wwdc2026/252/
  6. https://developer.apple.com/videos/play/wwdc2026/281/
  7. https://developer.apple.com/videos/play/wwdc2026/280/
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 03. Juli 2026 um 12:04

"Kein Benzin mehr": Plötzlich sind Chinas E-Autos in Russland heißbegehrt

Von Telepolis
Symbol für einen Elektroauto-Parkplatz.

(Bild: heise online / anw)

Ukrainische Drohnenangriffe legen Russlands Raffinerien lahm. Während Tankstellen trockenlaufen, vervielfacht sich die Nachfrage nach chinesischen E-Autos.

Russland ist der drittgrößte Ölproduzent der Welt, aber ihm geht das Benzin aus. In Noworossijsk, Heimathafen des größten russischen Ölterminals am Schwarzen Meer, verkaufen Tankstellen derzeit keinen Tropfen Benzin [1] mehr, berichtet Bloomberg.

Und lediglich acht Tankstellen in der 500.000-Einwohner-Stadt wird noch Diesel in begrenztem Umfang angeboten. Das Paradoxe an der Situation ist, dass über genau diesen Hafen im Juni täglich mehr als 980.000 Barrel Rohöl in den Export flossen.

Die Ursache der Krise liegt in ukrainischen Drohnen, die seit Monaten systematisch auf russische Raffinerien zielen. Analysten schätzten zuletzt den Ausfall auf 20 bis 30 Prozent der gesamten Verarbeitungskapazität, acht der zehn größten Raffinerien [2] sollen bereits beschädigt sein.

Weil westliche Sanktionen die Beschaffung von Ersatzteilen für Katalysatoren und Steuerungssysteme blockieren, dauern Reparaturen inzwischen Monate statt Wochen.

Der Kollaps an den Zapfsäulen

Die Folgen spüren Millionen Autofahrer direkt. Auf der Krim, wo die Behörden bereits den Ausnahmezustand ausgerufen haben [3], stiegen die Benzinpreise laut der Statistikbehörde Rosstat innerhalb einer Woche um 30 Prozent . Für Sewastopol ist diese Situation dokumentiert.

Landesweit liegt der Durchschnittspreis bei 72,38 Rubel pro Liter, doch Reuters-Reporter dokumentierten in Engpassregionen Preise von umgerechnet 2,42 US-Dollar [4].

Suchanfragen nach „Wie man Kraftstoff absaugt“ explodierten laut Yandex-Daten von 697 auf über 9.300 binnen eines Monats, heißt es bei Reuters weiter. In der Region Transbaikalien strichen Behörden demnach Buslinien, ein Müllentsorger stellte in vier Bezirken den Betrieb ein.

Geely und Dongfeng statt Diesel

Für chinesische Autobauer ist die Krise in Russland dagegen ein Konjunkturprogramm. Das Moskauer Autohaus EN Cars, spezialisiert auf chinesische Marken, verkauft laut Reuters mittlerweile zwei bis drei Elektrofahrzeuge pro Tag. Vor wenigen Wochen waren es demnach zwei bis drei pro Monat, wie Gründer Jewgenij Zabelin erklärte [5].

Die Nachfrage sei „um ein Vielfaches gestiegen“, bei günstigen wie bei Premium-Modellen.

Laut der Analyseagentur Autostat dominieren Geely, Dongfeng, GAC und Chery den russischen Markt für Elektrofahrzeuge. In den ersten fünf Monaten des Jahres stiegen die Verkäufe neuer Plug-in-Hybride um 125 Prozent auf rund 24.600 Einheiten. Rein elektrische Neuwagen legten um 19 Prozent auf 4460 Stück zu.

Seit dem Rückzug westlicher Hersteller 2022 haben chinesische Konzerne das Vakuum systematisch gefüllt [6]. So produziert Chery etwa im ehemaligen VW-Werk in Kaluga Tiggo-SUVs, die Premiummarke Exeed wird im früheren Mercedes-Werk bei Moskau gefertigt, und Haval betreibt ein eigenes Werk in Tula.

Das Ladeproblem bleibt

Trotz des Booms bleiben Elektroautos eine Nische: Nur 4,3 Prozent aller Neuwagen in Russland waren 2025 elektrifiziert. Das dünne Ladenetz und die enormen Entfernungen bremsen den Durchbruch.

Ein Käufer, der bereits einen Hybrid und ein E-Auto besitzt, formulierte es gegenüber Reuters so: „Auf dem Land lade ich zu Hause. In Moskau ist es ein echtes Problem, ordentlich aufzuladen“.

Weniamin Kondratjew, Gouverneur von Krasnodar, empfiehlt Bürgern deshalb Methan-Fahrzeuge als Alternative. Die Nutzung solcher Umrüstungen stieg laut dem nationalen Gasverband bereits um 35 Prozent.

Ob das reicht, um die Krise zu bewältigen, hängt letztlich davon ab, wie lange Drohnen noch auf Raffinerien treffen – und wie schnell Moskau die beschädigte Infrastruktur reparieren kann.


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  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-03/russia-s-oil-port-city-on-black-sea-is-fast-running-out-of-fuel
  2. https://www.heise.de/tp/article/Gazprom-Anlagen-brennen-Russlands-Wirtschaft-ist-im-Endstadium-11339941.html
  3. https://www.heise.de/tp/article/Krim-im-Ausnahmezustand-Drohnenangriffe-laehmen-Infrastruktur-11350329.html
  4. https://www.reuters.com/business/energy/russian-frustration-rises-fuel-crisis-bites-2026-07-02/
  5. https://www.reuters.com/business/energy/russian-fuel-crisis-prompts-rush-electric-cars-2026-07-02/
  6. https://www.heise.de/tp/article/Comeback-mit-neuen-Partnern-Russlands-Autobranche-im-Wandel-11311649.html

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  • 03. Juli 2026 um 15:35

Russland-Jets für Iran: Warum Teheran für fertige Su-35 Parkgebühren zahlt

Von Telepolis
Kampfjet vom Typ SU-35

Russischer Kampfjet vom Typ Su-35

(Bild: aarrows/Shutterstock.com)

20 neue Su-35-Kampfjets sind fertig. Weil die eigene Basis Hamadan zerstört ist, muss der Iran nun Lagergebühren an Russland zahlen. Ein Überblick.

Das russische Flugzeugwerk Komsomolsk am Amur hat nach Angaben [1] des Fachportals Military Watch Magazine die Fertigung von 20 Su-35-Mehrzweckkampfjets für den Iran abgeschlossen.

Das iranische Verteidigungsministerium zahlt derzeit für die Lagerung der Maschinen auf russischem Territorium, bis eine Überführung möglich wird. Geleakte russische Regierungsdokumente aus Ende 2025 hatten zuvor bestätigt, dass der Iran insgesamt 48 Su-35-Kampfjets bestellt hat.

Hamadan nicht einsatzbereit

Als Heimatstützpunkt für die künftige Flotte ist die Shahid-Nojeh-Basis in Hamadan vorgesehen. Infolge früherer Angriffe sind Landebahnen, Rollwege, Wartungsbereiche und Logistikeinrichtungen jedoch schwer beschädigt.

Iranische Technikerteams arbeiten Berichten zufolge im Dauereinsatz an der Wiederherstellung der Basis. Verzögerungen wirkten sich unmittelbar auf Ausbildungspläne und die künftige Einsatzbereitschaft der Flotte aus, heißt es.

Satellitenaufnahmen aus dem Zeitraum Ende 2025 bis Anfang 2026 sollen belegen, dass in Hamadan bereits vor den Angriffen befestigte Flugzeugunterstände mit Abmessungen von rund 25 mal 30 Metern errichtet worden waren.

Von Jak-130 bis Su-57: Irans Rüstungs-Deal mit Moskau

Die Su-35-Lieferung ist Teil eines umfassenderen Rüstungspakets. Jak-130-Schulflugzeuge, die bereits seit September 2023 nach Iran geliefert werden, sollen iranischen Piloten den Umstieg auf den leistungsstärkeren Kampfjet erleichtern. Ergänzt wird das Paket durch Flugsimulatoren sowie Ausbildungs- und Wartungsunterstützung.

Zudem bestätigten russische Quellen am 4. Juni, dass der Iran zwölf Su-30SM2-Kampfflugzeuge geordert hat, die ab Mitte 2027 gebraucht aus aktiven russischen Einheiten geliefert werden sollen.

Darüber hinaus gibt es laut Military Watch Magazine mehrere Hinweise auf Bestellungen des noch moderneren Su-57-Tarnkappenjägers der fünften Generation, wobei Lieferungen aufgrund eines erheblichen Auftragsrückstands frühestens gegen 2030 erwartet werden.

Geleakte Vertragsunterlagen sollen zudem detaillierte Angaben zur geplanten Bewaffnung der Su-35SE-Flotte enthalten. Demnach plane der Iran den Erwerb von R-77-Lenkwaffen für den Fernluftkampf, R-73-Kurzstreckenraketen, Ch-38-Präzisionslenkwaffen für Bodenangriffe sowie Ch-31-Anti-Radar-Flugkörpern – Waffen, die es dem Iran ermöglichen würden, gegnerische Flugabwehrsysteme aktiv zu bekämpfen. Lieferung sei bis 2027 geplant.

Irbis-E-Radar und US-Klassiker: Irans gespaltene Luftwaffe

Die iranische Luftwaffe besteht bislang überwiegend aus veralteten amerikanischen und sowjetischen Mustern aus der Zeit des Kalten Krieges. Die Su-35 verfügt unter anderem über das Irbis-E-Radar, das Ziele angeblich in bis zu 400 Kilometern Entfernung erfassen kann, sowie über fortschrittliche Systeme zur elektronischen Kriegsführung.

Nachdem in Folge der Angriffe durch USA und Israel große Teile der iranischen Luftverteidigung und Luftflotte zerstört wurden, steht Teheran vor der Aufgabe, erhebliche Kapazitätsverluste auszugleichen.

Dass die iranische Luftwaffe trotz veralteter Technik operativ handlungsfähig geblieben ist, zeigte sich zuletzt in mehreren Vorfällen: Im April soll ein iranischer F-5E-Kampfjet dritter Generation einen Bombenangriff auf Camp Buehring in Kuwait durchgeführt und dabei mehrere US-amerikanische und kuwaitische Luftabwehrschichten überwunden haben.

Im Mai soll ein F-4E-Phantom zudem einen Penetrationsangriff über Saudi-Arabien geflogen sein, bei dem es nach Berichten zu einem Gefecht mit mindestens einem US-amerikanischen F-16CJ kam – ohne dass der iranische Jet abgeschossen wurde.


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  1. https://militarywatchmagazine.com/article/russia-largest-fighter-factory-20-su35-iran

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  • 03. Juli 2026 um 14:00
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