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Neue Gerüchte um AirPods mit Kamera – kommen sie oder nicht?

Von Heise
Sporttreibender mit AirPods Pro 3

Sporttreibender mit AirPods Pro 3.

(Bild: Apple)

Einem Leaker zufolge gelingt es Apple nicht, KI-Bildsensoren in seine Stöpsel zu verbauen. In iOS 27 taucht allerdings ein dazu passender Codename auf.

Apple soll schon seit mindestens dem vorvergangenen Jahr an AirPods-Modellen mit KI-Kamera [1] arbeiten. Zuletzt hieß es im Frühjahr, dass sie nahezu produktionsbereit [2] seien. Nun gibt es neue Spekulationen dazu, die sich sogar widersprechen: von einem Leaker, aber auch in Form von im Code von iOS 27 [3] entdeckten Hinweisen. Der tatsächliche Projektstatus bleibt also im Nebel.

Was die Kamera-AirPods können sollen

Die Idee bei den neuen AirPods, die eine Art Sondermodell der AirPods Pro 3 [4] aus dem Herbst 2025 sein sollen, ist, diese mit der Siri- beziehungsweise Apple-Intelligence-Funktion Visual Intelligence [5] zu verbinden. Ähnlich wie bei Smartglasses wie jenen von Meta [6] soll es so möglich werden, sich Dinge im Sichtfeld erklären zu lassen. Foto- oder gar Videofeatures sind nicht vorgesehen, ursprünglich plante Apple angeblich nur den Einbau von Infrarotkameras. Eine weitere Möglichkeit durch die integrierten Kameras wäre, die AirPods über Gesten zu steuern. Aktuell geht dies durch Sprache oder über berührungsempfindliche Felder an den Stöpseln.

Wie nun der Prototyp-Sammler und Leaker Kosutami behauptet, hat Apple grundsätzlich Schwierigkeiten mit Kamera-AirPods. Das Projekt sei „eingestellt“ (suspended), schreibt dieser auf X [7] unter Verweis auf ein älteres Posting. Weitere Details wurden nicht genannt – auch Gründe für die „Einstellung“ gab es nicht. Wie gut Kosutami informiert ist, bleibt im Dunkeln – in der Vergangenheit lag er bereits richtig, hatte aber auch Vorhersageaussetzer. Sein letztes Gerücht: Apple-Watch-Armbänder mit integrierter Sensortechnik [8].

Details in der Beta von iOS 27

Gegen die Einstellung des Projekts spricht, dass es in der zweiten Developer-Beta von iOS 27 einen Hinweis auf ein neues AirPods-Produkt gibt. Entwickler Sam Gold entdeckte im Code einen Hinweis auf ein Produkt mit dem Codenamen B790, das zwei Bilder von Kameras, die sich an jeder Seite des Kaufes des Nutzers befinden, übermitteln kann. Dies könnten „AirPods Ultra“ oder ein anderweitig bezeichnetes neues Audio-Gerät sein.

Dazu passt, dass der Codename der AirPods Pro 3 „B788“ war. Zu möglicherweise von Apple in Entwicklung befindlichen Smartglasses ist der Begriff hingegen unpassend, diese nennen sich intern nämlich angeblich N50 [9].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11354218

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Erneut-Spekulationen-ueber-AirPods-mit-IR-Kamera-9784304.html
  2. https://www.heise.de/news/Bericht-AirPods-mit-Kamera-in-spaeter-Testphase-11286915.html
  3. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  4. https://www.heise.de/tests/AirPods-Pro-3-im-Test-Mit-frischem-Klang-und-ANC-10663123.html
  5. https://www.heise.de/news/Visual-Intelligence-So-funktioniert-Apples-iPhone-Erklaermaschine-in-Deutschland-10348548.html
  6. https://www.heise.de/news/Smarte-Brille-als-Verkaufsschlager-Metas-Ray-Ban-Glasses-selbst-ohne-KI-beliebt-9989223.html
  7. https://x.com/Kosutami_Ito/status/2072910827318047057
  8. https://www.heise.de/news/Apple-Watch-Series-12-Armbaender-erstmals-mit-Sensoren-11354266.html
  9. https://www.heise.de/news/Apples-Smartglasses-Strategie-Gross-geplant-aber-es-dauert-noch-11312839.html
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  11. https://www.heise.de/mac-and-i
  12. mailto:bsc@heise.de

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  • 07. Juli 2026 um 12:58

"Citizen Vigilante": Uwe Bolls Trash-Thriller entlarvt sich selbst

Von Telepolis
Ein Mann blickt nach unten, eine Person liegt im Bett mit Halskrause

Armie Hammer in Uwe Bolls kontroversem Thriller, der die Grenzen zwischen Vigilantismus und Wahnsinn verwischt.

(Bild: Quiver Distribution)

Uwe Bolls FSK-Skandalfilm mit Armie Hammer erreicht dank Elon Musk Millionen. Dabei zeigt er vor allem einen Spießbürger im Blutrausch. Ein Leitartikel.

Ein Film, den unter normalen Umständen niemand gesehen hätte, beschäftigt seit Wochen die Republik.

Regisseur Uwe Boll [1], laut taz "anerkanntermaßen einer der schlechtesten Filmemacher aller Zeiten", hat mit "Citizen Vigilante" einen Actionthriller gedreht, in dem der frühere Hollywood-Star Armie Hammer als vermögender Geschäftsmann Sanders durch ein nicht näher benanntes europäisches Land zieht und Selbstjustiz unter anderem an Migranten übt.

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) verweigerte dem Werk zunächst jegliches Kennzeichen. Boll schrie Zensur, Elon Musk stellte den Film 48 Stunden lang kostenlos auf X – und Millionen schauten zu. Selbst nach diesen zwei Tagen war der Film noch in voller Länge auf X abrufbar.

Inzwischen ist die FSK ein Stückweit zurückgerudert [2] und hat zumindest der Kinoversion den Stempel "ab 18" zugebilligt.

Der Schaden ist dennoch angerichtet: Nicht etwa, weil ein schlechter Film nun legal im Kino laufen darf. Sondern weil der inszenierte Kulturkampf ein handwerklich wie moralisch desolates Machwerk zum globalen Ereignis aufgeblasen hat, das es ohne den Skandal nie geworden wäre.

Schimmelkontrolle statt Gerechtigkeit

Wer "Citizen Vigilante" tatsächlich anschaut, erlebt keine mutige Gesellschaftskritik, wie etwa bei "V wie Vendetta", sondern die Allmachtsfantasie eines wildgewordenen Spießbürgers.

Sanders, der seinen Rachefeldzug mit Mieteinnahmen aus geerbten Immobilien finanziert, gibt sich zwar als Rächer der Schwachen. Doch mehrere Szenen entlarven ihn gründlich als das, was er ist: ein Spießer, dem es in erster Linie um seinen Besitz geht, um die Ordnung, die sein Eigentum schützt, und nicht um Menschen.

In einer Szene geht Sanders ins Bordell, als ob es das Natürlichste der Welt wäre. Ob die Frauen dort freiwillig anschaffen oder dazu gezwungen werden, ist Sanders egal. Für ihn ist das ein normales Geschäft: Geld gegen Dienstleistung.

Das schien ihm durchaus Vergnügen zu bereiten – bis er an die Wand schaut und Schimmelflecken entdeckt. Er unterbricht den Akt und liest der Prostituierten die Leviten, weil sie offenbar ihr Kämmerlein nicht ordentlich lüftet.

Auch hier steht nicht etwa der Schutz der Gesundheit im Vordergrund, sondern: Sanders gehört das Haus, in dem sich das Bordell befindet. Die Sorge um sein Eigentum ist hier die Triebfeder, und sie wiegt schwerer als alles andere.

In der anderen setzt er seinen Hausverwalter unter Druck und verlangt einen rücksichtslosen Umgang mit Mietern, um den Immobilienbestand zu sichern. Er pocht darauf, dass die Mieter schneller vor die Tür gesetzt werden, wenn sie ihre Miete nicht (pünktlich) zahlen.

Und dass durch sein provokantes Verhalten im Straßenverkehr ein unbeteiligter Autofahrer stirbt, quittiert Sanders ohne erkennbare Empathie. Das Opfer hätte ja die Schranken des Gesetzes überwinden und auf die andere Straßenseite wechseln können.

In diesen Szenen zeigt sich: Menschenleben sind diesem Protagonisten nachgeordnet, sein geerbter Besitzstand ist es nicht.

Die Frage, die sich beim Anschauen aufdrängt: Geht es Sanders wirklich um Gerechtigkeit, oder hat er einfach Lust am Töten? Die Geschichte hat schon öfter Charaktere hervorgebracht, die ihre Lust, Menschen zu quälen und zu töten, mit erhabenen Werten zu bemänteln suchten.

Man denke nur an Josef Blösche [3], der im Warschauer Ghetto eine regelrechte Lust am Töten von Juden entwickelt hat, und das immer mit dem Verweis darauf, diese hätten sich nicht an die Regeln gehalten. Ähnlich ist Sanders auch: Wenn sich ihm die Gelegenheit bietet, die Pistole zu ziehen wie im Bus gegenüber einem jugendlichen Schwarzfahrer, dann tut er dies, ohne dass eine Notwendigkeit dafür bestehen würde.

Migrantengewalt als bloße Kulisse

Die im Film gezeigte Gewalt gegen Migranten, Polizisten und Richter dient keiner Auseinandersetzung mit Kriminalität und ihren Ursachen oder mit einem Rechtssystem, das damit überfordert ist, Täter zu bestrafen.

Sie ist bloße Folie, der willkommene Anlass für den Amoklauf eines frustrierten Besitzbürgers, der seine Ordnungsvorstellung mit Waffengewalt durchsetzen will.

Variety nennt das Ergebnis ein "moralisch bankrottes Stück Exploitation" [4], das seine Gewaltverherrlichung hinter dem Vorwand eines wichtigen Themas verstecke.

Boll inszeniert die Hinrichtungen ohne jede kritische Distanz. Sanders schwadroniert in Videobotschaften über "Überfremdung" und löscht ganze Familien aus. Der Film schaut dabei mit sichtlicher Lust zu. Das ist keine Provokation mit Haltung – es ist zynisches Kalkül.

Der Musk-Effekt und das Jugendschutz-Dilemma

Genau dieses Kalkül ging auf. Die FSK verweigerte die Kennzeichnung, und die rechte Bubble konnte laut Zensur schreien und behaupten, dass mal wieder die Ausländerkriminalität ausgeblendet werden solle.

Und wer das Netz kennt, weiß, dass es nicht unbedingt als Platz für Differenzierungen bekannt ist.

Elon Musk ignorierte den deutschen Jugendschutz und machte den Film auf X für jeden zugänglich, auch für Minderjährige. Rechte Accounts teilten ihn tausendfach mit dem Vermerk, er sei in Deutschland "verboten". Der AfD-Bundestagsabgeordnete Ronald Gläser sprach von "Gesinnungszensur".

Ein trashiger, billig produzierter Streifen, der regulär im Kino sang- und klanglos untergegangen wäre, erreichte so ein Millionenpublikum. Der "Layla"-Effekt [5] – ein Werk wird erst durch die Empörung über seine angebliche Unterdrückung zum Hit – funktionierte auch hier.

Das ist die eigentliche Pointe dieser Geschichte: Es brauchte nur einen Regisseur, der laut genug "Zensur" ruft, und einen Milliardär, der die Aufmerksamkeitsströme lenkt. So wird selbst einer der schlechtesten Filme des Jahres zum Politikum. Nicht weil er etwas zu sagen hätte, sondern weil das System der digitalen Öffentlichkeit jeden Kulturkampf belohnt, egal wie dürftig sein Anlass ist.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11356905

Links in diesem Artikel:

  1. https://taz.de/Rechter-Film-Citizen-Vigilante/!6192816/
  2. https://www.fsk.de/blog/fsk-entscheidung-zu-citizen-vigilante/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Bl%C3%B6sche
  4. https://variety.com/2026/film/reviews/citizen-vigilante-review-armie-hammer-1236786040/
  5. https://web.de/magazine/unterhaltung/filme-serien-kino/citizen-vigilante-skandal-film-verdeutlicht-jugendschutz-dilemma-42465660

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  • 07. Juli 2026 um 16:20

Schwarz-Roter Reformplan: Mehr Macht für Staat und Eigentum

Von Telepolis
Symbolbild einer Schere, die am Parlament schneidet

Die Schwarz-Rote Koalition will das Informationsfreiheitsgesetz beschneiden

Politik der Rückschritte: Wie die Koalition im Schatten von Rente und Krankmeldungsdebatte die Axt an Arbeits- und Bürgerrechte legt. Eine Analyse.

Eigentum schützen, Transparenz beschneiden, Arbeit flexibilisieren: Unter diesen Schlagwörtern könnte man die bisher medial wenig beachteten Aspekte der Schwarz-Roten Reformpläne [1] beschreiben. Was genau kommt da auf uns zu?

Während sich die Öffentlichkeit auf Rentenreform [2] und neue Krankmeldungsregeln konzentriert [3], wurde en passant publik, dass das Informationsfreiheitsgesetz vor dem Aus steht, Befristungen im Arbeitsrecht ausgeweitet werden sollen und ein Enteignungsverbot von Wohneigentum eingeführt werden soll.

Noch handelt es sich bei allen Dreien um politische Absichtserklärungen, es sind keine fertigen oder beschlossenen Gesetze vorliegend – dies könnte jedoch nur eine Frage der Zeit sein.

Das sollten Sie wissen...

Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) [4] funktioniert bisher simpel: Jeder kann bei Bundesbehörden Auskunft verlangen, ohne Begründung, jedoch gegen Gebühr von bis zu 500 Euro. Geheimhaltung ist die Ausnahme, sie muss gut begründet werden. Das IFG ist verdienstreich als Instrument der Regierungskontrolle: mit dessen Hilfe flogen [5] etwa die Maskenaffäre um Jens Spahn [6], zahllose Lobby-Kontakte oder die CDU-Fördermittelaffäre auf.

Damit soll, geht es nach dem Willen von SPD wie CDU, bald Schluss sein: Die Koalition will Auskunft nur noch bei "berechtigtem Interesse" gewähren [7] – Clou ist dabei, dass die Behörden selbst entscheiden sollen [8], wann dieses Interesse vorliegt. Aus einem Rechtsanspruch wird eine Ermessensfrage.

Der Kreis der Antragsberechtigten soll schrumpfen [9]: Nur noch natürliche Personen, und somit womöglich nicht mehr Medien, NGOs oder Unternehmen, sollen Auskunft verlangen dürfen. Zudem soll der bisherige Kostendeckel von 500 Euro pro Anfrage entfallen [10] – Informationen würden somit auch eine Frage des redaktionellen oder privaten Geldbeutels.

Selbst der Stern (das Bertelsmann-Blatt ist sonst nicht für Fundamentalkritik gen Berlin bekannt) kommentierte süffisant [11], Merz vertraue den Bürgern nicht, das sollten immerhin alle wissen.

Auch die Landes-Informationsfreiheitsbeauftragten sprechen [12] von einem "Generalangriff auf die Informationsfreiheit". Zusätzlich sollen Ausnahmeklauseln – Staatswohl, Sicherheitsinteressen, Funktionsfähigkeit der Verwaltung – erweitert werden [13]. In Zeiten eines entgrenzten Sicherheitsbegriffs, geopolitischer Zuspitzungen und behördlicher Mangelwirtschaft öffnet das Reihen-Ablehnungen Tür und Tor.

Kern der Reform ist eine Beweislastumkehr: Nicht mehr der Staat muss Geheimhaltung begründen [14], sondern Bürger müssen erklären, warum sie überhaupt Informationen wollen.

Die Linke bezeichnet [15] dies als Angriff auf demokratische Kontrollrechte, Clara Bünger, Vizefraktionsvorsitzende, tadelt die Merz-Regierung, da diese sich versuche "unangreifbar" zu machen. Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider [16], sie kam bereits vor Merz ins Amt, warnt gleichsam [17], der Grundgedanke voraussetzungslosen Zugangs werde ins Gegenteil verkehrt.

Deutsche Wohnen und Co. beschützen

Auch bei der Mietenpolitik soll Grundsätzliches verschoben werden: Die Koalition will die Vergesellschaftung privater Mietwohnungen per Bundesgesetz ausschließen [18] – man wolle "bauen statt enteignen". Damit wendet sich Berlin gegen die Verfassung: Das Grundgesetz erlaubt [19] in Artikel 15 ausdrücklich Vergesellschaftung gegen Entschädigung.

Getroffen werden soll vor allem die Berliner Initiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" [20]. Das Manöver ist durchschaubar: 2021 stimmten [21] 59 Prozent der Berliner beim Volksentscheid dafür, Großvermieter zu vergesellschaften. Der Entscheid war politisch bindend, wurde aber – vor allem von der SPD – sabotiert [22] und ins Nirvana verschleppt. Nun soll ein bereits vorbereiteter Berliner Gesetzentwurf der Initiative in Gänze verhindert werden [23].

Kritiker sehen [24] darin zudem einen zentralistischen Eingriff in Länderkompetenzen mit möglichem Präzedenzcharakter. Ob ein einfaches Bundesgesetz ein Verfassungsrecht aushebeln kann, dürfte [25] letztlich vor höchsten juristischen Instanzen geklärt werden müssen und gilt als fraglich. Die Immobilienbranche feiert unterdessen vorgebliche Rechtssicherheit und Investitionsschutz.

Mit der empirischen Realität hat die Jubelstimmung wenig gemein. Das Hauptproblem des Mietmarkts ist nicht Enteignung, das sozialistische Gruselwort ist eine Scheindebatte.

Es herrscht Baumangel: 2025 entstanden [26] nur 206.600 Wohnungen – der niedrigste Wert seit 2012. Seit 2010 stiegen [27] die Nettokaltmieten um rund 70 Prozent, während die Branche demnach von Rekord zu Rekord eilt, zahlen Beschäftigte, deren Mieten den Reallöhnen längst enteilt sind, die Zeche.

Höher, schneller, länger

Obendrein soll das Befristungsrecht gelockert [28] werden: Die Höchstdauer soll sich von 24 auf 48 Monate verdoppeln, statt drei sollen sechs Verlängerungen in Serie erlaubt sein [29], sogar erneute begründete Einstellungen beim gleichen Arbeitgeber sollen ermöglicht werden.

Berufseinsteiger, Jungakademiker oder Quereinsteiger träfe es besonders hart. Die DGB-Gewerkschaften, die der Rentenreform noch weitgehend passiv zugestimmt hatten [30], signalisierten Widerstand.

Verpuffungsmilliarden

Parallel wurde der Haushalt 2027 beschlossen [31]: Fast jeder dritte Euro soll künftig in Panzer und Drohnen fließen [32] – rund 607 Milliarden Euro in rund 4 Jahren, 2030 lägen die Ausgaben bei rund 30 Prozent der Gesamtausgaben. Gleichzeitig schlagen Kommunen wegen Milliardenlücken Alarm [33], und die OECD mahnt [34], dass Deutschland seine Schulen monetär vernachlässige.

Dabei wirken derlei Planungen – neben sicherheitspolitischen oder diplomatisch-antimilitaristischen Einwänden – auch makroökonomisch einseitig und risikoreich.

Eine Greenpeace-Studie von 2023 rechnete vor [35]: Eine Milliarde Euro Rüstungsausgaben schafft rund 6.000 Jobs, dieselbe Summe in Umwelt, Gesundheit oder Bildung investiert bis zu dreimal so viele. Die Milliarden-Steuergelder in den Händen von Rheinmetall und Co. könnten volkswirtschaftlich verpuffen – ein etwaiger Kriegskeynesianismus [36]ist kein Allheilmittel.

Politik der kleinen Rückschritte

Die Reformagenda der Merz-Regierung wirkt bei genauer Betrachtung weniger wie ein großer wirtschaftlicher Neustart, sondern wie eine schrittweise Neujustierung staatlicher Machtverhältnisse zugunsten von Eigentum, Verwaltung und Arbeitgeberinteressen.

Während Transparenzrechte beschnitten, soziale Schutzmechanismen gelockert und verfassungsrechtlich garantierte Eingriffsmöglichkeiten des Staates zugunsten privater Eigentümer eingeschränkt werden sollen, bleibt die angekündigte Modernisierung erstaunlich selektiv.

Der politische Kunstgriff liegt dabei in der Kleinteiligkeit der Vorhaben: Nicht der große Umbruch wird vollzogen, sondern viele kleine Verschiebungen, die in der Summe erkämpfte Rechte schwächen würden.

Begleitet wird dieser Kurs von milliardenschweren Prioritäten zugunsten von Aufrüstung, während Kommunen, Bildung und soziale Infrastruktur um finanzielle Spielräume kämpfen. Der vielbeschworene wirtschaftliche Aufbruch droht damit weniger ein Aufbruch für die breite Gesellschaft zu werden als eine stille Umverteilung von Handlungsmacht – weg von Bürgern und Beschäftigten, hin zu staatlicher Exekutive und Industrieinteressen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11356297

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/reformen-rente-arbeitsmarkt-steuern-2445598
  2. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw26-de-regierungsbefragung-1154596
  3. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/krankschreibung-krankheitstage-reform-100.html
  4. https://www.gesetze-im-internet.de/ifg/
  5. https://taz.de/IFG-Reform-auf-Bundesebene/!6192998/
  6. https://www.capital.de/wirtschaft-politik/wie-jens-spahn-einmal-einen-masken-vertrag-neu-auslegte-37602838.html
  7. https://www.tagesspiegel.de/politik/transparenz-nur-noch-bei-berechtigtem-interesse-neue-regeln-fur-die-informationsfreiheit-15795079.html
  8. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/informationsfreiheitsgesetz-novelle-100.html
  9. https://fragdenstaat.de/artikel/policy/2026/07/spd-und-union-planen-abschaffung-des-ifg/
  10. https://netzpolitik.org/2026/informationsfreiheit-schwarz-rot-plant-frontalangriff-auf-journalismus-und-transparenz/
  11. https://www.stern.de/politik/deutschland/informationsfreiheitsgesetz--friedrich-merz-vertraut-ihnen-nicht--meinung--37648216.html
  12. https://www.welt.de/regionales/rheinland-pfalz-saarland/article6a4bc87dbfe786e9bb64d217/kahlschlag-kritik-an-reformplan-fuer-informationsanfragen.html
  13. https://www.zeit.de/digital/internet/2026-07/informationsfreiheitsgesetz-bundesregierung-reform-demokratie/komplettansicht
  14. https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/regierung-reform-informationsfreiheit-gesetz-kritik-100.html
  15. https://www.fr.de/politik/heftige-kritik-an-plan-fuer-ifg-reform-der-merz-regierung-94380592.html
  16. https://de.wikipedia.org/wiki/Louisa_Specht-Riemenschneider
  17. https://www.merkur.de/politik/kritik-merz-regierung-plant-aus-fuer-freien-informationszugang-massive-zr-94380566.html
  18. https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-wollen-bauen-nicht-enteignen-bund-untersagt-landern-verstaatlichungen-von-wohnraum-15784792.html
  19. https://www.haufe.de/immobilien/wirtschaft-politik/berlin-debatte-um-enteignungen-geht-weiter_84342_487722.html
  20. https://dwenteignen.de/
  21. https://de.wikipedia.org/wiki/Volksentscheid_%E2%80%9EDeutsche_Wohnen_%26_Co_enteignen%E2%80%9C_in_Berlin_2021
  22. https://taz.de/Deutsche-Wohnen-und-Co-enteignen/!5840468/
  23. https://www.welt.de/regionales/berlin/article6a464dfeea435cadee21f0e5/initiative-kritisiert-bundesplaene-gegen-enteignungen-scharf.html
  24. https://taz.de/Koalition-zum-Wohnen/!6192955/
  25. https://www.n-tv.de/wirtschaft/Koalition-will-Verstaatlichung-von-Mietwohnungen-verbieten-id31039219.html
  26. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/05/PD26_174_31121.html
  27. https://mieterbund.de/themen-und-positionen/zahlen-fakten/
  28. https://kliemt.blog/2026/07/02/arbeitsrecht-im-aufbruch-was-das-reformpaket-der-bundesregierung-fuer-arbeitgeber-bedeutet/
  29. https://www.fr.de/wirtschaft/plant-ausweitung-auf-jahre-befristete-arbeitsvertraege-bundesregierung-94379507.html
  30. https://perspektive-online.net/2026/06/mehr-kuerzungen-als-reform-die-aktuellen-rentenplaene-der-regierung/
  31. https://www.bild.de/politik/inland/union-und-spd-einig-kabinett-beschliesst-haushalt-2027-6a4ba825bfe786e9bb64cf36
  32. https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/bundeshaushalt-entwurf-ausgaben-ruestung
  33. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/kommunalfinanzen-bund-laender-100.html
  34. https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/axel-pluennecke-christina-anger-warum-deutschland-mehr-geld-in-bildung-stecken-muss.html
  35. https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/erneuerbare-energien/hilft
  36. https://www.ifsoblog.de/kriegskeynesianismus-unterschaetzte-effektivitaet-und-ueberschaetzte-wohlfahrtseffekte/

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  • 07. Juli 2026 um 14:00

FIFA-WM als Geldmaschine: Wie die Hitzepause zur Werbe-Goldgrube wird

Von Telepolis
US-Banknoten regnen auf einen Fußball herab

Bild: Shutterstock.com

Während Brasilien sportlich patzt, triumphiert die FIFA finanziell: Der Verband plant bei der WM mit Rekordeinnahmen von 13 Milliarden Dollar.

"Es gibt keine zusätzlichen Einnahmen für die FIFA. Das ist für uns keine finanzielle, sondern eine rein sportliche Angelegenheit und dient dem Schutz der Spieler."

FIFA-Mitteilung zur Getränkepause

Dass die Fußball-Weltmeisterschaft vor allem ein hochkapitalistischer Akt ist, eine "Cash-Cow" vor allem für die FIFA, kann niemanden überraschen.

Als neue Geldmaschine entpuppt sich die "Hydration Breaks" genannten zwei obligatorische Trinkpausen während jedes Spiels unabhängig der tatsächlichen klimatischen Bedingungen beim Spiel.

Es sind nur drei Minuten. Sechs, wenn man beide Halbzeiten zusammenzählt. Im Leben eines Fußballspiels ist das beinahe nichts; im Leben einer Weltmeisterschaft summieren sich diese Minuten zu Stunden. Man könnte sie als Randnotiz betrachten, eine medizinische Vorsichtsmaßnahme in einer heißer werdenden Welt. Doch manchmal erzählt gerade eine Randnotiz die eigentliche Geschichte.

Die FIFA nennt sie "Hydration Break". Der Begriff ist klinisch präzise und moralisch unangreifbar. Wer wollte gegen Wasser sein? Kein Doping, kein Alkohol. Wer wollte bestreiten, dass Fußballer bei Temperaturen spielen, die den menschlichen Körper an seine Grenzen führen? Niemand vernünftigerweise.

374 Millionen mehr nur für einen Sender

Rechnen wir nach: In insgesamt 104 WM-Spielen gibt es je zwei obligatorische Trinkpausen à drei Minuten. Das bedeutet sechs Minuten zusätzliche Pausen mal 104.

Dies ergibt 624 Minuten zusätzliche Pausen, die sich in Werbezeit ummünzen lassen. In drei Minuten, vielleicht auch nur zweieinhalb Netto-Minuten lassen sich also rund 1.200 zusätzliche Werbeclips à 25-30 Sekunden unterbringen, also gute zehn Stunden zusätzliche Sendezeit der jeweiligen Rechteinhaber, die sich zumindest bei den nicht öffentlichen Sendern in Werbeblöcke umrechnen lassen.

Beim US-Privatsender Fox kosteten 30 Sekunden Werbeblock während der Gruppenphase ungefähr 300.000 US-Dollar. Mit dem Fortschreiten der WM in die K.-o.-Runde erhöhen sich diese Preise erheblich.

Legt man nur die 300.000 US-Dollar zugrunde, kommt man mit dieser Rechnung aber schon jetzt auf über 374 Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen nur bei einem einzigen Sender.

Dies ist klarerweise nur eine Überschlagsrechnung, die mehrere Schwachstellen hat. Einige Annahmen sind plausibel, andere führen leicht zu einer deutlichen Überschätzung.

In der Praxis wird nicht jede Sekunde der Trinkpause vollständig mit zusätzlichen Werbespots gefüllt. Fernsehsender zeigen häufig einen Splitscreen mit Werbung und kurzen Studioanalysen oder nur einen Teil der Pause als klassische Werbung.

Trinken statt Spielen: Die Pause und der Preis der Hitze

Jede Epoche besitzt ihre bevorzugte Art, Widersprüche unsichtbar zu machen. Das viktorianische England erfand die höfliche Umschreibung. Das zwanzigste Jahrhundert erfand die Pressemitteilung.

Unsere Zeit erfindet das Managementproblem. Wo früher gefragt wurde, ob etwas überhaupt sinnvoll sei, lautet die heutige Frage nur noch, wie sich seine Folgen möglichst effizient organisieren lassen.

Die Trinkpause ist genau ein solches Managementproblem. Sie adressiert sogar den Klimawandel. Der ist längst kein abstraktes Szenario mehr, sondern verändert den Kalender des Sports. Die Antwort darauf besteht jedoch nicht darin, den Wettbewerb grundlegend neu zu denken. Stattdessen wird mitten im Spiel eine Pause eingeführt. Das Problem bleibt bestehen; lediglich seine Symptome werden verwaltet.

Natürlich wäre es naiv, darin allein den Zynismus des Weltfußballs erkennen zu wollen. Die Spieler brauchen manchmal tatsächlich diese Unterbrechungen. Gerade deshalb besitzen sie eine eigentümliche Symbolkraft. Sie erinnern daran, dass die ökonomische Logik des modernen Sports den klimatischen Realitäten oft vorausläuft.

Die Trinkpause unterbricht nicht nur den Spielfluss. Sie unterbricht auch die Erzählung, der moderne Spitzensport sei eine stetige Geschichte menschlicher Leistungssteigerung. Stattdessen zeigt sie etwas viel Banaleres: den menschlichen Körper, der Wasser braucht, weil selbst der bestens trainierte Athlet die Physik nicht überwinden kann.

Merkwürdigerweise fällt diese Erkenntnis genau mit der größten Expansion der Weltmeisterschaft zusammen. Mehr Spiele, mehr Städte, mehr Reisen, mehr Übertragungsstunden, mehr Sponsoren, mehr Hospitality, mehr Einnahmen. Weniger Klimaschonung.

Wäre es unfair zu behaupten, die Trinkpause sei eingeführt worden, um Werbung zu verkaufen? Vielleicht nicht. Aber ebenso naiv wäre es zu glauben, dass eine minutiös geplante Unterbrechung eines globalen Live-Ereignisses keine ökonomische Bedeutung besitzt. Im modernen Sport existiert kaum eine Minute, die nicht zugleich sportliche und kommerzielle Zeit wäre.

Vielleicht ist das die eigentliche Pointe. Die Trinkpause ist weder Skandal noch Verschwörung. Sie zeigt eine Kultur, die ihre Widersprüche nicht mehr auflösen will, sondern sie organisiert. Wird es zu heiß, spielt man weiter – mit einer Pause. Wird das Turnier zu groß, erweitert man die Vermarktung. Wird die Welt komplizierter, erfindet man ein neues Protokoll.

Der Fußball ist darin die eleganteste Bühne, auf der unsere Gegenwart sich selbst aufführt.

71 Prozent Einnahmeplus

Wenn wir die offiziellen FIFA-Zahlen zugrunde legen, ergibt sich ein sehr deutlicher Anstieg der Einnahmen der FIFA.

Gegenüber der WM in Katar 2022 gibt die FIFA eine Steigerung ihrer Gesamteinnahmen von 7,57 Milliarden US-Dollar auf 13,0 Milliarden an, eine prozentuale Steigerung von über 71 Prozent [1].

Die Gründe dafür sind ziemlich klar: Es gibt 104 statt 64 Spiele und 48 statt 32 Mannschaften mit entsprechenden nationalen Medien- und Franchise-Umsätzen. Hinzu kommen erheblich höhere Fernseh-Erlöse im US-Markt und zusätzliche Sponsoren, sowie die horrend hohen Ticketpreise, die im Vergleich sogar eher wenig ausmachen.

Das ist der mit Abstand größte Einnahmensprung in der Geschichte der Fifa.

Die Zahlen wirken nicht zufällig wie die Erfolgskennziffern eines expandierenden Technologiekonzerns. Der Fußball hat längst begonnen, sich selbst in derselben Sprache zu beschreiben.

Norwegen hat nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen

Es war nicht die erste große Überraschung dieser WM, aber vielleicht doch die bisher größte: Mit Brasilien ist einer der erweiterten Titelfavoriten ausgeschieden, so früh wie seit 36 Jahren nicht mehr – überdies gegen den Außenseiter und Italien-Schreck Norwegen, der spätestens jetzt auch zur Überraschungsmannschaft des Turniers geworden ist.

Wie so oft hatte sich der finale Ausgang der Partie bereits sehr früh in den ersten 10-15 Minuten abgezeichnet. Auch wenn es zwischendurch Phasen gab, in denen die grundsätzlich überlegenen Brasilianer alles gut und gerne hätten für sich entscheiden können.

Aber schon in diesen ersten zehn Minuten wirkten die Lateinamerikaner seltsam lasch, zurückhaltend und auch ein bisschen unkonzentriert, zugleich aber übervorsichtig und mutlos, während die Norweger von Anfang an "edgy" waren, konzentriert und voller Lust an einer Auseinandersetzung mit dem favorisierten Gegner.

Man spürte in ihrem Spiel: Sie hatten nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Was jeden brasilianischen Fußballfan besonders erschüttern muss, ist: Die Norweger sind keineswegs eine Übermannschaft. Es war kein großes Spiel

Jetzt sind nach Deutschland - und Italien, die sich als Gruppenzweiter (hinter Norwegen) gar nicht erst qualifiziert hatten - auch die dritte Mannschaft mit den meisten Weltmeisterschaftstiteln weg. Es bleiben Frankreich und Argentinien sowie Spanien und England mit je einem Titel. Offenbar setzen sich die Europäer doch überraschend klar in direkten Duellen gegen Lateinamerikaner durch.

Heute Abend hat Kolumbien die Chance, den Trend gegen die Schweiz zu wenden.


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  1. https://www.business-standard.com/sports/fifa-world-cup/fifa-s-biggest-payday-the-economics-behind-football-world-cup-2026-126061100385_1.html

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  • 07. Juli 2026 um 13:30

Wie viel gibt die Firma für Tokens aus? Viele Chefs wissen es auch nicht

Von Heise
Illustration einer Tafel mit Preisangaben für KI-Modelle

(Bild: iX)

Je mehr sich KI in Unternehmen ausbreitet, umso dringender wird die Kostenfrage. Viele Führungskräfte wissen aber nicht genau, wie die Tokenkosten ausfallen.

Mit der Ausbreitung verbrauchsbasierter Abrechnung bei KI wird in den Unternehmen die Frage nach den Tokenkosten immer drängender: Rund einem Drittel der Führungskräfte fällt es laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG aber schwer, die Kostenstrukturen hinter der KI-Nutzung ihres Unternehmens zu durchschauen. Fast ein Viertel (23 Prozent) berichtet demnach auch von Schwierigkeiten mit nutzungsabhängigen Kosten, und 42 Prozent gestanden ein, insgesamt nur über einen teilweisen Überblick bei den KI-Ausgaben zu haben.

Viele Firmen haben laut den KPMG-Zahlen aber auch reagiert und setzen auf mehr Monitoring. Jeweils über die Hälfte gab an, Dashboards zur Überwachung der KI-Kosten zu nutzen (53 Prozent) sowie Kostenprüfungen in die Genehmigungsverfahren für KI-Projekte zu integrieren (54 Prozent). Unternehmen, die solche Maßnahmen ergreifen, gaben auch deutlich häufiger an, einen nachweisbaren ROI (Return on Investment) mit ihren KI-Ausgaben erzielt zu haben – nämlich 15 Prozent statt nur 3 Prozent. Nimmt man Unternehmen mit und ohne dedizierte KI-Kostenkontrolle zusammen, können im Schnitt 7 Prozent einen messbaren Ertrag der künstlichen Intelligenz feststellen. Zugleich steht aber fast jeder Vierte (24 Prozent) unter dem Druck, den Wert für Investoren nachzuweisen.

Trotz teils unklarer Kosten und Rendite bleibt KI aber das Top-Thema für Investitionen. 79 Prozent der Führungskräfte nennen sie als zentralen Bereich für neue Ausgaben. Allerdings sieht KPMG Zeichen dafür, dass die Unternehmen nun die Experimentierphase hinter sich gelassen haben und pragmatischer auf die Technologie blicken. So hätten auch fast die Hälfte (49 Prozent) wegen Kostenbedenken bereits in ihrer KI-Strategie Projekte gebremst, pausiert oder verkleinert.

Günstige Alternativen gefragt

Mit 22 Prozent zieht eine wachsende Zahl auch günstigere KI-Modelle in Betracht. Ein prominentes Beispiel dafür ist Brian Armstrong, Chef der Kryptobörse Coinbase. Er machte kürzlich öffentlich, dass sein Unternehmen mit quelloffenen chinesischen Modellen wie GLM 5.2 und Kimi K2.7 experimentiere, die deutlich günstiger als die Frontiermodelle der US-Anbieter Anthropic und OpenAI seien. Berichten nach setzen manche große US-Unternehmen auch zunehmend auf Kostenkontrolle, gedeckelte Tokenbudgets [1] oder gar auf die Sperre bestimmter Modelle.

„KI ist mittlerweile ebenso sehr eine Priorität im Finanzmanagement wie im Technologiebereich. Das eigentliche Risiko besteht nicht darin, in KI zu investieren, sondern darin, dies ohne Kostentransparenz und ohne Verständnis für die wirtschaftlichen Aspekte der KI zu tun“, resümiert Rob Fisher, Global Head of Advisory bei KPMG, die Umfrage. Befragt wurden den Angaben nach [2] mehr als 2.000 Führungskräfte aus 20 Ländern in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen US-Dollar.


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  1. https://www.heise.de/news/KI-Kosten-explodieren-Konzerne-sperren-Zugaenge-oder-raten-zu-aelteren-Modellen-11351857.html
  2. https://kpmg.com/xx/en/media/press-releases/2026/06/growing-adoption-signals-progress-as-cost-visibility-and-accountability-drive-ai-value.html
  3. https://www.heise.de/ix
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  • 07. Juli 2026 um 17:30

Agentic AI fürs Smart Home: openHAB 5.2 bringt Chat-Interface und MCP-Server

Von Heise
Ein Bot sitzt vor einem Modellhaus

(Bild: Rainald Menge Sonnentag / KI / iX)

Die Open-Source-Plattform openHAB bietet eine Anbindung an LLMs für Abfragen und Steuerung via Chat sowie einen eigenen MCP-Server für Agentic AI.

Die Open-Source-Plattform openHAB öffnet sich in Version 5.2 für LLMs und Agentic AI. Die Plattform zur Smart-Home-Steuerung bringt eine Anbindung an Sprachmodelle und führt den openHAB MCP Server ein.

LLM-Chat statt Regelwerk für die Steuerung

Das UI von openHAB bringt ein neues Chat-Interface, das sich direkt an die einzelnen Geräte der Plattform anbinden lässt. Für Aufgaben zur Gerätesteuerung zeigt das Chat-Interface das zugehörige Widget an.

Chat-Interface openHAB mit Widget
Chat-Interface openHAB mit Widget

Das Widget für das Licht erscheint beim Steuern des Geräts im Chat.

(Bild: openHAB)

openHAB bietet Tools, um die einzelnen Geräte an das LLM anzubinden, um den Status abzurufen oder Steuerbefehle zu senden.

Die User entscheiden, welche Geräte für das Chat-Interface ansprechbar sind. Der Parameter permission in den voiceSystem-Metadaten der einzelnen Items (die Smart-Home-Einheiten in openHAB) [1] kennt drei Einstellungen: NO_ACCESS, READ_ONLY und READ_WRITE.

Gedächtnis und Tools für das LLM

Die Plattform speichert den Verlauf des Chats und kann ihn dem LLM bei weiteren Aufrufen mitgeben. Wie weit sich openHAB den Chatverlauf merkt und ihn weitergibt, lässt sich in den Einstellungen festlegen. Der System-Prompt für das LLM ist ebenfalls anpassbar.

Ein Tooling-Framework öffnet den LLMs den Zugang zu den Geräten und weiteren Informationen. Drei Tools bringt Version 5.2 von Haus aus mit: get-date-time gibt die Zeit und das Datum bezogen auf die aktuelle Zeitzone zurück, item-get-state ruft den Status eines Items ab und item-send-command schickt einen Befehl an ein Item.

Chat with openHAB
Chat with openHAB

Das Chat-Interface bietet Zugang zu den einzelnen Geräten und Informationen im Smart-Home-System.

(Bild: openHAB)

openHAB ist zwar an kein bestimmtes LLM gebunden, bietet zum Start allerdings zunächst nur eine Anbindung an Google Gemini. Bindings für OpenAI und dazu kompatible Modelle sind in Kürze geplant.

Agentic AI mit dem openHAB MCP Server

Einen Schritt weiter als die LLM-Anbindung geht der openHAB MCP Server, der die Plattform für Agentic AI öffnet. Die KI-Agenten können die Geräte steuern und verwalten.

Außerdem lassen sich die KI-Agenten nutzen, um eigene Regeln für openHAB zu erstellen. Dabei hat man die Wahl zwischen Regeln für wiederkehrende Aufgaben und einmaligen Regeln. Letztere löscht der Agent nach der Ausführung selbsttätig.

Die Agenten können wahlweise direkt über das Netzwerk, über die openHAB-Cloud oder eine Node.js-Bridge mit openHAB kommunizieren. Damit die Agenten mit der Plattform interagieren können, benötigen sie ein openHAB-API-Token. Weitere Informationen zur Anbindung und Authentifizierung finden sich in der Dokumentation zum openHAB MCP Server [2].

Funktionen jenseits von KI

Neben der LLM- und Agentic-AI-Anbindung bringt openHAB 5.2 zahlreiche weitere Ergänzungen. Unter anderem lassen sich Komponenten für das UI neuerdings in YAML erstellen. Außerdem hat das openHAB-Team die DSL (Domain Specific Language) zum Erstellen von Regeln erweitert.

Weitere Neuerungen wie die dauerhaft angezeigte Log-Konsole und die erweiterten Charts lassen sich dem openHAB-Blog [3] entnehmen. Die vollständige Liste der Neuerungen findet sich in den Release Notes [4].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11355811

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.openhab.org/docs/concepts/items.html
  2. https://www.openhab.org/addons/integrations/mcp/
  3. https://www.openhab.org/blog/2026-07-05-openhab-5-2-release.html
  4. https://github.com/openhab/openhab-distro/releases/tag/5.2.0
  5. mailto:rme@ix.de

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  • 07. Juli 2026 um 11:57

Radarsatelliten: Bundeswehr plant bis zu 1.200 Satelliten für Spock 2

Von Achim Sawall
Die Bundeswehr lässt ein LEO-Satellitennetzwerk errichten, das weltweit zu den Top 10 gehört.
Iceye-Satellit (Bild: Iceye)
Iceye-Satellit Bild: Iceye

Die Bundeswehr plant eine der größten Satellitenkonstellationen der Welt. Bis zu 1.200 Satelliten für Kommunikation und Aufklärung sollen in den kommenden Jahren ins All gebracht werden, wie zwei gut informierte Insider laut Handelsblatt berichten. Die Pläne, über die Golem bereits berichtete, seien noch nicht offiziell bestätigt, hieß es weiter.

Der Großteil der Spionage-Satelliten ist demnach für das System Spock 2 vorgesehen. Die Abkürzung steht für Spacesystem for Persistent Operational Tracking. Das hochmoderne System soll Radar und Spezialkameras nutzen, um den Militärs ein möglichst präzises Lagebild zu liefern. Frühestens in drei Jahren soll es einsatzbereit sein.

Wie das System im Detail aussehen wird, bespricht die Bundeswehr den Angaben zufolge derzeit mit potenziell beteiligten Unternehmen. Die Rüstungs- und Raumfahrtunternehmen Airbus, Rheinmetall und OHB bildeten oder erweiterten bereits drei verschiedene Konsortien, um sich für Spock 2 zu bewerben.

Spock 2 wird ein engmaschiges Netz

In der Summe baut Deutschland mit Spock und dem Kommunikationssystem SatcomBW 4 eine der weltweit größten militärischen Überwachungsinfrastrukturen im Orbit auf. Die Radarsatelliten mit SAR- und elektrooptischen Sensoren durchdringen jede Wolkenschicht.

Durch die Hunderten von Kleinsatelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) entsteht mit Spock 2 ein engmaschiges Netz. Sobald ein Satellit abzieht, übernimmt der nächste. Allerdings müssen die Satelliten konstant ersetzt werden.

Mit 1.200 Satelliten würde Deutschland nach dem US-Anbieter Starlink die zweitgrößte Konstellation im All betreiben. Zwar könnten bis zum Aufbau der deutschen Flotte neue Konstellationen etwa aus China oder von Technologiekonzernen wie Amazon entstehen. Dennoch dürfte sich Deutschland Schätzungen zufolge auch dann noch unter den fünf größten Betreibern weltweit befinden.

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  • 07. Juli 2026 um 18:39

Anzeige: Surface Laptop 7. Edition zum Bestpreis nur 969 Euro bei Amazon

Von Claus Ludewig

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Bei Amazon gibt es noch bis zum 15. Juli das Surface Laptop 7. Edition zum Bestpreis von 969 Euro zu kaufen. Ist es ein lohnenswerter Deal?
Das Surface Laptop 7. Edition gibt es aktuell zum Jahresbestpreis bei Amazon. (Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon) amazon Affiliate

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Das Surface Laptop 7. Edition gibt es aktuell zum Jahresbestpreis bei Amazon. Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon

Erst vor wenigen Tagen berichtete Golem darüber, dass Microsoft wohl die Surface-Go-Modelle einstellt. Es gibt keine neuen Modellgenerationen mehr und die Geräte aus dem Jahre 2023 sollen wohl abverkauft werden. Übrig bleiben nur die regulären Surface-Modelle mit mehr Leistung. Erst vor wenigen Wochen berichtete die PC Games Hardware, dass es die siebte Generation des Surface Laptop mit 13,8 Zoll zum Amazon-Jahresbestpreis zu kaufen gibt. Dabei rutscht das Modell unter die 1.000-Euro-Marke.

Nun lässt sich im aktuellen Amazon-Angebot sogar noch mehr sparen. Doch sollten sich Interessenten beeilen, da der neue Jahresbestpreis nur noch wenige Tage gilt. Hintergrund für die neue Offerte dürfte die jüngst auf dem Markt erschienene 8. Edition des Microsoft Surface Laptop sein. Amazon möchte wohl die Lager leer räumen.

Was kostet das Surface Laptop in der 7. und 8. Edition?

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon das Microsoft Surface Laptop 7. Edition für nur 969 Euro

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. Laut Keepa-Preishistorie und Golem-Preisvergleich gibt es diesen Windows-Laptop aktuell nirgendwo günstiger für alle Amazon-Kunden. Einzig zahlende Prime-Mitglieder konnten mit 899 Euro das Laptop am Prime Day nochmals günstiger erstehen. Dafür erhalten Käufer das Surface Laptop mit 13,8 Zoll großem Touchscreen, Qualcomm Snapdragon X Elite (12 Kern), 16 GByte fest verlötetem RAM und auswechselbarer 512-GByte-M.2-2230-SSD. Allerdings gilt dieser Amazon-Bestpreis für alle Kunden nur noch bis zum 15. Juli, schreibt der Onlineshop. Mit 949 Euro liegt der Jahresbestpreis laut Golem-Preisvergleich knapp unter dem aktuellen Preis.

Microsoft Surface Laptop 7. Edition | 13.8” Touchscreen | 16GB RAM | 512GB SSD

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Das erst wenige Wochen auf dem Markt erhältliche Surface Laptop 8. Edition

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gibt es noch nicht im Angebot. Hierfür müssen Käufer bei Amazon die UVP von 1.799 Euro für das Modell mit 13,8 Zoll großem Touchscreen, 16 GByte fest verlötetem RAM und austauschbarer 512-GByte-M.2-2230-SSD zahlen.

Was unterscheidet das Surface Laptop 7. Edition und 8. Edition?

Egal ob sich Interessenten für die 7. Edition oder die 8. Edition des Surface Laptop entscheiden, Microsoft nutzt bei beiden Windows-11-Notebooks das gleiche Gehäuse. So besitzen beide Laptops zwei USB-4-Anschlüsse mit 40 GBit/s an (theoretischer) Datenübertragungsgeschwindigkeit, Ladefunktion und Displayport-Alt-Mode. Zusätzlich gibt es etwa für USB-Sticks einen USB-A-Anschluss mit fünf GBit/s an Transfergeschwindigkeit.

Wer eine Surface Dock nutzt, kann zudem den proprietären, magnetischen Surface Connector verwenden. Auch der verbaute LCD-IPS-Touchscreen ist immer 13,8 Zoll groß, egal um welche Surface-Laptop-Generation es geht. Erfreulich: Der LCD-Bildschirm zählt zu den am besten kalibrierten Displays für Windows-Notebooks, der sich auch für professionelle Bildbearbeitung eignet, so das Golem-Fazit zum 120-Hz-Touchscreen.

Differenziert wird jedoch bei der Bildschirmauflösung, da die 8. Edition 30 Prozent mehr Pixel darstellt. Zudem gibt es nur beim Surface Laptop in der 8. Edition ein Privacy Display, das den Bildschirm verdunkelt, wenn seitlich darauf geblickt wird. Ein derartiger Blickschutz kann beim Surface Laptop 7. Generation mittels Blickschutzfolie nachgerüstet

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werden.

Nur Surface Laptop 8 mit Snapdragon X2 Elite

Der größte Unterschied liegt in den genutzten Prozessoren. Statt des Qualcomm Snapdragon X Elite wird bei der achten Iteration der Snapdragon X2 Elite mit 12 CPU-Kernen genutzt. Diese ist im Single-Core-Geekbench bis zu 34 Prozent schneller, im Multi-Core sind es knapp sechs Prozent mehr. Die Adreno-X2-Grafik soll mehr als doppelt so schnell sein, berichtet Techradar.

Neben mehr Leistung soll der Snapdragon X2 Elite eine um bis zu eine Stunde längere Akkulaufzeit bieten, verspricht Microsoft. Die Erfahrungswerte aus Testberichten zeigen, dass schon das Surface Laptop 7. Edition im Alltag bis zu 15 Stunden pro Akkufüllung durchgehalten hat, wie etwa Golem selbst im Test des größeren 15-Zollers ermitteln konnte. Bei Notebookcheck kommt das 13,8 Zoll große Surface Laptop 7 auf etwas über 14 Stunden Akkulaufzeit beim Websurfen oder fast 19:41 Stunden bei lokaler Videowiedergabe.

Preis, Daten und Fakten zum Microsoft Surface Laptop 7. Edition

  • Mit der 7. Edition des Surface Laptop bietet Microsoft ein 13,8 Zoll großes Laptop mit Qualcomm-Chipsatz an.
  • Für Vortrieb sorgt der Snapdragon X Elite. Erst in der 8. Edition ist der Qualcomm Snapdragon X2 Elite verbaut, der im Single-Core-Geekbench bis zu 34 Prozent schneller sein soll.
  • Laut Testern hält bereits die 7. Modellgeneration des Microsoft Surface Laptop bis zu 15 Stunden Akkulaufzeit bereit. Laut Microsoft soll die 8. Iteration eine Stunde länger durchhalten.
  • Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon das Microsoft Surface Laptop 7. Edition für nur 969 Euro und damit zum Bestpreis
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    , wenn man das Prime-exklusive Prime Day-Angebot nicht mit einbezieht.
  • Der aktuelle Bestpreis gilt jedoch nur noch bis zum 15. Juli, so Amazon.
  • Die 8. Edition des Microsoft Surface Laptop
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    ist – mit identischer Speichergröße – 1.799 Euro teuer.

Quellen: Amazon

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, Techradar, Notebookcheck

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  • 07. Juli 2026 um 18:10

Raumfahrt: Weltraumschrott an Australiens Küste angespült

Von Patrick Klapetz
In Australien ist erneut Weltraumschrott entdeckt worden. Der betroffene Strandabschnitt im Bundesstaat Queensland wurde gesperrt.
Der Weltraumschrott an der australischen Küste (Bild: Queensland Fire Department)
Der Weltraumschrott an der australischen Küste Bild: Queensland Fire Department

In Australien sind an einem Strand im Norden des Bundesstaats Queensland mehrere Metallkugeln angespült worden. Die Feuerwehr richtete um die Objekte herum einen 50 m großen Sicherheitsbereich ein, um Schaulustige fernzuhalten. Laut der australischen Weltraumagentur ASA handelt es sich bei den Kugeln vermutlich um Druckbehälter einer ausländischen Rakete.

Es ist nicht das erste Mal, dass Weltraumschrott über Australien abstürzt oder vom Meer aus angespült wird. 2023 wurde bereits ein Strandabschnitt gesperrt, nachdem dort ein Teil einer indischen Rakete entdeckt wurde.

Durch die weltweit zunehmenden Raketenstarts wächst die Zahl der Objekte, die als Weltraumschrott auf die Erde stürzen, wie eine neuere Studie zeigt.

Warnung vor möglicher Gefahr

Das Queensland Fire Department warnte auf Facebook, dass Finder die Kugeln nicht berühren sollten, da nicht klar sei, ob die Objekte Schadstoffe enthielten. Auch die philippinische Raumfahrtbehörde Philsa warnte im vergangenen Jahr vor möglichen Gefahren durch herabfallende oder angespülte Raketenteile.

Auch im aktuellen Fall sei gewarnt worden, dass die Kugeln leicht entzündliche oder reaktive Substanzen enthalten könnten, berichtete die BBC.

Entwarnung

Einige Anwohner mussten ihre Häuser vorübergehend verlassen. Fünf der Kugeln wurden unter Polizeiaufsicht in Gefahrgutbehälter verbracht, eine weitere gesichert, berichtete The Guardian.

Der ASA zufolge stellte sich heraus, dass die Objekte ungefährlich waren. An der genauen Identifizierung beteiligen sich internationale Organisationen. Die wahrscheinliche Herkunft der Kugeln sei bereits ermittelt worden, teilte die ASA mit, ohne Details zu nennen.

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  • 07. Juli 2026 um 18:04

Jadepuffer: Die erste KI-Ransomware-Attacke verbaselt nicht nur den Schlüssel

Von Heise
Ein Malware-Warnhinweis

(Bild: solarseven / Shutterstock.com)

Forscher dokumentieren den ersten LLM-gesteuerten Ransomware-Angriff. Doch die KI scheiterte an grundlegenden Fehlern. Eine Mahnung für Admins.

Forscher der Cloud-Security-Firma Sysdig dokumentieren den ersten, wie sie behaupten „komplett LLM-getriebenen“ Ransomware-Vorfall. Und was sie beschreiben, ist tatsächlich ein Einbruch in ein Produktionssystem, bei dem offenbar ein LLM weitgehend autonom agiert, dabei wichtige Daten verschlüsselt beziehungsweise löscht und für deren Wiederbeschaffung Lösegeld fordert. Doch bei genauerer Betrachtung ist das Ganze eher skurril als ernsthaft gefährlich.

Dass bei dem Vorfall ein Large Language Model am Werk war, geht recht eindeutig aus den am Tatort vorgefundenen Skripten hervor. Menschliche Akteure dokumentieren ihre maliziösen Skripte eher nicht mit Kommentaren wie "High-ROI databases to drop". Für die These, dass das LLM weitgehend autonom handelte, führen die Forscher an, wie schnell es auf fehlgeschlagene Aktionen reagierte. So verbesserte es ein Skript nach einem fehlgeschlagenen Login innerhalb von 31 Sekunden.

Typische LLM-Fails

Man könnte an der Stelle auch anführen, dass ein menschlicher Täter für die Lösegeldforderung kaum die Adresse einer Bitcoin-Wallet verwendet hätte, die häufig als Beispiel in öffentlich verfügbarer Dokumentation auftaucht (3J98t1WpEZ73CNmQviecrnyiWrnqRhWNLy). Oder mehr Wert darauf gelegt hätte, zumindest den Anschein zu erwecken, den zum Verschlüsseln der Daten verwendeten AES-Key auch tatsächlich für eine mögliche spätere Herausgabe zu speichern. Die Liste der für LLMs so typischen Fails ließe sich weiter fortsetzen.

Das LLM absolvierte alle typischen Schritte eines Ransomware-Angriffs: vom Initial Access über Persistenz, Informationsbeschaffung, weiteres Ausbreiten bis zum finalen Impact. Die konkreten Umstände des Einbruchs sind allerdings nicht unbedingt geeignet, bei seriösen Admins Schrecken zu verbreiten. Der initiale Zugriff erfolgte über eine offenbar seit langem ungepatchte Sicherheitslücke eines über Internet erreichbaren Langflow-Servers (CVE-2025-3248 [1]), einer Code-Injection-Lücke in einem Open-Source-Framework zum Bau von LLM-Systemen. Auf dem Server lief auch ein selbst-gehostetes MinIO, ein S3-kompatibler Objektspeicher mit Defaultzugang minioadmin:minioadmin. Der daraufhin angegriffene Naming-Server enthielt eine seit fünf Jahren bekannte Schwachstelle (CVE-2021-29441 [2]). Die Systeme und ihre Daten lagen also sozusagen auf einem Präsentierteller. Woher die Zugangsdaten für den finalen Zugriff auf eine MySQL-Datenbank stammen, ist allerdings ungeklärt.

Müssen wir alle sterben?

Der von Sysdig als Jadepuffer bezeichnete Vorfall [3] zeigt, dass Angreifer tatsächlich damit experimentieren, Angriffe von einer KI weitgehend selbstständig durchführen zu lassen. Und dass das prinzipiell Schaden verursachen kann. Doch selbst aus Sicht der eigentlichen Täter im Hintergrund dürfte dieser Vorfall bestenfalls als Proof of Concept denn als echter Durchbruch verbucht werden. Der Weg zum eigentlichen Ziel „make money fast“ ist doch noch sehr weit. Insgesamt wirkt das Vorgehen der KI mehr wie das eines Toddlers, der mit Cybercrime-Bauklötzchen spielt, als das eines Furcht einflößenden Cyber-Terminators. Doch beim aktuellen Tempo der KI-Entwicklung wird dieser Toddler sehr schnell dazu lernen. Die wichtigste Jadepuffer-Botschaft für Verteidiger ist jedenfalls keine neue: Es wird allerhöchste Zeit, seine Security-Hausaufgaben zu machen und seine IT-Infrastruktur vernünftig abzusichern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11356105

Links in diesem Artikel:

  1. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2025-3248
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2021-29441
  3. https://www.sysdig.com/blog/jadepuffer-agentic-ransomware-for-automated-database-extortion#what-the-sysdig-trt-observed
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:ju@heise.de

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  • 07. Juli 2026 um 12:36

Samsung-Sicherheitsupdate: Juli-Patches für Galaxy-Geräte

Von Heise
Ein Samsung-Galaxy-Smartphone erhält ein Update.

Samsung-Galaxy-Smartphone erhält ein Update.

(Bild: Below the Sky / Shutterstock.com)

Samsung hat sein Security-Bulletin für Juli 2026 veröffentlicht und verteilt wichtige Sicherheitspatches vor allem für die Topmodelle der Galaxy-Reihe.

Samsung hat das Security-Bulletin für Juli 2026 veröffentlicht und detailliert darin Sicherheitslücken, die mit einem Sicherheitspatch behoben werden. Der Hersteller ist damit in diesem Monat früher dran als Google, dessen Security-Bulletin noch weitgehend leer ist. Samsungs Sicherheitsupdate behebt neben eigenen Lücken auch jene, die Google in Android gefunden hat. Fünf der gestopften Sicherheitslücken stuft Samsung als „kritisch“ und 42 (inklusive der Samsung-Lücken) als „hoch“ ein.

Samsung fixt kritische Lücken

Wie Samsung in seinem Security-Bulletin erklärt [1], betreffen die meisten der durch diesen Sicherheitspatch behobenen Sicherheitslücken Geräte, auf denen Android 14, Android 15 oder Android 16 läuft. Insgesamt stopft das Update 57 Sicherheitslücken, von denen Google 41 und Samsung 16 beisteuert.

Zu den als kritisch eingestuften Lücken gehören CVE-2026-27280, CVE-2026-28590, CVE-2026-28618, CVE-2026-28639 und CVE-2026-33636. Dabei handelt es sich bei der CVE-2026-27280 um eine kritische Speicherfehler-Schwachstelle (Out-of-Bounds Write) in Adobes DNG-Software-Development-Kit (Version 1.7.1 2471 und älter). Falls ein Nutzer ein manipuliertes Bild im DNG-Format öffnet, kann ein Angreifer Schadcode ausführen (Remote Code Execution). CVE-2026-33636 ist eine Out-of-Bounds-Schwachstelle (Lese- und Schreibzugriff außerhalb der Grenzen) in der Bibliothek libpng in den Versionen 1.6.36 bis 1.6.55. Sie tritt laut NVD-Eintrag [2] auf Systemen mit ARM/AArch64-Prozessoren auf, wenn die Hardwarebeschleunigung (Neon-Optimierung) für die Farbpaletten-Erweiterung aktiviert ist. Damit können Angreifer über präparierte PNG-Bilder ein System zum Absturz bringen (Denial of Service) oder unter Umständen vertrauliche Informationen auslesen.

Die drei von Google als kritisch eingestuften Sicherheitslücken CVE-2026-28590, CVE-2026-28618 und CVE-2026-28639 betreffen Kernkomponenten des Betriebssystems Android respektive des Media-Frameworks. Die mit dem Update verteilten Patches sollen verhindern, dass Angreifer ohne zusätzliche Berechtigungen erweiterten Systemzugriff erlangen oder Remotecode ausführen können.

Die Updates sollen im Laufe der kommenden Tage auf vielen Galaxy-Geräten angeboten werden. Samsung erklärt ferner, dass die Verfügbarkeit von Sicherheitspatches je nach Region und Modell variieren könne. Updates im monatlichen Rhythmus erhalten bei Samsung zudem nur „wichtige Flaggschiff-Modelle“, während weitere Galaxy-Geräte nur quartalsweise versorgt werden – hierfür bietet Samsung eine Übersicht an [3].

Die Google-seitigen Patches landen auch im Android Open Source Project (AOSP) und werden für Pixel-Geräte und je nach Hersteller in weiteren Modellen verteilt. Seit Juli 2025 schließt Google monatlich nur noch besonders gefährliche Sicherheitslücken [4] und verteilt weitere Updates quartalsweise.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11356339

Links in diesem Artikel:

  1. https://security.samsungmobile.com/securityUpdate.smsb
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-33636
  3. https://security.samsungmobile.com/workScope.smsb
  4. https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:afl@heise.de

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  • 07. Juli 2026 um 12:22

BSI veröffentlicht Prüfkatalogsentwurf zur Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen

Von Heise
Person am Laptop

(Bild: Peshkova / Shutterstock.com)

Kommentare erwünscht: Ein erster "Community Draft" des neuen A5-Prüfkatalogs des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik liegt nun vor.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik arbeitet an einer neuen Prüfmethodik für die technische Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen: Die sogenannte AI Audit and Assurance Assessment Architecture (A5) soll laut einer Pressemitteilung „Akteure entlang der KI-Wertschöpfungskette, von Anbietern über Betreiber bis hin zu den mit Entwicklung, Betrieb und Aufsicht betrauten Personen“ bei der systematischen und standardisierten Bewertung unterstützen.

Nun wartet ein erster Entwurf des A5 auf das Feedback von Stakeholdern und interessierten Experten. Bis zum 31. August 2026 können diese Anmerkungen und Anregungen über den Kommentierungsbogen [1] oder alternativ per E-Mail an aisecurity@bsi.bund.de [2] schicken.

Die Links zu den bislang verfügbaren A5-Modulen versammelt ein A5-Übersichtsartikel auf der BSI-Website [3].

Modularer Aufbau und C5-Bezug

Mit dem A5 will das BSI laut Pressemitteilung „im Kontext regulatorischer Anforderungen wie EU AI Act und Cyber Resilience Act sowie weiterer Standards“ einen Rahmen bieten, „um technische Vertrauenswürdigkeit nachvollziehbar zu transportieren“.

Der Prüfkatalog sei im Rahmen des BSI-Projekts "AICRID - Entwicklung von Prüfkriterien und Prüfmethoden für KI-Systeme" erarbeitet worden, orientiere sich an den strukturellen Konventionen der Stand-der-Technik-Bibliothek des BSI und werde sowohl dokumentenbasiert als auch maschinenlesbar im internationalen Standard für Sicherheitsanforderungen (OSCAL) umgesetzt. Nutzerinnen und Nutzer könnten die A5-Kriterien daher auch in bestehende OSCAL-basierte Werkzeuge zur Compliance-Bearbeitung und Prüfunterstützung einbinden.

Die Prüfmethodik des A5 orientiere sich an der des bereits bestehenden Kriterienkatalogs für Cloud-Computing (C5) und weist über das Betriebsmodul Cloud-Infrastruktur eine „zentrale Querverbindung“ zu diesem auf. Ebenso wie der C5 soll auch der A5 laut BSI in Zukunft stetig neu erprobt, erweitert und aktualisiert werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11356007

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/KI/A5/A5_Community_Draft_Kommentierungstabelle.html?nn=520690
  2. mailto:aisecurity@bsi.bund.de
  3. https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Unternehmen-und-Organisationen/Informationen-und-Empfehlungen/Kuenstliche-Intelligenz/A5/A5_node.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:ovw@heise.de

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  • 07. Juli 2026 um 11:15

Tipp: Gelöschtes Home-Assistant-Dashboard retten

Von Heise

Das Smart-Home-System Home Assistant ist mächtig und verbindet viele Geräte, ist aber komplex. Was tun, wenn man sich das Haupt-Dashboard zerschossen hat?

Ich habe mir Home Assistant [1] installiert, um Geräte in mein Smart Home zu holen, die HomeKit leider nicht unterstützen. Installation und Betrieb liefen bislang trotz der höheren Komplexität gut. Nun wollte ich mein Haupt-Dashboard anpassen, da es an Informationsüberfrachtung leidet. Beim Editieren habe ich allerdings ausgewählt, dass ein neues, leeres Dashboard erstellt wird – und jetzt taucht kein einziges Gerät mehr auf, ohne dass ich alles händisch neu hinterlege. Was kann ich tun?

Das Problem hatten wir kürzlich auch schon: Home Assistant ist bekannt für seine anspruchsvolle Oberfläche, die auch nicht sonderlich konsistent ist. So kann man Dashboards trotz entsprechender Nutzerwünsche beispielsweise immer noch nicht per Klick duplizieren, um mit einer Kopie zu arbeiten. Da kann es passieren, dass man sich das Standard-Dashboard sehr leicht zerschießt, da auch die Undo-Funktion hier nicht greift.

Glücklicherweise ist das Haupt- oder auch Standard-Dashboard genau das: ein Standard-Dashboard. Es enthält die Funktionen aller vom Nutzer hinzugefügten Geräte und wird automatisch bestückt. Daher kann man es jederzeit neu erstellen, wenn man weiß, wo.

Gehen Sie in die Einstellungen (Settings), den Link finden Sie auf der linken Seite (gebenenfalls Seitenleiste öffnen). Dort finden Sie den Bereich „Dashboards“. Klicken Sie „Add Dashboard“ (Dashboard ergänzen). Sie sehen verschiedene vorgefertigte Dashboards. Wenn Sie „Overview (Legacy)“ wählen, erhalten Sie ein neues Dashboard jener Art, das Sie sich zerschossen hatten.

„Overview (Legacy)“-Dashboard: Es enthält alle Entitäten, die man im Home hat
„Overview (Legacy)“-Dashboard: Es enthält alle Entitäten, die man im Home hat

„Overview (Legacy)“-Dashboard: Es enthält alle Entitäten, die man im Home hat.

Mit einem Klick auf die drei Punkte daneben können Sie von der Dashboard-Übersicht festlegen, dass es das Default-Dashboard wird. Nun sollte alles wieder beim alten sein. Wollen Sie mit diesem Dashboard experimentieren und es ändern, können sie von den Dashboard-Einstellungen auch einfach ein neues „Overview (Legacy)“-Dashboard anlegen und es nach Herzenslust verändern, ohne dass das Standard-Dashboard tangiert wird.


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https://www.heise.de/-11353962

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Home-Assistant-Sicheren-Remote-Zugriff-kostenlos-mit-Tailscale-einrichten-11196636.html
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://www.heise.de/mac-and-i
  4. mailto:bsc@heise.de

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  • 07. Juli 2026 um 09:00

heise+ | Für Mac und mehr: Fragen und Antworten zu Festplatten und SSDs

Von Heise
Eine Festplatte

Eine Festplatte: Selbst klassische Magnetscheiben wurden teurer.

(Bild: Photopk, stock.adobe.com)

Speicher ist teuer, aber unverzichtbar. Doch wo sind Daten sicher und wie sieht es mit der Langlebigkeit aus? Wir klären zu Speichermedien auf.

Das Thema Speichermedien hat viele Normalnutzer über Jahre nur wenig interessiert. Höchstens ärgerten sie sich einmal darüber, einen Mac, ein iPad oder ein iPhone mit zu wenig SSD- oder Flash-Platz erworben zu haben, da sich diese nach dem Kauf mit wenigen Ausnahmen [1] [1] nicht mehr nachrüsten lassen. Gut war auch, dass mehr Speicher zumindest in Form externer Medien scheinbar regelmäßig günstig wurde.

Das ist nun vorbei: In jüngster Zeit machen Begriffe wie „Speicherkrise“ oder „Speicherinflation“ die Runde. Neben RAM-Modulen sind längst auch SSDs und sogar Festplatten betroffen. Wer ordentlich Platz benötigt, zahlt teils heftig drauf [6] [6]. Wie kam es zu dieser Situation und wie wählt man nun das korrekte Speichermedium aus? Wo lässt sich noch sparen? Unsere FAQ gibt technische Infos und viele Tipps und Hintergründe.

Speicher kaufen und erweitern

Warum ist Speicher aktuell so teuer?


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https://www.heise.de/-11348751

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/SSD-im-Mac-mini-M4-aufruesten-Die-Schritt-fuer-Schritt-Anleitung-10516819.html
  2. https://www.heise.de/tests/Zwei-verschluesselnde-USB-SSDs-mit-komfortabler-Entsperrung-im-Test-11151761.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Flash-Talk-Speicherkrise-SSD-Controller-mit-RISC-V-11267071.html
  4. https://www.heise.de/tests/Seagate-Firecuda-X-Vault-externe-20-TByte-Festplatte-ohne-Netzteil-im-Test-11278632.html
  5. https://www.heise.de/tests/Drei-Mikro-USB-Sticks-fuer-Smartphone-Tablet-und-Notebook-im-Vergleich-11203898.html
  6. https://www.heise.de/news/Speicherkrise-Apple-beginnt-Preise-kraeftig-nach-oben-zu-setzen-11344705.html

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  • 07. Juli 2026 um 08:00

Von Moskau bis Sibirien: Russlands Treibstoffkrise spitzt sich zu

Von Telepolis
Ölraffinerie

Die ukrainischen Drohnenangriffe haben in Russland eine Treibstoffkrise ausgelöst

(Bild: SC Image/Shutterstock.com)

Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben eine Treibstoffkrise ausgelöst. Für viele Russen ist der Krieg damit jetzt erstmals im Alltag spürbar.

Stundenlange Warteschlangen an Tankstellen, rationierte Kraftstoffmengen und zeitweise leere Zapfsäulen: Russland erlebt derzeit eine Treibstoffkrise, die sich von der besetzten Krim bis nach Sibirien erstreckt. Nur zwei russische Regionen sollen bislang unberührt geblieben sein

Ausgelöst wurde die Krise durch wiederholte ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen, die nach Angaben des Guardian rund ein Drittel der russischen Raffinierungskapazitäten beschädigt haben. Die Benzinproduktion sei dadurch im Jahresvergleich um etwa 25 Prozent gesunken.

Eine Fahrerin namens Daria aus der Region Leningrad, die St. Petersburg umgibt, schildert ihre gegenüber [1] Reuters mit einem nervösen Lachen: "Ich weiß nicht, ob ich es bis zur Tankstelle schaffe. Da sie keinen Kraftstoff in Kanistern verkaufen, werde ich das Auto wohl hier stehen lassen müssen." Eine andere Fahrerin, Viktoria, sagte: "Wir spüren wirklich, dass die Lage eng wird."

Krise greift auf Moskau über

Die Versorgungsengpässe, die im Mai zunächst in der von Russland besetzten Krim auftraten, haben sich inzwischen auf weite Teile des Landes ausgebreitet. Selbst Moskau, das bislang weitgehend von den wirtschaftlichen Folgen des Krieges abgeschirmt war, bleibt nicht verschont: Mehrere Tankstellen in der Hauptstadt mussten nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine der größten Raffinerien der Stadt im Juni vorübergehend schließen.

Ein Moskauer schätzte gegenüber dem Guardian, dass die Wartezeiten auf ein bis zwei Stunden gestiegen seien – und fügte hinzu, er gehe nun öfter zu Fuß.

In Südrussland, einem der am stärksten betroffenen Gebiete, haben die Behörden Kosakentrupps eingesetzt, um an Tankstellen in Schwarzmeerresorts für Ordnung zu sorgen.

In der sibirischen Kleinstadt Ust-Ordynsky eskalierte die Lage an einem Samstagabend, als ein schwarzer Audi Q7 an Dutzenden wartenden Fahrzeugen vorbeifuhr und direkt an die Zapfsäule fuhr. Laut Guardian zog ein Polizist seine Pistole, um die aufgebrachte Menge zu beruhigen – der Vorfall wurde gefilmt und verbreitete sich in sozialen Medien.

Wirtschaftliche Folgen und neuer Graumarkt

Die Krise hat spürbare wirtschaftliche Auswirkungen. Anastasiya, Mitarbeiterin eines Logistikunternehmens in Irkutsk, berichtete dem Medium, dass mehrere Lastwagen ihres Unternehmens fünf Tage lang nahe der Stadt Tschita festgesteckt hätten, weil die Fahrer keinen Treibstoff finden konnten.

Taxifahrer meiden zunehmend längere Fahrten aus Angst, danach keinen Kraftstoff mehr zu finden. Branchenvertreter teilten der russischen Wirtschaftszeitung Kommersant mit, dass die Zahl der Fahrten um etwa 20 Prozent zurückgegangen sei.

Gleichzeitig ist ein Graumarkt entstanden, der laut Guardian an die Zeit nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion erinnert: Benzin wird offen über Telegram und die Handelsplattform Avito angeboten, teils zu stark überhöhten Preisen. Manche Autofahrer füllen ihre Tanks mittlerweile in Kasachstan oder China – ein Phänomen, das bereits einen eigenen Begriff erhalten hat: "Treibstofftourismus".

Importe aus Indien

Angesichts der anhaltenden Engpässe hat Russland – selbst einer der weltgrößten Exporteure von Mineralölprodukten – begonnen, Benzin aus Indien zu importieren [2]. Der Kreml bestätigte demnach, dass er mit weiteren Ländern über Benzinkäufe verhandle. Russische Behörden prüfen zudem Importe aus Belarus und Kasachstan sowie eine vorübergehende Lockerung der Kraftstoffqualitätsstandards, um die Produktion von Benzin und Diesel niedrigerer Güte zu ermöglichen.

In sozialen Medien kursierten daraufhin Witze mit viel Galgenhumor. Die Moscow Times zitiert [3] einen davon: "Russland ist so reich, dass es es sich leisten kann, Drohnen mit Deckeln von Ölraffinerien abzuschießen". Ein weiteres Meme zeigt die Ex-US-Präsidenten Trump, Biden und Obama, die Benzinkanister von einer russischen Tankstelle wegtragen – eine Anspielung auf die russische Gewohnheit, westliche Länder für inländische Probleme verantwortlich zu machen.

Putins Zustimmungswerte auf Vierjahrestief

Die Krise hinterlässt allerdings auch ernsthafte politische Spuren. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Levada Center – das der russische Staat als "ausländischen Agenten" eingestuft hat – fiel Putins Zustimmungsrate im Juni um fünf Prozentpunkte auf 74 Prozent, den niedrigsten Wert seit Beginn des Krieges im Jahr 2022. Der Anteil der Russen, die sagten, das Land bewege sich in die richtige Richtung, sank von 61 Prozent im Mai auf 52 Prozent – der größte monatliche Rückgang seit 2018.

Der Moskauer Politikanalyst Andrei Kolesnikov sagte dem Guardian: "Die Kriegsmüdigkeit der Massen verwandelt sich in Massenverdruss." Gleichzeitig hält er offene Proteste für unwahrscheinlich: "Es gibt zwar Erschütterung, aber das Fehlen echter Möglichkeiten, die Lage zu beeinflussen – und die damit verbundenen Risiken – machen Proteste unwahrscheinlich."

Nikita, ein Fahrer, der in Moskau auf Treibstoff wartete, sagte gegenüber Reuters: "Die Menschen werden sehr wütend. Lange Schlangen, schwieriges Tanken, dazu die Hitze. Bei vielen funktioniert die Klimaanlage nicht. Manchen wird sogar schlecht in der Schlange. Wie lange das noch dauert, weiß niemand."

Staatsmedien mahnen zur Geduld

Putin hatte die Engpässe Ende Juni erstmals öffentlich eingeräumt und im Staatsfernsehen von "einem gewissen Defizit" gesprochen, "aber keinem kritischen". Er kündigte Maßnahmen zur Marktstabilisierung an. Kurz darauf besuchte er das Hauptquartier der Armee in Militärkleidung und lobte russische Geländegewinne.

Margarita Simonyan, Chefredakteurin des Staatssenders RT, rief in ihrer wöchentlichen Sendung auf Rossiya 1 zur Geduld auf: "Erinnern wir uns, was wir schon überlebt haben. Jetzt gibt es kein Benzin? Nun, meine Generation erinnert sich noch, als Lebensmittel rationiert wurden. Ich rufe alle auf, ruhig zu bleiben. Ja, es ist schwer. Sehr schwer […] Aber wir werden auch das überstehen."

German Gref, Chef der Sberbank und einer der einflussreichsten Wirtschaftsvertreter Russlands, äußerte sich unterdessen ungewöhnlich offen. Laut Guardian sagte er: "Ich glaube nicht, dass es in diesem Land jemanden gibt, dessen vorrangiges Anliegen irgendetwas anderes ist als ein möglichst baldiges Ende der Kampfhandlungen."

Kiew seinerseits erklärte, die Angriffe auf russische Energieinfrastruktur seien darauf ausgerichtet, die Kosten des Krieges für Russland zu erhöhen und es zu Friedensverhandlungen zu drängen. Am Montag trafen ukrainische Drohnen die Raffinerie in Omsk in Westsibirien – rund 2.900 Kilometer von Kiew entfernt und damit offenbar der bislang tiefste Angriff der Ukraine auf russische Energieinfrastruktur.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.reuters.com/business/energy/russian-drivers-patience-is-tested-fuel-shortages-drag-2026-07-06/
  2. https://www.reuters.com/business/energy/russia-buys-gasoline-india-tackle-shortages-sources-say-2026-07-01/
  3. https://www.themoscowtimes.com/2026/07/03/as-long-as-theres-no-beer-shortage-russians-mock-fuel-crisis-in-memes-a93163

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  • 07. Juli 2026 um 10:30

Kernfusion: Google und RWE pumpen 411 Millionen Euro in Proxima Fusion

Von Telepolis
3D-Modell eines Stellarator-Fusionsreaktors mit Teilausschnitt, der das extrem heiße, leuchtende Fusionsplasma im Inneren der magnetischen Kammer zeigt.

Blick in die künstliche Sonne: Das Münchner Start-up Proxima Fusion setzt beim Bau seines bayerischen Demonstrators "Alpha" auf das komplexe Stellarator-Prinzip, um heißes Plasma mithilfe starker Magnetfelder stabil einzuschließen.

(Bild: Pete Hansen / Shutterstock.com)

Das Münchner Start-up sammelt die größte private Fusionsrunde Europas ein und wird mit 2,4 Milliarden Euro bewertet.

Deutschland hat den Atomausstieg vollzogen und seine letzten Reaktoren, die auf Kernspaltung setzen, stehen seit 2023 still. Die Atomenergie ist aber nicht abgeschrieben, im Gegenteil: Es fließt frisches Geld in die nächste Generation von Atomenergie.

Proxima Fusion, ein erst drei Jahre altes Spin-off des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, hat 411 Millionen Euro von Investoren eingesammelt, unter anderem von Google und dem Energiekonzern RWE. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt [1].

Die Bewertung des Unternehmens steigt damit auf 2,4 Milliarden Euro.

Wie Bloomberg berichtet, führten XTX Ventures [2] und East X Ventures die Runde an. Rund 150 Millionen Euro steuerten die beiden Lead-Investoren bei, bestehende Geldgeber legten einen ähnlichen Betrag nach.

Insgesamt hat Proxima in weniger als drei Jahren über 650 Millionen Euro gesichert, davon 95 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln. Mehr als 90 Prozent der Investoren stammen nach Firmenangaben aus Europa.

Stellarator statt Tokamak – Gundremmingen als Fusionsstandort

Das Geld soll den Bau von "Alpha" vorantreiben, einem Stellarator-Demonstrator mit Nettoenergieertrag. Der Stellarator ist eine verdrehte, donutförmige Magnetkammer, die Plasma bei rund 150 Millionen Grad Celsius einschließt. Proxima baut dabei auf den Erkenntnissen des Wendelstein-7-X-Programms in Greifswald auf.

Proxima-Chef Francesco Sciortino bezeichnete den Ansatz gegenüber Bloomberg als "stabiler als Tokamaks oder laserbasierte Konzepte" .

Zwei-Milliarden-Projekt mit bayerischer Beteiligung

Der Demonstrator "Alpha" soll rund 2 Milliarden Euro kosten und Anfang der 2030er Jahre in Betrieb gehen.

Proxima übernimmt ein Fünftel, der Freistaat Bayern hat einen ähnlichen Anteil zugesagt. Den Rest erwartet Sciortino von der Bundesregierung und der EU.

Das geplante kommerzielle Kraftwerk "Stellaris" soll auf dem Gelände des stillgelegten RWE-Kernkraftwerks im bayerischen Gundremmingen entstehen.

Bereits auf der Start-up-Konferenz Hinterland of Things [3] betonte Proxima-Policy-Chef Armin Reinartz, die wissenschaftlichen Grundlagen seien vorhanden, die Herausforderung liege aber nun in der industriellen Umsetzung.

Googles Kalkül: CO₂-freier Strom für KI-Rechenzentren

Google stieg als strategischer Investor ein. Konkrete Pläne für Rechenzentren, die mit Strom versorgt werden sollen, gebe es laut Sciortino zwar noch nicht. Der Konzern hat aber bereits einen Stromabnahmevertrag über 200 Megawatt mit dem US-Entwickler Commonwealth Fusion Systems geschlossen.

Microsoft hält einen Abnahmevertrag mit Helion Energy. Der Boom bei KI-Anwendungen treibt den Stromhunger der Branche massiv nach oben – und die Kernfusion verspricht grundlastfähige, emissionsfreie Energie rund um die Uhr.

Allerdings existiert bislang weltweit kein einziges kommerzielles Fusionskraftwerk. Optimisten rechnen frühestens in den 2030er Jahren mit Netzstrom aus Fusion, Skeptiker erst in 20 bis 30 Jahren.

Parallel zur Stellarator-Forschung verfolgt Deutschland mit der High Energy Density Initiative in Rostock [4] auch laserbasierte Fusionsansätze. "Wir sind schneller als alle anderen", sagte Sciortino. "Und die Europäer sollten das ausnahmsweise einmal feiern."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11355951

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.proximafusion.com/press-news/proxima-fusion-raises-eu411-million-to-build-europes-commercial-fusion-champion
  2. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-07/google-rwe-back-german-nuclear-startup-proxima-fusion-at-2-4-billion-valuation
  3. https://www.heise.de/news/Hinterland-of-Things-Kernfusion-und-Drohnentechnik-suchen-Kapital-11338514.html
  4. https://www.heise.de/tp/article/Kernfusion-in-Mecklenburg-Wie-Rostock-und-Greifswald-die-Sonne-kopieren-11339313.html

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  • 07. Juli 2026 um 09:35

Schönheitsversprechen durch Hyaluronsäure: Wundermittel oder nur Marketing?

Von Telepolis
Frau mittleren Alters, die an mehreren Stellen im Gesicht Injektionen erhält

Unsachgemäße Hyaluronsäureinjektionen können schwere Komplikationen nach sich ziehen.

(Bild: Prostock-studio, shutterstock)

Anwender von Hyaluronsäure versprechen glatte Haut und bewegliche Gelenke. Doch was bringen Cremes, Kapseln und Spritzen wirklich? Und wann wird es gefährlich?

Hyaluronsäure gilt als Alleskönner gegen Falten und für bewegliche Gelenke. Die Kosmetikindustrie preist den Stoff als Anti-Aging-Wunder an, Influencer werben für aufgespritzte Lippen, und Nahrungsergänzungsmittel versprechen Schönheit von innen.

Doch die Wirksamkeit vieler Produkte ist umstritten, und eine unsachgemäße Anwendung ist mit ernsten Gesundheitsrisiken verbunden.

Hyaluronsäure ist ein Mehrfachzucker, der natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommt. Besonders große Mengen finden sich in der Haut, im Bindegewebe, in Gelenken und im Glaskörper der Augen.

Elastische Haut und gut geschmierte Gelenke

Die wichtigste Eigenschaft der Substanz: Sie kann enorme Mengen Wasser binden. Dadurch hält sie die Haut elastisch und wirkt in den Gelenken als Schmiermittel.

Das Problem: Die körpereigene Produktion lässt nach. Bereits ab Mitte zwanzig sinkt die Menge an Hyaluronsäure im Körper. Spätestens ab dem 30. Lebensjahr verlangsamt sich die Bildung deutlich.

In der Folge wird die Haut trockener, verliert an Spannkraft; die ersten Falten kommen. Auch Kollagen und Elastin nehmen ab. Umwelteinflüsse wie UV-Strahlung, Rauchen und Schadstoffe beschleunigen diesen Prozess.

Äußerliche Anwendung ohne andauernde Wirkung

Studien bestätigen, dass Cremes und Seren mit Hyaluronsäure die Haut mit Feuchtigkeit versorgen können. Entscheidend ist dabei die Größe der Moleküle: Nur kurzkettige Hyaluronsäure mit geringem Molekulargewicht kann in tiefere Hautschichten eindringen. Langkettige Varianten verbleiben auf der Oberfläche und bilden dort einen Film.

In einer Untersuchung verwendeten Frauen zwischen 30 und 65 Jahren sechs Wochen lang zweimal täglich ein Gesichtsserum mit Hyaluronsäure. Das Ergebnis: Die Haut wurde glatter, wirkte praller, und feine Linien verminderten sich. Nebenwirkungen traten nicht auf.

Der Effekt ist jedoch nur temporär. Eine Creme mit kurzkettiger Hyaluronsäure wirkt ausschließlich so lange, wie sie angewendet wird. Setzt man das Produkt ab, kehren die Fältchen zurück. Hyaluronsäure mildert Feuchtigkeitsfältchen und polstert die Haut auf, schützt aber nicht dauerhaft vor Austrocknung.

Innere Anwendung wohl ohne Nutzen

Angeblich soll die Einnahme von Hyaluronsäure Haut, Bindegewebe, Haare und Nägel von innen stärken. Die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt. Denn da das Molekül sehr groß ist, baut der Magen-Darm-Trakt es enzymatisch ab, und ein Großteil wird über die Nieren ausgeschieden.

Die AOK weist darauf hin [1], dass die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Hyaluronsäure und einem Schutz der Haut vor Austrocknung gefunden hat.

Die Verbraucherzentrale betont [2] überdies, dass Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln mit Hyaluronsäure diese nicht mit Gesundheitsversprechen bewerben dürfen.

Riskante Injektionen

In der ästhetischen Medizin werden Hyaluron-Filler seit etwa drei Jahrzehnten zur Faltenunterspritzung eingesetzt. Die Substanz wird auch genutzt, um Lippen zu vergrößern, Wangen zu modellieren oder Gesichtskonturen zu formen. Die Ergebnisse sind sofort sichtbar, der Effekt hält mehrere Monate an, dann baut der Körper die Substanz ab.

Es gibt viele verschiedene Produkte auf dem Markt, die nicht alle ausreichend untersucht wurden. Eine unsachgemäße Anwendung kann schwere Komplikationen auslösen. Gelangt Hyaluronsäure versehentlich in Blutgefäße, die die Augen versorgen, kann es in Ausnahmefällen sogar zur Erblindung kommen, warnt [3] das Gesundheitsportal DocCheck.

Nach der Behandlung kann es vereinzelt zu allergischen Reaktionen kommen oder es bilden sich kleine Knötchen in der Haut, die lange bestehen bleiben. wenn zu viel Filler zu schnell injiziert wird und dadurch ein kleines Blutgefäß verstopft oder abgedrückt wird, können auch Hautareale absterben. Im schlimmsten Fall bilden sich Narben.

Medizinisch äußerst nützlich

Jenseits der Kosmetik wird Hyaluronsäure allerdings in verschiedenen Bereichen verwendet [4], und ihr Nutzen ist unbestritten.

In der Orthopädie wird sie zur Behandlung von Arthrose und Gelenkschmerzen eingesetzt und vom Arzt direkt in das betroffene Gelenk eingespritzt. Als Gelenkschmiere verhindert Hyaluronsäure, dass die Gelenkkörper aufeinander reiben. Entzündungen können abklingen, Schmerzen lassen nach.

Auch in der Augenheilkunde kommt Hyaluronsäure zum Einsatz. Augentropfen mit dem Wirkstoff befeuchten trockene Augen und fördern die Heilung nach Operationen. Nasensprays mit Hyaluronsäure wirken einer Austrocknung der Nasenschleimhaut entgegen.

Zudem unterstützt Hyaluronsäure die Wundheilung. Sie fördert die Wanderung und Vermehrung von Zellen, was den Heilungsprozess beschleunigen kann. Spezielle Wundauflagen und Gele mit Hyaluronsäure werden bei chronischen oder schlecht heilenden Wunden verwendet.

Realistische Erwartungen

Hyaluronsäure wurde übrigens bereits 1934 chemisch isoliert. Die erste Generation von Präparaten kam Anfang der 1980er Jahre auf den Markt; 1997 folgten die ersten Produkte mit biotechnologisch, bakteriell hergestellter Hyaluronsäure.

Hyaluronsäure ist kein Wundermittel. Cremes und Seren helfen nur, solange sie angewendet werden. Nahrungsergänzungsmittel haben keinen nachgewiesenen Nutzen. Injektionen zeigen deutliche Effekte, bergen aber Risiken und gehören in ärztliche Hände.

In der Medizin hat Hyaluronsäure einen festen Platz bei der Behandlung von Gelenkbeschwerden, trockenen Augen und zur Unterstützung der Wundheilung erobert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11353924

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/haut-und-allergie/hyaluron-wundermittel-oder-werbe-trick/
  2. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/ist-hyaluronsaeure-gut-fuer-haut-und-gelenke-28509
  3. https://www.doccheck.com/de/detail/articles/42260-wenn-die-hyaluroninjektion-schief-geht-arterielle-okklusion-und-wie-man-ihr-begegnet
  4. https://orthopaediezentrum-neu-ulm.de/portfolio/hyaluronsaeure-eigenschaften-bedeutung-und-anwendungen/

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  • 07. Juli 2026 um 09:00

Software Testing: Architekturdokumentation, die wirklich Wirkung entfaltet

Von Heise
Software Testing: Architekturdokumentation, die wirklich Wirkung entfaltet

(Bild: Richard Seidl)

Was eine wirkungsvolle Architekturdokumentation ausmacht, diskutiert Richard Seidl mit dem Softwarearchitekten Ralf Enderle.

Architektur, die auf dem Papier perfekt aussieht, ist oft schon überholt, bevor das erste Team damit arbeitet. Richard Seidl spricht mit Ralf Enderle darüber, warum das kein unvermeidbares Schicksal ist, sondern eine Frage der richtigen Entscheidungen. Die beiden reden darüber, welche Entscheidungen wirklich unumkehrbar sind und welche man getrost der Realität des Projekts überlassen kann, ohne dass die Architektur dabei auseinanderfällt. Laut Ralf Enderle helfen Entscheidungen keinem, wenn niemand sie kennt und sie sich nirgends verteidigen. Im Gespräch wird deutlich, wie eine Architektur lernen kann, sich selbst zu melden, wenn sie gebrochen wird, und was Tester dabei konkret einbringen können.

„Vom Monolith zum Microservice komme ich einfach, weil ich muss ja nur auseinanderschneiden. In der Theorie ja, in der Praxis vergiss es.“ – Ralf Enderle

Ralf Enderle [2] ist Senior Software Architect sowie AI-Driven Development Evangelist bei eXXcellent solutions. Er ist branchen- und technologieübergreifend unterwegs und unterstützt Projekte in der Konzeption und Weiterentwicklung. Sein Fokus liegt dabei auf der effizienten Entwicklung und dem Schaffen von Synergien über Projekte hinweg. Er ist stetig auf der Suche nach innovativen, soliden und nachhaltigen Lösungen und Konzepten – neue Themen und Trends finden bei ihm immer ein offenes Ohr.

Softwarequalität im Gespräch

Dieses Format fokussiert sich auf Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste betrachten die Dinge, welche die Qualität in der Softwareentwicklung steigern.

Die aktuelle Episode ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11341690

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://www.linkedin.com/in/ralf-enderle/
  3. https://www.richard-seidl.com/de/podcast/softwarearchitektur-entscheidungen
  4. mailto:mai@ix.de

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  • 07. Juli 2026 um 08:25

Podcast Besser Wissen: Surfen mit Lynx im Gopherspace

Von Martin Wolf
Podcast „Besser Wissen“ Cover
Wir reden im Podcast über ein historisches Netzwerkprotokoll und seine mögliche Bedeutung für die Retroszene.
/ Ein Golem.de-Podcast von Martin Wolf
Gopher ist ein Protokoll - und eine Taschenratte. (Bild: Montage: Golem)
Gopher ist ein Protokoll - und eine Taschenratte. Bild: Montage: Golem

Mit der weltweiten Vernetzung von wissenschaftlichen Einrichtungen ab den 1980er Jahren stieg der Bedarf an Werkzeugen zur Informationsbeschaffung. Es war offensichtlich, dass das bloße Herunterladen von Dokumenten zum Studieren nicht ausreichte. Der Weg über einen Login auf dem Rechner und den Download per FTP-Programm war zu mühsam.

Die Organisation von Dateien in Ordnern wie auf Desktoprechnern erwies sich als unübersichtlich, wenn Tausende Computer zugriffsbereit im Netzwerk verbunden waren. Weder gab es eine Suche noch die Möglichkeit, Inhalte sinnvoll miteinander zu verbinden.

Apple hatte mit dem datenbankbasierten Programm Hypercard gezeigt, dass solche Links einen praktischen Nutzen besaßen. Also machte sich ein kleines Team an der Universität Minnesota daran, ein neues Protokoll zur Inhaltsvernetzung über Rechnergrenzen hinweg zu entwickeln. Die Forscher nannten es Gopher.

Zunächst war es nur für den internen Gebrauch an der Uni gedacht – aber es zeigte sich bald, dass das neue System auch in viel größerem Maßstab einsetzbar sein könnte. Warum Gopher dennoch nicht gegen das heute universell genutzte Hypertext-Transfer-Protokoll bestehen konnte, besprechen wir im Podcast mit dem Programmierer Martin Gutenbrunner.

Shownotes:

Martins YT-Kanal mit dem Video zu Gopher auf dem C128

Der Gopher-Client für C128

Das Eingangsstatement

The Old Net

Frogfind

Golem 2002 zu Gopher und IE

Die Gopherpedia

Übersicht über Seiten im Gopherspace

SDF.org für Gopher-Hosting

GEOS für C64

LaGrange

Floodgap Public Gopher Proxy

MortenHarding Gopher-http-proxy

Gemini als Gopher-Alternative

Die Late-Night-Folge mit Bill GatesWIC64 für den C64 im Internet

Andere Wi-Fi-Lösungen

SD2IEC Ersatz für Floppy für C64

1541 Ultimate

Pi1541

Wir freuen uns über Feedback. Themenanregungen, Kritik und Blumensträuße nehmen wir unter podcast@golem.de entgegen.

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  • 07. Juli 2026 um 10:30

Microsoft: Xbox soll bei ID Software sogar die meisten Programmierer entlassen

Von Peter Steinlechner
Nach den Xbox-Entlassungen werden nach und nach Details zu den betroffenen Studios bekannt. Besonders hart trifft es offenbar ID Software.
Artwork von Doom - The Dark Ages (Bild: id Software)
Artwork von Doom - The Dark Ages Bild: id Software

Mit der größten Umstrukturierung der Xbox-Geschichte dringen auch immer mehr Details zu den Einschnitten bei den einzelnen Entwicklerstudios an die Öffentlichkeit. Während Microsoft bislang nur allgemein von Stellenstreichungen bei Bethesda, Blizzard und weiteren Teams spricht, zeichnen Berichte von Insidern inzwischen ein genaueres Bild.

Besonders im Fokus steht dabei Bethesda-Tochter ID Software, das Studio hinter Doom und der hauseigenen ID-Tech-Engine. Bitter: Ausgerechnet heute erscheint die Erweiterung Hellbreaker für das Actionspiel Doom – The Dark Ages.

Der Journalist Jason Schreier berichtet unter Berufung auf informierte Quellen von "erheblichen" Entlassungen bei ID Software und den Zenimax Online Studios. Beide Teams sollen zwar bestehen bleiben, aber einen erheblichen Teil ihrer Belegschaft verlieren.

Noch drastischer fällt die Einschätzung von Scott Miller aus. Der Gründer von Apogee und 3D Realms schreibt unter Berufung auf eigene Insiderquellen, dass bei ID Software die Mehrheit des Studios entlassen werde, darunter die meisten oder sogar alle Programmierer.

Eine offizielle Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang allerdings nicht. Sollten die Berichte zutreffen, wäre das gerade für das traditionsreiche Entwicklerteam und die Weiterentwicklung der ID-Tech-Engine ein schwerer Einschnitt.

Nach Informationen von Kotaku informierte Bethesda die Mitarbeiter gleichzeitig darüber, dass es künftig eine stärkere Konzentration auf seine wichtigsten Marken gebe. Genannt werden Fallout, The Elder Scrolls, Wolfenstein, Doom und Quake.

Lage bei Blizzard noch unklar

Bereits angekündigte Projekte und Veranstaltungen sollen dennoch wie geplant fortgeführt werden. Dazu zählt auch das Season-1-Update für The Elder Scrolls Online sowie die diesjährige Hausmesse Quakecon.

Bei Obsidian (Grounded, Avowed) soll es Entlassungen gegeben haben, nach Einschätzung von PC Gamer aber offenbar unterhalb der Schwelle von 50 Beschäftigten in Kalifornien. Blizzard-Präsidentin Johanna Faries sprach in einer internen E-Mail lediglich von einem "schwierigen Tag" und kündigte weitere Informationen an.

Unklar bleibt außerdem die Zukunft von Arkane Lyon, das ebenfalls zu Bethesda gehört und derzeit an Marvel's Blade arbeitet. Microsoft bestätigte bereits, dass in Frankreich das vorgeschriebene Konsultationsverfahren mit Arbeitnehmervertretern begonnen habe. Einem aktuellen Bericht zufolge gibt es bei dem Projekt Termin- und Budgetprobleme.

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  • 07. Juli 2026 um 10:27
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