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Notfall im Rechenzentrum
(Bild: vchal/Shutterstock.com)
Progress hat zum Wochenende eine Warnung an ShareFile-Kunden geschickt. IT-Verantwortliche sollen die Server umgehend herunterfahren.
Progress hat Admins der Dokumentenaustausch-Plattform ShareFile – die ehemals unter Citrix ShareFile bekannt war – angeschrieben und sie aufgefordert, die Server umgehend herunterzufahren. Grund dafür ist demnach eine reale Bedrohungssituation durch Angreifer.
Ein Betroffener hat einen Screenshot der E-Mail von Progress auf Reddit [1] geteilt. Das Unternehmen schreibt dort, dass es Grund zur Annahme hat, dass eine glaubwürdige Sicherheitsbedrohung von außerhalb besteht. Betroffen sind Progress ShareFile Storage Zone Controller. Es gebe keine Hinweise auf unbefugte Zugriffe auf ShareFile-Konten oder Daten. Als Vorsichtsmaßnahme hat Progress jedoch den Zugriff auf ShareFile-Konten über ShareFile-Controller temporär deaktiviert.
Progress weist dringend darauf hin, dass IT-Verantwortliche die Server herunterfahren müssen, auf denen die Storage-Zone-Controller laufen. Das sei ein dringend nötiger, zusätzlicher Schritt, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.
(Bild: Reddit-User)
Die temporären Zugriffsbeschränkungen habe das Unternehmen bereits umgesetzt, die zusätzlichen Maßnahmen von Admins seien als Vorsichtsmaßnahme nötig. Progress arbeite mit eigenen und externen IT-Sicherheitsexperten an der Untersuchung der potenziellen Bedrohung. Auf der Status-Seite zu ShareFile [2] bestätigt Progress, dass das Unternehmen das Problem untersuche. Konkretere Hinweise etwa zum Auslöser nennt der Hersteller jedoch an keiner Stelle.
ShareFile war bereits im Visier von Angreifern, als die Plattform noch unter der Citrix-Flagge segelte. Mitte 2023 warnte die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA vor beobachteten Angriffen [3] auf den Datenaustauschdienst.
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Cyberangriffe und Datenlecks im Gesundheitswesen sorgen für Unsicherheit. Wie ein mehrfach Betroffener selbst handelt und wo es hakt, zeigt diese Podcast-Folge.
Cyberangriffe und Datenlecks im Gesundheitswesen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Grund dafür sind oft veraltete Software, fehlende Verschlüsselung und eine Informationspflicht gegenüber Betroffenen, die kaum gelebt wird. Wie groß ist das strukturelle Versagen und wer trägt die Verantwortung?
Darüber spricht Marie-Claire Koch mit Manuel Dimmler, Softwareentwickler, der sich aus der Not heraus intensiv mit IT-Sicherheit beschäftigt. Er ist nicht nur vom Fach, sondern auch persönlich betroffen: Seine Familie war innerhalb von eineinhalb Jahren mit mehreren Datenschutzvorfällen im Gesundheitswesen konfrontiert – darunter auch ein Cyberangriff auf den Medizintechnikhersteller Zuther+Hautmann.
Bei den ZAR-Rehakliniken stieß Dimmler mehrfach auf Sicherheitslücken [2]: Patientendaten inklusive medizinischer Befunde waren ohne Passwort und ohne Authentifizierung frei aus dem Internet abrufbar. Dass gemeldete Lücken oft nur punktuell geschlossen werden statt systematisch, hält er für symptomatisch.
Patienten bleiben dem weitgehend ausgeliefert. „Man kann ja nicht zu einer Reha-Klinik hingehen und sagen: ‚Ich würde gerne hier eine Reha machen, wie sicher ist ihre Software?‘ Da würden die einen erstmal komisch anschauen," sagt Dimmler. Außerdem geht es darum, dass Sicherheitsforscher eher kriminalisiert werden und welche konkreten Maßnahmen Dimmler für überfällig hält.
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Politik fordert Verbote, Plattformen versprechen Besserung, doch für Kinder ändert sich wenig. Eine ernüchternde Bestandsaufnahme.
Wer einen Spielplatz baut, muss Normen einhalten. Die Höhe von Klettergerüsten ist ebenso geregelt wie die Beschaffenheit von Fallschutzflächen. Steckdosen erhalten Kindersicherungen, an Grundschulen gilt Tempo 30. Über Jahrzehnte haben Gesetzgeber, Hersteller und Pädagogen ein dichtes Netz aus Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen geschaffen.
Im digitalen Raum manövrieren Kinder durch Umgebungen, die ursprünglich für Erwachsene entwickelt wurden. Empfehlungsalgorithmen bestimmen, welche Videos, Bilder oder Beiträge Kinder überhaupt zu sehen bekommen. Messenger ermöglichen den Kontakt zu Fremden. Viele der Dienste erklären zwar in ihren Nutzungsbedingungen, sie richten sich nur an Personen ab 13 Jahren oder älter. Tatsächlich gehören Kinder und Jugendliche aber zu ihren wichtigsten Nutzergruppen.
Während der Schutz von Kindern in der analogen Welt über Jahrzehnte zu einem selbstverständlichen Leitprinzip wurde, entwickelte sich das Internet zunächst weitgehend ohne vergleichbare Schutzmechanismen. Erst in den vergangenen Jahren hat sich die Debatte um den Jugendschutz im Netz [3] [3] spürbar verschoben. Auch aufgrund neuer Studienergebnisse denken die Politik und Medienpädagogik zurzeit um. Die Architektur digitaler Dienste rückt in den Mittelpunkt. Der Artikel zeigt anhand aktueller Studien, wo konkrete Risiken liegen, wie Plattformdesign sie verstärkt und warum politische Antworten bislang nur begrenzt greifen.
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Zellteilung bei SpoudCell
(Bild: Kate Adamala, Adamala Lab)
Forscher haben erstmals eine synthetische Zelle erschaffen, die Wachstum, Teilung und Selektion durchläuft. Doch ob SpudCell wirklich lebt, bleibt offen.
Sie frisst, sie wächst, und hin und wieder bringt sie eine Tochterzelle hervor – viel mehr beherrscht SpudCell nicht. Und doch ist dieser winzige Tropfen aus reiner Chemie dem Leben so nah gekommen wie kaum ein künstliches Gebilde zuvor.
Ein Team der University of Minnesota berichtet [1], die weltweit erste vollständig synthetische Zelle gebaut zu haben, die einen kompletten Lebenszyklus durchläuft: wachsen, das eigene Erbgut kopieren, sich teilen – über mehrere Generationen hinweg und zusammengesetzt allein aus nicht-lebenden, chemisch exakt definierten Bausteinen.
"Dies ist wahrscheinlich das aufregendste Projekt, an dem ich je gearbeitet habe", sagte [2] die Forscherin Kate Adamala, die das Projekt zusammen mit ihrem Kollegen Aaron Engelhart durchführt. "Wir haben in der Chemie nachgebildet, was bisher nur in der Biologie möglich war: den vollständigen Satz an Zellverhalten. Es beweist, dass die grundlegendsten Funktionen des Lebens, wie Wachstum und Replikation, keinen mysteriösen magischen Funken brauchen."
SpudCell enthält ein Erbgut von 90 Kilobasenpaaren (kbp) – das sind rund 90.000 DNA-Bausteine –, verteilt auf sieben separate DNA-Plasmide (ringförmige DNA-Moleküle). Zum Vergleich: Das menschliche Genom umfasst rund drei Millionen Kilobasenpaare.
Bisherige wissenschaftliche Schätzungen gingen davon aus, dass das kleinstmögliche Genom einer lebenden Zelle mindestens 113 kbp umfassen müsse. SpudCell unterschreitet diesen Wert damit deutlich.
Die Aufteilung des Erbguts auf mehrere Plasmide statt auf ein einzelnes Chromosom hat laut den Autoren einen praktischen Vorteil: Einzelne Funktionen der Zelle lassen sich dadurch unabhängig voneinander verändern und optimieren. Sieben Plasmide kodieren dabei für unterschiedliche zelluläre Aufgaben, darunter Genomereplikation, Transkription und Translation sowie Membranwachstum und Zellteilung.
Natürliche Zellen teilen sich mithilfe eines inneren Gerüsts aus Proteinen, des sogenannten Zytoskeletts. SpudCell verfügt über kein solches Gerüst. Stattdessen nutzt die synthetische Zelle einen anderen Mechanismus: Ein Membranprotein namens Alpha-Hämolysin (αHL), das innerhalb der Zelle produziert wird, durchspannt die Zellmembran und präsentiert an der Außenseite eine chemische Markierung.
Kleine sogenannte Feeder-Liposomen – winzige fetthüllenbeschichtete Kügelchen, die Nährstoffe und Enzymkomponenten enthalten – docken über diese Markierung an die synthetische Zelle an und verschmelzen mit ihr. Dadurch wächst die Zellmembran und die Zelle nimmt Ressourcen auf.
Die Zellteilung selbst wird durch ein Protein namens Streptavidin ausgelöst, das von außen an die Zelloberfläche gebunden wird und dort mechanischen Druck auf die Membran ausübt, bis diese sich teilt. Auch dieser Mechanismus ist genetisch kodiert: Die Stärke des Alpha-HL-Promotors – also der DNA-Sequenz, die die Produktion des Proteins steuert – bestimmt, wie effizient eine Zelle wächst und wie viele Tochterzellen sie erzeugt.
Die Forscher demonstrierten fünf vollständige Generationen des synthetischen Zellzyklus, bestehend aus Genomreplikation, Nährstoffaufnahme über Feeder-Liposomen und anschließender Teilung. Für die Genomvervielfältigung nutzten sie ein Enzym namens Phi29-DNA-Polymerase, das aus einem Bakteriophagen – einem Virus, der Bakterien befällt – stammt und bei Raumtemperatur aktiv ist.
Zur Überprüfung, ob tatsächlich dieselbe Zelllinie alle Generationen durchläuft, entwickelten die Autoren einen sogenannten Generationenzähler: ein System aus RNA-Molekülen, die sich bei jeder Fütterungsrunde zu einem längeren Molekül zusammenfügen und so rückverfolgen lassen, wie viele Zyklen eine Zelle tatsächlich durchlaufen hat. Nach fünf Generationen enthielten 30 Prozent der analysierten Einzelzellen noch alle sieben Plasmide des Genoms.
Um Selektion – also die Ausbreitung vorteilhafter Eigenschaften in einer Population – zu zeigen, führten die Forscher eine gezielte Mutation in den Promotor des Alpha-HL-Gens ein. Eine stärkere Promotor-Variante namens T7Max ließ die Zellen mehr -Alpha-HL produzieren, was zu effizienterer Fusion mit Feeder-Liposomen, schnellerem Wachstum und mehr Tochterzellen führte.
Nach fünf Generationen stieg der Anteil der T7Max-Zellen von ursprünglich 50 Prozent auf 58 bis 61 Prozent der Gesamtpopulation. Wenn Ressourcen knapp waren – die Menge der Feeder-Liposomes auf zehn Prozent des Normalwerts reduziert wurde –, wuchs der Vorteil der schnelleren Zellen weiter: In diesem Szenario stellten die T7Max-Zellen bis zu 70 Prozent der Population.
"In diesem minimalen, nicht-autonomen System sehen wir bereits das Entstehen des Grundsatzes: Die Reichen werden reicher in der globalen Krise", schreiben die Autoren im Paper, das auf der Preprint-Plattform bioRxiv erschienen ist [3].
Die Autoren betonen ausdrücklich die Grenzen des Systems. SpudCell ist auf externe Zufuhr von Streptavidin für die Teilung und auf Feeder-Liposomen für Nährstoffe angewiesen – es kann also nicht vollständig autonom existieren.
Das Protein-Synthesemaschinerie (Ribosomen) wird ebenfalls von außen über die Feeder-Liposomen zugeführt; die Zelle kann diese nicht selbst herstellen. Zudem fehlt ein DNA-Segregationsmechanismus: Die Plasmide werden bei der Teilung nicht aktiv auf Tochterzellen verteilt, sondern zufällig aufgeteilt.
Die Mutation, die zur Selektion führte, wurde von den Forschern bewusst eingeführt – sie entstand nicht spontan. Damit handelt es sich nicht um Darwinsche Evolution im eigentlichen Sinne. "Der nächste Schritt in Richtung robusterer synthetischer Lebensformen wird sein, die hier demonstrierte Selektion in echte Darwinsche Evolution umzuwandeln, indem spontanes Entstehen von Mutationen ermöglicht wird", schreiben die Autoren.
Auch die Zellteilungsausbeute ist noch gering und die Größe der Tochterzellen uneinheitlich. Die Autoren weisen darauf hin, dass letztlich ein synthetisches Zytoskelett entwickelt werden müsse, um robustere und kontrollierbarere Teilungsmechanismen zu ermöglichen.
Parallel zur Veröffentlichung des Papers gründeten Adamala und Partner außerhalb der Universität die Institution Biotic – eine gemeinnützige Forschungs- und Ingenieureinrichtung, die eine offene, gemeinsam nutzbare technische Infrastruktur für die synthetische Zellforschung aufbauen soll.
"Diese Arbeit ist erst der Anfang", sagte Adamala. "Wir zeigen, dass es möglich ist, die grundlegenden Funktionen der Zelle zu entwickeln. Um das Versprechen dieser Technologie vollständig einzulösen – sie robust und praktisch zu machen – brauchen wir internationale Zusammenarbeit. Die Rolle von Biotic ist es, die Engineering-Bemühungen zu bündeln und mit einem gemeinsamen Chassis kompatibel zu machen. SpudCell ist dieses Chassis."
Konkret plant Biotic, die sieben Plasmide des SpudCell-Genoms in ein einzelnes, stabileres Chromosom zusammenzuführen und weitere molekulare Maschinerie aufzubauen. Eine zentrale Herausforderung sei die fehlende Standardisierung: Verschiedene Labors arbeiten mit unterschiedlichen Protokollen und Messmethoden, was den Austausch von Erkenntnissen erschwert.
Die Autoren beschreiben mögliche langfristige Anwendungsgebiete: Synthetische Zellen könnten chemische Umwandlungen durchführen, die mit heutiger Industriechemie nicht oder nur mit großem Energieaufwand möglich sind. In der Medizin könnten sie präzise Wirkstoffe herstellen, die auch Aminosäuren verwenden, die in der Natur nicht vorkommen. In der Materialwissenschaft wäre es denkbar, Materialien zu "wachsen" statt sie zu synthetisieren – bei biologischen Temperaturen statt unter industriellen Bedingungen.
Gleichzeitig sprechen die Autoren offen Biosicherheitsbedenken an. Das aktuelle System sei auf spezifische Laborkomponenten wie Streptavidin angewiesen, die in der Umwelt nicht verfügbar sind – eine versehentliche oder absichtliche Freisetzung würde daher keine Vermehrung außerhalb des Labors ermöglichen.
Dennoch warnen die Autoren, dass das Feld auf robustere, autonomere Systeme zusteuere und ein regulatorischer Rahmen dringend notwendig sei. Bestehende internationale Abkommen wie die Cartagena-Protokolle zur biologischen Vielfalt seien für diese Forschung besser geeignet als andere Verträge, würden aber nicht von allen wichtigen Ländern ratifiziert.
Die Frage, ob SpudCell bereits als "lebendig" gilt, lassen die Autoren bewusst offen. In Anlehnung an den US-amerikanischen Richter Potter Stewart schreiben sie: "Die Autoren dieses Papers neigen zu einer Definition, die den Richter Potter Stewart zitiert: 'Ich werde es erkennen, wenn ich es sehe.'"
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Palworld hat am 10. Juli 2026 mit Version 1.0 den Early Access verlassen – rund zweieinhalb Jahre nach dessen Start. Der Start der Vollversion verläuft erfolgreich: Auf Steam erreichte das an Pokémon erinnernde Survivalspiel zuletzt knapp 800.000 gleichzeitig aktive Spieler, der 24-Stunden-Maximalwert lag bei rund 860.000 Spielern.
Damit verzeichnet der Titel die höchsten Nutzerzahlen seit seinem spektakulären Start Anfang 2024. Damals spielten mehr als 2,1 Millionen Menschen gleichzeitig, und Palworld schrieb Steam-Geschichte.
Der Titel wurde vom japanischen Studio Pocketpair entwickelt. Er verbindet eine offene Survival-Welt mit dem Sammeln, Zähmen und Einsetzen der sogenannten Pals. Die Kreaturen helfen nicht nur im Kampf, sondern übernehmen auch Aufgaben beim Basisbau, der Rohstoffgewinnung oder in der Produktion.
Die ungewöhnliche Mischung aus Monstersammelspiel, Crafting und Survival brachte Palworld früh den Spitznamen Pokémon mit Waffen ein, auch wenn das Spiel inzwischen deutlich mehr bietet.
Schon der Early-Access-Start im Januar 2024 entwickelte sich zu einem der größten Überraschungserfolge der vergangenen Jahre. Innerhalb weniger Tage wurden Millionen Exemplare verkauft, auf Steam stellte Palworld Rekorde auf. Kurz vor Version 1.0 meldete Pocketpair bereits mehr als 40 Millionen Spieler über alle Plattformen hinweg, einschließlich des Xbox Game Pass.
Die Vollversion erweitert den Umfang noch einmal deutlich. Neu sind unter anderem zusätzliche Gebiete rund um den geheimnisvollen Weltenbaum, 72 neue Pals, eine überarbeitete Geschichte, ein höheres Level-Limit sowie zahlreiche Verbesserungen an Kampf-, Bau- und Mehrspielersystemen.
Die offiziellen Patch Notes umfassen mehr als 10.000 Wörter und kommen je nach Darstellung auf rund 27 Seiten. Damit gehören sie zu den umfangreichsten Updates seit der Veröffentlichung. Trotz des Wechsels zur Version 1.0 verzichtet Pocketpair auf eine Preiserhöhung.
Viele Nutzer sind begeistert. Auf Steam kommt Palworld inzwischen weltweit auf mehr als 430.000 Bewertungen, von denen rund 94 Prozent positiv ausfallen. Die jüngsten Rezensionen werden sogar als "äußerst positiv" eingestuft und erreichen etwa 96 Prozent positive Bewertungen.
Der erfolgreiche Start von Version 1.0 zeigt, dass Palworld weit mehr als ein kurzfristiger Internethype war. Während viele Early-Access-Hits nach einigen Monaten an Zuspruch verlieren, gelingt Pocketpair zum Abschluss der bisherigen Entwicklung ein Comeback. Palworld ist für Windows-PC, Playstation 5 sowie Xbox One und Xbox Series X/S erhältlich.
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Statt teurer VPN-Anbieter reicht im Urlaub die eigene Fritzbox. Wir zeigen, wie ihr in wenigen Minuten einen sicheren WireGuard-Tunnel nach Hause einrichtet.
Es ist Urlaubszeit! Ihr seid endlich am Zielort, checkt im Hotel ein, bezieht das Zimmer und verbindet euch ganz selbstverständlich mit dem Hotel-WLAN. Doch dann fragt ihr euch: Kann man dem eigentlich vertrauen?
Werde ich beim Surfen beobachtet, werden meine Passwörter abgefischt? Sollte ich zur Sicherheit eins dieser VPNs für 9,99 Euro im Monat buchen, um verschlüsselt zu surfen? Das Problem solcher Anbieter: Die Werbeversprechen sind oft überzogen, man muss diesen vertrauen und dann auch noch Geld dafür zahlen. Ganz konkret: Die unverschlüsselten Teile des Verkehrs, die ohne VPN der Hotelbetreiber sehen könnte, kann mit VPN ein VPN-Anbieter mit Sitz in beispielsweise Panama oder Malta sehen.
Anstatt unterwegs den gesamten Verkehr zu einem kommerziellen Anbieter umzuleiten, könnt ihr euch mit dem passenden Router vor dem Urlaub einen VPN-Tunnel nach Hause bauen. Wie das geht, zeigen wir im Video.
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(Bild: PJ McDonnell / Shutterstock)
Nervige Unterbrechungen sind mit der neuen Version des Browsers Geschichte, verspricht DuckDuckGo. Das Feature nutzt bekannte Komponenten.
Werbeunterbrechungen in Youtube-Videos nerven ihre Zuschauer jeden Tag aufs neue – mit dem DuckDuckGo-Browser sollen sie jetzt der Vergangenheit angehören. Wie die Entwickler mitteilen, gibt es in der neuen Version ein Feature, das die Werbungen zum ganz großen Teil herausfiltern soll.
Die Funktion ist demnach bereits standardmäßig in der neuen Version für iPhone, Windows und macOS aktiviert, teilt DuckDuckGo mit [1]. In Android muss sie noch manuell angeschaltet werden, bald soll sie aber auch hier voreingestellt sein. Bis dahin geht das in den Einstellungen unter dem Menüpunkt „Ad Blocking“. Die Option lässt sich beliebig an- und ausschalten. Laut DuckDuckGo können sich durch den neuen Blocker die Buffering-Zeiten vor dem Abspielen eines Videos geringfügig verlängern, dafür soll jedoch der größte Teil der Werbeunterbrechungen vor und während eines Videos entfallen.
Die Funktion ist nicht Teil des browserintegrierten Duck Players, der darauf ausgelegt ist, Ablenkungen durch andere Apps beim Ansehen eines Videos zu minimieren. Es handelt sich laut DuckDuckGo um ein eigenständiges Feature, welches aber gemeinsam mit dem Duck Player verwendet werden kann.
Um YouTube-Werbung zu erkennen und zu blockieren, setzt der Browser auf Filterlisten, die von der uBlock-Origin-Community stammen. uBlock Origin ist eine Open-Source-Browsererweiterung, die ebenfalls zum Blockieren von Werbung dient. Diese Listen werden laufend gepflegt und regelmäßig aktualisiert, um mit den Änderungen bei der Auslieferung von Werbung Schritt zu halten. DuckDuckGo will eventuell aber auch eigene Regeln anwenden, um die Kompatibilität zu verbessern und Fehlfunktionen zu reduzieren.
Die Schattenseite solcher Funktionen betrifft die Creator auf Youtube, die an den Werbeeinnahmen ihrer Youtube-Videos beteiligt werden. Ihnen entgeht damit Geld, das besonders für kleine Kanäle wichtig ist.
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Klein begründet, wie Krisen zu politisch-ökonomischen Neujustieren genutzt werden
(Bild: Ververidis Vasilis/Shutterstock.com)
Krisen als Türöffner für autoritäre Politik – Naomi Kleins Schock-Theorie wirkt heute aktueller denn je. Wer profitiert wirklich aus Notlagen?
Als die kanadische Journalistin und Kapitalismusanalytikerin Naomi Klein [1] 2007 ihr vielbeachtetes Werk "The Shock Doctrine" [2] (deutscher Titel: Die Schock-Strategie: Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus) [3] veröffentlichte, ahnte sie wohl kaum, wie sehr sich das Krisentempo beschleunigen würde.
Damals lagen die Finanzkrise, ausgelöst durch die Lehman-Brothers Pleite [4], Hurrikan Katrina [5] in New Orleans 2005 oder der US-Irakkrieg 2003 zeitlich zwar eng beieinander, überschnitten sich aber selten. Heute scheint dies anders: Pandemie, Ukraine-Krieg, Gaza-Genozid, KI-Revolution, Klimakrise, Handelskonflikte oder Migration überlagern sich.
Sozialwissenschaftler sprechen von einem Zeitalter der Polykrisen [6] – Zuständen, in denen sich Krisenmomente gegenseitig verstärken und globale politische Systeme destabilisieren können.
Das ist nicht nur mediale Dramatisierung [7]. Zwar klicken sich Horror-Meldungen besser, doch die Welt ist objektiv näher an ihre Selbstauslöschung gerückt: Die Doomsday Clock, eine signalhafte Angabe wie weit der Planet noch von seiner möglichen Beseitigung entfernt ist, steht [8] mittlerweile auf 85 Sekunden vor Mitternacht – ein exemplarischer Tiefpunkt.
Nachvollziehbare Ignoranz und Politikverdrossenheit hilft wenig. Gerade aus deutscher Perspektive gibt es dafür genug aktuelle Anlässe für eine Analyse: Die Berliner Republik befindet sich, spätestens seit 2015, in einem dauerhaften Krisenmodus, in dem jeder Angriff auf soziale Errungenschaften sachzwangartig gerechtfertigt wird.
Politik, so eine zentrale Erkenntnis Kleins, nutzt Krisen als Möglichkeitsfenster – ob bei militärischen "Sondervermögen" [9], bei der Versicherheitlichung der Gesellschaft [10] während der Pandemie oder bei Trumps Schockpolitik gegenüber Iran. Zeit für eine Renaissance der Schockpolitik-Analyse?
2007 konnte Klein die vielen neuen Schockwellen kaum vorhersehen. Früher kamen Krisenwarnungen meist aus den Wissenschaften, heute auch aus dem Zentrum der Marktwirtschaft. So warnte ein Allianz-Vorstand 2025, die Klimakrise bedrohe [11] langfristig die Funktionsfähigkeit des Kapitalismus – Extremwetter könne ganze Märkte unversicherbar machen.
Doch nicht nur Wetter: insbesondere die zweite Ära Trump [12] kann – mit Blick auf den Nahen Osten – als unheilvolle Schock-Therapie [13] mit weltweiten Wellen beschrieben werden.
Was jahrzehntelang durch die Klimadebatte dominierte, wird derzeit von der KI-Revolution verdrängt: Der IWF warnt [14] inzwischen vor fehlenden regulatorischen Grundlagen für Künstliche Intelligenz – mit einer Industrie 4.0 [15]steht die menschliche Produktivkraft vor bahnbrechenden neuen Herausforderungen, dessen erster Schock, sich angekündigt.
Ersetzt die KI bald menschliche Arbeitskraft – oder triumphiert [16] die humane Intelligenz über die prozessorientierte Maschine?
Cyberkrieg, Drohnentechnik, gestörte Lieferketten, der Aufstieg des Globalen Südens – neue Schocks sind derweil, auch abseitig der Klima-Frage und über Deutschland hinaus, zum Alltagsgeschäft etablierter Politik geworden.
Die Schwarz-Rote Koalition und ihre als Reformen verkauften Angriffe [17] auf Arbeitende wären ohne eine gewisse Zahl an Krisenmomenten kaum denkbar: Warkens Gaskraftwerke [18] als Spätfolge der kriegsbedingten Energiekrise, verlängerte Rentenpläne [19] als vermeintlicher Ausweg aus der volkswirtschaftlichen Misere, massive Aufrüstung als Allheil-Antwort auf die geopolitische Lage.
Interessant dabei: Gerade die angezählte Regierung Merz [20] ist auf permanenten Krisenmodus angewiesen – externe Schocks machen schnelle Entscheidungen im Eiltempo denkbar, schalten Widerstand weitgehend aus, lassen Klein erneut modern erscheinen.
Zurück zu Kleins Theorie: ihr Werdegang ist untypisch. Aktivismus und publizistische Analyse fallen bei ihr zusammen, ihr Werk ist zugleich Weltsicht und Interventionswerkzeug.
Die heutige Mittfünfzigerin stammt [21] aus einer jüdischen Migrantenfamilie – ihr Vater emigrierte als Arzt aus den USA nach Kanada, um dem Vietnamkrieg zu entgehen, ihre Mutter war feministische Dokumentarfilmerin.
Statt an der Universität zu bleiben, brach Klein ihr Studium ab und widmete sich dem Journalismus. Bekannt wurde sie nicht erst durch die "Schock-Strategie", sondern durch "No Logo" (1999) [22], eine Kritik an Markenmacht und Globalisierung.
Ihre Ideengeschichte ruht auf mehreren ineinander verschränkten Säulen, die in ihren mannigfaltigen Publikationen [23] immer durchscheinen: einer scharfen Globalisierungskritik, die Marktradikalismus und ernsthafte Demokratie als unvereinbar begreift; einer postkolonialen Perspektive, die sie in die Nähe von Denkern wie den marxistischen Geographen David Harvey [24] rückt; und der Grundüberzeugung, die Klimakrise sei ein Problem kapitalistischen Wirtschaftens.
Kleins zentrale Frage für ihr Schocktherapie-Werk lautete: Warum akzeptieren Gesellschaften radikale Reformen unmittelbar nach Katastrophen? Ihre Antwort, entwickelt anhand Dutzender historisch-chronologischer Fallstudien [25]von Chile, über die USA bis zum Irakkrieg und auf über 500 Seiten ausgebreitet: Entscheidend sind genutzte Schockwirkungen, nicht politische Überzeugungen.
Ihre Grundlogik folgt einer Art Adaption des klassischen Policy-Kreislauf [26]: Auf eine Katastrophe folgt kurze Orientierungslosigkeit, dann ein politisches Möglichkeitsfenster für (in diesem Fall) Privatisierung und Liberalisierung – und am Ende eine dauerhafte Machtverschiebung, die nicht mehr rückgängig gemacht wird.
Klein behauptet dabei nicht, Krisen würden geplant – insbesondere hier wurde sie oft missverstanden – sondern lediglich, dass sie ausgenutzt werden. Ob man sie erschaffen kann, muss gesondert debattiert werden.
Der intellektuelle Gegenangriff ließ dabei nicht lange auf sich warten: Joseph Stiglitz, Wirtschaftsnobelpreisträger 2001, nannte [27] das Buch "überdramatisch" und unwissenschaftlich; das neoliberale Cato-Institut sprach [28] in Anlehnung an den englischen Titel vom "Aufstieg der Schock-Polemik".
Auffällig: Solche Einwände kamen meist von Personen, die selbst eng mit den kritisierten Lehrmeinungen verbunden sind, in der FAZ tat sich Phillip Plickert, seines Zeichen [29]Mitglied der Hayek-Gesellschaft als Kritiker hervor – Hayek wie Friedman sind zentrale Adressaten Kleins.
Doch was bleibt von Werk und Kritik heute? Auch wenn Klein historische Entwicklungen bisweilen zu stark unter eine einzige Erklärung zwingt, wirkt ihre Grundintuition erstaunlich modern und robust.
Finanzkrise, Pandemie, Energiekrise und Klimaanpassung haben gezeigt: Große Krisen führen regelmäßig zu beschleunigten Entscheidungen, milliardenschweren Umverteilungen und neuen Profitmöglichkeiten für private Akteure – die einmal als Notmaßnahme eingeführt, nicht wieder revidiert werden. Klein wurde bestätigt: weniger Ideologien als Momentum waren prägend.
Recht hatte Klein damit, Krisen als Momente außergewöhnlicher Machtverschiebung zu beschreiben; unrecht dort, wo sie daraus eine zu geschlossene Theorie des Neoliberalismus ableitete.
Die große Zeit des Neoliberalismus scheint überschritten, eine Ära rechts-autoritärer Kriegswirtschaften kündigt sich an – die jedoch den Krisenmechanismus weitgehend übernehmen. Kleins bleibende Leistung liegt in einer analytischen Warnung: In einer Zeit der Polykrise bleibt die Kosten-Nutzen-Frage politisch höchst relevant.
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Nach den Sommerferien startet das Berufsleben. Doch laut DGB-Daten fehlen Ausbildungsplätze und viele Azubis müssen vertragswidrig Überstunden leisten.
Nach den Sommerferien beginnt für viele junge Menschen das Arbeitsleben. Der Start ist oft holprig. Die Qualität der Ausbildung und fehlende Ausbildungsplätze bereiten Sorgen. Auszubildende haben nicht nur Pflichten, sondern müssen auch ihre Rechte im Betrieb kennen. Das ist in der Praxis nicht immer so leicht.
Das Problem beginnt häufig schon bei der Ausbildungssuche. Während geburtenstarke Jahrgänge in das Rentenalter kommen, haben Unternehmen die Zahl der Ausbildungsplätze reduziert. "Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz für junge Menschen haben sich weiter verschlechtert", erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende [1] Elke Hannack.
Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge sinkt weiter, während knapp 40.000 junge Menschen komplett unversorgt geblieben sind – so viele wie seit 2009 nicht mehr. "Die Versäumnisse sind unübersehbar und gefährden die wirtschaftliche Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt", kritisiert die Gewerkschafterin.
Ein "Aktionsprogramm für mehr Ausbildungsplätze", fordert stellvertretende DGB-Vorsitzende Hannack. Die Forderungen der Gewerkschaftsjugend nach einer Ausbildungsplatzabgabe für Unternehmen, die nicht ausbilden, werden von der Bundesregierung weiter ignoriert. Noch immer sind 2,76 Mio. junge Menschen [2] zwischen 20 und 34 Jahren ohne Berufsabschluss (BIBB-Daten 2024). Der leichte Rückgang zum Vorjahr ist keine Entwarnung, sondern zeigt die enormen Probleme im Ausbildungssystem. "Das Recht auf eine Ausbildung brauchen wir nicht nur in bestimmten unterversorgten Regionen, es muss bundesweit gelten", betont Hannack.
Aber auch nach Abschluss eines Ausbildungsvertrages sind die Probleme erheblich. Dabei ist die rechtliche Situation klar: Im Berufsbildungsgesetz sind Rechte und Pflichten der Auszubildenden geregelt. Das duale System der Ausbildung bedeutet, dass im Betrieb und in der Berufsschule gelernt werden soll.
Das Gesetz soll bundesweit einheitliche Qualitätsstandards sichern. Berufsschulen stehen bundesweit massiv unter Druck. Hauptursachen sind der eklatante Lehrkräftemangel und veraltete Technik, die Qualität des Unterrichtes wird von vielen Auszubildenden bemängelt. Digitalisierung und KI werden zu wenig thematisiert.
Das Berufsbildungsgesetz enthält Schutzbestimmungen für die Ausbildung im Betrieb. Rechtlich besteht ein Anspruch auf Ausbildung: Nach § 14 Abs. 1 Zif. 1 BBiG ist der Ausbildungsbetrieb verpflichtet, dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist.
In vielen Betrieben werden die Auszubildenden direkt durch Einbindung in den Arbeitsprozess ausgebildet. Diese Art der Ausbildung ist für den Betrieb häufig mit geringeren Kosten verbunden, da junge Menschen in der Regel auch produktiv arbeiten und zum anderen "Leerlauf" im Arbeitsprozess genutzt wird, um Auszubildende zu unterweisen. Der Auszubildende steht – im Gegensatz zu einem ausgelernten Arbeitnehmer – lediglich in der Pflicht, die für die Ausbildung erforderlichen fachlichen Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben.
Trotz gesetzlichem Anspruch gibt es in den Betrieben Ausbildungsmängel, wie der Ausbildungsreport des DGB zeigt: Fast 15 % der Befragten geben an, "immer" oder "häufig" Aufgaben (wie Putzen oder Kaffeekochen) erledigen zu müssen, die nicht dem eigentlichen Ausbildungsberuf entsprechen. Rund ein Drittel aller Azubis muss regelmäßig Überstunden leisten. Ein großes Problem ist der fehlende Ausbildungsplan. Viele Betriebe legen keinen verpflichtenden Plan vor, wodurch die Struktur der Ausbildung leidet.
Aktuelle Probleme in der Praxis legt die DGB-Jugend offen. Über das Internetforum "Dr. Azubi" werden jedes Jahr etwa 400 bis 500 Anfragen von Auszubildenden beantwortet. Die Webseite verfügt über eine Fragefunktion, damit sich Auszubildende melden können. Oft sind die Jugendlichen verzweifelt und überfordert – das Beraterteam hat neben der formalen Beratungskompetenz auch einen sozialpädagogischen Hintergrund. Frage und die Antwort werden öffentlich gepostet, Namen nicht genannt.
Der Check zum Ausbildungsstart zeigt, worauf Auszubildende achten sollten:
Der Ausbilder ist dafür zuständig, dem Auszubildenden Fertigkeiten und Kenntnisse zu vermitteln, die zur Erreichung des Ausbildungszieles erforderlich sind. Seine Aufgabe ist es, die notwendigen praktischen und theoretischen Kenntnisse zu vermitteln.
Es sind nur Ausbildungen zulässig, deren Ausbildungsordnung staatlich anerkannt ist. Diese Vorgaben beschreiben aber nur den Rahmen dafür, welche Kenntnisse und Fertigkeiten in der Praxis zu vermitteln sind. Die konkrete Gliederung der Ausbildung sollte sich hingegen aus dem betrieblichen Ausbildungsplan ergeben.
Dabei sind zunächst die Fragen maßgebend:
Der Auszubildende sollte einen konkreten Ausbildungsplan einfordern, bei dem auch die Ansprechpartner vor Ort benannt sind.
"Werden Auszubildende angewiesen, Aufgaben zu erledigen, die nicht im Ausbildungsrahmenplan vermerkt sind, spricht man von ausbildungsfremden Tätigkeiten. Von Erledigungen privater Art für den Chef oder die Chefin, über Botengänge und Aufräumarbeiten bis hin zu regelmäßigen Putzdiensten: All das darf Auszubildenden nicht zugemutet werden, genauso Urlaubs- und Krankheitsvertretungen für andere Angestellte des Betriebs oder Arbeiten, die Auszubildenden aufgrund ihrer körperlichen Voraussetzungen nicht zumutbar sind", schreibt der DGB auf seiner Homepage.
"Dr. Azubi" rät [3]: "Wer nicht richtig ausgebildet wird, sollte sich unbedingt wehren, da sonst das Ausbildungsziel nicht erreicht werden kann. Voraussetzung: Den Ausbildungsplan vom Betrieb kennen und, falls nicht vorhanden, einfordern."
Der Ausbildungsplatz ist ein Ort im Ausbildungsbetrieb, an dem ein Auszubildender im Ausbildungsberuf ausgebildet werden kann. Dies können speziell eingerichtete Räume sein, etwa Ausbildungswerkstätten, Ausbildungslabors oder Übungsräume. Es können aber auch besondere Ausbildungsplätze innerhalb der bestehenden betriebsorganisatorischen Struktur – etwa in der Werkhalle oder im Büro – eingerichtet sein, die über die üblichen Werkzeuge, Geräte, Bildschirme und Materialien verfügen, an denen jedoch auch eine Betreuung durch den Ausbilder sicher gestellt ist.
Die Ausbildungsstätte muss für die Vermittlung der vorgesehenen Fertigkeiten und Kenntnisse über eine ausreichende Einrichtung und Ausstattung verfügen. Dazu gehört auch eine Grundausstattung an Maschinen, Werkzeugen, Apparaten oder Geräten.
"Dr. Azubi" richtet sich auch an Auszubildende, die in ihren Unternehmen keine Jugend- und Auszubildendenvertretungen oder Betriebsräte haben und denen oft nicht klar ist, an wen sie sich wenden können, und ist erreichbar unter: Dr. Azubi [4].
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Christentum, Calvinismus, Konfuzianismus, Hinduismus und Buddhismus: Wie Religionen und Kulturen die menschliche Sinnsuche prägen.
Wer davon ausgeht, dass es einen einzigen, vorgegebenen Sinn des Lebens für alle Menschen weltweit gibt, hat die Sinnfrage offensichtlich nicht verstanden. Der Sinn des Lebens wird heute häufig nicht als vorgegebene Formel verstanden, sondern als individuelle Aufgabe.
Anstatt ihn zu suchen, geht es laut Philosophie und Psychologie darum, dem Leben selbst Bedeutung zu verleihen. Vielfach wird bei der Suche nach dem Sinn des Lebens auch auf religiöse oder weltanschauliche Vorstellungen zurückgegriffen.
Dabei spielt die kulturelle Prägung des Einzelnen eine wichtige Rolle. In individualistisch ausgeprägten Kulturen geht es zumeist um den persönlichen Sinn des Lebens, den der Einzelne sieht. Dies gelingt durch persönliche Ziele, soziale Verbindungen, das Schaffen von Werten und das bewusste Erleben im Hier und Jetzt.
In westlich geprägten Gesellschaften wird der Sinn des Lebens häufig in persönlichen Sinnquellen gesucht.
Wobei schon bei der Frage nach einem Sinn des Lebens von der Vorentscheidung ausgegangen wird, dass es einen Sinn für die menschliche Existenz geben muss und die Vorstellung, dass das Leben letztlich keinen übergeordneten Sinn besitzt, findet im christlich geprägten Denken traditionell deutlich weniger Zustimmung.
Im Christentum, das wie auch die anderen beiden monotheistischen Weltreligionen auf eine Entstehung in der Levante zurückgeht, wird der Sinn durch einen über allem stehenden Schöpfer implementiert, der den Menschen nach biblischer Überlieferung aus Erde formte und ihm den Lebensatem einhauchte.
Damit der Mensch zum Leben kam, hauchte ihm der Schöpfer den Atem ein, der in späteren theologischen Auslegungen mit dem Wirken des Heiligen Geistes in Verbindung gebracht wurde.
Zweitausend Jahre Tradition haben dann im Christentum zahlreiche Varianten bei der Sinnsuche herausgebildet. Für den Reformator Johannes Calvin stellt sich der Sinn des Lebens vergleichsweise einfach dar. Der Mensch soll Gott loben und ihm dienen. Calvin lehrte, dass der Mensch nicht für sich selbst da ist. Alles, was er tut, soll zur Ehre Gottes geschehen. Im Zentrum steht dabei die absolute Souveränität Gottes über die Welt und die Menschen.
Gottes Wort und damit die Anleitung für den Menschen stehen in der Bibel. Sie zeigen, wie ein Leben aussieht, das Gott gefällt. Für Calvin besitzt die Bibel höchste Autorität und bildet die maßgebliche Grundlage des Glaubens und der Lebensführung. Wissenschaftliche Erkenntnisse treten aus dieser Perspektive gegenüber der Autorität der Heiligen Schrift zurück.
Calvin lehrte, dass Gott aufgrund der Prädestination von Anfang an weiß, wer erlöst wird und wer nicht. Das klingt hart, war für seine Anhänger aber befreiend: Wer an Gott glaubt und sein Leben danach ausrichtet, darf sich sicher sein, von Gott erwählt zu sein.
Calvin forderte harte Arbeit und Disziplin. Er sah den Alltag nicht als notwendiges Übel, sondern als einen Ort, an dem man Gott durch Fleiß und Nächstenliebe dienen kann. Zusammenfassen lässt sich Calvins Vorstellung vom Sinn des Lebens in dem Satz: "Gott verherrlichen und sich an ihm für immer erfreuen."
In der orthodoxen christlichen Kirche besteht der Sinn des Lebens darin, Gott immer ähnlicher zu werden. Dieses Ziel nennt man Vergöttlichung. Es bedeutet nicht, dass der Mensch selbst ein Gott wird, sondern dass der Mensch Gottes Liebe, Güte und Licht in sich aufnehmen und so ganz von der göttlichen Gnade erfüllt werden soll.
Wo sich in den monotheistischen Religionen der Sinn zumeist mit einem Schöpfergott verbindet, weichen die Vorstellungen anderswo von dieser Personifizierung deutlich ab. In anderen Regionen, wo der christliche Glaube in der Folge von Kolonialisierung und der damit meist verbundenen Missionierung weniger erfolgreich war, haben sich völlig andere Vorstellungen vom Sinn des Lebens entwickelt und bis heute erhalten.
Konfuzius sah den Sinn des Lebens darin, durch stetiges Lernen und gute Taten ein besserer Mensch zu werden. Es geht nicht um große, ferne Ziele. Das Leben ist ein Weg. Jeden Tag kann man an Weisheit, Güte und Höflichkeit wachsen.
Im Hinduismus besteht der Sinn des Lebens darin, spirituelle Reife zu erlangen und gutes Karma (Taten und Absichten) anzuhäufen, um den ewigen Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) zu beenden. Das höchste Ziel dabei ist Moksha (Erlösung), die Vereinigung der Seele mit dem Göttlichen.
Im Buddhismus, der meist nicht als Religion, sondern als Weltanschauung bezeichnet wird, hat das Leben keinen von außen vorgegebenen Sinn und Zweck. Das Leben selbst ist der Sinn. Im Buddhismus besteht das Ziel des Lebens darin, Leid zu überwinden, Einsicht zu gewinnen und Mitgefühl für alle Lebewesen zu entwickeln.
Die religiösen Traditionen Asiens sind zudem eng mit den jeweiligen historischen und kulturellen Entwicklungen ihrer Herkunftsländer verbunden.
Dieser kurze Abriss beabsichtigt, keine grundsätzliche Dokumentation der menschlichen Suche nach einem Sinn des Lebens darzustellen. Viele schriftlich überlieferte Vorstellungen leiden an den heute oft als fehlerhaft eingeschätzten Übersetzungen. Zudem wurden viele Traditionen gar nicht schriftlich fixiert und sind heute außerhalb ihres traditionellen Verbreitungsgebietes kaum mehr zu fassen.
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Die Point-to-Point-Topologie ist den deutschen Netzbetreibern meist zu teuer und wird auch nicht wie in der Schweiz vom Regulierer angeordnet. Bei der P2P-Topologie von Init7 liegt von der Vermittlungsstelle (PoP) eine eigene, dedizierte Glasfaser bis in jede einzelne Wohnung. Der Kunde teilt sich das Kabel mit niemandem. Wenn der Provider am Ende der Glasfaser im PoP eine 25-GBit/s-Optik einsteckt, und der Kunde die passende Hardware hat, liegt diese Geschwindigkeit auch an, zu einem niedrigen Preis. So bietet Init7 symmetrische 25 GBit/s zum niedrigen Preis von rund 65 CHF (70 Euro) an.
Die Deutsche Telekom und viele andere deutsche Netzbetreiber setzen fast flächendeckend auf Point-to-Multipoint. Hier führt nur eine Faser aus der Zentrale in die Straße und wird dort über einen passiven Splitter auf 32 oder 64 Haushalte aufgeteilt. Bei der aktuellen GPON/XGS-PON-Technik teilen sich die Nachbarn dann eine feste Gesamtkapazität, zum Beispiel 10 GBit/s im Shared Medium. Echte 25 GBit/s dediziert pro Kunde sind in dieser Architektur nicht möglich, ohne das Netz komplett neu zu bauen.
Auch mit Point-to-Multipoint sind sehr hohe Datenraten möglich, wie DNS:Net hierzulande mit 10 GBit/s oder GFiber von Google in den USA mit ersten 20-GBit/s-Anschlüssen (symmetrisch) für 250 US-Dollar zeigen. Dennoch ist es ein Unterschied in der Topologie und für den Endnutzer, ob eine Technologie verbaut wird, bei der sich bis zu 32 oder 64 Nachbarn eine Glasfaserleitung und deren Bandbreite teilen müssen, oder ob eine P2P-Architektur vorhanden ist.
Der Deutsche-Telekom-Sprecher Adrian Sanchez verteidigte im Gespräch mit Golem die Topologie: "Die Telekom setzt beim großflächigen Glasfaserausbau auf eine moderne, standardisierte und international etablierte Architektur. Sie erlaubt eine effiziente, stabile und skalierbare Versorgung sehr vieler Haushalte und Unternehmen. Unsere Netze werden entsprechend der angebotenen Produkte dimensioniert, kontinuierlich überwacht und bei steigenden Bedarfen proaktiv in der Kapazität erweitert."
Bei der Gewährleistung der Bandbreite für jeden einzelnen Kunden liege der Schlüssel in der Dimensionierung der aktiven Technologie – nicht im passiven Netz. Technologisch sei man "in der Lage, Kunden Geschwindigkeiten oberhalb von 10 GBit/s zu ermöglichen. Wir bieten aktuell Glasfaseranschlüsse mit bis zu 2 Gbit/s an – je nach Verfügbarkeit vor Ort". Zudem bestätigten unabhängige Festnetztests regelmäßig die Leistungsfähigkeit und Qualität des Netzes.
Dass die Stadtwerke München (SWM), die bereits 2007 damit begannen, das FTTB-Netz in der Stadt aufzubauen, keine P2P-Architektur gewählt hätten, hat laut M-net-Sprecher Andreas Dietrich pragmatische Gründe: "Für ein P2P-Netzwerk in einer Großstadt wie München wäre ein deutlich höherer Platzbedarf in der bestehenden Infrastruktur erforderlich, als bei einem GPON-Netz. Während bei GPON bereits eine einzelne Glasfaser im Gehwegbereich ausreicht, um über Splitterstrukturen ein Gebäude mit bis zu 32 Wohnungen beziehungsweise Anschlüssen zu versorgen, müsste bei einem P2P-Netz für jeden einzelnen Anschluss eine eigene Glasfaser bis zum Gebäude geführt werden."
Für ein Gebäude mit 32 Anschlüssen wären somit 32 separate Fasern erforderlich. Was auf den ersten Blick überschaubar erscheine, summiere sich entlang einer Straße mit zahlreichen Gebäuden und mehreren hundert Wohneinheiten schnell zu einem erheblichen zusätzlichen Platzbedarf.
Darüber hinaus wäre die Umstellung des heute bestehenden GPON-Netzes auf eine P2P-Architektur nur mit großem baulichen und infrastrukturellen Aufwand möglich. Neben umfangreichen Tiefbauarbeiten müssten große Teile der vorhandenen Netzstruktur angepasst oder neu errichtet werden, sagte Dietrich.
Netcologne-Sprecherin Verena Gummich erklärte: "Unsere Entscheidung ist auf PON gefallen, weil es aus unserer Sicht die optimale Balance aus Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit bietet. Aktuell realisieren wir bei Netcologne per GPON Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von bis zu 2 GBit/s."
Auch ein Breko-Sprecher sagte Golem: "Es gibt keine schlechten FTTH-Netze. Breko-Mitgliedsunternehmen bauen sowohl Point-to-Point- als auch PON-Netze. Dass die PON-Architektur überwiegt, ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Ausbaukosten in Deutschland ohnehin schon höher sind als sonst irgendwo in Europa. Zudem verbrauchen GPON- und XGS-PON-Netze im Betrieb weniger Strom (PDF) als Point-to-Point-Netze."
Durch die Möglichkeit, PON-Netze ohne neuen Tiefbau aufzurüsten, seien diese zukunftssicher. Das beweise die Entwicklung von GPON zu XGS-PON zu 25G-PON und in Zukunft 50G-PON. "Auch fairer Wettbewerb vieler Anbieter ist auf PON-Netzen über den im deutschen Open-Access-Markt dominanten Layer-2-Bitstrom-Zugang problemlos möglich", sagte der Sprecher.
Westconnect-Sprecherin Sarah Meywirth argumentierte, "bei XGS-PON wird die vorhandene Infrastruktur anders organisiert: Mehrere Anschlüsse können über ein Splitterelement gebündelt werden. Dieses benötigt keine Stromversorgung und ermöglicht eine effizientere Nutzung der vorhandenen Glasfasern und der Technikstandorte." Moderne Glasfasernetze würden nicht auf Basis der theoretisch maximal möglichen Einzelbandbreite jedes Anschlusses geplant, sondern auf der tatsächlichen Nutzung.
Tatsächlich seien das alles geschliffene Marketing-Phrasen ohne viel Substanz, sagte Init7-Chef Fredy Künzler Golem. "Es wird nur Layer-2-Vorleistung verkauft, und dies mit einer Preisliste, die progressiv mit der Bandbreite ansteigt. Der einzige Grund liegt darin, die Zahlungsbereitschaft abzuschöpfen. Einen sachlichen Grund dafür gibt es nicht, der Port kostet immer gleichviel, egal welcher Rate-Limiter konfiguriert ist."
Solange nicht Layer-1 Open Access mit P2P Faser und bezahlbarer Backhaul Faser statt regionalen Monopolen verfügbar seien, wo Provider wie Init7 ihr eigenes Equipment verbauen könnten, werde es keinen Erfolg der Glasfaser in Deutschland geben. Nur Konkurrenz zwinge die Provider technisch zu besseren Produkten für weniger Geld. Reselling gleicher Produkte mit anderem Label sei eine "reine Alibiübung", sagte Künzler.
Die Schweiz reguliert härter und priorisiert historisch gewachsenen den physischen Layer 1-Infrastruktur-Wettbewerb (P2P) zwischen kleineren Anbietern wie Stadtwerke auf frei vermietbarer unbeleuchtete Faser gegenüber den Layer 2 und 3 Bitstrom Angeboten (P2MP).
Doch es gibt auch Ausnahmen: Carmen Fesenbeck, Sprecherin von Deutsche Giganetz, sagte Golem: "Deutsche Giganetz baut sein passives Glasfasernetz ausschließlich Point-to-Point aus. Jede Wohnung erhält eine dedizierte Faser bis in den PoP. Somit wäre es möglich, die aktive Technik – aktuell GPON oder XGSPON – gegen eine andere auszutauschen. Auch ein dritter Anbieter könnte bei uns am PoP die passive Faser eines Kunden übernehmen und auf seine eigene aktive Technik schalten. Wir sind durch diese Architektur offen in der Auswahl der genutzten Technik und für die Zukunft flexibel."
Die Splitter seien bei Deutsche Giganetz ausschließlich im PoP verbaut und man überwachen aktiv die Auslastung der einzelnen XGS-/G-PON-Ports. "Außerdem planen wir maximal 24 Kunden auf einen GPON-Splitter, um ausreichend Kapazitätsreserve bereitzuhalten. Im Falle von XGSPON beplanen wir maximal 64 Kunden auf einen Splitter. Unsere ProNet-Produkte erhalten bereits heute einen dedizierten Anschluss ohne Splitter."
Auch Deutsche Glasfaser-Sprecher Dominik Beyer sagte Golem: "Das Glasfasernetz der Deutsche Glasfaser ist bereits zu großen Teilen als Point-to-Point-Infrastruktur aufgebaut: Jede versorgte Adresse verfügt über eigene Glasfasern bis zum Netzknoten (PoP). Für die aktive Übertragung setzt Deutsche Glasfaser auf moderne PON-Technologien. Neue Ausbaugebiete werden seit mehreren Jahren standardmäßig mit XGS-PON erschlossen und ermöglichen heute bereits symmetrische Bandbreiten von bis zu 10 GBit/s. "
Durch die bestehende Glasfaser könnten künftig ohne erneuten Tiefbau auch 25G-PON und perspektivisch 50G-PON eingesetzt werden. Auch bestehende Netze würden schrittweise auf diese Technologien modernisiert. Dafür ist in erster Linie ein Austausch der aktiven Netztechnik erforderlich.
Auch bei Point-to-Point-Netzen würden Daten spätestens ab dem ersten Netzknoten über gemeinsame Transportinfrastrukturen geführt. Eine vollständig dedizierte Ende-zu-Ende-Verbindung für jeden Anschluss gebe es daher in modernen Telekommunikationsnetzen nicht.
Doch es gibt kein Schwarz und Weiß: Htp aus Hannover hatte zwischen 2018 und 2024 dort ausschließlich P2P-Technik ausgebaut, da GPON keine ausreichende Alternative darstellte. "Mit der Weiterentwicklung von XGS-PON-Systemen steht seit einigen Jahren jedoch eine leistungsfähige PON-Alternative zur Verfügung, die wir seit 2024 einsetzen. Das erste Ausbaugebiet war Mitte 2024 der Ort Börry im Landkreis Hameln-Pyrmont", sagte Unternehmenssprecherin Kathrin Mackensen Golem.
XGS-PON ermögliche pro Haushalt deutlich höhere und insbesondere symmetrische Bandbreiten. Individuelle Upgrades auf diese Bandbreiten können bei den Nutzern ohne aufwändige Systemwechsel umgesetzt werden. Sollte es künftig aufgrund steigender Bandbreitenbedarfe zu Engpässen in einzelnen Anschlusssegmenten kommen, lasse sich durch eine Anpassung der optischen Splitter die Anzahl der Kunden pro Segment reduzieren und damit die verfügbare Bandbreite je Nutzer erhöhen.
Mackensen: "Neben den hohen Bandbreiten bietet XGS-PON auch deutliche Nachhaltigkeitsvorteile. Im Vergleich zur bisher eingesetzten Glasfasertechnik benötigen die zentralen Systeme deutlich weniger Platz und nur etwa 15 Prozent der Energie. Zudem erzeugen sie weniger Abwärme. Dadurch lassen sich sowohl Bau- als auch Betriebskosten reduzieren, da erheblich weniger Technikstandorte mit Strom- und Klimatechnik ausgestattet werden müssen." Darüber hinaus ermögliche die PON-Struktur, bei Bedarf zukünftige Technologien wie beispielsweise 50G-PON, das sich derzeit bei einigen Herstellern in der Einführung befindet, parallel zu XGS-PON auf derselben Glasfaserinfrastruktur einzusetzen.
Fazit: Während etablierte Netzbetreiber und Regionalanbieter aus Kosten- und Effizienzgründen auf Point-to-Multipoint setzen und auf künftige Upgrade-Pfade wie 50G-PON verweisen, nennen Kritiker wie Init7-Chef Fredy Künzler dies eine künstliche Verknappung zur Gewinnmaximierung. Dass Ausnahmen wie die Deutsche Giganetz dennoch auf reines P2P setzen, beweist: Die Frage nach der richtigen Topologie ist in Deutschland längst nicht mehr nur eine technische Entscheidung über den künftigen Open-Access-Wettbewerb und die Unabhängigkeit des Endnutzers.
In der Schweiz bietet der alternative Provider Init 7 Internetzugänge mit symmetrisch 25 GBit/s zum niedrigen Preis von rund 65 CHF (70 Euro) an. Dies sei kein Marketinggag, wie Unternehmenschef Fredy Künzler Golem sagte, sondern werde von den Kunden wirklich nachgefragt.
In der Schweiz dürften laut Wettbewerbsbehörde die Splitter nicht in den "Quartieren sein, stattdessen auf OSI Layer 1 eine durchgängige P2P-Faser bis in die Telefonzentrale. Wenn ein Provider in der Zentrale Splitter installieren will, darf er das tun".
Init 7 verwende für den Tarif Fiber 7 mit 10 oder 25 Gigabit Ethernet statt XGSPON und sei landesweit verfügbar. Das Unternehmen verfüge aktuell über 424 Fiber7 POPs, vornehmlich in den Zentralen des Incumbents Swisscom.
Doch Kundenzahlen gibt Init 7 nicht bekannt, erklärte Golem aber, "dass vor einigen Monaten beim letzten Check 4,4 Prozent aller Fiber-7-Kunden die 25-GBit/s-Variante gekauft hatten. Das ist sicher viel mehr als ein Marketing-Gag, was Marktbegleiter auch schon behauptet hatten."
Die gesamte Kundenbasis, inklusive der Kupferanschlüsse an Orten ohne Glasfaser, laufe zu mehr als 85 Prozent "auf unserer eigenen Infrastruktur. Das heißt wir mieten nur den Layer 1 zu, also die P2P-Faser", erklärte Künzler Golem auf Anfrage.
Der genutzte Datentraffic sei bei 1, 10 oder 25 GBit/s-Zugängen nicht signifikant anders. Der Backbone von Init 7 werde einfach ausreichend dimensioniert und immer wieder mit neuen PNI Peerings erweitert. Die Kunden seien bei der Datennutzung aber deutlich unter der Obergrenze in der Fair Use Policy von 500 Terabyte respektive 1 Petabyte bei Business Anschlüssen im Monat, erklärte er.
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(Bild: PJ McDonnell/Shutterstock.com)
Für einige Tage konnte „Meta Muse“ Bilder erstellen, die auf den Inhalten von fremden Instagram-Accounts basierten. Damit ist nun Schluss.
Nach Protesten hat Meta eine Funktion seiner KI „Meta Muse“ abgeschaltet. Das seit Dienstag dieser Woche verfügbare Modell konnte bisher Bilder auf Basis von beliebigen Instagram-Profilen erstellen [1]. Der Stil eines Accounts ließ sich so kopieren und auf eigene Ideen in einem Prompt übertragen. Zwar konnte man das per Opt-Out für den eigenen Account unterbinden, voreingestellt waren Bilder in Instagram aber erst einmal für die KI verfügbar.
Wie ein Sprecher von Meta dem Hollywood-Branchenmedium Variety aber nun sagte [2], habe „diese Funktion ihr Ziel verfehlt und ist daher nicht mehr verfügbar.“ Auf der Produktseite von Meta Muse findet sich als „Update“ ein gleichlautender Text [3].
Auch die große Künstleragentur Creative Artists Agency (CAA) wies darauf [4] hin, dass das Erscheinungsbild einer Person, in der Branche „Likeness“ genannt, nie ohne ausdrückliche Zustimmung kopiert werden dürfe. Ihr Erscheinungsbild hatten sich auch schon vor dem KI-Boom der letzten Jahre unter anderem US-Schauspieler schützen lassen – und es gegen Lizenzzahlungen etwa für KI-generierte Werbespots zu Geld gemacht.
Auch die einflussreiche Schauspieler-Gewerkschaft SAG-AFTRA wandte sich gegen das „Opt-Out“ [5] sowie das Kopieren von bestimmten Stilen an sich. Neben den professionellen Darstellern leben auch viele Creator, nicht nur auf Instagram, vorwiegend von einem eigenen Stil, der sie für ihre Fans authentisch aussehen lässt. Für diese stellen derartige Kopierfunktionen, nicht nur durch Meta, ein anhaltendes Problem dar.
Rechtlich bewegen sich solche Features oft in einer Grauzone, weil die KI-Modelle keine direkten Kopien eines bestimmten Werkes darstellen, sondern nur dessen Eigenschaften synthetisieren. Bereits vor über einem Jahr war diese Fähigkeit am Beispiel von ChatGPT aufgefallen, das Bilder im Stile des Animations-Studios Ghibli erstellen konnte [6]. Inzwischen klappt das mit neueren Modellen auch mit realistisch aussehenden Bildern, die wie echte Fotos wirken.
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Der Entwurf zur Nachrichtendienstrecht-Reform würde das BSI verpflichten, Zero-Days an den BND zu leiten. Das darf nicht passieren, findet Dennis-Kenji Kipker.
Der in dieser Woche vom Bundesinnenministerium (BMI) vorgelegte Entwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts [1] verpflichtet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) künftig, ihm bekannte Zero-Day-Schwachstellen an den Bundesnachrichtendienst weiterzugeben. Und das noch bevor überhaupt ein Patch existiert. Was hier als nachrichtendienstliche Notwendigkeit verkauft wird, bedeutet in der Sache die Preisgabe einer über Jahre mühsam erarbeiteten Vertrauensbasis zwischen Staat und IT-Sicherheits-Community und markiert einen Bruch mit dem eigentlichen Auftrag der Behörde.
Wer den Referentenentwurf [2] liest, erkennt schnell, dass es hier lange nicht mehr nur um einzelne Kompetenzverschiebungen geht, sondern um einen grundlegenden Kurswechsel in der digitalen nationalen Sicherheitspolitik. Auf rund 700 Seiten zeichnet sich eine zunehmend aktive Sicherheitsarchitektur ab, in der das Misstrauen im digitalen Raum vom Ausnahmefall zum Regelfall wird.
Die Nachrichtendienste dürfen immer früher im Gefahrenvorfeld tätig werden, der grundrechtliche Kernbereichsschutz wird eingeschränkt und selbst unbeteiligte Dritte können zunehmend in digitale staatliche Aufklärungsmaßnahmen einbezogen werden. Dass ausgerechnet in diesem Entwurf auch eine Kooperationspflicht des BSI gegenüber dem Bundesnachrichtendienst (BND) verankert wird, fügt sich nahtlos in dieses neue Bild.
Konkret sieht der Gesetzentwurf vor, dass inländische öffentliche Stellen dem BND Informationen einschließlich personenbezogener Daten übermitteln dürfen, sobald tatsächliche Anhaltspunkte für eine Erforderlichkeit zur nachrichtendienstlichen Auslandsaufklärung vorliegen. Für das BSI wird sogar ausdrücklich eine Verpflichtung statuiert. Wer sich ernsthaft mit Cybersicherheit befasst, traut seinen eigenen Augen kaum. Die Begründung des Entwurfs macht einige Hundert Seiten später nämlich deutlich, worum es dem BMI eigentlich geht. Gerade bei Zero-Day-Schwachstellen soll die Zeit zwischen interner Bearbeitung, Meldung an die Hersteller, Behebung des Softwarefehlers und finaler Installation eines Patches künftig genutzt werden, um solche Lücken für nachrichtendienstliche Zwecke auszunutzen – im Entwurf nur lapidar als „in Wert bringen“ bezeichnet.
Das führt die nationale Cybersicherheitsarchitektur Deutschlands in Zukunft ad absurdum. Denn das BSI ist eine Behörde, deren gesetzlicher Auftrag im ersten Paragrafen des BSI-Gesetzes „als zentrale Stelle für Informationssicherheit auf nationaler Ebene“ definiert wird. Und die soll jetzt dazu verpflichtet werden, Informationen über Schwachstellen weiterzugeben, deren rasche Schließung eigentlich ihre Kernaufgabe wäre.
Wenn das BMI nun glaubt, dieser fatale Konstruktionsfehler bliebe folgenlos, irrt es. Sicherheitsforschende und Betreiber kritischer Infrastrukturen und nicht zuletzt NIS2-Betroffene werden sich künftig zweimal überlegen, ob sie entdeckte Schwachstellen noch mit dem BSI teilen. Zumindest solange unklar bleibt, ob eine gemeldete Lücke möglichst zügig geschlossen oder vielmehr geteilt und für nachrichtendienstliche Operationen offengehalten wird. Genau jenes Vertrauen, das die Behörde in den vergangenen Jahren mühsam als neutrale Ansprechpartnerin der IT-Sicherheits-Community aufgebaut hat, steht damit auf dem Spiel – und mit ihm die Bereitschaft, überhaupt noch freiwillig zu kooperieren.
Mittel- und langfristig drohen dadurch mehr offene Flanken in der digitalen Infrastruktur, gerade in einer Zeit, in der ohnehin schon außenpolitische Spannungen und hybride Bedrohungen zunehmen. Der Gesetzgeber handelt sich so ein zusätzliches digitales Sicherheitsrisiko ein.
Bemerkenswert ist auch: Der Entwurf nimmt weitreichende Eingriffe vor, obwohl bislang nicht belegt ist, dass offensive Cyberfähigkeiten tatsächlich einen Sicherheitsgewinn erzeugen, der die entstehenden Risiken rechtfertigt. Stattdessen wird mit dem allgemeinen Verweis auf die Erforderlichkeit für die Auslandsaufklärung gearbeitet. Handfeste Evidenz darüber, wie oft solche Zero-Day-Informationen tatsächlich zu belastbaren Erkenntnissen führen, ob man überhaupt in der kurzen Zeitspanne zwischen Bekanntwerden der Schwachstelle und Ausrollen eines Patches sinnvoll tätig werden kann und wie viele zusätzliche Angriffsflächen durch die verzögerte Schließung entstehen – all das bleibt in der Begründung auffällig dünn.
Ein Gesetzentwurf, der derart tief in unsere nationale Cybersicherheitsarchitektur eingreift, sollte diese fachliche Abwägung nicht der politischen Debatte überlassen. Das muss von Anfang an mit belastbaren Zahlen und Nachweisen unterlegt werden.
Die Reform wäre eine gute und überfällige Gelegenheit gewesen, um die rechtlich diffuse Stellung der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich [3], kurz ZITiS, jenseits eines bloßen Errichtungsbeschlusses auf eine solide gesetzliche Grundlage zu stellen. Doch stattdessen konzentriert man sich auf die falschen Baustellen. Gleichzeitig werden die nachrichtendienstlichen Kontrollmechanismen zunehmend aufgeweicht und in einer Weise zentralisiert, die kaum noch Transparenz über das Vorgehen zulässt.
Was lange währt, wird manchmal eben auch schlecht. Das trifft auf kaum ein Gesetzesvorhaben so sehr zu wie auf diesen Entwurf zur Reform des Nachrichtendienstrechts. Wer das BSI zur Zulieferin einer offensiven Nachrichtendienstpraxis macht, beraubt die Behörde ihrer Glaubwürdigkeit gegenüber der Sicherheits-Community und demoliert ihre Funktion als vertrauenswürdige Mittlerin zwischen Staat und Zivilgesellschaft. Der Gesetzgeber sollte diesen massiven Konstruktionsfehler unbedingt noch im weiteren parlamentarischen Verfahren korrigieren, bevor daraus ein dauerhafter Rückschritt für die Cybersicherheit und digitale Souveränität Deutschlands wird.
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Die Hitzewelle ist zwar vorbei, aber war nicht die Letzte. In c't uplink klären wir, wie ihr euch vorbereitet und welche Klimaanlagen auch für Mieter taugen.
Der heißeste Juni in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnung. Der letzte Rekord ist erst vom Vorjahr. Sommerliche Hitzewellen sind längst auch in Deutschland Realität. Klimaanlagen, früher hierzulande eher verpönt, rücken deshalb immer stärker in den Fokus. Viele Modelle zum Selberaufstellen sind zeitweise ausverkauft. In der aktuellen Folge von c't uplink sprechen wir darüber, was die kleinen Klimaanlagen taugen, und blicken auch auf ungewöhnliche Gadgets.
Die heise+-Redakteure Alexander Spier und Jan Philipp Wöbbeking beschäftigen sich schon länger mit den Klimageräten. Alexander Spier hat kürzlich eine günstige Monoblock-Klimaanlage vom Baumarkt getestet. Jan Philipp Wöbbeking bastelt schon länger daran, seine Monoblock-Klimaanlage effizienter zu bekommen, und berichtet von seinen Erfahrungen.
Gemeinsam mit Moderator Keywan Tonekaboni sprechen sie über die verschiedenen Funktionsweisen der Bautypen und darüber, welche Kniffe wirklich helfen und wie praktikabel mobile Split-Klimaanlagen für Mieter sind.
Abseits von Klimaanlagen hat Jan Philipp Wöbbeking gerade noch ganz verrückte Gadgets im Test, angefangen bei einer Weste mit eingebauten Ventilatoren bis hin zu Kühlsystemen fürs Bett. Wie es Jan Philipp Wöbbeking mit der Kühlweste auf einem Festival ergangen ist und welche auch einfachen Tipps die beiden noch für heiße Tage haben, erfahrt ihr in diesem c’t uplink. Bleibt cool!
Zu Gast im Studio: Alexander Spier und Jan Philipp Wöbbeking
Host: Keywan Tonekaboni
Produktion: Tobias Reimer
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