Von FAZ und New York Times bis zum griechischen Parlament: Künstliche Intelligenz sorgt für widersprüchliche Regeln, Interessen und Moralvorstellungen.
Darf man, soll man oder muss man Künstliche Intelligenz einsetzen? Dazu gibt es kontroverse Debatten und das berühmte "zweierlei Maß". Es gibt Medien, die nur ihren freien Mitarbeitern die KI verbieten und Politiker, welche der KI die Kunst der Rede beibringen möchten.
Und es gibt Professoren, die ein wirksames Mittel gegen KI-Einsatz gefunden haben wollen.
Politik mit KI? – In Deutschland ein kontroverses Thema
Aktuell stehen deutsche Politiker und Journalisten wegen extensiver Nutzung von KI im Fokus. Von Visionären und Planern, als die man Politiker im Idealfall sehen möchte, erwarten viele, dass sie ihre Gedanken selbst oder zumindest mit humaner Hilfe ordnen.
Andere sehen kein Problem darin. Geht es nach dem Verleger Mathias Döpfner, sind selbst mit KI erstellte Kommentare kein Problem. Döpfner ließ Googles Gemini in einem für die Welt verfassten Kommentar die Kritiken an der KI als "verzweifelten Versuch der Postkutschen-Lobby, das Automobil zu verbieten" bezeichnen.
Ob Döpfner das künftige Kerngeschäft von Zeitschriften, Zeitungen und Internetmagazinen im Veröffentlichen von Prompts zur Generierung von KI-Texten sieht, ist noch nicht bekannt. Über einen Mangel an Befürwortern seiner These braucht sich Döpfner freilich nicht zu sorgen.
Derweil löschen – im Szenejargon: "depublizieren" – die Frankfurter Allgemeine Zeitung und der Tagespiegel Beiträge, die von der KI geschrieben wurden. Der Medienverband der freien Presse (MVFP) sieht sogar die Pressefreiheit in Gefahr. Dem Verband gehören knapp 350 Verlagshäuser an
Eine interessante Fußnote zur Diskussion ist, dass in kleineren Medien wie dem Axel-Springer Ableger upday news, die entsprechende Meldung [1] mit einem KI-erzeugten Symbolbild garniert wird.
Der MVFP-Noch-Vorstandsvorsitzender Philipp Welte sieht durch die KI und die Tech-Konzerne die Demokratie gefährdet [2].
Welte wirft dem Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt vor, er wäre der Verantwortung für die von ihm generierten KI-Texte nicht gerecht geworden. Sie seien zurecht depubliziert worden, meint der Verlagsmanager.
Zwei-Klassen KI-Lizenz bei der New York Times
Dagegen wählen auf der anderen Seite des Atlantiks die New York Times einen denkwürdigen Mittelweg. Internen, fest angestellten Journalisten ist die KI-Nutzung erlaubt [3]. Freie Mitarbeiter erhielten dagegen per E-Mail die Order [4]:
"Die Verwendung von (generativen KI-)Tools zum Erstellen, Entwerfen, Leiten, Bereinigen, Bearbeiten, Verbessern oder Umformulieren Ihrer Texte ist strengstens untersagt."
Griechische Zeitung feiert sich für KI-Nutzung
Im Smalltalk mit griechischen Zeitungskollegen aus der Nachrichtenredaktion höre ich immer wieder, dass die KI extensiv genutzt wird. Mit ihr lassen sich schnell Nachrichtentexte "raushauen". Anders als mit dem Einsatz der neuen Technologie sind die Taktzeiten der griechischen Onlinemedien kaum zu bewerkstelligen.
Kraus erinnert in seiner interessanten Sicht auf den KI-gestützten Sportjournalismus daran, es auch früher in der Branche üblich war, etwas unsauber zu arbeiten. Und das ist auch ohne KI-Einsatz weiterhin der Fall. Etwa, indem Agenturnachrichten als eigene Recherche präsentiert oder fremdsprachige Artikel schlicht übersetzt wurden.
Kraus kann der KI durchaus etwas Positives abgewinnen, wenn sie sinnvoll als Arbeitshilfe und nicht zur Arbeitsplatzvernichtung eingesetzt wird.
Das ist in Griechenland bereits der Fall. Ich hatte dabei immer den Eindruck, dass man es nicht an die große Glocke hängen möchte. Weit gefehlt. So freut sich die große griechische Boulevard-Zeitung Proto Thema, dass sie von Google als internationale Case-Study [6] für die Nutzung der KI auserkoren wurde.
Die Implementierung des Gemini Enterprise Agent in den Redaktionsalltag half der Zeitung nach eigenen Angaben bei der Verarbeitung von 360.000 Leserkommentaren. Bei sämtlichen online veröffentlichten Artikeln gibt es Zusammenfassungen für Schnellleser.
Eine sehr große Offenheit für die neue Technologie gibt es bei der aktuellen griechischen Regierung. Schließlich gehört die gelungene Digitalisierung des Staats zu den Paradebeispielen der Regierungspolitik.
Mit der KI soll nun alles noch besser werden; auch dem Tourismus soll sie dienen. So stellte in dieser Woche Tourismusministerin Olga Kefalogianni eine neue KI-unterstützte Version [7] der Tourismus-App Visit Greece vor.
Es gibt auch im Parlament keine Berührungsangst zur KI. Mit einer Kooperationsvereinbarungen des Ministeriums für digitale Regierungsführung, der Nationalen Technischen Universität Athen und dem Parlament wurde beschlossen, das nationale KI-Systems "Faros" mit aktuellen und älteren Reden des Parlaments zu füttern.
Es ist ausdrücklich beabsichtigt, der KI das Archiv der "Vouli der Hellenen", des griechischen Parlaments seit 1944 einzuverleiben. Dadurch wird es möglich [8], in unzähligen Parlamentsreden nach Zitaten und der Sicht auf Ereignisse zu suchen.
Als Nebenwirkung kann "Faros" dann auch Reden schreiben. Darüber wird in den griechischen Kaffeehäusern (noch) nicht so intensiv wie in Deutschland gestritten. Schließlich sieht Parlamentspräsident Nikitas Kaklamanis in vier Achsen der KI-Nutzung offensichtlich eher eine Stütze für die Demokratie als eine Gefahr.
Die Bearbeitung, Analyse und automatische Dokumentation von Parlamentsmaterialien.
Die Förderung des Kulturbestands der Parlamentsbibliothek.
Die Entwicklung eines intelligenten digitalen Assistenten zur Beantwortung von Bürgerfragen in natürlicher Sprache.
Die Optimierung zeitaufwendiger administrativer Abläufe im Parlament durch deren Automatisierung.
Brown University vs. KI: mündliche Prüfungen
Der spanisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler Roberto Serrano hat dagegen eine eindeutig negative Meinung zur KI in seinen Studienkursen. Er sieht die akademische Integrität in Gefahr [9].
Serrano kann dies an den Prüfungsergebnissen seines Kurses Econ 1170 manifestieren. Der anspruchsvolle Kurs zieht traditionell eine kleine, aber hochbegabte Studierendenschaft an. Im aktuellen Studienjahr meldeten 86 Personen an. Die Zwischenprüfung fand am 5. März als Hausarbeit statt. Dabei konnten die Studierende von zu Hause aus, offiziell ohne Hilfsmittel, unbeaufsichtigt arbeiten.
Die Ergebnisse waren imposant. Im Durchschnitt wurden 96 von 100 Punkten erreicht. Vierzig Studierenden gelang die Bestnote, 100 von 100 möglichen Punkten.
Die Prüfer stellten jedoch fest, dass viele Antworten nahezu identische Formulierungen enthielten. Diese stimmten mit den von ChatGPT gelieferten Antworten in erschreckendem Ausmaß überein. Prof. Serrano entschloss sich deswegen, die Abschlussprüfung ausschließlich in Präsenz durchführen zu lassen.
Das bewog 27 Studierende dazu, der Prüfung fernzubleiben. Darunter waren 22 denen in der Hausarbeit die volle Punktausbeute gelang. Die 59, die zur Prüfung erschienen, schafften nur einen Schnitt von 48/100. "Die empirischen Beweise für Betrug sind erdrückend", argwöhnt der Professor.
An der Hochschule wird auch die Rückkehr zu mündlichen Prüfungen als sicheres Mittel gegen den KI-Betrug diskutiert. Tragisch ist, dass die Prüfung per Hausarbeit von Serrano als Reaktion auf einen Amoklauf an der Brown University eingeführt wurde. Er wollte seinen Kursteilnehmern eigentlich mehr Sicherheit verschaffen.
Die Versuchung, mit KI in Prüfungen zu täuschen, ist offenkundlig zu groß für solche Hausarbeits-Konzepte.
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Elon Musk machte den Film auf X zum Hit. Doch Hauptdarsteller Armie Hammer soll laut Puck News wegen der rassistischen Botschaft ausgeflippt sein.
Armie Hammer hat nach dem Skandal von 2021 [1] jahrelang kaum Filmrollen übernommen, und ausgerechnet dann ein Anruf von Uwe Boll. Für Hammer, dem einst eine große Karriere in Hollywood beschieden wurde, sollte der Low-Budget-Thriller "Citizen Vigilante" den Weg zurück auf die Kinoleinwand ebnen.
Doch in gewisser Weise lieferte der Film vielmehr den Stoff für eine Debatte, die weit über Kino hinausreicht – eine Debatte über die Macht der sozialen Netzwerke, rechte Vereinnahmung und über die Frage, ob nationale Jugendschutzmechanismen im Zeitalter globaler Streaming-Dienste noch greifen.
Wie Puck News berichtet, soll Hammer [2] nach der Sichtung des fertigen Films "den Tränen nahe" gewesen sein. Eine Quelle aus seinem Umfeld wird mit den Worten zitiert, der Schauspieler habe das Werk als "hasserfüllt" und "widerlich" bezeichnet und gesagt: "Das ist nicht der Film, den ich zu drehen glaubte".
Hammer hatte zuvor gegenüber [3] dem Hollywood Reporter eingeräumt, er hätte in seiner Verzweiflung "sogar einen verdammten Katzenfutter-Werbespot gedreht". Das Skript, das Boll ihm vorlegte, umfasste demnach gerade einmal 50 Seiten.
Bolls Gegenrede: "Die Vorstellung ist absurd"
Der deutsche Regisseur weist die Darstellung scharf zurück. Gegenüber TheWraperklärte Boll [4], Hammer sei "perfekt für die Rolle" gewesen und habe "jeden Tag am Set sein Bestes gegeben".
Alles sei vollständig ausgeschrieben gewesen, Hammer habe den Film mehrfach im Schnittraum gesehen. Die Idee, der Schauspieler sei von irgendetwas überrascht worden, nannte Boll "absurd".
Auch gegenüber The Independentbetonte er [5], Hammer habe die Dreharbeiten genossen und sich über den Erfolg gefreut.
Wie X den Film am deutschen Jugendschutz vorbeischleuste
In Deutschland verweigerte die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) dem Werk zunächst jegliches Kennzeichen. Wie Telepolisin einem Leitartikel [6] darlegte, schrie Boll daraufhin Zensur – und Elon Musk griff ein.
Der X-Eigentümer stellte den kompletten Film 48 Stunden lang kostenlos auf seiner Plattform bereit, wo er millionenfach abgerufen wurde. Der Effekt: "Citizen Vigilante" kletterte auf Platz 2 der Apple-TV-Charts und an die Spitze der Amazon-Paid-VOD-Liste.
Inzwischen hat die FSK der Kinoversion zumindest die Freigabe "ab 18" erteilt, doch der Fall zeigt, wie mühelos eine reichweitenstarke Plattform nationale Schutzmechanismen aushebeln kann.
Im Film spielt Hammer einen wohlhabenden US-Amerikaner namens Sanders, der in einem nicht näher benannten europäischen Land Selbstjustiz an Migranten übt.
Die Handlung bedient die haltlose Verschwörungstheorie vom "Großen Austausch". Kritiker bezeichneten das in Kroatien gedrehte, 89 Minuten lange Werk als "erstaunlich schlecht" und rassistische "Alt-Right-Agitprop".
US-Akteure wie Nick Fuentes und Jack Posobiec lobten den Film. Die mit dem "Active Club"-Netzwerk verbundene schwedische Gruppe Gym XIV bezeichnete ihn als "Red Pill" im Kulturkampf. Die Hassgruppe Will2Rise nannte ihn demnach einen "Feel-Good-Film für den White-Boy-Sommer". Auf Telegram schrieb laut Wired ein Nutzer: "Selbstjustiz ist der Weg."
Wendy Via, Mitgründerin und Präsidentin des Global Project Against Hate and Extremism, warnte gegenüber Wired: "Ebenso beunruhigend wie die in diesem Film dargestellte rassistische Gewalt ist die Tatsache, dass die Aggressivität gegen Migranten so weit normalisiert wurde, dass der Film überhaupt gedreht und verbreitet werden konnte."
Boll selbst kündigte auf X bereits ein Sequel für 2027 an. Hammers Anwalt reagierte auf Anfragen mehrerer Medien nicht.
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Laut Mozilla-Report hat Open-Source-KI einen Wendepunkt erreicht. Der Leistungsabstand zu proprietären Modellen ist gering, Kosten sinken.
Open-Source-KI hat nach Einschätzung von Mozilla einen Wendepunkt erreicht. Der Browserhersteller sieht offene Sprachmodelle nicht länger als technologisch deutlich unterlegen gegenüber proprietären Angeboten wie ChatGPT oder Claude. Laut dem ersten „State of Open Source AI“-Report beträgt der Leistungsabstand zu den führenden geschlossenen Modellen auf Basis der LMSYS Chatbot Arena nur noch rund 3,3 Prozentpunkte. Gleichzeitig seien die Inferenzkosten innerhalb von drei Jahren von rund 20 US-Dollar auf etwa 40 Cent pro Million Token gesunken.
Trotz dieser Entwicklung profitiert das Open-Source-Ökosystem wirtschaftlich bislang kaum. Mozilla zufolge kommen offene Modelle inzwischen auf etwa ein Drittel der realen KI-Nutzung, erzielen aber lediglich rund vier Prozent der Umsätze. Der Report basiert auf einer eigenen Analyse sowie einer weltweiten Umfrage unter mehr als 950 Entwicklern, die Mozilla gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen SlashData durchgeführt hat.
Einsatz wächst, produktiver Betrieb bleibt schwieriger
Nach den Umfragedaten setzen 79 Prozent der befragten Entwickler offene KI-Modelle ein. In produktiven Umgebungen landen sie jedoch deutlich seltener: 51 Prozent haben Open-Source-Modelle produktiv eingeführt, während der Anteil bei proprietären Modellen 63 Prozent beträgt.
Mozilla führt diese Lücke weniger auf die Qualität der Modelle als auf fehlende Infrastruktur zurück. Die Autoren sehen Defizite vor allem bei Werkzeugen für den produktiven Betrieb, Standardisierung und Enterprise-Support. Als häufigste Hürden nennen die Befragten Infrastruktur- und Rechenkosten, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen sowie den Aufwand für Betrieb und Skalierung [1]. Auffällig sei zudem, dass der produktive Einsatz offener Modelle mit zunehmender Unternehmensgröße kaum zunehme – anders als bei proprietären Angeboten.
Nach Auswertung verschiedener Benchmarks haben offene Modelle in Bereichen wie Programmierung, allgemeinem Wissen und dem Befolgen von Anweisungen weitgehend zu proprietären Systemen aufgeschlossen. Vorteile sehen die Autoren für geschlossene Modelle weiterhin bei komplexen Reasoning-Aufgaben, langen Kontextfenstern und agentischen Anwendungen.
Regional sieht Mozilla Ostasien und insbesondere China bei der Einführung offener KI-Modelle vorn. Dort sei Open Source inzwischen Teil der nationalen KI-Strategie. Zugleich würden immer mehr Staaten ihre KI-Infrastruktur als strategische Ressource betrachten. Nach Angaben des Berichts [2] wurden 2024 zwölf neue nationale KI-Strategien verabschiedet. Zudem hätten inzwischen 47 Staaten Einschränkungen für die Verarbeitung kritischer Daten im Ausland eingeführt.
Fokus verschiebt sich auf Agenten und Steuerungsschicht
Als wichtigste Entwicklung beschreibt Mozilla den Bedeutungsgewinn der Software rund um die eigentlichen KI-Modelle. Entscheidend sei zunehmend die sogenannte agentische Steuerungsschicht [3] (Agentic Harness). Sie legt fest, auf welche Daten ein KI-Agent zugreifen darf, welche Werkzeuge er verwendet, welche Informationen er dauerhaft speichert und welche Aktionen er selbstständig ausführen kann.
Nach Einschätzung von Mozilla [4] beeinflusst diese Schicht das Verhalten eines KI-Systems teilweise stärker als der Wechsel des zugrunde liegenden Sprachmodells. Wer diese Software kontrolliere, bestimme damit maßgeblich die Fähigkeiten und Grenzen von KI-Agenten.
Der Report warnt zugleich vor Sicherheits- und Governance-Problemen [5]. Nutzer würden Anfragen von KI-Agenten in bis zu 93 Prozent der Fälle standardmäßig bestätigen. Mozilla sieht darin Anzeichen für eine zunehmende „Consent Fatigue“: Häufige Zustimmungsabfragen führten dazu, dass Nutzer Berechtigungen kaum noch kritisch prüfen.
Mozilla fordert deshalb stärkere Investitionen in Infrastruktur, Werkzeuge und Governance für offene KI. Zu den konkreten Empfehlungen des Reports zählen unter anderem der Aufbau eines offenen Agentic Harness, die Abkehr von proprietären Metering-Systemen sowie die Schaffung portabler Berechtigungsstandards für KI-Agenten. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich zwar offene Modelle technisch etablierten, skalierbare KI-Plattformen aber dauerhaft von proprietären Anbietern dominiert würden.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11364615
Die bisherige Methode Export() verwendet noch veraltete Algorithmen (3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing). Die alten Verfahren (3DES / SHA1) aus Export() sind allerdings ebenfalls über die neue Methode möglich, wenn man es wirklich will:
Folgender Code zeigt ein Beispiel zum Erstellen und Exportieren eines Zertifikats:
public void Run()
{
CUI.Demo(nameof(FCL10_Certificates));
string certPath = @"c:\temp\meinZertifikat.pfx";
string password = "meinSehrGeheimesPasswort"; // Passwort zum Schutz des Zertifikats
// Selbstsigniertes Zertifikat erstellen
using (var rsa = RSA.Create(2048))
{
var request = new CertificateRequest(
"CN=TestZertifikat",
rsa,
HashAlgorithmName.SHA256,
RSASignaturePadding.Pkcs1);
// Zertifikat für 1 Jahr gültig machen
var cert = request.CreateSelfSigned(
DateTimeOffset.Now,
DateTimeOffset.Now.AddYears(1));
// ALT: Zertifikat mit 3DES-Verschlüsselung und SHA1-Hashing exportieren
// byte[] pfxData = cert.Export(X509ContentType.Pkcs12, password);
// NEU: Zertifikat als AES mit SHA-2-256 exportieren
byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pbes2Aes256Sha256, password);
// NEUE Methode, aber alte Sicherheitsverfahren: 3DES mit SHA-1
// byte[] pfxData = cert.ExportPkcs12(Pkcs12ExportPbeParameters.Pkcs12TripleDesSha1, password);
// PFX-Datei speichern
File.WriteAllBytes(certPath, pfxData);
Console.WriteLine($"Test-Zertifikat erstellt und gespeichert unter: {certPath}");
}
if (!File.Exists(certPath))
{
Console.WriteLine($"Datei nicht gefunden: {certPath}");
}
else
{
// Zertifikat laden
X509Certificate2 cert2 = X509CertificateLoader.LoadPkcs12FromFile(certPath, password);
Console.WriteLine($"Zertifikat geladen von {certPath}:");
Console.WriteLine($"IssuerName: {cert2.IssuerName.Name}");
Console.WriteLine($"Signaturalgorithmus (Hashing): {cert2.SignatureAlgorithm.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Öffentlicher Schlüsselalgorithmus: {cert2.PublicKey.Oid.FriendlyName}");
Console.WriteLine($"Key-Algorithmus OID: {cert2.GetKeyAlgorithm()}");
// Ob für ein Zertifikat-Export (z. B. .pfx/PKCS#12) AES verwendet wurde, steht nicht im Zertifikat selbst, sondern betrifft die Verschlüsselung der Containerdatei. Das Zertifikat enthält nur Infos zu Signatur- und Schlüsselalgorithmus (z. B. RSA, SHA256).
}
}
Der Beispielcode erzeugt diese Ausgabe (Abb. 1).
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11363926
Next.js will Sicherheitsmeldungen künftig strukturiert und planbar monatlich veröffentlichen. Kritische Warnungen kommen nach wie vor ad hoc.
Das JavaScript-Framework Next.js hat angekündigt, Sicherheitswarnungen künftig regelmäßig etwa einmal im Monat herauszugeben. Wichtige Updates kommen aber nach wie vor sofort. Das soll die Update-Planung für die Next-Anwenderinnen und -Anwender vereinfachen.
Die neuen monatlichen Sicherheitsnachrichten im Blog [1] liefern einen Zeitplan, für welche Next-Versionen wann Updates zu erwarten sind. Die angekündigten Fixes sind außerdem nach Relevanz sortiert. Vor kritischen und schon verwendeten Lücken warnt Next nach wie vor ad hoc im Blog. Diese Lücken sollten Anwender sofort beseitigen.
Die erste Meldung soll am 20. Juli erscheinen und über kommende Updates für Next 15.5 und 16.2 mit hoher und mittlerer Relevanz informieren.
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Die leichte und kompakte Fanttik X10 ist bei Amazon wieder zu ihrem bisher niedrigsten Preis im Angebot.
Die Fanttik X10 Ace Mini Akku-Fahrradpumpe für unter 43 Euro bei AmazonBild:
Amazon.de/Fanttik/Golem
Wer als Fahrradfahrer einen Platten hat und nur eine manuelle Luftpumpe besitzt, kommt schnell ins Schwitzen – besonders bei hohen Temperaturen. Eine Akku-Fahrradluftpumpe, wie sie aktuell bei Amazon im Angebot ist, kann hier Abhilfe schaffen. Der Onlinehändler verkauft die Fanttik X10 Ace Mini Akku-Fahrradluftpumpe wieder zu ihrem bisher niedrigsten Preis für unter 43 Euro. Das befristete Angebot läuft maximal bis zum 19. Juli.
Darum lohnt sich die Mini-Akku-Fahrradpumpe von Fanttik
Ob Rennrad oder BMX, Mountainbike oder Stadtrad: Die Fanttik X10 Ace Mini eignet sich für alle Fahrradtypen. Konkret ist sie mit Presta- und Schraderventilen kompatibel und wird mit entsprechenden Aufsätzen geliefert, so dass es direkt losgehen kann. Mit leichten 0,12 kg und einem nur 5,3 x 3 x 7,2 cm großen Gehäuse passt sie problemlos in Satteltaschen, Flaschenhalter oder, für Rennradfahrer relevant, in Trikottaschen.
Gegenüber herkömmlichen Fahrradpumpen kann mit der Fanttik X10 Ace Mini reichlich Zeit gespart werden. Laut Hersteller soll sie einen 700x25c Rennradreifen in höchstens 50 Sekunden auf 5,5 bar bringen. Für ein 700x23c-Modell soll sie 80 Sekunden brauchen, um auf den Idealwert von 6,9 bar zu kommen. Dank einer Genauigkeit von plus/minus 0,1 bar verhindert sie dabei Über- und Unterdruck. Das verlängert die Lebensdauer der Reifen und beugt einem schlechteren Fahrgefühl vor. Praktisch: Ein LED-Display im Gehäuse zeigt den Druck in Echtzeit an. Die Mini-Akku-Fahrradpumpe kommt mit voreingestellten Druckwerten für verschiedene Reifentypen, auch lassen sich eigene Werte abspeichern.
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des Herstellers. Weitere Akku-Luftpumpen, aber auch akkubetriebenes Werkzeug und Schraubendrehersets sind bis zu 40 Prozent günstiger gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung. Stöbern lohnt sich.
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A newly available documentary, 'Whatever It Takes,' examines eBay workers' plot to cyberstalk journalists and critics.
David und Ina Steiner vor dem Bundesgericht in Boston. Dort fanden 2022 die Strafmaßverhandlungen gegen ehemalige Ebay-Sicherheitsmitarbeiter statt.Bild:
REUTERS/Brian Snyder
Like so much of the internet, eBay began at a moment of intense optimism that technology could bring people together. The auction website proclaims that "eBay was founded in 1995 on the simple premise that people are basically good."
But what if people are not actually good? What if technology instead amplifies their worst impulses and makes them into people that are very bad indeed?
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Der Hochsommer ist da und zeigt sich von seiner schweißtreibenden Seite. Wer morgens in einer überfüllten, schlecht klimatisierten S-Bahn steht oder nachmittags am Schreibtisch im Homeoffice brütet, sehnt sich schnell nach einer erfrischenden Brise. Die Zeiten, in denen man sich mit Papierfächern oder schwachen Plastik-Propellern aus dem Baumarkt behelfen musste, sind glücklicherweise vorbei. Moderne Akku-Handventilatoren sind praktische Helfer, die dank bürstenloser Motoren leise arbeiten und stundenlang durchhalten. Wer auf der Suche nach einer sinnvollen Abkühlung für den Alltag ist, findet bei Amazon aktuell zwei leistungsstarke Modelle zu reduzierten Preisen.
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die aktuell wohl sinnvollste Wahl auf dem Markt. Das liegt an einer überzeugenden Kombination aus Akkulaufzeit und Preis. Während die Akkus herkömmlicher Modelle oft schnell leer sind, verbaute der Hersteller hier einen großen 9000-mAh-Akku. Das Resultat: Auf der ersten von vier Stufen liefert das Gerät bis zu 53 Stunden lang eine sanfte Brise. Das reicht problemlos für eine ganze Arbeitswoche im Büro, ohne dass ein Ladekabel gebraucht wird.
Im Alltag erweist sich der EasyAcc als vielseitig. Der Griff lässt sich einklappen, wodurch das Gerät stabil auf jedem Tisch steht. Mit 30 Dezibel arbeitet er verhältnismäßig leise und stört weder Kollegen noch den Schlaf. Ein praktisches Detail für unterwegs ist die integrierte Powerbank-Funktion: Über den USB-C-Anschluss lässt sich im Notfall am Badesee auch der Smartphone-Akku laden. Fast 1.000 Kundenbewertungen mit einem Schnitt von 4,7 Sternen bestätigen die Qualität. Ein weiterer klarer Vorteil: Im Gegensatz zu den meisten Alternativen auf dem Markt punktet dieses Modell mit vergleichsweise kurzen Lieferzeiten. Einziger Nachteil ist das durch den großen Akku bedingte Gewicht von 300 Gramm.
Beim Preis spielt das Modell weit vorne mit. Obwohl die schwarze Variante zuletzt sehr beliebt war und zeitweise für fast 40 Euro gehandelt wurde (UVP 33,99 Euro), fällt der Preis nun auf 28,89 Euro. Wer ein ausdauerndes Modell für unter 30 Euro sucht, kann bei dieser Aktion noch bis zum 27. Juli zuschlagen. Spar-Tipp: Wer mit weniger Akkulaufzeit auskommt, findet die kompaktere 4000-mAh-Variante
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die kompakte Alternative. Mit nur 180 Gramm ist dieses Modell deutlich leichter, geht aber bei der Kühlung keine Kompromisse ein. Ein starker Motor beschleunigt die neun Rotorblätter auf bis zu 27.000 Umdrehungen pro Minute. Das erzeugt einen fokussierten Windstrahl, der auch bei drückender Hitze für Abkühlung sorgt.
Ein nützliches Feature ist das integrierte LED-Display, das die Geschwindigkeitsstufen (insgesamt fünf) sowie den Akkustand anzeigt. Der 5000-mAh-Akku hält je nach Stufe zwischen 3 und 22 Stunden durch, was angesichts der Kompaktheit beachtlich ist. Einziger Wermutstropfen laut Käufern: Auf den höchsten Stufen wird der kleine Lüfter hörbar lauter, und während des Ladens lässt er sich nicht nutzen.
Der JISULIFE 9S in der edlen Chrom-Blau-Variante lag bisher konstant bei der UVP von 49,99 Euro. Bis zum 17. Juli gewährt Amazon nun einen Rabatt und senkt den Preis auf den Tiefstwert von 42,49 Euro. Spar-Tipp: Wer auf das Smart-Display verzichten kann, bekommt die graue Basis-Variante
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Das BSI hat Materialien veröffentlicht, um Arztpraxen bei der Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie zu unterstützen.
Arztpraxen sollen die Vorgaben der neuen IT-Sicherheitsrichtlinie leichter umsetzen können. Dafür hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Materialien veröffentlicht. Sie sollen den Einrichtungen helfen, die Vorgaben der IT-Sicherheitsrichtlinie im Praxisalltag umzusetzen [1].
„Der Satz ‚Unsere Praxis ist zu klein, um Ziel von Hackern zu werden‘ ist leider ein gefährlicher Irrtum. Gerade haus- und allgemeinärztliche Praxen arbeiten mit hochsensiblen Gesundheitsdaten und sind deshalb attraktive Ziele. Umso wichtiger ist es, Mitarbeitende für typische Angriffsmuster zu sensibilisieren und IT-Sicherheit fest im Praxisalltag zu verankern“, sagt Pascal Jeschke aus dem Referat für Gesundheits- und Finanzwesen des BSI. Erfolgreiche Ransomware-Angriffe, unbefugte Zugriffe und Datenverluste könnten den Praxisbetrieb „erheblich stören oder zum Stillstand bringen“, warnt das BSI.
Die zusammen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) überarbeitete IT-Sicherheitsrichtlinie schreibt unter anderem organisatorische Maßnahmen, regelmäßige Schulungen der Beschäftigten sowie technische Mindeststandards vor. Dazu gehören ein geregeltes Patch-Management, regelmäßige Datensicherungen, der Schutz von Endgeräten und Netzwerken sowie Vorgaben für den Einsatz von Cloud-Diensten.
Die neuen Materialien greifen Situationen aus dem Praxisalltag auf und geben beispielsweise Empfehlungen für den Umgang mit Phishing-Mails, den Einsatz externer IT-Dienstleister oder das Onboarding neuer Beschäftigter. Zudem verweist das BSI beim Austausch sensibler Patientendaten auch auf den Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen), [6] der E-Mails verschlüsselt innerhalb der Telematikinfrastruktur verschickt und sich bereits etabliert habe.
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Im Juli verarzten die Programmierer von SAP 16 teils kritische Sicherheitslücken in mehreren Produkten.
Die Entwickler von SAP [1] haben zum Patchday [2] im Juli 16 neue Sicherheitsnotizen veröffentlicht. Davon behandeln drei als kritisches Risiko eingestufte Schwachstellen in mehreren Produkten.
In der Patchday-Übersicht listet SAP [3] die einzelnen Meldungen säuberlich auf. Kurz vor Höchstwertung landet ein möglicher Speicherzugriffsfehler aufgrund von Logikfehlern in der Speicherverwaltung von SAP NetWeaver Application Server ABAP, durch den angemeldete Angreifer unbefugt auf Daten zugreifen und diese etwa verändern oder gar einen Denial-of-Service provozieren können (CVE-2026-44747 [4], CVSS 9.9, Risiko „kritisch“). In SAP Approuter können hingegen bösartige Akteure HTTP-Anfragen einschleusen, durch die nicht authentifizierte Angreifer die Synchronisation von Anfragen und Antworten aus dem Tritt bringen können. Das führt zur Offenlegung von User-Antworten oder zum Lahmlegen des Systems (CVE-2026-27690 [5], CVSS 9.1, Risiko „kritisch“). Ein voreingestelltes und öffentlich dokumentiertes Beispiel-Konto für den OAuth2-Client gefährdet zudem die Sicherheit der SAP Commerce Cloud. Angreifer können sich damit anmelden und Daten lesen und manipulieren, erklärt SAP (CVE-2026-44761 [6], CVSS 9.1, Risiko „kritisch“).
Weitere verwundbare SAP-Produkte
Die Apache-Camel-Komponente der SAP Integration Suite reißt mehrere Sicherheitslücken auf (CVE-2026-40453, CVE-2026-33454; bis CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Außerdem hat der SAProuter unter Windows eine DLL-Hijacking-Schwachstelle (CVE-2026-0487, CVSS 8.4, Risiko „hoch“). In SAP NetWeaver Application Server Java(Configuration Wizard) klafft eine Cross-Site-Scripting-Lücke (CVE-2026-44752, CVSS 8.2, Risiko „hoch“), zudem agiert der SAP Approuter unter Umständen als Open Redirect (CVE-2026-44745, CVSS 8.1, Risiko „hoch“). Der Apache-Tomcat-Server der SAP Commerce Cloud reißt ebenfalls mehrere Lücken auf (CVE-2026-43512, CVE-2026-41293, CVE-2026-43515; bis CVSS 8.1, Risiko „hoch“). Das SAP Change and Transport System Attach Tool (ctsattach) enthält zudem eine Codeschmuggel-Lücke (CVE-2026-58233, CVSS 7.6, Risiko „hoch“).
Sicherheitslücken mit mittlerem Bedrohungsgrad betreffen SAP NetWeaver Enterprise Portal, ui5/webcomponents-base, SAP S/4HANA Project Management (PPM-PRO), SAP NetWeaver Application Server ABAP (applications based on Business Server Pages), SAP S/4HANA (Draft operation), S/4 HANA (Create Single Payment) sowie SAP CRM (WebClient UI). In SAP HANA Extended Application Services classic model (User Self Service) haben die Programmierer zudem eine als „niedriges“ Risiko eingestufte Lücke geschlossen.
IT-Verantwortliche sollten die bereitstehenden Updates zügig anwenden, um die Angriffsfläche in ihren Netzen zu minimieren. Der SAP-Patchday im Juni [7] hatte einen ähnlichen Umfang. Dort hatten die Programmierer 15 Sicherheitslücken ausgebessert, wovon ebenfalls drei als kritisch eingestuft wurden.
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Next.js will Sicherheitsmeldungen künftig strukturiert und planbar monatlich veröffentlichen. Kritische Warnungen kommen nach wie vor ad hoc.
Das JavaScript-Framework Next.js hat angekündigt, Sicherheitswarnungen künftig regelmäßig etwa einmal im Monat herauszugeben. Wichtige Updates kommen aber nach wie vor sofort. Das soll die Update-Planung für die Next-Anwenderinnen und -Anwender vereinfachen.
Die neuen monatlichen Sicherheitsnachrichten im Blog [1] liefern einen Zeitplan, für welche Next-Versionen wann Updates zu erwarten sind. Die angekündigten Fixes sind außerdem nach Relevanz sortiert. Vor kritischen und schon verwendeten Lücken warnt Next nach wie vor ad hoc im Blog. Diese Lücken sollten Anwender sofort beseitigen.
Die erste Meldung soll am 20. Juli erscheinen und über kommende Updates für Next 15.5 und 16.2 mit hoher und mittlerer Relevanz informieren.
Social-Media-Feeds, Lootboxen, Grooming, Chatbots: Wie du im Netz die Kontrolle behältst – und wo du dir Hilfe holst, sollte es Probleme geben.
Deine Social-Media [1] [1]-Feeds bei TikTok, Instagram und YouTube sind keine Spiegel deiner Interessen. Sie sind das Ergebnis eines Systems, das darauf angelegt ist, dich so lange wie möglich am Bildschirm zu halten. Das macht sie nicht zum Feind. Aber es macht sie zu etwas, das du im Blick haben und so weit wie möglich steuern solltest.
Dieser Text erklärt die Mechanismen hinter Algorithmen, Lootboxen, Deepfakes, Body-Image-Content und KI-Chatbots. Er zeigt, mit welchen Mitteln du deine Social-Media-Feeds umbaust, sodass sie besser deinen Interessen entsprechen. Und er nennt konkrete Anlaufstellen für den Fall, dass aus einem unguten Gefühl ein echtes Problem wird.
Der Algorithmus arbeitet gegen dich
Den TikTok-Algorithmus interessiert nicht, ob dir ein Video guttut. Wie genau dieser Empfehlungsalgorithmus funktioniert [6] [6] – von Verweildauer-Messung bis Dopamin-Kicks –, erklärt dir eine ausführliche Analyse. Ihn interessiert, wie lange du es anschaust, ob du es teilst oder speicherst. So kann es dir passieren, dass du innerhalb kurzer Zeit ganz viele SkinnyTok-, Looksmaxxing- oder Fitspiration-Videos in deinem Feed vorfindest, nur weil du ein paar solcher Videos nicht schnell genug weggewischt hast. Wer mit solchen Videos dauerbespielt wird, bei dem gerät das Selbstwertgefühl leicht ins Wanken.
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Apple erlaubt es nun, die Schlummerphase seiner Weckfunktion auf iPhone oder Watch von den üblichen neun Minuten anzupassen. Das geht auch bei Schlafplänen.
Ich nutze meine Apple Watch für das Schlaftracking und lasse mich von dieser über einen Schlafplan [1] auch wecken. Wenn ich morgens noch etwas schlummern will, nutze ich die Schlummern-Taste („Snooze“), doch die gibt mir stets nur neun Minuten. Ich habe gehört, dass Apple die Schlummerfunktion mit iOS 26 konfigurierbar gemacht hat. Warum geht das bei Schlafplänen nicht?
Das hatten wir uns auch schon gefragt, allerdings an der falschen Stelle gesucht: Die Einstellung zur Länge des Schlummerns befindet sich nicht im Wecker oder an einer anderen Stelle im System, sondern beim Schlafplan selbst. Nutzen Sie Ihre Watch also zum Schlaftracking, müssen Sie sich in die Gesundheits-App Health begeben.
Im Bereich „Schlaf“ gehen Sie dazu auf „Dein Zeitplan“. Soll nur für die nächste Weckphase die Schlummerzeit verändert werden, gehen Sie auf „Bearbeiten“ und scrollen etwas herunter, bis Sie „Schlummerdauer“ finden.
Schlummern-Einstellungen in der Health-App: Bis zu 15 Minuten sind drin.
Sollen alle Schlummerzeiten verändert werden, gehen Sie auf „Vollständiger Zeitplan & Optionen“. Über „Bearbeiten“ können Sie die Zeiten für Wochentage und Wochenende einstellen. Hier scrollen Sie ebenfalls jeweils zu „Schlummerdauer“ herunter.
Möglich sind aktuell allerdings nur Schlummerzeiten zwischen einer Minute und 15 Minuten – mehr nicht. Das ist immerhin besser als stets auf neun Minuten beschränkt zu sein. Die Schlummerphasen lassen sich mehrfach wiederholen, bis Sie wirklich bereit zum Aufstehen sind.
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Die neuen Apple-Systeme sind da: Alles steht auf 27.
(Bild: Laura-Sophie Gruhn / heise medien)
Apple hat die öffentlichen Betas von iOS 27, macOS 27 & Co. bereitgestellt. Wir haben uns die Systeme angeschaut und stellen die wichtigsten Funktionen vor.
Mit dem auffälligen Liquid Glass hat Apple im vergangenen Jahr ein frisches Kapitel für seine Betriebssysteme aufgeschlagen. Das Design ist visuell wie technisch eindrucksvoll, brachte aber allerhand Nebenwirkungen wie schlechtere Lesbarkeit, störende Effekte, inkonsistente Elemente und schwammig wirkende Icons. Diese Problemstellen geht ein zweiter Aufschlag von Liquid Glass an. Dazu gesellen sich zentrale Leistungsverbesserungen, neue Funktionen und Siri AI. Der Großteil der Neuerungen betrifft iOS, macOS und iPadOS.
Ein zentraler Schieberegler gibt kleinteilige Kontrolle darüber, wie durchscheinend Buttons und andere Bedienelemente in iOS, iPadOS und macOS 27 aussehen – von glasig bis milchig. Unabhängig von der gewählten Transluzenz sind die Liquid-Glass-Elemente durch überarbeitete Randbereiche kontrastreicher. Sie heben sich besser von Inhalten ab und beeinträchtigen zugleich die Lesbarkeit weniger. Buttons wirken dreidimensional und erinnern mitunter an die legendäre Aqua-Bedienoberfläche, die Mac OS X zum Debüt vor 25 Jahren [1] [1] klar abhob.
Der neue Schieberegler ist wohlgemerkt kein Zentralschalter, um Liquid Glass zu deaktivieren. Dass daran kein Weg mehr vorbeiführt, unterstreicht Apple an anderer Stelle. Bislang konnten Apps die Anpassung an Liquid Glass aufschieben und Updates für ihre alte Bedienoberfläche in einem Kompatibilitätsmodus liefern. Letzteren streicht der Konzern voraussichtlich im Frühjahr 2027.
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Kasernen statt Wohnraum? Das Verteidigungsministerium stoppt kommunale Bauprojekte in Speyer und Kiel. Entschädigungen lehnt Pistorius ab.
Die Bundeswehr soll wachsen – von aktuell rund 185.000 aktiven Soldaten und Soldatinnen auf 260.000 im Jahr 2035 (plus 200.000 Reservisten). Weil die Truppe nicht zuletzt dafür eine Menge Platz benötigt, wurde bereits im Oktober 2025 ein Moratorium für die Rückgabe von 187 bereits "ausgemusterter" (plus 13 dafür vorgesehener) ehemaliger Liegenschaften der Bundeswehr verkündet.
Dies war und ist besonders dort problematisch, wo auf diesen Flächen die Planungen (und Investitionen) für den Bau ziviler Wohnviertel bereits weit fortgeschritten waren.
Im Anschluss daran wurde ein Prüfprozess initiiert, der nun dazu geführt hat, dass bei ersten Standorten die Pläne zur Re-Aktivierung konkretisiert werden sollen. Damit dann im Anschluss die Errichtung neuer Unterkünfte zügig über die Bühne gehen kann, wurden auf Bundes- wie teils auch auf Länderebene Gesetze auf den Weg gebracht, mit denen die Bundeswehr von nahezu allen Bauauflagen befreit wird.
Kasernen für den Wehrdienst
Einen relativ ausführlichen Zwischenstand über die "Fortschritte" der Rückführungsabsichten legte das Verteidigungsministerium (BMVg) Anfang Juli mit dem Bericht über Sachstand und Fortschritt der Strategischen Liegenschaftsreserve [1] vor, in dem es heißt, dass dieser Überprüfungsprozess bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.
Dort lässt sich auch nachlesen, dass in diesem Jahr noch einmal 27 weitere Flächen ins Konversionsmoratorium aufgenommen worden seien, allerdings auch schon 40 wieder daraus entlassen worden wären.
Der Sachstand teilt die Liegenschaften in solche ein, bei denen eine Nutzung irgendwann einmal sinnvoll sein könnte, und in diejenigen, die schnell zur Verfügung stehen müssen. Denn da sich der mit dem Neuen Wehrdienst erhoffte Aufwuchs rasch realisieren soll, müssen ebenso schnell neue Unterkünfte her:
"Während einige Liegenschaften aufgrund eines sich konkretisierenden Bedarfes der Streitkräfte unmittelbar in die Nutzung überführt werden müssen (z.B. für den Neuen Wehrdienst und Heimatschutz), kann die Bundeswehr bei anderen Liegenschaften noch keine konkrete Verwendung, sondern nur einen grundsätzlichen Bedarf für den vorgesehenen Aufwuchs, benennen."
Vor diesem Hintergrund wurden nun die ersten acht Liegenschaften "auserkoren", die sich für eine genauere Begutachtung "qualifiziert" hätten, wie das Verteidigungsministerium in einer Pressemitteilung [3] mitteilte. Eine "finale Entscheidung über die Reaktivierung und Nutzung der Liegenschaften" sei zwar "noch nicht getroffen", aber für die aufgeführten Gelände würden "die Planungen für eine möglichst rasche Reaktivierung und Nutzung durch die Bundeswehr nun in die nächste Phase" gehen. Genannt werden folgende Liegenschaften:
Rantzau-Kaserne in Boostedt (Schleswig-Holstein);
Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven (Niedersachsen);
Unteroffizier-Krüger-Kaserne inkl. des ehemaligen Standortübungsplatzes (StOÜbPl) in Kusel (Rheinland-Pfalz);
Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (Nordrhein-Westfalen);
Wegberger Militärkomplex als StOÜbPl in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen);
Ray Barracks inkl. des ehemaligen US-Übungsplatzes Ockstadt als StOÜbPl in Friedberg (Hessen);
Kurpfalz-Kaserne in Speyer (Rheinland-Pfalz);
Graf-Stauffenberg-Kaserne inkl. des ehemaligen StOÜbPl in Sigmaringen (Baden-Württemberg).
Die Reaktionen in den Kommunen fallen gemischt aus: Während die Stadt Sigmaringen zum Beispiel schon seit Jahren um eine Rückkehr der Bundeswehr gebuhlt hatte, dürfte sich die Begeisterung in Speyer in engen Grenzen halten.
Dort war auf dem Gelände der Kurpfalz-Kaserne ein Wohn- und Gewerbegebiet für rund 1.100 Menschen geplant worden, dessen Mischkonzept von der Stadt folgendermaßen beschrieben wurde.
"Ein urbanes Gebiet mit rund 4 Hektar Größe. Es soll ein Mix aus unterschiedlichen Nutzungen mit Gewerbe, Dienstleistungen, sozialen Einrichtungen, Kultur, aber auch mit einem Anteil von Wohnflächen entstehen. Bezahlbarer Wohnraum soll insbesondere für junge Familien angeboten werden. Auch gemeinschaftliche Wohnformen sind angedacht. Diese ermöglichen es, in Gemeinschaft mit anderen zu leben und trotzdem die Selbstständigkeit zu erhalten."
Machtwort statt Dialog: Wie das Ministerium die Bürgermeister übergeht
Für Ärger sorgt bei vielen Kommunen nicht zuletzt, dass sie auf den bislang entstandenen Kosten gegebenenfalls wohl sitzengelassen werden:
"Viele Städte und Gemeinden hatten bereits sehr konkrete Pläne für eine zivile Nutzung, haben Planungen für neue Stadtviertel vorangetrieben und auf eigene Rechnung Gutachten und Entwürfe anfertigen lassen. Dieses Geld werden sie nun voraussichtlich nicht wiedersehen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erteilt Entschädigungen eine Absage."
Die Bundeswehr wird zwar nicht müde zu betonen, sie sei bemüht, in den Dialog zu treten und konsensuale Lösungen mit den betroffenen Städten und Gemeinden zu finden – ebenso klar macht sie aber, dass sie im Zweifelsfall das letzte Wort haben wird.
Auch über die Art, wie die Bundeswehr ihre Entscheidung kommuniziert hat, gibt es Unmut. Stellvertretend für wohl viele Orte kritisiert der parteilose Bürgermeister der Brandenburger Gemeinde Am Mellensee, Tobias Krüger:
"Es ist keine Art und Weise der Kommunikation, wie man [auch] berücksichtigen sollte, dass es auch eine kommunale Planungshoheit in jeder Kommune in Deutschland grundgesetzlich verbrieft gibt und wenn man dann im Prinzip einfach mal eine E-Mail schreibt und sagt, hier passiert jetzt erstmal nichts, dann ist das schon ziemlich schwierig."
Die Kommune habe auf der nun von der Bundeswehr möglicherweise beanspruchten Fläche Solaranlagen geplant und sei auf die damit verbundenen Einnahmen angewiesen.
Auch scheint es bislang mit der Einbindung noch nicht allzu weit her zu sein. Krüger kritisiert die Bundeswehr komme ihrer Informationspflicht nicht nach, was wohl aber das Mindeste wäre:
"Das wäre das Gebaren, das sich dann so anbietet. Wir nennen das dann Bürgerinformationsveranstaltung. Da würde ich dann meine Sporthalle wieder zur Verfügung stellen und dann erwarte ich, dass diejenigen, die da was machen wollen, meine Bürger mit informieren. Also da halte ich keine Informationsveranstaltung ab, sondern da erwarte ich von denjenigen, die hier eine Entwicklung planen, dass sie Rede und Antwort stehen und meinen Einwohnern dann konkret sagen, was haben sie denn hier vor, welcher Zeitraum?
Das ist ja auch immer die Frage, wann und wie schnell passiert hier eigentlich was. (…) Ich fordere als allererstes eine klare Kommunikation. Also ich will wissen, an welchem Punkt befindet sich gerade die Planung für unsere Flächen, weil dieser Schwebezustand, in dem wir uns jetzt gerade befinden, der ist für mich inakzeptabel."
Bauturbo ohne Genehmigung: Wie Bundesländer das Baurecht für die Truppe aushebeln
Wo es die Bundeswehr für geboten hält, will sie sich augenscheinlich von kommunalen Bedenken nicht behindern lassen.
Genauso verhält es sich mit diversen bau- oder umweltrechtlichen Hürden, die eine rasche Errichtung neuer Unterkünfte verzögern könnten.
Daher kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits in seiner Rede bei der Bundeswehr-Tagung im Herbst 2025 ein Infrastrukturgesetz an, mit dem er diverse Prüfungsprozesse frontal anging:
"Zuständigkeitsfragen zwischen Bund und Ländern, endlose Genehmigungsverfahren, komplexe umweltrechtliche Prüfungen, die Projekte über Jahre verzögern können, darf es nicht mehr geben."
Im schlussendlich vom Kabinett am 1. Juli verabschiedeten Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetz werden beispielsweise Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP), mit denen frühzeitig bewertet werden soll, wie sich geplante Großprojekte auf Mensch, Tier, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima und Kulturgüter auswirken, für die Bundewehr faktisch außer Kraft gesetzt. Damit sollen vor allem alte Kasernen zügig wieder flott gemacht werden:
"Militärische Infrastruktur (…) soll in Bayern zukünftig schneller hergestellt werden als anderswo. Dies erreicht man, indem man bürokratische Hürden beim militärischen Bauen reduziert.
So sollen Bauvorhaben auf bestehenden militärischen Geländen komplett ohne Genehmigungen auskommen können, örtliche Bauvorschriften nicht zum Zuge kommen. Das soll nicht nur die Geschwindigkeit des Bauvorhabens erhöhen, sondern auch deren Kosten senken und zuletzt auch die bayerische Baubehörde entlasten … und es soll nach Möglichkeit mehr Geld nach Bayern fließen, denn schließlich gäbe es da einen Investitionsstau.
Umweltschutz, Artenschutz, Arbeitsschutz, Lärmbelästigung, Energiegesetz – alles keine Kriterien mehr? Ein Freibrief fürs Militär die Landschaft so zu benutzen, wie es ihm gefällt."
"Für militärische Bauten in unserem Land muss künftig kein Baugenehmigungsverfahren mehr angestrengt werden. Das ist eine bahnbrechende Neuerung, um Bauvorhaben für die Bundeswehr schneller und unbürokratischer von der Planung zur Umsetzung zu bringen."
Noch weiter ging Baden-Württemberg, wo im Februar 2026 das Gesetz zur Förderung von Bauvorhaben der Bundeswehr [15] in Kraft trat. Dabei handelt es sich um einen Bau-Turbo, mit dem dann tatsächlich so gut wie alle rechtlichen Hürden abgeräumt wurden. In einer Pressemitteilung zum Gesetz äußerte sich Nicole Razavi, Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen:
"Wir befreien die Bundeswehr beim Bau von Anlagen, die der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands dienen, von allen materiell-rechtlichen Vorschriften des Landes. Das betrifft unter anderem das Bauordnungsrecht, das Denkmalrecht, das Straßenrecht, das Wasserrecht und das Naturschutzrecht. (…) Vorhaben, die der Landesverteidigung dienen, sind im Sinne des Gesetzes alle Anlagen, die unmittelbar der Landesverteidigung dienen, wie zum Beispiel Gefechtsstände, Geschützstellungen, Funkanlagen, Flugplätze, Kasernen oder Versorgungslager. Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung können darunter aber auch zum Beispiel Wohnsiedlungen für Militärpersonen und ihre Angehörigen fallen."
Kiel-Holtenau & Co.: Wo der Bundeswehr-Aufwuchs weitere Großprojekte bedroht
Mit den acht nun ins Auge gefassten Kasernen dürfte das Ende der Re-Aktivierungen noch lange nicht erreicht sein. Schließlich steht dem Gros der Flächen erst noch die Eignungsprüfung bevor.
Außerdem benötigt die Bundeswehr nicht nur für den personellen Aufwuchs noch weitere Standorte – neben Kasernen zum Beispiel auch für weitere Munitionslager und Übungsflächen.
Dazu kommen noch Flächen, die aufgrund ihrer geostrategischen Lage von besonderem Interesse sind:
"Hinzukommen können im Einzelfall Liegenschaften, die aufgrund von Lage, Potenzial und spezifischem militärischen Bedarf von den Streitkräften zwingend benötigt werden (Kiel-Holtenau als Beispiel)."
Auch hier klingt es nach einer Vorentscheidung: In Kiel-Holtenau sollte ein Wohnviertel für 5.000 Menschen entstehen, das die Stadt ebenso wie die bereits entstandenen Planungskosten nun wohl abschreiben kann.
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Chinesische Firmen wehren sich weltweit mit Schiedsklagen, vor allem gegen Sanktionen. Und gerade hat Peking die Karten neu gemischt.
Die Hongkonger Firma CK Hutchison Holdings hat ein internationales Schiedsverfahren gegen den Staat Panama eingeleitet [1]. Grund ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Panamas, der die Konzession des Unternehmens zum Betrieb zweier strategisch wichtiger Häfen am Panama-Kanal für verfassungswidrig erklärt hat.
Die beiden Häfen liegen an den Enden des Panama-Kanals, einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, die Atlantik und Pazifik verbindet. Panama Ports Company, die Tochtergesellschaft von CK Hutchison, betreibt die Häfen seit 1997. Die Konzession war 2021 um weitere 25 Jahre verlängert worden.
Der Konflikt ist Teil der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China. Der Kanal selbst wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von den USA gebaut, die ihn jahrzehntelang betrieben, bevor sie 1999 die Kontrolle an Panamas Regierung übergaben.
Der Poker um strategische Häfen
Die zeitliche Planung für ein solches Verfahren ist schwer vorherzusagen, aber Schiedsverfahren, die investitionsbezogene Konzessionsverträge betreffen, könnten sich über mehrere Jahre erstrecken.
Das Urteil des Schiedsgerichts würde zwar keine innerstaatlichen Gerichtsentscheidungen aufheben, wäre aber bindend und würde klären, ob die panamaische Regierung ihre Verpflichtungen verletzt hat und Entschädigung schuldet.
Panama Ports Company, eine Tochterfirma von Hutchison erklärte in einer separaten Stellungnahme am Mittwoch, das Schiedsverfahren folge auf ihre Bemühungen, Konsultationen durchzuführen und Streitigkeiten zu vermeiden.
Chinesische Firmen klagen weltweit
Das Unternehmen teilte mit, dass Panama es angewiesen habe, uneingeschränkten Zugang zu physischem, kommerziellem und geistigem Eigentum, Informationen und Mitarbeitern zu gewähren, obwohl das Gerichtsurteil noch nicht wirksam geworden sei.
Der Fall in Panama ist kein Einzelfall. Chinesische Unternehmen nutzen zunehmend internationale Tribunale, um sich gegen Entscheidungen von Regierungen zu wehren, die sie als unfair oder diskriminierend empfinden. Diese Verfahren werden oft bei der Weltbank oder der Internationalen Handelskammer geführt und können Jahre dauern.
Seit 2021 haben chinesische Unternehmen elf Fälle gegen verschiedene Regierungen weltweit eingereicht [2]. Acht davon sind noch anhängig. Viele dieser Fälle drehen sich um wirtschaftliche Ansprüche auf unfaire Behandlung.
Australien: Streit um Hafen von Darwin
Ein ähnlicher Fall spielt sich in Australien ab. Die chinesische Landbridge Group, die den Hafen von Darwin betreibt, hat beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (Icsid) der Weltbank ein Verfahren gegen die australische Regierung eingeleitet [3].
Landbridge hatte 2015 einen 99-jährigen Pachtvertrag zum Betrieb des Hafens von der Regierung des Northern Territory erhalten, ein Geschäft im Wert von 362,8 Millionen US-Dollar. Später hatte die australische Regierung beschlossen, den Hafen wieder in australischen Besitz zu bringen.
Zu dem Verfahren erklärte Landbridge, der Schritt, den Hafen an einen australischen Eigentümer zurückzugeben, sei "diskriminierend" und stehe im Widerspruch zu Australiens Verpflichtungen aus seinem bilateralen Handelsabkommen mit China.
Huawei gegen Schweden: Klage wegen 5G-Ausschluss
Einer der aufsehenerregendsten Fälle ist die Klage von Huawei [4] gegen die schwedische Regierung aus dem Jahr 2022 – ebenfalls vor dem Icsid nachdem Schweden Huawei unter Berufung auf die nationale Sicherheit von der Teilnahme am 5G-Ausbau des Landes ausgeschlossen hatte.
Huawei fordert eine Entschädigung von 569 Millionen US-Dollar für die Umsatzverluste, die das Unternehmen nach eigenen Angaben durch den Ausschluss erleiden wird.
Sollte das Tribunal in diesem Fall zugunsten von Huawei entscheiden, könnte dies zu weiteren Klagen gegen Länder führen, in denen Huawei verboten wurde. Es könnte auch andere chinesische Unternehmen betreffen, die aus Gründen der nationalen Sicherheit Märkte verloren haben.
Klagen auch in den USA
Und die Vergangenheit zeigt, dass chinesische Firmen durchaus erfolgreich sein können. Besonders gegen die USA gab es mehrere Fälle, in denen chinesische Unternehmen gewannen oder zumindest Teilerfolge erzielten.
So verklagte etwa der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi 2021 das US-Verteidigungsministerium, nachdem das Unternehmen auf die Liste "chinesischer Militärunternehmen" gesetzt worden war.
In der Folge erließ das US-Bezirksgericht für den District of Columbia eine einstweilige Verfügung; das Verteidigungsministerium entfernte [5] Xiaomi von der Liste.
Schadensersatz: Wenn es für Steuerzahler teuer wird
Schiedsverfahren können nationale Gerichtsentscheidungen zwar nicht aufheben, aber sie können Regierungen zu Entschädigungszahlungen zwingen. Und solche Entschädigung können gegebenenfalls nicht nur den aktuellen Wert einer Konzession umfassen, sondern auch potenzielle zukünftige Einnahmen, die durch einen erzwungenen Verkauf verloren gehen.
Diese Streitigkeiten werden Regierungen auch in Zukunft nicht daran hindern, eigenständige industriepolitische Entscheidungen zu fällen. Aber Regierungen müssen bedenken, dass solche Entscheidungen möglicherweise viel Geld kosten.
Peking geht neue Wege
Im Frühjahr ist in China zudem ein Gesetz gegen ausländische Sanktionen in Kraft getreten [6], , womit sich Peking unter anderem die Möglichkeit verschafft, seine Gesetze auch im Ausland anzuwenden. Und chinesische Unternehmen können nun auch vor chinesischen Gerichten gegen ausländische Sanktionen vorgehen.
Und es liegt auch schon ein Vergleich [7] vor, der vor dem Seegericht Nanjing zwischen einer Schweizer Firma und der Chinese Ocean Engineering Co. geschlossen wurde. Denn nachdem das US-Handelsministerium die chinesische Firma mit Sanktionen belegt hatte, verweigerte ihr Schweizer Kunde die Zahlung eines Restbetrages von 11,86 Mio. US-Dollar.
Chinese Ocean Engineering Co. hatte auf Grundlage von Artikel 12 des chinesischen Gesetzes gegen ausländische Sanktionen geklagt. Nachdem ein Vergleich geschlossen war, zahlte das Schweizer Unternehmen den Restbetrag.
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Bio-Treppe soll Gasnetze vor dem Wärmepumpenboom retten. Doch Experten warnen Verbraucher vor Fehlinvestitionen. Wird die Hoffnung auf Biogas zum teuren Irrweg?
Die Bundesregierung mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Neuinstallation von Gasheizungen mithilfe einer Art Bio-Treppe retten. Damit will sie erreichen, dass neue Heizungen schrittweise mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.
Dafür will sie die Energieversorger verpflichten, ihrem Gas einen zunehmenden Anteil aus nachwachsenden Rohstoffen beizumischen. Neu eingebaute Gas- und Ölheizungen sollen ab 2029 zu steigenden Anteilen mit Biogas oder Bioöl betrieben werden.
Die Bundesregierung will das Heizungsgesetz der Ampel-Regierung zwar weitgehend zurücknehmen. Darin war vorgesehen gewesen, dass neu eingebaute Heizungen mit 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden sollen. Der Weiterbetrieb und Neueinbau von Öl- und Gasheizungen soll aber langfristig möglich bleiben.
Die Idee von Ministerin Reiche hat mehrere Pferdefüße
Doch Idee von Ministerin Reiche hat zudem gleich mehrere Pferdefüße. Vor allem stellt sich die Frage, woher die Brennstoffhändler die biogenen Stoffe nehmen sollen, die sie zunehmend beimischen müssen, damit ihre Kunden die Heizungen schrittweise klimafreundlicher betreiben können.
Erschwert wird die Versorgung mit Biogas durch den Umstand, dass der Gaspreis aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA und Israel gegen den Iran überaus volatil ist. Planungssicherheit für Biogaslieferanten ist also nicht gegeben.
Überdies sorgen die Auswirkungen des Klimawandels und weiterer klimatischer Phänomene dafür, dass in Deutschland neuerdings nicht nur geheizt, sondern auch gekühlt werden muss. Dabei macht ein Gasanschluss jedoch eine weit schlechtere Figur als die Kühlung mittels einer bereits installierten [1] Wärmepumpe.
Wenn der Hass auf die Ampel zu teuren Irrwegen führt
Aufgrund des Klimawandels könnten sich also mehr Nutzer für eine Wärmepumpe entscheiden. Diesem – möglichen – Trend stellt sich die Bundesregierung nun entgegen: Berlin will den sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus [2] auslaufen lassen, der den schnellen Umstieg von fossilen Heizungen auf klimafreundliche Systeme bislang unterstützt.
Wer sich die Umstellung auf Wärmepumpen finanziell leisten kann, wird diese Technik, die künftig vermehrt aus China zugeliefert werden wird, dennoch weiterhin einbauen. Der Rest darf sich im Sommer mit dem Trinken von gutem Leitungswasser über die Runden retten.
Die Herausforderungen für die Gasversorger hat der Gesetzgeber zwar erkannt und die steuerliche Abschreibung auf die Gasnetze optimiert, sodass die Kosten für die Gasnetze schneller auf die Verbraucher umgewälzt werden können.
Die Gasversorgungsnetze sind langfristig nicht zu retten
Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie [4] des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) im Auftrag des Umweltinstituts München und von GasWende hat das Gasversorgungsnetz in Deutschland letztlich keine Zukunft.
Die Energieversorger werden unter realistischen Bedingungen spätestens im Jahr 2045 keine wettbewerbsfähigen Gaspreise mehr anbieten können. Der politisch erwünschte Umstieg auf Biogas wird den Gaspreis nicht senken.
Wenn jedoch keine Kunden mehr da sind, werden die Gasnetze wohl aller Wahrscheinlichkeit nach stillgelegt werden, wenn man den Steuerzahler nicht zu einer dauerhaften Subvention der Anhänger klimaschädlicher Heizsysteme überreden kann.
Mit der abnehmenden Zahl von Gaskunden steigt der Gaspreis für die verbleibenden Haushalte, was die Entwicklung noch verstärkt.
Verfügbarkeit von biogenen Brennstoffen ungewiss
Die Verfügbar- und Bezahlbarkeit von alternativen Brennstoffen ist jedoch höchst ungewiss. Dies gilt unabhängig von der politischen Absicht von Union und SPD, die Brennstoffhändler gesetzlich zu verpflichten [5], ab 2045 komplett auf klimaneutrale Brennstoffe umzustellen.
Die von der Bundesregierung für Dezember 2026 vorgesehene Einführung dieses Gesetzes könnte allerdings an der Tatsache scheitern, dass die avisierten biogenen Brennstoffe aus deutscher Produktion gar nicht zur Verfügung stehen und ihr Import scheitern könnte, z.B. wenn etwaige Exporteure die deutschen Preisvorstellungen nicht goutieren.
Gasheizungen haben in der Regel eine Lebensdauer von ungefähr 25 Jahren. Somit droht auch unter dem neuen Heizungsgesetz jede neu eingebaute Gasheizung zur Fehlinvestition zu werden, warnte eine Studie des Fraunhofer-Instituts.
Die Experten stellen fest, dass die, die sich heute in der Hoffnung auf die angekündigte Versorgung mit Biogas noch eine Gasheizung einbauen, auf teuren Investitionsruinen [6] sitzen bleiben werden.
Was als Regelung versprochen wurde, die technologieoffener, flexibler und einfacher sein sollte, könnte sich für die Bürger schon bald als teurer Holzweg herausstellen, der von einer neuen Bundesregierung wieder korrigiert werden muss.
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KI-Personas können das Verhalten von Entwicklerinnen und Entwicklern simulieren, um eine Dokumentation zu prüfen, wie Ingo Eichhorst im Gespräch ausführt.
Dokumentation mit KI zu prüfen, indem man menschliche Verhaltensweisen simuliert: Das ist der Ansatz, den Ingo Eichhorst mitgebracht hat. Mit ihm spricht Richard Seidl darüber, wie sich Personas wie ein Junior-Entwickler oder ein Senior-Entwickler als KI-Agenten in eine CI/CD-Pipeline einbauen lassen, um Dokumentation nicht nur zu bewerten, sondern aktiv damit zu arbeiten. Der Junior-Entwickler verbraucht dabei fast sechsmal so viele Token wie der Senior, weil er an einer missverständlichen URL-Struktur scheitert und sich im Trial-and-Error verliert. Das zeigt direkt, wo man Dokumentation nachbessern muss. Die beiden reden auch darüber, warum das Domänenwissen hinter Code so schwer zu rekonstruieren ist, sobald es einmal verloren ist, und was passiert, wenn eine KI plötzlich zwischen Entwicklern und Management als Übersetzungsschicht wirkt.
„Wir müssen uns von dem Gedanken verabschieden, dass wir immer so einen 100-Prozent-Output bekommen.“ – Ingo Eichhorst
Ingo Eichhorst [2] ist AI Architect, CTO und Tech Trainer mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in Softwareentwicklung und Systemarchitektur. Seit den 1990er-Jahren gestaltet er digitale Systeme und verbindet dabei technologische Exzellenz mit unternehmerischem Denken. Bei Ionos arbeitet er als Engineering Trainer, parallel lehrt er als Visiting Lecturer für Künstliche Intelligenz [3] an der University of Applied Sciences Nordhausen. Nebenberuflich [4] begleitet er mit seinem Unternehmen better be great Start-ups, Scale-ups und NGOs bei der Umsetzung innovativer Technologien in marktfähige Produkte.
Softwarequalität im Gespräch
Dieses Format fokussiert sich auf Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste betrachten die Dinge, welche die Qualität in der Softwareentwicklung steigern.
Klimaanlagen sind im Sommer teuer und teilweise schwer zu bekommen. Dreo verspricht bei seinem Nebel-Ventilator 6 °C Kühlung – wir haben getestet, ob das klappt.
Ein feiner Wassernebel soll beim Dreo Turbocool 765S für Kühlung sorgen.Bild:
Tobias Költzsch/Golem
In den letzten Jahren ist ein zuverlässiges Schauspiel in Deutschland zu beobachten: Sobald es Sommer wird und die Temperaturen steigen, sind preiswerte Klimaanlagen schnell vergriffen. Für eine rechtzeitige und geeignete Kühlung gilt es also, antizyklisch einzukaufen – was viele aber leider oft zu spät feststellen.
Neben Klimaanlagen schlägt aktuell auch die Stunde der Ventilatoren und sogenannten Verdunstungskühlern, die ohne Kompressor und Kühlaggregat Kühlung versprechen. Ich habe während der jüngsten Berliner Hitzewelle mit bis zu 41 °C Außentemperatur den Dreo Turbocool 765S getestet, einen Nebelventilator.
Er basiert auf dem Prinzip der Verdunstungskühlung, genauer gesagt: der Verdampfungsenthalpie. Vereinfacht gesprochen wird dabei Wasser verdampft, was Energie benötigt. Sie wird der Umgebungsluft entzogen, was zu einer Abkühlung derselben führt. Das Prinzip untersucht die TU Dresden aktuell für die Kühlung von Gebäuden in der Stadt.
Zerstäuber produziert feinen Wassernebel
Beim Turbocool 765S werden mit einem Ultraschallzerstäuber 17 µm kleine Tropfen erzeugt, die in den Luftstrom geleitet werden. Damit unterscheidet sich das Gerät von anderen Verdunstungskühlern, die Luft über mit Wasser getränkte Lamellen führen. Durch die feinen Tropfen soll mehr Wasser verdunsten und der Effekt theoretisch besser sein.
Bild 1/10: Der Wassernebel wird aus Öffnungen neben dem Luftauslass geleitet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/10: Die Luftfeuchtigkeit wird bei aktiviertem Wassernebel überwacht und angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/10: Das Bedienfeld auf der Oberseite des Ventilators ist gut erreichbar. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/10: Der Dreo Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/10: Die Fernbedienung ermöglicht die Steuerung aller Funktionen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/10: Ist der Wassernebler deaktiviert, wird standardmäßig die aktuelle Leistungsstufe angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/10: Der Wassertank des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/10: Die LED-Lampe dient nicht nur der Deko, sondern zeigt farbcodiert auch einen von drei Luftfeuchtigkeitsbereichen an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/10: Die Rückseite des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/10: Die Fernbedienung kann in einem kleinen Fach auf der Rückseite verstaut werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Der Hersteller verspricht auf seiner Webseite dadurch einen Kühleffekt von bis zu 6 °C. Wer sich schon einmal mit mobilen Klimaanlagen beschäftigt hat, wird bei dieser Zahl die Stirn runzeln. 6 °C wären selbst bei einer Monoblock-Klimaanlage (die zugegebenermaßen nicht sonderlich effizient, aber eine Klimaanlage ist) ein anständiger Wert. Ich bin also zugegebenermaßen etwas skeptisch in den Test gegangen – und hatte damit zumindest teilweise recht, wie sich zeigen wird.
Aber der Reihe nach: Der Turbocool 765S ist ein klassischer Turmventilator, bei dem der Luftstrom durch eine Walze mit Lamellen und nicht durch einen Propeller erzeugt wird. Das macht ihn etwas unauffälliger, Dreo bietet aber auch Nebelventilatoren mit Propellern an. Äußerlich sieht der Turbocool 765S wie ein herkömmlicher Turmventilator aus, mit einem Unterschied: dem Wassertank in der Basis.
In den Tank können bis zu fünf Liter Wasser eingefüllt werden, die durch einen Zerstäuber in winzige Wassertröpfchen verwandelt werden. Dafür wird ein Ultraschall-Zerstäuber in das Wasser gelegt. Die Konstruktion wirkt auf mich etwas improvisiert, da der Zerstäuber im Wasser schwimmt und von einem losen Plastikdeckel abgedeckt wird – das muss aber so sein: Der Wassernebel wird im Wassertank erzeugt und anschließend über einen separaten Kreislauf nach oben geleitet.
Auf Knopfdruck am Bedienpanel oder der Fernbedienung werden an vier Öffnungen neben der Luftstromöffnung Wassertropfen in den erzeugten Wind eingelassen. Die Anzahl der Tröpfchen kann in vier Stufen geregelt werden, der Luftstrom in zwölf Stufen. Dreo zufolge kann der Ventilator eine maximale Luftgeschwindigkeit von 10 m/s erzeugen, der Wind soll 18,2 m weit reichen.
In einem gut 22 m² großen Zimmer bläst der Turbocool 765S tatsächlich sehr kräftig die Luft durch den Raum. Dabei ist er bei voller Geschwindigkeit mit 58 dB nicht sonderlich laut. Bei niedrigster Stufe ist der Ventilator in einer Berliner Wohnung kaum vor den üblichen Hintergrundgeräuschen auszumachen. Nachts fällt mir allerdings auf, dass der Ventilator im Rotationsmodus beim Umschalten der Richtung manchmal leicht schnarrt.
Der Wassernebel reicht bis zu einem Meter weit, je nach Nebelstufe reicht eine Tankfüllung zwischen einem und mehreren Tagen. Um den Effekt der Verdunstungskälte zu nutzen, ist es eigentlich nicht notwendig, direkt im Wassernebel zu sitzen – bei sehr hohen Temperaturen kann das aber ganz angenehm sein. Dreo empfiehlt, bei kalkhaltigem Leitungswasser destilliertes Wasser zu verwenden – was ich nur bestätigen kann. Das Berliner Leistungswasser ist sehr kalkhaltig, was dazu führt, dass der feine Nebel beim Verdampfen eine feine Kalkschicht hinterlässt.
Bloß kein kalkhaltiges Wasser verwenden
Diese ist zuallererst auf dem Turbocool 765S selbst zu erkennen, der nach wenigen Minuten von einer weißen Staubschicht überzogen ist. Aber auch umliegende Möbel sind vor dem Kalk nicht gefeit. Der Wassernebel ist aber so fein, dass ich während meines Tests keine Wasserablagerungen auf Möbeln beobachten konnte. Würde ich etwas direkt vor die Nebelausgänge stellen, würde sich wahrscheinlich Wasser darauf ablagern – im Alltag scheint das aber kein Problem zu sein.
Bild 1/10: Der Wassernebel wird aus Öffnungen neben dem Luftauslass geleitet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/10: Die Luftfeuchtigkeit wird bei aktiviertem Wassernebel überwacht und angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/10: Das Bedienfeld auf der Oberseite des Ventilators ist gut erreichbar. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/10: Der Dreo Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/10: Die Fernbedienung ermöglicht die Steuerung aller Funktionen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/10: Ist der Wassernebler deaktiviert, wird standardmäßig die aktuelle Leistungsstufe angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/10: Der Wassertank des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/10: Die LED-Lampe dient nicht nur der Deko, sondern zeigt farbcodiert auch einen von drei Luftfeuchtigkeitsbereichen an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/10: Die Rückseite des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/10: Die Fernbedienung kann in einem kleinen Fach auf der Rückseite verstaut werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Aber wie gut kühlt der Turbocool 765S denn nun, und was ist mit den 6 °C Temperaturunterschied, von denen der Hersteller spricht? Hier gilt es die Physik zu beachten: Die Wirksamkeit eines Verdunstungskühlers ist immer von der Umgebung abhängig. Je trockener die Luft ist, desto besser ist der Kühleffekt; je feuchter sie ist, desto schlechter. Als ich den Ventilator bei etwa 35 Prozent Luftfeuchtigkeit und 35 Grad Außentemperatur direkt auf dem Balkon ausprobiert habe, konnte ich den Temperaturunterschied zwischen normalem Luftstrom und dem mit zugeschaltetem Wassernebel deutlich spüren, wenn ich nah am Ventilator saß.
Im Zimmer bei geschlossenen Fenstern und Türen und mit Abstand ist der Effekt wesentlich schlechter bis gar nicht wahrnehmbar – und nimmt sogar ab. Das liegt wie bereits erwähnt am inhärenten Prinzip der Verdunstungskühlung: Je trockener die Luft, desto besser ist der Effekt. Ist die Luft feuchter, verdunsten zwar weiterhin Wassermoleküle, es findet aber gleichzeitig mehr Kondensation statt, bei der Wärme entsteht – die den Kühleffekt aufhebt. Und die Luft wird bei der Nutzung im geschlossenen Zimmer immer feuchter – dazu gleich mehr.
Das bedeutet auch, dass der Kühleffekt auf dem Balkon kurz vor einem Gewitter oder in den Tropen ebenfalls nicht wahrnehmbar ist – abgesehen vom eigentlichen Windstrom, der ab einer bestimmten Temperatur aber auch viel zu warm ist. Selbst ab einer Luftfeuchtigkeit von 55 Prozent ist der Effekt draußen kaum noch zu spüren. Im Zimmer bringen Verdunstungskühler daher am Ende nichts: Wird in einem Zimmer mit niedriger Luftfeuchtigkeit gestartet, steigt diese während der Nutzung – der Ventilator bläst ja ununterbrochen Wasser in den Raum – und macht jeden Kühleffekt zunichte.
Innerhalb einer Stunde ist in meinem Test am selben Tag mit 35 °C Außentemperatur die Luftfeuchtigkeit im Raum auf 55 Prozent gestiegen. Das ist immer noch nicht wirklich tropisch, aber wesentlich feuchter als die rund 40 Prozent, die beim Start im Zimmer herrschten. Die Kühlleistung nimmt entsprechend in recht schneller Zeit ab – messbar war sie in meinen Versuchen in Innenräumen ohnehin nie, betrachtet man die Raumtemperatur insgesamt.
Ein unangenehmer Nebeneffekt der steigenden Luftfeuchtigkeit ist zudem, dass sich die Temperatur sogar höher anfühlt. Wer einmal in einem Land mit hoher Luftfeuchtigkeit war, weiß: 30 °C bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit fühlen sich unangenehmer an als 30 °C in einem trockenen Wüstenklima.
Mein Zimmer wurde im Laufe der Nutzung zu einer Waschküche mit klammer Luft, die ich dringend lüften musste – und dabei natürlich warme Luft von außen hineinließ. Als Lose-lose-Situation lässt sich das wohl bezeichnen. Nicht umsonst werden Verdunstungskühler in den USA auch "swamp cooler" genannt – denn die Luft fühlt sich irgendwann so an wie in einem Sumpfgebiet. Zwar hilft es zunächst, sich näher an den Ventilator zu setzen, um etwas vom Wassernebel abzubekommen – aber auch das ist keine langfristige Lösung, wenn es im Raum immer schwüler wird.
Feuchtigkeitsobergrenze lässt sich einstellen
Dreo ist sich des Problems offenbar bewusst: Über das Bedienpanel, die Fernbedienung und die App kann ich eine Feuchtigkeitsgrenze einstellen. Ist diese erreicht, schaltet der Turbocool 765S den Wassernebel automatisch aus, um eine zu hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. In meinen Versuchen hätte ich diesen Wert so niedrig einstellen müssen, dass der Nebel im Grunde kaum noch aktiviert worden wäre.
Bild 1/10: Der Wassernebel wird aus Öffnungen neben dem Luftauslass geleitet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/10: Die Luftfeuchtigkeit wird bei aktiviertem Wassernebel überwacht und angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/10: Das Bedienfeld auf der Oberseite des Ventilators ist gut erreichbar. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/10: Der Dreo Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/10: Die Fernbedienung ermöglicht die Steuerung aller Funktionen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/10: Ist der Wassernebler deaktiviert, wird standardmäßig die aktuelle Leistungsstufe angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/10: Der Wassertank des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/10: Die LED-Lampe dient nicht nur der Deko, sondern zeigt farbcodiert auch einen von drei Luftfeuchtigkeitsbereichen an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/10: Die Rückseite des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/10: Die Fernbedienung kann in einem kleinen Fach auf der Rückseite verstaut werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Es gibt Tricks, um den negativen Effekt eines Verdunstungskühlers abzuschwächen, die aber bei hohen Außentemperaturen nicht funktionieren. Zum einen wäre da Lüften, wobei dann wieder warme Luft in das Zimmer gelassen wird. Es kann auch grundsätzlich ein Fenster einen Spalt aufgelassen oder der Ventilator direkt vor eine Fensteröffnung gestellt werden – so wird direkt trockenere Luft angesaugt. Diese ist dann aber – Überraschung – wieder warm. Solange es draußen nicht mehr als 25 °C sind, sind diese Tricks machbar; bei derartigen Temperaturen reicht aber eigentlich auch ein normaler Ventilator.
Und auch dann gibt es immer noch das größte Problem: Zu einer wirklichen Reduktion der Raumtemperatur trägt der Turbocool 765S in meinem Test zu keiner Zeit bei, was angesichts der Gesetze der Physik nicht verwundert. Ich will nicht ausschließen, dass Dreo die 6 °C Temperaturunterschied in einem kontrollierten Szenario in einem sehr, sehr trockenen, gut isolierten Raum erreichen konnte – bezweifle aber, dass jedwede Reduzierung dauerhaft war, zumindest fühlte sie sich sicher nicht so an.
Steuern lässt sich der Ventilator über das Bedienpanel, die Fernbedienung oder die gut gemachte App. Über sie lassen sich die Leistungsstufen der Ventilation und des Wassernebels einstellen, die Rotation, die Feuchtigkeitsgrenze oder auch der Betriebsmodus. Neben dem Standardmodus gibt es noch eine Automatik, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat. Im Nachtmodus behält der Ventilator die eingestellte Leistungsstufe 30 Minuten lang bei und schaltet dann im Abstand von 30 Minuten um insgesamt zwei Stufen runter.
Einfache Einbindung in Smart-Home-Systeme
Der Turbocool 765S lässt sich einfach in Google Home und Alexa einbinden. Dann erscheint er etwa in der Home-Zentrale von Google, wo sich die Leistung einstellen oder der Wassernebel aktivieren lässt. Über Alexa konnte ich per Sprachkommando den Ventilator nur ein- und ausschalten, nicht aber die Leistung verändern.
Die Reinigung des Ventilators ist einfach: Der Wasserbehälter muss nur regelmäßig mit einem Tuch ausgewischt werden. Die App hat einen Zähler, der nach 100 Betriebsstunden an die Reinigung erinnert. Wird der Ventilator nicht benutzt, würde ich das Wasser aber aus dem Tank entfernen, damit sich keine Bakterien bilden, die dann im Raum verteilt werden.
Der Turbocool 765S kostet im Onlineshop von Dreo 220 Euro. Aktuell ist der Ventilator aber vergriffen. Bei Amazon kann das Gerät zurzeit mit einer Lieferzeit von gut drei Wochen zum gleichen Preis bestellt werden.
Fazit
Sobald es draußen heiß wird, sehnen sich die Leute nach Abkühlung. Wenn eine Klimaanlage zu teuer ist (oder man keine mehr bekommt), sollte wenigstens ein Ventilator für Abkühlung sorgen. Der Turbocool 765S ist Ventilator und Verdunstungskühler in einem.
Als Ventilator ist der Turbocool 765S sehr gut: Die maximale Leistung ist kräftig, der Geräuschpegel mehr als erträglich und die Bedienung einfach. Auch nachts lässt sich der Ventilator trotz leichtem Knarzen prima verwenden und sorgt für eine frische Brise.
Die Bedienung ist sowohl über das Panel am Ventilator selbst als auch per Fernbedienung oder App übersichtlich. Bei der Fernbedienung stört mich lediglich, dass es nur ein Plus und kein Minus für die Leistungsstärke gibt. Wenn ich die Leistung um eine Stufe herunterstellen will, muss ich entsprechend elfmal auf den Button drücken – das nervt.
Bild 1/10: Der Wassernebel wird aus Öffnungen neben dem Luftauslass geleitet. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 2/10: Die Luftfeuchtigkeit wird bei aktiviertem Wassernebel überwacht und angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 3/10: Das Bedienfeld auf der Oberseite des Ventilators ist gut erreichbar. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 4/10: Der Dreo Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 5/10: Die Fernbedienung ermöglicht die Steuerung aller Funktionen. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 6/10: Ist der Wassernebler deaktiviert, wird standardmäßig die aktuelle Leistungsstufe angezeigt. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 7/10: Der Wassertank des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 8/10: Die LED-Lampe dient nicht nur der Deko, sondern zeigt farbcodiert auch einen von drei Luftfeuchtigkeitsbereichen an. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 9/10: Die Rückseite des Turbocool 765S (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Bild 10/10: Die Fernbedienung kann in einem kleinen Fach auf der Rückseite verstaut werden. (Bild: Tobias Költzsch/Golem)
Aber nun zum pièce de résistance des Turbocool 765S: dem Nebeleffekt mit Verdunstungskühlung. Theoretisch führt ein solcher Mechanismus zu einer Abkühlung – die Physik ist da eindeutig. Und auch bei Dreos Ventilator ist der Effekt durchaus spürbar, wenn ich ihn bei sehr trockener Luft verwende – besonders im Freien.
Die Physik ist aber gleichzeitig auch das große Problem eines jeden Verdunstungskühlers. In geschlossenen Räumen führen die Geräte unweigerlich dazu, dass es feuchter wird und die Kühlleistung irgendwann nicht mehr gegeben ist. Noch schlimmer: Es wird schwül im Raum und die Temperatur kommt einem sogar noch höher vor.
Ein Ersatz für eine gute Klimaanlage ist der Turbocool 765S also nicht, auch wenn Dreo auf seiner Webseite mit dem Werbeclaim einer Temperaturreduzierung von 6 °C diesen Anschein erweckt. In der Praxis ist das nicht realistisch – gehört aber schon seit ewigen Zeiten zu den üblichen Versprechen jedes Herstellers eines "swamp coolers".
Als Ventilator und für nicht allzu heiße Räume oder als erfrischender Windgenerator für Balkon und Terrasse bei niedriger Luftfeuchtigkeit eignet sich der Turbocool 765S aber durchaus.