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Iran-Krieg: Warum Teheran am längeren Hebel sitzt

Von Telepolis
Karte des Nahen Ostens mit Roten Kreisen um die Region, die Kriegshandlungen symbolisieren sollen

Der Iran-Krieg droht zu einem langfristigen Konflikt ohne erkennbarem Ende zu werden

(Bild: artemegorovv/Shutterstock.com)

Brennende Tanker, blockierte Buchten: Der Ölhandel könnte die entscheidende Waffe im Iran-Krieg werden. Washington droht ins Leere zu laufen. Eine Analyse.

Die US-Armee steht vor einem neuen Rekord: zum Donnerstag dürfte die bislang längste Serie aufeinanderfolgender Bombardierungstage gegen den Iran überschritten werden [1]. Nach elf Nächten intensiver Angriffe erreicht [2] der Konflikt eine neue Eskalationsstufe. Erstmals seit Beginn der jüngsten Offensive steht auch die iranische Hauptstadt Teheran wieder unter Feuer [3].

Damit schwinden nicht nur die zuletzt ohnehin kaum bestehenden Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung [4]. Auch die wiederholten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, der Krieg könne durch einen schnellen militärischen Schlag entschieden werden, geraten zunehmend [5] in Widerspruch zur Realität.

Aus der angekündigten Machtdemonstration entwickelt sich ein Konflikt, der immer stärker die Schwächen der amerikanischen Strategie offenlegt.

Während sich Teheran auf einen langfristigen Abnutzungskrieg spätestens seit den Trauerfeierlichkeiten um das getötete Staatsoberhaupt Khamenei einstellt [6], steigen für Washington die Kosten. Wie lange kann Washington den Krieg noch fortsetzen?

Milliardengrab für die USA

Neben militärischen Fehlkalkulationen und der extremen Unbeliebtheit [7] des Krieges geraten vor allem die finanziellen Belastungen in den Mittelpunkt: US-Kriegsminister Pete Hegseth bezifferte [8] die bisherigen Kriegskosten vor einem Ausschuss des Senats auf 37,5 Milliarden Dollar.

Wie die Tagesschau berichtet [9], bestehen erhebliche Zweifel, ob diese Summe vollständig ist, da bereits die ersten sechs Kriegstage rund 11,3 Milliarden Dollar gekostet haben [10]. Gleichzeitig forderte [11] die Trump-Regierung erst Ende letzten Monat zusätzliche Milliarden vom Kongress.

Besonders aufschlussreich ist dabei die Begründung: Ein erheblicher Teil soll in die Wiederauffüllung erschöpfter Waffenbestände fließen. Laut einer Analyse [12] von Al Jazeera wurden große Mengen moderner Präzisionswaffen eingesetzt – darunter Tomahawk-Marschflugkörper, JASSM-Lenkwaffen sowie Patriot- und THAAD-Abfangsysteme.

Zwar erklärte Hegseth, die aktuelle Kriegsführung sei nicht gefährdet [13]. Gleichzeitig zeigt die Forderung nach zusätzlichen Milliarden jedoch ein grundlegendes Problem: Der Krieg bindet Ressourcen, die Washington eigentlich für seine geopolitisch-strategische Ausrichtung – insbesondere gegenüber China – benötigt.

Trumps Tote

Die Folgen werden inzwischen auch in den Vereinigten Staaten unübersehbar: Am Mittwoch nahm [14] Donald Trump auf der Dover Air Force Base an der Überführung der Särge von vier getöteten US-Soldaten teil. Laut [15] Reuters wurden inzwischen 18 US-Soldaten getötet und 500 verletzt. Allein in der vergangenen Woche sollen mehr als 100 Soldaten verwundet worden sein – somit nicht nur für den Iran die blutigsten Tage dieses Krieges.  [16]

Wie der Guardian berichtet [17], warnen zunehmend anonyme, ehemalige US-Beamte vor einem langwierigen Abnutzungskrieg. Trotz starker Militärzensur kursieren Berichte [18] über erschöpfte Soldaten, wiederholte Einsatzverlängerungen und belastete Familien.

Dies ließ sich auch an den vor dem Senat dargestellten Budgeterhöhungen für Überstunden- und Gefahrenzuschläge ablesen – schwindende Moral soll monetär aufgebessert werden.

Die Trump-Regierung könnte dabei von ihrer eigenen Siegesrhetorik eingeholt werden. Mehrere Senatoren kritisierten [19], dass Washington Milliarden für einen angeblich erfolgreichen Krieg verlange, während sich die Kriegsziele fortlaufend verschieben: von der Zerstörung des iranischen Atomprogramms über den Schutz der Schifffahrt bis zur Öffnung der Straße von Hormus.

Ein klarer Kurs und ein schnelles Ende seien nicht erkennbar – der Widerstand wächst. Wie Bilder aus dem US-Senat belegen, demonstrierten junge Menschen [20]während der Rede von Hegseth gegen den Iran-Krieg.

Asymmetrische Angelegenheit

Diese Entwicklung ist ein Resultat der iranischen Strategie. Teheran versucht nicht, die USA in einer klassischen militärischen Konfrontation zu besiegen. Stattdessen setzt der Iran auf asymmetrischen Druck: wachsende wirtschaftliche Kosten und kalkulierte Gegenschläge.

Nach Einschätzung des Institute for the Study of War [21] kann der Iran die Kosten des Krieges so weit erhöhen, dass Washington seine Ziele mindestens überdenken muss. Auch das Council on Foreign Relations sieht [22] den entscheidenden Hebel Teherans nicht in einer dauerhaften Blockade der Straße von Hormus, sondern in einem gezielten Einsatz wirtschaftlicher Druckmittel.

Faktor Öl

Die Bedeutung der Straße von Hormus bleibt zentral. Zwar wird verstärkt über alternative Transportwege für die Rohstoffe vom Golf diskutiert, doch kurzfristig existiert keine gleichwertige Umgehung [23].

Die saudische East-West-Pipeline erreicht nicht [24] die Dimension der gesamten durch Hormus fließenden Energiemengen. Auch eine Analyse zu alternativen Exportwegen zeigt [25]: Neue Logistikketten könnten langfristig Risiken reduzieren, kurzfristig jedoch keine Entlastung schaffen.

Branchenkreisen zufolge prüfen [26] insbesondere asiatische Raffinerien, Rohöl künftig verstärkt über die Ost-West-Pipeline zum saudischen Rotmeerhafen Yanbu zu transportieren. Von dort sollen kleinere Tanker den Suezkanal passieren oder teilweise über die ägyptische Sumed-Pipeline ans Mittelmeer umschlagen.

Die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline umgeht [27] Hormus zwar vollständig, ist jedoch bei den Kapazitäten, trotz einesAusbauss bis 2027, weit unterhalb der Gesamtproduktion angesiedelt. Parallel baut DP World derzeit neue Großterminals in Fujairah, um den Hafen dauerhaft als Ausweichstandort zu etablieren, Al Jazeera weist jedoch darauf [28] hin, dass iranische Angriffe bereits die Verladung vor Ort beeinträchtigt haben.

Gleichzeitig bleiben alle Alternativen verwundbar [29]: Die Huthi drohen mit einer Ausweitung ihrer Angriffe, selbst Pakistan droht in den Konflikt militärisch involviert zu werden. Eine vollständige Ausschaltung dieser Akteure wäre für Washington jedoch nur durch eine massive militärische Eskalation unter Einsatz von Bodentruppen möglich – innenpolitisch wohl inopportun.

Beim Faktor Öl treten zudem mehrere Ebenen hinzu: nicht nur, dass die US-Öl-Reserven auf ihren tiefsten Stand seit dem April 1983 gefallen sind [30], sondern auch, dass Europa, das stärker in einen globalen LNG-Markt eingestiegen ist, durch die Straße von Hormus besonders verwundbar [31] wird.

Der Konflikt trifft Europa nicht unbedingt durch einen direkten Lieferstopp, sondern durch Preisschocks [32]. Die US-Angriffe trieben [33] die Verbraucherpreise dabei auf den höchsten Stand seit Juni und laut Automobilclub [34] verteuerte sich bei uns allein Diesel im Vergleich zur Vorwoche um fast zehn Cent pro Liter.

Am längeren Hebel

Während die USA weiterhin ihre technologische Überlegenheit durch Luftangriffe und Raketenoperationen demonstrieren, wächst der Preis des Krieges: Milliardenkosten, schwindende Munitionsbestände, tote Soldaten und eine zunehmende innenpolitische Debatte über einen weiteren Endloskrieg [35].

Teherans entscheidende Waffe ist deshalb die Fähigkeit, die Verwundbarkeit des globalen Energiesystems offenzulegen. In dieser Diktion analysiert [36] auch der unabhängige Militärexperte Torsten Heinrich die aktuelle Lage: Die iranische Strategie der Erschöpfung scheint aufzugehen, erschwerend tritt hinzu, dass an jedem Tag, wo dieser Krieg geführt wird, die USA Materialien nutzen, "die sie gegen China brauchen könnten".

Der Krieg entscheidet sich nicht allein an militärischer Schlagkraft. Daran ändern auch die US-Drohungen mit Angriffen auf zivile Infrastruktur nichts – etwa Donald Trumps Ankündigung [37], für jeden Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zu zerstören, oder mögliche Angriffe auf Pickaxe Mountain [38], die mit Blick auf Hormus strategisch sinnlos [39] wären. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Seite länger durchhalten kann. Und hier deuten alle Parameter auf den Iran.


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https://www.heise.de/-11375588

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tagesspiegel.de/internationales/iran-krieg-flugabwehrfeuer-in-teheran-angriffe-auf-us-stutzpunkte-15864181.html
  2. https://www.reuters.com/world/middle-east/us-military-completes-its-latest-strikes-iran-marking-10th-successive-night-2026-07-21/
  3. https://www.tagesschau.de/ausland/teheran-iran-usa-100.html
  4. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101351890/iran-krieg-warum-trumps-waffenstillstand-laengst-gescheitert-ist.html
  5. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101354678/trumps-iran-krieg-ausser-kontrolle-mehr-bomben-mehr-kosten-mehr-tote.html
  6. https://www.telepolis.de/article/Iran-Auf-dem-Weg-zum-All-In-11366814.html
  7. https://www.independent.co.uk/news/world/americas/us-politics/trump-iran-war-approval-rating-b3018277.html
  8. https://www.theguardian.com/us-news/2026/jul/21/hegseth-pentagon-supplemental-funding-request-senate
  9. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/hegseth-haushaltsausschuss-irankrieg-100.html
  10. https://www.n-tv.de/ticker/USA-geben-nach-sechs-Tagen-Iran-Krieg-bereits-mehr-als-11-3-Milliarden-Dollar-aus-id30461457.html
  11. https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-finanzen-militaer-iran-krieg-100.html
  12. https://www.aljazeera.com/news/2026/7/22/iran-wars-37bn-price-tag-why-does-trump-want-67bn-more
  13. https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-iran-krieg-kosten-hegseth-senat-kritik-li.3519663
  14. https://www.reuters.com/world/us/trump-witness-return-us-soldiers-killed-iran-war-2026-07-22/
  15. https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-war-drains-us-blood-treasure-2026-07-22/
  16. https://www.reuters.com/world/middle-east/after-deadly-weekend-us-troops-trump-vows-revenge-against-iran-2026-07-20/
  17. https://www.theguardian.com/us-news/2026/jul/21/hegseth-pentagon-supplemental-funding-request-senate
  18. https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/us-troops-families-adjust-to-new-normal-iran-war-2026-06-07/
  19. https://www.wsj.com/politics/national-security/hegseth-estimates-cost-at-iran-war-at-37-5-billion-36e68f3d
  20. https://www.jungewelt.de/artikel/526567.irankrieg-auf-einen-blick.html
  21. https://understandingwar.org/research/middle-east/iran-update-special-report-july-7-2026/
  22. https://www.cfr.org/articles/strait-of-hormuz-traffic-faced-a-long-road-to-recovery-now-the-iran-deal-is-unraveling
  23. https://www.dw.com/de/iran-krieg-suche-nach-alternativen-zur-stra%C3%9Fe-von-hormus/a-77041610
  24. https://www.navis-ag.com/iran-krieg-alternative-transportrouten-auf-der-arabischen-halbinsel/
  25. https://www.kpler.com/blog/new-pipelines-bypassing-the-strait-of-hormuz-could-come-online-in-1-2-years
  26. https://www.aramco.com/-/media/publications/corporate-reports/reports-and-presentations/2026/q1/saudi-aramco-q1-2026-webcast-presentation-english.pdf
  27. https://www.reuters.com/world/middle-east/asian-refiners-look-suez-canal-move-saudi-oil-amid-houthi-shipping-threats-2026-07-21/
  28. https://www.aljazeera.com/opinions/2026/7/8/the-strait-of-hormuz-is-now-at-the-centre-of-iranian-and-us-calculus
  29. https://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-krieg-pakistan-droht-mit-angriffen-auf-huthis/100136895.html
  30. https://de.investing.com/news/commodities-news/usolreserven-fallen-nach-einigung-mit-iran-auf-tiefsten-stand-seit-1983-93CH-3524392
  31. https://global-energy-flow.com/storage/
  32. https://www.reuters.com/business/energy/middle-east-war-deepens-2026-oil-deficit-outlook-2027-glut-still-looms-2026-07-22/
  33. https://www.wiwo.de/finanzen/oelpreis-aktuell-us-angriffe-treiben-oelpreis-auf-hoechsten-stand-seit-juni/100207502.html
  34. https://www.deutschlandfunk.de/spritpreise-klettern-weiter-regierung-plant-keinen-neuen-tankrabatt-100.html
  35. https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101354678/trumps-iran-krieg-ausser-kontrolle-mehr-bomben-mehr-kosten-mehr-tote.html
  36. https://www.youtube.com/watch?v=vm7R8mubuFU&t=3s
  37. https://www.deutschlandfunk.de/trump-droht-mit-angriffen-auf-infrastruktur-102.html
  38. https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/pickaxe-mountain-diese-iranische-militaeranlage-will-trump-angreifen-accg-201051091.html
  39. https://www.nzz.ch/international/irans-geheime-atomanlage-warum-will-trump-den-spitzhackenberg-bombardieren-ld.10016510

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  • 23. Juli 2026 um 14:00

Chatkontrolle: EU-Rat stimmt für die Verlängerung

Von Heise
Henna Virkkunen und Ursula von der Leyen geben eine Pressekonferenz, im Hintergrund EU-Flaggen.

Treiben die Verhandlungen über die Chatkontrolle auf Seiten der Kommission voran: Vizepräsidentin Henna Virkkunen und Kommissionschefin Ursula von der Leyen.

(Bild: Dati Bendo/EU-Kommission)

Nach ihrem parlamentarischen Coup haben die EU-Länder wie erwartet der erneuten Verlängerung einer Ausnahmeregelung für die Chatkontrolle zugestimmt.

Der EU-Rat hat wie erwartet die erneute Verlängerung einer Ausnahmeregelung für die sogenannte freiwillige Chatkontrolle besiegelt. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Damit können Anbieter wie Google, Meta oder Microsoft weiterhin auf ihren Plattformen automatisiert nach Abbildungen von Kindesmissbrauch suchen.

Der Rat hat am Donnerstag auch formell zugestimmt, nachdem die Einigung bereits am Mittwoch bekannt geworden [1] war. Mit ihrer Zustimmung nehmen die Länder auch zwei vom EU-Parlament verabschiedete Änderungswünsche [2] an, die die automatischen Scans auf unverschlüsselte Chats beschränken.

Kommission: „Brückenlösung“

Die EU-Kommission, die die treibende Kraft hinter der umstrittenen Chatkontrolle ist, begrüßte die Einigung ausdrücklich, bezeichnete sie aber auch als „Brückenlösung“. Es sei „eine positive Entwicklung“, dass nun die Rechtssicherheit wiederhergestellt sei, nachdem die vorherige Ausnahmeregelung im April ausgelaufen war.

Der Zustimmung war ein bisher beispielloses politisches Ränkespiel vorangegangen. Kommission, Rat und Parlament streiten seit Monaten über eine grundrechtssichere Ausgestaltung der Chatkontrolle. Weil die freiwillige Praxis der Plattformen aber gegen EU-Datenschutzrecht verstößt, benötigten die Unternehmen dafür eine Ausnahmeregelung.

Einer erneuten Verlängerung dieser 2021 eingeführten Ausnahmeregelung hat das Parlament aber mehrfach widersprochen. Damit war das Thema eigentlich vom Tisch. Der Rat hat mit Unterstützung der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) und von Parlamentspräsidentin Roberta Metsola dann kurz vor der Sommerpause einen gleichlautenden Gesetzesvorschlag auf die Tagesordnung gedrückt.

Aus der Trickkiste

Dank eines Verfahrenstricks [3] hätte das Parlament eine absolute Mehrheit benötigt, um den Vorschlag erneut abzulehnen. Die kam in der letzten Sitzung vor der Sommerpause aber nicht zustande. Damit war der Vorschlag des Rates trotz einer einfachen Mehrheit der Gegenstimmen angenommen. Die neue Ausnahme soll bis zum 3. April 2028 gelten.

Bei dem auch „Chatkontrolle 1.0“ genannten Verfahren überprüfen Plattformbetreiber die Kommunikation in ihren Netzwerken auf digitale Muster von bekannten Abbildungen von Kindesmissbrauch. Die Unternehmen sind dazu nicht rechtlich verpflichtet, weshalb von der freiwilligen Chatkontrolle gesprochen wird.

Eine solche Überprüfung von privater Kommunikation verstößt gegen geltendes EU-Recht. Deshalb gab es in der EU seit 2021 eine befristete Ausnahmegenehmigung, die bereits einmal verlängert worden war. Weil das Parlament einer erneuten pauschalen Verlängerung aber nicht zugestimmt hat, lief die Ausnahmeregelung im April aus.

Damit richtet sich der Blick auf die festgefahrenen Verhandlungen über einen dauerhaften Rechtsrahmen. Kommissions-Vizepräsidentin Henna Virkkunen begrüßte die Einigung als „positiven Schritt“ für den Schutz von Kindern. „Aber die EU braucht dauerhafte Regeln“, betonte Virkkunen und forderte Rat und Parlament auf, „eine wirksame, dauerhafte und klare Lösung zum Schutz unserer Kinder zu finden“.


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  1. https://www.heise.de/news/Chatkontrolle-EU-Laender-sind-bei-Verlaengerung-einig-11374168.html
  2. https://www.heise.de/news/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html
  3. https://www.heise.de/news/Chatkontrolle-1-0-EU-Ministerrat-will-Messenger-Scans-im-Eiltempo-durchdruecken-11353562.html
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  • 23. Juli 2026 um 18:54

Codeberg verbietet KI-Training und KI-Massenprojekte

Von Heise
Eine Berglandschaft mit einer Straße, die mit verschiedenen Programmiersprachen-Logos markiert ist.

(Bild: Vanessa Bahr / KI / iX)

Codeberg verbietet die Nutzung seiner Daten für KI-Training und plant, KI-generierte Massenprojekte auszuschließen.

Codeberg will den auf der Plattform gehosteten Code und andere Nutzerdaten nicht zum Training großer Sprachmodelle nutzbar machen. Zugleich plant der Berliner Verein, seine Nutzungsbedingungen zu ändern: Repositories, die weitgehend automatisiert durch KI-Agenten entstehen oder mit hohem Ressourcenverbrauch betrieben werden, können künftig gegen die Regeln der Plattform verstoßen. Die Mitgliederversammlung von Codeberg e. V. hat beide Anträge angenommen.

Codeberg [1] ist eine gemeinnützige, gemeinschaftlich betriebene Plattform für freie und quelloffene Software. Sie bietet Git-Hosting auf Basis von Forgejo, außerdem etwa CI/CD, Pages und eine Weblate-Instanz für Übersetzungen. Der Verein mit Sitz in Berlin versteht sich als datensparsame, nichtkommerzielle Alternative zu GitHub und GitLab.

Keine Trainingsdaten aus Codeberg-Projekten

Mit dem ersten Beschluss bekräftigt Codeberg seine bisherige Datenschutzlinie: Weder Quellcode noch Daten von Nutzern und Projekten sollen für generative KI genutzt oder zum Training großer Sprachmodelle (LLMs) herangezogen werden. Das betrifft die Codeberg-Dienste selbst, nicht jedoch zwangsläufig externe Akteure, die öffentlich verfügbare Repositories automatisiert abrufen.

Gerade diese automatisierten Abrufe sieht Codeberg als Problem an: Crawler von KI-Anbietern durchsuchen nicht nur Git-Repositories über den üblichen git clone-Weg. Sie rufen auch zahlreiche Webansichten, Varianten von Issue-Filtern, Historienstände und wiederholt identische Dateien ab. Das belastet die Datenbanken und zwingt die Administratoren zu Limits und Schutzmaßnahmen, die ebenso legitime Nutzer treffen.

Codeberg begründet die Entscheidung zudem mit seiner grundsätzlichen Kritik an LLMs. Der Verein verweist auf steigenden Infrastrukturbedarf, Energieverbrauch und die Belastung kleiner Betreiber durch teurere Hardware. Diese Folgen seien mit dem Anspruch einer ressourcenschonenden, gemeinschaftlich getragenen Infrastruktur schwer vereinbar, argumentiert Codeberg im Blogbeitrag [2].

Neue Regeln gegen KI-Massenprojekte

Der zweite Beschluss zielt auf Projekte, die Codeberg als „vibe-coded“ einstuft. Gemeint sind dabei nicht einzelne KI-gestützte Ergänzungen oder ein Codevorschlag aus einem Sprachmodell. Im Fokus stehen Repositories, deren Inhalt weitgehend durch LLMs oder autonome Agenten entsteht, ohne dass Menschen ihn langfristig prüfen, weiterentwickeln und warten.

Die Mitgliederversammlung nahm den Antrag mit 358 Ja- zu 144 Nein-Stimmen bei 14 Enthaltungen an. Die geplante Änderung der Nutzungsbedingungen soll es Codeberg erlauben, solche Projekte auszuschließen. Der Verein kündigt allerdings keine automatische Suche nach KI-generiertem Code und keine kurzfristige Massenlöschung bestehender Repositories an.

Codeberg nennt Projekte mit aktiver Community oder einer längeren, vor dem LLM-Boom begonnenen Entwicklungsgeschichte als Fälle, die von den neuen Regeln voraussichtlich nicht betroffen sind. Kleine Experimente und Skripte mit geringem Ressourcenverbrauch sollen laut Codeberg in der Praxis in der Regel geduldet werden.

Kritischer sieht Codeberg dagegen Projekte, die KI-Agenten autonom erzeugen, ebenso wie eine stark LLM-gestützte Entwicklung und Repositories mit unverhältnismäßig hohem Speicher- oder CI-Verbrauch. Codeberg beschreibt etwa Projekte, die von einer einzelnen Person betrieben werden, aber große Binärpakete für viele Plattformen bauen und umfangreiche Pipelines ausführen. Der Verein will seine aus Spenden finanzierte Infrastruktur nicht für solche „Geisterprojekte“ vorhalten.

Maintainer: Mehr Prüfaufwand durch KI

Der Konflikt betrifft nicht nur Codeberg, sondern viele Open-Source-Projekte: KI-Werkzeuge senken die Hürde, Änderungsvorschläge und Pull Requests einzureichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie den Review-Aufwand senken. Maintainer müssen weiterhin Architektur, Tests, Sicherheit, Lizenzlage und Wartbarkeit prüfen. Bei unpassenden oder oberflächlichen Beiträgen steigt ihre Arbeit sogar.

GitHub hat auf die wachsende Flut solcher Beiträge zuletzt mit Maßnahmen gegen sogenannten KI-Slop [3] reagiert. Gemeint sind massenhaft eingereichte, oft kaum geprüfte Änderungen und Tickets. GitHub setzt damit auf Moderations- und Verwaltungswerkzeuge, anstatt KI-generierte Projekte grundsätzlich aus dem Hosting auszuschließen.

Auf Ebene der Hosting-Infrastruktur setzt Forgejo auf einen weiteren Ansatz [4]: Die Software liefert inzwischen standardmäßig eine restriktive robots.txt aus. Sie soll Crawler, die sich an diese Konvention halten, von problematischen Endpunkten fernhalten. Einen wirksamen Schutz gegen Akteure, die eine robots.txt ignorieren, bietet das allerdings nicht.

Kommerzielle Plattformen regeln die Nutzung von Daten für ihre KI-Funktionen unterschiedlich. GitLab erklärt für Duo [5], Eingaben und Ausgaben außerhalb ausdrücklich freigegebener Datensammlungen nicht aufzubewahren. Nutzungsdaten für Serviceverbesserungen und Fehlersuche sollen demnach nicht zum Training von KI-Modellen dienen. GitHub erlaubt individuellen Copilot-Nutzern dagegen, die Verwendung ihrer Daten für das Modelltraining in den Einstellungen abzuwählen.


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  1. https://www.heise.de/tests/Codeberg-GitHub-Alternative-fuer-freie-Projekte-im-Test-11226164.html
  2. https://blog.codeberg.org/protecting-our-floss-commons-from-llms.html
  3. https://www.heise.de/news/AI-Slop-verstopft-Open-Source-GitHub-kuendigt-Massnahmen-an-11184036.html
  4. https://forgejo.org/2025-07-release-v12-0/
  5. https://docs.gitlab.com/user/gitlab_duo/data_usage/
  6. https://www.heise.de/ix
  7. mailto:fo@ix.de

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  • 23. Juli 2026 um 15:48

software-architektur.tv: James Coplien stellt das Dependency-Denken infrage

Von Heise
Logo software-architektur.tv: What Is It Really About? A Discussion with James Coplien

(Bild: software-architektur.tv)

In der englischsprachigen Episode diskutiert Eberhard Wolff mit James Coplien, ob Softwarearchitektur wirklich vor allem das Management von Abhängigkeiten ist?

Ist Softwarearchitektur im Kern nichts weiter als das Verwalten von Abhängigkeiten? Diese verbreitete Annahme stellen der Muster-Pionier James O. „Jim“ Coplien und der Softwarearchitekt Eberhard Wolff in einer englischsprachigen Folge des Videocasts software-architektur.tv [1] mit dem Titel „Software Architecture: What Is It Really About?“ auf den Prüfstand. Wolff selbst hatte das Thema bereits in einer früheren Episode [2] des Videocasts behandelt und die Frage gestellt, ob Abhängigkeiten tatsächlich so zentral für Softwarearchitektur sind, wie die verbreitete Gleichsetzung nahelegt.

Die Debatte trifft einen wunden Punkt der Praxis. In vielen Projekten wird Softwarearchitektur vor allem über Layer-Diagramme, Dependency-Graphen und den Schnitt von Modulen oder Microservices diskutiert. Wie Wolff in der Ankündigung zu dem Gespräch formuliert, werde Architektur teils sogar auf kaum mehr als das Management von Abhängigkeiten reduziert. Genau diese Sichtweise fordert Coplien heraus.

James Coplien [3] ist in der Softwareentwicklung kein Unbekannter. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern der Hillside Group, die die Muster-Bewegung im Softwarebereich anstieß, und hat mehrere Konferenzen der Reihe Pattern Languages of Programs (PLoP) mitbegründet. 1996 war er Program Chair der OOPSLA. Seine Arbeiten zu C++-Idiomen zählen zu den drei Hauptquellen des einflussreichen „Design Patterns“-Buchs der Gang of Four, und er prägte das Curiously Recurring Template Pattern (CRTP). Auch die agilen Methoden Extreme Programming und die täglichen Scrum-Standups gehen auf seine Organizational Patterns zurück.

Zusammen mit Trygve Reenskaug, dem Schöpfer von Model-View-Controller, entwarf Coplien das Paradigma DCI (Data, Context, Interaction). Es trennt bewusst zwischen dem, „was ein System ist“ – also dem Domänenmodell und den Daten – und dem, „was ein System tut“, den Anwendungsfällen und Interaktionen. Diese Unterscheidung bildet die Grundlage seiner Kritik am reinen Struktur- und Abhängigkeitsdenken.

Livestream am 24. Juli

Die Ausstrahlung findet am Freitag, 24. Juli 2026, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [5] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt [6], der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [7] (Socreatory) und Ralf D. Müller [8] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet heise Developer über die Episoden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373655

Links in diesem Artikel:

  1. https://software-architektur.tv/
  2. https://www.heise.de/news/software-architektur-tv-Software-Architektur-Abhaengigkeiten-Managen-9289015.html
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Coplien
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://software-architektur.tv/
  6. https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
  7. https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
  8. https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
  9. mailto:map@ix.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:02

Wirtschaftskrimi: Prozess um 100-Millionen-Euro-Betrug an Delivery-Hero-Gründer

Von Achim Sawall
Ein deutscher Investor soll laut Anklage versucht haben, einen Delivery-Hero-Gründer um über 100 Millionen Euro zu betrügen. Es geht um eine Anklage gegen Investor Florian Fritsch.
Essenslieferant mit Uber-Eats-Rucksack fährt am 16. Juli 2026 in Berlin. (Bild: REUTERS/Annegret Hilse)
Essenslieferant mit Uber-Eats-Rucksack fährt am 16. Juli 2026 in Berlin. Bild: REUTERS/Annegret Hilse

Die Staatsanwaltschaft Liechtenstein hat Ende März Anklage gegen den deutschen Investor Florian Fritsch erhoben. Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, die dem Spiegel (Paywall) vorliegt, lautet der Vorwurf auf Untreue. Der Schaden soll sich demnach auf 108 Millionen Euro belaufen.

Delivery Hero ist kein klassischer einzelner Lieferservice, sondern eine globale Dachgesellschaft. Auf dem Endkundenmarkt tritt das Berliner Unternehmen kaum unter dem Namen Delivery Hero auf, sondern steuert ein riesiges Netz aus eigenen Tochtergesellschaften, regionalen Marktführern und weltweiten Beteiligungen.

In den verschiedenen Weltregionen betreibt Delivery Hero eigenständige Firmen, die dort oft die Marktführerschaft haben: Einer der größten Lieferdienste in Südeuropa (Spanien, Portugal, Italien) und Osteuropa ist Glovo. Delivery Hero übernahm 2022 die Mehrheit an dem spanischen Unternehmen. Die von Delivery Hero kontrollierte Foodora ist vor allem in Nord- und Mitteleuropa, Österreich, Schweden, Norwegen, und Tschechien aktiv. Dazu kommen Efood (Griechenland) und Foody (Zypern). Talabat ist der dominierende Player in der Golfregion (VAE, Kuwait, Katar und Ägypten), Hungerstation der führende Lieferdienst in Saudi-Arabien.

Foodpanda ist sehr stark in Südostasien und Südasien (Singapur, Hongkong, Malaysia oder Pakistan) aktiv. Baedal Minjok (Woowa Brothers) der absolute Marktführer in Südkorea, den Delivery Hero 2021 übernahm. Pedidosya betreibt das Geschäft in Süd- und Mittelamerika.

Vertrauen des Delivery-Hero-Gründers Markus Fuhrmann missbraucht

Neben Fritsch sind auch sein Bruder sowie ein langjähriger Vertrauter angeklagt. Die Anklage rekonstruiert, wie Fritsch das Vertrauen des Delivery-Hero-Gründers Markus Fuhrmann erlangt und missbraucht haben soll.

Der Österreicher gilt laut Spiegel als einer der prominentesten Gründer im deutschsprachigen Raum. Den Unterlagen zufolge entwickelte sich zwischen Fritsch und Fuhrmann sowohl privat als auch beruflich ein enger Kontakt. Fuhrmann gewährte Fritsch und dessen Firmen Darlehen in Millionenhöhe. Zudem machte Fuhrmann einen langjährigen Mitarbeiter von Fritsch zum Geschäftsführer seiner Familien-Holding.

Fuhrmann und Fritsch waren beide auch an der Gründung des Bauunternehmens Gropyus beteiligt, eines der bekanntesten Startups der Immobilienbranche. Mit der Zeit soll Fritsch unter Druck geraten sein. Gropyus-Projekte sollen seinetwegen gescheitert sein, trotz millionenschwerer Investitionen. Im Sommer 2021 versuchte Fritsch offenbar, Fuhrmann zu entmachten und sich um Millionen zu bereichern, wie der Spiegel weiter berichtet.

Zum faktischen Alleinherrscher bei Gropyus aufgestiegen

Fritsch und sein Vertrauter als Geschäftsführer der Holding von Fuhrmann unterschrieben damals einen Aktionärsbindungsvertrag (ABV). Die Holding verpflichtete sich darin, ihr Gropyus-Aktienpaket von damals rund 108 Millionen Euro für zunächst 20 Jahre an Fritsch zu verpfänden. Außerdem wäre Fritsch durch den Vertrag zum faktischen Alleinherrscher bei Gropyus aufgestiegen. Wenn eine Seite den Vertrag bräche, würde die andere eine Kompensation von einer Million Schweizer Franken kassieren.

Laut den Ermittlern soll Fritsch als mutmaßlicher Drahtzieher den Vertrag gemeinsam mit seinem Bruder konzipiert haben, berichtet der Spiegel. Für die Umsetzung war laut Anklage sein Vertrauter zuständig. Er habe den Vertrag unterschrieben, ohne Fuhrmann zu informieren.

An den Rand einer Pleite geführt

Auf erheblichen Druck von alten und möglichen neuen Gropyus-Investoren willigte Fritsch letztlich offenbar ein, den Vertrag aufzulösen. Er soll durch sein Verhalten das Startup an den Rand einer Pleite geführt haben.

Fuhrmanns Anwalt zufolge stimmte sein Mandant dem Vertrag nie zu. Er sei hinter seinem Rücken vorbereitet worden, berichtet der Spiegel. Fritsch wollte sich auf Spiegel-Anfrage zu den Vorgängen und den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht äußern. Sein Bruder und der Vertraute ließen Anfragen unbeantwortet.

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  • 23. Juli 2026 um 20:32

(g+) Space industry: New Zealand's 'rocket man' takes on Elon Musk and Jeff Bezos

Von Nic Fildes
Peter Beck's Rocket Lab builds internet satellite business to rival Starlink and Amazon Leo.
Rocket Lab CEO Peter Beck in 2019 (Bild: Kai Schwoerer/Getty Images)
Rocket Lab CEO Peter Beck in 2019 Bild: Kai Schwoerer/Getty Images

After successfully launching New Zealand's first rocket into space, billionaire Sir Peter Beck is setting his sights on taking on Elon Musk and Jeff Bezos in the internet satellite business.

Last month, the Rocket Lab founder signed the biggest cheque of his life, agreeing to pay $8bn for US-listed satellite communications provider Iridium.

Golem Plus Artikel

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  • 23. Juli 2026 um 18:53

Platz 33 der damaligen Weltrangliste: Als das US-Militär einen Supercomputer aus 1. ...

Von Oliver Nickel
Einst bestand der schnellste Supercomputer der US Air Force aus Spielekonsolen. Und dann macht Sony selbst das Konzept kaputt.
Die PS3 war damals ein guter Ersatz für teure Serverhardware. (Bild: Wikipedia Commons)
Die PS3 war damals ein guter Ersatz für teure Serverhardware. Bild: Wikipedia Commons

Die Playstation 3 war vor mehr als 15 Jahren nicht nur eine beliebte Spielekonsole. Sie wurde von der US Air Force auch massenweise bestellt, um daraus einen Supercomputer-Cluster zu bauen, wie das Magazin We are Mighty berichtet. Der sogenannte Condor Cluster aus dem Jahr 2010 bestand aus 1.760 Sony Playstation 3, die zusammengenommen eine Rechenleistung von 500 TFLops erreichten. Das System war damals auf dem 33. Platz der schnellsten Supercomputer der Welt.

Zum Vergleich: Im Juni 2026 ist der Nano-4-Supercomputer in Taiwan auf dem gleichen Platz. Der erreicht eine Transferrate von 81.522 TFLops oder 81,5 PFlops. Das System ist also um den Faktor 163 schneller. Aus heutiger Sicht wäre der Condor Cluster nicht einmal unter den Top 500 der schnellsten Supercomputer. Selbst der letzte Platz ist mit 2,7 PFLops fünfmal so schnell.

Für die damalige Zeit war der Condor Cluster allerdings revolutionär. Vor allem konnte die US Air Force ein System aus Playstation 3 für 400 US-Dollar pro Stück bauen, das mit insgesamt etwa 2,2 Millionen US-Dollar fünf bis zehn Prozent des Preises eines Supercomputers mit traditionellen Server-Komponenten kostete. Im Betrieb benötigte es auch nur etwa zehn Prozent der Energie.

Firmware-Update verhinderte Linux-Installation

Die Playstation 3 ist vergleichsweise energieeffizient, da sie mit einem Custom-Prozessor und einer passenden 500-MHz-GPU von Nvidia ausgestattet ist. Das System benötigte unter Volllast maximal 200 Watt – wenig für damalige Verhältnisse. Die aktuelle Playstation 5 ist für etwa 220 Watt Leistung ausgelegt.

Der Condor Cluster konnte so lange betrieben werden, wie es für die US-Armee möglich war, darauf ihr eigenes Linux-Betriebssystem zu betreiben. Mit einem Firmware-Update machte Sony diese Möglichkeit auf der Playstation 3 aber rückgängig. Das Militär musste diese Firmware zwar nicht aufspielen. Allerdings wurden spätere Modelle der Playstation 3 und Playstation 3 Slim ab Werk mit der Firmware ausgestattet. Ersatzteile waren also nicht mehr bestellbar.

Mit dieser Änderung endete die Ära der Playstation-Supercomputer, die neben der Air Force etwa auch von zivilen Forschungsinstituten genutzt werden. Generell bleibt die Idee der Supercomputer-Cluster mit energieeffizienter Hardware aber bestehen. AWS Graviton ist etwa eine auf ARM basierte Plattform, die sich skalieren lässt. Microsoft verwendet etwa Azure Cobalt auf ARM-Basis, während Apple die hauseigenen M5-Chips für Cloudserver nutzt.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 25.06.2026 veröffentlicht. Da das Thema für unsere Leserschaft weiterhin von hohem Interesse ist, spielen wir den Beitrag an dieser Stelle erneut aus.

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  • 23. Juli 2026 um 18:50

Störungsmeldung vom 22.07.2026 17:30

Von heise online

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
22.07.2026 17:30
Region
Schweigen-Rechtenbach (06342)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
Modem

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

  • 22. Juli 2026 um 17:30

Datenschutzvorfall bei uniVersa: KI-Crawler von OpenAI griff Daten ab

Von Heise
Schloss- und weitere Symbole vor Mnesch mit Tablet im Hintergrund

(Bild: PopTika / shutterstock.com)

Bei den uniVersa-Versicherungen gab es einen Datenschutzvorfall. Ein KI-Crawler hat Kundendaten abgegriffen, darunter Namen, Adressen und teilweise Bankdaten.

Bei der uniVersa Lebensversicherung, der uniVersa Krankenversicherung und der uniVersa Allgemeine Versicherung hat es einen Datenschutzvorfall gegeben, bei dem ein KI-Crawler auf Daten zugreifen konnte. Nach Angaben von uniVersa war das nur für wenige Stunden möglich. Grund dafür soll eine IT-Umstellung am 7. Juli 2026 gewesen sein. Mehrere Leser, die in den vergangenen Tagen vom Unternehmen informiert wurden, hatten sich bezüglich des Vorfalls bei heise online gemeldet.

Auf dem betroffenen Server „lagen allgemeine personenbezogene Daten etwa Namen und Anschriften sowie Vertragsdaten wie Versicherungsnummern und Tarifinformationen“, heißt es von einer Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Wie viele Kunden betroffen sind, verrät das Unternehmen nicht. Bei einigen Kunden seien „auch Bankverbindungsdaten (IBAN und BIC)“ betroffen. Nicht betroffen waren hingegen „besonders sensible Informationen wie Gesundheits-, Login- oder Kreditkartendaten und die zentralen Verwaltungs- und Datensysteme sowie das Kundenportal“. IT-Forensiker von uniVersa untersuchen derzeit den Vorfall.

Entdeckt wurden die Zugriffe auf den offenen Server laut Universa „im Rahmen interner Sicherheitskontrollen“. Daraufhin sei der unerwünschte Zugriff auf den „einzelnen Server [...] umgehend abgeschaltet“ worden. In dem Schreiben der uniVersa war von OpenAI die Rede. Der KI-Anbieter sei aufgefordert worden, die abgerufenen Daten nicht zu verwenden und sie vollständig zu löschen. Außerdem habe das Unternehmen „externe Forensik-Experten hinzugezogen, um den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären“. Zudem seien zusätzliche Schutzmaßnahmen eingeleitet worden, für Betroffene steht der Kundenservice bereit.

Außerdem wurde der Vorfall der zuständigen Datenschutzbehörde gemeldet. Der Präsident der Bayerischen Datenschutzaufsicht (BayLDA), Michael Will, bestätigte auf Anfrage von heise online, dass der Behörde eine Meldung zu den uniVersa Lebensversicherungen vorliegt. Zu Umfang und Details kann Will wegen laufender Untersuchungen derzeit keine Angaben machen. Das betreffe insbesondere die Zahl der Betroffenen und die tatsächlich betroffenen Datenkategorien.

Will rät potenziell Betroffenen zu allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen. Sie sollten unter anderem Passwörter ändern, Konto- und Kreditkartenbewegungen kontrollieren sowie bei ungewöhnlichen E-Mails, Anrufen oder Briefen besonders vorsichtig sein. Bei Verdacht auf Betrug empfiehlt die Behörde, Anzeige zu erstatten. Zur möglichen Verwendung abgerufener Daten für KI-Entwicklung oder -Training machte das Amt keine konkrete Aussage.

Verantwortliche müssen besondere Vorkehrungen treffen

Des Weiteren verweist Will auf die jüngst veröffentlichten Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses (EDPB) zum Web‑Scraping im Kontext der Entwicklung generativer KI‑Systeme [1] (PDF) und betont, dass bereits der datenschutzrechtliche Erforderlichkeitsgrundsatz strenge Anforderungen an Umfang und Art der erhobenen Daten stellt. Vor einem Datenabruf mittels Web‑Crawling müssen Verantwortliche unter anderem technische und organisatorische Filtermechanismen implementieren, um nicht erforderliche Datenkategorien von vornherein auszuscheiden und strukturell sensible Quellen gar nicht erst in die Sammlung einzubeziehen.

Darüber hinaus sollten stets personenbeziehbare Daten, die sich anhand ihres Formats eindeutig identifizieren lassen, etwa Sozialversicherungs‑ oder Telefonnummern, vor einer Weiterverwendung systematisch herausgefiltert werden, sodass auch im Kontext eines Sicherheitsvorfalls nur ein auf das notwendige Maß reduzierter Datenbestand betroffen ist und zusätzliche Schutzmaßnahmen für betroffene Personen greifen können.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11372741

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.edpb.europa.eu/system/files/2026-07/edpb_guidelines_2020603_webscraping_v1_en_0.pdf
  2. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  3. mailto:mack@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:48

Rechteausweitungslücke in Ubuntu durch snap

Von Heise
Ubuntu-Logo und -Schriftzug vor Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise medien)

Standardinstallationen von Ubuntu sind für eine Schwachstelle anfällig, die die Rechteausweitung zu root ermöglicht. Auslöser ist snap.

Eine Schwachstelle betrifft die Linuxdistribution Ubuntu in der Standardinstallation. IT-Forscher haben im „snap-confine“-Paket eine Sicherheitslücke entdeckt, die lokale Nutzer zum Ergattern von root-Rechten ausnutzen können.

Das schreibt das IT-Sicherheitsunternehmen Qualys in einem aktuellen Blogbeitrag [1]. Das Problem betrifft das Paket snap-confine, das zu Canonicals App-Verwaltungssystem snapd gehört und für die snap-Apps eine sichere Umgebung bereitstellen soll. Wurde snap-confine mit „set-capabilities“ anstatt dem eigentlichen Standard „set-uid-root“ konfiguriert, können lokale Angreifer durch einen Fehler bei der Initialisierung von Rechtebeschränkungen oder Sicherheitssandboxen die Beschränkungen umgehen und beliebigen Code ausführen – was die Ausweitung der Rechte zu root ermöglicht (CVE-2026-8933 [2], CVSS 7.8, Risiko „hoch“).

Ubuntu nutzt standardmäßig nicht-Standard-Konfiguration

Wie Qualys etwas detaillierter ausführt, hatten die Ubuntu-Maintainer eigentlich eine Verbesserung der Sicherheit im Hinterkopf: Sie haben die „set-uid-root“-Binärdateien auf ein „set-capabilities“-Modell umgestellt, um so wenig Rechte wie möglich in der Praxis zu nutzen und die Angriffsfläche zu reduzieren. Die Änderung führt jedoch dazu, dass snap-confine effektiv mit der UID des aufrufenden Nutzers ausgeführt wird, dabei aber die root-nahen Rechte behält. Beim Aufsetzen der Sandbox erstellt die Datei temporäre Ordner unter „/tmp“, die dem Nutzer mit niedrigen Rechten gehören. Kurz danach geht der Besitz an root über, in dem Zeitraum bis dahin behalten die snap-App-Starter jedoch die volle Kontrolle über die Verzeichnisse.

Die IT-Sicherheitsforscher von Qualys führen aus, dass Ubuntu das System des eigenen Mutterunternehmens Canonical in Ubuntu Desktop 24.04, 25.10 und 26.04 nicht mit dem eigentlich vorgesehenen Standard „set-uid-root“ konfiguriert, sondern mit der verwundbaren „set-capabilities“-Konfiguration. Laut Ubuntus eigener Sicherheitsmitteilung [3] ist auch Ubuntu 22.04 LTS anfällig. Für Ubuntu stehen inzwischen aktualisierte snap-Pakete bereit, die das Sicherheitsteam veröffentlicht hat und die Ubuntu-Admins und -Nutzer zügig installieren sollten.

Lücken in Linux, die die lokale Rechteausweitung ermöglichen, machten vor einigen Wochen die Runde. Die Entdecker haben sie mit KI-Tools aufgespürt und mit markigen Codenamen wie „DirtyFrag [4]“ oder „CopyFail [5]“ und teils provokanten Logos versehen. Angriffe auf die Schwachstellen folgten kurz nach Veröffentlichung von Details und Proof-of-Concept-Exploits.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11375280

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.qualys.com/vulnerabilities-threat-research/2026/07/21/cve-2026-8933-snap-confine-local-privilege-escalation
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-8933
  3. https://ubuntu.com/security/CVE-2026-8933
  4. https://www.heise.de/news/Dirty-Frag-Linux-Luecken-verschaffen-root-Rechte-11286691.html
  5. https://www.heise.de/news/Linux-Luecke-Copy-Fail-wird-bereits-angegriffen-11279850.html
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  7. mailto:dmk@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:28

Neuer ClickFix-Angriff auf Mac-Nutzer im Umlauf: Erpressung trifft auf Datenklau

Von Heise
Malware-Angriff (Symbolbild)

Malware-Angriff (Symbolbild).

(Bild: Matt Fowler KC / Shutterstock.com)

ClickLock Stealer soll bisher über 100 Personen per Shellscript angegriffen haben. Er geht dabei recht fies vor, um ans Passwort zu kommen und Daten abzuziehen.

ClickFix-Attacken sind eine besondere Form von Social Engineering: Nutzer werden dabei dazu bewegt, aus dem Web, E-Mails oder Kurznachrichten Befehle zu kopieren, um sie dann in die Kommandozeile des Rechners einzufügen, auf dass dann böswillige Skripte ablaufen. Da mehr und mehr Nutzer aufgrund des KI-Agenten-Hypes mit dem Terminal in Berührung [1] kommen, finden sich immer wieder Opfer. Wie das Sicherheitsunternehmen Group-IB warnt, kursiert aktuell ein neuer Angriff namens ClickLock Stealer, der besonders problematisch agiert und sogar Erpressungselemente enthält.

Hälfte der Betroffenen aus Europa

Laut der Sicherheitsforscher adressiert der Schädling Nutzer in Europa, Nordamerika und der MEA-Region [2]. Ermittelt wurden bereits mindestens 100 Opfer in 33 Ländern, die Hälfte davon in Europa. Die Attacken laufen offenbar mindestens seit Mai. Ziel von ClickLock Stealer ist es, Daten aus Kryptowallets, Browsern („unterstützt“ werden mindestens acht verschiedene), Passwort-Managern und weiteren sensiblen Systembereichen (etwa Schlüsselbund, FTP-Passwörter und Blockchain-Adressen) abzuziehen.

Eine der Vertriebsmethoden von ClickLock Stealer sollen gefälschte Cloudflare-Seiten sein. Dabei soll der Nutzer beweisen, dass er ein Mensch sei – und dazu gehöre auch, ein Terminal-Kommando samt Return-Tastendruck einzufügen. Die Malware macht sich sogleich an die Arbeit und versucht, den Nutzer zur Eingabe eines Administratorpassworts zu bewegen. Hier kommt es dann zu der Epressung: Weigert sich der Nutzer, indem er den Prompt, der eine macOS-Passworteingabe nachahmt, abzubrechen versucht, werden zentrale Systemprozesse wie Finder, Dock, das Terminal, Systemeinstellungen, Aktivitätsanzeige, Konsole, Spotlight und laufende Browser abgeschossen – zudem die Nachrichtenzentrale, damit macOS-Warnungen nicht durchkommen. Der Nutzer kann also nichts tun, als das Passwort einzugeben, was wiederum den Datenabgriff startet.

Hintertür bleibt erhalten

Ist dieser erfolgt, werden die Hauptkomponenten von ClickLock Stealer gelöscht, es verbleibt jedoch eine Hintertür auf dem System, sodass die Angreifer später weitere Informationen abgreifen oder das System fernsteuern können. Letzteres erfolgt über die Nutzung des Netzwerktoolkits GSocket.

macOS enthält in aktuellen Tahoe-Versionen inzwischen eine Schutzfunktion [3], die Nutzer vor ClickFix-Hacks bewahren soll. Dabei erscheint ein Warndialog, bevor Befehle ins Terminal eingegeben werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373483

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/GhostClaw-Infostealer-fuer-macOS-auf-GitHub-11222743.html
  2. https://www.group-ib.com/blog/clicklock-stealer-macos-malware/
  3. https://www.heise.de/news/Neuer-Terminalschutz-So-will-Apple-ClickFix-Angriffen-abwehren-11340313.html
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:bsc@heise.de

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  • 23. Juli 2026 um 12:07

Blick ins Heft c’t 16/2026: Desinfec't

Von Heise

c't präsentiert das runderneuerte Sicherheitstool Desinfec't 2026. Außerdem: Politiker und Journalisten im Visier von KI-Detektoren.

Hallo aus Hannover,

manchmal muss man ein bewährtes Werkzeug komplett zerlegen, damit es danach besser läuft. Genau das haben meine Kollegen Dennis Schirrmacher und Peter Siering mit Desinfec't gemacht, dem c't-Sicherheitstool, das seit Jahren digitales Ungeziefer auf Windows-Rechnern aufspürt. Herausgekommen ist eine Version 2026, die unter der Haube kaum wiederzuerkennen ist, sich aber angenehm vertraut bedienen lässt. In der aktuellen c't-Titelstrecke erklären wir, was neu ist und wie Sie rasch damit loslegen können. Viel Erfolg beim Ausprobieren!

Frisches Desinfec’t 2026

Desinfec't scannt Windows-PCs von einem transportablen Datenträger aus, etwa einem USB-Stick oder einer SSD. Während das Windows-System ruht, kann auch der Schadcode kein Unheil anrichten. So weit, so das bekannte und bewährte Prinzip. Neu ist praktisch alles darunter: Als Basis dient jetzt Ubuntu 26.04 LTS, das Dateisystem auf dem Stick ist Btrfs, und ein beim Erstellen angelegter Snapshot bringt den Datenträger auf Wunsch in den Auslieferungszustand zurück. Ebenfalls neu: RustDesk statt bisheriger Fernwartungslösung, ein SSH-Server für Kommandozeilenfans und der Spezialterminal AVCompanion für Malwareanalysten.

An Bord sind ESET Server Security, IKARUS cmd.scan, WithSecure ATLANT und ClamAV. Dazu gesellen sich Werkzeuge für Malware-Analysten wie Capa und FLOSS. Ein Jahr lang gibt es kostenlose Signaturupdates. Der neue Scanassistent AVRunner bündelt, was bisher über mehrere Tools verstreut war: Er bindet Windows-Laufwerke ein (inklusive BitLocker-Abfrage), zeigt den Fortschritt, überwacht die Systemressourcen und merkt sogar, wenn ein Scanner sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hat. Für Firmen und Unis gibt es Sonderkonditionen im heise shop.

Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung darf natürlich auch nicht fehlen. Meine Kollegen Dennis Schirrmacher und Peter Siering erklären im Detail, wie Sie Desinfec't auf den Stick und den Stick zum Laufen bekommen. Erstmals hat das Tool eine eigene Projektseite (ct.de/desinfect) mit Image und dem selbst entwickelten Imagewriter für Windows und macOS. Der überträgt die knapp 4 GByte große xz-Datei direkt auf den Datenträger, ohne vorheriges Entpacken. Wir empfehlen einen Marken-USB-Stick oder besser eine externe SSD mit mindestens 32 GByte Kapazität. Untaugliche Billigsticks werden von Desinfec't gnadenlos entlarvt – notfalls durch den kleinen Wächter „Flashguard", der Schreibfehler und Überlastung meldet.

Der Start klappt entweder aus dem laufenden Windows (Umschalt-Taste + Neustart) oder über die Bootweiche mit F9, F11 oder F12. Halten Sie unbedingt Ihren BitLocker-Schlüssel griffbereit, bevor Sie mit Experimenten beginnen.

Ist das System oben, übernimmt AVRunner: Windows-Laufwerke einbinden, Scanziele festlegen, Signaturen aktualisieren, loslegen. Vorfilter beschleunigen Scans, etwa indem sie nur ausführbare oder kürzlich geänderte Dateien prüfen. Parallel-Scans sind auf üppig ausgestatteten Rechnern möglich, für Ungeduldige gibt es „Scanner starten und herunterfahren". Die Ergebnisse landen als HTML- oder JSON-Bericht auf dem Datenaustauschbereich des Sticks. Für alle Funde werden SHA256-Prüfsummen berechnet. Per Doppelklick auf eine Prüfsumme zeigt der Onlinedienst VirusTotal Informationen über die jeweilige Datei.

Bei Funden hilft AVRunner mit einer minimalinvasiven Säuberung: An befallene Dateien wird „_desinfected" angehängt, damit Windows sie nicht mehr automatisch startet. Für Notfälle bringt das Bootmenü außerdem einen Systemdateischutz mit, der alle Änderungen ins RAM umleitet, und die Werkseinstellungen-Wiederherstellung setzt den Stick per Btrfs-Snapshot auf den Ursprungszustand zurück.

In der nächsten c't-Ausgabe verraten wir, welche technischen Entscheidungen hinter der Neuentwicklung stecken und welche Probleme dabei zu lösen waren. Bis dahin: gutes Gelingen!

(Bild: Martina Bruns / KI / heise medien)

Auch das noch!

Es birgt schon eine gewisse Ironie: Die versammelte Tech-Elite arbeitet fieberhaft an der Superintelligenz, kein Einsatz scheint zu hoch, dieses hehre Ziel zu erreichen. Aber wofür? Nach Deepfake-Pornografie, Propaganda und Überwachung befördert KI jetzt den Rückfall in die gute alte Zeit, und damit sind leider nicht die 50er-Jahre gemeint.

Aktuell werden die für eine Weile aus der Mode gekommenen mittelalterlichen Praktiken Hexenjagd und Pranger wieder salonfähig, sie hüllen sich nur ins schicke Tech-Gewand. An der Hexenjagd kann sich jedermann bequem vom heimischen Sofa aus beteiligen, indem er abends noch ein paar journalistische Texte an den gehypten KI-Detektor Pangram verfüttert. In den USA wird diese Neuauflage der früher gegen Politiker und Wissenschaftler gerichteten Plagiatsjagd offenbar bereits im größeren Stil praktiziert; ein Opfer war die Tech-Journalistin Taylor Lorenz [3]. Nach heftigem Widerspruch prüften die Pangram-Entwickler, gestanden den Irrtum und entschuldigten sich. In der Regel lässt sich nicht transparent nachvollziehen, wie genau Pangram zu seiner Einschätzung kommt und welches Trainingsmaterial seiner Prognosefähigkeit zugrunde liegt. Es spuckt nur einen Wahrscheinlichkeitswert aus.

Der Pranger wiederum erlebt sein Revival als Plattform für KI-getriebenes Journalisten-Ranking. Der von Palantir-Gründer Peter Thiel finanzierte Dienst startete ursprünglich unter dem Namen Objection und hatte das Ziel, Klagen gegen Journalisten zu unterstützen. Nach seiner Neuausrichtung heißt er Primary und gibt vor, die Qualität journalistischer Arbeit anhand „eines empirischen Scores, mithilfe einer konsistenten, transparenten und auf Grundprinzipien basierenden Methodik“ zu evaluieren. Doch mit welchen Texten und welchen Optimierungszielen dieses Verfahren trainiert wurde, bleibt offen.

Mein Kollege Jo Bager wirft einen Blick auf die aktuelle Diskussion rund um KI-generierte Texte in Politik und Journalismus. Unser Chefredakteur Volker Zota nimmt ebenfalls Stellung zum Thema. Aber ganz unabhängig von der inhaltlichen Auseinandersetzung zeigt die Debatte, wie wichtig es ist, die Funktionsweise KI-gestützter Prüfwerkzeuge zu verstehen. Denn sie liefern keine Beweise, sondern versuchen anhand von Mustern die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, ob ein Text KI-generiert ist oder nicht. Dabei können sie auch gründlich danebenliegen. Vor allem aber ist die Technik nicht per se "neutral" oder "unvoreingenommen", sondern ihr Training stützt sich auf menschliche Entscheidungen, Annahmen und Strategien.

Meine persönlichen Highlights

Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich mit sozialen Netzwerken, Videoplattformen und KI auf. Politik fordert Verbote, Plattformen versprechen Besserung, doch für Kinder ändert sich wenig. Eine ernüchternde Bestandsaufnahme. [7]

Jeden Sommer dasselbe Spiel: Werbebanner, Videos und Spam-Mails versprechen Linderung bei Hitze. Doch was – und wer – steckt dahinter? [8]

Die praktischen Kombinationen aus USB-Webcam, einfacher Mikroskopoptik und Farbdisplay erleichtert das Arbeiten an filigraner Elektronik und Feinmechanik und unterstützt Sammler beim Begutachten von Münzen und Briefmarken. Die preisgünstigen und leicht zu bedienenden Geräte eignen sich auch gut für Kinder bei der Ersterforschung des Mikrokosmos. [9]

In immer mehr Regionen in Deutschland und Europa gibt es für Fahrgäste bequeme Verfahren, um sich selbst in Bus und Bahn ein- und auszubuchen. Wir haben sie uns die universellen ÖPNV-Apps in Hannover, Kopenhagen und Amsterdam genauer angesehen. [10]

Das E-Auto wird mit Vehicle-to-Grid (V2G) zum dezentralen Stromspeicher fürs öffentliche Netz. Wir erklären, wie V2G funktioniert und was Sie dafür benötigen. [11]

Bald soll die EUDI-Wallet die Digitalisierung antreiben. Doch die Gefahr einer Bauchlandung ist real, weil anfangs nur eine abgespeckte Version der Brieftasche verfügbar sein wird und Nutzer ihre E-Perso-PIN benötigen. [12]

Die Grammatik- und Schreibstilprüfung in Microsoft Word ist nur so mittelgut. Den wesentlich besseren Lektor gibt der Onlinedienst LanguageTool, den Sie per Add-in einfach in Word einbinden können. Wir zeigen, wie das geht und wie Sie einen LanguageTool-Server lokal installieren und mit Word verbinden können. [13]

E-Reader gibt es in vielen Größen und Preisklassen. Wir zeigen, worauf es beim Kauf ankommt und welches Modell Ihre Anforderungen erfüllt. [14]

(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

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  • 23. Juli 2026 um 12:26

Spotlight optimiert: Altes iOS macht sich für Siri AI bereit

Von Heise
Siri AI greift auf vorhandene Daten zurück

Siri AI greift auf vorhandene Daten zurück.

(Bild: Apple)

Der Umstieg auf Apples neues KI-System erfordert eine Neuindexierung des Systems. Mit iOS 26.6 trifft Apple nun erste Maßnahmen.

Mit Erscheinen von iOS 27 im September und der Einführung von Siri AI [1] schafft es Apple endlich, die vor über zwei Jahren angekündigten kontextsensitiven KI-Funktionen [2] umzusetzen – wenn auch zunächst aus regulatorischen Gründen nur außerhalb der Europäischen Union [3]. Um die zum Chatbot umgebaute Siri [4]vorzubereiten, beginnt Apple schon jetzt interne Änderungen. Wie aus den Release Notes von iOS 26.6 hervorgeht, das in den kommenden Tagen erscheinen dürfte, wird darin das Thema Spotlight-Datenbank angegangen.

Vorbereitungsmaßnahmen für altes Betriebssystem

Spotlight ist Apples zentrales lokales Suchsystem auf iPhone, iPad und Mac, das mit den neuen Betriebssystemen insgesamt besser werden soll. Mit iOS 26.6 – und vermutlich auch iPadOS 26.6 plus macOS 26.6 – beginnt der Konzern nun, den Index der Datenbank zu optimieren. Mit der Aktualisierung werde dieser „optimiert“, schreibt Apple. Der Konzern erwähnt dabei explizit eine „Vorbereitung für iOS 27“. Was das konkret für Menschen bedeutet, die zunächst auf iOS 26 verbleiben wollen, ist unklar. Es könnte sich sowohl um eine interne Änderung handeln, die für aktuelle Nutzer nicht zu spüren ist, als auch eine Neuerung, die bereits unter iOS 26 spürbar wird.

Zuletzt hatten sich unter iPhone-Nutzern mit iOS 26 Problemberichte gehäuft, was die Spotlight-Nutzung betrifft. So dauerte es nach Neustart des Geräts etwas länger, bis Suchen (wieder) funktionierten. Auch das Auffinden von Bildern in der Fotomediathek per Stichwort konnte zunächst versagen, normalisierte sich dann nach einiger Zeit wieder. Ob das mit bereits vorgenommenen Änderungen an Spotlight zu tun hat oder es sich schlicht um späte Bugs in iOS 26.5 und höher handelt, ist unklar. Die Fehler tauchten jedoch erst in den letzten Wochen auf, so zumindest auf einem Testgerät in der Mac & i-Redaktion.

Siri AI wird plötzlich (viel) besser

Wer die Beta von iOS 27 [5] mit Siri AI auf einem bereits in Benutzung befindlichen iPhone einsetzt, weiß, dass es anfangs Tage dauern kann, bis die Neuindexierung von Spotlight für das KI-System abgeschlossen ist – manche Nutzer berichten gar von Wochen. Mit iOS 26.6 scheint Apple den Prozess nun bereits zu beginnen, sodass der Umstieg später schneller erscheint.

Auf dem iPhone lässt sich derzeit nicht ablesen, wie weit der Prozess fortgeschritten ist. Im Gegensatz zum Mac, wo es einen Fortschrittsbalken gibt, fehlt dieser unter iOS. Ob Apple plant, bei Abschluss der Index-Arbeiten eine Benachrichtigung einzublenden, ist noch unklar. Für Nutzer ist der Prozess recht verwirrend, da Siri AI anfangs zu wenig findet, später aber dann deutlich besser wird. Siri AI kann die gesamten iPhone-Daten nutzen, etwa alte Chats, Termine oder E-Mails auffinden. Auch Apps lassen sich einbinden, solange Entwickler aktuelle APIs nutzen.


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  1. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  2. https://www.heise.de/news/Apple-Softwarechef-Kontextsensitive-Siri-war-keine-Vaporware-10440967.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Siri-AI-Warum-EU-iPhones-leer-ausgehen-11348496.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-zu-Siri-AI-Was-Sie-ueber-Apples-verbessertes-KI-System-wissen-muessen-11369680.html
  5. https://www.heise.de/news/Neue-Betriebssysteme-als-Public-Beta-Unterstuetzte-Hardware-plus-Downgrade-Tipps-11364187.html
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  • 23. Juli 2026 um 10:52

Neue Macs: Diese Modelle will Apple demnächst überholen

Von Heise
Zwei Apple-Logos auf Rechnern des Herstellers

Zwei Apple-Logos, hier am MacBook Neo.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Apple plant, seine gesamte Rechnerlinie in absehbarer Zeit zu überholen. So wird am MacBook Neo 2 ebenso geschraubt wie an schnelleren iMacs und Mac minis.

Apple plant für die kommenden Monate eine Überholung seines gesamten Mac-Line-ups. Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sind neben MacBook-Modellen jeglicher Bauart auch Desktops wie iMac, Mac mini und Mac Studio dabei. Geplant sind unter anderem neue Farben, neue Chips und womöglich Apples bislang größtes OLED-Display. Losgehen soll es vermutlich bereits im Oktober, allerdings wird sich die gesamte Rechnerneugestaltung bis ins erste Halbjahr 2027 ziehen – mindestens.

M6-Varianten, aber auch M5 mit Pro, Max und Ultra

Bekannt war bereits, dass Apple als erstes Modell mit dem 2-nm-Chip M6 [1] ein MacBook Pro mit 14 Zoll einplant. Auch der erste neue iMac in zwei Jahren soll mit dem M6 ausgestattet werden, so Bloomberg [2]. Damit würde eine M5-Variante übersprungen. Künftig sei auch geplant, einen iMac mit OLED-Bildschirm herauszubringen, wobei dies noch dauert – bleibt es bei den aktuellen 24 Zoll, wäre dies Apples größtes Display mit organischen Leuchtdioden überhaupt. Auch ein MacBook Air M6 ist geplant; Apple soll auch hier auf längere Sicht auf OLED umsteigen wollen, allerdings ebenfalls erst später.

Für den Mac mini und den Mac Studio sind Chip-Upgrades geplant. Apples Kompakt-Desktop könnte noch im Herbst erscheinen und je nach Variante mit M6 (Standard) oder M5 Pro (bessere Version) ausgestattet werden. Da Apple nicht plant, dem M6 weitere Varianten [3] zu verpassen, ist diese "krumme" Gerätegeneration denkbar. Für den Mac Studio (unklar ob in diesem oder im kommenden Jahr) denkt Apple zunächst an M5 Max und M5 Ultra (bislang noch nicht verbaut). Künftig, vermutlich erst 2028, soll der Mac Studio bei einem nochmals deutlich schnelleren M7 Ultra landen.

MacBook Neo 2, „MacBook Ultra“ und mehr

Apples günstigter Mac, das MacBook Neo [4], bekommt eine zweite Version. Intern wird eine Variante mit dem A19 Pro aus dem iPhone 17 Pro und 17 Pro Max [5], erschienen im Herbst 2025, getestet. Verfügbar gemacht werden könnte die neue Hardware im Frühjahr 2027. Apple plant hier auch neue Farben – und will das Neo offenbar auch künftig im Jahrestakt aktualisieren.

Noch im Herbst wird mit dem „MacBook Ultra“ [6] gerechnet, Apples erstem MacBook mit OLED-Display. Die Hardware kommt angeblich erstmals mit Touchscreen. Intern verbaut werden allerdings wohl alte Chips: M5 Pro und M5 Max, die bereits im MacBook Pro mit 14 und 16 Zoll stecken, die im März erschienen waren. Die größeren MacBook-Pro-Modelle (also abseits des MacBook Pro M6) werden angeblich erst Ende 2027 oder Anfang 2028 aktualisiert, so Bloomberg. Dann sollen darin M7 Pro und M6 Max landen. Die Chips sind insbesondere auf lokale KI-Workloads [7] optimiert.


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  1. https://www.heise.de/news/Neue-M-Chips-Was-Apple-bei-M5-M6-und-M7-plant-11345868.html
  2. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-22/apple-to-launch-new-macbook-air-imac-macbook-pro-neo-mac-mini-mac-studio
  3. https://www.heise.de/news/M-Chips-M7-mit-bis-zu-1-5-TByte-und-warum-Apple-den-M6-ueberspringt-11362052.html
  4. https://www.heise.de/tests/MacBook-Neo-im-Test-Der-Budget-Mac-mit-dem-Smartphone-Herz-11205775.html
  5. https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
  6. https://www.heise.de/news/Bericht-Touchscreen-Mac-mit-OLED-koennte-MacBook-Ultra-heissen-11203288.html
  7. https://www.heise.de/news/LM-Studio-Bionic-Lokales-KI-Agentensystem-fuer-offene-Modelle-11372183.html
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  • 23. Juli 2026 um 10:41

Tipp: Gesperrte Apple Watch Ultra beim Tauchen nutzen

Von Heise

Im Taucheranzug lässt sich Apples Computeruhr mit Spezial-Apps verwenden. So geht SCUBA mit der Watch.

Ich trage meinen Tauchcomputer über meinem Neoprenanzug. Geht das mit der Apple Watch auch oder muss sie an der Haut anliegen, damit sie sich während eines Tauchgangs nicht sperrt oder gar ausschaltet?

Legt man die Apple Watch Ultra über dem Neoprenanzug (oder einem anderen Kleidungsstück) an und entsperrt sie, bleibt sie nicht lange in diesem Zustand: Nach wenigen Sekunden Inaktivität müssen Sie den Code erneut eingeben, um auf die Uhr zuzugreifen.

In den Einstellungen unter „Code“ könnten Sie die „Handgelenkerkennung“ ausschalten. In der Regel will man das nicht, schon allein, weil dann eine Reihe von Funktionen von „iPhone entsperren“ bis hin zur Schlaferkennung wegfallen.

Die gute Nachricht: Das Tauchprogramm kann selbst in gesperrtem Zustand bei Kontakt mit Wasser automatisch starten. Stellen Sie allerdings sicher, dass sich die richtige App öffnet: Gehen Sie in die watchOS-Einstellungen zu „Allgemein > Automatisch starten“.

Der Tauchmodus bleibt unter Wasser immer aktiv – nicht nur mit der Watch am nackten Arm
Der Tauchmodus bleibt unter Wasser immer aktiv – nicht nur mit der Watch am nackten Arm

Der Tauchmodus bleibt unter Wasser immer aktiv – nicht nur mit der Watch am nackten Arm.

Wählen Sie für „Sobald unter Wasser“ die Option „Ausgewählte App“ und haken darunter „Oceanic+ [1]“ an. Nur über diese App bekommen Sie die Funktionalität eines Tauchcomputers [2].

Das SCUBA-Abo kostet für einen Monat 10,49 Euro; Oceanic setzt den Bühlmann-Algorithmus ein und unterstützt Nitrox bis 40 Prozent. In den Watch-Einstellungen können Sie zudem den Schwellenwert festlegen, ob der Modus sofort bei Wasserkontakt oder ab einem Meter Wassertiefe starten soll.

Ob das Abo für Oceanic+ läuft und die eingestellten Werte (Luftmischung, Gradient-Faktoren etc.) noch gespeichert sind, überprüfen Sie am besten schon vor dem Betreten des Bootes. Werfen Sie hierfür auf iPhone und Watch einen Blick auf die App.

Wie bei einem klassischen Tauchcomputer ist die sicherere Variante natürlich, den Tauchmodus schon vor dem Sprung ins Wasser zu starten.

Geben Sie also zum Beispiel gleich nach dem Buddy-Check auf Ihrer gesperrten Apple Watch den Code ein, starten die Oceanic+-App und darin den Tauchmodus. Die Tauchzeit beginnt dabei erst mit dem tatsächlichen Abtauchen und nicht schon auf dem Boot.

Egal, ob manuell oder automatisch gestartet: Der Tauchmodus bleibt dauerhaft geöffnet, auch wenn Sie die Uhr nicht auf der Haut tragen. Erst nach dem Ausschalten des Wasserschutzes müssen Sie für weitere Zugriffe den Code erneut eingeben.


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  1. https://apps.apple.com/de/app/tauchen-dive-computer-oceanic/id1610517133
  2. https://www.heise.de/tests/SCUBA-Tauchen-mit-der-Apple-Watch-Ultra-Begleiter-mit-Tiefgang-7358128.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 23. Juli 2026 um 09:00

Kann Kuba Rubio aussitzen?

Von Telepolis
US-Außenminister Marco Rubio

US-Außenminister Marco Rubio will noch dieses Jahr einen Umsturz in Kuba herbeiführen

(Bild: The Old Major/Shutterstock.com)

Die USA erklären, sie wollten einen Deal mit Havanna – doch Marco Rubios Politik spricht eine andere Sprache. Ein Gastbeitrag.

Kurz nachdem vier Mitglieder des US-Kongresses Anfang letzter Woche von einer offiziellen Reise nach Havanna zurückgekehrt [1] waren, kündigte [2] Außenminister Marco Rubio ein Paket neuer Sanktionen gegen Kubas Tourismus-, Energie-, Handels- und Sicherheitssektoren an.

Sie sind der jüngste Schritt in einer seit Monaten laufenden Kampagne [3] des maximalen Drucks, die darauf abzielt, die Regierung der Insel bis Jahresende zu stürzen [4].

"Stilles Gaza"

Die vier demokratischen Abgeordneten Mark Pocan, Teresa Leger-Fernández, Maxine Dexter und Delia Ramírez erfuhren bei ihrer Reise aus erster Hand von verschiedenen kubanischen Stimmen, dass das faktische Treibstoffembargo [5] und die eskalierenden Sekundärsanktionen [6] gegen ausländische Unternehmen in Kuba genau die Menschen strangulieren, die die USA zu unterstützen vorgeben.

Lee Schlenker
Unser Gastautor Lee Schlenker
(Bild: RS [7])

Die Gruppe bezeichnete die Zustände, die sie in der kubanischen Hauptstadt sah, als "stilles Gaza" – im Widerspruch zu den Behauptungen [8] der Trump-Regierung, ihr unverhohlenes Regimewechsel-Manöver richte sich nur gegen die kubanische Regierung.

Ich begleitete die Kongressdelegation, lebe, arbeite und reise seit über einem Jahrzehnt auf der Insel. Wenn die Landwirte, Ärzte, religiösen Führungspersonen, Hilfsorganisationen, privaten Unternehmer und ausländischen Diplomaten, die die Abgeordneten trafen [9], sagen, die Krise in Kuba sei schlimmer als je zuvor in der jüngeren Vergangenheit, dann meinen sie das auch so.

Landesweite Stromausfälle [10] gibt es inzwischen nahezu wöchentlich. Ohne Elektrizität wird auch der Zugang zu fließendem Wasser [11] immer knapper. Kinder gehen nicht zur Schule [12], weil die Lehrer nicht zur Arbeit kommen. Das gilt auch für die meisten anderen Beschäftigten, sodass private Unternehmen schließen müssen [13]. Durch den knappen Treibstoff [14] und die wenigen internationalen Flüge brechen der Tourismus und die Einnahmen, die er für Kubaner generiert, ein.

Krankenhäuser [15] und Kliniken arbeiten am Limit, während sich der Müll [16] an den Straßenecken stapelt und die Verbreitung von durch Mücken übertragenen sowie viralen Krankheiten begünstigt [17] wird. Lebensmittel [18] verderben in Häfen, auf Feldern und in Kühlschränken, während die sich rasch abwertende Landeswährung [19] für die Kubaner praktisch wertlos wird.

Hinzu kommen nahezu ständige Drohungen mit militärischen Maßnahmen der USA. Einige dieser Drohungen sind offen, wie verstärkte US-Überwachungsflüge [20] vor Kubas Küsten und Berichte [21] über Pläne, die 101. Luftlandedivision zu entsenden.

Andere sind subtiler, wie die jüngste Anklage [22] gegen Raúl Castro und die Veröffentlichung [23] eines Berichts [24] des Außenministeriums, der Kuba als nahegelegenes Terrorzentrum darstellt, das angeblich die Eroberung der USA plane. Die Kubaner leben in ständiger Anspannung [25] und fürchten, dass es schlimmer wird [26], bevor es besser wird.

Vorbereitungen für Übernahme

Vor diesem Hintergrund ist schwer zu erkennen, wie sich eine diplomatische Lösung [27] oder ein Abkommen [28] zur Beilegung dieses schwelenden Abnutzungskriegs durchsetzen könnte, für dessen Vermittlung sich Mexiko [29], der Vatikan [30], Panama [31], die gemeinschaft karibischer Staaten (Caricom [32]) und die Vereinten Nationen [33] angeboten haben.

Dennoch hat es direkte Gespräche zwischen US-amerikanischen und kubanischen Behörden gegeben. So trafen sich [34] Michael Kozak und Jeremy Lewin vom US-Außenministerium am 10. April mit ihren kubanischen Amtskollegen. Am 14. Mai traf [35] CIA-Direktor John Ratcliffe kubanische Geheimdienstvertreter. Am 29. Mai führte der Kommandeur des US-Southcom, Francis Donovan, Gespräche [36] mit führenden kubanischen Generälen am Zaun von Guantánamo.

Außenminister Rubio selbst hat mit Raúl Guillermo Rodríguez Castro, dem Enkel des früheren kubanischen Präsidenten Raúl Castro, gesprochen [37] und sich mit ihm getroffen [38]. Castros Enkel hat Verbindungen zu US-amerikanischen [39] und internationalen [40] Akteuren [41] aus Trumps Umfeld gepflegt. Er hat sich als kubanisches Pendant zu Venezuelas Delcy Rodríguez präsentiert [42] und sich laut Quellen von Responsible Statecraft sogar kürzlich in Havanna mit ehemaligen Führungskräften der Trump Organization getroffen.

Dennoch deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Fortschritte der bilateralen Gespräche vom März, als die USA einem russischen Treibstofftanker das Anlegen in Havanna "erlaubten [43]" und der kubanischen Wirtschaft damit kurzfristig Entlastung [44] brachten, weitgehend ins Stocken geraten [45] und andere inoffizielle Kanäle [46] versandet sind.

Ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan [47], regelmäßig US-Tanker mit Treibstoff für den kubanischen Privatsektor zu schicken, wurde von Marco Rubio innerhalb eines Tages nach dessen Ankündigung vereitelt [48]. Spanische Hotelketten wie Meliá [49] und Iberostar [50], französische und deutsche Reedereien [51] wie CMA CGM und Hapag-Lloyd sowie die US-amerikanischen Kreditkartenriesen Visa und Mastercard [52] haben ihre Geschäfte auf der Insel eingestellt.

Möglicherweise geschieht all dies planmäßig [53] und eine "sanfte [54]" Übernahme [55] der wichtigsten kubanischen Industrien durch Präsident Donald Trump und einige [56] seiner Freunde [57] und Geldgeber [58] ist in Vorbereitung.

Anfang des Jahres hatte der größte ausländische Investor in Kuba, das kanadische Bergbauunternehmen Sherritt International, seinen Rückzug angekündigt [59] und erklärt [60], die Zustimmung des Außenministeriums einholen zu wollen, um seinen Anteil an einem Nickel- und Kobalt-Joint-Venture an den ehemaligen Trump-Berater Ray Washburne zu verkaufen. Ein australisches Goldbergbauunternehmen ging kürzlich einen ähnlichen Weg [61] und befindet sich ebenfalls in Gesprächen mit dem Außenministerium.

Da Hunderte erstklassiger Hotels nahezu leer stehen [62], erscheint es plausibel, dass US-Hotelketten – einschließlich Trumps eigener – sie zu Schleuderpreisen übernehmen könnten. Neue Sanktionen gegen kubanische Militär [63]- und staatliche [64] Tourismusunternehmen haben die Behörden laut informierten Quellen dazu gezwungen, Privatisierungen zentraler Vermögenswerte einzuleiten.

Investoren aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten, die mutmaßlich Verbindungen zu Trump haben, beraten [65] kubanische Handelsvertreter. Diese streben Genehmigungen für die Entwicklung einer "Trump Island" auf einer weitgehend militärisch verwalteten [66] Insel im nördlich-zentralen Teil des Archipels an. Zudem wurden sowohl das Containerterminal im wichtigsten Hafen Mariel als auch das führende internationale Geschäftszentrum in Havanna kürzlich von jeglicher militärischer Anbindung getrennt [67].

Kubaner, kubanisch-amerikanische und ausländische Geschäftsleute führen fortgeschrittene Gespräche, um die Verwaltung oder den Besitz einiger dieser Objekte zu übernehmen. Dies geht aus Informationen von Personen hervor, die mit den Gesprächen vertraut sind. Diese Transfers könnten einen Ausweg [68] bieten, der das vom Militär geführte Konglomerat Gaesa faktisch zerschlagen und privaten Akteuren die Oberhand auf Kubas Treibstoffmärkten verschaffen würde.

Rubios Maximalforderungen

Doch Rubio blockiert trotz jahrelanger öffentlicher Forderungen nach genau diesen Zielen selbst diese Umgehungslösungen.

In jüngsten Stellungnahmen [69] sagte Rubio, er wolle realistisch sein, indem er schrittweise wirtschaftliche Veränderungen auf der Insel akzeptiere [70] und direkt mit ausgewählten kubanischen Führungspersonen in Kontakt trete.

Sein Handeln deutet jedoch darauf hin, dass seine maximalistische Haltung [71] gegenüber Kuba – die nichts weniger als eine tiefgreifende politische Transformation und eine umfassende Privatisierung ganzer Branchen verlangt – bestehen bleibt. Dies geschieht sogar, während Trump Bereitschaft zeigt [72], rasch Abkommen zu schließen, die er als vorteilhaft für sich und seine Verbündeten ansieht.

Derzeit scheint Rubio darauf abzuzielen, eine wirtschaftliche Abhängigkeit von den USA zu erzeugen [73], ohne dabei einen vollständigen Zusammenbruch [74] auszulösen. Er kappt jede mögliche Einnahmequelle der kubanischen Wirtschaft, während er Lebensmittel [75], Treibstoff [76], Überweisungen [77] und Konsumgüter [78], die dennoch auf die Insel gelangen, über zugelassene Unternehmen mit Sitz in Florida [79] kanalisiert.

Zugleich haben die USA im Rahmen einer umfassenderen Zusage [80], über einen nicht näher bestimmten Zeitraum 100 Millionen Dollar an Hilfen über religiöse Organisationen bereitzustellen, begrenzte humanitäre Hilfe für Tausende [81] – nicht Millionen – von Kubanern geliefert [82].

Die Vereinten Nationen [83] sowie Kubas Verbündete in Vietnam [84], China [85], Mexiko [86] und Brasilien [87] haben zwar Lebensmittel, medizinische Güter und Solarpaneele in begrenztem Umfang bereitgestellt.

Doch diese Hilfe ersetzt nicht die Milliardeninvestitionen und Handelsströme, die nötig wären, um den drastischen Rückgang des Lebensstandards aufzuhalten. Die kubanischen Behörden haben versucht, ausländisches Kapital anzuziehen, indem sie die umfassendsten Wirtschaftsreformen seit sechs Jahrzehnten ankündigten [88]. Doch ohne die Aufhebung [89] der US-Beschränkungen und ohne klare Regelungen [90], die Investoren Rechtssicherheit bieten, werden diese kurzfristig wenig bewirken.

Während Trump warnt [91], dass "in den nächsten Monaten viele Dinge in Kuba passieren werden" und das Leben auf der Insel immer unerträglicher wird [92], läuft den Kubanern die Zeit davon.

Die Regierung setzt derzeit darauf, zumindest bis zum Januar nächsten Jahres durchzuhalten, wenn die Demokraten voraussichtlich eine oder beide Kammern des Kongresses zurückerobern werden. Dann werden sie versuchen, eine weitere wirtschaftliche oder militärische Eskalation zu bremsen.

"Ich habe nicht den Eindruck, dass derzeit ernsthafte Verhandlungen stattfinden", sagte der Abgeordnete Pocan am Dienstag vor Journalisten in Washington.

"Wir rufen die Trump-Regierung dazu auf, ernsthafte und umfassende Verhandlungen mit den kubanischen Behörden [zu führen], um eine dringend benötigte Lösung für die kubanische Bevölkerung zu finden, die nicht mehr warten kann", schrieben [93] die vier Abgeordneten in einer gemeinsamen Erklärung.

Lee Schlenker ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Programm "Global South" am Quincy Institute for Responsible Statecraft und Masterstudent im Fach Lateinamerikastudien an der Edmund A. Walsh School of Foreign Service der Georgetown University.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [94] auf Englisch.


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  1. https://pocan.house.gov/media-center/press-releases/reps-pocan-dexter-leger-fernandez-and-ramirez-return-cuba-fact-finding
  2. https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2026/07/further-sanctions-on-the-cuban-regimes-sources-of-funding-and-tools-of-oppression
  3. https://www.theguardian.com/us-news/2026/may/22/marco-rubio-nears-goal-topple-cuba-government
  4. https://www.wsj.com/world/americas/the-u-s-is-actively-seeking-regime-change-in-cuba-by-the-end-of-the-year-1d0f178a
  5. https://www.nytimes.com/2026/02/20/world/americas/cuba-oil-blockade-trump.html?smid=nytcore-ios-share
  6. https://www.akingump.com/en/insights/alerts/cuba-executive-order-exposes-non-us-companies-and-financial-institutions-to-significant-new-sanctions-risk
  7. https://responsiblestatecraft.org/author/leeschlenker/
  8. https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2026/06/further-sanctions-on-the-cuban-regimes-revenue-generation-network-fact-sheet/
  9. https://youtu.be/zdYMMgCqRH4?t=3295
  10. https://www.reuters.com/business/energy/cubas-national-electric-grid-collapses-third-time-july-state-media-says-2026-07-14/
  11. https://apnews.com/article/cuba-water-shortages-oil-fuel-us-blockade-4cffcda6aa913ef5e4540b91b1568e3b
  12. https://www.nytimes.com/2026/06/22/world/americas/cuba-oil-gas-crisis-schools-education.html
  13. https://www.wsj.com/world/americas/foreign-businesses-are-fleeing-cuba-as-its-economy-collapses-f9b369bf
  14. https://www.theguardian.com/world/2026/may/14/cuba-us-energy-blockade-oil-fuel-petrol-runs-out
  15. https://www.nytimes.com/2026/03/26/world/americas/cubas-health-system-us-oil-blockade.html
  16. https://www.nytimes.com/2026/05/31/world/americas/cuba-trash-fuel-blockade.html?utm_source=substack&utm_medium=email
  17. https://www.crisis24.com/articles/cuba-faces-mounting-health-risks-amid-disease-outbreaks-and-infrastructure-strain
  18. https://www.ft.com/content/859ff727-3a8b-42df-a6d8-7d55ed0e8264?syn-25a6b1a6=1
  19. https://apnews.com/article/cuba-us-dollar-exchange-rate-trump-sanctions-35d92af89c53eb2d061bcef7445a09d3
  20. https://www.cnn.com/2026/05/10/americas/us-spy-flights-cuba-latam-intl
  21. https://www.cbsnews.com/news/cuba-military-options-pentagon/
  22. https://www.cnn.com/2026/05/21/politics/trump-cuba-castro-indictment-iran-war-analysis
  23. https://www.washingtonpost.com/national-security/2026/07/20/state-dept-again-deems-cuba-threat-amid-talk-us-push-regime-change/
  24. https://www.state.gov/wp-content/uploads/2026/07/Cuba-Report.pdf
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  26. https://newlinesmag.com/reportage/amid-us-pressure-and-a-deepening-crisis-cubans-are-braced-for-change/
  27. https://responsiblestatecraft.org/trump-cuba-deal/
  28. https://foreignpolicy.com/2026/02/05/deal-trump-cuba-oil-tourism-blockade/
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  30. https://responsiblestatecraft.org/us-cuba-talks/
  31. https://en.cibercuba.com/noticias/2026-06-22-u1-e129488-s27061-nid333022-panama-ofrece-mediar-estados-unidos-cuba
  32. https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/haiti/article316428795.html
  33. https://www.reutersconnect.com/item/un-chief-guterres-wants-meaningful-dialogue-around-cuba-crisis/dGFnOnJldXRlcnMuY29tLDIwMjY6bmV3c21sX1ZBOTk1MTEyMDUyMDI2UlAx
  34. https://apnews.com/article/cuba-trump-rubio-energy-blockade-26b89fa6c057eb419d099a39e38d5b98
  35. https://www.nytimes.com/2026/05/14/us/politics/cia-director-visits-cuba.html
  36. https://www.cnn.com/2026/05/29/politics/southcom-chief-cuba-military-meeting-guantanamo-bay
  37. https://www.usatoday.com/story/news/politics/2026/02/27/trump-cuba-shootout-takeover-oil-venezuela-rubio/88901748007/
  38. https://www.usatoday.com/story/news/politics/2026/03/23/marco-rubio-cuba-talks-trump/89007087007/
  39. https://www.providencejournal.com/story/news/politics/government/2026/07/02/vic-mellor-cuba-foreign-agent-raul-castro-rhode-island-congressional-candidate/90782984007/
  40. https://eltoque.com/quien-es-ahmed-faisal-el-asesor-del-regimen-que-dice-que-los-cubanoamericanos-recuperaran-sus-propiedades-en-cuba
  41. https://www.thenationalnews.com/business/property/2026/06/17/cuba-turns-to-foreign-capital-to-rescue-collapsing-tourism-industry/
  42. https://www.usatoday.com/story/news/world/2026/07/06/castro-grandson-trump-deal-cuba-exclusive/90784545007/
  43. https://responsiblestatecraft.org/cuba-russian-oil/
  44. https://www.reuters.com/business/energy/cuba-sees-short-term-relief-russian-oil-begins-flow-2026-04-23/
  45. https://www.foreignaffairs.com/cuba/cubas-only-choice
  46. https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article316450867.html
  47. https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article316066939.html
  48. https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2026/06/sanctioning-cubas-state-owned-oil-and-gas-company-union-cuba-petroleo
  49. https://www.cigaraficionado.com/article/melia-closing-operations-in-cuba
  50. https://translatingcuba.com/iberostar-confirms-it-no-longer-operates-any-hotel-in-cuba-the-same-day-melia-announces-its-withdrawal/
  51. https://www.reuters.com/world/americas/frances-cma-cgm-suspends-cuba-bookings-after-us-executive-order-2026-05-17/
  52. https://www.yahoo.com/news/politics/articles/cuba-suspend-visa-mastercard-transactions-200025731.html
  53. https://en.cibercuba.com/noticias/2026-05-18-u1-e208933-s27061-nid329616-hay-empezar-cero-sera-super-facil-jorge-plantea
  54. https://foreignpolicy.com/2026/07/01/michael-bustamante-cuba-trump-venezuela-rubio-regime-change-blockade/
  55. https://www.nbcnews.com/politics/trump-administration/trump-raises-possibility-friendly-takeover-cuba-coming-talks-havana-rcna261081
  56. https://www.univision.com/local/miami-wltv/trump-dice-dueno-inter-miami-jorge-mas-podran-celebrar-en-cuba
  57. https://www.youtube.com/shorts/ll1v8yfcwLc
  58. https://en.cibercuba.com/noticias/2026-03-16-u1-e208933-s27061-nid323321-trump-menciona-familia-fanjul-al-hablar-futuro-cuba
  59. https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-05-15/sherritt-international-ending-operations-in-cuba-after-us-sanctions
  60. https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-05-20/sherritt-international-turns-to-ray-washburne-as-it-ponders-cuba-future
  61. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-07/antilles-pitches-us-buyer-plan-for-sanctioned-cuba-gold-mine
  62. https://www.economist.com/the-americas/2026/05/27/could-donald-trump-save-cubas-economy
  63. https://apnews.com/article/us-sanctions-cuba-gaesa-moa-nickel-fe68b795495c84760a392db2affc10b9
  64. https://www.nbcmiami.com/news/local/trump-administration-expands-cuba-sanctions-targeting-tourism-energy-and-trade-sectors/3833212/
  65. https://www.thenationalnews.com/business/economy/2026/06/19/cuba-signs-deals-attracting-global-business-but-washington-holds-key/
  66. https://www.elnuevoherald.com/noticias/america-latina/cuba-es/article278446704.html
  67. https://english.alarabiya.net/News/world/2026/06/27/sanctioned-cuban-military-group-cedes-key-assets-sources
  68. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-09/how-cuba-can-rebuild-its-economy-with-help-from-the-us
  69. https://x.com/StateDept/status/2079910195761647718?s=20
  70. https://responsiblestatecraft.org/rubio-cuba-deal/
  71. https://www.nytimes.com/2026/05/20/us/politics/marco-rubio-cuba.html
  72. https://www.youtube.com/watch?v=-eYblJ8P6r4
  73. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-26/trump-aims-to-steer-cuba-toward-greater-dependence-on-the-us
  74. https://apnews.com/article/trump-rubio-cuba-castro-intervention-a7a470404229ce2cf89b10501e8692b7
  75. https://www.motherjones.com/politics/2026/03/i-wish-i-could-send-more-how-exiled-cubans-are-keeping-the-island-alive/
  76. https://www.nbcmiami.com/news/local/u-s-fuel-exports-to-cuba-rise-as-blackouts-and-shortages-continue-on-the-island/3813301/
  77. https://www.motherjones.com/politics/2026/03/i-wish-i-could-send-more-how-exiled-cubans-are-keeping-the-island-alive/
  78. https://www.latinousa.org/2026/04/17/cubaisnext/
  79. https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article315738772.html
  80. https://www.state.gov/releases/office-of-the-spokesperson/2026/07/united-states-and-catholic-relief-services-send-first-humanitarian-flight-to-cuba-under-secretary-rubios-new-100-million-assistance-commitment/
  81. https://www.miamiherald.com/news/nation-world/world/americas/cuba/article316580456.html
  82. https://apnews.com/article/united-state-cuba-humanitarian-flight-7b07aff4241d72411c3ea6a41fdd4577
  83. https://www.thenation.com/article/world/united-nations-cuba-humanitarian-crisis-us-sanctions-fuel-shortages/
  84. https://mofa.gov.vn/en/web/ministry-of-foreign-affairs/detail/chi-tiet/vietnam-cuba-promote-comprehensive-cooperation-in-new-development-stage-60597-1074.html
  85. https://www.aljazeera.com/news/2026/5/24/cuba-thanks-china-for-rice-shipment-amid-worsening-humanitarian-conditions
  86. https://apnews.com/article/cuba-aid-ship-mexico-uruguay-havana-us-tensions-44f04d853c28504fa4bae040652d9803
  87. https://en.cibercuba.com/noticias/2026-07-14-u1-e135253-s27061-nid335043-brasil-envia-48-toneladas-leche-polvo-cuba-medio
  88. https://apnews.com/article/cuba-economic-reforms-us-embargo-diaz-canel-trump-rubio-b6b8d4319d4291dde47084baa624c795
  89. https://www.economist.com/the-americas/2026/07/02/promised-reforms-could-change-cuba-radically
  90. https://www.nytimes.com/2026/06/24/world/americas/cuba-economy-overhaul-communism-trump.html
  91. https://www.facebook.com/TreyYingst/videos/president-trump-a-lot-of-things-are-going-to-happen-in-cuba-over-the-next-maybe-/1763645165085148/
  92. https://www.thisamericanlife.org/892/trapped-on-a-bus/act-two-4
  93. https://pocan.house.gov/media-center/press-releases/reps-pocan-dexter-leger-fernandez-and-ramirez-return-cuba-fact-finding
  94. https://responsiblestatecraft.org/marco-rubio-cuba/

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  • 23. Juli 2026 um 11:15

USA setzen erstmals Seedrohnen ein: Eine neue Ära des Seekriegs?

Von Telepolis
Plakatähnliche Grafik zeigt ein großes Kreigsschiff vor einer Karte mit Meeresengen und im Vordergrund eine Seedrohne

KI-generierte Grafik

Der Angriff auf Bandar Abbas markiert einen Wendepunkt. Autonome Überwasserdrohnen könnten Seekrieg und strategische Meerengen grundlegend verändern.

In der Nacht auf den 12. Juli 2026 setzten die USA erstmals in ihrer Geschichte unbemannte Überwasserfahrzeuge als Angriffswaffe im Gefecht ein. Drei Kampfdrohnen vom Typ Corsair des Herstellers Saronic trafen den Marinestützpunkt Bandar Abbas im Iran, konkret eine Anlage zur Wartung von U-Booten und Schiffen.

Ein Wendepunkt für die US-Marine

Wie das Fachportal TWZ [1] berichtete, handelte es sich um sogenannte One-Way-Attack-Drohnen, die sich beim Einschlag selbst zerstören – die maritime Entsprechung dessen, was in der Luft als Kamikaze- oder Loitering-Munition bekannt ist.

Der Corsair ist mit gut sieben Metern Länge eines der kleinsten Boote einer ganzen Fahrzeugfamilie des Herstellers Saronic [2], kann aber immerhin gut 450 Kilogramm Nutzlast über eine Distanz von rund 1.850 Kilometern transportieren, wie aus Unternehmensangaben hervorgeht.

Anders als klassische Marschflugkörper oder U-Boote operiert das Boot auf der Wasseroberfläche, unbemannt und – nach Angaben des Herstellers – weitgehend autonom navigierend, wobei Zielauswahl und Feuerfreigabe nach bisherigem Kenntnisstand nicht dem System selbst, sondern menschlichen Bedienern obliegen.

Vom Einzeleinsatz zur Serienproduktion

Zum ersten Mal setzten die USA eine Kategorie von Waffensystemen im Gefecht ein, die bislang vor allem aus anderen Konflikten bekannt war – etwa aus dem Schwarzen Meer, wo die Ukraine mit vergleichbaren Booten die russische Schwarzmeerflotte zum Rückzug gezwungen hatte, oder aus dem Jemen, wo die Huthi-Miliz bereits 2017 ein mit Sprengstoff beladenes Boot gegen eine saudische Fregatte einsetzte.

Was zuvor als Fähigkeit anderer, meist schwächerer oder nichtstaatlicher Akteure galt, wird damit erstmals von der stärksten Marine der Welt selbst genutzt.

Der Angriff auf Bandar Abbas steht im Kontext eines massiven industriellen Ausbaus bei Saronic. Nur wenige Tage später, am 16. Juli 2026, kündigte das Unternehmen den Bau einer neuen Werft in Brownsville, Texas, an. Über drei Milliarden Dollar will Saronic nach eigenen Angaben in die als "Port Alpha" bezeichnete Anlage investieren, wie TWZ [3] berichtete.

Baubeginn ist noch für 2026 vorgesehen, die Aufnahme des Betriebs für 2028.

Die industrielle Revolution des Seekriegs

Wie schnell Saronic baut, zeigt die 55 Meter lange Marauder, das größte der bislang acht Firmen-Modelle. Laut dem britischen Fachportal NavyLookout [4] verging vom Entwurf bis zu den ersten Seeversuchen weniger als ein Jahr: Die Kiellegung erfolgte im August 2025, der Stapellauf Ende Mai 2026. In Franklin, Louisiana, entstehen bereits drei weitere Rümpfe; der zweite soll rund ein Viertel schneller gebaut werden als der erste.

Eine für Ende 2026 geplante Erweiterung für 300 Millionen Dollar soll die Kapazität auf bis zu 20 Marauder pro Jahr erhöhen.

Zusammen mit den kleineren Aufklärungs- und Angriffssystemen des Herstellers entsteht damit eine gestaffelte Familie unbemannter Plattformen. Saronics Modellpalette und der massive Ausbau der Werftkapazitäten kann als Ausdruck einer strategischen Hinwendung der USA zu Drohnen als eigenständiger maritimer Waffengattung gelesen werden: von Angriff und Zielzuweisung bis zum Transport von Waffen, Sensoren und Fracht über halbe Ozeane hinweg.

Die neuen Herrscher der Meerengen?

Wie einst der Panzer nicht bloß eine schnellere Kavallerie war, sondern eine neue Form der Landkriegsführung begründete, könnten Drohnen die Regeln des Seekrieges neu schreiben. Ihre besondere Stärke liegt in der Verbindung von Masse, Reichweite, Vernetzung und vergleichsweise niedrigen Verlustkosten.

In großer Zahl eingesetzt, könnten unbemannte Luft-, Überwasser- und Unterwassersysteme die Weltmeere nicht nur beobachten, sondern in ein dichtes Netz aus Aufklärung, Verfolgung und Zugangsverweigerung verwandeln.

Damit würden Drohnen zu einem zentralen Instrument moderner A2/AD-Strategien: Sie könnten Seegebiete dauerhaft überwachen, gegnerische Schiffe früh erfassen, ihre Bewegungen weitergeben und ganze Operationsräume so gefährlich machen, dass deren Nutzung nur noch unter hohem Aufwand möglich wäre.

Besonders wirksam wäre diese neue Form maritimer Kontrolle dort, wo sich der Schiffsverkehr ohnehin auf schmale und vorhersehbare Korridore verengt. Ein Großteil des Welthandels passiert nur wenige Nadelöhre – darunter Hormus, Malakka und Bab al-Mandab sowie der Suez- und der Panamakanal. Dort könnten bereits vergleichsweise kleine, verteilte Drohnennetze eine Wirkung entfalten, die weit über den unmittelbaren Einsatzraum hinausreicht.

Der lange Schatten der Malakka-Strategie

Damit trifft die neue Drohnentechnologie auf eine strategische Debatte, die in den USA lange vor ihrer heutigen Reife begann: die Frage, ob sich gegnerische Flotten und Volkswirtschaften durch die Kontrolle oder Sperrung zentraler Meerengen treffen lassen.

Die Kontrolle strategischer Meerengen ist ein altes Machtinstrument. In den USA wurde sie seit den 2000er-Jahren besonders intensiv für einen möglichen Konflikt mit China untersucht, dessen Energieversorgung stark von Öltransporten durch die Straße von Malakka abhängt.

Eine zentrale Studie veröffentlichten Gabriel Collins und William Murray 2008 im Naval War College Review [5]. Sie hielten Malakka zwar für einen naheliegenden Hebel, warnten aber vor den praktischen Grenzen einer Fernblockade: Umflaggungen, gefälschte Papiere, Umladungen auf See und Ausweichrouten über Lombok oder Sunda könnten sie unterlaufen.

Allein zur Kontrolle Malakkas veranschlagten sie mindestens zehn Kriegsschiffe und zwei Versorger – rechnete man Ausweichrouten wie Lombok und Sunda mit ein, stieg der Bedarf auf mindestens 16 Schiffe und vier Versorger.

Zehn Jahre später bewertete Collins [6] eine Fernblockade taktisch als machbar, strategisch aber weiterhin als riskant. China könnte auf Lagerbestände, Importe aus Russland und Kasachstan, Rationierung und Ersatzkraftstoffe zurückgreifen und womöglich zehn Monate bis mehrere Jahre durchhalten.

Zugleich würde eine langwierige Blockade wegen Chinas Bedeutung für die Weltproduktion auch die globale Wirtschaft und die politische Ausdauer der blockierenden Macht treffen.

Zwischen Mine und U-Boot entsteht eine neue Waffe

2019 ordneten Derek Grossman und John Speed Meyers in der Fachzeitschrift Strategic Studies Quarterly [7] die Fernblockade nur noch als eine von mehreren maritimen Optionen ein. Als Alternative beschrieben sie eine Strategie der Zugangsverweigerung, bei der U-Boote und Seeminen gegnerische Schiffe bedrohen, ohne eine formelle Blockade zu errichten. Genau an diesem Punkt verändert die Drohnentechnologie heute die Rechnung.

Denn die neue Generation maritimer Drohnen verwischt eine Grenze, die in der älteren Fachliteratur als selbstverständlich galt: die zwischen der Mine, die wartet, und dem U-Boot, das jagt. Eine Mine ist billig und ortsgebunden, sie wartet blind, bis ein Schiff in ihren Wirkungsbereich gerät. Ein U-Boot kann sein Ziel suchen und verfolgen, braucht dafür aber eine ausgebildete Besatzung, teure Technik und Treibstoff – Faktoren, die seine Zahl seit jeher begrenzen.

Eine autonome Drohne vereint beide Eigenschaften und reduziert zugleich einige ihrer entscheidenden Nachteile: Sie kann wochenlang an einem Punkt verharren, dabei aber ihre Position wechseln, Ziele unterscheiden und verfolgen, Daten weiterreichen, einen Angriff abbrechen oder sich im Schwarm neu gruppieren.

Bei verbrauchbaren Angriffsdrohnen fallen Plattform und Munition sogar vollständig zusammen: Aus der starren Mine wird eine bewegliche, vernetzte, selektiv aktivierbare Mine – und aus dem Wirkmittel, das bislang stets eine eigene Trägerplattform benötigte, ein System, das Wirkmittel und Plattform in einem Objekt vereint. Die Drohne selbst ist bereits die Munition; eine Abschussvorrichtung, ein Rohr oder ein Träger, der sie erst ins Ziel bringen müsste, entfällt.

Darin liegt zugleich eine Fortschreibung des deutschen U-Boot-Handelskriegs der beiden Weltkriege, dessen Ziel nie die Entscheidungsschlacht war, sondern die Zermürbung von Handel, Versicherung und Versorgung. Eine seiner entscheidenden Grenzen war jedoch die Personal- und Materialintensität: Jedes versenkte Boot kostete eine ausgebildete Besatzung, jede Fahrt war durch Treibstoff und Torpedovorrat begrenzt.

Der Handelskrieg der Zukunft beginnt auf See

Ein drohnenbasierter Handelskrieg würde die Plattformlogik des klassischen Seekriegs auflösen. Was im U-Boot noch in einem einzigen teuren Schiff gebündelt ist – Sensorik, Führung, Verfolgung und Waffenwirkung –, könnte sich auf Tausende spezialisierte Systeme verteilen. Manche wären nur Sensoren, andere Relais, Täuschkörper oder Waffen. Nicht die einzelne Drohne wäre das neue Kriegsschiff, sondern das vernetzte System als Ganzes.

Entscheidend wäre zudem nicht, jedes Schiff zu versenken, sondern den Verkehr unberechenbar und teuer zu machen: durch gelegentliche Zwischenfälle, zurückgezogene Versicherer, verweigerte Fahrten, Umwege der Reeder. Ziel wäre nicht das einzelne Schiff, sondern die Zirkulation des Handels selbst.

Ein künftiger Handelskrieg könnte auch unterhalb der offenen Kriegsschwelle geführt werden – durch Beschädigung, Einschüchterung und elektronische Störung ohne eindeutige Urheberschaft.

Für eine drohnengestützte Kontrolle von Meerengen ergibt sich daraus eine naheliegende Konsequenz: Eine Blockademacht müsste eine Passage nicht hermetisch und dauerhaft abriegeln, um wirtschaftlichen Druck zu erzeugen. Es würde genügen, sie durch wiederkehrende, unvorhersehbare Zwischenfälle so unsicher zu machen, dass Reedereien dauerhaft auf längere Routen ausweichen.

Die Bedrohung einer einzelnen Meerenge lässt sich meist noch umgehen. Wer jedoch mehrere zusammenhängende Passagen und ihre Ausweichrouten gleichzeitig gefährden kann, schafft ein Netz von Sperrzonen, dem der Schiffsverkehr kaum noch ausweichen kann.

Maritime Drohnen könnten den alten U-Boot-Krieg auf eine neue Stufe heben: durch ein verteiltes Netz aus Sensoren und Wirksystemen, das den Schiffsverkehr an seinen Engstellen kontrollieren und weit darüber hinaus unterbrechen kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11374681

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.twz.com/sea/kamikaze-drone-boats-used-by-u-s-in-combat-for-the-first-time
  2. https://www.twz.com/sea/drone-ship-maker-saronic-announces-new-3b-shipyard-in-texas-capable-of-building-850-foot-vessels
  3. https://www.twz.com/sea/drone-ship-maker-saronic-announces-new-3b-shipyard-in-texas-capable-of-building-850-foot-vessels
  4. https://www.navylookout.com/us-built-saronic-marauder-medium-uncrewed-surface-vessel-delivered-at-pace/
  5. https://digital-commons.usnwc.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1913&context=nwc-review
  6. https://digital-commons.usnwc.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1735&context=nwc-review
  7. https://www.airuniversity.af.edu/Portals/10/SSQ/documents/Volume-13_Issue-4/Grossman.pdf

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  • 23. Juli 2026 um 09:04

Kein Ideenmanagement: Wie Manager "Made in Germany" gefährden

Von Telepolis
 Lichtschalter und Manager mit ausgeschaltete Glühbirne als Kopf  vor BRD-Flagge

Deutsche Manager setzen auf Kostensenkung statt Innovation. Doch Experten warnen: Fehlende Technologiekompetenz bedroht den Standort. Wer hat bessere Ideen?

VW will Stellen abbauen, Daimler die Arbeitszeiten der Beschäftigten erhöhen. Deutsche Unternehmen setzen die Belegschaften unter Druck und scheinen Kostensenkung als Weg aus der Krise zu sehen.

Diese Unternehmenspläne gehen am eigentlichen Thema vorbei, ist sich Branchenexperte Philipp Raasch sicher. Nicht die Arbeitskosten sind die Hauptsorge, sondern die fehlende technologische Kompetenz.

Das grundlegende Problem sieht Raasch darin, dass etwa VW als eine sehr große, historisch gewachsene Organisation darauf ausgelegt sei, Autos als Produkte deutscher Ingenieurskunst rund um den Verbrennungsmotor zu bauen. Das Elektroauto sei jedoch kein normales Auto mit einem Elektromotor, sondern eine "Softwareplattform auf Rädern", sagt Raasch im Gespräch [1] mit NDR Info.

In Zukunft würden aber 80 Prozent des Wertes eines Autos über Zukunftstechnologien wie Software, künstliche Intelligenz und Batterie definiert. Die Manager der deutschen Automobilindustrie haben es in den letzten 15 Jahren nicht geschafft, die "Organisation dahingehend umzubauen."

Löhne sind nicht das Problem

Dass die Löhne oft gar nicht das Problem sind, machen auch Äußerungen des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) deutlich. Lies schlägt vor [2], den Bau chinesischer Autos in deutschen VW-Werken zu prüfen:

"Mit Autos, die wir hier entwickeln, die wir völlig selbstständig hier bauen, und mit Autos, die wir hier bauen, aber wo eben auch Kompetenzen von uns selber aus China kommen."

Chinesische Industrieunternehmen setzen weltweit Maßstäbe bei Entwicklungsgeschwindigkeit und Abläufen, zeigte die Studie "China Speed [3]" der Unternehmensberatung Roland Berger bereits im März:

"Im Automobilsektor entwickeln chinesische Hersteller neue Fahrzeuge heute 25 bis 30 Prozent schneller als europäische Wettbewerber und halten gleichzeitig einen Kostenvorteil von 20 bis 30 Prozent. In anderen Industrien sind die Unterschiede teils noch größer."

Selbst wenn chinesische Hersteller Teile der Produktion nach Europa verlagern, bleiben mehr als 50 Prozent ihrer Effizienz erhalten, so die Unternehmensberatung. Dieses Know-How will Lies offensichtlich nutzen.

Wenn konkurrierende Hersteller nun in Europa und Deutschland chinesische Autos bauen wollten, "dann sollten wir das selber sein aus China heraus, und dann soll es in unseren Werken stattfinden, damit Kolleginnen und Kollegen hier gesicherte Beschäftigung haben", so der Politiker.

Zu wenige Produktneuerungen

Nicht nur in der Automobilbranche zeigen sich fehlende Produktneuerungen. Den mit erneuerbarer Technik erzeugten Strom dann zu verbrauchen, wenn er benötigt wird, ist eine der wichtigsten Fragen bei der Energiewende. Speichertechnologien sind entscheiden – auch da hinkt die Bundesrepublik hinterher.

Constantin Eis, CEO des Speicher-Start-up CMBLU Energy AG meint [4]:

"Das Rennen um die Technologie- und Preisführerschaft bei Batterien hat China gewonnen. Deutschland und Europa haben jedoch bei den Großbatterien eine strategische Chance. Wenn wir Energiesouveränität erreichen wollen, müssen wir auf stabile und vertikal integrierte Hardware-Wertschöpfungsketten setzen."

Die Idee, einen Entwicklungsvorsprung mit heimischer Produktion in Europa aufzuholen, ist gescheitert. Denn es wurde lediglich versucht, die europäische Produktion mit Produktionsanlagen aus China aufzusetzen.

"Aus diesen Fehlern müssen wir lernen. Es funktioniert nicht, wenn wir chinesisch dominierte Wertschöpfungsketten in Europa einfach kopieren."

Constantin Eis

Hier sind Innovationen europäischer Unternehmen gefordert. Manager müssen sich von der Vorstellung verabschieden, "kritische Infrastruktur ließe sich einfach zukaufen und zusammenschrauben".

Fehlendes Ideenmanagement

Diese Beispiele zeigen: Kostensenkung oder die Verlagerung von Aufgaben in eigenständige Gesellschaften sind wichtige Handlungsfelder deutscher Manager. Das Ideenmanagement im Betrieb zählt nicht dazu. Unternehmen benötigen aber die regelmäßige Weiterentwicklung ihrer Produkte, da eine schnelle Reaktion auf geänderte Nachfragewünsche wichtig ist.

Neue Dienstleistungen oder Produkte sind häufig Grundlage des Unternehmenserfolgs, aber neue Ideen resultieren meistens aus einem systematischen Prozess. Unternehmen müssen Ideen gezielt aufspüren und die Firmenkultur darauf ausrichten, was in deutschen Unternehmen kaum organisiert wird:

"Unternehmen, in denen nur die Entwicklungs- und Forschungsabteilung innovativ sein darf, bringen selten echte Innovationen hervor. Es bedarf des ganzen Unternehmens, um aus einer Idee oder Entdeckung einen anwenderorientierten Nutzen und damit eine Innovation zu generieren.

Während früher ein Unternehmen, das eine Innovation als Erstes erfolgreich einführte, lange Zeit eine hohe Innovationsrendite einstreichen konnte, ist heute der internationale Wettbewerb in vielen Branchen so scharf, dass die Unternehmen zur Aufrechterhaltung ihrer Marktposition dazu gezwungen sind, immer neue Innovationen zu schaffen."

Marcus Disselkamp, Unternehmensberater [5]

Alternative Vorschläge aus der Zivilgesellschaft

In der Automobilbranche kommen Vorschläge dagegen aus den Reihen der Belegschaft und der Zivilgesellschaft. Die Umweltschutzorganisation Robin Wood fordert, VW soll Kleinbusse für den Nahverkehr bauen.

Die scheint ein realistischer Weg für einen Transformationspfad der Autoindustrie zu sein: Wie diese Potentiale aussehen und welche politischen Weichenstellungen es braucht, um etwa in Osnabrück Kleinbusse statt Kriegsgerät zu entwickeln, hat eine Studie [6] ermittelt, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Auftrag gegeben wurde.

"Wir können es uns gar nicht leisten, dass erfahrene Metaller:innen ihr Know-how nicht für eine zukunftsfähige Industrie einsetzen. Denn die Straßenbahnen, Beatmungsgeräte, Windkraftanlagen oder was wir noch so brauchen, werden nicht im luftleeren Raum produziert." sagt Tobi Rosswog [7], Mitinitiator der Initiative "VW steht für Verkehrswende" gegenüber der taz.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11370958

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ndr.de/nachrichten/info/automobilexperte-raasch-vw-ist-an-sich-selbst-gescheitert,vw-1200.html
  2. https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/ministerpraesident-lies-bau-chinesischer-autos-in-deutschen-vw-werken-pruefen,lies-144.html
  3. https://www.presseportal.de/pm/32053/6234997
  4. https://background.tagesspiegel.de/energie-und-klima/briefing/warum-europa-seine-speicher-selbst-bauen-muss
  5. https://www.haufe-akademie.de/blog/themen/general-management/nichts-geht-langfristig-ohne-innovation/?akttyp=organische%20suche&med=google&aktnr=84834&wnr=04393672
  6. https://www.robinwood.de/sites/default/files/2026_kernergebnisse_kleinbusse-statt-kriegsgeraet_rowo_rls.pdf
  7. https://taz.de/VW--Verkehrswende-Ueber-eine-Kampagne-von-Aktivistinnen-und-VW-Beschaeftigten/!6141065/

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  • 23. Juli 2026 um 08:00

Microsoft Agent Framework bietet ein Harness für .NET und Python

Von Heise
Digital,Brain,With,Circuit,And,Ai,Cocept.,3d,Rendering.Gehirn mit Schaltkreisen

(Bild: Anggalih Prasetya / Shutterstock.com)

Das Agent Framework bringt nun ein vorgefertigtes Harness mit, um aus großen Sprachmodellen Agenten zu machen.

Microsoft hat sein Agent Framework mit einem stabilen, „batteries-included“ Harness ausgestattet. Dieses soll sowohl in Python als auch in .NET große Sprachmodelle in Agenten verwandeln. Bei Microsoft Agent Framework handelt es sich um ein quelloffenes Framework für das Erstellen, Orchestrieren und Deployen von KI-Agenten und Multi-Agent-Workflows.

Wie der Hersteller ausführt, kann ein LLM für sich genommen lediglich Text generieren. Erst durch ein Agent Harness [1] – eine um das Modell herum laufende Runtime – kann es beispielsweise Tools aufrufen, mehrschrittige Aufgaben ausführen oder einen Job bis zur Vervollständigung durchführen. Ein solches Harness ist nun direkt im Agent Framework enthalten.

Features des neuen Harness

Das Harness soll vollständig anpassbar sein und sich für lange laufende, autonome Arbeiten wie Forschung, Datenanalyse oder generelle Aufgabenautomatisierung eignen. Intern handelt es sich um einen Chat-Client-Agenten (Agent in Python, ChatClientAgent in .NET) mit hinzugefügten Features, die standardmäßig aktiviert sind. Diese lassen sich anpassen oder entfernen.

Zu den Funktionen zählen unter anderem das Speichern der Chathistorie nach jedem Modellaufruf zur Crash-Wiederherstellung und Inspektion während der Ausführung, ein Dateispeicher für dauerhafte Session Notes, Kontextverdichtung (Compaction), To-Do-Provider, Skills, Websuche, Toolbestätigung und integrierte Telemetrie per OpenTelemetry.

Microsoft führt als Anwendungsbeispiele Datenverarbeitungs-, Domain- und Forschungsassistenten an. So könne ein Forschungsassistent ein Thema in Form von To-Dos planen, zwischen Planungs- und Ausführungsmodi wechseln, das Web durchsuchen und den Plan autonom abarbeiten.

Zusätzliche Funktionen

Bisher nur als opt-in verfügbar, stellt Microsoft weitere Features für das Harness bereit: das Delegieren von Unteraufgaben an andere Agenten, Dateizugriff, Looping – also das Wiederaufrufen eines Agenten bis zum Erfüllen einer Bedingung – und Shell-Tooling.

Weitere Informationen zum Microsoft Agent Framework Harness sind im Blogeintrag [4] zur Ankündigung sowie auf Microsoft Learn [5] zu finden. Codebeispiele für .NET [6] und für Python [7] stehen auf GitHub bereit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11375090

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Kurz-erklaert-Agent-Harness-11330445.html
  2. https://net.bettercode.eu/?wt_mc=intern.conf.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link&LPID=38418
  3. https://net.bettercode.eu/tickets.php?wt_mc=intern.conf.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_net.empfehlung-ho.link.link&LPID=38418
  4. https://devblogs.microsoft.com/agent-framework/the-microsoft-agent-framework-harness-is-now-released/
  5. https://learn.microsoft.com/agent-framework/agents/harness
  6. https://github.com/microsoft/agent-framework/tree/main/dotnet/samples/02-agents/Harness
  7. https://github.com/microsoft/agent-framework/tree/main/python/samples/02-agents/harness
  8. mailto:mai@ix.de

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  • 23. Juli 2026 um 10:32

PEGI: EA Sports FC 27 bekommt höhere Altersfreigabe

Von Peter Steinlechner
Ultimate Team könnte das Fußballspiel erstmals auf Pegi 16 heben. Hintergrund sind verschärfte Regeln für Lootboxen in Europa.
Artwork von EA Sports FC 27 (Bild: Electronic Arts)
Artwork von EA Sports FC 27 Bild: Electronic Arts

Vermutlich kennen viele unserer Leser Kinder oder Jugendliche, die einen (viel zu) großen Teil ihres Taschengelds in Ultimate Team investieren. Genau dieser Spielmodus hat nun offenbar dazu geführt, dass EA Sports FC 27 in Europa eine Pegi-Altersfreigabe ab 16 Jahren erhält – statt wie bisher Pegi 3.

Fotos von Verpackungen und Werbematerial mit der neuen Kennzeichnung kursieren bereits im Netz – etwa hier auf Instagram. Eine offizielle Bestätigung von Electronic Arts oder ein Eintrag in der Pegi-Datenbank stehen allerdings noch aus.

Hintergrund ist eine grundlegende Reform der Kriterien, die seit Juni 2026 für neu eingereichte Spiele gilt. Bezahlte Zufallsbelohnungen, also klassische Lootboxen, führen künftig grundsätzlich zu einer Einstufung ab 16 Jahren. Ultimate Team mit seinen gegen Echtgeld oder Ingame-Währung erhältlichen Kartenpacks fällt genau in diese Kategorie.

In Deutschland ist primär die USK zuständig

Praktisch dürfte sich für die meisten Spieler zunächst allerdings wenig ändern. Pegi (Pan European Game Information) ist eine europaweit verbreitete Altersempfehlung, aber kein gesetzliches Verkaufsverbot.

In Deutschland vergibt die USK die rechtlich relevante Altersfreigabe. Auswirkungen könnte die höhere Pegi-Freigabe allerdings bei Jugendschutzfiltern auf digitalen Plattformen und in einigen europäischen Märkten haben.

Seit Jahren stehen Lootboxen und insbesondere Ultimate Team wegen ihrer Zufallsmechanik und der Möglichkeit, mit echtem Geld Kartenpacks zu kaufen, in der Kritik. Pegi trägt dieser Entwicklung nun mit strengeren Bewertungskriterien Rechnung – auch wenn sich für den Verkauf oder den Zugang zum Spiel in vielen Ländern zunächst kaum etwas ändern dürfte.

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  • 23. Juli 2026 um 11:37
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