3D-gedruckte Touch-ID-Hülle: Nach viel Arbeit funktioniert sie gut.
(Bild: @Calvin_5743 / Printables)
Wer ein mechanisches Keyboard nutzen möchte, muss auf Apples Touch ID am Mac verzichten. Doch der Sensor lässt sich auch entnehmen.
Apples hauseigene Tastaturen sind zwar beliebt, doch haben sie allerlei Einschränkungen bei Bauweise und Tastenhub. Das Problem: Wer weg möchte vom Magic Keyboard, um etwa künftig mechanisch zu tippen [1], verliert Zugriff auf ein zentrales Komfortelement: den Fingerabdrucksensor Touch ID. Diesen bietet Apple nämlich nur eingebaut in MacBook Pro und MacBook Air sowie eben in besagtem Magic Keyboard an. Einzeln lässt sich dieser nicht erwerben, und so müssen Tastaturwechsler künftig bei Anmeldung oder Freigabe bestimmter macOS-Aktionen wieder zur Eingabe des Passworts greifen. Doch es gibt eine Lösung für das Problem: Wer bereit ist, ein Magic Keyboard als Spendeeinheit auszuschlachten, kann den Touch-ID-Knopf per Hardware-Hack auch ausbauen und in ein Gehäuse packen. Das ist zwar technisch aufwendig, wurde aber zuletzt gleich von mehreren YouTubern durchexerziert.
So zeigte der bekannte Maker, NAS- und Raspberry-Pi-Bastler Jeff Geerling den Vorgang im Detail [2]. Klar wird dabei allerdings schnell: Für Einsteiger ist die Umsetzung eher nichts. Auch Grobmotoriker dürften schnell daran verzweifeln: Zunächst an der verklebten Unterseite des Magic Keyboard, dann an den zahllosen (unterschiedlichen) Schrauben und schließlich am Einbau in eines der mehreren 3D-gedruckten Touch-ID-Gehäusen, die etwa bei Printables [3] bereitstehen. Denn: Die Toleranzen sind sehr niedrig, zudem schlägt man sich mit empfindlichen Flachbandkabeln herum.
Wer sich den Aus- und Einbau zutraut (was die Entnahme der korrekten Platinenbestandteile involviert), kann sich danach aber durchaus freuen: Der mit Lightning-nach-USB-C angeschlossene Button (alternativ: USB-C nach USB-C mit neueren Tastaturen) funktioniert wie gewohnt. Doch weder finanziell noch vom Arbeitsaufwand her lohnt sich die Aktion: „Warum stellt Apple also keine kleine Touch-ID-Box her? Sie könnten 50-US-Dollar dafür verlangen, und ich würde es bezahlen, wenn auch widerwillig“, sagt Geerling. So habe er eine 150-Dollar-Tastatur und ein paar Stunden Zeit geopfert, um eine „intelligente“ Taste zu erhalten.
Immerhin offeriert Apple selbst eine Alternative zu der Touch-ID-Problematik: Es ist seit einigen Jahren auch möglich, den Mac mittels Apple Watch zu entsperren [4]. Dazu muss man die Computeruhr aber zuerst einmal besitzen.
Sie wird dann mit dem Mac gekoppelt und dient als Entsperrinstrument – auch für Passwortabfragen, für die sonst nur Touch ID verwendet werden kann. Die Uhr muss zuvor entsperrt werden, damit nur der Besitzer sie auch nutzen kann.
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[1] https://www.heise.de/tests/Tipp-Top-Tastaturen-17-Keyboards-fuer-den-Mac-im-Test-9989999.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=tzB6m2VTxAg
[3] https://www.printables.com/model/355924-clickable-touch-id-box-tkl-board-wired#instructions
[4] https://support.apple.com/de-de/102442
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de
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(Bild: Martin Jansson)
Mit Know-how können Maker defekte Akkus wieder zum Leben erwecken. Übereifrige BMS setzen Software-Sperren und verwandeln Akkus zu Elektroschrott.
Moderne Akkuwerkzeug-Akkus enthalten ausgeklügelte Battery-Management-Systeme (BMS), die Zellspannung, Temperatur, Ladezustand und Überlast überwachen. Diese Schutzmechanismen sind grundsätzlich sinnvoll – sie verhindern Schäden an Geräten und Nutzern. Doch was passiert, wenn diese Systeme Fehlalarme auslösen oder temporäre Probleme als permanente Defekte interpretieren?
Die Realität zeigt: Viele Akkus werden durch Software-Lockouts unbrauchbar gemacht, obwohl die Zellen und die Hardware vollkommen intakt sind. Ein kurzzeitiger Spannungsabfall, ein leichtes Zellungleichgewicht nach längerer Lagerung oder ein Firmware-Bug – und der teure Akku wird zum Briefbeschwerer. Die Hersteller bieten meist keine Lösung außer dem Neukauf und selbst in der Garantiezeit kann der Akkutausch umständlich sein.
Zwei bemerkenswerte Open-Source-Projekte nehmen sich nun dieser Problematik an und geben Makern die Werkzeuge in an Hand, ihre Akkus selbst zu reparieren.
Der schwedische Entwickler Martin Jansson begann das Projekt [1] vor etwa drei Jahren, nachdem mehrere seiner Makita-Akkus ohne ersichtlichen Grund den Dienst verweigerten. Die klassischen Symptome: Der Akku lässt sich nicht mehr laden, das BMS meldet einen Fehler, aber die Zellen selbst sind in Ordnung.
Janssons ursprüngliche Reverse-Engineering-Versuche mit einem F0513-Mikrocontroller von NEC (Renesas) waren mühsam. Der Durchbruch kam, als er von einem User Romain kontaktiert wurde, der mehrere neuere BMS-Platinen spendete – darunter eine mit einem STM32-Mikrocontroller, bei dem der Read-Protection-Schutz nicht aktiviert war. Innerhalb von fünf Minuten nach Erhalt der Platine konnte Jansson mit Ghidra die Firmware rückentwickeln (Reverse Engineering).
Makita LXT-Akkus nutzen ein auf Maxims OneWire-Protokoll [3] basierendes Kommunikationssystem über den gelben Steckverbinder. Die Timing-Parameter weichen vom Standard ab – vermutlich eine bewusste Verschleierung. Das BMS unterstützt Standard-OneWire-Funktionen wie Reset, Skip-ROM und Read-ROM. Besonders interessant: Es gibt einen versteckten Backdoor-Befehl, der das Protokoll auf Single-Wire-UART umschaltet. Über diesen Zugang lässt sich die komplette Firmware auslesen und sogar der Speicher beschreiben.
Da das OneWire-Protokoll präzises Timing erfordert, funktionieren Standard-Programmer nicht zuverlässig. Jansson entwickelte deshalb den ArduinoOBI – einen Arduino-basierten Programmer, der die zeitkritische Kommunikation übernimmt. Die Hardware beschränkt sich auf einen Arduino mit USB, ein Adapterkabel und ein paar Widerstände.
Diagnostik:
Reparatur:
Die modulare Architektur von OBI ermöglicht es Entwicklern, Unterstützung für weitere Hersteller hinzuzufügen. Jedes Modul muss lediglich eine get_display_name()-Funktion und eine ModuleApplication-Klasse implementieren. Leider scheint es hier noch keine weiteren Module zu geben.
Für Anfänger: Die vorkompilierte Windows-EXE aus den GitHub-Releases herunterladen [4] – keine Python-Installation nötig. Allerdings ist das .zip von Chrome als potenziell gefährliche Software deklariert, auch Virustotal warnt. Also besser den Python-Code benutzen:
Die Maker-Community hat OBI begeistert aufgenommen. Ein deutscher Nutzer berichtete im Forum „Fingers elektrische Welt“ [5], dass er nach Kontakt mit dem Entwickler eine spezielle Firmware für ältere Akkus erhielt, die mit dem Python-Tool zunächst nicht funktionierten. Ein Konsolenprogramm auf dem Arduino Nano konnte den Akku dann erfolgreich zurücksetzen.
Das Projekt wird aktiv weiterentwickelt und die Dokumentation auf DeepWiki [6] bietet umfassende Einblicke in die Systemarchitektur.
Badar Kayani wurde zum Ryobi-Akku-Hacker, nachdem drei seiner neuen Akkus unerwartet ausgefallen waren. Seine Neugierde führte ihn tief in die Materie: Er kaufte Dutzende defekte Akkus auf eBay, rückentwickelte die Platine und dokumentierte akribisch alle Fehlermodi und Reparaturschritte.
Das Video ist nicht nur für Besitzer von Ryobi-Tools interessant, sondern insgesamt informativ, wie die Herangehensweise an Hardware-Hacking aussehen kann.
Kayani hat einen vollständigen Schaltplan des PBP005-Modells erstellt [8], der etwa zu 95 Prozent komplett ist. Die Architektur ist typisch für BMS-Schaltungen, mit einigen interessanten Details:
Zentrale Komponenten:
Debug-Schnittstelle: Das Board verfügt über einen SWD-Tag-Connect-Header, über den sich die Firmware auslesen und modifizieren lässt.
Kayani analysierte Dutzende defekte Akkus und katalogisierte folgende Fehlermodi mit ihrer Prävalenz:
Mit 65 Prozent Prävalenz ist der permanente Firmware-Lockout das häufigste Problem. Die Symptomatik: Beim ersten Drücken der Status-Taste blinkt eine LED, bei weiteren Klicks blinken vier LEDs. Der Akku lässt sich weder laden noch entladen.
Kayanis Theorie: Akkus, die längere Zeit gelagert werden, geraten in einen Software-Zustand, in dem das Digitalteil kontinuierlich Strom zieht. Bei einem bestimmten Spannungsniveau während der Entladung setzt die Firmware einen permanenten Lockout. Die meisten betroffenen Akkus waren relativ entladen. Ein weiterer Trigger: Wenn eine Zellbank etwa 0,15 Volt weniger als die anderen hat und die Gesamtspannung in einem bestimmten Bereich liegt, löst das Auflegen auf das Ladegerät einen Lockout aus.
Kayani entdeckte, dass ein einzelnes Byte an Speicheradresse 0x7E90 über den Lockout-Status entscheidet. Ist dieses Byte ungleich null, ist der Akku permanent gesperrt. Wird es auf null gesetzt, lässt sich der Akku wieder normal nutzen.
Benötigte Hardware:
Verkabelung: Kayani musste den Batterie-Adapter von Amazon öffnen und modifizieren, um die SWD-Pins zugänglich zu machen. Detaillierte Diagramme in seinem Artikel zeigen die korrekte Verbindung zwischen Tag-Connect-Kabel und J-Link.
Software-Workflow:
Erfolgsrate: Kayani konnte fünf fast neue Akkus (alle um 3 V/Zelle) allein durch das Löschen des Lockout-Bits wiederbeleben. Nach dem Flashen ließen sie sich direkt auf einem Standard-Ryobi-Ladegerät laden, ohne weitere Eingriffe.
Für weniger schwerwiegende Lockouts gibt es einen einfacheren Weg ohne weitere Hardware, nur der Akku muss geöffnet werden, einen Versuch ist es wert!
J1-Reset-Prozedur:
Dieser Reset funktioniert bei Soft-Lockouts und manchen Zellimbalanzen. Kayani betont, dass viele Reddit-Threads über diesen Trick berichten, aber oft nicht zwischen verschiedenen Lockout-Typen unterscheiden.
Einige Batterien zeigten Ladefehler, bei denen das Ladegerät sie nicht erkannte. Kayani identifizierte die T1-Schaltung als Problemquelle, konnte aber trotz Kurzschluss-Tests zur Fehlereingrenzung keine dauerhafte Lösung finden. Das Fehlen von Teilenummern für einige Transistoren und die Gefahr, V_BATT an falsche Stellen zu leiten, erschwerten die Reparatur.
Kayani wirft eine wichtige Frage auf: Ist dieser Ansatz mit übermäßigen Firmware-Checks und -Lockouts wirklich besser für Sicherheit und Langlebigkeit? Einerseits will man Katastrophen vermeiden, andererseits haben diese Systeme eine hohe Fehlalarm-Rate, die funktionierende Akkus zu Elektroschrott macht.
Der Zyniker würde vermuten, dass Ryobi bewusst Obsoleszenz einbaut. Kayani glaubt das nicht – Ryobi gewährt drei Jahre Garantie, und seine eigenen Akkus waren jünger als ein Jahr, als sie ausfielen. Sie wurden problemlos ersetzt (wobei ein Ersatz-Akku ebenfalls bald darauf ausfiel).
Seine These: Ryobi hatte gute Absichten beim Design der Sicherheitssysteme, testete aber nicht gründlich genug, um Fehlalarme zu verhindern. Ein permanenter Lockout ohne Self-Reset-Option war möglicherweise ein Designfehler, kein Feature.
Disclaimer: Beide Projekte betonen, dass Arbeiten mit Lithium-Akkus gefährlich sein können. Nutzer sind für ihre eigene Sicherheit verantwortlich und sollten Best Practices befolgen.
Garantie: Öffnen und Modifizieren von Akkus erlischt in der Regel die Garantie. Bei Akkus, die noch in der Garantiezeit sind, sollte man zunächst den Hersteller-Service kontaktieren.
Gewährleistung: Die Entwickler übernehmen keine Haftung für Schäden, die durch die Nutzung ihrer Tools entstehen. Beide Projekte sind rein zu Bildungs- und Reparaturzwecken gedacht.
Right to Repair: Diese Projekte sind Paradebeispiele für die Right-to-Repair-Bewegung. Sie ermöglichen Nutzern, teure Hardware zu reparieren, statt sie zu entsorgen – ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Die Projekte von Martin Jansson und Badar Kayani zeigen eindrucksvoll, was mit Reverse-Engineering, Durchhaltevermögen und Open-Source-Philosophie möglich ist. Sie verwandeln Elektroschrott in funktionierende Werkzeuge und geben Makern die Kontrolle über ihre Hardware zurück.
Für wen sind diese Projekte geeignet?
Beide Projekte sind aktiv und offen für Beiträge. Für Leser etwa mit einem defekten Akkuschrauber-Akku könnte es sich lohnen, diese Projekte auszuprobieren – und vielleicht tragen Leser mit ihren Erkenntnissen zur weiteren Entwicklung bei.
Die Botschaft ist klar: Nur weil ein Hersteller sagt „nicht reparierbar", heißt das nicht, dass es stimmt. Mit den richtigen Tools und Community-Wissen können Maker ihre Geräte länger nutzen und gleichzeitig Elektroschrott reduzieren
Siehe auch:
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[1] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[2] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[3] https://github.com/rosvall/makita-lxt-protocol
[4] https://github.com/mnh-jansson/open-battery-information
[5] https://www.fingers-welt.de/phpBB/viewtopic.php?t=24670
[6] https://deepwiki.com/mnh-jansson/open-battery-information/1-overview
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://badar.tech/2025/08/24/ryobi-battery-repair-guide/
[9] https://www.tag-connect.com/
[10] https://github.com/bjkayani/ryobi-battery-repair
[11] https://www.heise.de/download/product/open-battery-information?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[12] https://www.heise.de/make
[13] mailto:caw@make-magazin.de
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(Bild: espressif)
Espressif und Bosch kombinieren ESP32-C5 mit MEMS-Sensoren, um Bewegung und Umwelt lokal auszuwerten.
Espressif und Bosch haben eine Zusammenarbeit angekündigt, die Bosch-Sensoren und ESP-Mikrocontroller zusammenführen soll. Ziel ist es, eine neue Produktreihe anzubieten, die Bewegung, Umweltzustände und Kontext nicht nur erfassen, sondern auch lokal via KI interpretieren können. Die gemeinsame Lösung richtet sich zwar offiziell an Bereiche wie Smart Home, Fitness, Büroanwendungen oder interaktive Spielzeuge, dürfte aber auch für Maker und Entwickler interessant sein.
Im Zentrum steht der neue ESP32-C5, ein Dualband-Wi-Fi-6-SoC, der hier als zentraler Controller dient. Er wird mit mehreren Sensoren von Bosch betrieben. Darunter der Umwelt- und Gassensor BME690, die Bewegungs-IMU BMI270 (IMU: inertial measurement unit) und das Magnetometer BMM350. Zusammen ermöglichen sie mehrdimensionale Erfassung von Bewegung, Lage, Umweltparametern und Magnetfeldern. Für Maker bedeutet das potenziell weniger Einzelbausteine zusammenlöten, weniger eigene Sensorfusion schreiben und mehr Zeit für die eigentliche Idee.
Interessant ist dabei weniger das Marketing-Stichwort „Large-Language-Model-Intelligenz“, sondern die Architektur dahinter. Die Plattform ist darauf ausgelegt, möglichst viel Interpretation lokal auf dem Gerät vorzunehmen. Gesten, Bewegungsmuster oder Zustandsänderungen können direkt ausgewertet und in Aktionen umgesetzt werden, ohne ständig Daten in die Cloud zu schieben. Das spart Latenz und Strom und kann auch in WLAN-losen Umgebungen genutzt werden.
Auch für experimentelle Projekte jenseits des Wohnzimmers ist die Kombination spannend. In Fitness- oder Motion-Tracking-Anwendungen erlaubt die IMU eine lokale Analyse von Bewegungsabläufen, etwa zur Haltungs- oder Gestenerkennung. Die Auswertung kann direkt auf dem Mikrocontroller erfolgen, während Feedback über LEDs, Audio oder Sprache ausgegeben wird. Wer schon immer wollte, dass ein Gerät mahnend piept, wenn die Kniebeuge schief aussieht, bekommt hier zumindest die technischen Grundlagen dafür.
Für den Smart-Home-Bereich kündigt Espressif eine native Integration in Home Assistant an. Geräte auf Basis des ESP32-C5 sollen automatisch erkannt werden und sich darüber konfigurieren lassen.
Zur Unterstützung von Entwicklern stellen die Partner zwei Hardwareplattformen vor. Der ESP-SensairShuttle (siehe Titelbild) ist eher als Evaluierungs- und Lernplattform gedacht, modular aufgebaut und mit austauschbaren Sensorboards versehen. Er richtet sich an Ausbildung, Forschung und systematische Tests. Deutlich makerfreundlicher ist der ESP-Spot, ein vollständig quelloffenes Board mit Fokus auf bewegungsbasierte Interaktion. Für Schaltpläne, Firmware und Dokumentation ist bereits eine Wiki-Seite [1] angelegt.
(Bild: espressif [2])
Das ESP-SensairShuttle ist bereits auf Aliexpress [3] für 53,22 Euro erhältlich.
Wer mehr über die ESP32-Produktreihe wissen möchte, findet alle Infos in unserem EPS32-Kompass [4].
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https://www.heise.de/-11132803
Links in diesem Artikel:
[1] https://docs.espressif.com/projects/esp-dev-kits/en/latest/esp32c5/esp-sensairshuttle/index.html
[2] https://www.espressif.com/en/news/Espressif_Bosch_Collaboration
[3] https://de.aliexpress.com/item/1005010501471471.html?gatewayAdapt=glo2deu
[4] https://www.heise.de/ratgeber/ESP32-Hardware-Kompass-Welches-Modell-Sie-fuer-Ihr-naechstes-Projekt-benoetigen-10321040.html
[5] https://www.heise.de/make
[6] mailto:das@heise.de
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Die Weihnachtsbaumstruktur wurde mit einem 16-μm-Flüssigkeitsstrahl gefertigt, der über eine Spezialdüse auf einem kommerziellen 3D-Drucker im Vakuum ausgedruckt wurde.
(Bild: Universität von Amsterdam)
Forschende des Instituts für Physik der Universität Amsterdam haben einen Weihnachtsbaum mit einfacher Technik vollständig aus Eis gedruckt.
Ein Forschungsteam um Menno Demmenie, Stefan Kooij und Daniel Bonn vom Institut für Physik der Universität Amsterdam hat passend zur Jahreszeit ein außergewöhnliches Beispiel für die Möglichkeiten des 3D-Drucks präsentiert: einen komplett aus Eis gedruckten Weihnachtsbaum. Die Forscher verzichteten dabei auf herkömmliche Kühltechnik und setzten stattdessen nur Wasser und eine Vakuumpumpe ein.
In einer Vakuumkammer mit stark erniedrigtem Druck verdampft Wasser schon bei Raumtemperatur. Jedes Molekül, das entweicht, entzieht dem Wasser Energie und kühlt es weiter ab. So fällt die Temperatur unter den Gefrierpunkt, während das Wasser zunächst flüssig bleibt. Wissenschaftler bezeichnen diesen Zustand als „unterkühlte Flüssigkeit“. Sobald diese Flüssigkeit die Möglichkeit zur Kristallisation bekommt, beispielsweise durch Kontakt mit einer gefrorenen Fläche, gefriert sie sofort. Dieser Effekt ist beispielsweise auch beim so genannten „Blitzeis“ zu beobachten, wenn unterkühlter Regen beim Kontakt mit festen Gegenständen unmittelbar zu Eis gefriert.
Das Forscherteam macht sich diesen Effekt zunutze, um über eine Spezialdüse im Vakuum einen hauchdünnen Strahl von etwa 16 Mikrometern Dicke auf eine bereits gefrorene Fläche aufzubringen. Die IOP-Forscher Menno Demmenie, Stefan Kooij und Daniel Bonn nahmen einen ROOK MK1 3D-Drucker und setzen das Gerät in eine transparente Acrylvakuumkammer.
Den thermoplastischen Extruder ersetzten sie durch eine maßgefertigte Düsenhalterung, die von einer Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)-Pumpe angetrieben wird, um einen Wasserstrahl auszustoßen. Dieser zerfällt dann in einzelne Tröpfchen, die dann als unterkühlte Flüssigkeit auf dem Substrat einfrieren. Auf diese Weise baute das Team Schicht für Schicht eine dreidimensionale Eisstruktur auf. In 26 Minuten entstand so ein Weihnachtsbaum von acht Zentimetern Höhe aus purem Eis.
Neben dem ästhetischen Wert sieht Daniel Bonn vom Forschungsteam auch einen didaktischen Wert des Experiments: Phasenübergänge, Wärmeübertragung und der Einfluss des Umgebungsdrucks lassen sich in der transparenten Kammer direkt in Echtzeit beobachten. Das Verfahren funktioniert auch für andere Formen wie Kegel, Säulen, sogar schräge Strukturen ohne Stütze. Das Paper zum Projekt der Forschungsgruppe ist zusammen mit weiteren Informationen und Videos zum Verfahren auf den Webseiten der Universität von Amsterdam veröffentlicht [1].
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https://www.heise.de/-11129559
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.uva.nl/shared-content/uva/en/news/news/2025/12/a-3d-printed-christmas-tree-made-entirely-of-ice.html
[2] https://www.heise.de/make
[3] mailto:usz@heise.de
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(Bild: CE: Wikimedia/Mattved, Logo: Smander)
Eine Gruppenzertifizierung senkt die Kosten der CE für den Einzelnen drastisch. Das Projekt GetSmandered ist aber auf Open-Source-Hardware beschränkt.
Wer sein elektronisches Maker-Projekt in Europa verkaufen möchte, kommt meist nicht um die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) herum. Ein Ausweg mag es sein, Bausätze zu verkaufen, aber dies ist oft nur eine Lösung für Kunden, die ebenfalls Maker und Bastler sind. Professionelle Zertifizierungen kosten schnell 5000 Euro aufwärts – ein Betrag, der viele Maker abschreckt. Das österreichische Start-up „Smander“ bietet mit „GetSmandered“ nun einen innovativen Ansatz: Gruppenzertifizierung zu deutlich reduzierten Kosten.
GetSmandered [1] funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Je mehr Maker sich für eine Zertifizierungsrunde anmelden, desto geringer werden die Kosten für alle Teilnehmer. Durch die Bündelung typischer Maker-Produkte und einen optimierten Prozess sollen Overheadkosten geteilt werden. Aktuell startet die „Round 0“ – Bewerbungen sind kostenlos und unverbindlich [2]. Voraussetzung: Das Produkt muss Open Source sein. Diese Einschränkung ermöglicht auch Kosteneinsparungen bei der Dokumentation und Datenverarbeitung.
Im Basispaket sind:
Optional buchbar:
Der 3. Punkt ist wichtig: Ein physisches Muster muss eingeschickt werden – idealerweise professionell bestückte Platinen, da die Fertigungsqualität Teil der Risikoanalyse ist.
Während klassische CE-Assessments bei etwa 5000 Euro starten, verspricht GetSmandered durch die Gruppenzertifizierung deutlich niedrigere Kosten. Der genaue Preis wird erst nach Bewerbungsschluss bekannt gegeben und hängt von der Teilnehmerzahl ab. Ein garantierter Maximalpreis wird jedoch vorab kommuniziert.
Zusätzliche Einsparungen:
Anders als viele B2B-Services richtet sich Smander auch an Maker ohne eingetragenes Unternehmen. Wer später eine Firma gründet, kann die Dokumentation gegen eine Bearbeitungsgebühr aktualisieren lassen.
Die Experten warnen eindringlich davor, einfach ein CE-Zeichen auf das Produkt zu kleben, ohne ordnungsgemäße Zertifizierung. Dies stellt eine ernsthafte Rechtsverletzung dar und kann zu erheblichen Konsequenzen führen. Mehr Informationen und eine FAQ [3] stehen auf der Website zur Verfügung, Kontakt direkt am besten per Discord [4].
Hinweis: Der Service befindet sich aktuell in der Startphase. Interessierte sollten sich frühzeitig unverbindlich registrieren, da mehr Teilnehmer niedrigere Preise für alle bedeuten.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11124279
Links in diesem Artikel:
[1] https://early.smander.com/
[2] https://early.smander.com/getsmandered-round-0
[3] https://early.smander.com/faq
[4] https://discord.smander.com/
[5] https://www.heise.de/make
[6] mailto:caw@make-magazin.de
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(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)
Der schlanke SSH-Server Dropbear stopft mit einer aktualisierten Version unter anderem eine Rechteausweitungslücke.
Eine Sicherheitslücke im schlanken SSH-Server Dropbear ermöglicht Angreifern, ihre Rechte im System auszuweiten. Aktualisierte Softwarepakete schließen die Sicherheitslücke.
Dropbear kommt aufgrund seiner geringen Größe oftmals auf Single-Board-Computersystemen und Routern zum Einsatz, etwa in OpenWRT [1]. Jetzt haben die Entwickler die Dropbear-Version 2025.89 veröffentlicht und schreiben in der Ankündigung [2], dass bei älteren Fassungen bis einschließlich Dropbear 2024.84 Angreifer beliebige Programme im System als „root“ starten können, sofern sie eine Sicherheitslücke in Dropbear ausnutzen.
Ursache des Sicherheitslecks ist die Weiterleitung von Unix-Sockets. Andere Programme auf dem System können Unix-Sockets mittels SO_PEERCRED authentifizieren, was bei von Dropbear weitergeleiteten Verbindungen der User „root“ ist, was die Ausweitung der eigenen Rechte ermöglicht, führen die Dropbear-Programmierer aus (CVE-2025-14282, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“).
Wer noch nicht aktualisieren kann, kann sich damit behelfen, den Zugriff auf Unix-Socket-Forwarding zu unterbinden. Das erledigt der Aufruf mit Kommandozeilenparameter dropbear -j – das deaktiviert jedoch zugleich auch TCP-Forwarding. Wer Dropbear aus den Quellen selbst baut, kann auch in den Header-Dateien „localoptions.h“ sowie „distrooptions.h“ einen Define passend setzen: „#define DROPBEAR_SVR_LOCALSTREAMFWD 0“ sorgt dafür, dass die anfällige Funktion nicht ausgeführt wird. Die vollständige Korrektur benötigt jedoch weiterreichende Änderungen.
„Die Weiterleitung von Unix-Sockets ist jetzt deaktiviert, wenn erzwungene Befehlsoptionen verwendet werden, da sie Befehlsbeschränkungen umgehen könnten“, erklären die Dropbear-Entwickler. Das stehe nicht direkt mit der Rechteausweitung in Verbindung, aber könnte die Ausführung beliebiger Befehle als korrekter User erlauben.
Die Risikoeinstufung als „kritisch“ der Schwachstelle stammt vom CERT-Bund [3]. Wer Dropbear als SSH-Server einsetzt, sollte nach aktualisierten Paketen Ausschau halten und diese zeitnah installieren. Sofern das noch nicht möglich ist, hilft der vorgeschlagene Workaround, die eigene Installation abzusichern.
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https://www.heise.de/-11119207
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/OpenWRT
[2] https://lists.ucc.gu.uwa.edu.au/pipermail/dropbear/2025q4/002390.html
[3] https://wid.cert-bund.de/portal/wid/securityadvisory?name=WID-SEC-2025-2866
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de
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(Bild: Raspberry Pi Foundation / Bearbeitet caw)
Das neue Modell bietet die gewohnte Rechenleistung, ist aber dank weniger RAM günstiger für viele Anwendungen.
Anfang Dezember 2025 kündigte die Raspberry Pi Foundation eine Neuigkeit an, die viele in der Maker-Community überraschte: Der Raspberry Pi 5 ist ab sofort auch mit 1 GByte RAM erhältlich. Mit einem anvisierten Preis von 45 US-Dollar (etwa 47 Euro aktuell bei deutschen Händlern) positioniert sich die neue Variante als günstigster Einstieg in die leistungsstarke Pi-5-Generation – allerdings in Zeiten, in denen RAM-Preise durch die Decke [1] gehen und selbst die Foundation nicht um Preiserhöhungen herumkommt.
Die 1-GByte-Variante ist kein abgespecktes Budget-Board, sondern bietet exakt dieselbe Hardware-Basis wie ihre größeren Geschwister: Broadcom BCM2712 mit vier 64-Bit Arm Cortex-A76-Kernen bei 2,4 GHz, VideoCore VII GPU, PCIe 2.0, USB 3.0, die neuen vierspurigen MIPI-Interfaces – alles identisch.
Der einzige Unterschied: Statt 2, 4, 8 oder 16 GByte kommt LPDDR4X-4267 mit 1 GByte zum Einsatz. Raspberry-Pi-CEO Eben Upton erklärt, dass die 1-GByte-Version den überarbeiteten BCM2712 D0-Prozessor-Stepping nutzt – denselben wie das 2-GByte-Modell. Diese Konfiguration bietet laut Upton sogar eine leicht verbesserte Performance bei der Verwendung von Single-Rank-1-GByte-LPDDR4X-Chips.
(Bild: Raspberry Pi Foundation)
Bei den von der Foundation gelisteten Händlern [2] kostet der Pi5 mit 1 GByte RAM knapp 47 Euro ohne Versand.
Die Frage, die sich viele Maker nun stellen: Ist 1 GByte RAM heute überhaupt noch sinnvoll? Die Antwort hängt stark vom Einsatzzweck ab.
Ideal geeignet ist die 1-GByte-Variante für:
Weniger geeignet für:
Wenn Raspberry Pis „headless“ laufen, reichen 1 GByte für die meisten Hobby-Projekte völlig aus. Man muss etwas mehr Hirnschmalz in die Konfiguration und Sparmaßnahmen stecken. Wahrscheinlich sind wir durch diese ganzen GBytes einfach verwöhnt und auch leicht faul geworden.
Die Einführung der 1-GByte-Variante erfolgt in einem schwierigen Marktumfeld. Eben Upton spricht [4] von der „größten Preisanpassung in der Geschichte des Raspberry Pi“. Der Grund: Die Preise für LPDDR4 und LPDDR4X-Speicher sind dramatisch gestiegen.
Die Ursache liegt in der enormen Nachfrage nach Speicher für KI-Infrastruktur. Große Rechenzentren und KI-Anbieter kaufen riesige Mengen an Speicherchips, wodurch die Hersteller ihre Produktionskapazitäten auf die profitabelsten Segmente konzentrieren. Produkte mit niedrigen Margen – wie Single-Board-Computer – leiden unter der Verknappung.
Die Auswirkungen sind drastisch und auch der Raspi 4 bleibt nicht verschont:
(Bild: Raspberry Pi Foundation)
Die gute Nachricht: Modelle mit niedrigeren Speicherkonfigurationen älterer Generationen – Pi 4 mit wenig RAM, Pi 3+, Pi Zero – bleiben preislich stabil. Diese Staffelung ermöglicht es Makern, genau das Budget-Performance-Verhältnis zu wählen, das zum Projekt passt.
Der Raspberry Pi 5 mit 1 GByte ist seit Anfang Dezember 2025 über die offiziellen Vertriebspartner weltweit verfügbar. Die Produktion läuft im Werk in Wales, und der Hersteller betont, dass die Verfügbarkeit deutlich besser ist als bei früheren Launches.
Für Maker in der DACH-Region sind die üblichen Händler wie Reichelt, Conrad, BerryBase oder Pi-Shop [5] die Anlaufstellen. Die tatsächlichen Verkaufspreise und Verfügbarkeiten können je nach Händler und lokalen Steuern variieren.
Der Raspberry Pi 5 mit 1 GByte RAM ist kein Allround-Board für jeden Einsatzzweck, aber genau das will er auch nicht sein. Er ist die Antwort auf eine spezifische Nachfrage: Maker, die die deutlich verbesserte Performance des Pi 5 – schnellere CPU, bessere GPU, PCIe, USB 3.0-Bandbreite – in Projekten nutzen wollen, bei denen RAM kein limitierender Faktor ist.
In Zeiten steigender Speicherpreise bietet die 1-GByte-Variante einen Einstieg in die Pi-5-Generation, der etwa 10 US-Dollar unter dem 2-GByte-Modell liegt. Für IoT-Gateways, Headless-Server, Industriesteuerungen oder Bildungsprojekte ist das ein relevanter Preisunterschied, besonders wenn man mehrere Boards benötigt.
Die Botschaft der Raspberry Pi Foundation ist klar: Trotz schwieriger Marktbedingungen hält man am Ziel fest, erschwingliche, leistungsfähige Hardware mit breitem Einsatzspektrum anzubieten. Die gestaffelte RAM-Auswahl von 1 GByte bis 16 GByte ermöglicht es jedem – vom Schüler bis zum Start-up – das optimale Board für sein Budget und seine Anforderungen zu finden.
Wer die Performance des Pi 5 benötigt, aber mit 1 GByte auskommt, bekommt mit der neuen Variante ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und wenn die RAM-Preise einmal wieder sinken, wird die Foundation – wie versprochen – die Preise anpassen. Bis dahin bietet die 1-GByte-Version einen wertvollen Kompromiss zwischen Leistung und Kosten.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11116470
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Teure-Speichermodule-Gruende-fuer-die-extremen-RAM-Preise-11109897.html
[2] https://www.raspberrypi.com/products/raspberry-pi-5/
[3] https://www.heise.de/make
[4] https://www.raspberrypi.com/news/1gb-raspberry-pi-5-now-available-at-45-and-memory-driven-price-rises/
[5] https://www.raspberrypi.com/products/raspberry-pi-5/
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/make
[8] mailto:caw@make-magazin.de
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Das Online-Tool Building Dialogue ist Informationsquelle und Leitfaden auf dem Weg zur energetischen Gebäudesanierung.
(Bild: Building Dialogue)
Das kostenlose Online-Tool „Building Dialogue“ ist ein unabhängiger, praxisnaher Wegweiser für Hausbesitzer, die Wohneigentum energetisch verbessern möchten.
Einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten von energetischen Gebäudesanierungen zu bekommen, ist nicht ganz einfach. Besonders wenn es um passende Heizungstechnologien, Förderbedingungen und gesetzliche Verpflichtungen geht, ist der Informationsbedarf groß. Das zeigt das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Forschungsprojekt „building-dialogue“.
Maker, Hausbesitzer, Eigentümergemeinschaften und Wohnungsunternehmen stehen oft vor der Aufgabe, sich für eine neue Heizung, ein neues Dach oder eine zeitgemäße Wärmedämmung entscheiden zu müssen. Für jede dieser Maßnahmen existieren Förderprogramme, die in der Regel jedoch nur wenigen Fachleuten bekannt sind. Im Forschungsprojekt building-dialogue analysierten Expertinnen und Experten, welche Hindernisse private Eigentümer, WEGs und Wohnungsunternehmen bei solchen Sanierungen begegnen. Sie prüften zudem, wie Informationsbedarf und andere Einstellungen die Bereitschaft zu investieren beeinflussen. Zusätzlich untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Effekte Sanierungen in den Kommunen erzeugen können.
„Wir haben festgestellt, dass fehlende Orientierung für passende Sanierungsmaßnahmen, Unsicherheiten wegen finanzieller Belastung und die technische Akzeptanz, zum Beispiel von neuen Technologien wie Wärmepumpen, als zentrale Hinderungsgründe für Sanierungsmaßnahmen wirken“, sagt Marie-Claire Gering, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Projektleiterin am Reiner Lemoine Institut (RLI).
Auf Basis der Forschungsergebnisse schufen die Expertinnen und Experten einen Online-Wegweiser. Dort finden Nutzer eine klare Anleitung mit einzelnen Schritten, die sie durch die energetische Sanierung führt. Gleichzeitig eröffnet das Tool Zugang zu leicht verständlichen Informationen rund um Modernisierungsoptionen, den Austausch der Heizung, Förderungen und rechtlichen Aspekten.
Wie der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) berichtet [1], hilft dieses Online-Tool [2] Eigentümern, den aktuellen Zustand ihres Gebäudes zu bewerten und den persönlichen Bedarf an Maßnahmen zu ermitteln. Es vermittelt grundlegendes Wissen zur energetischen Modernisierung von Häusern, weist auf kostenfreie Beratungen hin und empfiehlt zusätzliche Hilfsmittel. „Interessierte können sich damit optimal auf eine Energieberatung vorbereiten, etwas für ihre Immobilie und die Energiewende tun und im besten Fall Geld sparen“, sagt Gering.
Energetische Sanierungen schaffen zusätzlich Wertschöpfung und Jobs für regionale Unternehmen und bringen den Kommunen dadurch höhere Steuereinnahmen. Wenn eine Kommune mit 2.000 Gebäuden jährlich rund 20 davon modernisiert, fließen in den regionalen Wirtschaftskreislauf pro Jahr mehr als 380.000 Euro. Das generiert für die Kommune etwa 26.000 Euro zusätzliche Einnahmen jährlich. Interessierte finden dazu weitere Details im Wegweiser.
Das Projekt building-dialogue wird im Förderschwerpunkt „Energiewende und Gesellschaft“ im Rahmen des Energieforschungsprogramms des BMWE gefördert und läuft noch bis Dezember 2025.
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[1] https://idw-online.de/de/news863422
[2] https://building-dialogue.rl-institut.de/
[3] https://www.heise.de/make
[4] mailto:usz@heise.de
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(Bild: Olimex)
Mit Akku und Ladefunktion eignet sich ein neues Devkit für mobile Sensoren und batteriebetriebene Funkknoten.
Der bulgarische Hersteller Olimex [1] hat mit dem ESP32-C6-Devkit-Lipo ein neues ESP32-Eva-Board entwickelt, das auf dem ESP32-C6-MINI-1-N4 Modul von Espressif basiert. Das Board kombiniert einen 32-Bit-RISC-V-Prozessor mit 160 MHz, Smart-Home-Funkstandards und eine integrierte LiPo-Stromversorgung (Lithium-Polymer) auf kompakten 45 × 25 Millimetern. Ausgestattet ist das Board mit 4 MByte Flash und 512 KByte RAM.
Der ESP32-C6 unterstützt 2,4-GHz-Wi-Fi 6 sowie Bluetooth 5, Zigbee, Thread und Matter. Damit richtet sich das Board klar an Maker, die sich mit modernen Smart-Home-, IoT- oder Mesh-Netzwerken beschäftigen. Gerade die Kombination aus Wi-Fi 6 und den typischen IoT-Funkprotokollen ist für Experimente mit Sensor-Knoten oder Matter-fähigen Geräten interessant.0
Am Board sind zwei USB-C-Buchsen verbaut. Eine übernimmt Stromversorgung und Debug-UART mit automatischer Umschaltung in den Boot-Modus, die zweite ist für JTAG-Debugging vorgesehen. Damit lassen sich auch Debug-Sessions starten, ohne auf externe Adapter angewiesen zu sein.
Zur weiteren Ausstattung gehören ein UEXT-Steckverbinder für Erweiterungsmodule, ein zusätzlicher Extension-Connector, ein Boot-Taster sowie mehrere Status-LEDs. Für mobile Projekte interessant ist die integrierte LiPo-UPS-Schaltung samt Ladefunktion und Step-Up-Wandler. Das Board kann damit wahlweise über USB oder direkt aus einem LiPo-Akku betrieben werden und schaltet automatisch um. Für batteriebetriebene Funkknoten, tragbare Messgeräte oder Testaufbauten auf der Fensterbank bedeutet das: keine Kabel!
Programmierseitig bleibt Olimex bodenständig. Der ESP32-C6 lässt sich sowohl mit dem Espressif-IDF als auch über die Arduino-Umgebung entwickeln. Für Maker bedeutet das niedrige Einstiegshürden, aber auch die Möglichkeit, bei Bedarf tiefer in das native SDK einzusteigen.
Das ESP32-C6-Devkit-Lipo ist für 8,95 Euro (+ Mehrwertsteuer) im Olimex-Shop [2] erhältlich. Dort sind auch die Schaltbilder und Gerber-Dateien verlinkt.
Wer eine Übersicht über alle ESP-Boards nach dem perfekten Chip für das nächste Projekt durchstöbern will, der findet in unserem ESP32-Hardware-Kompass [3] alle wichtigen Infos.
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https://www.heise.de/-11110404
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[1] https://olimex.wordpress.com/2025/12/05/new-open-source-hardware-board-with-esp32-c6-wifi-6-bluetooth-5-le-zigbee-thread-matter-and-lipo-ups/
[2] https://www.olimex.com/Products/IoT/ESP32-C6/ESP32-C6-DevKit-Lipo/open-source-hardware
[3] https://www.heise.de/ratgeber/ESP32-Hardware-Kompass-Welches-Modell-Sie-fuer-Ihr-naechstes-Projekt-benoetigen-10321040.html
[4] https://www.heise.de/make
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Nach 3D-gedruckten Prototypen des Gehäuses zeigt Erfinder Pavel Zhovner nun, wie die PCBs aussehen. Wichtige Komponenten bleiben vorerst verpixelt.
Der Flipper One soll vielseitiger werden als sein Vorgänger mit der Versionsnummer Null. Nun hat Erfinder Pavel Zhovner auf seinem Telegram-Kanal erneut Bilder veröffentlicht, die ein voll bestücktes Gerät zeigen – allerdings nur als 3D-Rendering. Es verrät einige Details zur Ausstattung, verpixelt aber den SoC und andere Komponenten.
Dass der Flipper One potenter als der Flipper Zero wird, hatte Zhovner bereits mehrfach bestätigt – das Gerät soll ein linuxbasierter Kleincomputer werden und Zhovner plant eine eigene Distribution [1]. Und ein kürzlich veröffentlichtes Foto der Geräterückseite offenbarte bereits interessante Details [2]. Jetzt gab es für Nutzer des russischsprachigen Kanals „Zhovner Hub“ neue Details zu entdecken.
Das neue Gerät wird offenbar aus zwei miteinander verbundenen PCBs bestehen. Die untere Platine beherbergt das ARM-SoC, die vom Vorgänger bekannten, jedoch nicht zu dessen Pinout kompatiblen GPIO-Pins, einen M.2-Steckplatz und große Teile der Peripherie.
(Bild: Pavel Zhovner)
Auf den grob aufgelösten Renderbildern lassen sich folgende Bauteile bereits gut erkennen:
Der im Gehäuseprototyp sichtbare Antennenanschluss ist lediglich angedeutet: An seiner Stelle findet sich auf dem PCB ein Steckkontakt, der wohl für die SMA-Buchse am Gehäuse vorgesehen ist.
(Bild: Pavel Zhovner)
Auf der zweiten Platine findet sich das (im Screenshot durch Zhovner gepixelte) Display in bekannter Retro-Anmutung mit orangefarbenem Hintergrund. Links daneben hat der Entwickler ein kapazitives Touchpad untergebracht und ganz rechts scheint noch Platz für eine Klinkenbuchse – womöglich für Kopfhörer oder ein externes Mikrofon. Auch die vier Kontroll-LEDs für LAN1, LAN2, W-LAN und Internetzugriff und insgesamt 13 Taster für Bedienknöpfe lassen sich erspähen.
(Bild: Pavel Zhovner)
Doch was verbirgt sich noch in den 3D-Grafiken? Was lugt da unter dem M.2-Steckkärtchen hervor? Und was hat es mit den verpixelten Chips auf sich? Der größte der vier ICs dürfte wohl der SoC sein – wahrscheinlich deutlich potenter als der STM32WB55RG auf dem Flipper Zero, der einen Cortex-M4-Kern mit 64 MHz Taktfrequenz als Application-Prozessor mitbringt –, die Funktion der drei anderen ist unklar. Auch der Pfostenstecker mit zwölf Pins an der Unterseite wird bei den bekannten Prototypen nicht nach außen geführt.
Wann der Flipper One erscheint, ist noch unbekannt, auch der Preis ist weiter ein Geheimnis. Der Flipper Zero ist derweil für knapp 230 Euro erhältlich, Erweiterungen für WLAN und Bewegungssteuerung schlagen mit gut vierzig sowie knapp sechzig Euro zu Buche.
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[1] https://x.com/zhovner/status/1956376140182081573
[2] https://www.heise.de/news/l-f-Neues-Foto-vom-Hinterteil-des-Flipper-One-10750230.html
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
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(Bild: arduino.cc)
Von der Idee zum Prototyp in Minuten: Arduino baut sein Modulino-Ökosystem mit vier neuen Modulen aus – Prototypen schnell und ohne Verkabelungschaos erstellen.
Arduino [1] stellt vier neue Module seiner Modulino-Produktfamilie vor. Die kompakten Plug-and-play-Sensoren und -Aktoren erweitern das bereits bestehende Angebot und machen es noch einfacher, elektronische Prototypen ohne Breadboard und Lötkolben zu realisieren. Dank „Qwiic“ (Quick I2C) verbindet man die Sensoren und Aktuatoren schnell miteinander in einer Kette und mit etwas Klebeband und Karton entstehen so schnell Prototypen.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Latch Relay (10,43 Euro inkl. Steuer) ist ein elektromechanisches Relais zum Schalten von Gleichstromlasten bis 30 Volt. Das Modul eignet sich ideal für Automatisierungs- und Energiespar-Anwendungen, bei denen mit einem einfachen digitalen Signal Hochlast-Geräte oder Schaltkreise gesteuert werden sollen.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Light (8,54 Euro inkl. Steuer) erkennt Infrarotlicht, misst die Umgebungshelligkeit und kann Farben identifizieren. Damit können Projekte automatisch auf Lichtverhältnisse reagieren – perfekt für lichtempfindliche Anwendungen wie intelligente Beleuchtungssysteme oder Umgebungsmonitoring.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Joystick (15,75 Euro inkl. Steuer) bringt analoge Präzisionssteuerung für Gaming- und Robotik-Projekte. Der integrierte Joystick mit Knopf ermöglicht intuitive Navigation und Steuerung von Bewegungen in interaktiven Set-ups.
(Bild: Arduino.cc)
Modulino Vibro (11,74 Euro inkl. Steuer) fügt Projekten eine haptische Dimension hinzu. Der Vibrationsmotor liefert stille, taktile Rückmeldungen für Alarme, Benachrichtigungen oder immersive Anwendungen – ideal, wenn akustische Signale unerwünscht sind.
(Bild: Arduino.cc)
Die vier Neuankömmlinge ergänzen die sieben bereits verfügbaren Modulino-Module, die Arduino im Mai 2024 zunächst als Teil des "Plug and Make Kit" eingeführt und später einzeln verfügbar gemacht hat:
Alle Modulino-Module teilen das gleiche kompakte Design und lassen sich dank Daisy-Chain-Technologie beliebig miteinander kombinieren. Die Verbindung erfolgt über standardisierte Qwiic-Kabel mit polarisierten Steckern – ein Verpolungsschutz ist also eingebaut.
(Bild: Arduino.cc)
Leider scheint es die „Modulino Base“ auf der mehrere Module festgeschraubt werden können, nicht einzeln zu geben, sondern nur im „Plug and Make Kit“, also doch wieder Karton oder Sperrholz und Klebeband oder Knetkleber (Mein Tipp: Uhu Patafix Propower). Oder man 3D-druckt sich eine passende Basis.
Die neuen Module sind mit allen Arduino-Boards kompatibel, die Qwiic-Konnektivität unterstützen. Dazu gehören der Arduino UNO Q, UNO R4 WiFi, Nesso N1, Nano R4 sowie der Nano Connector Carrier. Über Qwiic-to-Breadboard-Adapter oder die seitlichen Header lassen sich die Module auch mit anderen 3,3-Volt-Arduino-Boards nutzen. Natürlich können auch andere Qwiic-Boards und Module benutzt werden, denn das System ist von Sparkfun entwickelt worden [3] und recht verbreitet. Auch Adafruit [4]benutzt es und nennt es „Stemma QT“. Die Auswahl an Boards wird so immens erweitert.
Jedes Modul wird mit einem fünf Zentimeter langen Qwiic-Kabel geliefert und ist sofort einsatzbereit. Die Programmierung erfolgt wahlweise in der Arduino-Sprache (auf C++ basierend) oder MicroPython. Arduino stellt eine dedizierte Modulino-Bibliothek mit zahlreichen Beispiel-Sketches sowie vorkonfigurierte Arduino-Cloud-Templates zur Verfügung.
Laut Arduino richtet sich das Modulino-System an folgende Zielgruppen:
Lehrkräfte und Schüler können sich auf das Lernen konzentrieren, statt Verbindungsfehler zu debuggen. Die Module eignen sich hervorragend für STEM-Unterricht, wo der Fokus auf Konzepten und Kreativität liegen soll.
Maker und Hobbyisten können interaktive Ideen in Minuten testen, ohne Stunden mit Verkabelung zu verbringen. Die einheitliche Bauform erlaubt es, Module spontan auszutauschen und neue Kombinationen auszuprobieren.
Professionelle Entwickler beschleunigen die Prototypenentwicklung mit einer robusten, modularen Plattform. Die Modulino-Familie eignet sich gleichermaßen für Edge-IoT-Projekte wie für Proof-of-Concept-Systeme auf der Werkbank.
Die vier neuen Modulino-Module sind ab sofort im Arduino Online-Store (auch EU, Versand ab 3,50 Euro) sowie bei autorisierten Distributoren erhältlich. Arduino hat bereits angekündigt, die Modulino-Familie weiter auszubauen – das System ist als wachsendes Ökosystem konzipiert.
Für Einsteiger bietet Arduino das "Plug and Make Kit" an, das ein Arduino UNO R4 WiFi Board zusammen mit sieben der älteren Modulino-Module, einer Modulino-Base zur ordentlichen Befestigung sowie allen benötigten Kabeln und Schrauben enthält. Das Kit wird von kostenlosen, mehrsprachigen Online-Anleitungen mit sieben vollständig dokumentierten Projekten begleitet.
Mit der Erweiterung um Relay, Lichtsensor, Joystick und Vibrationsmotor deckt das Modulino-System nun ein noch breiteres Spektrum an Anwendungsfällen ab – von der Hausautomation über interaktive Spiele hin zu intelligenten Umgebungssensoren. Die konsequente Plug-and-Play-Philosophie macht Arduino-Projekte zugänglicher denn je. Jedes Modul ist perfekt in der Arduino IDE unterstützt und hervorragend dokumentiert.
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[1] https://www.heise.de/thema/Arduino
[2] https://www.heise.de/make
[3] https://www.sparkfun.com/qwiic
[4] https://learn.adafruit.com/introducing-adafruit-stemma-qt/what-is-stemma
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Leibniz-Gründungspreis 2026: Das Gewinnerteam aus dem Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (v. links): Uhland Weißker, Paul Günther, IFW-Vorständin Juliane Schmidt, Stefanie Hartmann, Andreas Winkler, Mehrzad Roudini.
(Bild: Leibniz-Gemeinschaft)
Der Leibniz-Gründungspreis 2026 geht an ein Start-up für ein neuartiges Verfahren zur Herstellung gedruckter Elektronik auf 3D-Drucken.
Bei dem neuen Verfahren sorgt ein von den Forschenden am IFW Dresden entwickelter Aerosoldruckkopf für neue Produktionsmöglichkeiten. Aerosole sind Mischungen aus Gas und darin fein verteilten festen oder flüssigen Aerosolpartikeln, in diesem Fall den leitenden Bestandteilen. Eine integrierte, chipbasierte mikroakustische Quelle sorgt für eine besonders effiziente Verteilung der Aerosole. Gleichzeitig beeindruckt der Druckkopf durch seine kompakte Bauweise und die stark vereinfachte Systemarchitektur.
Die Entwicklung und Vermarktung des Verfahrens liegt in den Händen von Sonojet. Das Start-up ist als Ausgründung des Leibniz-Instituts für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW Dresden) entstanden. Sonojet erhält für das Verfahren den mit 50.000 Euro dotierten Leibniz-Gründungspreis 2026. Das Unternehmen hat sich im industriellen Mikrodruck in der Halbleiter- und Elektronikbranche einen guten Ruf erarbeitet. Das Verfahren hat sich in wenigen Jahren zur bevorzugten Lösung für gedruckte Elektronik auf 3D-Oberflächen entwickelt.
Sonojet fertigt damit Leiterbahnen, Antennen oder Sensoren direkt auf 3D-Bauteilen, Gehäusen oder flexiblen Trägermaterialien. Das Unternehmen verarbeitet eine breite Palette funktionaler Tinten. Durch das neue Verfahren lassen sich teure Materialien wie Edelmetalltinten deutlich sparsamer einsetzen. Die Technologie findet Anwendung in der Unterhaltungselektronik, der Automobilindustrie, der Medizintechnik und im Verteidigungssektor.
Die Gründer richteten Sonojet im Mai 2025 als GmbH ein. Der Start des operativen Betriebs ist für Mitte 2026 geplant. Bis Ende 2026 erhält das Start-up Förderung aus dem Programm "Exist Forschungstransfer" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Die Technologieentwicklung finanzierte in den Vorjahren zusätzlich das Bundesforschungsministerium, der Freistaat Sachsen und die Deutsche Forschungsgemeinschaft durch Projektmittel.
Wie der Informationsdienst Wissenschaft (IDW) berichtet [1], will Sonojet das Preisgeld in die Präsenz auf internationalen Industriemessen und in den professionellen Ausbau des Marketings investieren. Schon bald soll der Druckkopf als Bestandteil einfach bedienbarer Komplettdrucksysteme auf den Markt kommen.
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[1] https://idw-online.de/de/news862855
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(Bild: Google)
Android-Nutzer können mit einer einfachen Einstellungsänderung mithelfen, Googles „Mein Gerät finden"-Netzwerk zu verbessern.
Googles Tracking-Netzwerk „Mein Gerät finden“ soll besser werden. Dazu ergänzt Google beim Pixel 10 die Einstellungen bereits im Android-Setup-Assistenten [1]. Bei vielen Android-Geräten läuft der Assistent aber nicht nachträglich – hier müssen Nutzerinnen und Nutzer selbst aktiv werden und die Teilnahme anschalten. Mit optimierter Einstellung könnte es gelingen, in kürzester Zeit die Nützlichkeit auf das Niveau von Apples „Wo ist [2]“-Netz zu heben oder es gar zu überflügeln.
(Bild: heise medien)
Googles Ansatz ist derzeit ein besonderer Privatsphärenschutz. Die Funktion hatte Google im Mai 2024 mit einem Hinweis auf Android-Smartphones angekündigt [3] und auch aktiviert, sofern Betroffene an den Voreinstellungen nichts geändert haben. Allerdings nutzt die Standardkonfiguration die Option „Mit Netzwerk nur an stark frequentierten Orten“. Es müssen also mehrere Android-Geräte etwa einen Bluetooth-Tracker erkannt und gemeldet haben, damit der auch im inzwischen zu „Find Hub“ umbenannten Tracking-Netz [4] auftaucht.
Leider hat Google die Konfiguration dazu ziemlich gut versteckt. Sie liegt unter „Einstellungen“ – „Google“, dort muss zunächst die Schaltfläche „Alle Dienste“ ausgewählt werden. Dort unter „Persönliche Sicherheit & Gerätesicherheit“ finden sich die Optionen „Benachrichtigungen über unbekannte Bluetooth-Tracker“ sowie „Mein Gerät finden“ – die Umbenennung in „Find Hub“ ist in der deutschen Oberfläche noch nicht angekommen. Dort schließlich können Interessierte unter „Geräte finden, die offline sind“ die Konfiguration auf „Mit Netzwerk überall“ stellen, damit Geräte auch an wenig frequentierten Orten gefunden werden können.
Wenn mehr Android-Nutzer diese Option aktivieren, lassen sich Tracker auch dann aufspüren, wenn lediglich ein einzelnes Android-Smartphone ihn gesehen hat. Der bessere Privatsphärenschutz durch aggregierte Daten (also die Option, nur an stark frequentierten Orten Tracker zu zeigen) bezieht sich auf Standortinformationen, die unter Umständen bei einem einzelnen meldenden Android-Gerät Rückschlüsse auf eine Person zulassen könnten. Für die allermeisten Nutzerinnen und Nutzer dürfte das jedoch kein ernst zu nehmendes Problem darstellen. Als Voraussetzung für die Nutzung von „Mein Gerät finden“ nennt Google Android Version 6.
Die Tracker-Netzwerke lassen sich auch von Kriminellen missbrauchen. Ende 2023 etwa gelang das Ausschleusen von Daten wie Passwörtern mittels manipulierter Keylogger-Tastatur über Apples „Wo ist“ [5]-Netz. Google hat Android inzwischen einen verbesserten Schutz vor heimlichem Bluetooth-Tracking verpasst [6], mit dem bösartige Akteure etwa Taten vorbereiten oder Menschen stalken könnten.
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[1] https://www.heise.de/news/Google-Find-Hub-Nachbrenner-durch-Integration-in-Android-Einrichtung-11105224.html
[2] https://www.heise.de/thema/Wo-ist%3F
[3] https://www.heise.de/news/Google-schaltet-Mein-Geraet-finden-frei-9732358.html
[4] https://www.heise.de/news/Mit-UWB-Support-und-Gepaeck-Tracking-Aus-Mein-Geraet-finden-wird-Find-Hub-10381148.html
[5] https://www.heise.de/news/Keylogger-Tastatur-schleust-Daten-ueber-Apples-Wo-ist-Ortungsnetz-aus-9342791.html
[6] https://www.heise.de/news/Google-verbessert-Schutz-vor-heimlichem-Bluetooth-Tracking-in-Android-10198241.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:dmk@heise.de
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(Bild: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. Infostelle Lüneburg)
Immer mehr Wärmepumpen-Partys werden organisiert, um Neugierige auf lockere Art und Weise direkt in der Nachbarschaft über die Technologie zu informieren.
Wärmepumpen galten lange als kostspielig und schwer zu installieren – besonders in älteren Gebäuden. Doch mit dem wachsenden Interesse an klimafreundlichen Heizlösungen steigt auch der Wunsch nach praxisnahen Informationen jenseits theoretischer Vorträge. Genau hier setzen sogenannte Wärmepumpen-Partys an – eine neue Form der Informationsveranstaltung.
Und nein, dabei handelt es sich nicht um eine Party im klassischen Sinne. Vielmehr ist es eine lockere Kennenlernrunde, bei der Neugierige zu einem Hausbesuch bei Menschen eingeladen werden, die bereits eine Wärmepumpe betreiben.
Um dieses Konzept weiter zu stärken, sollen nun auch Wärmepumpenbotschafter ausgebildet werden [1]. Ehrenamtliche Bürgerinnen und Bürger lernen dabei, wie sie in ihrem Umfeld eigene Informationsveranstaltungen – etwa Wärmepumpen-Partys – organisieren und durchführen können.
Dass die Installation einer Wärmepumpe kein Hexenwerk ist und auch von handwerklich geschickten Maker eigenständig durchgeführt werden kann, zeigen wir in mehreren Artikeln in Make. Wir gehen unter anderem auf Einkauf, grundlegende Hydraulik [6] und Inbetriebnahme [7] ein. Zudem haben wir über die von der Community entwickelte Heishamon-Steuerplatine [8] für die weit verbreiteten Panasonic-Wärmepumpen berichtet.
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https://www.heise.de/-11102973
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sfv.de/waermepumpen-botschafter-offensive-ergaenzt-erfolgreiche-solarpartys
[2] https://www.sfv.de/
[3] https://packsdrauf.de/
[4] https://k3-klimakongress.org/k3-preis-2023/
[5] https://www.sfv.de/waermepumpen-botschafter-offensive-ergaenzt-erfolgreiche-solarpartys
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpe-selbst-kaufen-und-anschliessen-10385208.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Praxisanleitung-Importierte-Waermepumpe-selbst-einbauen-und-in-Betrieb-nehmen-10487564.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/Waermepumpe-ins-Smart-Home-integrieren-mit-HeishaMon-10641158.html
[9] https://www.heise.de/make
[10] mailto:mch@make-magazin.de
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(Bild: Banana Pi)
Das neue RISC-V-Compute-Module von Banana Pi kombiniert 8 GB RAM, 16 GB eMMC und viele Erweiterungsmöglichkeiten.
Der neue Banana Pi BPI-CM6 bringt einen bekannten Maker-Form-Faktor in die RISC-V-Welt. Das Core-Modul orientiert sich am Formfaktor des Raspberry Pi CM4/CM5. Herzstück ist der SpacemiT-K1-Chip, ein 8-Kern-Prozessor auf RISC-V-Basis mit 64-Bit-Architektur bei einer Taktung von 1,6 GHz, der zusätzlich 2 TOPS AI-Leistung bietet. Die integrierte GPU vom Typ IMG BXE-2-32 mit 819 MHz und 32 KB SLC unterstützt OpenGL ES 1.1/3.2, EGL 1.5, OpenCL 3.0 sowie Vulkan 1.3.
Das Modul ist in Varianten mit 8 oder 16 GB LPDDR4 erhältlich, dazu kommen bis 128 GB eMMC. Standardmäßig wird mit 8 GB RAM und 16 GB eMMC ausgeliefert. Für viele Maker reicht das locker, und wer doch mal die komplette Linux-Containerfarm testen möchte, hat zumindest die Option dafür. Mit an Bord sind außerdem ein Modul für WLAN und Bluetooth sowie ein integrierter RTL8211F-PHY für Gigabit-Ethernet.
Das Compute Module bietet verschiedene Interfaces, die mit einer passenden Tochterkarte genutzt werden können. Darunter befinden sich USB 3.0 und 2.0, HDMI-1.4, MIPI-DSI und MIPI-CSI. Weiter bietet das Modul 5 PCIe-2.1-Lanes und 10 UART-Interfaces und ein RGMII (Media Independent Interface).
Für Maker, die direkt loslegen wollen, gibt es ein passendes IO-Board. Für Erweiterungen können zwei M.2-Slots genutzt werden. Dazu USB 3.0 und USB 2.0. Für LAN-Verbindungen sind zwei RJ45-Ports verfügbar und für die Speichererweiterung ein microSD-Karten-Slot. Wer Displays oder Kameras ansteuern möchte, findet einen HDMI-1.4-Port, ein MIPI-DSI-Interface und gleich drei MIPI-CSI-Eingänge. Und natürlich ist auch ein 26-Pin GPIO-Header vorhanden, über den auf UART, I2C, SPI und PWM zugegriffen werden kann. Der Hersteller sieht Einsatzgebiete in NAS-Systemen, Smart Home und smarten Robotern. Die Stromversorgung findet über einen Rundstecker mit 12V/3A statt.
(Bild: Banana Pi [1])
Erhältlich ist das Compute Module alleine für 67 US-Dollar und in der Kombination mit dem IO-Board für 84 US-Dollar im Banana-Pi-Shop [2]. Für den Betrieb stehen auf der offiziellen Dokumentations-Seite [3] Images für Ubuntu und Debian bereit.
Mit seinen 40 × 55 mm bleibt das Core-Modul kompakt, das IO-Board misst 56 × 85 mm. Die Kombination richtet sich klar an Anwender, die schon wissen, was sie tun, und keine Angst haben, von ARM zu RISC-V zu wechseln. Viele Schnittstellen und ein Formfaktor, der bereits in zahlreichen Projekten etabliert ist, machen den BPI-CM6 zu einer interessanten Option.
Wer als Maker in RISC-V einsteigen will, bekommt in unserem Einstiegsartikel [4] eine helfende Hand gereicht.
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https://www.heise.de/-11101567
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bpi-shop.com/products/banana-pi-bpi-cm6-spacemit-k1-8-core-risc-v.html
[2] https://www.bpi-shop.com/products/banana-pi-bpi-cm6-spacemit-k1-8-core-risc-v.html
[3] https://docs.banana-pi.org/en/BPI-CM6/BananaPi_BPI-CM6
[4] https://www.heise.de/hintergrund/RISC-V-fuer-Maker-So-gelingt-der-Praxiseinstieg-9213948.html
[5] https://www.heise.de/make
[6] mailto:das@make-magazin.de
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Der Printember bringt bis Weihnachten jeden Tag eine 3D-Modellempfehlung aus der Make-Redaktion.
(Bild: Make)
Die Make-Redaktion feiert die Adventszeit mit dem Printember-Kalender. Jeder Tag bis zum 24. Dezember bringt ein inspirierendes 3D-Druck-Projekt für Maker.
Im Laufe des Jahres sammelt die Make-Redaktion viele Ideen. Doch nicht immer eignen sich die Projekte fürs Heft oder einen Online-Beitrag. Der Adventskalender bietet eine willkommene Gelegenheit, praktische Fundstücke und ganz persönliche Favoriten für den 3D-Druck vorzustellen.
Die täglichen Beiträge laden zum Selbermachen ein und versprechen Abwechslung. Das Spektrum reicht von Bausteinen bis zur festlichen Weihnachtsdekoration. Auf unseren Social-Media-Kanälen bei Facebook [1], Instagram [2] und TikTok [3] erscheinen Tag für Tag dazu passend insgesamt 24 kleine Videos, in denen die Redaktion jeweils ein Modell präsentiert. Die Download-Links für die gezeigten Modelldaten gibt es auf der Heise-Landingpage hier [4].
Den Auftakt macht der „Riesige Klemmbaustein-Adventskranz“. Ein modulares Adventskranz-Modell, das beim 3D-Druck ganz ohne Stützstrukturen auskommt und so auch Einsteigern beim Ausdrucken keine Probleme bereiten sollte. Das Modell steht kostenlos bei Printables als Download [5] zur Verfügung.
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https://www.heise.de/-11098281
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.facebook.com/share/1AE23okXhm/?mibextid=wwXIfr
[2] https://www.instagram.com/makemagazinde/?hl=de
[3] https://www.tiktok.com/@makemagazinde?_r=1&_t=ZN-91mbUJ6DRCg
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Printember-24-grossartige-3D-Drucke-bis-Weihnachten-11097227.html
[5] https://www.printables.com/model/58424-giant-lego-wreath-no-supports-needed?lang=de
[6] https://www.heise.de/make
[7] mailto:usz@heise.de
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Ob beim Wandern oder auf dem Festival – Meshtastic macht sichere und unabhängige Kommunikation überall möglich. Wir zeigen im Heft, wie das funktioniert.
Mit dem Open-Source-Projekt Meshtastic lässt sich ein dezentrales Kommunikationsnetzwerk einrichten, mit dem man über weite Distanzen hinweg verschlüsselte Informationen austauschen kann. Wie der Name andeutet, bilden dabei mehrere Geräte ein Netz (Mesh) aus Knotenpunkten. Diese können entweder direkt miteinander kommunizieren oder Nachrichten vom Sender über mehrere Knoten hinweg an einen fernen Empfänger weiterleiten – z. B. beim Wandern und auch dort, wo es kein Internet oder Mobilfunk gibt.
Die benötigte Hardware ist günstig und in der Regel recht kompakt. Welche Geräte sich für die ersten Schritte eignen, wie man Meshtastic-Clients in Betrieb nimmt und was man mit dem Projekt alles machen kann, erklären wir ausführlich in der Make 7/25. Wer bisher noch keine Gelegenheit hatte, sich diesem spannenden Thema zu widmen, findet mit dem Artikel einen guten Einstieg.
Mit der Oxocard Connect, der Skriptsprache NanoPy und einer vereinfachten, browserbasierten IDE kann man leicht eigene IoT-Projekte umsetzen und spielerisch Coden lernen. Doch damit nicht genug: Die Hardware lässt sich auch mit Arduino-C und CircuitPython programmieren. Davon profitieren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene. Denn für beide Alternativen gibt es eine Fülle an Projekten, Anleitungen, Bibliotheken und nicht zuletzt jeweils eine große Community mit umfangreichem Know-how.
Wie man die Oxocard Connect für Arduino und CircuitPython konfiguriert und (im Zweifel) ganz leicht wieder zu NanoPy zurückkehrt, beschreiben wir in zwei Artikeln im Heft. Dazu gibt es ein paar einfache Beispiele, die man gleich ausprobieren kann.
Die Ausgabe 7/25 ist online und am Kiosk erhältlich. Mit einem unserer Abos [1] lag das Heft sogar bereits im Briefkasten. Außerdem können Sie die Make bequem als Printversion oder PDF im Heise Shop [2] bestellen – bis zum 12.12. sogar versandkostenfrei. Wenn Sie die Make lieber digital lesen, können Sie das in unseren Apps für iOS [3] und Android [4]. Online finden Sie auch das Inhaltsverzeichnis der Make 7/25 [5].
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[1] https://shop.heise.de/zeitschriften-abo/Make/Miniabo/?LPID=42292_MA000009_30980_3_57&wt_mc=intern.abo.make.ma_ea_2025.ticker-1.link.link
[2] https://shop.heise.de/make-07-2025/print?wt_mc=intern.shop.shop.make_2507.t1.textlink.textlink
[3] https://apps.apple.com/de/app/ct-hardware-hacks/id521645889
[4] https://play.google.com/store/apps/details?id=de.heise.android.ch.magazin&hl=de
[5] https://www.heise.de/select/make/2025/7
[6] https://www.heise.de/make
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(Bild: Corvid Cleaning)
Ein schwedisches Start-up trainiert Krähen, um Kippenstummel einzusammeln – so eine Meldung aus 2022, die viral ging. Jetzt hat die Firma Insolvenz angemeldet.
Es klang wie eine geniale Lösung für ein ernstes Umweltproblem: Anfang 2022 meldete ein schwedisches Start-up, es habe ein Gerät entwickelt, das erkennt, wenn eine Krähe eine Zigarettenkippe in eine Öffnung wirft – und die Vögel dafür mit einer Erdnuss belohnt. Die Initiative richtet sich gegen ein weltweites Müllproblem: Jährlich werden schätzungsweise 4,5 Billionen Zigarettenkippen achtlos weggeworfen.
Corvid Cleaning [1] avancierte schnell zum Internetliebling. Zahlreiche Blogs, Nachrichtenseiten und etablierte Medien wie Der Spiegel [2] berichteten über das Projekt. Projektleiter Christian Günther-Hanssen hat im Interviews betont, dass die Krähen aktive Teilnehmer und keine Versuchstiere sind: „Sie machen aus eigenem Antrieb mit, weil das Belohnungssystem für sie Sinn ergibt“.
Krähen sind bekannt für ihre hohe Intelligenz und Lernfähigkeit. Doch bald kam auch scharfe Kritik von Verhaltensforschern. Ein Dozent für Ethologie an der Universität Stockholm warnte davor, dass die Krähen Nikotin aufnehmen könnten. Da die Art auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht, könnte dies als Tierquälerei eingestuft werden.
Danach wurde es still – bis vor wenigen Tagen die Welle wieder [4] losging [5]. Im Internet wurde erneut enthusiastisch berichtet [6], wie das schwedische Start-up das große Problem der weggeworfenen Kippen lösen wollte.
Doch die Realität sieht anders aus: Am 3. Oktober 2025 wurde Corvid Cleaning AB für insolvent erklärt [7]. Laut dem schwedischen Dienst Ratsit wies das Unternehmen im letzten Jahresabschluss Verluste aus.
(Bild: www.ratsit.se)
Es ist nicht das erste Mal, dass jemand die Idee hatte, Krähen zu trainieren, um schlechte menschliche Gewohnheiten zu beseitigen. In den Niederlanden verfolgte das Start-up Crowded Cities [8] denselben Ansatz. Nach einem Jahr Versuche wurde das Projekt jedoch eingestellt. Ein wesentlicher Grund war unter anderem die unbeantwortete Frage, wie die Gesundheit der Krähen beeinträchtigt werden könnte, wenn sie Zigarettenkippen im Schnabel transportieren.
Crowded Cities teilte seine gewonnenen Erkenntnisse mit dem französischen Projekt Birds for Change [9]. Auch hier geht es darum, Krähen und eine speziell entwickelte Sammelmaschine einzusetzen, um Müll aus der Natur zu entfernen. Doch auch bei diesem Projekt scheint die Idee nicht über computergenerierte Darstellungen von sauberen Parks und eleganten Müllsammlern für Vögel hinausgekommen zu sein.
(Bild: Birds for Change)
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[1] https://web.archive.org/web/20220202163436/https://corvidcleaning.com/
[2] https://www.spiegel.de/wissenschaft/schweden-in-soedertaelje-sollen-kraehen-zigaretten-stummel-aufsammeln-a-1b6d1846-bf5b-4b77-8e86-607fa7edce4d
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://informat.ro/de/international/die-krahen-werden-fur-das-einsammeln-von-zigarettenstummeln-in-schweden-belohnt-93174
[5] https://startuppedia.in/trending/trending/this-sweden-based-start-up-is-training-wild-crows-to-pick-up-cigarette-butts-to-combat-urban-pollution-10788723
[6] https://www.moneycontrol.com/europe/?url=https://www.moneycontrol.com/news/trends/this-start-up-is-recruiting-crows-to-pick-up-cigarette-butts-and-saving-millions-in-clean-up-costs-13684956.html
[7] https://www.ratsit.se/5593636656-Corvid_Cleaning_AB
[8] https://www.crowdedcities.com/
[9] https://birdsforchange.fr/solution
[10] https://www.heise.de/make
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(Bild: olimex)
Weihnachtszeit für Maker: Mit roten und grünen Platinen von Olimex lassen sich blinkende Ornamente selbst löten.
Die Weihnachtszeit ist angebrochen und man kann sich mit einem warmen Kakao ans Fenster stellen und den Schneeflocken zuschauen... Wem als Maker der Kakao nicht heiß genug ist und die Schneeflocken zu langsam fallen, der kann sich jetzt den Lötkolben schnappen und mit weihnachtlichen Lötkits von Olimex blinkenden Maker-Schmuck für den Weihnachtsabend basteln.
Drei festliche Platinenmotive sind dazu im Olimex-Shop erhältlich. Eine klassische Christbaumkugel, ein singender, klingender Weihnachtsmann und ein Mini-Weihnachtsbaum, den man in 3D zusammenstecken kann.
Alle Kits bestehen aus weihnachtlich roten bzw. grünen Platinen und kommen mit einer Ladung bunter LEDs, Widerstände, Transistoren, Kondensatoren und Schaltern. Der Weihnachtsmann hat seinen Sack besonders vollgepackt und verfügt zusätzlich über einen IC und einen kleinen Lautsprecher für zarte Weihnachtsmusik.
Alle Teile der Bastelkits sind Durchsteck-Bauteile. Für jedes Ornament gibt es eine Lötanleitung auf der Shop-Seite. Dort kosten der Weihnachtsmann [1] 7,50 Euro, die Baumkugel [2] 3 Euro und der Weihnachtsbaum [3] 3,75 Euro.
Auf YouTube stehen Videos vom fertigen Weihnachtsmann in Aktion bereit.
Wer bis zum 24. Dezember in den Weihnachts-Maker-Modus schalten will, findet in unserem Artikel zum Umbau eines IKEA-Adventskalenders in einen Elektrotechnik-Kalender [5] ein tolles Projekt für den November-Endspurt.
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[1] https://www.olimex.com/Products/Soldering-Kits/Beginner/SLD-KIT-SANTA/
[2] https://www.olimex.com/Products/Soldering-Kits/Intermediate/SLD-KIT-XMASBALL/
[3] https://www.olimex.com/Products/Soldering-Kits/Intermediate/SLD-KIT-XMASTREE/
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Ikea-Adventskalender-hacken-Bastelideen-fuer-Kinder-in-der-Vorweihnachtszeit-10744283.html
[6] https://www.heise.de/make
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(Bild: Networked Artifacts)
Ein kompaktes Luftqualitätsmessgerät, das hochwertige Sensoren und eine spaßige GUI kombiniert. Es macht sich super am Rucksack und im Smarthome.
Das Air Lab ist ein tragbares Messgerät zur Überwachung der Luftqualität, das CO₂-Konzentration, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, flüchtige organische Verbindungen (VOC), Stickoxide (NOx) und den Luftdruck erfasst. Mit seinen kompakten Abmessungen von 155 × 65 × 10 mm und einem Gewicht von 110 Gramm lässt sich das Gerät problemlos überallhin mitnehmen oder an der Wand montieren.
Entwickelung und Endmontage des Air Labs erfolgt in der durch das Schweizer Startup Networked Artifacts. [1] Das Air Lab wird über die Crowdfunding-Plattform Crowd Supply für 249 US-Dollar angebote [2]n. Die finale Montage erfolgt in der Werkstatt von Networked Artifacts in Zürich, bevor die Geräte über Crowd Supplys Partner Mouser Electronics weltweit verschickt werden. Aktuelle Bestellungen sollen ab dem 9. Dezember 2025 ausgeliefert werden.
(Bild: Networked Artifacts)
Das Gehäuse besteht aus schwarz eloxiertem Aluminium mit integriertem Standfuß und kann an der Wand montiert oder auf den Schreibtisch gestellt werden.
Im Herzen des Air Lab arbeitet ein ESP32-S3-Mikrocontroller mit 16 MB Flash-Speicher und 8 MB PSRAM. Die Wahl des weitverbreiteten ESP32 ist bewusst getroffen: Die Entwickler von Networked Artifacts wollten die Programmierung so einfach wie möglich gestalten und von der großen Community profitieren.
Für die Luftqualitätsmessung kommen drei präzise Sensoren zum Einsatz:
(Bild: Networked Artifacts)
Die Sensoren sind strategisch am oberen Rand hinter dem Logo auf der Vorderseite platziert, isoliert vom Rest der Platine, um Temperatureinflüsse durch andere Komponenten zu minimieren.
Ergänzt wird die Hardware durch einen BQ32000-Echtzeituhr-Chip, einen FXLS8974CF-Beschleunigungssensor zur Lageerkennung und einen BQ25601-Batterieladeregler. Das 2,9-Zoll-E-Paper-Display mit 296 × 128 Pixeln zeigt die Messdaten energiesparend an und unterstützt partielle Updates für einfache Animationen.
Bemerkenswert ist die durchdachte Benutzeroberfläche. Eine kapazitive Touchleiste mit sieben Berührungspunkten, gesteuert von einem CY8CMBR3108-Controller, ergänzt sechs taktile Tasten. Die Latenz des E-Paper-Displays wird durch die Touchleiste geschickt kaschiert.
Die Hauptansicht zeigt Professor Robin in seinem Labor. Diese führt Nutzer durch das Gerät und gibt gelegentlich Kommentare zur aktuellen Luftqualität ab. Die Bedienung erfolgt intuitiv: Mit den Pfeiltasten können aktuelle Sensorwerte durchgeblättert werden, während das Gerätemenü über den Computer im Zentrum des Bildschirms erreichbar ist.
Ausprobieren kann man das Gerät interaktiv im Browser [3]: Hier läuft ein Firmware-Simulator, der es ermöglicht, die Benutzeroberfläche zu testen, ohne das physische Gerät zu besitzen. Auch nutzbar für die Firmware-Entwicklung.
(Bild: Networked Artifacts)
Das Air Lab kann Mehrtages-Messungen durchführen und alle Daten auf dem Gerät speichern – ideal für präzise Luftqualitätsmessungen zu Hause, im Büro oder unterwegs. Im flüchtigen Speicher finden bis zu 6 Stunden Daten Platz, der dauerhafte 8-MB-Speicher reicht für etwa 90 Tage.
Der Präzisionsmodus erlaubt die detaillierte Analyse gespeicherter Daten direkt auf dem Gerät. Nutzer können durch alle erfassten Messwerte scrollen und sich Zeit sowie Sensorwert an der Cursor-Position anzeigen lassen. Alle Messungen lassen sich als CSV-Dateien exportieren – einfach per USB-C als Flash-Laufwerk verbinden.
Für Maker besonders interessant sind die Erweiterungsmöglichkeiten: An der Rückseite befinden sich ein Debug-Port für Standard-ESP32-Programmer, sowie ein Erweiterungsport mit I²C-Bus, Systemspannungen und zwei freien GPIO-Pins. So können zusätzliche Sensoren wie der Sensirion SEN55 Feinstaub-Sensor angeschlossen werden, ohne das Gerät öffnen zu müssen.
Die Firmware wird unter Open-Source-Lizenz auf GitHub veröffentlicht. Entwickler können sie nach Belieben anpassen oder mit der umfangreichen Board-Support-Bibliothek für esp-idf eigene Firmware schreiben. Networked Artifacts plant weiterhin, die Hardware unter MIT- oder Apache-Lizenz zu veröffentlichen.
Der integrierte 1500-mAh-LiPo-Akku ermöglicht im Passivmodus eine Laufzeit von etwa 21 Tagen bei 3 mA Stromaufnahme, im Aufnahmemodus rund 7,5 Tage bei 8 mA. Das Laden erfolgt über USB-C. Im hochkant aufgestellten Zustand wechselt das Display automatisch in ein Hochformat-Layout.
Das Air Lab unterstützt Wi-Fi und Bluetooth LE für die Integration in bestehende Smart-Home-Systeme. Über einen MQTT-Client können Echtzeit-Luftqualitätsdaten an Home Assistant oder andere Systeme gesendet werden. Die Konfiguration erfolgt komfortabel über das browserbasierte Air Lab Studio.
Das Gerät unterstützt mehrere Sprachen, darunter Englisch, Deutsch und Spanisch. Ein Alarm-Modus kann aktiviert werden, um bei hohen CO₂-Werten per LED oder Buzzer zu warnen.
Mit dem Air Lab haben die Entwickler von Networked Artifacts ein durchdachtes Gerät geschaffen, das professionelle Luftqualitätsmessung mit Maker-freundlicher Offenheit verbindet. Die Kombination aus hochwertigen Sensoren, intuitivem E-Paper-Interface und umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten macht das Gerät sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Maker interessant. Die vollständig offene Hard- und Software ermöglicht unzählige Anpassungen und Experimente – ganz im Sinne der Maker-Community. Das Gerät ist nicht billig, aber eine gute Investition, wenn man es genau wissen und flexibel bleiben möchte.
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[1] https://networkedartifacts.com/airlab/
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[3] https://networkedartifacts.com/airlab/simulator
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