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Olimex erweitert Raspberry Pi Pico um Relais und Hochspannungseingänge

Von Heise
Grüne Elektronikplatine mit Steckplätzen für einen Raspberry Pi Pico, vier schwarzen Relais, blauen Schraubklemmen an beiden Seiten sowie USB-C- und Anschlussleisten für die Steuerung externer Geräte.

(Bild: Olimex)

Mit vier Relais und Eingängen bis 220 Volt bringt das PICO-EVB Industrie-I/O auf den Raspberry Pi Pico.

Olimex hat mit dem PICO-EVB [1] eine neue Evaluierungsplatine vorgestellt, die den Raspberry Pi Pico für Automatisierungsaufgaben fit machen soll. Das Open-Source-Hardware-Board richtet sich an Entwickler und Maker, die Relais schalten oder Signale aus höheren Spannungsbereichen erfassen möchten, ohne dafür erst eine eigene Trägerplatine entwerfen zu müssen. Unterstützt werden neben dem Raspberry Pi Pico auch Pico 2, Pico W, Pico 2 W sowie Olimex' eigener PICO30.

Die Platine bringt vier Relais mit, die für bis zu 15 Ampere bei 240 Volt Wechselspannung ausgelegt sind. Ergänzt wird das Ganze durch vier optisch getrennte Eingänge, die Gleichspannungen zwischen 3,3 und 30 Volt sowie Wechselspannungen von 110 bis 220 Volt verarbeiten können. Durch die Optokoppler bleibt der Mikrocontroller elektrisch von den Eingangssignalen getrennt.

Für jeden Ein- und Ausgang gibt es eine Status-LED, sodass sich der aktuelle Zustand direkt auf der Platine ablesen lässt. Das kann bei der Fehlersuche durchaus Zeit sparen, wenn man sich fragt, ob der Fehler im Programm oder doch im angeschlossenen Gerät steckt. Wer zusätzliche Sensoren oder Module anbinden möchte, findet außerdem einen UEXT-Anschluss, über den I²C, SPI und UART bereitstehen.

Die Stromversorgung erfolgt über USB-C, eine Schraubklemme oder direkt über den eingesetzten Pico. Laut Olimex kommen ausschließlich Industriebauteile zum Einsatz, die für einen Temperaturbereich von -45 bis +85 Grad Celsius ausgelegt sind. Die Platine selbst misst 100 × 70 Millimeter.

Auch softwareseitig richtet sich das Board klar an Maker. Im GitHub-Repository stehen Beispielprojekte für Arduino und MicroPython bereit, die die Eingänge überwachen und die Relais entsprechend schalten. Besitzer eines Pico W können zusätzlich ein Beispiel nutzen, das einen kleinen Webserver hostet. Darüber lassen sich die Eingänge überwachen und die Relais direkt über den Browser schalten. Wer Home Assistant verwendet, kann das Board über eine bereitgestellte ESPHome-Konfiguration in sein Smart Home integrieren.

Interessant dürfte das PICO-EVB vor allem für Projekte sein, bei denen Mikrocontroller mit der „echten Welt“ kommunizieren müssen. Denkbar sind beispielsweise Gewächshaussteuerungen, Werkstattautomatisierungen oder Maschinenüberwachung. Statt Relais, Optokoppler und Spannungsversorgung einzeln auf Lochraster aufzubauen, erhält man hier eine fertige Basis, auf der sich die eigentliche Steuerungslogik entwickeln lässt.

Da Olimex das PICO-EVB als Open-Source-Hardware veröffentlicht, stehen neben den Schaltplänen auch die vollständigen KiCad-Dateien auf GitHub [2] bereit. Damit können Maker die Platine nicht nur nachbauen, sondern auch an eigene Anforderungen anpassen. Das Board ist für 14,95 Euro im Olimex-Store [3] erhältlich.

Wer zwar keine Anlage steuern will, aber einen Pi Pico rumliegen hat, findet in unserem Artikel zum Hacken einer PS3 [4] einen Verwendungszweck für das kleine Board.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373546

Links in diesem Artikel:

  1. https://olimex.wordpress.com/2026/07/16/new-industrial-grade-open-source-hardware-board-pico-evb-enables-your-raspberry-pi-pico-to-drive-relays-and-sense-high-voltage-inputs/
  2. https://github.com/OLIMEX/PICO-EVB
  3. https://www.olimex.com/Products/RaspberryPi/PICO/PICO-EVB/open-source-hardware
  4. https://www.heise.de/ratgeber/So-kann-man-eine-PS3-mit-dem-Raspberry-Pi-Pico-hacken-11306022.html
  5. https://www.heise.de/make
  6. mailto:das@heise.de

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  • 22. Juli 2026 um 14:39

Bestes Raumklima: Taupunktlüfter Update auf Version 7.0.

Von Heise
Taupunktlüfter in Make Version 1.0

(Bild: Make)

Der Taupunktlüfter hat sich in den letzten Jahren als zuverlässiges System zum Trocknen von Wohnungen und Häusern erwiesen. Nun gibt es ein Update der Software.

Das Projekt Taupunktlüfter [1] erfreut sich weiterhin hoher Beliebtheit. Es wurde vom Autor selbst nicht nur mit Daten-Logging [2] versehen, sondern auch zum Radonlüfter erweitert. [3] Weiterhin wird es in vielen weiteren Projekten zitiert, sei es als Taupunktlüfter mit Shelly-Geräten [4] oder in das Smart Home eingebunden [5].

Jetzt gibt es Neuerungen für das Originalprojekt des Taupunktlüfters. Der Autor Ulli Schmerold schreibt:

„Angestoßen wurde das neue Taupunktlüfter-Update von der Chartplattform Highcharts, die bisher das Rendern der Taupunktlüfter-Charts erledigt hatte. Ohne Vorankündigung wurden bei allen Taupunktlüftern keine Charts mehr generiert, ich vermute seit Anfang 2026. Grund dafür war eine Änderung der Lizenzpolitik von Highcharts.“

Und weiter:

„So war ich gezwungen, ein anderes kostenloses Chartprojekt zu suchen, Highcharts aus dem Code herauszuoperieren und meinen neuen Favoriten Chart.js einzubauen – ein nicht unerheblicher Aufwand. Und wenn ich dann ohnehin schon dabei bin, kann ich auch gleich so einiges, was von Lesern (Taupunktlüfter-Betreibern) herangetragen wurde, umsetzen.“

Der Bausatz in Version 7.0.

Herausgekommen ist eine neue Version 7.0 mit folgenden Verbesserungen. Das Update ist für vorhandene Installationen schnell selbst erledigt [6] oder im heise-Shop als kompletter Bausatz [7] (ohne Lüfter, Kabel und Gehäuse) erhältlich.

Die Neuerungen

  • Die Weboberfläche wurde zusammen mit dem Umbau der Chartplattform komplett neu gestaltet. Der ESP generiert jetzt mehrere Webseiten, z. B. zum Anzeigen des Fehlerprotokolls (ebenfalls neu), zum Anzeigen der eingestellten Werte (Optionen), zum Anzeigen des Datenmaterials und zum Anzeigen der Speichernutzung des ESPs.
  • Verschiedene Aktionen, wie z. B. ein Neustart des ESP, das Löschen des Fehlerprotokolls oder das Löschen der Daten, können auch direkt aus den Seiten heraus ausgeführt werden. Dafür wurden die jeweiligen Buttons auf diese Seiten eingebunden.
  • Der Aufbau der einzelnen Datensätze wurde umgebaut, sodass jetzt nur noch ca. 20 Prozent des Speicherplatzes der vorigen Version benötigt werden. Großes Augenmerk lag dabei auf Datenkonsistenz. Weist auch nur ein Wert beim Check eine Ungereimtheit auf, wird der komplette Datensatz verworfen. Nach wenigen Sekunden wird dann ein erneuter Speicher-Versuch unternommen.
  • Als Dateisystem wurde das veraltete SPIFFS durch das neue und ausfallsicherere LittleFS ersetzt.
  • Bereits die beiden letzten Punkte haben eine Beschleunigung beim Aufbau der Webseiten gebracht, da weniger Daten übertragen werden müssen. Einen zusätzlichen Boost wurde durch das Straffen des HTML-Codes erreicht. Den größten Anteil dabei haben die Leerzeichen und Zeilenvorschübe. Diese Zeichen machen zwar den Code leserlicher, müssen dann aber auch zum Client übertragen werden. In diesem Fall wurde der Code ca. 40 Prozent kleiner und die Seite nun auch um 40 Prozent schneller.
  • Auf den Webseiten wurde ein Menübalken am unteren Rand der Seite eingefügt. Damit kann jetzt leicht zwischen den einzelnen Taupunktlüfter-Seiten hin und her gewechselt werden.
  • Wird ein Radonmessgerät betrieben, so kann jetzt auch das Lüftungssignal des Radonsensors den Taupunktlüfter starten. Die Taupunktlüfter-Steuerung zeichnet dann die genauen Zeiten auf und zeigt in der Webseite die gesammelten Zeiten in einem Balkendiagramm an (rot = Radon, blau = Taupunktlüfter).
  • Zu guter Letzt wurde der ESP32 Arduino Core (Stand 3.3.9) in die Arduino IDE übernommen, sodass jetzt auch das Herz vom Taupunktlüfter auf dem neuesten Stand arbeitet. Dazu waren einige Anpassungen am Taupunktlüfter-Code nötig, da Espressif u. a. die Watchdog-Routinen und Timer-Funktionen geändert hatten.

Weitere Hinweise für Benutzer

Durch Supportanfragen und Fehlermeldungen wurde ein wohlbekanntes Problem bei DHT22-Sensoren auffällig. Sie sind sehr anfällig für elektromagnetische Störungen (EMI = Electromagnetic Interference). Wenn etwa Rollladenmotoren schalten, entstehen Spannungsspitzen und Magnetfelder, die die empfindliche digitale Kommunikation des DHT22 stören.

Beheben lässt sich dieses Problem durch jeweils einen 10-kΩ-Pull-up-Widerstand zwischen den DATA-Pins (Pin5 und Pin15) und der VCC (3.3 V) Leitung. Anderenfalls zieht jede kleine Funkstörung die Sensor-Datenleitung auf Masse und der Sensor liefert dann Datenmüll.

Die zwei Möglichkeiten, die Pull-up-Widerstände zu montieren.

Diese Widerstände können entweder direkt mit in die Sensorbuchsen geschraubt oder auf die Rückseite der Platine an die entsprechenden Anschlüsse gelötet werden.

Die Signalisierung vom Radonmessgerät erfolgt über einen Stecker auf dem praktischen Lochraster auf der Platine.

Radonmessgerät-Eingang über eine Steckverbindung auf dem Lochraster-Erweiterungsfeld.

Zu beachten: Es wird nicht der jeweilige Radonwert, sondern nur das Start- und Stoppsignal für den Radonlüfter übermittelt. Somit kann kein konkreter Becquerelwert am Taupunktlüfterdisplay abgelesen werden, aber die Zeit, die der Lüfter aufgrund zu hoher Radonwerte aktiv war.

Aussicht

Für die Zukunft plant der Autor, dass alle Einstellungen, die bisher nur direkt an der Taupunktlüfter-Steuerung verändert werden konnten, auch im Webbrowser eingetragen werden können.

Außerdem soll es dann möglich sein, wahlweise DHT22- oder BME/BMP280- Sensoren an den Taupunktlüfter anzuschließen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11371715

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Bastelprojekt-Taupunkt-Lueftungssystem-bauen-und-Keller-trockenlegen-6356018.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Taupunkt-Lueftungssystem-So-ruesten-Sie-die-Logging-Funktion-nach-6664635.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Radonbelastung-senken-DIY-Luefter-fuer-den-Keller-im-Eigenbau-11205480.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Badezimmerluefter-zu-Taupunktluefter-mit-Shelly-Produkten-umruesten-11304149.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Keller-trocknen-Das-Taupunktlueftungssystem-im-Smart-Home-betreiben-9725390.html
  6. https://github.com/MakeMagazinDE/Taupunktluefter_Bausatz
  7. https://shop.heise.de/make-bausatz-taupunktluefter-v5x
  8. https://www.heise.de/make
  9. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 21. Juli 2026 um 11:22

Have I Been Pwned: 821.100 Datensätze von Messgerätehersteller Fluke ergänzt

Von Heise
Nullen und Einsen, darunter versteckt sich die Zeichenkette DATALEAK

(Bild: heise online / dmk)

Das Have-I-Been-Pwned-Projekt hat 821.100 Kontodaten des Messgeräteherstellers Fluke zur Datenhalde hinzugefügt.

Der Messgeräte- und Testequipment-Hersteller Fluke gehört zu den Opfern des jüngsten Beutezugs der Cybergang ShinyHunters. Die Daten haben die Kriminellen Anfang Juli dieses Jahres angeblich aus dem Salesforce-Zugang von Fluke entwendet und sollen insgesamt 21 Millionen Datensätze umfassen, einschließlich einiger sensibler persönlicher Informationen. Das Have-I-Been-Pwned-Projekt (HIBP) hat die Datenbank in die Finger bekommen und die sensiblen Datensätze herausdestilliert sowie zur Datenhalde hinzugefügt.

Der Beitrag bei HIBP [1] führt aus, dass es sich am Ende um 821.100 Kundendatensätze handelt. Insgesamt haben die Täter mehr als 100 GByte an Daten veröffentlicht, die angeblich von Fluke stammen. Laut Troy Hunt, dem Betreiber von Have I Been Pwned, besteht der Datensatz größtenteils aus Kontaktinformationen des Unternehmens. Dazu gehören aber auch mehr als 800.000 eindeutige E-Mail-Adressen, Namen, Telefonnummern sowie Anschriften. Zudem handele es sich um eine große Sammlung an Supportfällen – was zu einem Datendiebstahl bei Salesforce passt.

Prüfung bei HIBP

Wer mit dem Support von Fluke in Kontakt stand, kann auf der Hauptseite von Have I Been Pwned prüfen [2], ob die E-Mail-Adresse und die weiteren persönlichen Informationen dadurch nun in unbefugte Hände gefallen sind. Diese Informationen können Cyberkriminelle etwa nutzen, um gezielte und glaubwürdigere Phishing-Kampagnen aufzusetzen, die sich gegen Fluke-Kunden richten. Wenn die eigene E-Mail-Adresse also bei Have I Been Pwned auftaucht, sollte man daher erhöhte Vorsicht bei Nachrichten walten lassen, die Fluke betreffen. Insbesondere Passwort-Anfragen oder Mails, die zeitlichen Druck aufbauen, sollten nicht beantwortet werden. Gegebenenfalls sind dann Rückfragen direkt bei Fluke über die bekannten Kanäle sinnvoll.

Es handelt sich nicht um das erste Datenleck bei Fluke. Mitte vergangenen November hat etwa die kriminelle Cyberbande cl0p behauptet, Daten bei Fluke [3] abgezogen zu haben. Das geschah mutmaßlich über Sicherheitslücken in Oracles E-Business-Suite (EBS).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11367041

Links in diesem Artikel:

  1. https://haveibeenpwned.com/Breach/Fluke
  2. https://haveibeenpwned.com/
  3. https://www.heise.de/news/Datenlecks-Cybergang-cl0p-will-Daten-von-Carglass-Fluke-und-NHS-erbeutet-haben-11079113.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:dmk@heise.de

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  • 16. Juli 2026 um 11:25

KABINE: Wie ein umgebautes Dixi-Klo in Notfallsituationen helfen kann

Von Heise
Umgebautes Dixi-Klo wird begutachtet

Interessierte Menschen begutachten die KABINE auf einer gemeinsamen Veranstaltung der Uniklinik RWTH Aachen und dem Technischen Hilfswerk und weiteren Beteiligten.

(Bild: Uniklinik RWTH Aachen)

Eine Toilettenkabine soll die medizinische Versorgung im Ernstfall verbessern. Wie das funktioniert, erklärt Dr. Andreas Follmann von der Uniklinik RWTH Aachen.

Wenn nach einer Katastrophe Arztpraxen und Krankenhäuser nicht mehr erreichbar sind, könnte eine handelsübliche Toilettenkabine als telemedizinische Behandlungsstation aushelfen. Mit diesem ungewöhnlichen Konzept wollte ein Forschungskonsortium unter Beteiligung der Uniklinik RWTH Aachen die medizinische Versorgung im Katastrophenfall verbessern. Die mobile Einheit soll laut Uniklinik dort zum Einsatz kommen, wo „Arztpraxen, Krankenhäuser oder Verkehrswege vorübergehend nicht erreichbar oder überlastet sind" oder die Infrastruktur ausgefallen ist. Nach ersten Erprobungen, unter anderem auf dem Musikfestival Parookaville, wurde der Prototyp weiterentwickelt. Im Juli wurde das Forschungsprojekt mit einer öffentlichen Abschlussdemonstration auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks in Aachen offiziell beendet.

Andreas Follmann
Andreas Follmann

Dr. Andreas Follmann ist Katastrophenmediziner und Leiter des Projekts „KABINE“.

(Bild: RWTH Uniklinik Aachen)

Im Gespräch erklärt Dr. Andreas Follmann von der Uniklinik RWTH Aachen, Mitglied des Projektkonsortiums, welche Erkenntnisse die Praxistests gebracht haben und warum die Kabine inzwischen rot statt grau ist.

Die Kabine sieht nicht mehr aus wie ein Dixi-Klo, sondern ist jetzt rot. Warum?

Andreas Follmann: Rot ist tatsächlich eine Signalfarbe, wenn es darum geht, gut aufzufallen. Gerade im Katastrophenfall ist das wichtig, weil dort häufig mehrere dieser Toiletten- oder Duschkabinen stehen. Das Ziel ist, dass man diejenige Kabine, die man für medizinische Zwecke aufsuchen muss, direkt findet. Außerdem gibt es Studien, die belegen, dass bei Rot und Orange am wenigsten Vandalismus zu befürchten ist. Das ist ein zusätzlicher psychologischer Effekt.

Hat sich außer der Farbe technisch etwas verändert?

Technisch hat sich kaum was geändert. Wir haben die alte Kabine in mehreren Studien getestet – unter anderem in einer Simulationsstudie, die man sich wie ein Krimi-Dinner vorstellen kann – und beim Musikfestival Parookaville. Das war für uns natürlich extrem spannend, weil es sich um echte Patienten mit echten Problemen handelte. Dort haben wir gemerkt, dass die von uns zuvor ausgewählte Technik dafür sehr gut geeignet war.

Am Anfang dachten wir, das sogenannte Dermatoskop würden wir am wenigsten brauchen. Tatsächlich gab es bei Parookaville aber extrem viele Hautveränderungen. Es war heiß und schwül, entsprechend gab es viele Insektenstiche und Allergien. Viele hatten Probleme mit Grasmilben, bei denen man sich die Hautveränderungen sehr genau ansehen musste, um dann gezielt zum Beispiel eine Salbe zu verschreiben.

Zur Ausstattung gehören neben einem EKG und einer Untersuchungskamera, die mit verschiedenen Aufsätzen etwa als Otoskop fürs Ohr oder als Dermatoskop für die Haut genutzt werden kann, auch weiterhin laientaugliche, über Bluetooth angebundene Medizingeräte.

Gab es trotzdem Anpassungen?

Ja, an der Usability hat sich einiges verändert. Das EKG war vorher eine kleine, scheckkartengroße Box, auf die man zwei Finger legen musste. Mittlerweile gibt es Haltegriffe, an denen man sich einfach festhalten kann.

Außerdem ist der Toilettensitz jetzt Gott sei Dank nicht mehr drin. Wir hatten vorher den Tank genutzt, um Technik reinzubauen. Mittlerweile ist alles etwas kleiner geworden, und es gibt einen richtigen Stuhl darin, den man auch herausstellen kann – so haben auch Menschen mit einem kleinen Rollstuhl die Möglichkeit, sich dort reinzusetzen.

Wir haben zudem Erwachsene mit Kindern hineingesetzt, um zu prüfen, ob die Kameraposition auch für Kinder passt und ob die Begleitperson zumindest teilweise mit hineinkommt. Deshalb haben wir auch einen Stuhl genommen, der höhenverstellbar ist.

Welche Grenzen sind bei der Evaluierung deutlich geworden?

Generell ist der Betrieb noch nicht ganz klar. Wer bevorratet das System? Ist das die Hilfsorganisation oder ein Land oder eine Kommune? Zwischendurch muss vielleicht auch mal gereinigt oder desinfiziert werden. Deshalb ist unsere klare Empfehlung, die Kabinen an sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürmen aufzustellen. Das sind vorab festgelegte Standorte, meist bei der Freiwilligen Feuerwehr oder der Verwaltung, an denen Internet und Strom auch über Notstromaggregate zur Verfügung stehen sollen. Zwar ist die Kabine dank der Solarpaneele und der Satellitenkommunikation für eine gewisse Zeit autark. Trotzdem wünschen wir uns natürlich, dass auch Personal bereitsteht, um Betreuung zur Verfügung zu stellen und vielleicht auch mal Verbrauchsmaterial nachzufüllen.

Ein weiterer Punkt ist die Logistik. Die Toilettenkabinen lassen sich laut Hersteller innerhalb von 30 Minuten aufbauen. Deshalb ist die Frage, ob künftig vielleicht nur noch die Technik eingelagert werden muss, weil die Kabinen ohnehin schnell lieferbar wären. Baut man die Technik zum Beispiel in eine Box, braucht man natürlich viel weniger Lagerkapazität und Wartungsaufwand. Das wäre dann ein modulares Konzept: Die Kabinen kommen separat, und die Box wird einfach an die Wand gehängt.

Die neue Kabine sieht nach der Überarbeitung recht massiv aus. Kann sie noch einfach transportiert werden?

Ja. Es ist eine ganz normale Toilettenkabine aus Kunststoff, die von uns lediglich innen ausgestattet wurde. Nur der Tank wurde entfernt, und es ist ein gerader Boden eingebaut. Die kann man mit zwei Personen problemlos versetzen. Zusätzlich hat sie oben auch eine Kranhalterung. Wir haben sie inzwischen auch schon an einen Kran gehängt, zum Beispiel vom THW. Damit kann man sie sehr schnell positionieren.

Es gibt bereits viele fertige Logistikkonzepte für diese Toilettenkabinen. Toilettenkabinen werden oft auch mit Spülflüssigkeit angeliefert und haben dann ein ähnliches Gewicht. Sie können zum Beispiel über einen Tieflader mit Kran angeliefert und leicht versetzt werden.

Haben Sie versucht, die Kabine günstig zu entwickeln?

Ja. Unser Ziel war immer, sie so günstig wie möglich zu machen. Wir wollten, dass sie unter 5000 Euro kostet.

Die enthaltenen Geräte sollen möglichst einfach funktionieren. Außerdem sollen Teile, auch wenn die Kabine Schaden nimmt, wiederverwendet werden können. Es kann auch sein, dass die gesamte Kabine, ohne Inhalt, entsorgt werden oder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden muss. Denkbar wäre auch, dass sich das System ganz ohne die Kabine nutzen lässt – also nur die Technik allein.

Das Konzept ließe sich doch auch außerhalb des Katastrophenschutzes einsetzen?

Ja, deshalb glaube ich auch an diesen modularen Ansatz mit einer Box. Die kann ich natürlich genauso in eine Apotheke hängen. Es kann ja auch mal sein, dass zum Beispiel in einem Gemeindehaus noch ein Raum zur Verfügung steht. Dann brauche ich vielleicht die Kabine gar nicht. Dann würde ich diese Box einfach in einen Raum hängen.

Die Toilettenkabine ist für uns insofern praktisch, da sie kostengünstig ist und weit unter 1000 Euro kostet. Sie kann sogar per Boot transportiert werden, weil sie schwimmfähig ist, oder alternativ auf einem Tieflader. Mit diesem Kranhaken kann man sie theoretisch sogar an einen Helikopter hängen, um sie in ein Dorf zu fliegen, das etwa durch einen Brückeneinsturz von der Außenwelt abgeschnitten ist.

Wie geht es nach dem Forschungsprojekt weiter?

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist als assoziierter Partner beteiligt, ebenso das Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes in Berlin. Das Forschungsprojekt wurde inzwischen erfolgreich abgeschlossen und live demonstriert [1].

Das DRK ist tatsächlich sehr daran interessiert, mit uns weiterzudenken, welche Ebene für die Bevorratung zuständig sein sollte. Sollte jedes Bundesland zehn Kabinen haben oder jede Kommune, jeder Katastrophenschutz-Leuchtturm eine? Das betrifft auch das Thema Wartung. Die Medizingeräte sind mit Sicherheit in fünf Jahren überholt und müssen erneuert werden.

Es bringt nichts, wenn das Ergebnis, wie so oft bei Forschungsprojekten, am Ende nur in irgendeiner Schublade landet. Man muss im Endeffekt genau diesen Zwischenschritt schaffen: Dass jemand sagt, wir brauchen jetzt 20 Stück davon, und ein Unternehmen bereit ist, sie zu verkaufen.

Gibt es bereits weitere Einsatzideen?

Eine große Überlegung ist, ob man das System nicht auch für Routinezwecke einbinden kann. Wir denken da zum Beispiel an Sanitätswachdienste auf Großveranstaltungen oder daran, im Rahmen der Flüchtlingsversorgung medizinische Hilfe auch im fremdsprachigen Bereich zu gewährleisten. Bis hin zu der Überlegung, ob man eine solche Kabine dort aufstellen könnte, wenn in einem Dorf plötzlich kein Hausarzt mehr verfügbar ist – um zumindest stundenweise an manchen Tagen eine hausärztliche Grundversorgung durch einen anderen Arzt zu gewährleisten.

Welche Software kommt zum Einsatz?

Als Basis für die Software nutzen wir „TeleDoc“, eine zertifizierte Videosprechstunde der Docs in Clouds TeleCare GmbH. Die medizinischen Geräte sind alle in die Software integriert und übertragen ihre Daten per Bluetooth. Im Use Case Parookaville und bei den Simulationsstudien war das sehr stabil. Es ist alles kabelgebunden oder per Bluetooth angeschlossen.

Das Ganze funktioniert als Webplattform. Ich kann es quasi überall auf der Welt nutzen und der Arzt kann sich dank Satellitenkommunikation aus der Ferne zuschalten. Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, extern auch LAN anzuschließen – steht die Kabine beispielsweise an einem Katastrophenschutz-Leuchtturm, kann ich gegebenenfalls das lokale Internet nutzen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11359097

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ukaachen.de/en/clinics-institutes/medical-technology-section/all-news/news/forschungsprojekt-kabine-erfolgreich-abgeschlossen-mobile-telemedizin-fuer-krisensituationen-live-demonstriert/
  2. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  3. mailto:mack@heise.de

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  • 15. Juli 2026 um 09:34

M5Burner: Flash-Tool für M5Stack-Geräte potenziell gefährlich

Von Heise
Carputer vor weißem Hintergrund

(Bild: M5Stack)

Das offizielle Flash-Tool für M5Stack-Geräte weist gravierende Sicherheitsmängel auf. Ein Leser hat die Probleme analysiert und sicheren Ersatz entwickelt.

M5Stack-Geräte wie der Cardputer ADV [1] werden über M5Burner verwaltet: Das offizielle Desktop-Tool erlaubt es, Firmware zu durchsuchen, herunterzuladen und direkt auf die Hardware zu flashen. Doch wer M5Burner im Netz betreibt, geht ein erhebliches Risiko ein – das hat unser Leser und Sicherheitsforscher „malloc“ in einer detaillierten Analyse aufgedeckt.

Viele Schwachstellen

Der User malloc [2] hat den Electron-basierten Closed-Source-Client (frühere Versionen waren noch Open Source) dekompiliert und dabei eine ganze Reihe von Problemen gefunden:

  • Remote Code Execution beim Start: M5Burner lädt beim Start eine Seite über unverschlüsseltes HTTP in ein Electron-Fenster, das mit vollem Node.js-Zugriff läuft: Ein Angreifer im selben Netz kann so beliebigen Code einschleusen, ohne dass der Nutzer etwas anklicken muss.
  • Unsicherer Auto-Updater: Updates werden per HTTP ohne Signaturprüfung oder Checksummen heruntergeladen und direkt ins App-Verzeichnis entpackt. Ein klassischer Angriffspunkt für On-Path-Angreifer.
  • Command Injection via WLAN-SSID: Die WLAN-SSID des aktuell verbundenen Netzes wird ungefiltert in Shell-Befehle eingebaut (auf Linux, Windows und macOS), ein präparierter SSID-Name reicht für Codeausführung.
  • Klartext-HTTP für authentifizierte API-Calls: Account-Token und Firmware-Management-Anfragen gehen unverschlüsselt über Port 80. So genügt passives Mitlesen im selben WLAN zum Token-Diebstahl.
  • WLAN-Passwort per IPC abrufbar: Jeder im Fenster ausgeführte Code kann das Passwort des aktuellen WLANs per IPC-Nachricht abfragen und das ohne Nutzerdialog.
  • Hardkodierte Zugangsdaten: Im App-Bundle steckt ein statisches HTTP-Basic-Auth-Credential, das in jeder Installation identisch ist.

Wer M5Burner aktuell nutzt, sollte das Tool zumindest nicht in öffentlichen oder nicht vertrauenswürdigen WLANs starten. Für Login, Firmware-Verwaltung und Flashen steht m5uploader als quelloffene Alternative [3] (s.u.) bereit.

Eigentlich unnötig unsicher

Die meisten betroffenen M5Stack-Server unterstützen laut Tests von malloc HTTPS bereits problemlos. Die App nutzt es schlicht nicht konsequent. So wurde jeder genutzte Host geprüft. Mit einer Ausnahme (einem Media-Token-Endpunkt auf Port 5003 ohne TLS-Support) wäre ein simples Umstellen der URLs auf https:// bereits ein großer Schritt für die Sicherheit gewesen. Electron bietet zudem sichere Standardeinstellungen (nodeIntegration: false, contextIsolation: true), die M5Burner aktiv deaktiviert.

Versuch der Responsible Disclosure

Bevor malloc seine Analyse veröffentlichte, versuchte er zunächst, M5Stack privat zu kontaktieren. Er suchte nach einer security.txt, einem SECURITY.md im GitHub-Repository des Unternehmens sowie nach einem dedizierten Sicherheitskontakt auf der Website und fand nichts. Da kein privater Meldeweg existierte, entschied er sich, die Schwachstellen direkt öffentlich zu machen. Der Blogpost ist damit gleichzeitig die Erstmeldung an den Hersteller. malloc schreibt dazu selbst, er hätte eine private Meldung bevorzugt, ihm fehlte schlicht die Adresse dafür. Die beschriebene RCE-Lücke ist damit zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gegen die aktuelle, ausgelieferte Version von M5Burner aktiv ausnutzbar.

Open-Source-Ersatz

Weil malloc M5Burner nach der Analyse nicht mehr gegen sein eigenes Konto laufen lassen wollte, hat er kurzerhand einen eigenen Client entwickelt und auf GitHub veröffentlicht: m5uploader (github.com/cryptspeak/m5uploader) [4].

Das Python-Tool setzt konsequent auf HTTPS mit Zertifikatsprüfung, verzichtet auf einen eingebetteten Browser und speichert den Session-Token im OS-Keychain. Ein Auto-Updater fehlt bewusst – stattdessen gibt es nur einen Hinweis auf neue Versionen. Firmware-Flashing via esptool ist inzwischen ebenfalls integriert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11364555

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Cardputer-ADV-Taschencomputer-V2-10645521.html
  2. https://github.com/0x00001312
  3. https://github.com/cryptspeak/m5uploader/releases/tag/v0.1.1
  4. https://github.com/cryptspeak/m5uploader
  5. https://www.heise.de/make
  6. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 14. Juli 2026 um 14:42

Open-Source-Hardware: DIY-Saugroboter mit LiDAR und ROS 2

Von Heise

(Bild: www.makerspet.com)

Ein 3D-gedruckter Saugroboter mit LiDAR, Raspberry Pi und Home Assistant – komplett offline und quelloffen. Das Projekt Oomwoo will zeigen, dass das geht.

Bisherige DIY-Saugroboter navigieren primitiv: Sie fahren blind durch den Raum und prallen dabei wie Betrunkene von Wand zu Wand. Das Open-Source-Projekt Oomwoo will das ändern, indem die gleichen Navigations-Frameworks zum Einsatz kommen, die auch teure kommerzielle Saugroboter verwenden: Mit 2D-LiDAR und dem Nav2-Stack des Open-Source-Frameworks ROS 2 (Robot Operating System) soll der Roboter geplante Pfade abfahren.

Ersatzteile vom Saugroboter-Markt statt Eigenentwicklung

Statt alle Komponenten selbst zu entwickeln, setzt das Projekt auf den florierenden Ersatzteilmarkt für chinesische Saugroboter: Motoren, Sensoren und Saugmodule werden etwa über AliExpress bezogen, lediglich Gehäuse, Bumper, Halterungen und Ladestation kommen aus dem eigenen 3D-Drucker.

Sämtliche Projektbestandteile – von den CAD-Dateien über die Firmware bis zur Steuerungssoftware – sind unter der Apache-2.0-Lizenz frei verfügbar. Cloud-Anbindung soll es nicht geben. Der Roboter soll komplett lokal arbeiten und über Home Assistant gesteuert werden.

Frühe Phase

Hinter Oomwoo steht Entwickler Ilia O., der unter anderem einfache Roboterbausätze für Unterricht und DIY verkauft. Bislang gibt es ein Chassis-Design und einige Simulationen der Steuerungssoftware, dazu viel Zuspruch in den Kommentaren auf der Projektseite [1]. Fertige Nachbauanleitungen fehlen noch, und auch grundlegende Entscheidungen stehen noch aus – etwa welcher Rechner die Navigation übernehmen soll. Sowohl ein Raspberry Pi 5 als auch ein ESP32 mit micro-ROS als auch eine Kombination werden erwogen.

Eine Teileliste [3] ist für Mitte Juli angekündigt. Das Materialbudget soll bei 100 bis 200 US-Dollar plus Raspberry Pi liegen – für einen Roboter, der laut Entwickler mit kommerziellen Geräten der 500- bis 600-Dollar-Klasse mithalten soll.

Der modulare Aufbau soll es Mitwirkenden ermöglichen, unabhängig voneinander an einzelnen Baugruppen zu arbeiten. Ein Bausatz ist angedacht, zwingend nötig soll er aber nicht sein.

Reaktion auf Sicherheitsskandale

Ilia O. nennt die wiederkehrenden [4] Sicherheitsprobleme [5] kommerzieller Saugroboter als Motivation und verweist auf den amerikanischen Sicherheitsforscher Dennis Giese, der seit Jahren die Hardware proprietärer Saugroboter in seinem Projekt robotinfo.dev [6] dokumentiert und dabei regelmäßig Schwachstellen aufdeckt. Bereits auf dem 37C3 Ende 2023 zeigte er unter dem Titel "Sucking Dust and Cutting Grass" [7], wie sich Saugroboter und Mähroboter übernehmen lassen. Oomwoo umgeht das Problem, indem es weder Kamera noch Internetverbindung mitbringt.

Kein Mangel an Vorläufern

An Maker-Saugrobotern herrscht kein Mangel: Der 3D-gedruckte Robot Vacuum Cleaner MARK II auf Arduino-Nano-Basis oder diverse Raspberry-Pi-Zero-Bauten auf GitHub zeigen, dass die Szene das Thema seit Jahren bearbeitet. Das schwedische Projekt Wolley verfolgte einen ähnlich ambitionierten Ansatz, scheint aber seit 2024 eingeschlafen zu sein.

(Bild: www.wolley.se)

Oomwoo ist damit nach aktuellem Stand das erste Projekt, das einen komplett selbst gebauten Saugroboter mit professioneller SLAM-Navigation verbindet. SLAM (Simultaneous Localization and Mapping) bedeutet, dass der Roboter während der Fahrt gleichzeitig eine Karte seiner Umgebung erstellt und seine eigene Position darin bestimmt. Genau so navigieren auch die meisten kommerziellen Saugroboter.


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https://www.heise.de/-11363023

Links in diesem Artikel:

  1. https://makerspet.com/blog/building-an-open-source-robot-vacuum-meet-oomwoo/
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://github.com/makerspet/oomwoo/blob/main/BOM.md
  4. https://www.heise.de/news/Sicherheitsluecke-bei-Saugrobotern-Tueftler-erhaelt-Zugriff-auf-tausende-Geraete-11179726.html
  5. https://www.heise.de/news/Sicherheitsluecke-in-Evovacs-Saugrobotern-erlaubt-Remote-Steuerung-durch-Hacker-9979104.html
  6. https://robotinfo.dev/
  7. https://media.ccc.de/v/37c3-11943-sucking_dust_and_cutting_grass_reversing_robots_and_bypassing_security
  8. mailto:mch@make-magazin.de

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  • 13. Juli 2026 um 18:00

Agentic AI fürs Smart Home: openHAB 5.2 bringt Chat-Interface und MCP-Server

Von Heise
Ein Bot sitzt vor einem Modellhaus

(Bild: Rainald Menge Sonnentag / KI / iX)

Die Open-Source-Plattform openHAB bietet eine Anbindung an LLMs für Abfragen und Steuerung via Chat sowie einen eigenen MCP-Server für Agentic AI.

Die Open-Source-Plattform openHAB öffnet sich in Version 5.2 für LLMs und Agentic AI. Die Plattform zur Smart-Home-Steuerung bringt eine Anbindung an Sprachmodelle und führt den openHAB MCP Server ein.

LLM-Chat statt Regelwerk für die Steuerung

Das UI von openHAB bringt ein neues Chat-Interface, das sich direkt an die einzelnen Geräte der Plattform anbinden lässt. Für Aufgaben zur Gerätesteuerung zeigt das Chat-Interface das zugehörige Widget an.

Chat-Interface openHAB mit Widget
Chat-Interface openHAB mit Widget

Das Widget für das Licht erscheint beim Steuern des Geräts im Chat.

(Bild: openHAB)

openHAB bietet Tools, um die einzelnen Geräte an das LLM anzubinden, um den Status abzurufen oder Steuerbefehle zu senden.

Die User entscheiden, welche Geräte für das Chat-Interface ansprechbar sind. Der Parameter permission in den voiceSystem-Metadaten der einzelnen Items (die Smart-Home-Einheiten in openHAB) [1] kennt drei Einstellungen: NO_ACCESS, READ_ONLY und READ_WRITE.

Gedächtnis und Tools für das LLM

Die Plattform speichert den Verlauf des Chats und kann ihn dem LLM bei weiteren Aufrufen mitgeben. Wie weit sich openHAB den Chatverlauf merkt und ihn weitergibt, lässt sich in den Einstellungen festlegen. Der System-Prompt für das LLM ist ebenfalls anpassbar.

Ein Tooling-Framework öffnet den LLMs den Zugang zu den Geräten und weiteren Informationen. Drei Tools bringt Version 5.2 von Haus aus mit: get-date-time gibt die Zeit und das Datum bezogen auf die aktuelle Zeitzone zurück, item-get-state ruft den Status eines Items ab und item-send-command schickt einen Befehl an ein Item.

Chat with openHAB
Chat with openHAB

Das Chat-Interface bietet Zugang zu den einzelnen Geräten und Informationen im Smart-Home-System.

(Bild: openHAB)

openHAB ist zwar an kein bestimmtes LLM gebunden, bietet zum Start allerdings zunächst nur eine Anbindung an Google Gemini. Bindings für OpenAI und dazu kompatible Modelle sind in Kürze geplant.

Agentic AI mit dem openHAB MCP Server

Einen Schritt weiter als die LLM-Anbindung geht der openHAB MCP Server, der die Plattform für Agentic AI öffnet. Die KI-Agenten können die Geräte steuern und verwalten.

Außerdem lassen sich die KI-Agenten nutzen, um eigene Regeln für openHAB zu erstellen. Dabei hat man die Wahl zwischen Regeln für wiederkehrende Aufgaben und einmaligen Regeln. Letztere löscht der Agent nach der Ausführung selbsttätig.

Die Agenten können wahlweise direkt über das Netzwerk, über die openHAB-Cloud oder eine Node.js-Bridge mit openHAB kommunizieren. Damit die Agenten mit der Plattform interagieren können, benötigen sie ein openHAB-API-Token. Weitere Informationen zur Anbindung und Authentifizierung finden sich in der Dokumentation zum openHAB MCP Server [2].

Funktionen jenseits von KI

Neben der LLM- und Agentic-AI-Anbindung bringt openHAB 5.2 zahlreiche weitere Ergänzungen. Unter anderem lassen sich Komponenten für das UI neuerdings in YAML erstellen. Außerdem hat das openHAB-Team die DSL (Domain Specific Language) zum Erstellen von Regeln erweitert.

Weitere Neuerungen wie die dauerhaft angezeigte Log-Konsole und die erweiterten Charts lassen sich dem openHAB-Blog [3] entnehmen. Die vollständige Liste der Neuerungen findet sich in den Release Notes [4].


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https://www.heise.de/-11355811

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.openhab.org/docs/concepts/items.html
  2. https://www.openhab.org/addons/integrations/mcp/
  3. https://www.openhab.org/blog/2026-07-05-openhab-5-2-release.html
  4. https://github.com/openhab/openhab-distro/releases/tag/5.2.0
  5. mailto:rme@ix.de

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  • 07. Juli 2026 um 11:57

Arduino erweitert Modulino-Serie um drei neue Module

Von Heise
Drei neue Arduino-Modulino-Boards (Hub, Extender und Motors) neben einem Arduino-Board.

(Bild: Arduino)

Arduino ergänzt die Modulino-Serie um Hub, Extender und Motorsteuerung. Für mehr I2C-Ports, längere Leitungen und einfachere Robotik-Projekte.

Arduino erweitert seine Modulino-Serie um drei neue Bausteine [1]. Neu hinzu kommen der Modulino Hub, der Modulino Extender und das Modulino-Motors-Modul. Statt Schaltungen händisch zu verdrahten, lassen sich diese Modulino-Komponenten über Qwiic-Kabel einbauen.

Der Modulino Hub [2] gibt einem Arduino ordentlich I2C-Ports an die Hand. Zwar lassen sich theoretisch bis zu 127 Geräte an einem Bus betreiben, in der Praxis sorgen jedoch identische I2C-Adressen vieler Sensoren und Aktoren für Schwierigkeiten. Wer schon einmal zwei gleiche Sensoren angeschlossen hat, kennt das Spiel. Der Hub erweitert ein bestehendes System um acht zusätzliche I2C-Kanäle, die jeweils einen eigenen Adressraum besitzen. Dadurch können auch mehrere identische Module parallel betrieben werden, ohne dass der bestehende Programmcode angepasst werden muss. Das Modul ist für 8,84 Euro im Arduino-Shop erhältlich.

Für größere Installationen ist der Modulino Extender [3] gedacht. I2C eignet sich normalerweise nur für kurze Leitungen auf einer Platine oder innerhalb eines Gehäuses. Müssen Sensoren oder Aktoren dagegen über mehrere Meter verteilt werden, stößt das Bussystem schnell an seine Grenzen. Der Extender verstärkt das Signal hardwareseitig und ermöglicht laut Arduino Kabellängen von bis zu 30 Metern bei einer Busgeschwindigkeit von 100 kHz. Zusätzliche Bibliotheken oder Änderungen an der Software sind dafür nicht erforderlich. Für 12,33 Euro kann man dieses Modul im Arduino-Shop kaufen.

Ebenfalls neu ist das Modulino-Motors-Modul [4]. Das Modul übernimmt die Ansteuerung von zwei Gleichstrommotoren oder alternativ eines Schrittmotors. Geschwindigkeit, Drehrichtung und Position lassen sich direkt über das Modul regeln. Gerade bei Robotik-Projekten oder automatisierten Mechanismen kann das den Verkabelungsaufwand reduzieren. Im Arduino-Shop ist dieses Modul für 12,82 Euro bestellbar.

Die neuen Bausteine arbeiten unter anderem mit dem Arduino UNO Q, Nesso N1, UNO R4 WiFi sowie verschiedenen Nano-Boards zusammen und sind auf die Nutzung innerhalb des Arduino-Ökosystems ausgelegt. Für Maker bedeutet das vor allem einen schnelleren Weg vom Prototyp zur funktionierenden Anwendung. Wer häufig Sensoren austauscht, neue Ideen ausprobiert oder Projekte schrittweise erweitert, dürfte von dem modularen Konzept profitieren. Statt jedes Mal die komplette Hardware neu aufzubauen, reicht künftig oft ein weiteres Modul in der Kette. Manchmal ist Plug-and-Play eben doch angenehmer als eine Stunde Fehlersuche mit dem Multimeter.

Wer mehr über die aktuelle Arduino-Generation wissen will, findet alles in unserem Test zum Arduino UNO Q [5].


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https://www.heise.de/-11350813

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.arduino.cc/2026/06/26/three-new-arduino-modulino-modules-are-here-bigger-ideas-now-come-with-zero-added-stress/
  2. https://store.arduino.cc/products/modulino-hub
  3. https://store.arduino.cc/products/modulino-extender
  4. https://store.arduino.cc/products/modulino-motors
  5. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Arduino-UNO-Q-mit-App-Lab-11084275.html
  6. https://www.heise.de/make
  7. mailto:das@heise.de

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  • 01. Juli 2026 um 15:57

Nvidia bringt 5,5 Jahre alte Grafikkarte zurück

Von Heise

Die GeForce RTX 3060 soll es in der Mittelklasse richten. Für sie sprechen die 12 GByte Speicher, sonst aber nichts.

Nvidia-Chef Jensen Huang stellte sie bereits in Aussicht, jetzt kommt sie tatsächlich zurück: Deutsche Händler listen erneut erste Herstellerkarten der GeForce RTX 3060. Asus’ Doppellüfter-Version „Dual“ ist die günstigste Variante ab etwa 335 Euro [1].

Listungen bei zahlreichen großen Händlern, darunter Galaxus, Computeruniverse, Mindfactory, Cyberport und Alternate, beweisen, dass hier keine Restbestände aufgetaucht sind. Laut Asus handelt es sich um neue Lieferkontingente. Modelle von MSI und Gigabyte kosten noch etwas mehr, weitere RTX-3060-Grafikkarten sind mit Preisen jenseits der 500 Euro völlig überteuert [2].

Über ein halbes Jahrzehnt alt

Nvidia stellte die GeForce RTX 3060 Anfang 2021 vor [3]. Fast 5,5 Jahre hat die Grafikkarte inzwischen auf dem Buckel, was sich auch an der Technik bemerkbar macht: Die zugrundeliegende Ampere-Architektur bekommt längst nicht mehr alle KI-Funktionen fürs Spiele-Upscaling, zudem ist die GPU mit Samsungs 8-Nanometer-Fertigungstechnik heutzutage nicht mehr effizient.

Die GeForce RTX 3060 hat einen einzigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Grafikkarten dieser Preisklasse: Sie kommt mit 12 GByte Speicher. Die durchschnittlich viel schnellere und effizientere GeForce RTX 5060 hat nur 8 GByte RAM, was manchen Spielen nicht mehr reicht und daher Ruckler verursachen kann.

Die günstigste aktuelle Nvidia-Grafikkarte mit mehr als 8 GByte Speicher ist die GeForce RTX 5060 Ti 16 GByte, die aber erst bei 530 Euro startet [4]. Bei AMD ist es die Radeon RX 9060 XT 16 GByte für vereinzelt unter 400 Euro [5]. Als Alternative gibt es die Intel Arc B580 mit 12 GByte ab etwa 260 Euro [6]. In dieser Preisregion bewegte sich 2025 auch noch die GeForce RTX 3060.

Tom’s Hardware macht [7] derweil auf eine Rückkehr der GeForce RTX 3060 in Nordamerika aufmerksam. Die Wiedereinführung scheint damit groß angelegt zu sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11349673

Links in diesem Artikel:

  1. https://preisvergleich.heise.de/asus-dual-geforce-rtx-3060-oc-v2-90yv0gb2-m0na10-a2542048.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  2. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13878_GeForce+RTX+3060&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  3. https://www.heise.de/news/GeForce-RTX-3060-Mittelklasse-Grafikkarte-fuer-320-Euro-5021994.html
  4. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13830_ab+12GB~13878_GeForce+RTX+5060+Ti&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  5. https://preisvergleich.heise.de/xfx-swift-radeon-rx-9060-xt-oc-gaming-edition-rx-96tsw16bq-a3509896.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  6. https://preisvergleich.heise.de/asrock-arc-b580-challenger-12gb-oc-90-ga5lzz-00uanf-a3365541.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  7. https://www.tomshardware.com/pc-components/gpus/legacy-nvidia-rtx-3060-12gb-returns-to-retail-five-years-after-original-launch-priced-at-usd339-resurrected-gpu-strategy-that-jensen-called-a-good-idea-apparently-comes-to-fruition
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://www.heise.de/ct
  10. mailto:mma@heise.de

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  • 30. Juni 2026 um 17:36

Linux-Touchpanel mit A20-Rechner

Von Heise
Vormontiertes Linux-Touchpanel LCD7-PANEL-LIME2 mit schwarzem Gehäuse und 7-Zoll-Touchdisplay. Auf dem Bildschirm ist die Debian-Desktopoberfläche zu sehen.

(Bild: Olimex)

Das LCD7-PANEL-LIME2 kombiniert einen Linux-Rechner mit einem 7-Zoll-Touchscreen und kommt komplett vormontiert.

Olimex hat mit dem LCD7-PANEL-LIME2 [1] ein neues, Linux-basiertes Allroundpaket vorgestellt. Das Gerät kombiniert ein 7-Zoll-Touch-Display mit einem Linux-fähigen Einplatinenrechner in einer Einheit.

Die Basis bildet das A20-OLinuXino-LIME2-Board. Darauf arbeitet ein Allwinner-A20-Prozessor mit zwei Cortex-A7-Kernen. Zur Ausstattung gehören 1 GByte Arbeitsspeicher, 16 GByte eMMC-Flash-Speicher sowie ein Gigabit-Ethernet-Anschluss für die Netzwerkkommunikation. Als Anzeige dient ein 7 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln. Die Bedienung erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen.

Das System wird vollständig montiert ausgeliefert. Display, Rechnerplatine, Verbindungskabel und Befestigungselemente sind bereits zusammengebaut. Auch Linux ist vorinstalliert und der Touchscreen vorkonfiguriert. Damit entfällt ein Teil der Arbeit, wie Display auswählen, passende Kabel beschaffen, Halterungen konstruieren und anschließend Treiber und Betriebssystem einrichten.

Für Maker kann das interessant sein, wenn ein Projekt eine dauerhafte Benutzeroberfläche benötigt. Denkbar sind beispielsweise Smart-Home-Steuerungen, Visualisierungen für Solaranlagen oder Maschinensteuerungen in der Werkstatt. Statt einen Einplatinenrechner hinter einem separaten Bildschirm zu verstecken, steht direkt eine kompakte Bedieneinheit zur Verfügung.

Da das Gerät auf der offenen A20-OLinuXino-LIME2-Plattform basiert, stehen außerdem die Hardwareunterlagen und Schaltpläne [2] zur Verfügung. Als Betriebssystem kommt Debian Bookworm zum Einsatz, wodurch sich eigene Anwendungen flexibel installieren lassen.

Das LCD7-PANEL-LIME2 ist ab sofort verfügbar. Der Preis liegt bei 106 Euro. Für Maker, die eine Linux-basierte Touch-Oberfläche benötigen und sich nicht mit der Integration einzelner Komponenten beschäftigen möchten, könnte die Lösung einen Blick wert sein.

Wer von Pre-Built-Hardware angetan ist, kann in unserem Artikel zum RSS-Reader auf dem Pimoroni Presto [3] einen Blick auf ein cooles Gadget werfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343187

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.olimex.com/Products/OLinuXino/LCD/LCD7-PANEL-LIME2/
  2. https://github.com/OLIMEX/OLINUXINO/tree/master/HARDWARE/A20-OLinuXino-LIME2
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Desktop-RSS-Reader-mit-dem-Pimoroni-Presto-selbst-bauen-11134698.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. mailto:das@heise.de

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  • 24. Juni 2026 um 15:09

Qualcomm: Linux-Neustart für Dragonwing-Plattform

Von Heise
Süßer Linux Pinguin mit Qualcomm Hardware

Qualcomm verspricht einen grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-Linie und hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt.

Qualcomm hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt und spricht von einem grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-IoT-Plattform. Es geht nicht um die bekannten Snapdragon-Chips aus Smartphones und Laptops, sondern um die Dragonwing-Linie. Diese auf industrielle und IoT-Anwendungen zielende Architektur, auf der auch der QRB2210 basiert, der im Arduino Uno Q steckt, den wir im Make-Magazin bereits vorgestellt und getestet haben [1].

Konkret handelt es sich bei „Qualcomm Linux 2.0“ um ein Yocto-basiertes Build-System mit Board Support Packages (BSPs) für Dragonwing-Hardware. [2] Qualcomm betont dabei einen „Upstream First“-Ansatz: Patches sollen direkt in den Linux-Mainline-Kernel einfließen, statt wie bisher als separater Flickenteppich gepflegt zu werden. Das klingt nach Selbstverständlichkeit, ist in der Embedded-Linux-Welt aber keineswegs garantiert – viele Hersteller pflegen jahrelang eigene Kernel-Forks, die irgendwann schlicht nicht mehr weiterentwickelt werden. Wer schon mal versucht hat, ein älteres Maker-Board mit einem aktuellen Kernel zum Laufen zu bringen, weiß, wovon die Rede ist.

Qualcomms Roadmap für die V2.0

(Bild: Qualcomm)

Für die Maker-Community ist das durchaus eine relevante Entwicklung. Dragonwing-Boards wie der von der c’t getestete QCS6490-basierte Einplatinencomputer [3]oder eben der Arduino Uno Q mit seinem QRB2210 könnten langfristig von besserem Community-Support, einfacherer Toolchain und vor allem längerer Software-Pflege profitieren. Gerade beim Arduino Uno Q, der als Einstieg in Linux-fähige Maker-Hardware positioniert ist, wäre ein stabiles, gut gepflegtes Linux-Fundament ein echtes Verkaufsargument.

Einen Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Adreno-Grafiktreiber bleibt laut Qualcomms eigener Dokumentation „Closed Source“ [5]. Wer auf vollständig offene Systeme setzt oder GPU-Beschleunigung in eigenen Projekten nutzen möchte, stößt hier an eine bekannte Grenze. Qualcomm ist damit nicht allein – ähnliche Diskussionen kennt man von anderen Plattformen –, aber es bleibt ein Punkt, den die Open-Source-Community der Firma seit Jahren vorhält.

Qualcomm Linux 2.0 befindet sich aktuell im Release-Candidate-Stadium (2.0-rc3), die Dokumentation ist bereits online. Eine YouTube-Präsentation wurde via LinkedIn für den 30.06.2026 angekündigt [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11341860

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Arduino-UNO-Q-mit-App-Lab-11084275.html
  2. https://docs.qualcomm.com/nav/home?product=895724676033554725&version=2.0-rc2
  3. https://www.heise.de/tests/Test-Einplatinencomputer-mit-Qualcomm-Achtkerner-Dragonwing-QSC6490-11081115.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. https://docs.qualcomm.com/doc/80-80022-252/topic/qualcomm-linux-sw-overview.html?product=895724676033554725&facet=System%20Software%20Architecture#graphics-overlay
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.linkedin.com/posts/whats-new-qualcomm-linux-20-a-unified-share-7472690212318629888-1XlT/
  8. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 23. Juni 2026 um 17:36

Raspberry Pi OS: Sanfte Versionspflege

Von Heise
Raspberry Pi 5

(Bild: heise medien)

Das Raspberry-Pi-Projekt hat Raspberry Pi OS in neuer Version herausgegeben. Die Änderungen sind jedoch recht überschaubar.

Gegen Ende der vergangenen Woche haben die Raspberry-Pi [1]-Entwickler das Betriebssystem Raspberry Pi OS (ehemals Raspbian) in aktualisierter Version veröffentlicht. Es handelt sich um dezente Versionspflege, größere Neuerungen enthält die neue Fassung nicht.

Die Release-Notes für die offenbar bereits am Donnerstag [2] vergangener Woche veröffentlichte Fassung des Betriebssystems für die Einplatinencomputer (SBC, Single Board Computer) bleibt daher auch recht kurz. Am augenfälligsten ist der offizielle Wechsel auf den Linux-Kernel 6.18.3. Der entstammt der Long-Term-Support-Linie 6.18, die Linus Torvalds im November [3] freigegeben hatte. Die Firmware kommt ebenfalls in aktualisierter Version mit. Der Wayland-Window-Manager labwc ist auf Stand 0.9.7. Für Touchscreens sind neue Standard-Zuordnungen eingezogen. Das python3-flask-Modul haben die Programmierer entfernt. Das aktualisierte Raspberry Pi OS umfasst auch kosmetische Änderungen wie neue Icons.

Einige nervende Fehler haben die Programmierer Raspberry Pi OS abgewöhnt: In piclone hat ein Handler zum Schließen der App gefehlt, das Drucker-Plug-in konnte beim Schließen hängen bleiben. In der Lautstärkesteuerung konnte das Audio-Eingabegerät falsch ausgewählt sein. Zudem ließ sich der oberste Eintrag in Hauptmenüs nicht korrekt mit der Tastatur aktivieren.

Raspberry Pi OS: Aktualisierung durchführen

Wer zwischendurch das System etwa durch den Aufruf von sudo apt update && sudo apt dist-upgrade auf den aktuellen Stand bringt, hat die ganzen Aktualisierungen bereits erhalten. Eine Neu- oder Überinstallation ist nicht nötig. Wer möchte, kann jedoch auch auf der Download-Seite des Projekts die aktuellen Abbilder herunterladen [4], um sie etwa frisch auf SD-Karte zu verfrachten.

Im April haben die Entwickler mit Raspberry Pi OS 6.2 einen größeren Sprung [5] vollzogen. Die Fassung versprach etwa verbesserte Sicherheit, unter anderem durch das Deaktivieren des passwortlosen sudo. Die Maintainer hatten das Release daher auch als Sicherheitsupdate bezeichnet.


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https://www.heise.de/-11340343

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/raspberry-pi
  2. https://downloads.raspberrypi.com/raspios_full_arm64/release_notes.txt
  3. https://www.heise.de/news/Linux-6-18-LTS-Kernel-mit-vielen-Bugfixes-kurz-vor-Veroeffentlichung-11104048.html
  4. https://www.raspberrypi.com/software/operating-systems/
  5. https://www.heise.de/news/Raspberry-Pi-OS-6-2-Update-verspricht-mehr-Sicherheit-11258279.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  8. mailto:dmk@heise.de

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  • 22. Juni 2026 um 13:52

Matter 1.6 nimmt neuen Anlauf bei plattformübergreifender Geräteverwaltung

Von Heise
Smart Speaker auf einer Kücheninsel, während im Hintergrund eine Person an einem Tisch mit einem Tablet arbeitet.

(Bild: Slizo / Shutterstock.com)

Matter 1.6 bringt neue Funktionen für gemeinsame Geräteverwaltung, NFC-Einrichtung und vernetzte Thermostate.

Die Connectivity Standards Alliance (CSA) hat die Spezifikation Matter 1.6 veröffentlicht. Neue Geräteklassen werden nicht eingeführt. Stattdessen soll die Spezifikation ein zentrales, bislang nur teilweise eingelöstes Versprechen des Standards voranbringen: Smart-Home-Geräte unabhängig vom gewählten Ökosystem nutzbar zu machen. Dafür soll die gemeinsame Verwaltung eines Smart Homes durch Plattformen wie Apple Home, Google Home und Alexa deutlich einfacher werden.

Möglich machen soll das vor allem eine neue Funktion namens Joint Fabric. Sie erweitert den Multi-Admin-Ansatz von Matter, also die Nutzung eines Smart-Home-Geräts über mehrere Plattformen hinweg. Bereits Matter 1.4 sollte die Freigabe von Geräten zwischen verschiedenen Plattformen mit einer einzigen Zustimmung des Nutzers vereinfachen, ließ aber weiterhin getrennte Matter-Netze der einzelnen Anbieter bestehen. Joint Fabric geht einen Schritt weiter: Mehrere vom Nutzer autorisierte Smart-Home-Plattformen sollen künftig dieselbe Matter-Installation gemeinsam verwalten können, statt jeweils eigene Matter-Netze aufzubauen. Geräte, die zu dieser gemeinsamen Umgebung hinzugefügt werden, sollen dann automatisch in allen teilnehmenden Systemen verfügbar sein. Zugriffsrechte lassen sich laut CSA unabhängig von den Geräten erteilen oder entziehen.

Eine weitere Neuerung soll die Einrichtung fest installierter Matter-Geräte vereinfachen. Matter 1.6 erlaubt erstmals die vollständige Inbetriebnahme über bidirektionale NFC-Kommunikation. Bislang konnte NFC zwar bereits Einrichtungsinformationen bereitstellen und damit das Scannen eines QR-Codes ersetzen, die eigentliche Einrichtung lief aber weiterhin über Bluetooth LE. Künftig soll der gesamte Vorgang per NFC möglich sein. Das ist vor allem bei Deckenleuchten, Unterputzschaltern und anderen fest verbauten Geräten relevant, die sich so bereits vor der endgültigen Montage oder vor dem Einschalten des Netzstroms einrichten lassen. Bei größeren Installationen können mehrere Geräte vorab konfiguriert und später am vorgesehenen Ort aktiviert werden.

Weitere Verbesserungen für Thermostate und Sicherheit

Matter 1.6 [2] bringt außerdem Änderungen für vernetzte Thermostate. Statt direkter Befehle können Smart-Home-Plattformen künftig zeitlich begrenzte Empfehlungen senden. Das Thermostat entscheidet dann anhand der aktuellen Situation und der vom Nutzer festgelegten Präferenzen, ob es diese Empfehlung umsetzt oder zurückstellt. So soll verhindert werden, dass eine Automatisierung kurz nach einer manuellen Änderung die Temperatur wieder überschreibt oder dass ein Energiesparprogramm eines Versorgers durch eine andere Plattform ausgehebelt wird. Auch Vorgaben wie Energieeinsparung, Luftqualität oder Luftfeuchtigkeit sollen sich über mehrere Dienste hinweg berücksichtigen lassen. Folgt das Thermostat einer Empfehlung nicht, soll es dafür eine standardisierte Begründung liefern.

Daneben führt die neue Spezifikation mehrere Detailverbesserungen ein. Geräte können ihre Fähigkeiten und Betriebsgrenzen standardisiert mitteilen, Sicherheitssensoren zusätzlich zu ihrem aktuellen Status auch frühere Ereignisse melden. Rauch- und CO-Melder zeigen künftig an, wenn sie aus der Halterung entfernt wurden. Zudem soll die Verwaltung widerrufener Zertifikate skalierbarer werden.

Wann und in welcher Form Hersteller und Plattformbetreiber die neuen Funktionen umsetzen werden, bleibt offen. Die zögerliche Umsetzung neuer Matter-Spezifikationen durch die Plattformen gilt bislang als eines der größten Hindernisse des Standards.


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https://www.heise.de/-11336903

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  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://csa-iot.org/newsroom/matter-1-6-enables-more-intuitive-setup-multi-ecosystem-experiences-and-context-driven-control/
  3. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  4. mailto:Tomislav.Bezmalinovic@heise.de

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  • 18. Juni 2026 um 12:48

Maker Faire Solothurn 2026: Zwei Tage voller Innovation, Kreativität und Technik

Von Heise
Titelbild der Veranstaltung

(Bild: Make)

Über 70 Aussteller, spannende Technik, 3D-Druck, KI und DIY-Projekte warten am 20. und 21. Juni in Derendingen.

Am 20. und 21. Juni 2026 verwandelt sich die Enter Technikwelt in Derendingen erneut in die Maker Faire Solothurn. Jeweils von 10 bis 18 Uhr treffen sich Tüftler, Bastler, Entwickler, Künstler und neugierige Besucher, die sich Tipps zum Selbermachen holen wollen. Wer sich für das Wochenende ein Maker-Faire-Ticket holt, bekommt auch Zugang zur Enter Technikwelt. Das Technikmuseum beherbergt eine große Sammlung von Computer- und Unterhaltungselektronik und bietet eine Reise durch die Technikgeschichte.

Die Ausstellerliste ist auch 2026 wieder vielfältig. Mehr als 70 Maker, Vereine, Schulen und Unternehmen präsentieren ihre Projekte. Mit dabei sind unter anderem Bastelgarage.ch, Hackuarium, Makerspace Reinach, Swiss3Dc, Prusa Research, Creality, DFRobot sowie zahlreiche unabhängige Entwickler und Künstler.

Zwischen selbstgebauten Robotern, 3D-Druck-Projekten, Elektronik-Experimenten, Lasercut-Kunstwerken und Upcycling-Ideen gibt es viel zu entdecken. Wer sich für Modellbau interessiert, findet ebenso Projekte wie Fans von Retro-Computern oder Mikrocontrollern.

Auch 2025 war die Messe schon bis zum Bersten mit Kreativität gefüllt.

(Bild: Maker Faire Solothurn [1])

Eine Maker Faire lebt natürlich auch vom Mit-Maken. Im Vortragsbereich laufen an beiden Tagen Präsentationen zu aktuellen Maker-Themen.

So zeigt Bastelgarage.ch den Weg vom digitalen 3D-Modell bis zum fertigen Objekt und gibt Einblicke in Fertigungstechniken. Makerspace Reinach präsentiert lokale KI-Anwendungen mit Open-Source-Modellen und zeigt, wie man lokale LLMs einsetzen kann. Hackuarium beschäftigt sich mit Themen wie Umweltmonitoring.

Daneben laden zahlreiche Stände dazu ein, Fragen zu stellen, Projekte aus nächster Nähe anzuschauen und direkt mit den Entwicklern ins Gespräch zu kommen – ein Markenzeichen jeder Maker Faire.

Auf der Webseite [2] zur Maker Faire Solothurn ist eine vollständige Liste von Ausstellern und Vorträgen zu finden.

Die Maker Faire Solothurn 2026 verspricht erneut ein Wochenende voller Kreativität, Technik und Entdeckergeist zu werden.

Wer neue Projekte entdecken, Menschen kennenlernen oder einfach einen inspirierenden Tag mit der Familie verbringen möchte, sollte sich den 20. und 21. Juni 2026 im Kalender markieren. In Solothurn wird an diesem Wochenende wieder getüftelt.

Die Maker Faire Solothurn ist Teil der DACH-Maker-Faires, die von der Make lizenziert sind. Auf der Maker-Faire-Webseite [3] gibt es eine Übersicht aller kommenden Veranstaltungen.


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  • 18. Juni 2026 um 12:42

Ab Raspberry-Pi-Format: Einplatinencomputer mit Intel Core 300 „Wildcat Lake“

Von Heise

Die taiwanische Firma Aaeon kündigt x86-Einplatinencomputer mit Intels jüngstem Billigprozessor an, einige mit kreditkartengroßer Platine wie der Raspi.

Die im April von Intel vorgestellte CPU-Baureihe Core 300 alias Wildcat Lake nutzen immer mehr Hersteller als Nachfolger der ältlichen N-Prozessoren. Der taiwanische Hersteller kündigt mehrere Einplatinencomputer (UP-Boards) und Minirechner an, die mit Core-300-Chips bestückt sind. Die Vorgänger nutzten x86-Prozessoren wie Intel N100 (Alder Lake-N), N150 oder Core 3 N355 (Twin Lake).

Die Platine des Aaeon UP WCL hat wie beim Raspberry Pi ungefähr das Format einer Bezahlkarte. Er soll mit Core 3 304 (1 P- und 4 E-Kerne), Core 5 320 (2P/4E) oder Core 7 350 (2P/4E) bestellbar sein sowie mit bis zu 24 GByte LPDDR5-RAM und 256 GByte UFS-Flash.

Auf den Produktfotos von Aaeon fehlt der Kühlkörper. Allerdings kann der Core 300 auf 10 bis 15 Watt TDP eingestellt werden, und Aaeon nennt 30 bis 36 Watt typische Leistungsaufnahme. Daher dürfte ein Lüfter nötig sein, den das Datenblatt auch erwähnt (Active cooling).

M.2, USB mit 10 Gbit/s und Ethernet mit 2,5 Gbit/s

Dank der bis zu zwei P-Kerne verspricht der Aaeon UP WCL [1] wesentlich höhere Rechenleistung als bei einem Raspberry Pi 5. Außerdem hat das Board leistungsfähigere Schnittstellen: 3 × USB-A mit 10 Gbit/s, Ethernet mit 2,5 Gbit/s und eine M.2-Fassung. Leider verrät Aaeon bisher nicht, wie viele PCIe-Lanes welcher PCIe-Generation zum Einsatz kommen.

Eine USB-C-Buchse hat der UP WCL nicht und auch nur eine HDMI-2.1-Buchse. Es gibt auch nur 10 GPIO-Anschlüsse. Die Stromversorgung erfolgt mit 12 Volt Gleichspannung.

Preise und Lieferterrmine nennt Aaeon bisher nicht.

Der deutlich größere Aaeon UP Nexus WCL [2] hat vor allem mehr Anschlüsse und Schnittstellen, darunter USB-C. Allerdings liefert die Buchse keine DisplayPort-Signale an einen Monitor, beherrscht aber immerhin USB 3.2 Gen 2x2 mit 20 Gbit/s. Den im Core 300 integrierten Controller für USB4/Thunderbolt 4 nutzt Aaeon nicht.


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  1. https://www.aaeon.com/en/product/detail/up-boards-up-wcl/download
  2. https://www.aaeon.com/en/product/detail/up-boards-up-nexus-wcl
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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  • 17. Juni 2026 um 17:23

IKEA-Hack: Samla-Box wird zur Haube für den Snapmaker U1

Von Heise
3D-Drucker im Einsatz

(Bild: Makerworld.com)

Wer den 3D-Drucker Snapmaker U1 einhausen will, zahlt für die Original-Haube satte 159 Euro – viel billiger ist die Community-Lösung aus einer IKEA-Kiste.

Wer einen Snapmaker U1 besitzt oder mit dem Multicolor-Drucker liebäugelt, kennt seine offene Bauweise. Für eine geschlossene Haube [1] verlangt Snapmaker zurzeit 159 Euro. Es gibt aber eine viel billigere Lösung. Auf MakerWorld [2] hat der User Beaver Works einen gedruckten Verbinder veröffentlicht, der die transparente IKEA-Samla-Box (45 Liter, 56 × 39 × 28 cm, 6,99 Euro) als Haube auf den Drucker setzt. Schrauben braucht es keine, nur ein Tropfen Kleber sorgt für Halt. Die Box hält Staub und Lärm draußen sowie die Wärme drinnen, was vor allem bei verzugsfreudigem ABS oder ASA hilft.

Von der Community weitergedacht

Tüftler aus aller Welt haben den Entwurf nachgedruckt und weitergedacht. Eine Variante kommt beim Zusammenbau ohne das Abstecken der Kabel aus, eine andere ergänzt Lüftungsschlitze, und jemand hat den Verbinder kurzerhand an eine ähnliche Box der US-amerikanischen Warenhauskette Costco angepasst.

Vier Köpfe, 80 Prozent weniger Filament

Die Frage, warum der U1 überhaupt so gefragt ist, hat die Make in Ausgabe 7/25 in einem ausführlichen Test [3] beantwortet. Der Drucker wechselt zwischen vier Druckköpfen, druckt mehrfarbig ohne Spülabfall und spart so bis zu 80 Prozent Filament. In einzelnen Disziplinen hängt er sogar den rund fünfmal teureren Prusa XL ab, und das für unter 1000 Euro.

(Bild: Nathalie Schönwetter)

IKEA als Maker-Fundgrube

Dass sich IKEA-Produkte erstaunlich oft zweckentfremden lassen, ist der Grund, warum sich das Make-Sonderheft 6/25 [4] nur rund um IKEA-Hacks dreht. Dort wird der Servierwagen Bror zur mobilen Werkbank und der Luftfilter Förnuftig zur Absaugstation für Lötdämpfe.

Gerade die Samla-Boxen werden für alle möglichen Hacks verwendet, vom Katzenklo über den Anzuchtkasten bis zur Filament-Aufbewahrung [5]. Bei der Trockenbox sorgen etwas Dichtungsband, ein paar gedruckte Halter, Silica-Gel und ein Hygrometer dafür, dass hygroskopisches PLA, ABS oder Nylon vor Feuchtigkeit geschützt bleibt. Passende Vorlagen für die 22- und 45-Liter-Box gibt es zuhauf.


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https://www.heise.de/-11332385

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  1. https://eu.snapmaker.com/de/products/top-cover-for-snapmaker-u1
  2. https://makerworld.com/de/models/2031310-snapmaker-u1-top-cover-modding-for-ikea-samla-45l
  3. https://www.heise.de/ratgeber/3D-Drucker-Snapmaker-U1-im-Test-11066562.html
  4. https://www.heise.de/news/Jetzt-im-Make-Sonderheft-6-25-Ikea-Hacks-10818952.html
  5. https://ikeahackers.net/2023/12/diy-filament-dry-box.html
  6. mailto:mch@make-magazin.de

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  • 15. Juni 2026 um 17:00

Diagnosegerät für Maker und Hardware-Entwickler

Von Heise

(Bild: Haleng)

Statt Oszilloskop-Kurven liefert der I2C Doctor verständliche Hinweise zur Fehlerursache auf dem I²C-Bus.

Haleng hat für I2C-Debugging den I2C Doctor entwickelt. Ein Diagnosewerkzeug mit integriertem Bildschirm, das die Analyse von I²C-Anwendungen vereinfachen soll.

Das Gerät basiert auf einem ESP32 mit zwei Prozessorkernen und 240 MHz Taktfrequenz sowie 4 MB Flash-Speicher. Die Bedienung erfolgt über drei Tasten und ein 1,3 Zoll großes TFT-Farbdisplay mit einer Auflösung von 240 × 240 Pixeln. Die Stromversorgung übernimmt eine USB-C-Buchse. Das eigentliche Einsatzgebiet liegt jedoch auf der Hardwareseite: Über Grove-, STEMMA-, QT- und QWIIC-Anschlüsse sowie zusätzliche Stiftleisten lässt sich der I2C Doctor direkt mit Schaltungen verbinden.

Hinweise in Textform

Nach dem Anschluss analysiert das Gerät den Zustand des I²C-Busses. Dabei werden Spannungen, Pull-up-Widerstände, Kurzschlüsse, Signalanstiegszeiten und Ströme bewertet. Anschließend berechnet die Firmware einen Gesundheitswert zwischen 0 und 100 Prozent und gibt konkrete Empfehlungen aus. Statt Rohdaten oder Oszilloskop-Kurven erhält der Anwender Hinweise in Klartext. Wer schon einmal mehrere Stunden damit verbracht hat, herauszufinden, warum ein OLED-Display einfach schwarz bleibt, dürfte diesen Ansatz zu schätzen wissen.

Die Analyse berücksichtigt dabei verschiedene I²C-Geschwindigkeiten von 10 kHz bis 1 MHz. Über DIP-Schalter können Pull-up-Widerstände mit 10 kΩ, 4,7 kΩ, 2,2 kΩ oder 1 kΩ zugeschaltet werden. So lässt sich direkt prüfen, wie sich unterschiedliche Konfigurationen auf die Busqualität auswirken. Zusätzlich überwacht ein Pull-up-Analyzer die Widerstandswerte und bewertet sie als passend, zu hoch oder zu niedrig.

Neben der eigentlichen Diagnose verfügt der I²C Doctor über eine Reihe weiterer Werkzeuge. Ein integrierter Adress-Scanner erkennt angeschlossene Geräte und versucht anhand einer internen Datenbank, bekannte Sensoren automatisch zu identifizieren. Ferner gibt es einen Live-Monitor, der die Kommunikation eines Masters beobachtet und Informationen wie Busgeschwindigkeit, Datenrate sowie die zuletzt übertragenen Bytes anzeigt.

Für Entwickler eigener Hardware dürfte insbesondere der Bereich „Fault Injection“ interessant sein. Hier können gezielt Fehlerzustände simuliert werden. So lassen sich zusätzliche Leitungskapazitäten zuschalten, um lange Kabel nachzubilden. Auch elektromagnetische Störungen, Clock Stretching oder ein blockierter Bus können künstlich erzeugt werden. Damit kann überprüft werden, wie robust eine Schaltung auf ungünstige Bedingungen reagiert. Wer seine Hardware bisher nur unter Idealbedingungen getestet hat, bekommt hier gewissermaßen einen eingebauten Nörgler für den I²C-Bus.

Für Entwicklung von Firmware

Ebenfalls vorhanden sind ein Stresstest für einzelne Geräte, ein Werkzeug zur Ermittlung der maximal stabilen Kommunikationsgeschwindigkeit sowie Funktionen zum Lesen und Schreiben von Registern. Sogar ein Sensor-Simulator ist integriert. Dabei verhält sich der I2C Doctor selbst wie ein I2C-Gerät und kann beliebige Daten an einen Master zurückliefern. Das kann bei der Entwicklung eigener Firmware hilfreich sein, wenn die eigentliche Hardware noch nicht verfügbar ist.

Auch an den Praxiseinsatz wurde gedacht. Die I²C-Schnittstellen sind durch Serienwiderstände geschützt.

Firmware-Updates erfolgen entweder per USB oder drahtlos über einen integrierten WLAN-Access-Point. Dazu wird eine neue Firmware-Datei über den Browser auf das Gerät übertragen. Der verbaute ESP32 besitzt zwar WLAN-Unterstützung, laut Dokumentation wird standardmäßig jedoch keine Antenne montiert. Für Updates sollte sich das Gerät daher in unmittelbarer Nähe befinden.

Mit Abmessungen von rund 84 × 50 mm inklusive Gehäuse bleibt der I2C Doctor kompakt genug für den Werkzeugkoffer oder die Schreibtischschublade. Für Maker, die regelmäßig mit Sensoren, Displays oder Mikrocontrollern arbeiten, könnte das Gerät eine interessante Ergänzung zu Multimeter und Logikanalysator sein. Ein Oszilloskop ersetzt es zwar nicht, dafür verspricht es eine deutlich angenehmere Antwort auf die Frage, warum der I²C-Bus mal wieder beschlossen hat, heute nicht mitzuarbeiten.

Erhältlich ist der I2C Doctor für 59 US-Dollar auf Tindie. [1] Dort findet man auch eine ausführliche Dokumentation.

Wer doch ein Oszi haben möchte, wird in unserem Maker-Guide dazu [2] an die Hand genommen


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329380

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tindie.com/products/haleng/i2c-doctor-white/
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Kaufberatung-Das-passende-Oszilloskop-fuer-Anfaenger-oder-Profis-finden-10635748.html
  3. https://www.heise.de/make
  4. mailto:das@heise.de

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  • 11. Juni 2026 um 17:34

AZ-Delivery gibt sein Geschäft auf: Das Ende eines bekannten Maker-Shops

Von Heise
AZ Delivery Shop Aufgabe

(Bild: AZ Delivery)

Viele angehende Maker haben in den vergangenen Jahren den Einstieg mit Produkten von AZ-Delivery gemacht. Nun schließt der vor Maker Shop seine Pforten.

Wer in den vergangenen Jahren als Maker-Einsteiger nach Arduino-Boards, ESP32-Modulen oder Sensoren gesucht hat, kam an AZ-Delivery kaum vorbei. Jetzt ist Schluss: AZ-Delivery schließt seine Türen [1]. Das Unternehmen kündigt das Ende auf der eigenen Homepage per Banner an und wirbt zum Abschied mit Rabatten für Restbestände.

2014 fühlte sich Gründer Andreas Bonacina (EDIT: Nachname korrigiert) inspiriert: Nachdem sein Bruder mehrere Wochen auf Computerteile aus China [2]gewartet hatte, entschloss er sich, ein FBA-Geschäft (Fulfillment by Amazon) zusammen aufzubauen. Innerhalb kurzer Zeit florierte das Geschäft, und Andreas konzentrierte sich zusammen mit Albert Vu auf den Aufbau seiner eigenen Marke [3] AZ Delivery. 2018 war das Unternehmen in seiner Sparte Marktführer in Deutschland. Im Dezember 2020 wurde AZ-Delivery dann an den Amazon-Aggregator SellerX verkauft.

SellerX übernahm Online-Händler, die über Amazon ihre Produkte vertrieben [4] – doch das Geschäftsmodell geriet in die Krise. Der Fall von SellerX, das von Blackrock versteigert werden sollte [5], zeigte die Schattenseiten des schnellen Wachstums: Übernahmen, Schulden und ein stagnierender Markt brachten das Modell ins Wanken. Die Geschäftsanschrift von AZ-Delivery wechselte zuletzt nach Berlin [6], zur c/o SellerX Germany GmbH.

(Bild: AZ Delivery Webshop)

Nicht ohne Kontroversen

In der Community war AZ-Delivery nie unumstritten. Bereits 2021 sorgte das Unternehmen für Aufsehen, als es begann, bekannte Produktbezeichnungen fremder Hersteller als Marke unter den Nagel zu reißen [7]. Laut Handelsregister-Daten wurden dutzende Wortmarken [8] angemeldet, darunter gängige Bauteilbezeichnungen wie ATMEGA328, DHT11, HC-05, HD44780, MAX7219, SSD1306, BME280 oder DS18B20 – allesamt seit Jahren in der Szene etablierte Bezeichnungen von Drittherstellern.

In Foren wurde das als „bösgläubige Markenanmeldung [9]“ diskutiert. Der Bestand solcher Marken wurde angezweifelt, da die Bezeichnungen nachweislich vor dem Eintrag im Umlauf waren. Wie viele dieser Marken tatsächlich durchgesetzt werden konnten, ist unklar.

Gemischte Gefühle in der Szene

Von großem Bedauern ist in den einschlägigen Foren wenig zu spüren. Im Thread auf Mikrocontroller.net [10] fällt der Abschied eher nüchtern aus – die Qualität der Produkte und der teils fragwürdige Umgang mit Markenrechten hatten dem Ruf geschadet. Auch im Make-Magazin-Test von verschiedenen Breadboards [11] fielen die Produkte von AZ-Delivery durch.

(Bild: AZ-Delivery)

Und doch: AZ-Delivery hat über Jahre eine Rolle gespielt, die man nicht unterschätzen sollte. Für viele angehende Maker war der Shop das Tor in die Welt des Makings mit Mikrocontrollern und dem Basteln mit Elektronik. Wer als Einsteiger bei Amazon nach „Arduino“ oder „ESP32“ suchte, landete fast unweigerlich bei AZ-Delivery – inklusive deutschsprachiger E-Books und Anleitungen, die mal brauchbar, mal weniger hilfreich waren. Die Hemmschwelle war deutlich niedriger als eine Direktbestellung bei AliExpress mit eventuell langen Lieferzeiten und chinesischer Dokumentation. So wurden die schnell verfügbaren und über Amazon lieferbaren Boards oft die pragmatische Wahl.

Wer jetzt noch zuschlagen will: Der Shop unter az-delivery.de [13] ist noch erreichbar und fast überall sind schon reduzierte Preise angezeigt. Wie viel Einsparung das gegenüber anderen Quellen bietet, sollte man aber prüfen. Wie lange der Shop noch aktiv ist, zeigt ein Banner unten auf der Seite: aktuell noch 111 Tage. Alternativen für günstige Maker-Elektronik finden sich unter anderem bei BerryBase, Eckstein-Shop oder – mit etwas Erfahrung und Geduld – direkt bei AliExpress.


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https://www.heise.de/-11327154

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.instagram.com/p/DZU6gWVCl2_/
  2. https://de.linkedin.com/in/andreas-habedank-5333081a1
  3. https://www.az-delivery.de/en/pages/wer-wir-sind
  4. https://www.trendingtopics.eu/sellerx-100-millionen-euro-fuer-das-zusammenkaufen-von-amazon-shops/
  5. https://retail-news.de/das-ende-der-amazon-aggregatoren-sellerx-in-der-krise/
  6. https://www.companyhouse.de/en/AZ-Delivery-Vertriebs-GmbH-Berlin
  7. https://www.mikrocontroller.net/topic/526180
  8. https://www.northdata.com/AZ-Delivery%20Vertriebs%20GmbH,%20Berlin/Amtsgericht%20Deggendorf%20HRB%204592
  9. https://www.sellerforum.de/forum/thread/58727-vorsicht-h%C3%A4ndler-von-elektronikbauteilen-registriert-fremde-handelsbezeichnungen/
  10. https://www.mikrocontroller.net/topic/585600
  11. https://www.heise.de/ratgeber/Im-Vergleich-Steckplatinen-fuer-Maker-erklaert-10384724.html
  12. https://www.heise.de/make
  13. https://www.az-delivery.de/
  14. mailto:caw@make-magazin.de

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  • 10. Juni 2026 um 13:17

Lernen mit Make: Einstieg in die Digitalelektronik und Programmierung

Von Heise
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Zwei neue Experimentierkits helfen beim Einstieg in die Digitalelektronik und Programmierung von Mikrocontrollern und Sensoren.

Lange angekündigt, jetzt ist es endlich verfügbar. Makey:Lab, das Innovations-Labor für junge Erfinder und Erfinderinnen ab 14 Jahren, kann im heise shop für 119,90 Euro bestellt werden [1] . Dank des mit vielen Sensoren, einem Mikrocontroller und einem Display bestückten Entwickler-Boards kann man ohne Löten und Verkabeln sofort loslegen. Einfach Software auf dem PC installieren (Windows, Linux, PiOS), und schon kann man erste Projekte starten und Ideen umsetzen.

Unser Ansatz: Schnelle Erfolgserlebnisse, um für Technikthemen zu begeistern, die Neugier zu wecken und für weitere Schritte zu motivieren. Mit unserer Plattform entdeckt man eigenständig die faszinierende Welt von MINT, Making und Mikrocontrollern – und das auf spielerische Art und Weise, ohne Lehrer, ohne Kontrolle.

Ohne Lehrer? Ja, das geht! Wir erinnern uns an die Heimcomputer der 80er Jahre, als sich eine ganze Generation das Programmieren mit viel Trial & Error und wenigen Büchern selber beibrachte. Makey:Lab kommt mit einem 200-seitigen Begleitbuch, das viele anschauliche Beispiele enthält und durch die Funktionen und Möglichkeiten führt.

Das Playbook zum Makey:Lab zeigt und beschreibt detailliert den Aufbau von Programmen.,
Das Playbook zum Makey:Lab zeigt und beschreibt detailliert den Aufbau von Programmen.,

Das Playbook zum Makey:Lab zeigt und beschreibt detailliert den Aufbau von Programmen.

Weitere Playbooks sind bereits in Planung, mit zusätzlichen Projekten rund um IoT, KI und Robotik. Mit Makey:Lab kann man im eigenen Tempo zu Hause arbeiten, ohne Druck und ohne unmittelbare pädagogische Einwirkung. Man darf Fehler machen, ausprobieren und alternative Lösungen finden.

Gleichwohl eignet sich Makey:Lab aber auch als Lehrmittel für den Unterricht in Schulen und Hochschulen, für Workshops in Makerspaces und zur beruflichen Weiterbildung.

Mit dem Makey:Lab erleben Anfänger, wie faszinierend es sein kann, eigene Projekte zu verwirklichen und sich praktische Fähigkeiten anzueignen. Making ist weit mehr als nur ein Hobby – es ist der Schlüssel, um Lösungen für Probleme umzusetzen und vom Theoretischen ins Praktische, vom Reden ins Handeln zu kommen. So geht Maker Education!

IoT2-Werkstatt

Unsere grafische Software „IoT2-Werkstatt“ sorgt dafür, dass man sich ganz auf kreative Ideen fokussieren kann, ohne auf die Schreibweise eines Programmcodes achten zu müssen.

Mit den grafischen Superblöcken eröffnet man sich die Welt zu spannenden Projekten und industriell relevanten Technologien. Die Oberfläche (ArduBlock) stammt aus der Arduino-Welt, die weltweit Millionen von Makern einsetzen. Da Arduino mittlerweile auch von großen Unternehmen für Projekte eingesetzt wird, kann man sein Wissen später auch beruflich nutzen. Makey:Lab ist aber auch kompatibel zu MicroPython und anderen Sprachen, die den ESP32-Mikrocontroller unterstützen.

Mit dem Mikrofon und den RGB-LEDs lässt sich leicht eine Lärmampel programmieren. Für alle Hardwareelemente gibt es eigene Superblöcke. ,
Mit dem Mikrofon und den RGB-LEDs lässt sich leicht eine Lärmampel programmieren. Für alle Hardwareelemente gibt es eigene Superblöcke. ,

Mit dem Mikrofon und den RGB-LEDs lässt sich leicht eine Lärmampel programmieren. Für alle Hardwareelemente gibt es eigene Superblöcke.

Mit den vorgefertigten Superblöcken baut man sich die Funktion seines Programms per Drag & Drop zusammen. In der Oberfläche gibt es Blöcke für Programmstrukturen wie Schleifen und Verzweigungen und fürs Display, WLAN, Internetfunktionen und für die verbauten Sensoren:

  • MEMS-Mikrofon
  • Licht und Abstandssensor (ADPS9990)
  • Gassensor (BME680)

Ein Dreh-Drucksensor dient zur Steuerung, ein Buzzer kann Sounds und Pieptöne ausgeben.

Mit der WLAN-Funktion kann man Daten ins Internet oder an sein Smartphone senden. Spezielle Blöcke ermöglichen es, Daten an KI-Dienste zu schicken und auswerten zu lassen. Makey:Lab bringt zahlreiche Anschlüsse für zusätzliche Sensoren (Grove, Stemma) mit und ist Pin-kompatibel zu Erweiterungen für den BBC micro:bit.

Zum Lieferumfang gehören die Makey:Lab-Platine mit einem ESP32, ein USB-C-Datenkabel sowie das Playbook. Abonnenten der Make zahlen statt 119,90 Euro nur 109,90 Euro. Lehrer und Schulen erhalten einen Mengenrabatt.

Make Special Digitalelektronik

Wer bisher mit Mikrocontrollern wie dem Arduino, ESP32 oder Raspberry Pi Pico gearbeitet hat, ist mit digitaler Technik bereits in Berührung gekommen – meist jedoch auf einer hohen Abstraktionsebene: Man schreibt Programme, die digitale Ein- und Ausgänge steuern, Sensorwerte einlesen und LEDs oder Motoren ansteuern. Doch was im Inneren des Controllers passiert, bleibt für viele oft verborgen. Wie funktioniert eigentlich die interne Takterzeugung, wie arbeitet ein Timer, wie funktioniert ein Zähler und Teiler, wie arbeiten Schieberegister? Und auch beim Entwurf von extrem schnellen Schaltungen mit FPGAs ist das Wissen über Logikgatter wie AND, OR, NOR, NAND, XOR und wie man sie zusammenschaltet erforderlich.

Make Special Digitalelektronik: Das Bundle besteht aus Experimentierkit und Heft.,
Make Special Digitalelektronik: Das Bundle besteht aus Experimentierkit und Heft.,

Make Special Digitalelektronik: Das Bundle besteht aus Experimentierkit und Heft.

Ein großer Vorteil der hier im Set verwendeten CMOS-Gatter ist, dass sie im statischen Zustand nahezu keinen Strom verbrauchen. Das macht sie besonders attraktiv für energieeffiziente Anwendungen, etwa batteriebetriebene Geräte oder stromsparende Sensorlogik.

Das Heft ist für Einsteiger, aber auch für Fortgeschrittene gedacht, die eine praktische Auffrischung brauchen. Es eignet sich für die Berufsausbildung, fürs Studium und Hobby. Das Heft führt Schritt für Schritt in die Grundlagen der Digitaltechnik ein. Einen Einstieg in die Schaltalgebra vermittelt die historischen Hintergründe und hilft bei der Planung kombinatorischer Logikschaltkreise. Sequenziell arbeiten hingegen Flip-Flops, von denen wir die wichtigsten Arten im Detail erklären. Wir stellen zudem grundlegende Logik-ICs vor und wie man sie richtig einsetzt.

Die PADs im Einsatz: ein digitaler Zähler aus Binärzählern und BCD-Dekodern.,
Die PADs im Einsatz: ein digitaler Zähler aus Binärzählern und BCD-Dekodern.,

Die PADs im Einsatz: ein digitaler Zähler aus Binärzählern und BCD-Dekodern.

Mit dem in Kooperation mit ELV entwickelten Experimentierkit baut man die im Heft erklärten Schaltungen nach: Mit bereits zwei Gattern entsteht ein Oszillator, der ein Rechtecksignal ausgibt. Mit einem zusätzlichen Binärzähler lassen sich sogar Sound-Sequenzen erzeugen. Taktgesteuert ist auch die Ampelanlage, deren Funktion wir in Logik-Terme überführen, die anschließend grafisch Schritt für Schritt mit Karnaugh-Veitch-Diagrammen minimiert werden, um Logik-Gatter zu sparen. Anhand eines Zufallszahlengenerators erklären wir Schieberegister im Detail, führen im LED-Lauflicht à la „Knight Rider“ in Multiplexer ein und wenden Flip-Flops praktisch an. Eine digitale Zählerschaltung mit Anzeige demonstriert abschließend den praktischen Einsatz von Binärzählern und BCD-Dekodern.

Die Bauteile in der Übersicht: PADs, Kabel, Steckbrücken.,
Die Bauteile in der Übersicht: PADs, Kabel, Steckbrücken.,

Die Bauteile in der Übersicht: PADs, Kabel, Steckbrücken.

Das Heft hat einen Umfang von 88 Seiten [9] und wurde von Redakteuren von ELV und Make geschrieben. Das Kit besteht aus 50 sogenannten PADs, zwei Breadboards und zahlreichen Steckbrücken und Jumperkabeln. Der Vorteil des PAD-Systems: Man kann die Bauteile ohne Blick ins Datenblatt verkabeln, weil alle Anschlussbezeichnungen bereits aufgedruckt sind. Wer noch alte CMOS- oder TTL-ICs herumliegen hat, kann sie mit dem PAD-System kombinieren. Zur Stromversorgung dient ein 5-V-Ladenetzteil, wie es für Smartphones in jedem Haushalt verfügbar ist. Das Bundle aus Heft und Kit kostet 89,90 Euro und ist exklusiv im heise shop versandkostenfrei verfügbar [10].


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https://www.heise.de/-11307808

Links in diesem Artikel:

  1. https://shop.heise.de/makey-lab-iot-lern-und-experimentierplattform
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Lernen-mit-Make-Einstieg-in-die-Digitalelektronik-und-Programmierung-11307808.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Frostwarner-im-Eigenbau-Schaltung-zur-Temperaturerkennung-fuer-Pflanzen-11137574.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Experimentierset-Servo-Tester-selber-bauen-7336766.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Experimentierset-Modulares-Breadboard-bauen-7536452.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/Oxocard-in-C-programmieren-10964639.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Bastelprojekt-Wie-man-Fischertechnik-mit-der-Oxocard-steuert-10314276.html
  8. https://www.heise.de/make
  9. https://www.heise.de/news/Experimentierkit-Digitalelektronik-jetzt-im-heise-Shop-erhaeltlich-11260323.html
  10. https://shop.heise.de/make-special-digitalelektronik-mit-experimentierset?wt_mc=intern.shop.shop.make-digitalelektronik.ticker-1.link.link
  11. mailto:dab@make-magazin.de

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  • 10. Juni 2026 um 07:00

WisdPi Prom21: AMDs B650-Chipsatz als PCIe-Erweiterungskarte

Von Heise
PCIe-Erweiterungskarte vor weißem Hintergrund

(Bild: WisdPi)

Die Erweiterungskarte Prom21 von WisdPi bringt USB, M.2-Steckplätze und SATA. Theoretisch läuft sie sogar an Raspberry Pis.

WisdPi bringt mit der Prom21 zum ersten Mal eine herstellerunabhängige Erweiterungskarte mit AMDs Desktop-Chipsatz B650 zur Marktreife. Sie ist primär als interne PCI-Express-Karte (PCIe 4.0 x4) für Desktop-PCs gedacht, läuft grundsätzlich aber in und an allen möglichen Systemen.

Laut Entwickler [1] funktioniert sie sogar mit einem Thunderbolt-5-Adapter an Apple-Macs und mit einem M.2-Adapter an einem Raspberry Pi 5. Eigenständige Treiber sind offenbar nicht notwendig; die generischen Treiber aktueller Betriebssysteme sollen genügen.

Extra USB, SATA und M.2

Moderne Chipsätze sind schlicht I/O-Hubs, die per PCI Express mit dem Prozessor kommunizieren und weitere Anschlüsse bereitstellen. Die Prom21-Karte von WisdPi stellt einmal USB 3.2 Gen 2x2 (20 Gbit/s, Typ C), viermal USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s, Typ A), vier M.2-Steckplätze und einen Oculink-Port [2] bereit. An letzterem lassen sich etwa per Adapterkabel bis zu vier SATA-Laufwerke anschließen. Für Gehäuseanschlüsse gibt es noch sechs USB-2.0-Front-Header.

Die M.2-Steckplätze sind laut Dokumentation [3] mit jeweils vier PCIe-4.0-Lanes angebunden. Wie bei Mainboards limitiert allerdings die PCIe-Verbindung zum Prozessor: Die SSDs schaffen einzeln die hohe Geschwindigkeit, lassen sich aber nicht gleichzeitig ausreizen.

PCIe-Erweiterungskarte von hinten vor weißem Hintergrund
PCIe-Erweiterungskarte von hinten vor weißem Hintergrund

Zwei der vier M.2-Steckplätze befinden sich auf der Kartenrückseite.

(Bild: WisdPi)

Damit auch alle angeschlossenen USB-Gerätschaften genügend Strom bekommen, hat die Prom21-Karte einen sechspoligen PCIe-Stromanschluss. Zur Kühlung genügt ihr ein Aluminiumkühlkörper ohne Lüfter.

Der Preis ist mit 199 US-Dollar im Hersteller-Shop [4] hoch. Inklusive Einfuhrumsatzsteuer sind das etwa 205 Euro. Das dürfte auch der geringen Produktionsstückzahl geschuldet sein. B650-Mainboards starten schon bei 80 Euro [5]. Aktuell können sich Interessierte benachrichtigen lassen, sobald die Erweiterungskarte wieder verfügbar ist.

B550-Karte für Bastelcomputer

WisdPi will außerdem eine B550-Version auflegen, die sich mit PCIe 3.0 und weniger Anschlüssen begnügt. Auf einem Prototyp ist etwa kein USB-C zu sehen. Hier sollen Bastelcomputer noch stärker in den Fokus rücken, die in der Regel gar kein PCIe 4.0 haben. Der Raspberry Pi 5 zum Beispiel stellt eine einzelne Lane bereit, die inoffiziell PCIe-3.0-Geschwindigkeit schafft.

Bild von Vorserien-Hardware in einem Mainboard
Bild von Vorserien-Hardware in einem Mainboard

Prototyp einer B550-Erweiterungskarte.

(Bild: WisdPi)


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Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/geerlingguy/raspberry-pi-pcie-devices/issues/818#issuecomment-4615509887
  2. https://www.heise.de/news/PCI-Industrievereinigung-attackiert-zum-Jubilaeum-Thunderbolt-1637546.html
  3. https://oshwhub.com/wesd/b650
  4. https://wisdpi.com/products/prom21?variant=48307094847742
  5. https://preisvergleich.heise.de/?cat=mainboards&xf=2836_B650&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-newsticker
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  8. mailto:mma@heise.de

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  • 08. Juni 2026 um 15:45
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