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Exzellenz macht uns dumm

Von Urs Rathmann — 01. Januar 2026 um 12:00

Urs Rathmann

Grafik zeigt einen Kopf, über den ein Pokal gehlaten wird, der aber explodiert

KI generierte Grafik

Wie ein verheißungsvolles Schlagwort Denken ruiniert, Bildung industrialisiert und am Ende genau das zerstört, was es zu retten vorgibt.

Genauso, wie sich heutzutage markenrechtlich vogelfrei jeder Stammtisch spontan zu einer Akademie emporschwingen kann, wabert heutzutage das Lexem Exzellenz qualitätsungesichert durch den Sprachgebrauch vermag aber all dieser Unbill zum Trotze alleine schon beim Lesen den silberhellen Glockenklang von bestmöglicher Qualität und geistiger Rettung zu verleihen.

Zu epochalen Umbrüchen wie derzeit tönt dann bei der Berufung von Exzellenz-Texten so etwas wie orchestrale Hintergrundmusik zu Zitaten interessanter Denker wie Aristoteles, Steve Jobs und Mac Gyver, die Tipps zu Klima-, Energie- und persönlichen Problemen geben.

Solange konkrete Visiten solcher Denker aber ausbleiben, sind wir gerade jetzt mehr denn je darauf angewiesen zu verstehen, wie nach derzeitigem Stand der Dinge bestmögliches Denken funktioniert, das sowohl in Einzeldisziplinen, als auch in Hybrid-Sportarten wie Triathlon oder Realität stark macht.

Weil durch die genannten und viele andere Nöte der Zeitdruck steigt. Während gleichzeitig durch KI und ökonomische Aspekte Bildung immer mehr zur Bildungsindustrie wird – und damit zu kognitiven Erosionen und Ausschwemmung systemrelevanter Inhalte führt wie bei der Begradigung der Flüsse während der Industrialisierung zum Ausspülen von Phosphor und Stickstoff aus den Böden.

Anders gesagt: Wir optimieren uns in bester Absicht auf der Jagd nach Exzellenz mit den derzeit angesagten Techniken kaputt. Und es mutet nur bedingt systemrelevant an, was neben Psychologen auch Kreative und Hoch- und Höchstbegabungsvereine über exzellente Extrembedingungen des Denkens kommunizieren.

Die bekannten Betriebseigenschaften der Exzellenz

"Exzellenz ist keine Fähigkeit. Sie ist eine Einstellung", schrieb einst Ralph Marston, 1907-1967, Autor und Speaker, der ab 1995 jeden Tag einen Motivationsspruch veröffentlichte. Es sind meist zwei Gründe, wegen deren sich Menschen für Exzellenz interessieren.

Die meisten hätten gerne mehr davon. Wenige andere haben davon so viel, dass sie schwer vermittelbar sind mit der Normalität und dann Fachbücher über Exzellenz sichten zur Analyse des Verstandenwerdens oder zu ihrer eigenen Belustigung.

Natürlich unterrichten viele Nichtbetroffene es trotzdem. Denn es wird auch Kardiologen nicht abverlangt, selbst einen Herzinfarkt gehabt zu haben, um operieren zu dürfen. Aber es hat strategische Vorteile.

Excellence und Qualität in der Führung von Menschen entstehen laut deren Aussagen, wenn Wertschätzung, Wahrnehmung und Achtsamkeit Arm in Arm wo daherkommen. Das waren lange Zeit die funktionalsten Leitwerte für Qualität. Excellence ist aber mehr als das. Vor allem geht sie nicht in jedem Fall auch automatisch mit Freundlichkeit einher. Es gibt beides.

Die zwei Seiten der Exzellenz von Daniel Düsentrieb bis Darth Vader

Dementsprechend gibt es außer in Waldorfschulen fast immer verschiedene Meinungen über die Relevanz sozialer Kompetenzen im Hinblick auf Exzellenz. Einige Forscher gehen davon aus, dass soziale Umgangsformen und Empathiefähigkeit ein Zeichen von Intelligenz und damit Zugangsvoraussetzung von Exzellenz sind, so wie bei Albert Schweitzer oder Muhammed Yunus.

Albert Schweitzer (1875–1965) war Arzt, Philosoph, Theologe und Musiker mit manchmal Katzen auf und einem Reh neben dem Klavier. Er hat den Friedensnobelpreis dafür bekommen, dass er seine vielversprechende Karriere in Europa dafür aufgegeben hat, um im afrikanischen Lambaréné in Gabun ein Krankenhaus aufzubauen und Bedürftigen zu helfen.

Für dessen Finanzierung stand er in Zeiten des Kalten Krieges wie ein Profi-Diplomat in einem Buch von John le Carré mit verschiedensten Seiten im diplomatischen Austausch. Seine Philosophie setzt auf universelle Verantwortung für das Wohl aller Lebewesen, grundgelegt durch eine prinzipielle „Ehrfurcht vor dem Leben“, die ihm klar wurde beim Anblick einer Herde Nildpferde.

Schweitzers späterer Friedensnobelpreiskollege Muhammed Yunus (* 1940) ist der Erfinder des Mikrokredits. Die Grameen Bank des Sozialunternehmers, Autors, Redners und Professors für Ökonomie hat seit der Gründung über 30 Milliarden Dollar an mehr als 9,5 Millionen Menschen gegeben (Stand 2022), dies sonst nie eine Chance gehabt hätten.

97 Prozent davon sind Frauen und die Rückzahlungsrate beträgt über 96 Prozent. Damit hat er nicht nur gezeigt, dass soziales Engagement ein wirksames Instrument zur Armutsbekämpfung ist, sondern dass sich das auch finanziell lohnt.

Es sei denn, man ist vergesslich: Yunus konnte darum 2006 die Taxifahrt in Oslo zur Nobelpreisverleihung nicht bezahlen. Aber ein Mitarbeiter der norwegischen Regierung erkannte ihn und half aus.

Die dunkle Seite der Macht

Diesen überaus liebenswerten Vertretern zutiefst menschlicher Exzellenz stehen Gegenbeispiele entgegen wie Thomas Edison oder Steve Jobs.

"The only way to do great work ist to love, what you do", meinte ausgerechnet letzterer, das Computergenie, das Mitarbeiter schlecht zu behandeln liebte, seine Tochter aber nicht; er verleugnete bis zu einem DNA-Test die Vaterschaft und benannte stattdessen einen Computer nach ihr.

Dem Erfinder und Unternehmer Edison (1847 - 1931) verdanken wir u.a. wegen seiner 1093 Patente eine eigens nach ihm benannte Kreativitätstechnik, den ersten Phonographen, die Filmkamera, die Nutzbarmachung der Glühbirne und angeblich auch den elektrischen Stuhl.

Der war ursprünglich dafür gedacht, den Konkurrenten Tesla mitsamt seiner Idee der Wechselstrom-Technologie zu diskreditieren und er ließ dafür Tiere mit Strom töten von Katzen und Hunden bis hin zu einem Elefanten.

Hätte Edison Tesla vereinbarungsgemäß bezahlt, also Tesla noch bei Edison angestellt war, wäre es vielleicht nicht zu diesem Zwist gekommen. Aber Edison war jemand der nicht nur die Ideen seiner Mitarbeiter als eigene vermarktete, sondern sich auch im Umgang mit Ehefrau und Kindern tendenziell eher subexzellent präsentierte.

Auch Elon Musk macht es seinem Umfeld nicht leicht, weder seinen manchmal zeitgleich genutzten Partnerinnen noch den geschätzt elf Kindern und seinen Mitarbeitern, von denen er 100 Arbeitsstunden pro Woche erwartet.

Die Mischformen beider Extreme sind am interessantesten. Wie oft sitzt man nicht vor Menschen, so gutherzig, dass sie einer unbegrenzten Festanstellung beim Weihnachtsmann würdig schienen, und so klug, dass man geneigt wäre, sie als Berater der eigenen Tätigkeit zu buchen – wenn nicht aus anderen Quellen von den zweiten Gesichtern solcher Industrieschauspieler viel bekannt wäre.

Nichtsdestotrotz sind solche ethischen Grenzgestalten oft kurz- und mittelfristig sehr leistungsfähig. Langfristig nicht.

Wenn Federn durch die Haut brechen

Zusammenfassend zeigt sich Exzellenz also alleine schon bei dieser Nachfrage nach den menschlichen Hintergrundvoraussetzungen als ein weit gefasster, um nicht zu sagen wertneutraler bis kontextabhängiger Begriff. Umso interessanter scheint mir, dass alle exzellenten Denker, denen ich begegnen durfte oder über die ich gelesen habe, dieser Sorte immer etwas gemeinsam zu haben schienen.

Nennen Sie es "Tiefe" oder "Breite", "Charisma" oder "Inspiration". Diese Menschen sind auf je verschiedene Arten "anders" als andere, aber die von ihnen ausgehende Wirkung ist immer gleich. Das betrifft auch die Produkte und Gedanken solcher Menschen, die ähnlich wirken.

Theoretische Psychologen wurden diese Wirkung Schönheitsempfinden nennen. Wer selbst dafür keine Worte hat, kann sich locker, welche von Platon ausleihen.

Der hat dieses Wirkung im Phaidros (251a-c) beschrieben als eine Gefühl, als ob die Seele Flügel bekäme und wachsen wollte, wie ein sanfter Schmerz, eine Mischung aus Sehnsucht und Freude, als ob einem Federn durch die Haut brächen.

Mit so blumigen Metaphern sind wir zwar in der Analyse keinen Deut weiter – aber jeder weiß, was gemeint ist. Damit wiederum kommen wir unabhängig von menschlichen Qualitäten und der scheinbaren Unmöglichkeit einer punktgenauen Definition von Exzellenz zu der Folgefrage: Was macht, exzellentes Denken rein technisch, also systemisch und neurophysiologisch aus?

Und das klären wir demnächst.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11126832

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Lastwagengruppe: China testet mobile elektromagnetische Drohnenkatapulte

Von Andreas Donath — 31. Dezember 2025 um 19:01
Aufnahmen aus einer chinesischen Werft zeigen ein mobiles elektromagnetisches Katapultsystem für Drohnen , auf einem LKW montiert.
LKW-Anhänger mit Katapult und Drohne (Bild: Chinesisches Internet/TWZ)
LKW-Anhänger mit Katapult und Drohne Bild: Chinesisches Internet/TWZ

China scheint mobile Drohnenkatapulte zu bauen, die per elektromagnetischer Kraft arbeiten und auf LKW montiert sind. Ein solches Exemplar wurde auf dem Hudong-Zhonghua-Gelände in Shanghai fotografiert, wie The War Zone berichtet .

Die Bilder, die seit vergangener Woche online kursieren, zeigen mindestens drei achtachsige Lastwagenanhänger mit ungewöhnlicher Konfiguration. Die Anhänger sind offenbar dafür konstruiert, verbunden zu werden und eine durchgehende ebene Fläche zu bilden. Auf dem hinteren Lkw-Anhänger sitzt ein Drohnenprototyp, dessen Bugrad wohl in einem Katapultschlitten fixiert ist. Wie das System mit Strom versorgt wird, ist nicht erkennbar.

Über jedem Anhängerrad sind radzylindrische Trommeln angebracht, die Teil eines selbstnivellierenden Federungssystems sein könnten, um die einzelnen Teile der Startbahn miteinander zu verbinden.

Entwicklung mobiler Starttechnologie

Satellitenbilder von Planet Labs vom 28. Dezember 2025 zeigen vier Lkw, die an einem Pier der Werft aufgereiht stehen. Trotz niedriger Auflösung trägt ein Fahrzeug eindeutig eine Drohne. Mehrere weitere Drohnenprototypen sind an anderen Stellen des Piers zu sehen.

Das chinesische Unternehmen Tiantao Technology hatte laut The War Zone im August 2025 Pläne für ein modulares elektromagnetisches Katapultsystem vorgestellt. Das Konzept beinhaltet zehnachsige Segmente, die einige Designelemente mit den nun fotografierten Lkw von Hudong-Zhonghua gemeinsam haben, obwohl deutliche Unterschiede bestehen. Die achtachsige Version könnte eine frühere Entwicklungsphase darstellen.

Nach Angaben von Tiantao Technology soll das System Fluggeräte bis 2,2 Tonnen handhaben können. Das Unternehmen gibt an, die Gesamtlänge der Startstrecke könne je nach Anforderung zwischen 20 und 60 Metern liegen. Chinas amphibisches Angriffsschiff Sichuan Typ 076 verfügt ebenfalls über ein elektromagnetisches Katapult.

Die elektromagnetische Katapulttechnologie bietet Vorteile gegenüber dampfbetriebenen Lösungen, darunter schnellere Rücksetzzeiten zwischen den einzelnen Starts und eine präzisere Kraftverteilung. Ein bodengestütztes System wäre besonders für Inseloperationen im Pazifikraum relevant. Die Inseln könnten dann als unsinkbare Flugzeugträger verwendet werden, ohne dass verwundbare Start- und Landebahnen erforderlich sind.

Das Konzept weist Parallelen zu historischen Entwicklungen auf. Das U.S. Marine Corps betrieb während des Vietnamkriegs das Short Airfield for Tactical Support -System, das trägertypische Katapulte und Fanghaken auf dem Land ermöglichte.

Das Short Airfield for Tactical Support-System geht auf Versuche mit Holzplanken im Zweiten Weltkrieg und perforierten Stahlmatten im Koreakrieg zurück. Kernstück der SATS-Anlage ist die AM-2-Matte, ein 3,8 cm dickes Aluminiumpanel mit rutschfester Beschichtung, das im Ziegelsteinmuster verlegt wird. Die Matten werden auf Paletten angeliefert und können mit Gabelstaplern verlegt werden, wobei im Vietnamkrieg nur eine Crew von 16 Mann erforderlich war.

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New York City: Bürgermeister-Amtseinführung mit Raspberry-Pi-Verbot

Von Andreas Donath — 31. Dezember 2025 um 18:30
Neben Waffen und Drohnen steht nun auch der beliebte Raspberry-Pi auf der Liste verbotener Gegenstände. Die Maker-Community ist irritiert.
Raspberry Pi 5 (Bild: Johannes Hiltscher/Golem)
Raspberry Pi 5 Bild: Johannes Hiltscher/Golem

Der designierte Bürgermeister von New York, Zohran Mamdani, plant für seine Amtseinführung eine öffentliche Party. Alle Stadtbewohner sind eingeladen. Doch die Veröffentlichung der Verbotsliste sorgt für Aufsehen: Neben Waffen, Sprengstoff und Drohnen taucht dort auch der Raspberry Pi auf, berichtet The Register.

Raspberry Pi zwischen Laserpointern und Flipper Zero

Auf der Liste der untersagten Gegenstände findet sich der kleine Einplatinencomputer in illustrer Gesellschaft: Laserpointer, der umstrittene Flipper Zero und weitere Geräte vervollständigen die Aufzählung. Die Maker-Plattform Adafruit machte auf die ungewöhnliche Aufnahme des Raspberry Pi in der Liste aufmerksam.

Flipper Zero als Vorbild für Verbote

Der Flipper Zero polarisiert bereits seit seiner Markteinführung. Für die einen ist er ein Lernwerkzeug zum Verständnis von Funksignalen, für andere ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Das Gerät verfügt über RFID- und NFC-Module, mit denen sich theoretisch Zugangskarten klonen und Smartphones unbenutzbar machen lassen.

Raspberry-Pi-Computer bieten vergleichbare oder sogar erweiterte Funktionen. Allerdings benötigen sie zusätzliche Komponenten und kommen nicht im kompakten, batteriebetriebenen Taschenformat wie spezialisierte Sicherheitstest-Tools daher.

Smartphones bleiben erlaubt

Adafruit kritisiert das Verbot als inkonsistent. Moderne Smartphones verfügen über leistungsstarke Prozessoren, mehrere Funkmodule und umfangreiche Programmiermöglichkeiten. Sie könnten theoretisch für dieselben Zwecke missbraucht werden, die bei einem Raspberry Pi Sicherheitsbedenken auslösen.

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xAI-Expansion: Musk kauft Rechenzentrum-Anlage in Mississippi

Von Andreas Donath — 31. Dezember 2025 um 18:02
Elon Musks KI-Firma xAI expandiert weiter – direkt neben dem Colossus-Datencenter in Memphis kommt nun eine neue Anlage hinzu.
xAI baut aus (Bild: xAI)
xAI baut aus Bild: xAI

Das KI-Unternehmen xAI von Elon Musk hat laut Grundbucheinträgen einen großen Gebäudekomplex in Southaven im US-Bundesstaat Mississippi erworben. Die neue Anlage liegt nur wenige Kilometer südlich der Staatsgrenze zu Tennessee, wo xAI bereits das Colossus-Rechenzentrum in Memphis betreibt.

Die Nachricht stammt von der Fachpublikation The Information , die entsprechende Unterlagen einsehen konnte. Musk will am Standort Memphis das nach eigenen Angaben größte KI-Rechenzentrum der Welt aufbauen. Neben dem bestehenden Colossus-Komplex entsteht dort bereits eine zweite Anlage mit der internen Bezeichnung Colossus 2. Den Kauf der Anlage bestätigte Musk mittlerweile auf X.

Was ist geplant? – Eine halbe Million Nvidia-Chips

Die Dimensionen des Projekts sind beachtlich. Musk schrieb Anfang 2025 auf seiner Plattform X, dass Colossus 2 letztendlich 550.000 Chips von Nvidia aufnehmen soll. Branchenkenner schätzen die Investitionskosten für eine solche Ausstattung auf mehrere Dutzend Milliarden US-Dollar. XAI hat bislang keine konkreten Zahlen genannt.

Die aggressive Expansion spiegelt einen Branchentrend wider: Rechenleistung ist zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor in der KI-Entwicklung geworden. Tech-Konzerne konkurrieren massiv um Chipmengen und Infrastruktur für das Training komplexer KI-Modelle.

Bloomberg News berichtete bereits im Frühjahr, dass xAI rund 20 Milliarden US-Dollar über eine Mischung aus Krediten und Eigenkapital einsammeln wolle. Ein Teil davon fließt in den Kauf von Nvidia-Prozessoren für Colossus 2 .

Warum Mississippi? – Strategische Lage nutzt Memphis-Infrastruktur

Die Entscheidung für Southaven deutet auf logistische oder regulatorische Vorteile hin. Die Stadt liegt direkt südlich von Memphis und könnte xAI erlauben, bestehende Infrastruktur und Stromnetz-Anbindungen zu nutzen, während gleichzeitig unterschiedliche Förderprogramme der Bundesstaaten zum Tragen kommen.

Rechenzentren benötigen enorme Strommengen. Die Nähe zu Memphis ermöglicht möglicherweise gemeinsame Ressourcennutzung bei gleichzeitiger Lastverteilung über verschiedene Energieversorger.

XAI lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Das Unternehmen kommuniziert generell wenig über operative Pläne – abgesehen von gelegentlichen Social-Media-Posts des Firmengründers.

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Ostrich-Effekt: Ab wann Menschen unangenehme Wahrheiten meiden

Von Matthias Lindner — 31. Dezember 2025 um 16:19

Matthias Lindner

Grafik, die einen Strauß zeigt, der seinen Kopf in den Sand steckt.

(Bild: Shaurya_Nigam / Shutterstock.com)

Aus neugierigen Fragestellern werden plötzlich Informationsvermeider – Forscher haben herausgefunden, wann genau dieser Wandel einsetzt.

Der sogenannte Ostrich-Effekt [1](oder auch: Vogel-Strauß-Effekt) beschreibt ein Phänomen, das viele Eltern aus ihrem eigenen Alltag kennen: Man steckt den Kopf in den Sand, wenn Informationen unangenehm werden. Der Arzttermin [2] wird verschoben, die Waage gemieden, kritische Nachrichten [3] ausgeblendet.

Doch wann genau entwickelt sich dieses Vermeidungsverhalten? Eine aktuelle Studie der University of Chicago liefert überraschende Antworten – und zeigt, dass der Wandel früher einsetzt als gedacht.

Von der Neugier zur Vermeidung

Forscher um die Postdoktorandin Radhika Santhanagopalan untersuchten in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht wurde, wie sich das Informationsverhalten von Kindern mit dem Alter verändert.

Die zentrale Frage: Wann werden aus neugierigen Kleinkindern, die endlose Fragen stellen, Menschen, die unbequeme Wahrheiten lieber nicht wissen wollen?

Die Ergebnisse sind für Eltern aufschlussreich. Während Fünf- und Sechsjährige noch aktiv nach Informationen suchten, zeigten Kinder zwischen sieben und zehn Jahren bereits deutliche Tendenzen, Informationen strategisch zu meiden – besonders dann, wenn diese negative Gefühle auslösen könnten.

"Um die Ursprünge von Entscheidungsverhalten zu verstehen – und wie es sich im Laufe der Zeit verändert –, sind Kinder die einzige Bevölkerungsgruppe, die Aufschluss darüber geben kann", erklärte Santhanagopalan laut einer Mitteilung [4] der University of Chicago.

Fünf Gründe für den Ostrich-Effekt

Für ihre Untersuchung entwickelten die Wissenschaftlerinnen – neben Santhanagopalan arbeiteten die Professorinnen Jane Risen von der Booth School of Business und Katherine Kinzler vom Fachbereich Psychologie mit – fünf kindgerechte Szenarien.

Diese sollten verschiedene Motive für Informationsvermeidung abbilden: die Vermeidung negativer Emotionen wie Angst oder Enttäuschung, das Ausweichen vor negativen Informationen über die eigene Beliebtheit und Kompetenz, der Schutz vor Herausforderungen eigener Überzeugungen, das Bewahren persönlicher Vorlieben und das Handeln im Eigeninteresse.

Ein Beispiel verdeutlicht das Vorgehen: Jedes Kind sollte sich seine Lieblingssüßigkeit und die am wenigsten gemochte Süßigkeit vorstellen. Anschließend wurden die Kinder gefragt, ob sie ein Video darüber sehen wollten, warum der Verzehr dieser Süßigkeit schlecht für die Zähne ist.

"Wir haben festgestellt, dass jüngere Kinder wirklich Informationen suchen wollten, während ältere Kinder diese Vermeidungstendenzen zeigten", berichtete Santhanagopalan [5] laut Medical Xpress.

Schulnoten als Ausnahme vom Ostrich-Effekt

Bemerkenswert ist eine Ausnahme: Bei Informationen über die eigene Kompetenz zeigte sich der Ostrich-Effekt nicht. Kinder aller Altersgruppen hatten keine Angst davor, zu erfahren, ob sie in einem Test schlecht abgeschnitten hatten.

Santhanagopalan vermutet, dass dies mit der in Schulen geförderten Wachstumsmentalität zusammenhängen könnte. Kinder erhielten ständig die Botschaft, dass sie ihre Fähigkeiten durch Anstrengung verbessern können – und wüssten daher, dass sie das Ergebnis potenziell verändern könnten.

Wenn Unwissenheit zum moralischen Spielraum wird

Besonders aufschlussreich war ein Experiment zum sogenannten moralischen Spielraum [6]. Dabei wurden Kindern zwei Eimer mit Aufklebern präsentiert – einer bot ihnen selbst mehr Sticker als der andere. Wie viele Aufkleber ihr Partner aus jedem Eimer bekommen würde, blieb verborgen. Vor der Wahl konnten die Kinder erfahren, wie viele Sticker der Partner erhalten würde.

Obwohl diese Information kostenlos war, vermieden ältere Kinder zunehmend, sie zu erfahren. "Der moralische Spielraum ermöglicht es ihnen, die für sie selbst vorteilhafte Belohnung zu wählen und gleichzeitig die Illusion von Fairness aufrechtzuerhalten", erklärte Santhanagopalan. Dieser Schleier der Unwissenheit erlaube es ihnen, im Eigeninteresse zu handeln, ohne sich schuldig fühlen zu müssen.

Was Eltern tun können

Zu viel Vermeidungsverhalten kann problematische Folgen haben, warnt die Forscherin. Es könne zu politischer Polarisierung [7] oder ideologischer Verhärtung [8] beitragen.

Um den Ostrich-Effekt bei Kindern zu reduzieren, empfiehlt Santhanagopalan Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern zu reflektieren, warum sie bestimmte Informationen meiden – möglicherweise priorisieren sie kurzfristigen Komfort gegenüber langfristigen Vorteilen.

Hilfreich könne es sein, unangenehme Informationen als nützlich und wertvoll umzudeuten. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein Eingreifen, solange Kinder noch jung sind, sie vor Vermeidungsfallen bewahren könnte. Auch die Fähigkeit, ein gewisses Maß an Unsicherheit zu tolerieren und sogar zu akzeptieren, könne dabei helfen, nicht dem Ostrich-Effekt zum Opfer zu fallen.

Wenn alles andere fehlschlägt, rät die Wissenschaftlerin zu einer einfachen Strategie: Tun Sie das, was Kinder von Natur aus am besten können – folgen Sie Ihrer Neugier.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde zuerst am 02. November 2025 veröffentlicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10966161

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Warum-Patienten-Gesundheitsinfos-meiden-Ursachen-Folgen-und-Loesungen-10966171.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Arzttermin-gegen-Bargeld-Die-neue-Normalitaet-im-deutschen-Gesundheitssystem-10518313.html
[3] https://www.heise.de/tp/article/Millionen-Deutsche-leben-in-Parallelwelten-und-wissen-nichts-voneinander-11087180.html
[4] https://news.uchicago.edu/story/origins-ostrich-effect
[5] https://medicalxpress.com/news/2025-09-ostrich-effect-age.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Studie-warnt-Kuenstliche-Intelligenz-verleitet-Menschen-zu-unehrlichem-Verhalten-10666687.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Wie-Algorithmen-in-sozialen-Medien-unbemerkt-politische-Emotionen-steuern-11096627.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/TikTok-Wie-Misstrauen-gegen-Staat-und-Medien-viral-geht-10674299.html

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Störungsmeldung vom 29.12.2025 10:30

Von heise online — 29. Dezember 2025 um 10:30

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
29.12.2025 10:30
Region
Berlin (030)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

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Störungsmeldung vom 28.12.2025 18:43

Von heise online — 28. Dezember 2025 um 18:43

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
28.12.2025 18:43
Region
Langwedel (Kr Verden) (04232)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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MongoBleed: Mehr als 11.500 verwundbare MongoDB-Instanzen in Deutschland

Von Heise — 31. Dezember 2025 um 13:47

(Bild: JLStock/Shutterstock.com)

IT-Sicherheitsforscher haben die Verbreitung von für MongoBleed anfällige Instanzen untersucht. In Deutschland stehen über 11.500.

IT-Admins kommen „zwischen den Jahren“ nicht zur Ruhe. Zu Weihnachten wurde eine hochriskante Sicherheitslücke in MongoDB [1] mit dem Spitznamen „MongoBleed“ bekannt, durch die Angreifer aus dem Netz ohne vorherige Authentifizierung etwa an Zugangsdaten gelangen können, was an das „CitrixBleed“-Desaster Ende 2023 [2] erinnert. Global sind zigtausende Systeme derzeit noch anfällig – und Deutschland landet mit mehr als 11.500 anfälligen Instanzen auf dem unrühmlichen dritten Platz.

Das berichten IT-Sicherheitsforscher von Resecurity in einem Blogbeitrag [3]. Nachdem für die Schwachstelle CVE-2025-14847 (CVSS 8.7, Risiko „hoch“) Proof-of-Concept-Code zum Missbrauc [4]h öffentlich wurde, sind massenhafte Angriffe zu erwarten. Umso schwerer wiegt, dass Resecurity mit der Shodan-Datenbank bei der Suche nach MongoDB-Instanzen, die sich mit verwundbaren Versionen melden, weltweit fast 90.000 Instanzen gefunden hat.

Am meisten verwundbare Systeme stehe in China, 16.576 hat Shodan am Dienstag dieser Woche dort gefunden. An zweiter Stelle folgen die USA mit 14.486 anfälligen Instanzen, und auf Platz drei liegt bereits Deutschland mit 11.547 angreifbaren und im Netz erreichbaren MongoDB-Servern. Abgeschlagen geht es mit Hongkong weiter, wo immerhin noch 5.521 anfällige MongoDBs zu finden sind.

Deutscher Provider weltweit an der Spitze

Besonders auffällig ist Deutschland bei der Verteilung nach Providern. Weltweit auf Platz eins steht Hetzner Online GmbH, dort liegen 6.828 verwundbare MongoDB-Server. Erst danach folgt Alibaba Cloud (Aliyun) mit 6.226 attackierbaren Instanzen. Weitere namhafte Größen wie Google landen mit 3.364 exponierten, anfälligen MongoDB-Servern auf Platz fünf.

Eine Einschränkung nennt Resecurity noch: Um verwundbar zu sein, muss die zlib-Kompression aktiviert sein – was jedoch laut IT-Sicherheitsforschern oftmals die Standardkonfiguration darstellt. Admins sollten spätestens jetzt die verwundbaren Instanzen auf eine sichere Softwareversion aktualisieren, dafür steht MongoDB in Fassung 8.2.3, 8.0.17, 7.0.28, 6.0.27, 5.0.32 und 4.4.30 und neuer bereit. Ältere Versionen sind am End-of-Life angelangt und erhalten keinen Patch mehr. Wer nicht umgehend aktualisieren kann, soll laut Resecurity etwa die zlib-Kompression als temporäre Gegenmaßnahme deaktivieren oder zu einer alternativen Kompression wechseln sowie den Zugriff auf den MongoDB-Netzwerkport (standardmäßig 27017) etwa mittels Firewalls oder VPN beschränken.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11126702

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/MongoDB-kritische-Sicherheitsluecke-in-NoSQL-Datenbank-11124891.html
[2] https://www.heise.de/news/CitrixBleed-erst-nach-zwei-Wochen-gepatcht-36-Millionen-Kundendaten-abgegriffen-9579227.html
[3] https://www.resecurity.com/blog/article/mongobleed-cve-2025-14847-mongodb-memory-leak-flaw
[4] https://www.heise.de/news/MongoBleed-Exploit-fuer-kritische-Luecke-in-MongoDB-erleichtert-Angriffe-11125112.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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39C3: CCC-Hacker fordern Bundesdatensicherungsspiele gegen Ransomware-Albträume

Von Heise — 31. Dezember 2025 um 13:30

(Bild: media.ccc.de, CC BY 4.0)

Vom Cyberdome zu „AI Slop“: Experten analysieren den Status quo der IT-Sicherheit und enthüllen eine nahe Zukunft, in der Backups Leistungssport werden dürften.

In den Messehallen Hamburgs herrschte am Dienstag die zum Jahresende übliche Mischung aus technologischer Zuversicht und Pessimismus. Doch als Ron Fulda und Constanze Kurz die Bühne des 39. Chaos Communication Congress (39C3 [1]) betraten, wich der Rest-Optimismus einer schauerlich-schrecklichen Bestandsaufnahme des digitalen Scheiterns. Unter dem Titel „Security Nightmares“ skizzierten die Hacker-Urgesteine ein Bild der IT-Sicherheit, das zwischen staatlichem Größenwahn und der drohenden „Enshittification“ durch KI pendelte. Ein Aufhänger: Angesichts der andauernden Ransomware-Bedrohung rief das Duo vom Chaos Computer Club (CCC) nach Backup-Wettbewerben im Stil sportlicher Großereignisse.

Glaskugel 2026: Vom Cyberdome zu Backup-Medaillen

Der traditionell mit viel Hackerironie geschärfte Blick in die nahe Zukunft [2] war geprägt von einer zunehmenden Automatisierung – sowohl beim Angriff als auch bei der Verteidigung. Kurz verwies auf das Eckpunktepapier für einen „Cyberdome“ [3]. Die in Israel von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) aufgeschnappte Idee soll 2026 in ein Realisierungskonzept münden. Das Ziel klingt nach Science-Fiction: Ein digitaler Schutzschild für Wirtschaft und Gesellschaft, der „informatische Angriffe“ vollautomatisiert abwehrt.

Die Hacker-Community bleibt skeptisch. Wenn die Technik versagt, hilft nur die klassische Tugend der IT: das Backup. „Wir fordern die Bundesdatensicherungsspiele“, erklärte Fulda mit Blick auf zahllose gescheiterte Wiederherstellungsversuche in Verwaltung und Industrie: „Am Ende ist ein gutes Backup das Last Level of Defence.“ Das Thema müsse positiv besetzt werden, weg von den „Backup Hunger Games“ zu einer Kultur des Gelingens. Wer nachweisen könne, dass er seine Daten tatsächlich erfolgreich zurückspielen kann, sollte Medaillen oder zumindest Teilnahmeurkunden und Bildungsurlaub erhalten. Der Zustand der digitalen Welt sei teils absurd: So gebe es zwar den gesetzlichen Zwang zur freien Browserwahl im Betriebssystem. Es fehle aber eine Selektionspflicht dazu, ob Daten lokal, in der eigenen Cloud oder überhaupt auf diesem Planeten gespeichert werden müssten.

Für 2026 prognostizieren Kurz und Fulda auch eine neue Eskalationsstufe der KI-Integration. Es drehe sich längst nicht mehr alles darum, Nutzerverhalten für Werbung auszuspähen. Mit „Agentic Add-ons [4]“ – eigenständig handelnden Bots – erreiche die Enshittification ein neues Level [5]. Fulda scherzte über „Gegenschnittstellen“ und offene Standards für die Bestechung solcher KI-Agenten.

Gleichzeitig droht ein massives Ressourcenproblem. Während der Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren bereits diskutiert wird, könnte 2026 der RAM-Verbrauch zum großen Ärgernis für Konsumenten werden, hieß es. Eine Rückkehr zu schmaler, effizienter Software wäre zwar wünschenswert, aber mit dem Trend zum Vibe-Coding – dem Zusammenklicken von Quelltext durch Nicht-Programmierer mittels KI [6] – kaum vereinbar.

Rückblick: Von Hello Barbie zum Bitcoin-Raub

Um die Absurdität der Gegenwart zu verstehen, lohnt laut Fulda und Kurz die Erinnerung an 2015. Vor zehn Jahren war die Welt der IT-Sicherheit noch eine andere, wenn auch die Keime der heutigen Probleme bereits sichtbar waren [7]. Damals wurde über den ersten Cyber-Bankraub in Höhe von einer Milliarde Dollar gestaunt – eine Summe, die heute angesichts von Krypto-Scams fast bescheiden wirkt. Fulda betonte: „Das war ja noch vor dem großen Bitcoin-Hype.“

Ein Highlight der Retrospektive war die vernetzte Puppe „Hello Barbie“. Damals als Sicherheitsdesaster fürs Kinderzimmer verschrien [8], zog Fulda eine Parallele zu heutigen KI-Systemen wie ChatGPT. Auch Barbie hatte ein Backend, das jahrelang live war. Zudem hat das Spielgerät laut den Hackern die Frage aufgeworfen, ob Spielzeughersteller verpflichtet seien, Kindesmissbrauch bei Kenntnisnahme durch die Puppe zu melden. Heute drehe sich die Debatte um Chatverläufe bei Suiziden [9] und KI-Halluzinationen, erklärte Fulda: „Wenn die KI sagt: 'Das wird mir zu hart, ich übergebe an einen Menschen', und dann geht niemand ans Telefon – das ist die Realität, in der wir angekommen sind.“

Auch staatliche Überwachung war 2015 schon Dauerthema. Der große Leak bei Hacking Team [10] beschäftigte die Community lange. Kurz dachte zurück an die Nächte, die sie sich um die Ohren schlug. Mit Helfern wollte sie im Datenwust den Beweis finden, dass auch das Bundeskriminalamt (BKA) Kunde der italienischen Trojaner-Schmiede war [11]. Während die Tüftler damals noch vor Desinformationskampagnen im US-Wahlkampf zitterten, wirkt die aktuelle Lage deutlich düsterer. Fulda trocken: „Heute sind wir froh, wenn es in drei Jahren überhaupt noch einen Wahlkampf gibt.“

Internet-Normalitätsupdate 2025: Der KI-Slop übernimmt

Im Hier und Jetzt ist die IT-Sicherheit an einem kritischen Punkt angelangt. Die Statistiken, die Fulda präsentierte, sprechen eine deutliche Sprache: 119 neue Sicherheitslücken pro Tag, ein Anstieg von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verfügen nur 44 Prozent der Deutschen über ein „sicheres Passwort“. Die Folgen sind fatal. 2024 gab es in England den ersten dokumentierten „Ransomware-Toten“ [12], da ein Angriff auf einen Dienstleister für Blutkonserven die medizinische Versorgung lahmlegte. „Die indirekten Toten wurden nie gezählt“, ergänzte Kurz düster.

grauer Hintergrund, <AI_Slop.gif> als "Platzhalter"
grauer Hintergrund, <AI_Slop.gif> als "Platzhalter"

Kurzer Kommentar zum KI-Slop.

(Bild: media.ccc.de [13], CC BY 4.0 [14])

Besonders genervt zeigten sich die Panelisten vom Zustand des Internets. Rund 20 Prozent der beliebtesten YouTube-Inhalte bestehe mittlerweile aus „AI Slop“. Dieser minderwertige, KI-generierte Content erziele dennoch Millionenumsätze. Auf TikTok liege der Anteil bei 60 Prozent. „Gibt es überhaupt noch jemanden mit einem normalen Gesicht in sozialen Netzwerken?“, fragte Kurz enttäuscht. Da immer mehr Software von Menschen „zusammengeklickt“ werde, die die Essenz des Programmierens nie gelernt haben, müssten Profis oft die Trümmer wegräumen. Fulda brachte ein weiteres Beispiel: „Wenn man in einer Kanzlei KI einsetzt, braucht man hinterher mehr Rechtsanwälte, um die unerwünschten Verfahren wieder loszuwerden.“

Fallen die Hackerparagrafen?

Auch das Militär – Chat der „Houthi-Gruppe“ mit Insidererkenntnissen zu Opsec geleakt [15] – und die Industrie blieben angesichts hoher Zero-Day-Wellen [16] und veritabler Cloud-Ausfälle [17] nicht verschont. Der schwere Cyberangriff auf Jaguar Landrover im Februar führte zu wochenlangen Werksschließungen [18] und einem Schaden von rund 2,2 Milliarden Euro [19]. Währenddessen toben im Hintergrund die „Infinity Crypto Wars“ [20]. Die britische Regierung forderte Zugriff auf iCloud-Daten [21], woraufhin Apple die „Advanced Data Protection“ für Neukunden in UK abschaltete [22]. Kurz weiß: „Die Gremien, die die Wunschlisten für Überwachung schreiben, haben heute einen sehr erfolgreichen Zugriff auf die Gesetzgeber.“

Trotz der vielen Schlafräuber gab es zum Ende einen zaghaften Lichtblick. Nach fast 17 Jahren politischer Debatte und einem entsprechenden Versprechen im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung unter Friedrich Merz (CDU) scheint das „Recht auf IT-Sicherheitsforschung“ endlich greifbar [23]. „Es soll jetzt tatsächlich so weit sein“, wollte Kurz die politischen Ankündigungen zur Novelle der Hackerparagrafen noch nicht so recht glauben. In einer Welt, in der nordkoreanische IT-Mitarbeiter nur durch ihre Tastatur-Verzögerungen identifiziert werden können [24], wäre ein solcher Schritt für die hiesigen Hacker zumindest ein kleiner Trostpreis bei ihren Leistungssportwettbewerben.


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[1] https://events.ccc.de/congress/2025/infos/startpage.html
[2] https://www.heise.de/news/38C3-CCC-Hacker-fordern-maschinenlesbare-TUeV-Plakette-fuer-vernetzte-Geraete-10222324.html
[3] https://www.heise.de/news/Mehr-IT-Sicherheit-Dobrindt-will-den-Cyber-Dome-10623448.html
[4] https://www.heise.de/select/ix/2025/10/2519810075015172992
[5] https://www.heise.de/news/39C3-Konzerne-ruinieren-das-Netz-Cory-Doctorows-Ideen-gegen-Enshittification-11126178.html
[6] https://www.heise.de/news/Vibe-Coding-Cleanup-Specialists-Diese-Menschen-reparieren-schlechten-KI-Code-10658670.html
[7] https://www.heise.de/news/32C3-Der-Sicherheits-Albtraum-geht-weiter-3057186.html
[8] https://www.heise.de/news/Erneute-Kritik-an-Hello-Barbie-App-mit-Schwachstellen-3032110.html
[9] https://www.heise.de/news/Mitschuld-an-Suizid-Eltern-verklagen-in-den-USA-OpenAI-10623362.html
[10] https://www.heise.de/news/Ueberwachungssoftware-Aus-Hacking-Team-wurde-Hacked-Team-2736160.html
[11] https://www.heise.de/news/Spaehsoftware-Das-BKA-zu-Besuch-bei-Hacking-Team-2784567.html
[12] https://www.heise.de/news/England-Cyberangriff-auf-Pathologiedienstleister-fuehrte-zum-Tod-eines-Patienten-10463860.html
[13] https://media.ccc.de/
[14] https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
[15] https://www.heise.de/news/US-Minister-besprechen-auf-Signal-Militaerschlaege-im-Jemen-Journalist-liest-mit-10327065.html
[16] https://www.heise.de/news/Citrix-Bleed-2-Aktuelle-Angriffswarnungen-10519742.html
[17] https://www.heise.de/news/AWS-Ausfall-Amazon-legt-vollstaendigen-Ursachenbericht-vor-10848208.html
[18] https://www.heise.de/news/Jaguar-Land-Rover-nimmt-Produktion-wieder-auf-10733932.html
[19] https://www.heise.de/news/Experten-Cyberangriff-auf-Jaguar-ist-teuerster-in-britischer-Geschichte-10811032.html
[20] https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Crypto-Wars-der-endlose-Streit-ueber-sichere-Verschluesselung-4967574.html
[21] https://www.heise.de/news/Geheimerlass-Datenschuetzer-klagen-gegen-britischen-Ueberwachungsbefehl-an-Apple-10317201.html
[22] https://www.heise.de/hintergrund/Ende-zu-Ende-Verschluesselung-So-will-Apple-iCloud-Nutzerdaten-besser-schuetzen-7469308.html
[23] https://www.heise.de/news/Zivilgesellschaft-macht-Druck-beim-Einhegen-der-Hackerparagrafen-10211017.html
[24] https://www.heise.de/news/Sekundenbruchteile-verraten-Nordkoreaner-11120504.html
[25] https://pro.heise.de/security/?LPID=45883_HS1L0001_33064_999_0&wt_mc=intern.fd.secuirtypro.Aktionsende25.disp.disp.disp
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Bericht: iPhone-18-Bildsensor von Samsung made in Texas

Von Heise — 31. Dezember 2025 um 16:00
iPhone Air in erster Generation

iPhone Air mit Kameramodul: Derzeit von Sony, bald auch von Samsung?

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Auf Druck der Trump-Administration holt Apple mehr Produktion nach Hause. Dieses Mal geht es südkoreanischen Medien zufolge um Foto-Hardware.

Apples Versuche, dem Drängen der US-Regierung zu folgen, mehr iPhone-Fertigung in die Vereinigten Staaten zu verlagern, gehen weiter. Einem Bericht des in Südkorea erscheinenden Elektronikfachblattes The Elec [1] zufolge geht es dabei um den Lieferanten Samsung – genauer: dessen Bildsensorenproduktion. Aktuell setzt Apple vollständig auf Sony beim Bau der iPhone-Kameras. Dass mit Samsung demnächst ein zweiter Hersteller hinzukommen soll, gilt in Supply-Chain-Kreisen als ausgemacht. Wo dieser fertigt, war aber bislang noch unklar.

Sonys Monopol wird gebrochen

Laut The Elec gilt Austin in Texas [2] als heißer Kandidat. Samsungs Komponentenabteilung plant, dort in den kommenden Jahren über 17 Milliarden US-Dollar zu investieren. Angeblich soll alles ganz schnell gehen: Eine erste Produktionslinie für Bildsensoren könnte bereits im ersten Halbjahr 2026 zur Verfügung stehen. Ob Apple hier bereits Kunde ist, gilt allerdings als unklar.

Denkbar wäre, dass Apple Samsung-Bildsensoren parallel zu Sony-Technik bereits im für Herbst geplanten iPhone 18 Pro oder Pro Max – alternativ oder zusätzlich auch im ersten iPhone-Foldable [3] – verbaut. Üblicherweise versucht der Konzern stets, mindestens zwei Lieferanten für zentrale Komponenten zu haben. Wenn diese nicht sowieso bei Auftragsfertigern exklusiv für Apple gebaut werden, wie etwa die Apple-Silicon-Prozessoren der A- und M-Reihe oder die neuen Modemchips C1 und C1X [4]. Sony fertigt derzeit in Japan.

Three-Stack-Design für bessere Lichtausbeute

Ob die Gesamtproduktion der neuen Apple-Bildsensoren in Austin erfolgt oder diese nur eine Zweit- oder Drittproduktion neben Südkorea und anderen Standorten darstellt, wurde zunächst nicht bekannt. Zu erwarten ist jedoch, dass Apple die Fertigung öffentlich ankündigt, um sein Commitment zum heimatlichen Standort zu unterstreichen.

Samsung plant in Austin den Bau neuartiger Bildsensoren im sogenannten Three-Stack-Design, das eine bessere Lichtausbeute durch ein vertikales Stacking mehrerer Sensorschichten verspricht. Zudem ist mit einer höheren Pixeldichte, samt schnellerer Lese- und Schreibvorgänge, zu rechnen. Samsung will das Verfahren erstmals im großen Stil anwenden, weshalb sich Apple dafür interessiert.


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[1] https://www.thelec.net/news/articleView.html?idxno=5530
[2] https://spectrumlocalnews.com/tx/south-texas-el-paso/news/2025/09/18/abbott-announces--250m-grant-for-samsung-facility
[3] https://www.heise.de/news/Faltbares-Apple-Handy-Kommt-der-Formfaktor-des-iPhone-mini-als-Pass-zurueck-11125785.html
[4] https://www.heise.de/news/Neue-Funkchips-von-Apple-Was-N1-und-C1X-koennen-sollen-10639457.html
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Ruckelt sich noch zurecht: Apples Foldable-Produktion

Von Heise — 31. Dezember 2025 um 14:00
Mensch mit Foldable

Mensch mit Foldable (nicht von Apple).

(Bild: Karlis Dambrans / Shutterstock)

Einem Analysten zufolge könnte es länger dauern, bis Apple die gewünschten Stückzahlen seines Falt-Handys erreicht. Die Fertigung gestaltet sich schwierig.

Apples Vorproduktion seines allerersten iPhone-Foldables ist mittlerweile vorsichtig angelaufen [1], heißt es aus Supply-Chain-Kreisen. Das neue Modell, das im Herbst 2026 erwartet wird, soll das teuerste und komplexeste Smartphone sein, das der Konzern jemals hergestellt hat. Laut einer kürzlich erschienenen Notiz an Investoren [2] des bekannten Analysten Ming-Chi Kuo von TF International Securities sorgt dies für „Herausforderungen“. Apple ist dabei angeblich bereits hinter den Zeitplan bisheriger Erwartungen geraten.

Yield und Ramp Up

Dennoch werden die Geräte wie erwartet im zweiten Halbjahr kommenden Jahres verfügbar sein, schreibt Kuo weiter. Probleme bei der Produktionsausbeute (Yield) und dem Aufbau der Massenproduktion an sich (Ramp Up) könnten aber dafür sorgen, dass die Stückzahlen anfangs geringer ausfallen als von Apple erhofft. Mit Verfügbarkeiten ohne größere Wartezeiten sei nicht vor 2027 zu rechnen – nach der Auslieferung der ersten Vorbestellungen im September. Ungewöhnlich wäre das für Apple allerdings nicht. So war zuletzt auch das iPhone 18 Pro anfangs schwer verfügbar.

Apple setzt beim iPhone-Foldable, dessen offizieller Name noch nicht durchgesickert ist, wieder auf den bewährten Partner Foxconn als Endmonteur. Dieser soll anfangs nur in China produzieren, Indien könnte recht schnell als zweiter Standort folgen, sobald die Massenproduktion im Reich der Mitte rund läuft. Beim iPhone 17 Pro und 17 Pro Max wurde praktisch von Anfang an auch auf dem Subkontinent mitproduziert, wo Apple mittlerweile 25 Prozent aller iPhones herstellt.

Neuer „Pass“-Formfaktor?

Ursprünglich soll Foxconn geplant haben, bereits im Dezember in die Massenproduktion einzusteigen. Es gibt jedoch Gerüchte, dass die Geräte im Design-Validation-Stadium verblieben sind. Dies ist der Prüfungsabschnitt im Produktentwicklungsprozess, in dem die ersten vom Band laufenden Geräte systematisch gegen die festgelegten Anforderungen und Spezifikationen getestet werden.

Apples erstes Foldable kommt angeblich in einem „Pass“-Formfaktor mit 5,3-Zoll-Außendisplay [3] und 7,7 Zoll (ca. 20 cm) im aufgeklappten Zustand. Apple soll es gelungen sein, die Klapptechnik nahezu „faltenfrei“ zu gestalten [4]. Mit 2500 Euro aufwärts wird es wohl auch das teuerste Smartphone des Konzerns.


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[1] https://www.heise.de/news/iPhone-Foldable-Massenproduktion-laeuft-an-Preis-2400-US-Dollar-plus-11090716.html
[2] https://mingchikuo.craft.me/iL4L5hcO7csXvK
[3] https://www.heise.de/news/Faltbares-Apple-Handy-Kommt-der-Formfaktor-des-iPhone-mini-als-Pass-zurueck-11125785.html
[4] https://www.heise.de/news/Foldable-ohne-Buegelfalte-So-soll-das-faltbare-iPhone-geschmeidig-bleiben-10488599.html
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Elektromobilität: Florida baut Autobahn mit drahtloser Ladefunktion

Von Nils Matthiesen — 31. Dezember 2025 um 15:30
Ein Teilstück der State Road 516 in Florida soll Elektroautos während der Fahrt aufladen. Das Pilotprojekt nutzt hierfür Induktionstechnik.
Florida baut eine Autobahn für E-Autos. (Bild: Enrx)
Florida baut eine Autobahn für E-Autos. Bild: Enrx

In Florida entsteht derzeit ein Straßenabschnitt , der Elektrofahrzeuge während der Fahrt mit Energie versorgen kann. Die Central Florida Expressway Authority (CFX) realisiert das Projekt auf einem neuen Teilstück der State Road 516 nahe Orlando. Ziel der Infrastrukturmaßnahme ist es, die sogenannte Reichweitenangst zu minimieren und die Abhängigkeit von zeitintensiven Stopps an stationären Ladesäulen zu verringern.

Drahtlose Energieübertragung im Asphalt

Die technische Grundlage des Vorhabens bildet dem Bericht zufolge die induktive Kopplung. Unter der Fahrbahnoberfläche werden spezielle Kupferspulen installiert, die ein elektromagnetisches Feld erzeugen, sobald ein dafür ausgerüstetes Fahrzeug den Abschnitt passiert. Ein am Unterboden des Autos montierter Empfänger wandelt dieses Feld wieder in elektrischen Strom um und speist ihn direkt in das Batteriesystem ein. Als Partner für die technologische Umsetzung fungiert das norwegische Unternehmen Enrx, das sich auf drahtlose Energieübertragung spezialisiert hat. Zudem ist das Forschungszentrum Aspire der National Science Foundation maßgeblich an der Entwicklung beteiligt.

Der Bauabschnitt der State Road 516 soll als Reallabor für künftige Mobilitätskonzepte dienen. Die Ingenieure stehen dabei vor der Herausforderung, die Ladehardware so in den Straßenbelag zu integrieren, dass sie sowohl den hohen mechanischen Belastungen durch den Schwerlastverkehr als auch den extremen Witterungsbedingungen Floridas langfristig standhält.

Potenzial für kleinere Batterien

Sollte sich das System im Regelbetrieb bewähren, könnte dies die Fahrzeugentwicklung nachhaltig beeinflussen. Wenn Hauptverkehrsadern kontinuierlich Energie liefern, benötigen Elektroautos keine massiven und schweren Akkupakete mehr, um praxistaugliche Reichweiten für Langstrecken zu erzielen. Eine Reduktion der Batteriekapazität würde das Fahrzeuggewicht signifikant senken und damit die Gesamteffizienz steigern. Gleichzeitig könnten die Anschaffungskosten für Endkunden sinken, da die Batterie derzeit den teuersten Faktor in der Produktion darstellt.

Ähnliche Teststrecken wurden bereits in Ländern wie Schweden oder Deutschland erprobt, doch das Projekt in Florida gilt aufgrund seiner Integration in ein öffentliches Schnellstraßennetz als eines der bisher ambitioniertesten Vorhaben in den USA. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Teststrecke Fahrzeughersteller dazu bewegt, die notwendige Empfängertechnik künftig ab Werk in Serienfahrzeuge zu integrieren.

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Cyberkriminalität: Security-Profis gestehen ALPHV-Angriffe

Von Nils Matthiesen — 31. Dezember 2025 um 14:44
Zwei US-Sicherheitsanalysten haben gestanden, als Partner der Ransomware -Gruppe ALPHV zahlreiche Unternehmen erpresst zu haben.
Security-Mitarbeiter gestehen Ransomware-Angriffe (Symbolfoto). (Bild: KI-generiert mit Gemini)
Security-Mitarbeiter gestehen Ransomware-Angriffe (Symbolfoto). Bild: KI-generiert mit Gemini

Zwei US-Staatsbürger haben vor einem Bundesgericht in Miami ein umfassendes Geständnis abgelegt, nachdem sie als Affiliates der berüchtigten Ransomware-Gruppe ALPHV (auch bekannt als BlackCat) agiert hatten.

Ryan Goldberg und Kevin Martin räumten demnach ein, eine Verschwörung zur Erpressung begangen zu haben, um US-Unternehmen mithilfe von Verschlüsselungssoftware zu schädigen. Der Fall sorgt für besonderes Aufsehen, da beide Männer zum Tatzeitpunkt in führenden Rollen innerhalb der IT-Sicherheitsbranche tätig waren und ihr technisches Know-how gezielt gegen ihre Opfer einsetzten.

Täter aus der Sicherheitsbranche

Die Ermittlungen des Justizministeriums ergaben, dass Goldberg als Incident Response Manager bei der Sicherheitsfirma Sygnia beschäftigt war. Martin war als Verhandlungsführer für Ransomware-Angriffe bei Digitalmint tätig, einem Unternehmen, das Opfern eigentlich bei der Abwicklung von Lösegeldzahlungen helfen soll. Anstatt Angriffe abzuwehren, arbeiteten die Männer zwischen April und Dezember 2023 jedoch heimlich mit den Hintermännern von ALPHV zusammen. Sie schlossen eine Vereinbarung ab, wonach sie 20 Prozent jeder Lösegeldzahlung an die Administratoren der ALPHV-Infrastruktur abführten, um im Gegenzug Zugriff auf die Ransomware-Plattform zu erhalten.

Die Angeklagten griffen unter anderem drei Organisationen aus dem Gesundheitswesen sowie Unternehmen in Florida, Kalifornien und Maryland an. Dabei nutzten sie ihre berufliche Erfahrung, um gezielt Schwachstellen zu identifizieren und die Netzwerke ihrer Opfer zu infiltrieren. In einem dokumentierten Fall gelang es dem Duo, ein Medizintechnikunternehmen aus Florida um rund 1,2 Millionen US-Dollar in Bitcoin zu erpressen. Die Beute wuschen sie anschließend über verschiedene Kryptowährungs-Mixer, um die Spuren des Geldes zu verschleiern.

Hohe Haftstrafen erwartet

Sowohl Sygnia als auch Digitalmint erklärten nach Bekanntwerden der Vorwürfe, dass die Männer außerhalb ihrer Befugnisse gehandelt hätten und sofort entlassen worden seien. Die Unternehmen kooperieren nach eigenen Angaben vollumfänglich mit dem FBI. Die US-Justiz betonte, dass der Fall zeige, dass Ransomware-Bedrohungen nicht nur aus dem Ausland kommen, sondern auch durch Insider mit hoher technischer Expertise im Inland befeuert werden können.

Für die Verschwörung zur Erpressung droht Goldberg und Martin jeweils eine maximale Freiheitsstrafe von bis zu 20 Jahren. Das Bundesgericht hat die Verkündung des Strafmaßes für den 12. März 2026 angesetzt. Bis dahin bleiben die Angeklagten in Gewahrsam oder unter strengen Kautionsauflagen. Dieser Fall markiert einen der ersten Erfolge der US-Behörden bei der Überführung von Brancheninsidern, die das lukrative Ransomware-as-a-Service-Modell für private Bereicherung innerhalb der eigenen Landesgrenzen ausgenutzt haben.

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Für neue Werke: China zwingt Halbleiterhersteller zu mehr heimischer Technik

Von Johannes Hiltscher — 31. Dezember 2025 um 14:15
Chinas Regierung will eine unabhängige Halbleiterbranche . Neue Regeln sollen den Umstieg beschleunigen, chinesische Maschinenbauer profitieren bereits.
Angestellte montieren Maschinen bei Naura (Symbolbild). (Bild: Naura)
Angestellte montieren Maschinen bei Naura (Symbolbild). Bild: Naura

Die Halbleiterbranche gilt der Regierung der Volksrepublik China als zentraler Baustein nationaler Unabhängigkeit. Entsprechend gibt es starke Bestrebungen, die Abhängigkeit von ausländischer Technik zu verringern – was immer strengere Exportrichtlinien der US-Regierung auch unumgänglich machen. Dennoch bleiben wohl viele Hersteller lieber bei ausländischer Technik, weshalb die chinesische Regierung laut Reuters mit neuen Regeln nachhelfen will.

Diese schreiben für neue Fabriken vor, dass mindestens 50 Prozent der Maschinen von chinesischen Herstellern stammen müssen. Lediglich bei modernsten Prozessen, gemeint dürften die 7-nm-Prozesse von SMIC sowie möglicherweise 3D-NAND von YMTC und (LP)DDR5-Speicher von CXMT sein, sollen Ausnahmen erlaubt sein. Hier erreichen Anlagen von Naura, AMEC oder Sicarrier noch nicht die Leistung der ausländischen Konkurrenz.

Eine Herausforderung stellt zudem die Einbindung der chinesischen Maschinen dar. Die einzelnen Anlagen müssen teils aufeinander abgestimmt werden, um gute Ergebnisse zu erreichen. Dennoch soll SMIC mittlerweile Ätzmaschinen von Naura in seinem 7-nm-Logikprozess – dem modernsten in der Volksrepublik – testen. YMTC soll Ätzmaschinen von Naura bei der Produktion von NAND-Flash mit über 300 Lagen einsetzen.

Umsatzsprung bei Naura und AMEC

Dennoch verkaufen chinesische Hersteller mittlerweile deutlich mehr Maschinen. Die Nachfrage nach Belichtungsmaschinen aus chinesischer Produktion soll gestiegen sein: 421 wurden laut Reuters 2025 verkauft. Dabei ist allerdings unklar, was diese genau können. Bei älteren Fertigungsprozessen, die China stark ausbaut, lassen sich Maschinen von ASML, Canon oder Nikon leichter ersetzen. Immersionslithografiemaschinen für moderne Prozesse sollen sich hingegen erst im Testbetrieb befinden .

Bei Anlagen zum Entfernen von Fotomasken sowie zur Reinigung von Wafern sollen chinesische Hersteller im Land bereits einen Marktanteil von über 50 Prozent haben. Darüber hinaus soll Naura Ersatzteile für Maschinen ausländischer Anbieter entwickelt haben, die diese aufgrund von US-Handelsbeschränkungen nicht mehr liefern dürfen.

Die chinesischen Maschinenbauer sehen bereits jetzt eine deutlich gestiegene Nachfrage: Nauras Umsatz legte im ersten Halbjahr um 30 Prozent auf 16 Milliarden Yuan (rund 2 Milliarden Euro) zu, AMEC verbuchte mit 5 Milliarden Yuan (rund 610 Millionen Euro) im gleichen Zeitraum sogar ein Plus von 44 Prozent. Die neuen Regelungen dürften diesen Trend noch einmal verstärken. Unklar ist allerdings, wann sie in Kraft treten.

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Buchkritik: Enshittification

Von Heise — 31. Dezember 2025 um 10:00

Populäre Internetdienste stiften immer weniger Nutzen, manche mutieren zu echten Ärgernissen. Cory Doctorow zufolge stecken Absicht und Prinzip dahinter.

Cory Doctorow, Science-Fiction-Autor und Aktivist für digitale Bürgerrechte, hat bereits 2022 den Begriff Enshittification geprägt. Er meint damit eine mutwillig verursachte Tendenz von Produkten, Diensten und Infrastrukturen, die immer nutzerfeindlicher und immer weniger brauchbar werden. In seinem aktuellen Buch untersucht er diese „Verscheißigung“ nun bei digitalen Plattformen, also IT-Systemen, die Anwender mit Anbietern zusammenbringen.

Doctorow veranschaulicht den Verfall anhand von Facebook, Amazon, Twitter und dem iPhone. Jede dieser Errungenschaften habe ursprünglich echten Mehrwert für Kunden gebracht. Sobald die Unternehmen dahinter ihre Kunden gewissermaßen eingesperrt hatten, zogen sie die Daumenschrauben an.

Internationale Politik trägt laut Doctorow hohe Mitschuld daran; sie habe Akteure wie IBM oder Microsoft mit deren Gebaren immer wieder durchkommen lassen. Lediglich unter Joe Biden habe dank Lina Khan an der Spitze der Federal Trade Commission (FTC) eine monopolfeindliche Ära gewunken; Trump habe diese Bestrebungen jedoch zunichte gemacht. Hinzu komme, dass der mäßigende Einfluss von Mitarbeitern in der Tech-Industrie gegenüber ihren Chefs geschwunden sei.

Für Wege aus dem Dilemma benennt der Autor einige Ansätze: Man brauche mehr Wettbewerb, mehr Regulierung, mehr Mitbestimmungsrechte und mehr technische Interoperabilität, die den Umstieg von einer Infrastruktur auf eine andere erleichtern würde. Netzbetreiber müssten neutral sein, Diensteanbieter müssten strengere Vorgaben etwa fürs Kommunikationsdesign bekommen. Positiv sieht er Maßnahmen wie den europäischen Digital Markets Act (DMA) und den Digital Services Act (DSA).

Letztlich müssten Doctorow zufolge die Plattformen gar nicht weniger schrecklich werden – bloß weniger wichtig.

Der Autor trägt sein Anliegen in leicht verständlichem Englisch vor, herausfordernd sind nur einige auf US-Recht gemünzte juristische Passagen. Für Mai 2026 ist eine deutsche gleichnamige Fassung des Buches angekündigt. Sie soll mit dem Untertitel „Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können“ im Blumenbar-Imprint des Aufbau-Verlags erscheinen.


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Polen: Die neue Erfolgsgeschichte Osteuropas

Von Sebastian Becker — 31. Dezember 2025 um 14:00

Sebastian Becker

Container im Hafen von Gdynia

(Bild: PHkorsart / Shutterstock.com)

Seit Jahren wird der größte östliche EU-Markt mit Lob regelrecht überschüttet. Doch wie realistisch ist die Entwicklung tatsächlich?

Das Bild Polens war über die Jahrhunderte hinweg nie sonderlich positiv. Oft wurde das Land im wohlhabenden Westen als arm und rückständig angesehen. Und während der kommunistischen Zeit Anfang der Achtziger Jahre herrschte in der damaligen Volksrepublik sogar ein akuter Mangel an Nahrungsmitteln, so dass viele ihr Heil im Westen suchten, um dort für nur sehr wenig Geld die niedersten Arbeiten zu verrichten. Wer nach Deutschland oder in anderes westliches Land kam, hatte es geschafft, sich in ein besseres Leben zu flüchten.

Doch jetzt – eine Generation danach – hat sich die Situation auf den Kopf gestellt: Die internationalen Geschäftsleute und die Presse überschütten Polen auf einmal mit Lob. „Polen ist das neue Deutschland“, sagt beispielsweise Peter [1] Bosek, Vorstandschef der Erste Group Bank. „Die Wachstumslokomotive Europas [2]“ oder „Der unentdeckte Superstar unter den Börsenmärkten [3]“ sind weitere Superlative in der Presse, die offenbar kein Ende finden.

Was die Kaczyński-Partei annimmt

Ein Grund: Die solide Wirtschaftsentwicklung, die in den vergangenen 20 Jahren im Prinzip – wenn man von der Coronapandemie absieht – keine Rezession ausgewiesen hat. Dies gilt als wichtigste Erfolgsgeschichte in der EU.

Deswegen ist es auch kein Wunder, dass sich die nationalkonservative Oppositionspartei für Recht und Gerechtigkeit (PiS) [4] hier sehr optimistisch zeigt, dass Polen Deutschland spätestens 2040 beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf eingeholt hat. Gerade dieses Thema, dass Polen den ungeliebten Nachbarn einholt, ist für die Partei von besonderer Wichtigkeit.

Der Hintergrund der Entwicklung: Die Wirtschaft ist überwiegend im niederen Prozentbereich gewachsen. Dies ist grundsolide, aber auch kein Riesenwachstum. Der wichtigste Motor ist der Außenhandel, der knapp 90 Prozent der Ökonomie ausmacht. Und hier wiederum spielen die Geschäfte mit Deutschland eine wesentliche Rolle. Sie machen rund ein Viertel am Außenhandel (27 Prozent [5]) aus.

So wichtig ist Deutschland für Polen

Dazu kommt, dass der westliche Nachbar als nominell wichtigster Investor, der seit 1990 rund 36 Milliarden Euro in das Land gesteckt hat, der Wirtschaft eine enorme Stabilität verleiht.

Besonders wichtig war der EU-Betritt 2004, weil dadurch das Land verstärkt Außenhandel betreiben kann. Die Mittel der Gemeinschaft, die Polen zusätzlich stark in Anspruch nimmt, treiben zusätzlich die Entwicklung voran. „Wäre das Land nicht zur Gemeinschaft beigetreten, wäre die Wirtschaft jetzt um 40 Prozent schwächer“, analysiert der Warschauer Think-Tank Polski Instytut Ekonomiczny [6] (PIE) die Lage.

„Dies ist der Realität voraus“, hat der damalige polnische Agrarminister Czeslaw Siekierski einmal darüber gesagt, dass Polen Deutschland schon bald einholt. Seine Branche ist im Land politisch sehr wichtig und trägt einen bedeutsamen Teil zum gesamten Deutschland-Geschäft bei.

Wie die Entwicklung realistisch einzuschätzen ist

„Das Land und insbesondere die polnische Landwirtschaft haben enorm von der EU profitiert“, so Siekierski. „Es dürfte noch eine Weile dauern, bis Polen den westlichen Nachbarn tatsächlich erreicht hat“, hieß es auch vom Institut PIE.

Fazit: Das gesamte Lob, das Polen derzeit bekommt, zeigt, wie sehr sich das Image des Landes gewandelt hat. Und das ist schon ein herausragender Erfolg, wenn man bedenkt, wie schlecht das Bild früher immer war. Dies geht nicht zuletzt auf die EU zurück. Doch faktisch ist das Land noch weit von Deutschland entfernt – und dürfte dies über Jahrzehnte hinweg bleiben.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.boersianer.at/artikel/bosek-polen-ist-wirtschaftswunderland
[2] https://www.bing.com/search?q=%22Polen+die+Wirtschaftslokomotive+Europas%22&FORM=HDRSC1
[3] https://www.boerse-am-sonntag.de/aktien/aktien/polen-der-uebersehene-superstar-unter-den-boersenmaerkten
[4] https://www.telepolis.de/article/Wirtschaftsboom-in-Polen-Wird-die-deutsche-Volkswirtschaft-bis-2040-ueberholt-9219009.html
[5] https://www.destatis.de/Europa/EN/Topic/Foreign-trade/EU_tradingPartner_Germany.htmlhttps://www.destatis.de/Europa/EN/Topic/Foreign-trade/EU_tradingPartner_Germany.html
[6] https://pie.net.pl/wp-content/uploads/2024/04/Tygodnik-PIE_18-2024-1.pdf

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Gesund versorgt? Nur, wenn man sich auskennt

Von Christoph Jehle — 31. Dezember 2025 um 12:00

Christoph Jehle

500-Euro-Schein mit vituvianischem Menschen, der von einem Stethoskop geffesselt wird 

Das deutsche Gesundheitssystem gilt als bestes der Welt. In der Praxis werden Risiken und Verantwortung weitergereicht. Am Ende steht der Patient allein.

Das deutsche Gesundheitswesen taucht derzeit in der Presse hauptsächlich im Zusammenhang mit den steigenden Kosten und der finanziellen Unterdeckung bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen auf.

Jetzt soll weiter gespart werden und die Behandlung auf der Erhaltung der Arbeitsfähigkeit konzentriert werden. Mancher sieht schon die Gefahr einer standardisierten Triage [1] für Rentner kommen.

Um die Patienten davon abzuhalten, direkt einen Facharzt aufzusuchen, soll der Patient zuerst seinen Hausarzt aufsuchen. Damit dies nicht überhand nimmt, ist derzeit die Wiedereinführung einer Praxisgebühr im Gespräch.

Um die Hausärzte vom ärgerlichen Inkasso zu befreien, soll die Praxisgebühr von der zuständigen Krankenkasse eingezogen werden. Das macht jedoch in der Praxis nur Sinn, wenn die Krankenkasse die Möglichkeit hat, diese Gebühr einmal im Quartal direkt vom Konto des Patienten abzubuchen.

Ob dieses Prozedere in der Praxis mehr verspricht, als eine gut vergütete Arbeitsbeschaffung für einen Inkassodienstleister darf bezweifelt werden.

Der Umgang mit der elektronischen Patientenakte (ePA) spricht im Blick auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen Bände, denn noch ist die ePA nicht flächendeckend verfügbar und so mancher Arzt kann auf sie gar nicht zugreifen und da liegt es nicht etwa an einer veralteten Praxissoftware.

Schon bisher gilt die Pflicht zu einer wirtschaftlichen Verordnungsweise für Medikamente

Die Gemeinsame Prüfungseinrichtungen Baden-Württemberg, einer Institution die es in vergleichbarer Weise auch in den anderen Bundesländern gibt, auch wenn sie dort unter einem anderen Namen geführt werden, stellen hinsichtlich der ärztlichen Verordnungen durch Allgemeinmediziner fest [2]:

"Die Verordnung von Arznei-, Verband- und Heilmitteln zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung muss ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich [3] sein. Sie darf das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

Diese Vorgaben sind insbesondere zu beachten bei

• der Indikationsstellung zur Therapie
• der Auswahl der Therapieform wie z.B. der Wirkstoff- und Präparateauswahl
• der Verordnungsmenge und den Verordnungsintervallen
• der Dauer der Therapie

(…) Bei Weiterbehandlung eines Patienten nach stationärem Aufenthalt sollte die medikamentöse Einstellung der Klinikärzte hinterfragt werden, da der verordnende Vertragsarzt die alleinige Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben trägt (Wirtschaftlichkeit, Notwendigkeit, Zweckmäßigkeit)."

Damit wird das wirtschaftliche Risiko einer Verordnung dem verordnenden Arzt zugeschrieben, der noch Jahre später für eine letztlich unwirtschaftliche Verordnung in Regress genommen werden, wenn die zuständige Prüfungseinrichtung des jeweiligen Bundeslandes zum Ergebnis kommen sollte, dass eine andere Verordnung in diesem Bundesland wirtschaftlicher gewesen wäre.

Auch die Patienten müssen ein erhöhtes wirtschaftliches Risiko übernehmen

Zahlreiche Behandlungen, die früher noch von Ärzten verordnet werden durften, fallen heute alleine dem Patienten zur Last. Am bekanntesten sind dabei Hilfsmittel wie Brillen oder Teststreifen zum Messen des Blutzuckers, die von den GKV nur übernommen werde, wenn der jeweilige Patient insulinpflichtig ist. Sonst muss der Patient die Kosten selbst tragen.

Die zunehmende wirtschaftliche Verantwortung des Patienten führt dazu, dass beispielsweise in der Zahnheilkunde bestimmte Leistungen von den Kassen nicht mehr übernommen werden.

Selbst eine spezielle Zusatzversicherung übernimmt keine 50 Prozent der Kosten, weil der Zahnarzt mit dem von der jeweiligen Versicherung akzeptierten Schlüssel seine Praxis nicht mehr wirtschaftlich betreiben kann, weil die Schlüssel auf dem Stand von Ende der 1980er-Jahre sind und seither nicht mehr angepasst wurden.

Der Patient muss dann selbst entscheiden, ob er sich von einem Arzt entsprechend dem aktuellen wissenschaftlichen Standard behandeln lässt und die zusätzlichen Kosten selbst trägt oder ob er sich einer Behandlung auf dem Stand von vor 40 Jahren unterzieht, in der Hoffnung, dass dies für ihn ausreichend ist.

Ein weiteres Problem bei ärztlichen Verordnungen besteht darin, dass, wenn der Diagnoseschlüssel den aktuellen Vorgaben der Kasse nicht entspricht, die Kosten beim Patienten hängen bleiben.

Selbst mit dem passenden Diagnoseschlüssel ist es durchaus möglich, dass man im Abstand von drei Wochen beim verordnenden Arzt für eine neue Verordnung vorsprechen muss, obwohl man über eine für mehrere Jahre erfolgte Dauerbewilligung verfügt, um die sich natürlich auch der Patient kümmern musste.

Und so mancher medizinische Dienstleister ist den Abrechnungsaufwand mit den Kassen inzwischen leid und behandelt nur noch Selbstzahler.

Die Auswahl der behandelnden Klinik und die Terminvereinbarung bleiben dem Patienten überlassen

Während die Rettungssanitäter im Notfall die Notaufnahme meist selbst aussuchen können und sich dabei gerne auf informelle Absprachen zurückziehen können, bleibt die Auswahl der Klinik bei einem geplanten stationären Klinikaufenthalt dem Patienten überlassen, der sich dann auch um einen entsprechenden Termin und um die benötigte Einweisung kümmern darf.

Wer sich als Patient im Dschungel der Versicherungen und der jeweils kompatiblen Verordnungen nicht sicher zurechtfindet und im Zweifelsfalle die jeweiligen Verordnungen eines Arztes hinterfragen kann, bleibt im deutschen Gesundheitswesen letztlich auf verlorenem Posten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11123822

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.aerzteblatt.de/archiv/triage-in-der-notaufnahme-6412e9e3-94d7-4a4c-9cb6-da125a31777e
[2] https://www.gpe-bw.de/facharztgruppen/allgemeinmediziner
[3] https://www.gpe-bw.de/grundlagen-des-pruefwesens

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Work-Life-Balance: Warum unser Gehirn Auszeiten braucht

Von Bernd Müller — 31. Dezember 2025 um 11:33

Bernd Müller

Bild von oben von Hand, die ein Holzdreieck hält. Work-Life-Balance-Konzept.

(Bild: izzuanroslan / Shutterstock.com)

Zu viel Arbeit und Überstunden verändern die Hirnstruktur und können krank machen. Experten raten zu bewussten Pausen.

Viele Berufstätige kennen das: Im Job gibt es immer mehr zu tun, Überstunden [1] häufen sich. Für Privatleben, Familie und Freizeit bleibt kaum noch Zeit. Doch wer keine gute Work-Life-Balance [2] findet und ständig überarbeitet ist, schadet nicht nur seinem allgemeinen Wohlbefinden. Eine aktuelle Studie zeigt: Zu viel Arbeit kann sogar die Struktur unseres Gehirns verändern.

Doch was genau bedeutet Work-Life-Balance eigentlich? Der Begriff beschreibt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben. Verschiedene Lebensbereiche wie Job, Familie, Freunde, Hobbys und Erholung sollen möglichst harmonisch miteinander vereinbart werden.

Keiner dieser Bereiche sollte ein Übergewicht haben oder die anderen stark beeinträchtigen. Ziel einer gesunden Work-Life-Balance ist es, genügend Zeit und Energie zu haben, um sowohl im Beruf als auch privat zufrieden und ausgeglichen zu sein.

Überarbeitung verändert die Struktur des Gehirns

Wie wichtig das ist, unterstreicht nun eine Studie aus Südkorea [3], die im Fachmagazin Occupational & Environmental Medicine veröffentlicht wurde. Forscher untersuchten darin die Gehirne von 110 Beschäftigten im Gesundheitswesen. Ein Teil von ihnen arbeitete pro Woche 52 Stunden oder mehr [4] und galt damit als überarbeitet. Die anderen hatten mit unter 52 Stunden reguläre Arbeitszeiten.

Per Magnetresonanztomografie (MRT) analysierten die Wissenschaftler die Hirnstruktur der Probanden. Das Ergebnis: Bei den Überarbeiteten zeigten sich deutliche Veränderungen in Hirnregionen, die für Planung, Konzentration, Arbeitsgedächtnis und Emotionssteuerung zuständig sind. Besonders der mittlere frontale Gyrus, der für kognitive Funktionen wichtig ist, war bei ihnen um 19 Prozent vergrößert.

Mehr Volumen – aber kein Vorteil fürs Gehirn

Was bedeuten diese Veränderungen? Darüber sind sich die Forscher bislang nicht ganz sicher. Sie vermuten aber, dass es sich um neurobiologische Anpassungen an chronischen Arbeitsstress [5] handelt. Die Volumenzunahmen könnten erklären, warum überarbeitete Menschen häufiger unter Konzentrationsproblemen, Entscheidungsschwierigkeiten und psychischen Belastungen wie Depressionen und Ängsten leiden.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass lange Arbeitszeiten neuroadaptive Veränderungen hervorrufen können, die sich möglicherweise auf die kognitive und emotionale Gesundheit auswirken", schreiben die Forscher. Sie fordern, Überlastung als ernstes Problem für die Gehirngesundheit anzuerkennen und mit Arbeitsschutzmaßnahmen gegenzusteuern.

Work-Life-Balance ist der Schlüssel für Gesundheit und Zufriedenheit

Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine gute Work-Life-Balance für unsere psychische Gesundheit ist. Denn nur wenn Beruf und Privatleben im Einklang sind, können wir dauerhaft gesund und leistungsfähig bleiben. Dabei ist das optimale Verhältnis individuell verschieden. Während manche mehr Zeit für Familie oder Hobbys brauchen, legen andere vielleicht mehr Wert auf berufliche Entwicklung.

Entscheidend ist, dass man für sich selbst einen Weg findet, der zu den eigenen Bedürfnissen und Lebensumständen passt. Hilfreich können dabei etwa flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice [6] oder Teilzeit [7] sein. Auch bewusste Auszeiten [8], in denen man wirklich abschaltet, sind wichtig für eine gesunde Balance. Letztlich profitieren davon auch Unternehmen: Denn zufriedene, ausgeglichene Mitarbeiter sind nachweislich produktiver und seltener krank.

Die Studie macht deutlich: Eine ausgewogene Work-Life-Balance ist kein Luxus, sondern ein Muss für unsere Gesundheit. Sie sollte für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber höchste Priorität haben. Denn nur wer Beruf und Privatleben in Einklang bringt, bleibt langfristig leistungsfähig – und schützt dabei auch sein Gehirn.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde ursprünglich am 16. Mai 2025 veröffentlicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-10386679

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/Agiles-Arbeiten-und-Home-Office-Warum-der-Burnout-droht-9807171.html
[2] https://www.heise.de/tp/article/Work-Life-Balance-So-unterschiedlich-arbeitet-Europa-10058197.html
[3] https://oem.bmj.com/content/early/2025/05/08/oemed-2025-110057
[4] https://www.heise.de/tp/article/Mindestens-48-Stunden-Wenn-Mehrarbeit-zur-Gesundheitsfalle-wird-10347324.html
[5] https://www.heise.de/tp/article/Selbstgemachter-Druck-Warum-immer-mehr-Deutsche-unter-Stress-im-Job-leiden-9864694.html
[6] https://www.heise.de/tp/article/Dauerstress-im-Homeoffice-Die-neue-Normalitaet-ist-schon-Realitaet-11073992.html
[7] https://www.heise.de/tp/features/telepolis_artikel_10638013.html
[8] https://www.heise.de/tp/article/Mittagsschlaf-Wie-ein-Nickerchen-das-Gehirn-beim-Problemloesen-unterstuetzt-10284427.html

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Störungsmeldung vom 31.12.2025 10:00

Von heise online — 31. Dezember 2025 um 10:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
31.12.2025 10:00
Region
Wilhelmshaven (04421)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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Leak-Details: Interne Software zeigt Apples Produkte für 2026

Von Heise — 30. Dezember 2025 um 19:30
Tim Cook mit iPads

Tim Cook mit iPads: Eigentlich sollten neue Geräte erst bei Apples Keynotes durchsickern.

(Bild: Apple)

Eine Vorabversion von iOS 26 und ein entfleuchtes Kernel-Debug-Kit sorgten fürs Durchsickern diverser Apple-Hardware-Details. Ein Überblick.

Welche Produkte stehen bei Apple im kommenden Jahr an? Mehrere Leaks aus den vergangenen Wochen, die vom iPhone-Hersteller selbst stammen, geben darüber einen erstaunlich guten Eindruck. Sowohl neue Macs als auch neue iPhones, iPads und Zubehör sind demnach in der Pipeline – durchgesickert sind dazu Codenamen und Prozessordetails.

Internes Material verkauft – aber auch von Apple selbst verbreitet

Die Angaben stammen zum einen aus einem eigentlich nur für den internen Gebrauch gedachten Kernel-Debug-Kit, das versehentlich auf Apples Website zum Download bereitstand. Weiterhin kursierte offenbar schon vor einigen Monaten ein Prototyp-iPhone, auf dem sich wiederum ein früher Build von iOS 26 befand – dieser war wiederum nicht um Angaben zu noch unveröffentlichten Geräten bereinigt.

Der Käufer dieses Prototyps teilte die Software wiederum mit Dritten, wie Macworld [1] berichtete. Detaillierte Angaben wurden zudem bei Macrumors und beim IT-Newsdienst The Information [2] verbreitet.

iPhones, iPads und Macs

In dem geleakten Code finden sich Hinweise auf insgesamt fünf neue iPhones: Ein 17e (Codename V159), ein zweites Air (V62, beide vermutlich im Frühjahr 2027 geplant), ein 18 Pro und ein 18 Pro Max (V63 und V64) sowie das lange erwartete faltbare iPhone (V68). Beim iPad stehen zwei Baureihen im Code: Ein erstes iPad Air mit M4-Chip und 11 und 13 Zoll, WLAN und Mobilfunk (J707, J708, J737, J738) sowie ein iPad 12, das angeblich den A19 aus dem iPhone 17 [3] erhält, was für ein Standard-Tablet von Apple ungewöhnlich wäre (Varianten mit WLAN und Mobilfunk, J581 und 582). Ein neues iPad mini [4] ist offenbar noch nicht berücksichtigt.

An Macs führt der Code das lange erwartete neue Billig-MacBook auf (wohl mit A18 Pro, obwohl es Apple angeblich auch mit dem alten A15 getestet [5] haben soll, Codename J700). Weiterhin MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max vertreten (14 und 16 Zoll, J714c, J714s, J716c und J716s), ein MacBook Air M5 mit 13 und 15 Zoll (J813 und J815) sowie zwei Desktop-Maschinen. Letztere sind Mac Studio mit M5 Max und M5 Ultra (J775c und J775d) und ein Mac Mini mit M5 und M5 Pro (J873g und J873s). Weiterhin interessant: Auch M6-Modelle sind bereits aufgeführt, dabei handelt es sich wohl um MacBook-Pro-Maschinen mit 14 Zoll (M6, J804) sowie M6 Pro und M6 Max (14 und 16 Zoll, K114c, K114s, K116c und K116s).

Chips und Zubehör

Auch für verschiedene neue Chips sind Codenamen aufgeführt, darunter M5 Pro, Max und Ultra, M6, A20 und A20 Pro, S11 (Apple Watch) und U3 (neuer Ultra-Wideband-Chip). Außerdem lassen sich verschiedene Zubehörprodukte sind aus dem Code erschließen, darunter Apple Watch Series 12 und Ultra 4, aber wohl auch intern bereits abgekündigte Produkte wie eine „Vision Air“ [6], eine billigere Vision Pro (nicht zu verwechseln mit dem vorhandenen M5-Modell [7]) und eine mit dem Mac zu verbindende AR-Brille [8]. Erwähnt werden schließlich auch KI-Brillen [9] (wohl ohne Display) und ein AR-Brillen-Prototyp.

Weiteres Zubehör, das der Code verrät, sind AirTags 2 [11] (Codename B589), ein neues Studio Display [12] (J427 und J527), ein neues Apple-TV-Modell [13] (J355) und zwei „Home Hubs“ [14] mit Basis und ohne (J490, J491). Auch Apples „Tabletop Robot“ (J595) [15] und ein noch unbekanntes Home-Accessoire (J229) haben Codenamen. Schließlich bastelt Apple wohl auch an einem HomePod mini 2 (B525).


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11124450

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.macworld.com/article/3007341/2026-ipads-revealed-a19-base-model-m4-air-with-apples-n1-chip-coming-soon.html
[2] https://www.theinformation.com/articles/inside-apples-iphone-road-map-foldable-screens-curved-glass-cases?rc=klmisg
[3] https://www.macworld.com/article/3007341/2026-ipads-revealed-a19-base-model-m4-air-with-apples-n1-chip-coming-soon.html
[4] https://www.heise.de/news/iPad-mini-mit-OLED-Display-Vorstellung-erst-Ende-2026-11095793.html
[5] https://www.macrumors.com/2025/12/17/apple-tested-a15-macbook/
[6] https://www.heise.de/news/Vision-Air-und-iPhone-20-Neue-Bildschirmtechnik-denkbar-10669177.html
[7] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[8] https://www.heise.de/news/Brille-mit-Mac-Anschluss-Apple-Projekt-N107-offenbar-gescheitert-10266728.html
[9] https://www.heise.de/news/Angeblich-wegen-Meta-Apple-will-jetzt-gleich-eine-Display-Brille-bauen-10699579.html
[10] https://www.heise.de/mac-and-i
[11] https://www.heise.de/news/Warten-auf-neue-AirTags-Was-die-neuen-koennen-sollen-aktuelle-verbilligt-10515823.html
[12] https://www.heise.de/news/Studio-Display-2-Angeblich-mehrere-Varianten-geplant-10317248.html
[13] https://www.heise.de/news/Apple-TV-4K-Kommt-ein-neues-Modell-noch-dieses-Jahr-10961315.html
[14] https://www.heise.de/news/Bericht-Sicherheitskamera-Home-Hub-und-Tischroboter-von-Apple-geplant-10522533.html
[15] https://www.heise.de/news/Home-Hub-und-Tischroboter-Apple-findet-offenbar-Fertiger-nicht-in-China-10765183.html
[16] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[17] mailto:bsc@heise.de

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