(Bild: Erstellt mit KI (Midjourney) durch iX-Redaktion)
Java wurde 2025 schon 30 Jahre alt. Das ist ein guter Zeitpunkt, zurück, aber auch nach vorn zu blicken.
In den vergangenen 30 Jahren hat sich eine rege Community im Java-Umfeld gebildet. Ich habe im Laufe des Jahres einige deutschsprachige Vertreter zu ihren Erfahrungen befragt. Die Resonanz war überwältigend. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. In diesem dritten Teil kommen Jens Schauder (Spring Data Team und ehemaliger Organisator der JUG Ostfalen), Richard Fichtner (Java Champion und Organisator JCON), Cay Horstmann (Java Champion, Buchautor), Ralf D. Müller (Open Source Committer und arc42 Contributor) und Mark Paluch (Spring Data Team und ehemaliger Organisator der majug) zu Wort.
Java prägt viele Entwicklerinnen und Entwickler seit ihren ersten Schritten in der IT – und hat in dieser Zeit Höhen, Tiefen und mehrere Neuerfindungen erlebt. Die folgenden Antworten spiegeln persönliche Anfänge, prägende Erlebnisse, kritische Momente und eine Einordnung von Javas Rolle in der heutigen Softwareentwicklung wider. Abschließend wagen sie einen Blick nach vorn: mit Tipps für die eigene Weiterentwicklung und Erwartungen an Java in den kommenden Jahren.
Wann und mit welcher Version bist du erstmals mit Java in Berührung gekommen?
Jens Schauder: Das war 1997. Ich habe zu der Zeit mit Fortran 90 an meiner Diplomarbeit gearbeitet und ein Bekannter hat mir total begeistert von Java erzählt. Ich habe mir dann das JDK heruntergeladen und ein kleines Applet gebaut, in dem ich Würfel gezeichnet habe. Im Wesentlichen eine Portierung eines der ersten Programme, die ich auf meinem ersten Rechner geschrieben habe, einem Apple. Ich kann mich an die Versionsnummer nicht wirklich erinnern, aber es war vermutlich 1.1.
Richard Fichtner: Meine erste Java-Anwendung habe ich im Jahr 2003 mit der Version J2SE 1.4 geschrieben. Java hat mir nicht gefallen. Ich war damit nicht produktiv. In Visual Basic 6.0 gab es einen GUI-Builder und mit PHP ließen sich schnell Webanwendungen bauen. Zum Glück hat Java hier nachgelegt.
Cay Horstmann: 1995 rief Gary Cornell mich an und teilte mir mit: „Cay, wir schreiben ein Java-Buch.“ Wir waren beide bekannte Buchautoren, ich für C++ und er für Visual Basic. Ich wusste dagegen nichts über Java, außer ein paar Gerüchten. Und er auch nicht. Aber er hatte es fertiggebracht, einen Buchvertrag mit Sun Microsystems Press zu bekommen. Denn Sun Microsystems Press hatte ein Problem. James Gosling und Ken Arnold hatten Sun Microsystems Press umgangen und den Vertrag für „The Java Programming Language“ mit einem angesehenen Verlag geschlossen. Also verbrachten wir den Herbst und Winter 1995, um Java gründlich zu lernen. Es half, dass ich als Professor eine „Research License“ für den Quellcode bekam. Das war lange vor Open Source. Dadurch konnten wir schreiben, was wirklich funktionierte und wo man vorsichtig sein musste. Das machte das „Core Java“-Buch, das zusammen mit Java 1.0 erschien, zum Bestseller.
Ralf D. Müller: Das war ganz früh an der Uni Frankfurt. Am 12. April 1996 haben einige Studenten die Java User Group Frankfurt (Vorgänger der heutigen JUG Frankfurt) gegründet. Damals war Java 1.0 aktuell.
Mark Paluch: Java 1.1, kurz bevor 1.2 im Dezember 1998 released wurde.
Was war rückblickend dein schönstes Erlebnis mit der Sprache oder dem Ökosystem Java?
Jens Schauder: Am meisten Spaß mit der JVM hatte ich in der Zeit, als ich mich mit Scala beschäftigt habe. Ich habe unglaublich viel darüber gelernt, was eine Programmiersprache, ein Compiler, ein Typsystem tun kann. Ich bin ständig mit Knoten im Hirn rumgelaufen und das war sehr, sehr cool.
Richard Fichtner: Das Schönste an Java sind die Menschen in der Community. Java hat sicherlich auch technisch viele tolle Sachen zu bieten, aber die Haltung und Kultur der Java-Community machen es aus. Open Source war für viele vor 20 Jahren unvorstellbar. Bei Java User Groups Wissen teilen – seid ihr wahnsinnig? Heute haben viele Organisationen verstanden, dass man zusammen erfolgreicher ist und offene Standards sowie Austausch uns alle voranbringen.
Cay Horstmann: Ich habe viele schöne und produktive Erfahrungen mit Java gemacht, aber wenn ich mir eine Erfahrung aussuchen muss, wäre das der Violet UML Editor [4]. Ich weiß, heutzutage kräht kein Hahn mehr nach UML, aber wir fanden es damals (2002) wichtig. Ich wollte meinen Studenten Sequence-Diagramme beibringen. Die damals erhältlichen Produkte versagten mit diesem Diagrammtyp und außerdem waren sie sehr teuer. Ich schrieb eine Swing-Anwendung und war begeistert, dass ein Großteil der Routinearbeit durch die Java-Standardbibliothek abgedeckt war. Einige Jahre später hatte ich ein anderes Problem. Meine Studenten hatten Probleme mit Schleifen. Sie brauchten einfach mehr Übung. Ich entwickelte eine Webanwendung [5]. Zum Glück in Java, denn ich bekam seitdem stetig Fragen von Studenten aus der ganzen Welt, ob sie nicht bei meinem Open-Source-Projekt mitmachen können. Dann lade ich sie gerne ein, um ein offenes Problem zu bearbeiten. Weil das Projekt in Java ist, finden sich die Studenten zurecht. Bei Rails (zu unbekannt) oder JavaScript (zu chaotisch) wäre es nicht so einfach, Mitstreiter zu finden. Und Java ist wahnsinnig stabil. Die Webanwendung hat sich über die Jahre von Glassfish zu Play und jetzt zu Quarkus gewandelt, aber der Kerncode besteht weiterin.
Ralf D. Müller: Ich hatte immer viel Spaß mit Groovy und Grails im Java-Ökosystem. Groovy hat es geschafft, eine leichtgewichtige Skriptsprache im Java-Ökosystem zu etablieren, die auch ohne IDE beherrschbar ist.
Mark Paluch: Für mich ist es wichtig, Wissen an andere Entwickler weiterzugeben und dabei auch von ihnen zu lernen, wie sie Java verwenden und in welchem Kontext. Konferenzen sind eine großartige Möglichkeit, mich mit der Java Community auszutauschen, und ein ganz besonderes Highlight.
Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Was hat dich negativ beeinflusst beziehungsweise was war ein unschöner Moment im Java-Umfeld?
Jens Schauder: Das war Gradle. Ich habe eine Zeit lang Gradle als Build-Tool genutzt und es geliebt, da es mir erlaubte, kleine Skripte direkt im Build-Tool zu schreiben. Ich konnte damit Probleme lösen, die durch kafkaeske Architekturvorgaben eines Kunden verursacht wurden. Sehr cool! Das böse Erwachen kam, als ich ein Projekt, das ein Jahr lang herumlag, versuchte wiederzubeleben. Durch Updates von was auch immer funktionierte nichts mehr und ich habe mein eigenes Build-Skript nicht mal ansatzweise mehr verstanden.
Richard Fichtner: Die große Verunsicherung um die Lizenzierung von Java vor einigen Jahren war unschön und bedurfte viel Erklärung. Das hat sich zum Glück heute alles gelegt und die Auswahl an JDKs ist so groß wie noch nie.
Cay Horstmann: Circa 2009 war ich schon unglücklich mit der langsamen Weiterentwicklung von Java. Ich lernte Scala, benutzte es für einige Projekte und schrieb ein Buch darüber. Scala ist wirklich eine schöne und elegante Sprache, aber einfach ist sie nicht. Und auch nicht sonderlich stabil. Seitdem hat sich Java enorm weiterentwickelt. Scala ist immer noch eleganter, aber Java hat eine bessere Infrastruktur.
Ralf D. Müller: Die Open-Source-Community ist in der Java-Welt recht stark. Demgegenüber stehen im starken Kontrast die Rechtsstreitigkeiten zwischen den großen Firmen, die aus Java Kapital schlagen wollen. Das hat immer wieder die Community verunsichert.
Mark Paluch: Es ist schade, dass ein guter HTTP-Client (Java 11) und so etwas wie Single-File Programs es erst so spät in ein Java Release geschafft haben. Das sind Features, die gerade für den Einstieg in die Sprache eine große Rolle spielen. Es ist auch schön, dass Java nun eine API für Bytecode-Interaktion bereitstellt und ASM vielleicht langsam nicht mehr notwendig sein wird. JPMS ist für das JDK ein großer Schritt nach vorn gewesen. Für Bibliotheken ist es schade, dass Module-Info so sehr viel restriktiver (z. B. ein Modul pro JAR) gehandhabt wird, was zu der Wahrnehmung führt, dass Bibliotheken Bürger zweiter Klasse sind.
Glaubst du, dass Java auch nach 30 Jahren noch relevant ist? Welche Rolle spielt Java deiner Meinung nach in der modernen Softwareentwicklung, insbesondere im Vergleich zu anderen Sprachen und Technologien?
Jens Schauder: Java ist das langweilige Arbeitstier unserer Zeit und wird es noch lange bleiben. Projekte im Enterprise-Umfeld, in dem Java besonders stark ist, laufen lange und werden noch länger gewartet. Ich vermute daher, dass auch in 30 Jahren Java noch relevant sein wird. Ich sehe momentan nur einen Weg, das zu verhindern: Wenn es ein Tool gäbe, das Code in einer Sprache in hochwertigen Code einer anderen Sprache überführen kann. Viele Tools versuchen etwas Derartiges, um Cobol-Programme in Java umzuwandeln. Das Ergebnis ist aber meist noch schlimmer als der ursprüngliche Cobol-Code. Wer weiß, was KI da noch für uns tun wird. Und generell darf man nicht vergessen, wie viel 30 Jahre sind. Vor 30 Jahren hatten Handys das Format einer kleinen Werkzeugkiste. Und ein Rechner mit der Leistung eines aktuellen Mobiltelefons würde vermutlich einen Raum füllen.
Richard Fichtner: Ich hoffe, dass Java noch relevant ist. Mit dem neuen sechsmonatlichen Release-Zyklus und den zweijährlichen LTS-Releases ist viel Bewegung und Erneuerung in die Java-Welt gekommen. Java hat viele moderne Features und ist gleichzeitig noch sehr rückwärtskompatibel zu Code von vor 30 Jahren. Ich bin zuversichtlich.
Cay Horstmann: Die am meisten benutzten Programmiersprachen (C++, Python, Java, JavaScript) sind alle etwa 30 Jahre alt. Neuere Sprachen wie Go, Ruby, Rust und Swift haben ihre Nischen, aber es ist nicht einfach, darüber hinaus zu wachsen. Die Programmiersprache ist nur ein Teil der Infrastruktur. Java hat ausgezeichnete Tools und Bibliotheken sowie ein technisch kompetentes und motiviertes Team, das die Sprache weiterentwickelt. Die JVM gibt Stabilität und Einsicht in das Verhalten laufender Programme. Das ist für viele Anwendungen wichtig. Ich sehe zurzeit keine Sprache oder Technologie, die Java das Wasser abgraben würde. Zumindest abgesehen von KI. Es ist natürlich vorstellbar, dass es bald keine menschlichen Entwickler mehr gibt, sondern dass ein Manager der KI einfach erzählt, was sie programmieren soll. In irgendeiner Sprache. Aber ganz glauben kann ich das nicht. Ich benutze gerne KI für „Autocomplete“-Vorschläge. Aber selbst da geht genug schief, dass ich meine, wir sind nicht so schnell ersetzbar.
Ralf D. Müller: Java ist etabliert. Die Sprache hat zwar ihr ursprüngliches Versprechen „Write once, run anywhere“ nicht so erfüllen können, wie andere Sprachen es gefühlt schaffen, aber Java-Programme laufen auf einer Vielzahl von Systemen, die den Betrieb unserer modernen Welt sicherstellen. Durch Python und JavaScript gibt es zwei Herausforderer, denen Java in verschiedenen Bereichen (ML, Web) das Feld überlassen muss. Hier wird es spannend zu sehen, welchen Einfluss GenAI auf die weitere Entwicklung haben wird. Da die Large Language Models gerade in der Erzeugung von Python-Code sehr stark sind, wird hier ein verstärkter Effekt entstehen. Java ist durch seine Struktur eher nicht optimal für die Generierung durch LLMs aufgestellt.
Mark Paluch: Java ist ein fundamentaler Baustein moderner Softwareentwicklung und gleichzeitig wird Java jedes Jahr neu totgesagt. Jetzt sind wir hier nach 30 Jahren Java. Die Veränderungen in der Sprache und der Standardbibliothek zeigen, wie relevant Java ist. Derzeit ist für mich das Wichtigste, dass die Sprachentwicklung durch eine diverse Community vorangetrieben wird. Valhalla, Babylon und Leyden sind die bedeutendsten Projekte seit Generics und Functional Interfaces.
Welche Tipps kannst du aktuellen Java-Entwicklern geben, um in der sich schnell verändernden Technologielandschaft am Ball zu bleiben und sich mit Java weiterzuentwickeln?
Jens Schauder: Spielt mit Neuem: Wenn ihr von einer neuen Bibliothek, Sprache, einem Tool oder einem Framework hört, das für euch interessant klingt, probiert es aus. Selbst wenn ihr es nie benutzt, lernt ihr dabei. Lernt vom Alten: Vieles, was als neu verkauft wird, ist alt und wurde schon mal versucht. Das kann gut oder schlecht sein und vielleicht sind die Probleme, die dazu geführt haben, dass es in Vergessenheit geraten ist, heute gelöst. Der Kontext der Geschichte hilft auf jeden Fall, sich auf dem Gipfel der Gardner-Hype-Kurve ein wenig vorsichtiger bewegen zu können. Und verbringt Zeit mit Familie und Freunden.
Richard Fichtner: Besucht eure lokale Java User Group. Wir haben das Glück, dass es im DACH-Raum über 40 JUGs gibt. Eine Liste gibt es hier [7]. Besucht die tollen Community-Java-Konferenzen wie die JCON Europe [8], JavaLand [9], Java Forum Stuttgart [10], Java Forum Nord [11] oder den JUG Saxony Day [12].
Cay Horstmann: Mein Tipp ist immer, die neuen Technologien einfach anzupacken. Vielleicht geht es mit einem Projekt in der Firma oder sonst einem Hobbyprojekt. KI ist im Augenblick der Renner, und es ist nicht schwer, Informationen über KI mit Java zu finden. Einfach mitbasteln und von der Erfahrung lernen. Bei der Java-Sprache auf dem neuesten Stand zu bleiben, ist recht einfach. Die Entwicklung ist sehr transparent, und neue Features werden in den JEPs (Java Enhancement Proposal) vorgestellt [13]. Marc Hoffmann und ich versuchen, bei im Java Version Almanac [14] eine einfachere Synthese anzubieten. Und natürlich kommt alle zwei Jahre eine neue Ausgabe von Core Java.
Ralf D. Müller: Konferenzen! Geht auf Konferenzen, um euch zu vernetzen und weiterzubilden. Das war und ist der beste Weg, um mit aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.
Mark Paluch: Es ist schier unmöglich, sich überall gut auszukennen. Aus meiner täglichen Arbeit weiß ich, wie wichtig es ist, sich mit bestimmten Bibliotheken oder Teilen von Java auszukennen. Wenn ihr euch bei der täglichen Arbeit ganz viel Zeit und Herumprobieren ersparen möchtet, dann macht euch mit eurem Ökosystem vertraut. Nehmt euch die Zeit, die Doku zu lesen und lernt, wie eure Datenbank oder Bibliothek funktionieren. Macht euch vertraut mit dem, was es kann und mit dem, was es nicht kann (oder wofür es nicht gedacht ist).
Was wünschst du dir für Java in den nächsten 5–10 Jahren und welche Befürchtungen hast du?
Jens Schauder: Maßgeblich für den großen Erfolg von Java ist, dass es vorsichtig und eher langsam weiterentwickelt wird. Das macht Java ein wenig altbacken und langweilig. Aber langweilig ist genau das, was man für die wirklich wichtigen Projekte haben will. Eine ganze Menge Leute fordern immer wieder schnelle, einfache Lösungen für Probleme, von denen sie nicht verstehen, wie komplex sie sind. Ich hoffe, dass die Architekten, die die Entwicklung von Java bestimmen, genauso umsichtig agieren, wie sie das in der Vergangenheit getan haben, und nicht der Versuchung erliegen, schnell Dinge in die Sprache einzubauen, die mittelfristig mehr Probleme verursachen, als sie lösen.
Richard Fichtner: Ich hoffe, dass die Veränderungen der letzten Jahre Java wieder zugänglicher und attraktiver für junge Entwickler und Entwicklerinnen machen. Wir brauchen für unsere Systeme der Zukunft eine stabile Basis und Menschen, die begeistert eine gute Zukunft bauen – hoffentlich mit Java 😊
Cay Horstmann: Ich wünsche mir, dass Valhalla („value types“ und die Vereinheitlichung von primitiven und Klassentypen) vom Labor zur Realität überspringt, und ich bin zuversichtlich, dass dies passieren wird. Ich hoffe, dass das Java-Team die Standardbibliothek weiterpflegt. Natürlich gibt es für fast alle Bedürfnisse Bibliotheken von Drittanbietern, aber es hat viel Wert, eine Standardlösung zu haben. Meine ersten Vorschläge sind JSON und Command Line Parsing. Und ich hätte gerne einige Verbesserungen für Anfänger. Oracle könnte Notebooks für Java anbieten, so wie Google Colab, aber für Java. Anders als um 2009 habe ich eigentlich wenige Befürchtungen. Die Sprache wird stetig weiterentwickelt. Es gibt eine neue Generation von Frameworks für Webanwendungen und KI. Die Community (Konferenzen, User Groups) ist sehr aktiv. Was Java am meisten fehlt, ist „Buzz and Excitement“. Aber so ist es nach 30 Jahren.
Ralf D. Müller: Wünschen würde ich mir eine Stärkung des Groovy-Ökosystems, da Groovy Java sehr gut ergänzt und aufgrund einiger Eigenschaften der Sprache gegenüber Python einiges wettmacht, was Java fehlt. Dazu würde gehören, dass Java auch Features von Groovy übernimmt und sie nicht anders neu implementiert. Meine Befürchtung ist jedoch, dass GenAI auf die Wahl der Programmiersprache in Zukunft einen höheren Einfluss haben wird als notwendig und dass die Landschaft der Programmiersprachen dadurch an Vielfalt verliert.
Mark Paluch: Software verändert die Welt und die Welt verändert Software. Vor 10 Jahren hat niemand daran gedacht, dass Dependencies oder Maven Repositories zu Angriffsvektoren werden. Java hat darauf reagiert. Ich gehe davon aus, dass wir viel mehr Dinge erleben werden, an die wir heute niemals denken würden. Ich wünsche mir, dass Java und dessen Maintainer weiterhin die Sprache so entwickeln, wie sie es die ganzen Jahre über getan haben. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. In den 2000er-Jahren waren Spring und Java Enterprise gewaltige Treiber für Veränderung, wie Anwendungen geschrieben werden. Heute versucht GenAI, die Software-Welt zu revolutionieren.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11122747
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-1-10328653.html
[2] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-2-11122674.html
[3] https://www.heise.de/blog/30-Jahre-Java-Interview-mit-Community-Vertretern-Teil-3-11122747.html
[4] https://aosabook.org/en/v1/violet.html
[5] https://codecheck.us/
[6] https://www.javaland.eu/de/home/
[7] https://www.ijug.eu/de/verein/
[8] http://europe.jcon.one/
[9] https://javaland.eu/
[10] https://www.java-forum-stuttgart.de/
[11] https://javaforumnord.de/
[12] https://jugsaxony.org/day/
[13] https://chriswhocodes.com/jepsearch.html
[14] https://javaalmanac.io/features/
[15] mailto:rme@ix.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Radu Bercan/Shutterstock.com)
Das Entwicklungstool für Rapid Prototyping von XAML-Code ist nun quelloffen verfügbar. Es befindet sich auf dem Weg zu Version 2.0 mit einigen neuen Features.
Microsoft hat sein Entwicklungstool XAML Studio Open Source gestellt, acht Jahre nach dessen erstmaliger Veröffentlichung. Als nächstes steht Version 2.0 an, und es sind einige Neuerungen geplant, die Interessierte dank dem auf GitHub befindlichen Quellcode bereits ausprobieren können.
XAML Studio ist ein Rapid-Prototyping-Tool für WinUI-Developer, die die XML-basierte Markup-Sprache XAML (eXtensible Application Markup Language) nutzen. Zu den Features von XAML Studio zählen Live-Editierung und -Interaktion, ein Binding-Debugger, ein Data-Context-Editor sowie automatisches Speichern und Wiederherstellen von Dokumenten. Nachdem Entwicklerinnen und Entwickler ihren Code in XAML Studio geprüft haben, können sie diesen in Visual Studio kopieren.
Derzeit ist Version 1.1 das aktuelle Release, das sich aus dem Microsoft Store beziehen lässt. Auf GitHub [1] ist jedoch schon der Quellcode für die nächste geplante Version XAML Studio 2.0 mit neuen, teils experimentellen Features zu finden.
(Bild: Microsoft [2])
Zu den neuen Features [3] zählen die überarbeitete Optik im Fluent-UI-Design, ein Echtzeit-Panel für den Umgang mit Eigenschaften (Ändern, Inspizieren und Experimentieren), Visual-Tree- und Visual-State-Explorer als Teil des Eigenschaftspanels und ein Rechtsklick-Menü zum Duplizieren des geöffneten Tabs. Daneben wurden die Libraries aktualisiert und Bugs behoben.
XAML Studio ging einst aus einem experimentellen Projekt [4] im Rahmen der Microsoft Garage hervor. Laut der neuen Ankündigung auf Microsofts Entwicklerblog [5] bestand bereits seit einer frühen Phase das Ziel, XAML Studio quelloffen zur Verfügung zu stellen. Die Roadmap [6] bietet die Möglichkeit, den Weg zu Version 2.0 mitzuverfolgen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132552
Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/dotnet/XAMLStudio
[2] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/discussions/44
[3] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/discussions/categories/feature-feedback
[4] https://www.heise.de/news/Microsoft-veroeffentlicht-XAML-Studio-zum-Prototyping-von-UWP-XAML-4280996.html
[5] https://devblogs.microsoft.com/ifdef-windows/xaml-studio-is-now-open-sourced/
[6] https://github.com/dotnet/XAMLStudio/issues/34
[7] mailto:mai@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: programmier.bar)
Zwischen eigenem Coding und Führung ohne Hands-on: Mirko Seifert spricht über den Moment, in dem technische Tiefe zur Herausforderung wird.
Wann kommt in der Development-Karriere der Punkt, an dem weniger Code geschrieben wird – und ist das ein Ziel, das überhaupt angestrebt werden sollte? Dieser Frage widmet sich der Deep Dive mit Mirko Seifert, Geschäftsführer und Gründer von DevBoost und Prio 0, der seit mehr als 35 Jahren Software entwickelt, sowie Dennis Becker und Jan Gregor Emge-Triebel aus dem programmier.bar-Team. Im Mittelpunkt steht der oft schleichende Übergang von der reinen Entwicklungsarbeit hin zu Rollen mit mehr Verantwortung.
Mirko Seifert beschreibt offen, wie stark sein eigener Anteil an aktiver Entwicklungsarbeit über die Jahre geschwankt hat und warum ihn längere Phasen ohne Coding unzufrieden machen. Dennis Becker reflektiert seinen Weg vom iOS-Entwickler über Product Ownership bis zum Head of Development und erläutert, warum er heute bewusst Abstand zur Codebasis hält, obwohl ihn das Entwickeln weiterhin reizt. Jan Gregor Emge-Triebel ergänzt diese Perspektiven um Erfahrungen aus Tech Leadership, Developer Relations und Community-Arbeit.
Gemeinsam diskutieren die drei, welche Rolle technisches Detailwissen in Führungspositionen spielt und ob es notwendig ist, fachlich ständig auf dem neuesten Stand zu bleiben. Es geht um Vertrauen in Teams, Machtverhältnisse bei Code-Reviews, das Risiko von Micromanagement sowie die Frage, ab welchem Punkt Nähe zum Code eher schadet als hilft. Auch Recruiting, größere technologische Umbrüche und der Einfluss von KI auf aktuelle Entwicklungsarbeit werden eingeordnet. Eine einfache Antwort gibt es nicht – stattdessen eine differenzierte Bestandsaufnahme darüber, wie stark der eigene Coding-Anteil von Rolle, Umfeld und Teamdynamik abhängt.
Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der programmier.bar [2] bereit: „Manager und Coding mit Mirko Seifert [3]“. Fragen und Anregungen gerne per Mail [4] oder via Mastodon [5], Bluesky [6], LinkedIn [7] oder Instagram [8].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11132288
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[2] https://programmier.bar/
[3] https://www.programmier.bar/podcast/deep-dive-198-manager-und-coding-mit-mirko-seifert
[4] mailto:podcast@programmier.bar
[5] https://social.programmier.bar/@podcast
[6] https://bsky.app/profile/programmier.bar
[7] https://www.linkedin.com/company/programmier-bar
[8] https://www.instagram.com/programmier.bar/
[9] mailto:mai@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien

Siemens und Nvidia wollen mit digitalen Zwillingen künftig die Weiterentwicklung der Produktion in Echtzeit ermöglichen. Das haben Siemens-CEO Roland Busch und Nvidia-Chef Jensen Huang am 6. Januar 2026 bei ihrer Keynote-Ansprache zur Eröffnung der Technikmesse CES bekanntgegeben . Kunden könnten damit Produkte schneller entwickeln und die Produktion in Echtzeit anpassen, sagte Busch.
Möglich werde, "komplexe Systeme in der Software zu simulieren, um sie dann nahtlos in der physischen Welt zu automatisieren und zu betreiben" , erklärte Huang.
Busch sagte, dass bei der Konstruktion von Zügen oder Autos nicht nur in einem virtuellen Windkanal die Aerodynamik der Fahrzeuge erfasst werde, sondern konkrete Vorschläge zur Optimierung des Designs vorgelegt würden. Der Digital Twin Composer soll Roboter virtuell trainieren und Fertigungsprobleme lösen, bevor sie überhaupt auftreten.
Erste Kunden evaluieren bereits einige dieser Funktionen, darunter Foxconn, HD Hyundai, Kion Group und Pepsico. Ein erster vollständig KI-gesteuerter adaptiver Produktionsstandort soll ab diesem Jahr in dem Gerätewerk von Siemens in Erlangen (GWE) aufgebaut werden.
Beginnend mit dem Halbleiterdesign werde Siemens Nvidias Cuda-X-Bibliotheken, Physicsnemo und GPU-Beschleunigung in seinem Electronic Design Automation (EDA) integrieren. Zudem sollen KI-gestützte Funktionen wie Layoutanleitung, Debugging-Unterstützung und Schaltungsoptimierung ermöglicht werden.
Siemens und Nvidia wollen gegenseitig Technologien des Partners in ihren eigenen Systemen implementieren, bevor sie skaliert werden. Was genau dabei herauskommt, ist offenbar noch unklar: Siemens und Nvidia analysierten ihre Workloads und arbeiten zusammen, um diese zu beschleunigen und KI in die Produkte zu integrieren.
Bei einer weiteren Neuerung arbeitet Siemens mit dem US-Konzern Meta zusammen. Intelligente Brillen sollen Industriearbeitern KI-gestützte Anweisungen direkt ins Sichtfeld oder akustisch übermitteln, während sie an Maschinen stehen.

Das finnische Brillenunternehmen Ixi bereitet die Markteinführung einer mit Flüssigkristalllinsen ausgestatteten Brille vor, die Augenbewegungen des Trägers mitverfolgen und den Fokus automatisch anpassen können soll. Wie CNN berichtet , soll die Brille im Jahr 2027 auf den Markt kommen.
Die Brille enthält LEDs, die Infrarotlicht auf die Augen des Trägers sendet und Fotodioden sowie eine Elektronik, die anhand des reflektierten Lichts und mithilfe der Flüssigkristalle die Sehstärke in Echtzeit anpassen. Gegenüber herkömmlichen Gleitsichtbrillen soll die Technologie weniger Verzerrungen im peripheren Sichtfeld produzieren und keine Eingewöhnungszeit erfordern.
Zudem erlaubt es die dynamische Linse, auf feste Vergrößerungsbereiche zu verzichten und es wird ein deutlich größerer Lesebereich für die Nahsicht geboten. Hinzu kommt, dass der Nahbereich einfach verschwindet, wenn er nicht benötigt wird und sich die Hauptkorrektur damit über die gesamte Linse erstreckt.
Ganz ohne Verzerrungen wird die Autofokusbrille von Ixi allerdings nicht auskommen, geben die Entwickler gegenüber CNN zu bedenken. Die Brille wird zunächst nur im hochpreisigen Premiumsegment erhältlich sein. Außerdem handelt es sich um ein weiteres Gerät, das geladen werden muss.
Trotz Akku und Elektronik lässt das Design der Brille von außen kaum einen Unterschied zu herkömmlichen Brillen erkennen. Mit einem Gewicht von 22 Gramm ist der aktuelle Prototyp zudem sehr leicht.
Bevor die Brille zur Marktreife gelangt, sind noch weitere Tests erforderlich. So soll zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Brille gefahrlos im Straßenverkehr eingesetzt werden kann. Für den Fall von Fehlfunktionen der Elektronik oder der Flüssigkristalle sei aber ein Sicherheitsmodus vorhanden, der die Brille in den Grundzustand der Hauptlinse versetzt.
Ixi gibt an, dass die Brille für den Alltagsgebrauch unter verschiedenen Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und Bewegungen des Trägers entwickelt wurde. Unter welchen Rahmenbedingungen die Brille optimal funktioniert, ließen die Macher aber offen.

Lenovo hat auf der CES einen neuen Mini-PC vorgestellt . Mit nur einem Liter Volumen erinnert der Yoga Mini i an den Mac Mini (Test) . Allerdings hat sich der Hersteller für eine Zylinderform entschieden. Das Gehäuse ist 48,6 mm hoch und misst 130 mm im Durchmesser. Außerdem soll es ab 600 Gramm wiegen. Im Vergleich zu einem Mac Mini läuft der Mini i mit Windows 11. Außerdem ist der Power-Knopf direkt an der Seite angebracht und ohne Umwege nutzbar.
In das kleine Chassis steckt Lenovo den Intel Core Ultra X7 358H . Bei dem Chip handelt es sich um die aktuelle Mobilgeneration mit 25 Watt TDP. Mit vier P- und acht E-Cores soll der Chip für die meisten Aufgaben ausreichen.
Auch stattet Intel die neue Generation mit einer schnelleren NPU mit 50 Tops aus. Neue Laptops und kompakte Geräte sollen lokale LLMs und andere KI-Anwendungen so besser ausführen können. Dem Chip stehen 32 GByte LPDDR5x-RAM zur Verfügung, der allerdings fest verbaut und nicht austauschbar ist.
User können diverse Anschlüsse am Yoga Mini verwenden. Dazu zählen drei USB-C-Ports (1x Thunderbolt 4) und eine USB-A-Buchse. Auch ein RJ45-Port (2,5 GBit Ethernet) und HDMI 2.1 können genutzt werden. An der Seite ist ein weiterer Thunderbolt-Port neben einer 3,5-mm-Klinke vorhanden. Das System integriert zudem ein Wi-Fi-7-Modul mit Bluetooth-6.0-Konnektivität. Auch kleine Lautsprecher sind nutzbar.



Lenovo will den Yoga Mini i 1L ab Juni 2026 verkaufen. Der Startpreis liegt bei 700 US-Dollar. Das Gerät orientiert sich also auch preislich ungefähr am aktuellen Mac Mini mit M4-Chip. Allerdings gibt es keine Version mit mehr Leistung oder einem schnelleren Prozessor.
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
Lenovo experimentiert für kommende Notebooks mit rollbaren OLEDs: Auf der CES gab es Prototypen mit seitlich oder nach oben ausfahrbaren Displays zu sehen.
Lenovo verkauft mit dem ThinkBook Plus Gen6 [1] seit vergangenem Herbst bereits ein Notebook mit ausrollbarem OLED-Bildschirm. Diese Bauart wird mit dem frisch vorgestellten ThinkBook Plus Gen7 [2] zwar nicht fortgeführt, doch Lenovos Ingenieure werkeln weiter an Notebooks mit auf- beziehungsweise ausrollbaren Display. Auf der CES zeigte der Hersteller zwei Notebook-Prototypen, die sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven nähern.
Sowohl dem ThinkPad Rollable (Business-Notebook) als auch dem Legion Pro Rollable (Gaming-Notebook) ist gemein, dass Lenovo das besondere OLED-Panel samt zugehöriger Mechanik im Deckel unterbringt. Das war beim ThinkBook Plus noch anders: Dort versteckte sich die Technik im Rumpf, was dessen Entwicklung und Fertigung aufwendig und teuer macht. Bei den neuen Bauarten kann der Rumpf hingegen konventionell ausfallen, sodass ein und dasselbe Notebook mal mit normalem Deckel und mal mit ausrollbarem OLED bestückt werden könnte. Das senkt die Entwicklungskosten.
Bei ThinkPad Rollable läuft das flexible OLED über die obere Deckelkante, wo es von einem gewölbten Stück Gorillaglas geschützt wird. Ein Teil des OLEDs ist immer an der Außenseite des Deckels zu sehen, sodass man auch bei zugeklapptem Deckel Statusinformationen zu Gesicht bekommt. Beim Ausfahren des Bildschirms nach oben läuft dieser Teil dann über eine Walze auf die Innenseite und ergänzt den Windows-Desktop, sodass mehr Bildhöhe als die üblichen 14 Zoll zum Arbeiten an großen Dokumenten zur Verfügung steht.
Die Statusanzeige an der Außenseite verschwindet nicht, weil sich an der Deckelaußenseite noch mehr Bildschirmfläche versteckt, die dann nach oben wandert und nur in diesem Modus angesteuert wird. Die Mechanik ist im ausgefahrenen Zustand durch die Gorillaglasscheibe an der Außenseite sichtbar.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Auch beim Gaming-Notebook Legion Pro steckt ein biegsames OLED-Panel im Deckel. Im Normalbetrieb hat es eine Diagonale von 16 Zoll, doch mit ausrollbaren Bereichen an beiden Seiten kann die Anzeigefläche über den einprogrammierten Zwischenschritt 21,5 Zoll auf bis zu 24 Zoll vergrößert werden – beide selbstredend in extremen Breitbildformaten.
Solche sind bei Gamern beliebt, vergrößern sie doch das Blickfeld, was bei Immersion wie Feinderkennung hilft. Beim Transport nimmt das Legion Pro Rollable hingegen nicht mehr Platz weg als andere 16-Zöller auch. Die Nutzergruppe mag zudem das zusätzliche Gewicht und der arg dicke Deckel nicht abschrecken, denn Gaming-Notebooks sind generell weder leicht noch schlank.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Lenovo wollte nicht ausschließen, dass die beiden Konzeptgeräte künftig einmal als tatsächliche Produkte in den Handel kommen. Aktuell ist dies aber nicht geplant.
heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11128690
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/ThinkBook-Plus-G6-Notebook-mit-ausrollbarem-OLED-Bildschirm-im-Test-11081373.html
[2] https://www.heise.de/news/ThinkBook-Plus-Gen7-Auto-Twist-Motorisierter-Bildschirm-dreht-sich-zum-Nutzer-11128652.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/ct
[6] mailto:mue@ct.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Luca Schäfer
Der Fall Venezuela: Wenn das Völkerrecht vom Recht des Stärkeren abgelöst wird
(Bild: FXQuadro/Shutterstock.com)
Entführt, sanktioniert, bombardiert – in Caracas zeigt sich die Spitze westlicher Hybris. Das Völkerrecht weicht dem Recht des Stärkeren. Eine neue Normalität?
Caracas rüttelt auf: UN-Generalsekretär António Guterres betonte [1]im Kontext der US-Angriffe auf Venezuela die Wichtigkeit der UN-Charta [2]. Während Spanien – in europäischer Einsamkeit – die Entführung [3] anprangerte [4], blieb es in Brüssel wie Berlin ungewohnt still. Dem selbsternannten Werte-Westen war die Kommandoaktion keine Silbe der Verurteilung wert. Bundeskanzler Merz nannte [5] es "komplex". Generell agiert die Bundesregierung zurückhaltend-kalkulierend, Brüssel kritisierte in homöopathischen Dosen.
Soweit dies unter dem Eindruck der aktuellen Lage – Ukraine-Gespräche in Paris, Mercosur-Abkommen oder das sicherheitspolitische Untertanen-Verhältnis zu Washington – verständlich erscheinen mag [6], hat dies einen entscheidenden Nachteil: Es könnte der Vorbote einer Welt des Rechts des Stärkeren ein. Wählt der Westen Willkür?
Da die US-Spezialeinheiten ohne UN-Mandat und ohne unmittelbare Gefahr für ihr Heimatland agierten, liegt ein klarer Fall vor. Dieser droht, die ohnehin angeschlagenen internationalen Normen gegen Gewaltanwendung weiter auszuhöhlen [7].
Ohne eine klare Selbstverteidigungs- oder UN-Mandatsbasis ist ein solcher Einsatz völkerrechtlich nicht gedeckt – es handelt sich um staatlich legitimierten und organisierten Terrorismus. Dabei ist vollkommen unerheblich, was ein ohnehin international nicht legitimiertes Gericht in New York gegenüber dem "Angeklagten" Maduro befinden sollte [8] – oder wie dessen Herrschaft moralisch-ethisch zu bewerten ist. Es ist bezeichnend, dass eine gerichtliche Entscheidung als nachträgliche Legitimation vorbereitet wird: Der Vorgang stellt völkerrechtliche Grundlagen vom Kopf auf die Füße.
Caracas stellt jedoch nur den vorläufigen Höhepunkt einer wahren Kaskade an primär US-gezielten Verschiebungen der Rechtlosigkeit dar. Zu nennen ist hier neben dem ohne UN-Mandat geführten Irak-Krieg 2003 zuletzt das Bombardement gegen den Iran [9] im Juni 2025. Während man sich im Falle der vermeintlichen irakischen Massenvernichtungswaffen wiederholt mit erfundenen PR-Maßnahmen um ein Mandat bemühte [10], agieren die USA aktuell unverblümt-offen imperialistisch [11].
De jure und ihrem Anspruch nach sollen die völkerrechtlichen Normen ein Gewaltverbot zwischen Staaten manifestieren, die Souveränität der Staaten untereinander garantieren und eine Konfliktlösung auf Basis von Recht festigen.
Es mangelt jedoch an einer Macht, die sie durchsetzt. Eine solche existiert nicht. De facto konnten mächtige Staaten die Normen unter realen oder inszenierten Vorwänden umgehen: [12] Während sich Israel fortwährend auf das Selbstverteidigungsrecht [13] zurückzog, nutzten die USA Terrorismusbekämpfung oder Drogengeschäfte als Vorwände.
Diese Herangehensweise ist mindestens mittel- bis langfristig unterminierend: Die in der aktuellen Sicherheitsstrategie der USA [14] verbriefte Trump-Doktrin schwächt durch stringente Ignoranz die Rolle des UN-Sicherheitsrats als Hüter der Legitimität militärischer Optionen auf ein existenzgefährendes Minimum herab.
Dabei ist die Unterminierung wertebasierter Normen zum Gewaltverzicht an sich keine Neuheit. Aktuell überrascht dennoch dessen Vehemenz und das Tempo, mit der eine taktisch-strategische Neuausrichtung hin zur Zerstörung völkerrechtlicher Normen umgesetzt wird.
Wenn man – wie aktuell zu beobachten – davon ausgeht, dass das internationale Recht ein zahnloser Tiger bleibt, solange nennenswerte Verstöße nicht sanktioniert werden, entfällt für logisch-rational handelnde außenpolitische Akteure jegliche Grundlage, sich daran zu binden. Wenn die westlichen Anschuldigungen gegenüber dem Iran, Russland oder China ihre sachbezogene Grundlage verlieren, sieht es schlecht aus, dass afrikanische Staaten oder Indien je wieder für westliche Sanktionsforderungen empfänglich sein werden [15].
Wenn man – wie aktuell – bereit ist, einen Sündenfall zu tolerieren, sinkt die Hemmschwelle für weitere Missetaten um ein Vielfaches. Die selbsternannten Gralshüter verspielen ihre Weisungskraft und ihre Ausstrahlungsfähigkeit, insbesondere gegenüber Staaten, die keinen Großmachtstatus besitzen.
Wer sich in Bezug auf Caracas nicht zu Handlungen, Sanktionen oder diplomatischen Gesprächen berufen fühlt, wirft den chronologischen Kerngedanken vom Westfälischen Frieden 1648 mit seinem Prinzip der Staatensouveränität, vom Völkerbund 1919 als erster globaler Rechtsgemeinschaft bis hin zum Aufbau internationaler Gerichte, endgültig über Bord.
Die Politik der Bundesrepublik ging selten – und in Bezug auf befreundete Nato-Staaten nie – über die rhetorischen Mittel [16] eines Rufes nach Mäßigung hinaus. Doch selbst diese scheinen zu verstummen. Ein deutliches Zeichen von Hybris, denn damit untergräbt der Westen sein – insbesondere in der ausblutenden Ukraine – dringend benötigtes ideologisches Amalgam.
Insofern könnte die westliche Welt, die in einer einseitig und selektiv einsetzbaren Chimäre von Völkerrecht und juristischen Fixierungen geschlafen hat, in einem Fiebertraum aus Anarchie und Faustrecht aufwachen. Ob der Hurra-Patriotismus, der in weiten Teilen der Jugend kaum Anklang findet, angesichts einer sich zuspitzenden sozialen Schieflage, der deutschen Wirtschaftskrise und des Multi-Milliarden-Euro-Grabes Kiew als Bindemittel eines fortzusetzenden Krieges ausreichen kann, darf stark bezweifelt werden.
Zwar kritisieren auch Russland und China deutlich die Einseitigkeit und doppelten Standards bei der Anwendung des Völkerrechts – nicht nur am Beispiel Venezuela –, gehen jedoch über diese Faustformel hinaus.
Moskau betont [17] in allen – insbesondere auch nach 2022 erfolgten – offiziellen Stellungnahmen, dass es sich prinzipiell zur gleichberechtigten Souveränität aller Staaten bekennt und gleichzeitig die Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten ablehnt.
Peking richtet [18] seine gesamte Außenpolitik auf die zentralen Errungenschaften des Völkerrechts aus: Neben der UN-Charta sind dies die Prinzipien von Nicht-Einmischung und Souveränität sowie die klare Ablehnung unilateraler Zwangsmaßnahmen. Beide Staaten verstärkten [19] ihre übereinstimmenden Positionen in einer gemeinsamen Erklärung aus dem Mai 2025.
Selbst wenn man der Realpolitik (Taiwan, Ukraine-Fragen) kritisch gegenübersteht, sind dies schriftlich dargelegte Bekenntnisse, die in Washington, Brüssel oder Berlin zeitgleich fehlen. In klarer Opposition zur Rolle der USA als Weltpolizist schmieden [20] Peking und Moskau an einem adaptierten internationalen Koordinatensystem. Jenen Projekten könnte der erneute Sündenfall Vorschub leisten.
Zum jetzigen Zeitpunkt besteht wenig Anlass, eine völkerrechtliche Renaissance zu prognostizieren. Dabei spielen die US-Fundamentalopposition und die Nicht-Bereitschaft der südlichen Achse, entscheidende Machtgarantien zur Durchsetzung abzugeben, eine entscheidende Rolle.
Dies wird Konsequenzen haben: Es ist anzunehmen, dass das Risiko gewalttätiger Konflikte zwischen Staaten spürbar zunehmen wird, kleinere abhängige Staaten Bedrängnis geraten und die laufende Fragmentierung internationaler Rechtsvorstellungen zunehmen wird.
Höchstwahrscheinlich wird Caracas als ein Wendepunkt eingehen: Offen bleibt, ob es sich dabei um einen Abzweig zu einer umfassenden Stärkung der Legitimitäts- und Sanktionsmechanismen oder zu einem normativen Rückschritt in Form einer unilateralen Sicherheitspolitik handeln wird.
URL dieses Artikels:https://www.heise.de/-11131584
Links in diesem Artikel:[1] https://www.reuters.com/world/americas/un-chief-guterres-raises-concerns-about-instability-venezuela-legality-us-2026-01-05/[2] https://www.heise.de/tp/article/UN-Reform-2025-Neue-Charta-fuer-eine-neue-Weltordnung-10231410.html[3] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[4] https://www.reuters.com/world/americas/spain-strongly-condemns-violation-international-law-venezuela-pm-says-2026-01-04/[5] https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/venezuela-us-angriff-reaktionen-102.html[6] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundesregierung-venezuela-usa-voelkerrecht-100.html[7] https://www.theguardian.com/politics/2026/jan/05/venezuela-attack-embolden-china-russia-uk-labour-emily-thornberry[8] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-01/nicolas-maduro-gericht-new-york-plaediert-auf-nicht-schuldig[9] https://www.heise.de/tp/article/Die-USA-treten-in-den-Krieg-gegen-den-Iran-ein-10455272.html[10] https://www.deutschlandfunk.de/us-intervention-im-irak-fehlt-legitimation-durch-die-100.html[11] https://www.akweb.de/politik/us-angriff-auf-venezuela-unverbluemt-imperialistisch/#:~:text=Wiederholt%20hatte%20US%2DPr%C3%A4sident%20Donald%20Trump%20milit%C3%A4rische%20Angriffe,venezolanischen%20Pr%C3%A4sidenten%20Nicol%C3%A1s%20Maduro%20kamen%20dennoch%20%C3%BCberraschend.[12] https://www.n-tv.de/politik/Der-US-Angriff-auf-Venezuela-hat-rechtlich-keine-Basis-id30199797.html[13] https://www.heise.de/tp/article/Von-Ukraine-bis-Gaza-Wann-verteidigen-Staaten-sich-selbst-10002070.html[14] https://www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf[15] https://www.pravda.com.ua/eng/columns/2026/01/05/8014739/[16] https://de.euronews.com/my-europe/2026/01/05/eu-trump-einhaltung-voelkerrecht-venezuela[17] https://mid.ru/en/foreign_policy/news/2053653/[18] https://www.globaltimes.cn/page/202601/1352265.shtml[19] https://www.fmprc.gov.cn/eng/xw/zyxw/202505/t20250509_11617838.html[20] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article68b532165d3e123a945b1f8f/Putin-und-Xi-fordern-bei-Gipfel-in-China-neue-Weltordnung.html
Copyright © 2026 Heise Medien
Bernd Müller
(Bild: EUS-Nachrichten / Shutterstock.com)
Kanzler Merz öffnet die Tür für deutsche Soldaten zur Absicherung eines Ukraine-Waffenstillstands. Auch Einsatz im Land selbst nicht ausgeschlossen.
Einheiten der Bundeswehr [1] könnten schon bald in der Ukraine ihren Dienst tun. Das stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag in Aussicht. Die deutschen Truppen sollen dabei helfen, einen möglichen Waffenstillstand in der Ukraine abzusichern, erklärte Merz nach einem Treffen mit Ukraine-Verbündeten in Paris.
Merz betonte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa), dass er für die Bundesregierung "grundsätzlich nichts ausschließe". Das schließt auch den Einsatz deutscher Soldaten auf ukrainischem Territorium ein, heißt es bei der dpa.
Wie tagesschau.de [2] berichtet, erklärte Merz mit Blick auf deutsche Soldaten ausdrücklich: "Es kann auch richtig sein, beides zu tun, sowohl Truppen in der Ukraine zu stationieren [...], aber dann eben auch in benachbarten Staaten zur Ukraine weitere Truppen zu stationieren, die für den Fall einer erneuten russischen Aggression eingesetzt werden können."
Nach einem Treffen im Dezember hatte Merz noch betont, dass eine solche Friedenstruppe [3] im Ernstfall auch gegen russische Streitkräfte kämpfen [4] müsse.
Mit dieser Ankündigung vollzieht Merz einen Kurswechsel. Bisher hatte Berlin abgewartet und argumentiert, die Frage stelle sich erst nach Klärung der Bedingungen für einen Waffenstillstand.
Jetzt erklärt der Kanzler die grundsätzliche Bereitschaft, lässt aber Details zu Truppenstärke und konkreten Aufgaben offen. Die finale Entscheidung liege bei Bundesregierung und Bundestag.
Seit Monaten beraten die Ukraine-Verbündeten über Sicherheitsgarantien [5]. Frankreich und Großbritannien treiben dabei die Planungen voran.
Im September erklärten sich bereits 26 Staaten bereit, Truppen zu entsenden. Paris betonte allerdings, es gehe um Friedenssicherung aus der Distanz, nicht um Fronteinsätze.
Der Entwurf der Verbündeten sieht laut [6] Reuters bindende Zusagen für den Fall neuer russischer Angriffe vor. Dazu zählen militärische Unterstützung, Geheimdienst-Kooperation und weitere Sanktionen. Die USA sollen ein internationales Überwachungssystem für den Waffenstillstand leiten.
Als vorläufige Stationierungsorte kommen die Nato-Staaten Polen, Rumänien, Ungarn und die Slowakei infrage.
Deutsche Soldaten sind bereits in Litauen präsent, Patriot-Systeme [7] schützten bis Dezember den polnischen Logistik-Knotenpunkt Rzeszow. Eurofighter sind in Polen und Rumänien, nahe der ukrainischen Grenze stationiert.
Die Umsetzung bleibt ungewiss. Russland zeigt keine Bereitschaft, westliche Truppen zu akzeptieren, und fordert den Ausschluss der Ukraine von Militärbündnissen. Kiew verlangt dagegen Garantien vergleichbar mit dem Nato-Beistandspakt [8].
URL dieses Artikels:https://www.heise.de/-11132021
Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/Bundeswehr-im-Alltag-Zwischen-Notfall-und-Normalitaet-11107955.html[2] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/deutschland-beteiligung-friedenssicherung-100.html[3] https://www.heise.de/tp/article/Macrons-Odessa-Plan-Franzoesische-Truppen-als-Friedenswaechter-fuer-die-Ukraine-11092887.html[4] https://www.telepolis.de/article/Nach-Berlin-Verhandlungen-Wird-die-Bundeswehr-in-die-Ukraine-geschickt-11117404.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Lehren-aus-Budapest-Die-Ukraine-Frage-unter-Trump-10223068.html[6] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/ukraines-allies-meet-with-aim-make-security-pledges-concrete-2026-01-06/[7] https://www.heise.de/tp/article/Laserwaffen-gegen-Drohnen-lohnt-sich-die-Milliardeninvestition-10663728.html[8] https://www.heise.de/tp/article/Ohne-US-Schutzschirm-Ist-Europa-nackt-und-wehrlos-10282710.html
Copyright © 2026 Heise Medien

Meta hat auf der Consumer Electronics Show (CES) 2026 neue Funktionen für die Ray-Ban-Displaybrille angekündigt. Die wichtigste Neuerung: Nutzer können künftig Texte schreiben, indem sie mit dem Finger Buchstaben auf beliebige Oberflächen zeichnen – das Neural Band am Handgelenk erfasst die Bewegungen und wandelt sie in Text um.
Die Funktion startet zunächst für Whatsapp und den Facebook Messenger. Nutzer können physisch Buchstaben nachzeichnen, während das Neural Band die Handbewegungen interpretiert. Meta sieht den Einsatz vor allem in Situationen, in denen das Herausholen des Smartphones unpraktisch wäre.
Eine weitere Neuheit ist der Teleprompter-Modus. Nutzer können Notizen vom Smartphone auf Textkarten übertragen, die dann im Sichtfeld der Brille erscheinen. Über das Neural Band lässt sich zwischen den Karten navigieren, ohne das Telefon zu berühren.
Die Funktion könnte bei Präsentationen oder Reden nützlich sein, wenn man vorbereitete Notizen benötigt, aber gleichzeitig Blickkontakt halten oder sich auf andere Aufgaben konzentrieren muss. Details zu Formatierungsoptionen oder Längenbeschränkungen nannte Meta nicht. Der Rollout soll in dieser Woche beginnen, allerdings in mehreren Phasen.
Die Fußgänger-Navigation wird auf vier weitere US-Metropolen ausgeweitet: Denver, Las Vegas, Portland und Salt Lake City. Die Betafunktion projiziert Wegbeschreibungen direkt ins Sichtfeld der Displaybrille.
Die Brille hat ein monokulares Head-up-Display im rechten Brillenglas mit 600 x 600 Pixel Auflösung und einem Sichtfeld von etwa 20 Grad. Die Helligkeit reicht von 30 bis 5.000 Nits, damit das Displaybild auch im Freien erkannt werden kann. Zusätzlich integriert sind eine 12-Megapixel-Kamera, Lautsprecher und fünf Mikrofone. Die Brille ist für Nachrichten, Navigation und Übersetzungen in Echtzeit gedacht. Erforderlich ist ein Smartphone.

Die USA haben ein neues hochmodernes und bodengestütztes Radarsystem auf der Clear Space Force Station in Alaska errichtet : das Long Range Discrimination Radar (LRDR: Fernbereichsunterscheidungsradar). Es soll Bedrohungen von ballistischen Raketen, sogar mehreren gleichzeitig, mit hoher Präzision erkennen und verfolgen können.
Zudem soll das System unterscheiden können, ob es sich um ein gefährliches Objekt wie eine interkontinentale ballistische Rakete oder um eher ungefährliche Gegenstände wie Trümmerteile handelt. Und genau hierfür steht der Begriff "Discrimination" im Namen. Mit dem LRDR lassen sich die Präzision der Abfangjäger verbessern und ihre Reaktionszeiten verkürzen.
Bereits Ende 2021 wurden die ersten Testversuche des Radars vom US-amerikanischen Raketenabwehramt, der Missile Defense Agency (MDA), durchgeführt. Diese beendete am 4. Dezember 2025 die operative Testphase des Systems. Anschließend wurde die Anlage an das Kampfstreitkräftekommando CFC (Combat Forces Command) der Weltraumstreitmacht U.S. Space Force übergeben.
Laut der Weltraumstreitmacht überwacht das LRDR-System kontinuierlich den Himmel und die Atmosphäre, was das System zu einem zentralen Wächter in der US-Raketenabwehrstrategie macht.
"Die präzise Zuverlässigkeit des LRDR erhöht die Effizienz der US-Raketenabfangfähigkeiten, indem Raketenbedrohungen auf große Entfernungen schnell und präzise erkannt werden" , teilte CFC-Oberst Jared Hoffman mit.
Außerdem würde die anpassungsfähige Architektur zukünftige Upgrades ermöglichen. Überdies gewährleiste die kontinuierliche Bedrohungsüberwachung die Einsatzbereitschaft, auch während der Wartung, und minimiere so potenzielle Ausfallzeiten.

Lenovo hat auf der CES 2026 ein neues AIO mit besonders ungewöhnlichem Display vorgestellt. Das Thinkcentre X AIO Aura Edition verwendet einen 27,6 Zoll großen Bildschirm im 16:18-Format. Er bietet also die Arbeitsfläche von zwei übereinander angeordneten 16:9-Monitoren. Der Billdschirm löst mit einer Auflösung von 2.560 x 2.880 Pixeln auf, was einer doppelten WQHD-Auflösung entspricht.
Das Panel soll den DCI-P3-Farbraum zu 98 Prozent abdecken, leuchtet allerdings nur mit maximal 300 cd/m² – genug für gut ausgeleuchtete Büroräume. Die Bildfrequenz von 60 Hz ist für Büroarbeiten ausreichend schnell.
Das All-in-One integriert sämtliche Hardware zudem im Bildschirm. Lenovo verbaut bis zu einem Core Ultra X7 von Intel. Die neue Generation der Mobilchips kommt mit Arc-12Xe-Grafikeinheit und 50-TOPs-NPU. Dem Prozessor stehen bis zu 64 GByte LPDDR5x-RAM zur Verfügung, der fest integriert und deshalb nicht austauschbar ist. Allerdings können die zwei M.2-SSDs ausgetauscht werden. Standardmäßig ist darauf Windows 11 vorinstalliert.
Auf der Rückseite stehen einige Anschlüsse bereit. Dazu zählen zwei USB-A-Ports, zwei USB-C-Buchsen (1x Thunderbolt 4) und HDMI. Damit können einige weitere Monitore mit dem All-in-One verbunden werden. An der Seite sind zudem ein weiterer USB-A- und ein USB-C-Port nutzbar. Dazu kommt ein 3,5-mm-Port für Headsets oder Lautsprecher.




.jpg)





Lenovo will das Thinkcentre X AIO Aura Edition ab März 2026 anbieten. Den Startpreis gibt das Unternehmen mit 1.700 Euro an. Wahrscheinlich werden vor allem Konfigurationen mit mehr Arbeitsspeicher im Angesicht der aktuellen RAM-Preise merklich teurer sein.
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
(Bild: TimmyTimTim/Shutterstock.com)
In der UniFi Protect Application können Angreifer Schwachstellen für unbefugten Zugriff auf Kameras und DoS-Attacken missbrauchen.
Ubiquiti warnt vor Sicherheitslücken in der UniFi Protect Application. Die Schwachstellen können Angreifern ermöglichen, unbefugt auf UniFi Protect-Kameras zuzugreifen oder die UniFi Protect Application zum Neustart zu bringen. Aktualisierte Software steht bereit, die die Fehler ausbessert.
In einer Sicherheitsmitteilung erklärt Ubiquiti [1], dass zwei Sicherheitslücken in der UniFi Protect Application klaffen. Aufgrund einer Schwachstelle im Discovery-Protokoll in der UniFi Protect Application können Angreifer aus dem angrenzenden Netzwerk unbefugten Zugriff auf UniFi Protect-Kameras erlangen (CVE-2026-21633 [2], CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Details zur Lücke und wie Angriffe darauf aussehen könnten, nennt Ubiquiti jedoch nicht. Bösartige Akteure können zudem aus dem benachbarten Netzwerk heraus das Discovery-Protokoll der UniFi Protect Application überfluten und einen Neustart der App provozieren (CVE-2026-21634 [3], CVSS 6.5, Risiko „mittel“). Auch hier fehlen weitergehende Informationen, die Admins helfen würden, Angriffsversuche zu erkennen.
Beide Schwachstellen hat Trend Micros Zero-Day-Initiative (ZDI) entdeckt und gemeldet. Ubiquiti hat die Aktualisierung auf UniFi Protect Application 6.2.72 veröffentlicht, die die sicherheitsrelevanten Fehler korrigieren soll. Die Übersicht über die Verbesserungen und Fehlerkorrekturen in der Version 6.2.72 [4] nennt jedoch bislang keine der damit geschlossenen Sicherheitslücken. IT-Verwalter, die daher bislang auf das Update verzichtet haben, sollten das nun zügig nachholen – immerhin verpasst die erste Schwachstelle die Einstufung als kritisches Risiko nur sehr knapp.
Ende Oktober hatte Ubiquiti sogar eine Sicherheitslücke mit der Risikoeinstufung „kritisch“ in UniFi Access schließen müssen. Die Auswirkungen waren aufgrund der nebulösen Beschreibung unklar, jedoch ermöglichte das unbefugten Zugriff auf eine API [5].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11131097
Links in diesem Artikel:
[1] https://community.ui.com/releases/Security-Advisory-Bulletin-058-058/6922ff20-8cd7-4724-8d8c-676458a2d0f9
[2] https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-21633
[3] https://www.cve.org/CVERecord?id=CVE-2026-21634
[4] https://community.ui.com/releases/UniFi-Protect-Application-6-2-72/b45268b0-bee2-41c7-b409-8e2d5c0ca47c
[5] https://www.heise.de/news/Ubiquiti-UniFi-Access-Angreifer-koennen-sich-unbefugt-Zugriff-verschaffen-10900318.html
[6] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[7] mailto:dmk@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Primakov/Shutterstock.com)
Androidgeräte sind für eine Zero-Click-Attacke anfällig. Dieses Sicherheitsproblem wurde nun gelöst.
Wenn Angreifer Opfern unter Android eine bestimmte präparierte Sounddatei unterschieben, kann es zu Fehlern und Abstürzen kommen. Schon der Empfang einer solchen Datei kann zu Problemen führen, weil Android Audio-Nachrichten zur Transkription lokal dekodiert und damit eine Zero-Click-Attacke möglich ist. Diese Lücke ist schon seit Oktober vergangenen Jahres bekannt und wurde unter anderem bereits in Windows geschlossen. Nun gibt es das Sicherheitsupdate auch für Android-Geräte.
Die Schwachstelle (CVE-2025-54957 „mittel“) betrifft die Verarbeitung von Dolby-Digital-Plus-Bitstreams. Manipulieren Angreifer solche Sounddateien, kommt es zu einem Speicherfehler, was zu Abstürzen führt. Oft kann in so einem Kontext auch Schadcode auf Systeme gelangen. Ob das in diesem Fall auch klappt, ist bislang unklar. Es gibt noch keine Berichte, dass Angreifer die Lücke bereits ausnutzen.
Die Schwachstelle haben Sicherheitsforscher von Googles Project Zero entdeckt. Seitdem gibt es auch Sicherheitsupdates für Windows und andere [1]. Weil Android Audio-Nachrichten zur Transkription lokal dekodiert, kann es zu einer Zero-Click-Attacke kommen. Das bedeutet, dass der alleinige Empfang einer präparierten Audiodatei ohne Zutun eines Opfers Schaden anrichten kann. Das ist offensichtlich auch der Grund, warum die Android-Entwickler die Lücke in einer Warnmeldung als „kritisch“ einstufen [2].
Wer ein noch im Support befindliches Android-Gerät besitzt, sollte sicherstellen, dass das aktuelle Patch-Level 2026-01-05 installiert ist. Das kann man in den Einstellungen prüfen. Neben Google stellt unter anderem auch Samsung (siehe Kasten) monatlich Sicherheitsupdates für ausgewählte Geräte zum Download bereit.
Seit Juli 2025 schließt Google monatlich nur noch besonders bedrohliche Sicherheitslücken [3]. Die verbleibenden Patches werden quartalsweise bereitgestellt.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11130450
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Sicherheitsleck-in-Dolby-Digital-Plus-Decoder-in-Android-iOS-macOS-und-Windows-10793034.html
[2] https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-01-01
[3] https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
[4] https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/360048139032-Fairphone-OS-releases-for-FP3-FP3-
[5] https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/4405858220945-Fairphone-4-OS-Release-Notes
[6] https://consumer.huawei.com/de/support/bulletin/
[7] https://de-de.support.motorola.com/app/software-security-update/g_id/7112
[8] https://www.hmd.com/en_int/security-updates
[9] https://security.oppo.com/en/mend
[10] https://security.samsungmobile.com/securityUpdate.smsb
[11] https://xpericheck.com/
[12] https://support.google.com/pixelphone/answer/4457705#pixel_phones&nexus_devices
[13] https://security.oneplus.com/en/home
[14] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[15] mailto:des@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: MheePanda/Shutterstock.com)
Hinweise gab es seit dem Sommer – jetzt räumt Calumet eine „mögliche Datenschutzverletzung“ ein. Betroffene werden informiert.
Die auf Fotografie spezialisierte Online-Plattform des Händlers Calumet ist Opfer eines IT-Vorfalls [1] geworden. Hinweise darauf gab es bereits seit dem Sommer vergangenen Jahres, nun räumt Calumet den Vorfall jedoch ein.
Auf der Webseite erklärt Calumet [2] den IT-Vorfall. „Wir möchten darüber informieren, dass ein unbefugter Dritter kurzzeitig eingeschränkten Zugriff auf ein von uns genutztes System eines Drittanbieters erlangt hat. Es besteht daher die Möglichkeit, dass einige Kontaktdaten von einem Datenleck betroffen waren“, teilt das Unternehmen mit. Die Lücke sei demnach inzwischen geschlossen. Es seien „weder sensible Daten wie Passwörter, Kreditkartendaten oder Kaufinformationen noch Kommunikationsinhalte betroffen“. Calumet arbeite mit der zuständigen Hamburger Datenschutzbehörde zusammen.
Calumet habe die Sicherheitsmaßnahmen überprüfen lassen und „zusätzlich verstärkt, um alle Daten zukünftig noch besser zu schützen“. Betroffene, von denen Daten bei dem Vorfall abgeflossen sind, will das Unternehmen bis zum 10. Januar persönlich kontaktieren, über die dort hinterlegte E-Mail-Adresse.
Bereits im Sommer gab es Hinweise, dass es bei Calumet zu einem Datenabfluss gekommen sein muss. Nur dort genutzte Wegwerf-E-Mail-Adressen erhielten plötzlich Spam-Nachrichten. Das ist jedoch nur ein loses Indiz, da Cyberkriminelle auch über einen Infostealer oder durch schlichtes Ausprobieren an die E-Mail-Adresse gelangt sein könnten. Wie Calumet nun angibt, gehe es „vor allem um die E-Mail-Adresse, die du für deine Anfrage an uns verwendet hast, und um deinen Namen, sofern du ihn angegeben hast.“ In der angekündigten E-Mail an Betroffene will Calumet genau benennen, welche persönlichen Daten im Einzelfall betroffen sind.
Calumet rät Betroffenen, vorerst nichts weiter zu unternehmen. Sie sollen jedoch wachsam sein bei verdächtigen E-Mails oder Telefonanrufen, bei diesen könnte es sich um Betrugsversuche wie Phishing [3] handeln.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11130895
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Cyberangriff
[2] https://www.calumet.de/company/datenschutzinformation
[3] https://www.heise.de/thema/Phishing
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Erste Notebooks mit Snapdragon X2 kommen von Asus und HP – und sind gleich Ausnahmen von der später folgenden Masse.
Zu den ersten Notebooks mit Qualcomms neuer Prozessorgeneration Snapdragon X2 gehören die ZenBooks A14 und A16 von Asus und die HP-Modelle EliteBook X G2q sowie OmniBook Ultra G2q. Und beide haben gleich von Beginn an Sonderlocken, die anderen Geräten fehlen werden.
Das ZenBook A14 ist wie sein vor einem Jahr gestarteter Vorgänger ein besonders leichter 14-Zöller, der nun den Sprung auf die neue CPU-Generation macht. Das neue ZenBook A16 ergänzt die Baureihe nicht nur um eine Variante mit größerem 16-Zoll-Bildschirm, sondern ist auch das erste und bislang einzige Notebook, in dem das Topmodell Snapdragon X2 Elite Extreme [1] zum Einsatz kommt.
Dieser Prozessor läuft technisch außerhalb des restlichen X2-Portfolios, weil er eine eigene CPU-Fassung und somit angepasste Mainboards benötigt. Sein Speicherinterface umfasst nämlich drei statt wie sonst üblich zwei Speicherkanäle (192 statt 128 Bit) und obendrein ist der Arbeitsspeicher Teil des CPU-Trägers. Für diese Fassung gibt es bislang auch nur genau ein CPU-Modell, nämlich den 18-Kerner X2E-96-100 mit 48 GByte integriertem LPDDR5X-RAM – ergo hat das Asus ZenBook A16 immer diesen an Bord.
Zu Preis und Verkaufsstart hat Asus bislang keine Angaben gemacht.
HP wiederum beschränkt sich bei seinen 14-Zöllern EliteBook X G2q und OmniBook Ultra G2q nicht auf die bislang von Qualcomm enthüllte CPU-Auswahl, die allen Anbietern zur Verfügung steht. Stattdessen kommen in den voraussichtlich ab März erhältlichen Notebooks die HP-exklusiven Modelle X2E-90-100 (18 CPU-Kerne) und X2E-84-100 (12 CPU-Kerne) zum Einsatz. Sie ähneln den frei verfügbaren Varianten X2E-88-100 beziehungsweise X2E-80-100, haben aber eine aufgebohrte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU), die auf die bereits herausragenden 80 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) der regulären X2-Modelle noch einen draufsetzt: Hier gibt es 85 TOPS.
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
Auf die Frage, was man als Nutzer denn von all dieser NPU-Rechenleistung deutlich oberhalb den von Copilot+ vorgeschriebenen 40 TOPS habe, gab Microsofts James Howell zu Protokoll, dass künftig dann schlicht mehrere KI-Modelle parallel laufen können. Wer beispielsweise während eines Teams-Meetings (mit KI-weichgezeichnetem Hintergrund) eine angefragte Datei per E-Mail verschicken will, im Trubel aber vergisst, die Datei tatsächlich anzuhängen, muss künftig nicht noch eine zweite E-Mail samt Entschuldigung hinterherschicken. Stattdessen analysiert ein lokal laufendes Sprachmodell den Inhalt der E-Mail, wenn man auf Senden klickt, und Outlook hakt noch einmal beim Nutzer nach, wenn die KI feststellt, dass von einem Anhang die Rede ist, ein solcher aber fehlt.
Angesichts der Tatsache, dass Microsoft und Qualcomm dieselbe Vision hinsichtlich NPU und KI auf Notebooks teilen und den engen Schulterschluss demonstrieren, steht nicht zu erwarten, dass Qualcomm viel Aufwand in die Unterstützung anderer Betriebssystemen als Windows stecken wird. Diese Erkenntnis hat Ende 2025 bereits dazu geführt, dass Tuxedo sein Projekt, ein Linux-Notebook mit Snapdragon X auf den Markt zu bringen, eingestampft hat [2].
(Bild: Florian Müssig / heise medien)
An White-Label-Hardware, die kleine lokale Notebook-Anbieter als Basis ihres Geräteangebots verwenden können, mangelt es hingegen nicht: Qualcomm zeigte auf der CES, welche Auftragsfertiger (ODM) hinter den bislang gezeigten und für Benchmarks verwendeten Referenzsystemen stecken. Die Notebooks stammen von Compal (KQX80, KQX81), Wistron (Oryon2 Clamshell) und Quanta (QM8) und die All-in-One-PCs von Longcheer. Womöglich trifft man das ein oder andere Gerät künftig also unter anderem Namen auch im Handel an.
heise medien ist offizieller Medienpartner der CES 2026.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11130256
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Qualcomm-enthuellt-technische-Details-des-Notebookprozessors-Snapdragon-X2-Elite-11084135.html
[2] https://www.heise.de/news/Tuxedo-gibt-Linux-Notebook-mit-Snapdragon-X-auf-11089194.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/ct
[5] mailto:mue@ct.de
Copyright © 2026 Heise Medien
Die neue Menügestaltung in macOS Tahoe steht in der Kritik. Einigen ist sie zu überladen.
(Bild: heise medien)
Apples jüngste Designänderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen, sorgt für Diskussionen. Kritik kommt vor allem von Entwicklern.
Die Diskussionen über Apples jüngste Designveränderungen reißen nicht ab: Nach Kritik am Liquid-Glass-Design [1] und neuen App-Icons [2] geht es jetzt um die Veränderung in macOS Tahoe, jedem Menüeintrag ein Icon hinzuzufügen. Der Berliner Softwareentwickler Nikita Prokopov hat in einem Blogpost dargelegt [3], dass Apple damit eigenen klaren Designvorstellungen widerspricht, die das Unternehmen erstmals im Jahr 1992 schriftlich dargelegt hat.
In den Human Interface Guidelines hieß es Prokopov zufolge, dass die Zahl grafischer Elemente begrenzt werden sollte, um die Nutzbarkeit zu verbessern. Zu viele komplexe Icons würden die Oberfläche überladen. Prokopov argumentiert, dass Icons eigentlich helfen sollen, Dinge schneller zu finden – wenn aber jedes Element ein Icon habe, hebe sich nichts mehr ab.
Das bis vor kurzem von Alan Dye geführte Designteam Apples ist im Zuge des Redesigns der Betriebssysteme offenbar zu anderen Überzeugungen gekommen. Ob der Weggang von Dye zu Meta [4] oder das Feedback der Nutzer in künftigen Versionen zu einer Nachbesserung führen wird, ist derzeit noch nicht absehbar.
Die Kritik des Softwareentwicklers aus Berlin, die von dem US-amerikanischen Apple-Blogger John Gruber geteilt wird, geht aber noch weiter: In dem mit etlichen Beispielen bebilderten Blogpost legt er ferner dar, dass Apple in seiner Software für die gleichen Funktionen unterschiedliche Icons verwendet. Dies sei inkonsistent und eine schlechte Designumsetzung, kritisiert Prokopov. Auch finden an einigen Stellen bekannte System-Symbole wie das der Tastatur-Kombinationen in anderen Kontexten Verwendung, was Nutzer verwirre. Andere Icons bestehen nur aus Text, sodass keine klare Unterscheidung möglich sei, wo das Icon aufhöre und der Text beginne.
Auch zu feine Unterschiede, zu viele Details auf zu wenig Raum, verwirrende Metaphern und fehlende Symmetrie werden beanstandet. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Designer und Programmierer Jim Nielsen in einem eigenen Blogpost [5]. Er sei „müde von all dem optischen Rauschen“, beklagt er und weist darauf hin, dass Apple seine Haltung in dieser Frage auch in späteren Fassungen der Interface Guidelines immer wieder bekräftigt habe.
Gruber äußert indessen die Ansicht [6], dass „kein echter UI- oder Icon-Designer“ denke, dass die Änderung eine gute Idee sei. Der bekannte Autor und Podcaster gilt erklärtermaßen als großer Kritiker von Alan Dye, unter dessen Regie Apple die größte Designveränderung seit Jahren vorgenommen hat.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11131664
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/Liquid-Glass-Apples-neue-Oberflaeche-fuer-iOS-26-macOS-26-und-Co-im-Detail-10487350.html
[2] https://www.heise.de/news/macOS-26-mit-Liquid-Glass-Icon-Aenderung-facht-Diskussionen-an-10512081.html
[3] https://tonsky.me/blog/tahoe-icons/
[4] https://www.heise.de/news/Nach-Liquid-Glass-Apples-Interface-Design-Chef-wandert-zu-Meta-ab-11102445.html
[5] https://blog.jim-nielsen.com/2025/icons-in-menus/
[6] https://daringfireball.net/linked/2026/01/05/hard-to-justify-tahoe-icons
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:mki@heise.de
Copyright © 2026 Heise Medien