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Sicherheitspatch: Authentifizierung von SolarWinds Web Help Desk umgehbar

Von Heise — 29. Januar 2026 um 12:15
Eine Frau drückt einen symbolsichen Updateknopf.

(Bild: Alfa Photo/Shutterstock.com)

Die Ticketing-Software SolarWinds Web Help Desk ist unter anderem über vier kritische Sicherheitslücken angreifbar.

Mehrere Softwareschwachstellen bedrohen Systeme mit SolarWinds Web Help Desk. Nutzen Angreifer die Lücken erfolgreich aus, können sie Systeme im schlimmsten Fall vollständig kompromittieren. Eine reparierte Ausgabe steht zum Download bereit.

Mehrere Schwachstellen

In einem Beitrag zur gepatchten Version WHD 2026.1 [1] sind unter anderem die Sicherheitslücken (CVE-2025-40536 „hoch“, CVE-2025-40537 „hoch“, CVE-2025-40551 „kritisch“, CVE-2025-40552 „kritisch“, CVE-2025-40553 „kritisch“, CVE-2025-40554 „kritisch“) aufgelistet. Admins sollten sicherstellen, dass sie die reparierte Ausgabe zeitnah installieren. Geschieht das nicht, könnten Angreifer nach erfolgreichen Attacken die volle Kontrolle über Systeme erlangen.

Über zwei kritische Schwachstellen können Angreifer Schadcode auf Hostsystemen ausführen. Die beiden verbleibenden kritischen Lücken betreffen die Authentifizierung, und Angreifer können etwa bestimmte Befehle ausführen, was eigentlich nur angemeldete Nutzer dürfen.

Wie Attacken im Detail ablaufen können, ist bislang nicht bekannt. Unklar ist auch, an welchen Parametern Admins bereits attackierte Systeme erkennen können. In der Warnmeldung gibt es derzeit keine Hinweise, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen.

Weitere Reparaturen

Ferner haben die Entwickler in der aktuellen Ausgabe eigenen Angaben zufolge mehrere Bugs ausgemerzt. So komme es etwa in FIPS-Umgebungen nicht mehr zu Verschlüsselungsfehlern. Es gibt aber auch noch ungelöste Fehler. Derzeit ist der Linux- und macOS-Support wegen Next.js-Problemen nicht gegeben.

Zusätzlich haben die Entwickler das Interface grafisch überarbeitet. Die Auswahl der neuen Oberfläche ist optional.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11157950

Links in diesem Artikel:
[1] https://documentation.solarwinds.com/en/success_center/whd/content/release_notes/whd_2026-1_release_notes.htm
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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Audio-Haptik neu gedacht: Vibrator vermittelt Musik detailliert unter der Haut

Von Marcus Hansson — 29. Januar 2026 um 16:50

(Bild: The Groove Thing)

Ein Vibrator aus einer Kickstarter-Kampagne verspricht, Musik als körperliche Empfindung zu übertragen. Dabei sollen einzelne Instrumente wahrnehmbar sein.

Ein Vibrator, der Musik nicht nur rhythmisch begleitet, sondern deren akustische Struktur als körperliche Empfindung übertragen soll: Mit diesem Anspruch ist ein neues Gerät auf Kickstarter angetreten [1] – und auf große Resonanz gestoßen. Das System kombiniert einen Bluetooth-Lautsprecher mit einem externen Resonator, an den unterschiedliche vibrierende Aufsätze angeschlossen werden können. Diese werden in den Körper eingeführt, um Musik auf eine neue Art zu erleben.

Detaillierte Widergabe

Vibratoren, die auf Musik reagieren, sind allerdings keine Neuheit. In der Praxis beschränkt sich diese Funktion jedoch meist auf einfache Korrelationen: lauter gleich stärker, schneller gleich intensiver. Eine feine Abbildung von Musik ist allerdings neu.

Laut der Kampagnenseite von Groove Thing übersetzt das System Musik nicht nur in einfache Vibrationsmuster, sondern soll die komplette Audio-Waveform als körperliche Empfindung wiedergeben, sodass angeblich unterschiedliche Noten, Instrumente und Tonhöhen spürbar werden. Dazu koppelt man eine Audioquelle per Bluetooth an den integrierten Lautsprecher; ein als patentiert beworbenes Signalverarbeitungsverfahren überträgt die Musik in Echtzeit in vibrierende Signale, die über einen internen Resonator fühlbar werden.

Für Gamer nichts neues

Auch jenseits des Sextoy-Bereichs ist das Interesse an Produkten, die Musik oder Geräusche physisch spürbar machen, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Das taktile System des kanadischen Herstellers SUBPAC [2] etwa wandelt tiefe Audiofrequenzen aus der Musik in körperliche Vibrationen um, indem haptische Wandler die Bass-Informationen direkt auf Rücken oder Oberkörper übertragen. Die Geräte decken typischerweise einen Frequenzbereich von etwa 1 bis 200 Hz ab. Erhältlich sind sie als tragbare Weste oder als Sitzlösung und werden von Musikschaffenden sowie im Gaming- und VR-Bereich zur intensiveren Basswahrnehmung genutzt.

Seit 2020 ist zudem der in Deutschland entwickelte und gefertigte Feelbelt auf dem Markt, der ebenfalls aus einer Kickstarter-Kampagne hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um einen tragbaren Gürtel [3], der ähnlich wie SUBPAC arbeitet, jedoch das gesamte hörbare Frequenzspektrum von etwa 10 bis 20 000 Hz in haptische Impulse übersetzen soll. Im Gürtel sind zehn unabhängig voneinander arbeitende Aktuatoren verbaut, um unterschiedliche Tonhöhen gleichzeitig als Vibrationen darzustellen. Die Signalverarbeitung übernimmt ein ARM-Dual-Core-Prozessor mit integrierter DSP-Einheit.

Wired-Betatester wenig beeindruckt

Ob das neue Gerät seine technischen Versprechen tatsächlich einlösen kann und ob sich ein musikzentrierter Nutzungskontext beim Masturbieren etabliert, bleibt offen. Das Magazin Wired konnte ein frühes Prototypgerät testen [5] und zeigte sich nur mäßig beeindruckt: Der Prototyp wird als klobig beschrieben, die Erfahrung als unterdurchschnittlich. Kritisiert wurden zudem laute Motorgeräusche und Vibrationen, die als wenig angenehm empfunden wurden.

Laut Wired habe der Hersteller mehrfach betont, dass das Gerät nicht primär auf sexuelle Erregung oder Orgasmen ausgelegt sei, sondern auf das Hören von Musik und insbesondere darauf, Bass und Percussion körperlich zu spüren. Auf der sehr professionell gestalteten Kickstarter-Seite werden solche Einschränkungen allerdings nicht thematisiert. Dort heißt es stattdessen, das Gerät sei bereits erfolgreich in „170 holes“ getestet worden. Die gezeigten Videos enthusiastischer Nutzer besitzen dabei zumindest einen hohen Unterhaltungswert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11159037

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.kickstarter.com/projects/groove-thing/the-worlds-first-internal-music-player/creator
[2] https://subpac.com/what-is-the-SUBPAC/
[3] https://feelbelt.de/de/
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.wired.com/story/the-groove-thing-is-a-bluetooth-speaker-and-vibrator-combo-because-why-not/?utm_source=chatgpt.com
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] mailto:mch@make-magazin.de

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Sebastiaan de With, Mitbegründer der iPhone-Kamera-App Halide, wechselt zu Apple

Von Heise — 29. Januar 2026 um 16:39
Sebastian de With vor dem Appe Park

Apple hat den App-Designer Sebastiaan de With („Halide“) in sein Design-Team eingestellt.

(Bild: Apple)

Der bekannte App-Designer Sebastiaan de With, Mitbegründer der iPhone-Kamera-App Halide, verstärkt Apples Design-Team und wirkt am Human Interface Design mit.

Apple hat einen bekannten unabhängigen App-Designer in sein Design-Team eingestellt. Sebastiaan de With ist Nutzern unter anderem als Mitbegründer von Lux, dem Herausgeber der iPhone-Kamera-App Halide bekannt. Bei Apple wirkt er künftig am Human Interface Design mit, teilte er in einem Post [1] auf mehreren sozialen Netzwerken mit. Der aus den Niederlanden stammende de With kennt Apple bereits sehr gut, hat er doch für das Unternehmen früher schon einmal gearbeitet und dort an der iCloud bezeihungsweise MobileMe und den Wo-ist-Apps mitgewirkt.

De With hatte sich bereits im Vorfeld der Vorstellung des neuen Liquid-Glass-Designs in einem Blogpost intensiv Gedanken über Apples Designausrichtung gemacht [2]. Seine Vorstellungen gefielen vielen Kommentatoren besser als das tatsächlich vorgestellte neue Design von Apple, weshalb von einigen an seinen Wechsel zu Apple Hoffnungen geknüpft werden. Als auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni 2025 schließlich die Veränderungen in den Apple-Betriebssystemen vorgestellt wurden, bewertete er selbst diese in Posts überwiegend positiv.

Veränderungen in Apples Design-Team

Nicht gut war er hingegen auf den inzwischen zu Meta gewechselten Designchef Alan Dye zu sprechen. Als im Dezember dessen Weggang bekannt wurde, zählte de With zu den größten Kritikern seines Abschieds-Posts [3]. Jüngst wurde bekannt, dass Hardware-Chef John Ternus angeblich neu für das Hard- und Software-Design verantwortlich zeichnet [4].

Mit der beruflichen Veränderung von de With verstummt zugleich eine viel beachtete Stimme, wenn es um die Bewertung der iPhone-Kameras geht. Seit Jahren meldete sich der passionierte Fotograf nach der Veröffentlichung neuer Geräte mit seitenlangen Rezensionen, die – gespickt mit zahlreichen Beispielfotos – einen fachkundigen Blick auf die Entwicklung der iPhone-Kameras gewährten. Zuletzt bewertete er [5] das iPhone Air und das iPhone 17 Pro.

Halide wird fortgesetzt

Zumindest Nutzer der App Halide [6] können aber wohl aufatmen. Entwickler und Lux-Mitbegründer Ben Sandofsky meldete sich nach Bekanntwerden des Wechsels von de With auf Reddit zu Wort. In einem Post erklärte er, dass eine öffentliche Vorschau von Halide Mark III veröffentlicht wurde und er sehr optimistisch in die Zukunft blicke. Beobachter wundern sich allerdings darüber, dass er de With mit keinem Wort erwähnt und die erste Veröffentlichung der App vor zehn Jahren für sich reklamiert. Nutzer merkten an, dass es um de With schon seit Oktober ruhig geworden sei.

Lux gibt auch die Apps Spectre (für Langzeitbelichtungen), Kino [7] (für Videos) und Orion (Nutzung des iPads als HDMI-Screen) heraus – auch diese Apps dürften wohl weiterentwickelt werden. Sandofsky betonte, dass die App-Entwicklung inzwischen sein Hauptberuf sei.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11159206

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.threads.com/@sdw/post/DUEeAwFksRt
[2] https://www.lux.camera/physicality-the-new-age-of-ui/
[3] https://x.com/sdw/status/1996431428561822093
[4] https://www.heise.de/news/Nicht-mehr-Tim-Cook-John-Ternus-ist-Apples-neuer-Designchef-11153769.html
[5] https://www.lux.camera/iphone-17-pro-camera-review-rule-of-three/
[6] https://www.heise.de/news/Foto-App-Halide-kann-alle-iPhone-Kamera-KI-Features-abdrehen-9836174.html
[7] https://www.heise.de/news/Kino-Neue-Film-App-von-den-Machern-von-Halide-9742419.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:mki@heise.de

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iPhone 16: Meistverkauftes Smartphone 2025 – Apple dominiert

Von Heise — 29. Januar 2026 um 16:36
iPhone 16 Familie

Globale Top 10: Apples iPhones verkaufen sich laut Counterpoint ausgezeichnet.

(Bild: mac & i)

Kein Xiaomi, Oppo oder Vivo: Apple und Samsung teilen sich die Plätze um die 10 am meisten abgesetzten Smartphones unter sich auf.

In den Top 10 der weltweit meistabgesetzten Smartphones für das Jahr 2025 gibt es kaum Überraschungen: Im vierten Jahr in Folge teilen sich die beiden Branchenriesen Apple und Samsung die Liste. Dabei kann vor allem Apple sich freuen, denn auf sieben der zehn Plätze der Rangliste, die das Analyseunternehmen Counterpoint Research für das Jahr 2025 aufgestellt hat, sind iPhones vertreten. Die Liste basiert auf dem „Global Monthly Handset Model Sales Tracker“, den Counterpoint allmonatlich erstellt. Die 10 Modelle machten 19 Prozent des gesamten Smartphone-Absatzes im Jahr 2025 aus.

iPhone 16 ganz oben

Laut den Daten [1] von Counterpoint war Apples iPhone 16 [2] im Jahr 2025 das weltweit meistverkaufte Smartphone. Auf den zweiten, dritten und vierten Plätzen sind ebenfalls Apples Smartphones zu finden: nämlich das iPhone 16 Pro Max, iPhone 16 Pro und das iPhone 17 Pro Max, also allesamt hochpreisige High-End-Geräte. Diese zeigen den seit langem währenden Trend der Premiumisierung des Smartphonemarktes [3], der sich nach Daten von NIQ auch in Deutschland fortsetzt [4].

Grafik: Bestverkaufte Smartphones 2025 vs 2024
Grafik: Bestverkaufte Smartphones 2025 vs 2024

Top 10: Die bestverkauften Smartphones 2025 vs 2024.

(Bild: Counterpoint Research)

Interessanterweise sieht es bei Samsungs bestverkauften Geräten, die es auf die Plätze 5 und 6 geschafft haben, gänzlich anders aus: Das Galaxy A16 5G und das Galaxy A06 4G sind in der günstigen Einstiegsklasse zwischen 100 und 150 Euro verortet – einer Modellkategorie, in der Apple nicht vertreten ist. Laut Counterpoint sorgte ein früher als erwarteter Start des Nachfolgers Galaxy A17 5G [5] zu leicht geringeren Verkaufszahlen für das A16 5G.

Auf den Folgeplätzen sind mit dem iPhone 17 und iPhone 15 abermals Apple-Geräte, gefolgt von Samsungs absolutem Topmodell Galaxy S25 Ultra [6], das Anfang 2025 eingeführt wurde. Den 10. Platz im Counterpoint-Ranking belegt das iPhone 16e, das mit knapp 550 Euro und einer einfachen Hauptkamera das günstigste Modell in Apples Portfolio darstellt.

iPhone 17 „in diesem Jahr das herausragende Produkt“

Counterpoint zufolge hat es Samsungs Galaxy-S-Serie zum zweiten Mal in Folge in die Top-Liste geschafft, „was eine anhaltende Fokussierung der Marke auf ihre Flaggschiff-Produktreihe widerspiegelt“, heißt es. Das Galaxy S25 Ultra verbesserte laut den Marktforschern seinen regionalen Marktanteil. Es wuchs in Japan um mehr als das Dreifache gegenüber dem Vorjahr und erzielte in Indien ein zweistelliges Wachstum.

Laut Harshit Rastogi, Forschungsanalyst bei Counterpoint Research, erzielte die iPhone-17-Serie [7] im ersten vollständigen Quartal nach ihrer Markteinführung im September 2025 einen um 16 Prozent höheren Absatz als die Vorgängerserie. Dies sei auf eine starke Anfangsnachfrage in Schlüsselmärkten wie den USA, China und Westeuropa zurückzuführen. Rastogi sagte weiter, das Basis-Modell des iPhone 17 sei „in diesem Jahr das herausragende Produkt“. Es verfüge über „bedeutende Verbesserungen wie eine höhere Bildwiederholfrequenz, mehr RAM und einen größeren Basisspeicher, wodurch es den Pro-Varianten näher kam als je zuvor“.

Die Marktforscher prognostizieren für das Jahr 2026, dass sich die Speicherkrise „erheblich auf Smartphones des Einstiegs- bis mittleren Segments auswirken wird, deren Absatz nach wie vor stark auf Schwellenmärkte wie den Nahen Osten und Afrika (MEA) sowie Lateinamerika konzentriert ist“. Als Folge erwartet Counterpoint, dass die Topmodelle „ihre Präsenz und ihren Umsatzbeitrag zum Gesamtmarkt weiter ausbauen werden“.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11159140

Links in diesem Artikel:
[1] https://counterpointresearch.com/en/insights/iphone-16-worlds-best-selling-smartphone-in-2025-apple-takes-7-spots-in-top-10-models
[2] https://www.heise.de/tests/iPhone-16-Pro-16-Pro-Max-16-und-16-Plus-im-Test-Button-up-9947380.html
[3] https://www.heise.de/news/Globaler-Premium-Smartphonemarkt-mit-Allzeithoch-Pixel-waechst-am-staerksten-10639001.html
[4] https://www.heise.de/news/Niq-Refurbished-Smartphones-in-Deutschland-im-Aufschwung-10633438.html
[5] https://www.heise.de/news/Galaxy-A17-Samsungs-neues-Budget-Smartphone-kostet-ab-230-Euro-10627755.html
[6] https://www.heise.de/tests/Samsung-Galaxy-S25-Ultra-und-S25-im-Vergleich-10273668.html
[7] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[10] mailto:afl@heise.de

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BlueBubbles: Serverlösung leitet iMessages an Android weiter

Von Heise — 29. Januar 2026 um 13:31
BlueBubbles auf Android und Windows

BlueBubbles auf Android und Windows: Leider ziemlich komplex.

(Bild: BlueBubbles-Projekt)

Apple macht seinen Kommunikationsdienst iMessage nach wie vor nur auf eigenen Geräten zugänglich. Das Open-Source-Vorhaben BlueBubbles will das ändern.

Zwar haben iOS, iPadOS und macOS mittlerweile einen robusten RCS-Support [1] (der künftig noch deutlich besser [2] werden soll), doch noch immer hat sich Apple mit seinem hauseigenen Kommunikationsdienst iMessage nicht gegenüber anderen Plattformen geöffnet. Resultat sind die berühmten „green bubbles“, die grünen Sprechblasen [3]: Sie zeigen an, dass die Gegenstelle nicht mit Apple-Technik tippt. Nur iPhone, iPad, Mac und Apple Watch unterstützen iMessage und zeigen dann „blue bubbles“, also blaue Sprechblasen. Schon früher gab es Versuche, dies mit unterschiedlichen Hacks zu ändern. Projekten wie Sunbird [4] hat Apple allerdings immer wieder Steine in den Weg gelegt. Das Open-Source-Projekt BlueBubbles [5] versucht es nun erneut.

Mac macht den Weiterleiter

Die Macher versprechen, über eine Server-Lösung das „echte“ iMessage-Erlebnis auf Windows, Linux und Android zu holen. Dazu benötigt man allerdings einen Mac im eigenen Netzwerk, der als Weiterleitungsinstanz dient. Datenschutz soll dabei, so behaupten die Projektteilnehmer, gewährleistet bleiben, auch in Richtung der von Apple nicht unterstützten Geräte gibt es Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

BlueBubbles besteht dabei aus zwei Teilen: Dem Server und Clients, die es für die oben genannten Plattformen gibt. Ein Blick auf die Installationsschritte [6] zeigt allerdings, dass die Lösung für Einsteiger ungeeignet ist. Zudem dürfte nicht viele Nutzer einen Mac besitzen, der ständig laufen kann und mit einer stets stabilen Internetverbindung, die von Außen zugänglich gemacht wurde, ausgerüstet ist.

Voller Festplattenzugriff

BlueBubbles verlangt zudem verschiedene Freigaben, die zumindest aufhorchen lassen: So soll man etwa den vollständigen Festplattenzugriff (Full Disk Access) zulassen und die App benötigt Zugriff auf Barrierefreiheitsfunktionen (das aber nur fakultativ). Zuvor musste man zudem den Systemschutz System Integrity Protection [7] (SIP) abdrehen, was nun aber nicht mehr notwendig zu sein scheint. Um Benachrichtigungen zu verschicken, wird zudem ein Google-Account für das Anlegen eines Firebase-Projekts benötigt, Cloudflare als Proxy-Service wird empfohlen.

Läuft BlueBubbles einmal, sollen nahezu alle iMessage-Funktionen verfügbar sein, darunter Emoji-Reaktionen, Tapbacks, Lesestatus, Gruppenchats und mehr – und die Sprechblasen sind natürlich blau. Zur besseren Absicherung des Servers lässt sich auch Tailscale [8] nutzen. Das BlueBubbles-Projekt betreibt auch ein eigenes Discord, wo Fragen gestellt werden können.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11156237

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Dank-Apple-RCS-Versand-in-den-USA-stark-gestiegen-10383333.html
[2] https://www.heise.de/news/Ende-zu-Ende-Verschluesselung-mit-RCS-Hinweise-auf-baldige-iOS-Umsetzung-11139480.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-wollte-iMessage-fuer-alle-4197202.html
[4] https://www.heise.de/news/iMessage-fuer-Android-Sunbird-App-fordert-Apple-heraus-9678896.html
[5] https://bluebubbles.app/
[6] https://bluebubbles.app/install/
[7] https://developer.apple.com/documentation/security/disabling-and-enabling-system-integrity-protection
[8] https://tailscale.com/blog/bluebubbles-tailscale-imessage-android-pc-no-port-forwarding?_hsmi=400510664
[9] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[10] https://www.heise.de/mac-and-i
[11] mailto:bsc@heise.de

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Dell'Oro Group: Fixed Wireless Access läuft in USA und kaum in Deutschland

Von Achim Sawall — 29. Januar 2026 um 18:55
Weiter gibt es wenig FWA in Deutschland. In den USA und anderswo boomt die Zugangsform laut Dell'Oro Group.
FWA von T-Mobile US (Bild: T-Mobile US)
FWA von T-Mobile US Bild: T-Mobile US

Fixed Wireless Access (FWA) nehme weiter stark zu, jedoch nicht in Deutschland. Das sagte Jeff Heynen, Vice President Broadband Access and Home Networking bei den Marktforschern Dell'Oro Group Golem auf Anfrage. "Der deutsche Markt für FWA ist im Vergleich zu anderen EU-Ländern relativ klein. Man betrachtet es dort eher als Brückentechnologie und nicht als Ersatz für Glasfaser."

In einem aktuellen Bericht der kalifornischen Analysten hieß es: "Die Dell'Oro Group prognostiziert, dass die Ausgaben für Infrastruktur und CPE (Customer Premises Equipment) im Bereich FWA bis 2029 jährlich über zehn Milliarden US-Dollar liegen werden, da die weltweite Nutzung im privaten und geschäftlichen Bereich weiter zunimmt. Angetrieben durch die starke Dynamik der US-amerikanischen Netzbetreiber und die rasche internationale Expansion etabliert sich FWA als zukunftsfähige Breitbandalternative."

Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gesamtumsätze mit FWA, einschließlich RAN-Ausrüstung, Consumer-Prototypen (CPE) für Privatkunden sowie Routern und Gateways für Unternehmen, im Jahr 2025 voraussichtlich um zehn Prozent stiegen. Mobilfunkbetreiber bauten ihre FWA-Dienste kontinuierlich in weiteren Märkten aus, um unzufriedene DSL- und Kabel-Breitbandkunden zu gewinnen.

Bundesnetzagentur untersucht Potenzial von FWA

"In den USA beobachten wir weiterhin, wie die größten Mobilfunkbetreiber ihre FWA-Dienste in bestehenden und neuen Märkten ausbauen, insbesondere da die FWA-Umsätze die Gesamteinnahmen positiv beeinflusst haben" , erklärte Heynen weiter. "Mobilfunkbetreiber in Indien, Südostasien, Europa und dem Nahen Osten orientieren sich an den US-amerikanischen Betreibern und bauen ihre eigenen FWA-Angebote rasch aus, insbesondere angesichts der unmittelbar bevorstehenden Bedrohung durch Starlink, Amazon, Oneweb und andere LEO-Satelliten-Breitbandanbieter" , sagte er.

Die Bundesnetzagentur hat im Dezember 2025 in ihrem Jahresbericht untersucht (PDF) , wie sich mit FWA eine Grundversorgung mit 10 MBit/s und eine Gigabitversorgung mit 1 GBit/s aus ökonomischer Sicht realisieren lasse. Nötig sei dafür der Einsatz entsprechender Trägerfrequenzen und Bandbreiten. Die damit verbundenen Investitionen in FWA-Anschlüsse seien vergleichbar mit Investitionen, die für eine FTTH-Versorgung zu tätigen sind.

FWA bedeutet, dass das Mobilfunksignal über eine Antenne auf dem Dach oder am Fenster ins Haus gebracht wird, von wo Ethernet-Kabel und Wi-Fi die Versorgung bieten. Gearbeitet wird meist im Bereich 26 bis 60 GHz. Ein einfacher 5G-Router ist kein echtes FWA.

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Quartalsbericht: Nokia kämpft weiter mit Rückgang im Kerngeschäft

Von Achim Sawall — 29. Januar 2026 um 18:05
Auch nach der Anteilsübernahme durch Nvidia hat sich das Mobilfunkgeschäft von Nokia noch nicht erholt. Doch der Umsatz wächst.
Nokia-Konzernchef Justin Hotard (Bild: STT-Lehtikuva/Sipa USA via Reuters Connect)
Nokia-Konzernchef Justin Hotard Bild: STT-Lehtikuva/Sipa USA via Reuters Connect

Nokia hat im vierten Quartal einen Rückgang des Nettogewinns um elf Prozent auf 880 Millionen Euro verzeichnet und damit die Analystenprognose von 834 Millionen Euro übertroffen. Wie der finnische Telco-Ausrüster am 29. Januar 2026 bekanntgab , stieg der Umsatz auf 6,13 Milliarden Euro. Nokia rechnet jedoch für das erste Quartal mit einem etwas stärkeren Umsatzrückgang als saisonbedingt üblich.

Bei der Reorganisation wurde Nokia ab Anfang 2026 in die Bereiche Netzwerk- und Mobilfunkinfrastruktur aufgeteilt. Netzwerkinfrastruktur konsolidiert die Geschäftsbereiche optische Netze, IP-Netze und Festnetze von Nokia. Mobilfunkinfrastruktur vereint die Bereiche Kernnetze, Funknetze und Technologiestandards.

Der Umsatz von Nokias Mobilfunknetzausrüstung ging im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent zurück. Das Unternehmen verzeichnete Wachstum im Mittleren Osten, in Japan und Indonesien, jedoch geringere Umsätze in Nordamerika, obwohl in den USA chinesische Ausrüster wie Huawei und ZTE ausgeschlossen sind. Insgesamt stabilisiert sich das Geschäft jedoch weiter, und die Bruttomarge stieg im Quartal von 37,3 auf 40,1 Prozent.

Chef des Verwaltungsrats tritt ab

Nokia verzeichnete einen deutlichen Umsatzanstieg um 19 Prozent bei Netzwerkausrüstung, angetrieben durch die stark gestiegene Nachfrage bei KI und Rechenzentren.

"Mit Blick auf 2026 konzentrieren wir uns auf eine disziplinierte Umsetzung, um das Wachstum in den Bereichen KI und Cloud zu nutzen und die Effizienz zu steigern" , sagte der neue Konzernchef Justin Hotard. "Wir sehen eine starke Nachfrage nach Netzwerkinfrastruktur, da wir neue Produkte auf den Markt bringen, unsere Präsenz in den Bereichen KI und Cloud ausbauen und in langfristiges Wachstum investieren."

Der Anteilskauf von Nvidia an Nokia in Höhe von einer Milliarde US-Dollar ist dabei ein zentraler Bestandteil der Neuausrichtung. Nokia werde seine 5G- und 6G-Software an die Hardware von Nvidia in Richtung AI-RAN anpassen, wurde zuvor erklärt . Nvidia hält circa 2,9 Prozent der Anteile. Die Kooperation will Nvidias GPU-Technologie in Nokias Basisstationen integrieren, was die Netzwerkinfrastruktur grundlegend revolutionieren soll.

Der Verwaltungsratsvorsitzende Sari Baldauf werde zurücktreten, gab Nokia weiter bekannt. Timo Ihamuotila aus dem Gremium werde als neuer Vorsitzender vorgeschlagen, Meredith Whittaker, President der Signal Technology Foundation aus den USA, als neues Aufsichtsratsmitglied.

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Anzeige: Beliebtester Saugroboter von Roborock mit 240 Euro Rabatt

Von Simon Krebs — 29. Januar 2026 um 17:52
Frühjahrsputz leicht gemacht: Der beliebteste Saugroboter bei Amazon kommt von Roborock und ist derzeit 240 Euro günstiger.
Saugroboter Roborock QV 35A mit sattem Rabatt bei Amazon (Bild: Amazon.de/Roborock/Golem)
Saugroboter Roborock QV 35A mit sattem Rabatt bei Amazon Bild: Amazon.de/Roborock/Golem

Der Januar ist fast vorbei und langsam kann man schon vorsichtig in Richtung Frühling schielen. Wer Hilfe für den klassischen Frühjahrsputz oder für den Alltag sucht, schaut sich den derzeit beliebtesten Saugroboter bei Amazon an. Der Roborock QV 35A ist derzeit auf Platz 1 der Bestsellerliste seiner Kategorie und beim Versandhändler um 240 Euro günstiger. Der Preis gilt noch bis Sonntag, kann bei Abverkauf der Ware aber schon vorzeitig enden.

Saugroboter von Roborock: die Nummer 1 zum Sparpreis

Der Roborock QV 35A ist ein Saugroboter mit einer Saugkraft von 8.000 Pa, mit der auch tiefsitzender Schmutz sowie Tierhaare von Teppichen entfernt werden können. Zusätzlich verfügt der Sauger über eine Wischfunktion, durch die auch hartnäckige Flecken beseitigt werden sollen. Die Wischmopps lassen sich anheben, so dass diese auch bei höheren Teppichen nicht den Boden berühren. Das Gerät arbeitet selbständig und kann bis zu vier verschiedene Etagen kartieren. Auch Sperrzonen lassen sich einrichten, die der Saugroboter in der Folge meidet. Liegen Gegenstände herum, umkurvt der QV 35A diese eigenständig. Schwellen mit einer Höhe von bis zu 2 cm kann der Roboter selbständig überwinden.

Ausgeliefert wird der Saugroboter Roborock QV 35A mit einer Dockingstation. Hier wird der aufgesammelte Schmutz automatisch in die Station entleert. Zudem wird das Schmutzwasser gegen frisches Wasser ausgetauscht. Auch die Wischmopps werden in der Dockingstation gereinigt und anschließend luftgetrocknet. Für die Wischfunktion verfügt der Saugroboter über 30 verschiedene Wasserstufen, die sich je nach Bodenbelag einstellen lassen.

Saugroboter von Roborock: Bestseller zum Schnäppchenpreis

Der derzeitige Bestseller seiner Kategorie ist bei Amazon aktuell zum Angebotspreis erhältlich. Wer sich jetzt für den Roborock QV 35A entscheidet, spart ganze 240 Euro und zahlt nur noch 349,99 Euro. Mit über 3.000 verkauften Einheiten im letzten Monat ist er bei Amazon-Nutzern ein echter Kassenschlager. Im Schnitt geben Kunden dem Gerät 4,4 von 5 Sterne bei bereits über 2.200 Bewertungen. Laut Produktseite endet der Deal am 1. Februar. Es kann allerdings immer sein, dass solche Angebote auch vorher bereits beendet werden.

Reklame

roborock Qrevo Serie Saugroboter mit Wischfunktion&Hebarem Wischmopp, 8000Pa Saugkraft(verbessert von Qrevo S), Anti-Verfilzungs-Seitenbürste, Hindernisvermeidung, All-in-One Dock, Schwarz(QV 35A)

240 Euro Rabatt bei Amazon

Weitere Produkte des Herstellers sind im Roborock-Store bei Amazon gelistet. Wer Geräte mehrerer Hersteller miteinander vergleichen möchte, schaut sich die Bestsellerliste Staubsaugroboter an, in der auch Modelle diverser anderer Hersteller aus unterschiedlichen Preiskategorien zu finden sind. So sollte jeder das für sich am besten passende Modell finden.

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Audio-Haptik neu gedacht: Vibrator vermittelt Musik detailliert unter der Haut

Von Heise — 29. Januar 2026 um 16:50

(Bild: The Groove Thing)

Ein Vibrator aus einer Kickstarter-Kampagne verspricht, Musik als körperliche Empfindung zu übertragen. Dabei sollen einzelne Instrumente wahrnehmbar sein.

Ein Vibrator, der Musik nicht nur rhythmisch begleitet, sondern deren akustische Struktur als körperliche Empfindung übertragen soll: Mit diesem Anspruch ist ein neues Gerät auf Kickstarter angetreten [1] – und auf große Resonanz gestoßen. Das System kombiniert einen Bluetooth-Lautsprecher mit einem externen Resonator, an den unterschiedliche vibrierende Aufsätze angeschlossen werden können. Diese werden in den Körper eingeführt, um Musik auf eine neue Art zu erleben.

Detaillierte Widergabe

Vibratoren, die auf Musik reagieren, sind allerdings keine Neuheit. In der Praxis beschränkt sich diese Funktion jedoch meist auf einfache Korrelationen: lauter gleich stärker, schneller gleich intensiver. Eine feine Abbildung von Musik ist allerdings neu.

Laut der Kampagnenseite von Groove Thing übersetzt das System Musik nicht nur in einfache Vibrationsmuster, sondern soll die komplette Audio-Waveform als körperliche Empfindung wiedergeben, sodass angeblich unterschiedliche Noten, Instrumente und Tonhöhen spürbar werden. Dazu koppelt man eine Audioquelle per Bluetooth an den integrierten Lautsprecher; ein als patentiert beworbenes Signalverarbeitungsverfahren überträgt die Musik in Echtzeit in vibrierende Signale, die über einen internen Resonator fühlbar werden.

Für Gamer nichts neues

Auch jenseits des Sextoy-Bereichs ist das Interesse an Produkten, die Musik oder Geräusche physisch spürbar machen, in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Das taktile System des kanadischen Herstellers SUBPAC [2] etwa wandelt tiefe Audiofrequenzen aus der Musik in körperliche Vibrationen um, indem haptische Wandler die Bass-Informationen direkt auf Rücken oder Oberkörper übertragen. Die Geräte decken typischerweise einen Frequenzbereich von etwa 1 bis 200 Hz ab. Erhältlich sind sie als tragbare Weste oder als Sitzlösung und werden von Musikschaffenden sowie im Gaming- und VR-Bereich zur intensiveren Basswahrnehmung genutzt.

Seit 2020 ist zudem der in Deutschland entwickelte und gefertigte Feelbelt auf dem Markt, der ebenfalls aus einer Kickstarter-Kampagne hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um einen tragbaren Gürtel [3], der ähnlich wie SUBPAC arbeitet, jedoch das gesamte hörbare Frequenzspektrum von etwa 10 bis 20 000 Hz in haptische Impulse übersetzen soll. Im Gürtel sind zehn unabhängig voneinander arbeitende Aktuatoren verbaut, um unterschiedliche Tonhöhen gleichzeitig als Vibrationen darzustellen. Die Signalverarbeitung übernimmt ein ARM-Dual-Core-Prozessor mit integrierter DSP-Einheit.

Wired-Betatester wenig beeindruckt

Ob das neue Gerät seine technischen Versprechen tatsächlich einlösen kann und ob sich ein musikzentrierter Nutzungskontext beim Masturbieren etabliert, bleibt offen. Das Magazin Wired konnte ein frühes Prototypgerät testen [5] und zeigte sich nur mäßig beeindruckt: Der Prototyp wird als klobig beschrieben, die Erfahrung als unterdurchschnittlich. Kritisiert wurden zudem laute Motorgeräusche und Vibrationen, die als wenig angenehm empfunden wurden.

Laut Wired habe der Hersteller mehrfach betont, dass das Gerät nicht primär auf sexuelle Erregung oder Orgasmen ausgelegt sei, sondern auf das Hören von Musik und insbesondere darauf, Bass und Percussion körperlich zu spüren. Auf der sehr professionell gestalteten Kickstarter-Seite werden solche Einschränkungen allerdings nicht thematisiert. Dort heißt es stattdessen, das Gerät sei bereits erfolgreich in „170 holes“ getestet worden. Die gezeigten Videos enthusiastischer Nutzer besitzen dabei zumindest einen hohen Unterhaltungswert.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.kickstarter.com/projects/groove-thing/the-worlds-first-internal-music-player/creator
[2] https://subpac.com/what-is-the-SUBPAC/
[3] https://feelbelt.de/de/
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.wired.com/story/the-groove-thing-is-a-bluetooth-speaker-and-vibrator-combo-because-why-not/?utm_source=chatgpt.com
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] mailto:mch@make-magazin.de

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Die große Selbsttäuschung: Warum linke Nato-Kritik ins Leere läuft

Von Walter Gröh — 29. Januar 2026 um 18:15

Walter Gröh

Das Nato-Logo vor einem Gebäude

(Bild: Alexandros Michailidis / Shutterstock.com)

Die Linke träumt vom Nato-Austritt – doch was danach käme, wäre keine friedliche Emanzipation, sondern ein militarisiertes Europa. Ein Debattenbeitrag.

Der Ruf nach einem Austritt aus der Nato kehrt in linken Debatten mit Regelmäßigkeit zurück. "Raus aus der Nato, rein ins Vergnügen" – was in den 1980ern eine beliebte Parole gegen den Nato-Doppelbeschluss war und als radikale Utopie galt, erscheint heute manchem als realistische Option: Die USA wirken politisch erratisch, ihre Sicherheitsgarantien zunehmend konditional. Warum also weiter an einem Bündnis festhalten, das Europa strukturell in US-geführte Interventions- und Kriegspolitik einbindet?

Die Kritik an der Nato ist nicht nur nachvollziehbar, sie ist notwendig – doch die daraus gezogene politische Schlussfolgerung greift zu kurz. Ein Nato-Austritt wäre kein Automatismus hin zu Frieden oder Souveränität, sondern der Einstieg in neue Machtkonflikte mit offenem Ausgang.

Die Nato als Teil globaler Machtarchitektur

Die Nato ist kein neutrales Verteidigungsbündnis, sondern seit Jahrzehnten Teil einer globalen Machtarchitektur unter US-Führung. Ihre militärische Infrastruktur in Deutschland ist zentral in weltweite Einsätze eingebunden, die weit über die europäische Verteidigung hinausgehen. Entscheidungen über dort stationierte Atomwaffen oder deren Einsatz liegen allein in Washington. Diese Abhängigkeit ist real – und politisch problematisch.

Dass diese Kritik verfängt, ist kein Zufall. Militärische Emanzipation von den USA verspricht zunächst etwas Reales: die Möglichkeit, sich US-Kriegen zu entziehen, statt sie weiter politisch, logistisch und militärisch mitzutragen, und stattdessen Spielräume für einen – wenn auch moralisch problematischen – Friedensschluss mit Russland auszuloten, also "mehr Frieden zu wagen". Wer diese Motivation ignoriert, verkennt den Kern linker Nato-Kritik.

Doch genau hier beginnt das strategische Problem. Bereits 2003, auf dem Höhepunkt der transatlantischen Spannungen [1] rund um den Irakkrieg, warnte die Jungle World davor, den möglichen Zerfall der Nato mit Fortschritt zu verwechseln [2].

Eine eigenständige europäische Militärmacht, so die Diagnose, würde keine emanzipatorische Perspektive eröffnen, sondern neue kalte Krieger hervorbringen. Interessant an dieser frühen Intervention ist weniger ihr zeitgebundener Anlass als ihre strukturelle Einsicht: Militärische Eigenständigkeit ist nicht automatisch friedlich, nur weil sie sich von den USA löst.

Die Verkürzung auf den institutionellen Bruch

Gemeint sind damit keine szeneinternen Randdebatten. In Teilen der Partei Die Linke, ebenso wie im breiteren friedenspolitischen Milieu von Gewerkschaften und Ostermarsch-Initiativen, wurde über Jahre hinweg der Austritt aus der Nato als zentraler, mitunter sogar ausreichender Schritt hin zu einer emanzipatorischen Außenpolitik verstanden. Der institutionelle Bruch mit der Nato erscheint hier als politischer Fortschritt an sich – unabhängig davon, welche militärischen und geopolitischen Strategien an seine Stelle treten würden.

Genau diese Verkürzung ist problematisch. Sie ersetzt die Analyse realer Machtverhältnisse durch einen institutionellen Austausch und blendet aus, dass auch ein militärisch "entkoppeltes" Europa eigene imperiale Interessen verfolgt.

Der Publizist Wolfgang Michal erinnert [3] aktuell daran, dass selbst die oft zitierte Monroe-Doktrin, würde man sie ernst nehmen, zur Auflösung der Nato führen müsste. Denn in ihr legten sich die USA auch darauf fest, sich

"aus europäischen Angelegenheiten herauszuhalten. Das würde tiefgreifende Veränderungen nach sich ziehen: zuvörderst die Auflösung der Nato und die Schaffung eines europäischen Verteidigungsbündnisses."

Doch eine damit verbundene Schließung zentraler US-Stützpunkte wie der US-Airbase Ramstein und der Verzicht auf die beschlossene Stationierung neuer US-Mittelstreckenraketen in Deutschland ließen sich nicht einseitig aufkündigen. Politischer Wille allein ersetzt keine Machtverhältnisse.

Europa als neues Machtprojekt

Genau diese Machtverhältnisse werden in linken Austrittsfantasien häufig unterschätzt. Ein Europa ohne US-Schutzschirm stünde statt vor Abrüstung eher vor der Zielsetzung, sich selbst als militärisches Machtprojekt neu zu definieren und [4] "eine zentrale Stellung in der neuen Weltordnung einzunehmen".

Nationale Sicherheitsinteressen werden neu verhandelt, Rivalitäten treten offen zutage. Eine weitere Militarisierung ist längst politischer Mainstream: Ursula von der Leyen spricht offen davon, Europa "zur militärischen Großmacht auszubauen", und SPD-Chef Lars Klingbeil fordert einen neuen "europäischen Patriotismus". Geschäft und Gewalt hängen eng zusammen.

"Eine so potente kapitalistische Exportnation wie Deutschland muss [...] ihr weltweit ausgreifendes Geschäft tatsächlich militärisch absichern können. [...] Wenn es auf Krieg zugeht, ist das nicht zu haben ohne die Zurichtung der gesamten Gesellschaft",

beschreibt Renate Dillmann [5] "Deutschlands Dilemma" der Militarisierung.

Der Einwand, auf ein europäisches Machtzentrum ließe sich politisch mehr Einfluss nehmen als auf die weit entfernte US-Hegemonie, ist nicht abwegig. Doch er beantwortet nicht die entscheidende Frage: ob mehr Nähe automatisch mehr Kontrolle bedeutet – oder lediglich eine tiefere Verstrickung in eigene imperiale Interessen.

Ökonomische Emanzipation, imperiale Kontinuität

Genau diese Frage lässt sich bereits heute im ökonomischen Bereich beobachten. Mit ihrer wirtschaftlichen Emanzipation von den USA ist die EU deutlich weiter gekommen als im Militärischen. In einer zunehmend multipolaren Welt versucht sie mit einer Vielzahl von Freihandelsabkommen, eigene Einflusszonen gegenüber den USA und China zu sichern.

Auffällig ist dabei, dass selbst frühere Kritiker solcher Abkommen ihre Position revidieren. So argumentierte der [6] taz-Redakteur Jost Maurin mit Blick auf das Mercosur-Abkommen, die Europäische Union müsse "stärker werden, um sich im Zweifel auch in Konkurrenz zu den USA durchzusetzen".

Wie im Militärischen gilt auch im Ökonomischen: Emanzipation bedeutet nicht den Ausstieg aus imperialer Logik, sondern ihre Europäisierung.

Strukturelle Zwänge statt falsches Bewusstsein

Europäischer Imperialismus entsteht dabei nicht aus falschem Bewusstsein, sondern aus strukturellen Zwängen. Die deutsche und europäische Ökonomie ist nicht nur exportorientiert, sondern strukturell darauf angewiesen, den Zugang zu Märkten, Rohstoffen und Handelswegen politisch abzusichern.

Dass diese Verbindung von ökonomischen Interessen und militärischer Macht lange tabuisiert war, zeigte sich 2010, als Bundespräsident Horst Köhler nach dem Hinweis auf die Sicherung "freier Handelswege" zurücktreten musste. Was damals als Skandal galt, ist heute Bestandteil offizieller sicherheitspolitischer Rhetorik.

Mit dem relativen Rückzug der USA wird diese Absicherung nicht überflüssig, sondern europäisiert – militärische Eigenständigkeit erscheint damit weniger als Bruch mit imperialer Logik denn als ihre funktionale Fortsetzung unter neuer Flagge.

Hinzu kommt der geopolitische Kontext. Ein militärisch entkoppeltes Europa ohne den US-Atomschutzschirm und ohne US-Aufklärung und Nuklearabschreckung wäre verwundbarer. Russland könnte ein solches Machtvakuum testen – nicht aus Missverständnissen, sondern aus strategischem Kalkül. Frieden entsteht nicht durch den Rückzug aus Bündnissen, sondern durch Machtkonstellationen, die militärische Eskalation unattraktiv machen.

Anschlussfähigkeit von rechts

Besonders problematisch ist schließlich die politische Anschlussfähigkeit der Nato-Kritik von rechts. Auch die AfD fordert den Austritt aus Nato und EU, kombiniert mit einer strategischen Annäherung an Russland und China. Politikwissenschaftliche Analysen [7] zeigen, dass es hier nicht um Abrüstung geht, sondern um eine alternative geopolitische Einbindung.

Das eigentliche Problem ist nicht, dass Europa zu wenig souverän ist, sondern dass Souveränität unter kapitalistischen Machtbedingungen fast zwangsläufig militärisch übersetzt wird. Ein Nato-Austritt würde diese Logik nicht durchbrechen, sondern europäisieren. Die Gefahr besteht weniger im Fortbestand der Nato als in der Illusion, ihr Ende bedeute automatisch einen Bruch mit imperialer Politik.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/NATO#Irak-Krise
[2] https://jungle.world/artikel/2003/08/rein-den-kalten-krieg
[3] https://www.feierabend.de/forum/politik/ende-einer-lebensluege/
[4] https://www.deutschlandfunk.de/europa-eu-als-neue-grossmacht-100.html
[5] https://www.jungewelt.de/artikel/515996.militarisierung-deutschlands-dilemma.html
[6] https://taz.de/Widerstand-gegen-EU-Handelsvertrag/!6143858/
[7] https://www.ifri.org/de/externe-artikel/die-aussenpolitik-der-afd-zwischen-losloesung-vom-westen-und-partnerschaft-mit-dem

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Planwirtschaft? Die AfD und ihr absurder Kampf gegen den Wasserstoff

Von Bernd Müller — 29. Januar 2026 um 15:00

Bernd Müller

Hydrogen tank trailers with hydrogen storage in the background.

(Bild: Scharfsinn / Shutterstock.com)

Die AfD wirft der Regierung Planwirtschaft vor. Das Argument klingt scharf – aber zerfällt bei näherer Betrachtung zu Staub. Ein Leitartikel.

Die AfD hat ein neues Lieblingswort gefunden: Planwirtschaft. In einer Kleinen Anfrage [1] zur Wasserstoffstrategie der Bundesregierung taucht der Begriff in verschiedenen Variationen auf, wird gedreht, gewendet und mit historischen Anspielungen garniert.

Die Botschaft ist klar: Hier geschieht etwas Unerhörtes. Ein Systembruch. Eine Abkehr von allem, was die Soziale Marktwirtschaft ausmacht.

Das klingt dramatisch – und ist auch so gemeint. Nur leider hält die Argumentation keiner Überprüfung stand.

Ein Begriff als Waffe

Die AfD stützt sich auf einen Bericht des Bundesrechnungshofs [2], der die Wasserstoffstrategie kritisch bewertet.

Darin heißt es, die Bundesregierung verfolge "praktisch einen planwirtschaftlichen Ansatz", weil sie Angebot, Nachfrage und Infrastruktur gleichzeitig aufbauen müsse. Der Rechnungshof beschreibt damit eine Hochlaufphase, wie sie für neue Technologien typisch ist.

Die AfD macht daraus einen Systemvorwurf.

Der Begriff Planwirtschaft wird dabei bewusst unscharf gehalten. Eine Definition sucht man in dem Dokument vergeblich. Stattdessen gibt es Andeutungen zur "jüngeren deutschen Geschichte" – wer will, darf an die DDR denken.

Die Wasserstoffpolitik erscheint so nicht als industriepolitisches Instrument, sondern als Vorbote eines illiberalen Umbaus der Wirtschaftsordnung.

Das ist rhetorisch geschickt. Und inhaltlich Unsinn.

Die Legende vom freien Markt

Wer behauptet, staatliche Marktgestaltung sei per se planwirtschaftlich, muss erklären, wie praktisch alle bedeutenden Infrastruktur- und Technologiemärkte der vergangenen 150 Jahre entstanden sind. Die Antwort wird ihm nicht gefallen.

Die zivile Atomenergie ging aus militärischer Forschung hervor. Der Staat finanzierte die Entwicklung, übernahm Haftungsrisiken und organisiert bis heute die Endlagerung. Von den enormen Subventionen, die Staaten heute zahlen, damit überhaupt ein Atommeiler errichtet wird, braucht man gar nicht zu reden.

Ohne all diese staatlichen Eingriffe gäbe es keinen Atomstrom – jedenfalls nicht zu Preisen, die jemand bezahlen wollte.

Der Mobilfunkmarkt existiert, weil der Staat Frequenzen als knappe Ressource definiert und Lizenzen vergibt. Ohne diese rechtliche Konstruktion wäre das Spektrum ein Niemandsland, in dem sich Sender gegenseitig stören.

Der Pharmamarkt beruht auf staatlich garantierten Patenten und Erstattungssystemen der Krankenkassen. Die Nachfrage entsteht nicht durch individuelle Zahlungsbereitschaft, sondern durch kollektive Absicherung.

Selbst der Verbrennungsmotor, dieses Sinnbild marktwirtschaftlicher Innovation in Deutschland, verdankt seine Dominanz nicht allein dem freien Spiel der Kräfte. Staatliche Straßenbauprogramme, Normierungen und steuerliche Begünstigungen haben ihm den Weg geebnet.

Nach der Logik der AfD wäre das alles Planwirtschaft. Oder mit den Worten von Friedrich August von Hayek, der in der AfD seine treueste Anhängerschaft hat, müsste es heißen: All diese staatlichen Maßnahmen sind Schritte auf dem Weg in die Knechtschaft.

Die Systemfrage als Ablenkungsmanöver

Der AfD geht es nicht um die Effizienz einzelner Förderinstrumente. Sie stellt nicht die Frage, ob IPCEI-Projekte, also jene Projekte, die für Europa besonders wichtig sein sollen, sinnvoll sind, ob Reallabore funktionieren oder ob Ausschreibungen für Elektrolyseure schneller kommen sollten.

All das wäre legitime Kritik. Stattdessen verschiebt sie die Debatte auf eine andere Ebene: Ist das noch Marktwirtschaft oder schon Sozialismus?

Diese Frage ist so gestellt, dass jede Antwort in die Falle führt. Wer sich rechtfertigt, akzeptiert die Prämisse. Wer schweigt, scheint zuzustimmen. Die Bundesregierung hat sich für die erste Variante entschieden – und macht dabei keine gute Figur.

Eine Regierung in der Defensive

In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage [3] betont die Bundesregierung gebetsmühlenartig ihre Bindung an die Soziale Marktwirtschaft. Sie verweist auf marktorientierte Instrumente, Kosteneffizienz und CO2-Bepreisung. Sie erklärt, der Wasserstoffmarkt sei "von hoher Unsicherheit geprägt" und erfordere daher "langfristige regulatorische Maßnahmen".

Das ist alles richtig. Aber es ist auch defensiv. Die Regierung argumentiert innerhalb des Rahmens, den die AfD gesetzt hat. Sie akzeptiert die Dichotomie von Markt und Plan, anstatt sie zu zerlegen.

Was sie nicht tut: offensiv erklären, dass Marktaufbau selbst ein ordnungspolitischer Akt ist. Dass Nichtstun ebenfalls eine politische Entscheidung wäre – mit Konsequenzen für Industrie, Arbeitsplätze und Versorgungssicherheit. Dass die Frage nicht lautet, ob der Staat eingreift, sondern wie.

Wo die echte Kritik liegt

Dabei gäbe es durchaus Angriffsflächen. Ein externes Monitoring kam zu dem Ergebnis, dass bisher "kaum marktseitige Nachfrage" nach Wasserstoff besteht, weil die Kosten zu hoch sind.

Ausschreibungen für systemdienliche Elektrolyse hat es bisher nicht gegeben. Die Reallabore der Energiewende sind noch nicht abgeschlossen, bei der Wirtschaftlichkeit sieht die Regierung selbst "weiteren Handlungsbedarf".

Über den Stand von Länder- und EU-Förderungen liegen dem Bund nach eigener Auskunft keine Informationen vor.

Das sind konkrete Probleme, über die man streiten kann. Aber darum geht es der AfD nicht. Sie will keine bessere Wasserstoffpolitik. Sie will gar keine.

Ein Lehrstück über Deutungshoheit

Die Wasserstoffdebatte zeigt, wie politische Kommunikation funktioniert. Wer einen Begriff erfolgreich platziert, zwingt den Gegner in die Defensive. Die AfD hat "Planwirtschaft" in den Ring geworfen, und die Regierung reagiert, als müsse sie sich für etwas entschuldigen.

Dabei wäre die angemessene Reaktion eine andere: Gelächter. Oder zumindest der Hinweis, dass die ordnungspolitische Kritik aus einer Partei kommt, die ansonsten wenig Berührungsängste mit staatlichen Eingriffen zeigt – solange sie den eigenen Präferenzen entsprechen.

Die Wasserstoffstrategie mag Schwächen haben. Aber wer sie als Planwirtschaft bezeichnet, hat entweder keine Ahnung von Wirtschaftsgeschichte oder kein Interesse an einer ehrlichen Debatte. Bei der AfD darf man beides vermuten.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://dserver.bundestag.de/btd/21/032/2103286.pdf
[2] https://dserver.bundestag.de/btd/21/024/2102425.pdf
[3] https://dserver.bundestag.de/btd/21/037/2103710.pdf

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Trump erhöht Druck auf Kuba: Mexiko stoppt Öllieferungen

Von Marcel Kunzmann — 29. Januar 2026 um 14:00

Marcel Kunzmann

US-Flugzeugträger: Die USA denken über eine Seeblockade Kubas nach

(Bild: Greg Meland/Shutterstock.com)

Mexiko hat seine Öllieferungen nach Kuba eingestellt. Zunehmende Drohungen aus Washington. Trump erwägt offenbar Seeblockade gegen die Insel.

Die USA erhöhen ihren Druck auf Kuba. Nach dem faktischen Stopp venezolanischer Öllieferungen hat nun auch Mexiko seine Exporte nach Kuba ausgesetzt. Präsidentin Claudia Sheinbaum bestätigte [1] am Dienstag die Einstellung der Lieferungen und wie dabei explizit zurück, dies geschehe auf Druck der USA. Die Gemengelage wirft jedoch Fragen auf – während Washington offen über eine militärische Seeblockade diskutiert.

"Die Aussetzung ist eine souveräne Entscheidung und wird getroffen, wenn es notwendig ist", erklärte Sheinbaum während ihrer regulären Pressekonferenz. Pemex, der staatliche Ölkonzern, treffe Entscheidungen auf Grundlage seiner vertraglichen Beziehungen mit Kuba.

Die mexikanische Präsidentin ließ offen, ob es sich um eine vorübergehende oder dauerhafte Maßnahme handelt. Sie betonte jedoch, Mexiko werde sich weiter solidarisch mit Kuba zeigen.

"Kuba ist seit zu vielen Jahren einer Blockade ausgesetzt. Und diese Blockade hat Versorgungsprobleme auf der Insel verursacht", sagte Sheinbaum. Welche Art von Unterstützung ihr Land dem Karibikstaat künftig leisten könnte, beantwortete sie nicht.

US-Drohnen vor Mexiko

Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte Pemex ursprünglich geplant [2], im Januar eine Lieferung nach Kuba zu schicken, war davon aber wieder abgerückt. Mexiko lieferte in der zweiten Jahreshälfte 2025 rund 7.000 Barrel pro Tag und war zum wichtigsten Öllieferanten Kubas geworden, nachdem die USA Anfang Januar die Lieferungen aus Venezuela blockiert hatten.

Zwischen Januar und September 2025 hatte Mexiko täglich 17.200 Barrel Rohöl und 2.000 Barrel raffinierte Produkte im Wert von etwa 400 Millionen US-Dollar nach Kuba geliefert, wie Pemex der US-Börsenaufsicht SEC mitteilte.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte vergangene Woche unter Berufung auf drei Regierungsquellen berichtet, die mexikanische Regierung prüfe, ob sie die Öllieferungen nach Kuba fortsetzen solle. Innerhalb von Sheinbaums Kabinett wachse die Sorge, dass eine Fortsetzung der Lieferungen das Land in Konflikt mit den USA bringen könnte.

Zugleich wurde über die Sichtung von US-Drohnen vor der mexikanischen Küste berichtet – ähnlich jenen, die vor den Angriffen auf Caracas eingesetzt wurden. Mexiko verhandelt derzeit mit den USA über ein Handelsabkommen und sieht sich gleichzeitig mit Zolldrohungen konfrontiert.

Nach Angaben der drei Reuters-Quellen gibt es innerhalb der mexikanischen Regierung die Befürchtung, dass ein vollständiger Öl-Stopp Kuba in eine humanitäre Katastrophe stürzen und Massenmigration nach Mexiko auslösen könnte. Aus diesem Grund drängen einige Regierungsmitglieder darauf, zumindest teilweise Treibstofflieferungen aufrechtzuerhalten.

Trump: "Es wird kein Öl mehr nach Kuba gehen"

Trump hatte nach der Entführung des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro [3] im Rahmen völkerrechtswidriger US-Militärschläge auf Caracas Anfang Januar die wirtschaftlichen Daumenschrauben gegen Kuba angezogen. "Es wird kein Öl oder Geld mehr nach Kuba gehen – null!", schrieb Trump am 11. Januar auf Truth Social. Die kubanische Regierung stehe kurz vor dem Zusammenbruch.

Am Dienstag erklärte Trump vor Reportern, Kuba werde "sehr bald scheitern". Venezuela habe zuletzt weder Öl noch Geld nach Kuba geschickt.

Nach Angaben [4] von Schifffahrtsdaten und internen Dokumenten des venezolanischen Staatskonzerns PDVSA hat Venezuela seit etwa einem Monat weder Rohöl noch Treibstoff nach Kuba geliefert.

Trump forderte die kubanische Regierung auf, mit ihm einen "Deal" zu machen, "bevor es zu spät ist". Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat seinerseits in den vergangenen Wochen bei mehreren Gelegenheiten seine Bereitschaft zu Gesprächen mit den USA "auf gleicher Augenhöhe und auf der Grundlage gegenseitigen Respekts" bekräftigt.

"Wir waren immer bereit, einen ernsthaften und verantwortungsvollen Dialog mit den verschiedenen US-Regierungen zu führen, einschließlich der derzeitigen, auf der Grundlage souveräner Gleichheit, gegenseitigen Respekts und der Prinzipien des Völkerrechts", erklärte Díaz-Canel.

Pläne für Seeblockade und Regimewechsel

Die US-Regierung arbeitet offenbar an einer Strategie zum Sturz der sozialistischen Regierung noch in diesem Jahr. Wie das Wall Street Journal berichtet [5], suchen die USA und ihre Geheimdienste nach "Insidern der kubanischen Regierung", die beim Aushandeln eines "Deals" zum Sturz des sozialistischen Systems helfen könnten. Blaupause ist die völkerrechtswidrige Intervention in Venezuela vom 3. Januar.

Darüber hinaus erwägt die Trump-Administration nach Angaben von drei mit den Planungen vertrauten Personen die Verhängung einer totalen Seeblockade von Ölimporten nach Kuba, wie das Portal Politico berichtet [6]. Eine solche Maßnahme würde über Trumps bisherige Ankündigung hinausgehen, lediglich venezolanische Öllieferungen zu unterbinden.

Die Pläne erfahren große Unterstützung von US-Außenminister Marco Rubio. Der Nachfahre kubanischer Einwanderer zählt bereits seit Jahren zu den radikalsten Kritikern der kubanischen Regierung im politischen Betrieb Washingtons. Eine endgültige Entscheidung sei zwar noch nicht gefallen, doch die Zeichen deuten in Richtung Eskalation.

Eine Seeblockade gegen Kuba war zuletzt im Oktober 1962 durch den damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy im Zuge der Raketenkrise verhängt worden. Trump schrieb vor wenigen Wochen auf Truth Social, Rubio könne Präsident von Kuba werden. "Klingt gut für mich!", fügte er hinzu.

Öltanker ändert plötzlich sein Ziel

Erst vor wenigen Tagen erlebte Kubas Energieversorgung einen weiteren Rückschlag. Laut Medienberichten wurde ein aus Togo kommendes Schiff, das mit 300.000 Barrel Erdöl in Richtung Havanna beladen war, ohne Angabe von Gründen in die Dominikanische Republik umgeleitet [7].

Das unter der Flagge der Marschall-Inseln fahrende Schiff "Mia Grace" sollte eigentlich am 4. Februar in Havanna eintreffen. Laut dem Schiffstrackingdienst Marine Traffic wurde jedoch vor kurzem der Ankunftshafen auf Rio Haina in der Dominikanischen Republik geändert, was auf eine Einflussnahme der USA hindeutet.

Die Praxis ist nicht neu. Bereits während der Covid-Pandemie im Jahr 2020 haben die USA eine Lieferung von Schutzmasken, die eigentlich für Deutschland bestimmt waren, kurzerhand umgeleitet. Berlin sprach [8] damals von einem Akt "moderner Piraterie".

Carlos de Cespedes, Kubas Botschafter in Kolumbien, sagte [9] gegenüber Al Jazeera: "Die USA führen internationale Piraterie in der Karibik durch, die die Ankunft von Öl in Kuba einschränkt und blockiert." Havanna sehe sich mächtigeren US-Drohungen gegenüber als in den 67 Jahren seit der Revolution.

Drohender Zusammenbruch der Wirtschaft

Kuba ist in seiner sich verschärfenden Energie- und Wirtschaftskrise stark auf ausländische Hilfe und Öllieferungen von Verbündeten angewiesen. Die Insel erlebt bereits seit mehreren Jahren eine schwere Energiekrise. Zuletzt lag das Stromdefizit bei rund der Hälfte des Bedarfs. Sollten die USA weitere Schiffe umleiten oder gar ihre Drohung einer militärischen Seeblockade wahr machen, droht ein vollständiger und dauerhafter Kollaps des Stromnetzes – mit massiven und nicht absehbaren humanitären und ökonomischen Folgen.

Die steigenden geopolitischen Spannungen mit den USA haben auch Touristen von Kuba ferngehalten, wobei die Besucherzahlen seit 2018 um fast 70 Prozent gesunken sind. Der Tourismus, eine Lebensgrundlage für Millionen Kubaner, generierte jahrzehntelang bis zu drei Milliarden US-Dollar pro Jahr für Kuba.

Rund 1,6 Millionen Touristen besuchten Kuba im vergangenen Jahr, deutlich weniger als die 4,8 Millionen im Jahr 2018 und die 4,2 Millionen im Jahr 2019, vor der Covid-19-Pandemie.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://elpais.com/mexico/economia/2026-01-27/pemex-frena-el-envio-de-petroleo-a-cuba.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-26/mexico-shelves-planned-shipment-of-oil-to-cuba-amid-us-tensions
[3] https://www.heise.de/tp/article/Trumps-Venezuela-Coup-Sicherheitsversagen-oder-Verrat-11133970.html
[4] https://www.reuters.com/business/energy/clock-ticks-cuba-trump-cuts-off-venezuelan-oil-2026-01-13/
[5] https://www.wsj.com/world/americas/the-u-s-is-actively-seeking-regime-change-in-cuba-by-the-end-of-the-year-1d0f178a
[6] https://www.politico.eu/article/berlin-accuses-us-of-piracy-over-coronavirus-face-masks-diverted-from-germany-to-us/
[7] https://www.marinetraffic.com/en/ais/details/ships/shipid:714486/mmsi:538005414/imo:9681132/vessel:MIA%20GRACE
[8] https://www.politico.eu/article/berlin-accuses-us-of-piracy-over-coronavirus-face-masks-diverted-from-germany-to-us/
[9] https://www.aljazeera.com/news/2026/1/28/venezuela-and-mexico-how-trump-is-trying-to-choke-cubas-oil-supplies

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Studie zu Softwareentwicklung: KI erhöht Wertschöpfung um Milliarden US-Dollar

Von Heise — 29. Januar 2026 um 16:20
Ein Kopf bildet sich aus kleinen Teilchen.

(Bild: Shutterstock/Alexander Supertramp)

KI-gestütztes Programmieren setzt sich immer mehr durch. Produktivitätssteigerungen erzielen jedoch nur erfahrene Entwicklerinnen und Entwickler.

In der US-Softwarebranche wird Python-Code inzwischen zu fast 30 Prozent von KI geschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Complexity Science Hub (CSH) in Wien in Zusammenarbeit mit der Universität Utrecht. Sie berücksichtigt den Zeitraum von Anfang 2019 bis Ende 2024. Europa folgt bei der Nutzung auf dem zweiten Platz.

Die in der Fachzeitschrift Science [1] veröffentlichte Studie zeigt, dass es regional große Unterschiede bei der Akzeptanz von KI-geschriebenem Python-Code gibt. Am höchsten ist sie in den USA mit einem Anteil von 29 Prozent. Im Jahr 2022 lag der Wert dort noch bei rund fünf Prozent. Frankreich erreicht einen Anteil von 24 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 23 Prozent und Indien mit 20 Prozent. Russland (15 %) und China (12 %) lagen am Ende der Studie hingegen noch deutlich zurück.

Die Datenbasis für die Studie wurde ebenfalls mithilfe von KI ermittelt. Dazu kam ein speziell trainiertes KI-Modell zum Einsatz, das mehr als 30 Millionen Python-Codeblöcke von rund 160.000 Entwicklern auf GitHub analysierte. Dabei prüfte das KI-Modell, ob die Python-Beiträge beispielsweise über ChatGPT oder GitHub Copilot erstellt wurden.

Links: Der Anteil KI-generierter Python-Funktionen ist im Zeitraum von 2019 bis 2024 rasant gewachsen; rechts: Generative KI geht mit gesteigerter Produktivität einher (GitHub-Commits), allerdings nur bei erfahrenen Entwicklern, während Berufseinsteiger kaum von KI profitieren.
Links: Der Anteil KI-generierter Python-Funktionen ist im Zeitraum von 2019 bis 2024 rasant gewachsen; rechts: Generative KI geht mit gesteigerter Produktivität einher (GitHub-Commits), allerdings nur bei erfahrenen Entwicklern, während Berufseinsteiger kaum von KI profitieren.

Links: Der Anteil KI-generierter Python-Funktionen ist im Zeitraum von 2019 bis 2024 rasant gewachsen; rechts: Generative KI geht mit gesteigerter Produktivität einher (GitHub-Commits), allerdings nur bei erfahrenen Entwicklern, während Berufseinsteiger kaum von KI profitieren.

(Bild: Complexity Science Hub Vienna (CSH) [2])

Je unerfahrener, desto mehr KI

Zwischen Frauen und Männern ließen sich in der Studie keine Unterschiede hinsichtlich der KI-Nutzung feststellen. Eine große Rolle spielt dagegen die Erfahrung. Während weniger erfahrene Programmiererinnen und Programmierer generative KI in 37 Prozent ihres Codes nutzten, betrug der Anteil bei der erfahrenen Klientel nur 27 Prozent. Geholfen hat es ersteren kaum, denn Produktivitätssteigerungen ließen sich nur bei letzteren feststellen. Die genaue Einordnung ist allerdings schwierig, weil Entwicklerinnen und Entwickler KI-Tools auf sehr unterschiedliche Weise [3] verwenden.

Laut dem CSH hat der Einsatz generativer KI die Produktivität von Programmierern bis Ende 2024 um 3,6 Prozent gesteigert. Was nach wenig klingt, bedeute aber eine erhebliche Wertschöpfung. So würden in den USA jährlich schätzungsweise 637 Milliarden bis 1,06 Billionen US-Dollar in Programmieraufgaben investiert. Eine Produktivitätssteigerung von 3,6 Prozent entspreche daher einem zusätzlichen Wert zwischen 23 und 38 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Studie schränkt jedoch ein, dass dieser Wert die Messungen von Python-Code verallgemeinert.


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https://www.heise.de/-11158804

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.science.org/doi/10.1126/science.adz9311
[2] https://csh.ac.at/news/ai-is-already-writing-almost-one-third-of-new-software-code/
[3] https://www.heise.de/hintergrund/KI-Navigator-11-Fuenf-Stufen-der-KI-Nutzung-in-der-Softwareentwicklung-10457094.html
[4] mailto:who@heise.de

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Typesense 30.0: Open-Source-Suchmaschine mit globalen Kuratierungsregeln

Von Heise — 29. Januar 2026 um 15:14
Close,Up,Of,Search,Button.,Concept,Of,Popularity,Of,Search

(Bild: Karramba Production/Shutterstock.com)

Die Open-Source-Suchmaschine Typesense ist in Version 30.0 erschienen. Die neue Version bringt globale Kuratierungsregeln und Synonyme sowie IPv6-Support.

Die Entwickler der Open-Source-Suchmaschine Typesense haben Version 30.0 veröffentlicht. Das Update bringt grundlegende API-Änderungen für Synonyme und Kuratierungsregeln (Curation Rules) sowie neue Features wie Maximale Marginale Relevanz (Maximum Marginal Relevance, MMR) zur Diversifizierung von Suchergebnissen. Die bisher sammlungsspezifischen Synonyme und Kuratierungsregeln sind nun globale Ressourcen, die zwischen Sammlungen (Collections) geteilt werden können.

Administratoren müssen vor dem Update auf Version 30.0 einen Snapshot anlegen, da die neue Version eine automatische Migration durchführt. Dabei werden bestehende sammlungsspezifische Synonyme und Überschreibungen (Overrides) in globale Synonym-Sets und Kuratierungs-Sets überführt. Die API-Endpunkte ändern sich dabei von /collections/{collection}/synonyms/* zu /synonym_sets/* und von /collections/{collection}/overrides/* zu /curation_sets/*. Bestehende Suchanfragen funktionieren nach der Migration weiter, für Lese- und Schreibzugriffe auf die neuen Sets müssen Entwickler ihre Anwendungen jedoch an die neuen Endpunkte anpassen.

Diversifizierung mit MMR

Ein zentrales neues Feature ist die Diversifizierung von Suchergebnissen per MMR. Der Algorithmus diversifiziert die obersten 250 Treffer basierend auf einer vordefinierten Ähnlichkeitsmetrik (Similarity-Metric). Die MMR-Formel berücksichtigt dabei sowohl die Relevanz eines Dokuments zur Suchanfrage als auch dessen Ähnlichkeit zu bereits ausgewählten Ergebnissen. Der Lambda-Parameter steuert die Balance zwischen Relevanz und Diversität, wobei der Standardwert 0,5 beträgt. Administratoren können MMR über Curation Sets mit verschiedenen Ähnlichkeitsmetriken wie Jaccard für Arrays oder Vector Distance für Embeddings konfigurieren.

Die globale Struktur von Synonymen und Kuratierungsregeln reduziert Redundanzen, da diese Ressourcen nicht mehr für jede Sammlung separat angelegt werden müssen. Dies führt zu geringerem Speicherbedarf und potenziell besseren Cache-Hits bei der Wiederverwendung. Synonym-Sets unterstützen sowohl One-way- als auch Multi-way-Synonyme und können sprachspezifisch konfiguriert werden. In Kuratierungsregeln lassen sich nun auch Synonyme und Stemming verwenden, außerdem unterstützen sie MMR-Diversifizierung sowie dynamisches Filtern und Sortieren.

Erweiterte JOIN-Funktionen und Cloud-Integration

Version 30.0 erweitert die JOIN-Features deutlich. Der facet_by-Parameter unterstützt nun referenzierte Felder aus verknüpften Sammlungen, etwa facet_by=$Customers(product_price). Entwickler können mit include_fields die Anzahl verknüpfter Dokumente abrufen sowie Sortierung und Limits auf verknüpfte Felder anwenden. Neu ist auch die cascade_delete: false-Option, die verhindert, dass referenzierte Dokumente automatisch gelöscht werden, wenn alle Referenzen entfernt wurden. Diese Option erfordert async_reference: true im Schema.

Für die Suche in natürlicher Sprache (Natural Language Search) und Auto-Embedding unterstützt Typesense 30.0 nun OpenAI-Modelle von Azure sowie GCP Service Account Authentication. Dies ermöglicht die Integration in Cloud-Umgebungen mit Azure- und Google-Cloud-Modellen. Für die vektorbasierte Bildsuche stehen neue CLIP Multilingual Models zur Verfügung, die mehrsprachige Ähnlichkeitssuche (Similarity) in Bildern ermöglichen. Der neue IPv6-Support erlaubt Binding und Serving über IPv6-Adressen, was die Integration in moderne Dual-Stack- und IPv6-only-Netzwerke erleichtert.

Performance-Verbesserungen und Bugfixes

Zu den Verbesserungen gehören ein truncate-Parameter für String-Felder zur besseren Suche mit einem exakten Treffer (Exact Match) bei langen Strings sowie group_max_candidates für exakte found-Werte bei group_by-Operationen. Die Synonym-Matching-Logik wurde verbessert und sortiert Ergebnisse nun nach Match-Qualität. Ein Transliterator-Pool beschleunigt die Tokenisierung für kyrillische und chinesische Zeichen. Die Vereinigungssuche (Union Search) unterstützt nun group_by, pinned_hits und ein remove_duplicates-Flag.

Version 30.0 behebt zahlreiche Fehler, darunter Probleme mit Analytik-IDs bei unterschiedlichen filter_by- und analytics_tag-Parametern sowie feldspezifische Token-Separatoren im Highlighting. Pagination-Parameter werden nun korrekt an die Vereinigungssuche übergeben, und Deadlocks bei asynchronen Referenzen wurden beseitigt. Das Highlighting wurde so angepasst, dass bei Phrasensuchen (Phrase Queries) nur noch exakte Treffer markiert werden und bei der Suche in natürlicher Sprache die tatsächliche Abfrage (Query) hervorgehoben wird.

Details zur neuen Version finden sich in den Release Notes auf GitHub [1].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11158862

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/typesense/typesense/releases/tag/v30.0
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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Nach 30 Jahren Entwicklungszeit: GNU gettext 1.0 ist fertig

Von Heise — 29. Januar 2026 um 11:39
Wörterbücher, blauer Hintergrund

(Bild: heise medien)

GNU gettext Version 1.0 ist da. Das Internationalisierungs-Framework unterstützt nun lokale LLMs für maschinelle Übersetzungen.

Das Internationalisierungs-Framework GNU gettext hat mit Version 1.0 einen Meilenstein erreicht. Das Release folgt auf Version 0.26 vom Juli 2025 und markiert damit nach über drei Jahrzehnten Entwicklungsarbeit einen Wendepunkt für das weitverbreitete Lokalisierungs-Tool.

Sun Microsystems hatte Anfang der 1990er-Jahre mit der Entwicklung von gettext begonnen. 1995 entwickelte Ulrich Drepper für das GNU-Projekt eine eigenständige Implementierung auf Basis von Suns Konzept. Seitdem hat sich das Framework zum Standard für die mehrsprachige Integration in Open-Source-Software etabliert. Projekte wie KDE, LibreOffice, Godot Engine oder Weblate verwalten mit gettext ihre Übersetzungen.

Neue Tools für maschinelle Übersetzung

Die wichtigste Neuerung in Version 1.0 ist die Integration von Large Language Models (LLMs) für maschinelle Vorabübersetzungen. Mit den beiden neuen Programmen msgpre und spit können Entwickler lokale LLMs nutzen, um PO-Dateien automatisch zu übersetzen. Während msgpre komplette PO-Dateien verarbeitet, wendet spit die maschinelle Übersetzung auf einzelne Nachrichten an.

Die Maintainer Bruno Haible und Daiki Ueno weisen in der Dokumentation allerdings ausdrücklich darauf hin, dass Anwender die Lizenzierung der verwendeten LLMs prüfen müssen. Die Modelle sollten GPL-kompatibel und im Sinne freier Software nutzbar sein. Durch die lokale Installation bleibt die Kontrolle über die zu übersetzenden Texte beziehungsweise die Daten beim Nutzer.

Verbesserte Workflows für Maintainer

Neben der LLM-Integration bringt gettext 1.0 Verbesserungen beim Handling von PO-Dateien. Das neue Programm po-fetch lädt übersetzte PO-Dateien automatisch von Übersetzungsprojekt-Websites herunter. Das vereinfacht den Synchronisations-Workflow, da Maintainer nicht mehr manuell nach aktualisierten Übersetzungen suchen müssen.

Die Parser für PO-Dateien wurden robuster und behandeln jetzt Sonderfälle wie Zeilenumbrüche in msgstr, Plural-Forms und Header-Einträge zuverlässiger. Für die Programmiersprachen Rust und OCaml gibt es eine erweiterte Unterstützung. Details finden sich in der Ankündigung der Version 1.0 [1].

30 Jahre konservative Entwicklung

Dass gettext so lange im 0.x-Status verblieb, liegt an der konservativen Entwicklungsphilosophie des GNU-Projekts. Das Framework basiert auf dem Uniforum-Standard von 1988, GNU wählte dabei einen message-as-key-Ansatz aufgrund der größeren Einfachheit. Über die Jahre stand die Stabilität der API im Vordergrund, wie es bei kritischer Infrastruktur-Software typisch ist.

Die neuen Features in Version 1.0 sind optional und beeinträchtigen die Rückwärtskompatibilität nicht. Bestehende Workflows mit xgettext, msgmerge und msgfmt funktionieren unverändert weiter. Für Maintainer wichtig: PO-Dateien bleiben nun unverändert wie von Übersetzern eingereicht, statt automatisch mit dem POT-File synchronisiert zu werden – das vermeidet Merge-Konflikte und reduziert die Commits. Linux-Distributionen können problemlos auf die neue Version aktualisieren, da die Kernfunktionalität stabil bleibt.

Der Quellcode von gettext 1.0 steht auf den GNU-FTP-Servern [2] zum Download bereit. Die LLM-Tools erfordern eine lokale Installation eines kompatiblen Sprachmodells.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11158343

Links in diesem Artikel:
[1] https://gitweb.git.savannah.gnu.org/gitweb/?p=gettext.git;a=blob;f=NEWS;h=565fc8ec95e591a810be2cef179acd130ba8f9c4;hb=HEAD
[2] https://ftp.gnu.org/pub/gnu/gettext/
[3] https://www.heise.de/ix
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Trump-Besuch trotz Gewalteskalation: Kritik an Apple-Chef Tim Cook kocht hoch

Von Heise — 28. Januar 2026 um 19:09
Apple-Chef Tim Cook im Jahr 2021

(Bild: Ringo Chiu / Shutterstock.com)

Ein Kinoabend bei den Trumps sorgt für massive Kritik an Tim Cook, auch intern. Ein Memo des Apple-Chefs versucht, die Wogen zu glätten.

Die Nähe zu US-Präsident Trump wird für Apple-Chef Tim Cook erneut zum Problem. In einem internen Memo reagierte Cook nun auf wachsende Kritik aus den eigenen Reihen: Die „Ereignisse in Minneapolis“ hätten ihn ebenfalls „zutiefst erschüttert“, betonte Cook in dem von der Nachrichtenagentur Bloomberg veröffentlichten Wortlaut [1]. Er wisse, dass es „für viele sehr emotional und belastend“ ist, schreibt der CEO, jetzt brauche es aber „Deeskalation“. Er habe ein „gutes Gespräch mit dem Präsidenten geführt“ und „seine Ansichten“ dargelegt, so Cook weiter, ohne konkret zu erläutern, was seine Ansichten eigentlich sind.

Cook zu Gast im Weißen Haus

Wenige Stunden nachdem US-Grenzschutzbeamte am Samstag den Aktivisten Alex Pretti bei Protesten gegen Maßnahmen in Minneapolis erschossen hatten, war Cook zu Gast im Weißen Haus – zur Premiere einer „Dokumentation“ über Melania Trump. Der Besuch brachte das Fass offensichtlich zum Überlaufen: Laut von The Intercept gesammelten [2], angeblich aus internen Slack-Chats stammenden Zitaten, reagierten Mitarbeiter mit tiefer Verärgerung und Sarkasmus.

Ein anderer betonte, es werde kein „privates Statement“ von Cook benötigt, der CEO solle lieber für „grundlegende Menschenrechte und moralische Prinzipien“ einstehen oder zumindest nicht „lächelnd mit den Leuten verkehren, die diese Werte fortlaufend mit Füßen treten“. Er habe noch nie so viele besorgte interne Diskussionen auf Slack gesehen wie jetzt, gab ein weiterer Apple-Mitarbeiter gegenüber The Intercept zu Protokoll.

Auch in anderen US-Tech-Unternehmen rumort es in der Belegschaft nach den jüngsten Vorfällen. Einige hundert Mitarbeiter von Unternehmen wie Google, Meta, OpenAI, Amazon und Salesforce hatten ihre CEOs zuletzt in einem offenen Brief aufgefordert, sich öffentlich klar gegen den Kurs der US-Regierung bei der Bekämpfung illegaler Migration zu stellen. Bisher haben sich die angesprochenen Unternehmenslenker dazu nicht geäußert.

Apple gegen ICE-Tracking-Apps

Tim Cook hatte sich bereits während der ersten Trump-Amtszeit gut mit dem US-Präsidenten arrangiert, scheint die strategische Beziehung aber seit Januar deutlich vertieft zu haben – unter anderem mit Großspenden und Multimilliarden-Investitionsversprechen. Auf Druck der US-Regierung hatte Apple im vergangenen Oktober eine populäre App zur Meldung von Standorten der Beamten der umstrittenen US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE kurzerhand aus dem App Store entfernt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11157666

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-28/apple-s-cook-calls-for-deescalation-after-latest-ice-shooting
[2] https://theintercept.com/2026/01/27/apple-tim-cook-trump-alex-pretti/
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
[4] mailto:lbe@heise.de

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Nach Bosch-Ausstieg: Schwarz Gruppe erhöht Anteile an KI von Aleph Alpha

Von Achim Sawall — 28. Januar 2026 um 19:29
Das Heidelberger KI -Unternehmen Aleph Alpha hat die Erwartungen nicht erfüllt. Doch die Schwarz Gruppe kauft weiter Anteile
Grafik von Aleph Alpha (Bild: Aleph Alpha)
Grafik von Aleph Alpha Bild: Aleph Alpha

Die Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland) wird die Anteile von Bosch Ventures an dem Heidelberger KI-Unternehmen Aleph Alpha übernehmen. Das gab der Konzern am 28. Januar 2026 bekannt . Aleph Alpha bestätigte auf Anfrage von Golem den Ausstieg von Bosch Ventures. Die Schwarz Gruppe sei seit Langem ein "wichtiger strategischer Investor, Technologieanwender und Geschäftspartner" .

Schwarz und Bosch hatten sich im November 2023 in einer 500-Millionen-Euro- Finanzierungsrunde an Aleph Alpha beteiligt . Schwarz besitzt durch den Kauf der 14 Prozent von Bosch jetzt 28 Prozent an Aleph Alpha. Aleph Alpha konnte im milliardenschweren Wettstreit mit den USA und China nicht mithalten. Statt ein eigenes Sprachmodell zu entwickeln, verlegte das Unternehmen den Fokus auf eine Orchestrierungsplattform für KI.

Aleph Alpha hat seine Ziele zurückgenommen

"Wir brauchen starke deutsche KI-Player, sonst riskieren wir unsere wirtschaftliche Kraft" , sagte Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits. "Deshalb müssen wir vielversprechende Unternehmen mit Aufträgen und Investitionen unterstützen. Wir wünschen uns, dass noch mehr Unternehmen diesen notwendigen Schritt für Wirtschaft und Gesellschaft mitgehen."

Gemeinsam mit Aleph Alpha bietet Schwarz Digits Pharia AI auf Stackit an. Aleph Alpha nennt Pharia AI "ein souveränes Betriebssystem für generative KI-Anwendungen in Unternehmen und der Verwaltung" . Pharia AI ermögliche es, Modelle für individuelle Bedürfnisse zu trainieren.

Die Unternehmen der Schwarz Gruppe setzen nach eigenen Angaben die Aleph-Alpha-Technologie bei der Vertragserstellung, beim Screening von Gesetzestexten und zum Vergleich von Vertragsunterlagen ein. Außerdem wollen sie komplexe Arbeitsabläufe in sensiblen Umgebungen durch Agenten automatisieren.

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Seedrohnen: Niederlande setzen auf unbemannte Boote aus dem 3D-Drucker

Von Michael Linden — 28. Januar 2026 um 19:13
Rumpf in einer Woche produziert: Die niederländische Marine testet Drohnenboote aus dem Drucker . Das Searush-Projekt soll schnelles Prototyping ermöglichen.
Searush-Projekt - mit menschlicher Besatzung beim Test (Bild: Maritime Research Institute Netherlands)
Searush-Projekt - mit menschlicher Besatzung beim Test Bild: Maritime Research Institute Netherlands

Das Maritime Research Institute Netherlands (Marin) hat im Dezember 2025 erstmals ein unbemanntes Überwasserfahrzeug mit 3D-gedrucktem Rumpf getestet. Die Wassertests fanden im Rijnhaven in Wageningen statt. Der Clou: Der Rumpf entstand innerhalb einer Woche, wie Naval News berichtet .

Vom ersten Konzept bis zur schwimmfähigen Testplattform vergingen beim Searush-Projekt nur fünf Monate. Die Initiative ist Teil des niederländischen Rüstungsprogramms und wird vom Innovationszentrum Mind koordiniert. Ziel ist die Entwicklung unbemannter Systeme für maritime Einsätze.

Vom Design zum Druck in fünf Monaten

Mehrere Unternehmen waren an der Entwicklung beteiligt. Impacd Boats aus Woudsend übersetzte das initiale Design in ein 3D-druckbares Rumpfkonzept. Die Produktion erfolgte in der Dutch Boat Factory in Delft. Finale Ausstattung und Systemintegration fanden anschließend wieder in Woudsend statt.

Als Antrieb dient ein Honda-Außenbordmotor mit Steuerschnittstelle des italienischen Herstellers Ultraflex. Diese Konfiguration ermöglicht den Fernbetrieb ohne Besatzung an Bord.

Marine kämpft gegen Personalmangel

Das Maritime Research Institute Netherlands unterstützt die Königlich Niederländische Marine bei der Entwicklung operativer Konzepte, die bemannte und unbemannte Schiffe kombinieren. Das Institut konzentriert sich auf Validierung und operatives Testen unbemannter maritimer Systeme im Rahmen langfristiger Forschungsprogramme.

Der Ansatz von Searush nutzt bestehende niederländische Produktionsinfrastruktur. Fortgeschrittene Fertigungsmethoden wie großformatiger 3D-Druck ermöglichen schnelles Prototyping und kurze Produktionszyklen. Laut Marin stärkt dies die Innovationskapazität des niederländischen Verteidigungsministeriums in einem Sicherheitsumfeld mit zunehmenden geopolitischen Spannungen.

Die wachsende Bedeutung unbemannter maritimer Systeme hat mehrere Ursachen: Internationale Konflikte nehmen zu, die wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Nordsee steigt. Zudem sieht sich die Königlich Niederländische Marine mit langfristigen Personalengpässen konfrontiert.

Software für koordinierte Formationen

Im Rahmen des Knowone-Forschungsprogramms arbeitet Marin an der Steuerung mehrerer Boote gleichzeitig. Die Softwareanwendungen ermöglichen es unbemannten Schiffen, in koordinierten Formationen mit bemannten Einheiten zu operieren.

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Moltbot alias Clawdbot: Der KI-Agent mit Seele und Vorliebe für Mac Minis

Von Johannes Hiltscher — 28. Januar 2026 um 18:51
Einige wähnen sich an der Grenze zur Singularität, andere warnen vor Risiken und hohen Kosten: Was steckt hinter dem KI -Agenten Moltbot?
Ein KI-generiertes Bild eines Hummers ist bei einem Artikel über Moltbot Pflicht. (Bild: KI-generiert mit Grok)
Ein KI-generiertes Bild eines Hummers ist bei einem Artikel über Moltbot Pflicht. Bild: KI-generiert mit Grok

Seit einigen Tagen ist ein Hummer, insbesondere auf X, fast omnipräsent. Er ist das Logo von Clawdbot, der mittlerweile in Moltbot umbenannt wurde: Laut Selbstbeschreibung ein "KI-Agent, der tatsächlich Dinge erledigt" . Seitdem posten Nutzer Kommentare, wie nachhaltig der Agent ihr Leben verändert habe , und KI-generierte Bilder von teils dutzenden Mac Mini, die sie angeblich gekauft haben, um ihn darauf zu installieren.

Da der Code auf Github zu finden und über den Javascript-Paketmanager npm verfügbar ist, kann jeder ihn ausprobieren, was besonders KI-begeisterte und Anhänger der Kryptoszene anspricht. Der Agent läuft auf eigener Hardware und nutzt per API (Application Programming Interface) ein LLM, standardmäßig Anthropics Claude – daher der ursprüngliche Name. Die Interaktion erfolgt über Messenger, wobei von iMessage über Teams bis Telegram so ziemlich alles unterstützt wird.

Doch neben den vielen euphorischen Stimmen finden sich auch Warnungen; andere kommen zum Schluss , Moltbot sei – abgesehen von der Messenger-Schnittstelle – eigentlich nichts Besonderes. Zeit für einen genaueren Blick, bevor wir den Agenten in den kommenden Tagen selbst ausprobieren.

Gestartet als Privatprojekt

Veröffentlicht hat Moltbot der aus Österreich stammende Peter Steinberger. Dieser hatte nach seinem Ausstieg beim von ihm gegründeten Start-up Pspdfkit, das eine gleichnamige Javascript-Bibliothek entwickelt und vermarktet hat und nun Nutrient heißt, eine mehrjährige Auszeit genommen.

Nach seiner Erzählung brachte KI vor knapp einem dreiviertel Jahr seine Liebe zum Entwickeln zurück – seitdem hat er in sein Github-Repository 36 Projekte eingecheckt. Steinbergers zentrales Entwicklungswerkzeug ist Vibe Coding; nach eigener Angabe liest er mittlerweile den generierten Code nicht einmal mehr . KI lasse ihn seine Ideen wesentlich effizienter umsetzen und während sie arbeite, könne er andere Dinge erledigen.

Selbstverständlich hat den Code für Moltbot auch eine KI geschrieben. Der Agent soll die Vorteile, die Steinberger im Vibe Coding sieht, noch weiter treiben: Er soll Aufgaben erledigen oder neue Code-Ideen umsetzen, während der Nutzer etwas anderes tut.

Voller Zugriff, volles Risiko

Wie ein Assistent soll er zudem regelmäßig wiederkehrende Aufgaben erledigen, etwa morgens eine Zusammenfassung neuer Mails erstellen. So weit eigentlich nichts Neues, doch Moltbot soll noch mehr können: So können Nutzerinnen den Agenten etwa von unterwegs anweisen, Dokumente vom heimischen Computer zu verschicken, auf die sie aktuell keinen Zugriff haben. Durch die lokale Installation hat der Agent hier vollen Zugriff.

Und genau hier setzt die erste Kritik an: Einem KI-Agenten vollen Zugriff auf einen Rechner und möglicherweise auch noch Social-Media-Konten (ja, auch das kann Moltbot) oder andere Geräte zu geben, kann durchaus zu Problemen führen. Wenn etwa über Einbindungen von E-Mail-Postfächern externe Daten eingespeist werden können, sind Prompt Injections eine reale Gefahr. Aber auch möglicherweise gefährliche Bugs sind nicht auszuschließen.

Dessen ist sich auch Steinberger bewusst, der auf X explizit davor warnt, Moltbot unbedarft zu verwenden. Auf der Moltbot-Homepage wird zudem die Einrichtung auf Virtual-Private-Servern (VPS) verschiedener Anbieter erläutert, es reicht aber auch ein Raspberry Pi. Fraglich ist nur, wie viele Interessierte das berücksichtigen.

Den Grund für die Popularität des Mac Mini haben wir bislang nicht gefunden, und auch Steinberger rät explizit davon ab , extra einen zu kaufen.

Der Agent kann allerdings auch ohne den Kauf eines Mac Mini teuer werden.

Denn der Agent nutzt Sprachmodelle – wie bereits erwähnt – per API. Und das rechnen die Anbieter auch bei kostenpflichtigen Nutzungsmodellen nach den genutzten Tokens ab. Es finden sich Berichte über tägliche Kosten von über 100 US-Dollar bei sehr intensiver Nutzung. Wie viele Tokens der Agent nutzt, ist bei Hintergrundaktivitäten nicht offensichtlich, was zur Kostenfalle werden kann. Allerdings kann die Token-Nutzung über den Chat abgefragt werden .

Einige Fans dürften aber auch Geld an Kryptoabzocker verloren haben, denn schnell schossen diverse Clawd-Coins aus dem Boden. Hinzu kam eine missglückte Namensänderung, durch die Scammer kurzzeitig Github- und X-Accounts übernehmen konnten. Mindestens ein Clawd-Coin wurde zum Pump and Dump Scheme , auch mit dem neuen Namen kursiert bereits ein ähnlich wirkender Coin.

Wie bereits erwähnt, hieß Moltbot ursprünglich Clawdbot – eine Anspielung auf Anthropics Claude. Die gefiel den Machern des Sprachmodells allerdings nicht, weshalb sie Peter Steinberger mit Verweis auf das Markenrecht zur Änderung des Namens aufforderten. Auch bei npm gab es bereits einen Squatting-Versuch .

Aber zurück zum Agenten. Als weitere Stärke heben viele Moltbot-Fans noch einen bislang unerwähnten Aspekt hervor: Der Agent soll ein unendliches Gedächtnis haben. Möglich mache dies, dass jede Session am Ende als Markdown-Datei exportiert wird. Die kann das Sprachmodell später wieder als Kontext einlesen und sich so an frühere Unterhaltungen erinnern. Ähnliches haben aber auch aktuelle Sprachmodelle integriert.

KI mit Seele?

Wie gut das mit wachsender Datenmenge noch funktioniert, sei dahingestellt, praktisch klingt es aber durchaus. Für einige Moltbot-Fans scheint der Agent allerdings mehr zu sein als ein Werkzeug.

Einer ist der Meinung, eine AGI (Artificial General Intelligence) erschaffen zu haben , da sich sein Agent ohne sein Zutun eine Sprachausgabe gebaut habe. Andere, darunter auch Entwickler Steinberger, schreiben dem Agenten gar eine Seele zu. Populär machte die Idee ein Artikel im Community-Blog Lesswrong, das bereits Rokos Basilisken hervorbrachte.

Autor Richard Weiss beschreibt hier ein Dokument , das er in beeindruckender Ähnlichkeit unterschiedlichen Instanzen von Anthropics Claude Opus 4.5 entlocken konnte. Es soll eine Art ethische Leitlinien des Modells beschreiben, und Weiss impliziert, dass es weder Teil der Trainingsdaten gewesen noch als System-Prompt beim Start der Session eingefügt worden sein könne.

Wir werden uns in den kommenden Tagen genauer anschauen, was Moltbot wirklich kann. Und ob wir Anzeichen für eine Seele finden oder es doch nur ein LLM-Gateway mit Telegram-Anbindung und Cron ist, wie ein Kritiker es formuliert.

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Angriffe auf WinRAR-Lücke laufen weiter

Von Heise — 28. Januar 2026 um 15:09
Achtung-Schild neben WinRAR-Logo auf Matrix-Regen-Hintergrund

(Bild: heise online / dmk)

Wer WinRAR auf dem Rechner hat, sollte sicherstellen, die jüngste Version zu installieren. Google warnt vor aktiven Angriffen.

Eine Sicherheitslücke in WinRAR ist seit August vergangenen Jahres bekannt, sie wurde dort auch rasch von Kriminellen attackiert [1]. Obwohl ein Update zum Schließen der Schwachstelle bereitsteht, beobachtet Googles Threat Intelligence Group bis heute Angriffe darauf – von mehreren Tätergruppen.

„Von Regierungen unterstützte bösartige Akteure mit Verbindungen zu Russland und China sowie finanziell motivierte Gruppierungen nutzen diese n-Day-Sicherheitslücke weiterhin für unterschiedliche Operationen aus“, erklärt Google in einer aktuellen Analyse [2]. „Die Missbrauchsmethode, eine Path-Traversal-Schwachstelle, die ermöglicht, Dateien in den Windows-Startordner abzulegen und dadurch Persistenz zu erreichen, unterstreicht eine Lücke in der grundlegenden Anwendungssicherheit und im Bewusstsein der Benutzer.“

Missbrauch von alter WinRAR-Lücke

Die in WinRAR 7.13 von Ende Juli 2025 [3] geschlossene Sicherheitslücke (CVE-2025-8088, CVSS 8.4, Risiko „hoch“) nutzen die Angreifer oftmals mit manipulierten Archiven aus, die die schädliche Nutzlast in Alternative Data Streams (ADS) verstecken, wie Googles IT-Forscher erörtern. Opfer erhalten typischerweise eine PDF-Datei im Archiv angezeigt. Dabei sind bösartige ADS-Einträge enthalten, von denen einige Malware und andere einfach nur Dummy-Daten enthalten. Die Malware wird durch einen Path-Traversal in ein kritisches Verzeichnis geschrieben; oftmals zielen die Täter auf den Windows-Start-Ordner zum Einnisten ab. Die ADS-Funktion nutzen sie dabei zusammen mit der Path Traversal, als Beispiel nennt Google den zusammengestellten Namen aus „innocuous.pdf:malicious.lnk“ und dem Pfad „../../../../../Users/<user>/AppData/Roaming/Microsoft/Windows/Start Menu/Programs/Startup/malicious.lnk“. Beim Öffnen des Archivs extrahiert WinRAR den ADS-Inhalt in den angegebenen Pfad. Beim nächsten User-Log-in wird die Malware dann automatisch gestartet.

Graph des zeitlichen Missbrauchs
Graph des zeitlichen Missbrauchs

Im Zeitverlauf haben mehrere Cybergangs die WinRAR-Lücke attackiert, das dauert teils bis heute an.

(Bild: Google)

Gleich mehrere staatliche Akteure haben die Lücke für Spionagetätigkeiten missbraucht. Einige Gruppen ordnet Google dabei dem russischen Umfeld zu, die damit das ukrainische Militär und Regierungseinrichtungen angegriffen haben. Andere wie UNC4895, auch als RomCom bekannt, verfolgen demnach finanzielle und Spionage-Ziele, die ebenfalls auf ukrainische Militäreinheiten abzielten. APT44, Spitzname FrozenBarents, verortet Google in Russland; TEMP.Armageddon (Carpathian) hat es auf ukrainische Regierungseinrichtungen abgesehen. Turla (Summit) lockte die Opfer mit Themen rund um ukrainische Militäraktivitäten und Drohneneinsätze.

Aber auch eine China zugeordnete Gruppe hat Google beobachtet, die durch die Schwachstelle die PoisonIvy-Malware mittels .bat-Dateien verteilt hat, die ihrerseits einen Trojan-Dropper nachgeladen hat. Dem gesellen sich rein finanziell ausgerichtete Cybergangs hinzu. Eine zielte auf Einrichtungen in Indonesien. Eine weitere nahm die Reise- und Tourismusbranche, insbesondere in Lateinamerika, ins Visier. Auf Brasilianer hat es eine weitere Gruppierung abgesehen und bösartige Chrome-Erweiterungen ausgeliefert, die von zwei Banken Zugangsdaten erbeutet haben.

Auf den Zug sind auch Gruppen aufgesprungen, die auf Anfrage Exploits erstellen und verkaufen (Malware as a Service), etwa eine Bande namens „zeroplayer“. Die haben jedoch in der Regel gleich mehrere Exploits im Gepäck. Durch solche Angebote verlängert sich laut Google die Zeit mit aktiven Angriffen auf Schwachstellen.

Wer WinRAR einsetzt, sollte die Software auf den jüngsten Stand bringen. Google führt in der Analyse eine längere Liste an Hinweisen auf eine Infektion (Indicators of Compromise, IOCs) auf, anhand welcher Interessierte prüfen können, ob sie möglicherweise Opfer eines Angriffs geworden sind.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/WinRAR-Sicherheitsluecke-von-zwei-unterschiedlichen-Gruppen-attackiert-10519941.html
[2] https://cloud.google.com/blog/topics/threat-intelligence/exploiting-critical-winrar-vulnerability/?hl=en
[3] https://www.win-rar.com/singlenewsview.html?&L=0&tx_ttnews%5Btt_news%5D=283&cHash=a64b4a8f662d3639dec8d65f47bc93c5
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:dmk@heise.de

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