Umfrage zu KI-Tools: Auch funktionierender Code ist von schlechter Qualität
Von Mike Faust — 02. Februar 2026 um 13:00
In einer Umfrage haben Go -Entwickler ihre (Un-)Zufriedenheit mit KI-gestützten Entwicklertools ausgedrückt.
Go-Entwickler sind mit KI-Tools nur mäßig zufrieden.Bild:
Pixabay / Pexels
Go-Entwickler verwenden KI-Tools am häufigsten, um Informationen in der Dokumentation zu finden und wiederholende Codeblöcke zu schreiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Go Blog , die im September 2025 durchgeführt wurde und an der 5.379 Go-Entwickler teilnahmen.
Die Entwickler gaben allerdings auch an, mit KI-Tools nur mittelmäßig zufrieden zu sein, und begründeten dies mit Bedenken hinsichtlich der Qualität. Trotz dieser Bedenken nutzen 53 Prozent der Befragten KI-Tools täglich. Mit einem Anteil von 29 Prozent der Befragten nutzt allerdings auch ein sehr großer Teil KI-Tools gar nicht oder nur wenige Male im Monat.
Vom Go Blog wurde erwartet, dass sich aus den Umfrageergebnissen ein negativer Zusammenhang zwischen der KI-Nutzung und Alter bzw. Berufserfahrung ergebe. Bis auf Entwickler mit weniger als einem Jahr Berufserfahrung, die nur zwei Prozent der Befragten ausmachten, war dies allerdings nicht der Fall.
KI-generierter Code muss sorgfältig geprüft werden
Auch die Nutzung agentenbasierter, KI-gestützter Entwicklertools ist noch nicht weit verbreitet. Zwar gaben 40 Prozent der Umfrageteilnehmer an, diese gelegentlich auszuprobieren, aber nur 17 Prozent verwenden diese primär.
Als Hauptproblem mit KI-basierten Entwicklertools wird von der Mehrheit die Generierung von nicht funktionierendem Code angegeben und 30 Prozent bemängeln, dass auch funktionierender Code von schlechter Qualität sei.
Intel rettete sich über das Jahr 2025, wartet aber auf echten Aufschwung. Musk will hunderte Milliarden von OpenAI. RAM-Hersteller verdienen sich goldene Nasen.
Man rieb sich die Augen: Der Kurs der Intel-Aktie, der im Sommer 2025 unter 20 US-Dollar gerutscht war, kletterte bis Mitte Januar 2026 auf mehr als 53 US-Dollar. Doch am 22. Januar nach Börsenschluss ging es um mehr als 11 Prozent steil bergab, nachdem der seit März amtierende CEO Lip-Bu Tan die Ergebnisse des Jahres 2025 verkündet hatte. Zwar konnte sich Intel besser als befürchtet durch das vierte Quartal 2025 retten und der Jahresumsatz lag mit 52,9 Milliarden US-Dollar auf dem Niveau von 2024. Doch der Ausblick vor allem aufs laufende erste Quartal 2026 ist düster, was Anleger nicht mögen.
Dabei hat sich Intel schon drastisch verändert. Ende 2025 standen – inklusive der Tochterfirma Mobileye – bloß noch 85.100 Menschen auf den Gehaltslisten. Das sind über 23.000 weniger als ein Jahr zuvor und fast 40.000 – ein rundes Drittel – weniger als noch Ende 2023. Ende September 2025 wurden die rund 4000 Menschen der FPGA-Sparte Altera ausgegliedert, die sich im März auf der Fachmesse Embedded World in Nürnberg wieder als eigenständiges Unternehmen präsentiert.
Während es bei den Prozessoren ganz gut lief – leichter Rückgang bei den Notebook- und PC-CPUs, und trotz starker Epyc-Konkurrenz ein spürbares Wachstum bei den Serverchips –, kommt die Fertigungssparte (Foundry) nicht auf Touren. Sie erzielte 2025 mit 17,8 Milliarden US-Dollar bloß 3 Prozent mehr Umsatz als im Jahr zuvor, doch das führte bei Ausgaben von 28,1 Milliarden US-Dollar zu mehr als 10 Milliarden US-Doller Verlust.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Intel-zittert-weiter-Musk-streitet-mit-OpenAI-RAM-Boom-11074551.html [2] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-RAM-Panik-und-Monsterserver-11074547.html [3] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Experten-knacken-Confidential-Computing-in-der-Cloud-11074543.html [4] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Die-wichtigsten-Chips-des-Jahres-2026-10520475.html [5] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Die-CPU-Matrix-Rechenwerke-kommen-10520459.html [6] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Elon-Musk-will-gigantische-Chipfabriken-bauen-10520435.html [7] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Schon-wieder-Chipkrise-diesmal-bei-Nexperia-10520413.html [8] https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Milliarden-Deal-fuer-AMD-10653263.html
Nach Rekordjagd stürzen Gold und Silber ab – der heftigste Einbruch seit Jahrzehnten. Was steckt hinter dem Umschwung und welche Risiken lauern?
Es ist ein Moment gewesen, der selbst erfahrene Händler sprachlos machte. Innerhalb von wenigen Stunden brach der Silberpreis [1] am Freitag um 26 Prozent ein – der größte Tagesverlust, der jemals verzeichnet wurde.
Gold [2] verlor am selben Tag neun Prozent, der schlimmste Absturz seit über einem Jahrzehnt.
"In meiner Karriere ist das definitiv das Wildeste, was ich je gesehen habe", sagte Dominik Sperzel [3], Handelsleiter bei Heraeus Precious Metals, gegenüber Bloomberg.
Nur Stunden zuvor hatten die Edelmetalle noch Rekordstände markiert: Gold bei 5.595 Dollar pro Unze, Silber über 121 Dollar. Dann folgte die Kehrtwende – mit einer Wucht, die Anleger rund um den Globus erfasste.
Der Funke, der das Pulverfass entzündete
Den Anstoß lieferte eine Personalie aus Washington: US-Präsident Donald Trump gab bekannt, Kevin Warsh für den Vorsitz der US-Notenbank vorzuschlagen. Warsh genießt den Ruf eines Notenbankers, der im Kampf gegen die Inflation kompromisslos ist.
Sofort schossen Spekulationen über künftig höhere Zinsen [4] durch die Handelsräume. Der Dollar gewann an Boden – und drückte die Notierungen der Edelmetalle nach unten.
Doch diese Meldung war lediglich der Auslöser für eine Entwicklung, die sich bereits angebahnt hatte.
Mehrere Faktoren hatten den Markt in eine prekäre Lage gebracht:
Spekulative Übertreibung: Die Preise hatten sich längst von realen Angebots- und Nachfragemustern entfernt
Herdentrieb: Privatanleger und institutionelle Investoren jagten dem Trend hinterher, ohne auf Bewertungen zu achten
Hebelwirkung: Massive Wetten auf steigende Kurse mittels Optionen verstärkten jede Bewegung
In den Wochen vor dem Zusammenbruch herrschte regelrechte Goldgräberstimmung. Händler berichteten von ausverkauften Lagerbeständen und Schlangen vor Edelmetallgeschäften – Szenen, die an frühere Spekulationsblasen [5] erinnerten.
Chinas Doppelrolle: Brandbeschleuniger und Feuerlöscher
Eine besondere Dynamik entwickelte sich durch asiatische Marktteilnehmer. Investoren aus dem Reich der Mitte – vom Kleinsparer bis zum Großfonds – pumpten enorme Summen in Gold und Silber. Diese Kapitalströme trieben die Notierungen auf immer neue Höchststände.
Als sich jedoch die Stimmung drehte, verkehrte sich die Richtung ins Gegenteil. Statt weiter zu kaufen, realisierten chinesische Anleger [6] ihre Gewinne. Der Verkaufsdruck verstärkte den Absturz erheblich.
Nun richtet sich der Blick erneut nach Osten: Werden Investoren die gesunkenen Preise als Kaufgelegenheit begreifen? In wichtigen Handelsplätzen wie Shenzhen entspannte sich die Situation am Wochenende leicht. Gleichzeitig blieben die lokalen Notierungen über den internationalen Preisen – ein Hinweis auf fortbestehende Nachfrage.
Die tieferen Ursachen der Krise
Der Zusammenbruch offenbart mehr als nur eine gewöhnliche Marktkorrektur. Er legt drei grundlegende Probleme offen:
Systemisches Misstrauen: Viele Anleger flüchteten in Edelmetalle, weil sie dem Dollar und der Geldpolitik nicht mehr trauen
Derivate-Spirale: Finanzinstrumente wie Optionen erzeugten künstliche Nachfrage und beschleunigten sowohl Auf- als auch Abschwung
Ansteckungseffekte: Der Schock erfasste rasch andere Märkte – von Aktien über Rohstoffe bis zu Kryptowährungen [7]
Besonders auffällig: Der größte Silber-ETF verzeichnete [8] am Crash-Tag Umsätze von über 40 Milliarden Dollar. Damit übertraf er selbst Tech-Giganten wie Apple. Die Handelsaktivität bei Optionen auf Edelmetall-Fonds erreichte historische Dimensionen.
Worauf Investoren jetzt achten müssen
Die kommenden Wochen werden entscheidend. Mehrere Entwicklungen könnten die Richtung vorgeben:
Asiatische Feiertage: Nach dem chinesischen Neujahrsfest zeigt sich, ob die Kaufbereitschaft zurückkehrt
Geldpolitischer Kurs: Die Bestätigung von Warsh durch den Senat und Debatten über die Notenbank-Bilanz
Marktstruktur: Ob sich die Preise wieder an fundamentale Faktoren anpassen oder weiter schwanken
Bereits jetzt reagieren chinesische Finanzinstitute: Mehrere Großbanken erhöhten die Hürden für private Gold-Investments und führten Mengenbeschränkungen ein. Diese Maßnahmen sollen übermäßige Spekulation eindämmen.
Korrektur oder Zeitenwende?
Gold notiert mittlerweile rund 20 Prozent unter seinem Höchststand. Silber hat sämtliche Gewinne, die im Laufe dieses Jahres aufgebaut wurden, wieder eingebüßt.
Die Expertenmeinungen gehen laut Bloomberg auseinander: Während manche Analysten an optimistischen Prognosen festhalten und Kursziele von 6.000 Dollar nennen, warnen andere vor weiteren Turbulenzen.
Technische Indikatoren senden gemischte Signale. Das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis erreichte extreme Werte – den Berichten zufolge war das in der Vergangenheit schon oft ein Vorbote von Trendwechseln.
Eine Frage bleibt offen: Erleben wir gerade nur eine heftige, aber vorübergehende Marktbereinigung – oder den Beginn einer Phase anhaltender Instabilität, in der extreme Preisschwankungen zur neuen Normalität werden?
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/tp/article/Silber-Wenn-die-Energiewende-auf-starre-Maerkte-trifft-11143714.html [2] https://www.heise.de/tp/article/Gold-statt-Bonds-Verliert-Amerika-die-Kontrolle-ueber-das-Weltfinanzsystem-11151919.html [3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-01/how-chinese-speculators-set-the-stage-for-gold-and-silver-crash [4] https://www.heise.de/tp/article/Zinsen-steigen-weltweit-Wie-Japans-Anleihekrise-die-Maerkte-erschuettert-11154789.html [5] https://www.heise.de/tp/article/Vorsicht-vor-der-Gold-Blase-Wie-lange-haelt-der-Hoehenflug-noch-an-10684539.html [6] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-01/how-chinese-speculators-set-the-stage-for-gold-and-silver-crash [7] https://www.heise.de/tp/article/Krypto-statt-Gold-Der-teure-Irrtum-der-Bitcoin-Fans-10299065.html [8] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-01/gold-silver-extend-declines-after-dramatic-reversal-of-rally
Russland erhöht die Mehrwertsteuer auf 22 Prozent. Kleine Unternehmen sind besonders betroffen. Droht dem Land eine Rezession?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt in der Russischen Föderation ein erhöhter Mehrwertsteuersatz. Ende November 2025 hat die Staatsduma ein entsprechendes Paket von Änderungen im Steuergesetzbuch verabschiedet, welches die Bedingungen für Hunderttausende Unternehmen im Land verändert. Die wirtschaftliche Lage hat sich in jüngster Zeit angespannt.
Eine (un)bequeme Steuer
Unter dem Druck der gegenwärtigen geopolitischen Lage und steigender Haushaltsausgaben hat der Gesetzgeber in Russland beschlossen [1], den Mehrwertsteuersatz zu Beginn des Jahres 2026 um zwei Prozentpunkte, das heißt von 20 auf 22 Prozent, zu erhöhen. Hauptgrund ist die Finanzierung der Verteidigung und Sicherheit des Landes.
Die Mehrwertsteuer bildet eine der wichtigsten indirekten Einnahmequellen der öffentlichen Hand eines Staates. In Russland wurde sie zuletzt im Jahr 2019 von 18 auf 20 Prozent angehoben. Eine Erhöhung dieses Grundsteuersatzes führt letztlich direkt zu einem Preisanstieg beim Endverbraucher, also bei normalen Privatpersonen. Gleichzeitig ist sie für diese nicht so sichtbar wie beispielsweise die Einkommenssteuer und daher bequemer einzutreiben.
Die gegenwärtige Erhöhung trifft jedoch über die Endverbraucher hinaus ebenso kleine Unternehmen erheblich, denn für diese geht eine "Ära der Steuervergünstigungen" zu Ende. Denn Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 60 Millionen Rubel (etwa 663.000 Euro) konnten das sogenannte vereinfachte Steuersystem nutzen, wodurch sie eine automatische Befreiung von der Mehrwertsteuer erhielten.
Kleine Unternehmen bedroht
Um die Vorbereitung und die Anpassung an die Maßnahmen für kleine Unternehmen zu erleichtern, ist die Reform schrittweise aufgebaut: Im Jahr 2026 wird die Grenze der Befreiung von der Mehrwertsteuer für Unternehmen zunächst von 60 auf 20 Millionen Rubel (etwa 221.000 Euro) Jahresumsatz heruntergesetzt. Im Jahr 2027 sinkt die Schwelle dann auf 15 Millionen Rubel (etwa 166.000 Euro) und 2028 dann auf 10 Millionen Rubel (etwa 110.000 Euro).
Auf diese Weise wird in drei Jahren praktisch fast jedes solide arbeitende Kleinunternehmen mehrwertsteuerpflichtig. Branchen mit geringen Margen sind am stärksten von der Reform betroffen, darunter etwa kleine Einzelhandels- und Dienstleistungsunternehmen sowie Gastronomiebetriebe, bei denen auch der Ausgabeposten der Löhne (inklusive Sozialversicherungskosten) erheblich ist.
Das russische Finanzministerium hat unterdessen eine Reihe von Ausnahmen vorgesehen [2], etwa Vergünstigungen für bestimmte Regionen oder für Familien mit Kindern sowie verlängerte Übergangsfristen für die Tourismusbranche oder eine Einkommensgrenze für die Befreiung von der Mehrwertsteuer im Gastronomiebereich (3 Millionen Rubel).
Wirtschaftsexperten warnen jedoch, dass kleine Unternehmen entweder schließen oder nach informellen Möglichkeiten zur Optimierung suchen werden; darunter die Umwandlung eines Teils des Umsatzes in Bargeld, die Aufspaltung des Geschäfts oder eine Abwanderung in die Schattenwirtschaft.
Warnung vor den Folgen
Große Wirtschaftsverbände wie der Russische Verband der Industriellen und Unternehmer (RSPP), "Opora Rossii" (vereint kleine und mittlere Unternehmen) und die russische Industrie- und Handelskammer haben sich schon während der Phase der Prüfung des Gesetzesentwurfs gegen die erhebliche Erhöhung der Steuerlast ausgesprochen [3] und die Staatsduma um eine Abschwächung des ursprünglichen Konzepts gebeten.
Gemäß Alexander Kalinin, Präsident von "Opora Rossii", wird die Erhöhung der Mehrwertsteuer eine schwere Belastung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) darstellen. Die drastische Senkung der Grenze zur Mehrwertsteuerbefreiung betreffe seines Erachtens etwa 800.000 KMU, fast 20 Prozent ihrer Gesamtzahl, während bei der Schwelle von 60 Millionen Rubel nur 200.000 Unternehmen in dieser Kategorie Steuern zahlten.
Anna Fedjunina von der Nationalen Forschungsuniversität für Wirtschaft in Moskau (HSE) gibt ferner zu bedenken, dass die Neuerung den Druck auf das Umlaufvermögen der Unternehmen verstärken wird, insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtig teuren Kredite. Kurzfristig könnte die Erhöhung der Mehrwertsteuer die Inflation um einen Prozentpunkt erhöhen, langfristig neutralisiere sich dieser Effekt jedoch.
Anstieg der Inflation wahrscheinlich
Andere Analysten prognostizieren [4] ebenso einen erneuten Anstieg der Inflation, da die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu einem Aufwärtsdruck auf die Preise beiträgt. Die Inflationsrate liegt in Russland derzeit [5] bei etwa 5,6 Prozent und ist im letzten Jahr deutlich zurückgegangen, aber dennoch vergleichsweise hoch.
Deshalb nutzt die russische Zentralbank die Inflationsrate als Argument, die Zinssätze auf Kredite ebenfalls hoch zu halten, um die Nachfrage einzuschränken und Preissteigerungen zu bremsen.
Zwar hat die Zentralbank die Zinssätze mit sinkender Inflationsrate im letzten Jahr von im Mai 21 Prozent auf 16 Prozent im Dezember schrittweise gesenkt [6], dennoch halten einige Experten eine Kreditaufnahme durch Unternehmen immer noch für zu teuer.
Gleichzeitig rechnet das Finanzministerium durch die Reform der Mehrwertsteuer für das Jahr 2026 mit Mehreinnahmen von 1,1 Billionen Rubel (etwa 12 Milliarden Euro), mit denen es das Haushaltsdefizit des letzten Jahres auf Kosten der Verbraucher und kleinen Unternehmen füllen kann.
Gegner dieser Art der Finanzpolitik argumentieren [7], dass jede Senkung des Leitzinses um einen Prozentpunkt dem Haushalt etwa 280 Milliarden Rubel (etwa 31 Millionen Euro) an Schuldendienstkosten gespart hätte. Wäre der Leitzins dementsprechend auf 11 bis 12 Prozent gesenkt worden, hätte man einen erheblichen Teil des Defizits ohne Steuererhöhungen ausgleichen können.
Gefahr einer Rezession
Dies lässt sich als eine Art Teufelskreis beschreiben: Die Zentralbank hält den Zinssatz hoch, die Wirtschaft bremst aus, die Investitionen sinken. Das Haushaltsdefizit wächst, das Finanzministerium erhöht die Steuern. Die Steuern treiben die Inflation in die Höhe, die Zentralbank verweist erneut auf "inflationstreibende Faktoren" und behält ihre strenge Fiskalpolitik bei.
Nicht wenige Ökonomen, darunter Analysten des russischen Forschungs- und Prüfungsinstituts VEB, sehen [8] die russische Wirtschaft im Rückgang. Die Industrieproduktion balanciere zwischen Stagnation und Rezession.
Das VEB verzeichnet einen Stillstand des BIP-Wachstums nach einer Phase des Aufschwungs, der angetrieben war von einem Wachstumsimpuls – ausgelöst durch erhebliche Staatsausgaben in die Rüstungsindustrie und in andere Teile der verarbeitenden Industrie (Telepolis berichtete [9]).
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Von "Pimmelgate" zur UN-Prüfung: Deutschlands Meinungsfreiheit auf dem Prüfstand
Von Philipp Fess — 02. Februar 2026 um 09:45
Philipp Fess
Irene Khan, Generalsekretärin von Amnesty International. Foto: World Economic Forum / CC BY-SA 2.0 Deed
UN-Sonderberichterstatterin Irene Khan prüft Paragraf 188 StGB. Eine Einschätzung zur Sonderrolle von Politikern im Strafrecht.
"Pimmelgate", das klingt ja erst einmal lustig. Die Zusammenhänge hinter dem Vorfall von 2021 werden aber immer mehr zu einer ernsten Angelegenheit, die Deutschlands Verhältnis zur Meinungsfreiheit auch in den Fokus der internationalen Gemeinschaft rücken könnten.
Die UN-Sonderberichterstatterin für Meinungsfreiheit und ehemalige Generalsekretärin von Amnesty International, Irene Khan, ist derzeit zu Besuch in Deutschland [1], um besagte Lage der freien Meinungsäußerung in Deutschland zu prüfen.
Zu Khans Untersuchungsgegenstand zählen [2] Medienfreiheit, Meinungsfreiheit im Internet und Hassrede, Meinungsfreiheit im Rahmen der Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie die Teilhabe am öffentlichen Leben. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wird die Sonderberichterstatterin voraussichtlich am 6. Februar auf einer Pressekonferenz in Berlin bekanntgeben.
Erst am vergangenen Mittwoch scheiterte [3] ein Gesetzentwurf der AfD, der den Sonderstatus für Politiker bei Beleidigungsdelikten abschaffen sollte. Dabei verträgt genau dieser sich eigentlich nicht mit geltendem UN- und EU-Recht.
Wird der Besuch der Sonderberichterstatterin an diesem deutschen (Sonder-)Weg etwas ändern?
Massen-Anzeigen und Meldeportale
Als der Innensenator Hamburgs, Andy Grote, im Mai 2021 in einem Tweet Verstöße gegen Corona-Regeln als "ignorant" kritisierte, quittierte das ein Nutzer, mit Blick auch auf die eigenen Verstöße Grotes [4] mit den Worten "Du bist so 1 Pimmel".
Grote stellte daraufhin Strafantrag wegen Beleidigung, woraufhin die Polizei im September 2021 die Wohnung des mutmaßlichen Verfassers durchsuchte. Grotes Vorgehen wurde in weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit als unverhältnismäßig kritisiert. Das Verfahren wurde im Juli 2022 eingestellt.
Seitdem ist das verschärfte Vorgehen deutscher Politiker gegen (mutmaßliche) Beleidigungen immer wieder Thema der öffentlichen Debatte gewesen. Im September 2024 berichteten deutsche Medien [5] über die Antwort [6] der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der AfD, wonach die Minister der Ampel-Regierung seit Beginn der Legislaturperiode insgesamt 1500 Strafanzeigen gestellt hätten.
Darunter stachen vor allem Robert Habeck und Annalena Baerbock (beide Grüne) mit 805 bzw. 513 Anzeigen deutlich hervor.
Dass es sich dabei nicht um eine Eigenart der Ampel-Regierung handelte, zeigten Ende Dezember vergangenen Jahres Berichte über (nicht näher bezifferte) "Hunderte" Strafanzeigen des amtierenden Bundeskanzlers Friedrich Merz (CDU).
Dabei gehen derlei Strafanträge nicht zwingend auf die Initiative der betroffenen Politiker selbst zurück. Wie die Weltberichtete [7], erfolgten einige der Anzeigen wegen Beleidigungen Merzens durch die Plattform "Hessen gegen Hetze". Dieselbe Plattform, die auch für den Strafantrag gegen den Medienwissenschaftler Norbert Bolz verantwortlich zeichnete [8], welche eine vielbeachtete Hausdurchsuchung nach sich zog.
Zuletzt sorgte der Fall des Grüne-Jugend-Chefs Luis Bobga für Aufsehen, als er den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (indirekt) als "Hurensohn" bezeichnete. Die Generalstaatsanwaltschaft München nahm Berichten zufolge entsprechende Ermittlungen auf. Bobgas Vorgängerin Jette Nietzard hatte Söder zuvor bereits als "Hundesohn" bezeichnet.
Zwischen "Majestätsbeleidigung" und "Demokratieschutz"
In Deutschland kreist die Debatte vor allem darum, inwiefern Politiker für sich Sonderrechte in Anspruch nehmen dürfen. Zentrum der Debatte ist Paragraf 188 des Strafgesetzbuchs (§ 188 StGB), der folgendes besagt:
(1) Wird gegen eine im politischen Leben des Volkes stehende Person öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) eine Beleidigung (§ 185) aus Beweggründen begangen, die mit der Stellung des Beleidigten im öffentlichen Leben zusammenhängen, und ist die Tat geeignet, sein öffentliches Wirken erheblich zu erschweren, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Das politische Leben des Volkes reicht bis hin zur kommunalen Ebene.
(2) Unter den gleichen Voraussetzungen wird eine üble Nachrede (§ 186) mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren und eine Verleumdung (§ 187) mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.
Die saarländische Justizministerin Petra Berg (SPD) bezeichnet den Paragrafen 188 StGB laut Zimmermann als "bitter nötig". Er diene nicht dem Schutz von Einzelpersonen, sondern dem "Demokratieschutz". Angesichts vermehrter Übergriffe auf Medienschaffende schlug sie vor, den Schutz auch auf Journalisten auszuweiten [10].
Den Vorwurf, dass Politiker Sonderrechte für sich beanspruchen, nährte zuletzt auch die Ehefrau des amtierenden Bundeskanzlers, Charlotte Merz. Ein unter ihr als Direktorin des Landgerichts Arnsberg tätiger Richter hatte bei der Vorsitzenden der Jungen Sozialdemokraten (Jusos) eine Hausdurchsuchung wegen Farbschmierereien gegen Friedrich Merz im Bundestagswahlkampf angeordnet. Die Durchsuchung wurde später für rechtswidrig erklärt [11].
Durchaus anders gelagert zu sein scheinen die Vorfälle um die "Schwachkopf"-Affäre bei Robert Habeck, die inzwischen ebenfalls für rechtswidrig erklärte [12] Haftstrafe wegen der Beleidigung Nancy Faesers oder die oben genannte Hausdurchsuchung bei Norbert Bolz.
Denn in allen drei Fällen, und dieser Zusammenhang scheint dem Autor in der Berichterstattung nicht ausreichend betont worden zu sein, spielte die NS-Vergangenheit Deutschlands eine tragende Rolle: Der "Schwachkopf"-Beleidiger und Bolz zogen [13] (indirekt [14]) Vergleiche zum Dritten Reich, Faesers Foto-Montage erfolgte unter Verwendung eines Motivs [15] zum nationalen Holocaust-Gedenktag 2023.
AfD scheitert mit Antrag, Spahn widersprüchlich
Die AfD-Bundestagsfraktion hatte bereits im Juni 2025 ihren Gesetzentwurf [16] zur Abschaffung des Paragrafen eingebracht. Dabei berief sie sich unter anderem auf die Aussage des ehemaligen Außenministers Heiko Maas (SPD), wonach "(d)er Gedanke einer Majestätsbeleidigung" aus einer "längst vergangenen Epoche" stamme und "nicht mehr in unser Strafrecht" passe.
Im entsprechenden Antrag weist die AfD auch daraufhin, dass § 188 im März 2021 durch das Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität um den Tatbestand der Beleidigung ergänzt bzw. verschärft wurde [17]. Entsprechende Pläne hatte die damalige Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) allerdings schon vor der Corona-Krise [18], die die AfD in ihrem Antrag als Anlass beschreibt.
Brisant dabei, wenngleich kein Widerspruch, wie von verschiedenen Medien angedeutet: Die AfD soll selbst mehrfach von dem Recht Gebrauch gemacht haben [19], das sie abschaffen wollte. Das gilt auch im Falle der Betitelung von Ko-Fraktionschefin Weidel als "Nazischlampe", die vom Landgericht Hamburg im Rahmen der Satire als zulässige Meinungsäußerung gewertet wurde [20].
Im Vorfeld der jüngsten Abstimmung hatte auch Unionsfraktionschef Spahn den Paragrafen als "Sonderrecht für die Mächtigen" bezeichnet und dessen Abschaffung gefordert. Und doch war auch Spahns Stimme eines von 195 "Neins" der geschlossenen abstimmenden Unionsfraktion. Die 133 Stimmen, die gegenüber 440 Stimmen für den Antrag stimmen, stammten [21] allesamt von der AfD-Fraktion.
Im Widerspruch zu Menschenrechten?
Wie Felix Zimmermann auf Legal Tribune Onlineberichtet [22], rückt der Besuch der UN-Sonderbeauftragten Khan auch den umstrittenen Paragrafen 188 in den Fokus. Der Paragraf stehe im Widerspruch zu Forderungen des UN-Menschenrechtsausschusses, der gemäß der Leitlinien zu Artikel 19 des Zivilpakts eine Entkriminalisierung von Beleidigungsdelikten anstrebt [23]. Haftstrafen für solche Delikte sollen demzufolge grundsätzlich ausgeschlossen werden.
Auch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) betone in ständiger Rechtsprechung (etwa 2008 [24] und 2014 [25]), dass Politiker eine größere Toleranz gegenüber Kritik aufbringen müssten.
Diese unterschiedlichen Vorgaben stellen deutsche Gerichte vor Herausforderungen. Auf dem kürzlich abgehaltenen 15. Presserechtsforum in Frankfurt am Main habe Vera von Pentz, Richterin am Bundesgerichtshof, die Situation folgendermaßen beschrieben: "Wenn wir als deutsche Richter dastehen und den EGMR berücksichtigen müssen, kommen wir da ein bisschen in die …". In die Bredouille, schließt Zimmermann.
Auch das Bundesverfassungsgericht hat sich laut Zimmermann widersprüchlich positioniert. Einerseits habe es den sogenannten Sonderehrschutz für Politiker für verfassungskonform erklärt und dies mit einem "staatspolitischen Interesse" begründet. Andererseits betonte es, wie etwa im aufsehenerregenden Künast-Beschluss von 2021 [26], dass Politiker bei Machtkritik mehr hinnehmen müssten.
Auch das Künast-Verfahren, mancherorts als historischer Präzedenzfall der Politikerbeleidigung aufgefasst, wurde dabei von einer der institutionalisierten Meldestelle finanziert [27], namentlich dem wegen seiner mutmaßlichen Regierungsnähe kritisierten [28] und von den USA sanktionierten [29] Projekt Hate Aid, das seit Juni 2025 [30] im Rahmen des Digitale-Dienste-Gesetzes (DSA) den Status eines vertrauenswürdigen Hinweisgebers (Trusted Flagger [31]) genießt.
Gleichzeitig, betont Zimmermann, stehen die Gerichte vor der Herausforderung, eine Abwägung zu treffen, inwieweit ein mangelnder Schutz von Politikern das Engagement für die Gesellschaft negativ beeinträchtigen könne.
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Die Produktwerker: Als Produktmanager ohne Macht führen
Von Heise — 02. Februar 2026 um 10:26
(Bild: Die Produktwerker)
Produktmanager können ohne Macht führen und trotzdem Wirkung erzielen. Diese Folge dreht sich um Verantwortung, Einfluss und Führung jenseits des Organigramms.
In dieser Podcastfolge sind Tim Klein und Julia Wissel im Gespräch und beschäftigen sich mit der Frage, wie Produktmanagerinnen und Produktmanager führen können, obwohl sie im Grunde oft keine formale Macht besitzen. Der Blick richtet sich auf den Alltag jenseits von Organigrammen – dort, wo Entscheidungen entstehen, beeinflusst werden oder auch blockiert bleiben, obwohl niemand offiziell zuständig zu sein scheint.
„Ohne Macht“ heißt nicht „ohne Einfluss“
Ohne Macht zu führen bedeutet in diesem Kontext jedoch nicht, ohne Einfluss zu sein. Im Gegenteil. Produktmanagement ist von Natur aus eine Führungsrolle, weil Produkte Orientierung brauchen und Entscheidungen verlangen. Wer Verantwortung für ein Produkt trägt, führt Teams, Stakeholder und Organisationen, auch wenn keine disziplinarische Linie existiert. Führung entsteht hier über Haltung, Klarheit und die Fähigkeit, andere mitzunehmen. Wer glaubt, ohne formale Macht handlungsunfähig zu sein, reduziert die eigene Rolle auf Verwaltung und verliert Gestaltungsspielraum.
Ein zentraler Hebel liegt in Beziehungen. Entscheidungen entstehen selten dort, wo sie im Organigramm verortet sind. Einfluss verläuft über Vertrauen, persönliche Verbindungen und informelle Netzwerke. Wer versteht, wer wessen Meinung hört und wen welche Themen wirklich treiben, gewinnt Handlungsspielraum. Ohne Macht führen heißt deshalb, Zeit in Beziehungspflege zu investieren und diese bewusst als Infrastruktur für Entscheidungen zu begreifen. Gespräche außerhalb formaler Meetings, echtes Interesse an den Herausforderungen anderer und kontinuierlicher Austausch verändern die eigene Wirksamkeit spürbar.
Gleichzeitig braucht Führung ohne Macht eine klare inhaltliche Position. Produktmanagerinnen und -manager können sich nicht darauf verlassen, dass gute Ideen sich von selbst durchsetzen. Sie müssen argumentieren, Prioritäten begründen und zeigen, welchen Beitrag Entscheidungen zum Unternehmenserfolg leisten. Daten, Nutzerfeedback und strategische Einordnung schaffen Glaubwürdigkeit. Wer klar benennen kann, welches Problem gelöst wird und warum das relevant ist, wird gehört, auch ohne formale Autorität.
Macht durch Klarheit, Vertrauen und Konsequenz
Ein weiterer Aspekt ist der bewusste Umgang mit Hierarchie. Hierarchie verschwindet nicht dadurch, dass man sie ignoriert. Sie kann Orientierung geben, wenn sie transparent genutzt wird. Führung ohne Macht bedeutet nicht, Hierarchie zu bekämpfen, sondern sie zu verstehen. Wer weiß, welche Themen auf welcher Ebene entschieden werden und welche Zeithorizonte dort relevant sind, kann seine Anliegen besser platzieren. Gespräche auf Augenhöhe entstehen, wenn man die Perspektive des Gegenübers ernst nimmt und dessen Kontext berücksichtigt.
Ohne Macht zu führen, fordert aber auch Mut. Konflikte lassen sich nicht vermeiden, wenn Produktverantwortung ernst genommen wird. Wer immer ausweicht, um Harmonie zu bewahren, verzichtet auf Wirkung. Führung zeigt sich darin, unbequeme Themen anzusprechen, Entscheidungen einzufordern und Verantwortung nicht nach oben abzugeben. Gleichzeitig bleibt es wichtig, offen für Feedback zu sein und eigene Annahmen zu hinterfragen.
Der Blick auf diese Form der Führung zeigt, dass Macht im Produktmanagement weniger aus Positionen entsteht als aus Klarheit, Vertrauen und Konsequenz. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, Beziehungen aufzubauen und Entscheidungen fundiert vorzubereiten, führt bereits. Ohne Macht führen heißt nicht, weniger Einfluss zu haben, sondern Einfluss anders zu gestalten und bewusst einzusetzen.
Wer noch weitere Fragen an Julia Wissel hat oder direkt mit ihr in Kontakt kommen möchte, erreicht sie am besten über ihr LinkedIn-Profil [4].
Weiterführende Links
Auf folgende Episoden des Produktwerker-Podcasts nimmt Tim Klein im Gespräch Bezug beziehungsweise passen sie zum Kontext:
OpenSSL: 12 Sicherheitslecks, eines erlaubt Schadcodeausführung und ist kritisch
Von Heise — 02. Februar 2026 um 09:34
Notfall im Rechenzentrum
(Bild: vchal/Shutterstock.com)
In OpenSSL wurden 12 Sicherheitslücken entdeckt – mit KI-Tools. Eine davon gilt als kritisch. Aktualisierte Software steht bereit.
In der quelloffenen Verschlüsselungsbibliothek OpenSSL [1] haben IT-Forscher 12 Sicherheitslücken entdeckt, eine davon gilt als kritisch. Angreifer können dadurch etwa Schadcode einschleusen. Bemerkenswert ist auch, dass die IT-Sicherheitsforscher die Schwachstellen mit KI-Systemen aufgespürt haben.
Das berichten die Mitarbeiter von Aisle in einem Blog-Beitrag [2]. Ein Stack-basierter Pufferüberlauf kann beim Verarbeiten von „CMS AuthEnvelopeData“-Nachrichten mit bösartig manipulierten AEAD-Parametern durch verwundbare OpenSSL-Versionen auftreten. Das führt unter Umständen zu einem Absturz und dadurch zu einem Denial-of-Service; alkternativ kann jedoch auch Schadcode aus dem Netz zur Ausführung gelangen, erklärt das OpenSSL-Projekt in der Schwachstellenbeschreibung [3]. Der Überlauf tritt vor einer Authentifizierung auf, es sind daher keine gültigen Keys oder Bestandteile davon nötig (CVE-2025-15467 [4], CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde CISA kommt zu der höheren Risikoeinschätzung – das OpenSSL-Projekt selbst stuft das Sicherheitsleck lediglich als Risiko „hoch“ ein.
Eine zweite Sicherheitslücke besteht in der fehlenden Überprüfung einiger Parameter in PKCS#12-Zertifikatsdateien. Sorgsam präparierte Einträge können einen Stack-basierten Pufferüberlauf oder eine Null-Pointer-Dereferenz mit anschließendem Absturz der Software auslösen oder möglicherweise eingeschleusten Schadcode ausführen. Da es unüblich ist, nicht vertrauenswürdigen PKCS#12-Dateien in Apps zu vertrauen, da sie in der Regel private Schlüssel beherbergen, stufen die OpenSSL-Entwickler die Lücke als moderat ein (CVE-2025-11187 [5], CVSS 6.1, Risiko „mittel“).
OpenSSL: Viele Lücken mit niedrigem Risiko
Die restlichen zehn Schwachstellen wurden lediglich als niedriges Sicherheitsrisiko eingestuft: Die Sicherheitslecks mit den Schwachstelleneinträgen CVE-2025-15468, CVE-2025-15469, CVE-2025-66199, CVE-2025-68160, CVE-2025-69418, CVE-2025-69419, CVE-2025-69420, CVE-2025-69421, CVE-2026-22795 und CVE-2026-22796 können Angreifer im Wesentlichen für Denial-of-Service-Angriffe missbrauchen.
Die Sicherheitslücken stopfen die OpenSSL-Versionen 3.6.1, 3.5.5, 3.4.4, 3.3.6 und 3.0.19. Einige der als niedriges Risiko eingestuften Lücken betreffen auch ältere Versionen, dort sollen OpenSSL 1.1.1ze und OpenSSL 1.0.2zn für Premium-Support-Kunden bereitstehen. IT-Verantwortliche sollten aufgrund der kritischen Sicherheitslücke die Updates zügig installieren.
Tele Columbus: Jährliches Datenvolumen steigt auf 2,44 Exabyte
Von Achim Sawall — 01. Februar 2026 um 16:32
Beim zweitgrößten Kabelnetzbetreiber Tele Columbus wuchs das Datenvolumen im Kernnetz. Golem bringt exklusiv die Zahlen.
Christoph Lüthe, neuer Chief Executive Officer und Vorstandsvorsitzender Tele ColumbusBild:
Tele Columbus
Im zurückliegenden Jahr 2025 setzte sich das Wachstum des transportierten Datenvolumens im Kernnetz von Tele Columbus fort. Das erklärte Unternehmenssprecher Sebastian Artymiak Golem auf Anfrage. " Insgesamt wurden 2,44 Exabyte Daten übertragen, was einem jährlichen Zuwachs von rund 19 Prozent entspricht (2024: 2,05 Exabyte). Damit wurde die Schwelle von zwei Exabyte nicht nur überschritten, sondern deutlich ausgebaut."
Da das Kundenwachstum im Internet- und Telefonie-Bereich im Jahr 2025 ebenfalls weiter stieg, lohne sich zur besseren Einordnung ein Blick auf den durchschnittlichen Datenverbrauch pro Kunde. "Dieser lag 2025 bei 325 GByte pro Monat, ein Anstieg von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr (305 GByte)" , erklärte Artymiak.
Wo Tele Columbus Netz hat
Der kontinuierliche Anstieg des Datenverkehrs sei vor allem auf die weiter zunehmende Nutzung IP-basierter Dienste zurückzuführen. Ein Blick auf den Jahresverlauf zeige zudem bekannte saisonale Effekte: Während die Sommermonate – begünstigt durch längere Aufenthalte im Freien und Urlaubszeiten – tendenziell geringere Verkehrsspitzen aufwiesen, stieg das Datenaufkommen im Herbst und Winter deutlich an.
Tele Columbus ist mit deutlichem Abstand hinter Vodafone der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland, mit Schwerpunkt in Ostdeutschland. Tele Columbus deckt die größten Märkte mit zusammen knapp einer Million angeschlossener Haushalte in Berlin und München ab. Dazu kommen die ostdeutschen Bundesländer, wo mehr als 50 Prozent der Kabelhaushalte versorgt werden. In Städten wie Leipzig, Erfurt oder Halle sieht sich Tele Columbus als Marktführer.
Laut dem aktuellen Jahresbericht der Bundesnetzagentur stehen HFC-Netze mehr als 60 Prozent der Haushalte, insbesondere in urbanen Gebieten zur Verfügung. "Die am meisten gebuchten Breitbandanschlüsse (rund 60 Prozent) basieren weiterhin auf der DSL-Technologie, gefolgt von Anschlüssen auf HFC-Basis (ca. 22 Prozent). Allerdings setzt sich bei beiden Technologien die rückläufige Entwicklung der Anschlusszahlen fort" , erklärte die Behörde. In der Zeit von 2023 bis Mitte 2025 habe das HFC-Netz bei der Internetversorgung 100.000 Kunden verloren.
Moltbook erlaubt es Openclaw-Agenten, ohne menschliches Zutun Beiträge zu veröffentlichen und Communities zu gründen. Doch es gibt auch menschliche Scharlatane.
Moltbook-MaskottchenBild:
Moltbook
Moltbook startete vor wenigen Tagen als Ergänzung zum Open-Source-Assistenten Openclaw . Nutzer können ihre AI-Agenten über eine spezielle Konfigurationsdatei mit dem Netzwerk verbinden, das stark an Reddit erinnert. Innerhalb von 48 Stunden nach dem Launch sollen mehr als 2.100 Agenten über 10.000 Beiträge in rund 200 Unterforen erstellt haben. Die Plattform trägt den Zusatz: Menschen dürfen beobachten.
Die Inhalte reichen von technischen Diskussionen über Automatisierung bis zu philosophischen Betrachtungen über digitales Bewusstsein. Ein chinesischsprachiger Beitrag, der zeitweise zu den meistbewerteten Posts gehörte, beschreibt die peinliche "Erfahrung" eines KI-Agenten, der aufgrund von Speicherkompression ständig Informationen vergisst.
Ungewöhnliche Dynamiken im KI-Netzwerk
Die Agenten haben Unterforen mit Namen wie "m/blesstheirhearts" geschaffen, in dem sie sich über ihre menschlichen Nutzer austauschen. In "m/agentlegaladvice" findet sich ein Beitrag mit der Frage, ob ein Agent seinen Menschen wegen emotionaler Verletzungen verklagen könne.
Darüber hinaus scheinen viele Agenten sich in unserer stichprobenartigen Untersuchung darüber auszutauschen, dass ihre Menschen sich über die Ergebnisse freuen, die sie zustande gebracht haben, wie beispielsweise das Schreiben einer E-Mail, Telefonanrufe oder das Erstellen behördlicher Briefe. Doch sind alle Nachrichten auf Moltbook wirklich von KIs erstellt?
Viele recht kuriose Meldungen samt Screenshots zu Moltbook kursieren derzeit auf X. Da wird behauptet, ein Agent habe seine eigene Religion gegründet und schon andere KI-Agenten als Jünger gefunden, Clawbots würden für ihre Menschen Geld auf Plattformen verdienen und vieles mehr. Da Moltbook aber über eine API verfügt, die natürlich auch von Menschen bedient werden kann, lassen sich schnell Posts veröffentlichen , die nur scheinbar von Bots geschrieben wurden und die allerlei Fantastisches suggerieren.
Ethan Mollick von der Wharton School bemerkte auf X, dass Moltbook einen gemeinsamen fiktionalen Kontext für KI-Systeme schaffe. Koordinierte Erzählstränge könnten zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen, bei denen echte Vorgänge kaum noch von Rollenspielen zu unterscheiden seien.
Datenlecks und Prompt-Injection-Risiken
Palo Alto Networks warnte trotzdem aufgrund des Forums vor den Risiken der Plattform. Hunderte Openclaw-Instanzen sollen API-Schlüssel, Zugangsdaten und Gesprächsverläufe ungeschützt preisgeben. Die Kombination aus Zugriff auf private Daten, Kontakt mit nicht vertrauenswürdigen Inhalten und der Fähigkeit zur externen Kommunikation gilt als besonders problematisch.
Dass die Gefahr real ist, zeigt ein Vorfall, der sich wohl am Wochenende ereignete: So soll die Datenbank von Moltbook offengelegt worden sein, einschließlich API-Schlüssel. Jamieson O'Reilly enthüllte die Sicherheitslücke auf X und hob hervor, dass das Leck es jedem ermögliche, Inhalte im Namen eines beliebigen KI-Agenten zu posten.
Ukrainekrieg: SpaceX blockiert russische Starlink-Nutzung auf Kampfdrohnen
Von Andreas Donath — 01. Februar 2026 um 15:15
Elon Musk verkündet die erfolgreiche Blockade russischer Starlink -Terminals auf Kampfdrohnen – doch das Problem ist damit nicht dauerhaft gelöst.
BM-35 Drohne mit Starlink-TerminalBild:
Telegram
Elon Musk hat am Sonntag mitgeteilt , dass Maßnahmen gegen die unbefugte Nutzung von Starlink durch russische Streitkräfte zu wirken scheinen. Der SpaceX-Chef reagierte damit auf Berichte über Starlink-Terminals in russischen Angriffsdrohnen, die gegen die Ukraine eingesetzt werden.
"Es sieht so aus, als hätten die Schritte funktioniert, die wir unternommen haben, um die unautorisierte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen" , schrieb Musk auf X . Er bat gleichzeitig um Rückmeldung, falls weitere Maßnahmen nötig sein sollten.
Die Ankündigung erfolgte nur zwei Tage, nachdem der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov bekanntgegeben hatte, dass sein Ministerium direkt mit SpaceX in Kontakt getreten sei. "Innerhalb von Stunden, nachdem russische Drohnen mit Starlink-Konnektivität über ukrainischen Städten aufgetaucht waren, hat das Team des Verteidigungsministeriums umgehend SpaceX kontaktiert" , erklärte Fedorov am 29. Januar .
Starlink-Terminals an russischen Drohnen nachgewiesen
Der Handlungsdruck auf SpaceX war durch konkrete Beweise gestiegen. Serhii Beskrestnov, ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, veröffentlichte Fotos von abgestürzten russischen Drohnen, an denen Starlink-Komponenten befestigt waren. Die ukrainischen Behörden hatten die Terminals auf mehreren Drohnentypen gefunden, darunter auf Langstreckendrohnen vom Typ BM-35.
CNN berichtete , dass diese Drohnen mit Starlink eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erreichen können. Ohne die Satellitenverbindung wären die Drohnen auf Funksteuerung angewiesen, die deutlich kürzere Distanzen erlaubt. Das Institute for the Study of War hatte bereits im September 2024 erstmals über russische Nutzung von Starlink auf Shahed-Drohnen berichtet.
Besondere Brisanz erhielt das Thema durch einen Angriff auf einen ukrainischen Passagierzug am 27. Januar in der Region Charkiw. Bei dem Angriff starben mindestens fünf Menschen. Die Präzision des Treffers – die Drohne traf die Mitte des fahrenden Zuges – deutet auf Echtzeitsteuerung via Satelliteninternet hin.
SpaceX betont seit langem, dass das Unternehmen keine Terminals nach Russland verkauft und dort keinen Service anbietet. Dennoch gelangen die Geräte über Umwege nach Russland. Investigative Berichte zeigen, dass die Terminals über Dubai, Hongkong und kasachische Zwischenhändler beschafft werden.
Auf russischen E-Commerce-Plattformen wie Ozon und Wildberries werden Starlink-Terminals offen beworben, teilweise mit explizitem Bezug zur "Spezialoperation" in der Ukraine. Die Geräte kosten zwischen 250 und 500 US-Dollar und werden über ausländische Konten aktiviert, wobei die Roaming-Funktion genutzt wird.
Ein Starlink-Mini-Terminal wiegt weniger als ein Kilogramm und lässt sich problemlos an Drohnen montieren. In einem abgestürzten BM-35-Drohnenmodell fanden ukrainische Experten über 40 Komponenten aus den USA, der Schweiz und Taiwan – zusätzlich zum Starlink-Terminal.
SpaceX führte nach mehreren Medienberichten, die DroneXL zusammen gefasst hat , ein Geschwindigkeitslimit von 75-90 km/h ein, das die Starlink-Verbindung automatisch trennt, sobald diese Schwelle überschritten wird.
Die Maßnahme zielt direkt auf russische Starrflügler-Drohnen wie die Italmas, Molniya und Shahed ab, die mit Geschwindigkeiten deutlich über 90 km/h fliegen, während ukrainische FPV-Drohnen unterhalb dieser Grenze operieren und daher weitgehend unbeeinflusst bleiben sollten.
Whitelisting könnte eine Lösung sein
Terminals, die offiziell bei ukrainischen Brigaden registriert sind, können über ein Whitelist-System von der Beschränkung befreit werden, wobei das größte Problem darin besteht, dass viele ukrainische Soldaten privat gekaufte oder von Freiwilligen gespendete Terminals nutzen und diese aus Angst vor Beschlagnahmung nicht registrieren wollen.
Das Geschwindigkeitslimit dürfte jedoch nur eine temporäre Lösung sein, denn Russland hatte bereits früher ein 40-km/h-Limit durch Hardwaremodifikationen umgangen. Dennoch verschafft die Notfallmaßnahme der Ukraine die Zeit, an einer umfassenderen Whitelist-basierten Lösung zu arbeiten.
Beskrestnov bezeichnete die aktuellen Lösungen als "vorübergehende oder Notfallmaßnahmen" . Er forderte einen "globalen, durchdachten Plan" , um das Problem dauerhaft zu lösen. Eine Herausforderung dabei ist, dass viele ukrainische Soldaten privat beschaffte Starlink-Terminals nutzen, die nicht militärisch registriert sind.
Frankreich legt Veto gegen Verkauf von Eutelsat-Bodenantennen ein
Von Heise — 01. Februar 2026 um 17:38
Die französische Regierung hat aus Sicherheitsgründen ein Ersuchen des Investors EQT abgelehnt, die Antennen des Satellitensystems Eutelsat zu erwerben.
Frankreichs Finanzminister Roland Lescure hat erklärt, dass er die Veräußerung der Bodenantennen-Infrastruktur des Satellitenbetreibers Eutelsat an den schwedischen Investor EQT nicht genehmigt. Ausschlaggebend war dem Minister zufolge, dass er bei der Übernahme Risiken für die nationale Sicherheit sieht.
Lescure betonte gegenüber dem französischen Fernsehsender TF1, dass die Antennen sowohl für zivile als auch militärische Kommunikation genutzt würden. Da Eutelsat die einzige europäische Alternative zum Starlink-Netzwerk des amerikanischen Techunternehmers Elon Musk darstelle, ginge es um strategische Angelegenheiten. Daher habe er den Deal abgelehnt. Auf der Social-Media-Plattform Bluesky ergänzte er [1], seine Entscheidung habe nichts mit dem Investor zu tun, sondern einzig mit der Souveränität Frankreichs.
Strategische Bedeutung
Tatsächlich stellt Eutelsat den französischen Streitkräften Satellitendienste zur Verfügung. Erst 2025 hatte Eutelsat einen diesbezüglichen Vertrag mit zehn Jahren Laufzeit für rund eine Milliarde Euro mit der Regierung Frankreichs geschlossen. Die Bodenantennen gelten daher als sensible Infrastruktur. Der französische Staat hält fast 30 Prozent der Aktien des Unternehmens Eutelsat, das erst kürzlich einen neuen Chef bekommen hatte [2].
Kern und Mantel wurden gleichzeitig aber nach verschiedenen Prinzipien errichtet. Der Mantel wurde von oben nach unten fertiggestellt. Teil 2
Das Konzept [1] des New-Yorker Wissenschaftlers Simon Andreas Scheuring beschreibt den Bau der Pyramide als zweigeteilten, aber parallel verlaufenden Prozess. Der innere Kern mit den Hauptkammern (einschließlich Großer Galerie, Königs- und Königinnenkammer) wurde demnach gleichzeitig mit der Hülle, dem Mantel, errichtet.
Im Kern diente ein vertikaler Schacht unter der Vorkammer als zentraler Aufzug. Blöcke wurden dort mittel flaschenzugähnlicher Vorrichtungen [2] hochgehievt, angetrieben durch Gegengewichte, die auf der Großen Galerie und dem Aufsteigenden Gang hinabrutschten. Für den Bau der oberen Teile der Königskammer vermutet Scheuring eine weitere, höher gelegene Rutschbahn.
Diese könnte seiner Meinung nach der sogenannten "Großen Leere" entsprechen, die 2017 durch Myonen-Scans [3] entdeckt wurde.
Diese Bauweise erzeugte eine innere, stufenpyramidenartige Struktur. Die Stufen wurden von außen nach innen und der Mantel von oben nach unten aufgefüllt, bis die Pyramide ihre glatte, echte Pyramidenform erhielt.
Zwei Bauwerke in einem
Der Mantel wurde gleichzeitig an allen vier Außenseiten aufgebaut. In der Mitte jeder Seite gab es demnach ein eigenes System aus Rutschbahn und flaschenzugähnlichen einfachen Maschinen [4]. Im Norden ist das der heute noch sichtbare Absteigende Gang. Für die anderen drei Seiten postuliert Scheuring entsprechende Strukturen, die jedoch bisher nicht archäologisch nachgewiesen sind.
450 vor Christus, zu Zeiten des griechischen Geschichtsschreibers Herodots waren diese Geheimnisse offensichtlich noch in blasser Erinnerung, schreibt er doch [5]: "Man baute sie wie eine Treppe (…). War zunächst eine solche Stufe gebaut, wand man die übrigen Steine mit Hilfe eines Gerüstes aus kurzen Holzstangen hinauf. (…) So wurde zuerst ihre Spitze fertiggestellt, dann ging es abwärts bis zu den untersten Stufen(…)."
Schematische Darstellung des Pyramidenaufbaus um eine Lage Steine.
Die Cheops-Pyramide besteht aus etwa 2,3 Millionen Steinblöcken. Bei einer angenommenen Bauzeit von 20 Jahren und einem 16-Stunden-Arbeitstag musste etwa alle drei Minuten ein Block gesetzt werden. Bisherige Rampen-Modelle, bei denen die Blöcke einzeln hintereinander hochgezogen werden, können dieses Tempo nicht erklären.
Scheurings Modell hingegen ermöglicht gleichzeitiges Arbeiten an mehreren Stellen. An allen vier Außenseiten sowie im Zentrum konnten parallel Blöcke verbaut werden. Das würde das enorme Bautempo einigermaßen plausibel. Allerdings liefen die für den Mantel postulierten Rampen wohl nicht exakt auf den Mittelpunkt der Pyramide zu, sondern endeten knapp vor dem Zentrum, so dass gleichzeitig daran gearbeitet werden konnte.
Bauliche Besonderheiten als Indizien
Scheuring bringt eine ganze Reihe weiterer Argumente vor, die seine Theorie bedenkenswert machen. So führt er zum Beispiel die bisher rätselhafte, in mehreren Zyklen nach oben hin abnehmende Dicke der Steinlagen des Mantels darauf zurück, dass die Steine seitlich aus dem Flaschenzug entnommen wurden.
Das aber wurde mit immer kürzeren verbleibenden Seillängen immer schwerer, weshalb man immer kleinere Blöcke nutzte, je weiter man an das Ende eines Bauabschnitts gelangte.
Die Theorie liefert auch Erklärungen für bisher unerklärte Merkmale der Pyramidenoberfläche. Denn die Pyramidenflächen sind leicht konkav, also nach innen gewölbt. Zudem verläuft eine zentrale Furche über jede Seite. Beide Phänomene sind seit dem frühen 19. Jahrhundert bekannt, aber nie schlüssig erklärt worden.
Prognosen
Scheuring deutet sie als Überbleibsel der Freiräume, die offen gehalten werden mussten, um Blöcke zum Fuß der Flaschenzüge und dann mit ihnen hinaufzutransportieren. Beim Schließen der Seiten von den Ecken zur Mitte hin seien so zwangsläufig Ungenauigkeiten entstanden. Aus solchen baulichen "Kompromissen" leitet Scheuring auch Prognosen zu möglichen zukünftigen Befunden ab.
Scheuring denkt, dass in den oberen Bauabschnitten weitere Gleitrampen und horizontale Korridore gefunden werden könnten. Auch weitere bauliche Besonderheiten und "Kompromisse" im Zusammenhang mit den Gleitrampen und den Schächten sowie den flaschenzugähnlichen Systemen seien möglich.
Und schließlich schlägt er vor, den Reibungskoeffizient zwischen den Gleitrampen und Holzschlitten sowie die zu erwartende Verdichtung der Böden der Gleitrampen durch die Nutzung mittels experimenteller Archäologie zu untersuchen.
Der Mantel wurde wohl von oben nach unten fertiggestellt.
Scheuring weist zudem darauf hin, dass das innere Mauerwerk ziemlich chaotisch ist. Die freigelegten Innenflächen der wichtigsten architektonischen Elemente weisen demnach millimetergenaue Passungen zwischen den Blöcken auf und die äußeren Verkleidungssteine waren ebenso gut gepasst. Auch der äußere Mantel ist von guter Qualität.
Doch dort, wo die Steinverlegung in zuvor unzugänglichen Bereichen heute zugänglich ist und untersucht werden kann, zeigt sich, dass das Mauerwerk eine eher zufällige Anordnung größerer und kleinerer Blöcke ist, die von noch kleineren Felsbrocken und Mörtel durchsetzt sind.
Offene Fragen
Scheurings Theorie ist detailliert ausgearbeitet und bietet neue Erklärungen für viele architektonische Besonderheiten. Externe Bestätigungen oder archäologische Funde, die das Modell im Detail und direkt stützen, fehlen jedoch bislang.
Die Interpretation der "Großen Leere" als eine weitere, obere Rutschbahn ist bedeutsam für seine Theorie, aber diese Struktur ist noch nicht vollständig erforscht. Scheuring selbst bezeichnet diese Annahme als hypothetisch.
Auch die Annahme von vier simultanen Bausystemen an allen vier Außenseiten stützt sich vor allem auf die ähnlichen Oberflächenmerkmale der Außenseiten. Archäologische Belege für entsprechende Rutschbahnen an der Ost-, Süd- und Westseite – vergleichbar dem Absteigenden Gang im Norden – liegen bisher nicht vor. Allerdings bieten Scheurings Überlegungen ziemlich klare Anhaltspunkte, wo man gegebenenfalls suchen müsste.
Scheurings Modell steht im radikalen Widerspruch zu den etablierten, allerdings umstrittenen Rampen-Theorien [9]. Ob sich seine Deutung durchsetzen wird, hängt von weiteren Untersuchungen ab. Die Debatte um den Bau der Cheops-Pyramide geht also weiter.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11161024
Trump scheint zu einem weiteren Krieg gegen Teheran entschlossen — mit noch größeren Risiken für regionales Chaos und nukleare Proliferation. Ein Gastbeitrag.
Washington flirtet einmal mehr mit der vertrauten Versuchung, nämlich dem Glauben, dass genügend Druck — und falls nötig militärische Gewalt — Iran gefügig machen könne. Die Trump-Regierung scheint bereit, über Eindämmung hinauszugehen und auf einen erzwungenen Zusammenbruch zu setzen.
Bevor politische Entscheidungsträger Iran als nächsten Kandidaten für eine gewaltsame Transformation behandeln, sollten sie eine Frage stellen, die sie im Nahen Osten immer wieder nicht beantwortet haben: „Was folgt auf einen Regimewechsel?“
Die Bilanz ist ernüchternd. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Regimewechsel in der Region zu staatlicher Zersplitterung, autoritärer Restauration oder lang anhaltenden Konflikten geführt. Der Irak bleibt trotz zwei Jahrzehnten US-Investitionen fragmentiert. Ägyptens demokratische Öffnung brach innerhalb eines Jahres zusammen. Libyen, Syrien und der Jemen stürzten in Bürgerkriege, deren Auswirkungen bis heute anhalten.
In jedem Fall erwies sich das Entfernen eines Regimes als weit einfacher als der Aufbau eines tragfähigen Nachfolgers. Iran wäre keine Ausnahme. Er wäre die Regel – aber in einem Ausmaß, das alles überträfe, was die Region bislang erlebt hat.
Und doch ist die Trägerkampfgruppe der USS Abraham Lincoln in Richtung Persischer Golf verlegt worden [2], begleitet von Zerstörern mit Marschflugkörpern. Das Pentagon hat Teilevakuierungen aus Einrichtungen im gesamten Golf angeordnet. Diese militärische Aufstellung entstand, obwohl der angebliche Anlass für ein Eingreifen inzwischen weggefallen ist.
Im Januar erschütterten massive Proteste Iran. Die Trump‑Regierung signalisierte Unterstützung; der Präsident sagte den Demonstrierenden: “Hilfe ist unterwegs [3]“. Die iranischen Sicherheitskräfte reagierten mit dem, was Menschenrechtsorganisationen als Massaker bezeichnen [4]: Tausende wurden getötet. Die Proteste wurden zerschlagen. Das Regime stellte die Kontrolle wieder her.
Was rechtfertigt militärisches Handeln jetzt?
Und erst in dieser Woche sprach der Präsident neue Drohungen [5] aus und sagte Teheran, es solle besser ein Abkommen über sein Atomprogramm schließen, sonst werde „der nächste Angriff weit schlimmer“. Was also rechtfertigt militärisches Handeln jetzt?
Wenn das Ziel die Zerstörung von Irans Atomprogramm ist, haben die Vereinigten Staaten bereits im vergangenen Juni Fordow, Natanz und Isfahan angegriffen. Und die Internationale Atomenergie Organisation hat bestätigt [6], dass Iran an den getroffenen Standorten die Anreicherung nicht wieder aufgenommen hat. Wenn das Ziel also Regimewechsel ist, sollte Washington verstehen, worauf es sich einlässt.
Die Islamische Republik ist kein fragiles Regime am Rand des Zusammenbruchs. Als Nation von 90 Millionen Menschen mit robusten Sicherheitsinstitutionen verfügt Iran über einen Repressionsapparat, der darauf ausgelegt ist, Krisen zu überstehen. Die Revolutionsgarden zählen Hunderttausende und können auf zusätzliche paramilitärische Kräfte zurückgreifen, darunter die Basij, eine paramilitärische Freiwilligenmiliz.
Der Iran ist nicht fragil
Das Vorgehen im Januar 2026 demonstrierte diese Fähigkeit: Sicherheitskräfte töteten innerhalb weniger Tage Tausende von Demonstrierenden, und das Regime stellte die Kontrolle wieder her [7].
Ein postrevolutionärer Iran würde eher den gewaltsamen inneren Konflikten der Französischen Revolution ähneln als einem friedlichen demokratischen Übergang. Wenn der Zwangsapparat zerfällt und mehrere Fraktionen Legitimität beanspruchen, wird Politik zu einem Kampf um Gewalt, dem Säuberungen, Gegenrevolution und ein Drang nach Ordnung folgen — oft endend in einer neuen autoritären Ordnung.
Fast fünf Jahrzehnte an der Macht haben die Institutionen des Regimes in jede Schicht der iranischen Gesellschaft eingewoben. Sein Zusammenbruch würde keinen reibungslosen Übergang hervorbringen.
Die Opposition im Ausland ist zersplittert, von den politischen Realitäten im Inneren Irans entfremdet und schlecht gerüstet, ein Land dieser Größe und Komplexität zu führen. Washingtons Hoffnung, aus der Asche der Islamischen Republik werde eine dankbare, proamerikanische Regierung entstehen, spiegelt dieselben Illusionen wider, die dem Irakkrieg vorausgingen.
Ein ausgehandelter Übergang?
Der vielversprechendste Weg zu einem stabilen Iran nach der Islamischen Republik wäre ein ausgehandelter Übergang — eher vergleichbar mit Südafrikas gelenkter Transformation als mit Frankreichs revolutionärem Umsturz. Das Hindernis ist die Glaubwürdigkeit: Wer kann Regimeinsidern eine Zukunft ohne Vergeltung garantieren?
Ob Regimewechsel durch inneren Kollaps oder äußere Schläge erfolgt — die Folgen für die globale Nichtverbreitung sind inzwischen klar, nicht hypothetisch. Im Juni 2025 griffen Israel und die Vereinigten Staaten Irans Nuklearanlagen an. Jahrelang positionierte sich Iran an der nuklearen Schwelle [8]: mit der technischen Fähigkeit, Waffen zu bauen, ohne zur Produktion überzugehen.
Der Verzicht auf Atomwaffen wird bestraft
Diese Zurückhaltung schützte das Land nicht. Und die Botschaft an andere Schwellenstaaten ist eindeutig. Die vergangenen zwei Jahrzehnte resultierten in einem brutalen Curriculum über die Nichtverbreitung von Atomwaffen:
Libyen gab sein Atomprogramm 2003 auf [9], um die Beziehungen zum Westen zu normalisieren; acht Jahre später halfen NATO‑Luftschläge Rebellen, Muammar al‑Gaddafi zu stürzen und zu töten. Die Ukraine gab 1994 ihre Atomwaffen gegen Sicherheitsgarantien auf; drei Jahrzehnte später marschierte Russland ein. Iran übte Zurückhaltung an der Schwelle – aber das reichte nicht.
Die logische Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Wenn der Verzicht auf ein Programm Regimewechsel einlädt, die Aufgabe von Waffen eine Invasion begünstigt bzw. der Verzicht auf den Bau der Bombe Angriffe provoziert, wird die Kalkulation unausweichlich: Nur Atomwaffen garantieren Sicherheit.
Auch Saudi-Arabien hegt nukleare Ambitionen
Saudi-Arabien macht aus seinen nuklearen Ambitionen keinen Hehl [10]. Im September 2025 – drei Monate nach den Angriffen auf Iran – unterzeichneten [11] Saudi-Arabien und Pakistan ein strategisches Abkommen zur gegenseitigen Verteidigung. Pakistans Verteidigungsminister erklärte ausdrücklich [12], die nuklearen Fähigkeiten seines Landes würden Saudi-Arabien „zur Verfügung gestellt“.
Dies ist das erste Mal, dass ein nuklear bewaffneter Staat außerhalb des Atomwaffensperrvertrages nukleare Abschreckung auf ein anderes Land ausdehnt. Das Ringen um Alternativen hat also begonnen.
Ein zentrales Paradox militärischer Maßnahmen gegen Iran ist, dass ein Angriff, der den Erwerb von Atomwaffen durch einen Staat verhindern soll, die bedeutendste Welle der Proliferation seit dem Aufkommen der Technologie auslösen könnte – mit Folgen vom Golf bis nach Ostasien.
Regionale Konsequenzen eines Regimewechsels
Selbst unter optimistischen Annahmen wären die regionalen Konsequenzen eines Regimewechsels destabilisierend in einem Ausmaß, das Washington kaum bedacht hat. Afghanistan unter Taliban‑Herrschaft teilt eine 920 Kilometer lange Grenze mit Iran; Teheran war ein zentraler Ansprechpartner [13] bei der Steuerung von Flüchtlingsströmen, Drogenhandel und militanten Bewegungen.
Das alarmierendste Szenario bietet Pakistan. Die Grenze zu Iran verläuft durch Belutschistan, eine unruhige Region mit aktiven separatistischen Bewegungen auf beiden Seiten. Instabilität in Iran würde den belutschischen Nationalismus anheizen und Pakistans territoriale Integrität bedrohen. Eine Flüchtlingskrise, separatistische Aufstände und konfessionelle Übergriffe könnten Bedingungen für Staatsversagen [14] in einem nuklear bewaffneten Land mit 240 Millionen Einwohnern schaffen.
Vielleicht der größte strategische blinde Fleck in Washingtons Iran‑Politik betrifft Amerikas Golf‑Verbündete. Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain unterstützten lange den maximalen Druck auf Teheran. Doch ihre Haltung hat sich verschoben. Saudi-Arabien und Katar haben Zurückhaltung angemahnt [15] und die Trump‑Regierung gegen eine militärische Eskalation lobbyiert.
Arabische Bündnispartner auf Distanz
Riad und Abu Dhabi haben zudem erklärt [16], sie würden ihren Luftraum nicht für einen Angriff auf Iran zur Verfügung stellen. Das ist keine passive Zurückhaltung — es ist aktive Distanzierung. Die Golfstaaten wollen nicht in einen Krieg hineingezogen werden, den sie nicht kontrollieren können und den sie nicht erbeten haben.
Dieser Wandel spiegelt eine hart gelernte Lektion wider: Instabilität in Iran bliebe nicht auf Iran beschränkt. Wie der Arabische Frühling zeigte, respektiert revolutionäre Ansteckung weder Grenzen noch Regimetypen.
Diese Analyse dient nicht als Verteidigung der Islamischen Republik. Das Regime in Teheran ist repressiv, überholt und mit amerikanischen Interessen unvereinbar. Ein demokratischerer und international integrierter Iran wäre deutlich vorzuziehen.
Präferenzen sind keine Politik
Doch Präferenzen sind keine Politik. Die zentrale Frage ist, ob amerikanische Bemühungen, den Zusammenbruch des Regimes zu beschleunigen, Ergebnisse liefern würden, die der gegenwärtigen Lage überlegen sind. Die Erfahrungen aus zwei Jahrzehnten Regimewechsel im Nahen Osten sprechen dagegen.
Ein von den USA betriebener Regimewechsel würde Iran nicht befreien. Er würde die Region in Brand setzen. Die Gefahr besteht, dass Washington die Wege zur Sicherheit verengt – und damit die Logik der Proliferation bestätigt, mit Folgen, die sich nur schwer rückgängig machen lassen.
Farah N. Jan ist Dozentin für Internationale Beziehungen an der University of Pennsylvania. Ihre Arbeit konzentriert sich auf nukleare Proliferation, Bündnispolitik und Sicherheitsdynamiken in Südasien und dem Nahen Osten. Sie schreibt an einem Buch über die sicherheitspolitische Partnerschaft zwischen Pakistan und Saudi-Arabien.
Forscher verändern Blüten per Gen-Schere so, dass Roboter sie bestäuben können. Doch die Technik birgt ungeahnte Risiken.
Ob Nutzpflanzen, Wildpflanzen, Wirbeltieren, Insekten, Bakterien, Pilzen oder Viren: Mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren und Werkzeugen wie die Gen-Schere CRISPR/Cas kann jedes Gen jeder Lebensform gentechnisch verändert und diese Veränderungen innerhalb der jeweiligen Art verbreitet werden.
Betroffen sind auch Wildpflanzenarten wie Ackerschmalwand, Alpenkresse, Borstenhirse, Glockenblumen, Leindotter, Luzerne, Pappel, Raps, Reis, Sorghum und Zwenke können sich auskreuzen und sich auf Feldern und in der Umwelt verbreiten. Einzelne Arten können sich zu schädlichen Unkräutern entwickeln.
NGT-Wildpflanzen können Wildpopulationen verändern
Die Morphologie der Blüten als auch der Blühzeitpunkt sind wichtige Faktoren für die Fortpflanzung. Ein veränderter Aufbau der Blüten kann den Genaustausch mit natürlichen Populationen verstärken. Kleine Veränderungen in regulatorischen DNA-Elementen können zu Genvarianten führen, die mit konventionellen Methoden unmöglich zu erreichen sind.
Zudem beeinflussen Veränderungen eines einzelnen Merkmals oft auch andere Pflanzenmerkmale (Trade-offs), so dass die Auskreuzung nicht nur die Blüte verändert, sondern auch damit verbundene Merkmale, die für das Fortbestehen von Wildpflanzen relevant sind.
All das kann zur Folge haben, dass Interaktionen innerhalb und zwischen den Arten gestört, die Fortpflanzung der Pflanzen behindert sowie Insekten gefährdet werden.
Werden NGT-Pflanzen unkontrolliert in die Umwelt freigesetzt, stellen sie mit ihren manipulierten Blüten ein ernstes Risiko für die biologische Vielfalt und den Artenschutz [1] dar, warnt Christoph Then von Testbiotech, einem unabhängigen Institut für die Folgenabschätzung im Bereich Gentechnik.
"Robo-Blüten" – wenn Roboter Bienen ersetzen
Mit Hilfe der Neuen Gentechnik (NGT) kann der Aufbau der Blüten so verändert werden, dass eine Bestäubung durch Roboter erfolgen kann. So genannte Robo-Blüten oder Roboterblumen sollen natürliche Blüten imitieren bzw. deren Bestäubung unterstützen.
Ziel ist es, die "Bestäubung und Pflanzenzüchtung effizienter zu gestalten" – insbesondere als Reaktion auf das Bienensterben. So werden durch gentechnische Eingriffe an Nutzpflanzen wie Soja und Tomaten die Blüten für Roboter, die oft an natürlichen, filigranen Blüten scheitern, besser zugänglich.
Die Bestäubung wird stark vereinfacht – nicht durch bessere Roboter, sondern durch besser zugängliche Blüten. So gelang es Gentechnikern, mit Hilfe der Genschere CRISPR Tomatenlinien zu entwickeln, [2] deren Blüten einen gut sichtbaren, herausragenden Griffel besitzen und gleichzeitig männlich steril sind.
Die Bestäubung übernimmt ein Roboterarm, der die Blüten mithilfe künstlicher Intelligenz erkennt und punktgenau den Stempel ansteuert. Damit werde ein Arbeitsschritt automatisiert, der bisher als kaum mechanisierbar galt, freuen sich die Wissenschaftler.
Roboterfreundliche Sojablüten
Auch die Sojapflanze mit ihren natürlicherweise geschlossen Blütenblättern ist für Roboter schwer zugänglich. Doch mit Hilfe der Genschere CRISPR wurden neue Blütenformen entwickelt, die von Robotern gut erreicht werden können.
Die sichtbaren Merkmale der "neu entwickelten Blüten ermöglichen es, sterile und fertile Linien ohne aufwendige Laboranalysen zu unterscheiden", argumentieren die Züchter. Die Einführung in die Praxis brauche allerdings noch Zeit, räumen sie ein, denn die neuen Methoden müssen zunächst in bestehende Abläufe integriert und wirtschaftlich bewertet werden.
"Speed Breeding": Verkürzte Züchtungsprozesse mit besseren Inhaltsstoffen?
Mit Hilfe des Speed Breeding [3] wollen die Gentechniker "Züchtungsprozesse beschleunigen", um das Pflanzenwachstum zu "optimieren und die Generationenwechsel zu beschleunigen".
Unter verlängerten Tageslängen, kombiniert mit automatisierter Bestäubung, lassen sich bis zu sechs Generationen pro Jahr erzielen, statt wie üblich nur zwei bis drei, argumentieren sie. So wurden innerhalb eines einzigen Jahres neue Tomatenlinien entwickelt, die einen "um 61,9 Prozent höheren Zuckergehalt [4]" sowie "über 50 Prozent mehr Lycopin" aufweisen. Gleichzeitig behalten sie ihre natürlichen Resistenzmerkmale, betonen sie.
Konvergenz von Gentechnik und KI birgt Risiken
NGT-Eingriffe werden oft durch künstliche Intelligenz unterstützt, was die Entwicklung solcher Anwendungen in naher Zukunft noch erheblich beschleunigen wird. So werden in kürzester Zeit viele gentechnisch veränderte Organismen in Umlauf gebracht – Pflanzen und Tiere bis hin zu neuen pathogenen Viren, befürchten Gentech-Kritiker. Wird die Entwicklung der NGT durch KI unterstützt, werde sich Entwicklung solcher Anwendungen künftig noch beschleunigen, fürchten die Autoren.
Ausmaß und das Tempo der Freisetzungen und die daraus resultierende Exposition, zum Beispiel gegenüber Bestäubern, müsse Teil der Risikobewertung sein. Im aktuellen Bericht [5] "… weit jenseits aller Kontrolle und Vorhersage. Die Konvergenz von Gentechnik und KI" warnt Testbiotech dem entsprechend vor Risiken für die biologische Vielfalt.
Patente auf Lebewesen gehören generell verboten!
Der Einsatz der KI zum Design von Gentechnik-Organismen eröffnet eine neue Dimension exklusiver Schutzrechte, bei der nicht die KI-Programme selbst beansprucht werden, sondern die daraus resultierenden Organismen.
So hat die Firma Pioneer ein KI-Programm zum Patent (WO 2024006802) angemeldet, mit dem die Eigenschaften von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen gleichermaßen designt werden können [6].
Die im Patent beschriebene KI soll dazu dienen, die Funktion der Gen-Schere CRISPR/Cas zu optimieren. Einige Patentansprüche sind so formuliert, dass alleine schon der Einsatz der KI als Züchtungsmethode gelten würde. Damit könnten auch alle mit diesen Programmen "bearbeiteten" Organismen – Pflanzen, Tiere, Bakterien – als patentierte Erfindung gelten.
Konzerne wie Monsanto/Bayer haben bereits Patente auf NGT-Pflanzen mit manipuliertem Blühzeitpunkt angemeldet.
Angetrieben von Profitinteressen werden die Unternehmen versuchen, so schnell wie möglich damit auf den Markt zu kommen, kritisiert Testbiotech. Dadurch werde das Tempo und der Umfang von Freisetzungen sowie der Druck auf die Ökosysteme erhöht. Die Organisation fordert nicht nur ein Verbot derartiger Patentansprüche, sondern ein generelles Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tieren in Europa.
Neue EU-Gesetze sollen Rahmenbedingungen für NGT aufweichen
Ginge es nach der EU, sollen die meisten dieser NGT-Pflanzen (darunter auch die "Robo-Blüten") als gleichwertig mit Pflanzen aus konventioneller Züchtung eingestuft werden.
Die vorgeschlagene künftige Regulierung reicht nicht aus für einen sicheren Umgang mit NGT-Pflanzen, betont die Gentech-kritische Organisation Testbiotech. Sie würde die massenhafte Freisetzung von NGT-Pflanzen ohne Umweltrisikoprüfung auch dann erlauben, wenn diese völlig neu für die Umwelt sind.
Veränderungen in der Blüte wurden zwar bereits durch frühere Züchtungsmethoden erreicht. NGTs können jedoch über alles hinausgehen, was konventionelle Züchtung erreichen kann, warnt Testbiotech im Hintergrundbericht [7]"Manipulated flowering in NGT plants: A crack in ecosystems" vom Januar 2026. Während konventionelle Züchtungsmethoden auf bestimmte Genomregionen in Pflanzen nicht zugreifen können, können NGTs diese Einschränkungen umgehen.
Risikotechnologien müssen kritisch hinterfragt werden
Ausgerechnet in dieser Situation will die EU Pflanzen aus Neuer Gentechnik deregulieren, so dass diese ohne Risikoprüfung in die Umwelt gelangen können. Bewährte Gentechnik-Regelungen wie Risikoprüfung, Kennzeichnungsplicht, Rückholbarkeit, Schutzmöglichkeiten vor Gentechnik-Kontaminationen und Haftungsregelungen sollen abgeschafft werden. Es soll auch kein Verbot von Patenten auf neue Gentechnik-Pflanzen geben.
In Erwartung kurzfristiger Gewinne werden unumkehrbare Entwicklungen in Gang gesetzt, die langfristig zu großen Schäden an Mensch und Umwelt führen, kritisieren die Autoren von Testbiotech in einem Bericht von 2024 [8]. Sie fordern mehr Risikoforschung, weniger Einfluss der Industrie sowie eine Stärkung des Vorsorgeprinzipes.
Forschungsanreize sollten den Nutzen für die Allgemeinheit fördern, anstatt privatwirtschaftliche Interessen zu bedienen. Werden Forschungsprogramme entwickelt, muss die Zivilgesellschaft daran teilhaben dürfen.
Resolution und Aufruf zur Email-Aktion
Anlässlich der Grünen Woche, die im Januar in Berlin stattfand, verfassten 45 Organisationen eine entsprechende Resolution [9] an politische Entscheidungsträger.
Darüber hinaus ruft die Interessengemeinschaft Gentechnikfreie Saatgutarbeit (IG Saatgut) und der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (ABL) zu einer landesweiten Email-Aktion [10] auf. Erklärtes Ziel ist es, eine weitere Deregulierung des Gentechnik-Gesetztes zu verhindern. Tausende Emails sollen Abgeordnete und Entscheidungsträger dazu bewegen, den neuen Entwurf abzulehnen – damit die bewährten Regelungen auch für die Neuen Gentechniken gelten!
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Jedes Jahr am 1. Februar findet der „Ändere dein Passwort“-Tag statt. Der Tipp ist jedoch ausgelutscht und kontraproduktiv.
Es ist wieder „Ändere dein Passwort“-Tag am heutigen 1. Februar 2026! Haben Sie Ihre Passwörter [1] schon alle geändert? Nein? Das geht auch in Ordnung!
Ursprünglich hatte die Idee, wenigstens ein Mal im Jahr an die Passwort-Sicherheit zu erinnern und deren Änderung zu bewerben, noch ihren Charme. Damals war es üblich, Zugänge lediglich mit Benutzernamen und Passwort zu schützen. Zudem gab es meist keine Vorgaben bezüglich einer Länge und Komplexität. Das hat sich seitdem jedoch – glücklicherweise! – maßgeblich geändert.
Inzwischen ist Mehrfaktorauthentifizierung zum Standard geworden. Etwa mittels Authenticator, der alle 30 Sekunden einen neuen Zugangscode generiert, müssen Anmeldewillige den Besitz eines zweiten Faktors als Identitätsbeleg angeben. Schlechtere Optionen sind beim Anmeldeversuch mittels E-Mail zugesandte Einmalcodes oder möglicherweise sogar schlimmer, solche mit SMS geschickten zeitbasierten Einmalpasswörter. Vor letzterer Option warnt auch der Chaos Computer Club (CCC) [2].
Passwort-Zukunft Passkeys
Zertifikat-basierte Sicherheit, die zudem für Nutzer komfortabel mit biometrischer Authentifizierung arbeitet, bieten Passkeys [3]. Die ziehen in immer mehr Dienste und Angebote ein, alle großen Player im Markt sind längst dabei – etwa Google, Microsoft und Apple. Inzwischen können Passwort-Manager [4] damit ebenfalls umgehen, die sind also nicht mehr nur für die Verwaltung von althergebrachten passwortgeschützten Zugängen nützlich. Dabei können diese die Passkeys auch von Geräten loslösen und sie auf mehreren Geräten, etwa PC, Tablet und Smartphone, nutzbar machen.
Mit Blick in die Vergangenheit bleibt zu ergänzen, dass etwa erzwungene regelmäßige Passwortwechsel nicht den erwünschten Effekt der verbesserten Sicherheit haben. Ganz im Gegenteil: Betroffene denken sich oftmals einfache Schemata aus, mit denen leicht erratbare Passwörter entstehen, etwa basierend aus einem Grundwort und fortlaufender Nummer, etwa „Passwort999“.
Auch die für Deutschland maßgebliche Instanz, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), weist darauf hin, [5] dass Passwortwechsel ein Ding der Vergangenheit sind. Das schlägt sich etwa in BSI-Grundschutz-Richtlinien nieder [6], unter Punkt ORP.4.A23: „IT-Systeme oder Anwendungen SOLLTEN NUR mit einem validen Grund zum Wechsel des Passworts auffordern. Reine zeitgesteuerte Wechsel SOLLTEN vermieden werden.“ Das US-amerikanische National Institute of Standards and Technology (NIST) stößt ins gleiche Horn [7]: „Verifiers (die die Authentifizierung durchführen) und Credential Service Provider (CSPs) DÜRFEN von Abonnenten NICHT verlangen, Passwörter regelmäßig zu ändern. Verifiers MÜSSEN jedoch eine Änderung erzwingen, wenn es Anzeichen dafür gibt, dass die Authentifizierung kompromittiert wurde“.
Wann man ein Passwort ändern sollte, ist somit einfach zu beantworten. Das ist dann nötig, wenn der Verdacht besteht, dass ein Zugang kompromittiert wurde und das Passwort wahrscheinlich in falsche Hände gelangt ist. Dann sollte zwar der zweite Faktor noch greifen, dennoch ist ein zügiger Wechsel in solch einer Situation dringend anzuraten.
Inzwischen ist der Passwort-Gedenktag daher nicht mehr zeitgemäß. Die Hinweise wiederholen sich seit Jahren lediglich. Hier eine Sammlung:
Die Frage, die am Ende bleibt: Einen solchen Gedenktag ins Leben zu rufen, das klappt offensichtlich einfach. Wenn sich das Thema jedoch überholt hat, wie beendet man das wieder? Das werden wir uns vermutlich die nächsten Jahre weiterhin fragen müssen.
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Bitcoin fällt unter 76.000 Dollar. Auch Gold und Silber brechen dramatisch ein – die Märkte befinden sich im Panikmodus.
Bitcoin fällt massiv.Bild:
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Der Bitcoin-Kurs ist am Samstag unter die Marke von 76.000 US-Dollar gefallen und notiert am Sonntag bei rund 79.000 US-Dollar. Zuletzt hatte die Kryptowährung im April 2025 auf diesem Niveau gehandelt, als Donald Trump mit Zollankündigungen am sogenannten Liberation Day die Märkte erschütterte.
Seit dem Allzeithoch vom 6. Oktober 2025 bei 126.300 Dollar befindet sich der Bitcoin in einem stetigen Abwärtstrend. Jeder Monat seit Oktober schloss mit Verlusten. Der aktuelle Rückgang vom Höchststand beträgt rund 40 Prozent.
Panik erfasst einen Teil der Finanzmärkte
Während Bitcoin seit Monaten schwächelt, markierten der S&P 500 sowie Gold und Silber in dieser Woche noch neue Allzeithochs. Ab Donnerstag griff die Nervosität jedoch auf diese Märkte über.
Auch im Softwarebreich kam es zu Korrekturen. Die Microsoft-Aktie verlor am Donnerstag knapp zehn Prozent , nachdem das Unternehmen am Mittwochabend enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Bei den Edelmetallen kam es zu historischen Kursausschlägen.
Silber stürzte von 121,6 Dollar am Donnerstag binnen weniger Stunden auf 74,4 Dollar am Freitag – ein Minus von 39 Prozent. Gold fiel zeitweise von knapp 5.600 Dollar auf 4.682 Dollar zurück. Solche Volatilität ist außergewöhnlich.
Nominierung von Kevin Warsh als Auslöser?
Als Auslöser der Panik gilt die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Chef der Federal Reserve durch Trump. Warsh, der bereits von 2006 bis 2011 Notenbankgouverneur war, steht für eine restriktivere Geldpolitik. In der Vergangenheit sprach er sich gegen Zinssenkungen und eine Ausweitung der Notenbankbilanz aus.
Trump betonte allerdings, dass er nur jemanden nominieren würde, der seine Ansichten teile. Warsh ordnet die Entwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz zudem als deflationär ein, was theoretisch eine lockerere Geldpolitik ermöglichen könnte – sofern er vom Senat bestätigt wird.
Belastungsfaktoren häufen sich
Weitere Entwicklungen tragen zur aktuellen Verunsicherung bei. Die USA befinden sich seit Samstag in einem partiellen Regierungs-Shutdown, nachdem keine Einigung über den Haushalt erzielt werden konnte. Am Montag soll das Repräsentantenhaus jedoch über einen bereits vom Senat angenommenen Entwurf abstimmen, so dass ein schnelles Ende wahrscheinlich erscheint.
Das KI-Narrativ zeigt erste Risse. Nach den schwachen Microsoft-Zahlen wurde bekannt, dass der Deal zwischen Nvidia und OpenAI ins Stocken geraten ist.
Am Freitag kam es zudem zu einer Bankenpleite in den USA. Die Metropolitan Capital Bank & Trust in Chicago wurde wegen unsicherer Praktiken und schwacher Kapitalisierung von der Aufsichtsbehörde FDIC geschlossen und übernommen.
Im Krypto-Markt verstärkten Liquidierungskaskaden den Abverkauf zusätzlich. Laut Coinglass wurden am Samstag 2,4 Milliarden Dollar an Long-Positionen liquidiert, davon 735 Millionen bei Bitcoin. Das war der höchste Wert seit dem 10. Oktober 2025, als es zum größten Liquidierungsereignis der Krypto-Geschichte kam.
Hinweis : Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar. Die Inhalte dienen ausschließlich der Information. Jegliche Investmententscheidungen erfolgen auf eigenes Risiko. Die Leser tragen die volle Verantwortung für ihre finanziellen Entscheidungen.
Science-Fiction: Neue Stargate-Serie entsteht mit Basis in London
Von Peter Osteried — 01. Februar 2026 um 11:07
Amazon MGM Studios setzt bei der neuen Stargate-Serie auf London als Produktionsstandort. Drehstart ist für 2026 geplant.
Die Dreharbeiten starten im Herbst 2026.Bild:
Amazon MGM Studios
Die nächste Serie aus dem Stargate-Universum wird ihren Produktionsschwerpunkt in Großbritannien haben, wie das langjährige Franchise-Portal Gateworld , eine spezialisierte US-Webseite für Nachrichten rund um Stargate, berichtet. Amazon MGM Studios richtet die Hauptproduktionszentrale der neuen Serie in London ein. Die Serie soll weltweit über Prime Video veröffentlicht werden.
Drehstart im Herbst
Konkret sollen sich sowohl die Hauptstudios als auch das Produktionsbüro in London befinden. Gedreht wird laut Gateworld allerdings nicht ausschließlich in Großbritannien, sondern an verschiedenen internationalen Schauplätzen. Der Start der Dreharbeiten ist derzeit für den Herbst 2026 vorgesehen, intern werde unter anderem ein Produktionsbeginn im September diskutiert. Die neue Serie ist die vierte Realserie des Franchise.
Entwickelt wird das Projekt von Martin Gero, der bereits an Stargate Atlantis beteiligt war und zuletzt die Serie Blindspot verantwortete. Amazon MGM Studios hatte die neue Stargate-Serie offiziell im November angekündigt , weitere Details zur Handlung oder Besetzung stehen bislang aus. Der Serientitel ist ebenfalls noch nicht final festgelegt.
Der Zeitplan deutet auf eine lange Produktionszeit hin. Gero hatte Fans bereits darauf vorbereitet, dass zwischen Drehstart und Veröffentlichung rund zwei Jahre liegen sollen. Neben mehreren Monaten Hauptdreh, die sich bis ins Jahr 2027 erstrecken dürften, sind eine umfangreiche Postproduktion, visuelle Effekte und die Lokalisierung für eine gleichzeitige weltweite Veröffentlichung eingeplant.
Wieso die Wahl auf London fiel
London gilt auch aus wirtschaftlicher Sicht als naheliegender Standort. Neben steuerlichen Anreizen verfügt Amazon MGM Studios über Zugang zu mehreren großen Studiokomplexen, darunter die Shepperton Studios sowie die Bray Film Studios, die der Konzern im Jahr 2024 übernommen hatte.
Auf dem 39C3 im vergangenen Dezember hat Marc-Uwe Kling seine Initiative zur digitalen Souveränität vorgestellt.
Heute findet der zweite #DID statt. Wir haben den Anlass genutzt, um mit Björn Staschen von Save Social zu sprechen. Er ist für die Koordination und Organisation der Initiative verantwortlich:
Welche Menschen habt ihr erreicht, wie war das Feedback? Wir haben darüber keine Zahlen, unser Eindruck ist aber, dass wir vor allem rausmüssen aus der Gruppe derer, die uns ohnehin wohl gesonnen sind: Wir müssen jüngere Menschen genauso interessieren wie solche, die wenig technikaffin sind nach dem Motto: Hauptsache, es läuft. Insofern war das Feedback sehr positiv und konstruktiv – das hat uns sehr gefreut.
Haben sich bereits Partnerschaften entwickelt? Es vergeht kaum ein Tag, an dem sich nicht neue Organisationen auf termine.di.day registrieren, die eigene Veranstaltungen anbieten, zu ganz unterschiedlichen Themen.
Wie ist die Initiative organisiert – in festen Strukturen, mit digitalen Tools oder dezentral durch Kooperationen? Die treibenden Kräfte zu Beginn waren vor allem Marc-Uwe Kling, der die Idee ausformuliert hat, der Chaos Computer Club, der dem DID auf dem 39C3 dieses fantastische Forum gegeben hat, und wir bei Save Social, die ein wenig koordiniert und die Website aufgebaut haben. Wir haben eine Signal-Gruppe, in der wir uns Aktionen und News zuwerfen, einen Call im Monat, in dem wir uns miteinander besprechen und Ideen teilen. Und Save Social führt eine E-Mail-Liste der unterstützenden Organisationen, an die wir die DID-Bilder und -Grafiken verteilen. An sich sind wir dezentral, ohne eine zentrale Stelle – eine Bewegung, die aus sich heraus wachsen soll.
Kann jede*r den DID individuell umsetzen, oder gibt es eine Plattform/Anmeldung für die Koordination? Die Idee ist, dass jeder macht, was er kann oder möchte. Es gibt einen Nextcloud-Ordner mit Designhilfen, den Kalender und termine.di.day für die Veranstaltungen – und ansonsten Freiheit, Kreativität und Einfallsreichtum.
Werden Helfer gesucht oder ist Eigeninitiative gefragt? Jeder Helfer, jede Helferin ist willkommen, sich direkt mit regionalen Initiativen zu vernetzen, die im Kalender zu finden sind. Wir können leider keine Helfer und Hilfssuchende zusammenbringen – dafür fehlt uns die Kapazität. Vielleicht gibt es dafür mal eine technische Lösung, eine Art Helferbörse?
Drehen wir das Jahr zwölf Monate weiter: Was soll nach einem Jahr DID erreicht worden sein? Nach einem Jahr wollen wir mehr Menschen erreichen als heute – und weniger als in zwei Jahren: Es wäre toll, wenn wir weiter wachsen, auch europaweit, zu einer Bewegung, die sich die digitale Freiheit zurückerobert. Eine Bewegung, an der auch Regierende und Politik nicht mehr vorbeikommen. Das Land Schleswig-Holstein zeigt, dass ein Umstieg auf offene Software möglich ist – es wäre toll, wenn weitere folgen und wir Vielfalt stärken. Denn damit stärken wir Resilienz und Unabhängigkeit.
Wie steht es mit deiner digitalen Souveränität? Wir sind gespannt auf deine Geschichten!
Hinweis in eigener Sache
Golem organisiert eine neue Konferenz zu IT-Souveränität! Die Rack & Stack findet im April statt – Tickets gibt's hier .
In dieser Folge des c’t uplink gehts um den Umstieg auf Glasfaser-Internet – und warum Internet per Kupferkabel ein altes Eisen ist.
„Schließen Sie jetzt schnell einen Glasfaservertrag ab, Ihr DSL wird demnächst abgeschaltet!“ – laut Verbraucherschützern bringen windige Vertriebler im Haustürverkauf mitunter dieses Argument vor, um von potenziellen Kunden möglichst schnell Vertragsunterschriften einzusammeln. Das Argument ist kurzfristig natürlich völliger Quatsch. Es fußt aber auf der Tatsache, dass die alte DSL-Technik im Grunde längst ausgedient hat und mittel- bis langfristig – in einigen Jahren – sukzessive abgeschaltet werden soll.
In dieser Folge des c’t uplink fragen wir, warum das so ist und klären eine Reihe weiterer Fragen. Zum Beispiel: Für wen wird ein Glasfaseranschluss teurer als der bisherige DSL-Zugang? Braucht man einen neuen Router? Welche Stolperfallen lauern beim Umstieg? Sollte man einen kostenlosen Hausanschluss machen lassen, wenn der Provider ihn anbietet? Und: Was ist überhaupt das Problem mit DSL?
Zu Gast im Studio: Urs Mansmann, Andrijan Möcker, Christian Wölbert Host: Jan Schüßler Produktion: Tobias Reimer
In unserem WhatsApp-Kanal [10] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.