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Störungsmeldung vom 07.02.2026 13:45

Von heise online — 07. Februar 2026 um 13:45

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07.02.2026 13:45
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Review Bombing: Starfleet Academy und das alte Problem des Star-Trek-Fandoms

Von Peter Osteried — 07. Februar 2026 um 09:00
Schlecht gelaunte Trekkies überziehen Starfleet Academy mit negativen Bewertungen. Das Phänomen ist im Franchise nicht neu – es ist nur sichtbarer.
Die einzige Crew, die von der Fandom-Negativität verschont blieb: Kirk und Co. (Bild: Paramount)
Die einzige Crew, die von der Fandom-Negativität verschont blieb: Kirk und Co. Bild: Paramount

Star Trek: Starfleet Academy wird seit seinem Start mit auffallend schlechten Online-Bewertungen überzogen, sogenanntem Review Bombing . Auf Plattformen wie IMDb liegt die Serie deutlich unter dem Durchschnitt: Der Score liegt dort aktuell bei 4,3 von 10 möglichen Punkten ; mehr als 40 Prozent aller, die die Serie bewertet haben, vergaben nur einen Stern – die schlechtest mögliche Bewertung.

Der Blick in die Geschichte des Franchise zeigt, dass diese Form der Ablehnung kein neues Phänomen ist. Sie fällt nur durch die Möglichkeit, schlechte Bewertungen bei Portalen wie IMDb oder Rotten Potatoes zu hinterlassen, stärker auf. Ein Teil des Fandoms war schon immer negativ eingestellt – und zwar, seit Star Trek nicht mehr nur aus Kirk und Co. bestand.

Nahezu jede neue Star-Trek-Serie von The Next Generation bis Enterprise wurde zunächst von Teilen des Fandoms bekämpft, oft aus denselben Gründen: Ablehnung von Veränderung, Diversität und neuen Erzählweisen. Heute ist diese Ablehnung durch Onlinebewertungen jedoch sichtbarer und lauter als früher, während die Serien selbst oft erst im Rückblick Anerkennung finden.

Als die nächste Generation kam

Heute gilt Star Trek: The Next Generation als Höhepunkt des Franchise. Man findet wohl nur noch wenige Stimmen, die sich negativ zu der Serie positionieren. Im Jahr 1986 war das aber anders.

Als Paramount eine neue Star-Trek-Serie ohne die Darsteller der alten Serie und Filme ankündigte, heizten sogar die Stars der ursprünglichen Show die negative Stimmung an. Captain-Kirk-Darsteller William Shatner bezeichnete die Serie im Jahr 1987 in einem Interview mit dem Sci-Fi-Magazin Starlog als Fehler . Viele Fans schworen, sich die neue Serie nicht anzusehen – und das aus den abstrusesten Gründen.

Die einen störten sich daran, dass Picard, der Captain der Enterprise, glatzköpfig war. Die anderen sahen in Commander Riker einen blassen Abklatsch von Kirk. Wieder andere mokierten sich darüber, dass das Enterprise-Interieur eher nach einem Hotel aussah als nach einem Raumschiff, die Untertassensektion wiederum nach einem Pfannkuchen.

Dass ein Klingone an Bord der Enterprise seinen Dienst verrichtete, missfiel auch – waren die Klingonen in der originalen Serie doch noch der Feind. Ein Beispiel dafür, dass diese Fans Gene Roddenberrys Vision nie richtig verstanden haben. Denn dass aus Feinden Freunde werden können, ist Teil der Star-Trek-DNS.

Heute haben die meisten Fans dies vergessen – oder niemals mitbekommen. Denn damals war die Negativität weniger präsent.

Es brodelt im Fandom

Normalzuschauer, die sich nicht tiefergehend mit der Serie befassten, bekamen vermutlich so gut wie nie etwas von diesen Anfeindungen mit. Sie fanden im Fandom statt, spielten sich in Fanzines ab, die von Fans für Fans herausgegeben wurden und meist fotokopierte Magazine waren. Auch in auf die Science-Fiction fokussierten Magazinen wie Starlog oder Cinefantastique traten die negativen Auswüchse des Fandoms zutage.

Schon damals zeigte sich: Ein Teil des Fandoms war sehr starr, es wollte nichts Neues, sondern mehr von dem, was es schon kannte. Auch wenn Setting und der Missionsidee bei Star Trek: The Next Generation konsistent blieben, störte man sich an den neuen Figuren. Seit dieser Serie hat die Negativität niemals wieder abgerissen.

Auf die Raumstation

Als Star Trek: Deep Space Nine angekündigt wurde, war Star Trek: The Next Generation ein riesiger Erfolg (und ist mittlerweile fast durchweg beliebt). Aber die neue Serie hatte wieder mit der Fandom-eigenen Negativität zu kämpfen. Als bekanntgegeben wurde, dass diesmal nicht eine Raumschiff-Crew dorthin gehen würde, wo noch niemand je zuvor gewesen war, wurde schon vorab geurteilt.

Das sei nicht mehr Star Trek, sagten die einen, weil der Zug zu den Sternen fehlen würde. Das könnte doch nur langweilig sein, weil auf einer Raumstation doch eh nichts passiere, meinten die anderen.

Dass ein Ferengi auf der Station sein sollte, führte zu Hassbriefen; in der Dokumentation What We Left Behind spricht Quark-Darsteller Armin Shimerman auch über die vielen hasserfüllten Briefe, die die Produktion im Vorfeld, aber auch im ersten Jahr der Serie erhielt. Ebenso kritisiert wurde, dass der Commander der Station von einem PoC-Schauspieler gespielt werden sollte: Avery Brooks – obwohl Diversität von Beginn an ebenfalls zur DNS von Star Trek gehörte.

Auch Nana Visitor, die Darstellerin von Major Kira Nerys, erhielt solche Briefe und zitierte aus einem in der DS9-Dokumentation: "Ich wurde für so ziemlich alles kritisiert. Die Leute fanden, dass meine Figur wie eine Zicke rüberkam. Das entsprach nicht der Star-Trek-Welt, sie war nicht dies, sie war nicht das. Aber ich verstand auf einer grundlegenden Ebene die Erfahrung eines Menschen, der aus dem Krieg kommt – und was das mit einem macht."

Auch Star Trek: Deep Space Nine wurde im Lauf der Serie neu bewertet. Sie gilt heute vielen als die beste Serie des Franchise.

Star Trek: Voyager – zu politisch korrekt

Als Star Trek: Voyager kam, hatte Deep Space Nine das Publikum bereits für sich gewonnen. Bei der neuen Serie gab es aber wieder Fans, die nicht mochten, was sie bekamen. Dass eine Frau Captain des neuen Schiffs war, missfiel vielen (und manchen missfällt es noch heute).

Darüber hinaus wurde Star Trek: Voyager vorgeworfen, politisch zu korrekt zu sein. Das war in den Neunzigerjahren der Begriff für das, was heute oft als "woke" beschrieben würde. Holodoc-Darsteller Robert Picardo, der auch in Star Trek: Starfleet Academy dabei ist, postete kürzlich bei Instagram und Facebook einen Zeitungsbericht aus jener Zeit, der mit den Vorwürfen der politischen Korrektheit arbeitet.

Unnötig zu sagen, dass Star Trek: Voyager heutzutage sehr beliebt ist.

Zum Ende von Star Trek: Voyager wurde Star Trek: Enterprise angekündigt, damals nur unter dem Titel Enterprise. Schon das war ein Aufreger. Wie konnte Paramount es wagen, eine Star-Trek-Serie zu produzieren, diese dann aber nicht mal Star Trek zu nennen? Schämte man sich etwa dafür? Später knickte Paramount tatsächlich ein und änderte den Titel.

Eine Neuerung der Serie war, dass die Titelsequenz von einem Song unterlegt war . Auch hier: negative Äußerungen. In Hinblick auf den Song hat sich das auch nie geändert – noch immer verabscheuen ihn viele.

Was einigen Fans aber auch nicht gefiel: die Idee eines Prequels. Wieso musste Star Trek an den Anfang zurück, wieso nicht weitererzählen, was passiert, am besten noch mit ein paar bekannten Figuren? Doch auch, dass die Geschichte auf einer Enterprise stattfand, missfiel. Denn im Kanon war diese Enterprise bis dato unbekannt.

Schon damals – und bei Enterprise lässt sich der Hass schon im Internet finden – wurde den Machern, vor allem Rick Berman und Brannon Braga, vorgeworfen, dass sie keine Ahnung von Star Trek hätten, es nicht liebten und die Drehbücher schlecht seien . Dasselbe hört man heutzutage über das neue Star Trek unter Führung von Alex Kurtzman. Dabei zeigt gerade eine Folge wie die fünfte Episode der ersten Staffel von Star Trek: Starfleet Academy , dass die Macher Star Trek sehr wohl lieben.

Aber auch mit Star Trek: Enterprise war nicht Schluss. Es kamen ja noch die neuen Filme.

Es kann nur einen Kirk geben

Auch als der erste Kinofilm von J.J. Abrams angekündigt wurde, war das Geschrei groß. Einerseits wurde es als Sakrileg angesehen, dass Kirk und Co. neu besetzt wurden, andererseits fürchtete man einen tumben Actionfilm, der alles verraten würde, wofür Star Trek stand. Und dann erregte noch der Umstand, dass die Filme in einer alternativen Zeitlinie spielen, den Unmut mancher Fans. Denn der Kanon und die Kontinuität sind vielen heilig – etwas, das sich schon bei Star Trek: Enterprise zeigte.

Die so genannten Kelvin-Filme waren erfolgreicher als jeder der vorherigen Filme mit klassischer und TNG-Crew, weil Abrams Star Trek für ein neues Publikum frisch machte – wie seit 2017 auch Alex Kurtzman. Denn ein Franchise, das nur das bietet, was es immer schon gab, das es nicht wagt, Neues zu erzählen, ist letzten Endes zum Sterben verurteilt.

Es muss ein neues, junges Publikum angesprochen werden, damit ein Franchise langfristig überleben kann. Das mögen manche nicht verstehen wollen: die Art Fan, die schon 1986 existierte und es hasste, dass es nach Kirk und Co. eine neue Crew geben sollte. Solche Fans gab es eben schon immer, sie sind heute nur aufgrund der technischen Möglichkeiten lautstärker denn je.

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3i Infrastructure: Eigner sieht fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für DNS:NET

Von Achim Sawall — 06. Februar 2026 um 21:03
Glasfaser -Firmen bekommen gerade schwer Kredite zu akzeptablen Konditionen für Deutschland. Darum bewertet 3i Infrastructure seine Beteiligung DNS:NET wohl künftig als Totalausfall.
(v.l.n.r.) Ralph Steffens, Co-CEO von DNS:NET und Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick (Bild: DNS:Net)
(v.l.n.r.) Ralph Steffens, Co-CEO von DNS:NET und Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick Bild: DNS:Net

Der Mehrheitsinvestor von DNS:NET, die britische 3i Infrastructure, will den Wert des Netzbetreibers komplett abschreiben. Das hat 3i am 2. Februar 2026 bekanntgegeben . Grund seien "fehlende Finanzierungsmöglichkeiten für den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes von DNS:NET" , weil die "Kreditnachfrage nach deutschen Glasfaserausbauunternehmen sich deutlich verschlechtert" habe.

Zugleich betonte 3i Infrastructure, dass DNS:NET sich operativ weiterhin planmäßig entwickeln würde. Das Problem sei nur die schlechte Bewertung wegen der Kreditnachfrage. Zuletzt hatte DNS:NET angekündigt , in vier Regionen rund um Berlin Einfamilienhaushalte mit bis zu 8,5 GBit/s auszustatten.

Bernardo Sottomayor, Managing Partner und Leiter Europäische Infrastruktur bei 3i Investments, sagte: "Die erheblichen Auswirkungen des sich verschlechternden Finanzierungsumfelds im Bereich des Glasfaserausbaus in Deutschland und damit einhergehend auf unsere Investition in DNS:NET stellen einen enttäuschenden Ausreißer dar."

DNS:NET als enttäuschender Ausreißer

3i Infrastructure übernahm im April 2021 die Mehrheit von 60 Prozent für den Preis von 182 Millionen Euro von der Deutschen Beteiligungs AG und dem Gründer Alexander Lucke, der das Unternehmen weiterhin als Chief Executive Officer leitete. DNS:NET kündigte danach an, im Berliner Umland, Brandenburg und dem angrenzenden Sachsen-Anhalt mit Hilfe der Beteiligung und den Banken in den kommenden Jahren weitere 2,5 Milliarden Euro für den Glasfaserausbau zu investieren.

Doch 3i setzte im Jahr 2023 Ralph Steffens als Co-CEO bei DNS:NET ein und investierte weitere 24 Millionen Euro. "DNS:NET sieht sich in Deutschland weiterhin mit schwierigen Marktbedingungen im Glasfasersektor konfrontiert, was zu erheblichen Verzögerungen beim Netzausbau im Großraum Berlin führt" , erklärte der Eigner .

Einbruch bei Telekom-Konkurrenten

Damit setzt sich der Einbruch von alternativen Glasfaserfirmen fort: Unsere Grüne Glasfaser (UGG) , ein Joint Venture der Telefónica Group und des Allianz Versicherungskonzerns, hatte im Juni 2025 erklärt, keine neuen Ausbauprojekte mehr zu starten. Unternehmenssprecher Jens Lauser sagte Golem am 4. Dezember 2025: "Bei UGG wird der Fokus auch 2026 darauf liegen, die aktuell eigenwirtschaftlich finanzierten rund 450 deutschen Gemeinden online zu bekommen. Zusätzliche neue Gebiete und neue Vereinbarungen sind für den Moment nicht in der Planung."

Deutsche Glasfaser kündigte Mitte Oktober 2025 an , den Ausbau in den kommenden Jahren langsamer voranzutreiben. Bis zu 250 Arbeitsplätze sollen deutschlandweit abgebaut werden.

In Gemeinden, in denen bereits die Ausbauquote erreicht wurde, zog man sich nach Pleiten von Bauunternehmen zurück. Auch der Überbau oder dessen Ankündigung durch die Telekom ist eine Ursache für die Probleme von UGG und Deutsche Glasfaser.

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E-Autos: Stellantis zieht den Stecker

Von Michael Linden — 06. Februar 2026 um 19:31
Der Autokonzern Stellantis streicht seine Pläne für E-Autos und setzt wieder auf Verbrenner. Die Aktie stürzt ab, Arbeitsplätze in Europa werden gestrichen.
Stellantis führt einen Reset durch. (Bild: Jeff Kowalsky/AFP via Getty Images)
Stellantis führt einen Reset durch. Bild: Jeff Kowalsky/AFP via Getty Images

Stellantis ändert seinen Kurs radikal und sieht seine E-Auto-Strategie als gescheitert an. Stellantis-Konzernchef Antonio Filosa rechnet für 2026 mit einem Verlust zwischen 19 und 21 Milliarden Euro bei einem Umsatz von rund 80 Milliarden Euro, wie das Handelsblatt berichtet . Die Aktie hat nach Bekanntgabe der Zahlen fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Eine Dividende wird es für die Aktionäre in diesem Jahr nicht geben.

Der Schritt steht im Zusammenhang mit den stockenden Verkäufen von Elektrofahrzeugen in Europa und in den USA. In Europa erwägt die EU-Kommission bereits, das geplante Verbrenner-Aus für 2035 aufzuweichen. In den USA hat die Trump-Regierung die Förderung für Elektroautos weitgehend gestrichen.

Die Ladeinfrastruktur gilt auf beiden Kontinenten als unzureichend. Lediglich in China schreitet die Umstellung schneller voran, getrieben durch staatliche Wirtschaftspolitik. Stellantis ist auf dem chinesischen Markt jedoch kaum präsent, anders als deutsche Konkurrenten.

Kritik am früheren Management

Filosa, seit Sommer 2025 an der Konzernspitze, übte Kritik an seinem Vorgänger Carlos Tavares. Demnach spiegeln die Belastungen die Kosten einer Überbewertung der Geschwindigkeit bei der Energiewende wider. Dies habe den Konzern von den Wünschen vieler Autokäufer entfernt.

Stellantis nannte auch Qualitätsprobleme. Allein 4,1 Milliarden Euro entfielen auf Rückstellungen für Garantieleistungen. Neben Kosten-Inflation gehe es um eine Verschlechterung der Qualität durch operative Entscheidungen, die nicht die erwarteten Ergebnisse geliefert hätten.

Der geplante Stellenabbau in Europa kostet 1,3 Milliarden Euro. Weitere 2,1 Milliarden Euro werden für die Anpassung der Akku-Pläne fällig, unter anderem für Entschädigungszahlungen an Partner. Den Löwenanteil von 14,7 Milliarden Euro macht die Anpassung der Elektroauto-Strategie in den USA aus.

Davon fließen 5,8 Milliarden Euro in bar vor allem an Zulieferer, die in Vorleistung gingen. Der Politikwechsel unter der Trump-Regierung zwingt den Konzern zu diesem strategischen Wechsel. Während unter Joe Biden noch Quoten die Autobauer zu E-Autos drängen sollten, steht bei Trump der Klimawandel nicht mehr im Fokus.

Filosa kann künftig erwarten, mehr Verbrenner zu verkaufen, die weiterhin höhere Margen versprechen als E-Autos. Die Verbrennertechnik gilt als weitgehend ausentwickelt, während E-Autos hohe Investitionen erfordern und oft nahe an den Herstellungskosten verkauft werden.

Investitionen in den USA

Die US-Zölle bringen Stellantis dazu, mehr in den USA zu investieren, um dort produzieren zu können. Während in Europa Jobs wegfallen, sollen in den USA mehr als 5.000 neue Stellen entstehen. 2.000 neue Ingenieure seien bereits an Bord, um Qualitätsmängel auszugleichen.

In den kommenden vier Jahren will Stellantis 13 Milliarden Dollar in den USA investieren – die größte Investition in der kurzen Geschichte des Unternehmens. In Kanada gibt es dagegen ein Gemeinschaftsunternehmen mit LG für ein Akkuwerk auf .

Der Strategieschwenk zeigt sich an den künftigen Modellen. In den USA wurde der rein elektrische Pick-up RAM 1500 gestrichen. Das Modell erhält wieder einen V8-Motor. Zurück kommt auch der Jeep Cherokee, der Jeep Compass wird in einer neuen Generation aufgelegt.

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Smarte Thermostate von Aqara, Bosch, Homematic IP, SwitchBot, Tado, TP-Link

Von Heise — 07. Februar 2026 um 06:30

Komfortabler und billiger heizen: Das gelingt mit digitaler Heiztechnik, wozu nicht nur smarte Thermostate gehören, sondern auch weitere Gehilfen.

Billiger heizen, komfortabler heizen, oder idealerweise beides: Das gelingt mit smarter Heiztechnik. Dazu gehören nicht nur smarte Thermostate, sondern auch weitere digitale Gehilfen, wie die c’t-Redakteure Urs Mansmann und Stefan Porteck im Podcast diskutieren.

Urs berichtet von monatlichen Verbrauchsübersichten, die manche Vermieter ihren Mietern erstellen müssen – was nur kaum jemand weiß. Urs erklärt, unter welchen Bedingungen man Anspruch auf diese Abrechnungen hat und was fernauslesbare Heizkostenverteiler damit zu tun haben.

Dann geht es natürlich auch um smarte Thermostate. Wir vergleichen sechs aktuelle Modelle, beschreiben Einbau, Nutzen sowie Funkinfrastrukturen und erklären, warum Matter enttäuscht. Wir diskutieren, unter welchen Bedingungen Geofencing, Fenstersensoren und Raumthermostate funktionieren. Und wir tauschen Erfahrungen und Tipps aus.

Die Systeme und Apps stoßen an ihre Grenzen, wenn man Thermostate und Sensoren verschiedener Hersteller mischen oder aufwendige Regeln nutzen möchte. Stefans Lösung: die Smart-Home-Plattform Home Assistant. Er beschreibt, wie man smarte Thermostate integriert, sie mit beliebigen Sensoren kombiniert und die Regeln implementiert.

Zwischendurch weisen wir auf einen neuen YouTube-Kanal von heise hin: c’t Phasenlage. Dort stellen wir Energiethemen wie Photovoltaik, Solarakkus, dynamische Stromtarife, Wärmepumpen und Smart Home miteinander verzahnt dar. Der Kanal richtet sich an technikinteressierte Einsteiger und Experten und bringt – wenn Host Jörg Wirtgen es hinkriegt – alle 14 Tage ein Video: https://www.youtube.com/@ctPhasenlage [7]

Zu Gast im Studio: Urs Mansmann, Stefan Porteck
Host: Jörg Wirtgen
Produktion: Tobias Reimer

► Die c’t-Artikel zum Thema (Paywall):

Warum sich Smart-Home-Technik beim Heizen lohnt [9]

Sechs smarte Heizkörperthermostate im Test [10]

Smarte Thermostate mit Home Assistant ausreizen [11][Link auf https://www.heise.de/select/ct/2026/2/2531709092450993844] [12]

Ohne Cloud: Heizungen von Bosch, Buderus und Junkers überwachen und steuern [13][Link auf https://www.heise.de/select/ct/2026/2/2530709291970570642] [14]

Geld sparen mit monatlicher Verbrauchsübersicht für Heizung und Warmwasser [15]

In unserem WhatsApp-Kanal [16] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.

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Streaming-Falle: Warum Ihre Abos immer teurer werden – und was hilft

Von Luca Schäfer — 06. Februar 2026 um 20:20

Luca Schäfer

Ein TV mit Apps und eine Fernbedienung im Vordergrund

Welches Streamingportal lohnt sich – und wie können Verbraucher das herausfinden?

(Bild: Proxima Studio/Shutterstock.com)

Anbieter nutzen einen perfiden Trick, um Kunden zur Kasse zu bitten. Doch es gibt einen Ausweg aus der Kostenspirale.

Am Ende entscheidet [1]Karlsruhe: Der Streit um die Erhöhung der Rundfunkbeiträge in Deutschland landet per Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht.

Bereits 2020 sorgten [2] CDU-Experten mit der Forderung nach einer Privatisierung von ARD und ZDF für Aufregung. Auch die AfD will dem Rundfunkbeitrag an den Kragen [3] und attackiert [4] aktuell die Sendeanstalten unter dem Vorwurf fehlender Objektivität im Landtag von Sachsen-Anhalt – bislang ohne Erfolg.

Gleichwohl stehen zahlreiche Alternativen mit einem vielfältigen Angebot in den Startlöchern: Netflix, Amazon Prime, DAZN und Co. sind als feste Größen im deutschen Markt etabliert.

So bricht das videobasierte Streaming-Format YouTube alle Rekorde: Laut der neuesten [5] Medienstudie nutzen 70 Prozent aller über 14-jährigen Konsumenten die amerikanische Plattform. Bisweilen scheint dennoch die neue Rundfunk-Digitalstrategie aufzugehen: Junge Formate wie "Funk" sollen Markt und Einfluss sichern. Liegt die Zukunft dennoch im Streaming?

Neue Dimensionen der Konkurrenz

Die junge Bevölkerung nutzt [6] im Durchschnitt 2,5 Streamingdienste gleichzeitig. YouTube, ÖRR-Mediatheken und globale Dienste konkurrieren mittlerweile auf Augenhöhe. Dabei entwickelte [7]sich Internetbasiertes Streaming erst in den 2000er Jahren.

Mittlerweile existiert eine große Produktpalette. Diese reicht von Internetfernsehen über Streamserver (wie Netflix) und Web-Fernsehangebote (wie bei der ZDF-Mediathek) bis hin zu Sendungen, die exklusiv für das Internet produziert werden (wie nahezu alle Formate auf YouTube).

Der Markt ist gewaltig: Allein YouTube blickt [8] auf bis zu 800 Millionen Nutzer pro Monat und sammelt bis zu 60 Stunden neues Videomaterial pro Minute. Im Jahr 2012 waren in Deutschland insgesamt 1424 Web-TV-Sender verfügbar, darunter drei Prozent öffentlich-rechtliche Anbieter. Jene Zahl schoss immens in die Höhe: Schon 2016 konnten 12.000 Angebote gezählt werden [9], wobei ein großer Teil auf YouTube-Kanäle zurückzuführen war.

Der Branchenprimus Netflix vermeldete [10] Anfang 2026 einen satten Quartalsgewinn von 2,9 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn generiert [11] sich hierbei aus einem Dreiklang: Mit dem größten Anteil trägt der Verkauf von Abonnements bei, gefolgt von Werbeeinnahmen sowie gelegentlichen Lizenzverkäufen oder Partnerschaften.

Von der Premier League in die Welt

Doch besitzen glänzende Zahlen auch eine Kehrseite. Einerseits drückt der mittlerweile harte Wettbewerbsmarkt – neben Netflix existieren mit Paramount, Amazon, Spotify oder Peacock Dutzende weitere Anbieter – auf die Margen.

Andererseits folgt aus der gewachsenen Marktmacht der Anbieter eine gewisse Problematik für die Nutzenden, was sich am Beispiel des Sportmarktes exemplarisch darstellen lässt. 2016 startete DAZN als "Netflix des Sports" [12] seinen Siegeszug: Nach und nach kaufte [13] man die Übertragungsrechte der englischen Premier League (damals von Sky Deutschland) sowie einer Vielzahl internationaler Fußball-Ligen und weiterer Sportligen hinzu.

Der Vorteil für die Nutzer [14] lag auf der Hand: Losgelöst vom immobilen TV-Endgerät wurde das Mitfiebern bei sportlichen Ereignissen an nahezu allen Orten der Welt möglich – gegen ein entsprechend zu bezahlendes Abonnement.

Doch DAZN erhöhte in den letzten Jahren verlässlich die Preise, fragmentierte gemeinsam mit anderen Konkurrenz-Anbietern die Spieltage und Zeiten (um eine optimale Verwertung zu ermöglichen) und sorgte – en passant – dafür, dass kaum ein Sportereignis mehr im frei empfangbaren Programm läuft. Kritik von Verbraucherschützern [15] und aktiven Fans hagelte es [16], doch der Trend scheint ungebrochen.

Zur Kasse, bitte!

Wie DAZN im Sportbereich, so nutzt Netflix seine Marktmacht im Bereich des Streamings von Unterhaltungssendungen. Versteckte Kosten, Abofallen, eine hochgefahrene Werbung und eine je nach Bezahlvariante eingeschränkte Zugänglichkeit brachten Netflix in die Kritik [17]. Insbesondere gilt jedoch, dass die – durchaus auch als Stärke zu verstehende – Fragmentierung den Bogen überspannt.

Um alle Trash-TV-Formate oder alle Spiele des FC Bayern München in der Champions League, dem DFB-Pokal und der deutschen Bundesliga verfolgen zu können, braucht es ein halbes Dutzend verschiedener Zugänge. Dies sowie fehlende Nachrichtenformate, ein mangelhafter Kinderschutz, die Verdrängung lokaler Kulturgüter sowie eine durch Preismechanismen organisierte soziale Exklusion stellen die größten Kritikpunkte dar.

Zeitgeist Add-On

Neben einer mittlerweile per Algorithmen perfektionierten Personalisierung bestechen die Angebote durch eine zeit- wie ortsunabhängige On-Demand-Fähigkeit. Inhalte können auf Smart-TVs, Tablets, Smartphones und PCs ohne zusätzliche Hardware empfangen werden [18]. Streaminganbieter investieren stark in exklusive Inhalte, Originalproduktionen und globale Lizenzpakete. Sie haben ihre Produktionen in weiten Teilen professionalisiert und bestechen mit kinoreifen Film- oder Serienangeboten.

Die angebots- und identitätsbasierte Streamingdienstleistung passt damit ideal in den aktuellen Zeitgeist: 95 Prozent der Remote-Worker streamen heimlich [19] während der Arbeitszeit nach einer Studie aus 2022.

Die Digitalisierung der Freizeit hebelt [20] die klassische Arbeit-Freizeit-Unterteilung stückweise aus. Insbesondere bei den vorherrschenden seichten Unterhaltungsformaten kann zu schneller Entspannung und Zerstreuung beitragen [21], wie malayische Untersuchungen ergaben. Streaming fördert eine Kultur des sofortigen Zugriffs: Inhalte sind jederzeit verfügbar, es gibt einen endlosen Nachschub und personalisierte Empfehlungen – der Zeitgeist einer rastlosen On-Demand-Gesellschaft.

Worauf zu achten gilt…

Gleichwohl bieten die Streamingplattformen derzeit die gängigste und erfolgversprechendste Alternative zum in die Kritik geratenen Standardprogramm von ARD und ZDF. Wer demnach an Weihnachten "Kevin allein zu Haus" oder der 900. Folge "Lindenstraße" entfliehen möchte, sollte folgende Hinweise ernst nehmen: Nutzen Sie Vergleichsportale [22]!

Oftmals lassen sich Angebote bündeln, Jahresermäßigungen buchen oder zu speziellen Angebotszeiten Gebühren sparen. Entscheiden Sie zudem, angepasst an Ihr Konsumverhalten, was sich wirklich lohnt: Wer keinen Reiz an Bundesliga und Co. empfindet, dürfte sich DAZN problemlos sparen können.

Familien- oder mit Freunden geteilte Multi-Profil-Optionen können im legalen Rahmen zudem die Kosten senken [23]. Insbesondere gilt es, auf automatische Kostenerhöhungen zu achten, die leider regelmäßig und oft versteckt erfolgen.

Auch kann es nützlich sein, sich bei den Abo-Varianten clever zu entscheiden [24]: Wer Werbepausen ertragen kann, zahlt oftmals deutlich weniger. In der Regel gilt, dass Abo-Hopping günstiger ist als ein Dauer-Abo. Zu guter Letzt sollte nicht vergessen werden: Solange die Rundfunkgebühren verpflichtend sind, lohnt sich ein Blick in die kostenfreien Angebote der Rundfunk-Mediatheken.

Vor dem Abschluss prüfen:

  1. Preis vs. Leistung: Unterschiedliche Tarif-Stufen vergleichen.
  2. Inhalte: Exklusivserien oder Must-See-Filme identifizieren.
  3. Testphase nutzen: Probeabos ausnutzen, Kündigung im Kalender eintragen.
  4. Kompatibilität: Geräte & Offline-Optionen checken.
  5. Abo-Management: Laufende Dienste regelmäßig überprüfen.
  6. Mediatheken: Kostenlose Angebote nutzen.
  7. Gruppe: Multi-Profile Angebote ausreizen.

URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11167536

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.deutschlandfunk.de/rundfunkbeitrag-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-bundesverfassungsgericht-100.html
[2] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-cdu-experten-wollen-ard-und-co-privatisieren-a-c00ec550-71fa-4203-b247-84f59a5b9409?utm_source=dlvr.it&utm_medium=%5Bfacebook%5D&utm_campaign=%5Bspontop%5D#ref=rss
[3] https://www.fr.de/politik/bundestagswahl-afd-strebt-abschaffung-des-rundfunkbeitrags-an-zr-93521355.html
[4] https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/landespolitik/afd-scheitert-mit-rundfunk-abstimmung-102.html
[5] https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/ard-zdf-medienstudie-oeffentlich-rechtliche-streaming-angebote-mit-reichweite-vor-privaten-streaming-diensten
[6] https://www.media-perspektiven.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/Medienstudie/PM_ARD-ZDF-Medienstudie_2025_final_fuer_MP-Website.pdf
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Internetfernsehen
[8] https://www.etwasverpasst.de/erklarung
[9] https://www.bpb.de/system/files/dokument_pdf/NuN_15_WebTV_0.pdf
[10] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/netzwelt/article696ff8ee707d4aa20757b2be/netflix-mit-mehr-als-325-millionen-kunden.html
[11] https://www.thewrap.com/netflix-disney-hbo-max-paramount-peacock-subscribers-revenue-profit-november-2025-update/
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/DAZN
[13] https://web.archive.org/web/20200809234656/https://media.dazn.com/de/press-releases-dach/2019/07/dazn-bundesliga-eurosport/
[14] https://www.bsgroup.eu/blog/the-future-of-viewing-sports-streaming-services/
[15] https://web.de/magazine/sport/fussball/verbraucherschuetzer-dazn-40640936
[16] https://www.tagesspiegel.de/sport/ubertragungsrechte-der-fussball-bundesliga-warum-die-fans-die-leidtragenden-sein-werden-12801866.html
[17] https://www.klamm.de/news/das-teure-streaming-zeitalter-wie-netflix-spotify-co-ihre-nutzer-zur-kasse-bitten-68N67d429badae1700001d54524.html
[18] https://inorain.com/blog/broadcasting-vs-streaming
[19] https://tech.co/news/remote-work-streaming
[20] https://www.nokzeit.de/2024/10/07/die-digitalisierung-des-freizeitverhaltens/
[21] https://rsisinternational.org/journals/ijriss/articles/the-impact-and-contributions-of-online-streaming-platforms-on-creative-content-viewing-culture-in-post-covid-19-malaysia/
[22] https://www.chip.de/news/Guenstige-Streaming-Abos-im-Vergleich-Gleiche-Inhalte-bei-geringeren-monatlichen-Kosten_185621238.html
[23] https://www.merkur.de/verbraucher/im-alltag-sparen-streaming-kosten-im-blick-die-tipps-zr-94123684.html
[24] https://www.fr.de/wirtschaft/netflix-disney-amazon-worauf-kunden-beim-streaming-abo-achten-sollten-geheim-tipp-inklusive-93275856.html

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Studium, Master, trotzdem prekär – warum Bildung nicht mehr vor Abstieg schützt

Von Thomas Pany — 06. Februar 2026 um 20:15

Thomas Pany

Schülerin oder Studentin niedergekämpft am Schreibtisch mit Bücherstapeln

Bild: shutterstock.com

Wer heute studiert, macht alles richtig – und landet trotzdem in der Unsicherheit. Was ist mit dem Aufstiegsversprechen passiert?

Wer alles richtig macht, sollte nicht fallen. So lautete das unausgesprochene Versprechen der Bildungsgesellschaft: lernen, studieren, Abschluss erwerben – und sozial aufsteigen. Doch dieses Versprechen trägt nicht mehr für alle. Der französische Bildungsforscher François Dubet formuliert es im Interview mit Le Monde [1] so:

"Der Abschluss ist zugleich unverzichtbarer und weniger rentabel als früher. "

Eine Diagnose, die auch in Deutschland einen wunden Punkt berührt.

Bildung wurde über Jahrzehnte als Aufstiegsmaschine verstanden. Die Idee war ebenso ökonomisch wie demokratisch: Höhere Qualifikation steigert Produktivität und schafft Chancengleichheit.

Die Massenbildung hat den Zugang geöffnet – aber sie hat die Hierarchien nicht abgeschafft. Dubet, der gemeinsam mit Marie Duru-Bellat L'Emprise scolaire [2] veröffentlicht hat, beschreibt ein System, das breiter geworden ist, aber nicht durchlässiger.

Mehr Abschlüsse, weniger Wert

In Frankreich erwerben heute rund acht von zehn Jugendlichen das Abitur. Dort heißt es: "Baccalauréat" oder kurz: "Le Bac". Mehr als jeder Zweite beginnt ein Studium.

Studieren ist zur Normalität geworden – auch in unteren sozialen Schichten. Doch die Demokratisierung der Eliten bleibt begrenzt. Die Grandes Écoles und Vorbereitungsklassen sind weiterhin sozial stark abgeschottet.

Die Selektion hat sich lediglich verlagert: Nicht mehr "Abitur oder nicht“, sondern welches Zeugnis von welcher Universität?

Der Bildungsforscher Dubet spricht von einer Inflationslogik: Man braucht mehr, um dasselbe zu erreichen. Das gilt augenscheinlich nicht nur für Frankreich: Früher reichte das Abitur für gehobene Positionen, dann ein Bachelor, heute ein Master.

Die Auswahl wanderte weiter zum Master. Doch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen nicht im gleichen Tempo wie Abschlüsse – sie hängen vom Arbeitsmarkt und von Konjunkturzyklen ab.

Fragile Absolventen auf unsicherem Terrain

Die Folge sind "fragile Absolventen" – gut ausgebildet, aber verletzlich gegenüber Schwankungen des Arbeitsmarkts. Studien des französischen Forschungszentrums Céreq zeigen: Mit der Inflation der Titel braucht es immer höhere Abschlüsse, um denselben Status zu erreichen.

Auch in Deutschland zeigt sich diese Dynamik. Laut dem Statistischen Bundesamt [3] sind 15 Prozent der Erwerbstätigen unter 35 formal überqualifiziert. Jede siebte junge Erwerbstätige verfügt über einen höheren Abschluss, als für die Tätigkeit erforderlich wäre. Bei Frauen liegt der Anteil bei 16 Prozent, bei Männern bei 13 Prozent.

Besonders betroffen sind junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte: 18 Prozent von ihnen gelten als überqualifiziert. Zudem arbeiten 22 Prozent der unter 35-Jährigen fachfremd, bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte 28 Prozent. Überqualifizierung bedeutet dabei nicht "zu viel Bildung", sondern ein Missverhältnis zwischen Qualifikation und Arbeitsmarkt.

Sortieren statt bilden

Der Abschluss dient zunehmend als Sortierinstrument. Laut Dubet entfernt sich das französische System von seinem ursprünglichen Zweck, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, und wird zum Mechanismus der sozialen Differenzierung. Jeder zweite Absolvent eines allgemeinen Bachelorstudiengangs findet seine erste Stelle ohne fachlichen Bezug.

Das Problem ist nicht individuelles Scheitern, sondern ein strukturelles Versprechen, das nicht mehr eingelöst wird. Generationen wurde suggeriert, längere Zeiten an Schulen und Universitäten garantieren eine angemessene soziale Position.

Wenn diese Erwartung enttäuscht wird, entsteht nicht nur ökonomische Unsicherheit, sondern symbolische Entwertung – ein Gefühl des Abstiegs trotz Anstrengung.

Zwischenüberschrift: Neue Bildungsspaltung zwischen Elite und Masse

Eine Studie des französischen Planungskommissariats [4] zeigt: Drei von vier Franzosen glauben, früher sei es besser gewesen – auch zwei Drittel der unter 35-Jährigen. Heute ist im Nachbarland jeder zweite junge Mensch Hochschulabsolvent, 1975 war es nur jeder Fünfte.

Gleichzeitig ist der Berufseinstieg unsicherer, prekäre Beschäftigung verbreiteter, die relative Einkommensposition der Jungen schwächer.

Der Zugang zu Wohneigentum ist schwieriger geworden, während ältere Generationen größere Vermögensanteile konzentrieren. Auch der Cour des Comptes [5] (französischer Rechnungshof) konstatiert begrenzte Effekte der Bildungsförderung in benachteiligten Gebieten. Die soziale Frage verschwindet nicht – sie verschiebt sich.

Abschluss als einzige Form sozialer Anerkennung

Dubet plädiert nicht für weniger Bildung. Sein Einwand ist grundsätzlicher: Der Abschluss ist zur nahezu einzigen legitimen Form sozialer Anerkennung geworden. Damit wird jede Abweichung vom akademischen Ideal als Defizit gelesen.

Gefordert seien vielfältigere Wege, mehr Durchlässigkeit, Anerkennung außerakademischer Kompetenzen, die Möglichkeit von Pausen und Umwegen. Nicht die Akademisierung an sich ist das Problem, sondern die Monopolisierung von Status durch Zertifikate.

Wenn Bildung das zentrale Aufstiegsversprechen einer Demokratie ist, dann trifft sein Bruch den Kern ihres Selbstverständnisses. Die Enttäuschung darüber bleibt nicht folgenlos – sie vertieft die Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern des schulischen Wettbewerbs und öffnet politischen Polarisierungen Raum.

Hinzu kommt eine weitere Unbekannte: der wachsende Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Ausbildung und Arbeitsmarkt. Noch ist unklar, welche Tätigkeiten automatisiert, welche Kompetenzen aufgewertet und welche entwertet werden.

Sicher ist nur, dass KI nicht mehr bloß Routinearbeiten ersetzt, sondern zunehmend analytische, kreative und wissenschaftliche Prozesse unterstützt oder übernimmt. Wenn Qualifikationen schneller veralten und Denkprozesse ausgelagert werden, könnte sich die Renditelogik von Abschlüssen weiter verschieben.

Bildung stünde dann nicht nur vor dem Problem der Titelinflation, sondern vor der grundsätzlichen Frage, welche Fähigkeiten in einer KI-geprägten Ökonomie überhaupt noch als knapp und damit als wertvoll gelten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11168163

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.lemonde.fr/campus/article/2026/02/06/francois-dubet-le-diplome-est-a-la-fois-plus-indispensable-et-moins-rentable-qu-autrefois_6665627_4401467.html
[2] https://www.pressesdesciencespo.fr/fr/book/?GCOI=27246100854820
[3] https://www.presseportal.de/pm/32102/6204530
[4] https://www.strategie-plan.gouv.fr/publications/jeunesse-dhier-et-daujourdhui-le-grand-declassement
[5] https://www.vie-publique.fr/rapport/298465-leducation-prioritaire-une-politique-publique-repenser

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CH YH-1000S: Diese Drohne startet von der Wiese und landet auf dem Wasser

Von Marcel Kunzmann — 06. Februar 2026 um 19:45

Marcel Kunzmann

Eine Drohne auf einem Flugplatz

Chinas unbemanntes Frachtflugzeug YH-1000S absolvierte seinen Jungfernflug in der südwestchinesischen Metropole Chongqin

(Bild: Xinhua/X)

Der Hybridantrieb ermöglicht Starts von Grasflächen und Landungen auf Wasser – doch Experten sehen vor allem militärisches Potenzial.

China hat am Sonntag den Erstflug seiner neuen hybrid-angetriebenen Transportdrohne CH YH-1000S erfolgreich abgeschlossen. Wie der staatliche Sender CCTV am Dienstag berichtete [1], startete das unbemannte Fluggerät vom Flughafen der südwestchinesischen Stadt Chongqing.

Der Sender bezeichnete die CH YH-1000S als "weltweit erstes hybrid-angetriebenes unbemanntes Transportflugzeug". Die Drohne wurde von der China Academy of Aerospace Aerodynamics entwickelt und ist für den internationalen Markt konzipiert.

Hybridantrieb verkürzt Start- und Landebahnen

Das Fluggerät nutzt ein Hybridsystem, das gemeinsam mit einem Hersteller von Elektrofahrzeugen entwickelt wurde. Laut CCTV kombiniert dieses System einen benzinbetriebenen Motor mit einem Elektromotor und ermöglicht den Betrieb mit einer oder beiden Antriebsquellen.

"Die Drohne ist mit einem leistungsstarken Hybrid-Antriebsstrang ausgestattet, der Start- und Landedistanzen erheblich verkürzt und Nutzlast sowie Reichweite erhöht", erklärte CCTV, ohne weitere technische Details zu nennen. Die Zeitung China Daily berichtete, dass im Vergleich zur Basisversion der Hybridantrieb den Betrieb mit einem oder beiden Energiesystemen ermögliche.

Nach Angaben von CGTN erlaubt das System Starts und Landungen auf Nebenstraßen, verdichteten Erdpisten und sogar Grasflächen. Zudem können Schwimmer- und Ski-Ausrüstungen an der Unterseite angebracht werden, um Landungen auf Wasser und Schnee zu ermöglichen.

Weiterentwicklung des Vorgängermodells

Die CH YH-1000S ist eine verbesserte Version der CH YH-1000, die im Mai 2025 ihren Erstflug absolvierte und ein konventionelles Antriebssystem verwendet. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua kann das Vorgängermodell bis zu 1.200 Kilogramm Fracht transportieren, verfügt über eine Reichweite von 1.500 Kilometern und eine Betriebszeit von über zehn Stunden.

Das Projekt für die YH-1000 begann im Juni 2024. Im Januar 2025 absolvierte das Fluggerät erfolgreich Bodentests. Bei seinem Erstflug im Mai transportierte die YH-1000 etwa 400 Kilogramm Fracht, wie die Global Times berichtete [2].

Der Projektleiter erklärte damals: "Dieser Verifikationsflug zeigt, dass die YH-1000 die technische Grundlage für kommerzielle Operationen besitzt." Man werde mit Testbetrieben unter Berücksichtigung der Genehmigungen fortfahren, um "neue Impulse für die florierende Entwicklung der Niedrigflug-Wirtschaft in Westchina zu geben".

Laut People's Daily Online weist die YH-1000S noch kürzere Start- und Landedistanzen auf als das Vorgängermodell und verfügt über eine erhöhte Nutzlastkapazität sowie erweiterte Flugreichweite.

Zivile und militärische Anwendungen

Chinesische Behörden nannten als mögliche zivile Einsatzbereiche Frachttransport, Notfallrettung, Katastrophenhilfe, maritime Überwachung und Wetterbeobachtung. CGTN ergänzte, das Fluggerät könne auch für Ozeanüberwachung und sogar Wettermanipulation eingesetzt werden.

Das Flugzeug kann Fracht von vorne laden und entladen sowie von der Unterseite abwerfen, was flexible logistische Manöver ermöglicht, berichtete CGTN.

Die Drohne ist Teil der CH-Serie, deren Modelle bereits in mehr als zehn Länder exportiert wurden, wie staatliche Medien mitteilten.

Allerdings gibt es auch mögliche militärische Verwendungszwecke. Lyle Goldstein, Direktor des Asien-Programms bei Defence Priorities, erklärte [3] gegenüber der South China Morning Post, solche Drohnen könnten bei militärischen Operationen zur Versorgung von Elitetruppen beitragen, einschließlich eines möglichen Konflikts um Taiwan.

Die Versorgung von Fronttruppen sei oft schwierig, und schwere Transportdrohnen könnten bei der Lieferung von Munition und Nachschub helfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11167795

Links in diesem Artikel:
[1] https://english.cctv.com/2026/02/03/ARTIK92zw3rHQ0fXGf1dJbJK260203.shtml
[2] https://www.globaltimes.cn/page/202507/1339591.shtml
[3] https://www.scmp.com/news/china/military/article/3342435/could-chinas-first-hybrid-transport-drone-prove-game-changer-taiwan-strait

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Angriff per Signal: BfV und BSI warnen Politiker, Militärs und Diplomaten

Von Heise — 06. Februar 2026 um 14:27
Signal-App auf einem Smartphone, darüber eine Fignerspitze

(Bild: Melnikov Dmitriy / Shutterstock.com)

Ein vergangene Woche bekannt gewordener Angriff auf Nutzer des Messengers Signal zielt auf Bundestagsabgeordnete und andere wichtige Personen ab.

Das Bundesamt für den Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnen gemeinsam vor einem Phishingversuch eines mutmaßlich staatlichen oder staatlich gesteuerten Angreifers im Messenger Signa [1]l.

„Im Fokus stehen hochrangige Ziele aus Politik, Militär und Diplomatie sowie Investigativjournalistinnen und -journalisten in Deutschland und Europa“, heißt es in einem unter anderem an den Bundestag und seine Abgeordneten verschickten Sicherheitshinweis. „Die aktuell zu beobachtende Angriffskampagne ist insbesondere im Hinblick auf hochrangige Zielpersonen als sicherheitsrelevant einzustufen.“

Für den Angriff würden legitime Sicherheitsfunktionen missbraucht – die aber die Mithilfe der Nutzer erfordern. Vergleichbare Vorgehensweisen würden auch bei WhatsApp funktionieren, warnen die beiden Behörden, von denen das BfV mit der Spionageabwehr und das BSI mit der Cybersicherheit des Bundes betraut ist.

Erste Variante führt zu Accountverlust

Eine von zwei beschriebenen Angriffsvarianten verläuft dabei nach denkbar einfachem Muster: Ein angeblicher Support-Bot oder ein angebliches Support-Team schreiben die Nutzer an und behaupten, dass ihre Gerätesicherheit gefährdet sei.

Phishing-Attacke per Signal (0 Bilder) [2]

[3]

Nur wenn sie unmittelbar ihre Sicherheitspin oder eine Verifizierungs-SMS übermitteln würden, wäre ihr Gerät sicher. Folgen die Angeschriebenen der Aufforderung, nutzen die Angreifer das Konto ab diesem Moment in selbst kontrollierter Umgebung. Wer dann dem Konto schreibt, schreibt nur noch den Angreifern. Immerhin haben die dann aber keinen Zugriff auf die Kontakte des Nutzers und auch nicht auf vorher erfolgte Chatinhalte. Dennoch: Eine Wiederherstellung des Kontos durch den Nutzer ist dann nicht mehr möglich.

Zweite Variante ermöglicht weitergehenden Zugriff

BfV und BSI warnen aber auch vor einer zweiten Variante, bei der auch Inhalte und Kontakte kompromittiert werden können. Dabei wird ein Vorwand gesucht, warum der angegriffene Nutzer einen QR-Code scannen soll. Doch der ist die Berechtigung dafür, dass die Angreifer dann ein neues Gerät mit dem Konto verknüpfen können – was ihnen Nachrichten und Inhalte der vergangenen anderthalb Monate zugänglich macht und das Mitlesen aktueller Nachrichten erlaubt. Außerdem können sie im Namen des Opfers Nachrichten verschicken – und somit weitere mögliche Opfer erreichen.

Angesichts der Berichte über Sichtungen der Angriffe scheint es sich dabei nicht um einen sehr gezielten Angriff auf einzelne Akteure zu handeln, sondern um einen Streuschuss. Da Signal auf die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Nachrichten keinen Zugriff hat und auch kein Client-Side-Scanning zu Spam oder Phishing betreibt, ist es auf die Aufmerksamkeit seiner Nutzer angewiesen, auf solche Versuche nicht hereinzufallen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11168254

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Signal
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/5023565.html?back=11168254;back=11168254
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/5023565.html?back=11168254;back=11168254
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:dahe@heise.de

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Deutsche Bahn führt stillschweigend Passkeys ein

Von Heise — 06. Februar 2026 um 12:13
Digitale Identitäten auf einem Tablet, darüber ein Schloss in dem ein Gesicht steckt (Symbolbild)

(Bild: Jirsak/Shutterstock.com)

Bei der Deutschen Bahn ist ab sofort das Login mittels Passkeys möglich. Ein deutlicher Schritt vorwärts für die Kontosicherheit.

Die Deutsche Bahn [1] bietet ab sofort die Anmeldung mit Passkeys [2] in der App und auf der Webseite an. Das erhöht die Zugangssicherheit signifikant.

Neue Passkey-Mlglichkeit im DB-Konto
Neue Passkey-Mlglichkeit im DB-Konto

Im Konto der Deutschen Bahn lassen sich Passkeys verwalten.

(Bild: heise medien)

In der App und auf der Webseite der Deutschen Bahn ist nun die Anmeldung mittels Passkeys möglich. Bevor das klappt, müssen Interessierte sich natürlich erst einmal Passkeys für ihre Geräte erstellen. Das gelingt in den Konto-Einstellungen über den Punkt „Login und Sicherheit“ und dort den Klick auf die Schaltfläche „Zum Account-Manager“. Darin finden sich die Passkeys unter „Alternative Login-Methoden“.

Dort lassen sich neue Passkeys erstellen – eine Mengenbegrenzung nennt die Seite jedoch nicht. Bereits erstellte Passkeys lassen sich umbenennen oder auch wieder entfernen.

Passkey-Anmeldung ohne SMS-Zweitfaktor

Eine eigene FAQ auf der Webseite der DB [3] erklärt die Nutzung von Passkeys. Die Anmeldung mit Passkeys erfolgt dann ohne die sonst genutzte Zwei-Faktor-Authentifizierung mit SMS. Die sind dem CCC zufolge ohnehin keine gute Idee [4] und können sich abfangen lassen. Die Zugangssicherheit bei der Deutschen Bahn gewinnt daher deutlich.

Passkeys setzen auf eine kryptografische Absicherung von Zugängen, anstatt lediglich Benutzername und Passwort zu nutzen. Die althergebrachten Zugangsdaten sind anfällig für Phishing [5] oder landen als Remix in Datensammlungen im Internet, wo sie Kriminellen als Ausgangspunkt für Kontoübernahmen dienen. Passkeys hingegen nutzen einen privaten Schlüssel auf dem Endgerät, der dieses dann mit dem Zugang verknüpft. Zum Anmelden erfolgt dann in der Regel eine biometrische Identitätsprüfung, etwa mittels Fingerabdruck, Gesichtsscan mit Kamera oder einer PIN. Das ist deutlich komfortabler als das Eingeben von Passwörtern.

Inzwischen beherrschen diverse Passwort-Manager die Verwaltung von Passkeys, sodass sie sogar geräteübergreifend nutzbar sind. Etwa Microsofts Edge arbeitet so als Passwort-Manager [6], der über die Cloud die Passkeys auf die weiteren Geräte der Nutzer synchronisiert und sie dort bereitstellen kann.


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https://www.heise.de/-11167787

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Deutsche-Bahn
[2] https://www.heise.de/thema/Passkey
[3] https://www.bahn.de/faq/pk/service/kundenkonto/passkeys
[4] https://www.heise.de/news/Chaos-Computer-Club-Nutzt-2-Faktor-Authentifizierung-aber-bitte-nicht-via-SMS-9798159.html
[5] https://www.heise.de/thema/Phishing
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Passkey-Sync-in-Microsoft-Edge-Passwortlose-Anmeldung-ueber-die-Cloud-11068120.html
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:dmk@heise.de

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Debian: Projektleiter warnt vor stillem Rückzug von Entwicklern

Von Heise — 06. Februar 2026 um 11:22
Debian-Logo und Schriftzug, rosa Hintergrund

(Bild: heise medien)

Debian-Projektleiter Andreas Tille prangert ein strukturelles Problem an: Entwickler verschwinden ohne Rückmeldung – mit Folgen für Sicherheit und Wartung.

Das Debian-Projekt hat ein Kommunikationsproblem. Entwickler, die keine Zeit oder kein Interesse mehr haben, ziehen sich still zurück – ohne ihre Verantwortung offiziell zu übertragen. Ein solches Verhalten gefährdet die Wartung von Paketen, die Sicherheit von Accounts und die Kontinuität wichtiger Teams. Debian-Projektleiter Andreas Tille hat das Problem in seiner Februar-Mitteilung [1] an die Entwickler-Community detailliert beschrieben.

Das Kernproblem ist laut Tille nicht, dass Freiwillige aufhören zu arbeiten – das sei völlig normal. Problematisch sei vielmehr, dass sie dies nicht kommunizieren. „Debian existiert, weil Menschen sich freiwillig dafür entscheiden, ihre Zeit dafür aufzuwenden“, schreibt Tille. Doch die meisten seien mit Enthusiasmus beigetreten, ohne eine explizite Vereinbarung zu einer späteren Ankündigung, falls sich ihre verfügbare Zeit, Energie oder Interessen ändern.

Die Konsequenzen dieser stillen Abwanderung sind erheblich: Bugs bleiben unbearbeitet, sicherheitsrelevante Accounts ohne aktive Überwachung, delegierte Rollen existieren nur noch auf dem Papier. Besonders deutlich wurde das Problem bei der Reorganisation des FTPmaster-Teams, das über zwei Jahrzehnte für die Debian-Archive verantwortlich war. Im Oktober 2025 musste es aufgelöst und in zwei neue Teams aufgeteilt werden, weil wesentliche Arbeit von zu wenigen Menschen getragen wurde – mit negativen Auswirkungen auf Transparenz und Kommunikation.

MIA-Team soll automatisiert nach Inaktiven fahnden

Als Lösung schlägt Tille einen sechsstufigen automatisierten Prozess vor: Das MIA-Team (Missing In Action) soll mithilfe von Heuristiken inaktive Entwickler identifizieren und nach sechs Monaten ohne Aktivität automatisierte E-Mails versenden. Diese bieten einfache Optionen: Bestätigung der aktiven Präsenz, Übergang zum Emeritus-Status (ehrenhalber zurückgezogener Entwickler ohne aktive Pflichten) oder Kontaktaufnahme mit dem MIA-Team.

Bleibt eine Antwort aus, folgen sechs Monate lang monatliche Erinnerungen. Danach versucht das MIA-Team, die Person manuell zu erreichen, und warnt vor der Verwaisung ihrer Pakete. Erfolgt auch dann keine Reaktion, werden die Pakete nach einem weiteren Monat verwaist und der Account wird schließlich den Debian Account Managers zur möglichen Entfernung gemeldet.

Der Vorteil dieses automatisierten Systems: Es vermeidet direkte Fragen, die für manche Menschen sozial schwierig seien. Viele Entwickler empfinden es als unangenehm, von Freunden oder Kollegen direkt auf ihre Inaktivität angesprochen zu werden. „Aus gegenseitiger Rücksicht vermeiden wir es oft, zu fragen. Aus derselben Rücksicht vermeiden wir es auch, proaktiv zu sagen, dass wir zurückgetreten sind“, beschreibt Tille das Dilemma.

Delegation mit Ablaufdatum als weiterer Ansatz

Für delegierte Rollen schlägt Tille zusätzlich einen leichten Erneuerungsmechanismus vor. Delegierte sollen sechs Monate vor Ablauf ihrer Delegation einen kurzen Bericht mit Erneuerungsantrag einreichen. Bleibt dieser aus, läuft die Delegation automatisch ab. Dieser Ansatz normalisiere die Rotation und mache sie zu einem regulären Prozess statt einer konfliktbeladenen Ausnahmesituation.

Ein Beispiel für die Folgen fehlender Kommunikation ist das Data Protection Team: Alle bisherigen Delegierten sind zurückgetreten, die Delegation wurde widerrufen. Debian hat derzeit kein aktives Datenschutz-Team, obwohl die Aufgabe im DSGVO-Kontext wichtig ist. Der Workload war dabei gering – nur vier Anfragen im Jahr 2025.

Tille betont, dass bessere Sichtbarkeit von Inaktivität auch Chancen für neue Freiwillige schafft. Über eineinhalb Jahre hat er täglich ein langfristig inaktives Paket zur Zusammenarbeitsplattform Salsa migriert. Dies senke die Barriere für Beiträge erheblich und sende ein klares Signal, dass Hilfe willkommen ist. Bei aktiven Maintainern seien die Antworten meist konstruktiv gewesen – bei Paketen ohne Aktivität seit Jahren blieb die Reaktion dagegen meist aus.

Unklar ist derzeit, wie viel vom vorgeschlagenen MIA-Prozess bereits implementiert wurde. Tille fordert die Community auf, den aktuellen Status sichtbar zu machen, und lädt Interessierte explizit ein, sich einzubringen. Das Problem betreffe nicht nur Debian: „Dies ist eine wichtige Initiative für die Gesundheit des Debian-Projekts – und tatsächlich für jedes Open-Source-Projekt“, schreibt der Projektleiter.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11167741

Links in diesem Artikel:
[1] https://lists.debian.org/debian-devel-announce/2026/02/msg00000.html
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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heise-Angebot: Jetzt in der Make 1/26: 3D-Druck-Slicer im Vergleich

Von Akos Fodor — 06. Februar 2026 um 12:00

Bessere Drucke mit weniger Aufwand – wir erklären in der Make 1/26, was OrcaSlicer so beliebt macht, und teilen erprobte Slicer-Tipps aus der Redaktion.

Slicer wandeln CAD-Modelle mit wenigen Klicks in druckbare Pfade um – doch sie können längst viel mehr. Praktische Werkzeuge unterstützen beim Bearbeiten von Modellen, ohne dass man dafür 3D-Software beherrschen muss. Doch welche Funktionen lohnen sich wirklich? Und spielt die Wahl des Slicers überhaupt eine Rolle? Diesen Fragen gehen wir in der Make 1/26 nach.

Zunächst widmen wir uns dem OrcaSlicer, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Das Community-Projekt unterstützt bereits mehr als 320 Drucker, vereint Funktionen von Ultimaker Cura, PrusaSlicer und BambuStudio und bringt zahlreiche eigene Verbesserungen mit: von Baumstützen über versteckte Nähte, bis hin zu verbesserten Fuzzy-Skin-Mustern. Um zu verstehen, was den OrcaSlicer für Anfänger und auch 3D-Druck-Veteranen so interessant macht, werfen wir einen Blick auf auf seine Wurzeln und die Beziehung zu den anderen großen Slicern.

Streifen auf PETG-Drucken lassen sich mit einer Einstellung im Slicer vermeiden.

Für alle, die nach der Theorie gleich loslegen wollen, haben wir nützliche Funktionen zusammengetragen, mit denen sich schneller, schöner und stabiler drucken lässt – und die sich in unserem Redaktions- und Maker-Alltag bewährt haben: Wir zeigen etwa, was gegen Streifenbildung bei PETG hilft, wie Wände und die Ausrichtung sich auf die Stabilität auswirken oder was man mit Modifiern anstellen kann. Da jeder von uns seinen Drucker und Slicer verschieden verwendet, ist eine vielseitige Sammlung an Tipps und Tricks entstanden.

Die aktuelle Make: Am Kiosk und online erhältlich

Die Ausgabe 1/26 ist online und am Kiosk erhältlich. Mit einem unserer Abos [1] lag das Heft sogar bereits im Briefkasten. Außerdem können Sie die Make bequem als Printversion oder PDF im Heise Shop [2] bestellen – bis zum 20.02. sogar versandkostenfrei. Wenn Sie die Make lieber digital lesen, können Sie das in unseren Apps für iOS [3] und Android [4]. Online finden Sie auch das Inhaltsverzeichnis der Make 1/26 [5].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11165777

Links in diesem Artikel:
[1] https://shop.heise.de/zeitschriften-abo/Make/Miniabo/?LPID=46501_MA000009_33946_2_57&wt_mc=intern.abo.make.ma_ea_2026.ticker-1.link.link
[2] https://shop.heise.de/make-01-2026/print?wt_mc=intern.shop.shop.make_2601.t1.textlink.textlink
[3] https://apps.apple.com/de/app/ct-hardware-hacks/id521645889
[4] https://play.google.com/store/apps/details?id=de.heise.android.ch.magazin&hl=de
[5] https://www.heise.de/select/make/2026/1
[6] https://www.heise.de/make
[7] mailto:akf@make-magazin.de

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Apple AirTag 2: Nicht nur zum Gut-finden | Mac & i-Podcast

Von Heise — 06. Februar 2026 um 17:10
Apple AirTag 2: Nicht nur zum Gut-finden  Mac & i-Podcast

Apple hat die populären Tracker aufgemöbelt – mit sinnvollen wie fragwürdigen Änderungen. Wir ordnen ein, wo die Technik steht und welche Risiken bleiben.

Eine halbe Dekade hat sich Apple Zeit gelassen, um die AirTags in zweiter Generation frisch aufzulegen. Am Konzept ändert sich nichts, die Neuerungen sind zugleich zentral wie überschaubar: Verbesserte Funkchips sorgen in bestimmten Szenarien für mehr Reichweite, der Lautsprecher piepst kräftiger. Die Bluetooth-Tracker sind längst im Alltag angekommen, Apples „Wo ist?“-Netzwerk wird immer größer und andere Hersteller mischen ebenfalls mit – teils zu Dumping-Preisen.

In Episode 114 bewerten Malte Kirchner und Leo Becker, was die AirTags 2 konkret im Alltag bringen. Die Liste der Neuerungen hat auch Schattenseiten: Die Inkompatibilität zu älteren Betriebssystemversionen sorgt für Frust und einhelliges Kopfschütteln. Uns beschäftigen außerdem die bleibenden Nebenwirkungen der Technik: Stalking und missbräuchliche Nutzung bleiben ein Problem, auch wenn die anfänglichen Verbotsdebatten längst abgekühlt sind. Zudem geht es um Ultrabreitband als entscheidende Funktechnik für den Nahbereich, die auch digitale Schlüssel massentauglich machen könnte.

Apple-Themen – immer ausführlich

Der Apple-Podcast von Mac & i erscheint mit dem Moderatoren-Duo Malte Kirchner und Leo Becker im Zweiwochenrhythmus und lässt sich per RSS-Feed (Audio [2]) mit jeder Podcast-App der Wahl abonnieren – von Apple Podcasts über Overcast bis Pocket Casts.

Zum Anhören findet man ihn auch in Apples Podcast-Verzeichnis (Audio [3]) und bei Spotify [4]. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Fragen an podcast@mac-and-i.de [5].


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https://www.heise.de/-11168627

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[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[2] feed:https://mac-and-i.podigee.io/feed/mp3
[3] https://podcasts.apple.com/de/podcast/mac-i/id1499510618
[4] https://open.spotify.com/show/5Tcgc97HvYREYM7kIRsxii
[5] mailto:podcast@mac-and-i.de
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:lbe@heise.de

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Studie: Designer-Wissen macht KI-generierte UIs deutlich besser

Von Heise — 06. Februar 2026 um 16:55
Ein Designer arbeitet am Computer

(Bild: Redpixel.pl / Shutterstock.com)

Wer KI-Modelle um Designvorschläge bittet, wird häufig enttäuscht. Apple zeigt in einer Studie auf, wie die KI besser werden kann.

Wer schon mal eine KI [1] gebeten hat, ihm ein User-Interface für eine App vorzuschlagen, dürfte vielfach die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben. Obwohl es gewiss nicht an Trainingsmaterial mangelt, beweisen Large Language Models kein gutes Händchen dafür, daraus etwas Ästhetisches und zugleich gut Nutzbares zu generieren. Speist man aber das Feedback professioneller Designer ein, sieht der Fall schon ganz anders aus. Dies hat Apple in einer Studie untersucht und die Ergebnisse in seinem Machine-Learning-Blog veröffentlicht [2].

Das Problem mit den User-Interfaces ist demnach, dass das klassische Anlernen der KI offenbar für Design-Belange völlig unzureichend ist. Bei der herkömmlichen Methode, dem verstärkenden Lernen aus menschlichen Rückmeldungen, vergibt ein Mensch Noten für die Erzeugnisse der KI. Mit dieser Methode, die während des Finetunings in der Trainingsphase eines neuen Modells angewendet wird, soll die KI gut von schlecht unterscheiden können. Doch in der Realität funktioniert das bei Designs dann trotzdem nicht so gut.

Apples Trick: Nicht nur gut oder schlecht

Die Apple-Forscher haben stattdessen eine komplexere Methode angewendet, die auch dem Feedback-Prozess in Designabteilungen entspricht. Mithilfe von 21 professionellen Designern wurden Designs mit Kommentaren und mit Strichzeichnungen versehen oder direkt verändert. Dieses Trainingsmaterial – insgesamt 1500 Anmerkungen – hat das Team in die Trainingsdaten eingespeist. Auf diese Weise wusste die KI nicht nur, ob etwas gut oder schlecht ist, sondern auch, warum. Mit sichtbarem Erfolg, wie die Apple-Forscher in dem Papier darlegen: Die Ergebnisse der KI wurden erneut einer professionellen Bewertung unterzogen. Im Vergleich zu den KI-generierten Designs anderer Modelle, darunter auch GPT-5 von OpenAI, habe das speziell trainierte Modell am besten abgeschnitten.

Wofür Apple die gewonnenen Erkenntnisse verwenden möchte, bleibt – wie bei diesen Forschungspapieren üblich – offen. Neben reiner Grundlagenforschung wäre aber zum Beispiel denkbar, dass Apple sein Designteam künftig mit KI-Hilfe unterstützen möchte. Auch im Bereich der Werkzeuge für Entwickler wäre ein KI-Modell, das unerfahrene Developer beim Erstellen geeigneter User-Interfaces für ihre Apps unterstützt, eine große Hilfe.

Bei der Studie kam Qwen2.5-Coder als Basis-Modell zum Einsatz. Die 21 professionellen Designer verfügten über zwei bis 30 Jahre Berufserfahrung und kamen aus den Bereichen UI/UX, Produktdesign und Servicedesign.


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https://www.heise.de/-11168496

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[1] https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
[2] https://machinelearning.apple.com/research/designer-feedback
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
[4] mailto:mki@heise.de

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Analyse zu neuen Plänen: Macht Apple bei KI jetzt alles besser?

Von Heise — 06. Februar 2026 um 13:33
Apple und KI

Apple und KI: Genau richtig lange gewartet?

(Bild: Below the Sky / Shutterstock / Bearbeitung: heise medien)

Lange Zeit war Apple in Sachen Künstlicher Intelligenz hinten. Nun soll der Konzern auch dank Google-Gemini-Hilfe vorankommen. Was ist von den Ideen zu halten?

Apple Intelligence ist ein Begriff, bei dem Fans von KI bislang abwinken: Die Sprach- und Bildmodelle des iPhone-Herstellers gelten einfach nicht als konkurrenzfähig, genauso wenig wie die offerierten Dienste wie Schreibwerkzeuge [1], Image Playground oder Genmoji. Einen eigenen Chatbot bietet Apple ebenso wenig an, mit Siri lässt sich nur schlecht [2] plaudern. Zwei Nachrichten [3] aus den vergangenen Wochen könnten nun dazu führen, dass sich das alles ändert: Apple hat demnach vor, erstmals einen eigenen Chatbot direkt in seine Betriebssysteme zu integrieren, sowie, und das ist noch erstaunlicher, ein eigenes KI-Wearable auf den Markt zu bringen.

Chatbots wohl doch interessant

Zunächst zum Chatbot. Diesen hatte Apple über einen langen Zeitraum sowohl nach Innen als nach Außen abgelehnt. Softwareboss Craig Federighi gilt allgemein als KI-Skeptiker, der Rieseninvestitionen wie bei anderen IT-Riesen [4] bislang untersagt hatte. Offenbar fürchtete der Konzern, erstens nicht mit der Konkurrenz mithalten zu können, sowie zweitens in Fallen hineinzulaufen, die Apple gar nicht mag – etwa wenn KIs halluzinieren [5], Guardrails nicht beachten und damit das familienfreundliche Image des Konzerns antasten.

Doch mit iOS 27, macOS 27 und den anderen Betriebssystemen, die im Sommer vorgestellt und im Herbst ausgeliefert werden dürften, soll sich das ändern: Ein systemweit zur Verfügung stehender Chatbot ist glaubwürdigen Berichten zufolge vorgesehen, als eine Art Super-Siri. Das Ganze wird dann vom „bevorzugten Cloud-Anbieter“ des Konzerns „gepowert“, zu dem sich Google kürzlich offiziell erklären [6] durfte. Heißt: Apple steht außen drauf, ein Google-Gemini-basiertes Modell ist drin. Interessant wird hier, wie Apple dies vermarkten wird. Der Konzern äußert sich nicht zu technischen Details, es könnte für ihn aber ratsam sein, durchblicken zu lassen, dass man Google-Technik nutzt, um die oben erwähnten möglichen Peinlichkeiten zu umgehen.

Der bevorzugte Cloud-Anbieter

Völlig unklar ist auch noch, wie es mit dem Datenaustausch aussieht. Bislang wird angenommen, dass Apple zunächst einfachere Gemini-Modelle auf eigenen Servern im Rahmen der Private-Cloud-Compute-Initiative [7] laufen lässt, doch sind die für den im Herbst geplanten Chatbot wohl nicht gut genug. Danach kann Apple eigentlich nur noch Google-Tensor-Systeme [8] erwerben, die für die neuesten Gemini-Modelle optimiert sind, um sie in eigene Rechenzentren zu stellen. Oder aber die Rechenarbeit erfolgt in Googles Anlagen, was preislich und praktisch wohl sinnvoll ist, zumal auch die halbe iCloud auf Google-Cloud-Servern gehostet wird (neben Microsoft Azure und Amazons AWS [9]).

Erste Anzeichen, wie man sich das alles vorzustellen hat, wird es wohl im April geben. Dann kommt nach allen aktuellen Erkenntnissen endlich die kontextsensitive Siri [10] im Rahmen von iOS 26.4. Diese wird auf Apples eigenen Modellen sowie auf einfacheren Gemini-Modellen basieren, wie es bislang heißt. Der Konzern kann sich hier keine Schnitzer erlauben, nachdem das Vorhaben bereits im Sommer 2024 (!) angekündigt worden war. Siri soll damit endlich intelligenter werden, Nutzerinhalte verwenden, um echten Mehrwert zu bieten – und auch Apps steuern oder zumindest auslesen. Die Chatbot-Qualitäten eines ChatGPT oder Claude sind jedoch nicht zu erwarten, die kommen später.

Wirklich ein KI-Gadget

Schließlich kam auch noch die Meldung herein, dass Apple im Sinne einer direkten Konkurrenz zu Ex-Designboss Jony Ive [11] ein eigenes KI-Gadget in Form eines Wearables plant. Als ich dies erstmals vernahm, hielt ich es für einen Scherz. Schließlich sind bisherige Produkte in dem Segment krachend gescheitert, und es steht keineswegs fest, dass es Jony Ive zusammen mit Sam Altman gelingt, ein im Markt erfolgreiches KI-Wearable von OpenAI durchzusetzen.

Trotzdem scheinen die Informationen der Wahrheit zu entsprechen. Laut Angaben von The Information soll für 2027 eine Art anpinnbarer AirTag mit Lautsprecher, Kamera, Mikrofone und drahtloser Ladefunktion erscheinen. OpenAI hat selbst angeblich Stifte, Brillen, Pins und/oder Ohrstöpsel in der Pipeline. Die Sinnhaftigkeit dieser Geräte ergibt sich eigentlich nur daraus, dass sie ohne Zusatzhardware wie ein Smartphone funktionieren, denn sonst könnte man einfach dieses verwenden.

Apple hat außerdem bereits die Apple Watch, die die ideale Plattform für einen ständig verfügbaren KI-Assistenten darstellen dürfte – sie kann aber bislang offiziell nur indirekt Apple Intelligence. Apples möglicher KI-Pin soll ein Millionenseller werden. Wie intelligent oder Cloud-abhängig er wird, ist offen. Es wäre für Apple zumindest ungewöhnlich, in eine derart unbewiesene Kategorie vorzustoßen. Da ist der Aufkauf des KI-Unternehmens Q.AI schon spannender [12], das es ermöglichen soll, mit Sprachassistenten stimmlos zu kommunizieren. Das wäre ein echter Fortschritt.


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https://www.heise.de/-11150262

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[1] https://www.heise.de/news/Schreibwerkzeuge-So-funktionieren-Apples-KI-Writing-Tools-9818327.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=kTefnhbg0Ig
[3] https://www.heise.de/news/Kuenstliche-Intelligenz-von-Apple-Siri-als-echter-Chatbot-und-KI-zum-Anpinnen-11150015.html
[4] https://www.heise.de/news/Apples-KI-Strategie-und-die-AI-Bubble-Holt-der-iPhone-Konzern-doch-noch-auf-11126903.html
[5] https://www.heise.de/news/BBC-warnt-vor-fehlerhaften-KI-Nachrichtenzusammenfassungen-10278955.html
[6] https://www.heise.de/news/Nach-Gemini-Siri-Deal-Google-nun-Apples-bevorzugter-Cloud-Anbieter-11166990.html
[7] https://www.heise.de/news/Apples-KI-Server-made-in-USA-fertig-10900087.html
[8] https://cloud.google.com/tpu
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Das-iCloud-Problem-Warum-Apples-Backup-unsicherer-ist-als-viele-vermuten-7127983.html
[10] https://www.heise.de/news/Lange-erwartete-kontextsensitive-Siri-Angeblich-Bedenken-bei-internen-Tests-10778833.html
[11] https://www.heise.de/news/KI-Geraete-OpenAI-und-Jony-Ive-planen-ein-Always-on-Device-11112355.html
[12] https://www.heise.de/news/Apple-kauft-KI-Start-up-Q-AI-fuer-Milliarden-11160150.html
[13] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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[15] mailto:bsc@heise.de

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heise+ | Die Sicherheitsrisiken von KI-Assistenten wie OpenClaw

Von Heise — 06. Februar 2026 um 18:20

Das Projekt OpenClaw zeigt beeindruckend, was KI kann, wenn man sie lässt – und es zeigt, welch vielfältige Risiken damit einhergehen.

Ende Januar ging der Traum vieler IT-Nerds in Erfüllung: ein digitaler Assistent, der im eigenen Rechner lebt, mit dem man reden kann, der Aufträge erledigt, der sich selbst meldet, wenn etwas Wichtiges passiert, und auch autonom Lösungen für Probleme sucht, auf die er stößt. Selbstständiger gar als der „Computer“ in StarTrek und scheinbar nur eine SciFi-Bedienoberfläche von J.A.R.V.I.S. entfernt, Tony Starks digitalem Assistenten in den Iron-Man-Filmen.

Die dafür verantwortliche Software OpenClaw gewann derart rasant an Popularität, dass sogar die Hype-gewöhnte KI-Szene sich kollektiv die Augen rieb. Innerhalb von Tagen sammelte das erst gut zwei Monate alte Projekt über 160.000 Sterne in seinem GitHub-Repository und war Thema in praktisch jedem KI-Blog.

OpenClaw besteht im Wesentlichen aus einer Komponente namens „Gateway“, die diverse Chat-Interfaces mit dem KI-Coding-Agenten „Pi [11] [11]“ verknüpft und die Anbindung an eine Reihe Bedienoberflächen zur Konfiguration ermöglicht. Welches externe oder lokale Sprachmodell Pi einspannt, wie OpenClaw Sessions und das Gedächtnis des KI-Assistenten verwaltet, welche Werkzeuge (einschließlich eines Browsers) dem KI-Agenten zur Verfügung stehen und vieles mehr kann man konfigurieren.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11164056

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/OpenClaw-im-Selbstversuch-Erste-Schritte-mit-dem-Super-KI-Agenten-11167211.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Vision-Language-Model-Wie-FastVLM-hochaufloesende-Bilder-im-Browser-analysiert-11156884.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Privates-Wissensarchiv-Anleitungen-und-Co-mit-lokaler-KI-durchsuchen-11141754.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Parameter-in-KI-Modellen-Was-sie-bei-grossen-Sprachmodellen-wirklich-bedeuten-11139376.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Recht-Rechtskonformer-Einsatz-von-KI-Agenten-11133778.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Rechtliche-Tipps-zum-Selfhosting-von-LLMs-11099866.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/AutoML-Wie-KI-lernt-sich-selbst-zu-optimieren-11093914.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/Web-Suche-fuer-die-lokale-KI-So-schliessen-Ihre-LLMs-Wissensluecken-11116805.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/KI-Blase-Warum-Experten-vor-gravierenden-Folgen-fuer-Anleger-warnen-11094407.html
[10] https://www.heise.de/tests/DGX-Spark-Nvidias-Desktop-KI-Computer-im-Test-11102661.html
[11] https://github.com/badlogic/pi-mono/tree/main/packages/coding-agent

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Bitcoin: Der Absturz von 126.000 auf 60.000 US-Dollar

Von Matthias Lindner — 06. Februar 2026 um 16:30

Matthias Lindner

Bitcoin Kurs Crash – 3D-Illustration eines zerbrochenen Bitcoin-Symbols im Absturz auf dunkelrotem Hintergrund symbolisiert die aktuelle Kurskorrektur

Bitcoin-Kurs im freien Fall: Die Kryptowährung verlor zeitweise mehr als die Hälfte ihres Wertes gegenüber dem Oktober-Hoch.

(Bild: Ormalternative / Shutterstock.com)

Der Bitcoin-Kurs ist massiv eingebrochen und hat zeitweise mehr als die Hälfte seines Wertes gegenüber dem Oktober-Hoch verloren.

Der Bitcoin-Kurs durchlebt schwere Zeiten. Am Freitag erholte sich der Token zwar um bis zu 5,8 Prozent und notiert aktuell bei knapp 68.300 US-Dollar.

Doch diese Stabilisierung folgt auf einen dramatischen Absturz von zeitweise mehr als der Hälfte gegenüber dem Oktober-Hoch von über 126.000 US-Dollar. Am Freitagmorgen wäre Bitcoin beinahe erstmals seit Oktober 2024 unter 60.000 US-Dollar gefallen.

Am Donnerstag hatte der Token noch sieben Prozent verloren, die Jahresverluste summieren sich damit auf fast 30 Prozent, heißt es [1] bei Bloomberg.

Die Schwankungsbreite erreicht außergewöhnliche Dimensionen. Ein Volatilitätsindex für Bitcoin schnellte laut Bericht binnen Tagen von 57 auf über 97 Prozent. Selbst für den notorisch wankelmütigen Kryptomarkt sind solche Ausschläge extrem.

Massenhafte Zwangsliquidationen belasten den Markt

Fachleute führen den Kursrutsch weniger auf konkrete Nachrichten als auf Marktmechanik zurück. Gehebelte Positionen werden in großem Stil aufgelöst, Hedgefonds bauen Risiken ab.

Innerhalb von 24 Stunden [2] mussten Anleger Verluste von 2,1 Milliarden Dollar bei liquidierten Wetten hinnehmen.

Auch die Nachfrage über börsengehandelte Fonds schwächelt. An einem einzigen Handelstag flossen 434 Millionen Dollar aus US-Bitcoin-ETFs ab. Die erhoffte dauerhafte Käuferwelle durch institutionelle Produkte ist ausgeblieben.

Fünfjahresvergleich offenbart Schwäche gegenüber traditionellen Assets

Für Privatanleger, die Bitcoin mit bewährten Anlagen vergleichen, zeigt sich ein klares Bild: Seit Anfang 2021 legte Bitcoin um 73 Prozent zu.

Gold gewann dagegen laut Bloomberg im selben Zeitraum 164 Prozent, der Nasdaq 100 kam auf 82 Prozent, der S&P 500 auf 75 Prozent. Die Kryptowährung liegt damit hinter allen drei Referenzwerten zurück.

Diese Entwicklung untergräbt das Versprechen überlegener Langfristrenditen. Besonders die Idee vom "digitalen Gold" gerät ins Wanken.

In geopolitischen Spannungen funktionierte Bitcoin nicht als Schutz, bei Dollarschwäche profitierte das glänzende Metall – nicht die Digitalwährung. Marktbeobachter stellen fest, dass sich Privatanleger zunehmend Aktien und Edelmetallen zuwenden.

Technische Analysten warnen vor weiteren Kursverlusten

Händler fixieren sich nun auf kritische Marken. Die 60.000-Dollar-Schwelle gilt als zentral – fällt sie, droht ein Kursrutsch auf 55.000 US-Dollar. Charttechniker verweisen [3] laut Bloomberg auf wichtige Durchschnittslinien: Die 200-Wochen-Linie liegt bei etwa 58.000 US-Dollar.

Historische Muster geben Anlass zur Sorge. In früheren Bärenmärkten verlor Bitcoin durchschnittlich 80 Prozent vom Höchststand. Bei einem Rückgang von 72 Prozent würde der Kurs auf etwa 35.200 Dollar fallen.

Zudem zeigen Daten, dass Einbrüche von 40 Prozent sich meist innerhalb von drei Monaten auf über 50 Prozent ausweiteten.

Große Halter und Miner unter Druck

Die Kursverluste belasten auch Unternehmenshalter. Das Unternehmen Strategy, das besonders stark auf Bitcoin setzt, meldete einen Quartalsverlust von 12,4 Milliarden US-Dollar durch Bewertungsverluste seiner Bestände.

Analysten schätzen, so Bloomberg, die Produktionskosten für Miner auf 87.000 Dollar – deutlich über dem aktuellen Kurs. Hält dieser Zustand an, könnten unrentable Betriebe aufgeben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11168575

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-05/bitcoin-trails-s-p-500-nasdaq-100-gold-over-five-year-horizon
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-06/bitcoin-btc-plunges-to-just-above-60-000-as-selloff-deepens
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-05/wall-street-traders-game-out-how-far-the-bitcoin-charts-break

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Chinas Hybrid-Drohne CH YH-1000S: Premiere mit militärischen Implikationen

Von Marcel Kunzmann — 06. Februar 2026 um 14:00

Marcel Kunzmann

Eine Drohne auf einem Flugplatz

Chinas unbemanntes Frachtflugzeug YH-1000S absolvierte seinen Jungfernflug in der südwestchinesischen Metropole Chongqin

(Bild: Xinhua/X)

Die CH YH-1000S absolvierte am Sonntag ihren Erstflug. Peking bewirbt zivile Einsatzmöglichkeiten, doch Experten sehen auch militärisches Potenzial.

China hat am Sonntag den Erstflug seiner neuen hybrid-angetriebenen Transportdrohne CH YH-1000S erfolgreich abgeschlossen. Wie der staatliche Sender CCTV am Dienstag berichtete [1], startete das unbemannte Fluggerät vom Flughafen der südwestchinesischen Stadt Chongqing.

Der Sender bezeichnete die CH YH-1000S als "weltweit erstes hybrid-angetriebenes unbemanntes Transportflugzeug". Die Drohne wurde von der China Academy of Aerospace Aerodynamics entwickelt und ist für den internationalen Markt konzipiert.

Hybridantrieb verkürzt Start- und Landebahnen

Das Fluggerät nutzt ein Hybridsystem, das gemeinsam mit einem Hersteller von Elektrofahrzeugen entwickelt wurde. Laut CCTV kombiniert dieses System einen benzinbetriebenen Motor mit einem Elektromotor und ermöglicht den Betrieb mit einer oder beiden Antriebsquellen.

"Die Drohne ist mit einem leistungsstarken Hybrid-Antriebsstrang ausgestattet, der Start- und Landedistanzen erheblich verkürzt und Nutzlast sowie Reichweite erhöht", erklärte CCTV, ohne weitere technische Details zu nennen. Die Zeitung China Daily berichtete, dass im Vergleich zur Basisversion der Hybridantrieb den Betrieb mit einem oder beiden Energiesystemen ermögliche.

Nach Angaben von CGTN erlaubt das System Starts und Landungen auf Nebenstraßen, verdichteten Erdpisten und sogar Grasflächen. Zudem können Schwimmer- und Ski-Ausrüstungen an der Unterseite angebracht werden, um Landungen auf Wasser und Schnee zu ermöglichen.

Weiterentwicklung des Vorgängermodells

Die CH YH-1000S ist eine verbesserte Version der CH YH-1000, die im Mai 2025 ihren Erstflug absolvierte und ein konventionelles Antriebssystem verwendet. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua kann das Vorgängermodell bis zu 1.200 Kilogramm Fracht transportieren, verfügt über eine Reichweite von 1.500 Kilometern und eine Betriebszeit von über zehn Stunden.

Das Projekt für die YH-1000 begann im Juni 2024. Im Januar 2025 absolvierte das Fluggerät erfolgreich Bodentests. Bei seinem Erstflug im Mai transportierte die YH-1000 etwa 400 Kilogramm Fracht, wie die Global Times berichtete [2].

Der Projektleiter erklärte damals: "Dieser Verifikationsflug zeigt, dass die YH-1000 die technische Grundlage für kommerzielle Operationen besitzt." Man werde mit Testbetrieben unter Berücksichtigung der Genehmigungen fortfahren, um "neue Impulse für die florierende Entwicklung der Niedrigflug-Wirtschaft in Westchina zu geben".

Laut People's Daily Online weist die YH-1000S noch kürzere Start- und Landedistanzen auf als das Vorgängermodell und verfügt über eine erhöhte Nutzlastkapazität sowie erweiterte Flugreichweite.

Zivile und militärische Anwendungen

Chinesische Behörden nannten als mögliche zivile Einsatzbereiche Frachttransport, Notfallrettung, Katastrophenhilfe, maritime Überwachung und Wetterbeobachtung. CGTN ergänzte, das Fluggerät könne auch für Ozeanüberwachung und sogar Wettermanipulation eingesetzt werden.

Das Flugzeug kann Fracht von vorne laden und entladen sowie von der Unterseite abwerfen, was flexible logistische Manöver ermöglicht, berichtete CGTN.

Die Drohne ist Teil der CH-Serie, deren Modelle bereits in mehr als zehn Länder exportiert wurden, wie staatliche Medien mitteilten.

Allerdings gibt es auch mögliche militärische Verwendungszwecke. Lyle Goldstein, Direktor des Asien-Programms bei Defence Priorities, erklärte [3] gegenüber der South China Morning Post, solche Drohnen könnten bei militärischen Operationen zur Versorgung von Elitetruppen beitragen, einschließlich eines möglichen Konflikts um Taiwan.

Die Versorgung von Fronttruppen sei oft schwierig, und schwere Transportdrohnen könnten bei der Lieferung von Munition und Nachschub helfen.


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https://www.heise.de/-11167795

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[1] https://english.cctv.com/2026/02/03/ARTIK92zw3rHQ0fXGf1dJbJK260203.shtml
[2] https://www.globaltimes.cn/page/202507/1339591.shtml
[3] https://www.scmp.com/news/china/military/article/3342435/could-chinas-first-hybrid-transport-drone-prove-game-changer-taiwan-strait

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Warum das Bildungsversprechen bricht – und was das für unsere Kinder heißt

Von Thomas Pany — 06. Februar 2026 um 13:45

Thomas Pany

Schülerin oder Studentin niedergekämpft am Schreibtisch mit Bücherstapeln

Bild: shutterstock.com

Generation Master, Generation Zweifel: Abschlüsse wachsen, Sicherheit nicht. Und am Horizont steht die KI.

Wer alles richtig macht, sollte nicht fallen. So lautete das unausgesprochene Versprechen der Bildungsgesellschaft: lernen, studieren, Abschluss erwerben – und sozial aufsteigen. Doch dieses Versprechen trägt nicht mehr für alle. Der französische Bildungsforscher François Dubet formuliert es im Interview mit Le Monde [1] so:

"Der Abschluss ist zugleich unverzichtbarer und weniger rentabel als früher. "

Eine Diagnose, die auch in Deutschland einen wunden Punkt berührt.

Bildung wurde über Jahrzehnte als Aufstiegsmaschine verstanden. Die Idee war ebenso ökonomisch wie demokratisch: Höhere Qualifikation steigert Produktivität und schafft Chancengleichheit.

Die Massenbildung hat den Zugang geöffnet – aber sie hat die Hierarchien nicht abgeschafft. Dubet, der gemeinsam mit Marie Duru-Bellat L'Emprise scolaire [2] veröffentlicht hat, beschreibt ein System, das breiter geworden ist, aber nicht durchlässiger.

Mehr Abschlüsse, weniger Wert

In Frankreich erwerben heute rund acht von zehn Jugendlichen das Abitur. Dort heißt es: "Baccalauréat" oder kurz: "Le Bac". Mehr als jeder Zweite beginnt ein Studium.

Studieren ist zur Normalität geworden – auch in unteren sozialen Schichten. Doch die Demokratisierung der Eliten bleibt begrenzt. Die Grandes Écoles und Vorbereitungsklassen sind weiterhin sozial stark abgeschottet.

Die Selektion hat sich lediglich verlagert: Nicht mehr "Abitur oder nicht“, sondern welches Zeugnis von welcher Universität?

Der Bildungsforscher Dubet spricht von einer Inflationslogik: Man braucht mehr, um dasselbe zu erreichen. Das gilt augenscheinlich nicht nur für Frankreich: Früher reichte das Abitur für gehobene Positionen, dann ein Bachelor, heute ein Master.

Die Auswahl wanderte weiter zum Master. Doch qualifizierte Arbeitsplätze entstehen nicht im gleichen Tempo wie Abschlüsse – sie hängen vom Arbeitsmarkt und von Konjunkturzyklen ab.

Fragile Absolventen auf unsicherem Terrain

Die Folge sind "fragile Absolventen" – gut ausgebildet, aber verletzlich gegenüber Schwankungen des Arbeitsmarkts. Studien des französischen Forschungszentrums Céreq zeigen: Mit der Inflation der Titel braucht es immer höhere Abschlüsse, um denselben Status zu erreichen.

Auch in Deutschland zeigt sich diese Dynamik. Laut dem Statistischen Bundesamt [3] sind 15 Prozent der Erwerbstätigen unter 35 formal überqualifiziert. Jede siebte junge Erwerbstätige verfügt über einen höheren Abschluss, als für die Tätigkeit erforderlich wäre. Bei Frauen liegt der Anteil bei 16 Prozent, bei Männern bei 13 Prozent.

Besonders betroffen sind junge Menschen mit Einwanderungsgeschichte: 18 Prozent von ihnen gelten als überqualifiziert. Zudem arbeiten 22 Prozent der unter 35-Jährigen fachfremd, bei Menschen mit Einwanderungsgeschichte 28 Prozent. Überqualifizierung bedeutet dabei nicht "zu viel Bildung", sondern ein Missverhältnis zwischen Qualifikation und Arbeitsmarkt.

Sortieren statt bilden

Der Abschluss dient zunehmend als Sortierinstrument. Laut Dubet entfernt sich das französische System von seinem ursprünglichen Zweck, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, und wird zum Mechanismus der sozialen Differenzierung. Jeder zweite Absolvent eines allgemeinen Bachelorstudiengangs findet seine erste Stelle ohne fachlichen Bezug.

Das Problem ist nicht individuelles Scheitern, sondern ein strukturelles Versprechen, das nicht mehr eingelöst wird. Generationen wurde suggeriert, längere Zeiten an Schulen und Universitäten garantieren eine angemessene soziale Position.

Wenn diese Erwartung enttäuscht wird, entsteht nicht nur ökonomische Unsicherheit, sondern symbolische Entwertung – ein Gefühl des Abstiegs trotz Anstrengung.

Zwischenüberschrift: Neue Bildungsspaltung zwischen Elite und Masse

Eine Studie des französischen Planungskommissariats [4] zeigt: Drei von vier Franzosen glauben, früher sei es besser gewesen – auch zwei Drittel der unter 35-Jährigen. Heute ist im Nachbarland jeder zweite junge Mensch Hochschulabsolvent, 1975 war es nur jeder Fünfte.

Gleichzeitig ist der Berufseinstieg unsicherer, prekäre Beschäftigung verbreiteter, die relative Einkommensposition der Jungen schwächer.

Der Zugang zu Wohneigentum ist schwieriger geworden, während ältere Generationen größere Vermögensanteile konzentrieren. Auch der Cour des Comptes [5] (französischer Rechnungshof) konstatiert begrenzte Effekte der Bildungsförderung in benachteiligten Gebieten. Die soziale Frage verschwindet nicht – sie verschiebt sich.

Abschluss als einzige Form sozialer Anerkennung

Dubet plädiert nicht für weniger Bildung. Sein Einwand ist grundsätzlicher: Der Abschluss ist zur nahezu einzigen legitimen Form sozialer Anerkennung geworden. Damit wird jede Abweichung vom akademischen Ideal als Defizit gelesen.

Gefordert seien vielfältigere Wege, mehr Durchlässigkeit, Anerkennung außerakademischer Kompetenzen, die Möglichkeit von Pausen und Umwegen. Nicht die Akademisierung an sich ist das Problem, sondern die Monopolisierung von Status durch Zertifikate.

Wenn Bildung das zentrale Aufstiegsversprechen einer Demokratie ist, dann trifft sein Bruch den Kern ihres Selbstverständnisses. Die Enttäuschung darüber bleibt nicht folgenlos – sie vertieft die Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern des schulischen Wettbewerbs und öffnet politischen Polarisierungen Raum.

Hinzu kommt eine weitere Unbekannte: der wachsende Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Ausbildung und Arbeitsmarkt. Noch ist unklar, welche Tätigkeiten automatisiert, welche Kompetenzen aufgewertet und welche entwertet werden.

Sicher ist nur, dass KI nicht mehr bloß Routinearbeiten ersetzt, sondern zunehmend analytische, kreative und wissenschaftliche Prozesse unterstützt oder übernimmt. Wenn Qualifikationen schneller veralten und Denkprozesse ausgelagert werden, könnte sich die Renditelogik von Abschlüssen weiter verschieben.

Bildung stünde dann nicht nur vor dem Problem der Titelinflation, sondern vor der grundsätzlichen Frage, welche Fähigkeiten in einer KI-geprägten Ökonomie überhaupt noch als knapp und damit als wertvoll gelten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11168163

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.lemonde.fr/campus/article/2026/02/06/francois-dubet-le-diplome-est-a-la-fois-plus-indispensable-et-moins-rentable-qu-autrefois_6665627_4401467.html
[2] https://www.pressesdesciencespo.fr/fr/book/?GCOI=27246100854820
[3] https://www.presseportal.de/pm/32102/6204530
[4] https://www.strategie-plan.gouv.fr/publications/jeunesse-dhier-et-daujourdhui-le-grand-declassement
[5] https://www.vie-publique.fr/rapport/298465-leducation-prioritaire-une-politique-publique-repenser

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Studie: Designer-Wissen macht KI-generierte UIs deutlich besser

Von Heise — 06. Februar 2026 um 16:55
Ein Designer arbeitet am Computer

(Bild: Redpixel.pl / Shutterstock.com)

Wer KI-Modelle um Designvorschläge bittet, wird häufig enttäuscht. Apple zeigt in einer Studie auf, wie die KI besser werden kann.

Wer schon mal eine KI [1] gebeten hat, ihm ein User-Interface für eine App vorzuschlagen, dürfte vielfach die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben. Obwohl es gewiss nicht an Trainingsmaterial mangelt, beweisen Large Language Models kein gutes Händchen dafür, daraus etwas Ästhetisches und zugleich gut Nutzbares zu generieren. Speist man aber das Feedback professioneller Designer ein, sieht der Fall schon ganz anders aus. Dies hat Apple in einer Studie untersucht und die Ergebnisse in seinem Machine-Learning-Blog veröffentlicht [2].

Das Problem mit den User-Interfaces ist demnach, dass das klassische Anlernen der KI offenbar für Design-Belange völlig unzureichend ist. Bei der herkömmlichen Methode, dem verstärkenden Lernen aus menschlichen Rückmeldungen, vergibt ein Mensch Noten für die Erzeugnisse der KI. Mit dieser Methode, die während des Finetunings in der Trainingsphase eines neuen Modells angewendet wird, soll die KI gut von schlecht unterscheiden können. Doch in der Realität funktioniert das bei Designs dann trotzdem nicht so gut.

Apples Trick: Nicht nur gut oder schlecht

Die Apple-Forscher haben stattdessen eine komplexere Methode angewendet, die auch dem Feedback-Prozess in Designabteilungen entspricht. Mithilfe von 21 professionellen Designern wurden Designs mit Kommentaren und mit Strichzeichnungen versehen oder direkt verändert. Dieses Trainingsmaterial – insgesamt 1500 Anmerkungen – hat das Team in die Trainingsdaten eingespeist. Auf diese Weise wusste die KI nicht nur, ob etwas gut oder schlecht ist, sondern auch, warum. Mit sichtbarem Erfolg, wie die Apple-Forscher in dem Papier darlegen: Die Ergebnisse der KI wurden erneut einer professionellen Bewertung unterzogen. Im Vergleich zu den KI-generierten Designs anderer Modelle, darunter auch GPT-5 von OpenAI, habe das speziell trainierte Modell am besten abgeschnitten.

Wofür Apple die gewonnenen Erkenntnisse verwenden möchte, bleibt – wie bei diesen Forschungspapieren üblich – offen. Neben reiner Grundlagenforschung wäre aber zum Beispiel denkbar, dass Apple sein Designteam künftig mit KI-Hilfe unterstützen möchte. Auch im Bereich der Werkzeuge für Entwickler wäre ein KI-Modell, das unerfahrene Developer beim Erstellen geeigneter User-Interfaces für ihre Apps unterstützt, eine große Hilfe.

Bei der Studie kam Qwen2.5-Coder als Basis-Modell zum Einsatz. Die 21 professionellen Designer verfügten über zwei bis 30 Jahre Berufserfahrung und kamen aus den Bereichen UI/UX, Produktdesign und Servicedesign.


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