Zyxel-Firewalls: Angreifer können System-Befehle ausführen
Von Heise — 08. Februar 2026 um 12:06
(Bild: Photon photo/Shutterstock.com)
Ein Sicherheitsupdate schützt bestimmte Firewalls von Zyxel vor möglichen Angriffen. Attacken sind aber nicht ohne Weiteres möglich.
Nutzen Angreifer erfolgreich eine Sicherheitslücke in der ZLD-Firmware bestimmter Zyxel-Firewalls aus, können sie Befehle auf Systemebene ausführen und Geräte wahrscheinlich kompromittieren. Ein Sicherheitsupdate bannt die Gefahr.
Attacke mit großer Hürde
Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht [1], sind Firewalls der Serien ATP, USG FLEX und USG FLEX 50(W)/ USG20(W)-VPN mit den ZLD-Firmwares V5.35 bis einschließlich V5.41 verwundbar. Die Entwickler führen aus, die Firmware ab V5.42 abgesichert zu haben.
Die Schwachstelle findet sich in der Dynamic-DNS-Konfiguration (DDNS) im Kontext des Command Line Interfaces (CLI command). Damit Angreifer die Lücke über präparierte Befehle ausnutzen können, müssen sie bereits über Adminrechte verfügen. Trotz dieser vergleichsweise hohen Hürde ist die Lücke (CVE-2025-11730) mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Bislang gibt es seitens Zyxel keine Warnung zu laufenden Attacken. Admins sollten mit dem Patchen aber nicht zu lange zögern.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11169185
Links in diesem Artikel: [1] https://www.zyxel.com/global/en/support/security-advisories/zyxel-security-advisory-for-post-authentication-command-injection-vulnerability-in-the-ddns-configuration-cli-command-of-zld-firewalls-02-05-2026 [2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp [3] mailto:des@heise.de
Produktlaunch: Segway hat seine Mähroboter noch besser gemacht
Von Achim Sawall — 08. Februar 2026 um 16:41
Segway Navimow hat auf seine Anwender gehört und an noch bestehenden Problemen gearbeitet. Alle Mähroboter wurden überarbeitet.
Die X4 Serie, H2 Serie, i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro sowie die Terranox SerieBild:
Navimow Segway
Segway Navimow will mit seinen neuen Rasenmährobotern bisherige Probleme überwinden. Der chinesische Hersteller hat in der vergangenen Woche in Paris die sechs Produktreihen X4, H2 i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro sowie Terranox für unterschiedlich beschaffene Grundstücke vorgestellt. Die neuen Modelle sollen Probleme mit engen Passagen, Steigungen, unebenem Gelände und Signalverlust lösen können.
Golem unterzieht den Segway Navimow H800E einem Langzeittest. Der Gartenroboter ließ sich sehr einfach und ohne Begrenzungsdraht installieren . Die Grenzen der zu mähenden Flächen wurden über die App am Smartphone abgefahren und dann gespeichert. Der H800E lernte bei neuen Hindernissen flexibel hinzu und zeigte sich sehr robust, wenn sich einmal etwas im Mähwerk verfing. Das war bereits erheblich besser, als alle anderen Topgeräte, die wir bisher getestet hatten.
Eine eklatante Schwäche des Geräts offenbarte sich , als wir ein zweites größeres Rasenstück mähen lassen wollten, das durch einen Weg vom anderen getrennt ist. Wir durchsteuerten den 12 Meter langen und 80 bis 160 cm breiten Weg mit der Software-Steuerung am Smartphone. Doch der Segway blieb hier im Betrieb immer mal wieder hängen. Der sonst sehr fortschrittliche Mähroboter konnte offenbar bis Ende 2025 nur breitere Wege störungsfrei durchfahren. Das RTK (Real Time Kinematic) oder Echtzeitkinematik, eine Technologie, bei der GPS oder andere Signalwellen zur Positionsbestimmung erfasst werden, arbeitete hier zu ungenau.
Eingraben am Rasenkantenstein
Die neuen Mähroboter verfügen jetzt über eine Drop-and-Mow Funktion. Der Roboter werde laut Hersteller auf den Rasen gestellt, aktiviert und in der App das Auto-Mapping gestartet. Der Mäher beginnt anschließend automatisch mit der Kartierung der Fläche, das Abfahren durch den Nutzer entfällt. Die interaktive Karte lasse sich nun präziser auf dem Smartphone anzeigen und so das Mähverhalten besser anpassen und steuern, etwa wenn das Gerät sich an einem Rasenkantenstein trotz digitaler Begrenzung immer wieder festfährt und den Rasen aufreißt. Ein neues Traction Control System (TCS) von Navimow soll das Drehmoment dynamisch anpassen, um das Durchdrehen der Räder zu verhindern und eine gleichmäßige Traktion auf rutschigem Untergrund zu bieten. Zudem soll eine Sprachsteuerung die Interaktion verbessern.
Die neue Navimow-Produktreihe unterstützt EFLS LiDAR+, ein dreifaches Positionierungssystem mit Solid-State-LiDAR aus dem autonomen Fahren, Network-RTK-Positionierung sowie visueller Erkennung mit KI-Unterstützung.
Für den verbesserten Diebstahlschutz verfügen die Roboter über GPS-Ortung, Geofencing-Alarm, Hebealarm sowie Unterstützung von Apples Find My network. Jedes Produkt hat weiterhin ein integriertes 4G-Modul, das GPS-Ortung und Geofencing-Alarm über eine Mobilfunkverbindung unterstützt. Ein Abonnement für ein Jahr ist inklusive, dann muss der Nutzer selbst zahlen.
Ola Källenius: Mercedes-Chef fordert radikalen Kurswechsel in Deutschland
Von Andreas Donath — 08. Februar 2026 um 15:43
Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius sieht Deutschland wegen hoher Energiepreise, erdrückender Arbeitskosten und verfehlter EU-Politik in Gefahr.
Ola Källenius mit einem elektrischen Prototyp von Mercedes-BenzBild:
Mercedes-Benz
Ola Källenius macht seinem Ärger Luft. In einem Interview mit dem Spiegel beschreibt der Mercedes-Chef die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 10 bis 15 Jahre als Irrweg. Seine Sorge gelte nicht nur dem eigenen Konzern, sondern dem gesamten Standort Deutschland.
Die Rechnung geht für Mercedes nicht mehr auf. Der Konzern verkauft nur 10 bis 12 Prozent seiner Fahrzeuge in Deutschland, investiert hier aber mehr als die Hälfte seines Kapitals. Källenius vergleicht die Situation mit einer Fußballmannschaft, die vor der WM behauptet, genug zu trainieren – während alle anderen doppelt so viel tun.
Energie, Steuern und Arbeitskosten als Hauptprobleme
Die Energiepreise seien seit 2022 stark gestiegen. Deutschland habe zugleich mit die höchsten Arbeitskosten weltweit, so der Manager. Jahrzehntelang habe die Industrie das durch Produktivitätssteigerungen ausgleichen können. Diese Strategie funktioniere nicht mehr, so Källenius.
Källenius wolle keine asiatischen Verhältnisse, aber Deutschland müsse wieder attraktiv für Investitionen werden. Sonst fließe das Kapital in andere Länder ab. Der Mercedes-Chef, der auch Präsident des europäischen Autoindustrieverbandes ACEA ist, sieht eine direkte Verbindung zwischen wirtschaftlicher Schwäche und politischem Rechtsruck.
Die Botschaft von Källenius: Wirtschaftliche Stärke ist seiner Meinung nach Voraussetzung für alles andere – auch für die Dekarbonisierung. Ohne Wettbewerbsfähigkeit wird Europa nach und nach seine ökonomische Position verlieren. Und ohne ökonomische Stärke bleibe auch der Klimaschutz auf der Strecke.
Die Autoindustrie kämpft seiner Meinung nach an mehreren Fronten gleichzeitig. In China herrscht ein Wettbewerb mit über 100 Anbietern – historisch einmalig. Der Zollkonflikt zwischen USA und Europa belastet die Ergebnisse zusätzlich. Trotzdem bleibt Amerika für Mercedes ein Wachstumsmarkt.
EU-Vorschriften kontraproduktiv
Die EU hat Ende 2025 das Verbrenner-Aus gelockert. Källenius zeigt sich zunächst erleichtert. Die geplanten Regelungen für Firmenflotten hält er aber dennoch für kontraproduktiv: Bis 2030 sollen Flotten größtenteils auf Elektroantrieb umstellen. Zwei Jahre später würden dann zu viele Gebrauchtwagen-E-Autos auf zu wenig private Nachfrage treffen. Die Folge: sinkende Restwerte, längere Haltedauer, einbrechende Nachfrage. Viele mittelständische Zulieferer hätten nicht genug Reserven, um diese Phase zu überstehen.
Der Mercedes-Chef fordert einen Systemwechsel. Statt Verpflichtungen und Strafen brauche es marktbasierte Anreize und massive Infrastrukturinvestitionen. Europa mache in allen Branchen die gleichen methodischen Fehler – ob Chemie, Stahl oder Autos.
Die neue Handelspolitik der EU sieht er positiv. Die Abkommen mit Mercosur-Staaten und Indien würden große Wirtschaftsräume schaffen. Kurzfristig bleiben aber Nordamerika, Europa und China dominant. Trotz des harten Wettbewerbs sieht Mercedes in China weiterhin Wachstumschancen.
Verbraucherzentrale: Freenet bucht nach Werbeanruf 545 Euro für WaipuTV ab
Von Achim Sawall — 08. Februar 2026 um 15:10
Ein Werbeanruf hat für eine Freenet -Kundin Folgen. Unbemerkt wird ihr über Jahre ein Abo berechnet.
Werbung für Waipu.tv mit Dieter Bohlen: Ein Schrecken kommt selten alleinBild:
Freenet
Freenet hat nach einem Werbeanruf einer Nutzerin jahrelang ein Abo für IPTV mit WaipuTV berechnet. Das berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen am 6. Februar 2026. Freenet DLS kassierte demnach rund 550 Euro.
"Dieses Vorgehen entspricht leider einem bekannten Muster" , erklärte Jana von Bibra, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Nach einem Werbeanruf zu einem kostenlosen Testmonat willigen Betroffene ein, unverbindlich weitere Informationen zu erhalten. Sie gehen davon aus, dass noch kein bindender Vertrag abgeschlossen ist und das Abonnement erst nach Freischaltung durch sie läuft. Später merken sie, dass ihnen bereits Kosten berechnet werden."
Die Rechtslage sei in solchen Fällen eindeutig: Ein Vertrag komme nur zustande, wenn ein bindendes Angebot ausdrücklich angenommen wird. Wenn den Dienst erst durch weitere Schritte – etwa über einen Link per SMS und eine anschließende Registrierung aktiviert werden müsse – liege noch kein Vertragsabschluss vor.
Verbraucherzentrale: Nicht erwähnter Cloud-Service wird mitberechnet
Dennoch wurde für WaipuTV und einen laut Verbraucherzentrale in dem Werbeanruf nicht erwähnten Cloud-Service als Aufnahmespeicher über Jahre abgebucht. Dies bemerkte die Betroffene erst, als sie den Mobilfunkvertrag mit Freenet DLS kündigte. Sie widersprach den Abbuchungen für die Zusatzdienste und bekam lediglich 2,99 Euro zurück.
Erst mit Unterstützung der Verbraucherzentrale habe der Anbieter die Beträge in Höhe von 545 Euro erstattet. Freenet hat dies auf Anfrage von Golem seit 48 Stunden nicht kommentiert.
Verbraucher sollten nach Werbeanrufen ihr Kundenkonto im Blick behalten und Rechnungen oder Abbuchungen kontrollieren, rät von Bibra. Würden Auftragsbestätigungen oder Kosten für ungewollt aktivierte Zusatzdienste entdeckt, könne umgehend widersprochen und widerrufen werden. Der Anbieter muss zudem den Vertragsschluss und die Belehrung über das Widerrufsrecht nachweisen.
Solidarisch leben – ohne eigenes Vermögen? Niederkaufungen testet es
Von Klaus Moegling — 08. Februar 2026 um 16:15
Klaus Moegling
KI-generierte Grafik
Vermögen wird Gemeinschaftseigentum, Entscheidungen fallen im Konsens: Seit fast 40 Jahren zeigt die Kommune ein anderes Wirtschafts- und Lebensmodell.
Wie wollen wir eigentlich leben – allein, zu zweit, oder ganz anders? In Nordhessen wird seit Jahrzehnten eine radikale Antwort darauf erprobt. Rund 80 Menschen teilen dort Einkommen, Vermögen und Verantwortung.
Der Parzellierung menschlicher Lebensgemeinschaften in isolierten Familien- oder Singlehaushalten kann das Modell kommunitärer Lebensgemeinschaften entgegengesetzt werden. Kommunen, Wohn-Genossenschaften, Ökodörfer oder intensive Nachbarschaftsvernetzungen stellen solidarische Formen des menschlichen Miteinanders dar, die auch politisch wesentlich handlungsfähiger als parzellierte Formen des sozialen Lebens sein können.
Die 4. Folge der Telepolis-Serie "Gelungene Gemeinschaftsprojekte" stellt nun u.a. die Kommune Niederkaufungen bei Kassel vor.
Ein Gegenentwurf zur autoritären Welt
Ein Zusammenleben auf einem lokal eingegrenzten Wohnbereich, das mit partizipatorischen Kommunikationsformen auf Konsens ausgerichtet ist, mit regenerativer Energieerzeugung, Gemeinschaftseinrichtungen zum gemeinsamen Arbeiten, Kulturangeboten, vielleicht auch Gelegenheiten zum Meditieren sowie Aktionsformen nach außen, kann mehr und mehr zu einem lebensweltlichen Gegengewicht zu den destruktiven Tendenzen der Weltgesellschaft werden.
Diese definiert sich zunehmend über autoritäre Gewalt, Naturausbeutung, soziale Ungleichheit, immer extremer werdende Einkommensunterschiede und abnehmende Demokratie.
Kein Einzelfall: 10.000 Gemeinschaften weltweit
Das in fünf transnationalen Verbünden zusammengefasste und ca. 10.000 Ökodörfer und Gemeinschaftsprojekte weltweit umspannende Netzwerk des Global Ecovillage Network (GEN) [1] zeigt, dass es sich hier nicht um einige wenige Versuche handelt, sondern dass es bereits eine umfassende globale Bewegung ökologischer und solidarischer Lebensformen gibt.
GEN hat einen Beratungsstatus [2] als NGO bei dem UN-ECOSOC (Economic and Social Council) und ist Partner der UNITAR-CIFAL Initiative. Das weltweite Netzwerk ist sich bewusst, dass es zu Bündnissen und Partnerschaften mit der "Normalgesellschaft" kommen muss, damit der Einfluss einerseits dorthin hineinwirkt und andererseits auch gesellschaftliche Sicherungsstrategien wirksam werden können.
Hierbei könne GEN Verbindungen [3] aus sozialökologischen Innovationen und verwurzelter einheimischer Kultur entwickeln:
"Durch den Austausch bewährter Verfahren und innovativer Lösungen sowie die Würdigung tief verwurzelten traditionellen Wissens und lokaler Kulturen baut GEN Brücken zwischen politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern, Unternehmern und nachhaltigen Gemeinschaftsnetzwerken auf der ganzen Welt, um Strategien für einen globalen Übergang zu widerstandsfähigen Gemeinschaften und Kulturen zu entwickeln."
Ein ermutigendes Beispiel: Die Kommune Niederkaufungen
Die Kommune Niederkaufungen [4] in Nordhessen in der Nähe Kassels ist eine der ältesten und größten kommunitären Lebensgemeinschaften in Deutschland (seit 1986). In ihr leben und arbeiten ca. 80 Personen (derzeit 61 Erwachsene und 20 Kinder).
Es handelt sich hier um ein ökologisches und radikaldemokratisches Gemeinschaftsprojekt, das bereits seit Jahrzehnten gut funktioniert und eine hohe Anerkennung in der Gemeinde Niederkaufungen besitzt.
Die Kommune Niederkaufungen ist mit den regionalen Kommunen Nordhessens vernetzt. Sie ist ebenfalls mit dem deutschen Kommune-Netzwerk Kommuja [5] verbunden, zu dem derzeit 42 Kommunen gehören. Auch ist die Kommune mit dem bereits erwähnten GEN international vernetzt.
Das Selbstverständnis der Kommune Niederkaufungen lässt sich mit ihren eigenen Worten [6] umreißen:
"Die Kommune Niederkaufungen versteht sich als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils. Wir möchten ohne Hierarchie solidarischer und ökologisch nachhaltiger miteinander leben und arbeiten lernen."
Die Mitglieder der Kommune Niederkaufungen leben auf einem großen Bauernhof mit Haupthäusern und Nebengebäuden in verschiedenen Wohngemeinschaften, haben ausgearbeitete Entscheidungsablaufe im regelmäßig stattfindenden Plenum und in nachgeordneten Kleingruppen, um ihre Probleme, Vorhaben und Pläne zu diskutieren und einen Konsens hierüber zu erzielen.
Die Kommune Niederkaufungen hat eine Reihe ausgesprochen erfolgreicher ökonomischer Projekte und kollektiver Unternehmensformen entwickelt. Es wird dort versucht, mithilfe verschiedener kommunikativer Strategien alle Kommune-Mitglieder an den Entscheidungen zu beteiligen und Entscheidungen nach einem modifizierten Konsensprinzip zu fällen.
Es gibt eine Reihe von Kollektivbetrieben der Kommune, die in die Region hineinwirken, wie z.B. eine Kindertagesstätte, eine Pflegeinitiative, ein Handwerksbetrieb u.a. für Wärmedämm- und Bautechnik, ein Hofladen, ökologische Landwirtschaft, ein Tagungshaus u.a. mit Qigong-Kursen und Seminare zu gewaltfreier Kommunikation.
Die Kommune Niederkaufungen plant des Weiteren derzeit ein neues Projekt [7], für das sie 700.000 Euro Förderung von der Europäischen Union und dem Land Hessen bekommt.
Es ist ein Millionenprojekt, bei dem ein historischer Hof von der Kommune saniert und als Versorgungszentrum mit zusätzlichen drei Wohnungen eingerichtet werden soll. Hierbei soll eine professionelle Küche mit Backstube eingerichtet werden, die zukünftig regionale Produkte erzeugt und anbietet. Zudem sollen ein Hofladen und ein Sommercafé weitere Orte der Begegnung für den Ort Niederkaufungen schaffen.
Gemeinsame Ökonomie, gemeinsame Werte
In der Kommune Niederkaufungen ist die reproduktive Arbeit, z.B. bei der Kinderbetreuung oder beim Kochen, gleichwertig zur Arbeit in den Betrieben der Gemeinschaft. Es zählt die jeweils eingebrachte Arbeitszeit. Frauen und Männer haben gleiche Chancen und Kinder werden als ernstzunehmende junge Menschen geschätzt, deren Potential es zu fördern gilt.
Die Kommune Niederkaufungen ist im Selbstverständnis eine ausgesprochen politische Kommune, die sich für Gewaltfreiheit, Ökologie, Entwicklungsprojekte, für den Abbau geschlechtsspezifischer Machtstrukturen und gegen Rassismus engagiert.
Im Laufe der Zeit hat sich der Anspruch [8] der Kommune auf folgende Aspekte zentriert:
"Das Leben unserer Gemeinschaft basiert auf folgenden Werten:
zusammenleben und kollektiv arbeiten
gemeinsame Ökonomie
Entscheidungsfindung im Konsens
Aufbau von herrschaftsfreien Strukturen
nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise
Entwicklung von emanzipatorischen und solidarischen gesellschaftspolitischen Alternativen."
Solidarität beginnt beim Geld
Die Kommune Niederkaufungen hat ein differenziertes Modell für den Umgang mit Geld entwickelt. Hierbei werden 25 Prozent des eigenen Vermögens innerhalb eines Jahres in den Vermögensfonds der Kommune als Schenkung eingezahlt.
Nach zehn Jahren ist dann schrittweise das gesamte Vermögen in den Vermögensfonds übergegangen. Auch das erzielte Arbeitseinkommen der Kommune-Mitglieder fließt in die Gemeinschaftskasse hinein. Es gibt kein Taschengeld, sondern jeder nimmt sich aus der Kasse, z.B. für Kleidung oder einen Urlaub, das Geld, was sie bzw. er benötigt.
Dies wird in Kassenbücher eingetragen. Größere benötigte Geldmengen müssen 14 Tage vorher angekündigt werden. Flugreisen innerhalb Europas und teure Urlaubsreisen sind verpönt. Auch gibt es Rückstellungen für die Altersversorgung und für die Tilgung von Schulden, z.B. für BAFÖG-Kredite.
Die eigenen Betriebe der Kommune können aus dem Kommunenvermögen Kredite, z.B. für die Anschaffung von Maschinen, beantragen, die zinslos sind, aber zurückgezahlt werden müssen.
Die finanziellen Transaktionen werden von der Verwaltung der Kommune dokumentiert und geregelt. Für jeden Monat gibt es eine genaue Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben.
Wo das Modell an Grenzen stößt
Früher wurde eine Entscheidung bis zum Ende ausdiskutiert. Dies führte zu endlosen Kommunikations- und Entscheidungsprozessen. Die Kritik hieran führte zu einem modifizierten Entscheidungsmodell, das nicht mehr von einem vollständigen Konsens ausgeht, sondern dennoch zur Entscheidung findet, auch wenn drei Gemeinschaftsmitglieder nicht einverstanden sind.
Damit wurde in der Regel auch das Veto-Prinzip bei den kollektiven Entscheidungsprozessen aufgehoben. Ein Veto kann allerdings noch bei der Entscheidung hinsichtlich der Aufnahme eines neuen Mitglieds eingelegt werden.
Für viele an der Kommune Interessierte dürfte es einen inneren Konflikt geben. Einerseits haben sie ein Interesse an gemeinschaftlichen Lebensformen und der Überwindung sozialer Isolation, andererseits haben sie Hemmungen, ihr Einkommen an die Kommune abzutreten und der schrittweisen Abgabe des eigenen Vermögens zuzustimmen. Auch die Ausstiegsregelung könnte hier ein Konfliktpotenzial enthalten – so ein studentisches Forschungsprojekt [9] zur Kommune Niederkaufungen:
"Der Geldbetrag beim Ausstieg hängt nicht von dem möglicherweise eingebrachten Vermögen beim Einstieg ab, sondern richtet sich nach der Bedürfnislage der Person beim Auszug."
Dies ist sicherlich eine recht schwammige Formulierung, die zu Konflikten führen dürfte, falls es tatsächlich zu einer Beendigung der Mitgliedschaft in der Kommune kommen sollte.
Politik, Beziehungen, Ideale
In den Grundsatzpapieren [10] findet sich eine deutliche Kritik an "kleinfamiliären Strukturen" und der Anspruch, sich hiervon zu befreien. Selbstkritisch wird angemerkt:
"Wobei sich unsere Schwierigkeiten nicht grundsätzlich von den in der Gesellschaft üblichen unterscheiden: Wir haben auch mit Eifersucht, Angst vor Liebesentzug und Ablehnung, Macht- und Besitzdenken in Zweierbeziehungen (und in der Gesamtgruppe) zu kämpfen."
Inzwischen leben die Mitglieder dort in sehr unterschiedlichen Beziehungen, auch u.a. in Paaren.
Des Weiteren wird dort mehrfach ein linkes Politikverständnis für sich beansprucht. Doch was ist ein "linkes Politikverständnis"?
"Das linke Politikverständnis ist sicherlich ein unpräziser und dehnbarer Grundsatz; von links ökologische über marxistische, feministische bis zu anarchistischen Positionen ist alles vertreten; in dem hier stattfindenden Alltagsleben leben wir ihn eher undogmatisch, andererseits durchzieht er jedoch alles."
Es stellt sich die Frage, ob "links" nicht ein überholter Begriff ist. Vielleicht wäre "antikapitalistisch" konkreter oder positiv formuliert "für eine nachhaltige und solidarische Gesellschaft" besser. Auch könnte ein erweitertes Verständnis von Demokratie in den Mittelpunkt gestellt werden. Hierüber könnte zukünftig in der Kommune auch mit dem Blick auf eine verbesserte Außendarstellung diskutiert werden.
Mehr als eine Utopie?
Durch ihre kommunitäre Art zu leben und zu arbeiten stellt die Kommune Niederkaufungen einen weitgehend gelungenen politischen Gegenentwurf zum Leben in Kleinfamilien oder Single-Haushalten und dem Arbeiten im Rahmen des Diktats privatwirtschaftlicher Strukturen oder des öffentlichen Dienstes dar.
Solche Lebenskollektive setzen die Utopie kommunitärer Lebensweisen um, die nicht vorgeschrieben werden, sondern sich zunehmend vernetzend sehr eigen und selbstbestimmt entwickeln.
Eine neue Lebenskultur lässt sich nicht verordnen, sondern entsteht aus sich heraus und entwickelt mit sozialer Kreativität und Phantasie neue gesellschaftliche Lebensweisen, die sich möglicherweise in der Zukunft als überlegen zu konventionellen Formen des Lebens und Arbeitens erweisen können.
Dies ist kein leichter Weg und enthält alle Schwierigkeiten einer Projektentwicklung, die in der Regel auftreten, wenn Menschen miteinander gesellschaftliches Neuland betreten.
Kommunitäre Gemeinschaften, wie die Kommune Niederkaufungen, können als Beleg dafür genommen werden, dass durchaus Ansätze eines richtigen Lebens auch im Falschen möglich sind – ein richtiges Leben, das transformierend in die Gesellschaft hineinwirken kann.
So gesehen könnten die kommunitären Gemeinschaften, die alternative Modelle des Lebens und Arbeitens entwickeln, tatsächlich zu Keimzellen einer solidarisch-ökologischen Gesellschaft werden, wenn sich im Laufe der Zeit ein gesellschaftliches Bewusstsein und ein entsprechendes Bedürfnis hierfür entwickeln sollten.
Zumindest gilt es, von der gesellschaftlichen Entwicklungsarbeit kommunitärer Gemeinschaften zu lernen, wenn man zukünftig wirklich vorhat, kapitalistische Strukturen zu überwinden. Ob solche Modelle jemals mehrheitsfähig werden, ist offen. Aber sie zeigen, dass Alternativen nicht nur gedacht, sondern gelebt werden können.
Klaus Moegling, Prof. Dr. habil., Politikwissenschaftler und Soziologe, er lehrte an verschiedenen Universitäten und Institutionen der Lehrerbildung, zuletzt an der Universität Kassel als apl. Professor im FB Gesellschaftswissenschaften, er engagierte sich in der Friedens- und Umweltbewegung sowie in Bildungsinitiativen (Webseite [12]). Er ist Autor des im open Access [13] veröffentlichten Buches "Neuordnung. Eine friedliche und nachhaltig entwickelte Welt ist (noch) möglich".
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11169222
Sachsen-Anhalts Regierungschef Schulze fordert Pflichtarbeit. Die Koalition spricht von Eigenverantwortung, Opposition und Juristen warnen.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze verlangt von arbeitsfähigen Bürgergeldempfängern eine Gegenleistung für staatliche Unterstützung [1]. "Für die Leistung, die du bekommst, erwarten wir auch eine Gegenleistung", sagte der CDU-Politiker der Boulevardzeitung Bild [2].
Konkret nannte Schulze kommunale Aufgaben wie Laub fegen oder Schnee räumen. "Warum können das nicht auch Menschen machen, die gesund sind, zu Hause sind und gerade keine Arbeit haben?", fragte er.
Wer sich verweigert, müsse mit Sanktionen bis hin zur Kürzung von Leistungen rechnen. Das sei zwar umstritten, aber "am Ende ein Teil der sozialen Gerechtigkeit", so Schulze.
Aus Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld
Die Forderung ist Teil einer größeren Debatte über die Reform des Bürgergeldes, das in "Grundsicherungsgeld" umbenannt werden soll. Das Bundeskabinett beschloss im Dezember 2025 einen entsprechenden Gesetzentwurf [3].
Die Bundesregierung will damit das Verhältnis zwischen Solidarität und Eigenverantwortung neu ausbalancieren.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas [4] verteidigte im Bundestag die geplanten Änderungen. "Gute Arbeitsbedingungen und ein verlässlicher Sozialstaat" hätten in diesen stürmischen Zeiten "absolute Priorität", sagte die SPD-Politikerin. Gleichzeitig betonte sie, dass Eigenverantwortung und Mitwirkung gestärkt würden.
CDU-Fraktionschef Carsten Linnemann sprach von einer Rückkehr zum System des "Förderns und Forderns". Die Rückkehr zum Vermittlungsvorrang solle verhindern, dass Arbeitslose jahrelang in Maßnahmen festhängen, sagte er im Bundestag.
Grüne und Linke sprechen von Hetzkampagne
Die Opposition reagierte empört. Timon Dzienus [5] von den Grünen warf der Regierung eine "zutiefst schäbige" Debatte vor. "Sie haben monatelang gelogen!", rief er im Bundestag. Die Androhung von Obdachlosigkeit habe nichts mit Arbeitsvermittlung zu tun. Das Gesetz solle Druck auf alle Beschäftigten ausüben, jede noch so schlechte Arbeit anzunehmen.
Heidi Reichinnek von der Linken bezeichnete die Reform als "größten Angriff auf den Sozialstaat, den es je gegeben hat", vorbereitet durch eine "faktenfreie Hetzkampagne". Es gebe im Bürgergeldbezug 1,8 Millionen Kinder und rund 800.000 Aufstocker, aber die Koalition konzentriere sich auf die rund 16.000 "Totalverweigerer".
Sanktionen in der Praxis kaum angewandt
Tatsächlich zeigen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dass verschärfte Sanktionen kaum zur Anwendung kommen. Eine im März 2024 eingeführte Regelung, die bei nachhaltiger Arbeitsverweigerung einen kompletten Wegfall des Regelbedarfs für zwei Monate vorsieht, wurde nur im niedrigen zweistelligen Bereich [6] angewandt.
Grund dafür sind die extrem hohen rechtlichen Hürden. Das Bundesverfassungsgericht hat 2019 klargestellt, dass Sanktionen, die zum kompletten Wegfall des Regelbedarfs führen, nur unter sehr engen Voraussetzungen verhältnismäßig sind.
Rechtswissenschaftler Gerhard Kilz [7] von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen warnt, dass die geplanten Verschärfungen möglicherweise nicht mit der Menschenwürdegarantie vereinbar sind.
Abzuwarten bleibe, ob diese am Ende einer gerichtlichen Überprüfung standhalten werden.
Pilotprojekt in Nordhausen
Im Landkreis Nordhausen läuft seit November ein Pilotprojekt, bei dem junge Bürgergeldempfänger zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet werden.
Landrat Matthias Jendricke [9] berichtete, dass von etwa 50 zugewiesenen jungen Leuten zwei den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt geschafft hätten. Bei acht Menschen greifen bereits Sanktionen. Sechs wurden die Leistungen komplett entzogen, weil sie nie an ihrer gemeldeten Adresse anzutreffen waren.
Die Debatte um das Bürgergeld wird auch in den kommenden Monaten weitergehen. In Sachsen-Anhalt stehen im September Landtagswahlen an, bei denen die AfD in Umfragen derzeit klar vorn liegt.
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Die CDU hat keine Ahnung, warum Menschen in Teilzeit gehen
Von Marcus Schwarzbach — 08. Februar 2026 um 14:00
Marcus Schwarzbach
Christdemokraten fordern weniger Teilzeit – doch die Realität zeigt: Stress und Überlastung treiben Beschäftigte in die Arbeitszeitverkürzung.
Mit den Beschäftigten in diesem Land geht die Bundesregierung sehr kritisch um. Es gebe zu viele Krankentage, kritisiert Friedrich Merz [1]:
"Am Ende des Tages muss stehen, dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen."
Teile der CDU wollen das derzeitige Teilzeitrecht einschränken. "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit", heißt es in einem Papier der Wirtschaftsunion [2]. "Uns stört das Recht auf Teilzeit ohne Dialog mit dem Arbeitgeber in den Fällen, in denen es keinen Grund gibt", sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann. Die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium verschweigt, dass es im Gesetz eine Erörterungspflicht gibt, wenn der Arbeitgeber den Antrag ablehnen will.
Das Fünf-Stunden-Modell: Ein Gegenbeispiel aus Bielefeld
Dass es anders geht, zeigt eine Agentur in Bielefeld [3]. 2017 führte Firmengründer Lasse Rheingans in seiner Agentur Fünf-Stunden-Tage ein. Gehalt und Urlaubstage blieben gleich. Das Team arbeitete laut ihm "hochkonzentriert" von 8 bis 13 Uhr. Die Agentur schaffte trotz weniger Zeit die gleiche Leistung und machte schon im ersten Jahr Gewinn.
Damit hatte Rheingans selbst nicht gerechnet. "Niemand kann sich acht Stunden ohne Unterbrechung konzentrieren", sagte er vor Jahren.
Zeitfresser und ständige Erreichbarkeit
Er hat erkannt, dass Arbeiten nicht automatisch zu einem Ergebnis führt. Zeitfresser gibt es in den Unternehmen viele. "Dialog-Veranstaltungen", in denen Geschäftsführer oder Vorstände den Beschäftigten in langatmigen Reden die Lage der Firma erklären.
Besprechungen ohne Zielsetzung, bei denen viel beredet und nichts geklärt wird. Gegen diese "Meeting-Kultur" geht Rheingans im eigenen Unternehmen vor und versucht, mit Arbeitszeitressourcen sparsam umzugehen. Davon profitieren in diesem Fall auch die Arbeitenden.
Unstrukturiertes Vorgehen des Managements wird durch ständige Erreichbarkeit erleichtert. Per Smartphone können Beschäftigte in Freizeit oder Urlaub oft jederzeit kontaktiert werden. Wurden Termine oder Arbeitsaufteilung nicht rechtzeitig abgestimmt, wird der Kontakt zu dem Angestellten gesucht. Die Klagen von Beschäftigten über die ständige Erreichbarkeit, die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben infrage stellt, häufen sich.
Teilzeitrecht in der Praxis: Kein bedingungsloser Anspruch
Das Argument eines "Teilzeit-Lifestyle" unterschlägt, dass viele Menschen in Handel oder Gastronomie gar keine Chance auf Vollzeit haben, da Unternehmen in erster Linie Arbeitsverträge mit geringen Stundenzahlen anbieten.
Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht kein bedingungsloses Recht auf Teilzeit vor. Und die Auslegung des Rechtes auf Teilzeit erfolgt durch Gerichte. Von einer Grundsatzentscheidung berichtet Haufe 2024 [4]:
"Das Teilzeitverlangen eines Mitarbeiters, der im Schichtdienst eines Chemieunternehmens tätig ist, lehnte der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen ab. Zu Recht, entschied das Arbeitsgericht Köln."
Ein als Schichtleiter tätiger Chemikant wollte in diesem Fall Teilzeit arbeiten. Das Unternehmen war der Meinung, dass das Organisationskonzept eines Anlagebetriebs "rund um die Uhr" und das bestehende Arbeitszeitmodell eine Teilzeit des Schichtleiters ausschließen. So sah es auch das Gericht.
Häufig verzichten Beschäftigte bei Ablehnung des Teilzeit-Antrages auf den Gang zum Arbeitsgericht – der Rechtsweg ist die einzige Möglichkeit, einen Anspruch durchzusetzen, auch wenn das Management mit fadenscheinigen Begründungen einen Antrag ablehnt.
Merz bemängelt die Krankenstatistiken
"Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten."
Friedrich Merz
In den 90er-Jahren wurden Krankenrückkehrgespräche eingeführt. Das Konzept ist einfach, denn bei den Gesprächen, die Führungskräfte mit kranken Beschäftigten führen, wird nicht nach Ursachen geforscht. Vielmehr wird über den Schuldigen gesprochen: Es ist der Kranke, der seine Einstellung ändern muss.
"Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?", fragt Merz angesichts des aktuellen Krankenstandes und knüpft an diese Logik der Krankenrückkehrgespräche an.
Stress als Dauerzustand im Dienstleistungssektor
Was bei den Diskussionsbeiträgen der CDU außen vor bleibt, sind die Arbeitsbedingungen, die Menschen krank machen. Oder Beschäftigte, die es finanziell regeln können, dazu bringt, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Im Pflegebereich lautet das Motto "Flucht in die Teilzeit".
"Aktuell ist unsere Gesellschaft von Veränderungen geprägt, die erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit in den Unternehmen haben" erläutert Eva Aich, Gewerbeaufsichtsbeamtin in der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Betrachtung der Arbeitsintensität ist dabei eine wichtige Aufgabe, um eine Überlastung der Beschäftigten zu vermeiden. Digitalisierungsprozesse, der Einsatz von KI oder Robotik betreffen Produktion, Handel und Dienstleistungen.
"All das hat Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den besonders betroffenen Branchen. Gerade bei schwierigen Rahmenbedingungen für die Unternehmensziele sind gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten für die Arbeitserledigung wichtig. Eine andauernde Überlastung der Beschäftigten verhindert auch, dass diese kreative und innovative Lösungen finden."
Im Dienstleistungssektor, dem größten Beschäftigungssegment, fallen gravierende Probleme auf. Über die Hälfte der Befragten ist in hohem Maß von Arbeitshetze und Zeitdruck betroffen. Nur ein Drittel geht nie krank zur Arbeit. Das sind zentrale Ergebnisse der Analyse des "DGB-Index Gute Arbeit".
"Bei solchen Rahmenbedingungen wundert es nicht, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitszeiten reduzieren wollen bzw. es auch tatsächlich tun."
Bereits im vergangenen Jahr berichtete die Gewerkschaft Ver.di von verheerenden Arbeitsbedingungen im Dienstleistungssektor. Stress als Dauerzustand führt dazu, dass Beschäftigte über "Ausstieg, Wechsel, Teilzeit" nachdenken. Sie verlassen die Branche oder reduzieren ihre Arbeitszeit.
"Besonders bedenklich ist, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen sich unter diesen Bedingungen nicht vorstellen kann, bis zur Rente durchzuhalten."
Software ist ein unterschätzter Faktor bei Green IT. Doch sie bestimmt, wie effizient Hardware arbeitet – mit Folgen für Kosten, Verbrauch und Nachhaltigkeit.
Wenn über Energieeffizienz gesprochen wird, stehen meist Hardware, Kühlung oder Architekturen von Rechenzentren im Fokus. Prozessoren werden sparsamer gemacht, Serverdichten optimiert, Abwärme intelligenter genutzt – doch Software gilt häufig als abstrakte Ebene, deren Energiebedarf sich quasi automatisch aus der zugrunde liegenden Hardware ergibt. Tatsächlich entscheidet Software jedoch in hohem Maße darüber, wie effizient Hardware genutzt oder ob sie dauerhaft im energetisch ungünstigen Bereich betrieben wird.
Jede Software instruiert Hardware, bestimmte Operationen auszuführen, Speicher zu reservieren, Daten zu übertragen oder Prozesse parallel abzuarbeiten. Architekturentscheidungen, Programmiersprachen, Laufzeitumgebungen und Frameworks bestimmen, wie intensiv Ressourcen beansprucht werden. Während sich Leistungsunterschiede oft direkt messen lassen, bleibt der Energieverbrauch im Alltag meist unsichtbar. Genau darin liegt das Problem: Ineffiziente Software funktioniert, ist aber teuer, ökologisch wie ökonomisch.
Celestron Origin: Der modulare Porsche unter den Smart-Teleskopen
Von Mario Keller — 08. Februar 2026 um 09:00
Das Celestron Origin ist größer, schwerer, schneller und teurer als alle anderen Smart-Teleskope. Dafür schneidet es im Test überraschend durchwachsen ab.
Das Smart-Teleskop Celestron OriginBild:
Mario Keller
Bei dem Begriff Porsche denkt man meist an zwei Dinge: schnell und teuer. Und diese Eigenschaften gelten auch für das Origin der Traditionsfirma Celestron, die seit Jahrzehnten Teleskope herstellt. Es ist, bezogen auf das Öffnungsverhältnis von f/2.2, das im Moment schnellste und damit lichtempfindlichste Smart-Teleskop. Und mit gut 7.000 Euro in der Vollausstattung ist es auch das teuerste Gerät auf dem Markt.
Celestron geht mit seinem ersten Smart-Teleskop neue Wege mit einem modularen Konzept und greift dabei geschickterweise auf Teile zurück, die sich bei Kunden seit vielen Jahren bewährt haben. Im ausgiebigen Test überzeugt es aufgrund seiner Komplexität, der unausgereiften Software und wegen des ambitionierten Preises allerdings weder Einsteiger noch Profis vollständig.
Der Teleskopbaukasten
Während alle anderen Smart-Teleskope auf dem Markt monolithische Geräte sind, besteht das Origin aus verschiedenen Komponenten, die Nutzer selbst zusammenbauen müssen. Das liegt zum einen daran, dass etwa die Montierung, das Stativ oder die Polhöhenwiege auch bei anderen Celestron-Teleskopen zum Einsatz kommen. Zum anderen machen es allein die Größe und das Gewicht notwendig, die Teile einzeln zu transportieren und zu lagern.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Diese Modularität bietet allerdings den großen Vorteil, dass Komponenten einfach ausgetauscht werden können und somit das Set-up einfach erweitert werden kann.
Unterteilen lässt sich der Aufbau in drei wesentliche Baugruppen.
Die Montierung: Sie besteht aus einem massiven Edelstahl-Stativ, der Nexstar Evolution Montierung und einer optionalen Polhöhenwiege. Hier kommen schon knapp 22 kg an Gewicht zusammen.
Das Teleskop: Es ist ein 6 Zoll Spiegelteleskop im RASA-Design. Die spezielle Bauform ermöglicht es, eine große Teleskopöffnung mit relativ kurzen Brennweiten zu kombinieren. Das resultiert in einem optischen Gerät mit einem sehr kleinen Öffnungsverhältnis von f/2.2 bei 152 mm Öffnung und 335 mm Brennweite. Das Teleskop ist auch der smarte Teil des Systems. Bauartbedingt sitzt bei RASA-Teleskopen die Kamera am vorderen Ende des Tubus. Das ermöglicht es, dass Nutzerinnen selbst die Kamera austauschen, sehr einfach Filter montieren und den Aufnahmewinkel der Kamera verändern können.
Das Zubehör: Als dritte Baugruppe kann man optionales Zubehör betrachten, wie z. B. den Starsense Autoguider – ein eigenständiges System aus einem kleinen Fernrohr mit Kamera. Dieses sendet Informationen an das Hauptgerät, um die Stabilität der Nachführung zu verbessern. Wie das funktioniert, schauen wir uns im Praxistest genauer an.
RASA-Teleskope (Rowe-Ackermann Schmidt Astrograph) gibt es seit etwa 2014 – lange vor den ersten Smart-Teleskopen. Bisher gab es diese mit Öffnungsgrößen von 8, 11 und 14 Zoll. Mit dem Start des Celestron Origin wurde die Baureihe um ein deutlich kleineres und leichteres Teleskop mit 6-Zoll-Öffnung ergänzt – zunächst nur exklusiv im Origin Smart Teleskop, etwas später aber auch als reines OTA (Optical Tube Assembly).
Smart wird das Origin durch einen Raspberry Pi, der direkt im Teleskoptubus verbaut ist. An diesem ist die Kamera per USB-Kabel angeschlossen, das im Tubus verlegt ist und am oberen Ende des Teleskops in einem USB-C Stecker für die Kamera mündet.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Im Oktober 2025 kam eine neue Kamera auf den Markt, die Next-Generation 678C. Diese nutzt den Sony-IMX678-Farbsensor mit einer 4K-Auflösung und 16:9-Bildformat. Der gleiche Sensor kommt auch im sehr viel kleineren und preiswerteren Dwarflab DWARF III zum Einsatz.
Besitzer der ersten Kamerageneration können die neue Kamera für 650 Euro nachkaufen. Wer das als Celestron Origin Mark II bezeichnete Bundle kauft, bekommt sein Origin mit der neuen Kamera.
Die Verbindung zur Montierung und zusätzlichen Geräten wie dem Starsense Autoguider erfolgt über serielle Kabel, die an den jeweiligen mit "AUX1" und "AUX2" bezeichneten Anschlüssen am Teleskop und der Nexstar Montierung eingesteckt werden.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Die Verbindung zur Außenwelt erfolgt per WLAN. Das Origin erzeugt ein eigenes Netz, kann sich aber auch mit vorhandenen Netzwerken verbinden. Die Verbindung kann über 5 GHz und 2.4 GHz erfolgen. Praktisch ist hier der Fallbackmodus. Wird keines der bekannten WLAN-Netzwerke erkannt, wird der interne Accesspoint aktiviert. Somit ist der Zugriff auch gewährleistet, wenn das Origin mal unterwegs auf dem Feld aufgebaut wird.
Die Steuerung erfolgt über eine App auf einem Mobilgerät wie einem Smartphone oder Tablet. Sie ist für Android und iOS verfügbar.
Die Lieferung des Celestron Origin erfolgt per Spedition auf einer Palette. Spätestens hier zeigt sich, dass das Origin anders als alle anderen Smart-Teleskope ist.
Muss man sonst nur das Stativ mit dem Teleskop verbinden und kann loslegen, ist beim Celestron erst einmal Zusammenbauen angesagt. Das erfolgt in der Basisausstattung ohne die optionale Polhöhenwiege allerdings werkzeuglos und ist ziemlich schnell erledigt. Für den Transport ist es auch gut und sinnvoll, die doch recht großen und schweren Komponenten getrennt bewegen zu können.
Trotzdem dauert der Auf- und Abbau deutlich länger als bei einfacheren Geräten auf dem Markt. Und auch die Portabilität ist durch die Größe und das Gewicht eingeschränkt.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Im klassischen Alt-AZ Betrieb wird die Montierung direkt auf das Stativ geschraubt. Diese kann sich dann auf ihrer Basis horizontal drehen und die Aufnahme für das Teleskop vertikal nach oben und unten bewegen. Somit kann jeder Punkt am Himmel mit dem Teleskop angefahren werden.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Dieser Aufbau hat den Nachteil, dass durch die Bildfeldrotation die maximale Belichtungszeit begrenzt ist. Vorteile sind aber der schnellere Aufbau und dass keine genaue Ausrichtung der Montierung auf den Himmelspol notwendig ist.
Das Teleskop wird mit einer Prismenschiene an der Montierung befestigt. Hier muss man allerdings sehr aufpassen, das Teleskop wirklich genau in der Aufnahme der Montierung zu platzieren, damit es sich auch sicher festklemmen lässt. Das klappt leider nicht immer beim ersten Versuch.
Das zweite Problem ist die Richtung, in der das Teleskop montiert werden muss. Setzt man es falsch herum ein, stimmt die Altitude-Bewegungsrichtung nicht und das Gerät kann sich nicht initialisieren. Hier wäre es gut, wenn an der Teleskopaufnahme ein Pfeil oder Hinweis angebracht wäre – gerade wenn das Gerät auch für Einsteiger oder unerfahrene Nutzer gedacht ist.
Die Kamera ist bereits montiert und muss nur noch mit dem entsprechenden USB-Kabel verbunden werden. Ein optionaler Filter kann noch am entsprechenden Halter am Kameraflansch angebracht werden.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Der erste Aufbau
Um einen Eindruck von der Bildqualität und Bedienbarkeit des Teleskops zu bekommen, starte ich meinen Test mit der Zusammenstellung, in der das Origin beim Marktstart ausgeliefert wurde, also mit der alten Kamera und ohne zusätzliche Erweiterungen. Lediglich der Nebelfilter kommt bereits zum Einsatz, da dieser auch beim Start schon verfügbar war.
Das Teleskop sollte am besten direkt am Beobachtungsort zusammengebaut werden. Komplett aufgebaut, ist es nicht nur schwer, sondern durch die Größe auch nur umständlich zu bewegen.
Der interne Akku, den man nicht einfach wechseln kann, wird über ein 12V-Netzteil geladen, welches das Teleskop auch während des Betriebs mit Strom versorgen kann. Da das Gerät keine Lagesensoren hat und sich beim Einschalten versucht, am Himmel zu orientieren und zu initialisieren, sollte man den Teleskoptubus schon vor dem Einschalten auf ein freies Stück Himmel ausrichten. Das geht einfach durch Lösen der Alt- und AZ-Klemmung und händisches Bewegen des Teleskops.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Ist das Teleskop eingeschaltet und per WLAN mit der Origin-App auf dem Tablet oder Telefon verbunden, startet es die Initialisierung. Dabei werden mehrere Bilder des Himmels gemacht und mit einer internen Sternendatenbank verglichen. In Verbindung mit der aktuellen Uhrzeit und den GPS-Koordinaten des Standorts kann das Teleskop die genaue Ausrichtung am Himmel ermitteln und ist dann in der Lage, beliebige Objekte am Himmel anzufahren und zu fotografieren.
Als Erstes fällt auf: Die App zur Steuerung ist erheblich komplexer als bei anderen Smart-Teleskopen. Zunächst startet eine Sternenkarten-Ansicht mit einigen wenigen Bedienelementen am unteren Bildrand. Das wirkt noch sehr aufgeräumt und über die Kartenansicht lassen sich durch Verschieben und Zoomen sehr leicht Objekte am Himmel heraussuchen. Allerdings setzt das voraus, dass man zumindest ungefähr weiß, wo man suchen muss.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Eine direkte Suche ist möglich (über ein Lupensymbol), aber selbst diese zeigt bereits eine gewisse Komplexität.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Hier gibt es sehr viele verschiedene Kategorien und Kataloge. Für unerfahrene Nutzer ist das vermutlich überfordernd. Gut gelöst ist, dass die aufgelisteten Objekte zeigen, ob sie überhaupt beobachtbar sind und wann sie am Himmel auf- bzw. untergehen.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Wer weiß, wie sein Objekt heißt, kann es direkt über ein Suchfeld eingeben und suchen lassen.
Die "Heute Nacht" -Ansicht liefert eine Liste von Objekten für die aktuelle Nacht plus Informationen zum Sonnenauf- und -untergang sowie zur Mondphase.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Wurde ein Objekt ausgewählt, werden dem Nutzer Detailinformationen angezeigt. Mit einer Internetverbindung werden sogar Details in englischer Sprache vorgelesen.
Unübersichtlich wird es beim Wechsel in das Menü der Einstellungen: Hier gibt es eine sehr große Menge an Optionen, die fast alle noch weitere Untereinstellungen öffnen. Selbst erfahrene Nutzer können hier schnell den Überblick verlieren.
Die vielen Einstellungen können überfordern
Grundsätzlich ist es gut, dass viele Parameter gezielt eingestellt werden können, aber leider ist das nicht sehr gut gelöst. Gerade Einsteiger sind mit der Zahl der Optionen vermutlich sehr schnell überfordert.
Auch ist die Logik hinter der Platzierung einiger Funktionen nicht immer nachvollziehbar. So versteckt sich z. B. das "Ausschalten" des Gerätes hinter Menü – Einstellungen – Erweiterte Einstellungen – Ausschalten.
Dafür ist dann aber die Option, mit bis zu welcher Helligkeit Sterne in der Sternenkarte angezeigt werden sollen, gleich auf der obersten Einstellungsebene zu finden.
Hat man ein Objekt in der Suche oder einer Liste gefunden, so kann man es sich mit der Option "Locate" auf der Sternenkarte zeigen lassen oder über "Center" das Teleskop auf das Objekt ausrichten. Das funktioniert sehr gut und geht relativ schnell.
Allerdings fällt dabei auf, dass die Montierung beim schnellen Bewegen recht laut ist. Celestron verwendet in der Nexstar-Montierung Servo- statt Steppermotoren. Diese sind in Verbindung mit der Mechanik leider relativ laut.
Ist das Objekt angefahren, wechselt die App in den Kameramodus, zeigt einen Live-Feed der Kamera und führt einen Autofokus aus. Auch das Kameramenü hat wieder ein eigenes kleines Untermenü. Hier können alle Einstellungen auf Automatik gelassen werden oder selbst die Belichtungszeit und den ISO-Wert für die Kamera eingestellt werden.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Positiv für erfahrene Nutzer ist, dass sich zum einen der Fokus von Hand nachstellen lässt, falls der Autofokus mal nicht hundertprozentig trifft. Auch kann der Bildausschnitt noch leicht verschoben werden. Damit positioniert sich das Teleskop minimal neu. In Verbindung mit der Möglichkeit, die Kamera rotieren zu können, lässt sich so sehr genau der gewünschte Bildausschnitt einstellen.
Die Funktion Schnappschuss macht genau ein Bild mit den aktuellen Einstellungen, das man gut zur Kontrolle nutzen kann. Über "Bildaufnahmen starten" wird dann eine Aufnahmeserie gestartet. Diese läuft so lange, bis sie abgebrochen wird. Alle Aufnahmen werden dabei automatisch miteinander verrechnet, um über die Zeit ein immer besseres und rauschärmeres Bild zu erzeugen.
Ist die entsprechende Einstellung in den Optionen gesetzt, speichert das Teleskop auch alle Einzelaufnahmen auf dem internen 64 GByte großen Speicher. Somit können die Rohdaten auch am eigenen Rechner verarbeitet werden.
Das Teleskop ist sehr lichtstark
Bei den ersten Aufnahmen einer Serie zeigt sich gut, wie lichtstark das Teleskop ist; selbst dunklere Objekte werden sehr schnell im Bild sichtbar. Allerdings brennen helle Sterne dabei auch schnell aus und werden überbelichtet. Selbst der Nebel- bzw. Schmalbandfilter hilft hier nur bedingt.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Die Bildqualität ist gut, aber nicht überragend. Hier ist kein großer Unterschied zu preiswerteren Geräten wie dem Vaonis Vespera II oder Pro zu erkennen. Besser sind beim Origin aber die Einstellungen zur automatischen Bildbearbeitung. Von automatischem Entrauschen über KI-Bearbeitung, Dekonvolution und Gradientenentfernung reichen die Optionen. Wer das Celestron Origin für die elektronisch unterstützte Astronomie (EAA, kurz Electronic Assisted Astronomy) nutzt, ist hier gut aufgehoben.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Wer nicht die ganze Nacht sein Teleskop betreuen möchte, kann einen Zeitplan mit verschiedenen Objekten und Zeiten definieren, den das Origin dann automatisch abarbeitet.
Mit der optionalen Polhöhenwiege kann das Origin auf eine äquatoriale Montierung umgebaut werden.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
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Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
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Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Dabei wird die vertikale Rotationsachse und damit die Basis der Montierung um einen bestimmten Winkel geneigt, der abhängig vom Breitengrad des Standortes ist. Diese Achse wird genau auf den geografischen Nordpol (für die Nordhalbkugel) oder den geografischen Südpol (Südhalbkugel) ausgerichtet. Damit ist diese Rotationsachse dann parallel zur Erdachse und beim Nachverfolgen von Objekten am Himmel bei langen Belichtungszeiten muss nur noch eine statt beider Achsen bewegt werden.
Das Teleskop folgt damit genau der Kreisbahn des Objektes am Himmel und es kommt nicht mehr zu einer Rotation des Objektes innerhalb des Bildfeldes wie bei einer azimutalen Montierung. Somit sind deutlich längere Belichtungszeiten möglich. Nachteil ist der deutlich größere Aufwand beim Aufstellen und initialen Ausrichten der Montierung.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Das Origin greift hier auf die für das Nexstar bereits vorhandene und bewährte Technik zurück. Der Anbau erfordert ein wenig Arbeit und ist mit etwas technischem Verständnis gut zu erledigen. Für Unerfahrenere könnte der Umbau aber schon eine gewisse Hürde darstellen.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Polhöhenwiege aus Platzgründen für den Transport nicht komplett zusammengebaut ist und somit zusätzliche Arbeiten notwendig sind, die dann allerdings nur einmal anfallen. Der Arbeitsaufwand beim ersten Zusammenbau beträgt rund 30 bis 45 Minuten.
Die NexStar Montierung selbst wird mit den gleichen Rändelschrauben an der Polhöhenwiege befestigt wie vorher an der Basisplatte des Stativs. Aufgrund des Gewichts ist es besser, wenn man das zu zweit macht. Mit etwas Übung klappt es aber auch alleine.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
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Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Celestron hat auf seinem Youtube-Kanal eine ganze Serie von Videos zum Origin veröffentlicht. Die englischsprachigen Videos erklären die wichtigsten Aufbau- und Bedienkonzepte recht gut, unter anderem auch den Aufbau und Betrieb im EQ-Modus.
Da das Teleskop nun auch über den ursprünglichen Zenitpunkt der Nexstar-Montierung hinaus bewegt wird, gibt es einen zusätzlichen Winkeladapter, damit das Kabel nicht an der Montierung hängenbleiben und beschädigt werden kann. Das ist wohl ein Hinweis darauf, dass der EQ-Modus beim ursprünglichen Design nicht eingeplant war.
Ist das Teleskop im EQ-Modus aufgebaut, muss dieser in der App auch aktiviert werden, da sich damit auch einige Anforderungen an die Bewegung und das Anfahren von Objekten ändern. Zusätzlich muss man einmal das sogenannte Polar-Alignment durchführen, um die Montierung möglichst genau auszurichten. Das ist in der App recht gut gelöst. Das Stativ wird mit der Seite der Azimut-Schrauben in Richtung Norden ausgerichtet.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Beim Initialisieren merkt das Teleskop, dass die Ausrichtung nicht passt, und schlägt den Alignmentprozess vor. Nach dem Starten wird ein Fadenkreuz angezeigt, das die Abweichung anzeigt. Ziel ist es jetzt, durch Einstellen des Azimutwinkels und der Polhöhe an den entsprechenden Schrauben den Punkt genau in die Mitte des Kreuzes zu bewegen. Dabei misst das Teleskop kontinuierlich die Abweichung und zeigt sie in der App an.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
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Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
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Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
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Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Ist der Vorgang abgeschlossen, kann wie vorher auch ein Objekt angefahren und belichtet werden. Dabei sind nun aber deutlich längere Belichtungszeiten als die sonst maximal 10 Sekunden möglich. Das reduziert nicht nur die Datenmenge auf dem internen Speicher, sondern ermöglicht es, auch schwach leuchtende Objekte in einzelnen Aufnahmen schon sichtbar zu machen.
Problematisch sind nur sehr helle Sterne, da diese in der Regel komplett überbelichtet werden, selbst mit dem Nebelfilter.
Das modulare Konzept der Origins ermöglicht es dem Nutzer auch nachträglich Komponenten wie die Kamera zu tauschen. Der Hauptunterschied zwischen dem Sony IMX178 und dem IMX678 der neuen Kamera liegt im verarbeiteten Spektrum: Der IMX678 bietet eine bessere Leistung im roten und infraroten Bereich des Lichts, während der IMX178 in den sichtbaren Wellenlängen um 480 nm empfindlicher ist.
Der IMX678 ist ein Nachfolger und gehört zu Sonys Starvis-2-Serie. Die Pixel sind mit 2.0 µm gegenüber vorher 2.4 µm etwas kleiner und die Auflösung mit 8.3 MP gegenüber 6.3 MP etwas größer. Das passt ganz gut zum Origin, denn durch die schnelle Optik wird genug Licht trotz der kleineren Pixel gesammelt.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
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Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
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Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
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Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Was etwas stört, ist das 16:9-Bildfeld des Sensors. Hier wird auf der kurzen Seite wertvolles Bildfeld verschenkt. Ein quadratischer Sensor wie der IMX676 wäre vermutlich die bessere Wahl gewesen. Eine höhere Auflösung von 12.6 MP und ein deutlich besser genutztes Bildfeld wäre hier der Vorteil. Aber wer weiß, vielleicht kommt dieser Sensor ja auch noch irgendwann als zusätzliche Kameraoption.
Austausch der Kamera
Der Austausch der Kamera ist relativ einfach. Das Kameragehäuse ist mit einer Überwurfmutter am Teleskop befestigt. Diese muss man lösen und dann den Adapter von der alten Kamera abschrauben, auf das Gehäuse der neuen Kamera inklusive der gummierten Schutzkappe übertragen, das neue Gehäuse wieder an das Teleskop schrauben und das USB-Kabel anschließen.
Das Teleskop erkennt die neue Kamera und die App fordert dazu auf, neue Kalibrierungsbilder (Darkframes) aufzunehmen, da diese kameraspezifisch sind. Das dauert ca. 20 Minuten, in denen der Objektivdeckel geschlossen bleibt und das Teleskop so dunkel wie möglich gehalten werden muss. Danach kann das Teleskop wie gewohnt genutzt werden.
Wenn ich schon einmal am Bauen bin, dann montiere ich auch gleich den Starsense Autoguider.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Dieses zusätzliche kleine autarke Teleskop hat seine eigene Kamera fest verbaut. Ist es mit dem Origin verbunden, wird es mit Strom versorgt und liefert im Gegenzug Daten an den Steuercomputer des Teleskops. Der Autoguider nimmt ein Weitfeld-Bild des Himmels auf und verfolgt dort möglichst exakt die Bewegung bestimmter Sterne. Dadurch werden Ungenauigkeiten bei der Nachführung erkannt und können korrigiert werden. Das ermöglicht sehr genau geführte Langzeitbelichtungen.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
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Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Die Integration in die Origin App ist extrem einfach, denn das System erkennt den Autoguider und nutzt ihn automatisch.
Das modulare Konzept ist im Moment einzigartig auf dem Markt der Smart-Teleskope. Einzelne Teile können ausgetauscht und ergänzt werden, um das System auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Gerade bei einem doch sehr hohen Einstiegspreis müssen Kunden so nicht das komplette Gerät nach wenigen Jahren austauschen.
Einen EQ-Modus gibt es zwar auch für andere Smart-Teleskope, allerdings sind diese deutlich kleiner und leichter. Das macht es technisch einfacher. Das Origin ist das erste große Teleskop, das diese Möglichkeit der langen Belichtungszeiten anbietet.
Dazu kommt das Autoguiding-System, das die Genauigkeit bei langen Einzelbelichtungen verbessert. Das macht das Origin zu einem professionellen Astrofotografie Set-up.
Das Stativ und die Montierung sind massiv und stabil und auch für größere Teleskope geeignet. Da es keine speziellen Komponenten für das Origin-Teleskop sind, kann die Montierung auch mit anderen Teleskopen verwendet werden, was zusätzliche Investitionen erspart.
Die Möglichkeit, unterschiedliche Kameras und Filter zu verwenden, spricht ebenfalls für die Flexibilität des Systems.
Die Software unterstützt aktiv das Erstellen von Kalibrierungsbildern wie Dark- und Flatframes, die bei der professionellen Bearbeitung der Bilddaten helfen.
Was noch nicht so gut funktioniert
Die Hardware des Celestron Origin ist solide, aber die Software hat auf jeden Fall noch Verbesserungspotenzial. Das Origin ist ein komplexes Gerät mit sehr vielen Einstellungsmöglichkeiten. Gerade deshalb ist es wichtig, einen strukturierten und bestenfalls nach Erfahrungsgrad (Einsteiger, Fortgeschrittene, Experten) gefilterten Zugang zu geben. Einstellungen, deren Sinn ein Nutzer (noch) nicht versteht, sollte er auch erst einmal nicht anpassen.
Im aktuellen Zustand ist die Steuerung eher verwirrend. Für erfahrene Nutzerinnen fehlen dagegen Funktionen wie ein Mosaik-Modus, bei dem das Bildfeld durch überlappende Aufnahmen vergrößert wird. Das kann man auch von Hand durch Anpassen des Framings in der Kameraansicht machen, aber das ist recht umständlich.
Auch das Erstellen der Zeitpläne ist noch recht rudimentär.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
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Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Eine weitere Funktion, die erfahrene Anwender vermissen werden, ist das sogenannte Dithering. Dabei wird zwischen den Einzelaufnahmen das Teleskop um wenige Pixel bewegt, damit nicht immer die gleichen Kamerapixel die exakt gleiche Stelle vom Himmel aufnehmen. Das reduziert das Bildrauschen und verhindert typische Rauschmuster im Bild (Walking Noise).
Auch die generelle Stabilität der App lässt noch zu wünschen übrig. In einem Fall ließ sich das Teleskop erst nach einem Reboot initialisieren. Davor kam es immer wieder zu einem Fehler. Hat man den Nebelfilter installiert und das in der App eingestellt, fragt die App extrem häufig nach, ob der Filter noch installiert ist. Das ist eher störend als hilfreich.
Der Zugriff auf die gespeicherten Daten des Teleskops erfolgt durch Anschließen eines USB-Sticks an den verbauten Raspberry Pi. In der App können dann die Ordner der einzelnen Aufnahme Sessions kopiert werden. Allerdings gibt es keine richtige Fortschrittsanzeige oder Bestätigung für den Kopiervorgang. Auch die deutsche Übersetzung ist hier teilweise missverständlich.
Das Celestro Origin kostet in der Vollausstattung beim Hersteller derzeit rund 7.000 Euro.
Fazit
Das erste Smart-Teleskop von Celestro hinterlässt einen durchwachsenen Eindruck. Auf der einen Seite erweitert es bewährte Hardware für die Astronomie und Astrofotografie um ein großes Maß an Automatisierung, womit Celestron auch Unerfahrene ansprechen will. Die Modularität verspricht einfache zukünftige Updates der Hardware und die Möglichkeit, das System an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.
Hohe Komplexität
Das geht allerdings mit einer deutlich größeren Komplexität einher als bei allen anderen Smart-Teleskopen auf dem Markt. Damit stellt sich die Frage nach der Zielgruppe, denn der Schritt ist nicht mehr weit zu einem selbst zusammengestellten Set-up, das gegebenenfalls preiswerter und noch flexibler bei gleicher Komplexität ist – zumal noch einige Funktionen fehlen, die für den professionellen Einsatz wichtig oder zumindest wünschenswert sind.
Bild 1/24: Montierung des Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Bild 2/24: Raspberry Pi (Bild: Mario Keller)
Bild 3/24: AUX-Anschlüsse (Bild: Mario Keller)
Bild 4/24: Lieferung mit Größenvergleich. Das Bild zeigt den kompletten Lieferumfang inkl. der optionalen Komponenten mit dem im Moment kleinsten Smart-Teleskop, dem Dwarf Mini, als Größenvergleich. (Bild: Mario Keller)
Bild 5/24: Alt-AZ-Aufbau (Bild: Mario Keller)
Bild 6/24: Kamera und Filterhalter (Bild: Mario Keller)
Bild 7/24: Origin aufgebaut (Bild: Mario Keller)
Bild 8/24: Bedienoberfläche (Bild: Mario Keller)
Bild 9/24: Suche (Bild: Mario Keller)
Bild 10/24: Suche 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 11/24: Heute Nacht (Bild: Mario Keller)
Bild 12/24: Kameraeinstellungen (Bild: Mario Keller)
Bild 13/24: Aufnahme 1 (Bild: Mario Keller)
Bild 14/24: Aufnahme 2 (Bild: Mario Keller)
Bild 15/24: Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 16/24: Stativ mit Polhöhenwiege (Bild: Mario Keller)
Bild 17/24: Stativ mit Polhöhenwiege und Montierung (Bild: Mario Keller)
Bild 18/24: Polausrichtung Stativ (Bild: Mario Keller)
Bild 19/24: Polausrichtung App (Bild: Mario Keller)
Bild 20/24: Kamera am Teleskopende (Bild: Mario Keller)
Bild 21/24: Autoguider (Bild: Mario Keller)
Bild 22/24: Guiding-Daten (Bild: Mario Keller)
Bild 23/24: Mosaik Veil-Nebel (Bild: Mario Keller)
Bild 24/24: Aufnahme der Celestron Origin (Bild: Mario Keller)
Für Einsteiger ist das Origin durchaus nutzbar, aber die Lernkurve ist deutlich steiler als bei kleineren, monolithischen Geräten. Dafür kann man über lange Zeit mit dem Gerät sein Wissen und seine Fertigkeiten entwickeln.
Unausgereifte Software
Erfahrene Nutzerinnen finden ein schnelles RASA-Teleskop mit einer vereinfachten Steuerung per App und fertig zusammengestellten Komponenten für die Astrofotografie, allerdings mit einigen Einschränkungen, die allerdings per Software behoben werden können.
Die Software selbst ist im Moment noch der größte Schwachpunkt des Systems, hier kann der Hersteller noch deutlich nachbessern. Das kommt dann aber auch allen aktuellen Nutzern zugute.
Gute Bildqualität
Bleibt die Frage nach der Qualität der Bilder und ob diese den stolzen Preis rechtfertigen. Das liegt wortwörtlich im Auge des Betrachters. Im Test hat sich jedenfalls gezeigt, wie schnell das Teleskop aufgrund des kleinen Öffnungsverhältnisses Licht sammelt. Das ermöglicht sehr tiefe Deep-Sky-Aufnahmen und macht es auch für das Aufspüren und Beobachten von sehr lichtschwachen Objekten wie Asteroiden und Kometen interessant.
Die Bildqualität direkt aus der App ist gut, aber nicht viel besser als die Ergebnisse der preiswerteren Smart-Teleskope. Die Stärke liegt hier in den Rohdaten und der Möglichkeit, diese auf dem eigenen Rechner zu verarbeiten.
Anzeige: IT-Jobs in Administration, Entwicklung und Digitalprojekten
Von Golem Karrierewelt — 08. Februar 2026 um 07:00
Von Satellitensystemen bis Smart-Home-Gateways: Sechs IT- und Digitaljobs in Admin, Entwicklung, Security, Funktechnik und KI.
Bild:
Golem
Digitale Infrastrukturen werden gleichzeitig komplexer und sicherheitskritischer – von klassischen Betriebsaufgaben bis zu vernetzten Produktplattformen und KI-gestützten Prozessen. Entsprechend gefragt sind Spezialisten, die Systeme stabil betreiben, Schnittstellen entwickeln oder Technologien strategisch weiterdenken.
Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.
Sechs Positionen im Überblick
Die folgende Auswahl zeigt aktuelle Stellen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
IT-Systemadministrator / IT-Systemadministratorin auf Hochschulniveau (w/m/d) : Der Bundesnachrichtendienst (BND) sucht für den Großraum Bonn (Bonn/Köln) Verstärkung für Instandhaltung, Auswertung, Modifikationen und Upgrades von IT-Systemen (Soft-/Hardware), inklusive Qualitätssicherung; Schichtdienst und Sicherheitsüberprüfung (Ü3) sind vorgesehen (Bewerbungsschluss: 26.02.2026).
Softwareentwickler Backend (m/w/d) : boTec GmbH in Wiesbaden entwickelt Backend-Komponenten für eine Enterprise-Integrationsplattform – mit APIs, Interface Services, Datenpersistenz sowie Fokus auf Performance und Security; eingesetzt werden u. a. Typescript, C#, relationale Datenbanken, Docker, Kubernetes sowie AWS/Azure (hybrides Arbeiten).
Softwareentwickler (m/w/d) : Paulmann Licht GmbH (Springe/Völksen, mobiles Arbeiten) sucht für das Smart-Home-Team Unterstützung bei Pflege und Weiterentwicklung des Licht-Systems "smik", insbesondere Gateway und Cloudanbindung; gefragt sind sehr gute Kenntnisse in Java und Rust sowie Erfahrung mit CI/CD, Linux/Yocto und optional KI-Integration.
Nachrichtentechniker/-innen (m/w/d) für die operative Einsatztechnik : Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in Köln plant und betreibt im Produktmanagement Mobilkommunikation funkbasierte Systeme für den operativen Einsatz, analysiert Fehlfunktionen und koordiniert betriebsnahe Prozesse; Erfahrung mit professioneller Funktechnik (PMR) ist zentral (Bewerbungsfrist: 02.03.2026).
Sales Manager (m/w/d) – IT Security Solutions & Managed Services (B2B) : Bluvit GmbH (Lohfelden, hybrid) verantwortet Akquise und Betreuung von B2B-Kunden, Angebots- und Vertragsverhandlungen sowie Beratung zu Managed Services, Cloudlösungen und IT-Sicherheit – in enger Abstimmung mit dem technischen Team.
Digitalmanager mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz und Prozessinnovation (m/w/d) : TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (Hannover, Homeoffice) treibt Digitalprojekte, bewertet KI-Tools und Innovationen, betreut Websites und Anwendungen und steuert Dienstleister; gefragt sind u. a. Erfahrung mit Webtechnologien/CMS, Projektmanagement sowie die Fähigkeit, Anforderungen in KI-Use-Cases und Roadmaps zu übersetzen (zunächst auf zwei Jahre befristet).
IT-Profis finden im Golem Jobmarkt eine spezialisierte Suchumgebung für IT-Fachkräfte – mit modernen Funktionen wie einem KI-gestützten Lebenslaufgenerator, einem Tool zur automatisierten Erstellung von Anschreiben sowie einem persönlichen Job-Alarm. Stellenausschreibungen lassen sich durch intelligente Filter nach Positionen im öffentlichen Sektor, Remote-Anteil, Fachgebiet oder Branche gezielt eingrenzen.
Bei Fragen zur Nutzung des Jobmarkts oder zu den Angeboten der Golem Karrierewelt steht dir das Team werktags zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung – telefonisch, per E-Mail oder direkt über unseren KI-Chatbot Klara. Alle Informationen, Tools und Weiterbildungen sind zentral über die Golem Karrierewelt erreichbar.
Weiterbildung gefällig? In der Trainingssuche der Golem Karrierewelt findest du Onlineworkshops, E-Learnings und weitere Bildungsangebote zu sämtlichen aktuellen IT-Themen wie Security, künstlicher Intelligenz oder Cloud.
Die US-Behörden haben Details zu einem Satellitenprogramm freigegeben, das 35 Jahre lang sowjetische Militärkommunikation abfing. Erstmals gibt es Bilder.
Die US-Spionagesatellitenbehörde National Reconnaissance Office (NRO) hat erstmals Details und Bilder [1] eines jahrzehntelang streng geheimen Überwachungsprogramms aus der Zeit des Kalten Krieges veröffentlicht. Das Programm mit dem Codenamen Jumpseat diente der elektronischen Aufklärung gegen die Sowjetunion.
"Die historische Bedeutung von Jumpseat kann nicht hoch genug eingeschätzt werden", erklärte James Outzen, Direktor des Center for the Study of National Reconnaissance bei der NRO. "Seine Umlaufbahn verschaffte den USA einen neuen Aussichtspunkt für die Sammlung einzigartiger und kritischer Signalaufklärung aus dem Weltraum."
Acht Starts zwischen 1971 und 1987
Die NRO bezeichnete Jumpseat als "erste Generation hochelliptischer Orbit-Signalerfassungssatelliten der Vereinigten Staaten". Zwischen 1971 und 1987 starteten acht Satelliten des Programms von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien aus mit Titan-IIIB-Raketen ins All. Einer der Starts scheiterte. Die Satelliten blieben bis 2006 im Einsatz.
Ihre Hauptaufgabe bestand laut NRO in der "Überwachung der Entwicklung gegnerischer offensiver und defensiver Waffensysteme". Die Satelliten fingen elektronische Emissionen und Signale ab, sammelten Kommunikationsaufklärung sowie Daten über ausländische Waffensysteme.
Die gesammelten Informationen flossen nach Angaben der NRO an das Verteidigungsministerium, die National Security Agency (NSA) und "andere nationale Sicherheitselemente".
Langsamer Flug über der Arktis
Die Jumpseat-Satelliten bewegten sich in hochelliptischen Umlaufbahnen zwischen einigen hundert Kilometern und 39.000 Kilometern Höhe. Ihre Flugbahn war so ausgerichtet, dass sie ihren höchsten Punkt über der nördlichen Hemisphäre erreichten.
Da Satelliten an diesem Punkt am langsamsten fliegen, verweilten die Jumpseat-Späher den Großteil ihrer zwölfstündigen Erdumrundung über der Arktis, Russland, Kanada und Grönland.
Diese Flugbahn ermöglichte eine dauerhafte Abdeckung der Arktis und der Sowjetunion. Die Sowjetregierung hatte bereits einige Jahre vor dem ersten Jumpseat-Start 1971 begonnen, Kommunikations- und Frühwarnsatelliten in denselben Orbittyp zu bringen. Die Sowjets nannten die Umlaufbahn Molniya, das russische Wort für Blitz.
Wie das Portal Ars Techniaberichtet [2], enthüllte der investigative Journalist Seymour Hersh den Namen Jumpseat erstmals 1986 in einem Buch über den sowjetischen Abschuss von Korean Air Lines Flug 007 im Jahr 1983. Hersh schrieb, dass die Jumpseat-Satelliten "alle Arten von Kommunikation abfangen" konnten, einschließlich Sprachnachrichten zwischen sowjetischem Bodenpersonal und Piloten
Bilder zeigen trommelförmige Konstruktion
Die Raumfahrthistoriker Dwayne Day und Nicholas Watkins bezeichneten Jumpseat in einem 2020 im Space Reviewveröffentlichten Artikel [3] als "vielleicht den mysteriösesten" der hochfliegenden Überwachungssatelliten seiner Ära. Day und Watkins schrieben, dass die Jumpseat-Satelliten "den Stand der Technik in Bezug auf Nutzlasten, Antennen und Satellitendesign vorantrieben".
Die nun freigegebenen Bilder zeigen erstmals das genaue Aussehen der Satelliten. Sie wurden von der Hughes Aircraft Company gebaut und verwendeten eine Drehbewegung zur Stabilisierung. Die trommelartige Form der Jumpseat-Satelliten überrascht daher nicht. Auf dem oberen Deck befand sich eine Vorrichtung, die der Drehung des Satelliten entgegenwirkte und es den Antennen ermöglichte, auf Funkquellen zu zeigen.
Eine von der NRO veröffentlichte Illustration zeigt, dass die Satelliten eine vier Meter große Antenne zum Abfangen von Funksignalen trugen. Dies ist etwas kleiner als frühere Schätzungen aus öffentlichen Quellen zur Größe der Antenne. Die NRO hat nicht offengelegt, welche Arten von Signalen die Jumpseat-Satelliten genau abfingen.
Day und Watkins legten 2020 Belege vor, dass Jumpseat wahrscheinlich auch Infrarotsensoren zur Überwachung sowjetischer Raketentests und zur Frühwarnung vor einem möglichen sowjetischen Raketenangriff trug. Die NRO erwähnte diese mögliche Sekundärmission in ihrer Freigabe nicht.
Kommerzielle Anbieter überholen alte Technik
Chris Scolese, Direktor der NRO, gab im Dezember formell "bestimmte begrenzte Fakten" im Zusammenhang mit dem Jumpseat-Programm frei. Scolese schrieb, die Freigabe stehe im Einklang mit Bestimmungen einer Durchführungsverordnung, die der frühere Präsident Barack Obama 2009 unterzeichnet hatte.
"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die öffentliche Anerkennung begrenzter Fakten unseren aktuellen und zukünftigen Satellitensystemen nicht schadet", schrieb Scolese in einem am 4. Dezember datierten Memorandum. "Darüber hinaus steht die Anerkennung des Programms im Einklang mit unserer Verpflichtung gegenüber der amerikanischen Öffentlichkeit, durch die Freigabe historischer Programme wo möglich offen und transparent zu sein."
Die NRO werde eine vollständigere Freigabe des Jumpseat-Programms "nach Zeit und verfügbaren Ressourcen" prüfen, schrieb Scolese. Er räumte ein, dass nicht klassifizierte kommerzielle Unternehmen heute Signalaufklärungssatelliten betreiben, "deren Fähigkeiten mit Jumpseat vergleichbar, wenn nicht sogar überlegen sind".
Die Jumpseat-Satelliten wurden in Partnerschaft mit der Air Force im Rahmen eines Programms namens Project Earpop entwickelt. Die ersten elektronischen Überwachungssatelliten der Regierung flogen in niedrigen Erdumlaufbahnen, wo sie bei jedem Überflug weniger als 15 Minuten in Reichweite sowjetischen Territoriums verbrachten.
Nachfolger bleiben geheim
Die Freigabe des Jumpseat-Programms folgt auf die Deklassifizierung mehrerer anderer Spionagesatelliten aus der Zeit des Kalten Krieges. Dazu gehören die Corona-Serie von Fotoaufklärungssatelliten der CIA aus den 1960er Jahren, die die Regierung 30 Jahre später offiziell anerkannte.
Die NRO gab 2011 zwei weitere optische Spionagesatellitenprogramme mit den Codenamen Gambit und Hexagon frei, die von den 1960er bis in die 1980er Jahre starteten. Zuletzt wurde 2023 ein Marineüberwachungsprogramm namens Parcae enthüllt.
Laut öffentlichen Quellen begann die NRO 1994 mit dem Start einer neuen Generation hochfliegender Abhörsatelliten namens Trumpet, doch Details bleiben klassifiziert. Die Behörde hat auch eine separate Serie von Abhörsatelliten in geostationärer Umlaufbahn über dem Äquator mit enormen Netzantennen gestartet, zusammen mit busgroßen erdgerichteten Teleskopen, die jeden Ort der Welt beobachten können.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.nro.gov/news-media-featured-stories/news-media-archive/News-Article/Article/4392223/declassifying-jumpseat-an-american-pioneer-in-space/ [2] https://arstechnica.com/space/2026/01/us-spy-satellite-agency-declassifies-high-flying-cold-war-listening-post/ [3] https://www.thespacereview.com/article/4096/1 [4] https://x.com/planet4589/status/2016662675523015152 [5] https://www.nro.gov/news-media-featured-stories/news-media-archive/News-Article/Article/4392223/declassifying-jumpseat-an-american-pioneer-in-space/
Eigentlich sollten anlasslose Scans privater Nachrichten längst Geschichte sein. Doch die EU-Institutionen treiben die nächste Verlängerung der Maßnahme voran.
Das verdachtsunabhängige Scannen privater Online-Kommunikation war ursprünglich als einmalige Sonderregelung gedacht. Nun soll die entsprechende freiwillige Chatkontrolle [1] schon zum zweiten Mal verlängert werden – trotz heftiger Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme [2]. Damit zeichnet sich ab, dass das Provisorium zum Dauerzustand werden dürfte: Die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten und Verhandlungsführer des Parlaments drängen auf eine erneute Fortschreibung der Vorgabe im Kampf gegen die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs.
Die Vertraulichkeit digitaler Nachrichten ist in der EU eigentlich rechtlich fest verankert. Die Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation aus dem Jahr 2002 schützt die Privatsphäre der Bürger und untersagt das Überwachen von Inhalten ohne die ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen. Doch seit 2021 hebelt eine „vorübergehende Ausnahme“ diesen Schutz aus [6]. Sie erlaubt es Internet-Dienstleistern wie Meta, Google, Microsoft oder Snapchat, die privaten Chats, Bilder und Metadaten ihrer Nutzer automatisiert zu durchleuchten, um Missbrauchsmaterial zu finden. Diese Übergangsbestimmung war ursprünglich auf drei Jahre befristet, wurde aber bereits im April 2024 einmal verlängert [7]. Nun steht die zweite Runde an.
Politische Sackgasse und mangelnde Faktenlage
Die zuständige Berichterstatterin im EU-Parlament, Birgit Sippel, hat ihrem Entwurf [8] eine ungewöhnlich kritische Stellungnahme [9] beigefügt. Die SPD-Politikerin bemängelt darin deutlich, dass die eigentlich außergewöhnliche Maßnahme zur Routine wird, nur weil die Verhandlungen zur sogenannten CSA-Verordnung seit 2022 nicht vorankommen. Sippel schlägt daher vor, zumindest auf die fehleranfälligsten Technologien zu verzichten.
In ihrem Papier fordert die Sozialdemokratin, das Scannen von Textnachrichten sowie die automatisierte Bewertung von bisher unbekanntem Bildmaterial künftig zu unterlassen. Stattdessen sollen Anbieter nur noch nach bereits bekannten Inhalten suchen dürfen, die über eindeutige digitale Fingerabdrücke, sogenannte Hash-Werte, identifiziert werden können.
Auch der EU-Datenschutzbeauftragte kritisiert seit Jahren, hier werde in ein Grundrecht eingegriffen, ohne dass die Notwendigkeit belegt sei. Dennoch soll die Abstimmung im Parlament bereits im März erfolgen, da die Befürworter eine „Schutzlücke“ befürchten, sollte die bisherige Erlaubnis im April 2026 einfach auslaufen.
Ineffizienz und Kriminalisierungsgefahr
In der Praxis zeigt sich ein problematisches Bild, das die Argumente der Befürworter konterkariert. Laut Zahlen des Bundeskriminalamts war 2024 fast die Hälfte der gemeldeten Inhalte – rund 100.000 Chats – strafrechtlich völlig irrelevant. Oft handelte es sich um harmlose Strandfotos oder jugendtypisches "Sexting" unter Minderjährigen. Statt organisierte Täterringe zu sprengen, dürfte das automatisierte Verfahren so dazu beitragen, dass die Ermittlungsbehörden in einer Flut von Datenmüll ertrinken.
Etwa 40 Prozent der Verfahren richten sich mittlerweile gegen Jugendliche, nicht gegen kriminelle Netzwerke. Diese Ressourcen fehlen den Ermittlern an anderer Stelle, etwa bei der proaktiven Suche im Darknet oder bei gezielten Ermittlungen gegen bekannte Verdächtige.
Bürgerrechtler wie der frühere EU-Abgeordnete Patrick Breyer warnen vor einem „Ende des digitalen Briefgeheimnisses auf Raten“. Solange die freiwillige Chatkontrolle immer wieder verlängert werde, so Breyer, fehle der Druck auf die EU-Staaten, sich auf moderne Sicherheitsstandards wie „Security by Design“ einzulassen. Dabei könnten Apps so voreingestellt werden, dass eine Kontaktaufnahme durch Fremde („Grooming“) erschwert wird, ohne die private Kommunikation aller Bürger pauschal zu überwachen.
Im EU-Parlament besteht jetzt noch Gelegenheit, durch Änderungsanträge am Sippel-Entwurf zumindest die gröbsten Auswüchse der Massenüberwachung zu verhindern. Bündnisse wie „Chatkontrolle stoppen“ rufen dazu auf, die Volksvertreter direkt zu kontaktieren [10], bevor im März die Würfel fallen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11169062
Folgenschwere Panne bei einer Werbeaktion der südkoreanischen Kryptowährungsbörse Bithumb: Durch einen Fehler erhielten 695 Nutzer je mindestens 2000 Bitcoin.
Die südkoreanische Kryptowährungsbörse Bithumb hat am Freitag bei einer Werbeaktion einen folgenschweren Fehler gemacht: Statt Bargeldprämien von 2000 koreanischen Won (etwa 1,40 Dollar) verteilte die Plattform mindestens 2000 Bitcoin pro Gewinner. Insgesamt wurden rund 620.000 Bitcoin im Wert von rund 44 Milliarden Dollar versehentlich an 695 Nutzer ausgezahlt.
Laut Bithumb handelte es sich um einen Eingabefehler beim Auszahlungsprozess. Die Börse sperrte nach eigenen Angaben innerhalb von 35 Minuten den Handel und Auszahlungen für die betroffenen Konten. Bis Samstag hatte Bithumb nach eigenen Angaben 99,7 Prozent der fälschlicherweise gutgeschriebenen Bitcoin (618.212 BTC) zurückgeholt.
Der Vorfall löste auf der Plattform einen kurzzeitigen Bitcoin-Crash aus. Viele Empfänger versuchten sofort, die unverhofften Bitcoin zu verkaufen. Der Preis der Crypto-Währung stürzte auf Bithumb zeitweise um 17 Prozent von etwa 104,5 Millionen Won auf 81,1 Millionen Won ab, bevor sich der Kurs wieder erholte. Auf anderen internationalen Börsen blieb der Bitcoin-Preis weitgehend stabil, da der Verkaufsdruck lokal begrenzt war.
Bithumb betonte, dass der Vorfall nicht auf externe Hacker oder Sicherheitslücken zurückzuführen sei. Keine fehlerhaften Bitcoin-Auszahlungen seien auf externe Wallets transferiert worden, das Kundenvermögen sei sicher verwahrt geblieben. Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde FSC reagierte mit einer Notfallsitzung. Sie kündigte an, die internen Kontrollsysteme von Bithumb und anderen Kryptobörsen zu überprüfen und bei Unregelmäßigkeiten Vor-Ort-Inspektionen durchzuführen.
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner [2] mailto:jo@ct.de
Eigentlich sollten anlasslose Scans privater Nachrichten längst Geschichte sein. Doch die EU-Institutionen treiben die nächste Verlängerung der Maßnahme voran.
Das verdachtsunabhängige Scannen privater Online-Kommunikation war ursprünglich als einmalige Sonderregelung gedacht. Nun soll die entsprechende freiwillige Chatkontrolle [1] schon zum zweiten Mal verlängert werden – trotz heftiger Kritik an der Verhältnismäßigkeit der Maßnahme [2]. Damit zeichnet sich ab, dass das Provisorium zum Dauerzustand werden dürfte: Die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten und Verhandlungsführer des Parlaments drängen auf eine erneute Fortschreibung der Vorgabe im Kampf gegen die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs.
Die Vertraulichkeit digitaler Nachrichten ist in der EU eigentlich rechtlich fest verankert. Die Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation aus dem Jahr 2002 schützt die Privatsphäre der Bürger und untersagt das Überwachen von Inhalten ohne die ausdrückliche Einwilligung der Betroffenen. Doch seit 2021 hebelt eine „vorübergehende Ausnahme“ diesen Schutz aus [6]. Sie erlaubt es Internet-Dienstleistern wie Meta, Google, Microsoft oder Snapchat, die privaten Chats, Bilder und Metadaten ihrer Nutzer automatisiert zu durchleuchten, um Missbrauchsmaterial zu finden. Diese Übergangsbestimmung war ursprünglich auf drei Jahre befristet, wurde aber bereits im April 2024 einmal verlängert [7]. Nun steht die zweite Runde an.
Politische Sackgasse und mangelnde Faktenlage
Die zuständige Berichterstatterin im EU-Parlament, Birgit Sippel, hat ihrem Entwurf [8] eine ungewöhnlich kritische Stellungnahme [9] beigefügt. Die SPD-Politikerin bemängelt darin deutlich, dass die eigentlich außergewöhnliche Maßnahme zur Routine wird, nur weil die Verhandlungen zur sogenannten CSA-Verordnung seit 2022 nicht vorankommen. Sippel schlägt daher vor, zumindest auf die fehleranfälligsten Technologien zu verzichten.
In ihrem Papier fordert die Sozialdemokratin, das Scannen von Textnachrichten sowie die automatisierte Bewertung von bisher unbekanntem Bildmaterial künftig zu unterlassen. Stattdessen sollen Anbieter nur noch nach bereits bekannten Inhalten suchen dürfen, die über eindeutige digitale Fingerabdrücke, sogenannte Hash-Werte, identifiziert werden können.
Auch der EU-Datenschutzbeauftragte kritisiert seit Jahren, hier werde in ein Grundrecht eingegriffen, ohne dass die Notwendigkeit belegt sei. Dennoch soll die Abstimmung im Parlament bereits im März erfolgen, da die Befürworter eine „Schutzlücke“ befürchten, sollte die bisherige Erlaubnis im April 2026 einfach auslaufen.
Ineffizienz und Kriminalisierungsgefahr
In der Praxis zeigt sich ein problematisches Bild, das die Argumente der Befürworter konterkariert. Laut Zahlen des Bundeskriminalamts war 2024 fast die Hälfte der gemeldeten Inhalte – rund 100.000 Chats – strafrechtlich völlig irrelevant. Oft handelte es sich um harmlose Strandfotos oder jugendtypisches "Sexting" unter Minderjährigen. Statt organisierte Täterringe zu sprengen, dürfte das automatisierte Verfahren so dazu beitragen, dass die Ermittlungsbehörden in einer Flut von Datenmüll ertrinken.
Etwa 40 Prozent der Verfahren richten sich mittlerweile gegen Jugendliche, nicht gegen kriminelle Netzwerke. Diese Ressourcen fehlen den Ermittlern an anderer Stelle, etwa bei der proaktiven Suche im Darknet oder bei gezielten Ermittlungen gegen bekannte Verdächtige.
Bürgerrechtler wie der frühere EU-Abgeordnete Patrick Breyer warnen vor einem „Ende des digitalen Briefgeheimnisses auf Raten“. Solange die freiwillige Chatkontrolle immer wieder verlängert werde, so Breyer, fehle der Druck auf die EU-Staaten, sich auf moderne Sicherheitsstandards wie „Security by Design“ einzulassen. Dabei könnten Apps so voreingestellt werden, dass eine Kontaktaufnahme durch Fremde („Grooming“) erschwert wird, ohne die private Kommunikation aller Bürger pauschal zu überwachen.
Im EU-Parlament besteht jetzt noch Gelegenheit, durch Änderungsanträge am Sippel-Entwurf zumindest die gröbsten Auswüchse der Massenüberwachung zu verhindern. Bündnisse wie „Chatkontrolle stoppen“ rufen dazu auf, die Volksvertreter direkt zu kontaktieren [10], bevor im März die Würfel fallen.
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Fast eine Billion Euro Verlust, Lebensmittel deutlich teurer: Zwischen Statistik und Alltag bleibt Deutschland im Krisenmodus.
Seit 2020 reiht sich eine Krise an die nächste: Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiepreisschock, Zollstreit mit den USA.
Deutschland hat seit 2020 wirtschaftliche Einbußen in Höhe von 940 Milliarden Euro erlitten.
Das entspricht einem Wertschöpfungsverlust von über 20.000 Euro pro Erwerbstätigem, wie das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) [1] berechnet hat. Ein Viertel dieser Summe entfällt allein auf das Jahr 2025 – eine Summe, die frühere Krisen deutlich übertrifft.
Krisenkette seit 2020
Die Bundesbank [2] prognostiziert nach Angaben ihrer Website für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent, für 2027 von 1,3 Prozent. Bundesbankpräsident Joachim Nagel rechnet erst ab dem zweiten Quartal 2026 mit einer merklichen Erholung. Getrieben wird diese demnach vor allem durch Staatsausgaben und eine Belebung der Exporte.
Die Methodik basiert auf preis- und saisonbereinigten Daten zum realen Bruttoinlandsprodukt, wie das IW in seiner Pressemitteilung [4] erläutert. Die ausgewiesenen Verluste ergeben sich aus der aufsummierten Abweichung beider Verläufe.
Inflation sinkt – Preisniveau bleibt
Die Inflationsrate liegt laut Statistischem Bundesamt [5] wieder bei rund zwei Prozent. Im Dezember 2025 betrug sie 1,8 Prozent, im Jahresdurchschnitt 2025 lag sie bei 2,2 Prozent.
Doch sinkende Inflation bedeutet nicht sinkende Preise, sondern nur langsamer steigende. Im Fünf-Jahres-Vergleich [6] liegen die Verbraucherpreise insgesamt rund 23 Prozent höher als 2020, Lebensmittelpreise sogar 37 Prozent höher.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband [7] (vzbv) berichtete kürzlich, dass 58 Prozent der Verbraucher sich große oder eher große Sorgen wegen der Lebenshaltungskosten machen. Besonders deutlich zeigt sich der Druck im Bereich Lebensmittel: Gut zwei Drittel (68 Prozent) geben an, dass sie hier die Preissteigerungen am stärksten spüren.
Supermarkt als Krisenbarometer
Eine Rentnerin aus Hessen führt seit über 40 Jahren penibel ein Haushaltsbuch. Ihr Mustereinkaufskorb mit zehn Alltagsartikeln kostete 2019 noch 12,05 Euro, heute zahlt sie 19,25 Euro. Das entspricht einem Anstieg von 60 Prozent, wie die Tagesschau [8] anhand dieses exemplarischen Einzelfalls berichtet.
Die Verbraucherzentrale [9] machte Anfang Januar einen elementaren Punkt der aktuellen Wahrnehmung in der Bevölkerung deutlich: Menschen reagieren auf Preisschilder, nicht auf Inflationsraten.
Der Supermarkt ist für viele zum Krisenbarometer geworden. Mehrere Preisschocks in kurzer Zeit verändern Erwartungen: Wer wiederholt starke Preissprünge erlebt, rechnet innerlich mit dem nächsten.
Löhne holen nur langsam auf
Die Reallöhne lagen im ersten Quartal 2025 nur um 1,2 Prozent höher als im Vorjahresquartal, meldete das Statistische Bundesamt [10] im Juni vergangenen Jahres. Die Nominallöhne stiegen um 3,6 Prozent. Das ist der schwächste Anstieg seit 2022. Verantwortlich dafür sei vor allem der Wegfall der Inflationsausgleichsprämie.
Preisbereinigt ergibt sich damit ein realer Zuwachs von 0,4 Prozent. Das Niveau der Tariflöhne liegt damit aber weiterhin unter dem Spitzenwert des Jahres 2020. Die realen Verluste aus den Jahren 2021 bis 2023 mit hohen Inflationsraten seien noch immer nicht vollständig ausgeglichen.
Strukturelle Herausforderungen
Die Bundesbank schätzt, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft nur noch bei 0,4 Prozent pro Jahr liegt. Bundesbankpräsident Nagel betont, dass breitere strukturelle Reformen nötig wären, um dies nachhaltig zu stärken. Der Fachkräftemangel führe zu zunehmender Arbeitsmarktknappheit.
"Die laufende Dekade ist bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich übertreffen."
Die ökonomischen Kosten der Stagnationsperiode 2001 bis 2004 lagen preisbereinigt bei rund 360 Milliarden Euro, für die Finanzmarktkrise 2008/2009 bei rund 525 Milliarden Euro.
Vertrauen als eigentliche Herausforderung
Die wirtschaftlichen Schäden durch Pandemie, Krieg und geopolitische Spannungen sind real. Doch ebenso real ist die Frage, ob Deutschland strukturell krisenanfälliger geworden ist – oder ob sich historische Ausnahmelagen nur verdichten. Die offiziellen Daten senden inzwischen vorsichtige Stabilisierungssignale. Das Krisengefühl jedoch bleibt.
Darin läge die Herausforderung: Nicht nur Wachstum und Inflation zu steuern, sondern Vertrauen zurückzugewinnen – in Planbarkeit, Berechenbarkeit und wirtschaftliche Normalität.
Ökonomisch lässt sich jede dieser Krisen erklären: Pandemie als externer Schock, Krieg als geopolitische Zäsur, Handelskonflikte als politisches Kalkül. In Tabellen werden sie zu Prozentpunkten, in Modellen zu Abweichungen vom Trend.
Im Alltag verdichten sie sich zu etwas anderem: zu einem brüchigen Gefühl von Normalität. Wenn Preise binnen weniger Jahre um ein Drittel steigen, wenn Energie, Miete, Lebensmittel gleichzeitig teurer werden, dann verändert das nicht nur Budgets, sondern besonders die Erwartungen.
Stabilisierung wirkt dann nicht wie Entspannung, sondern wie das Einfrieren auf höherem Niveau. Die eigentliche Krise ist womöglich weniger die aktuelle Inflationsrate als der Verlust an Selbstverständlichkeit – die Ahnung, dass wirtschaftliche Ruhe kein verlässlicher Zustand mehr ist, sondern nur eine Pause zwischen den nächsten Ausschlägen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11168997
Schloss Krieblowitz: Wo "General Vorwärts" seinen letzten Frieden fand
Von Sabine Küster-Reeck — 07. Februar 2026 um 14:00
Sabine Küster-Reeck
Ansichten von Schloss Krieblowitz. Bilder: Sabine Küster-Reeck
Der berühmte Feldherr, General Blücher, besiegte Napoleon – und fand sein Grab in Schlesien. Doch seit 1945 ist sein Leichnam spurlos verschwunden.
"Wir ziehen, wo der Finger der Vorhersehung uns zeiget."
Gebhard Leberecht von Blücher vor seinem Ritt in die Völkerschlacht von Leipzig
Das Schloss Krieblowitz, oder "Pałac Krobielowice", wie es jetzt auf Polnisch heißt, liegt inmitten einer weitläufigen, romantischen Parkanlage, unweit der Stadt Breslau, heute Wrocław. Im Baustil der Renaissance errichtet, wirkt es überhaupt nicht "preußisch-nüchtern". Im Gegenteil, wirkt doch das schöne Schloss mit seinen aparten Wandelgängen und den zahlreichen Säulen, die das ganze Gebäude umrunden, beinahe ein wenig orientalisch.
Mit ein wenig Fantasie ausgestattet, stellt sich der Betrachter vor, wie hier einst der Besitzer und gleichzeitig einer der berühmtesten Feldmarschälle der preußischen Geschichte, seinen Verdauungsspaziergang unternahm: Gebhard Leberecht von Blücher, seit 1814 Fürst Blücher von Wahlstatt, geboren am 16. Dezember 1742 in Rostock, wurde als Befehlshaber in den Schlachten der Befreiungskriege gegen Napoleon Bonaparte zu einer Berühmtheit.
"General Vorwärts", wie er auch respektvoll von seinen Untergebenen genannt wurde, war auch im hohen Alter noch für sein draufgängerisches Wesen berühmt.
Der preußische König Friedrich-Wilhelm III. schenkte ihm daher im Jahre 1814, nach der Säkularisation in Preußen, und ein Jahr vor der Schlacht von Waterloo, das vormals in kirchlichem Besitz befindliche Schloss und das Dorf Krieblowitz in Niederschlesien. Diese Geste sollte eine Anerkennung für seine Verdienste in den Schlachten der Befreiungskriege sein.
"Ich wollte, es wäre Nacht, oder die Preußen kämen"
Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington
So hoffte der Herzog von Wellington, der in der Schlacht von Waterloo im Jahre 1815 gegen Napoleon Bonaparte, seine Chancen auf einen Sieg schwinden sah. Nach dem desaströsen Ende von Napoleons Russlandfeldzug 1812 und den darauffolgenden Befreiungskriegen, wird der Korse 1814 zunächst nach Elba verbannt.
Wellington vertritt zu dieser Zeit englische Interessen auf dem Wiener Kongress, als ihn im März 1815 die Nachricht von Bonapartes Flucht von Elba erreichte. Doch der Feldherr Wellington zieht an der Spitze einer Allianz aus englischen, deutschen und niederländischen Soldaten in die Schlacht von Waterloo. "General Vorwärts", Feldmarschall Blücher, ist bereits 73 Jahre alt, als er mit seiner Armee und der Unterstützung des Generals Gneisenau, die Schlacht zugunsten der alliierten Truppen entscheiden kann und somit die endgültige Niederlage Bonapartes herbeiführt.
Damit endet Napoleons "Herrschaft der 100 Tage". Er muss abdanken und wird auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 stirbt.
Die Neuordnung Europas beginnt; der Wiener Kongress besiegelt diese Ereignisse. Gebhard Leberecht Blücher von Wahlstatt kann sich nun in den wohlverdienten Ruhestand und auf sein Schloss Krieblowitz [1] zurückziehen.
Der General war ein Original, so sein Nachkomme Nikolaus von Blücher, vor allem aber ein alter Soldat mit Führungsqualitäten. Für die militärische Strategie aber, war indes General von Gneisenau, Stabschef der schlesischen Armee, verantwortlich.
Blücherporträt und Blüchers Uniform ausgestellt im Schloss Krieblowitz. Blücher Mausoleum. Bilder: Sabine Küster-Reeck
Eine Anekdote berichtet, Blücher sei in der Schlacht von Waterloo von seinem Pferd gestürzt und unter diesem begraben worden. Zwar konnte man ihn lebend retten, jedoch wurde er zwecks "Heilung" am ganzen Körper mit Knoblauch eingerieben.
Als er aus Freude über die Genesung einen Offizier ungestüm umarmte, der einen Arm eingebüßt hatte, warnte er diesen: "Achtung, ich stinke."
Blücher verlebte im Schloss Krieblowitz seine letzten Lebensjahre. Er stirbt bereits im Jahr 1819 nach einem unglücklichen Sturz vom Pferd. Gemäß seinem Wunsch wird 1820 eine Familiengruft im Schlosspark errichtet. Nachdem der große Feldherr zunächst im benachbarten Woigwitz (Woitkovice) beigesetzt wird, bettet man ihn nach Fertigstellung der Gruft um.
Von seinen Nachkommen wird das Schloss Krieblowitz im Stil der Neorenaissance umgebaut und um die drei Ecktürme, sowie weitere Umbauten erweitert.
Das Schloss übersteht den 2. Weltkrieg und wird zum Hotel
Wie durch ein Wunder hat das schöne Schloss im Stil der Renaissance den 2. Weltkrieg fast unbeschadet überstanden und bewahrt seine Geschichte bis heute. Zwar wird das Schloss Krieblowitz im 2. Weltkrieg nicht stark zerstört, jedoch durch die Rote Armee am 25. Februar 1945 geplündert. Seither sind das Mausoleum und die Familiengruft leer, der Verbleib von Blüchers Leichnam ist nicht bekannt.
Niederschlesien wird nach dem Krieg an Polen übergeben; das Schloss Krieblowitz [2] wird in "Pałac Krobielowice" umbenannt.
Im Verlauf der Nachkriegsjahre wird das Schloss in Wohnungen für die Arbeiter der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) "Panstove gospodarstowo" umgewandelt.
Das schöne Gebäude verfällt jedoch im Laufe der Jahrzehnte immer mehr. Die Nachfahren der Familie Blücher von Wahlstatt verschlägt es nach 1945 in alle Welt. So leben noch heute Nachkommen der Adelsfamilie in den USA und auch in Australien.
Schloss Krieblowitz. Bild: Sabine Küster-Reeck
Nach der Wende ersteigert ein weiterer ferner Verwandter aus Neuseeland das Schloss Krieblowitz. Der hatte als kleiner Junge ein Foto und eine Zeichnung des Schlosses von seiner Großmutter gesehen. Der Mann, fasziniert von diesem Ort, entscheidet sich, ihn zu kaufen.
Die Restaurierung des Gebäudes dauert vier Jahre, und das Schloss erhält ein Restaurant, ein Hotel und einen Golfplatz.
Das Andenken bewahren
Heute, in Friedenszeiten, bei geöffneten Grenzen, ist es nun möglich, wunderschöne, historische Orte wie das Schloss Krieblowitz aufzusuchen. Einen weitläufigen Park mit altem Baumbestand zu durchwandern, dessen Bäume einiges gesehen haben dürften.
Dabei kommt einem die Vorstellung in den Sinn, wie hier einst der Fürst Blücher von Wahlstatt forsch auf seinem Pferd durch die Wälder preschte.
Vielleicht hatte der Feldmarschall die Muße und auch den Wunsch, sich mit all dem Erlebten auseinanderzusetzen, was ihm in all seinen Jahren als Soldat auf den Schlachtfeldern Europas in den Napoleonischen Kriegen widerfahren war?
Sicherlich hatten die blutigen Kriege dieser Zeit, bei aller Tapferkeit und allem Wagemut, all ihre Beteiligten oft an den Rand ihrer mentalen und psychischen Belastbarkeit geführt. So sagte Blücher damals: "Ich bin froh, dass das Morden zu Ende ist!"
Heute nun kann man in seinem Schloss, das ihm einst zum Geschenk gemacht wurde, übernachten und in historisch nachempfundenen Zimmern und Suiten die original erhaltenen Möbelstücke bewundern. Im Erdgeschoss befindet sich eine Galerie mit zahlreichen Exponaten, die den Generalfeldmarschall und seine Familie abbilden.
Unwillkürlich tritt der Besucher eine Zeitreise an, die ihn inspiriert, sich näher mit der Geschichte dieser Epoche zu befassen, darüber zu lesen und von Zeiten zu erfahren, als es ein friedliches Europa, wie wir es heute kennen, noch lange nicht gab.
"Wir sollten unsere Vorfahren und ihre Leistungen nicht verleugnen. Wir sollten aber vor allem wissen, dass diese Art und Weise und die Zeit sich gegenseitig umzubringen, hoffentlich für immer vorbei ist."
Nikolaus Fürst Blücher von Wahlstatt *25 Juli 1932, heute in der Schweiz lebend
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Links in diesem Artikel: [1] https://xn--frstenhuser-kulturtrger-17bn71d.eu/ [2] https://palackrobielowice.com/de/geschichte-des-schlosses
Bücher & Wirklichkeit: Wir sollten wieder mehr Abenteuer wagen!
Von Ruben Philipp Wickenhäuser — 07. Februar 2026 um 12:00
Ruben Philipp Wickenhäuser
KI-generierte Grafik
Fantasy ist kein Ersatz für gute Abenteuerromane. Echte Abenteuer sind anspruchsvoller – und gesellschaftlich relevanter.
Fantasy-Geschichten boomen. Ob als Manga oder Tolkien-artige Fantasy, ob mit Vampir- oder Werwolfthema, Zauberschule, Elfen, Orks, Zwergen oder anderem, als Roman, Film oder Serie. Fantasy arbeitet mit mehr oder weniger übernatürlichen Kräften, legendären Monstern, Missionen und Herausforderungen.
Aber: Wie steht es um Abenteuerromane? Romane, die die Abenteuer in einer realen Welt mit realen Begrenzungen erzählen, ohne hilfreiche Magie und bedeutungsschwangere Mystik, die keine pädagogischen Problemzonenromane und dergleichen sind?
Die, wenn sie es tun, nur einzelne Elemente der Fantastik verwenden, in sorgfältig durchdachten Maßen und um Kernelemente der Geschichte zu ermöglichen?
Fantasy, Fantastik und die Realität
In der Fantasy kracht die blitzende Axtschneide von Brombir Goldhammer durch das kränklich verkrümmte Jochbein des Orks Brobutz, ein roter Blutschwall schießt kochend hervor. So liest sich der bis zur Unerträglichkeit gesteigerte Gewaltkitsch von Romanen wie "Die Zwerge" und Co., die Klischees des Genres in einer Art erzählerischem Blutrausch wieder und wieder durchdeklinieren.
Oder es werden Klischees nur scheinbar konterkariert: Anstelle des breitschultrigen Zwergs schwingt die zierliche Zwergin, die idealerweise auch noch vegan lebt, die kiloschwere Schlachtaxt und zeigt es damit den körperlich überlegenen Mitstreitern mal so richtig.
Dabei ist das Überzeichnen mit Blutdurst keine notwendige Ingredienz für gute Spannung. Andere Fantasyromane schaffen angenehme Spannung und Raum für Träume, wie es bei Harry Potter und ähnlichen Stoffen der Fall ist. Was Wunder, dass derlei Bücher gut gehen: Zauber machen kleine Leute mit dem Schnippen eines Fingers ganz groß.
Michael Ende hat schwache Jungen durch eine wohl bemessene Prise an Fantastik, unter großen Entbehrungen und der Konfrontation mit moralischen Dilemmata zu Helden werden lassen. In anderen Romanen werden Fantasy-Analogien genutzt, um schwierige Themen spannender und leichter begreifbar zu schildern. Hier zeigen Fantasy und Fantastik ihre Stärken.
Problematisch ist moderne Fantasy, wenn sie die Gießkanne benutzt, dank der jeder alles erreichen kann. Die Mühen auf dem Weg zum Ziel sind oft nur vorgeschoben, letztlich konsequenzenlos, was durchaus gerade den Reiz ausmachen kann. Auch die Botschaft an sich – jeder kann alles erreichen – ist durchaus positiv. Sie wird aber schnell zur Augenwischerei und dem Verdrängen der Realität, wenn es einfach so, ohne Mühen und Opfer erreicht werden kann.
Wenn Fantasy zur Augenwischerei wird
Dies ist sogar ein nützliches Mittel, um bestehende Verhältnisse zu zementieren: Wer privilegiert ist, wird den weniger Privilegierten gerne vormachen, dass sie ebenfalls alles erreichen könnten. Für Wunder und Gefahren braucht es aber eigentlich gar keine Fantasy. Unsere Realität bietet genug davon, um ebenfalls Abenteuer mit satter Spannung, starker Atmosphäre und Rätseln auszuschmücken.
Ob es Geschichten über verlassene Orte, Wikinger, afrikanische Naturvölker oder Indianer sind, sie alle benötigen nicht einmal mystische Anklänge, um ihre Leser mitzureißen.
Um die Genres abzugrenzen: Es geht hier nicht um die beliebten Detektivromane, die häufig starke Parallelen zu Abenteuergeschichten haben. Indianergeschichten als Beispiel für gute Abenteuerromane.
Indianergeschichten als Beispiel für gute Abenteurromane
Indianerromane sind ein gutes Beispiel für hoch spannende Abenteuer ohne jede Fantasy. Sie sind seit längerem nicht mehr "in" – der Autor dieses Beitrags dürfte einer der letzten gewesen sein, der mit zwei Jugendromanen und zwei Sachbüchern Mitte der neunziger Jahre literarisch zu der Begeisterung für diese faszinierenden Abenteuer beigetragen hat.
Dementsprechend widerlegt er die Behauptung mit zahlreichen Argumenten, der Begriff "Indianer" sei nicht politisch korrekt, und wirft den Kritikern vor, dass dies sogar den Menschen selbst schadet (mehr zum Thema: Sowohl im Beitrag auf Telepolis [1]– als auch als ausführliche Stellungnahme im Video [2]).
Denn es ist ein großer Verlust, dass diese Romane aus Voreingenommenheit und Unwissen derart gebrandmarkt werden. Sie sind besonders deutlich mit einer Bedingung verknüpft: Ihnen vorausgehen muss eine solide Recherche der Kultur, in der sie spielen. Dies ist sowohl dem Vermeiden von Klischees, wie dem Respekt gegenüber jenen Kulturen geschuldet.
Vor allem erwächst daraus die große Stärke von Indianerbüchern: Sie eröffnen einen anderen Blick auf die Welt. In ihnen ist die Umwelt rätselhaft und gefährlich, von scheinbar übernatürlichen Kräften durchdrungen – die aber nie explizit auftreten, sondern im Kopf der Protagonisten wohnen und ihr Denken und Handeln beeinflussen.
Abenteuer brauchen keine Drachen
Dies gilt auch für die materielle Welt der Handlung, in der nicht einfach konsumiert werden kann, sondern alles aus eigener Kraft und mit Erfindungsreichtum hergestellt werden muss. Pfeil und Bogen sind keine quasimagischen, über Generationen vererbten Elfenwaffen oder Schwerter von der Stange, sondern echte, aus dem passenden Holz und Stein- oder Knochenspitzen mit erlernter Kunstfertigkeit gemachte Objekte.
Wie in der realen Welt ist ihr Einsatz nicht leicht. Der Pfeil trifft mit Glück und Übung das Reh, das aus blanker Not gejagt wird. Das waidwunde Tier aber fällt nicht tot um, sondern schleppt sich davon, leidet, muss eingeholt und erlegt werden. Und wenn sich die Waffen gegen Feinde richten, dann ist der Kampf mühevoll und höchst riskant, denn sogar eine kleine Verletzung kann letztlich zum Tod führen.
Der Kampf bringt einerseits Anerkennung und schützt die eigene Gruppe. Andererseits ist er lebensgefährlich und kann er eine Blutsfehde entzünden. Das bedeutet: Die eigene Handlung hat sowohl unmittelbare persönliche als auch langfristige gesellschaftliche Konsequenzen.
An Spannung mangelt es also nicht – vorausgesetzt, man beherrscht sein Schreibhandwerk und hat sich solide Kenntnisse über das Thema angeeignet.
Für Abenteuer eignen sich alle Zeiten, selbst die Gegenwart
Nicht nur das alte Amerika, auch das alte Europa bietet reichlich Stoff für Abenteuer, die der Jagd auf Drachen und mystischer Zauberei in nichts nachstehen. Auch hier ist nicht die Kunst, Wunschbilder von Päpstinnen und Piratinnen herbeizuschreiben, sondern mit Wissen über die mittelalterliche Gesellschaft, über Essen, Rüstungen, Bauwerke und allem, was sonst so Spaß macht, Kristallisationskerne für Spannung und Abenteuer zu finden. Nichts davon muss in einem pädagogischen Stil abgefasst sein.
Die Details werden natürlich in die Handlung eingewoben, bieten dadurch unbemerkt Unterricht in Alltagsgeschichte und machen es erfahrbar, dass unsere nur scheinbar so selbstverständliche Sicht der Dinge nur eine Sicht von zahllosen ist.
Selbst Geschichten aus der jüngeren Vergangenheit können fesseln: Tom Sawyer spielt keine zweihundert Jahre entfernt – dennoch ist die Gesellschaft, die Art zu denken, miteinander umzugehen, eine gänzlich andere.
Ganz ohne Zauberei und Elfen ermöglichen diese Romane ein Eintauchen in eine andere Welt. Ungerechtigkeit selbst wird erfahrbar, nicht nur wohlfeil Kritik nachgeblökt, und das auf einer menschlichen Ebene, nicht anhand ideologisch gefärbter Plattitüden.
Ganz und gar nicht nur gute Unterhaltung – sondern wichtiger denn je
Und damit ist eine wesentliche Funktion von realen Abenteuergeschichten benannt. Solche Romane sind, wenn sie gut recherchiert aufgezogen und exzellent geschrieben werden, mehr als spannende Unterhaltung. Sie zeigen Grenzen auf: Eine zierliche Person kann keinen gewichtigen Gegner nebenbei im Faustkampf besiegen. Sie muss ihre Schwäche berücksichtigen und nach alternativen Lösungswegen für die Herausforderung suchen.
Sie muss aus eigener Kraft psychische oder physische Stärke und Standhaftigkeit, aber auch Schlauheit entwickeln. Sie erschüttern festgefügte Annahmen über unsere Geschichte, ja, über Gut und Böse in der Historie. Neben den realen Grenzen des Selbst vermitteln historische Geschichten und solche aus der Gegenwart auch eine andere, uns fremdartig vorkommende, aber reale Mentalität. Ihre moralischen Ideale können den unsern völlig fremd sein, aber aus ihrer Sicht handelt sie "gut".
Damit kann nicht nur Begeisterung für die Vergangenheit, sondern auch Wertschätzung für die Errungenschaften der Gegenwart geweckt werden. Und dies sind Errungenschaften, die dringend der Wertschätzung bedürfen, denn wenn wir uns ihrer nicht bewusst sind, werden wir auch nicht für ihren Erhalt kämpfen.
Hinzu kommt kritisches Denken, das Hinterfragen von als gegeben akzeptierten Annahmen. Abenteuer weiten unbewusst den Blick für das Andere, für Erklärungen hinter scheinbar unverständlichen Geschehnissen. Sie fördern Empathie und Resilienz anstelle von Empfindlichkeit. Für eine demokratische, freiheitliche Gesellschaft ist dies wichtiger denn je.
Realität verpflichtet
Das kann gute Fantasy zwar auch. Aber sie ist weit entfernt von unserer realen Welt und hat dadurch ihre eigenen Chancen und Möglichkeiten – aber eben andere als die reale Abenteuergeschichte. Wo Fantasy beliebig sein kann, müssen sich Abenteuergeschichten auf realer Grundlage an der Realität messen lassen.
Dabei kommt es nicht darauf an, dass jeder Knopf in der mit den richtigen Stichen angenäht wurde. Sondern darum, dass die Protagonisten sich nach den gleichen Naturgesetzen richten müssen wie wir, die gleiche Verantwortung wie wir für ihr Handeln tragen, im Guten wie im Schlechten.
Abenteuergeschichten haben es verdient, als spannendes Genre gelesen zu werden.
Ruben Wickenhäuser, Jahrgang 1973, studierte Geschichte und Biologie. Nach seinen Indianerbuch-Erstlingswerken veröffentlichte er historische Romane und Sachbücher. Im Autorenteam der ältesten Science Fiction-Serie der Welt, Perry Rhodan NEO, schreibt er seit sieben Jahren und bekommt herausragende Rezensionen, zuletzt für seinen Pilotband der Staffel 370. Er ist Vice Chair der Bewerbung Nürnbergs für Worldcon 2028 [3].
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Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/tp/article/Political-Correctness-schadet-Kulturen-und-Solidaritaet-11103852.html [2] https://youtu.be/p7eLzpBmtYA [3] https://www.uhusnest.de/
Software ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck: Plädoyer für mehr Fachlichkeit
Von Heise — 07. Februar 2026 um 09:07
(Bild: LanKS/Shutterstock.com)
Zu viele Teams diskutieren über Technologien statt über Probleme. Es ist an der Zeit, den Fokus wieder auf die Fachlichkeit zu richten.
Wir entwickeln Software nicht, weil es so schön ist. Wir entwickeln sie, um fachliche Probleme zu lösen. Diese Unterscheidung klingt banal, aber sie geht in der täglichen Arbeit vieler Teams verloren. Ich beobachte seit Jahren, wie Diskussionen in Entwicklungsteams ablaufen: Es geht um Frameworks, um Architekturstile, um die neueste Technologie. Es geht darum, ob man besser auf Microservices oder auf einen Modulithen setzt, ob man dieses oder jenes Tool verwendet, ob die Code-Coverage hoch genug ist. Worüber erstaunlich selten gesprochen wird: das fachliche Problem, das die Software eigentlich lösen soll.
Das ist kein Zufall und keine Nachlässigkeit. Es ist ein strukturelles Problem unserer Branche. Wir haben uns so sehr an technische Debatten gewöhnt, dass wir gar nicht mehr merken, wie weit wir uns von der eigentlichen Aufgabe entfernt haben. Dieser Artikel ist ein Versuch, das sichtbar zu machen – und ein Plädoyer dafür, den Blick wieder auf das Wesentliche zu richten.
Der Technologie-Tunnelblick
Warum reden wir lieber über Technologie als über Fachlichkeit? Die Antwort ist unbequem, aber nachvollziehbar: Technologie ist greifbar. Sie lässt sich vergleichen, messen, bewerten. Man kann Benchmarks lesen, Dokumentationen studieren, Tutorials durcharbeiten. All das passiert in einer Welt, die Entwicklerinnen und Entwickler kennen und kontrollieren.
Fachliche Probleme sind anders. Sie sind oft vage formuliert, widersprüchlich, und sie erfordern Gespräche mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen – nicht im linguistischen Sinne, sondern im Sinne von Denkweisen und Prioritäten. Eine Fachexpertin interessiert sich nicht dafür, ob das System auf Kubernetes läuft. Sie will wissen, ob es ihre Arbeit erleichtert. Das sind verschiedene Welten, und die Brücke zwischen ihnen zu bauen, ist anstrengend.
Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Die Branche belohnt technische Expertise stärker als Domänenwissen. Wer sich mit der neuesten Technologie auskennt, gilt als kompetent. Wer die Fachdomäne einer Versicherung oder eines Logistikunternehmens versteht, wird selten auf Konferenzen eingeladen. Das prägt, worauf Entwicklerinnen und Entwickler ihre Energie richten. Und so entstehen Teams, die technisch auf der Höhe der Zeit sind, aber nicht wirklich verstehen, welches Problem sie lösen.
Architekturstile als Glaubensfragen
Nirgends zeigt sich der Technologie-Tunnelblick deutlicher als in der Debatte um Architekturstile. Nehmen Sie die Diskussion um Microservices versus Monolith. In den 2010er-Jahren galt es fast als Naturgesetz, dass Microservices die bessere Wahl sind. Wer einen Monolithen baute, musste sich rechtfertigen. Wer Microservices einsetzte, galt als modern.
Aber was ist eigentlich die fachliche Begründung für Microservices? Im Kern geht es darum, Teile eines Systems unabhängig voneinander entwickeln, deployen und skalieren zu können. Das ist sinnvoll, wenn unterschiedliche Teams an verschiedenen Teilen arbeiten, wenn diese Teile unterschiedliche Lebenszyklen haben, wenn sie unterschiedlich stark genutzt werden. Es ist weniger sinnvoll, wenn ein kleines Team ein überschaubares System baut, bei dem alles zusammenhängt.
Trotzdem entscheiden sich Teams für Microservices, ohne diese Fragen zu stellen. Die Entscheidung fällt nicht auf Basis der Domäne, sondern auf Basis dessen, was gerade als Best Practice gilt. Das Ergebnis sind verteilte Systeme mit all ihrer Komplexität (Netzwerkkommunikation, Eventual-Consistency, Debugging über Servicegrenzen hinweg, …), ohne dass diese Komplexität durch einen fachlichen Nutzen gerechtfertigt wäre.
Die Architektur sollte aus der Domäne folgen, nicht umgekehrt. Wenn das fachliche Problem eine klare Trennung von Verantwortlichkeiten nahelegt, können Microservices die richtige Antwort sein. Wenn das Problem überschaubar ist und die Teile eng zusammenhängen, ist ein gut strukturierter Monolith oft die bessere Wahl. Aber diese Abwägung findet zu selten statt. Stattdessen wird der Architekturstil zur Glaubensfrage, losgelöst von der Realität des Problems.
Prinzipien ohne Kontext
Ähnlich verhält es sich mit Design-Prinzipien. DRY, SOLID, Clean-Code: Diese Begriffe kennt jede Entwicklerin und jeder Entwickler. Sie werden in Büchern gelehrt, in Code-Reviews eingefordert, in Vorstellungsgesprächen abgefragt. Aber sie werden oft so behandelt, als wären sie universelle Gesetze, die immer und überall gelten.
Nehmen Sie DRY (Don't Repeat Yourself). Das Prinzip besagt, dass jede Information im System nur einmal repräsentiert sein sollte. Das klingt einleuchtend. Duplikation führt zu Inkonsistenzen, erschwert Änderungen, erhöht die Fehleranfälligkeit. Soweit die Theorie.
In der Praxis führt die dogmatische Anwendung von DRY oft zu einem anderen Problem: falschen Abstraktionen. Zwei Stellen im Code sehen ähnlich aus, also werden sie zusammengefasst. Aber allzu oft sehen sie nur zufällig ähnlich aus, fachlich haben sie nichts miteinander zu tun. Doch nun sind sie gekoppelt, und wenn sich eine Stelle ändern muss, muss die Abstraktion angepasst werden, die auch die andere Stelle betrifft. Die vermeintliche Vereinfachung wird zur Komplexitätsfalle.
Die Frage, ob Duplikation akzeptabel ist, lässt sich nicht ohne fachlichen Kontext beantworten. Wenn zwei Codestellen dasselbe fachliche Konzept repräsentieren, sollten sie zusammengeführt werden. Wenn sie verschiedene Konzepte repräsentieren, die nur zufällig gleich implementiert sind, sollten sie getrennt bleiben. Aber diese Unterscheidung erfordert ein Verständnis der Domäne – und genau das fehlt oft.
Dasselbe gilt für SOLID, für Clean-Code-Regeln, für jedes Prinzip. Sie sind Heuristiken, keine Gesetze. Ihr Nutzen hängt vom Kontext ab. Eine Klasse mit mehr als 200 Zeilen ist nicht automatisch schlecht. Eine Methode mit drei Parametern ist nicht automatisch besser als eine mit fünf. Es kommt darauf an, was die Klasse oder Methode tut, welches fachliche Konzept sie repräsentiert, wie sie verwendet wird. Wer Prinzipien ohne Kontext anwendet, optimiert für technische Metriken statt für fachliche Klarheit.
Falscher Maßstab für Qualität
Apropos Metriken: Auch bei der Qualitätsmessung zeigt sich der Technologie-Tunnelblick. Test-Coverage ist das prominenteste Beispiel. Eine hohe Coverage gilt als Zeichen guter Qualität. Teams setzen sich Ziele: 80 Prozent, 90 Prozent, manchmal 100 Prozent. Tools visualisieren die Abdeckung, Dashboards zeigen Trends, Code-Reviews fordern Tests für jede neue Zeile.
Aber was misst Test-Coverage eigentlich? Sie misst, wie viel Code von Tests ausgeführt wird. Sie misst nicht, ob die richtigen Dinge getestet werden. Sie misst nicht, ob die Tests sinnvolle Szenarien abdecken. Und sie misst schon gar nicht, ob die Software das fachliche Problem löst.
Es ist möglich, 100 Prozent Coverage zu erreichen und trotzdem eine Software zu haben, die am Bedarf vorbeigeht. Die Tests prüfen, dass der Code macht, was er macht, aber niemand hat jemals geprüft, ob das, was er macht, auch das Richtige ist. Die Anforderungen waren missverstanden, die Domäne war nicht durchdrungen, die Gespräche mit den Fachexpertinnen und Fachexperten haben nicht stattgefunden. Der Code ist technisch einwandfrei und fachlich wertlos.
Ähnlich verhält es sich mit statischen Analysen, Linting-Regeln, Komplexitätsmetriken. Sie alle messen technische Eigenschaften des Codes. Sie können helfen, bestimmte Probleme zu vermeiden. Aber sie können nicht messen, was wirklich zählt: ob die Software das richtige Problem auf die richtige Weise löst. Wer sich auf diese Metriken verlässt, verwechselt technische Sauberkeit mit fachlicher Qualität.
Die Fachlichkeit zurückholen
Wie lässt sich der Fokus verschieben? Es gibt Ansätze, die dabei helfen können: Domain-Driven Design (DDD), Event-Storming, Domain-Storytelling & Co. Sie alle haben gemeinsam, dass sie die Fachlichkeit in den Mittelpunkt stellen. Sie fordern, dass Entwicklerinnen und Entwickler mit Fachexpertinnen und Fachexperten sprechen, dass der Code die Sprache der Domäne spricht, dass Architekturentscheidungen aus dem fachlichen Kontext abgeleitet werden.
Aber hier lauert eine Falle: Auch diese Ansätze können zum Selbstzweck werden. Ich habe kürzlich darüber geschrieben, wie Domain-Driven Design dieses Schicksal ereilt hat [1]. Die Kernbeobachtung: DDD wurde akademisiert. Was als einfache Idee begann („verstehe die Domäne und sprich die Sprache des Business“) ist zu einem Katalog von Patterns geworden, über den Entwicklerinnen und Entwickler diskutieren, statt mit Fachexpertinnen und Fachexperten zu reden.
Das ist bezeichnend. Selbst ein Ansatz, der explizit den Fachfokus propagiert, wurde von uns als Branche in etwas Technisches verwandelt. Wir diskutieren, ob etwas ein Aggregat oder eine Entity ist, statt zu fragen, wie die Fachleute das Konzept nennen. Wir zeichnen Bounded-Context-Diagramme, statt die Grenzen aus der Domäne abzuleiten. Wir lernen die Patterns auswendig, statt die Domäne zu verstehen. Der Sog der Technologie ist so stark, dass er selbst Ansätze vereinnahmt, die gegen ihn gerichtet sind.
Die Lösung liegt nicht in neuen Methoden oder besseren Tools. Sie liegt in einer Haltungsänderung. Wir müssen akzeptieren, dass die schwierige Arbeit, also die Gespräche mit Fachexpertinnen und Fachexperten, das Ringen um Verständnis, das Aushalten von Unsicherheit, nicht durch Technik ersetzt werden kann. Wir müssen den Mut aufbringen, weniger über Frameworks zu reden und mehr über Probleme. Wir müssen uns eingestehen, dass technische Eleganz kein Wert an sich ist, wenn sie nicht im Dienst der Fachlichkeit steht.
Software als Werkzeug, nicht als Kunstwerk
Softwareentwicklung ist angewandte Problemlösung. Wir werden nicht dafür bezahlt, schönen Code zu schreiben. Wir werden dafür bezahlt, Probleme zu lösen. Das klingt banal, aber es hat weitreichende Konsequenzen.
Es bedeutet, dass die beste Architektur nicht die eleganteste ist, sondern die, die das fachliche Problem am besten adressiert. Es bedeutet, dass Prinzipien und Patterns Werkzeuge sind, keine Ziele. Es bedeutet, dass technische Schulden manchmal akzeptabel sind, wenn sie die schnellere Lösung eines dringenden fachlichen Problems ermöglichen. Es bedeutet, dass wir unseren Erfolg nicht an Coverage-Zahlen oder Clean-Code-Metriken messen sollten, sondern daran, ob die Software ihren Zweck erfüllt.
Das erfordert ein Umdenken. Es erfordert, dass wir unsere Komfortzone verlassen und uns auf das einlassen, was unbequem ist: die Kommunikation mit Menschen, die anders denken als wir. Es erfordert Demut, also die Einsicht, dass wir als Entwicklerinnen und Entwickler nicht die Expertinnen und Experten für die Domäne sind, auch wenn wir gerne so tun. Es erfordert Pragmatismus, also die Bereitschaft, technisch suboptimale Lösungen zu akzeptieren, wenn sie fachlich besser passen.
Ich plädiere nicht dafür, technische Qualität zu ignorieren. Guter Code ist wichtig. Saubere Architektur ist wichtig. Tests sind wichtig. Aber all das ist Mittel zum Zweck, nicht Selbstzweck. Wenn wir das vergessen, bauen wir technisch ausgefeilte Systeme, die niemand benötigt. Wir optimieren für Metriken, die nichts aussagen. Wir führen Debatten, die nichts bringen.
Die Frage, die wir uns in jedem Projekt, bei jeder Entscheidung stellen sollten, ist einfach: Hilft das, das fachliche Problem besser zu lösen? Wenn ja, machen wir weiter. Wenn nein, sollten wir innehalten und uns fragen, ob wir gerade der Technologie dienen oder der Fachlichkeit. Die Antwort darauf bestimmt, ob wir Softwareentwicklung als Handwerk betreiben oder als Selbstzweck.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11162596
Links in diesem Artikel: [1] https://www.heise.de/blog/Wendet-man-DDD-auf-DDD-an-bleibt-kein-Domain-Driven-Design-uebrig-11102739.html [2] mailto:rme@ix.de
Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche
Von Heise — 07. Februar 2026 um 09:04
(Bild: Natalia Klenova/Shutterstock.com)
Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Elastic, KubeLB, JetBrains, Neos, GitHub, Slint, OpenMP, Google und Accessibility.
In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:
Das Motto des neuen Release Elastic 9.3 [1] lautet „Automate everything“. Dafür bringt das Update der Elasticsearch-Plattform eine Reihe von Neuerungen, durch die Entwicklerinnen und Entwickler mit ihren Daten chatten und maßgeschneiderte KI-Agenten konfigurieren können. Während der Elastic Agent Builder als generell verfügbar gilt, starten die auf Automatisierung ausgelegten Elastic Workflows als Technical Preview.
Kubermatic rüstet KubeLB 1.3 [2] für die im Kubernetes-Ökosystem anstehende Migration von Ingress zur Gateway API. Das Load-Balancing-Tool erhält dazu ein automatisiertes Konvertierungstool als Beta-Funktion. In das neue Release fließen darüber hinaus einige Verbesserungen für die Supply Chain Security ein. KubeLB wartet zudem erstmals mit einer Web Application Firewall (WAF) auf, die zunächst aber noch im Alpha-Status Kunden der Enterprise Edition vorbehalten bleibt.
JetBrains Console [3] ist nun für JetBrains-Kunden mit einem kommerziellen Abo mitsamt KI-Lizenz verfügbar. Die Konsole ermöglicht eine erweiterte KI-Verwaltung und KI-Analytics für Unternehmen. Diese können damit beispielsweise die KI-Kosten auf Unternehmens- oder Teamebene verwalten.
Mit verschiedenen Verbesserungen im Bereich User Experience und Editing hat die Neos Foundation ihr Open-Source-CMS Neos 9.1 veröffentlicht [4]. Der CKEditor ist nun nativ integriert, und es gibt neue Toolbars und Formatierungsoptionen. Die nächste große LTS-Version Neos 9.3 soll ebenfalls noch in diesem Jahr erscheinen.
GitHub hat die generelle Verfügbarkeit von GPT-5.2-Codex [7] für Copilot Enterprise, Copilot Business, Copilot Pro und Copilot Pro+ bekannt gegeben. Developer können das Modell über den Copilot-Chat auch aus den Entwicklungsumgebungen Visual Studio Code, Visual Studio, JetBrains, Xcode und Eclipse heraus nutzen.
Das UI-Framework Slint liegt in Version 1.15 vor [8]. Das Entwicklungsteam hat Layouts mit dynamischen Rastern eingeführt und ermöglicht Zwei-Wege-Bindings für Structs. Über den Slint-Compiler lassen sich zudem Typ-Hinweise für Python hinzufügen.
Python soll die vierte durch das OpenMP API offiziell unterstützte Sprache werden [9]. Dazu hat das OpenMP Architecture Review Board (ARB) einen koordinierenden Unterausschuss eingerichtet, um Python der API-Spezifikation ab Version 7 zuzufügen. Als neues Mitglied im OpenMP ARB soll Anaconda, Anbieter der gleichnamigen Python-Distribution, die Bemühungen aktiv vorantreiben.
Google bündelt die Dokumentation vieler seiner Tools und Dienste in einer Knowledge-API [10], die auch für LLMs zugänglich ist, nämlich über einen MCP-Server. Die Sammlung bietet beispielsweise Infos zu Android, Google Cloud, KI, TensorFlow, Firebase und weitere. Für den Zugang ist ein API-Key über Google Cloud erforderlich.