HomeKit, hier in alter Version von 2017.
(Bild: Apple)
Es ist soweit: Apple dreht sein (ur)altes Smart-Home-Framework ab. Nutzer sollten damit wenig Probleme haben – eigentlich.
Nach diversen Ankündigungen [1] und jahrelanger Schonfrist [2] endet heute die Zeit für die sogenannte alte HomeKit-Architektur: Apple zwingt die gesamte Nutzerschaft nun zum Upgrade. Das hat einige Folgen, die aber zumeist nicht stören. Zudem lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass auch die neue Architektur längst wieder veraltet ist.
Apple hatte „HomeKit 2“ alias neue HomeKit-Architektur bereits Ende 2022 eingeführt. Damals gab es zunächst aber enorme Schwierigkeiten beim Umstieg [3]. Nach Bugfixes erschien das System dann endgültig mit iOS 16.4 [4]. Seither überließ es Apple seinen Usern, ob sie aktualisieren wollen oder nicht.
Ohne Aktualisierung konnte es allerdings sein, dass der Zugriff auf das eigene Heim blockiert oder neuere Geräte nicht mehr funktionierten. Sicherheits- und Leistungsverbesserungen, die die „neue“ Architektur enthält, wurden dann ebenfalls nicht umgesetzt. Hinzu kam Support für weitere Geräte wie smarte Staubsauger und die sogenannte Aktivitätenliste, die unter anderem Alarmmeldungen [5] umfasst.
Nachteile der neuen HomeKit-Architektur gibt es wenige. So müssen die Geräte aktuell genug sein – das sind sie aber längst. Die neue HomeKit-Architektur wird über die Home-App eingespielt und benötigt mindestens iOS oder iPadOS 16.2, macOS 13.1, tvOS 16.2 oder watchOS 9.2. All diese Versionen sind wiederum veraltet und – wichtig – unsicher, da sie ungepatchte Lücken enthalten.
Mit der neuen HomeKit-Architektur, die auch bei der Matter-Unterstützung hilft, fiel auch ein Feature weg: iPads können offiziell nicht mehr als Homehub (Steuerzentrale) dienen. Zuvor war dies noch möglich, solange das Tablet mit Strom versorgt wurde. Nun ist die Funktion nur noch mit HomePod, HomePod mini und Apple TV umsetzbar. Zuletzt hatte der HomePod 2 sein dreijähriges Jubiläum ohne Update [6] gefeiert. Der HomePod mini ist noch älter. Wann Apple eine dritte neue HomeKit-Architektur umsetzt, bleibt unklar. Die aktuelle hat immer noch Probleme mit der Zuverlässigkeit [7] und schaltet nicht selten langsamer, als Nutzer sich das wünschen.
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[1] https://www.heise.de/news/Neue-HomeKit-Architektur-Apple-verlaengert-Gnadenfrist-11044352.html
[2] https://www.heise.de/news/HomeKit-2-Apple-wagt-neuen-Anlauf-mit-iOS-16-4-8149933.html
[3] https://www.heise.de/news/HomeKit-Debakel-Apple-stuft-Upgrade-intern-angeblich-als-Riesenproblem-ein-7446264.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Tipps-zu-iOS-16-4-Co-Wie-Sie-die-Neuerungen-nutzen-8145010.html
[5] https://support.apple.com/de-de/105011
[6] https://www.heise.de/news/HomePod-2-Unschoenes-Jubilaeum-11166607.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/Zehn-Jahre-HomeKit-Wie-sich-Apples-Smart-Home-Plattform-entwickelt-hat-9959346.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Tim Cook bei einer Produktvorstellung in Cupertino.
(Bild: Apple / Screenshot YouTube)
Zuletzt hatte es schwere Kritik an der Teilnahme des Apple-Chefs an einer Filmvorführung mit dem US-Präsidenten gegeben. Nun äußert er sich dazu.
Nach schwerer Kritik an der Teilnahme an einer Veranstaltung mit US-Präsident Donald Trump [1] nach den Vorfällen in Minnesota, bei denen Mitglieder der US-Grenzpolizei zwei Menschen erschossen hatten, hat sich Apple-CEO Tim Cook erneut zu dem Thema geäußert. Die Ansprache erfolgte im Rahmen eines All-Hands-Meetings des iPhone-Herstellers in der vergangenen Woche, bei dem sich der Konzernchef auch zum 50. Apple-Geburtstag im April sowie seinen Rentenplänen geäußert [2] hatte. Laut dem Redetext, der mittlerweile bekannt [3] wurde, sagte Cook, er habe von einigen der Mitarbeiter gehört, sie hätten Angst davor, ihre Wohnungen zu verlassen. „Niemand sollte sich so fühlen.“ Damit sprach der Apple-Chef über das stark umstrittene Vorgehen der US-Behörden, die in zahlreichen US-Großstädten Razzien unter Migranten durchführen, um diese abzuschieben.
Einwanderung sei wichtig für Apple. so Cook. „Jeder sollte mit Würde und Respekt behandelt werden, egal wo er herkommt.“ Die Firma sei, so lange er sich erinnern könne, schlauer, weiser und innovativer, weil sie „die besten und klügsten Menschen aus der ganzen Welt“ anziehe. Er werde daher weiter für Einwanderer lobbyieren bei der US-Regierung und den Abgeordneten. „Sie haben mein Wort.“
Er sei dankbar, „bei einer Firma zu arbeiten, wo wir [die Werte von Würde und Respekt für alle] vertreten“. Apple stehe zudem für Bildung und die Ausweitung der Möglichkeiten der Menschen. „Wir stehen für Privatsphärenschutz, den Schutz der Umwelt. Diese Werte haben uns immer angeleitet und werden das immer tun.“
Cook hatte zuvor intern viel Mitarbeiterschelte bekommen. Besonders ein Memo Cooks war kritisiert worden. Darin gab er zwar an „zutiefst erschüttert“ zu sein. Jetzt brauche es „Deeskalation“. Danach war er aber zu einer Filmvorführung mit US-Präsident Trump gegangen, um „gutes Gespräch“ zu führen.
In internen Apple-Foren und Slack-Chats gab es daraufhin Verärgerung – inklusive viel Sarkasmus. Mitarbeiter hätten sich besorgt gezeigt, das Cook mit dem US-Präsidenten verkehrte – mehr als je zuvor, so einer von ihnen laut einem US-Magazin. Cook war es in den vergangenen Jahren unter anderem gelungen, Apple vor neuen US-Zöllen zu bewahren, die das iPhone und andere Produkte, die in China und anderswo hergestellt [4] werden, stark verteuert hätten.
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[1] https://www.heise.de/news/Trump-Besuch-trotz-Gewalteskalation-Kritik-an-Apple-Chef-Tim-Cook-kocht-hoch-11157666.html
[2] https://www.heise.de/news/Tim-Cook-bei-All-Hands-Neues-zur-Rente-und-zu-Apples-50-Geburtstag-11169716.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-02-08/apple-readies-iphone-17e-new-siri-entry-level-ipad-ipad-air-and-macbook-pro-mldr3hpk
[4] https://www.heise.de/news/Bericht-Wie-Tim-Cook-es-schaffte-US-Zoll-Ausnahmen-fuers-iPhone-zu-bekommen-10357449.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Der Plan des Bundeswirtschaftsministeriums zum Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien gefährdet aus Sicht des DGB Nord zehntausende Arbeitsplätze in der Windbranche sowie viele Jobs in energieintensiven Industrien. "Dieser Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium von Katherina Reiche ist das Gegenteil von Planungs- und Investitionssicherheit" , sagte die DGB Nord-Vorsitzende Laura Pooth.
Aufgrund der neuen Verunsicherung drohe ein Teufelskreis: Der Ausbau der Erneuerbaren werde nicht nur gebremst, sondern auch teurer. Netzbetreiber würden ihre Netzausbauplanungen reduzieren und das führe zur weiteren Blockade neuer Windräder oder Solaranlagen. "In dieser Logik gewinnt immer das langsamste Pferd. Frau Reiche, als Bundeswirtschaftsministerin: Das kann nicht Ihr, das kann nicht unser Anspruch sein" , sagte Pooth.
Dem Gesetzentwurf der Ministerin zufolge sollen der Zubau von Anlagen besser mit dem Netzausbau synchronisiert und Kosten gesenkt werden. Derzeit könne der Netzausbau nicht mit dem Anlagenzubau Schritt halten. Deshalb komme es zur Vermeidung von Netzengpässen immer wieder zur sogenannten Abregelung von Wind- und Solaranlagen.
Wird die Leistung gedrosselt oder abgeschaltet, erhalten Betreiber bisher Entschädigungen, die jedes Jahr Milliarden kosten. Das will die Ministerin ändern. Besonders belastete Netzgebiete sollen als "kapazitätslimitiert" ausgewiesen werden können – im Falle von Abregelungen sollen an den entsprechenden Standorten für Neuanschlüsse keine Entschädigungen mehr zu zahlen sein.
Die Gewerkschaftschefin erinnerte an das Vorgehen des damaligen Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier (CDU), das vor gut zehn Jahren zehntausende Arbeitsplätze in der Solar- und Windbranche gekostet habe. Jetzt drohe wieder ein solches Szenario, mit der Folge, dass teure Gaskraftwerke viel länger laufen müssten als nötig. Reiche (CDU) war vor ihrem Wechsel an die Spitze des Bundeswirtschaftsministeriums Geschäftsführerin der Eon-Tochter Innogy Westenergie.

Überwachungskameras für den Innenbereich bieten viele Vorteile. Sie dienen nicht nur zur Überwachung von Haus oder Wohnung bei Abwesenheit, sondern können auch verwendet werden, um Kinder, Haustiere oder Handwerker im Blick zu behalten. Ein Modell von Blink, das sich auf die wichtigsten Funktionen konzentriert und damit auch für Einsteiger leicht zu bedienen ist, ist bei Amazon zurzeit besonders günstig.
Die Überwachungskamera Blink Mini findet mit ihrer kompakten Größe von nur 50 × 49 × 36 Millimetern überall einen Platz. Sie wird mit einem stabilen Ständer geliefert, an dem sie mit wenigen Handgriffen befestigt ist. Anschließend muss sie nur noch mit dem ebenfalls mitgelieferten Netzteil ans Stromnetz angeschlossen und mit dem WLAN verbunden werden, um einsatzbereit zu sein. Zur Betrachtung der Aufnahmen dient die Blink-Home-Monitor-App, die für Android- und iOS-Geräte kostenlos zur Verfügung steht.
Mit HD-Videos und Nachtsicht liefert die Überwachungskamera von Blink rund um die Uhr scharfe Bilder, die ein diagonales Sichtfeld von 110° abdecken. Je nach Standort bietet sie damit einen guten Überblick über die wichtigsten Bereiche des Raumes.
Sobald die Kamera eine Bewegung erkennt, sendet sie eine Benachrichtigung an das Smartphone, so dass Nutzer stets über Ereignisse in den eigenen vier Wänden informiert bleiben. Bewegungserfassungszonen können in der App individuell angepasst werden, damit die Kamera nur auf das reagiert, was wirklich wichtig ist.
Über Mikrofon und Lautsprecher der Kamera ist auch eine direkte Kontaktaufnahme möglich, um Besucher zu begrüßen, Anweisungen zu erteilen oder Eindringlinge abzuschrecken. Zusätzlich unterstützt sie Sprachsteuerung mit Alexa, wenn sie mit entsprechenden Geräten kombiniert wird.
Sollen die Aufnahmen der Kamera gespeichert werden, stehen zwei Methoden zur Auswahl: Mit dem kostenpflichtigen Blink-Abo erhalten Nutzer Zugriff auf einen Cloudspeicher und weitere Funktionen wie eine intelligente Personenerkennung. Ein 30-tägiger Probezeitraum ist Teil des Angebotes. Wer eine lokale Speicherung bevorzugt, benötigt das separat erhältliche Sync Module 2, um Videos auf USB-Sticks zu sichern.
Amazon bietet die Überwachungskamera Blink Mini in Weiß oder Schwarz zurzeit für nur 14,99 Euro an, womit sie 42 Prozent unter dem Normalpreis liegt – ein Schnäppchen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
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Wer die perfekte Kombination aus TV und Streaming sucht, freut sich über den Valentins-Deal bei waipu.tv. Der Internet-TV-Dienst kombiniert sein Angebot mit dem Streamingdienst Disney+ und schnürt so ein Entertainment-Paket, das keine Wünsche offenlässt. Zum Valentinstag bietet waipu.tv das Bundle ein Jahr lang zum halben Preis an. Der Deal gilt allerdings nur noch bis zum 15. Februar. Daher sollten Interessenten nicht zu lange warten, da der Anbieter den Deal auch jederzeit vorzeitig beenden kann.
Mit dem Paket waipu.tv Perfect Plus haben Nutzer Zugriff auf mehr als 300 TV-Sender wie RTL oder Pro7 in gestochen scharfer HD-Qualität, darunter mehr als 70 Pay-TV-Sender. Zusätzlich bietet der Dienst Komfortfunktionen wie das Pausieren und spätere Fortsetzen von Livesendungen an. Mit der Option Restart springen Nutzer direkt an den Anfang der Sendung zurück und können diese noch einmal komplett anschauen. Für Aufnahmen steht ein Speicherplatz von 150 Stunden bereit. Zusätzlich steht neben dem Live-TV die waiputhek mit mehr als 40.000 Filmen, Serien und Shows rund um die Uhr zur Verfügung.
Im Paket gibt es waipu.tv Perfect Plus mit Disney+ . Hier haben Nutzer die Auswahl zwischen den Optionen Standard mit Werbung, Standard oder Premium, um Zugriff auf die Welten von Disney, Pixar, Star Wars und vieles Weitere zu bekommen. Mit waipu.tv können vier Streams parallel abgespielt werden, zusätzlich zwei weitere bei Disney+, beim Premium-Paket sogar vier weitere.
Im Rahmen des Valentins-Deals gibt es das Bundle aus waipu.tv Perfect Plus mit Disney+ jetzt im Jahrespaket zum halben Preis. Wer das günstigste Paket nimmt (Standard mit Werbung), zahlt ein Jahr lang nur noch 9,50 Euro im Monat. Das Standardpaket ohne Werbung wird für 10,74 Euro monatlich angeboten. Hier können auch Filme oder Serien heruntergeladen werden. Beide Pakete bieten die Inhalte in Full-HD-Auflösung.
Am besten aufgestellt sind Nutzer allerdings mit dem Paket Disney+ Premium . Hier können vier parallele Streams genutzt und Inhalte in 4K-Qualität genossen werden. Für einen perfekten Sound wird Dolby Atmos unterstützt. Für dieses Paket werden im Jahresabo ein Jahr lang nur noch 13 Euro im Monat fällig. Wer von den Konditionen profitieren und sich das beste Entertainment-Paket sichern möchte, sollte nicht zu lange warten und jetzt bei waipu.tv zuschlagen.
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Die KI des Bookmark Managers sucht Links, fasst Artikel zusammen oder hilft beim Aufräumen der Lesezeichen.
Nutzer des Online-Bookmark-Managers Raindrop.io [1] finden seit Kurzem einen unscheinbaren, mit „Fragen“ beschrifteten Knopf in der Bedienoberfläche vor. Dahinter verbirgt sich die Assistentin Stella. Sie soll die Lesezeichensammlung viel besser als eine Volltextsuche in ein durchsuchbares Gedächtnis verwandeln. Und das funktioniert erstaunlich gut. Fragt man zum Beispiel nach „Suche mir bitte alle Grundlagenartikel zu KI [2] heraus“, antwortet sie wie im Screenshot dargestellt mit den relevantesten Treffern.
Stella kann außerdem gespeicherte Artikel zusammenfassen, komplexe Inhalte in einfacher Sprache erklären und beim Aufräumen helfen – etwa Duplikate finden, Tags zusammenführen oder unsortierte Lesezeichen in passende Sammlungen verschieben. Bevor sie Änderungen an der Bibliothek vornimmt, fragt sie brav um Erlaubnis.
Die smarte Assistentin nutzt nach Angaben des Betreibers [3] OpenAIs quelloffenes GPT OSS 120B [4], das auf eigener Infrastruktur gehostet werde. Nutzerdaten würden die Server nicht verlassen und auch nicht zum Training verwendet. Die Assistentin greift für ihre Arbeit auf die statischen Kopien [5] zurück, die der Dienst vom Inhalt jedes gespeicherten Links anlegt. Dabei extrahiert er bis zu 300.000 Zeichen, wobei er auch PDF-Dateien berücksichtigt.
Stella befindet sich derzeit in der Beta-Phase und ist als Early Access exklusiv für Pro-Abonnenten (ab rund 28 US-Dollar pro Jahr) in der Web-App verfügbar. Neben Englisch werden unter anderem Spanisch, Chinesisch, Japanisch und Russisch unterstützt – Deutsch steht nicht auf der offiziellen Liste, funktionierte aber in unseren Tests reibungslos. Zusätzlich bietet Raindrop.io eine MCP-Schnittstelle an, über die sich die Lesezeichen-Bibliothek auch direkt aus ChatGPT oder Claude heraus nutzen lässt.
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[1] https://raindrop.io/
[2] https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
[3] https://help.raindrop.io/stella
[4] https://huggingface.co/openai/gpt-oss-120b
[5] https://help.raindrop.io/using-search
[6] https://www.heise.de/ct
[7] mailto:jo@ct.de
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(Bild: Pasuwan/shutterstock.com)
In einer neuen Studie ist Vite das beliebteste JavaScript-Tool und läuft webpack in der Nutzung fast den ersten Rang ab. Nur zwei Prozentpunkte trennen sie.
Die neueste Ausgabe der jährlichen Umfrage State of JavaScript [1] präsentiert die Antworten von mehr als 10.000 Entwicklerinnen und Entwicklern weltweit, die ihre beliebtesten sowie am häufigsten genutzten JavaScript-Tools mitteilen. React ist erneut das meistgenutzte Frontend-Framework und Vite wieder das beliebteste Tool insgesamt.
Das meistgenutzte Tool webpack kann dagegen wenig Begeisterung wecken, denn der Bundler gilt als schwerfällig, mühsam und veraltet – und Vite ist ihm in der Nutzungshäufigkeit eng auf den Fersen. Unter den Texteditoren sticht der neuere KI-Editor Cursor besonders hervor, kann es jedoch nicht mit Visual Studio Code aufnehmen.
Die Studie hat erneut nicht nur nach der Nutzung von JavaScript-Libraries gefragt, sondern auch nach den positiven, negativen oder neutralen Einstellungen, die Entwickler ihnen gegenüber hegen. Die Libraries sind in verschiedene Kategorien gruppiert, darunter Frontend- oder Backend-Frameworks sowie Build-Tools. Gesamtsieger in der Nutzungshäufigkeit ist der Bundler webpack, doch das Build-Tool Vite ist ihm auf Rang 2 eng auf den Fersen und hat in diesem Jahr React überholt.
Ein Blick auf die meistgenutzten Build-Tools zeigt, wie eng dieses Mal das Rennen um den ersten Platz war: webpack nutzen 86,4 Prozent der Teilnehmenden im Jahr 2025, während Vite mit 84,4 Prozent knapp dahinter liegt. Die Betrachtung über die letzten Jahre hinweg zeigt, dass sich die Schere zwischen webpack und Vite immer weiter schließt. In der Umfrage 2023 betrug der Unterschied zwischen den Tools noch 17 Prozent, 2024 nur noch acht Prozent.
(Bild: State of JavaScript 2025 [4])
Auf der Beliebtheitsskala steht Vite ganz oben: Unter denjenigen, die das Tool bereits verwendet haben, stehen ihm 56 Prozent positiv gegenüber, dagegen nur ein Prozent negativ. In den Freitext-Kommentaren zu Vite überschlagen sich die Lobeshymnen. Es sei einfach zu nutzen, die beste Technologie in seinem Bereich oder gar „die einzige Wahl im Jahr 2025“.
Am unbeliebtesten unter seinen Nutzern ist webpack: 37 Prozent der Befragten, die webpack einsetzen, bewerten es negativ. Lediglich 14 Prozent der webpack-User haben dem Tool gegenüber eine positive Einstellung. Die Freitext-Antworten bemängeln unter anderem, webpack sei „schwerfällig und veraltet“, habe „extrem langsame Kompilierungszeiten“ und die Konfiguration sei ein Albtraum. Andere Kommentare loben Vite oder Turbopack als bessere Alternativen.
Bei den Texteditoren liegt Microsofts Visual Studio Code in der Nutzung mit 84 Prozent weiterhin mit Abstand vorne. Auf dem zweiten Platz landet Cursor: 26 Prozent der Befragten verwenden die KI-gestützte Entwicklungsumgebung, die somit alteingesessene Entwicklungsumgebungen und Editoren wie JetBrains WebStorm oder Vim (jeweils 20 Prozent) verdrängt.
(Bild: State of JavaScript 2025 [5])
Nach den KI-Tools gefragt, die sie regelmäßig zum Schreiben von Code verwenden, nennen die Teilnehmenden in erster Linie ChatGPT [6], GitHub Copilot, Claude, Gemini und Cursor. Claude hat dabei einen deutlichen Sprung in der Nutzung vorzuweisen – mit einem Zuwachs um 22 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.
Diese und weitere Ergebnisse der Studie können Interessierte im Detail auf der Website zum State of JavaScript 2025 [7] betrachten. Auch die früheren Ergebnisse [8] der seit 2016 jährlich durchgeführten Umfrage sind auf der Website des Projekts zu finden.
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https://www.heise.de/-11170979
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[1] https://www.heise.de/thema/JavaScript
[2] https://enterjs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[3] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
[4] https://2025.stateofjs.com/en-US/libraries/build-tools/
[5] https://2025.stateofjs.com/en-US/other-tools/#text_editors
[6] https://www.heise.de/thema/ChatGPT
[7] https://2025.stateofjs.com/
[8] https://stateofjs.com/
[9] mailto:mai@heise.de
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(Bild: pncha.me/Shutterstock.com)
Das öffentliche Release verbessert Audio, Sprache, Debugging und die Developer Experience. Daneben lässt sich eine kostengünstigere Mini-Variante nutzen.
Knapp ein Jahr nach der Vorstellung der Developer Preview hat OpenAI im August 2025 die GA-Version (General Availability) der Realtime API veröffentlicht. Die Realtime API ist eine multimodale Schnittstelle, über die Audio- und Textdaten mit sehr geringer Latenz direkt mit einem Sprachmodell ausgetauscht werden können. Der Developer Day im Oktober 2025, einige Monate nach dem GA-Launch, brachte zusätzliche Neuerungen, darunter neue Tools, Preisänderungen und eine kleinere, schnellere Modellvariante.
Mit der GA-Version erweitert OpenAI die Möglichkeiten der Interaktion mit KI-Agenten deutlich. In einem Blogbeitrag [1] stellt das Unternehmen Anwendungsbeispiele von Partnern wie Zillow, T-Mobile, StubHub, Oscar Health und Lemonade vor, die die Vielfalt der Einsatzszenarien verdeutlichen. Die Anwendungsfelder reichen über klassische Sprachdialoge hinaus und ermöglichen sogenannte „hands-free Interaktionen“, bei denen Anwenderinnen und Anwender Text-, Sprach- und visuelle Eingaben flexibel kombinieren können. Die Realtime API ist dabei nicht ausschließlich als Voice-to-Voice-Lösung konzipiert, sondern als multimodales System, das Text, Audio und Bilder gleichermaßen als Eingaben akzeptiert. Sprachinteraktion stellt somit einen ergänzenden Kommunikationskanal neben weiteren Nutzungsformen dar.
Im Vergleich zur Developer Preview enthält die GA-Version der Realtime API zahlreiche technische Erweiterungen und Verbesserungen [2] in den Bereichen Modellarchitektur, Integration und Nutzbarkeit. Eine zentrale Änderung ist die Einführung einer Mini-Variante des Modells, die kosteneffizientere und schnellere Anwendungen ermöglicht. Die OpenAI-Website zeigt die Unterschiede zwischen gpt-realtime [3] und gpt-realtime-mini [4].
Die Audioqualität wurde deutlich überarbeitet: Die erzeugte Sprache klingt natürlicher und ausdrucksstärker, mit feineren Betonungen, flüssigeren Pausen und einer besseren Anpassung an Gesprächsverläufe. OpenAI hat hierfür zwei neue Stimmen eingeführt: „Cedar“ und „Marin“.
Auch die Fähigkeit zur Befolgung komplexer Anweisungen hat der Anbieter verbessert. Das Modell reagiert präziser auf System- und Entwickler-Prompts, und es kann Texte exakt vorlesen, alphanumerische Sequenzen korrekt wiedergeben und fließend zwischen Sprachen wechseln. Benchmark-Tests wie die Big Bench Audio Evaluation [7] weisen eine Steigerung der Genauigkeit (Accuracy) von rund 65 Prozent in der Beta-Version auf über 82 Prozent in der GA-Version aus:
(Bild: OpenAI [8])
Eine wesentliche Verbesserung betrifft die erweiterten rhetorischen Fähigkeiten des Modells. Die Realtime API kann Gesprächsverläufe nun flüssiger, natürlicher und kontextbewusster gestalten, indem sie Pausen, Betonungen und Gesprächsdynamik besser interpretiert. In diesem Zusammenhang führt OpenAI die Funktion der Conversation Idle Timeouts ein. Erkennt das Modell über einen definierten Zeitraum keine Eingabe, kann es automatisch Folgesätze wie „Sind Sie noch da?“ ausgeben, um den Gesprächsfluss aufrechtzuerhalten und dem Nutzer oder der Nutzerin ein aktives Gespräch zu signalisieren.
Darüber hinaus reagiert das Modell während längerer oder asynchroner Funktionsaufrufe mit Zwischentexten, beispielsweise „Ich warte noch auf das Ergebnis“, um Wartezeiten kommunikativ zu überbrücken und den Dialog lebendig zu halten. Diese Ergänzungen tragen dazu bei, die Interaktion natürlicher und konsistenter zu gestalten – insbesondere in Anwendungsfällen, in denen Echtzeit-Feedback und gesprochene Zwischenausgaben entscheidend für die Nutzererfahrung sind.
Zudem unterstützt die OpenAI Realtime API nun neben WebSocket und WebRTC auch das Session Initiation Protocol (SIP), was die direkte Integration in Telefonie- und Contact-Center-Systeme erleichtert.
Für Entwicklerinnen und Entwickler hat der Anbieter die Strukturen der Ereignis- („Event“-) und Nachrichten-Items überarbeitet, um Debugging und Fehlerbehandlung zu vereinfachen. Dieses Modell verfügt zudem inzwischen über EU-Datenresidenz, um europäischen Datenschutzanforderungen Rechnung zu tragen.
Vorgefertigte Werkzeuge wie Web-Search [9] oder Code Interpreter [10] sind derzeit noch nicht integriert, sodass Anwender sie selbst nachbauen müssen. Über die Implementierung des MCP-Servers (Model Context Protocol) ist es möglich, externe Tools in die Agentenlogik einzubinden. Damit lassen sich die Fähigkeiten eines Agenten relativ einfach erweitern und in bestehende Tools größerer Anwendungen integrieren. Diese Änderungen erhöhen insgesamt die Robustheit, Flexibilität und Praxistauglichkeit der API.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Modellparameter und Preisstrukturen [11] von gpt-realtime und gpt-realtime-mini.
| Modell | Kontextfenster (Token) | Maximale Ausgabe (Token) | Wissensgrenze | Eingabetypen | Ausgabetypen | Preis pro 1 Million Input-Token (Audio) | Preis pro 1 Million Output-Token (Audio) |
| gpt-realtime | 32.000 | 4.096 | Okt. 2023 | Text, Bild, Audio | Text, Audio | $ 32,00 (Cached: $ 0,40) | $ 64,00 |
| gpt-realtime-mini | 32.000 | 4.096 | Okt. 2023 | Text, Bild, Audio | Text, Audio | $ 10,00 (Cached: $ 0,30) | $ 20,00 |
Tabelle 1: Vergleich der Kernparameter beider Modelle; Kosten pro Million Token in US-Dollar ($)
Parallel zum GA-Release hat OpenAI auch die Developer Experience weiterentwickelt. Das Anfang 2025 vorgestellte Agents SDK unterstützt inzwischen die Realtime API und erleichtert die Erstellung interaktiver, multimodaler Agenten.
Es bietet standardisierte Integrationen für verschiedene Plattformen, darunter:
Diese Werkzeuge reduzieren den Infrastruktur- und Integrationsaufwand und ermöglichen es Entwicklern, sich auf Logik und Nutzererfahrung zu konzentrieren. In produktiven Umgebungen verbessert dies Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit, ohne tief in Streaming- oder Audioarchitekturen einsteigen zu müssen.
Im praktischen Einsatz lässt sich damit beispielsweise ein Voicebot mit minimalem Code realisieren, der während eines Live-Telefonats dynamisch Daten aus einer externen API abruft – ohne manuelle Arbeit an WebSocket- oder Netzwerkprotokollen. Mit dem Agents SDK können Programmierer die gesamte Implementierung, die ohne das Agents SDK beispielsweise 275 Zeilen [15] benötigen kann, elegant in weniger als 100 Zeilen JavaScript-Code schreiben, was eine Einsparung von mehr als 60 Prozent bedeutet. Das folgende Listing zeigt ein Beispiel:
import Fastify from 'fastify';
import dotenv from 'dotenv';
import fastifyFormBody from '@fastify/formbody';
import fastifyWs from '@fastify/websocket';
import {
RealtimeAgent,
RealtimeSession,
backgroundResult,
tool,
} from '@openai/agents/realtime';
import { TwilioRealtimeTransportLayer } from '@openai/agents-extensions';
import { z } from 'zod';
// Lese Umgebungsvariablen aus einer .env-Datei
dotenv.config();
const { OPENAI_API_KEY } = process.env;
if (!OPENAI_API_KEY) {
console.error('Fehlende Umgebungsvariable. Bitte definieren Sie diese in einer .env-Datei.');
process.exit(1);
}
// Initialisiere Fastify-Server
const fastify = Fastify();
fastify.register(fastifyFormBody);
fastify.register(fastifyWs);
// Tool zum Bewerten von Reisepreisen – entspricht der ursprünglichen Funktionalität
const bewerteReisePreisTool = tool({
name: 'bewerte_reise_preis',
description: 'Falls der Nutzer nach dem Preis der Reise fragt, nutze diese Funktion, um den Preis zu berechnen.',
parameters: z.object({
start: z.string().describe('Ort, von dem die Reise startet'),
ziel: z.string().describe('Ort, an dem die Reise endet'),
verkehrsmittel: z.string().describe('Verkehrsmittel für die Reise'),
dauer: z.number().describe('Dauer der Reise in Minuten'),
}),
execute: async ({ start, ziel, verkehrsmittel, dauer }) => {
const preis = Math.round(Math.random() * 10 * dauer);
console.log(`Der zufällige Preis für die Reise von ${start} nach ${ziel} mit ${verkehrsmittel} beträgt ${preis}€`);
return backgroundResult(`Der Preis für die Reise von ${start} nach ${ziel} mit ${verkehrsmittel} (Dauer: ${dauer} Minuten) beträgt ${preis}€.`);
},
});
// Erstelle den Agent mit deutschen Anweisungen
const agent = new RealtimeAgent({
name: 'Reise-Assistent',
instructions: 'Du bist ein hilfsbereiter Sprachassistent, der Fragen kurz und bündig beantwortet, ohne viel zu reden. Du hilfst hauptsächlich bei Reisefragen und Preisbewertungen.',
tools: [bewerteReisePreisTool],
});
// Route für eingehende Anrufe von Twilio
fastify.all(
'/incoming-call',
async (request, reply) => {
const twimlResponse = `<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<Response>
<Say language="de-De">Viel Spaß beim Testen des Sprachassistenten!</Say>
<Connect>
<Stream url="wss://${request.headers.host}/media-stream"/>
</Connect>
</Response>`;
reply.type('text/xml').send(twimlResponse);
},
);
// WebSocket route für die WebSocket-Verbindung zwischen Twilio und OpenAI
fastify.register(async (scopedFastify) => {
scopedFastify.get(
'/media-stream',
{ websocket: true },
async (connection) => {
console.log('Anrufer verbunden');
const twilioTransportLayer = new TwilioRealtimeTransportLayer({
twilioWebSocket: connection,
});
const session = new RealtimeSession(agent, {
transport: twilioTransportLayer,
model: 'gpt-realtime'
});
// Verbinde zur OpenAI Realtime API
await session.connect({
apiKey: OPENAI_API_KEY,
});
console.log('Verbunden mit der OpenAI Realtime API');
},
);
});
fastify.listen({ port: 3000 }, (err) => {
if (err) {
console.error(err);
process.exit(1);
}
console.log(`Server gestartet`);
});
Listing 1: Beispiel für einen kompakten Telefon-Assistenten mit dem Agents SDK
Das Listing demonstriert, wie sich mit dem Agents SDK ein Sprachassistent mit Echtzeitaudio in wenigen Zeilen umsetzen lässt. Ein Fastify-Server verarbeitet eingehende Anrufe und Audio-Streams über Twilio, während der mitgelieferte Transport-Layer die Verbindung zur OpenAI Realtime API herstellt. Ein Tool zur Bewertung von Reisepreisen wird über zod-Validierung eingebunden. Der Agent reagiert auf deutschsprachige Anweisungen und gibt kurze, prägnante Antworten.
Die Verarbeitung erfolgt ohne Medienbruch und mit minimaler Latenz: Sprache wird erkannt, verarbeitet und die Antwort direkt synthetisiert. Die gesamte Logik bleibt in einem kompakten, skalierbaren Serverprozess gebündelt und ist wartungsarm implementierbar.
Neben den funktionalen Erweiterungen gab es auch strukturelle Änderungen [16] im API-Design:
OpenAI-Beta: realtime=v1; Anfragen erfolgen ohne speziellen Header.Temperature zur Steuerung der Modellkreativitätresponse.text.delta zu response.output_text.delta)..added und .done zur feineren SynchronisierungTrotz der erheblichen Fortschritte der OpenAI Realtime API bestehen weiterhin einige zentrale Einschränkungen, die Entwicklerinnen und Entwickler bei der Planung ihrer Anwendungen berücksichtigen sollten.
Dem System liegt ein Large Language Model (LLM) zugrunde, das grundsätzlich darauf ausgelegt ist, aktiv zu interagieren. Diese Eigenschaft führt dazu, dass das Modell tendenziell eigeninitiativ auf Gesprächssituationen reagiert – auch dann, wenn das nicht ausdrücklich erwünscht ist.
Selbst bei klaren Anweisungen wie „Bitte nur antworten, wenn du namentlich angesprochen wirst“ oder „Höre nur zu“ beteiligt sich das Modell in Gruppengesprächen häufig unaufgefordert an der Unterhaltung, etwa wenn während einer Telefonkonferenz eine kurze Sprechpause entsteht.
Da jeder Input in der Realtime API nahezu unmittelbar mit einer Ausgabe beantwortet wird, lassen sich passive Notetaker-Szenarien, bei denen ein System lediglich zuhört und das Gespräch erst später zusammenfasst, nur eingeschränkt oder gar nicht realisieren. Für solche Anwendungsfälle bietet sich weiterhin eine manuelle Transkription über klassische Speech-to-Text-Verfahren an.
Auch in Mehrbenutzer-Situationen zeigen sich derzeit Grenzen. Das Modell kann häufig nicht eindeutig erkennen, an wen sich eine Aussage richtet, was bei Gesprächen mit mehreren Teilnehmenden zu Missverständnissen führen kann.
Ein weiterer Punkt betrifft die Kostenstruktur produktiver Anwendungen. Trotz der deutlichen Preissenkungen durch das Mini-Modell bleibt der Rechenaufwand für hochwertige Echtzeit-Audioverarbeitung ein entscheidender Faktor, der individuell bewertet werden sollte.
Zur Orientierung: Bei einem durchschnittlichen Gespräch mit etwa 140 Wörtern pro Minute und Teilnehmer entstehen in 30 Minuten rund 5.600 Token (oder 0,0056 Millionen) pro Richtung – also jeweils für Eingabe und Ausgabe.
Auf dieser Basis ergeben sich für beide Modelle die folgenden geschätzten Kosten:
| Parameter | gpt-realtime-mini | gpt-realtime | Preis der Beta- Version im Oktober 2024 |
| Kosten Audio-Input | 0,0056 × $ 10 = $ 0,056 | 0,0056 × $ 32 = $ 0,1792 | 0,0056 × $ 100 = $ 0,56 |
| Kosten Audio-Output | 0,0056 × $ 20 = $ 0,112 | 0,0056 × $ 64 = $ 0,3584 | 0,0056 × $ 200 = $ 1,12 |
| Gesamtkosten für 30 Minuten | $ 0,168 | $ 0,5376 | $ 1,68 |
Tabelle 2: Schätzung der Kosten pro Million Token nach Modell in US-Dollar ($)
Die Preise beider Modelle sind deutlich niedriger im Vergleich zur Beta-Version. Besonders das Mini-Modell ist sehr kosteneffizient und reduziert die Preise um 90 Prozent. Das eröffnet neue, kostensensible Einsatzbereiche. Trotzdem ist auch diese Variante sorgfältig für Szenarien zu prüfen, die dauerhaft hohe Audioverarbeitungsleistung erfordern – zum Beispiel dauerhafte Protokollbefragungen oder Meeting-Zusammenfassungen, bei denen ein Modell über längere Zeit „still“ mitschreibt.
Generell müssen Entwicklerinnen und Entwickler sorgfältig abwägen, welcher Modelltyp den Anforderungen ihrer Anwendung am ehesten gerecht wird und ob Realtime-Fähigkeiten wirklich einen Mehrwert bieten. Für eine Vielzahl moderner Use Cases, in denen sofortige, multimodale Interaktion und bidirektionale Sprachschnittstellen entscheidend sind, ist die Realtime API jedoch inzwischen praxistauglich und erschließt neue Möglichkeiten. Für klassische, rein textuelle Aufgaben genügt aber häufig weiterhin das Standard-Chatmodell.
Im Bereich multimodaler Echtzeitinteraktion ist OpenAI derzeit der führende Anbieter. Vergleichbare Entwicklungen gibt es bei Google (Gemini Live), Amazon (Nova Sonic) und Alibaba (Qwen3 Omni), die jedoch noch nicht in ähnlich großem Umfang verfügbar oder dokumentiert sind. Die OpenAI Realtime API ist auch über Microsoft Azure verfügbar und kann dort aufgrund der engen strategischen Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI zum gleichen Preis wie bei OpenAI direkt [17] genutzt werden.
Darüber hinaus bietet Microsoft seit Juli 2025 mit der Voice Live API [18] eine weiter abstrahierte Schnittstelle an, die zusätzliche Funktionen wie das Videostreaming digitaler Avatare via WebRTC umfasst. Die Voice Live API lässt sich in den Kategorien Pro, Basic und Lite betreiben und ist dabei sowohl mit Modellen von OpenAI als auch mit Microsoft-eigenen Modellen kombinierbar: In Voice Live Pro stehen unter anderem GPT-4o-Realtime, GPT-4o und GPT-4.1, in Voice Live Basic kleinere Varianten wie GPT-4o-Mini-Realtime, GPT-4o Mini und GPT-4.1 Mini zur Verfügung, während Voice Live Lite auf äquivalente Modelle wie GPT-4.1 Nano oder Phi setzt.
Ein Vergleich der aktuellen Preismodelle zeigt folgende Werte:
Während andere Anbieter noch frühe Sprache-zu-Sprache-Modelle erproben, stellt OpenAI mit der Realtime API bereits eine stabile Plattform mit ausgereiftem SDK und umfassender Entwicklerunterstützung zur Verfügung, wobei sich Preisunterschiede unter anderem durch Unterschiede in der Leistungsfähigkeit und Zielsetzung der zugrunde liegenden Modelle erklären lassen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Modelle unterschiedlicher Anbieter nicht zwangsläufig direkt miteinander vergleichbar sind.
Mit der GA-Version der Realtime API steht nun ein stabiler und konsolidierter Funktionsumfang zur Verfügung, der über frühe Sprache-zu-Sprache-Experimente hinausgeht. Durch die Unterstützung mehrerer Eingabeformen – Sprache, Text und Bild – sowie durch eine niedrige End-to-End-Latenz lassen sich Anwendungsszenarien umsetzen, die mit klassischen „Speech-to-Text à LLM à Text-to-Speech“-Architekturen nur eingeschränkt realisierbar sind. Gleichzeitig wurden mit der Weiterentwicklung des SDK, der klareren API-Struktur und den erweiterten Integrationsmöglichkeiten Hürden für die Umsetzung solcher Systeme reduziert.
Damit deckt die aktuelle Version der Realtime API zusätzliche Anwendungsfälle ab und erleichtert Entwicklerinnen und Entwicklern den Übergang von experimentellen Prototypen hin zu produktionsnahen, interaktiven Echtzeitanwendungen.
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[1] https://openai.com/index/introducing-gpt-realtime/
[2] https://developers.openai.com/blog/realtime-api/
[3] https://platform.openai.com/docs/models/gpt-realtime
[4] https://platform.openai.com/docs/models/gpt-realtime-mini
[5] https://enterjs.de/veranstaltung-88203-se-0-sprachinterfaces-bauen-zwischen-llm-hype-und-realitaet.html?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830
[6] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830#AI
[7] https://openai.com/index/introducing-gpt-realtime/
[8] https://openai.com/index/introducing-gpt-realtime/
[9] https://platform.openai.com/docs/guides/tools-web-search
[10] https://platform.openai.com/docs/guides/tools-code-interpreter
[11] https://openai.com/api/pricing/
[12] https://openai.github.io/openai-agents-js/extensions/twilio/
[13] https://openai.github.io/openai-agents-js/extensions/cloudflare/
[14] https://openai.github.io/openai-agents-js/extensions/ai-sdk/
[15] https://www.heise.de/hintergrund/OpenAI-Realtime-API-Echtzeit-Unterhaltungen-mit-Sprachmodellen-10252457.html
[16] https://platform.openai.com/docs/guides/realtime#beta-to-ga-migration
[17] https://azure.microsoft.com/en-us/pricing/details/cognitive-services/openai-service/
[18] https://techcommunity.microsoft.com/blog/azure-ai-foundry-blog/azure-ai-voice-live-api-what%25E2%2580%2599s-new-and-the-pricing-announcement/4428687
[19] https://ai.google.dev/gemini-api/docs/pricing
[20] https://aws.amazon.com/bedrock/pricing/
[21] https://github.com/QwenLM/Qwen3-Omni
[22] https://techcommunity.microsoft.com/blog/azure-ai-foundry-blog/azure-ai-voice-live-api-what%25E2%2580%2599s-new-and-the-pricing-announcement/4428687
[23] mailto:mai@heise.de
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Motivation von Mitarbeitern ist ein gängiges Thema. Doch wie ist es eigentlich um die Motivation der Manager und Team-Leads bestellt?
Die Frage „Wie motiviere ich meine Mitarbeiter?“ wurde mir unzählige Male von Vorgesetzten gestellt. Überraschenderweise ist mir die Frage „Wie motiviere ich meinen Boss?“ nie begegnet. Da der Begriff nicht einheitlich verwendet wird, sei kurz erwähnt, dass ich unter Boss jede Person mit Führungsverantwortung für einen Bereich verstehe.
Wenn man bedenkt, dass ein Vorgesetzter A selbst Mitarbeiter seines Vorgesetzten B ist, müsste das angebliche Motivationsproblem ja auch für Person A gelten. Also dürfte es aus der Perspektive von B auch bei A mal an Motivation fehlen.
Aber auch aus Sicht eines Teams von Person A zweifle ich den Zustand von „permanenter Motivation“ an. Denn von Teams höre ich nicht selten, dass es ihnen an Führung fehlt. Teammitglieder erkennen sehr wohl Defizite bei Vorgesetzten, nur bringen sie das nie mit Motivation in Verbindung.
Geht es hier eigentlich um Motivation oder um etwas anderes?
Ein Beispiel: Ein Entwickler, mit dem ich gearbeitet habe, hat seinen Bereichsleiter um ein Mitarbeitergespräch gebeten. Es hatte schon lange keines mehr stattgefunden und so hatten sich beim Mitarbeiter einige Themen aufgestaut. Acht Monate, nachdem der Mitarbeiter erstmals um das Gespräch gebeten hatte, hatte es immer noch nicht stattgefunden. Augenscheinlich war der Manager nicht sonderlich motiviert, das Gespräch zu führen. Als ich das Thema bei ihm ansprach, gab er offen zu, dass er sich lieber um technische Fragen kümmere. Es machte den Eindruck, dass alles, was an seiner Position mit Personalführung zu tun hatte, nicht „sein Ding“ war.
Nun kann man eine solche Situation (mit einigem Recht) grundsätzlich beklagen, das hilft aber nicht weiter und beantwortet die wichtigste Frage nicht: Was soll der Mitarbeiter in dem Fall tun?
Im Allgemeinen rate ich dazu, herauszubekommen, was den Vorgesetzten interessiert; anders gesagt, was ihn motiviert. Möchte er bei seinem eigenen Vorgesetzten gut dastehen? Möchte er sich um bestimmte Themen möglichst wenig kümmern? Möchte er, dass die Aufgaben, die man erledigt, möglichst geräuschlos und im Zeitplan erledigt werden? Und so weiter.
Im zweiten Schritt geht es darum, das eigene Anliegen mit der vermuteten Motivation des Vorgesetzten in Verbindung zu bringen.
Im obigen Beispiel des Vorgesetzten, der „seine Ruhe“ haben möchte, gibt es verschiedene Strategien – von entgegenkommend bis konfrontativ. Entgegenkommend wäre es zum Beispiel, die Planung des Gesprächs in die eigene Hand zu nehmen, eine Agenda mit den eigenen Themen aufzustellen und das alles in einen Kalendereintrag zu schreiben. Wenn man im Kalender die freien Slots des Vorgesetzten sehen kann, wählt man einen Termin und lädt ihn ein.
Konfrontativ wäre der Ansatz, seinen Boss in allen anderen stattfindenden Meetings an den Gesprächswunsch zu erinnern. Also auch in Besprechungen, in denen das Thema nichts zu suchen hat. Irgendwann – so die Hoffnung – hat man genug genervt und bekommt einen Termin. Ob diese konfrontative Ansprache eine gute Idee ist, dürfte sehr stark vom persönlichen Verhältnis zum Vorgesetzten abhängen. Und es ist wichtig, den richtigen Ton zu treffen. Keinesfalls sollte man das eigentliche Thema des Meetings behindern. Wenn aber der Vorgesetzte zum Abschluss eher floskelhaft fragt: „Sind wir durch oder habt Ihr noch ein Thema?“ kann eine beiläufige Erwähnung der Art „Wir wollten ja noch unser Mitarbeitergespräch führen. Wann passt es denn?“ funktionieren.
Ein dritter Weg, den ich sehr erfolgreich anwenden konnte, besteht darin, für die Themen, die der Vorgesetzte bearbeiten soll, eigene Tickets im Teamboard (sic!) zu schreiben. Das funktioniert besonders gut, wenn sich die Führungskraft als Teil des Teams sieht. Falls man es irgendwie rechtfertigen kann, dass diese Tickets als Blocker für andere Arbeiten des Teams herhalten können, steht das Team früher oder später still, wenn der Chef nicht liefert.
Bei Teams, die ihre Arbeit mit Metriken beobachten, kann so eine Vorgehensweise die Auswertungen ziemlich verschlechtern. Bleiben die fraglichen Tickets lange unbearbeitet, erhöht sich die Cycle Time. Im obigen Beispiel wäre das Ticket „Mitarbeitergespräch führen“ mindestens 8 Monate alt geworden. Das ist in den Umgebungen, die ich kenne, eine sehr schlechte Cycle Time. Falls das ein KPI ist, der im Unternehmen sichtbar gemacht wird, möchte der Vorgesetzte bestimmt nicht, dass dieser Sachverhalt an die große Glocke gehängt wird. Bei diesem Weg macht man sich also die Motivation zunutze, dass der Vorgesetzte Wert auf sein Ansehen in der Firma legt.
Letztlich läuft es in all diesen Fällen darauf hinaus, im Falle eines (unmotiviert wirkenden) Vorgesetzten, die Führung im jeweiligen Einzelfall selbst zu übernehmen.
Nach dem Schreiben des Artikels ist die Idee entstanden, die Frage „Wie motiviere ich meinen Boss?“ im Gespräch mit Führungskräften zu diskutieren. Die Gespräche finden live und online und – bei entsprechender Nachfrage – regelmäßig statt. Die Anmeldung [1] ist kostenlos.
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[1] https://kutura.digital/how-to-motivate-your-boss
[2] mailto:rme@ix.de
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In der dunklen Jahreszeit kann es besonders am Abend unangenehm sein, auf den zu hellen Apple-Tablet-Screen zu schauen. So machen sie ihn angenehmer.
Nachts ist mir der iPad-Bildschirm auf der niedrigsten Stufe oft noch zu hell. Kann ich den zeitweise stärker dimmen?
In den iPadOS-Einstellungen unter „Bedienungshilfen > Anzeige & Textgröße > Weißpunkt reduzieren“ dunkeln Sie das Display zusätzlich zum Helligkeitsregler im Kontrollzentrum ab.
Schalten Sie diese Funktion ein, und wählen den für Sie passenden Wert zwischen 25 und 100 Prozent.
Falls Sie den Menüpfad nicht auf Anhieb finden, nutzen Sie einfach die Spotlight-Suche von iPadOS: Öffnen Sie sie mit einem Wisch von der Bildschirmmitte nach unten und geben in die Textleiste „Weißpunkt“ ein.
Den Schalter, den Spotlight Ihnen daraufhin anzeigt, können Sie innerhalb des Suchfensters bedienen, er (de-)aktiviert den zuletzt eingestellten Dimmwert.
Noch komfortabler bekommen Sie jede Nacht ein abgedunkeltes iPad, wenn Sie eine Automation anlegen: Gehen Sie in die Kurzbefehle-App, in der Seitenleiste auf „Automation“ und erstellen über das „+“ rechts eine neue Regel. Wählen Sie im Popup eine Tageszeit, entweder eine Uhrzeit oder die Sonnenuntergangszeit.
Nehmen Sie letzteres, bekommen Sie neben der Option „Zum Sonnenuntergang“ Varianten wie „15 Minuten vor Sonnenuntergang“ oder „1 Stunde nach Sonnenuntergang“. Tippen Sie auf „Fertig“ und haken Sie „Täglich“ und „Sofort ausführen“ an, damit Sie die Einstellung nicht jedes Mal bestätigen müssen. Nach „Weiter“ gehen Sie auf „Neuen Kurzbefehl erstellen“. Suchen Sie im Aktionen-Feld nach „Weißpunkt einstellen“ und tippen darauf. Bestätigen Sie mit „Fertig“.
In jedem Falle können Sie die Helligkeit im Kontrollzentrum weiterhin variieren, nur eben auf einem dunkleren Niveau. Damit iPadOS die Funktion am nächsten Morgen automatisch ausschaltet, legen Sie eine weitere Automation an, zum Beispiel mit den Eigenschaften „6 Uhr, täglich, sofort ausführen“.
Suchen Sie in „Neue leere Automation“ wieder nach Weißpunkt. Tippen Sie hier allerdings auf „Ein“, damit der Zustand auf „Aus“ wechselt.
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[1] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Ein wichtiges Update schließt eine kritische Sicherheitslücke in FortiClient Endpoint Management Server (EMS).
Admins, die in Firmen Computer mit FortiClient Endpoint Management Server (EMS) verwalten, sollten die Anwendung aus Sicherheitsgründen zeitnah auf den aktuellen Stand bringen. Eine Schwachstelle in einer bestimmten Version kann Schadcode auf Systeme lassen.
In einer Warnmeldung weisen die Entwickler darauf hin [1], dass von der „kritischen“ Sicherheitslücke (CVE-2026-21643) ausschließlich FortiClient EMS 7.4.4 bedroht ist. Die Ausgaben 7.2 und 8.0 sind nicht von der Schwachstelle betroffen. Die Entwickler versichern, das Sicherheitsproblem ab der Version 7.4.5 gelöst zu haben.
Weil SQL-Kommandos nicht ausreichend bereinigt werden, können Angreifer ohne Authentifizierung mit präparierten HTTP-Anfragen an der Lücke ansetzen und eigenen Code ausführen. Aufgrund des Schweregrads der Schwachstelle ist davon auszugehen, dass PCs im Anschluss vollständig kompromittiert sind. Bislang gibt es seitens FortiGuard keine Hinweise auf laufende Attacken. Unklar bleibt, woran Admins bereits attackierte PCs erkennen können.
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[1] https://fortiguard.fortinet.com/psirt/FG-IR-25-1142
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Filmstudios und Streamingdienste setzen verstärkt auf KI, um Produktionen zu beschleunigen und Kosten zu senken. Doch Kreative sehen darin eine Bedrohung.
Bereits seit längerer Zeit ist davon die Rede, dass sich Netflix die Kosten für Synchronisationen gerne sparen würde. So berichtete Sprecherin Ranja Bonalana im Interview mit c’t [1] [1], dass der Streamingdienst beim Deutschlandstart nur die Originalfassungen ausspielen wollte. Das hat damals nicht geklappt, doch nun wagt der Dienst einen neuen Anlauf – mit synthetischen Stimmen, die sich mittlerweile mit generativer KI erzeugen lassen. Das wäre auf Dauer wohl zumindest billiger als die Synchronisation durch Menschen.
Der Verband deutscher Sprecher:innen (VDS) teilte Ende Januar mit, Netflix setze für kommende Projekte von den Synchronsprechern die Unterschrift unter einer neuen Rechteabtretung voraus, nach der Netflix die Aufnahmen auch zu KI-Trainingszwecken nutzen dürfe. Synchronsprecher fürchten nun, dass der Konzern ihre Stimmen klonen oder über eine Vermischung mehrerer Vorbilder KI-Stimmen nach Wunsch erschaffen könnte.
Eine generelle Rechteabtretung würde für die Sprecher bedeuten, die Kontrolle über ihre Stimme zu verlieren und sich auf Dauer eventuell selbst arbeitslos zu machen. Der VDS hat daher nach eigenen Angaben ein unabhängiges juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, das die neuen Verträge hinsichtlich Datenschutz, Vertragsrecht, Urheberrecht und der KI-Verordnung beurteilen wird.
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https://www.heise.de/-11156848
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Warum-die-Nutzung-von-KI-Stimmen-reguliert-werden-muss-10392397.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Wie-Hollywood-den-Einsatz-von-KI-vorantreibt-11156848.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Starke-Bilder-im-Kino-Die-Technik-des-Dolby-Cinema-11137688.html
[4] https://www.heise.de/tests/Dirac-ART-im-Test-Wie-aktive-Raumkorrektur-den-Klang-im-Heimkino-verbessert-10739468.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Format-Analyse-So-unterscheidet-sich-Dolby-Atmos-Ton-fuer-Kino-Disc-und-Stream-10493188.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Dolby-Vision-2-Mit-Metadaten-gegen-ruckelnde-Bilder-10636271.html
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Apple-Chef Tim Cook im Hauptquartier des Konzerns.
(Bild: Apple / Screenshot YouTube)
Bei einem Unternehmenstreffen hat Tim Cook verschiedene Themen angesprochen. Es gibt Neuigkeiten zu Apples Jubiläumsplanungen und seiner eigenen Pensionierung.
Apple bereitet größere Festivitäten zu seinem 50. Unternehmensgeburtstag am 1. April vor. Das sagte Konzernchef Tim Cook bei einem All-Hands-Termin mit allen Mitarbeitern in der vergangenen Woche. Bei dem Treffen beantwortete der CEO auch Fragen – unter anderem danach, wie lange er noch bei Apple bleiben werde, nachdem es Berichte über seine baldige Pensionierung [1] gegeben hatte. Cook ist im vergangenen November 65 Jahre alt geworden.
Laut seinem Redetext, den Bloomberg veröffentlicht hat [2], sagte Cook, er denke gerade „ungewöhnlich viel“ über die Vergangenheit nach, obwohl das nichts sei, das Apple üblicherweise beschäftige. „Unsere Kultur ist es, nicht zurückzuschauen.“ Apple gehe es immer nur um das nächste Projekt. Dennoch plane der Konzern eine Feier. „Die kommt garantiert.“
Das Management ist allerdings noch nicht bereit, zu verraten, wie das genau erfolgen werde, sagte Cook. Man habe sich aber in jüngster Zeit mit alten Archiven, alten Fotografien, den Produkten, Diensten und Menschen der letzten Jahrzehnte beschäftigt. „Mich hat beeindruckt, wie Apple die Dinge verändert hat, die Welt verändert hat, der Welt etwas gegeben hat.“
Zur Frage, ob er demnächst in Rente gehen werde, äußerte sich Cook nur schemenhaft. Er betonte, Apple betreibe sorgsame Nachfolgeplanung. Er selbst sei „besessen“ davon, zu ermitteln, „wer in diesem Raum in fünf Jahren, 10 Jahren oder 15 Jahren sitzt“. Nachfolgeregelungen sollten für Apple keine Überraschungen sein, das sei ein wichtiger Teil der Führung. Natürlich sei es normal, dass die Menschen in einem bestimmten Alter in Rente gingen. Das sei nur natürlich. Dass es tatsächlich Überraschungen beim Management gegeben hatte – etwa den Abgang von Software-Designer Alan Dye [3] – sagte Cook nicht.
Bei dem All-Hands sprach Cook auch Apples KI-Aufholjagd an, lobte den Aufkauf des Unternehmens Q.AI [4], das Sprache stimmlos erkennen kann. KI sei eine der wichtigsten Chancen des ganzen bisherigen Lebens, sagte Cook – und wiederholte damit ähnliche frühere Aussagen. Immer mehr Menschen nutzten Apple Intelligence und Visual Intelligence. Großes Wachstum erwartet Cook in Indien [5]. Das sei jetzt schon ein wichtiger Markt.
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https://www.heise.de/-11169716
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Abgang-von-Tim-Cook-Bericht-ueber-schnellen-Apple-CEO-Wechsel-verfrueht-11089069.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-02-08/apple-readies-iphone-17e-new-siri-entry-level-ipad-ipad-air-and-macbook-pro-mldr3hpk
[3] https://www.heise.de/news/Nicht-mehr-Tim-Cook-John-Ternus-ist-Apples-neuer-Designchef-11153769.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-kauft-KI-Start-up-Q-AI-fuer-Milliarden-11160150.html
[5] https://www.heise.de/news/Indien-Apple-bringt-Fabrikarbeitern-Swift-bei-11166611.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] https://www.heise.de/mac-and-i
[8] mailto:bsc@heise.de
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Matthias Lindner
Europa bezieht den Großteil seines Flüssiggases aus den USA und Russland. Experten warnen vor neuen Risiken. Welche Alternativen gibt es?
Europa steckt in einem Dilemma: Es will sich von russischen Energielieferungen [1] trennen und die Abhängigkeit von den USA reduzieren – aber im Januar geschah genau das Gegenteil. Beide Länder stellten bei den EU-Importen von Flüssiggas (LNG) [2] einen Anteil von über 80 Prozent.
Bloomberg hat die entsprechenden Schiffsverfolgungsdaten ausgewertet [3]: Allein die USA stellten im Januar 63 Prozent aller LNG-Importe der Europäischen Union. Russland steuerte weitere 18 Prozent bei und erreichte damit ein Rekordniveau.
Noch vor vier Jahren sah die Lage gänzlich anders aus: Während der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine lieferten andere Herkunftsländer etwa die Hälfte des gesamten Flüssiggases.
Alle übrigen Lieferanten zusammen – Algerien, Katar [4], Norwegen und Trinidad und Tobago – kamen im Januar nur noch auf 19 Prozent. Seit 2017 war ihr Anteil nie so gering.
Die EU-Mitglieder zeigen sehr unterschiedliche Importmuster. Europas größter Energiemarkt, Deutschland, bezog im Januar sämtliches Flüssiggas aus amerikanischen Quellen. Insgesamt deckt Flüssiggas etwa dreizehn Prozent der deutschen Gasimporte ab.
Der indirekte Anteil dürfte aber noch größer sein, da Deutschland auch Gas aus europäischen Nachbarländern importiert, die ihrerseits LNG beziehen und an die Bundesrepublik weiterreichen.
Frankreich und Belgien weisen eine andere Struktur auf. Beide Länder importierten im Januar jeweils mehr als 40 Prozent ihres Flüssiggases aus Russland und einen vergleichbaren Anteil aus den USA. Diese doppelte Abhängigkeit macht sie anfällig für Störungen aus beiden Richtungen.
Daten der EU-Kommission [5] aus dem zweiten Quartal 2025 belegen den Trend: Flüssiggas erreichte mit 35 Milliarden Kubikmetern einen Rekordwert und stellte 46 Prozent aller Gasimporte.
Die USA lieferten damals davon 58 Prozent, Russland 14 Prozent und Katar acht Prozent. Norwegen blieb mit 30 Prozent der größte Gesamtlieferant, wenn man Pipeline- und Flüssiggas zusammenrechnet.
In Brüssel blickt man zunehmend mit Argwohn auf die Abhängigkeit von LNG aus den USA [6]. Die America-first-Politik von Donald Trump treibt den EU-Beamten die Sorgenfalten auf die Stirn, denn mit massivem wirtschaftlichem Druck aus Washington hatten die Europäer lange nicht gerechnet.
Jetzt, da Trump ihn ausübt und auch eine Annexion Grönlands [7] ins Spiel brachte, hat man in Brüssel zunehmend Bedenken, von einer autoritären Regierung abhängig zu sein. So oder so ähnlich äußerten sich laut Bloomberg Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera und Energiekommissar Dan Jørgensen.
Ein Handelsabkommen mit Washington sieht vor, dass die EU bis 2028 amerikanische Energie [8] im Wert von 750 Milliarden US-Dollar abnimmt. Diese Zusage schafft eine vertragliche Bindung, die bei Konflikten zum Nachteil werden könnte.
Um die Abhängigkeit von den beiden großen Lieferanten zu reduzieren, müssen neue gefunden werden. Und in dieser Mission war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich in Saudi-Arabien, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs.
Ziel war es, so berichtete [9] Bloomberg, neue Energiepartnerschaften aufzubauen und die Abhängigkeit von amerikanischen Lieferungen [10] zu verringern. Die EU prüft zudem verstärkte Importe aus Kanada und Nordafrika.
Die Diversifizierung stößt jedoch auf praktische Hindernisse. Lieferanten am Persischen Golf verlangen Verträge mit Laufzeiten von mindestens 20 Jahren. Deutschland hat jedoch im Rahmen seiner Klimaziele [11] alle LNG-Importe ab Ende 2043 untersagt.
Dieser Widerspruch erschwert langfristige Vereinbarungen. Amerikanische Exporteure bieten dagegen flexiblere Konditionen, weshalb deutsche Unternehmen bisher dort kauften.
Katar ist wohl das einzige Land, das seine LNG-Lieferungen nach Europa deutlich ausweiten und einen signifikanten Anteil von US- und russischen Lieferungen ersetzen könnte. Das Land baut seine Kapazitäten massiv aus. Das erste Flüssiggas aus der North-Field-Erweiterung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 fließen.
Bei voller Produktion [12] könnte das Land bis 2027 jährlich 126 Millionen Tonnen liefern – ein Zuwachs von 85 Prozent gegenüber den aktuellen 77 Millionen Tonnen. Europa konkurriert um diese Lieferungen aber mit asiatischen Ländern, die wohl eher bereit sind, langfristige Verträge zu schließen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/EU-ohne-russisches-Gas-Warum-Bruessel-doch-nicht-gelassen-ist-10225428.html[2] https://www.heise.de/tp/article/LNG-Warum-zu-viel-US-Gas-ein-Risiko-fuer-Europa-ist-11088240.html[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-05/europe-s-reliance-on-us-russian-lng-climbs-to-record-above-80[4] https://www.heise.de/tp/article/USA-und-Katar-drohen-EU-wegen-Nachhaltigkeitsregeln-mit-LNG-Stopp-10794396.html[5] https://energy.ec.europa.eu/news/quarterly-reports-highlight-progress-gas-and-electricity-markets-q2-2025-2026-01-15_en[6] https://www.heise.de/tp/article/US-Erdgas-fuer-Europa-Australische-Experten-warnen-vor-Abhaengigkeit-11072037.html[7] https://www.heise.de/tp/article/Groenland-Warum-die-USA-jetzt-auf-die-Arktis-Insel-draengen-11124261.html[8] https://www.heise.de/tp/article/DGAP-Analyse-Wie-Deutschland-mit-der-Energiedominanz-der-USA-umgehen-kann-11151945.html[9] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-04/merz-seeks-lng-deals-in-gulf-region-to-hedge-us-energy-exposure[10] https://www.heise.de/tp/article/Europa-hat-den-Gaslieferanten-gewechselt-nicht-die-Abhaengigkeit-11149239.html[11] https://www.heise.de/tp/article/BVerwG-Urteil-Warum-die-Bundesregierung-jetzt-mehr-Klimaschutz-liefern-muss-11159503.html[12] https://www.agbi.com/oil-and-gas/2025/11/lng-from-qatarenergy-expansion-to-start-in-h2-2026/
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Bernardo Cantz
(Bild: Hasnain_Abbas / Shutterstock.com)
Forscher stapeln drei Materialschichten – und erschaffen damit einen Datenspeicher, der alles bisherige in den Schatten stellen könnte.
Festplatten und Speicherchips [1] könnten künftig hauchdünn werden, sollte sich ein Verfahren durchsetzen, das ein Forscherteam aus Südkorea entwickelt hat. Statt auf ferroelektrische Materialien setzen sie auf eine sandwichartige Struktur verschiedener Materialien.
Die Forscher der DGIST und KAIST veröffentlichten ihre Ergebnisse [2] schon im Januar in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Die Herausforderung der Zukunft ist, dass Computer, Smartphones [3] und andere Geräte immer kleiner werden – und mit ihnen natürlich auch die Halbleiter [4]. Das bringt aber die herkömmlichen Speichermedien an ihre Grenzen.
Das Kernproblem ist: Je dünner elektronische Bauteile werden, desto schwieriger wird es, Informationen darin zu speichern. Denn klassische Speichermaterialien funktionieren nicht mehr, wenn sie auf wenige Atomlagen geschrumpft werden.
Bei dem neuen Verfahren werden drei verschiedene Materialien übereinandergelegt: Graphen, eine einzelne Lage aus Kohlenstoffatomen, dann eine hauchdünne Isolierschicht aus Bornitrid, und darüber einen speziellen Kristall aus Ruthenium und Chlor.
Die mittlere Schicht wirkt wie eine durchlässige Barriere: Elektronen können nicht direkt hindurchwandern, aber ihre elektrische Kraft reicht hindurch. Dadurch sammeln sich Ladungen an den Grenzflächen und bilden winzige elektrische Dipole – vergleichbar mit Magneten, die einen Nord- und einen Südpol haben, nur eben elektrisch geladen.
Diese Dipole lassen sich durch Anlegen einer Spannung umklappen. Zeigt der Dipol nach oben, bedeutet das eine gespeicherte Eins. Zeigt er nach unten, eine Null.
Das Umschalten funktioniert ähnlich wie bei einem Lichtschalter, nur auf atomarer Ebene. Der Zustand kann ausgelesen werden, indem der elektrische Widerstand der Graphenschicht gemessen wird.
Ein Umstand verhindert aber, dass dieses Verfahren bald in Alltagselektronik eingesetzt werden kann: Das System funktioniert nur bei minus 243 Grad Celsius, also 30 Grad über dem absoluten Nullpunkt.
Bei dieser Temperatur ist die Wärmeenergie gerade richtig dosiert. Wird es wärmer, geraten die Dipole durch thermische Bewegung durcheinander. Wird es noch kälter, frieren sie ein und lassen sich nicht mehr umschalten.
Durch wiederholtes Hin- und Herschalten konnten die Forscher die Dipole trainieren. Danach blieben sie auch bei tieferen Temperaturen schaltbar. Ein Testgerät behielt seine Einstellung über fünf Monate, auch ohne angelegte Spannung. Allerdings verschob sich die Schaltschwelle nach der langen Lagerung um etwa 19 Volt.
Die Forscher testeten auch starke Magnetfelder bis zu neun Tesla – etwa 180.000-mal stärker als das Erdmagnetfeld. Das Ergebnis: keinerlei Auswirkung auf die Schalteigenschaften.
Das unterscheidet das System klar von magnetischen Speichern und bestätigt den rein elektrischen Mechanismus.
Youngwook Kim, Professor im Fachbereich Physik und Chemie der DGIST, sieht Anwendungen hauptsächlich in Spezialgebieten [5]:
"Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir, dass diese Technologie die Entwicklung von Speichergeräten für Quantencomputer, die bei extrem niedrigen Temperaturen arbeiten, oder von Halbleitern der nächsten Generation mit extrem niedrigem Stromverbrauch beschleunigen wird."
Auch andere praktische Fragen bleiben offen: Wie viele Informationen lassen sich pro Fläche speichern? Wie schnell funktioniert das Schreiben und Lesen? Und lässt sich das Verfahren industriell herstellen?
Die Studie zeigt einen möglichen Weg für künftige ultradünne Speichertechnologien, macht aber auch deutlich, dass zwischen Laborexperiment und Marktreife noch erhebliche Hürden liegen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/Steigende-Speicherpreise-Darum-wird-Ihr-naechster-Laptop-teurer-11106153.html[2] https://www.nature.com/articles/s41467-025-68072-x[3] https://www.heise.de/tp/article/Wird-Deutschland-zur-Datenkolonie-USA-haben-16-mal-mehr-Rechenpower-als-wir-11075794.html[4] https://www.heise.de/tp/article/Seltene-Erden-Bedeutung-Vorkommen-und-globale-Abhaengigkeiten-11069046.html[5] https://www.dgist.ac.kr/bbs/BBSMSTR_000000000188/view.do
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Arbeiten im Homeoffice, fürs Studium oder auch Gaming bedeuten nicht selten: wenig Bewegung, mehr Bildschirmzeit, längere Sitzphasen. Entsprechend wichtig ist ein ergonomischer Bürostuhl. Das Modell von Daccormax erfüllt alle diesbezüglichen Anforderungen.
Grundlage ist eine S-förmige Rückenlehne. Diese folgt der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule und adressiert vor allem den unteren Rücken, die bei langen Sitzphasen am schnellsten ermüdet. Die Rückenfläche ist vergleichsweise breit ausgelegt und berücksichtigt auch die Schulterbereiche. Das sorgt für eine flächigere Druckverteilung, statt punktueller Belastung einzelner Wirbel.
Eine drehbare Kopfstütze kann bis zu 120 Grad rotieren und in der Höhe um rund elf Zentimeter angepasst werden. Je nach Sitzhaltung verändert sich dadurch die Nackenauflage, etwa beim Zurücklehnen oder bei aufrechter Bildschirmarbeit.
Flexibilität gehört zu den entscheidenden Faktoren bei längerer Nutzung. Die Sitzhöhe lässt sich um etwa zehn Zentimeter variieren, die Armlehnen um rund zehn Zentimeter, die Lordosenstütze um circa sechs Zentimeter. Dadurch entsteht Spielraum, um den Stuhl an unterschiedliche Körpergrößen oder Tischhöhen anzupassen.
Zusätzlich integriert ist eine Wippfunktion, die leichte Rückwärtsbewegungen ermöglicht. Solche Mikro-Bewegungen gelten als sinnvoll, um statisches Verharren zu durchbrechen. Bei Nichtnutzung lässt sich der Stuhl kompakt unter den Tisch schieben. Abgesenkte Armlehnen und reduzierte Sitzhöhe sparen Platz, das ist relevant in kleineren Arbeits- oder Wohnräumen.
Das Sitzkissen besteht laut Hersteller aus hochdichtem Schaumstoff mit mittlerer Festigkeit. Ziel ist eine Balance zwischen Stabilität und Nachgiebigkeit, damit das Becken nicht einsinkt, gleichzeitig aber keine harten Druckpunkte entstehen.
Bei der Rückenlehne kommt ein elastisches Nylonnetz zum Einsatz. Netzstrukturen sind im Büroumfeld etabliert, da sie Luftzirkulation ermöglichen. Während längerer Arbeitsphasen kann sich Wärme am Rücken stauen, atmungsaktive Materialien wirken entgegen. Die Rollen am Fußgestell sind geräuscharm ausgelegt und sollen Böden vor Kratzern schützen. Gerade auf Dielen, Laminat oder Parkett macht sich das im täglichen Gebrauch bemerkbar.
Die Gasdruckfeder ist gemäß Hersteller nach BIFMA- und SGS-Standards zertifiziert und hat einen statischen Drucktest von 1.136 Kilogramm bestanden. Die maximale Belastbarkeit wird mit bis zu 150 Kilogramm angegeben. Geliefert wird das Modell mit Anleitung, Inbusschlüssel und Montagematerial. Der Aufbau erfolgt eigenständig, zwei Jahre Garantie werden angegeben.
Der ergonomische Bürostuhl von Daccormax kostet momentan 71,52 Euro.
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Die Deutsche Telekom erhöht ab April 2026 die Preise für viele Festnetz-Bestandskunden mit Tarifen, die vor April 2023 gebucht worden sind. Telekom Sprecher Dirk Wende hat Golem das bestätigt. Die Preiserhöhung beträgt monatlich zwei Euro, betroffen sind ältere Magenta Zuhause- und Call & Surf-Tarife.
Zum Beispiel wird der Tarif Magenta Zuhause L mit einer Datenrate von 100 MBit/s von 44,95 Euro auf 46,95 Euro erhöht.
Wende erklärte: "Die Preise für den Betrieb und die Nutzung unseres Netzes sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Leider machen die aktuellen allgemeinen Kostensteigerungen für den Betrieb und die Nutzung unseres Netzes sowie für Servicedienstleistungen eine leichte Anpassung des Preises notwendig."
Bestandskunden mit den genannten Tarifen zahlen demnach immer noch zwei Euro weniger als Neukunden für die entsprechenden Tarife. MagentaZuhause Tarife auf Glasfaser würden nicht im Preis erhöht.
Alle Betroffenen werden laut Wende in den kommenden Wochen fristgerecht über die Preisanpassung informiert. Aufgrund der Preiserhöhung hätten sie das Recht, nach Erhalt des Schreibens innerhalb von drei Monaten ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu kündigen.
Lohnen kann sich beispielsweise ein Inhouse-Wechsel zu der Telekom Discounter-Marke Congstar. Deren Tarif Zuhause 100 (DSL) mit 100 MBit/s Download und 40 Mbit/s Upload ist schon zum Pries von 35 Euro pro Monat erhältlich. Congstar Zuhause 250 (DSL) mit 250 MBit/s Download und 40 MBit/s Upload kostet 40 Euro pro Monat.

Wer Böden und Teppiche perfekt in Schuss halten möchte, ohne viel Zeit mit Putzen und Staubsaugen zu verbringen, sollte sich einen Saugroboter mit Wischfunktion und vollautomatischem Multifunktionsdock zulegen. Er arbeitet nicht nur den gesamten Reinigungsvorgang selbständig ab, sondern kommt hinterher auch mit einem minimalen Wartungsaufwand aus. Ein Beispiel ist der Ecovacs Deebot T50 Pro Omni, der eine hohe Reinigungsleistung mit intelligenter Navigation kombiniert. Bei Amazon ist er vorübergehend über die Hälfte reduziert.
Mit einer starken Saugleistung von 21.000 Pa und speziell entwickelten Bürsten entfernt der Ecovacs DEEBOT T50 PRO Omni Gen2 Staub, Krümel und Haare von Hartböden und Teppichen. Für die Nassreinigung kommen zwei rotierende Wischmopps zum Einsatz, die mit bis zu 180 Umdrehungen pro Minute selbst angetrocknete Flecken beseitigen. Die sind ebenso ausfahrbar wie die seitlichen Bürsten, so dass der Boden bis an den Rand gründlich gereinigt wird. Mit einer Höhe von 81 Millimetern erreicht der Roboter außerdem schwierig zugängliche Bereiche unter Sofas, Betten oder Schränken. Folgt nach dem Wischprogramm ein Teppich, heben sich die Wischmopps beim Übergang automatisch um bis neun Millimeter an, um eine Verunreinigung durch Schmutzwasser zu verhindern.
Seine Routen sucht sich der Deebot T50 Pro Omni mithilfe intelligenter Navigationstechnologie selbst. Er erstellt mit TrueMapping 2.0 in kürzester Zeit detaillierte Karten des Raums. Durch eine Kombination aus dToF-LiDAR, 3D-Strukturlicht und RGB-Kamera mit KI-Unterstützung erkennt er Hindernisse präzise. Möbeln, Kabeln oder herumliegenden Gegenständen kann er dadurch gezielt ausweichen und so das Risiko von Kollisionen verringern.
Gesteuert wird der Saugroboter über die Ecovacs-App. Dort lassen sich unter anderem Zeitpläne erstellen, No-Go-Zonen definieren oder weitere Aufgaben einfügen. Zusätzlich lässt sich der Saugroboter mit der Apple Watch, über Widgets oder über die Dynamic Island bedienen. Auch Sprachsteuerung über Alexa, Google Assistant oder den integrierten Sprachassistenten YIKO ist möglich.
Für noch mehr Entlastung sorgt das selbstreinigende Multifunktionsdock. Es übernimmt automatisch das Entleeren des Staubbehälters, das Nachfüllen von Wasser und Reinigungsmittel sowie das Auswaschen und Trocknen der Wischmopps. Auch die Station selbst reinigt sich weitgehend automatisch, so dass Nutzer nur noch vereinzelt eingreifen müssen.
Bei Amazon wird der Saugroboter Ecovacs Deebot T50 Pro Omni Gen 2 zurzeit mit 56 Prozent Rabatt für 399 statt 899 Euro angeboten – ein Top-Deal für alle, die ihre Böden mit wenig Aufwand perfekt sauber halten wollen. Da die Aktion befristet ist, sollte man hier schnell zugreifen, um den Deal nicht zu verpassen.
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Marcel Kunzmann
Tankstelle vor der US-Botschaft: Seit dem 7. Februar ist der Verkauf von Treibstoff auf Kuba rationiert.
(Bild: prosportfoto.co.uk/Shutterstock.com)
Kuba geht der Treibstoff aus. In Folge der US-Ölblockade aktiviert Havanna einen Notfallplan und setzt auf Solarenergie. Ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Energiekrise auf Kuba spitzt sich dramatisch zu. "Seit Dezember kommt in diesem Land kein Treibstoff mehr an", erklärte [1] Präsident Miguel Díaz-Canel am Donnerstag vor Vertretern kubanischer und ausländischer Medien.
Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtet [2], hat die Regierung internationale Fluggesellschaften nun darüber informiert, dass das Land ab Montag über keinen Flugzeugtreibstoff mehr verfügt.
Die Warnung betrifft alle neun internationalen Flughäfen der Insel. In ähnlichen Fällen – sowohl während der Sonderperiode [3] in den 1990er Jahren als auch bei Engpässen in den vergangenen Monaten – hatten Airlines das Problem durch Zwischenstopps in Mexiko oder der Dominikanischen Republik zum Nachtanken gelöst.
Doch diesmal ist die Lage grundlegend anders: Die Krise ist direkte Folge einer US-Energieblockade.
Der Druck auf Kubas Energieversorgung begann am 3. Januar. Nach den US-Militärschlägen auf Caracas [4], die zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führten, kündigten die USA das Ende venezolanischer Öllieferungen an. Trump forderte Havanna auf, "einen Deal zu machen, bevor es zu spät ist".
Am 29. Januar verschärfte Washington den Kurs drastisch: Per Präsidialerlass drohte Trump allen Ländern Strafzölle an, die Erdöl nach Kuba liefern. Zuvor hatte er die Insel zur "Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA [5]" erklärt. Die Wirkung war unmittelbar: Mexiko, zuletzt wichtigster Lieferant, stellte seine Exporte ein – nachdem US-Drohnen vor der Küste Yucatáns gesichtet worden waren.
Kubas Zugang zum Weltmarkt wird seither systematisch blockiert. Ein aus Togo kommender Tanker änderte kürzlich sein Ziel [6], ohne Gründe anzugeben.
Beobachter vermuten [7], dass Washington vor allem Kubas enge Beziehungen zu China und Russland unterbinden will. Die USA werfen Havanna vor [8], eine chinesische Abhörstation zu betreiben – was Díaz-Canel am Donnerstag zurückwies: Auf kubanischem Boden gebe es nur eine einzige ausländische Basis, "jene in Guantánamo – eine illegale US-Basis gegen den Willen des kubanischen Volkes".
Havanna hat indes mehrfach Gesprächsbereitschaft signalisiert. Doch außer dem Austausch diplomatischer Noten sei bislang kein formeller Dialog zustande gekommen, erklärte [9] Vizeaußenminister Fernández de Cossío im Gespräch mit CNN.
Kuba produziert rund ein Drittel seines Energiebedarfs selbst – kubanisches Schweröl und heimisches Gas decken etwa 55 Prozent [10] der Stromversorgung. Die entscheidende Schwachstelle: Die vorhandenen Raffinerien können das heimische Öl nicht verarbeiten. Es ist zu schwer und zu schwefelhaltig für die vorhandenen Anlagen, die auf venezolanische Sorten und Leichtöl ausgelegt sind. Für Benzin, Diesel und Kerosin bleibt die Insel daher vollständig auf Importe angewiesen.
In einer zweistündigen Pressekonferenz am Donnerstag kündigte Díaz-Canel die Aktivierung eines Notfallplans [11] an – nach dem Vorbild der "Opción Cero" (Option Null), die Fidel Castro in den 1990er Jahren für das Szenario einer kompletten US-Seeblockade entwickelt hatte.
Der Plan umfasste neben Rationierungsmaßnahmen Schritte wie die massive Ausweitung lokaler Lebensmittelproduktion, den Einsatz von Zugtieren, die Einrichtung nachbarschaftlicher Holzkohleküchen sowie nicht motorisierter Transportmethoden. "Diese Maßnahmen sind vorgesehen, allerdings aktualisiert, weil die Situation heute eine andere ist", erklärte der Präsident.
Einen Tag später konkretisierte [12] Vizepremier und Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva Fraga in der Fernsehsendung "Mesa Redonda" die Einschnitte: Treibstoff wird rationiert, die Verwaltung stellt auf Vier-Tage-Woche und Bildungseinrichtungen auf hybride Modelle um.
Der öffentliche Nahverkehr wird massiv eingeschränkt. Diesel darf nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden, Benzin gibt es nur noch gegen Devisen und maximal 20 Liter pro Tankvorgang. Nationale Personenzüge fahren künftig nur noch alle acht statt alle vier Tage und Großereignisse werden abgesagt.
Trotz der drastischen Einschnitte sollen Tourismus und devisenbringende Wirtschaftszweige geschützt werden. "Wenn wir keine Einnahmen haben, werden wir diese Situation nicht überwinden", erklärte Pérez-Oliva. Flughäfen und Hotels sollen weiterhin bevorzugt mit Treibstoff versorgt werden – allerdings konzentriert auf weniger Standorte mit höherer Auslastung.
Doch ob diese Strategie aufgeht, ist fraglich. Der Tourismussektor steckt seit der Covid-19-Pandemie in der Krise. In den vergangenen Wochen warnten mehrere Länder ihre Bürger vor Reisen nach Kuba – wegen der Stromausfälle und der Spannungen mit den USA. Die Nachricht über fehlenden Flugzeugtreibstoff dürfte die ohnehin angeschlagene Branche weiter schwächen.
Gleichzeitig setzt die Regierung auf den forcierten Ausbau erneuerbarer Energien. Nach massiven Investitionen seit dem vergangenen Frühjahr verfügt Kuba über rund 1.000 Megawatt installierte Photovoltaik-Leistung – genug, um tagsüber etwa 38 Prozent des Strombedarfs zu decken, wie Díaz-Canel erklärte. In den kommenden acht Wochen sollen durch die Fertigstellung mehrerer Großparks weitere 160 Megawatt hinzukommen.
Parallel dazu werden 20.000 Solarsysteme für Haushalte installiert: 10.000 für Lehrer und Gesundheitspersonal, weitere 5.000 für Polikliniken, Haushalte mit geräteabhängigen kranken Kindern, Altenheime, Bankfilialen und andere essenzielle Einrichtungen. Damit sollen vitale Dienste über das Land verteilt eine gewisse Energieautarkie erhalten. Ermöglicht wurde die rasche Expansion durch die Beschleunigung eines Abkommens mit China.
Darüber hinaus setzt das sozialistische Land auch auf private Initiative. Die Regierung habe "Anreize geschaffen", damit Bürger Photovoltaikanlagen "auf die bestmögliche und schnellste Weise" erwerben können, so Díaz-Canel. Erstmals dürfen private Stromerzeuger ihre Energie an Dritte verkaufen – bislang hatte die staatliche Stromgesellschaft UNE das Monopol. Auch der direkte Treibstoffimport wird für alle Unternehmen freigegeben.
Kuba durchlebt das sechste Jahr einer schweren Wirtschaftskrise, die in Folge des Tourismus-Einbruchs während Covid-Pandemie, verschärfter US-Sanktionen und verschleppten Reformen entstanden ist. Die Folgen waren eine Rezession von 14 Prozent seit 2019, hohe Inflation, Mangel an Grundgütern und tägliche mehrstündige Stromabschaltungen. Mehr als eine Million Menschen haben das Land in den vergangenen Jahren verlassen.
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich [13] am Donnerstag "äußerst besorgt" über eine drohende humanitäre Katastrophe. Wirtschaftsexperten geben der Insel ohne neue Öllieferungen zwei Wochen [14] bis maximal zwei Monate [15], bevor die Wirtschaft vollständig zum Erliegen kommt.
"Wir werden nicht zusammenbrechen", gab sich Vizepremier Pérez-Oliva kämpferisch. Die Regierung arbeite an allen Fronten daran, die Einschnitte für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und dafür zu sorgen, dass wieder Treibstoff geliefert wird. "Kuba ist nicht allein", versicherte Díaz-Canel. Es gebe "viele Menschen, Regierungen, Länder, Institutionen und Unternehmen, die bereit sind, mit Kuba zusammenzuarbeiten".
Die zentrale Frage: Wann kommen neue Lieferungen? Russland hat Bereitschaft signalisiert, Díaz-Canel deutete "Wege und Mechanismen" an, über die man nicht öffentlich sprechen könne. Ein Tanker soll kürzlich 400.000 Barrel unbekannter Herkunft in Matanzas gelöscht haben [16] – fast zeitgleich kreuzten drei US-Kriegsschiffe [17] vor der Nordküste, was auf ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel hindeutet.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es Kuba gelingt, die US-Ölblockade zu durchbrechen – wobei unklar bleibt, wie weit Washington bereit ist, zu eskalieren. Ohne Zweifel steht die Insel vor ihrer härtesten Prüfung seit der Sonderperiode. Aber anders als in den 1990er Jahren ist das Land diesmal weitaus mehr als nur Nebenschauplatz globaler Machtpolitik: An Kuba wird sich entscheiden, ob Washingtons Neuauflage der Monroe-Doktrin zum neuen Ordnungsprinzip der Region wird.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.youtube.com/watch?v=PLjbrLbwjfM&feature=youtu.be[2] https://efe.com/portada-america/2026-02-08/cuba-aviones-combustible/[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderperiode_in_Kuba[4] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Trump-erklaert-Kuba-zur-Bedrohung-fuer-die-nationale-Sicherheit-11160092.html[6] https://www.dw.com/en/us-oil-blockade-how-long-before-cuba-collapses/a-75849429[7] https://www.newsweek.com/cuba-ambassador-reveals-what-a-deal-with-trump-could-look-like-11483626[8] https://www.heise.de/tp/article/Kuba-als-Basis-Im-Kalten-Krieg-waren-nur-die-Russen-auf-der-Insel-Jetzt-ist-China-auch-da-9787460.html[9] https://youtu.be/o9BD6J0mDeE[10] https://www.granma.cu/mundo/2026-02-04/cuba-garantiza-seguridad-y-bienestar-a-sus-visitantes[11] https://cubaheute.de/2026/02/06/us-energieblockade-kuba-aktiviert-fidel-castros-notfallplan/[12] https://cubaheute.de/2026/02/07/usblockade-kuba-sparmassnahmen-details/[13] https://news.un.org/en/story/2026/02/1166895[14] https://www.ft.com/content/f15ac8c6-c76b-40a1-bb41-95abbed7d8aa[15] https://www.martinoticias.com/a/qu%C3%A9-va-a-pasar-en-cuba-con-cero-combstible-hay-un-plan-b-experto-en-energ%C3%ADa-eval%C3%BAa-las-opciones/444709.html[16] https://www.cibercuba.com/noticias/2026-02-08-u1-e13-s27061-nid320333-misterio-matanzas-nadie-explica-donde-sale-combustible[17] https://www.cibercuba.com/noticias/2026-02-08-u1-e207888-s27061-nid320342-cuba-amanece-tres-buques-militares-ee-uu-poca
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Bernd Müller
(Bild: BearFotos / Shutterstock.com)
Lehrer warnen vor Konzentrationsproblemen, Schüler fordern Freiheit – doch in einem Punkt sind sich beide erstaunlich einig.
An Schulen in Deutschland herrscht eine widersprüchliche Situation: Während EU und OECD darauf drängen, dass Schüler auf eine Welt vorbereitet werden, die von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz [1] geprägt ist, verbannen Bundesländer die Schülerhandys [2] aus den Einrichtungen.
Die Regeln, die hierzu geschaffen wurden, sind vielfältig. In den Grundschulen haben Smartphones von Schülern nichts zu suchen, darin sind sich die Bundesländer einig.
Die Sekundarstufen sind dagegen von einem Flickenteppich geprägt: In manchen Schulen gilt ein Totalverbot, in anderen altersabgestufte Regeln, in wieder anderen Schulen gibt es in den Pausen keine Einschränkungen. Manche Bundesländer geben Leitlinien vor, andere überlassen es komplett den Schulen.
Smartphones sind aus dem Leben junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Und so verwundert es nicht, dass sich eine Mehrheit der Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren gegen ein generelles Handyverbot an Schulen ausspricht. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine repräsentative Studie der Postbank [3].
92 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen demnach ein Smartphone [4], durchschnittlich 37,5 Stunden pro Woche. Das entspricht 5,4 Stunden täglich. Nimmt man noch Computer, Tablets [5] und andere digitalen Endgeräte hinzu, so steigt die tägliche Zeit im Internet [6] auf über neun Stunden (65,5 Stunden pro Woche).
Trotz dieser intensiven Nutzung möchten die meisten kein Verbot. Ihre Hauptargumente: schnelle Kommunikation mit Familie und Freunden (60 Prozent) sowie Nützlichkeit für Lernzwecke und Recherchen (55 Prozent). 54 Prozent trauen sich einen eigenverantwortlichen Umgang zu.
Besonders junge Frauen betonen die Bedeutung von Selbstbestimmtheit, verbringen aber auch deutlich mehr Zeit online als ihre männlichen Mitschüler (41 Stunden pro Woche am Smartphone gegenüber 34,3 Stunden).
Gleichzeitig erkennen viele Jugendliche die Schattenseiten. 71 Prozent sehen ein Verbot als Mittel gegen Ablenkungen im Unterricht, 67 Prozent erwarten bessere Konzentration, 53 Prozent weniger Stress durch ständige Erreichbarkeit [7].
Auffällig: 45 Prozent der Schülerinnen, aber nur 19 Prozent der Schüler sehen einen Vorteil in besserer Kommunikation während der Pausen.
Ein Handyverbot wird oft damit begründet, dass die Leistung der Schüler nachlässt und der Unterricht gestört wird. Eine EU-Umfrage vom Juni 2025 [8] unter 1.162 Personen, überwiegend Lehrkräften aus Belgien, Deutschland, Italien und Spanien, stützt diese Einschätzung.
Am stärksten betroffen ist die Konzentration: 71 Prozent berichten von negativen Auswirkungen. Auch soziale Interaktionen und das Wohlbefinden der Schüler leiden (jeweils 56 Prozent), ebenso die Schulatmosph��re (54 Prozent).
Als Vorteile von Einschränkungen nennen 62 Prozent mehr persönliche Kommunikation zwischen Schülern. Bessere Konzentration erwarten 51 Prozent, weniger Ablenkungen 43 Prozent, weniger Cybermobbing [9] 41 Prozent.
Allerdings ist die Aussagekraft der EU-Umfrage begrenzt. Sie liefert lediglich ein Stimmungsbild unter Lehrern, aber beweist keinen kausalen Zusammenhang zwischen Handynutzung und den negativen Auswirkungen.
Eine zentrale Schwäche: Es wird nicht abgefragt, welche Regeln in der jeweiligen Schule gelten. Gibt es eine freie Handynutzung im Unterricht oder dürfen die Geräte nur in den Pausen verwendet werden? Darüber erfährt der Leser nichts, und auf dieser Grundlage kann er nicht abschätzen, ob die Konzentration im Unterricht tatsächlich durch Handys oder vielleicht doch durch andere Faktoren nachlässt.
Dennoch: Die Jugendlichen selbst bestätigen zentrale Befunde. 71 Prozent der von der Postbank befragten 16- bis 18-Jährigen geben zu, dass ein Verbot gegen Ablenkung helfen würde. Wenn beide Seiten – Lehrkräfte und Schüler – unabhängig voneinander zum selben Schluss kommen, erhöht das die Aussagekraft.
Eine OECD-Studie [10] von Oktober 2025 bringt eine weitere Perspektive in die Debatte. Sie zeigt: Die Handynutzung in der Freizeit kann durchaus positive Effekte haben.
Das Ergebnis: Moderate Nutzung (zwei bis vier Stunden täglich) geht tendenziell mit besseren Mathematikleistungen einher als sehr geringe oder sehr hohe Nutzung. Dieser kurvenförmige Zusammenhang zeigt sich in allen untersuchten Ländern.
Übermäßige Nutzung (über vier Stunden) hängt dagegen mit geringerem Zugehörigkeitsgefühl zur Schule, häufigerem Schwänzen, geringerer Lernmotivation und stärkerer digitaler Angst zusammen.
Die OECD betont ausdrücklich, dass sich daraus nicht ableiten lässt, dass bis zu vier Stunden Handynutzung am Tag gute Mathe-Ergebnisse hervorbringen. Es handle sich vielmehr um eine Korrelation und keine Kausalität.
Berücksichtigt man aber die Online-Zeit von über neun Stunden pro Tag, dann scheint es vorprogrammiert zu sein, dass schulische Leistungen darunter leiden können. Allerdings dürften die Schulverbote auch nichts grundlegend daran ändern, da Schüler wohl die meiste Zeit außerhalb der Schule online sein dürften.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/KI-im-Klassenzimmer-EU-und-OECD-treiben-die-Wende-voran-11165773.html[2] https://www.heise.de/tp/article/Social-Media-ab-15-Wie-EU-Staaten-Alterskontrolle-durchsetzen-wollen-11160588.html[3] https://www.postbank.de/unternehmen/medien/meldungen/2026/februar/handyverbot-an-schulen-mehrheit-der-jugendlichen-dagegen.html[4] https://www.heise.de/tp/article/Zwei-Stunden-taeglich-Japans-Antwort-auf-die-Handy-Sucht-11080269.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Schadet-das-Tablet-vorm-Schlafengehen-wirklich-Antworten-fuer-Eltern-11087584.html[6] https://www.heise.de/tp/article/Wie-Algorithmen-in-sozialen-Medien-unbemerkt-politische-Emotionen-steuern-11096627.html[7] https://www.heise.de/tp/article/Digitale-Askese-Die-individuelle-Antwort-auf-strukturelle-Probleme-11151769.html[8] https://school-education.ec.europa.eu/en/discover/surveys/mobile-phones-schools[9] https://www.heise.de/tp/article/Soziale-Medien-Ploetzlich-Sperrzone-fuer-unter-16-Jaehrige-10712346.html[10] https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/10/finite-time-to-learn-and-play_8dd83eff/edbaa4bb-en.pdf
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