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Plug-in-Hybride: Was Fahrdaten über den echten Verbrauch verraten

Von Matthias Lindner — 19. Februar 2026 um 17:40

Matthias Lindner

OTOR SHOW, International Car Fair: Toyota Prius PHV Plug-in-Hybrid

(Bild: Grzegorz Czapski / Shutterstock.com)

Plug-in-Hybride verbrauchen auf der Straße deutlich mehr als versprochen – das zeigt jetzt eine Studie mit einer Million Fahrzeugen.

Wer beim Autokauf auf niedrige Betriebskosten setzt, aber auch etwas für den Klimaschutz tun möchte, für den könnten Plug-in-Hybride interessant sein. Aber, wie sich jetzt zeigt, könnten sie damit auch in eine teure Falle geraten.

Das zeigt eine großangelegte Untersuchung [1] unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung, über die tagesschau.de vorab berichtet hat [2].

Sie kommt zu dem ernüchternden Befund: Im Straßenverkehr schlucken diese Fahrzeuge durchschnittlich knapp sechs Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer – obwohl die Typenschilder oft nur ein bis zwei Liter ausweisen.

Wer also den Angaben der Hersteller vertraut und auf dieser Basis die monatlichen Tankkosten kalkuliert hat, muss wohl mit deutlichen Mehrkosten rechnen.

Warum der Elektromotor allein nicht reicht

Drei Forschungseinrichtungen – das Fraunhofer ISI, das Öko-Institut und das ifeu – haben Fahrdaten von rund einer Million Plug-in-Hybriden [3] aus den Baujahren 2021 bis 2023 ausgewertet.

Die Ergebnisse widersprechen einer weit verbreiteten Annahme: Selbst wenn das Fahrzeug im vorwiegend elektrischen Modus unterwegs ist, fließen im Mittel noch drei Liter Benzin oder Diesel durch die Leitungen.

Ein möglicher Grund: Der Verbrennungsmotor schaltet sich offenbar weitaus öfter zu als bislang vermutet – etwa bei höheren Geschwindigkeiten, starker Beschleunigung oder aktivierter Klimaanlage. Studienleiter Patrick Plötz sprach laut tagesschau.de von einem "Schock" für das gesamte Forscherteam.

Über alle Betriebsmodi hinweg liegt der tatsächliche Verbrauch bei 5,9 Litern auf 100 Kilometer. Ein konventioneller Benziner kommt im Schnitt auf rund sieben Liter.

Der versprochene Sparvorteil schrumpft damit auf ein Minimum. Zugleich zeigen die Daten, dass Plug-in-Hybride nur etwa ein Viertel bis knapp ein Drittel ihrer Gesamtstrecke rein elektrisch zurücklegen. Der Rest entfällt auf den Verbrenner – mit entsprechendem Spritverbrauch.

Budgetrisiko für Familien: Tankkosten, Förderung, Wiederverkauf

Für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen wiegt der Mehrverbrauch besonders schwer, weil er die gesamte Kostenplanung über die Haltedauer verschiebt.

Und für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ein Plug-in-Hybrid zu kaufen, kommt eine politische Unsicherheit hinzu: Die aktuelle Studie stützt die Argumentation [4] von Akteuren wie der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

Sie fordern nämlich, staatliche Zuschüsse für Plug-in-Hybride ersatzlos zu streichen und ausschließlich vollelektrische Fahrzeuge zu fördern.

DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch bezeichnete gegenüber tagesschau.de die politische Aufwertung dieser Antriebsform als "klima- und industriepolitische Sackgasse".

Sollte die Förderkulisse tatsächlich wegbrechen, dürfte auch der Wiederverkaufswert dieser Fahrzeuge sinken – ein Risiko, das bei der Anschaffung einkalkuliert werden muss.

Vollelektrisch fahren: Förderung, Ladeoptionen und Gebrauchtwagen

Seit Anfang 2026 bezuschusst der Bund den Kauf reiner Elektroautos mit bis zu 6.000 Euro. Die Prämie staffelt sich nach Haushaltseinkommen und Kinderzahl – Familien mit geringerem Budget und mehreren Kindern erhalten den höchsten Zuschuss.

Im laufenden Betrieb fallen die Kilometerkosten niedriger aus als bei Verbrennern oder Hybriden, weil Strom pro Energieeinheit günstiger ist und der Antrieb effizienter arbeitet. Auch Wartung und Verschleiß schlagen weniger zu Buche, da ein Elektromotor ohne Getriebe, Auspuffanlage und Ölwechsel auskommt.

Die öffentliche Ladeinfrastruktur hat sich zuletzt stark verdichtet: Mitte 2025 standen deutschlandweit rund 175.000 Ladepunkte bereit, wie es bei der DUH heißt [5]. Darunter waren etwa 42.000 Schnelllader.

Wer über einen eigenen Stellplatz verfügt, kann mit einer Wallbox oder einer Photovoltaikanlage besonders günstig laden.

Für Haushalte mit begrenztem Budget wächst zudem der Gebrauchtwagenmarkt: 2025 wechselten hierzulande mehr als 200.000 gebrauchte Elektroautos den Besitzer. Fachleute raten, sich beim Kauf einen Nachweis über den Zustand der Batterie vorlegen zu lassen, um spätere Überraschungen zu vermeiden.

Brüssel unter Zugzwang: Forscher fordern schärfere Regeln

Die niedrigen Laborwerte der Plug-in-Hybride ermöglichen es Herstellern bislang, ihre CO2-Flottengrenzwerte rechnerisch einzuhalten, obwohl die Fahrzeuge auf der Straße ein Vielfaches ausstoßen.

Laut der Studie könnten allein in Deutschland bis zu 25 Millionen Tonnen zusätzliches CO2 anfallen, falls die geplante Verschärfung der Berechnungsformel ausgesetzt wird.

Studienleiter Plötz plädiert deshalb dafür, die Prüfstandmessung durch reale Verbrauchsdaten zu ersetzen und Hersteller bei Überschreitung zur Kasse zu bitten.


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https://www.heise.de/-11183192

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ifeu.de/fileadmin/uploads/Publikationen/Mobilit%C3%A4t/Plugin-Hybrid_Dateien/Analyse_PHEV_2025_EN_final.pdf
[2] https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/plug-in-hybrid-verbrauch-100.html
[3] https://www.ifeu.de/en/news-archive-1/fuel-consumption-co2-emissions-of-plug-in-hybrid
[4] https://www.vcd.org/service/presse/pressemitteilungen/plug-in-hybride-sind-mogelpackung-foerderung-streichen
[5] https://www.duh.de/informieren/verbraucherschutz/leitfaden-elektroauto/

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Robustheit statt Effizienz: Was Unternehmen von Pflanzen lernen können

Von Thomas Pany — 19. Februar 2026 um 14:15

Thomas Pany

Zwei Männer vor einem Computer mit einem netzartigen Systembild auf dem Screen

Bild: shutterstock.com

Pflanzen verschwenden absichtlich Energie – und überleben gerade deshalb. Ein Biologe erklärt, warum das auch für Firmen gilt.

Der französische Biologe Olivier Hamant kritisiert die Fixierung auf Leistung. In einer schwankenden Welt, so seine These, brauchen Gesellschaften und Unternehmen Robustheit – eine Fähigkeit, die sich von der Natur lernen lässt.

Im Herbst vergangenen Jahres lag das kleine Heft mit dem Titel "Gegengift zum Kult der Performance" (i.O. "Antidot au Culte de la Performance") an prominenter Stelle in den großen Buchhandlungen in Frankreich aus. Geschrieben ist es von Olivier Hamant, einem preisgekrönten Biologen, der nun auch einem deutschen Medium [1] aufgefallen ist.

Hamants Leitthese: In Krisenzeiten befinden wir uns auf dem falschen Weg. Indem wir in turbulenten Zeiten auf Kontrolle, Optimierung und Performance setzen, schließen wir uns auf einem engen Pfad ein, der uns anfällig und zerbrechlich macht. Die Natur, so der Biologe, öffne andere Möglichkeiten.

Er überschreibt sie mit Robustheit. Nach dem Destillat seiner Forschungen beruht sie auf Heterogenität, auf Überflüssigem, Zufall, Unwägbarkeiten, Langsamkeit und Inkohärenz. Qualitäten also, die man aus dem eigenen Leben gut kennt, die im öffentlichen Diskurs jedoch kaum als erstrebenswert gelten – dort dominiert Effizienz als Leitwert strategisch ausgerichteter Denkweisen.

Diese Diagnose trägt Hamant seit Jahren vor. Kürzlich ehrte ihn die Katholische Universität Löwen mit der Ehrendoktorwürde. Der Forscher am französischen Nationalen Institut für Agrarforschung (INRAE) formuliert seine Kritik klar.

Die moderne Definition von Performance – verstanden als Summe aus Effektivität und Effizienz – mache Systeme fragil. Was einst die Kunst bezeichnete, etwas gut zu machen, sei von Management-Controllern umgedeutet worden: Ein Ziel solle mit möglichst geringem Aufwand erreicht [2] werden.

Das Ergebnis sind überoptimierte Systeme – Just-in-time-Produktion, schlanke Verwaltungen, global verzahnte Lieferketten.

Hamants Pointe: Solche Systeme funktionieren nur unter stabilen Bedingungen. Gerät die Umwelt ins Schwanken, brechen sie. Die Blockade des Suezkanals 2021, Lieferengpässe während der Pandemie oder zunehmende Klimaextreme sind für ihn keine Ausnahmen, sondern Vorboten einer instabilen Welt.

Pflanzen als Vorbild für Suboptimalität

Hamants Denken wurzelt in der Pflanzenbiologie. Warum sind Pflanzen grün und nicht schwarz wie Solarpaneele? Wären sie schwarz, würden sie das gesamte Sonnenlicht absorbieren und ihren Energieertrag maximieren.

Ihre grüne Farbe bedeutet jedoch, dass sie "Licht verschwenden". Diese scheinbare Ineffizienz ist, so der Forscher, eine Überlebensstrategie [3].

Die Photosynthese sei voller Redundanzen und Inkohärenzen – etwa durch das Enzym Rubisco, das nicht nur Kohlenstoff, sondern auch Sauerstoff bindet. Gerade dieses Durcheinander ermöglicht es Pflanzen, mit Schwankungen umzugehen.

Robustheit, so verstanden, heißt nicht optimal zu funktionieren, sondern anpassungsfähig zu bleiben.

Die tödliche Falle der Überoptimierung

Der Kult der Performance ist für Hamant daher nicht nur langfristig ineffizient, sondern zerstörerisch. Im Leistungssport zeige sich diese Logik besonders drastisch: Doping sei das sichtbarste Symptom einer Fixierung auf ein einziges Ziel – selbst um den Preis der Selbstzerstörung. Hier greift das Goodhart’sche Gesetz: Wenn ein Maß zur Zielvorgabe wird, taugt es nicht mehr als Maß.

Am deutlichsten, so Hamant, zeigt sich dieser Widerspruch in der Landwirtschaft. Hochleistungsorientierte Modelle erzeugen Abhängigkeiten, zerstören Böden und treiben viele Landwirte in prekäre Verhältnisse.

"Schon weil es allein in Frankreich ein bis zwei Suizide von Landwirten pro Tag gibt, ist das System nicht mehr tragfähig", sagte er gegenüber lavenir.net [4]. Pestizide und Dünger werden teurer, geopolitische Abhängigkeiten riskanter.

Agroökologische Ansätze seien weniger effizient, dafür robuster, lokaler und sozial eingebettet. Für Hamant ist der ländliche Raum das erste Labor eines anderen Modells – weniger aus Nostalgie als aus pragmatischer Notwendigkeit.

Robustheit als kollektives Projekt

Robustheit ist für Hamant kein Rückzug ins Private, sondern ein politisches Projekt. Sie entsteht im Kollektiv: in regionalen Netzwerken, in reparierbaren Dingen, in Institutionen, die vorbereiten statt beherrschen. Dazu gehört die Rehabilitierung von Inkohärenz.

"Dialog heißt, Inkohärenzen zum Klingen zu bringen – fruchtbare Meinungsverschiedenheiten", so Hamant [5]. Bürgerversammlungen zum Klima hätten gezeigt, dass Vielfalt oft ambitioniertere Vorschläge hervorbringt als homogene Expertengremien.

Auch Darwin müsse neu gelesen werden – nicht nur als Theoretiker des "Überlebens des Stärkeren", sondern als Denker von Kooperation und Sympathie. Evolution, so Hamant, sei ebenso Zusammenarbeit wie Konkurrenz.

Der Wandel beginnt am Rand

Dass das bestehende System diesen Übergang bremst, bestreitet Hamant nicht. Er spricht vom "angefaulten Herz" der Performance und nennt Akteure wie TotalEnergies, McKinsey, die Europäische Kommission oder Politiker wie Trump, Putin und Netanjahu [6]. Dieses Zentrum wirke zunehmend aus der Zeit gefallen.

Hamant prognostiziert dennoch einen Wandel – innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Wie bei einem Vogel- oder Fischschwarm seien es die Individuen an der Peripherie, die Schwankungen zuerst wahrnehmen und die Gruppe neu ausrichten.

Übertragen auf Gesellschaften meint das periphere Initiativen wie Agroökologie, Permakultur, gemeinschaftliches Wohnen, Kreislaufwirtschaft oder Reparierbarkeit.

"Ein fallender Baum macht mehr Lärm als ein wachsender Wald", sagt Hamant. Man dürfe den wachsenden Wald nicht vergessen.

Sein Buch "L’Entreprise robuste", das er gemeinsam mit Olivier Charbonnier und Sandra Enlart verfasste, ist laut Le Monde [7] ein Entwurf einer Alternative zur allgegenwärtigen Leistungslogik.


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https://www.heise.de/-11182751

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.welt.de/kultur/plus69931ba1f1c55d28ade69f7a/ende-der-hochleistungsgesellschaft-die-ultra-performer-sterben-aus-zugunsten-der-super-robusten.html
[2] https://www.lavenir.net/actu/environnement/2026/02/12/olivier-hamant-docteur-honoris-causa-de-luclouvain-sinspirer-du-vivant-pour-rendre-nos-societes-robustes-dans-un-monde-qui-bascule-FQHQ2MQFXJFSBIKTO4B6LSYF4I/
[3] https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/la-terre-au-carre/la-terre-au-carre-du-lundi-05-janvier-2026-5186264
[4] https://www.lavenir.net/actu/environnement/2026/02/12/olivier-hamant-docteur-honoris-causa-de-luclouvain-sinspirer-du-vivant-pour-rendre-nos-societes-robustes-dans-un-monde-qui-bascule-FQHQ2MQFXJFSBIKTO4B6LSYF4I/
[5] https://www.radiofrance.fr/franceinter/podcasts/la-terre-au-carre/la-terre-au-carre-du-lundi-05-janvier-2026-5186264
[6] https://www.welt.de/kultur/plus69931ba1f1c55d28ade69f7a/ende-der-hochleistungsgesellschaft-die-ultra-performer-sterben-aus-zugunsten-der-super-robusten.html
[7] https://www.lemonde.fr/emploi/article/2025/06/19/l-entreprise-robuste-s-inspirer-du-vivant-pour-affronter-les-crises-qui-s-annoncent_6614352_1698637.html

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Berlin prüft Magnetschwebebahn: Schwebt Spandau bald in die Zukunft?

Von Marcel Kunzmann — 19. Februar 2026 um 14:00

Marcel Kunzmann

Eine Magnetschwebebahn vor urbaner Kulisse

Der Transrapid Shanghai wurde ursprünglich mit deutscher Technik realisiert

(Bild: Max Talbot-Minkin/Commons/CC-2.0)

Statt einer Straßenbahn soll eine Magnetschwebebahn Tegel mit Spandau verbinden. Doch Grüne und Umweltverbände warnen vor einem Irrweg. Ein Überblick.

Die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) plant eine Machbarkeitsstudie für eine Magnetschwebebahn zwischen dem geplanten Industrie- und Forschungspark "Urban Tech Republic" auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel und dem Bezirk Spandau. Dies kündigte die Politikerin laut Informationen des RBB [1] am vergangenen Donnerstag im Abgeordnetenhaus an.

Der entsprechende Auftrag könnte bei der nächsten Sitzung der Wohnungskommission beschlossen werden.

Straßenbahnprojekt wird aufgegeben

Für die neue Verbindung soll nach Angaben der Berliner Zeitung [2] eine bereits geplante Straßenbahnlinie gestrichen werden.

Die Zeitung zitiert aus einer Beschlussvorlage für die Senatskommission Wohnungsbau, wonach die Magnetschwebebahn als "Rückgrat" für die "Erschließung im Berliner Westraum" dienen soll. Zunächst soll ein Abschnitt zwischen der Urban Tech Republic und dem östlichen Havelufer "planerisch vertieft" werden.

Bonde begründete ihr Vorhaben damit, dass eine Magnetschwebebahn nicht im Stau stehen würde. Bei der bisher geplanten Straßenbahn wäre das anders, so die Senatorin. "Spandau ist sehr, sehr hochverkehrlich belastet, und eine Straßenbahn wird keine eigene Trasse dort haben", erläuterte sie.

Außerdem könnte eine Magnetschwebebahn nach Einschätzung der Verkehrssenatorin schneller gebaut werden als eine Straßenbahn.

Grüne warnen vor Verzögerungen

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Antje Kapek, widersprach dieser Einschätzung vehement. Die Straßenbahn nach Spandau sei fertig geplant und könnte in ein bis zwei Jahren fertig gebaut sein, sagte Kapek.

Bei der Magnetschwebebahn müsste erst mit der Planung begonnen werden, was laut der Grünen-Politikerin schon allein mindestens acht Jahre dauern würde. Sie sprach von einer "unverantwortlichen" Politik der Koalition, die das Risiko berge, dass die "Urban Tech Republic" zur Eröffnung nicht ausreichend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden sein wird.

Auf der Senatswebsite heißt es weiterhin, dass mit der Inbetriebnahme der Straßenbahn "nach aktuellem Stand" im Jahr 2032 zu rechnen sei.

Die sogenannte Grundlagenermittlung für die Straßenbahnstrecke sei bereits abgeschlossen worden, berichtet der "Spiegel". Dem Zeitungsbericht zufolge lehne der Bezirk Spandau Straßenbahntrassen ab, für die Autostellplätze aufgegeben werden müssten. Aus demselben Grund sei auch die bereits 2019 als "zügige Zwischenlösung" vereinbarte Einrichtung schneller Buslinien gescheitert.

Senatskommission vertagt Entscheidung

Bei der jüngsten Sitzung der Senatskommission Wohnungsbau spielte die Magnetschwebebahn entgegen Erwartungen keine Rolle, wie Bausenator Christian Gaebler (SPD) am Dienstag mitteilte. Die Verkehrsanbindung der neuen großen Wohnviertel im Spandauer Ortsteil Gartenfeld sei anderweitig gesichert, sagte Gaebler. Ab 2028 soll eine weitere Brücke auf die Insel führen, 2029 fährt die S-Bahn nach 49 Jahren Pause wieder nach Gartenfeld.

Petra Nelken, Sprecherin von Verkehrssenatorin Bonde, erklärte jedoch, das Thema sei damit nicht abmoderiert. Die Magnetschwebebahn bleibe für die bald beginnenden Untersuchungen weiterhin eine Option. "Abgelehnt wurde sie nicht", fasste Nelken zusammen.

Umweltverband übt scharfe Kritik

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) kritisierte die Pläne scharf. "Nach langer und irrungsvoller Suche glaubt CDU-Verkehrssenatorin Ute Bonde für ihr Lieblingsverkehrsmittel nach dem Auto endlich einen Einsatzort gefunden zu haben", kommentierte [3]der Verband.

Jahrelange Planungsvorleistungen für die Straßenbahn sollen in die Mülltonne befördert werden, so die Kritik. Dabei soll die Neubaustrecke etwa zur Hälfte abseits von Straßen geführt werden.

"Bei den Magnetschwebebahn-Träumereien wird ignoriert, dass die Einfügung einer Stelzenbahn in den Stadtraum ebenfalls auf erhebliche Widerstände stoßen dürfte", warnte der Bund. Es wäre juristisch keineswegs einfacher, Privatgrundstücke zu überbrücken, als sie ebenerdig in Anspruch zu nehmen. Daran scheiterten bereits Pläne für urbane Seilbahnen in Deutschland. Zudem warnte der Bund vor einer Abhängigkeit von nur einem Hersteller.

Branche verteidigt das System

In Branchenkreisen sieht man die Kritik des Bund skeptisch. "Dass öffentliche Verkehrsträger auf Stützen durch Städte geführt werden, ist alles andere als neu", hieß es. Das zeigen die Hochbahnen in Berlin und Hamburg. Eine aufgeständert geführte Magnetbahnstrecke vermeidet Gefahrensituationen und erhöht damit die Verkehrssicherheit, lautet das Argument. Der Raum unterhalb einer Trasse stehe weiterhin für Radverkehr, Fußgängerwege oder andere Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das Gesamtsystem der Magnetschwebebahn bestehe aus standardisierten Bahnkomponenten, die unabhängig von Max Bögl auf dem Zuliefermarkt beschafft werden können, heißt es weiter. Dadurch entsteht dem kommunalen Aufgabenträger gegenüber konventionellen Rad-Schiene-Systemen kein Nachteil.

Machbarkeitsstudien für Strecken in Baden-Württemberg und Nürnberg zeigen laut Branchenvertretern, dass die Betriebskosten für die Magnetschwebebahn aufgrund des geringeren Verschleißes und Personalbedarfs deutlich geringer ausfallen als bei der Straßenbahn.

Das Transport System Bögl, das auf einer Teststrecke bei Neumarkt in der Oberpfalz bereits unterwegs ist, sei ein "vollständig ausgereiftes und erprobtes Verkehrsmittel", so die Einschätzung. Auch in Hamburg wird derzeit eine Machbarkeitsstudie für eine Magnetschwebebahnstrecke erstellt.

Zuverlässige Rarität

Trotz jahrzehntelanger Entwicklung ist die Magnetschwebebahn im kommerziellen Einsatz bislang eine Rarität. Der Transrapid Shanghai [4], eröffnet im Jahr 2004, gilt als die erste und lange Zeit einzige kommerziell betriebene Maglev-Strecke der Welt. Sie verbindet den internationalen Flughafen Pudong mit der Longyang Road und legt die 30 Kilometer lange Strecke in nur rund sieben Minuten zurück.

2016 eröffnete in China eine weitere Magnetschwebebahn. Der Changsha Maglev Express [5] verbindet seither den Bahnhof Changsha Süd über 18,6 Kilometer mit dem internationalen Flughafen der Stadt. In Japan existiert mit der Linimo [6] seit 2005 eine neun Kilometer lange Nahverkehrslinie östlich von Nagoya, die auf der HSST-Technologie beruht und beim Betrieb während der Expo 2005 bereits zehn Millionen Fahrgäste beförderte.

Wo Magnetschwebebahnen tatsächlich fahren – vor allem in China –, haben sie sich als zuverlässig und leistungsfähig erwiesen. Der Schritt vom Pilotprojekt zum flächendeckenden Stadtverkehrsmittel steht jedoch noch weitgehend aus.


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https://www.heise.de/-11182631

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/02/berlin-magnetschwebebahn-bonde-tegel-spandau-verkehr.html
[2] https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/magnetschwebebahn-nach-spandau-wie-es-mit-dem-projekt-weitergeht-li.10019471
[3] https://www.bund-berlin.de/service/presse/detail/news/cdu-setzt-auf-schwebende-blockade-der-loesung-von-verkehrsproblemen/
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Transrapid_Shanghai
[5] https://de.wikipedia.org/wiki/Changsha_Maglev_Express
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Linimo

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macOS 27: Intel-Apps sagen zum Abschied leise Servus

Von Heise — 19. Februar 2026 um 16:41
Blaues Intel-Schild vor einem Gebäude mit einer Glasfront

Blaues Intel-Schild vor einem Gebäude mit einer Glasfront: Apple mag nur noch Apple Silicon.

(Bild: Tada Images/Shutterstock.com)

Mit macOS 26.4 gibt es weitere deutliche Hinweise auf das Ende des Supports für Intel-Anwendungen. Von heute auf morgen geht es aber nicht.

Macs mit Intel-Prozessoren sind noch bei vielen Nutzern aktiv, schließlich leitete Apple seinen Switch zu ARM-Chips [1] erst 2020 ein. Doch das Ende des x86-Zeitalters bei dem Konzern aus Cupertino naht: macOS 26 ist die letzte Version des Betriebssystems, die überhaupt noch auf diesen Maschinen läuft, ab macOS 27 muss es ein Apple-Silicon-Mac sein. Doch dabei bleibt es nicht: Ab macOS 28 lassen sich auch keine Apps mehr nutzen, die für diese Systeme kompiliert wurden. Diese Warnung erteilt Apple nun noch einmal deutlich, wie Betatester von macOS 26.4 [2] mitteilen.

Apple will Rosetta 2 nicht weiterentwickeln

Versucht man ein entsprechendes Programm zu starten, startet dieses nicht einfach. Stattdessen liefert Tahoe ein Pop-up-Fenster, in dem steht, dass diese App künftig nicht mehr lauffähig sein wird. Denn Apple plant, nur noch macOS 27 mit der Übersetzungsschicht Rosetta 2 [3] auszurüsten. Danach – also spätestens ab Herbst 2027 – ist Schluss damit und Apps laufen einfach nicht mehr.

Rosetta 2 hatte den Umstieg von der x86-Architektur zu ARM-Maschinen stressfrei gemacht – tatsächlich läuft Intel-Code auf Apple-Silicon-Rechnern gleich schnell oder sogar schneller, wofür Apple viel Lob bekam. Doch der Konzern will die alte Architektur nicht ewig unterstützen und macht deshalb nun einen Schnitt.

Beispiel Switch zu 64 Bit

Das neue Pop-up, das mit macOS 26.4 vermutlich ab April oder Ende März eingeführt wird, soll auch dabei helfen, Druck auf Entwickler auszuüben, die ihre Apps immer noch nicht auf Apple-Silicon-Code umgestellt haben. Apples Gedanke: Nutzer, die die Botschaft erhalten, beschweren sich bei den Entwicklern – und die werden dann hoffentlich endlich tätig. Ob das wirklich so läuft, ist aber unklar. Es ist durchaus möglich, dass Entwickler entweder keine Ressourcen haben, die Anpassung vorzunehmen – oder es sich für sie schlicht nicht mehr lohnt. Damit könnte es passieren, dass gewohnte Nutzungsabläufe ab 2027 mit macOS 28 ihr Ende finden und Alternativen gesucht werden müssen.

In der jüngeren Vergangenheit gab es unter macOS bereits ein solches Beispiel: Apple stellte von der gewohnten 32-Bit-Architektur auf die 64-Bit-Architektur um. Mit macOS aus dem Jahr 2019 war es dann mit dem Support für 32-Bit-Apps vorbei. Entwickler, die die Investitionen in eine Umstellung scheuten, machten dann einfach nicht mehr mit – und User standen ohne App-Support da.


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https://www.heise.de/-11182896

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-wechselt-in-seinen-Mac-von-Intel-auf-ARM-Prozessoren-4791764.html
[2] https://www.heise.de/news/macOS-26-4-Verbesserungen-fuer-Safari-und-Batteriemanagement-und-eine-Warnung-11179396.html
[3] https://www.heise.de/news/Macs-mit-Apple-Chip-Intel-Software-laeuft-in-Zukunft-nicht-mehr-10459981.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:bsc@heise.de

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Einsteiger-MacBook: Erste Infos zu Farben, Preis und Chip

Von Heise — 19. Februar 2026 um 11:31
MacBook – hier ein Air

MacBook – hier ein Air: Endlich ein neues Einsteigermodell bei Apple in der Pipeline?

(Bild: Apple)

Apple soll in zwei Wochen eine neue Notebook-Baureihe vorstellen. Ein Überblick zu den Details, bei denen sich die Gerüchteküche (fast) sicher ist.

Schon im Sommer 2025 gab es erste ernst zu nehmende Gerüchte, dass Apple nach Jahren wieder ein besonders günstiges MacBook [1] in Planung hat. Das Modell soll vergleichsweise einfach gestaltet sein, hieß es, und sich aus dem iPhone-SoC-Regal statt dem Reigen der M-Prozessoren bedienen, die Apple sonst in Macs steckt. Dann passierte allerdings zunächst nichts. Nun heißt es, dass es Anfang März endlich so weit sein könnte: Für den 4. März lädt Apple zur „Special Apple Experience“ nach Singapur, Europa und die USA [2] ein. Neben neuen iPads, einem iPhone 17e sowie MacBook-Pro-Modellen mit M5 Max und M5 Pro [3] steht das Einsteiger-MacBook bei vielen Beobachtern ganz oben auf der Release-Liste. Hier die Details, die schon bekannt sind.

Vorgeschichte: Das 12-Zoll-MacBook

Zwischen 2015 und 2019 hatte Apple eine Modellreihe auf dem Markt, die aufgrund des vergleichsweise günstigen Preises, geringen Gewichts und seiner kompakten Ausmaße viele Fans hatte: das MacBook mit 12 Zoll [4]. Allein die interne Hardware war nur bedingt gut: Dank lahmer, stromsparender Intel-Chips ohne Lüfter handelte es sich bei dem Kompakt-Notebook vor allem um eine Surf- und Office-Maschine. 2019 wurde die Baureihe vom Markt genommen. Nachdem Apple dann 2020 den Umstieg auf ARM-Prozessoren beim Mac [5] angekündigt hatte, galt das 12-Zoll-MacBook als einer der ersten guten Kandidaten für die Technik.

Dank Apple Silicon hätte die Maschine nicht nur kompakt und leicht sein können, sondern auch ausreichend flott. Doch dann passierte nichts: Apple brachte MacBook Air und MacBook Pro ins ARM-Zeitalter, der alte Kompakt-Formfaktor blieb im Archiv. Seither hoffen Fans des 12-Zoll-MacBook, dass es wiederauferstehen möge – war es doch sogar kompakter und leichter als ein iPad Pro mit Tastatur [6].

Das soll das neue Einsteiger-MacBook können

Das neue Einsteiger-Notebook wird wohl, zumindest laut gut informierter Gerüchteköche und Apple-Lieferketten-Beobachter, etwas anders ausfallen als das 12-Zoll-MacBook mit Intel-Chip. So soll die Bildschirmdiagonale von 12 auf 13 Zoll wachsen – wie stark es sich vom bereits kompakten MacBook Air M4 [7] unterscheidet, ist unklar. Der Preis soll womöglich deutlich unter 1000 US-Dollar liegen, wobei in Europa eher mit 1000 Euro zu rechnen ist. Apple will die Alu-Hardware angeblich bunt einfärben, Weibo-Leaker Instant Digital glaubt an Gelb, Grün (!) und Blau – diese Farben verwendet Apple auch in der Einladung zu der Veranstaltung.

Das Herz des neuen MacBook ist angeblich ein A18 Pro, den Apple im iPhone 16 Pro verwendet hat. Damit wird man keine gigantischen Sprünge machen können, für ein Kompakt-Notebook ist er aber ausreichend. Nun heißt es aber zunächst abwarten: Momentan wird damit gerechnet, dass die neuen Maschinen am 4. März – also dem tatsächlichen Tag der „Experience“ – vorgestellt werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11182311

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Geruecht-Einsteiger-MacBook-vor-grossem-Comeback-10464524.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Event-Gibt-es-wieder-Produkte-ueber-mehrere-Tage-11180953.html
[3] https://www.heise.de/news/Neue-M5-Chips-in-Apple-Release-Candidate-aufgetaucht-macOS-26-3-im-Anflug-11166514.html
[4] https://www.heise.de/news/MacBook-12-Zoll-Kompaktester-Mac-aller-Zeiten-wird-10-wartet-auf-Nachfolger-10310051.html
[5] https://www.heise.de/news/Apple-wechselt-in-seinen-Mac-von-Intel-auf-ARM-Prozessoren-4791764.html
[6] https://www.heise.de/news/Magic-Keyboard-Im-12-9-Zoll-Format-mit-iPad-schwerer-als-ein-MacBook-Air-4706090.html
[7] https://www.heise.de/tests/Das-neue-MacBook-Air-M4-im-Test-Lohnt-sich-Apples-neues-Einsteiger-Notebook-10311732.html
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:bsc@heise.de

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Neue Apple-Produkte: Spekulationen über Release-Strategie

Von Heise — 19. Februar 2026 um 10:50
Einladung zur „Special Apple Experience“

Einladung zur „Special Apple Experience“: Vor allem Influencer kommen.

(Bild: Apple)

Am 4. März gibt es das nächste Apple-Event – allerdings in einem neuartigen Format. Die Frage ist nun, wann welche Produkte vorgestellt werden.

Die nächste Apple-Veranstaltung steht an: Für den 4. März, einen Mittwoch, hat Apple zur „Special Apple Experience [1]“ geladen – nicht nach Cupertino, wie üblich, sondern nach New York City, London und Shanghai. Mit dabei sind einige ausgewählte Journalisten sowie diverse Influencer. Nun stellt sich die Frage, welche Veröffentlichungsstrategie der Konzern dieses Mal verfolgt. Dazu gibt es aktuell mehrere Vorhersagen. Es scheint zumindest klar zu sein, dass mehr als nur ein neues Produkt erscheint – womöglich erstreckt sich die Präsentation über mehrere Tage.

Tag für Tag ein Produkt

Diese Idee ist bei Apple nicht neu. So gab es 2024 bereits eine „Woche des Mac“ [2], bei der neue Modelle häppchenweise über mehrere Tage mit jeweils relativ kurzen Videos eingeführt wurden. Ob es so etwas dieses Mal auch gibt oder der Konzern die Produkte einfach nur per Pressemitteilung samt Website ankündigt, ist unklar. Denkbar wäre, dass die neuen Produkte am Montag, Dienstag und Mittwoch erscheinen, um dann zum Abschluss besagte „Experience“ durchzuführen. Eine solche gab es bereits Ende Januar in Los Angeles [3] – allerdings mit enttäuschendem Neuigkeitswert. Eine Gruppe von Influencern aus aller Welt durfte sich dabei Apple Creator Studio [4] ansehen und dann unter anderem ein Tanzvideo zusammenbasteln. Neue Hardware gab es hingegen nicht zu sehen.

Apple-Blogger John Gruber, der über viele Jahre gute Verbindungen zu Apple aufgebaut hat, zuletzt aber aufgrund der Siri-Verschiebungen im Clinch mit Cupertino lag [5], geht von einem schrittweisen Release aus [6]. Er schätzt, dass ein iPhone 17e [7] etwa am Montag, neue Tablets (iPad Air M4 und Standardmodell der 11. Generation [8]) am Dienstag und am Mittwoch als Höhepunkt dann ein neues Einsteiger-MacBook mit iPhone-Chip [9] (A18 Pro) erscheinen könnten – plus neue MacBook-Pro-Modelle mit M5 Max und M5 Pro [10]. Ähnlich sieht das auch [11] Bloomberg-Reporter Mark Gurman. Es werde „keine echte Keynote“ geben.

Was es in den vergangenen Jahren gab

Zur Erinnerung: Bei der „Woche des Mac“ waren neue iMacs, neue Mac-mini-Modelle und MacBook-Pro-Überarbeitungen erschienen. Das waren durchaus signifikante Upgrades – etwa hat Apple den mini nochmals verkleinert und mit M4 und M4 Pro ausgerüstet. Zur „Experience“-Woche könnten ansonsten auch Zubehörprodukte erscheinen, etwa neue Studio-Display-Bildschirme [12] und Home-Produkte [13].

Klar ist: Apple hätte mit einer tageweisen Veröffentlichung mehr Zeit dafür – und dem Konzern gelingt es so, länger in den Medien zu bleiben. 2019 waren ebenfalls tageweise neue Produkte gezeigt worden, damals neue iPads, neue iMacs und AirPods.

Update

Gruber spekuliert weiter, dass Apple bei der Apple-„Experience“ auch eine neue immersive Formel-1-Übertragung für die Vision Pro [14] präsentieren könnte. Apple hatte sich in den USA für die Rennserie die Rechte gesichert [15]. Dazu passt, dass die neue Formel-1-Saison am 8. März in Australien startet.


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https://www.heise.de/-11180953

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-kuendigt-ueberraschend-Special-Apple-Experience-an-11178848.html
[2] https://www.heise.de/news/Analyse-Keynote-haeppchenweise-Apple-neue-Marketingstrategie-beim-Mac-9998526.html
[3] https://www.heise.de/news/Apple-veranstaltet-Creator-Event-Apple-Experience-mit-neuen-Macs-in-L-A-11151904.html
[4] https://www.heise.de/tests/Kreativ-Abo-Fuer-wen-sich-das-Apple-Creator-Studio-lohnt-11176231.html
[5] https://www.heise.de/news/Nach-Kritik-an-Siri-Debakel-Apple-lehnt-traditionelles-WWDC-Interview-ab-10420938.html
[6] https://daringfireball.net/linked/2026/02/17/apple-special-experience-march-4
[7] https://www.heise.de/news/iPhone-17e-Diese-Features-koennten-kommen-11176437.html
[8] https://www.heise.de/news/iPhone-16e-und-iPad-Air-Aktuelle-Geraete-in-bestimmten-Maerkten-schlecht-zu-haben-11175219.html
[9] https://www.heise.de/news/Geruecht-Einsteiger-MacBook-vor-grossem-Comeback-10464524.html
[10] https://www.heise.de/news/MacBook-Pro-mit-M4-Max-Lange-Lieferzeiten-als-Zeichen-fuer-neue-Geraete-11146590.html
[11] https://x.com/markgurman/status/2023924227632754717
[12] https://www.heise.de/news/Modellnummer-A3350-Neues-Apple-Display-taucht-in-Datenbank-auf-11144312.html
[13] https://www.heise.de/news/HomePod-2-Unschoenes-Jubilaeum-11166607.html
[14] https://daringfireball.net/linked/2026/02/18/immersive-f1-vision-pro-spitball
[15] https://www.heise.de/news/Formel-1-Apple-schnappt-sich-die-Exklusivrechte-fuer-die-USA-10778082.html
[16] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[17] https://www.heise.de/mac-and-i
[18] mailto:bsc@heise.de

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Betrugsmasche: Falsche „Gemini“-Chatbots verkaufen falschen „Google Coin“

Von Heise — 19. Februar 2026 um 14:51
Fiktive Münzen von Kryptowährungen liegen in einem Kreis auf grüner Oberfläche

(Bild: Wit Olszewski/Shutterstock.com)

Eine neue Betrugsmasche beruht auf angepassten KI-Chatbots. Diese drängen Opfer dazu, wertlose Kryptowährungen zu kaufen.

IT-Sicherheitsforscher haben eine neue Betrugsmasche entdeckt. Die Täter setzen dabei auf angepasste KI-Chatbots, die Opfer dazu drängen sollen, wertlose Kryptowährungen [1] zu kaufen.

Das berichten die Analysten von Malwarebytes in einem Blog-Beitrag [2]. Sie sind auf eine Webseite geraten, auf der ein „Google Coin“ im Vorverkauf angeboten wird. Optisch bedient sich die Webseite vertrauter Logos von OpenAI, Google, den Kryptobörsen Binance sowie Coinbase, Squarespace und sogar SpaceX. Die vermeintliche Kryptowährung nutzt das „G“ aus dem Google-Logo. Sie baut zudem eine gewisse Dringlichkeit auf, erklären die IT-Sicherheitsforscher. Außerdem ist auf der Seite ein KI-Chatbot eingebunden, der sich als Googles Gemini-KI ausgibt und dessen Icon an Gemini erinnert.

Screenshot der angeblichen Vorverkaufs-Seite
Screenshot der angeblichen Vorverkaufs-Seite

Auf der vermeintlichen Vorverkaufs-Webseite ist ein KI-Chatbot eingebunden, der die Aufmachung von Googles Gemini imitiert.

(Bild: Malwarebytes)

Der Chatbot führt Besucher durch ein aufpoliertes Verkaufsgespräch und beantwortet Fragen zur Investition und zu vermeintlichen Zinsgewinnen. Der Vorgang soll schließlich mit einer nicht rückabwickelbaren Überweisung von Kryptowährungen an die Betrüger enden. Als Köder dient zudem eine Bonus-Staffelung, die beim Kauf in größerem Umfang gewährt würde. Ab 100 Token gebe es einen Preisnachlass von fünf Prozent, ab 100.000 Token sogar 30 Prozent.

Google hat gar keine Kryptowährung

Google hat allerdings gar keine Kryptowährung aufgelegt. Da jedoch ein vermeintlicher „Google Coin“ bereits in früheren Betrugsmaschen aufgetaucht ist, könnte eine Suche zum Trugschluss führen, dass die Kryptowährung legitim wäre. Der Chatbot sei zudem sehr überzeugend gewesen. Er habe sich als „Gemini – dein KI-Assistent für die Google-Coin-Plattform“ ausgegeben.

Auf Fragen wie „Werde ich reich, wenn ich 100 Coins kaufe?“ habe der Chatbot mit konkreten Finanzprognosen geantwortet. Die Anlage von 395 US-Dollar im Vorverkauf wachse zum Zeitpunkt der Listung auf 2755 US-Dollar an, was einem Anstieg von „ungefähr 7x“ entspreche. Im Vorverkauf solle ein Token 3,95 US-Dollar kosten und zum Listing-Zeitpunkt dann 27,55 US-Dollar wert sein. Die Analysten führen aus, dass derartige persönliche und flexible Interaktion bislang einen menschlichen Betrüger am anderen Ende eines Telegram-Chats bedurfte. „Jetzt macht die KI das automatisch.“

Die KI wurde gezielt auf eine bestimmte Persönlichkeit programmiert und blieb auch unter Druck in der vorgegebenen Rolle. Sie behauptete konsistent, der offizielle Helfer der vermeintlichen „Google-Coin-Plattform“ zu sein. Sie weigerte sich, jedwede überprüfbare Unternehmensdaten preiszugeben, wie registrierte juristische Person, Aufsichtsbehörde, Lizenznummer, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder offizielle E-Mail-Adressen. Der Bot versuchte, Bedenken mit vagen Behauptungen zu Transparenz und Sicherheit zu zerstreuen. Er weigerte sich anzuerkennen, dass das Projekt ein Betrug sein könnte. Ganz ohne menschliche Begleiter funktioniert aber auch diese Betrugsmasche vermutlich nicht, da der Chatbot bei schwierigeren Fragen an einen ungenannten Manager weiterleitete – Malwarebytes verortet dahinter einen menschlichen Betrüger, der für derartige Fälle bereitsteht.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Kryptowaehrung
[2] https://www.malwarebytes.com/blog/ai/2026/02/scammers-use-fake-gemini-ai-chatbot-to-sell-fake-google-coin
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Nur noch zwei Wochen: 29.000 Unternehmen müssen sich beim BSI registrieren

Von Heise — 19. Februar 2026 um 13:11
Schloss auf Europakarte

(Bild: Ivan Marc/Shutterstock.com)

Der TÜV SÜD warnt, dass in zwei Wochen die Registrierungsfrist beim BSI für NIS2-pflichtige Unternehmen endet. Betroffen sind rund 29.000 deutsche Unternehmen.

Bis zum 6. März 2026 müssen sich etwa 29.000 NIS2-pflichtige deutsche Unternehmen und Organisationen beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrieren. Wie der TÜV SÜD mitteilt [1], läuft damit die dreimonatige Frist zur Umsetzung der am 6. Dezember 2025 in Kraft getretenen NIS2-Richtlinie ab. Betroffen sind Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden oder mit mehr als 10 Millionen Euro Jahresumsatz in kritischen Sektoren wie Energie, Gesundheit, Transport, digitaler Infrastruktur und öffentlicher Verwaltung.

„Viele Unternehmen unterschätzen die Bedeutung formaler Pflichten wie Registrierung, laufende Aktualisierung von Unternehmensdaten und fristgerechte Meldungen von Sicherheitsvorfällen“, warnt Richard Skalt, Advocacy Manager Cybersecurity Office bei TÜV SÜD. Die Registrierung erfolgt über das Anfang 2026 vom BSI gestartete Portal [2], das als zentrale Anlaufstelle für alle NIS-2-Pflichten dient.

ELSTER-Zertifikat erfordert Vorlauf

Für die Registrierung benötigen Unternehmen ein ELSTER-Organisationszertifikat, dessen Bearbeitung laut TÜV SÜD fünf bis zehn Werktage in Anspruch nimmt. Unternehmen sollten daher nicht bis zum letzten Tag warten. Im BSI-Portal müssen Angaben zu Unternehmensgröße, Rechtsform, NIS-2-Kontaktstelle, Sektor und zuständiger Bundesbehörde gemacht werden. Änderungen an diesen Daten sind innerhalb von zwei Wochen zu melden.

Das BSI-Portal dient nicht nur der Erstregistrierung, sondern auch der verpflichtenden Meldung von Sicherheitsvorfällen. Weitere funktionale Features sollen in den kommenden Monaten ergänzt werden, darunter ein einheitliches Meldeformat und Echtzeit-Datenaustausch zur Erhöhung des Bewusstseins für akute Bedrohungen.

Persönliche Haftung der Geschäftsführung

Die NIS-2-Richtlinie bringt nicht nur formale Pflichten mit sich, sondern auch deutliche Konsequenzen bei Nichterfüllung. Geschäftsführer können persönlich haftbar gemacht werden, wenn die Umsetzung mangelhaft erfolgt. „Organisationen benötigen praxisnahe, umsetzbare Maßnahmenpläne für NIS 2“, betont Skalt.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner zeigte sich zuversichtlich: „NIS2 ist trotz Regierungswechsel vergleichsweise schnell umgesetzt worden und wir sind bereit. Von uns aus kann es losgehen“. Sie hofft auf deutliche Effekte durch das deutsche Umsetzungsgesetz. Unterstützung bei der Umsetzung bieten verschiedene Dienstleister, darunter TÜV SÜD mit Betroffenheitsprüfungen, Trainings und Assessments sowie die heise academy mit speziellen Schulungen [3].


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https://www.heise.de/-11182499

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2026/februar/jetzt-als-betroffenes-nis-2-unternehmen-registrieren
[2] https://www.heise.de/news/Cybersicherheit-BSI-Portal-geht-online-und-nutzt-dafuer-AWS-11130478.html
[3] https://heise-academy.de/suche?products%5Bconfigure%5D%5BnumericFilters%5D%5B0%5D=expirationDate%20%3E%201771455600&products%5Bconfigure%5D%5BhitsPerPage%5D=5&products%5Bquery%5D=NIS2&products%5BrefinementList%5D%5Bformat.name%5D%5B0%5D=Workshops&products%5BrefinementList%5D%5Bformat.name%5D%5B1%5D=Classrooms
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[5] mailto:odi@ix.de

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Frankreich: Angreifer griffen auf Daten von 1,2 Millionen Bankkonten zu

Von Heise — 19. Februar 2026 um 12:05
Französische Flagge

(Bild: Tatoh/Shutterstock.com)

In Frankreich haben sich Angreifer Zugriff auf eine nationale Datenbank verschafft und Daten zu 1,2 Millionen Bankkonten ausgelesen.

Das französische Finanz- und Wirtschaftsministerium hat eingeräumt, dass Cyberkriminelle auf eine nationale Datenbank mit Bankdaten von Bürgern Zugriff erlangt haben. Dabei sollen sie an Informationen zu 1,2 Millionen Bankkonten sowie deren Inhaberinnen und Inhaber gelangt sein.

Wie die französische Zeitung LeMonde [1] berichtet, hat das französische Finanz- und Wirtschaftsministerium am Mittwoch dieser Woche mitgeteilt, dass Angreifer „Zugriff auf eine nationale Bankkonten-Datenbank“ erlangt und „Informationen zu 1,2 Millionen Konten abgerufen“ haben. Seit Ende Januar sollen die Täter mit gestohlenen Zugangsdaten eines Beamten Zugriff auf diese Datenbank gehabt haben. Dabei haben sie „Teile der Datei aller bei französischen Banken geführten Konten, die personenbezogene Daten wie Bankkontonummern, Namen der Kontoinhaber, deren Adressen und in einigen Fällen die Steuernummer der Kontoinhaber enthält“, abgerufen.

Keine Einsicht in Bankkonten möglich

Gegenüber der französischen Presseagentur Agence France-Presse (AFP) beschwichtigte der Leiter der französischen öffentlichen Staatsfinanzen jedoch: Mit dem erlangten Zugriff auf die Datenbank sei es nicht möglich, Kontostände einzusehen oder Finanztransaktionen durchzuführen. Das Ministerium führte zudem aus, dass „umgehend Maßnahmen zum Blockieren der Angreifer und zum Schutz vor Datenabgriff ergriffen wurden“, als der nicht autorisierte Zugriff aufgefallen ist.

Die Inhaber der 1,2 Millionen betroffenen Bankkonten sollen in den kommenden Tagen eine Benachrichtigung erhalten, ergänzte das Ministerium. Es habe zudem Strafanzeige erstattet und die Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés (CNIL), die französische Datenschutzbehörde, über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Zuletzt hatte der französische Fußballverband FFF einen Cyberangriff im Dezember [2] vermeldet. Auch dabei kam es zum Datendiebstahl, etwa von Mitgliederverzeichnissen des FFF.


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https://www.heise.de/-11182323

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.lemonde.fr/en/economy/article/2026/02/18/hacker-accessed-data-from-1-2-million-bank-accounts-french-economy-ministry-says_6750628_19.html
[2] https://www.heise.de/news/Franzoesischer-Fussballverband-meldet-Cyberangriff-mit-Datendiebstahl-11097903.html
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[4] mailto:dmk@heise.de

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3D-gedruckte Pfeifen gegen ICE: Maker mobilisieren in den USA

Von Marcus Hansson — 19. Februar 2026 um 12:53
ICE-Einsatzkräfte halten einen Protestanten am Boden fest (Broadview, Illinois, USA – 26.09.2025)

(Bild: Peter Serocki / Shutterstock.com)

Mit 3D-Druckern, Meshnetzen und Hackerspaces unterstützt die Maker-Szene in den USA zivilen Widerstand gegen die Razzien der Immigrationsbehörde ICE.

Als die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) ihre landesweiten Razzien ausweitete und im Januar in Minneapolis zwei Menschen erschoss, suchten viele Amerikaner, die dem kritisch gegenüberstehen, nach einer Möglichkeit, dagegen praktisch zu helfen. Eine Antwort kam aus der Maker-Szene: 3D-gedruckte Pfeifen – um Nachbarn zu warnen, Menschen auf die Straße zu bringen und ICE-Beamte bei ihrem Vorgehen zu filmen.

Allein in der ersten Februarwoche entstanden 200.000 Stück – insgesamt hat die Bewegung laut einem Bericht des US-Technikmagazins The Verge [1] inzwischen über eine halbe Million 3D-gedruckte Pfeifen in 49 US-Bundesstaaten verteilt. Koordiniert wird das von der sogenannten „Whistle Crew" [2], einer losen Gemeinschaft von über 180 Maker.

Über 120 Dezibel

Verge-Redakteur Sean Hollister, selbst Mitglied der Gruppe, berichtet, dass er mit drei Druckern seit Mitte Januar über 12.000 Pfeifen produziert hat – ohne aufwendige Optimierung, 300 morgens, 300 nachmittags, 100 abends.

Als Modelle haben sich vor allem der ACstudio Micro Bitonal [3] und die Penne [4] durchgesetzt. Erstere erzeugt einen besonders durchdringenden Zweiklang schon bei leichtem Blasen; die Penne wurde explizit für die Massenproduktion optimiert. Wer einen Bambu-Drucker besitzt, kann per App direkt eine vorbereitete Platte mit 105 Pfeifen starten – ein anderes Community-Mitglied hat das Druckprofil bereits hochgeladen. Dann gibt es auch noch das Herz [5] – mit 120 Dezibel extrem laut.

(Bild: www.makerworld.com)

Mehr als nur Pfeifen

Wired berichtet [6], dass die Unterstützung aus der Maker-Bewegung weit über Pfeifen hinausgeht. In Hacker- und Makerspaces überall im Land entstehen zusätzlich: 3D-gedruckte Tourniquets, Kamerahalterungen für Bodycams sowie tragbare Augenspülgeräte gegen Pfefferspray.

Auch die Off-Grid-Funktechnik Meshtastic könnte laut Wired künftig eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, ICE-Bewegungen zu beobachten und darüber zu kommunizieren – eine Technik, über die Make neulich geschrieben hat [7]. Meshtastic ermöglicht es, über stromsparende Router ein dezentrales Netzwerk aufzubauen, das ohne Internet oder Mobilfunk funktioniert.

Woody Poulard, Meshtastic-Aktivist in New York und Mitglied des Hackerspaces NYC Resistor, arbeitet laut Wired gemeinsam mit ICE-Watch-Freiwilligen daran, ein breiteres Mesh-Kommunikationsnetzwerk in New York aufzubauen. Die dafür notwendigen Knotenpunkte, sogenannte Nodes, lassen sich selbst bauen und per 3D-Druck in ein kompaktes Gehäuse verpacken – auf Thingiverse gibt es etwa das Magtastic [8], das per MagSafe ans Smartphone klappt und eine eigene Batterie mitbringt. „Wenn es eine Naturkatastrophe gibt, ist das auch nützlich", sagt Poulard zu Wired. „Aber für die aktuelle Situation ist es ideal."

(Bild: Magtastic / Thingiverse)

Rechtlicher Rahmen

Um sich vor rechtlichen Konsequenzen zu schützen, hat die Whistle Crew, die Gruppe hinter den Pfeifen, sich klare Regeln gesetzt: Niemand soll zu illegalen Handlungen aufgerufen werden, Anfragen werden auf ihren Zweck geprüft, und die Gruppe bezeichnet sich ausdrücklich als „loser Zusammenschluss von 3D-Druck-Enthusiasten". Wer in den Chats illegale Aktivitäten erwähnt, wird sofort ausgeschlossen. „Wir drucken Werkzeuge, damit Menschen ihr Versammlungsrecht wahrnehmen können", so die Begründung. „Mehr nicht."

Signal in der Community

Die Pfeifen folgen einem Codex: Kurze Stöße signalisieren ICE-Sichtung in der Nähe, lange Töne bedeuten, dass jemand festgenommen wird. Angefangen hat es in Los Angeles, wo latino-amerikanische Tagelöhner bereits 2025 nach den ersten Razzien begannen, sich gegenseitig per Pfeife zu warnen.

Ein Flyer der Pilsen Arts & Community House in Chicago erklärt den Pfeifencode: Kurze Stöße warnen vor ICE in der Nähe, lange Töne signalisieren eine laufende Festnahme.

Für viele Teilnehmer hat die Bewegung auch eine psychologische Dimension. „Wenn man direkt jemandem hilft, wirkt das nicht nur auf andere, sondern auch auf einen selbst – viel Angst steckt im Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben", sagt ein Maker aus Minneapolis. Die 3D-gedruckte Pfeife um den Hals ist damit nicht nur ein akustisches Signal, sondern auch ein sichtbares Zeichen der Solidarität.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.theverge.com/policy/874959/3d-printed-whistles-for-ice-minneapolis-chicago-renee-good-alex-pretti
[2] https://whistlecrew.samurailink3.com/start
[3] https://makerworld.com/de/models/1181642-small-two-tone-whistle#profileId-1192022
[4] https://www.printables.com/model/1469849-safety-whistle-public-domain-small-1146-db-penne-s
[5] https://makerworld.com/de/models/1148955-heart-whistle-120-db
[6] https://www.wired.com/story/makers-are-building-back-against-ice
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Meshtastic-offenes-Funknetz-ohne-Infrastruktur-zum-Selbstbasteln-11088967.html
[8] https://www.thingiverse.com/thing:7094543
[9] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[10] mailto:mch@make-magazin.de

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software-architektur.tv: Hyperscaler-Exit mit Lucas Dohmen

Von Heise — 19. Februar 2026 um 11:32
Logo software-architektur.tv: Hyperscaler Exit mit Lucas Dohmen

(Bild: software-architektur.tv)

Eberhard Wolff und Lucas Dohmen sprechen in dieser Folge darüber, wie sich Anwendungen von einem Hyperscaler in eine andere Cloud verlagern lassen.

Die neue Episode von software-architektur.tv [1] widmet sich einem zentralen Thema des Cloud-Computings: der Migration einer Anwendung von einem Hyperscaler zu einem anderen Cloud-Anbieter. Lucas Dohmen und Eberhard Wolff gehen in ihrem Gespräch der Frage nach, wie ein Hyperscaler-Exit gelingen kann.

Anhand eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis skizziert Lucas Dohmen [2] die Vorgehensweise. Gemeinsam mit dem Team von fejo.dk, einem der meistgenutzten Portale für Ferienhäuser in Dänemark, hat er die Anwendung von Amazon Web Services (AWS) in die Hetzner Cloud umgezogen. Lucas Dohmen detailliert im Verlauf des Gesprächs im Detail, wie sie dabei vorgegangen sind. Er zeigt die Vorteile auf, benennt aber auch die Herausforderungen, die sie lösen mussten, und beschreibt, wie ein solcher Weg typischerweise aussieht.

Livestream am 20. Februar

Die Ausstrahlung findet am Freitag, 20. Februar 2026, live ab 13 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [4] einbringen.

software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, Blogger sowie Podcaster auf iX [5] und bekannter Softwarearchitekt, der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [6] (Socreatory) und Ralf D. Müller [7] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal Wolff, Schäfer oder Müller solo. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren bindet iX (heise Developer) die über YouTube gestreamten Episoden im Online-Channel ein, sodass Zuschauer dem Videocast aus den Heise Medien heraus folgen können.

Weitere Informationen zu den Folgen finden sich auf der Videocast-Seite [8].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11176347

Links in diesem Artikel:
[1] https://software-architektur.tv/
[2] https://lucas.dohmen.io/about/
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://software-architektur.tv/
[5] https://www.heise.de/developer/Continuous-Architecture-2687847.html
[6] https://www.socreatory.com/de/trainers/lisa-moritz
[7] https://techstories.dbsystel.de/blog/profiles/Ralf-D.-Mueller.html
[8] https://software-architektur.tv/
[9] mailto:map@ix.de

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Microsoft veröffentlicht VS Code Extension für Python-Umgebungen

Von Heise — 19. Februar 2026 um 10:06
Eine Hand zeigt auf den Schriftzug Python

(Bild: Funtap / Shutterstock.com)

Die neue Erweiterung für Visual Studio Code soll die bisherige Fragmentierung beenden und für einen einheitlichen Workflow mit Python-Umgebungen sorgen.

Wie Microsoft [1] verkündet hat, ist die Python Environments Extension für Visual Studio Code nach einer einjährigen Preview-Phase allgemein verfügbar. Sie soll den Workflow im Umgang mit Python-Umgebungen konsistenter gestalten und der Fragmentierung über Tools wie venv, conda, poetry und pipenv hinweg entgegenwirken.

Innerhalb der nächsten Wochen sollen alle Python-Environment-Workflows automatisch zur neuen Extension wechseln. Wer sie bereits jetzt verwenden möchte, kann die Einstellung python.useEnvironmentsExtension setzen. Die Erweiterung funktioniert im Zusammenspiel mit der Python-Extension und soll kein weiteres Setup benötigen.

Das bewirkt die Extension

Die Python Environments Extension erkennt beim Öffnen einer Python-Datei automatisch Umgebungen aller gängigen Technologien im Ökosystem: venv, conda, pyenv, poetry, pipenv und System-Python-Installationen. Dahinter steht das Python Environment Tool (PET), ein Rust-basierter Scanner zum Auffinden von Umgebungen. Dieses überprüft den PATH, bekannte Installationsorte und konfigurierbare Suchpfade.

In der Python-Extension [2] kam PET bisher schon zum Einsatz, bietet nun jedoch zusätzlich ein dediziertes User-Interface zum Erstellen, Löschen, Wechseln und Verwalten von Umgebungen.

Ein Blick auf die neue Python Environments Extension
Ein Blick auf die neue Python Environments Extension

Ein Blick auf die neue Python Environments Extension

(Bild: Microsoft)

Sofern der Paketmanager uv installiert ist, nutzt die Python Environments Extension ihn automatisch, um venv-Umgebungen zu erstellen und Pakete zu installieren. Das soll insbesondere in großen Projekten deutlich schneller gelingen als mit Standard-Tools und ist per Default-Einstellung (python-envs.alwaysUseUv) aktiviert.

Umgebungen erstellen oder vorhandenen Projekten zuweisen

Um eine neue Umgebung zu erstellen, klicken Entwickler auf Quick Create (den +-Button in der Environment-Manager-Ansicht). Daraufhin erstellt die Extension eine neue Umgebung mit dem Standard-Manager, der neuesten Python-Version sowie Workspace Dependencies, die sie in den Dateien requirements.txt oder pyproject.toml auffindet. Eine benutzerdefinierte Erstellung ist mit Custom Create möglich, zugänglich via „Python: Create Environment“ in der Befehlspalette. Dann lassen sich die genannten Punkte manuell auswählen.

Zu den weiteren Features zählt, dass sich Umgebungen auf spezifische Ordner oder Dateien zuordnen lassen [3]. Das soll gängige Probleme, unter anderem in Monorepos und im Umgang mit Multi-Version-Testing beheben. Wenn ein Projekt einer Umgebung zugewiesen ist, speichert die Extension den Environment-Manager-Typ, nicht aber hartkodierte Interpreter-Pfade. Dadurch ist die .vscode/settings.json-Datei über Geräte, Betriebssysteme und Teammitglieder hinweg portabel.

Darüber hinaus verwendet die Python-Extension nun die Python Environments API, um Multi-Project-Testing zu ermöglichen. Hinweise hierzu bietet die Anleitung auf GitHub [4].

Weitere Details hält der Blogeintrag zum Release [5] der Python Environments Extension bereit. Sie ist im Visual Studio Marketplace [6] zu finden, dort allerdings noch als Preview gekennzeichnet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11181907

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Microsoft
[2] https://marketplace.visualstudio.com/items?itemName=ms-python.python
[3] https://devblogs.microsoft.com/python/python-in-visual-studio-code-february-2026-release/#python-projects:-environments-that-match-your-code-structure
[4] https://github.com/microsoft/vscode-python/wiki/Multi%E2%80%90Project-Testing-in-VS-Code
[5] https://devblogs.microsoft.com/python/python-in-visual-studio-code-february-2026-release/
[6] https://marketplace.visualstudio.com/items?itemName=ms-python.vscode-python-envs
[7] mailto:mai@heise.de

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heise+ | Arbeitsagentur: Wenn die Anmeldung zur Arbeitslosigkeit am System scheitert

Von Heise — 19. Februar 2026 um 10:30

Wer Mitmenschen beim digitalen Behördengang unterstützen will, wird von arbeitsagentur.de in den Wahnsinn getrieben. Ein Leidensbericht.

Seit Frühjahr 2022 begleite ich in meinem Ort angekommene Flüchtlinge aus der Ukraine. Über die dabei immer wieder zutage tretenden Digitalisierungsdefizite haben wir gelegentlich berichtet [1] [1]. Mein Nachbar Juri hatte damals schnell Arbeit gefunden, musste aber später in Kurzarbeit und verlor seinen Job Ende 2025 ganz.

Da er fast drei Jahre lang in die Sozialversicherung eingezahlt hat, stand ihm nun Arbeitslosengeld zu. Die dafür notwendige Arbeitslosmeldung soll elektronisch möglich sein, der Gesetzgeber sieht das in § 141 SGB III sogar als erste Variante noch vor der persönlichen Meldung in der Arbeitsagentur vor.

Weil Juri noch immer Sprachschwierigkeiten hat und als einfacher Arbeiter auch mit der IT eher fremdelt, sollte ich mich darum kümmern. Also auf ins Neuland von arbeitsagentur.de [11] [11]. Die Startseite lädt zur Anmeldung mit Bund-ID und elektronischem Personalausweis ein. Das ist eine von mehreren Möglichkeiten, den Online-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) zu nutzen, und schien mir die naheliegendste. Schließlich habe ich alles parat: E-Perso, Lesegerät und Registrierung bei der BundID. Viele staatliche Online-Angebote habe ich schon genutzt bis hin zur Kfz-Anmeldung, fühle mich also bestens gewappnet. Aber da habe ich meine Rechnung ohne die Paranoiker bei der Bundesagentur für Arbeit gemacht.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/meinung/Buerokratie-Mit-analoger-Wucht-7168454.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Arbeitsagentur-Wenn-die-Anmeldung-zur-Arbeitslosigkeit-am-System-scheitert-11172670.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Digitale-Verwaltung-Statt-Schriftform-soll-bald-meistens-eine-Mail-genuegen-11127166.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Defekter-Personalausweis-Was-man-bei-Stoerung-des-Speicherchips-tun-kann-11098465.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Generative-KI-in-Behoerden-Gefaehrlicher-Hype-oder-wertvolle-Hilfe-10538256.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Drei-Monate-Digitalministerium-zaeher-Aufbau-mutige-Plaene-10511287.html
[7] https://www.heise.de/news/Wie-Buerger-kuenftig-mit-dem-Staat-kommunizieren-sollen-Neuer-Anlauf-nach-De-Mail-10392708.html
[8] https://www.heise.de/hintergrund/Digitale-Souveraenitaet-in-Abstufungen-T-Systems-Expertin-im-Gespraech-10438235.html
[9] https://www.heise.de/hintergrund/Wie-der-Deutschland-Stack-den-Durchbruch-fuer-die-Digitalisierung-bringen-soll-10376056.html
[10] https://www.heise.de/news/Digitalisierungsminister-Wildberger-Wenn-Ex-Manager-auf-Beamtenapparat-trifft-10364721.html
[11] https://www.arbeitsagentur.de/

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Vodafone Ziggo: Vodafone verkauft weitere Konzerntochter in Europa

Von Achim Sawall — 19. Februar 2026 um 15:00
Die Vodafone Group trennt sich von ihrem Anteil an Vodafone Ziggo in den Niederlanden. Vodafones Desinvestition geht damit weiter.
Liberty-Chef Mike Fries sprach Ende Januar 2026 in Davos. (Bild: Liberty Global)
Liberty-Chef Mike Fries sprach Ende Januar 2026 in Davos. Bild: Liberty Global

Liberty Global wird Vodafones Anteil an dem niederländischen Telco-Joint-Venture Vodafone Ziggo übernehmen. Das hat die Vodafone Group am 18. Februar 2026 bekanntgegeben . Liberty Global zahlt Vodafone eine Milliarde Euro (1,18 Milliarden US-Dollar) für dessen 50-prozentigen Anteil an Vodafone Ziggo.

Anschließend soll der niederländische Betreiber mit dem belgischen Unternehmen Telenet fusioniert und ausgegliedert werden. Vodafone wird einen Anteil von zehn Prozent an der neu gegründeten Ziggo Group übernehmen, zu der auch Libertys belgischer Betreiber Telenet gehören wird. Liberty plant, die Ziggo Group im nächsten Jahr an die Börse in Amsterdam zu bringen.

"Diese Transaktion bringt Vodafone eine Milliarde Euro ein. Und wir haben durch unsere 10-prozentige Beteiligung an der Ziggo Group, einem Unternehmen mit größerem Umfang, weiteres Wertsteigerungspotenzial" , sagte Margherita Della Valle, die Chefin der Vodafone Group. Mit dem Verkauf von Vodafone Italy an Swisscom setzte die Vodafone Group zuvor ihren Rückzug aus Europa fort. Auch Vodafone Spain wurde verkauft.

Liberty gliederte im Jahr 2024 ihr Schweizer Unternehmen Sunrise aus und führte eine Reihe von Entlassungen durch.

Liberty-Gründer John Malone zieht sich weiter zurück

Laut Insidern laufen die Gespräche über den Verkauf von Vodafones Anteil an Ziggo bereits seit über einem Jahr und scheiterten zuvor an unterschiedlichen Bewertungsvorstellungen. Mike Fries, CEO von Liberty Global, übernahm zum Jahresbeginn auch den Vorsitz des Board of Directors (Chairman) von John Malone (84).

Das Joint Venture Vodafone Ziggo wurde im Jahr 2016 gegründet und bietet in den gesamten Niederlanden Festnetz-, Mobilfunk- und Kabelfernsehen. Das niederländische Kabelgeschäft von Liberty wurde mit Vodafones Mobilfunkgeschäft zu Vodafone Ziggo zusammengeführt.

Zu einer weiteren, am 18. Februar 2026 angekündigten Transaktion gab Liberty Global bekannt, gemeinsam mit Telefónica und Infravia in Großbritannien das zweitgrößte Glasfasernetz des Landes, Netomnia, für zwei Milliarden Pfund (2,7 Milliarden US-Dollar) zu kaufen.

Liberty Global erhält mit Netomnia über 500.000 Kunden, der Netzbetreiber will bis Ende 2027 acht Millionen Haushalte mit Glasfaseranschluss versorgen und wird damit zu einem wichtigen Konkurrenten des BT-Openreach-Netzes.

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Anzeige: HDMI-2.1-Kabel von Ugreen für knapp 8 Euro bei Amazon

Von Erik Körner — 19. Februar 2026 um 14:48
Unterstützt bis zu 8K-Auflösung bei 60 Hz: Ein zwei Meter langes HDMI-2.1-Kabel von Ugreen ist bei Amazon zum Sparpreis im Angebot.
Das zwei Meter lange HDMI-2.1-Kabel von Ugreen mit Unterstützung für 8K/60Hz mit 27 Prozent Rabatt bei Amazon (Bild: Amazon.de/Ugreen/Golem)
Das zwei Meter lange HDMI-2.1-Kabel von Ugreen mit Unterstützung für 8K/60Hz mit 27 Prozent Rabatt bei Amazon Bild: Amazon.de/Ugreen/Golem

Ein gutes HDMI-Kabel ist essenziell für jedes Gaming- oder Heimkino-Setup. Denn nicht jedes Modell, vor allem nicht ein altes, unterstützt extrem hohe Auflösungen, dreistellige Bildwiederholraten oder Features wie eARC. Ein HDMI-Kabel von Ugreen, das all das und noch mehr kann, ist derzeit bei Amazon zum bisher niedrigsten Preis von knapp acht Euro im Angebot. Der Rabatt gilt bis zum 22. Februar.

Das bietet das HDMI-2.1-Kabel von Ugreen

Ugreens HDMI-2.1-Kabel lässt Spiele und Filme so gut wie möglich aussehen. Es kann Bildinhalte mit bis zu 8K Auflösung bei 60 Hz und 4K Auflösung bei 240 Hz darstellen. Laut Hersteller unterstützt es wichtige Features wie Dynamic HDR und, besonders interessant für Vielspieler, Variable Refresh Rate zum Reduzieren von Bildreißen und Auto Low Latency Mode samt Quick Media Switching für minimale Verzögerungen. Es ist problemlos kompatibel mit Playstation 5, Xbox Series X/S, der Nintendo Switch 2, PCs, BluRay-Playern und vielen weiteren Geräten.

Auch für audiophile Nutzer lohnt sich das HDMI-2.1-Kabel von Ugreen. Zum einen ist es eARC-kompatibel, kann also Audiosignale mit hoher Bandbreite vom TV an Soundbars oder Receiver übertragen. Zum anderen unterstützt es unkomprimierte Audioformate wie DTS Master, DTS:X oder Dolby TrueHD.

Ugreen zufolge ist das HDMI-2.1-Kabel auf hohe Langlebigkeit ausgelegt. Das Kabel ist mit einem robusten geflochtenen Mantel umwickelt, ideal für Haushalte mit kaufreudigen Tieren. Die Stecker sind vernickelt und in eine Aluminiumschale eingelassen. Eine vierschichtige Abschirmung verhindert Interferenz durch andere elektrische Geräte und garantiert ein klares Bild- und Audiosignal.

Amazon-Kunden sind mit Ugreens HDMI-2.1-Kabel mehr als zufrieden. Über 10.000 Nutzer vergeben im Schnitt 4,7 von 5 Sternen; allein im letzten Monat wurde es über 5.000 Mal bestellt. Am häufigsten werden die hohe Verarbeitungs- und Übertragungsqualität, der niedrige Preis und die hohe Haltbarkeit gelobt.

Das bietet das HDMI-2.1-Kabel von Ugreen

Das HDMI-2.1-Kabel von Ugreen ist bei Amazon 27 Prozent reduziert. Es kostet 8,02 Euro statt der unverbindlichen Preisempfehlung von 10,99 Euro. Auch Varianten zwischen 0,5 und 10 Metern Länge sind günstiger und schon ab 6,87 Euro erhältlich. Zwischen den Optionen kann man einfach auf der Produktseite wählen. Mehr spannende Angebote für diverse HDMI- und USB-Kabel, aber auch Powerbanks, USB-Ladegeräte oder USB-Hubs findet man in Ugreens Amazon-Store . Stöbern lohnt sich.

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Klarnamen im Internet: Merz will Schluss machen mit der Anonymität im Netz

Von Michael Linden — 19. Februar 2026 um 14:45
Wenn es nach Bundeskanzler Friedrich Merz geht, soll sich im Netz niemand hinter einem Pseudonym verstecken können. Auch im eigenen Lager stößt er damit auf Ablehnung.
Erika Mustermann soll künftig nicht mehr anonym im Netz unterwegs sein dürfen. (Bild: Bundesdruckerei)
Erika Mustermann soll künftig nicht mehr anonym im Netz unterwegs sein dürfen. Bild: Bundesdruckerei

Beim politischen Aschermittwoch der CDU Rheinland-Pfalz in Trier hat Friedrich Merz deutlich gemacht, was er von anonymen Nutzern sozialer Medien hält: nichts. "Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer da sich zu Wort meldet" , hat Merz vor dem Publikum gesagt.

Sein Argument: Politiker stehen öffentlich mit ihrem Namen für ihre Positionen ein. Diesen Anspruch wolle er auch an alle anderen stellen, die sich gesellschaftlich oder politisch äußern.

Besonders scharf kritisierte der Bundeskanzler jene, die im Netz anonym agieren, gleichzeitig aber maximale Transparenz von anderen einfordern. Das sei häufig genug eine Einbahnstraße . Wie eine Klarnamenpflicht rechtlich umgesetzt werden könnte, ließ er offen. Eine konkrete Gesetzesinitiative kündigte er gar nicht erst an.

Koalitionspartner zieht nicht mit

Innerhalb der Bundesregierung stößt der Vorstoß auf Widerstand. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig sprach sich schon im Dezember 2025 gegen eine allgemeine Klarnamenpflicht aus. Der Widerstand kommt auch aus der CDU: Der erste Parlamentsgeschäftsführer der Unionsfraktion, Steffen Bilger, hält eine generelle Klarnamenpflicht ebenfalls für überzogen .

Algorithmen als unterschätzte Bedrohung

Unabhängig von der Anonymitätsfrage räumte Merz ein, die Wirkung von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz auf die öffentliche Meinungsbildung bislang unterschätzt zu haben. Diese Mechanismen ermöglichten es, gezielt Einfluss auf Gesellschaften auszuüben, von innen wie von außen.

Auch die hohen Nutzungszeiten sozialer Medien bei Kindern und Jugendlichen bereiten dem Kanzler Sorge. Er fragte, ob die Gesellschaft hinnehmen solle, dass die Jugend auf diesem Weg gefährdet werde. Eine Antwort auf diese rhetorische Frage blieb er jedoch schuldig. Verantwortlich machte er pauschal "Feinde der Freiheit" und "Feinde der Demokratie" .

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Störungsmeldung vom 18.02.2026 22:00

Von heise online — 18. Februar 2026 um 22:00

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
18.02.2026 22:00
Region
Bad Camberg (06434)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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Das Ende der Touchscreen-Ära: China und EU schreiben Knöpfe im Auto vor

Von Marcel Kunzmann — 19. Februar 2026 um 06:00

Marcel Kunzmann

Touchscreen in einem Auto

Rein Touchscreen-basierte Bedienkonzepte sind in China und der EU bald nicht mehr zulässig

(Bild: Kittyfly/Shutterstock.com)

Kehrtwende für den "Alles-Touchscreen"-Trend: Sicherheitsbedenken zwingen Hersteller zum Umdenken. Ab 2027 werden Knöpfe in China Pflicht.

Die Ära der minimalistischen Cockpits mit riesigen Touchscreens könnte ihrem Ende entgegengehen. Sowohl Europa als auch China, zwei der weltweit größten Automobilmärkte, drängen darauf, dass wichtige Fahrzeugfunktionen künftig wieder über physische Bedienelemente gesteuert werden müssen. Der Grund: Zu viele Berührungsbildschirme lenken Fahrer ab und erhöhen das Unfallrisiko.

Europa verschärft NCAP-Kriterien

Die europäische Sicherheitsbewertungsorganisation Euro NCAP hat im Januar 2026 neue Bewertungskriterien eingeführt [1], die Fahrzeuge mit rein touchscreen-basierten Bediensystemen benachteiligen.

Um die begehrte Fünf-Sterne-Bewertung zu erhalten, müssen Autos künftig über physische Bedienelemente für Blinker, Scheibenwischer, Warnblinklicht, Hupe und Notrufsysteme verfügen. Fahrzeuge, die diese Funktionen ausschließlich über Touchscreens steuern, verlieren Punkte in der Bewertung.

Obwohl die Euro-NCAP-Richtlinien rechtlich nicht bindend sind, haben sie erhebliche kommerzielle Auswirkungen. Eine Fünf-Sterne-Bewertung gilt als wichtiges Verkaufsargument, auf das kaum ein Hersteller verzichten kann.

Die Begründung ist einfach: Je länger ein Fahrer durch Menüs navigieren muss, um grundlegende Funktionen zu bedienen, desto länger sind seine Augen nicht auf der Straße. Das erhöht die Unfallgefahr, besonders in Notfällen oder wenn Systeme verzögert reagieren.

China führt gesetzliche Pflicht ein

China geht einen Schritt weiter und will die Vorgabe rechtlich bindend machen [2]. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der physische Bedienelemente für sicherheitsrelevante Funktionen vorschreibt. Die Regelung soll ab dem 1. Juli 2027 für alle neu produzierten Fahrzeuge verpflichtend sein.

Laut dem Entwurf [3], der sich derzeit in der öffentlichen Konsultationsphase befindet, müssen Blinker, Warnblinklicht, Gangwahl und Notrufsysteme über taktile Bedienelemente mit einer Mindestfläche von zehn mal zehn Millimetern bedienbar sein. Auch Scheibenwischer, Scheibenheizung, elektrische Fensterheber und der Hauptschalter für Elektrofahrzeuge müssen physisch erreichbar sein. Eine ausschließliche Bedienung über Bildschirme ist für diese Funktionen künftig untersagt.

Die Überarbeitung des bestehenden nationalen Standards GB4094-2016 [4] begann bereits 2023. Beteiligt waren große Automobilhersteller und Testinstitute, darunter das China Automotive Technology and Research Center, Geely, FAW-Volkswagen, BYD und Great Wall Motor. Der Entwurf sieht zudem vor, dass Bedienelemente auch bei Ausfall des Fahrzeugsystems oder Stromverlust grundlegende Funktionen beibehalten müssen.

Kehrtwende zu Benutzerfreundlichkeit

In den vergangenen Jahren galt in der chinesischen Automobilindustrie ein minimalistisches Cockpit-Design mit großen zentralen Touchscreens nach Tesla-Vorbild als Standard – stieß jedoch zunehmend auf Kritik. Ein Vizepräsident von Geely hatte diese Entwicklung Ende 2025 als "blinden Trend" kritisiert [5], dem die chinesische Automobilindustrie verfallen sei.

Nun schwenken die Prioritäten zurück in Richtung Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Die neuen Richtlinien beeinflussen bereits die Hersteller.

Volkswagen räumte bereits 2023 ein [6], dass die zu starke Abhängigkeit von Touchscreens ein "Fehler" gewesen sei, und führt bei neuen Elektrofahrzeugen physische Knöpfe für wichtige Funktionen wieder ein. Mercedes-Benz erklärte, dass traditionelle Knöpfe für bestimmte Bedienungen nach wie vor die beste Lösung seien. Hyundai verfolgt einen Hybrid-Ansatz und kombiniert Drehknöpfe und Tasten für die am häufigsten genutzten Funktionen.

Selbst Tesla, lange Zeit Vorreiter der reinen Touchscreen-Bedienung, erwägt Berichten zufolge, bei einigen Modellen den traditionellen Blinkerhebel wieder einzuführen.

Digitalisierung darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen

Chinas Initiative beschränkt sich nicht auf Innenräume. Die Regierung plant auch strengere Standards für automatisierte Fahrsysteme der Stufen drei und vier. Diese sollen ein Sicherheitsniveau erreichen, das mit einem menschlichen Fahrer vergleichbar ist, und Fahrzeuge müssen bei Problemen in der Lage sein, sich selbstständig zum Stillstand zu bringen.

Eine andere Regelung in China, die bereits im Januar 2027 greift [7], sieht vor, dass Türgriffe sichtbar und die Türen sowohl von innen- als auch von außen mechanische bedienbar sein müssen.

Das Ergebnis ist eine Annäherung zwischen zwei großen Märkten – Europa und China – zu derselben Schlussfolgerung: Die Digitalisierung des Autos darf nicht auf Kosten von Ergonomie und Sicherheit gehen.

Nach Jahren des Wettlaufs um immer größere Bildschirme scheint die Industrie bereit, ein einfaches, aber wichtiges Prinzip wiederzuentdecken: Für manche Funktionen bleibt der physische Knopf die intuitivste, unmittelbarste und sicherste Lösung.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.euroncap.com/en/press-media/press-releases/euro-ncap-announces-2026-protocol-changes-to-tackle-modern-driving-risks/
[2] https://carnewschina.com/2026/02/16/china-to-require-physical-controls-for-vehicle-functions-reducing-reliance-on-central-control-screen/
[3] https://www.miit.gov.cn/cms_files/filemanager/1226211233/attach/20262/56c5d434d8f840b9ac95ee7cf4183d5f.pdf
[4] https://www.chinesestandard.net/PDF.aspx/GB4094-2016
[5] https://baonghean.vn/en/trung-quoc-yeu-cau-xe-moi-phai-co-nut-bam-vat-ly-han-che-phu-thuoc-man-hinh-10324253.html
[6] https://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Connected-Car-Volkswagen-Fokus-auf-Touchscreen-war-Fehler-36044365.html
[7] https://www.heise.de/tp/article/Problem-fuer-Tesla-China-verbietet-versteckte-Tuergriffe-bei-Elektroautos-11163676.html

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Erdöl-Engpass durch Iran-Krieg – müssen Autofahrer bald das Doppelte zahlen?

Von Matthias Lindner — 18. Februar 2026 um 19:55

Matthias Lindner

Kartenausschnitt der Straße von Hormuz

(Bild: AustralianCamera / Shutterstock.com)

Ein US-Angriff auf den Iran könnte in Tagen beginnen – und das Nadelöhr im Persischen Golf den globalen Ölmarkt ins Chaos stürzen.

Nur wenige Tage ist es her, dass Diplomaten aus den USA und dem Iran verhandelten. Doch wer gedacht hatte, die Kriegsgefahr sei verringert worden, dürfte sich täuschen. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein.

Ein Berater von US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber [1] Axios: Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Truppen in den nächsten Wochen mit ihrem Angriff beginnen, liegt bei 90 Prozent.

Und die Aktion dürfte anders werden als gegen Venezuela oder den 12-Tage-Krieg im vergangenen Jahr. Laut Bericht könnte es ein Krieg werden, der wochenlang anhält. Das erklärte Ziel ist, das iranische Atomprogramm und seine Fähigkeiten zum Raketenbau zu zerstören. Letztlich liebäugelt man in Washington auch mit einem Regimewechsel.

Genfer Gespräche ohne greifbares Ergebnis

Noch versuchen beide Seiten, zumindest dem Anschein nach den Weg über den Verhandlungstisch offenzuhalten. Am Dienstag saßen Trumps Vertraute Jared Kushner und Steve Witkoff in Genf drei Stunden lang dem iranischen Chefdiplomaten Abbas Araghchi gegenüber.

Teheran vermeldete danach eine "allgemeine Einigung" über mögliche Eckpunkte eines Atomdeals.

In Washington klingt das ganz anders: Vizepräsident J. D. Vance räumte bei Fox News zwar ein, dass Teile der Unterredung konstruktiv gewesen seien. Zugleich betonte er, Trump habe unmissverständliche Grenzen markiert, die der Iran bislang nicht akzeptiere. Die Diplomatie könne durchaus an ihr "natürliches Ende" gelangen, warnte Vance.

Die amerikanische Seite gab Teheran nun 14 Tage Zeit, um einen ausformulierten Gegenvorschlag vorzulegen. Ein brisantes Detail: Als Washington im vergangenen Juni eine identische Frist setzte, begann nur drei Tage nach deren Ablauf die Operation Midnight Hammer.

Militärapparat in Stellung gebracht

Während die Verhandler noch reden, schafft Washington allerdings schon Fakten und lässt seine Truppen aufmarschieren. Ein Flugzeugträgerverband ist schon in der Region, ein zweiter dürfte in den nächsten Tagen dort eintreffen.

Zudem wurden rund ein Dutzend Begleitschiffe, Hunderte Kampfjets sowie mehrere Flugabwehrbatterien in den Nahen Osten verlegt. Über 150 Frachtmaschinen flogen Munition und schweres Gerät ein. Allein in den vergangenen 24 Stunden stießen laut Axios 50 zusätzliche Jets der Typen F-35, F-22 und F-16 dazu.

Aus US-Sicht beschränkt sich dieser Aufmarsch nicht darauf, nur eine Demonstration potenzieller Macht zu sein. Sobald Trump den Daumen senkt, soll zugeschlagen werden. Wie Axios von israelischen Diplomaten erfahren haben will, rechnet man in Jerusalem mit einem Kriegsbeginn innerhalb weniger Tage.

Warum die Straße von Hormus den Erdölmarkt bestimmt

Ein Angriff auf den Iran lenkt unweigerlich auch den Blick auf die Straße von Hormus. Durch diesen kaum 34 Kilometer breiten Korridor zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel fließen täglich etwa 16,7 Millionen Barrel Rohöl – ungefähr ein Viertel des gesamten Seehandels mit Erdöl weltweit.

Hinzu kommt, dass fast ein Fünftel der globalen LNG-Ladungen [2] durch diese Meerenge transportiert werden, hauptsächlich aus Katar.

Teheran droht seit Jahren damit, diese Lebensader im Krisenfall abzuschnüren. Das Arsenal dafür reicht von Anti-Schiffs-Raketen und Kamikazedrohnen über Seeminen hin zu elektronischen Störsendern, die das GPS ziviler Tanker lahmlegen können.

Mitte Februar demonstrierte die iranische Marine bereits mit Übungen in der Meerenge, was möglich wäre.

Preissprung mit globaler Wucht

Sollte der Schiffsverkehr durch Hormus tatsächlich tagelang zum Erliegen kommen, wären die Konsequenzen für den Erdölmarkt gewaltig. Ein Kpler-Analyst beziffert laut Bloomberg den möglichen Preisanstieg auf 120 bis 150 US-Dollar je Barrel. Mitte Februar lagen die Preise bei rund 66 US-Dollar.

Eine Modellrechnung von Bloomberg Economics geht von einem Sprung um rund 80 Prozent auf etwa 108 US-Dollar aus. In diesem Szenario [3] würde die US-Inflation auf vier Prozent klettern, während China und die Eurozone jeweils rund einen halben Prozentpunkt an Wirtschaftswachstum einbüßen dürften.

Ausweichrouten gibt es kaum. Saudi-Arabien kann über eine Pipeline zum Roten Meer täglich fünf Millionen Barrel umleiten, die Emirate verfügen über eine kleinere Leitung zum Golf von Oman.

Kuwait, Katar und Bahrain dagegen hängen vollständig von der Meerenge ab – ebenso wie der Iran selbst, der 2025 so viel Rohöl über Hormus exportierte wie seit 2018 nicht mehr.

Politisches Risiko an der Zapfsäule

An den Börsen macht sich die Anspannung bereits bemerkbar. Nach Veröffentlichung des Axios-Berichts sprang der Brent-Preis kurzzeitig über die Marke von 70 US-Dollar, die US-Referenzsorte WTI verteuerte sich um gut vier Prozent.

Ole Sloth Hansen, Rohstoffstratege bei der Saxo Bank, bezweifelt laut Bloomberg allerdings, dass Trump vor den Zwischenwahlen tatsächlich sprunghaft steigende Spritkosten in Kauf nehmen würde.

Genau das ist Trumps Dilemma: Jeder Raketenangriff auf iranische Anlagen könnte sich wenige Wochen später an amerikanischen Tankstellen niederschlagen – und damit ausgerechnet jene Wähler treffen, denen der Präsident günstige Lebenshaltungskosten versprochen hat.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.axios.com/2026/02/18/iran-war-trump-military-strikes-nuclear-talks
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-18/strait-of-hormuz-how-can-iran-close-it-how-would-the-oil-market-be-affected
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-10/the-108-oil-war-can-the-middle-east-crash-the-world-economy

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Wellenkraft: Die vergessene Säule der Energiewende

Von Bernardo Cantz — 18. Februar 2026 um 18:20

Bernardo Cantz

Wellenkraftwerk von Wavepiston bei der Installation.

(Bild: Wavepiston)

Während Solar und Wind schwächeln können, setzt eine Karibikinsel auf eine Energiequelle, die rund um die Uhr liefert – direkt aus dem Meer.

Die Energiewende erfordert innovative Wege – und der Karibikstaat Barbados will sie beschreiten. Statt aus fossilen Rohstoffen soll Strom künftig aus dem Meer, genauer: aus der Bewegung der Wellen, gewonnen werden.

Dafür hat die Regierungsbehörde Export Barbados (BIDC) eine Absichtserklärung [1] mit der dänischen Firma Wavepiston unterzeichnet. Geplant ist ein Wellenkraftwerk mit einer Leistung von 50 Megawatt.

Die Anlage soll zwei Aufgaben zugleich erfüllen: elektrischen Strom liefern und Trinkwasser aus Meerwasser gewinnen.

Warum Wellenenergie für Inseln so attraktiv ist

Mit der Anlage will sich Barbados ein Stück weit von fossilen Brennstoffen lösen. Das liegt einmal daran, dass sie fast vollständig importiert werden müssen. Und das macht die Energieversorgung des Landes abhängig von den stark schwankenden Preisen am Weltmarkt.

Aber Barbados hat noch mit einem anderen Problem zu kämpfen: Besonders in den trockenen Monaten wird regelmäßig das Trinkwasser knapp. Abhilfe soll aufbereitetes Meerwasser leisten.

Zwar liefern Photovoltaik und Windkraft bereits saubere Energie, doch ihre Erzeugung schwankt, je nach Tageszeit und Wetter. Die Regierung in Bridgetown verfolgt daher das Ziel, bis 2030 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, und sucht nach ergänzenden Quellen, die rund um die Uhr verfügbar sind.

Genau dieses Profil bietet die Wellenenergie. Im Gegensatz zu Sonnenlicht oder Wind liefern Ozeanwellen nahezu kontinuierlich kinetische Energie.

Eine Machbarkeitsstudie mit dem Namen "Project WEB", die 2024 durchgeführt wurde [2], bestätigt: Vor der Atlantikküste von Barbados gibt es ausreichend starke und gleichmäßige Wellenbewegungen, um einen kommerziellen Energiepark wirtschaftlich betreiben zu können.

Hydraulikdruck statt Unterwasserkabel

Das technische Konzept von Wavepiston unterscheidet sich grundlegend von anderen Ansätzen zur Nutzung von Meeresenergie. Anstatt Strom direkt unter Wasser zu erzeugen und über empfindliche Seekabel an Land zu transportieren, setzt das System auf ein hydraulisches Prinzip.

An langen Ketten von jeweils rund 350 Metern hängen dutzende sogenannte Energiesammler. Jeder dieser Sammler trägt ein bewegliches Segel aus flexiblem Material, das den Wellenbewegungen folgt. Dieses Vor- und Zurückschwingen betätigt integrierte Kolbenpumpen, die Meerwasser auf hohen Druck bringen.

Über Rohrleitungen strömt dieses Druckwasser anschließend zu einer zentralen Umwandlungsstation. Dort stehen zwei Verwertungspfade offen: Entweder treibt der Wasserdruck eine konventionelle Turbine an, die Strom ins Netz einspeist, oder er speist eine Umkehrosmose-Anlage zur Entsalzung.

Herkömmliche Entsalzungstechnik verschlingt enorme Mengen an elektrischer Energie, weil leistungsstarke Pumpen das Salzwasser durch feinporige Membranen pressen müssen. Da Wavepiston den erforderlichen Druck bereits mechanisch aus der Wellenbewegung gewinnt [3], entfällt dieser kostspielige Zwischenschritt weitgehend.

Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich aus der Anordnung der Sammler entlang der Kette: Weil die Welle sie nacheinander erreicht, geben sie das Druckwasser zeitlich versetzt ab. Dadurch entsteht ein gleichmäßiger Volumenstrom, der sowohl die Turbine als auch die Entsalzungsanlage mit konstantem Druck versorgt.

Flexible Segel trotzen Atlantikstürmen

Die große Hürde für Wellenkraftwerke besteht darin, dass sie selbst extremen Seegang aushalten müssen. Wavepiston löst dieses Problem mit einem passiven Schutzmechanismus: Die Segel bestehen aus nachgiebigem Material und weichen bei besonders hohen Wellen aus, anstatt ihnen starr Widerstand zu leisten.

Auf diese Weise absorbiert die Konstruktion die zerstörerische Kraft schwerer See, ohne dass elektronische Steuerungen eingreifen müssen. Labortests im Wellenbecken [4] der Queen's University Belfast bestätigten die Wirksamkeit dieses Prinzips unter simulierten Sturmbedingungen.

Bereits 2025 erprobte Wavepiston zudem auf Gran Canaria seine dritte Sammlergeneration. Ziel dieser neuen Version ist es, die Energieausbeute um 30 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell zu steigern.

Auch ökologisch fällt die bisherige Bilanz positiv aus. Sämtliche Komponenten befinden sich unterhalb der Wasseroberfläche, lediglich Markierungsbojen ragen heraus. Von der Küste aus bleibt die Anlage dadurch praktisch unsichtbar.

Europäische Testinstallationen zeigten zudem, dass die Unterwasserstrukturen als Lebensraum für Meeresorganismen dienen und die lokale Artenvielfalt eher fördern als beeinträchtigen.

Regionale Ambitionen und offene Fragen

Die Anlage auf Barbados soll nicht nur dazu dienen, Energie zu gewinnen. Sie ist Kern eines größeren, wirtschaftspolitischen Vorhabens. Die Insel möchte sich als Schwergewicht bei der Meeresenergie in der Karibik etablieren, lokale Fachkräfte ausbilden und Arbeitsplätze schaffen.

Wavepiston führt nach eigener Auskunft Gespräche über insgesamt 17 Projekte weltweit, die bis 2035 eine Gesamtkapazität von 3,5 bis 5,4 Gigawatt erreichen und Erlöse zwischen einer und zwei Milliarden Euro generieren sollen.

Einen verbindlichen Zeitplan [5] für den Baubeginn der 50-Megawatt-Anlage vor Barbados nannte das Unternehmen bislang jedoch nicht. Ebenso fehlen konkrete Angaben zu den erwarteten Stromgestehungskosten, an denen sich der tatsächliche Nutzen für die Bevölkerung messen lassen wird.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://wavepiston.dk/mou-barbados/
[2] https://interestingengineering.com/energy/50-mw-wave-energy-pilot
[3] https://www.elespanol.com/omicrono/tecnologia/20260217/generador-energia-aprovecha-olas-canarias-produce-electricidad-renovable-desalinizar-agua/1003744127849_0.html
[4] https://www.newmoney.gr/roh/palmos-oikonomias/energeia/wavepiston-lansari-neo-montelo-kimatikis-energias-me-ipsiles-epidosis/
[5] https://www.caribbeanenergyweek.com/news/barbados-advances-wave-energy-pilot-caribbean-solar-storage-projects-gain-traction

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