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David Walter von Owndcloud: "Wir haben jeden einzelnen Shortcut bereut"

Von Golem.de — 25. Februar 2026 um 12:10
David Walter kümmert sich um die bayrische Schulcloud mit Millionen Anwendern. Er hat vier Tipps für einen guten Wechsel zu einer souveränen Plattform.
David Walter ist Director Special Projects bei Owncloud - A Kiteworks Company und ist zuständig für den Erfolg der bayerischen Schulcloud ByCS. (Bild: Owncloud)
David Walter ist Director Special Projects bei Owncloud - A Kiteworks Company und ist zuständig für den Erfolg der bayerischen Schulcloud ByCS. Bild: Owncloud

David Walter hat QM- und ISM-Systeme aufgebaut und aktiv die Integration der Owncloud in die Kiteworks-Gruppe begleitet. Heute verantwortet er die globale Open-Source-Strategie. Bei Owncloud ist er unter anderem für ByCS Drive in der Bayerncloud Schule mit Millionen Anwendern verantwortlich.

Im aktuellen Newsletter Chefs von Devs erzählt er von seinen Erfahrungen mit diesem großen Projekt und gibt vier Tipps, für alle, die sich fragen, wie der Wechsel weg von einer Suite hin zu einer wahrhaft souveränen Plattform gelingt und wie sie für Millionen Anwender ausgerollt werden kann.

Einer seiner Tipps lautet, dass es sich immer lohne, den Best Practices treu zu bleiben, und zuerst die Zustimmung etwa zu Design, Security, Architektur und Abnahmekriterien aller Beteiligten einzuholen und dann erst mit der Entwicklung loszulegen. "Jeden einzelnen Shortcut, den wir gemacht haben, haben wir später bitter bereut und teuer bezahlt," sagt Walter dazu. Zudem koste jeder spätere Wir-ändern-das jetzt-Moment hart erarbeitetes Vertrauen bei Anwendern oder Kunden.

Was Walter aus dem Projekt sonst noch gelernt hat, könnt ihr im kompletten Interview im Newsletter nachlesen, den ihr hier kostenlos abonnieren könnt und dann morgen früh in eurem Mail-Postfach habt .

Der Chefs-von-Devs-Newsletter erscheint alle zwei Wochen.


Hinweis in eigener Sache

Golem organisiert eine neue Konferenz zu IT-Souveränität! Die Rack & Stack findet im April statt – hier geht es zu den Tickets .

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Verkehr: Die Magnetschwebebahn steht vor einem Comeback

Von Erik Bärwaldt — 25. Februar 2026 um 12:00
Mit dem Aus des Transrapid schien die Magnetschwebebahn an sich am Ende. Ist sie aber nicht – ein Comeback wird immer wahrscheinlicher.
Der deutsche Transrapid 09 im Jahr 2009 im Emsland (Bild: Wikimedia / gemeinfrei)
Der deutsche Transrapid 09 im Jahr 2009 im Emsland Bild: Wikimedia / gemeinfrei

Dieser Golem-Plus-Text ist 24 Stunden lang frei verfügbar.

Magnetschwebebahnen gelten in Deutschland als gescheitert, und mit diesem Scheitern ist unauflöslich das Transrapid-Projekt verbunden. Doch die innovative Technologie wurde ohne großen Medienrummel stetig weiterentwickelt und hat inzwischen in neuer Form einige Hürden genommen, die den kommerziellen Einsatz auch in Deutschland wieder interessant machen.

Der Transrapid war einst der modernste Hochgeschwindigkeitszug weltweit. Die in Deutschland ursprünglich von einem Firmenkonsortium unter Federführung von Siemens und Thyssenkrupp seit den späten 1960er Jahren entwickelte Magnetschwebebahn konnte nicht nur mit Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 500 km/h mehrere Weltrekorde aufstellen, sondern wies auch aufgrund ihrer technischen Konzeption im Vergleich zu konventionellen Rad-Schiene-Systemen zahlreiche Vorteile auf. Doch Kostensteigerungen, fehlende politische Weitsicht und die Fokussierung auf kurzfristige Perspektiven machten dem Vorzeigeprojekt in Deutschland den Garaus.

Weiterführung in China

Übrig blieb jedoch in China der Transrapid SMT (Shanghai Maglev Train), der auf einer knapp 31 km langen Strecke den Shanghai Pudong International Airport mit der Longyang Road Station in Shanghais zentralem Distrikt Pudong verbindet. Auf dieser Strecke ist ein technisch und optisch leicht modifizierter Zug des Transrapid 08 mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h unterwegs. Bis zum Jahr 2021 betrug die höchste Reisegeschwindigkeit des Zuges sogar 431 km/h .

Der Transrapid SMT in Shanghai bei der Ausfahrt aus dem Pudong International Airport (Bild: Wikimedia, Lizenz: Public Domain / gemeinfrei)
Bild 1/2: Der Transrapid SMT in Shanghai bei der Ausfahrt aus dem Pudong International Airport (Bild: Wikimedia, Lizenz: Public Domain / gemeinfrei)
Ein Zug des TSB auf der Versuchsstrecke in Sengenthal (Bild: Firmengruppe Max Bögl)
Bild 2/2: Ein Zug des TSB auf der Versuchsstrecke in Sengenthal (Bild: Firmengruppe Max Bögl)

Darüber hinaus arbeitet ebenfalls in China die staatliche China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) gemeinsam mit Thyssenkrupp an der Entwicklung der nächsten Generationen von Magnetschwebebahnen.

Der auf lizenzierten deutschen Transrapid-Technologien basierende und in Qingdao produzierte CRRC CF600 (Sifang) soll zukünftig mit einer Höchstgeschwindigkeit von 600 km/h die bestehende Lücke zwischen herkömmlichen Hochgeschwindigkeitszügen (circa 350 km/h) und dem strahlgetriebenen Flugzeug (circa 900 km/h) füllen. Damit soll der neue Magnetschwebezug flexibel auf der Langstrecke eingesetzt werden können oder auch als schnelle Verbindung zwischen weiter voneinander entfernt liegenden urbanen Zentren.

Das Fahrzeug verfügt dabei über einen hybriden Antrieb: Bei niedrigeren Geschwindigkeiten bis etwa 150 km/h fährt der Zug auf Gummirädern, erst bei weiterer Beschleunigung wird der Schwebemodus erreicht. Ein Prototyp des Zuges wurde im Jahr 2025 auf dem 12. UIC-Weltkongress für Hochgeschwindigkeitszüge in Peking der Öffentlichkeit gezeigt, während eine Mittelsektion des CRRC CF600 bereits 2020 bis 2021 auf einer Teststrecke am Campus der Tongji-Universität in Shanghai erprobt wurde.

Ein anderes zum CRRC-Konglomerat gehörendes Unternehmen, CRRC Changchun, hat außerdem bereits im Jahr 2023 die Endsektion eines parallel zum CRRC CF600 (Sifang) entwickelten Prototyps vorgestellt, der ebenfalls für eine Spitzengeschwindigkeit von 600 km/h ausgelegt sein soll. Technologische Basis des CRRC CF600 (Changchun) ist ebenfalls der deutsche Transrapid.

Ein weiteres auf der deutschen Transrapid-Technologie basierendes Projekt in China ist der CRRC CF200. Hierbei handelt es sich um eine Variante einer Magnetschwebebahn, bei der die einzelnen Fahrzeugsektionen deutlich kürzer sind als üblich. Dieser Zug wurde anhand der älteren deutschen Transrapid-N-Studie entwickelt, wobei als signifikantes Merkmal um die Hälfte verkürzte Sektionen eingesetzt werden, was wiederum engere Kurvenradien ermöglicht.

Der Prototyp des CF200, der bislang nur auf der Tongji-Teststrecke verkehrt, ist für maximale Geschwindigkeiten von 200 km/h ausgelegt. Das Fahrzeug eignet sich daher vor allem für Nahverkehrsverbindungen in urbanem Umfeld.

Auch in Japan wird die Magnetschwebebahn seit Jahrzehnten gefördert. So wurde schon in den 1970er Jahren an einer eigenen Magnetschwebebahn für Langstreckeneinsätze geforscht, wobei zunächst Japan Airlines (JAL) ein technisches Konzept entwickelte, das auf westdeutscher Technologie beruhte. Parallel dazu erkannte jedoch auch die japanische Staatsbahn den Bedarf für ein schnelles Verkehrsmittel und stellte Kapazitäten zur Erforschung der Technologie bereit.

Auf der Insel Kyushu entstand 1977 eine Teststrecke, die ab 1979 eine Länge von knapp sieben Kilometern aufwies. Auf ihr wurden mehrere Prototypen getestet, wobei der Typ ML-500 Ende 1979 eine Geschwindigkeit von 517 km/h erreichte. Das von Japan Airlines entwickelte Konkurrenzprodukt konnte jedoch nicht mit solchen Geschwindigkeiten aufwarten, so dass sich die Regierung dazu entschied, nur das von der Staatsbahn vorangetriebene Projekt weiterhin zu fördern.

Nach immer wieder neuen Rekorden mit weiterentwickelten Versuchsfahrzeugen wurde 1995 die Yamanashi-Versuchsstrecke mit einer Länge von 18,4 km fertiggestellt, auf der mit der Magnetschwebebahn MLX01 im Dezember 2003 ein Geschwindigkeitsrekord von 581 km/h aufgestellt wurde .

Die Versuchsstrecke wurde in den Jahren 2011 bis 2013 auf 42,8 km verlängert, während gleichzeitig neue Fahrzeug-Prototypen für das System entwickelt wurden. Im Jahr 2015 stellte einer der neuen Prototypen mit 603 km/h auf dieser Strecke einen neuen Weltrekord auf, der bis heute nicht übertroffen wurde. Die zweispurige Yamanashi-Teststrecke ermöglicht es aufgrund zahlreicher Tunnel und auch Steigungen von bis zu 40 Promille, die Bahnen unter realistischen Bedingungen zu testen.

Derzeit baut die Central Japan Railway Company für den Chuo-Shinkansen einen Fahrweg von Tokio über Nagoya bis Osaka, in den die Yamanashi-Teststrecke einbezogen ist. Diese rund 440 km lange Strecke ist bereits zu rund 50 km fertiggestellt, während weitere knapp 240 km im Bau befindlich sind.

Der Zug steht auf Gummirädern und beschleunigt auch auf diesen bis auf etwa 150 km/h. Bei weiterer Beschleunigung hebt der Zug ab und schwebt aufgrund des entstandenen Magnetfeldes in etwa 100 mm Höhe über der Führungsschiene. Dabei sorgt das Magnetfeld auch für den Vortrieb und eine exzellente Spurtreue.

Die Bauarbeiten sind aufgrund geologischer Probleme und wegen Einwänden von Umweltorganisationen jedoch ins Stocken geraten, so dass die Central Japan Railway Company die früheste Inbetriebnahme des ersten Teilabschnitts von 286 Kilometern Länge für das Jahr 2034 vorsieht.

In Deutschland entwickelte der Sengenthaler Baukonzern Max Bögl, der bereits am Transrapid-Projekt mit dem Bau des Beton-Fahrwegsystems beteiligt war, ab 2010 die Technologie aus Eigenmitteln weiter zum TSB (Transport System Bögl) .

Das TSB stellt dabei nicht eine Neuauflage des ursprünglichen Hochgeschwindigkeitszugs Transrapid dar, sondern fokussiert bei niedrigeren Geschwindigkeiten auf den öffentlichen Personennahverkehr. Der wichtigste technische Unterschied zwischen Transrapid und TSB besteht in der Anordnung der Antriebstechnik: Sie befindet sich beim Transrapid im Fahrweg, während sie beim TSB im Fahrzeug selbst untergebracht ist.

Der Transrapid SMT in Shanghai bei der Ausfahrt aus dem Pudong International Airport (Bild: Wikimedia, Lizenz: Public Domain / gemeinfrei)
Bild 1/2: Der Transrapid SMT in Shanghai bei der Ausfahrt aus dem Pudong International Airport (Bild: Wikimedia, Lizenz: Public Domain / gemeinfrei)
Ein Zug des TSB auf der Versuchsstrecke in Sengenthal (Bild: Firmengruppe Max Bögl)
Bild 2/2: Ein Zug des TSB auf der Versuchsstrecke in Sengenthal (Bild: Firmengruppe Max Bögl)

Seit 2021 ist zudem eine Variante für den Güterverkehr unter dem Namen TSB Cargo verfügbar. Die Cargo-Variante kann dabei Standard-Container mit bis zu 150 km/h bei einem Takt von lediglich 20 Sekunden befördern. Damit eignet sich das System vor allem für Logistikstützpunkte mit hohem Umschlagsaufkommen wie beispielsweise Verbindungen zwischen Containerterminals in Häfen, aber auch für den Transport von Gütern zwischen See- und Binnenhäfen.

Bislang werden sowohl der TSB-Personenzug als auch ein TSB-Cargo-Fahrzeug auf der rund 860 Meter langen Versuchsstrecke auf dem Gelände der Max-Bögl-Firmengruppe in Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz eingesetzt. Darüber hinaus verkehrt die TSB-Magnetschwebebahn jedoch auch seit dem Sommer 2020 in China auf einer knapp vier Kilometer langen Teststrecke in Chengdu, der Hauptstadt der südchinesischen Provinz Sichuan. Dabei erzielte die Magnetschwebebahn im Jahr 2024 eine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h.

Die Passagiervariante des TSB gestattet deutlich engere Kurvenradien als eine herkömmliche S-Bahn bei gleichzeitig signifikant höheren Geschwindigkeiten als eine konventionelle Straßenbahn und bewältigt darüber hinaus auch stärkere Steigungen mit bis zu zehn Prozent, so dass sie sich insbesondere in urbanen Zentren mit dichter Bebauung als eine Alternative zu Rad-Schiene-Systemen anbietet.

Aber auch in regionalem Kontext beispielsweise zwischen urbanen Zentren auf kurzer Distanz kann das TSB aufgrund seiner erreichbaren Geschwindigkeit eine Alternative zu herkömmlichen Nahverkehrstechnologien darstellen.

Europaweit die Ersten

In Deutschland hat die TSB Betriebs GmbH im November 2025 vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine allgemeine Genehmigung zum Betrieb öffentlicher Magnetschwebebahnen erhalten . Da diese Betriebsgenehmigung in Deutschland Voraussetzung für den Einsatz einer Magnetschwebebahn im öffentlichen Verkehr ist, kann die TSB Betriebs GmbH nun als europaweit erster und bislang einziger Anbieter kommerziell Magnetschwebebahnen betreiben. Die Betriebsgenehmigung stellt damit eine wichtige Prämisse für die Realisierung innovativer Verkehrslösungen dar.

Doch auch auf politischer Seite mehren sich die Stimmen, die eine Gleichstellung der Magnetschwebebahn im Vergleich zu konventionellen Verkehrsmitteln bei entsprechenden Projekten fordern. So sieht der Koalitionsvertrag der amtierenden Bundesregierung die Modifikation des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) unter Einbeziehung innovativer Technologiekonzepte vor. Dabei wird die Magnetschwebebahn explizit genannt.

Für urbane Zentren werden durch die Neufassung des Gesetzes erstmals auch Magnetschwebebahnen und der sogenannte Hyperloop förderfähig. Für den Hyperloop soll sogar eine Referenzstrecke gebaut werden.

Die Nachrichtenwebsite Business Insider berichtete zudem Anfang November 2025 über eine als vertraulich eingestufte Liste aus dem Kanzleramt, nach der eine zügige Umsetzung der Neufassung des GVFG angestrebt und somit die Förderfähigkeit von Magnetschwebebahnen in ein Gesetz gegossen wird. Bislang sind diesen Verlautbarungen jedoch noch keine Taten gefolgt.

Auf kommunaler Ebene werden ebenfalls seit einigen Jahren bei Verkehrsprojekten Magnetschwebebahnen häufiger miteinbezogen. Während jedoch einige dieser Projekte wie beispielsweise in Nürnberg derzeit auf Eis liegen, schreiten die Entwicklungen andernorts voran.

Bereits im Jahr 2022 beauftragten die Landkreise Calw und Böblingen das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart GmbH (VWI) mit der Durchführung einer zweistufigen vergleichenden Machbarkeitsstudie, um den öffentlichen Personennahverkehr im Raum Nagold-Herrenberg durch eine Schienendirektverbindung zu verbessern. Während die erste Stufe – eine Potenzialanalyse – bereits im Sommer 2023 abgeschlossen wurde, konnte der zweite Teil – die eigentliche Machbarkeitsanalyse – erst 2025 fertiggestellt werden. Dabei wurden vier Stadtbahnvarianten, eine S-Bahn-Variante, vier Metropolexpress-Varianten und eine Variante mit dem Transport System Bögl berücksichtigt.

Als weitere Option prüfte das VWI eine Verbesserung des bestehenden Busangebots. Die TSB-Magnetschwebebahn ging aus dieser Vergleichsstudie als Gewinner mit dem besten Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) hervor, wobei lediglich noch eine einzige Stadtbahn-Variante einen NKI von über 1 erreicht, was eine finanzielle Förderfähigkeit ermöglicht.

Im weiteren politischen Entscheidungsprozess soll zunächst die generelle Umsetzbarkeit für den Betrieb dieser beiden verbliebenen Alternativen geprüft und anschließend eine vertiefte Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. Sie ist wiederum von den Gremien der Landkreise Böblingen und Calw zu beauftragen .

Aufgrund der Ergebnisse der VWI-Machbarkeitsstudie drängt jedoch bereits die SPD-Kreistagsfraktion in Calw auf eine Vorstellung des TSB im Kreistag. SPD-Kreisrat Rainer Prewo fordert : "Moderne Mobilität braucht innovative Lösungen, und der Landkreis muss sich mit diesen Optionen ernsthaft befassen."

Auch in der Bundeshauptstadt Berlin ist eine Magnetschwebebahnlinie im Gespräch, um den ehemaligen Flughafen Tegel, auf dessen Gelände der Industrie- und Forschungspark Urban Tech Republic entsteht, mit dem Bezirk Spandau zu verbinden. Dafür möchte die Berliner Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) eine Machbarkeitsstudie beauftragen .

Ursprünglich war für diese Strecke eine Straßenbahnverbindung geplant, die sich ihre Trasse aufgrund der verkehrlichen und baulichen Gegebenheiten mit allen anderen Verkehrsträgern hätte teilen müssen. Die Verkehrssenatorin erklärte daher auch, dass eine Magnetschwebebahn auf der angedachten Strecke nicht im Stau stünde.

Unterstützung bekommt sie dabei von der Spandauer CDU. Spandaus CDU-Bezirksstadtrat Thorsten Schatz sagt, dass sich eine Straßenbahn in Spandau an neuralgischen Punkten schlichtweg nicht unterbringen lasse. "Spandau hat kein Ideenproblem – Spandau hat ein Platzproblem," erklärte der Bezirksstadtrat.

Eine Magnetschwebebahn nutze hingegen den "Raum über der Straße" . Als verkehrsspezifische Herausforderungen erwiesen sich "wachsende Quartiere, starke Pendlerströme und zu wenig Raum auf der Straße" . Die Magnetschwebebahn schaffe "zusätzliche Kapazitäten, ohne den ohnehin überlasteten Straßenraum weiter zu verengen."

Vermutlich mit Blick auf die Kritiker sagt der Bezirksstadtrat zudem : "Wir können nicht dauerhaft nur erklären, was nicht geht. Wir müssen auch offen für neue Wege sein und Lösungsvorschläge auf den Tisch legen. Dies ist die neue Lösung für Spandau." Daher wurde das auf der Webseite der Senatsverwaltung noch aufgeführte Straßenbahnprojekt nach Medienberichten auch bereits abgesagt.

Fazit

Dem Transport System Bögl könnte als erstem kommerziellen Anbieter von Magnetschwebebahnen für den Nahverkehr in Deutschland der Durchbruch für diese innovative Technologie gelingen. Die Aussichten dafür sind mit der Betriebszulassung für das TSB durch das Eisenbahn-Bundesamt und die Pläne zur Novellierung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes durch die Bundesregierung deutlich gewachsen.

In der Debatte wird aber auch deutlich, wo Magnetschwebebahnen in Deutschland nicht punkten können: Aufgrund ihrer zu anderen Verkehrsträgern inkompatiblen Fahrwegstechnologie sind sie nur schwer in bestehende Netze einzubinden und können nicht wie beispielsweise Regiotram- oder Mehrsystemstadtbahnen (Tram-Train) auf bestehenden unterschiedlichen Fahrwegsinfrastrukturen eingesetzt werden.

Daher eignen sich Magnetschwebebahnen vornehmlich für die Erschließung wachsender oder ganz neuer Wohnquartiere und deren Anbindung an zentrale Verkehrsachsen in urbanen Räumen, wenn keine konkurrierenden Verkehrsträger im ÖPNV bestehen und auch räumliche Gegebenheiten einen sinnvollen Einsatz konventioneller Systeme verhindern.

1. Die Magnetschwebetechnologie ist nicht gescheitert, sondern wurde international weiterentwickelt.
Während der Transrapid in Deutschland politisch scheiterte, blieb die Technologie etwa in China in Betrieb.

2. China und Japan treiben Hochgeschwindigkeitssysteme mit enormem Tempo voran.
Solche Projekte sind etwa der CRRC CF600 und der japanischen Chuo-Shinkansen.

3. In Deutschland verschiebt sich der Fokus vom Fernverkehr auf den urbanen Nahverkehr.
Das Transport System Bögl (TSB) setzt auf niedrigere Geschwindigkeiten, enge Kurvenradien und steile Trassen – Eigenschaften, die in Städten wichtig sind.

4. Mit der Betriebsgenehmigung des Eisenbahn-Bundesamts ist erstmals der kommerzielle Einsatz in Deutschland realistisch.
Die Zulassung für das TSB schafft die Voraussetzung, Magnetschwebebahnen in konkrete Infrastrukturprojekte einzubringen.

5. Magnetschwebebahnen bleiben ein Nischensystem.
Ihre Inkompatibilität mit bestehenden Netzen begrenzt den Einsatz, doch bei schwierigen Topografien oder Platzmangel können sie konventionellen Systemen überlegen sein.

Dieser Artikel erscheint bei Golem Plus, weil ...
... er technikaffinen Leserinnen und Lesern einen ausführlichen Einblick in den aktuellen Stand der Magnetschwebetechnologie gibt – von der Technik bis hin zu regulatorischen und kommunalpolitischen Detailfragen in Deutschland. Er verbindet technische Analyse, Markt- und Förderlogik mit konkreten Fallstudien.

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Mobile Game: Blizzard kündigt neues Spiel Overwatch Rush an

Von Peter Steinlechner — 25. Februar 2026 um 11:50
Mit Overwatch Rush entsteht ein eigenständiger Helden-Shooter für Smartphones. Erste Tests sind in ausgewählten Regionen geplant.
Artwork von Overwatch Rush (Bild: Blizzard)
Artwork von Overwatch Rush Bild: Blizzard

Blizzard erweitert das Overwatch-Universum um ein Mobile Game. In einem offiziellen Entwickler-Update stellt das Studio Overwatch Rush vor, einen neuen Top-Down-Helden-Shooter, der speziell für Smartphones und Tablets entwickelt wird.

Bei Rush handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Portierung von Overwatch, sondern um ein vollständig eigenständiges Projekt, das von Grund auf für mobile Endgeräte konzipiert ist. Alle bislang gezeigten Inhalte seien noch in Arbeit und könnten sich bis zur Veröffentlichung ändern.

Overwatch Rush wird von einem eigenen Team innerhalb von Blizzard entwickelt, das laut Unternehmen über umfangreiche Erfahrung im Mobile-Bereich verfügt.

Overwatch Rush: Viele Frage noch offen

Das für das Hauptspiel zuständige Team 4 bleibe weiterhin vollständig auf Overwatch für PC und Konsolen konzentriert, das kürzlich mit der ersten Saison in eine neue Phase gestartet ist und fortlaufend erweitert werden soll.

Blizzard betont diesen Punkt auffällig deutlich – offenbar, um möglichen Sorgen in der Community über Ressourcenverschiebungen vorzubeugen.

Spielerisch setzt Overwatch Rush auf Draufsicht statt auf die bekannte Ego-Perspektive. Details zu konkreten Helden, Spielmodi oder zur Monetarisierung (fast sicher Free-to-Play) nennt Blizzard noch nicht. Klar ist lediglich, dass der Titel das Overwatch-Universum auf weitere Plattformen bringen und neue Zielgruppen ansprechen soll.

In einem nächsten Schritt plant Blizzard Tests in ausgewählten Ländern und Regionen. Interessierte können sich über einen offiziellen Discord-Server über den Fortschritt informieren. Ein Termin für die Veröffentlichung steht bislang nicht fest, vermutlich ist bis zum Start in westlichen Regionen noch mit ein paar Monaten Wartezeit zu rechnen.

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Störungsmeldung vom 25.02.2026 09:30

Von heise online — 25. Februar 2026 um 09:30

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
25.02.2026 09:30
Region
Herne (02323)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Modem

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Frist bis Freitag: Anthropic soll sich dem Militär beugen

Von Bernd Müller — 24. Februar 2026 um 21:35
Anthropic: AI Sicherheitsfirma entwickelt Claude Sprachmodelle. Gegründet von ehemaligen OpenAI-Mitgliedern, die sich auf sichere KI-Systeme konzentrieren.

(Bild: PhotoGranary02 / Shutterstock.com)

Das Pentagon droht mit Maßnahmen, die bisher nur gegen ausländische Firmen aus feindlichen Staaten eingesetzt wurden.

Das Pentagon und das KI-Unternehmen Anthropic sind sich nicht gerade grün. Zwischen ihnen ist ein Machtkampf entbrannt, der in eine kritische Phase gekommen zu sein scheint.

Bei einem Treffen am Dienstag im Pentagon stellte Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Anthropic-Chef Dario Amodei ein klares Ultimatum: Bis Freitagabend soll das Unternehmen sämtliche Einschränkungen für die militärische Nutzung seines KI-Modells Claude aufheben.

Kommt Anthropic dieser Forderung nicht nach, will das Ministerium zu drastischen Mitteln greifen. Das berichtete [1] Axios unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.

Zwei Drohungen mit weitreichenden Folgen

Das Pentagon hält zwei Hebel bereit, um den Druck auf Anthropic zu erhöhen.

Erstens könnte es das Unternehmen als "Risiko für die Lieferkette" einstufen. In der Regel trifft diese Maßnahme nur ausländische Firmen mit Verbindungen zu feindlichen Staaten.

Die Folge wäre gravierend: Jedes Unternehmen, das mit dem Pentagon zusammenarbeitet, müsste nachweisen, dass es Claude in keinem seiner militärischen Projekte nutzt. Zahlreiche Technologiefirmen wären davon betroffen.

Zweitens steht der sogenannte Defense Production Act im Raum. Dieses Gesetz erlaubt es dem Präsidenten, Zwang gegen Privatunternehmen anzuwenden. Mit ihm sollen Firmen verpflichtet werden, Aufträge zu erfüllen und dabei die volle Priorität auf die Landesverteidigung zu legen.

Es kam zuletzt während der Corona-Pandemie zum Einsatz, um die Herstellung von Impfstoffen und Beatmungsgeräten zu beschleunigen. Laut dem [2] Wall Street Journal wären beide Schritte gegen ein heimisches KI-Unternehmen nahezu ohne Vorbild.

Ein Vertreter des Ministeriums fasste die Lage gegenüber Axios so zusammen: "Der einzige Grund, warum wir noch mit diesen Leuten reden, ist, dass wir sie brauchen, und zwar jetzt." Ihr Problem sei, dass sie so gut seien.

Wo Anthropic seine Grenzen zieht

Im Kern geht es um eine grundsätzliche Frage: Wer bestimmt, wofür ein KI-System im Krieg eingesetzt werden darf – das Militär oder der Hersteller?

Hegseth vertritt die Haltung, dass kein Unternehmen dem Pentagon Vorschriften für operative Entscheidungen machen darf. Das Ministerium verlangt deshalb Zugang zu Claude für "alle rechtmäßigen Zwecke" – ohne Mitspracherecht bei einzelnen Einsätzen.

Anthropic lehnt das in dieser Form ab. Das Unternehmen erklärt sich zwar bereit, seine Nutzungsregeln für das Militär anzupassen. Zwei Bereiche schließt es jedoch kategorisch aus: Claude darf weder zur massenhaften Überwachung von US-Bürgern dienen noch bei der Entwicklung von Waffen helfen, die ohne menschliche Kontrolle feuern.

Zusätzlich belastet ein Streit über eine Militäroperation in Venezuela das Verhältnis.

Hegseth warf Amodei vor, sein Unternehmen habe sich beim Partnerunternehmen Palantir über den Einsatz von Claude bei der Entführung [3] des venezolanischen Präsidenten Maduro beschwert.

Amodei wies das zurück und betonte, die Sicherheitsregeln von Anthropic hätten die Arbeit des Pentagons zu keinem Zeitpunkt behindert.

Widersprüchliche Schilderungen aus dem Sitzungssaal

Die Beschreibungen der Gesprächsatmosphäre fallen je nach Quelle unterschiedlich aus. Ein hochrangiger Beamter nannte das Treffen "überhaupt nicht herzlich und freundlich". Eine andere Person schilderte es dagegen als sachlich und ruhig – niemand habe die Stimme erhoben, und Hegseth habe die Qualität von Claude sogar ausdrücklich gelobt.

Die Zusammensetzung der Pentagon-Delegation unterstreicht den Ernst der Lage: Neben Hegseth nahmen unter anderem sein Stellvertreter Steve Feinberg, der für Forschung zuständige Unterstaatssekretär Emil Michael und der oberste Jurist des Ministeriums, Earl Matthews, teil.

Nach dem Treffen schlug Anthropic versöhnliche Töne an. Ein Sprecher erklärte, man führe die Gespräche "in gutem Glauben" fort, um die nationale Sicherheitsmission weiterhin verantwortungsvoll zu unterstützen.

Kein einfacher Ersatz für Claude in Sicht

Ein Austausch von Claude wäre für das Militär alles andere als einfach. Das Modell ist derzeit das einzige, das in den geheimen Systemen der US-Streitkräfte läuft.

Laut einem hochrangigen Beamten [4] würde ein Wechsel "massive Störungen" verursachen. In mehreren militärisch relevanten Bereichen – etwa bei offensiven Cyberoperationen – liegt Claude nach Einschätzung einer informierten Quelle vor der Konkurrenz.

Trotzdem treibt das Pentagon bereits Alternativen voran. Die Gespräche mit OpenAI, Google und Elon Musks Firma xAI über den Einsatz ihrer Modelle in geheimen Netzwerken laufen auf Hochtouren.

xAI hat laut Axios bereits einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet. Googles Modell Gemini gilt demnach als möglicher Ersatzkandidat – vorausgesetzt, Google stimmt den gleichen Bedingungen zu, die Anthropic bislang ablehnt.

Wie schnell diese Modelle tatsächlich einsatzbereit wären, bleibt offen. Der Ausgang dieses Konflikts dürfte weit über Anthropic hinaus Maßstäbe für das Verhältnis zwischen KI-Branche und Militär setzen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11188371

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.axios.com/2026/02/24/anthropic-pentagon-claude-hegseth-dario
[2] https://www.wsj.com/tech/ai/pentagon-gives-anthropic-ultimatum-and-deadline-in-ai-use-standoff-40915a8a
[3] https://www.axios.com/2026/02/23/hegseth-dario-pentagon-meeting-antrhopic-claude
[4] https://www.axios.com/2026/02/19/anthropic-pentagon-ai-fight-openai-google-xai

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Scout AI zeigt: KI-Agenten führen jetzt eigenständig Militäreinsätze durch

Von Kai Imhoff — 24. Februar 2026 um 15:46
Transporter wird von einer KI-gesteuerten Drohne autonom aufgespürt, angegriffen und zerstört.

(Bild: Scout AI)

Das US-Startup nutzt große Sprachmodelle, um Fahrzeuge und Drohnen zu steuern – bis zur autonomen Zerstörung von Zielen.

KI-Agenten schreiben längst nicht mehr nur Code oder beantworten Emails. Auch dem Militär können sie inzwischen gute Dienste leisten: Sie spüren autonom Ziele auf und zerstören diese, der Auftrag muss nur noch in ein Textfeld getippt werden und der Rest wird von Künstlicher Intelligenz erledigt.

Was ein wenig nach Science-Fiction klingt, hat das Unternehmen Scout AI aus Kalifornien kürzlich vorgeführt [1]. Vom Routenplan über die Zielaufklärung bis zur Zündung einer Sprengladung lief alles ohne menschliches Eingreifen ab. Die Technologie trägt den Namen: Fury Autonomous Vehicle Orchestrator.

Sprachbefehl genügt – KI übernimmt die Mission

Bei einem Test auf einer Militärbasis in Zentralkalifornien tippte ein Bediener einen Befehl so oder in ähnlicher Form ein: "Schicke ein Bodenfahrzeug zum Kontrollpunkt, starte zwei Drohnen, zerstöre den blauen Lastwagen östlich des Flugplatzes".

Die Software erstellte daraufhin eigenständig einen Einsatzplan, steuerte ein gepanzertes Geländefahrzeug über unbefestigte Wege ins Zielgebiet und startete von dort zwei bewaffnete Drohnen zur Aufklärung.

Als eine Drohne den Lastwagen lokalisierte, entschied ein auf ihr laufendes KI-Programm selbstständig, das Ziel anzufliegen und den Sprengsatz auszulösen. Laut Scout AI kam dabei weder eine Fernsteuerung noch ein vorab programmierter Ablauf zum Einsatz.

Große und kleine Modelle arbeiten zusammen

Hinter dem System steckt ein mehrstufiges Zusammenspiel verschiedener KI-Modelle. An der Spitze steht ein Sprachmodell mit mehr als 100 Milliarden Parametern, das die übergeordnete Absicht des Kommandanten versteht und in konkrete Teilaufträge zerlegt.

Diese Teilaufträge gehen an deutlich kompaktere Modelle mit rund zehn Milliarden Parametern, die direkt auf den Drohnen und Fahrzeugen rechnen.

Der entscheidende Unterschied zu bisherigen Drohnensystemen wird in der Flexibilität gesehen. Herkömmliche Software folgt festen Regeln: "Wenn Hindernis, dann ausweichen." Fury hingegen kann laut Scout AI spontan umplanen, sobald sich die Lage verändert – etwa wenn ein Ziel seinen Standort wechselt.

Firmen-Chef Colby Adcock erklärte gegenüber [2] Wired, bisherige Systeme führten Befehle "einfach blind aus", ohne auf neue Informationen zu reagieren.

US-Armee investiert Millionen in autonome Fahrzeuge

Scout AI ist kein Einzelfall, sondern nur ein Beispiel dafür, wie Künstliche Intelligenz zunehmend für militärische Zwecke verwendet wird. Schon im August 2025 [3] vergab die US-Armee zu diesem Zweck drei Aufträge im Gesamtwert von etwa 15,5 Millionen US-Dollar an Scout AI, Forterra und Overland AI.

Alle drei Firmen sollen ihre jeweilige Autonomie-Software in Infanterie-Truppentransporter integrieren und bis Mai 2026 funktionsfähige Prototypen an Soldaten übergeben. Die Armee will damit herausfinden, ob kommerzielle Technik aus dem Silicon Valley auf dem Gefechtsfeld tatsächlich zuverlässig funktioniert.

Scout AI kooperiert bei der Fahrzeugintegration mit dem Rüstungsunternehmen Textron Systems und lässt die Sicherheit seiner Software von der Firma Edge Case Research prüfen. Vier Verträge mit dem Pentagon bestehen laut Unternehmensangaben bereits, ein weiterer für die Steuerung ganzer Drohnenschwärme ist in Vorbereitung.

Zwischen Potenzial und Unberechenbarkeit

Trotz der ambitionierten Pläne bleiben gewichtige Fragezeichen. Michael Horowitz, Professor an der University of Pennsylvania und früherer Pentagon-Beamter, mahnt laut Wired zur Vorsicht: „Wir sollten ihre Demonstrationen nicht mit einsatzfähigen Fähigkeiten verwechseln, die militärische Zuverlässigkeit und Cybersicherheit bieten".

Sprachmodelle gelten als grundsätzlich schwer kontrollierbar. Selbst bei alltäglichen Aufgaben wie Online-Einkäufen produzieren KI-Agenten regelmäßig Fehler. Auf einem Gefechtsfeld, wo ein fehlgeleiteter Algorithmus über Menschenleben entscheiden kann, wiegen solche Schwächen ungleich schwerer.

Ob sie auch immer zuverlässig zwischen Kämpfern und Zivilisten unterscheiden können, ist bislang auch nicht klar.

Auch beim Thema menschliche Kontrolle gibt es Widersprüche. Scout AI betont in seiner offiziellen Darstellung, dass stets ein Bediener zur Überwachung eingebunden bleibe. Die Berichterstattung von Wired zeichnet dagegen ein anderes Bild: Während der Demonstration hatten die KI-Agenten weitgehend freie Hand – einschließlich der Entscheidung zum Angriff.

Wie viel Kontrolle der Mensch tatsächlich behält, wenn Algorithmen in Sekundenbruchteilen handeln, bleibt eine der drängendsten Fragen der modernen Kriegsführung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11188050

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.prnewswire.com/news-releases/scout-ai-introduces-fury-autonomous-vehicle-orchestrator-302691787.html
[2] https://www.wired.com/story/ai-lab-scout-ai-is-using-ai-agents-to-blow-things-up/
[3] https://www.army.mil/article-amp/288155

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Rundfunkbeitrag: 28 Cent mehr – und trotzdem keine Einigung in Sicht?

Von Thomas Pany — 24. Februar 2026 um 14:30
Geldscheine und Münzen beim Briefkopf

Bild: Shutterstock.com

Die neue KEF-Empfehlung könnte den gesamten Streit um den Rundfunkbeitrag kippen – allerdings ganz anders, als ARD und ZDF es sich erhofft hatten.

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ihre neue Empfehlung [1] zum künftigen Rundfunkbeitrag. Statt einer Erhöhung um 58 Cent pro Monat, wie sie die Kommission noch für die Jahre 2025 bis 2026 vorgeschlagen hatte, errechnete sie nun eine Anhebung um 28 Cent auf 18,64 Euro – ab 01. Januar 2027.

Die neue Empfehlung sickerte bereits Ende vergangenen Jahres durch, wie an dieser Stelle berichtet. Im Anschluss kam es zu einigen Wirbel.

Der Wirbel und einige Verunsicherungen bleiben auch nach der nun offiziellen Bekanntgabe der neuen KEF-Empfehlung. Immerhin geht es um "eine spektakuläre Veränderung gegenüber der Empfehlung vor zwei Jahren" (SZ [2]). Was diese Veränderung konkret für den Rundfunkbeitrag bedeutet, ist offen. Eine klare Antwort auf die Frage, auf welchen Rundfunkbeitrag sich die Zahler einstellen müssen, gibt es nicht.

Sicher ist nur: Der Konflikt bleibt hochpolitisch.

Alle Augen richten sich nun auf das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das von ARD und ZDF im Streit um die verweigerte Beitragserhöhung angerufen wurde. Die Richter in Karlsruhe ließen Ende vergangenen Jahres wissen, dass sie 2026 entscheiden wollen. Wann genau, ist bislang unklar und weiterhin Gegenstand von Spekulationen.

Die neue Empfehlung dürfte den politischen Konflikt kaum entschärfen. Denn auch die geringere Erhöhung stößt bei mehreren Ländern auf Ablehnung. Sachsens Staatskanzleichef Alexander Handschuh, Sprecher der Medienpolitik der Unionsländer, erklärte auch die 28 Cent für "nicht vermittelbar" [3].

Für die Beitragszahler bedeutet das vorerst: Der aktuelle Satz von 18,36 Euro bleibt bestehen. Wann eine Erhöhung kommt und wie hoch sie ausfällt, lässt sich weiterhin nicht seriös vorhersagen.

Juristische Konsequenzen des neuen KEF-Berichts?

Mit einer spektakulären Einschätzung wartet die Legal Tribune Online [4] (Lto) auf. ARD und ZDF seien mit der Verfassungsbeschwerde plötzlich chancenlos, kommentiert dort Christian Rath. Die neue Empfehlung habe weitreichende juristische Konsequenzen für die laufenden Verfassungsbeschwerden der Sender. Die beiden Sender hatten vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen die Länder geklagt, weil diese die ursprünglich für 2025 empfohlene Erhöhung blockiert hatten. Die Klagen werden nun als "plötzlich chancenlos" bewertet.

Begründung: Da die KEF eine Erhöhung erst ab 2027 für erforderlich halte, lasse sich kaum noch für einen gegenwärtigen Finanzierungsverzug für die Jahre 2025 und 2026 argumentieren. Die Verfassungsbeschwerden würden dadurch ihre faktische Grundlage verlieren, da kein aktueller Rechtsverstoß der Länder mehr nachweisbar erscheint. Die Klagen könnten dadurch in Karlsruhe ihre Grundlage verlieren, ohne dass das Gericht in der Sache selbst entscheiden müsste.

Eine Brücke

Medienexperten interpretieren die neue KEF-Empfehlung als "Brücke", die es den Ländern ermöglichen könnte, den Konflikt ohne ein Urteil aus Karlsruhe beizulegen. Die FAZ [5] spricht von einer "einmaligen Chance", das Verfahren wieder auf eine sachliche Grundlage zu stellen.

Allerdings gilt eine Einigung als unwahrscheinlich. Das Jahr 2026 ist ein Superwahljahr in Deutschland, was politische Kompromisse in dieser strittigen Frage zusätzlich erschwert.

Die KEF betont in ihrer Empfehlung, dass die niedrigere Empfehlung weder auf Sparmaßnahmen noch auf Reformeffekte der Sender zurückgeht, sondern fast ausschließlich auf veränderte Einnahmeprognosen.

Ein Blick in den 25. Bericht der KEF [6] zeigt, dass sie bis 2028 mit rund 504 Millionen Euro zusätzlichen Erträgen aus dem Rundfunkbeitrag rechnet. Hinzu kommen gestiegene Finanzerträge und zusätzliche Eigenmittel, unter anderem durch verschobene Investitionen. Diese Sonderrücklagen wirken dämpfend auf den Beitrag, haben nach Einschätzung der KEF jedoch nur eine befristete Wirkung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11187660

Links in diesem Artikel:
[1] https://kef-online.de/presse/detail/kef-empfiehlt-deutlich-geringere-anhebung-des-rundfunkbeitrags
[2] https://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunkbeitrag-erhoehung-steigt-28-cent-ard-zdf-li.3389110?reduced=true
[3] https://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunkbeitrag-erhoehung-steigt-28-cent-ard-zdf-li.3389110?reduced=true
[4] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/neue-empfehlung-kef-kommission-rundfunkbeitrag
[5] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/kef-rundfunkbeitrag-soll-um-28-cent-steigen-110841450.html
[6] https://kef-online.de/fileadmin/kef/Dateien/Berichte/25._KEF-Bericht.pdf

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CIA-Briefing zu Taiwan: Apple-Chef Tim Cook schlief schlecht

Von Heise — 24. Februar 2026 um 16:50
Skyline von Taipeh während des Sonnenuntergangs

Skyline von Taipeh

(Bild: Stockbym / Shutterstock.com)

Ein CIA-Briefing zur Taiwan-Lage ließ Apple-Chef Tim Cook schlecht schlafen. Die Abhängigkeit von Chip-Zulieferern birgt enorme Risiken für die Weltwirtschaft.

Es war ein Zusammentreffen mit Seltenheitswert: Im Juli 2023 wurde Apple-Chef Tim Cook zusammen mit CEOs weiterer großer US-Technikunternehmen zu einem Briefing des amerikanischen Auslandsgeheimdienstes CIA eingeladen. Das Thema: die brenzlige Situation in Taiwan. US-amerikanische Behörden befürchten seit Langem, dass China sich die Inselrepublik einverleiben könnte. Dies würde auch in der Weltwirtschaft ein Erdbeben auslösen. Besonders betroffen: die US-Tech-Industrie. Cook habe später gesagt, dass er die Nacht nach dem Briefing mit einem offenen Auge geschlafen habe, berichtet die New York Times [1].

Wenn Taiwan ausfällt, fällt auch Apple: Der iPhone-Hersteller ist komplett abhängig von den Chips seines Zulieferers TSMC. Dennoch tun die US-Konzerne viel zu wenig, um diese Abhängigkeit zu reduzieren, heißt es in dem Bericht. Nicht erst seit der Präsidentschaft von Donald Trump versuchen US-Regierungen die Tech-Industrie dazu zu bewegen, die Chipproduktion zumindest zum Teil ins eigene Land zu holen. Während Präsident Joe Biden Anreize setzen wollte, versucht es Trump mit der Androhung von Zöllen.

Briefing setzte wenig in Bewegung

Doch auch wenn Cook schlecht schlafen konnte: Der damalige CIA-Direktor William Burns und die Direktorin der Nationalen Nachrichtendienste, Avril Haines, konnten vor drei Jahren keinen so nachhaltigen Schock auslösen, dass Apple nennenswerte Bestellungen bei US-amerikanischen Chipherstellern aufgab. In dem Briefing, das von Handelsministerin Gina Raimondo initiiert worden sei, sei vor einem möglichen chinesischen Angriff auf Taiwan im Jahr 2027 gewarnt worden, heißt es unter Berufung auf nicht genannte Teilnehmer. Neben Cook nahmen Nvidia-CEO Jensen Huang und AMD-Chefin Lisa Su teil. Qualcomm-CEO Cristiano Amon sei per Video zugeschaltet worden.

Die Zollpolitik habe sich da als schlagkräftiger erwiesen. Apple versprach der US-Regierung Investitionen in Höhe von 600 Milliarden US-Dollar in den USA. Diese Gelder sollen unter anderem zur Unterstützung von TSMC und anderen Chipherstellern fließen. Aktuell kündigte Apple auch an, im Zuge seiner US-Investitionen den Mac mini im eigenen Land [2] zusammenzubauen. Apple prüfe zudem, mit Intel als Fertigungspartner zusammenzuarbeiten [3]. Mit dem Apple Silicon hatte sich Apple vor knapp sechs Jahren von Intel als Zulieferer verabschiedet – diesmal würde Intel allerdings Apples eigene Chips fertigen und Apple nicht Intels x86-Chips verbauen.

So würde sich eine Invasion auswirken

Die Auswirkungen eines wirtschaftlichen Ausfalls von Taiwan beziffert indessen ein vertraulicher Branchenreport. Demzufolge würde das US-Bruttoinlandsprodukt um elf Prozent absacken – doppelt so stark wie während der Finanzkrise im Jahr 2008. China würde zwar auch massiv unter den Auswirkungen leiden. Spätestens seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine ist aber die Skepsis gewachsen, dass sich ein potenzieller Aggressor von den wirtschaftlichen Auswirkungen eines Angriffs abschrecken lässt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11188117

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nytimes.com/2026/02/24/technology/taiwan-china-chips-silicon-valley-tsmc.html
[2] https://www.heise.de/news/Dank-Foxconn-Mac-mini-kuenftig-auch-made-in-Texas-11187081.html
[3] https://www.heise.de/news/M-Chips-made-in-USA-Intel-fertigt-kuenftig-angeblich-fuer-Apple-11097163.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:mki@heise.de

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swiftDialog 3.0: Moderne Benachrichtigungen für macOS-Admins

Von Heise — 24. Februar 2026 um 16:34
Screenshot von swiftDialog 3.0

(Bild: swiftDialog)

Das freie Tool swiftDialog erreicht Version 3.0 und bringt einen Inspect-Modus zur Dateisystemüberwachung. Ältere macOS-Versionen werden nicht mehr unterstützt.

Das Admin-Werkzeug swiftDialog ist in Version 3.0 erschienen und setzt ab sofort macOS 15 oder neuer voraus. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt der Inspect-Modus, der über die Apple-FSEvents-API das Dateisystem in Echtzeit überwacht und sich für Compliance-Checks, Software-Deployments oder Device-Enrollment eignet. Die gesamte Dokumentation wurde auf eine zentrale Website unter swiftdialog.app [1] verlegt.

swiftDialog ist ein auf SwiftUI basierendes Open-Source-Werkzeug für macOS, mit dem Mac-Administratoren benutzerdefinierte Dialoge, Formulare und informative Nachrichten für die Anwender erstellen können. Das Tool kommt vor allem in Skripten und MDM-Workflows zum Einsatz und lässt sich mit Systemen wie Jamf Pro, Munki oder SimpleMDM kombinieren.

Breaking Changes und neue Anforderungen

Mit Version 3.0 verabschiedet sich swiftDialog von der Unterstützung für macOS 14 und früher. Nutzer älterer Systeme müssen bei Version 2.6.5 bleiben. Aufgrund der neuen Mindestanforderung können die Entwickler modernere APIs nutzen und veraltete Methoden aus dem SDK entfernen. Zudem wurde /usr/local/bin/dialog zu einem Symlink auf das kompilierte Swift-Binary „dialogcli“ umgebaut, was die App relokalisierbar macht. Die direkte Nutzung des Dialog-Binaries gilt künftig als deprecated.

Die neue Version bringt visuelle Anpassungen für macOS 26: Die Software setzt hier auf das Liquid-Glass-Design. Dazu gehört ein neues Squircle-Icon. Das Default-Icon nutzt nun die AppIcon-Ressource statt eines SF-Symbols. Außerdem entfernten die Entwickler alte Boilerplate-Texte für Title und Message – leere Felder erzeugen nun tatsächlich eine leere Anzeige.

Umfangreiche neue Funktionen

Ferner wurde der Builder-Modus mit Fixes und neuen Layouts aktualisiert. Buttons lassen sich jetzt mit Symbolen versehen, deren Position, Größe, Stil und Farbe anpassbar sind. Die Kommandozeilenoption --position x,y erlaubt die exakte Bildschirmpositionierung. Mehrere Icons oder Bilder können als kommagetrennte Liste übergeben werden. Dropdown-Menüs sind durchsuchbar, Textfelder vom Typ „fileselect“ akzeptieren initiale Pfade.

Weitere Ergänzungen umfassen die Unterstützung für animierte GIFs, Sound-Wiedergabe aus Dateien oder URLs, Inline-Textfarbsteuerung und eine anpassbare lineare Progress-Bar, die einen macOS-26-Bug umgeht. Mit --showdockicon, --dockicon und --dockbadge lässt sich die Dock-Darstellung steuern. Die Option --hideotherapps blendet andere Anwendungen aus.

Die vollständigen Release Notes zu swiftDialog 3.0 [2] listen alle Änderungen und neuen Kommandozeilenoptionen auf. Nutzer älterer macOS-Versionen finden dort auch Hinweise auf kompatible Vorgängerversionen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11187734

Links in diesem Artikel:
[1] https://swiftdialog.app
[2] https://github.com/swiftDialog/swiftDialog/releases/tag/v3.0.0
[3] https://www.heise.de/ix
[4] mailto:fo@heise.de

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Apples Zulieferer: So verhindert der Konzern Software-Leaks

Von Heise — 24. Februar 2026 um 15:24
Apple-Logo mit einem Schloss

(Bild: Alberto Garcia Guillen/Shutterstock.com)

Trotz Tausender Mitarbeiter bei Apples Zulieferern in China sickert selten Software nach außen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept macht dies möglich.

Es ist wie ein kleines Wunder: Obwohl bei Apples Zulieferern in China Abertausende Menschen beschäftigt sind, sickert in Sachen Software ganz selten mal etwas nach außen in die Öffentlichkeit durch. In den meisten Fällen liegen die Quellen für Leaks woanders. Und das, obwohl gerade neue iPhone-Generationen die neueste, zum Zeitpunkt des Baus der Geräte noch unveröffentlichte Software benötigen – die folglich auch in den Fabriken für Tests und den späteren Verkauf aufgespielt werden muss. Offenbar verhindert ein umfassendes Sicherheitskonzept Leaks, wie ein Bericht nahelegt.

Das Apple-Blog AppleInsider [1] beruft [2] sich hierbei auf Personen mit Wissen um die internen Abläufe bei den Apple-Zuliefererbetrieben. Apple treffe demnach nicht nur räumlich und beim Zugang, sondern speziell auch bei der Technik massive Vorkehrungen, um Leaks zu verhindern. Die Vorabversionen der Software werden in den Fabriken gerade in den frühen Produktionsphasen unter anderem dafür benötigt, um Gerätefunktionen zu testen und Qualitätssicherung zu betreiben.

Apple bevorzugt eigene Mitarbeiter

Dem Bericht zufolge werden speziell gesicherte Räume eingesetzt, zu denen es nur eine einzige Tür als Zugang gibt und die – wie die Türen in den Apple-Arbeitsstätten weltweit – mit einem Badge-Scanner abgesichert sind. Zusätzlich werde Sicherheitspersonal eingesetzt, das die Badges von Apple-Mitarbeitern beim Betreten prüfe. Vorhänge sollen verhindern, dass nicht autorisiertes Personal von außen Einblick erhält. Zusätzlich sollen Kameras mit hoher Auflösung die Arbeitsräume, Lagerregale und Teilebehälter absichern. Deren Aufzeichnungen werden auf einem Server in einem separaten, ebenfalls zugangsbeschränkten Raum gesichert.

Bei der Auswahl der Mitarbeiter, die den Raum betreten dürfen, gehe Apple sehr restriktiv vor. Vorzugsweise würden eigene Mitarbeiter Zugang erhalten. Diese dürfen auch Laptops und USB-Sticks mit sich führen. Mitarbeiter der Zulieferbetriebe dürfen nur mit spezieller Genehmigung in die Räume und müssen hierfür vorher eine Verschwiegenheitserklärung (NDA) unterzeichnen. Sie dürfen kein Mobiltelefon, keine Kamera und keine Aufnahmegeräte bei sich führen. Scanner tragen dafür Sorge, dass sie sich daran halten.

Geräte werden speziell abgesichert

Apple habe aber zusätzlich auch das technische Gerät speziell abgesichert. Als Workstations kommen präparierte Mac minis zum Einsatz. Mit diesen können keine E-Mails verschickt werden, die USB-Anschlüsse sind gesperrt und WLAN ist deaktiviert. Auch sind ihre Netzwerkzugänge physisch vom restlichen Fabriknetzwerk getrennt. Die Testgeräte selbst werden auf ihre WLAN-Aktivität überwacht und können im Internet nur auf zugelassene Adressen zugreifen. Bluetooth und WLAN seien ansonsten dauerhaft deaktiviert und Kameralinsen sowie SIM-Schächte versiegelt.

Apple setzt laut den Erkenntnissen des Berichts zudem eine spezielle Testversion seines Betriebssystems ein, die VendorUI genannt wird. Deren Existenz war schon bei früheren iOS-Versionen bekannt geworden. Damit können Buttons, Lautsprecher, Anschlüsse, Touch ID und Face ID einzeln geprüft werden. Der Face-ID-Test erfolge auch über die Animoji-Funktion in der Nachrichten-App, während Bewegungssensoren mit Tests in der Kompass-, Maßband- und Notizen-App auf ihre Funktion überprüft würden. Fehler, Abstürze und fehlende Features werden geloggt und gemeldet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11187828

Links in diesem Artikel:
[1] https://appleinsider.com
[2] https://appleinsider.com/articles/26/02/23/how-pre-release-ios-builds-are-used-and-secured-at-iphone-assembly-plants
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
[4] mailto:mki@heise.de

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Microsoft-Anleitung für Secure-Boot-Zertifikate von Windows Servern

Von Heise — 24. Februar 2026 um 14:25
Zittriges Windows-11-Logo vor Matrix-artigem Code

(Bild: Dirk Knop / heise medien)

Microsofts Secure-Boot-Zertifikate laufen im Juni aus und müssen ersetzt werden. Microsoft gibt Server-Admins eine Handreichung.

Microsoft hat ein „Playbook“ für den Umgang mit den im Juni 2026 auslaufenden Secure-Boot-Zertifikaten von Windows Servern herausgegeben. Es soll IT-Verantwortlichen in Organisationen helfen, die Zertifikate unter Windows-Server-Versionen auszutauschen, bevor sie im Juni ablaufen.

Ein aktueller Blog-Beitrag in Microsofts Techcommunity [1] erklärt verfügbare Werkzeuge und Optionen. Die Autoren schränken ein, dass die Anleitung nicht auf Azure Local-Hosts, Windows-PCs oder Hyper-V-VMs der ersten Generation anwendbar ist.

Ablaufende Zertifikate: Manuelle Eingriffe nötig

Microsoft erklärt, dass die Secure-Boot-Zertifikate mit einer vordefinierten Laufzeit versehen sind, wie andere kryptografische Objekte auch. Der periodische Austausch helfe, aktuelle Sicherheitsanforderungen zu erfüllen. Daher müssen Organisationen sicherstellen, dass die Secure-Boot-CAs aus 2023 auf den Windows-Server-Systemen vorhanden sind, bevor die alten CAs aus dem Jahr 2011 ablaufen. „Systeme mit den CAs von 2011 laufen nach Juni 2026 Gefahr, mit einem geringeren Sicherheitsstatus zu arbeiten“, führen die Autoren aus.

Windows Server 2025 auf zertifizierten Server-Plattformen bringt bereits die 2023er-Zertifikate in der Firmware mit. Auf Servern, bei denen das nicht der Fall ist, müssen IT-Verantwortliche die Zertifikate manuell aktualisieren, da Windows Server sie nicht automatisch erhält. Anders als Windows-PCs, die die Secure-Boot-Zertifikatsupdates als Teil des Controlled Feature Rollout (CFR) im Rahmen der monatlichen Updates erhalten, erfordern Windows Server manuelle Eingriffe.

Microsoft liefert dann eine schrittweise, nachvollziehbare Anleitung. Sie beginnt mit Inventur und Vorbereitung der Umgebung. Anschließend geht sie weiter zur Überwachung und Prüfung des Secure-Boot-Status der Geräte und darauffolgend hin zur Anwendung benötigter OEM-Firmware-Updates vor den Zertifikatsaktualisierungen. Daran schließt sich die Planung und Begleitung der Secure-Boot-Zertifikatsverteilung an und schließlich endet sie mit Problemlösungen und dem Beheben üblicher Probleme.

Admins mit Windows-Servern im Netzwerk sollten die Anleitung studieren und deren Umsetzung in absehbarer Zeit in Angriff nehmen. Für Windows-Desktop-Systeme hat Microsoft bereits Ende Januar mit der Verteilung von aktualisierten Secure-Boot-Zertifikaten [2] begonnen. Mit der Sensibilisierung für den anstehenden Zertifikatsaustausch hat Microsoft [3] zudem bereits im Juni vergangenen Jahres angefangen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11187588

Links in diesem Artikel:
[1] https://techcommunity.microsoft.com/blog/windowsservernewsandbestpractices/windows-server-secure-boot-playbook-for-certificates-expiring-in-2026/4495789
[2] https://www.heise.de/news/Windows-Updates-Neue-Boot-Zertifikate-Fehlerkorrekturen-und-neue-Probleme-11153454.html
[3] https://www.heise.de/news/Vorbereiten-auf-Einschlag-Microsoft-warnt-vor-Secure-Boot-Zertifikat-Update-10461866.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Elecrow ThinkNode M6: Solarbetriebener Meshtastic-Knoten für Außeneinsatz

Von Carsten Wartmann — 24. Februar 2026 um 12:07
Thinknode M6 Ansichten

(Bild: Elecrow)

Der ThinkNode M6 soll als wetterfester Meshtastic-Knoten das LoRa-Mesh-Netz erweitern. In einem Kurztest haben wir Licht und Schatten gefunden.

Meshtastic-Geräte boomen: Die Idee, ein dezentrales Kommunikationsnetz ganz ohne Mobilfunk oder Internet aufzubauen, begeistert Maker und Outdoor-Enthusiasten gleichermaßen. Mit dem ThinkNode M6 bietet der chinesische Hersteller Elecrow jetzt einen solarbetriebenen Outdoor-Knoten (IP65 wird angegeben) an, der als autarker Repeater oder Netzknoten dauerhaft draußen montiert werden soll. Wir haben ein Testgerät, zur Verfügung gestellt von Elecrow, ausprobiert.

Was drinsteckt

Der ThinkNode M6 [1] basiert auf dem nRF52840-Prozessor (ARM Cortex-M4, 64 MHz) und nutzt den LoRa-Transceiver SX1262 für die Langstreckenkommunikation. Bluetooth 5.4 (BLE) dient zur Konfiguration per Smartphone über die offizielle Meshtastic-App. Ein L76K-GPS-Modul ermöglicht Positionsbestimmung und das Teilen von Standortdaten im Mesh-Netz. Die Meshtastic-Firmware ist ab Werk aufgespielt – das Gerät soll also direkt einsatzbereit sein. Aber auch der Web-Flasher von Meshtastic [2] kennt das Gerät bereits und auch das Updaten direkt aus der App heraus funktioniert.

Für die Stromversorgung sorgt ein 6-Watt-Solarpanel mit MPPT-Ladesteuerung, das zwei 18650-Lithium-Ionen-Zellen von Panasonic (zusammen 7000 mAh) laden soll. Das Kunststoffgehäuse ist laut Hersteller nach IP65 gegen Staub und Strahlwasser geschützt und soll Temperaturen von –20 °C bis +60 °C vertragen. Zwei wasserdichte SP11-Luftfahrtstecker bieten jeweils einen UART- und einen I2C-Anschluss, um externe Sensoren anzubinden. Ein USB-C-Anschluss – hinter einem Gummistöpsel – dient zum Flashen und zur externen Stromversorgung. Der Preis liegt bei etwa 70-80 Euro je nach Versand und Shop.

Erster Eindruck: Solide, aber mit Stolpersteinen

Das Gerät fühlt sich gut verarbeitet an und macht einen robusten Eindruck. Beim Einrichten zeigen sich allerdings schnell ein paar Schwächen: Die beiliegende Anleitung ist an entscheidenden Stellen missverständlich. So ist nicht klar erkennbar, welche der beiden mitgelieferten Antennen (GPS und LoRa, beide mit Aufkleber versehen, sonst äußerlich baugleich) an welchen der beiden RP-SMA-Anschlüsse gehört – am Gehäuse selbst fehlt eine Beschriftung nämlich. Vertauscht man sie, passiert zwar nichts Schlimmes, aber der Empfang ist dann entsprechend mies. Zur Orientierung: Der LoRa-Anschluss befindet sich auf der Seite mit den Anschlüssen oder von vorn gesehen rechts. Online im Wiki und auf den Produktseiten ist diese Information inzwischen klarer dargestellt.

Auch die im Handbuch (und Wiki) beschriebenen LED-Blinkcodes stimmten bei unserem Testgerät nicht mit der Realität überein. Und die Tastenfunktionen – abgesehen vom offensichtlichen Reset-Knopf – blieben uns trotz Lektüre des Manuals ein Rätsel. Wie lange man den Funktionsknopf zum Ausschalten drücken muss, verrät die Dokumentation nicht. Der Standard-Pairing-Code für das Bluetooth lautet übrigens 123456 was sich per Meshtastic-App ändern lässt.

Dokumentation und ein Wiki gibt es bereits [3], auch bietet Elecrow mit einer eigenen E-Mail Hilfe an. Aufgrund des chinesischen Neujahrsfests konnten wir diese aber nicht testen.

Solarleistung: In Deutschland knapp bemessen

Die spannendste Frage bei einem Solar-Outdoor-Knoten ist natürlich: Reicht die Sonne? In unserem Test Ende Februar, am Fenster im ersten Stock mit Ausrichtung nach Südwesten, zeigte sich: Bei indirektem Licht wurde der Akku gerade so gestützt, aber nicht wirklich geladen – der Ladezustand stieg um etwa ein Prozent pro Stunde. Erst ab dem frühen Nachmittag, wenn die direkte Sonne auf das Panel traf, besserte sich die Bilanz. Ob die zwei 18650-Zellen für einen zuverlässigen Dauerbetrieb in unseren Breitengraden ausreichen, bleibt fraglich – besonders in den dunklen Wintermonaten. Hierzu haben wir noch keine Langzeiterfahrung.

Energiedaten aus Meshtastic App
Energiedaten aus Meshtastic App

Eine Nacht im Februar. Die grüne Kurve zeigt den Akkustand, allerdings während der Ladung nur als 100 % solange das Licht ausreicht.

Bluetooth-Probleme und Firmware-Frust

Im Betrieb kam es bei uns zu einem plötzlichen kompletten Verlust der Bluetooth-Verbindung. Da das Gerät kein Display besitzt, ist man für Konfiguration und Statusabfragen vollständig auf die BLE-Verbindung zur Meshtastic-App angewiesen. Ohne diese Verbindung lässt sich das Gerät nicht einmal sauber herunterfahren – nur ein Reset per Taste ist möglich, ein Abschalten wie in der Anleitung beschrieben funktionierte nicht. Im schlimmsten Fall bleibt nur das Neu-Flashen der Firmware über USB-C.

Die Energie-Daten wurden dann hilfsweise per Telemetrie über ein zweites Gerät (Thinknode M2) abgefragt. Im GitHub von Meshtastic gibt es dazu noch keine Issues, möglich wäre auch ein Problem am Gerät selbst, für eine genauere Betrachtung fehlte uns aber die Zeit. Ebenso für einen Test mit Meshcore [4], einem sehr Meshtastic ähnlichen Projekt, welches das Gerät ebenso unterstützt.

Montage und Wetterfestigkeit

Die mitgelieferte Montagehalterung besteht komplett aus Kunststoff und erlaubt ein gewisses Drehen, Neigen und Verstellen der Höhe. Für eine dauerhafte Außenmontage an einem exponierten Standort wirkt sie allerdings nicht besonders vertrauenerweckend. Auch bei der Wetterfestigkeit gibt es Bedenken: Während das Gehäuse selbst IP65-zertifiziert ist, sind die Antennenanschlüsse eher nicht. Hier empfiehlt es sich, die Gewinde mit Kontaktfett zu schützen oder Schrumpfschlauch über die Verbindungen zu ziehen. Der USB-C-Anschluss wird lediglich durch einen aufgesteckten Gummistöpsel geschützt und sitzt nicht besonders dicht.

Fazit

Der Elecrow ThinkNode M6 ist ein interessantes Produkt: ein solarbetriebener, wetterfester Meshtastic-Knoten zum Aufhängen, der ein LoRa-Mesh-Netz erweitern soll – und das zu einem vertretbaren Preis und ohne großes Gebastel. Die Hardware-Basis mit nRF52840, SX1262 und GPS ist solide, die Erweiterungsmöglichkeiten über die wasserdichten Sensoranschlüsse sind ein echtes Plus.

In der Praxis offenbaren sich aber deutliche Schwächen bei Dokumentation, Software-Stabilität und einigen Konstruktionsdetails. Wer das Gerät in Mitteleuropa ganzjährig autark betreiben will, sollte die Solarleistung kritisch im Auge behalten. Und ob das Kunststoffgehäuse und die Montagelösung mehrere Jahre Wind und Wetter trotzen, muss sich erst noch zeigen. Bastler, die bereit sind, bei Problemen selbst Hand anzulegen und gegebenenfalls die Firmware neu zu flashen, bekommen ein brauchbares und kompaktes Gerät.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11187337

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.elecrow.com/thinknode-m6-outdoor-solar-power-for-meshtastic-powered-by-nrf52840-supports-gps.html
[2] https://flasher.meshtastic.org/
[3] https://www.elecrow.com/pub/wiki/ThinkNode_M6_Outdoor_Solar_Power_for_Meshtastic_Powered_By_nRF52840_Supports_GPS.html
[4] https://meshcore.co.uk/
[5] https://www.heise.de/make
[6] mailto:caw@make-magazin.de

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Mozilla führt Kill-Switch für alle KI-Features in Firefox 148 ein

Von Heise — 24. Februar 2026 um 16:44
Firefox-Symbol auf einem Smartphone. Hintergrund ist lila.

(Bild: David Esser/Shutterstock.com)

Mit Version 148 erweitert Mozilla seinen Browser um eine zentrale Verwaltung für KI-Features und neue Sicherheits-APIs für Webentwickler.

Mozilla hat Firefox 148 veröffentlicht. Die neue Version bringt als wichtigste Neuerung eine zentrale Verwaltungsseite für alle KI-Funktionen des Browsers. Der Toggle „KI-Verbesserungen blockieren“ ist standardmäßig aktiviert und verhindert Pop-ups sowie Eingabeaufforderungen für KI-Funktionen.

Der neue Bereich „KI-Steuerung“ in den Einstellungen erlaubt eine granulare Steuerung einzelner Features. Nutzer können für jede Funktion zwischen drei Zuständen wählen: „Verfügbar“ macht Features sichtbar und nutzbar, „Aktiviert“ aktiviert sie per Opt-in, während „Blockiert“ sie komplett ausblendet und bei On-Device-Modellen die lokal gespeicherten Daten löscht. Zu den steuerbaren Funktionen zählen Übersetzungen, automatische Bildbeschreibungen in PDFs, Link-Previews sowie Chatbots von Anthropic Claude, ChatGPT, Microsoft Copilot, Google Gemini und Le Chat Mistral. Die Einstellungen bleiben über Updates hinweg erhalten.

Mozilla hat außerdem Remote-Browser-Änderungen von der Telemetrie entkoppelt. Nutzer erhalten nun Konfigurations-Updates, ohne dass sie Nutzungsdaten teilen oder an experimentellen Studien teilnehmen müssen. Die Windows-10-Version unterstützt jetzt Firefox Backup auch für Nutzer, die in den Einstellungen „Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird“ aktiviert haben – die Backups schließen dabei keine zur Löschung vorgesehenen Daten ein.

Bei den Übersetzungsfunktionen unterstützt Firefox 148 jetzt Chinesisch (Traditionell) in beide Richtungen sowie das Vietnamesische. Die Verbesserungen für Screenreader betreffen die Darstellung mathematischer Formeln in PDF-Dokumenten. Ein Fix behebt das Problem, dass Sprachpakete nach einem Major-Update deaktiviert wurden. Unter Windows funktioniert auch das Drag-and-Drop von heruntergeladenen Bildern in Adobe Illustrator korrekt – es wird das Bild eingefügt, nicht mehr die URL.

WebGPU in Service Workern und neue Sicherheits-APIs

Für Webentwickler bringt Firefox 148 Unterstützung für WebGPU in Service Workern. Die GPU-beschleunigte Grafikschnittstelle steht damit in allen Worker-Kontexten zur Verfügung und ermöglicht rechenintensive Operationen im Hintergrund – etwa für Browser-Erweiterungen oder für Tabs, die sich Ressourcen über verschiedene Zeiträume hinweg teilen müssen.

Mit der Trusted Types API integriert Mozilla einen wichtigen Sicherheitsmechanismus gegen Cross-Site-Scripting-Angriffe. Die API erzwingt, dass Eingaben eine Transformation durchlaufen, bevor sie in kritische DOM-Sinks wie innerHTML gelangen. Entwickler aktivieren den Schutz per Content-Security-Policy-Header. Ergänzend steht die Sanitizer API bereit, die mit Methoden wie element.setHTML() und document.parseHTML() eine sichere HTML-Manipulation ermöglicht. Die konfigurierbaren Funktionen können Bibliotheken von Dritten wie DOMPurify ersetzen.

Für JavaScript-Entwickler bringt die neue Version die Unterstützung für Iterator.zip() und Iterator.zipKeyed() aus dem Joint Iteration Proposal. Die Methoden ermöglichen es, mehrere Iteratoren zu gruppierten Werten zu kombinieren – ähnlich wie die gleichnamigen Funktionen in anderen Programmiersprachen.

CSS-Erweiterungen für Anchor Positioning und Shapes

Im CSS-Bereich führt Mozilla die Property position-try-order ein, die beim CSS Anchor Positioning die Reihenfolge von Fallback-Positionierungsversuchen steuert, wenn Elemente über den Viewport hinausragen würden. Die neue shape()-Funktion erlaubt das Definieren responsiver Freiform-Shapes etwa für clip-path. Im Gegensatz zur path()-Funktion unterstützt shape() CSS-Units und mathematische Funktionen, was die Handhabung vereinfacht.

Weitere Neuerungen für Entwickler umfassen location.ancestorOrigins sowie NavigationPrecommitController.addHandler() aus der Navigation API. Das initiale about:blank-Dokument ist nun Web-kompatibel ausgeführt – synchron und ohne zweites Parser-Dokument.

Die Einführung der zentralen KI-Kontrolle ist eine Reaktion auf Kontroversen um die KI-Strategie von Mozilla. Im Dezember 2025 hatte CEO Anthony Enzor-DeMeo seine Vision [1] eines „modernen KI-Browsers“ vorgestellt, was nicht zuletzt bei datenschutzbewussten Nutzern Befürchtungen über Datenabflüsse an KI-Dienste von Drittanbietern auslöste.

Details zu allen Änderungen finden sich in den offiziellen Release Notes [2].

Siehe auch:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11188046

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Mozilla-ordnet-Firefox-Fuehrung-neu-und-setzt-auf-KI-11116376.html
[2] https://www.firefox.com/en-US/firefox/148.0/releasenotes/
[3] https://www.heise.de/download/product/firefox-19416?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[4] https://www.heise.de/ix
[5] mailto:fo@heise.de

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Für höheren Wafer-Durchsatz: ASML steigert EUV-Lichtleistung auf 1.000 W

Von Johannes Hiltscher — 24. Februar 2026 um 18:43
EUV-Belichter nutzen bereits beeindruckende Technik – und ASML macht sie noch beeindruckender. Damit sollen stündlich 330 Wafer belichtet werden.
Ein NXE:3800E ohne Einhausung in ASMLs Reinraum (Bild: ASML)
Ein NXE:3800E ohne Einhausung in ASMLs Reinraum Bild: ASML

Die Technik von EUV-Belichtern ist bereits beeindruckend: Jede Sekunde verdampft deren Lichtquelle 50.000 Zinntröpfchen, das entstehende Plasma emittiert Strahlung mit einer Wellenlänge von 13,5 nm. Diesen Wert haben ASMLs Ingenieure noch einmal verdoppelt. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters in San Diego, wo die Lichtquelle entwickelt wird.

Mit der höheren Impulsrate soll die Leistung der Lichtquelle von aktuell 600 auf 1.000 W gesteigert werden – was wiederum dank höherer Dosisleistung die Belichtungszeit eines Wafers reduziert. Ganz linear ist der Zusammenhang hier nicht, ASML stellt eine Steigerung des Durchsatzes um 50 Prozent von aktuell 220 auf 330 Wafer pro Stunde (Wph) bis 2030 in Aussicht. Mit steigender Zahl an EUV-Belichtungsschritten moderner Fertigungsprozesse würden die Maschinen andernfalls zum Flaschenhals.

Der Wert gilt für die Low-NA-Variante NXE, die High-NA-Variante könnte bei gleichbleibendem Verhältnis auf 260 Wph kommen. ASMLs Roadmap sieht vor, beide Varianten mit der gleichen Lichtquelle auszustatten. Unklar ist, wann ASML die neue Lichtquelle einsetzen wird und ob bereits installierte Anlagen nachgerüstet werden können. Michael Purvis von ASML gab sich gegenüber Reuters optimistisch, die Leistung der Lichtquelle langfristig auf 2.000 W steigern zu können.

Mehr Laserimpulse

Eine steigende Frequenz an Zinntröpfchen bedeutet, dass auch die Impulsrate des Lasers steigen muss. Das scheint aber zum Problem zu werden, weshalb ASML mit der neuen Lichtquelle die Anzahl der sogenannten Pre-Pulses von aktuell einem auf zwei steigert.

Sie dienen dazu, die Tropfen zunächst in eine günstige Form zu bringen, bevor der Hauptimpuls sie zu einem Plasma anregt. Hierzu fehlen Details, anhand wissenschaftlicher Veröffentlichungen lässt sich aber ableiten, dass durch zwei Pre-Pulses die Leistung des Hauptimpulses reduziert werden kann.

Für den Hauptimpuls wird ASML weiter CO 2 -Laser nutzen. Ein kürzlich veröffentlichtes Patent legt nahe, dass zur Erzeugung der Pre-Pulses einer oder auch zwei Festkörperlaser verwendet werden dürften.

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Inklusive Aktienoption: Meta investiert 100 Milliarden US-Dollar in AMD

Von Mike Faust — 24. Februar 2026 um 18:15
Durch eine zwischen Meta und AMD getroffene Vereinbarung könnte der Softwarekonzern Anteile von zehn Prozent am Chiphersteller erhalten.
AMD-CEO Lisa Su möchte Meta an die Produkte ihres Unternehmens binden. (Bild: EYEPRESS via Reuters Connect)
AMD-CEO Lisa Su möchte Meta an die Produkte ihres Unternehmens binden. Bild: EYEPRESS via Reuters Connect

Meta hat mit AMD eine Vereinbarung über die Abnahme von Chips getroffen, die 6 Gigawatt KI-Rechenleistung erzeugen können. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet , hat die Vereinbarung einen Wert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar und könnte dazu führen, dass Meta bis zu 10 Prozent der AMD-Aktien erhält.

Die Absprache sieht vor, dass Meta ausreichend Chips von AMDs MI450-Serie erwirbt, um innerhalb der kommenden fünf Jahre Rechenzentren mit einem Bedarf von bis zu 6 Gigawatt zu versorgen, schreibt das WSJ. Der Bedarf für das erste Gigawatt soll von Meta noch in diesem Jahr geschaffen werden.

Im Gegenzug stimmte AMD zu, Meta Optionsscheine zum Kauf von bis zu 160 Millionen AMD-Aktien zu einem Preis von je 0,01 US-Dollar zu gewähren, sofern die vorgegebenen Ziele erreicht werden. Die vollständige Zuteilung der Aktien ist an den Anstieg des Kurses geknüpft, wonach Meta die letzte Tranche erst erhalten soll, wenn die AMD-Aktie einen Wert von 600 US-Dollar erreicht hat.

Meta soll an AMD-Produkte gebunden werden

Laut WSJ erklärte Lisa Su, CEO von AMD, dass man mit der Vereinbarung Konkurrenten wie Nvidia entgegentreten wolle und man versuche, große Kunden wie Meta so lange wie möglich an AMD-Produkte zu binden. "Meta hat viele Optionen" , sagte Su und ergänzte: "Ich möchte sicherstellen, dass wir immer eine feste Größe sind, wenn sie überlegen, was sie als Nächstes benötigen."

Die zwischen Meta und AMD getroffene Vereinbarung enthält nahezu identische Vereinbarungen, wie sie auch zwischen AMD und OpenAI im Oktober 2025 getroffen wurden. Beide Geschäfte sind Beispiele für Kreislauffinanzierungen und werden bei Nvidia kritisiert . Laut WSJ belohnen Investoren Chiphersteller allerdings für jeden großen Auftrag, unabhängig davon, ob es sich um ein solches Geschäft handelt oder nicht.

Um den massiven Ausbau seiner Rechenzentren und Energiekapazitäten zu steuern, gründete Meta im Januar 2026 Meta Compute . Der Konzern sicherte sich zudem langfristige Verträge mit US-Energie- und Nuklearfirmen und will bis 2035 bis zu 6,6 Gigawatt Atomstrom nutzen .

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Hyperscaler-Exit: Digitale Souveränität im Golem-Plus-AMA

Von Felix Lindo — 24. Februar 2026 um 17:44
Hier könnt ihr eure Fragen zu digitaler Souveränität loswerden! Löchert unseren Experten bei unserem ersten Live-Video-AMA am 10. März.
Unser Experte Caspar Clemens Mierau beantwortet Fragen exklusiv für Golem-Plus-Abonnenten. (Bild: Pixabay / Montage: Golem)
Unser Experte Caspar Clemens Mierau beantwortet Fragen exklusiv für Golem-Plus-Abonnenten. Bild: Pixabay / Montage: Golem

Europas Unternehmen hängen an US-Clouds, KI-Modelle laufen auf fremder Infrastruktur, und geopolitische Spannungen machen technologische Abhängigkeiten plötzlich zum Geschäftsrisiko. Digitale Souveränität ist damit kein abstraktes Schlagwort mehr, sondern eine Frage von Handlungsfähigkeit, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Genau deshalb ist das Thema auch bei Golem eins der wichtigsten des Jahres in der Berichterstattung, bei unserer ersten IT-Fachkonferenz Rack & Stack im April und jetzt in unserem ersten Live-Format exklusiv für Golem-Plus-Nutzer.

Im AMA (Ask my Anything) am 10. März 2026 um 17 Uhr ist per Videokonferenz Caspar Clemens Mierau zu Gast, DevSecOps-Spezialist, seit über 25 Jahren Berater für Cloud- und IT-Infrastrukturen, Sicherheitsanforderungen und resiliente Systeme in der DACH-Region. Online kennt man ihn auch als @leitmedium.

Im AMA wird es praktisch: Wie realistisch ist "Raus aus der US-Cloud" ( zum E-Paper )? Wir sprechen über Exit- und Diversifizierungsstrategien, konkrete Alternativen zu Hyperscalern sowie die Hürden beim Aufbau souveräner Infrastruktur. Statt einfacher Ausstiegsversprechen geht es um eine nüchterne Einordnung technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Entscheidungen. Mierau zeigt dabei Wege auf, wie sich Daten, Infrastruktur und Workloads unabhängiger aufstellen lassen – etwa mit hybriden Multi-Cloud-Strategien oder eigenen On-Premise-Back-ups.

So läuft's ab

Ihr stellt eure Fragen live, diskutiert konkrete Praxisprobleme, lernt von anderen Plus-Lesern und tauscht euch aus. Damit das AMA nah an euren Herausforderungen bleibt, könnt ihr Fragen vorab über unsere Tally-Umfrage einreichen. Wir bündeln sie für eine strukturierte Diskussion im Live-Event. Die Einladung fürs AMA verschicken wir am Event-Tag per E-Mail an alle Plus-Abonnenten, zusätzlich steht der Link dann unter diesem Artikel.

Weitere Experten-Talks folgen

Diese Diskussionsrunde ist erst der Anfang. Die Experten-AMAs werden ein fester Bestandteil von Golem-Plus und der Community. Ihr wollt bestimmte Gäste? Dann schreibt uns eure Vorschläge gern in die Kommentare beziehungsweise ins Forum oder per Mail an die Redaktion mit dem Betreff Experten-Vorschlag AMA Golem Plus.

Seid dabei am 10. März 2026 um 17 Uhr. Stellt eure Fragen live und nehmt Antworten mit, die ihr direkt in euren Projekten nutzen könnt.

Wir freuen uns auf euch!

Eure Golem Redaktion

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Rundfunkbeitrag: Weniger Erhöhung, mehr Unsicherheit

Von Thomas Pany — 24. Februar 2026 um 14:30
Geldscheine und Münzen beim Briefkopf

Bild: Shutterstock.com

Die KEF empfiehlt nur noch 28 Cent mehr ab 2027. Politisch bleibt der Konflikt ungelöst, juristisch könnten die Klagen von ARD und ZDF ins Wanken geraten.

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) ihre neue Empfehlung [1] zum künftigen Rundfunkbeitrag. Statt einer Erhöhung um 58 Cent pro Monat, wie sie die Kommission noch für die Jahre 2025 bis 2026 vorgeschlagen hatte, errechnete sie nun eine Anhebung um 28 Cent auf 18,64 Euro – ab 01. Januar 2027.

Die neue Empfehlung sickerte bereits Ende vergangenen Jahres durch, wie an dieser Stelle berichtet. Im Anschluss kam es zu einigen Wirbel.

Der Wirbel und einige Verunsicherungen bleiben auch nach der nun offiziellen Bekanntgabe der neuen KEF-Empfehlung. Immerhin geht es um "eine spektakuläre Veränderung gegenüber der Empfehlung vor zwei Jahren" (SZ [2]). Was diese Veränderung konkret für den Rundfunkbeitrag bedeutet, ist offen. Eine klare Antwort auf die Frage, auf welchen Rundfunkbeitrag sich die Zahler einstellen müssen, gibt es nicht.

Sicher ist nur: Der Konflikt bleibt hochpolitisch.

Alle Augen richten sich nun auf das anstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das von ARD und ZDF im Streit um die verweigerte Beitragserhöhung angerufen wurde. Die Richter in Karlsruhe ließen Ende vergangenen Jahres wissen, dass sie 2026 entscheiden wollen. Wann genau, ist bislang unklar und weiterhin Gegenstand von Spekulationen.

Die neue Empfehlung dürfte den politischen Konflikt kaum entschärfen. Denn auch die geringere Erhöhung stößt bei mehreren Ländern auf Ablehnung. Sachsens Staatskanzleichef Alexander Handschuh, Sprecher der Medienpolitik der Unionsländer, erklärte auch die 28 Cent für "nicht vermittelbar" [3].

Für die Beitragszahler bedeutet das vorerst: Der aktuelle Satz von 18,36 Euro bleibt bestehen. Wann eine Erhöhung kommt und wie hoch sie ausfällt, lässt sich weiterhin nicht seriös vorhersagen.

Juristische Konsequenzen des neuen KEF-Berichts?

Mit einer spektakulären Einschätzung wartet die Legal Tribune Online [4] (Lto) auf. ARD und ZDF seien mit der Verfassungsbeschwerde plötzlich chancenlos, kommentiert dort Christian Rath. Die neue Empfehlung habe weitreichende juristische Konsequenzen für die laufenden Verfassungsbeschwerden der Sender. Die beiden Sender hatten vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gegen die Länder geklagt, weil diese die ursprünglich für 2025 empfohlene Erhöhung blockiert hatten. Die Klagen werden nun als "plötzlich chancenlos" bewertet.

Begründung: Da die KEF eine Erhöhung erst ab 2027 für erforderlich halte, lasse sich kaum noch für einen gegenwärtigen Finanzierungsverzug für die Jahre 2025 und 2026 argumentieren. Die Verfassungsbeschwerden würden dadurch ihre faktische Grundlage verlieren, da kein aktueller Rechtsverstoß der Länder mehr nachweisbar erscheint. Die Klagen könnten dadurch in Karlsruhe ihre Grundlage verlieren, ohne dass das Gericht in der Sache selbst entscheiden müsste.

Eine Brücke

Medienexperten interpretieren die neue KEF-Empfehlung als "Brücke", die es den Ländern ermöglichen könnte, den Konflikt ohne ein Urteil aus Karlsruhe beizulegen. Die FAZ [5] spricht von einer "einmaligen Chance", das Verfahren wieder auf eine sachliche Grundlage zu stellen.

Allerdings gilt eine Einigung als unwahrscheinlich. Das Jahr 2026 ist ein Superwahljahr in Deutschland, was politische Kompromisse in dieser strittigen Frage zusätzlich erschwert.

Die KEF betont in ihrer Empfehlung, dass die niedrigere Empfehlung weder auf Sparmaßnahmen noch auf Reformeffekte der Sender zurückgeht, sondern fast ausschließlich auf veränderte Einnahmeprognosen.

Ein Blick in den 25. Bericht der KEF [6] zeigt, dass sie bis 2028 mit rund 504 Millionen Euro zusätzlichen Erträgen aus dem Rundfunkbeitrag rechnet. Hinzu kommen gestiegene Finanzerträge und zusätzliche Eigenmittel, unter anderem durch verschobene Investitionen. Diese Sonderrücklagen wirken dämpfend auf den Beitrag, haben nach Einschätzung der KEF jedoch nur eine befristete Wirkung.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://kef-online.de/presse/detail/kef-empfiehlt-deutlich-geringere-anhebung-des-rundfunkbeitrags
[2] https://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunkbeitrag-erhoehung-steigt-28-cent-ard-zdf-li.3389110?reduced=true
[3] https://www.sueddeutsche.de/medien/rundfunkbeitrag-erhoehung-steigt-28-cent-ard-zdf-li.3389110?reduced=true
[4] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/neue-empfehlung-kef-kommission-rundfunkbeitrag
[5] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/kef-rundfunkbeitrag-soll-um-28-cent-steigen-110841450.html
[6] https://kef-online.de/fileadmin/kef/Dateien/Berichte/25._KEF-Bericht.pdf

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Diplomatie unter Druck: Die Uhr tickt für den Iran

Von Luca Schäfer — 24. Februar 2026 um 14:00
US-Soldaten auf dem Weg zu einem Sch

Symbolbild: Die US-Militärpräsenz in der Region wird immer größer, ein Krieg wahrscheinlicher.

(Bild: rawpixel.com/Shutterstock.com)

Atomdeal oder Atomkrieg? In Genf verhandeln Washington und Teheran, während Drohgebärden eskalieren. Doch was, wenn die Diplomatie scheitert?

Die Schweizer Diplomatenstadt Genf ist wieder einmal zum Nabel der Weltpolitik geworden: Mit den Russland-USA-Ukraine-Gesprächen und den parallel laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran [1] bündeln sich in der eidgenössischen Metropole gleich zwei Krisentreffen von historischer Tragweite.

Ort und Vermittlerwahl sind dabei kein Zufall: Bereits 2015 wurden die entscheidenden Verhandlungen über das iranische Atomprogramm (JCPOA [2]) in der Schweiz geführt [3] – damalig in Lausanne. Die vermeintliche Schweizer Neutralität sowie ihre traditionell enge Verbundenheit zu Washington machen sie zur erstarkten Bühne heikler Diplomatie, zumal Bern bei Iran-Sanktionen bemerkenswert zurückhaltend agiert [4].

Die Rolle des Botengängers übernimmt [5] gleichsam tradiert das Sultanat Oman, das zu beiden – Washington wie Teheran – belastbare Beziehungen unterhält. Kann die Welt aufatmen?

10-Tage bis zum Big-Bang?

Die Rhetorik lässt wenig Raum für Optimismus. US-Präsident Trump drohte wiederholt mit militärischen Konsequenzen [6] – "schlimme Dinge" würden binnen zehn Tagen geschehen, sollte die schiitische Theokratie seinen Maximalforderungen nicht nachgeben.

Nach außen kommunizierten beide Seiten dennoch diplomatisch kryptisch – mit einer bemerkenswerten Ausnahme: US-Sondergesandter und Verhandlungsführer Steve Witkoff erklärte, Trump sei "neugierig", warum der Iran unter diesem enormen Druck nicht kapituliert [7]. Die Wortwahl ist aufschlussreich: Kapitulation und Druck gleichen Erpressung und Ultimatum, nicht Verhandlung mit Respekt und Augenhöhe.

Teheran gibt sich auffallend ruhig: Außenminister Abbas Araghchi betonte wiederholt [8], man verhandle allein über die friedliche Nutzung sowie internationale Kontrollmechanismen. Kluge PR-Strategie oder sind die Gespräche fortgeschrittener als kolportiert?

Erste Fortschritte, offene Bruchlinien

Omans Außenminister Badr al-Busaidi bestätigte [9] eine weitere Verhandlungsrunde für kommenden Donnerstag in Genf – ein gewisser "common ground" dürfte demnach bestehen. Das schließt eine kurzfristige militärische Eskalation weitgehend aus – und legt nahe, dass in ersten Punkteb zumindest vorsichtige Annäherung erzielt wurde.

Vereinzelte Medien berichten, es solle zeitnah über einen ersten Abkommen-Textentwurf verhandelt werden – bestätigt ist das bisher von keiner Seite. Das von Washington finanzierte Radio Free Europe spricht immerhin von ersten Fortschritten [10]. So erklärte der Iran Bereitschaft, angereichertes Uran zu verdünnen [11], und zeigte sich offen für verstärkte IAEO-Kontrollen.

Falkenhafte Zwangsdiplomatie

Trotz dieser vertrauensbildenden Gesten bleibt die Ausgangslage strukturell verfahren. Die Trump-Administration betreibt eine klassische "Hawkish Coercive Diplomacy" [12] – eine Art Zwangsdiplomatie, die aus dem Lehrbuch der neokonservativen Bush-Ära stammt und auf Maximalforderungen bei simultaner Eskalationsdrohung setzt.

Washington verlangt [13] die vollständige Einstellung des Atomprogramms, den Abtransport angereicherten Urans (möglicherweise gen Russland) sowie eine drastische Beschneidung des Raketenprogramms und das Ende der iranischen Vorwärtsverteidigung.

Außenminister Rubio drängte [14] auf eine Ausweitung der Gespräche über diese Agenda – was Teheran kategorisch ablehnt. Jene transaktionale US-Politik korreliert [15] nicht zuerst mit Werten oder Institutionen, sondern basiert primär auf Interessen. Der Iran lehnt [16] kategorisch bislang jede über sein Atomprogramm hinaus reichenden Verhandlungen ab – Teheran weiß was dies bedeuten würde.

Faktor Israel

Der eigentliche Knackpunkt dürfte indes nicht das Atomprogramm sein, sondern weitreichendere, rote Linien. Der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu fordert eine Begrenzung nicht-nuklearer iranischer Raketen auf eine Reichweite von 300 Kilometern [17] – eine Forderung, die Teheran aus strategischer Logik ablehnt.

Die Lebensversicherung des Regimes ist seine Raketen- und Drohnenstreitmacht, die mit einer gehobenen Reichweite israelisches Territorium ebenso wie US-Stützpunkte in der Region erreichen kann [18] – zuletzt demonstriert durch Angriffe auf Al-Udeid und Tel Aviv.

Diese Abschreckungskapazität aufzugeben käme für Teheran einer militärischen Entwaffnung gleich – Israel würde seinen letzten Gegenspieler beschneiden. Zudem gab die US-Seite bekannt, [19] Sanktionen nur schrittweise aufzuheben, was logischerweise in Teheran Misstrauen nährte.

Washingtons Optionen

Die USA haben in den vergangenen Wochen die wohl größte Luftmachtpräsenz in der Region seit 2003 [20] aufgebaut: Dutzende Kampfjets, zwei Flugzeugträger, weitreichende Truppenkontingente.

Eine Bodeninvasion gilt dennoch praktisch als ausgeschlossen. Eine großflächige Bombardierung militärischer Einrichtungen liegt hingegen im Bereich des Möglichen – ebenso wie Analysten die Option eines gezielten Schlages gegen Revolutionsführer Khamenei diskutieren [21], vergleichbar mit dem präzisen Vorgehen gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Der Preis einer solchen Eskalation wäre indes hoch: Ein Ableben Khameneis würde den 88-köpfigen Expertenrat auf den Plan rufen, der schlicht einen Nachfolger ernennen [22] würde – womöglich [23] einen noch kompromissloseren Hardliner oder den Khamenei Sohn Mojtab [24].

Zudem haben Peking und Moskau den Preis für einen militärisch erzwungenen Regimewechsel systematisch in die Höhe getrieben: das Sco (2023) und Brics (2024) Mitglied kooperiert [25] insbesondere mit Moskau militärisch eng [26]. So lieferte [27] Russland im Umfang von 500 Millionen Dollar unter Anderem Werba-Manpads (tragbare Luftabwehrsysteme), MI-28 Hubschrauber sowie mindestens 2 500 9M336-Raketen.

Wirtschaft als stille Waffe

Den größten unmittelbaren Druck erzeugen wohl nicht Drohgebärden, sondern die Sanktionen. Irans Volkswirtschaft befindet sich in freiem Fall; neue Protestwelche können binnen Wochen ausbrechen, getrieben von einem auf Militärausgaben ausgerichteten Staatshaushalt und einer gezielten Aushöhlung der Mittelschicht.

Während Washington die Sanktionen nur schrittweise lockern will, weichen auch hier die Vorstellungen beider Seiten [28] über das Tempo und den Umfang der Entlastung erheblich voneinander ab. Teheran läuft die Zeit – nicht nur in Bezug auf das Trumpsche Ultimatum – davon.

Quo vadis, Iran?

Die Lage bleibt hochvolatil, doch ein schmaler diplomatischer Pfad ist noch nicht versperrt. Entscheidend wird sein, ob Washington seine Maximalforderungen aufweicht oder Teheran sich zu weitreichenderen Konzessionen bereit findet – beides erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

Ein schlichter Erhalt des Status Quo gefährdet jedoch die Existenz der Islamischen Republik. Zusehends. Bleiben die USA auf ihrem starren Kurs, muss Teheran zwischen militärischer Kapitulation und offenem Konflikt wählen.

Das Kriegsrisiko ist auf einem historischen Höchststand. Als entscheidende externe Variable verbleiben China und Russland, die aus materiellen Interessen heraus agieren: Peking braucht iranisches Öl, Moskau einen Verbündeten gegen die internationale Isolation – beide haben handfeste Interessen daran, dass Teheran standhält. Ein großer Invasions-Krieg hätte wenig Aussicht auf Erfolg und kaum innenpolitischen Rückhalt in den USA. Doch auch die Diplomatie balanciert auf dünnem Eis. Die Lage bleibt hochvolatil.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-02/atomprogramm-usa-iran-verhandlungen-genf-zugestaendnisse
[2] https://armscontrolcenter.org/the-iran-deal-then-and-now/
[3] https://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-und-atomverhandlungen-einigung-in-lausanne-a-1026802.html
[4] https://www.tagesanzeiger.ch/iran-warum-die-schweiz-mit-sanktionen-zoegert-884521065258
[5] https://www.nzz.ch/international/usa-und-iran-diplomatie-oder-konflikt-gespraeche-in-genf-ld.1925301
[6] https://www.handelsblatt.com/dpa/iran-konflikt-trump-will-in-10-15-tagen-deal-mit-iran/100201550.html
[7] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/politik_ausland_nt/article699b543b90fbed9c8939d0e9/iran-verhandlungen-mit-usa-wohl-donnerstag-in-genf.html
[8] https://www.theguardian.com/world/2026/feb/22/washington-and-tehran-to-hold-more-nuclear-talks-as-protests-reignite-in-iran
[9] https://www.euronews.com/2026/02/23/oman-confirms-new-round-of-us-iran-nuclear-talks-will-be-held-on-thursday-in-geneva
[10] https://www.rferl.org/a/us-iran-nuclear-talks-geneva-war-peace-50-50/33682315.html
[11] https://www.theguardian.com/world/2026/feb/21/iran-refusing-to-export-highly-enriched-uranium-but-willing-to-dilute-purity
[12] https://www.youtube.com/watch?v=za0zKHqlCbU
[13] https://politik.watson.de/politik/analyse/618959594-iran-konfliktforscher-erklaert-trump-strategie-gegenueber-teheran
[14] https://www.iranintl.com/en/202602048232
[15] https://www.focus.de/politik/ausland/ex-diplomat-analysiert-trump-drohung-am-iran-selbst-hat-er-gar-kein-interesse_0222473c-716d-4b34-b3b5-9a081961e010.html
[16] https://www.moneycontrol.com/europe/?url=https://www.moneycontrol.com/world/iran-rejects-zero-enrichment-demand-seeks-sanctions-roadmap-in-new-talks-article-13838767.html/amp
[17] https://www.iranintl.com/en/202602156019
[18] https://english.aaj.tv/news/330452931/iran-signals-nuclear-concessions-if-us-meets-demands
[19] https://english.aaj.tv/news/330452931/iran-signals-nuclear-concessions-if-us-meets-demands
[20] https://www.iranintl.com/en/202602194742
[21] https://openthemagazine.com/columns/is-war-in-the-middle-east-inevitable
[22] https://www.scmp.com/news/world/middle-east/article/3315360/irans-khamenei-making-preparations-successor-us-news-report-says
[23] https://www.ndtv.com/world-news/nyt-report-says-iran-ayatollah-ali-khamenei-living-in-bunker-names-3-possible-successors-8727145/amp/1
[24] https://www.al-monitor.com/originals/2025/06/if-irans-khamenei-falls-what-would-replace-him
[25] https://www.washingtoninstitute.org/policy-analysis/irans-failing-eastward-pivot-limits-and-risks-russia-china-alignment
[26] https://www.csis.org/analysis/collaboration-price-russian-military-technical-cooperation-china-iran-and-north-korea
[27] https://www.ft.com/content/d034cc1a-f5fb-494e-a3c1-466e8e80ed82
[28] https://www.algemeiner.com/2026/02/22/iran-and-us-views-on-sanctions-relief-differ-iranian-official-tells-reuters/

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Baden-Württemberg: Wenn das industrielle Herz zu schlagen aufhört

Von Matthias Lindner — 24. Februar 2026 um 11:00
Hauptsitz von Porsche in Stuttgart - Porsche ist ein deutscher Automobilhersteller, der sich auf Luxus-Sportwagen mit hoher Performance spezialisiert hat

(Bild: nitpicker / Shutterstock.com)

Der Automobilstandort verliert Tausende Jobs – doch was Familien im Alltag wirklich trifft, zeigt sich an ganz anderer Stelle.

Baden-Württemberg gilt als industrielles Herzstück Deutschlands. Das Bundesland ist Heimat weltbekannter Automarken wie Mercedes und Porsche. Doch dieser Glanz schwindet, die wirtschaftliche Basis bröckelt – und das bekommen Arbeitnehmer, Familien und ganze Gemeinden zu spüren.

Kurz vor der Landtagswahl am 8. März dominiert ein Thema den Wahlkampf: die Sorge um sichere Arbeitsplätze.

Bosch zieht sich aus Waiblingen zurück

Was der Wandel konkret für eine Region bedeutet, lässt sich im Rems-Murr-Kreis beobachten. Dort fertigt Bosch bislang Verbindungstechnik für die Fahrzeugindustrie. Bis spätestens 2028 soll damit Schluss sein, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Montag.

Rund 560 Männer und Frauen verlieren ihre Arbeit. Der Konzern verweist auf einen europäischen Markt, der in den vergangenen acht Jahren rund die Hälfte seines Volumens eingebüßt hat. Die Kosten am Standort seien schlicht zu hoch.

Etwa 220 Beschäftigten bietet das Unternehmen einen Wechsel an einen anderen Bosch-Standort an. Wer dieses Angebot nicht annehmen kann oder will, dem stehen Altersteilzeit, Vorruhestand oder eine Abfindung offen.

Die Gewerkschaft IG Metall vor Ort hält die Entscheidung für einen Fehler. Mit mehr Gestaltungswillen hätte der Standort eine Perspektive gehabt, argumentiert sie. Stattdessen wanderten nun Fertigungswissen und Erfahrung aus der Region ab.

Ganz ähnlich klingt es bei vielen anderen Zulieferern im Land. Eine regelmäßige Erhebung [1] des Verbands der Automobilindustrie ergab, dass im vergangenen Jahr fast zwei von drei befragten Zulieferern in der Bundesrepublik Personal abgebaut haben.

Die allermeisten davon sehen die nachlassende Attraktivität des Standorts Deutschland als entscheidenden Auslöser.

Wenn ein Zulieferer kippt, wackelt die ganze Kette

Die Schwierigkeiten der großen Hersteller setzen sich wie Wellen in der Lieferkette fort. Matthias Bianchi, der beim Deutschen Mittelstandsbund die politische Kommunikation verantwortet, beschreibt gegenüber [2] Reuters einen Dominoeffekt: Was bei den Leitbranchen beginne, erreiche allmählich auch Handwerksbetriebe, Dienstleister und den lokalen Einzelhandel.

Die Zahlen untermauern diese Einschätzung. 2024 gingen laut Bericht in Baden-Württemberg so viele Unternehmen in die Insolvenz wie zuletzt vor anderthalb Jahrzehnten – 2.445 Verfahren, ein Anstieg um fast ein Drittel.

Auch das große Bild fällt ernüchternd aus. Die Wirtschaftsleistung des Landes ging 2024 um 0,4 Prozent zurück und damit deutlicher als im Bund insgesamt. Im dritten Quartal 2025 kam das Wachstum vollständig zum Erliegen, und allein in der Autoindustrie des Südwestens verschwanden rund [3] 8.400 Stellen binnen eines Jahres.

Höhere Kita-Gebühren, kürzere Öffnungszeiten

Entlassungen und Firmenpleiten schlagen unmittelbar auf die Gemeindekassen durch. Wo weniger Gewerbesteuer fließt, müssen Kommunen sparen – und das merken Familien als Erste.

Der Mannheimer Ökonom Friedrich Heinemann vom ZEW beschreibt laut Reuters, wie sich das anfühlt: Das Bürgerbüro schließt am frühen Nachmittag, der monatliche Beitrag für den Kindergartenplatz klettert nach oben.

Gleichzeitig halten etliche Betriebe an ihren Leuten fest, obwohl die Geschäfte schwächeln. Sie fürchten, bei einer Erholung keine Fachkräfte mehr zu finden.

Steffen Braun, der in Mößingen südlich von Stuttgart ein kleines Unternehmen für Dichtungstechnik führt, bringt das Dilemma gegenüber Reuters auf den Punkt: Wer einmal eingearbeitete Spezialisten ziehen lasse, bekomme sie nicht am nächsten Tag zurück.

Trotzdem schreiben immer weniger Firmen neue Stellen aus – die Zahl der offenen Positionen im Land ist gegenüber 2022 um knapp ein Drittel geschrumpft.

Wahlkampf im Zeichen der Jobangst

Die wirtschaftliche Verunsicherung prägt die politische Debatte. Viele Menschen fragen sich, ob die Region, die über Jahrzehnte für Wohlstand und Aufstieg stand, dieses Versprechen noch halten kann.

Die AfD versucht, aus genau dieser Stimmung Kapital zu schlagen, auch wenn die CDU als klare Favoritin in den Urnengang geht.

Barbara Resch, Landeschefin der IG Metall, mahnt laut Bericht, dass die Gefährdung längst nicht nur einfache Tätigkeiten betreffe – auch Ausbildungsplätze und hochspezialisierte Fachkräfte stünden auf der Kippe.

Neue Branchen wachsen, doch der Weg ist weit

So ernst die Lage in der Autobranche ist, so gibt es doch Felder, die sich gegen den Abwärtstrend stemmen. Unternehmen aus der Robotik, der Medizintechnik und der Softwareentwicklung legen kräftig zu. Das Land steckt knapp sechs Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung – beinahe doppelt so viel wie der Bundesdurchschnitt.

Renommierte Wirtschaftsforscher raten der kommenden Landesregierung allerdings dazu, nicht alte Strukturen mit Geld am Leben zu halten, sondern in Straßen, schnelles Internet und gute Schulen zu investieren.

Die rund dreizehn Milliarden Euro, die Baden-Württemberg aus dem Bundesinfrastrukturfonds erhalten soll, gleichen, so berichtet Reuters, nach Einschätzung von IW-Ökonom Hanno Kempermann nicht annähernd aus, was in den vergangenen zwei Jahrzehnten liegen geblieben ist.

In der Autobranche allein könnten bis 2030 weitere 14.000 Stellen wegfallen. Der Umbruch im Ländle hat gerade erst begonnen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.vda.de/de/presse/Pressemeldungen/2026/260210_PM_Jahrespressekonferenz
[2] https://www.reuters.com/business/germanys-once-vibrant-auto-heartland-falls-hard-times-2026-02-24/
[3] https://www.statistik-bw.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/konjunktur-suedwest-anhaltende-wirtschaftsflaute/

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Neue „Wo ist?“-Karten für den Geldbeutel von Nomad

Von Heise — 24. Februar 2026 um 13:01
Tracking Card Pro (links) und Air

Tracking Card Pro (links) und Air: Look wie eine Kreditkarte.

(Bild: Nomad)

AirTags sind zu dick für die Börse. Nomad hat nun zwei neue Kartenvarianten im Angebot – die eine besonders dünn, die andere besonders „premium“.

Es muss nicht immer Apples eigener AirTag [1] sein: Zahlreiche Anbieter haben mittlerweile eigene Tracker am Start [2], die zum Findenetz „Wo ist?“ kompatibel sind – in unterschiedlichen Formfaktoren. Der Apple-Zubehörspezialist Nomad hat nun zwei weitere auf den Markt gebracht: die Tracking Card Air [3] und die Tracking Card Pro [4]. Beide sind dafür gedacht, in einem Geldbeutel oder einer anderen Tasche mit wenig Platz für dickere Tracker verstaut zu werden.

Optik wie eine Kreditkarte

Die Air-Variante für 34,95 Euro hat die Höhen- und Längenmaße einer Kreditkarte und ist 1,7 Millimeter dick (ungefähr zwei Kreditkarten hoch), bei einem Gewicht von 12 Gramm. Sie ist besonders für kompakte Portemonnaies und Kartenetuis geeignet. Die verfügbaren Farben sind Schwarz und Weiß, auf Amazon ist sie bereits gelistet, ist aber erst in einigen Wochen lieferbar. Die Pro-Variante (ebenfalls in Schwarz und Weiß) kostet 10 Euro mehr, ist mit 2,5 Millimetern etwas dicker und wiegt 3 Gramm mehr. Die Ränder bestehen aus Alu, was sie etwas nobler aussehen lässt, während die Air-Version vollständig aus Kunststoff (Polycarbonat) gefertigt ist.

Beide Karten sind via Qi und MagSafe aufladbar. Die Air-Variante hält fünf Monate nach vollständiger Aufladung durch, die Pro-Variante dank 350-mAh-Akku bis zu 16 Monate. Beide Karten sind IPX7-zertifiziert (Staub- und Wasserresistenz). Die Pro-Variante sieht optisch stärker nach Kreditkarte aus, selbst ein (nicht funktionabler) Chip ist zu sehen. Die Air-Version hat das Layout der verbauten Bluetooth-Antenne samt sonstiger Hardware aufgedruckt.

UWB für Nahbereich fehlt weiter

Wie bei Nicht-Apple-„Wo ist?“-Geräten üblich unterstützen die beiden Karten nur Bluetooth zum Tracking, Ultra-Wideband-Funk (UWB) für eine verbesserte Nahbereichsortung bleibt Apples AirTags vorbehalten, diese war zuletzt mit den AirTags 2 nochmals verbessert [5] worden. Ob und wann auch Drittanbieter-Hardware UWB bekommt, steht bislang in den Sternen – eigentlich war dies bereits vor Jahren erwartet worden.

Nomads Tracking Cards konkurrieren unter anderem mit Modellen von Chipolo [6] oder Keysmart [7]. Die ersten Varianten solcher „Wo ist?“-Karten [8] waren noch nicht wiederaufladbar, mussten nach einigen Jahren vollständig entsorgt beziehungsweise ausgetauscht werden.


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[1] https://www.heise.de/tests/Lautstark-lokalisiert-AirTag-2-im-Test-11160732.html
[2] https://www.heise.de/tests/AirTag-Alternativen-im-Test-Es-muss-nicht-immer-Apple-sein-10335077.html
[3] https://www.amazon.de/dp/B0FT1ZM4FP?tag=macandi-21
[4] https://www.amazon.de/Tracking-Premium-Bluetooth-Tracker-Kartenformat-Black/dp/B0GBWTBZF6?tag=macandi-21
[5] https://www.heise.de/news/AirTag-2-ausprobiert-Dreimal-so-viel-Reichweite-wie-der-Vorgaenger-c-t-3003-11176371.html
[6] https://chipolo.net/de/products/chipolo-card
[7] https://www.getkeysmart.com/products/keysmart-smartcard
[8] https://www.heise.de/news/Wo-ist-fuer-den-Geldbeutel-Apples-Findenetzwerk-abgeflacht-6318017.html
[9] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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