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Pentagon: US-Militär macht Palantirs KI Maven zur Waffe

Von Michael Linden — 21. März 2026 um 12:30
Das US-Verteidigungsministerium will Palantirs KI-Plattform Maven dauerhaft ins Militär einbetten – und wirft dabei die Frage auf: Welche Rolle spielt Anthropic Claude darin?
Palantir gehört nun fest zum US-Militär. (Bild: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images)
Palantir gehört nun fest zum US-Militär. Bild: Fabrice Coffrini/AFP via Getty Images

US-Vizeverteidigungsminister Steve Feinberg hat in einem Brief vom 9. März 2026 angeordnet, Palantirs Maven Smart System noch vor Ende des Haushaltsjahres im September als offizielles "Program of Record" einzustufen, wie Reuters berichtet .

Das bedeutet: feste Budgets, weniger Bürokratie und langfristige Verankerung in allen Teilstreitkräften. Maven analysiert bereits heute Satelliten-, Drohnen- und Sensordaten in Echtzeit, erkennt Bedrohungen und identifiziert Ziele – und soll laut Feinberg zum Eckpfeiler der US-Militärstrategie werden.

Milliarden-Verträge und eine Kursexplosion

Die Aufsicht über Maven wird nun innerhalb von 30 Tagen von der National Geospatial-Intelligence Agency in den KI-Bereich des Pentagon verlagert, künftige Verträge laufen über die US-Armee. Für Palantir ist das der nächste Schritt in einer bemerkenswerten Erfolgsserie: Ein Armeevertrag aus dem vergangenen Sommer hat bereits ein Volumen von bis zu 10 Milliarden US-Dollar, ein früherer Pentagon-Vertrag wurde von 480 Millionen auf 1,3 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Der Kurs der Palantir-Aktie verdoppelte sich im vergangenen Jahr fast; der Börsenwert liegt bei rund 360 Milliarden US-Dollar.

Warnung vor rechtlichen und ethischen Risiken

Palantir betont, Maven treffe keine autonomen Entscheidungen – Menschen blieben für Zielauswahl und Freigabe verantwortlich. UN-Expertengremien sehen das allerdings kritischer: KI-gestützte Zielerfassung ohne konsequente menschliche Kontrolle berge rechtliche und ethische Risiken, auch weil solche Systeme Verzerrungen aus ihren Trainingsdaten erben können.

Ungeklärt bleibt zudem, welche Rolle Anthropic Claude innerhalb von Maven spielt. Das Pentagon stuft Anthropic als Lieferkettenrisiko ein . Wie dieser Widerspruch aufgelöst wird, wenn Maven erst einmal fest in der Militärstruktur verankert ist, hat bisher niemand beantwortet.

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Digitaler Feudalismus? Wie die US-Tech-Lobby ihre Macht entfaltet

Von Luca Schäfer — 21. März 2026 um 16:00
Dollar-Zeichen als Schaltkreis dringt mit Kontakt in EU-Flagge ein

Plattform, Profit, Politik: Die Tech-Lobby greift nach Europa. Einige bekannte Konzerne sind ganz vorn dabei. Droht ein Erwachen im Techno-Feudalismus?

Seit der erneuten Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ist die Tech-Elite endgültig oben in der Nahrungskette angekommen. Der Meta-Konzern – zu 13 Prozent Mark Zuckerberg gehörend, mit den globalen Privatkapitalfonds Vanguard und BlackRock als weitere Großaktionäre – gründete [1] ein gigantisches Political Action Committee (PAC).

Als PAC werden US-Lobbygruppen bezeichnet, die gezielt Abgeordnete unterstützen oder bekämpfen, um bei US-Wahlen KI-Regulierungen maßgeblich zu beeinflussen.

Meta ist dabei nicht allein: Google versuchte massiv, ein neues Datenschutzgesetz in Florida (Assembly Bill 566) zu verhindern [2] und instrumentalisiert kleinere Unternehmen, um in Form einer Petition gegen das Gesetz vorzugehen – wahrscheinlich unter irreführenden Angaben.

Insgesamt belaufen [3] sich die Lobbyausgaben allein in den Staaten auf 100 Millionen Dollar pro Jahr. Doch sie wollen mehr: Allein in Brüssel sollen die Konzerne 2025 mehr als 150 Millionen Euro in Lobbyarbeit investiert [4] haben.

London meldet, dass sich Vertreter der Tech-Konzerne insgesamt 639 Mal mit Ministern trafen [5] – mehr als drei Treffen pro Tag im Kalenderjahr 2025 – während Nichtregierungsorganisationen sich mit 75 Treffen (0,2 pro Tag) begnügen mussten. Greift die Tech-Lobby auch in Europa nach politischer Macht?

Rechts nach Brüssel

Verbündete findet sie in den Reihen der politischen Rechten. Laut Recherchen des Brussels Times soll gezielt Kontakt zu EU-Parlamentsabgeordneten gesucht [6]worden sein – Genaueres blieb unbekannt.

Grundsätzlich könnte es sich dabei um Parlamentarier dreier rechter bis konservativer [7] Fraktionen handeln: dem Sammelbecken der staatstragenden konservativen Rechten – Patriots for Europe (PfE), der deutlich kleineren, radikaleren Europe of Sovereign Nations (ESN) sowie der Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer (EKR).

Die ESN versammelt [8] lediglich 38 Abgeordnete. Aus deutscher Sicht pikant: Der erst 2024 gegründete Zusammenschluss wird von der AfD dominiert [9], innerhalb der EKR ist die deutsche CDU dominant. In der ESN stellt [10] die AfD mit 14 Abgeordneten den Löwenanteil und mit René Aust den deutschen Teil der Doppelspitze.

Bemerkenswert sind dabei Interessenkonvergenzen: Aus wirtschaftsliberalem Impetus lehnten ESN wie AfD den Digital Services Act [11] (DSA) , eine verwässerte Tech-Regulierung, ab – unter dem Vorwand, Brüssel wolle zensieren [12].

Volle Breitseite durch die Drehtür

Generell wird vermutet, umgarnt die Lobby nicht Einzelpersonen, sondern versucht, Mehrheiten breit abzustützen. Mit einem Budget, das jenes der Pharma-, Finanz- oder Autoindustrie übertrifft [13], stehen Türen offen. Reporter ohne Grenzen (RSF) dokumentierte [14] im Zeitraum von 2019 bis 2025 rund 3.000 Aktionen der Lobbyisten.

Besonderes Aufsehen erregte der Drehtüreffekt: Die Tech-Konzerne stellen bevorzugt ehemalige hochrangige Beamte ein. Die aus Lateinamerika bekannte Praxis – größtes Exempel ist der ehemalige brasilianische Präsident Michel Temer, der für Google tätig wurde [15] – hält nun auch in Europa als unsichtbare Hand Einzug.

Andrea Busetto wechselte [16], nachdem er während der DSA-Verhandlungen als Mitarbeiter des italienischen Abgeordneten Marco Zullo (5-Sterne-Bewegung) [17] gearbeitet hatte, direkt als Lobbyist zu Google. Der Franzose Thierry Breton war vor seiner Karriere als EU-Kommissar – zuständig für digitale Politik und Tech-Regulierung – CEO des IT-Unternehmens Atos.

Das wohl pikanteste Exempel ist die Finnin Aura Salla [18]. Früher oberste Lobbyistin von Meta in Brüssel, ist die promovierte Politikwissenschaftlerin mittlerweile Mitglied des Europäischen Parlaments für die liberal-konservative Nationale Koalitionspartei Finnlands.

Sie ist um keine Ausrede verlegen [19]: Ihr Hintergrund qualifiziere sie, die Funktionsweise von Big-Tech-Geschäftsmodellen zu verstehen. Ein Taschenspielertrick: sie sei gegen einen "Regulierungs-Tsunami" und argumentierte, dieser hemme vermeintlich Innovation und blockiere Unternehmen.

Monopolmacht

Das Dunkel- und Halbfeld dürfte erheblich sein: Als Mikrobeleg mag gelten, dass bei einer von der EU-Kommission organisierten Veranstaltung zum Digital Markets Act [20] (DMA) laut einer durchgeführten Studie 21 Prozent der Befragten verschwiegen, Kontakte zur Tech-Industrie zu besitzen – dennoch trafen sie mit EU-Parlamentarier zusammen.

Insgesamt nahmen bei besagter Veranstaltung 2024 alleine – laut Guardian53 Lobby- und Beratungsfirmen teil [21]. Meta, Google, Alphabet, Apple, Microsoft: kein Konzern aus dem Big-Tech-Kern fehlte.

Mit einer Marktkapitalisierung von bis zu drei Billionen Dollar übersteigen [22] die Konzerne viele Staaten ökonomisch um Welten. Sie kontrollieren neben gigantischen Datenmengen die dazugehörige Infrastruktur – Cloud-Systeme, App-Stores, Kommunikationszentren, KI-Modelle.

Das Beispiel Google belegt den Aufstieg eindrücklich: Der Suchmaschinenanteil liegt bei [23] 90 Prozent – das verschafft Wettbewerbsvorteile, Marktmacht und führt zu Preisaufschlägen. Google baute ein Netzwerk von über 6.000 Firmen und Beteiligungen auf [24], expandierte dank aggressiv-feindlicher Übernahmen, Datenakkumulation und Netzwerkeffekten. Nach dem Winner-takes-it-all-Prinzip wurde Konkurrenz geschluckt.

Gefährliches Mindset

Dabei ist das Weltbild der US-Tech-Elite demokratiefeindlich. Ihre Ideen mögen bizarr anmuten [25], sollten jedoch ernst genommen werden.

Im darwinistischen Endzeitanalogismus halten sich einige Tech-Köpfe für Auserwählte – Survival of the Richest [26]. Hinter Techno-Solutionismus verschanzt sich die perfide Absicht, mit einem ausbeuterischen Lebensstil den Planeten zu ruinieren, um sich dann ins All abzusetzen [27].

Nähe zu rechten Bewegungen, ein US-Präsident als Gehilfe, Starlinks Ukraine- oder Iran-Politik, Mileis Politik der Kettensäge – die Technik ist politisch. Im Kapitalismus auf Speed [28], sehen sie sich selbst an der Spitze. Wie man unbeugsamer und aufholender chinesischer Konkurrenz umzugehen gedenkt, kann am US-Aggressionskrieg gegen den Iran beobachtet werden.

Auch wenn der US-Haussegen zwischen der Trump-Administration und Elon Musk schief hängen sollte, bleibt das System auf Kurs: J.D. Vance gilt es Befürworter, Marc Andreessen, ein Risikokapitalgeber aus dem Silicon-Valley gilt als deren Chefideologe. Seine Weltsicht, in einem psedo-intellektuellen, Andreessen besitzt einzig einen Bachelor in Informatik, Manifest ausgebreitet, muss man sich leisten können [29].

Feindbild-Feudalismus

Die sechs Großen nehmen offen, verborgen, in den Staaten, in Belgien Einfluss. Direktes Lobbying, verdeckte Google-Kampagnen, Finanzspritzen, schiere Marktmacht. Das Bild mag schief erscheinen – und ist es doch treffend: Vergleichbar mit dem mittelalterlichen Lehnswesen kontrollieren wenige Konzerne Millionen Nutzer, deren unentlohnte Daten-Arbeitszeit und greifen nach politischen Institutionen.

Mit den aktuellen Bewegungstendenzen eines globalisierten Kapitalregimes könnten Mittelalter-Prognosen rapide Realität werden. Die Finanzoligarchie lebt heute vollkommen abgekoppelt von den Nöten der Milliarden. Gelingt es nicht, wirksame Mittel zu entwickeln, um die Konzerne an die Kandarre zu legen – Entflechtungen, Marktkontrollen, öffentlich-staatliche Alternativen, Stärkung der Eigentumsrechte –, könnte die Welt zum großen Privatstaat Prospera [30] werden.


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https://www.heise.de/-11219460

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.politico.com/news/2025/08/26/exclusive-meta-to-launch-california-super-pac-focused-on-ai-00524989
[2] https://apnews.com/article/google-privacy-bill-california-lobbying-443c65e3da4b5be3f73a73e5bd49c373
[3] https://www.business-standard.com/world-news/silicon-valley-pours-out-lobbying-cash-flattery-to-win-over-trump-126012201653_1.html
[4] https://www.euronews.com/next/2025/10/29/big-tech-spending-on-brussels-lobbying-hits-record-high-report-claims
[5] https://www.theguardian.com/politics/2026/jan/17/tech-companies-access-to-uk-ministers-dwarfs-that-of-child-safety-groups
[6] https://www.brusselstimes.com/1916422/us-tech-giants-allying-with-european-far-right-to-strip-back-eu-rules
[7] https://www.europeanmovement.ie/the-political-groups-of-the-european-parliament/
[8] https://www.foederalist.eu/2026/01/ep-seat-projection-january-2026.html
[9] https://www.euronews.com/my-europe/2024/07/10/afd-and-allies-form-new-far-right-group-in-brussels-called-europe-of-sovereign-nations
[10] https://esn-group.eu/members
[11] https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/digital-services-act
[12] https://adfinternational.org/commentary/eu-digital-services-act-one-year
[13] https://dig.watch/updates/big-tech-ramps-up-brussels-lobbying-as-eu-considers-easing-digital-rules
[14] https://rsf.org/en/big-tech-s-attempts-weaken-information-space-regulations-worldwide-exposed-new-cross-country
[15] https://www.techpolicy.press/how-big-techs-invisible-hand-reaches-latin-american-regulators/
[16] https://www.panodyssey.com/en/article/technology/big-tech-s-lobby-game-in-europe-fvh8ffntu2c6#
[17] https://www.bing.com/search?q=marco+zullo&cvid=62f5132b83b54b1290c3c9f4fe906798&gs_lcrp=EgRlZGdlKgYIABBFGDkyBggAEEUYOTIGCAEQABhAMgYIAhAAGEAyBggDEAAYQDIGCAQQABhAMgYIBRAAGEAyBggGEAAYQDIGCAcQABhAMgYICBBFGDzSAQgyNDA3ajBqNKgCCLACAQ&FORM=ANAB01&PC=NMTS
[18] https://en.wikipedia.org/wiki/Aura_Salla
[19] https://www.wired.com/story/meta-lobbyist-eu-regulator-big-tech-rules-too-far/
[20] https://www.bing.com/search?pglt=299&q=Digital+Markets+Act+(DMA)&cvid=f8463c9d39e143cb97e5bde28b1cd745&gs_lcrp=EgRlZGdlKgYIABBFGDkyBggAEEUYOTIGCAEQABhAMgYIAhAAGEAyBggDEAAYQDIGCAQQABhAMgYIBRAAGEAyBggGEAAYQDIGCAcQABhAMgcICBDrBxhA0gEHNzczajBqMagCALACAA&FORM=ANNTA1&PC=NMTS
[21] https://www.theguardian.com/world/2024/oct/29/eu-events-curbing-big-tech-distorted-attenders-hidden-industry-links
[22] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/big-tech-erfolg-gewinne-100.html
[23] https://www.fr.de/wirtschaft/tech-firmen-haben-besonders-viel-macht-92778888.html
[24] https://arxiv.org/abs/2511.02931
[25] https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/historikerin-omara-warnt-vor-dem-kurs-der-tech-elite-01/100178613.html
[26] https://www.surplusmagazin.de/tech-milliardare-rushkoff-survival-richest/
[27] https://taz.de/Der-Irrsinn-der-Tech-Oligarchen/!6075030/
[28] https://www.deutschlandfunk.de/tech-bro-topia-milliardaere-oligarchen-musk-thiel-yarvin-vance-silicon-valley-100.html
[29] https://www.sueddeutsche.de/kultur/netzkolumne-marc-andreessen-manifest-fortschritt-1.6291547?reduced=true
[30] https://www.swr.de/swraktuell-radio/freie-privatstadt-in-honduras-wie-sieht-es-in-prospera-aus-100.html

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Was tun gegen und mit hohen Kraftstoffpreisen?

Von Wassilis Aswestopoulos — 21. März 2026 um 14:00
Bei zwei Preissäulen wird das Segment

Griechenland deckelt Gewinne, Deutschland zögert – doch Experten zweifeln, ob staatliche Eingriffe die Spritpreise wirklich senken.

Die steigenden Kraftstoffpreise treiben weltweit die Inflation an. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche plant, Tankstellenbetreibern nach österreichischem oder australischem Vorbild vorzuschreiben, dass sie nur noch einmal täglich den Spritpreis erhöhen dürfen. Bis diese Regel unter Dach und Fach, sprich mit einem Trägergesetz [1] abgesichert werden kann, wird es noch einige Tage dauern.

Während Deutschland noch berät, haben sich in Griechenland, unter der Führung von Vize-Premier Kostis Hatzidakis, die verantwortlichen Minister für Energie und Wirtschaft mit Ministerialerlassen zu tiefen Markteinschnitten entschlossen.

"Mit den von uns verkündeten Maßnahmen zur Begrenzung der Gewinnspanne unterbinden wir jegliche Versuche der Bereicherung am Markt. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen", sagte [2] Entwicklungsminister Takis Theodorikakos.

Sein Ressort ist die wirtschaftliche Entwicklung. Er muss nun den Wirtschaftsunternehmen im Land erklären, warum sie mit sofortiger Wirkung bis mindestens 30. Juni 2026 nicht mehr als vorher verdienen dürfen.

Genau genommen lässt die griechische Regierung die erlaubte Gewinnspanne für Grundnahrungsmittel, Hygieneprodukte, Tiernahrung und auch Küchen- und Toilettenpapier festschreiben. Wer bei Kontrollen erwischt wird und die erlaubten Grenzen überschreitet, riskiert ein Bußgeld von bis zu fünf Millionen Euro.

Die maximal erlaubte Gewinnmarge wird für die einzelnen Produkte rechnerisch ermittelt. Sie darf den Durchschnitt der entsprechenden Bruttogewinnmarge des Jahres 2025 nicht übersteigen.

Diese marktwirtschaftlich einschneidende Maßnahme betrifft den Großhandel, Supermärkte, die Industrie und den Produktvertrieb. Davon verspricht sich die griechische Regierung eine Begrenzung des Wuchers, der in Krisen, wie wir sie erleben, schnell viral um sich greift.

Die Verteuerung der Produkte durch höhere Transportkosten kann sie damit nicht aufhalten, höchstens abbremsen. Wenn die Produkte im Einkauf teuer werden, und wenn ihre Transportkosten steigen, erhöht sich der Preis mit dem Aufschlag der Gewinnmarge. In absoluten Zahlen werden die Unternehmen somit trotz der gedeckelten Margen ihren Gewinn steigern.

Keine Chance auf Gewinnerhöhung haben dagegen die Tankstellenbetreiber. Der Kraftstoffgroßhandel darf nicht mehr als fünf Cent brutto pro Liter Kraftstoff verdienen. Für die Tankstellen gilt eine Höchstgrenze von zwölf Cent pro Liter. Ausnahmen gelten nur für Inseln, bei denen es aufgrund der Distanz zum Festland höhere Transportkosten gibt. Die Kosten müssen jedoch nachvollziehbar begründet werden.

Dementsprechend regt sich vor allem aus der Kraftstoffbranche starker Widerstand gegen die Entscheidungen der Regierung. Verglichen mit der in Deutschland angedachten Begrenzung auf eine Preiserhöhung pro Tag an der Zapfsäule wirkt die griechische Idee ungleich effektiver.

Denn die Erfahrung aus Österreich und Australien zeigte, dass bei nur einer Preiserhöhung pro Tag, diese dann höher ausfallen wird.

Prof. Dr. Thomas Wein, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Leuphana Universität Lüneburg kommentiert:

"Die empirischen Erfahrungen in Österreich und West-Australien sind zweifelhaft. Darf nur einmal am Tag der Preis angehoben werden, ist der Anreiz groß, die Anhebung höher ausfallen zu lassen als ohne dieses Modell. Man kann ja immer noch runter gehen. Insofern sehe ich wenig 'Hoffnung', dass die Preise deswegen niedriger sein würden."

Der Effekt einer solchen Maßnahme verpufft demnach genauso wie eine Übergewinnsteuer. Letztere kommt dem Verbraucher nicht zugute, sondern erhöht ebenso wie die durch höhere Preise in absoluten Zahlen höhere Umsatzsteuer nur die Staatseinnahmen.

Prof. Dr. Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereiches "Umwelt und Ressourcen", RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Essen, und Außerplanmäßiger Professor an der Ruhr-Universität Bochum kann der Preissteigerung bei Kraftstoffen sogar etwas positives abgewinnen:

"Solange die täglichen Preismuster für Verbraucher stabil und erkennbar bleiben, sind staatliche Markteingriffe nicht erforderlich. Zudem sind die hohen Preise Knappheitssignale, die man wirken lassen sollte: Dadurch kommt es bei den Verbrauchern eher zu einem Überdenken ihres Mobilitätsverhaltens und sie finden womöglich eine umweltschonendere, kostengünstigere oder gesündere Alternative, zum Beispiel die Benutzung eines E-Bikes."

Wie er die übrigen Lebenshaltungskosten niedrig halten möchte, wenn die Transportkosten durch die Decke gehen, ist nicht überliefert.

Sollten die griechische Maßnahme der Gewinnmargenbegrenzung in diesem Zusammenhang wie eine gute Lösung erscheinen, dann müsste man die offensichtlichen Schwachstellen eindämmen. Denn die feste Gewinnmarge kann nicht verhindern, dass die Zulieferer andere Märkte bevorzugen und somit bereits die Importkosten durch die resultierende Knappheit höher ansteigen, als sie es ohne staatlichen Eingriff tun würden.

Schließlich kann auch niemand verhindern, dass Handelsketten über eine künstlich zu den Zulieferern ins Ausland verlegte Preiserhöhung oder das Einfügen weiterer Zwischenhändler in die Lieferkette für höhere Kosten sorgen.

Bei der Analyse der Problematik der explodierenden Preise klingen die griechischen Analysten ebenso wie die Deutschen. Sie betonen, dass Energiepreise, Transportkosten sowie internationale Getreide- und Rohstoffpreise allesamt von geopolitischen Entwicklungen und den internationalen Märkten beeinflusst werden. Das bedeutet, dass selbst die strengsten nationalen Maßnahmen die Preissteigerungen nur begrenzt eindämmen können.


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[1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/spritpreise-neue-tank-regel-schon-naechste-woche-reiche-daempft-erwartung/100207983.html
[2] https://www.skai.gr/news/finance/theodorikakos-oi-kriseis-apaitoun-ektakta-metra

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ARD vs. ZDF: Wie unterschiedlich Deutschlands Nachrichten wirklich sind

Von Christian Bartels — 21. März 2026 um 12:00
Altes Fernsehgerät mit Deutschlandfarben

Bild: Shutterstock.com

Gleiche Themen, andere Dramaturgie: Der Nachrichtentag zeigt, warum Konkurrenz im öffentlich-rechtlichen System nötig ist.

Am Donnerstag war ARD-"Nachrichtentag" [1]. Das führte zu allerhand Aktionen für jüngeres potenzielles Publikum, und zu einem Zweiminüter [2] am Ende der 20.00 Uhr-Tagesschau. Der erfüllte vielleicht nicht unbedingt die Kriterien, relevant über Neues zu berichten. Aber etwas Eigenwerbung ist ja okay. Wie also waren die Nachrichten am Nachrichtentag?

Am besten beurteilen lässt sich das anhand der moderierten Nachrichtenmagazine am späteren Abend.

Das heute-journal und die Tagesthemen stehen immer mehr im Fokus. Kürzlich hatte sich das ZDF mit mit einem heute-journal-Beitrag über die US-Einwanderungsbehörde ICE, der KI-generierte Szenen enthielt, viel, durch Dunja Hayalis Anmoderation noch verschärften Ärger eingehandelt.

Der WDR-Programmdirektor und Wahlabend-Zeremonienmeister der ARD, Jörg Schönenborn, will, nachdem ihm der hierarchische Karriereschritt zum Intendant nicht gelungen war, nun noch Tagesthemen-Moderator werden. Und der als junger TT-Moderator bekannt gewordene Helge Fuhst trat gerade als Chef-Journalist der deutschen Springer-Medien an.

Live eine Nachrichtensendung zu moderieren, die mit vielen komplexen Problemlagen umgehen muss, zählt zu den herausforderndsten Aufgaben im Fernsehjournalismus.

Was ging im ZDF-heute-journal?

Am Donnerstag begann das heute-journal [3], moderiert von der stellvertretenden Chefredakteurin Anne Gelinek, die auch die Entschuldigung nach dem KI-Aufreger vorgetragen hatte, mit dem EU-Gipfel in Brüssel: Kanzler Merz und Frankreichs Präsident Macron und dann auch weitere Regierungschefs gehen, von oben gefilmt, über einen roten Teppich.

Der Zusammenhalt der EU gegenüber den USA funktioniert gerade leidlich, ist der Tenor. Bloß Ungarns Ministerpräsident Orbán sorgt weiter für Ärger. Im anschließenden Kollegengespräch mit Gellinek zeigt sich Brüssel-Korrespondent Ulf Röller meinungsstark: Ein "neuer Tiefpunkt" der Beziehungen zwischen der EU und den USA bahne sich an; wenn Orbán, der "Mini-Trump", die ungarische Wahl im April doch noch gewinne, bekomme die EU ein "wirklich großes Problem".

Erst im zweiten Beitrag ging's um die komplexe, schwer kompakt darzustellende Kriegslage im Nahen Osten. Zu sehen sind Hochkant-Aufnahmen von Rauchwolken auf Gasfeldern, der saudi-arabische Außenminister, der martiale US-amerikanische Kriegsminister Hegseth, und ein paar Bilder von Bombenschäden im Iran mit Voxpops – ohne Hinweis darauf, wie sie entstanden sind.

Dabei hatte Korrespondentin Golineh Atai kurz zuvor per X-Post [4] auf "zero visibility for Iran‘s people" hingewiesen. Hinweise auf Hinrichtungen junger Oppositioneller, die das islamistische Regime am Tag vollzogen hatte (FAZ [5]), fehlten ebenfalls. Die Börse "reagiert empflindlich" auf Bomben auf die Energieinfrastruktur, berichtete eine Börsenreporterin aus Frankfurt am Main.

Im dritten, ungewohnt langen heute-journal-Beitrag schaltete das ZDF ganz in die Nähe. Anlässlich der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am Sonntag, nach frischen Umfragen [6] (die das ZDF inzwischen, anders als früher, auch noch kurz vor den Wahlen veröffentlicht), meldete sich Dunja Hayali live aus einer Berufsschule in Kaiserslautern.

Um Bildung und Schule als laut ZDF wichtigstes Wahlkampfthema ging es. Während kurze Schüler-Äußerungen eher wenig hergaben, benannte Hayalis Bericht tatsächlich Probleme. Die Realschule in Ludwigshafen, die nicht nur durch Reizgas-Attacken zum Nachrichtenthema wurde, kommt vor. Ein junger Schwarzer nennt in der Fußgängerzone das Problem, "dass wir sehr viele Migranten haben".

Während Herausforderer Schnieder (CDU) ein verpflichtendes Kitajahr für alle vor der Grundschule fordert, zeigt sich Ministerpräsident Schweitzer (SPD) zufrieden mit der Bildungspolitik, derentwegen es in seinem Land etwa so viele Lehrer wie noch nie gebe. "Gut, dass wir kein Geruchsfernsehen haben", sagt Hayali aber im selben Bericht, als sie gemeinsam mit dem Schulleiter ins renovierungsbedürftige Berufsschulen-Kellergeschoss steigt. Die Gleichzeitigkeit vieler Probleme überfordere gerade die Schulen, lautet ihr Fazit.

Dass die Gewaltvorfälle an Schulen in Rheinland-Pfalz "keine Einzelfälle" sind, sagt sie dann auch noch.

Klingt fast, als wolle sie den Vorwurf des "grün durchhauchten politaktivistischen Ansatzes", den "die" FAZ [7] gerade gegen sie erhob, entkräften.

Wobei sie wie auch ihr Gesprächspartner vom Verband Bildung und Erziehung betonen, dass es sich um gesamtgesellschaftliche, nicht allein mit Migrationhintergründen verknüpfte Probleme handele – selbst bei schlechten Deutschkenntnissen. Solch scharfe Problembeschreibungen mitten im Inland sieht man eher selten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Zu Rheinland-Pfalz im ZDF (in dessen Verwaltungsrat [8] die Mainzer Regierung den Vorsitz innehat, derzeit Ex-MP Malu Dreyer) schon gleich gar nicht.

Wie im Programmschema vorgesehen: Kaum endete die Nachrichtensendung des ZDF mit dem Wetterbericht, begann die der ARD.

Was ging in den ARD-Tagesthemen?

Die "neue Stufe der Eskalation" im Nahen Osten sei "kaum absehbar" in ihren Folgen, nicht nur für die Weltwirtschaft, setzte in den Tagesthemen [9] Jessy Wellmer gleich einen ernsten Ton. Folglich begannen die Tagesthemen mit dem Überblicksbericht dazu.

Anschließend befragte die Moderatorin zwei der per Splitscreen zugleich eingeblendeten Reporter – beliebter, aber auch sinnvoller Kniff, das große Korrespondenten-Netz in Szene zu setzen.

Ramin Sina berichtete aus Doha, dass katarischen Angaben zufolge die Reparaturarbeiten am nun beschädigten Gas-Förderfeld Jahre dauern und die Preise langfristig erhöhen dürften. Kerstin Klein berichtete aus den USA, es sei "völlig unklar", ob der Kongress, der ja bisher überhaupt nicht zum Kriegseinsatz gegen den Iran gefragt wurde, die nun von der Regierung gewünschten 200 Milliarden Dollar bewilligen werde.

Wobei man im Hinterkopf behalten sollte, dass öffentlich-rechtliche Reporter Trumps Regierung, zumal in seiner zweiten Amtszeit, sehr oft kurz vorm Scheitern sahen und bisher (leider) noch nie recht hatten.

Zweites ARD-Tagesthema war das Topthema der ZDF-Sendung: der EU-Gipfel. Hier werden Merz und Macron nicht von oben gefilmt, sondern von der Seite. Der rote Teppich gerät nicht ins Bild. Auch hier wird die Korrespondentin, nun Tina Hassel, nach ihrem Bericht befragt. Orbáns Veto gegen den Ukraine-Kredit wurde von anderen EU-Regierungschefs als "Verrat" bezeichnet, sagt sie, und stelle ein "großes Problem" für die EU und ein "ganz großes" für die Ukraine dar.

Die nach Startschwierigkeiten inzwischen sehr souveräne Moderatorin Wellmer kriegt die Überleitungen gut hin. Das russische Regime profitiert von EU-Uneinigkeit wie von hohen Gaspreisen.

Wie es sich in seinen Staatsmedien darstellt, ist das folgende Thema. Gezeigt wird, wie Präsident Putin im Fernsehen die heimgekehrten Paralympics-Teilnehmer begrüßt und sich über die dank ihnen gelungene "Rückkehr der Symbole Russlands auf die internationale Bühne" freut. Bei Siegerehrungen waren die russische Fahne zu sehen und Hymne zu hören.

Bei Korrespondentin Ina Ruck ergeben sogar die oft überstrapazierten Voxpops Sinn. Lässt sich aus scheinbar affirmativen Aussagen befragter Passanten Kritik heraushören?

Und noch eine Rückkehr des Aggressors auf die internationale Bühne steht bevor: Bei der Kunstbiennale in Venedig wird nach vier Jahren der russische Pavillon wieder öffnen. Trotz viel Kritik auch der italienischen Regierung setzt Biennale-Präsident Buttafuoco auf "kulturelle Waffenruhe". Eröffnet wird am 9. Mai – der in Russland als Tag des Weltkriegs-Siegs gegen Nazi-Deutschland gefeiert wird.

Hier sind die Tagesthemen also früh dran. Und haben insgesamt einen vielfältig-vielstimmigen, dennoch zusammenpassenden Themenmix hingekriegt.

Woran drei weitere Themen nichts ändern. Es geht dann noch um die traditionsreiche deutsche Rüstungsindustrie am Bodensee und in der Regional-Rubrik "mittendrin" um "Bestattungen von Amts wegen" in München. Rund 800 Menschen ohne Angehörige müssen dort pro Jahr auf Kosten der Stadt beerdigt werden, erfährt man.

Weil mit diesem Thema nun niemand in den Audience-flow, in dem Dieter-Nuhr-Kabarett folgt, entlassen werden kann, geht es dann nochmals kurz in die weite Welt nach Südkorea, wo das Comeback der global erfolgreichen Kpop-Band BTS bevorsteht. Anlass der Pause war der Militärdienst, den die Mitglieder leisten mussten – noch ein gemeinsamer Nenner der angespannten Weltlage.

Fazit

Schlechte Nachrichten und komplexe Weltlagen sind gut für Nachrichtensendungen. Das zeigte sich am Nachrichtentag. Obwohl ZDF wie ARD teilweise, inhaltlich zurecht, dieselben Themen behandelten, taten sie das am Donnerstag mit unterschiedlichen Schwerpunkten, in unterschiedlicher Reihenfolge und sogar mit ungewohnten Perspektiven.

Die sonst nicht selten zutage tretende öffentlich-rechtliche Redundanz – wenn etwa Johann Wadephul sowohl hier [10] als auch dort [11] gut sieben Minuten vom Flughafen in Riad zugeschaltet wird (und man sich als Zuschauer fragen kann, ob der Außenminister in den Hauptstädten, die er immerzu bereist, als Gesprächsparter ähnlich ernst genommen wird wie von ARD und ZDF ...), zeigte sich nicht.

Genau solchen publizistischen Wettbewerb müssten die beiden öffentlich-rechtlichen Hauptsender sich häufiger liefern, wenn sie die Akzeptanz fürs Rundfunksystem halten oder sogar wieder erhöhen wollen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ard.de/die-ard/medienkompetenz/nachrichtentag-2026-102.html
[2] https://www.tagesschau.de/tagesschau_20_uhr/video-1566696.html
[3] https://www.zdf.de/play/magazine/heute-journal-104/heute-journal-vom-19-maerz-2026-100
[4] https://x.com/GolinehAtai/status/2034602418470621305
[5] https://www.faz.net/aktuell/sport/sportpolitik/19-jahre-alter-ringer-in-iran-hingerichtet-200650532.html
[6] https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/zdf-politbarometer-extra-ii-rheinland-pfalz-maerz-2026
[7] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/norbert-himmler-will-die-demokratie-retten-110853626.html
[8] https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/verwaltungsrat/mitglieder-102.html
[9] https://www.ardmediathek.de/video/tagesthemen/tagesthemen-22-15-uhr-19-03-2026/das-erste/Y3JpZDovL3RhZ2Vzc2NoYXUuZGUvMWY0MTE2NTgtOWJlZC00ZDRiLTkzNjctMTA5MzdjOTEwNTJiLVNFTkRVTkdTVklERU8
[10] https://www.zdfheute.de/video/heute-journal/sgs-sievers-wadephul-100.html
[11] https://www.tagesschau.de/tagesthemen/video-1563752.html

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Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise — 21. März 2026 um 09:18
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu llamafile, PowerShell, VS Code, Next.js, Azure, Kubara, Parseable, kogiQA, GitHub und JFrog.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • llamafile von Mozilla setzt ab Version 0.10 ein neues Build-System [1] ein, das den Code zu den aktuellen Versionen von llama.cpp kompatibel macht. Damit lassen sich neuere Modelle einsetzen, aber einige der bisherigen Funktionen fehlen.
  • Die PowerShell 7.6 ist nun allgemein verfügbar [2]. Das Long-Term Release basiert auf .NET 10 und verbessert die Zuverlässigkeit der Engine, der Module und der Interaktivität.
  • Webapps lassen sich in VS Code 1.112 [3] jetzt debuggen, ohne den Editor verlassen zu müssen. Außerdem können Entwicklerinnen und Entwickler MCP-Server in einer Sandbox starten, um ihren Zugriff auf die Umgebung einzuschränken.
  • Next.js 16.2 beschleunigt das Rendering [4] zum einen beim Start des Entwicklungsservers next dev und zum anderen beim Deserialisieren von Server-Komponenten in JSON. Ein neues Aussehen hat die Standard-Fehlerseite 500 bekommen.
  • Für Azure DevOps hat Microsoft einen MCP-Server vorgestellt [6]. Er bietet dieselben Funktionen wie der DevOps-Server selbst, ist aber noch eine Preview-Version.
  • Das in Rust geschriebene Observability-Tool Parseable tritt seit 2022 [7] gegen die etablierte Konkurrenz an und liegt nun in Version 2.6 [8] vor. Neben einer Reihe von Bugfixes wurde im neuen Release unter anderem auch die Tenant-ID der Metrikaggregation hinzugefügt. Parseable lässt sich lokal, in der Cloud oder über den verwalteten Dienst Parseable Cloud nutzen.
  • Kubernetes-Plattformen einfach und schnell auf deklarativem Weg aufbauen – komplett inklusive vorkonfigurierter Komponenten wie Infrastruktur, Multi-Tenancy, GitOps, Observability, Secrets Management etc. – das verspricht das neue Open-Source-Framework Kubara [9]. Das mit Unterstützung von Stackit entwickelte und in Go geschriebene CLI-Tool steht ab sofort frei zur Verfügung [10].
  • Ein Nürnberger StartUp bietet mit kogiQA ein Testing-Tool [11], das komplett ohne Selektoren arbeitet. Stattdessen wählt es die Elemente zur Laufzeit deterministisch anhand ihrer semantischen Bedeutung aus. Dafür hat der Anbieter ein speziell trainiertes KI-Modell entwickelt.
  • GitHub Enterprise Server 3.20 kommt mit einer überarbeiteten Seite für Pull Request [12], die einen besseren Überblick über den Status der Requests zeigt und das Mergen beschleunigt. So gibt es gruppierte Statusanzeigen und eine Liste fehlerhafter Checks.
  • Die neue JFrog Agent Skills Registry unterstützt das NVIDIA Agent Toolkit [13] inklusive OpenShell, einer Open-Source-Laufzeitumgebung für die Entwicklung und den Betrieb sicherer, autonomer und kontinuierlich arbeitender KI-Agenten.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [14].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11217546

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/mozilla-ai/llamafile/releases/tag/0.10.0
[2] https://devblogs.microsoft.com/powershell/announcing-powershell-7-6/
[3] https://code.visualstudio.com/updates/v1_112
[4] https://nextjs.org/blog/next-16-2
[5] https://archdoc.bettercode.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_bcc_archdoc.empfehlung-ho.link.link&LPID=33507
[6] https://devblogs.microsoft.com/devops/azure-devops-remote-mcp-server-public-preview/
[7] https://www.heise.de/news/Observability-OSS-Projekt-Parseable-will-Logdaten-einfach-schneller-bearbeiten-7351768.html
[8] https://github.com/parseablehq/parseable/pull/1569
[9] https://kubara.io/
[10] https://github.com/kubara-io/kubara
[11] https://kogiqa.com/
[12] https://github.blog/changelog/2026-03-17-github-enterprise-server-3-20-is-now-generally-available/
[13] https://jfrog.com/beta-signup/agent-skills-registry/
[14] mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
[15] mailto:who@heise.de

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Lilith Wittmann und David Zellhöfer im Podcast: Staatliche IT-Fails | c’t uplink

Von Heise — 21. März 2026 um 06:30

Unsere Podcast-Gäste Lilith Wittmann und David Zellhöfer erklären, warum staatliche IT-Projekte so oft floppen – und was sie am Souveränitäts-Hype stört.

De-Mail, ID Wallet und jetzt der Datenatlas – die Zahl staatlicher Digital-Fails steigt und steigt. Die Gründe dafür kennen Lilith Wittmann und David Zellhöfer: Hackerin Wittmann hat schon diverse Staats-Apps wie die ID-Wallet zerlegt. Und Zellhöfer, der Professor für digitale Innovation in der Verwaltung ist, zeigte die Datenatlas-Defizite in einem 170-seitigen „Kurzgutachten“ auf. „Das ging schnell von der Hand, weil die Mängel recht offensichtlich waren“, erzählt er in unserer Uplink-Sonderfolge.

Mit Wittmann und Zellhöfer besprechen wir, warum genau solche Projekte scheitern. Hoffnung macht dabei, dass manche Behörden es besser hinkriegen: „Ich sehe das zum Beispiel bei der Fitko“, berichtet Lilith. Diese Digitalisierungsbehörde arbeite an dauerhaften Produkten statt an befristeten Projekten.

Kontrovers wird's beim Thema Digitale Souveränität: Wittmann und Zellhöfer kritisieren Initiativen, die den Wechsel von US-Anbietern zu deutschen oder europäischen Alternativen propagieren. Ihre Beweggründe erläutern sie ausführlich im Podcast – nicht nur mit Blick auf den Staat, sondern auch für Privatnutzer.

„Datenatlas – Im Dickicht der digitalen Verwaltung“ Diskussionsrunde der TIB Hannover mit Lilith Wittmann und David Zellhöfer: https://www.youtube.com/watch?v=h4LK6fFH8Xw [7]

Zu Gast im Studio: Lilith Wittmann und David Zellhöfer
Host: Sylvester Tremmel und Christian Wölbert
Produktion: Tobias Reimer

► Der Artikel bei heise online zum Thema: https://www.heise.de/news/Aus-fuer-Datenatlas-Bund-25-Millionen-Euro-Grab-der-Verwaltungsdigitalisierung-11150881.html [9]

In unserem WhatsApp-Kanal [10] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.

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c't auf Bluesky [15]
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► c't auf Papier: überall, wo es Zeitschriften gibt!


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https://www.heise.de/-11217690

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[1] https://ct.de/uplink
[2] https://www.youtube.com/@ct.uplink
[3] https://itunes.apple.com/de/podcast/ct-uplink/id835717958
[4] https://itunes.apple.com/de/podcast/ct-uplink-video/id927435923?mt=2
[5] https://ct-uplink.podigee.io/feed/mp3
[6] https://www.heise.de/ct/uplink/ctuplinkvideohd.rss
[7] https://www.youtube.com/watch?v=h4LK6fFH8Xw
[8] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[9] https://www.heise.de/news/Aus-fuer-Datenatlas-Bund-25-Millionen-Euro-Grab-der-Verwaltungsdigitalisierung-11150881.html
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Störungsmeldung vom 20.03.2026 21:00

Von heise online — 20. März 2026 um 21:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone DSL

Details

Beginn
20.03.2026 21:00
Region
Dresden (0351)
Provider
Vodafone DSL
Zugangsart
Modem

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

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Irankrieg: US-Militär bereitet mögliche Bodeninvasion vor

Von Marcel Kunzmann — 21. März 2026 um 00:24
Brennende Fördertürme

Die Insel Kharg ist der wichtigste Erdölexporthub für den Iran

(Bild: خسرو حیرت نگاری/Commons/CC-4.0)

Das Pentagon bereitet möglichen Einsatz von Bodentruppen im Iran vor. Laut Medienberichten soll die Insel Kharg im Fokus stehen. Ein Überblick.

Der von Israel und den USA gestartete Angriffskrieg auf den Iran steht möglicherweise vor der nächsten Eskalationsstufe. Hochrangige US-Militärvertreter haben Präsident Donald Trump detaillierte Vorbereitungspläne für den Einsatz von Bodentruppen im Iran vorgelegt, wie der Nachrichtensender CBS News unter Berufung auf mehrere eingeweihte Quellen berichtete [1].

Demnach bereite das Pentagon auch die mögliche Inhaftierung iranischer Soldaten und paramilitärischer Kräfte im Rahmen einer Bodenoffensive vor.

Gleichzeitig berichtet [2] die Nachrichtenplattform Axios unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass die Trump-Administration konkret eine Besetzung oder Seeblockade der iranischen Insel Kharg erwägt. Die Insel liegt rund 25 Kilometer vor der iranischen Küste und wickelt 90 Prozent der iranischen Rohölexporte ab.

Eine Zerstörung der dortigen Energieinfrastruktur könnte den Krieg massiv eskalieren lassen, mit Folgen für die Weltwirtschaft.

Weißes Haus betont: Noch keine Entscheidung getroffen

Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte, es sei "die Aufgabe des Pentagon, Vorbereitungen zu treffen, um dem Oberbefehlshaber maximale Handlungsoptionen zu geben". Dies bedeute nicht, dass der Präsident bereits eine Entscheidung getroffen habe. Trump selbst habe erst am Vortag im Oval Office gesagt, er plane derzeit nicht, Bodentruppen irgendwohin zu entsenden.

Trumps Aussagen bleiben allerdings widersprüchlich. In einem rund 15-minütigen Telefonat mit dem Sender CNBC sagte er am Freitag, die USA könnten "die Iran-Operation jetzt beenden und Teheran trotzdem für mehr als ein Jahrzehnt am Wiederaufbau hindern". Das sei jedoch "keine akzeptable Situation". Würden die USA jetzt abziehen, bräuchte Iran mindestens zehn Jahre für den Wiederaufbau, "aber sie werden wiederaufbauen", so Trump. "Wenn wir länger bleiben, werden sie nie wiederaufbauen."

Gegenüber Reportern sagte Trump am Donnerstag zudem, er werde "keine Truppen irgendwohin schicken", fügte aber hinzu: "Wenn ich es täte, würde ich es Ihnen sicherlich nicht sagen."

Kharg Island als strategischer Hebel

Hintergrund der Überlegungen ist Irans Blockade der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den globalen Ölhandel. Die Blockade hat weltweit die Energiepreise in die Höhe getrieben und Trump dazu gezwungen, eine geplante China-Reise Ende März zu verschieben, wie zwei eingeweihte Quellen gegenüber Axios bestätigten.

"Er will, dass Hormus geöffnet wird. Wenn er dafür Kharg Island einnehmen muss, wird das passieren. Wenn er sich für eine Küsteninvasion entscheidet, wird das passieren. Aber diese Entscheidung ist noch nicht gefallen", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter gegenüber Axios.

Ein zweiter hochrangiger Beamter erklärte: "Wir hatten unter jedem Präsidenten, einschließlich Trump, immer Bodentruppen in Konflikten. Ich weiß, dass das in den Medien ein Fixpunkt ist, und ich verstehe die Politik dahinter, aber der Präsident wird tun, was richtig ist."

Bereits am vergangenen Freitag hatte das US-Militär massive Luftangriffe auf Dutzende militärische Ziele auf Kharg Island durchgeführt. US-Vertreter bezeichneten den Angriff als "Warnschuss", um Iran zur Öffnung der Meerenge zu bewegen. Zugleich diente er dazu, Irans militärische Fähigkeiten auf der Insel zu schwächen und den Boden für eine mögliche Bodenoperation zu bereiten.

Trump äußerte sich dazu am Donnerstag: "Wir können die Insel jederzeit einnehmen. Ich nenne sie die kleine Insel, die da so völlig ungeschützt liegt. Wir haben alles zerstört außer den Pipelines. Die haben wir gelassen, weil ein Wiederaufbau der Pipelines sie Jahre kosten würde."

Militärexperten skeptisch

Gegenüber Axios meldeten Militärs bereits bedenken an. Konteradmiral a.D. Mark Montgomery warnte, eine solche Mission könnte US-Truppen einem unnötigen Risiko aussetzen, ohne dass der Erfolg gesichert sei. "Wenn wir Kharg Island einnehmen, werden sie den Hahn am anderen Ende zudrehen. Es ist ja nicht so, dass wir damit ihre Ölproduktion kontrollieren", sagte er.

Eine Quelle mit Kenntnis der Überlegungen im Weißen Haus rechtfertigte die Strategie hingegen so: "Wir brauchen etwa einen Monat, um die Iraner mit Angriffen weiter zu schwächen, die Insel einzunehmen und sie dann am Haken zu haben, um sie für Verhandlungen zu nutzen."

Der Iran dürfte im Rahmen seiner bisher gezeigten Strategie mit massiven Vergeltungsschlägen gegen die Golfstaaten und deren Infrastruktur reagieren, um den Preis des Angriffs in die Höhe zu treiben. Die Konsequenzen dieser Gegenschläge könnten eine Eskalationsspirale in Gang setzen, welche die gesamte Energieinfrastruktur am Golf in Mitleidenschaft zieht.

Truppenaufstockung läuft bereits

Laut [3] einem Reuters-Bericht werden Tausende zusätzliche Marineinfanteristen und Seeleute in die Region verlegt. Eine 2.500 Mann starke Marineexpeditionseinheit soll innerhalb weniger Tage eintreffen, zwei weitere Einheiten ähnlicher Größe befinden sich ebenfalls auf dem Weg.

Über weitere Verstärkungen werde zwischen Weißem Haus und Pentagon diskutiert, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Senator Tom Cotton, republikanischer Vorsitzender des Geheimdienstausschusses im Senat, bezeichnete Trumps Haltung, eine Bodeninvasion nicht auszuschließen, als "besonnen". Ob er persönlich dafür sei, wollte er nicht sagen. Die Schließung der Meerenge durch Iran bezeichnete Cotton als Akt der Verzweiflung, Trump verfüge aber über "Berge von Plänen" für dieses Szenario.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11220104

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.jpost.com/middle-east/iran-news/article-890682
[2] https://www.axios.com/2026/03/20/iran-invasion-kharg-island-strait-hormuz
[3] https://www.reuters.com/world/us-deploy-thousands-additional-troops-middle-east-officials-say-2026-03-20/

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MacBook Neo: Bewegt Apples Billig-Mac PC-Nutzer zum Umstieg?

Von Heise — 20. März 2026 um 16:36
MacBook Neo

Das MacBook Neo hat offenbar einen sehr guten Marktstart hingelegt.

(Bild: Sebastian Trepesch / Mac & i)

Ein Post von Apple-Chef Tim Cook deutet an, dass das neue MacBook Neo besonders viele PC-Nutzer zum Wechseln bewegt. Es ist das günstigste MacBook aller Zeiten.

Motiviert das neue MacBook Neo tatsächlich Menschen, die bislang einen PC genutzt haben, erstmals einen Mac [1] zu kaufen? Ein X-Post von Apple-Chef Tim Cook scheint diese Vermutung zu bestätigen. Der Mac habe gerade seine beste Startwoche bei Erstkäufern erlebt, die es jemals gegeben hat, frohlockte Cook [2], ohne präzise das Modell zu benennen.

Da zusammen mit dem Neo das MacBook Air mit M5 und das MacBook Pro mit M5 Pro und M5 Max an den Start gingen, die beide Fortschreibungen der vorhandenen Modelle sind, dürfte hier vor allem das Neo den Ausschlag gegeben haben. Mit Preisen von 699 und 799 Euro für Speicher-Ausstattungen mit 256 bzw. 512 GByte unterbietet Apple mit dem Neo deutlich seinen bisherigen Startpreis für Macs. Das Gerät ist damit das günstigste MacBook, das Apple je verkauft hat. Das bunte MacBook Neo soll den Laptop-Markt aufwirbeln [3] und richtet sich gezielt an preisbewusste Käufer.

Angriff auf die PC-Mittelklasse

Mit dem neuen Modell ist Apple in den Wettbewerb gegen günstige PC-Notebooks eingetreten und versucht dort, mit dem Einsatz eines Aluminiumgehäuses, dem A18-Pro-Chip und dem 13-Zoll-Liquid-Retina-Display die Standards für Geräte in dieser Preisklasse hochzusetzen. Laut Asus-Finanzchef Nick Wu schockt das preiswerte MacBook Neo den gesamten Markt [4] und zwingt die Windows-Konkurrenz zu neuen Strategien. Natürlich gibt es allerlei Abstriche gegenüber Apples höherpreisigen MacBooks, die unter anderem bessere Anschlüsse, andere Bildschirmgrößen und -qualitäten und höhere Leistung bieten. Zudem zeigen erste Benchmarks, dass das MacBook Neo bei der SSD-Geschwindigkeit [5] deutlich hinter den M5-Modellen zurückbleibt.

Trotzdem scheint das neue Modell bei der Zielgruppe zumindest zum Auftakt recht gut zu funktionieren. Bei Onlinebestellungen auf Apples Website sind die Lieferzeiten bereits auf Mitte April gerutscht. Der Name soll dabei laut Apple ein „frisches“ Gefühl vermitteln; warum das MacBook Neo so heißt [6], erklärte kürzlich eine Marketingdirektorin des Konzerns. Längere Wartezeiten sind für gewöhnlich ein Indiz, dass Apple der Nachfrage kaum nachkommt. Auch sollen Inzahlungnahmen alter Geräte in der Startwoche deutlich nach oben geschnellt sein, berichtet die Website MacRumors [7]. Es sei gar der größte Anstieg der Mac-Inzahlungnahmen seit Veröffentlichung der Apple-Silicon-Macs zwischen 2020 und 2021 gewesen. Wer sich für das Gerät interessiert, sollte jedoch die technischen Nachteile des MacBook Neo [8] genau prüfen, da Apple unter anderem beim Display-Farbraum und der Tastaturbeleuchtung gespart hat.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11219904

Links in diesem Artikel:
[1]  https://www.heise.de/thema/Mac
[2] https://x.com/tim_cook/status/2034979891926769864
[3] https://www.heise.de/news/Buntes-MacBook-Neo-Apple-will-den-Laptop-Markt-aufwirbeln-11198917.html
[4] https://www.heise.de/news/Asus-Apples-MacBook-Neo-schockt-den-gesamten-Markt-11207367.html
[5] https://www.heise.de/news/MacBook-Neo-SSD-deutlich-langsamer-als-beim-M5-SoC-hinter-iPhone-17e-11206762.html
[6] https://www.heise.de/news/Spassig-und-freundlich-Warum-das-MacBook-Neo-so-heisst-wie-es-heisst-11201246.html
[7] https://www.macrumors.com/2026/03/13/mac-trade-ins-surge-amid-macbook-neo-launch/
[8] https://www.heise.de/news/MacBook-Neo-Die-Nachteile-im-Detail-11200364.html
[9] https://www.heise.de/mac-and-i
[10] mailto:mki@heise.de

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Studie: Mehrheit der DACH-Unternehmen hält Cloud-Abschaltung für realistisch

Von Heise — 20. März 2026 um 16:30
Rotes X über blauen Wolken

(Bild: heise medien)

83 Prozent der Unternehmen halten eine einseitige Abschaltung durch Cloud-Provider für realistisch. Fast die Hälfte hat keine Exit-Strategie.

Unternehmen in der DACH-Region betrachten ihre Abhängigkeit von großen Cloud-Anbietern zunehmend als strategisches Risiko. Laut einer aktuellen Studie von Lünendonk & Hossenfelder halten 83 Prozent der befragten Unternehmen ein sogenanntes Kill-Switch-Szenario für realistisch – also die Möglichkeit, dass ein Cloud-Provider den Zugang zu kritischen IT-Services einseitig einschränkt oder komplett abschaltet. Gleichzeitig verfügen nur 57 Prozent über eine Exit-Strategie für den Wechsel des Providers. Fast die Hälfte hat demnach keinen Plan B für den Ernstfall.

Für die Studie zur digitalen Souveränität [1] befragte das Beratungsunternehmen zwischen Dezember 2025 und Januar 2026 insgesamt 155 IT-Bereichsleiter, GRC- und Security-Verantwortliche, IT-Einkäufer, CIOs sowie C-Level-Verantwortliche. Die Teilnehmer verteilen sich je zur Hälfte auf gehobenen Mittelstand und Konzerne aus Branchen wie Industrie, KRITIS-Sektoren, Banken und Versicherungen.

Digitale Souveränität hat für 36 Prozent der Unternehmen bereits heute sehr hohe Priorität. Noch deutlicher fällt der Ausblick aus: 96 Prozent erwarten, dass das Thema in den kommenden drei Jahren weiter an Bedeutung gewinnt – selbst bei einer Entspannung der geopolitischen Lage. Zentrale Treiber sind laut Studie die Abhängigkeit von IT- und Cloud-Providern, die Forderung nach Resilienz in Krisen, der Schutz vor Zugriffsblockaden sowie die Verhinderung extraterritorialer Datenzugriffe.

Souveräne Cloud-Modelle gewinnen an Bedeutung

Bei der Frage nach Alternativen stufen 55 Prozent der Befragten souveräne Cloud-Angebote mit lokalem EU-Betreiber in Kombination mit deutschen IT-Dienstleistern als sehr relevant ein. Deutsche Cloud-Provider, die sich laut Lünendonk zu sogenannten Superscalern entwickeln, folgen mit 48 Prozent. US-Hyperscaler mit souveränen Angeboten haben für 36 Prozent der Befragten eine sehr hohe Relevanz. Multi-Cloud-Architekturen werden dabei zum Standard: 42 Prozent der Unternehmen verfügen bereits über eine solche Architektur, weitere 46 Prozent planen deren Aufbau.

Europäische Anbieter kaum konkurrenzfähig

Ein zentraler Schwachpunkt bleibt die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Cloud-Anbieter. Zwar sehen 93 Prozent der Unternehmen europäische Provider auf Infrastrukturebene als konkurrenzfähig an. Bei Plattform-, KI- und Ökosystemleistungen halten jedoch nur 3 Prozent sie für gleichwertig mit den US-Hyperscalern. Für das Jahr 2030 erwarten lediglich 2 Prozent einen funktionalen Gleichstand.

Tobias Ganowski, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder, mahnt zum Handeln: „Digitale Souveränität duldet keinen Aufschub! Unternehmen müssen jetzt den Mut aufbringen, Abhängigkeiten aktiv abzubauen, auch wenn dies unbequem und kostspielig ist.“ Es gehe ausdrücklich nicht um Autarkie, sondern um die Fähigkeit, kritische Abhängigkeiten bewusst zu gestalten, Risiken zu steuern und Handlungsfähigkeit zu sichern. Mario Zillmann, Senior Partner bei Lünendonk & Hossenfelder, betont zudem, dass klassische Hyperscaler-Angebote nicht ersetzt, sondern gezielt um souveräne Alternativen ergänzt werden sollen: „Die Zukunft der IT ist daher hybrid und differenziert.“

Die Studie steht auf der Website von Lünendonk & Hossenfelder [2] kostenlos zum Download bereit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11219886

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.luenendonk.de/produkt/luenendonk-studie-2026-digitale-souveraenitaet-vom-risiko-zur-resilienz/
[2] https://www.luenendonk.de/digitale-souveraenitaet-wird-durch-hohe-abhaengigkeiten-von-it-und-cloud-providern-sowie-geopolitische-risiken-zur-top-prioritaet/
[3] https://www.heise.de/ix
[4] mailto:fo@heise.de

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Entwicklungsplattform: GitLab 18.10 führt Anmeldung per Passkey ein

Von Heise — 20. März 2026 um 15:36
Ein gezackter Schlüssel liegt auf einer Laptoptatstatur

(Bild: evkaz / Shutterstock.com)

Das Release ermöglicht die passwortlose Anmeldung mit Passkeys und erkennt falsch positive SAST-Vulnerabilities mithilfe der GitLab Duo Agent Platform.

Das März-Update für GitLab bringt Neuerungen für die Sicherheit, die das Einloggen und das Erkennen falsch positiver Security-Warnungen betreffen. Daneben erhebt das Release mit der Versionsnummer 18.10 den Support für die Conan 2.0 Package Registry zur Beta. Bislang war der Support für Conan, das C- und C++-Entwicklungsteams als Paketmanager nutzen, lediglich experimentell und auf die 1.x-Reihe beschränkt.

Verschlankte Explore-Seite

Auch für die Bedienung gibt es Neuerungen: In Explore präsentiert sich die Projects-Seite mit einer überarbeiteten Navigation, die redundante Optionen entfernt hat und dadurch übersichtlicher sein soll als bisher. Es gibt nun zwei Grundansichten, den Active-Tab und den Inactive-Tab. Entfernt wurden die Most starred-Projekte. Diese lassen sich auffinden, indem man die Projekte in den neuen Tabs nach ihrer Sternenanzahl sortiert. Der Trending-Tab soll in GitLab 19.0 entfallen.

Die neue Explore-Ansicht verschlankt die Ansichtsoptionen.
Die neue Explore-Ansicht verschlankt die Ansichtsoptionen.

Die neue Explore-Ansicht verschlankt die Ansichtsoptionen.

(Bild: GitLab)

Security-Updates: Passkeys und SAST

GitLab 18.10 ermöglicht Nutzerinnen und Nutzern aller Editionen das passwortlose Anmelden per Passkey und legt dies als Standardmethode in Accounts mit aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung fest. Passkeys bieten Sicherheitsvorteile wie Schutz vor Phishing. Der private Key verbleibt auf dem Gerät [1], während auf GitLab-Servern lediglich der öffentliche Key gespeichert wird.

Seit etwa zwei Monaten ist der KI-Service GitLab Duo Agent Platform [2] allgemein verfügbar. Im neuen Release hat auch eines seiner Features für Ultimate-Kunden die allgemeine Verfügbarkeit erreicht: das Erkennen von falsch positiven Befunden beim Static Application Security Testing (SAST). Diese Funktion lässt sich in den Gruppen- oder Projekteinstellungen aktivieren. Dann wird das Assessment, wie wahrscheinlich eine SAST-Vulnerability falsch positiv ist, automatisch ausgeführt und das Ergebnis direkt im Vulnerability-Bericht ausgegeben.

Alle Informationen zu diesen und weiteren Features im neuen Release finden Interessierte im GitLab-Blog [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11219727

Links in diesem Artikel:
[1] https://docs.gitlab.com/auth/passkeys/
[2] https://www.heise.de/news/GitLab-18-8-Duo-Agent-Platform-jetzt-allgemein-verfuegbar-11139238.html
[3] https://about.gitlab.com/releases/2026/03/19/gitlab-18-10-released
[4] mailto:mai@heise.de

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Es ist einfach besser als Notion | c't 3003

Von Heise — 20. März 2026 um 16:05

Ohne US-Cloud: Im Gegensatz zu Notion lässt sich Anytype datensicher lokal hosten. c't 3003 zeigt, wie man alles aus der mächtigen Notizen-App herausholt.

Mit der beliebten Notiz-App Notion lässt sich das ganze Leben durchorganisieren. Das Problem: Notion ist nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt, läuft komplett in US-Clouds und nervt seit einiger Zeit an jeder Ecke mit überladenen KI-Funktionen. Anytype bietet dagegen eine datensichere Alternative, die sich komplett auf dem eigenen Heimserver hosten lässt – inklusive lokaler KI-Funktionen. c't 3003 zeigt, wie es geht.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das sind alle meine Notizen, Arbeitsprojekte, Rezepte, Urlaube, Aufgaben und wichtige Dokumente, mein halbes Leben quasi, schön sortiert in einer Datenbank. Anytype heißt diese App, und die hat Notion für mich mehr als nur ersetzt, denn ich verwende meinen eigenen Server und lokale KI, um aus meinen Anytype-Notizen wirklich alles rauszuholen. Nicht nur an Notizqualität, sondern auch an Datensicherheit, weil da liegen ja ganz schön private Sachen drin, die ich eher ungern mit Notion, ohne echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und mit der Notion-KI, teilen würde. Und wenn ihr selbst Notion nutzt, ist euch das ja vielleicht auch schon aufgefallen, diese KI drückt euch Notion auch ständig rein. Super nervig. Außerdem kostet mich Anytype über meinen Homeserver keinen Cent beziehungsweise ein paar Euro, wenn ich das über einen Cloud-Server laufen lasse, versus 20 Euro im Monat bei Notion. Und auch dieses Video hab ich komplett mit Anytype organisiert und geskriptet.

Und jetzt sagt ihr vielleicht, ja, Anytype kenn ich und benutzt ihr ja vielleicht sogar schon, da hat Kollege Sahin ja auch schon ein Video drüber gemacht. Aber ich hab in den letzten Wochen so viel Zeit in dieser App verbracht und versuch da wirklich alles rauszuholen. Und in diesem Video zeige ich euch jetzt ganz konkret, wie ihr Anytype voll ausreizt, indem ihr eure Daten selbst hostet und eine lokal laufende KI verbindet. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei ...

Ich bin ja nicht der Einzige aus dem 3003-Team, der Anytype in Benutzung hat. Chris vom 4004-Podcast benutzt das auch voll gern und Sahin hat dazu ja vor einem knappen Jahr schon mal ein Video gemacht. Aber was soll ich sagen, seitdem ist halt mega viel passiert. Die App wird ständig weiterentwickelt, ich kann da zum Beispiel jetzt direkt Bilder aus der Datenbank Unsplash ziehen und die hier als Titelbild einfügen, und es gibt jetzt diese praktischen Tabs hier, da könnt ihr in einem Fenster mehrere Seiten offen haben, und es gibt eine API-Schnittstelle, mit der ihr externe Tools anschließen könnt. Ich hab da jetzt eine Chrome-Erweiterung, um Webseiten direkt in mein Anytype einzufügen, aber auch lokale KI per MCP, also Model Context Protocol. Das schauen wir uns gleich an, aber erst mal das Game-Changing-Feature im Vergleich zu Notion, das mich wirklich dauerhaft zu Anytype gebracht hat: der Sync über meinen eigenen Server.

Warum überhaupt ein eigener Server? Ja, Anytype speichert im Standard zwar alles schon Ende-zu-Ende-verschlüsselt auf Servern in der Schweiz, was ja schon ziemlich nice ist, aber entweder ihr habt da nur 100 Megabyte oder ihr zahlt halt wirklich viel Geld für wenig Speicher. Also 5 Dollar für 1 Gigabyte, 10 Dollar für 10 Gigabyte und 20 Dollar für 100 Gigabyte. Ich mein, fair, die müssen sich ja auch irgendwie refinanzieren, aber „local first“ heißt für mich halt auch, ich will zu 100 Prozent die Kontrolle über meine Daten. Klar, wenn das Internet mal weg ist, synct mein Handy trotzdem über Peer-to-Peer direkt mit meinem Rechner und meinem Tablet und meinen anderen Handys, aber damit der Sync auch von unterwegs aus klappt, wenn der Mac zugeklappt ist, mieten wir uns jetzt einen kleinen Cloud-Server, und da Anytype echt nicht anspruchsvoll ist, braucht er auch wenig Leistung. Das kostet halt so viel wie ein halber Döner im Monat und dadurch haben wir viel mehr Speicher und entscheiden eben selbst, wo unsere Daten liegen.

Alternativ könnt ihr das fast genauso über euren Heimserver machen, da braucht ihr dann nur einen Reverse-Proxy, das hab ich mit Tailscale gelöst, weil ich Anytype eh nur auf Geräten verwende, die über mein Tailscale verbunden sind. Das Gute: Für den eigenen Anytype-Sync-Server reichen die kleinsten VPS-Pakete locker aus. Und wenn ihr schon einen Webserver für Nextcloud oder so habt, dann könnt ihr den natürlich auch verwenden. Ich hab das im Video hier mal bei Strato ausprobiert, da kriegt ihr dieses Paket mit 120 GB SSD, 4 GB RAM und 2 vCPUs für 4 Euro im Monat. Bei Netcup kostet das zum Beispiel 4,87 und Vergleichbares gibt’s auch noch bei Hostinger, Hetzner, Ionos. Und ja, Speicherplatzsorgen habt ihr dann in Anytype auf jeden Fall nicht mehr.

Egal, für welchen Anbieter ihr euch jetzt entscheidet, klickt euch im Dashboard auf jeden Fall kurz eine Firewall zusammen. Ihr braucht Port 22 für den SSH-Zugriff, 80 und 443 fürs Web. Und jetzt kommt der Anytype-Trick: Die Ports 1001 bis 1016 müssen offen sein, und zwar für TCP und UDP. UDP ist extrem wichtig für das QUIC-Protokoll, das macht euren Sync später dann ziemlich schnell. Und wir brauchen noch eine essenzielle Kleinigkeit, eine eigene Domain. Warum? Anytype baut beim Starten im Hintergrund automatisch saubere SSL-Zertifikate für euch, also das grüne Schloss im Browser, und dafür braucht das System zwingend einen echten Domain-Namen. Also loggt euch kurz bei eurem Domain-Provider ein und legt eine Subdomain an, sowas wie anytype.euredomain.de. Dort setzt ihr dann einen simplen DNS-Eintrag, einen sogenannten A-Record, der genau auf die IP-Adresse von eurem neuen Server zeigt, und das war’s auch schon. Diese Domain ist dann quasi unser Türsteher, den wir gleich in der Config eintragen.

Wenn der Server läuft, loggt ihr euch am Rechner übers Terminal ein, den ganzen Codeblock zum einfachen Copy-and-paste packe ich euch unten in die Videobeschreibung, dann updaten wir kurz das System, ziehen uns Docker und klonen das offizielle Anytype-Docker-Repo. Jetzt wird’s kurz ein bisschen tricky, da bin ich bei meinem Setup nämlich erst mal voll reingelaufen. Ihr kopiert euch die Konfigurationsdatei, die env.default, in eine neue .env, und weil die Entwickler da aber anscheinend ständig rumbasteln, müsst ihr in der Datei einmal alle Version-Tags von prod auf latest ändern, sonst findet Docker die Images nicht und der Server streikt. Dann tragt ihr in der Datei noch eure eigene Domain ein, also anytype.euredomain.de, überschreibt unbedingt diese 127.0.0.1 bei External Listen Host, sonst lauscht der Server nämlich nur auf sich selbst und eure Anytype-Clients kommen von außen nie drauf.

Und noch zwei kleine Pro-Tipps für die Konfig: Setzt das Speicherlimit für den Anytype-Node auf etwas weniger Speicher, als ihr angemietet beziehungsweise in eurem Homeserver freigegeben habt. Also ich hab hier 120 GB SSD und lasse 10 GB noch frei, damit die Platte dann nicht unkontrolliert vollläuft und das System nicht crasht. Und gebt dem Container ruhig 1,5 GB RAM, dann flutschen da auch größere PDF-Uploads. So, dann feuert ihr das Ganze mit docker compose up -d an, der Server rödelt kurz und baut euch im Hintergrund ganz automatisch eure Krypto-Schlüssel und SSL-Zertifikate. Zum Schluss lasst ihr euch den Inhalt der generierten Datei client.yml ausgeben, das ist quasi dann euer Haustür-Schlüssel für eure Endgeräte. Den Text kopiert ihr euch und speichert ihn in einer Datei, und diese Datei importiert ihr dann in den Anytype-Netzwerkeinstellungen unter „Custom Network“. Der durchgestrichene Globus wird blau und zack, der Sync-Server läuft. Auf dem Smartphone und Tablet ist das genau das Gleiche, ihr zieht euch die client.yml-Datei rüber und wählt sie beim Einloggen aus, und euer komplett privater Sync steht.

So, Daten sind sicher, Sync läuft super schnell über unseren eigenen Webserver, Zeit für den Endgegner: künstliche Intelligenz. Und weil wir unsere privaten Notizen vorhin schon nicht auf fremde Server legen wollten, werfen wir die jetzt natürlich auch nicht ChatGPT oder Claude in den Rachen, wir machen das lokal. Das Stichwort heißt MCP, das Model Context Protocol, da haben wir auch ein eigenes Video schon zu gemacht, das findet ihr auch in der Beschreibung, und damit können wir einem LLM direkt Zugriff auf unser Anytype geben. Ich habe hier ein MacBook Pro mit M2 Max und 64 GB RAM stehen, also eigentlich eine absolute Maschine für sowas, und das zum Laufen zu bringen ist auf dem Mac auch gar nicht so schwer.

Eigentlich braucht ihr nur zwei Dinge. Erstens Node.js, erster kleiner Stolperstein bei mir übrigens, ich hatte noch Version 18.15 auf dem Rechner und damit zickt das Ganze rum, ihr müsst Node also am besten einmal auf die aktuellste Version bringen. Zweitens brauchen wir LM Studio, das ist ein kostenloses Programm, mit dem ihr LLMs wie Llama oder Qwen mit zwei Klicks direkt auf eurem Rechner ausführen könnt. Ich habe Qwen 3.5 einmal in der 9B- und einmal in der 30B-Variante genommen, und die Einrichtung ist erstaunlich simpel. Ihr öffnet LM Studio, geht in die Einstellungen zu den MCP-Servern und kopiert da einfach einen kleinen JSON-Code rein, der auf den Anytype-Ordner auf eurem Mac verweist, und das war’s.

Und was macht man dann in der Praxis damit? Na ja, ihr könnt in LM Studio ganz normal chatten, aber die KI kennt halt eure Anytype-Datenbank. Wichtig ist aber: genau prompten. Also bei den großen LLMs ist das wirklich notwendig, ich bin da am Anfang oft in so Endlosschleifen gelaufen, weil die KI einfach in meinem ganzen Anytype-Space nicht gecheckt hat, was ich eigentlich will. Also ich habe da zum Beispiel halt meine Videoprojekte drin und wenn ich da einfach schreibe: „Fasse mir meine aktuellen Videoprojekte zusammen“, dann kann das mal ins Leere laufen. Was schon mal hilft, ist, wenn ihr immer den Namen von eurem Space mit in den Prompt schreibt. Ganz konkret könnt ihr dann zum Beispiel euren Space durchsuchen, aber eben nicht nur nach einem Wort, sondern so kontextbezogen. Also wenn ihr ganz spezielle Infos aus einem Zeitraum oder so wollt.

Das geht eben auch nach Relationen, also zum Beispiel: „Durchsuche meinen Anytype-Space Lucas Space nach allen Objekten vom Typ Videoprojekt, filtere die Ergebnisse so, dass nur die angezeigt werden, die im Titel Short stehen haben und deren Relation Priorität auf Hochgesetzt ist. „Gib mir eine kurze tabellarische Übersicht mit dem Status und dem letzten Änderungsdatum.“ Oder ihr erstellt eine neue Seite, zum Beispiel ein Rezept, in dem ihr einfach nur den Text copy and pasted: „Ich kopiere gleich einen Text für ein Nudelgericht, erstelle daraus ein neues Objekt in Anytype, nutze den Objekttyp Rezept, extrahiere den Namen als Titel, erstelle eine strukturierte Liste für die Zutaten im dafür vorgesehenen Bereich und formatiere die Zubereitungsschritte als nummerierte Liste. Hier ist der Text.“ Oder ihr ergänzt einfach eine bestehende Seite, zum Beispiel mit Checklisten, und verknüpft dann andere bestehende Seiten: „Suche die Seite mit dem Titel Übersicht Reisen, analysiere den aktuellen Inhalt und füge am Ende einen neuen Abschnitt namens Reiseideen 2026 hinzu. Ergänze dort eine Checkliste mit den Zielen Japan, Norwegen und Portugal, verknüpfe zudem meine bestehende Notiz Ausrüstungsliste Wandern.“

Aber Achtung, jetzt kommt mein größter Fail beim Testen. Ich hab da fröhlich rumgepromptet und plötzlich spuckt LM Studio mir einen Fehler aus. Was war passiert? Mein Anytype-Vault ist inzwischen so groß, dass die Datenmenge das Kontextfenster der KI komplett gesprengt hat. Also das Kontextfenster ist ja quasi das Kurzzeitgedächtnis der KI und das war hier im Standard auf knapp 4000 Token limitiert. Die Lösung ist dann theoretisch einfach, man dreht das Kontextfenster in LM Studio einfach hoch. Aber ich sag’s euch ganz ehrlich, wenn ihr das auf 16.000 oder 32.000 Token hochballert, dann fängt auch mein M2 Max schon richtig an zu schwitzen. Das Generieren dauert dann länger und man starrt dann manchmal minutenlang auf den Bildschirm. Also stellt eure Prompts möglichst präzise und sagt der KI genau, in welchem Zeitraum oder nach welchem Text sie suchen soll. Je weniger irrelevante Anytype-Daten in das Kontextfenster geladen werden, desto schneller habt ihr eure Antwort.

Und ich hab gemerkt, dass es meistens gar nicht unbedingt die großen Modelle braucht, um Dinge mit meinen Notizen zu machen. Also meine Empfehlung nach einigen Tests: Benutzt Qwen 3.5 9B. Das hat für die meisten Sachen gereicht. Wenn ich dann aber längere Texte damit reingegeben habe, dann habe ich schon die 30B-Variante gebraucht. Also, falls ihr es noch nicht gemerkt habt, Anytype ist wirklich zu meiner absoluten Lieblings-App geworden. Es ist so nice, einen Platz zu haben, wo man wirklich alles reinschmeißen kann. Also für mich ist das wirklich eine Everything-App. Bewerben die auch so. Und im Gegensatz zu Notion habe ich halt auch die volle Kontrolle über meine Daten. Also da ist die Hemmschwelle wirklich auch wichtige, aber sensible Sachen wie einen Perso, Mietvertrag und so abzulegen, deutlich geringer.

Und was ich besonders nice finde: Anytype macht Sinn, wenn man einfach schnell Sachen notieren will und eben nicht mehr einfach Google Docs verwenden möchte, kann aber auch mit einem wachsen, also wenn man Bock drauf hat. Aber wenn ihr bisher abgeschreckt seid, gebt dem Ganzen mal eine Chance und schaut euch auch unbedingt Sahins Video dazu an. Die Zeit, die man da reinsteckt, lohnt sich voll, finde ich. Na ja, schreibt gern mal eure krassesten Anytype-Hacks in die Kommentare, hört unseren Podcast, abonniert den Kanal, lest unsere Newsletter und habt noch einen schönen Resttag. Tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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https://www.heise.de/-11219037

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[2] https://www.heise.de/ct
[3] mailto:sahe@heise.de

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Anzeige: Alternative Makita-Akkus für unter 20 Euro das Stück

Von Benjamin Gründken — 20. März 2026 um 18:35
Bei Amazon kostet ein Set aus zwei 5 Ah großen Akkus für Makita-Werkzeuge mit 18 Volt keine 40 Euro.
Im Netz gibt es zahlreiche Alternativanbieter. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Bonadget; Montage: Golem.de) amazon Affiliate

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Im Netz gibt es zahlreiche Alternativanbieter. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Bonadget; Montage: Golem.de

Ersatzakkus für das 18-Volt-System von Makita sind zahlreich verfügbar, und Angebote wie die Bonadget-Doppelpacks mit nominell 5,0 Ah Kapazität wirken auf den ersten Blick attraktiv. Zwei Akkus für unter 40 Euro liegen deutlich unter dem Preisniveau originaler Makita-Akkus, was insbesondere bei intensiver Nutzung oder als Reserve verlockend erscheint. Dennoch lohnt ein nüchterner Blick auf die technischen Angaben und die praktischen Unterschiede.

Was versprechen die Akkus?

Die ausgewiesene Kapazität von 5.000 mAh entspricht dem gängigen Standard hochwertiger LXT-Akkus. Allerdings bleibt bei Drittanbietern oft unklar, welche Zellqualität tatsächlich verbaut ist. Während Originalakkus in der Regel Marken-Zellen nutzen und eng kontrolliert werden, kann die Streuung bei Alternativen größer sein. Das kann sich in geringerer Laufzeit, schnellerem Kapazitätsverlust oder höherer Wärmeentwicklung äußern. Auch die angegebene Leistung von 90 Watt ist wenig aussagekräftig, da sie stark vom jeweiligen Gerät und Lastprofil abhängt.

Positiv hervorzuheben sind die integrierten Schutzfunktionen. Angaben zu Überlade-, Überstrom- und Überhitzungsschutz gehören inzwischen zum Standard und sind grundsätzlich sinnvoll. Ob diese Schutzmechanismen in der Praxis genauso zuverlässig arbeiten wie bei Originalakkus, lässt sich jedoch aus Herstellerangaben allein nicht ableiten. Gerade bei intensiven Anwendungen – etwa in Winkelschleifern oder leistungsstarken Bohrhämmern – zeigt sich oft erst im Alltag, wie stabil ein Akku arbeitet.

Die beworbene Kompatibilität mit einer Vielzahl von Makita-18V-Modellen ist typisch für solche Ersatzprodukte. Mechanisch passen diese Akkus in der Regel problemlos. Einschränkungen können jedoch bei der Kommunikation zwischen Akku und Gerät auftreten, etwa bei Ladezustandsanzeigen oder bei Geräten, die spezifische Akku-Informationen auslesen. Auch die Ladegeräte-Kompatibilität ist meist gegeben, dennoch können Ladezeiten variieren.

Ein weiterer Punkt ist die Langzeitzuverlässigkeit. Während originale Makita-Akkus oft über mehrere Jahre hinweg eine konstante Leistung liefern, zeigen günstige Alternativen nicht selten schneller Verschleißerscheinungen. Die Garantie von zwölf Monaten wirkt im Vergleich eher kurz, insbesondere im Kontext intensiver Nutzung.

Befristet im Angebot

Unterm Strich bieten solche Ersatzakkus oft ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis für gelegentliche Einsätze oder als Zweitakku. Aktuell kosten zwei Akkus im Set nur 39,08 Euro

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, also keine 20 Euro das Stück. Die Offerte wird als befristet bis zum 30. März ausgewiesen, wobei Amazon den Versand übernimmt und ein Drittanbieter als Händler fungiert.

2 Stück 5000mAh Ersatzakku

Zum Angebot

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Solarzellproduktion: Tesla verhandelt Kauf von Solartechnik für Milliarden Dollar

Von Johannes Hiltscher — 20. März 2026 um 17:50
Elon Musk will in den USA eine große Solarzellproduktion aufbauen. Mit chinesischen Maschinenbauern laufen Verhandlungen zum Kauf der Technik.
Solarzellen auf dem Dach eines Gebäudes von SpaceX (Bild: Steve Jurvetson, Flickr)
Solarzellen auf dem Dach eines Gebäudes von SpaceX Bild: Steve Jurvetson, Flickr / CC-BY 2.0

Elon Musk ist großer Solar-Fan , doch die Einfuhrzölle der USA für Panels aus China machen sie nach seiner Aussage wirtschaftlich unattraktiv . Beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Musk daher im Januar 2026 erstmals vom Aufbau einer eigenen Fertigung für Tesla und SpaceX.

Die Pläne werden derzeit konkreter, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet : Tesla befindet sich demnach mit drei chinesischen Maschinenbauern in fortgeschrittenen Verhandlungen.

Sie sollen die Technik für die Herstellung von Solarzellen und -panels liefern, Know-how, das mittlerweile in der Volksrepublik konzentriert ist. Insgesamt soll es um ein Auftragsvolumen von 2,9 Milliarden US-Dollar gehen.

Hochgesteckte Ziele

Denn wie immer macht Musk gleich große Pläne: Die geplante Fabrik soll jährlich Solarzellen mit einer Gesamtleistung von 100 GW herstellen.

Ein solcher Umfang hieße, dass die geplante Fabrik jährlich Solarzellen mit einer Leistung produzieren würde, die dem Dreifachen des Zubaus an Solarkapazität in den USA im Jahr 2024 entspricht. Für die Umsetzung der Pläne setzte Musk drei Jahre an.

Erste Stellenausschreibungen

Eine Stellenausschreibung auf der Tesla-Homepage unterstreicht die hochgesteckten Ziele: Der einzustellende Staff Manufacturing Development Engineer solle "helfen, vor Ende 2028 eine 100-GW-Solarzellfertigung auf US-Boden aufzubauen" .

Aktuell sucht Tesla einen Mitarbeiter, der die Solarzellproduktion aufbaut. (Bild: Tesla)
Bild 1/1: Aktuell sucht Tesla einen Mitarbeiter, der die Solarzellproduktion aufbaut. (Bild: Tesla)

Eine Lieferung der Maschinen soll bis zum Herbst 2026 erfolgen, wobei fraglich ist, ob sich dies auf das gesamte Auftragsvolumen bezieht. Obwohl die erwähnte Stelle in Kalifornien ausgeschrieben ist, sollen die Maschinen wohl nach Texas geliefert werden.

Laut Reuters laufen aktuell Verhandlungen mit Suzhou Maxwell Technologies, das Siebdruckmaschinen für die Solarzellfertigung herstellt, sowie Shenzhen S.C New Energy Technology und Laplace Renewable Energy ​Technology. Während die US-Regierung die Maschinen nicht mit Zöllen belegt, könnte die chinesische Regierung zum Problem werden. Einen Teil der Ausfuhren muss sie den Quellen von Reuters zufolge genehmigen.

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Rüstungsgeschäft: SAP profitiert von steigenden Militärausgaben

Von Nils Matthiesen — 20. März 2026 um 17:20
Steigende Verteidigungsbudgets durch den Krieg gegen den Iran treiben das Geschäft von SAP . CEO Klein sieht darin einen Wettbewerbsvorteil.
CEO Christian Klein bestätigt Wachstum von Rüstungs-Software bei SAP. (Bild: Alex Grimm/Getty Images)
CEO Christian Klein bestätigt Wachstum von Rüstungs-Software bei SAP. Bild: Alex Grimm/Getty Images

Der Softwarekonzern SAP verzeichnet in seiner Rüstungssparte derzeit das stärkste Wachstum innerhalb des gesamten Portfolios. Wie CEO Christian Klein in einem Interview mit Bloomberg bestätigte, hat sich die Verteidigungsindustrie angesichts weltweit steigender Militärbudgets zur am schnellsten wachsenden Business-Line des Unternehmens entwickelt.

Rund 10 Prozent seines Gesamtumsatzes erwirtschaftet der Walldorfer Konzern mittlerweile in diesem Sektor. Laut Klein treibt vor allem der Bedarf an moderner Software und künstlicher Intelligenz die Nachfrage voran.

Hintergrund sind die Erhöhungen der Verteidigungsausgaben, die infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 sowie aktuell durch den Krieg gegen den Iran ausgelöst wurden. Die Streitkräfte investieren verstärkt in die Digitalisierung ihrer Infrastruktur, um die Einsatzbereitschaft und Logistik zu skalieren.

Herausforderungen bei der Bundeswehr-Migration

Ein zentrales Großprojekt bleibt die Migration der Systeme der Bundeswehr auf moderne SAP-Lösungen. Diese steuern künftig die Logistik, das Personalmanagement sowie die Verwaltung.

Klein räumte ein, dass das Projekt durch Softwarefehler verzögert worden sei. Insbesondere die Synchronisation von Daten nach einem Offlinemodus – eine kritische Funktion für Marineschiffe, die zeitweise ohne Verbindung operieren – habe technische Schwierigkeiten bereitet.

Diese Probleme sind laut Klein inzwischen behoben. Der CEO sieht in der Bewältigung solcher komplexer militärischer Anforderungen einen klaren Wettbewerbsvorteil. SAP demonstriere damit die Fähigkeit, hochspezialisierte und datenschutzrechtlich komplexe Anforderungen verschiedener Nationen weltweit zu erfüllen.

Auswirkungen auf die globale Lieferkette

Trotz des Wachstums im Defense-Bereich lässt sich der Gesamteffekt der globalen Konflikte auf SAP laut Klein noch nicht abschließend beziffern. Der Krieg gegen den Iran beeinträchtigt gleichzeitig die Energielieferketten, den Finanzsektor und den Transportsektor im Nahen Osten – Branchen, in denen SAP mit Kunden wie Saudi Aramco oder der Saudi Awwal Bank ebenfalls vertreten ist.

Das Unternehmen setzt darauf, dass die Notwendigkeit zur Prozessoptimierung mittels KI den Bedarf an Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) weiter hochhalten wird. Die Bewältigung unterschiedlicher nationaler Regulierungen wertet Klein dabei als einen spezifischen Wettbewerbsvorteil von SAP.

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Störungsmeldung vom 20.03.2026 16:30

Von heise online — 20. März 2026 um 16:30

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
20.03.2026 16:30
Region
Witten (02302)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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Klimaskeptiker sind lernbereiter als Klimaschützer glauben

Von Andrej Simon — 20. März 2026 um 16:45
Lehrerin mit einem Globus

Bild: shutterstock.com

Klimaskeptiker lernen schneller um als gedacht. Doch Wissen allein reicht nicht. Was wirklich fehlt, ist überraschend.

Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Doch wie erreicht man die Öffentlichkeit mit wirksamen Botschaften?

Eine aktuelle Studie [1] des Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), mit Sitz in Tübingen, zeigt: Die Kommunikation des hohen wissenschaftlichen Konsenses (97 Prozent der Klimawissenschaftler sind sich einig) kann als "Gateway" dienen, um das Lernen aus Klimabildungsvideos zu steigern.

Die Forscher nutzten dazu Videos von KLIMA° vor acht [2] und testeten die Wirkung verschiedener Konsens-Botschaften in einem Experiment mit 941 Teilnehmern in Deutschland.

Die Studie weist darauf hin, dass die Kommunikation eines falschen, niedrigen Konsenses einen stark negativen Effekt hat und die öffentliche Wahrnehmung der wissenschaftlichen Einigkeit erheblich senkt. Der negative Effekt einer solchen Falschinformation kann durch eine nachträgliche, korrekte Konsens-Botschaft allerdings wieder vollständig korrigiert werden.

Menschen passen ihre eigene, oft zu niedrige Schätzung des Konsenses an die kommunizierte, hohe Prozentzahl an, wie einer der Verfasser der Studie des Perception Action Lab [3]des Leibniz-Institut für Wissensmedien (IWM), Jan Pascal Göbel, in einem YouTube-Video [4] erklärt.

Botschaften, die einen niedrigen wissenschaftlichen Konsens zum Klimawandel vermitteln, bergen demnach ein erhebliches Risiko: Sie können die wahrgenommene Einigkeit unter Experten deutlich senken. In der Studie zeigte sich, dass ein ursprünglich angenommener Konsens von 71 Prozent durch die Kommunikation einer niedrigeren Zahl (55 Prozent) im Schnitt auf etwa 65 Prozent oder darunter absank – ein Niveau, das bereits Zweifel an der wissenschaftlichen Einigkeit begünstigt.

Dieser negative Effekt beeinflusste jedoch nicht das Lernen aus begleitenden Bildungsvideos. Zudem ließ er sich vollständig korrigieren: Wurde nachträglich der tatsächliche hohe Konsens von 97 Prozent unter den Wissenschaftlern kommuniziert, passte sich die Wahrnehmung wieder an das Niveau von Personen an, die von Beginn an die korrekte Information erhalten hatten. Bei Personen, die mit einer Falschinformation konfrontiert wurden, war die Korrektur umso wirksamer, je unsicherer sie sich ursprünglich in ihrer Einschätzung waren.

Die Ergebnisse legen nahe, dass korrekt platzierte Konsensbotschaften – etwa vor Bildungsinhalten – nicht nur Fehleinschätzungen ausgleichen, sondern auch das Lernen unterstützen können.

Das Aufmerksamkeitsproblem: Labor-Erfolge scheitern in der Praxis

Allerdings bleibt eine zentrale Hürde: die Aufmerksamkeit. Eine Studie im British Journal of Political Science [5] vom August letzten Jahres zeigt, dass Botschaften, die im Labor funktionieren, in der Praxis oft scheitern – weil die Zielgruppen sie gar nicht erst wahrnehmen. In einem Feldexperiment mit Postkarten, die auf Basis erfolgreicher Umfrage-Experimente gestaltet wurden, zeigte sich: Die Botschaften hatten keine messbaren Effekte auf Klimaeinstellungen.

Erst als die Teilnehmer in einem Folge-Experiment gezwungen wurden, die Postkarten eine Minute lang zu betrachten, zeigten sich deutliche Effekte – ähnlich wie in früheren Labor-Studien. Ein weiterer Versuch, die Aufmerksamkeit zu steigern, scheiterte ebenfalls: Postkarten mit auffälligen Rubbelfeldern ("Scratch-off panels") funktionierten nicht besser als Standard-Postkarten.

Sechs Schlüsselwahrheiten: Was wirkt wirklich?

Eine US-Studie [6], erschienen in der Fachzeitschrift in Climatic Change im April 2025, untersuchte, welche "Schlüsselwahrheiten" über Klimawandel am stärksten mit politischer Unterstützung, Informationssuche und politischem Aktivismus zusammenhängen.

Die sechs Wahrheiten sind demnach:

  • "Es ist real" (Klimawandel findet statt)
  • "Wir sind es" (Menschen verursachen ihn)
  • "Experten sind sich einig" (97-prozentiger Konsens)
  • "Es ist schlimm" (Klimawandel schadet)
  • "Andere kümmern sich" (soziale Normen)
  • "Es gibt Hoffnung" (Handlungsmöglichkeiten).

Die Ergebnisse zeigen: Soziale Normen ("Andere kümmern sich") sind die konsistentesten Prädiktoren für alle untersuchten Verhaltensweisen – von Informationssuche über politische Unterstützung bis hin zu Aktivismus.

Interessanterweise war "Es ist real" in keinem Modell ein signifikanter Prädiktor – möglicherweise, weil die Mehrheit der Amerikaner mittlerweile überzeugt ist, dass Klimawandel stattfindet.

Glaubwürdigkeit der Quelle entscheidend

Eine aktuelle US-Studie, erschienen Februar im Journal of Environmental Psychology [7], verweist darauf, dass die wahrgenommene Glaubwürdigkeit der Informationsquelle (z.B. Wissenschaftler im Vergleich zu Politikern) ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz von Klimainformationen ist.

Die Studie testete zwölf verschiedene Informationsquellen über zwei verschiedene Frames. Ergebnis: Wissenschaftler und Graswurzel-Aktivisten wurden als glaubwürdigste Quellen bewertet, während Fossil-Fuel-Vertreter und die Republikanische Partei (GOP) als am wenigsten glaubwürdig galten.

Klimaskeptiker sind offener als gedacht

Zu einem bemerkenswerten Ergebnis in diesem Zusammenhang kam im Mai letzten Jahres eine Studie der Universität Mannheim [8]: Klimaskeptiker sind demnach offener für neue Informationen als allgemein angenommen.

In Umfragen mit mehreren hundert Menschen in den USA reagierten Klimaskeptiker auf evidenzbasierte Informationen über Klimawandel – und zwar offener, als sie selbst oder andere erwartet hatten.

Allerdings: Selbst, wenn Zweifler ihre Haltung überdenken, führt dies selten zu politischem Engagement oder klimafreundlichem Verhalten.

"Unsere Studie bestand aus einer einzigen Exposition gegenüber einer Klimawandel-Nachricht, und wir zeigten, dass dies ausreicht, um Überzeugungen zu beeinflussen; jedoch könnte die Änderung des Verhaltens wiederholten Zugang zu Informationen über Klimawandel erfordern", so die Forscher.

Weniger Klimaberichterstattung trotz steigender Relevanz

Trotz der belegten Wirkung von Klimaberichterstattung nimmt deren Anteil im öffentlich-rechtlichen Fernsehen stetig ab. Laut einer aktuellen Programmauswertung von KLIMA° vor acht entfielen bisher im Jahr 2026 nur noch 0,8 Prozent des Gesamtprogramms (Stand 26.02.26) des ersten Programms (ARD) auf Klimathemen. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 waren es 1,3 Prozent, im Jahr 2024 1, 49 Prozent und 2,2 Prozent im Jahr 2023.

Das Team von KLIMA° vor acht [9] fordert deshalb ein tägliches, kurzes TV-Format zur Primetime – direkt vor der Tagesschau – als wirksames Mittel gegen Klima-Desinformation und für eine informierte Öffentlichkeit.

Konsens-Kommunikation wirkt – aber nur, wenn sie ankommt

Zusammenfassend zeigen die Studien: Die Kommunikation des wissenschaftlichen Konsenses ist wirksam – aber nur, wenn die Botschaften auch ankommen. Falschinformationen über einen niedrigen Konsens schaden erheblich, lassen sich aber korrigieren.

Die größte Hürde ist die Aufmerksamkeit. Entscheidend für die Akzeptanz von Klimainformationen ist die Glaubwürdigkeit der Quellen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11219924

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494426000149
[2] https://klimavoracht.de/
[3] https://www.youtube.com/@PerceptionActionLab
[4] https://www.youtube.com/watch?v=SnyA4IQLZ2U
[5] https://www.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-political-science/article/not-getting-the-message-on-climate-attention-as-a-key-barrier-to-massmarketing-experimentallyvalidated-messages/452AA226C0AA458101A35CFF63E80FE6
[6] https://link.springer.com/article/10.1007/s10584-025-03934-3
[7] https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0272494425003792
[8] https://www.uni-mannheim.de/en/newsroom/media-relations/press-releases/2025/mai/study-climate-change-communication/
[9] https://klimavoracht.de/team/

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DNA als Festplatte: Forscher machen Erbgut wiederbeschreibbar

Von Kai Imhoff — 20. März 2026 um 15:00
DNA-Doppelhelix vor blauem Hintergrund

(Bild: Billion Photos / Shutterstock.com)

US-Forscher verwandeln DNA in eine wiederbeschreibbare Festplatte. Alle Daten der Welt könnten in einen Schuhkarton passen – sicher vor Hackern.

Ein Forscherteam der University of Missouri hat eine Methode entwickelt, mit der sich in DNA gespeicherte Daten löschen und überschreiben lassen.

Damit verwandeln die Wissenschaftler das Erbgut-Molekül von einem reinen Archivmedium in eine Art digitale Festplatte – mit enormer Speicherdichte und einer Haltbarkeit von Jahrtausenden.

Die Studie [1] erschien in der Fachzeitschrift PNAS Nexus.

Von der Einweg-Speicherung zur wiederbeschreibbaren DNA

Die Idee, digitale Informationen in synthetischer DNA abzulegen, existiert seit Jahrzehnten. Bereits 1959 schlug [2] der Physiker Richard Feynman dieses Konzept vor.

Das Prinzip: Computer speichern Daten als Abfolge von Nullen und Einsen. Bei der DNA-Speicherung übersetzen Wissenschaftler diese Binärcodes in Kombinationen der vier chemischen Bausteine A, C, G und T – also genau jene Basen (Adenin, Cytosin, Guanin und Thymin), aus denen auch der genetische Code aller Lebewesen besteht.

Spezielle Maschinen bauen dann synthetische DNA-Stränge, die dieses Muster tragen.

Das Problem: Einmal in DNA geschriebene Daten ließen sich bisher nicht mehr verändern. Fotos, Videos oder Dokumente waren nach der Kodierung dauerhaft fixiert. Für eine Langzeitarchivierung reicht das aus – für den alltäglichen Gebrauch, bei dem Nutzer Dateien regelmäßig aktualisieren oder ersetzen wollen, war die Technologie damit unbrauchbar.

Genau diese Hürde hat das Team um Professor Andrew Gu nun genommen. "DNA ist unglaublich – sie speichert den Bauplan des Lebens in einem winzigen, stabilen Paket", erklärte Gu [3]. "Wir wollten herausfinden, ob wir Informationen auf molekularer Ebene schneller, einfacher und effizienter als je zuvor speichern und überschreiben können."

So funktioniert das Auslesen der Daten

Um gespeicherte Dateien wieder abrufen zu können, entwickelt das Team ein kompaktes elektronisches Gerät mit einem sogenannten Nanoporen-Sensor.

Vereinfacht gesagt handelt es sich um einen Detektor auf molekularer Ebene: Die DNA wandert durch eine winzige Pore und erzeugt dabei feine elektrische Signale. Eine Software wandelt diese Signale zurück in Nullen und Einsen – und schließlich in die ursprüngliche Datei, sei es ein Foto, ein Video oder ein Dokument.

Nach Angaben der Forscher arbeitet ihr System schneller, einfacher und umweltfreundlicher als bisherige Ansätze zur DNA-Speicherung. Langfristig will Gu das Gerät auf die Größe eines handelsüblichen USB-Sticks verkleinern.

Enorme Kapazität und Schutz vor Hackern

Die Vorteile der DNA-Speicherung klingen für den Alltag vielversprechend. DNA speichert Informationen dreidimensional statt auf flachen Chips. Die Speicherdichte ist so hoch, dass theoretisch sämtliche Daten der Welt in einen einzigen Schuhkarton passen würden.

Bei kühler und trockener Lagerung bleibt die DNA über Jahrtausende stabil und verbraucht dabei weit weniger Energie als herkömmliche Rechenzentren.

Ein weiterer Vorteil betrifft die Sicherheit: Da DNA als physisches Molekül existiert und nicht permanent mit dem Internet verbunden ist, bietet sie zusätzlichen Schutz vor Cyberangriffen.

"Stellen Sie sich das wie einen extrem sicheren Tresor für Ihr digitales Leben vor", sagte Gu. "DNA-Speicher könnten alles schützen, von persönlichen Erinnerungen und wichtigen Dokumenten bis hin zu wissenschaftlichen Daten und Unternehmensarchiven – ohne die zusätzlichen Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit."


URL dieses Artikels:
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[1] https://academic.oup.com/pnasnexus/article/4/9/pgaf233/8248423
[2] https://interestingengineering.com/innovation/dna-hard-drive-data-storage
[3] https://engineering.missouri.edu/2026/mizzou-researchers-developing-a-rewritable-dna-hard-drive/

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IEA empfiehlt Sparmaßnahmen gegen Ölkrise – Pentagon will Kriegskasse vergrößern

Von Marcel Kunzmann — 20. März 2026 um 14:30
Eine deutsche Autobahn

Die IEA schlägt angesichts der beginnenden Energiekrise Sparmaßnahmen vor

(Bild: Losowski WE/Shutterstock.com)

Die Internationale Energieagentur rät zu Homeoffice und Tempolimits, um die Folgen der Ölkrise abzufedern. Indes stockt Washington die Kriegskasse auf.

In Folge des Irankriegs [1] steht die Welt am Anfang einer weltweiten Energiekrise. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat jetzt ihren Mitgliedsländern – darunter auch Deutschland und die meisten EU-Staaten – zehn konkrete Sofortmaßnahmen empfohlen [2], um den Ölverbrauch zu senken und Haushalte sowie Unternehmen vor den Auswirkungen der eskalierenden Energiekrise zu schützen.

Hintergrund ist die massive Störung des Ölhandels durch die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs transportiert werden. Die Durchfahrt ist infolge der iranischen Reaktion auf den US-israelischen Angriffskrieg auf ein Minimum zurückgegangen.

Der Wegfall von rund 20 Millionen Barrel Rohöl und Ölprodukten pro Tag, die üblicherweise durch die Meerenge verschifft werden, hat die Märkte erheblich angespannt. Der Rohölpreis ist auf über 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen, bei Diesel, Kerosin und Flüssiggas (LPG) fielen die Preissprünge noch stärker aus.

Zehn Maßnahmen gegen den Ölschock

Der Großteil der IEA-Empfehlungen zielt auf den Straßenverkehr ab, der rund 45 Prozent der weltweiten Ölnachfrage ausmacht. Im Einzelnen schlägt die Agentur vor:

Wo möglich, solle von zu Hause gearbeitet werden, um den Pendelverkehr zu reduzieren. Tempolimits auf Autobahnen sollten um mindestens zehn Kilometer pro Stunde gesenkt werden, was den Kraftstoffverbrauch sowohl bei Pkw als auch bei Lkw spürbar verringere.

Öffentliche Verkehrsmittel sollten stärker genutzt und Fahrgemeinschaften gebildet werden. Für Großstädte empfiehlt die IEA ein Rotationssystem nach Nummernschildern: Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Kennzeichen dürften an unterschiedlichen Wochentagen in bestimmte Zonen einfahren.

Darüber hinaus rät die Agentur, Flugreisen zu vermeiden, wo Alternativen bestehen, und LPG vorrangig für lebensnotwendige Zwecke wie das Kochen zu reservieren statt als Treibstoff einzusetzen. Elektrisches Kochen und andere moderne Alternativen sollten gefördert werden, um die Abhängigkeit von Flüssiggas zu verringern.

In der Industrie könnten Betriebe, die LPG als Ausgangsstoff verwenden, auf Alternativen wie Naphtha umsteigen, um Flüssiggas für dringendere Verwendungen freizusetzen.

"Größte Versorgungsstörung in der Geschichte des Ölmarkts"

IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol bezeichnete die Lage als "große Energiekrise" mit der "größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarkts". Sollte der Iran-Konflikt nicht rasch gelöst werden, "werden die Auswirkungen auf die Energiemärkte und die Volkswirtschaften immer schwerwiegender", so Birol.

Der Bericht biete ein "Menü sofortiger und konkreter Maßnahmen", das Regierungen weltweit – in Industrie- wie in Entwicklungsländern – nutzen könnten.

Bereits am 11. März hatten die IEA-Mitgliedsstaaten die größte Freigabe strategischer Ölreserven in der Geschichte der Organisation beschlossen: 400 Millionen Barrel. Die Agentur betonte jedoch, dass angebotsseitige Maßnahmen allein das Ausmaß der Störung nicht ausgleichen könnten. Die Nachfrageseite sei ein "entscheidendes und sofort verfügbares Instrument".

Erste Länder handeln bereits

Wie der britische Guardian berichtet [3], haben mehrere Staaten bereits reagiert. Österreich und Griechenland haben Gewinnmargen an Tankstellen gedeckelt. In Großbritannien erhalten einkommensschwache Haushalte Hilfen für Heizöl. Verschiedene Länder haben zudem Dienstreisen für Regierungsmitarbeiter eingeschränkt und Kampagnen zur Senkung des Energieverbrauchs gestartet.

Australien hat bislang vor allem auf der Angebotsseite reagiert – etwa durch eine vorübergehende Lockerung von Kraftstoffstandards und Ermittlungen gegen mögliches wettbewerbswidriges Verhalten großer Tankstellenbetreiber. Über Notfallpläne wie eine Kraftstoffrationierung wollten sich die australischen Bundesstaaten bisher nicht äußern.

Die Sorge wächst unterdessen, dass die USA keine klare Ausstiegsstrategie aus dem Konflikt haben, die eine stabile Wiederaufnahme des Ölhandels durch die Straße von Hormus garantieren könnte. Nachdem in der vergangenen Woche Energieinfrastruktur in der Golfregion angegriffen wurde, hat sich das Risiko langfristiger Lieferausfälle weiter erhöht.

Pentagon fordert 200 Milliarden US-Dollar für den Iran-Krieg

Die USA bereiten sich indes auf einen längeren und kostspieligen Krieg vor. Wie die New York Times berichtet [4], hat das Pentagon einen Antrag über 200 Milliarden US-Dollar für den Krieg gegen den Iran an das Weiße Haus übermittelt. Die Summe entspricht fast einem Viertel des gesamten jährlichen US-Verteidigungshaushalts.

"Natürlich kostet es Geld, die Bösen zu töten", sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Zahl könne sich noch verändern, fügte er hinzu.

Allein die ersten sechs Tage des Krieges haben laut Pentagon-Angaben gegenüber dem Kongress mehr als 11,3 Milliarden US-Dollar gekostet. Zum Vergleich: Die USA gaben über 13 Jahre hinweg 815 Milliarden Dollar für den Irakkrieg aus, und seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 wurden 188 Milliarden Dollar an Hilfen bereitgestellt.

Wie lange die 200 Milliarden Dollar reichen sollen und welche Operationen sie abdecken würden, ist bislang nicht bekannt. Die Höhe der Forderung deutet jedoch darauf hin, dass sich das US-Militär auf ein längerfristiges Engagement einstellt – entgegen der Andeutungen von Trump, der Krieg könne bald enden.


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[1] https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026
[2] https://www.iea.org/news/new-iea-report-highlights-options-to-ease-oil-price-pressures-on-consumers-in-response-to-middle-east-supply-disruptions
[3] https://www.theguardian.com/business/2026/mar/20/oil-price-energy-watchdog-iea-emergency-measures-work-from-home-slow-down-on-the-road
[4] https://www.nytimes.com/2026/03/19/world/middleeast/pentagon-200-billion-iran-war-funding-hegseth.html

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heise+ | Apple im Interview: Warum die neuen M5-Kerne mehr als nur Marketing sind

Von Heise — 20. März 2026 um 15:32
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Im Hintergrundgespräch mit Mac & i verraten Apple-Manager, was wirklich hinter den Super-, Performance- und Effizienz-Kernen in den neuen M5-Chips steckt.

Im März 2026 hat Apple neue MacBook Pros mit den Apple-Chips M5 Pro und M5 Max vorgestellt. Beide SoCs besitzen keine Effizienz-Kerne mehr, aber Performance Cores und erstmals die von Apple als „Super Cores“ bezeichnete Kerne.

Wie unser Test des MacBook Pro M5 Max [11] [11] gezeigt hat, sind die beiden Kerntypen mit fast der gleichen Geschwindigkeit getaktet, der Unterschied beträgt nur 228 MHz. Wir wollten von Apple wissen, ob das eine Abkehr von der Effizienz beim Apple Silicon ist.

In einem exklusiven Hintergrundgespräch konnten wir drei Apple-Manager zu technischen Details und Hintergründen befragen. Mit dabei war Anand Shimpi [12] [12], der für die Plattformarchitektur bei Apple zuständig ist und vielen Lesern als der Mitbegründer von AnandTech bekannt sein dürfte. Doug Brooks [13] [13] kommt aus dem Mac-Produkt-Marketing und Aaron Coday [14] [14] kümmert sich bei Apple um den Pro-Workflow.


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[1] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Sicherheit-Wie-Apples-Speicherschutz-MIE-funktioniert-10992812.html
[2] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/iOS-und-iPadOS-26-in-Action-23-Tipps-fuer-die-neuen-Apple-Systeme-10646549.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/iPadOS-26-So-nutzen-Sie-das-neue-Fenstersystem-auf-Apple-Tablet-10646557.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/macOS-26-Tahoe-auszreizen-20-Tipps-fuer-Apples-neues-System-10646553.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Apple-Apps-in-iOS-26-und-macOS-26-Die-besten-Tipps-zu-den-neuen-Systemen-10652679.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Apple-Intelligence-Tipps-zum-Umgang-mit-KI-in-iOS-26-macOS-26-und-Co-10652685.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/watchOS-26-Das-ist-neu-auf-Apples-Uhren-und-so-setzen-Sie-es-ein-10653259.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/tvOS-26-Viele-Tipps-zu-Apples-neuem-Apple-TV-Betriebssystem-10653255.html
[10] https://www.heise.de/ratgeber/15-Tipps-Das-neue-Apple-Mail-richtig-nutzen-10383422.html
[11] https://www.heise.de/tests/MacBook-Pro-mit-M5-Max-im-Test-Apples-neue-mobile-Boliden-11204665.html
[12] https://www.linkedin.com/in/anand-shimpi-0b58731/
[13] https://www.linkedin.com/in/doogie69
[14] https://www.linkedin.com/in/aaroncoday/

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