heise+ | Irankrieg: Wie Chipindustrie und Digitalbranche betroffen sind
Von Heise — 25. März 2026 um 18:00
Der Irankrieg und die Schließung der Straße von Hormus hat vielfältige Auswirkungen auf die Lieferkettensicherheit.
Eines hat die Industrie aus vergangenen Krisen gelernt: Sie hat Lagerbestände wichtiger Rohstoffe und Komponenten angelegt. „Aktuell sehen wir vor allem Störungen in denjenigen Lieferketten, die Öl- und Gasprodukte betreffen“, sagte Andreas Gontermann vom Zentralverband der deutschen Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) gegenüber c‘t. „Gleichwohl ist unsere Befürchtung groß, dass dieser Konflikt weitere Beeinträchtigungen nach sich ziehen wird und insbesondere auch die Halbleiterproduktion stark beeinträchtigen könnte.“
Die Gas- und die Ölförderung der Anrainerstaaten des Persischen Golfs sind vor allem für Asien unverzichtbar. Insbesondere Länder, die für die Halbleiterverfügbarkeit eine große Rolle spielen, sind von Energielieferungen aus der Golfregion abhängig: Öl aus dem Irak, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien; LNG (englisch Liquid Natural Gas, deutsch Flüssigerdgas) aus Katar und dem Oman. Die Halbleiterindustrie benötigt große Mengen an Energie – eine zeitweise Verdoppelung der Ölpreise am Spotmarkt geht also nicht spurlos an der Branche vorbei. Auch der Gaspreis, der zwar nicht mehr so stark wie früher an den Ölpreis gekoppelt ist, aber immer noch mit diesem korreliert, steigt.
Ein Drittel des Gasbedarfs Taiwans, wo etwa der größte Auftragsfertiger der Welt, TSMC, seinen Sitz hat, kam bislang aus Katar. Das Emirat erzielt den Großteil seiner Staatseinnahmen durch die Ausbeutung des North Dome Field, des kapazitätsreichsten Gasfelds der Welt. Doch die Lieferungen fallen aus, seit der Iran die Straße von Hormus schloss und allen Schiffen mit Beschuss gedroht hat. Ein weiterer Grund für die Ausfälle: Der Iran hat die katarische Gasinfrastruktur angegriffen, weshalb Qatar Energy LNG beschloss, die weitere Förderung aus Sicherheitsgründen einzustellen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11216343
Breko: Nutzer befürworten Wettbewerb auf dem Telekom-Markt
Von Achim Sawall — 25. März 2026 um 18:53
Laut einer Umfrage sind durch die Konkurrenten der Deutschen Telekom die Preise gefallen. Der Breko lädt in Frankfurt zu den Fiberdays.
Die Fiberdays 2026 in FrankfurtBild:
Breko
Verschiedene Anbieter beim Internetzugang sind besser als ein Monopol. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko) unter Nutzern, die am 25. März 2026 vorgelegt wurde . So sind 58,1 Prozent der Meinung, Wettbewerb bringe niedrigere Preise.
49,5 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass das Ende des Telekom-Monopols mehr Tarifauswahl gebracht habe. Für 38,2 Prozent kamen damit flexiblere Verträge und für 34,6 Prozent bessere Leistung. Besserer Service wurde durch die Konkurrenzsituation für nur 25 Prozent erreicht. Für 13,9 Prozent brachte der Wettbewerb gar keinen Vorteil.
Breko-Präsident Norbert Westfal betonte bei der Eröffnung der Fiberdays 26 in Frankfurt, die Konkurrenten der Telekom seien in den vergangenen Jahren Garanten für Angebotsvielfalt und die treibende Kraft des Glasfaserausbaus gewesen. "Ein schneller Glasfaserausbau in Deutschland gelingt nur, wenn alle investierenden Unternehmen sich auf faire und stabile Rahmenbedingungen verlassen können" , sagte er.
Im Breko sind viele Stadtnetzbetreiber organisiert und haben entsprechenden Einfluss. Große und bestimmende Mitglieder sind die Netzbetreiber Ewe Tel, 1&1 Versatel und Deutsche Glasfaser.
Ehemalige Staatsmonopolkonzerne wollen Regulierungsende und Fusionsfreiheit
Auf europäischer und nationaler Ebene wird aktuell gleich an mehreren zentralen regulatorischen Veränderungen parallel gearbeitet: dem Digital Networks Act (DNA) der EU, an erheblichen Änderungen am Telekommunikationsgesetz, der Kupferabschaltung und der von der Bundesnetzagentur angestoßenen Diskussion über eine regional unterschiedliche Regulierung im Festnetzmarkt.
Breko-Geschäftsführer Stephan Albers erklärte: "Derzeit sind so viele regulatorische Neuerungen in Arbeit wie seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes nicht mehr. All diese Vorhaben zeigen in ihrer Dichte auch die Versäumnisse von Politik und Regulierung der vergangenen Jahre. " Jetzt müssten zügig die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
Ehemalige Staatsmonopolkonzerne wie Telekom, Telefónica, Orange oder Tim (Telecom Italia) versuchen in der EU ein Ende der Regulierung und die Genehmigung großer Übernahmen durchzusetzen, weil sie nur durch Größe gegen US-amerikanische Big-Tech-Konzerne bestehen könnten.
Deutschland und der Nahostkrieg: Dürftige Auskünfte zum Raketenschutz für Rechenzentren
Von Achim Sawall — 25. März 2026 um 18:00
Die Frage, wie gut Rechenzentren in Deutschland gegen Raketenangriffe abgesichert sind, wird offenbar nicht gerne gehört. Antworten dazu fallen teils irritierend aus.
Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, im Dezember 2025 beim Arrow-Raketenabwehrsystem in der Annaburger HeideBild:
Bundeswehr / Francis Hildemann
Schon zu Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran und den Libanon haben iranische Streitkräfte AWS-Standorte in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain mit Drohnen angegriffen. Es waren die ersten bekannten Fälle , bei denen ein Staat in einem laufenden Konflikt gezielt kommerzielle Rechenzentren ins Visier nahm. Dennoch wollen Regierung, Branche und Militär hierzulande nicht über einen Schutz von Rechenzentren in Deutschland sprechen – und das obwohl die Sicherheitsbestimmungen für die Gebäude öffentlich sind. Antworten kamen von allen Befragten nur sehr widerwillig und verkürzt.
Noch nie war die Gefahr eines Dritten Weltkrieges so hoch wie derzeit, jede Eskalation scheint möglich. Dazu trägt die Allianz zwischen Iran und Russland bei. Der Krieg droht nach Angaben des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, Volker Türk, jeden Moment in eine regionale oder globale Krise auszuarten. "Dieser Konflikt hat eine beispiellose Kraft, Länder über Grenzen hinweg und auf der ganzen Welt darin zu verstricken" , warnte Türk in der Dringlichkeitsdebatte des UN-Menschenrechtsrats in Genf.
Der Irankrieg wird von beiden Seiten mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung und ohne Rücksicht auf Umweltzerstörung geführt. Und obwohl Israel der Staat mit dem besten Raketenabwehrschirm der Welt ist, gibt es auch hier immer wieder Einschläge.
Rakete mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern
Die Bedrohung für Rechenzentren in Deutschland daher nicht weit hergeholt: Denn dem Regime im Iran gelang es, Raketen auf den US-britischen Stützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abzufeuern. Israels Militärchef Ejal Zamir sagte, Iran habe eine Rakete mit einer Reichweite von 4.000 Kilometern abgefeuert. Wie weit die Raketen real kamen, ist nicht öffentlich bekannt.
Die Luftlinie Berlin – Teheran beträgt rund 3.500 Kilometer. Stützpunkte wie Ramstein (Air Base) und AFRICOM/EUCOM in Stuttgart sind für US-Operationen im Nahen Osten essenziell. Iranische Militärs hatten zuletzt verstärkt Anfang 2026 betont, dass im Falle eines Krieges mit den USA alle Basen, von denen Angriffe ausgehen oder koordiniert werden, legitime Ziele seien.
Wer schützt die Rechenzentren vor Raketen?
Die größte Dichte an Rechenzentren haben Frankfurt am Main mit 80 Prozent und Berlin-Brandenburg mit Regionen von Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure, Google Cloud und Oracle Cloud, bei denen mehrere riesige Hallen nebeneinander stehen. Dort sind auch der DE-CIX oder Maincubes beheimatet.
Die nationalen Betreiber Deutsche Telekom, Schwarz Gruppe, Hetzner Online, Noris Network, Ionos oder Ewe Tel sind geografisch weiter gestreut. Es bleibt festzuhalten: Ein Angreifer würde heute sicher nicht mehr hauptsächlich Fabriken oder Brücken zerstören, sondern Rechenzentren.
Doch wer ist eigentlich zuständig für den Schutz dieser kritischen Infrastruktur vor Raketenangriffen, ohne welche die Wirtschaft, Regierung, Infrastruktur und Versorgung kollabieren würden?
Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ein Sprecher der Luftwaffe sagte Golem: "Rechenzentren sind Teil der sogenannten Kritischen Infrastruktur (KRITIS). Für den Schutz dieser Anlagen sind in erster Linie deren Betreiber verantwortlich. Für weitere Fragen verweise ich Sie zuständigkeitshalber an das Innenministerium."
Ein Sprecher eben dieses Bundesinnenministeriums erklärte Golem jedoch: "Ich verweise diesbezüglich an das zuständige Bundesministerium der Verteidigung." An dieses Ministerium verwies auch das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik), das auch für den Schutz der IT-Systeme des Bundes verantwortlich ist.
Natürlich werden durch das 2N- oder 3N-Prinzip Daten in Echtzeit zwischen weit entfernten Standorten gespiegelt, was einen wichtigen Schutz durch Redundanz darstellt. Das setzt aber funktionierende Glasfaser-Trassen und Energieversorgung voraus.
Bei AWS will man mit uns "nur teilen" , dass alle Updates zu den jüngsten Angriffen auf dem Health Dashboard des Konzerns veröffentlicht werden. Die Telekom mit ihren Rechenzentren in Biere, Magdeburg, Frankfurt und München betont: "Alle Rechenzentren der Deutschen Telekom sind nach den höchsten Sicherheitsstandards gebaut und zertifiziert. Wir bitten um Verständnis, dass wir aus Sicherheitsgründen keine näheren Angaben machen können." In München setzt die Telekom für ihr neues Rechenzentrum auf einen unterirdischen Standort.
Offensichtlich ist für alles gesorgt: Der IT-Branchenverband Bitkom hat keine "konkreten Forderungen an die Politik" für den Schutz deutscher Rechenzentren vor Raketenangriffen. Der Branchenverband German Datacenter Association (GDA), der Verband der Rechenzentrumsbranche in Deutschland, antwortet auf mehrmalige Anfragen überhaupt nicht. Die Anfrage sei untergegangen, erfahren wir schließlich auf Nachfrage.
Der Bundestag beschloss am 29. Januar 2026 das Kritis-Dachgesetz . Das Gesetz setzt die EU Richtlinie 2022/2557 um und soll die Resilienz kritischer Infrastrukturen und Anlagen in Deutschland stärken. Professor Norbert Gebbeken, der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, kommentierte : "Es soll dazu dienen, die Resilienz physischer kritischer Infrastrukturen mit physischen Maßnahmen zu erhöhen. Das beschlossene KRITIS-Dachgesetz ist eine reine Verfahrensordnung. Sie ist keine Grundlage zum physischen Schutz. Weder wissen wir, wovor wir uns schützen sollen, noch werden Schutzziele angesprochen. Es ist nun dringend erforderlich, die Grundlagen für den physischen Schutz schnellstens zu erarbeiten."
Es werden keine verbindlichen technischen Bau-Standards geliefert, zum Beispiel wie dick eine Wand konkret sein muss, um einer bestimmten Raketenklasse standzuhalten.
Arrow 3: Mit Raketenangriffen bitte bis 2030 warten
Seit neuestem gibt es das Vorhaben eines Raketenschilds, über den die Bundeswehr auch ganz öffentlich informiert: Das Arrow Weapon System for Germany oder Arrow 3 (AWS-G Arrow Weapon System for Germany) wurde als Reaktion auf eine erhöhte Bedrohung durch Russland in Betrieb genommen.
Russlands ballistische Langstreckenraketen sind bis zu 20.000 Kilometer pro Stunde schnell. Es soll feindliche Flugkörper in Höhen außerhalb der Atmosphäre zerstören können. Hier habe man Anfang Dezember 2025 am Standort Schönewalde in Brandenburg die sogenannte Anfangsbefähigung erreicht. Erst 2030 soll Arrow 3 voll einsatzbereit sein. Arrow ergänzt die bestehenden Patriot- und Iris-T Systeme, die in der Multi-Layer-Strategie mittlere und kurze Raketen abwehren.
Der Autor meint
Die Frage nach einem Raketenschild wird offenbar nicht gerne gehört. Warum? Weil es keinen echten Schutz gibt. Doch Regierung und Militär wiegen die Bevölkerung gerne in Sicherheit. Sollten der Iran oder Russland nicht zwei, sondern 50 Raketen gleichzeitig auf den Hub in Frankfurt abfeuern, gerät jedes System an seine physikalischen Grenzen. Eine weltweite Friedensbewegung gegen einen neuen Weltkrieg, die sich nur auf eine Seite stellt, nämlich auf die der Menschheit, dürfte derzeit das beste Raketenschild sein. Keine Regierung kann gegen einen breiten Massenwiderstand im eigenen Land dauerhaft einen Krieg führen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, hatte den von Israel und den USA geführten Irankrieg am 25. März 2026 als "völkerrechtswidrig" und "politisch verhängnisvollen Fehler" bezeichnet.
Anzeige: Für HDD und SSD - Festplattengehäuse noch nie günstiger
Von Claus Ludewig — 25. März 2026 um 17:40
Bei Amazon gibt es aktuell das externe Festplattengehäuse Terramaster D5 Hybrid zum Tiefstpreis zu kaufen.
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Das praktische Festplattengehäuse Terramaster D5 Hybrid für HDD und SSD gibt es aktuell zum Jahresbestpreis bei Amazon.Bild:
Erzeugt mit Dall-E; Amazon
Mit einem externen Festplattengehäuse können HDDs in 2,5 Zoll oder 3,5 Zoll bequem per USB-Kabel mit jedem PC, Laptop und Ähnlichem verbunden werden. Das ist eine einfache Back-up-Lösung, um alle Daten zu archivieren – ganz ohne Internetanbindung und ohne Gebühren für Cloudspeicher. Ein praktischer Vertreter, in den sich HDDs und sogar M.2-SSDs integrieren lassen, ist das Terramaster D5 Hybrid. Aktuell bietet Amazon dieses externe Festplattengehäuse im befristeten Angebot an.
Was hat das Terramaster D5 Hybrid zu bieten?
In den Terramaster D5 Hybrid lassen sich nicht nur zwei Festplatten einbauen, sondern zusätzlich auch noch drei M.2-SSDs, so dass es bei der Speicherbestückung volle Flexibilität gibt. Damit haben Nutzer die Wahl, worauf sie ihre Daten archivieren wollen. Zur Verbindung mit dem PC setzt auch das D5 Hybrid auf USB-C mit USB 10 Gbps alias USB 3.2 Gen2. Zudem gibt es einen Hardware-Schalter, um zwischen Single-Betrieb, RAID 0, RAID 1 und JBOD umzuschalten.
RAID 0 verteilt die Daten in sogenannten Stripes über mindestens zwei Festplatten. Dadurch wird die Datenübertragungsgeschwindigkeit beim Lesen und Schreiben erhöht.
RAID 1 ist das Mirroring, bei dem die Daten so auf zwei (oder mehr Festplatten) gespiegelt werden, so dass eine Ausfallsicherheit gegeben ist.
JBOD ist kein echtes RAID, sondern beschreibt eine Konfiguration, bei der mehrere Festplatten einzeln oder zusammengefügt genutzt werden, ohne Datenverteilung oder Parität.
In Verbindung mit RAID 0 soll die Lese- und Schreibgeschwindigkeit bei bis zu 521 MByte/s liegen, wenn zwei SATA-III-NAS-Festplatten verbaut sind. Noch schneller wird es nur, wenn SSDs eingebaut werden. Im Inneren des externen Festplattengehäuses Terramaster D5 Hybrid steckt zudem ein Lüfter, der die Temperatur der HDDs und SSDs niedrig halten soll.
Was kostet das externe Festplattengehäuse Terramaster D5 Hybrid?
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
für nur 144,05 Euro. Ein Blick in die Keepa-Preishistorie auf Amazon zeigt, dass dieses befristete Angebot nicht nur den Jahresbestpreis darstellt, sondern es gab das Terramaster D5 Hybrid noch nie günstiger bei Amazon. Doch das Angebot gilt nur noch bis zum 31. März 2026.
Terramaster D5 Hybrid HDD- und SSD-Gehäuse mit USB 3.2 Gen2
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Preis, Daten und Fakten zum Terramaster D5 Hybrid Festplattengehäuse
Mit dem Terramaster D5 Hybrid gibt es ein externes Festplattengehäuse, das für bis zu fünf Speicherlösungen Platz bietet. Neben zwei HDDs sind dies drei M.2-SSDs.
Per USB-C und USB 3.2 Gen 2 erfolgt dann die Verbindung mit dem PC.
Wer möchte, kann per Schalter zwischen RAID 0, RAID 1, RAID 2 und JBOD umschalten.
Die langfristige Tragfähigkeit einer Umorientierung hängt – genau wie bei Dollar und Euro – davon ab, ob genug Yuan erwirtschaftet werden können. Eine Analyse.
Afrikanische Länder nutzen ihre Chancen für einen Währungswechsel: Kenia hat im Oktober vergangenen Jahres Kredite in Höhe von 3,5 Milliarden US-Dollar von chinesischen Gläubigern in Yuan umgewandelt. Dabei wurden die ursprünglich auf fünf Milliarden Dollar laufenden Eisenbahnkredite der Export-Import Bank of China umgeschuldet.
Wichtig: Der chinesische Gläubiger halbierte den Zinssatz, was dem ostafrikanischen Land Einsparungen von jährlich rund 215 Millionen Dollar beschert, wie Finanzminister John Mbadi mitteilte [1].
Äthiopien verhandelt derzeit über einen ähnlichen Schritt. Das Land will etwa 5,4 Milliarden Dollar seiner chinesischen Schulden in Renminbi umwandeln [2], was die Zinskosten von derzeit 7,25 auf drei Prozent senken würde. Der Internationale Währungsfonds stuft Äthiopiens Schuldenlast bereits als "nicht tragfähig" ein, nachdem das Land im Dezember 2023 eine Zinszahlung auf Eurobonds verpasst hatte.
Steuerschulden in Yuan begleichen
Sambia geht sogar noch einen Schritt weiter. Als erstes afrikanisches Land akzeptiert der zweitgrößte Kupferproduzent des Kontinents seit Oktober die chinesische Währung offiziell für Steuern und Lizenzgebühren aus dem Bergbausektor. Die Zentralbank bestätigte, dass chinesische Bergbauunternehmen nun einen Teil ihrer Steuerverpflichtungen in Renminbi begleichen [3] können.
Die Umschuldungen erfolgen vor dem Hintergrund massiv gestiegener Zinslasten. Kenias Eisenbahnkredite liefen ursprünglich mit variablen Zinssätzen von drei und 3,6 Prozent über dem US-Marktzins. Als 2019 und 2020 die Tilgungspausen ausliefen, betrugen die Gesamtzinsen etwa vier Prozent. Bis 2023 hatten sich diese Kosten mehr als verdoppelt.
Die Schuldenkrise Kenias wurde durch den starken Dollar und die US-Zinserhöhungen verschärft. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt hatte das ostafrikanische Land seine Staatsschulden zwischen 2013 und 2023 nahezu verdoppelt.
Paralleles Finanzsystem
Für China sind die Schuldenumwandlungen Teil einer langfristigen Strategie zur Internationalisierung des Renminbi. Seit der globalen Finanzkrise verfolgt Peking einen schrittweisen, staatlich gesteuerten Ansatz. Zunächst wurde die Währung im grenzüberschreitenden Handel etabliert, dann Offshore- und Reservemärkte entwickelt. Nun kommen bilaterale Schuldenumwandlungen hinzu.
Die Bank of Zambia begründete die Annahme von Yuan-Steuerzahlungen damit, dass ein großer Teil der Kupferexporte nach China gehe und chinesische Bergbauunternehmen bereits Zahlungen aus China in Renminbi erhielten. "Die Diversifizierung und der Aufbau der Reserven ist ein zentrales Ziel der Bank of Zambia, und der Kauf von Renminbi ermöglicht es der Bank, dieses Ziel zu verwirklichen", teilte die Zentralbank mit.
Sie fügte hinzu, dass das Halten von Yuan es Sambia erlaube, "seine Schulden gegenüber China auf kostengünstigere Weise zu bedienen". Im Oktober begann die sambische Zentralbank, einen offiziellen Wechselkurs zwischen Renminbi und Kwacha zu veröffentlichen, damit Bergbauunternehmen wählen können, ob sie Dollar oder Yuan verkaufen, um Steuern zu zahlen.
China fördert darüber hinaus aktiv ein alternatives Zahlungssystem [4]. Das Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) verbindet laut der chinesischen Zentralbank mittlerweile über 1.600 Finanzinstitute in fast 120 Ländern.
Handelsbilanzdefizit erschwert die Umstellung
Die langfristige Tragfähigkeit der Währungsumstellung hängt jedoch davon ab, ob afrikanische Länder genug Yuan durch Exporte nach China erwirtschaften können.
Kenia steht diesbezüglich vor erheblichen Herausforderungen. Im Jahr 2023 betrugen die kenianischen Exporte nach China lediglich 200 Millionen Dollar, während die Importe aus China 3,2 Milliarden Dollar erreichten. Um die Yuan-Kredite zu bedienen, muss das Land entweder seine Dollareinnahmen in Yuan umtauschen oder die Exporte nach China massiv steigern.
Die Central Bank of Kenya wies im Juni 2025 aus, dass Yuan fünf Prozent der offiziellen Währungsreserven ausmachten. Der US-Dollar dominiert weiterhin mit 59,7 Prozent, gefolgt vom Euro mit 27,3 Prozent. Kenias wichtigste Exportgüter wie Tee, Kaffee und Avocados und die Tourismuseinnahmen werden in Dollar umgesetzt. Auch Überweisungen aus dem Ausland (remittances), die einen erheblichen Teil der Devisenzuflüsse ausmachen, stammen zur rund der Hälfte (2,78 Milliarden Dollar in 2024) aus den USA.
Schuldenerleichterungen und Geopolitik
Für multilaterale Institutionen wird die Schuldenverwaltung komplizierter. Der Gemeinsame Rahmen der G20 für Umschuldungen souveräner Schulden basiert auf Dollar-Benchmarks und der Vergleichbarkeit der Behandlung. Der wachsende Anteil von Renminbi-Verbindlichkeiten wirft Fragen auf, wie Forderungen bewertet oder auch Verluste aufgeteilt und die differierenden Systeme finanzieller Steuerung (financial governance) aufeinander abgestimmt werden.
Für Länder mit Verpflichtungen gegenüber westlichen und chinesischen Gläubigern wird die Politik der Schuldenerleichterung zunehmend mit der Geopolitik des Währungswettbewerbs verwoben. Selbst wenn die Gläubiger chinesisch bleiben, verändert die Umstellung von Dollar- auf Yuan-Kredite die Währungszusammensetzung der Portfolios und führt neue Herausforderungen für Bewertung, Aufsicht und politische Abstimmung ein.
Innenpolitischer Druck
In Kenia war die Entscheidung zur Umschuldung stark von innenpolitischem Druck getrieben. Mitte 2024 führten vom IWF geforderte Steuererhöhungen zu einer großen, von Jugendlichen angeführten Protestbewegung, die 50 Menschenleben kostete. Um die Risiken breiter zu streuen, bemüht sich Nairobi daher, sein Schuldenportfolio zu differenzieren.
Die Einsparungen bei den Zinskosten mit China sind daher nur ein Element von Kenias Strategie zur Schuldenverwaltung, zu der auch zwei Eurobond-Emissionen in Höhe von jeweils 1,5 Milliarden Dollar in diesem Jahr und eine von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte kommerzielle Kreditfazilität gehören.
Eine Diversifizierung der kenianischen Wirtschaftsbeziehungen scheint denn auch überfällig. Die Schließung von USAID und das Auslaufen des African Growth and Opportunity Act (AGOA) – von dem Kenia einer der größten Nutznießer in Afrika war – haben die Beziehungen zwischen Washington und Nairobi spürbar abgekühlt.
Weitere Länder wollen Yuan
Mehrere andere afrikanische Länder prüfen [5] ähnliche Schritte. Simbabwe handelt schon länger [6] in Yuan mit China. Nigeria, Südafrika und Angola haben bereits durch Vereinbarungen ihrer Zentralbanken mit Peking Handels- und Finanzierungsrahmen auf Yuan-Basis geschaffen.
Die Zentralbank von Ghana nutzt den Renminbi bereits als Teil ihrer Abrechnungs- und Reservewährung. Die nigerianische Zentralbank kündigte Anfang des Jahres Berichten zufolge an, einen größeren Teil ihrer Devisenreserven von Dollar in Yuan umzuschichten. Noch werden etwa 85 Prozent der nigerianischen Reserven in US-Dollar gehalten.
Im März vergangenen Jahres unterzeichnete die südafrikanische Reservebank ein Abkommen mit der People's Bank of China, um in Chinas Anleihemarkt zu investieren.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11222458
Links in diesem Artikel: [1] https://www.chathamhouse.org/2025/11/kenyas-conversion-chinese-debt-renminbi-reflects-economic-pragmatism-more-strained-us-ties [2] https://thediplomat.com/2025/11/debt-relief-as-currency-strategy-chinas-renminbi-push-in-africa/ [3] https://africa.businessinsider.com/local/markets/zambia-becomes-the-first-african-country-to-take-mining-taxes-in-chinas-yuan/ef0t668 [4] https://www.telepolis.de/article/Chinas-Zahlungssystem-Im-Schatten-von-SWIFT-waechst-CIPS-11127865.html [5] https://birdstoryagency.com/more-african-countries-are-embracing-the-yuan/ [6] https://africarenewal.un.org/en/magazine/chinese-yuan-penetrates-african-markets
Die Wirtschaft in Deutschland startet verhalten ins Jahr 2026. Unternehmen kämpfen weiterhin mit hohen Kosten, schwacher Nachfrage und strukturellen Risiken.
Die DIHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 [1] zeichnet ein weiterhin angespanntes Bild der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. Trotz leichter Aufhellungen bleibt die konjunkturelle Dynamik schwach. Hohe Standortkosten, geopolitische Unsicherheiten und eine schwache Inlandsnachfrage belasten die Unternehmen branchenübergreifend.
Grundlage der Auswertung [2] ist eine bundesweite Befragung von rund 26.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen, deren Antworten von den Industrie- und Handelskammern erhoben und aggregiert werden. Die Umfrage liefert regelmäßig ein Stimmungsbild zu Geschäftslage, Erwartungen sowie Investitions- und Beschäftigungsplänen der Betriebe.
Die jüngste Erhebung wurde vor Beginn des Iran-Krieges [3] durchgeführt, dessen Folgen also noch nicht eingepreist sind.
Wesentliche Ergebnisse der Umfrage
Zu Jahresbeginn 2026 zeigt sich die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin schwach. Die DIHK rechnet lediglich mit einem Wachstum von etwa einem Prozent, das zum großen Teil auf statistische Effekte zurückzuführen ist und keine nachhaltige Dynamik widerspiegelt.
Die Geschäftslage verbessert sich nur leicht. Nur 16 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit besseren Geschäften, 25 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus.
Als häufigste Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen die Arbeitskosten (59 Prozent), die Inlandsnachfrage (58 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (58 Prozent). Darauf folgen Energie- und Rohstoffpreise (48 Prozent), die Auslandsnachfrage (44 Prozent) und der Fachkräftemangel (40 Prozent).
Die Exporterwartungen haben sich leicht verbessert, bleiben jedoch kein tragender Wachstumsmotor. 22 Prozent der Unternehmen rechnen mit sinkenden Ausfuhren, ebenso viele erwarten eine Steigerung.
Bei Investitionen dominieren weiterhin Ersatz- (66 Prozent) und Rationalisierungsmaßnahmen (34 Prozent. Erweiterungsinvestitionen (19 Prozent) oder innovationsgetriebene Projekte (29 Prozent) bleiben selten, was auf strukturelle Unsicherheiten und hohe Kosten hinweist. Ebenfalls ein geringfügiges Investitionsmotiv ist der Umweltschutz (17 Prozent), was auf mangelnde Anreize dazu hinweist. Nur 23 Prozent der Betriebe planen mit erhöhten Budgets, 33 Prozent beabsichtigen einer Verringerung ihrer Investitionen.
Branchenentwicklung
Die Industrie bleibt unter erheblichem Druck. Hohe Energie- und Arbeitskosten sowie schwache Nachfrage beeinträchtigen Produktion und Wettbewerbsfähigkeit.
Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Zurückhaltung bei Inlandsinvestitionen. Einige Unternehmen orientieren sich stärker international, um bessere Rahmenbedingungen zu nutzen. Im Baugewerbe dämpfen hohe Finanzierungskosten, Materialpreise und eine schwache Nachfrage im Wohnungsbau die Geschäftsentwicklung.
Gleichzeitig sorgen öffentliche Infrastrukturmaßnahmen für punktuelle Stabilisierung. Diese können den Rückgang im privaten Bau jedoch nur teilweise ausgleichen. Der Handel leidet besonders unter der schwachen Konsumnachfrage. Die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte wirkt sich unmittelbar auf Umsatz und Planungssicherheit aus.
Zugleich verschärfen steigende Betriebskosten und strukturelle Veränderungen im Konsumverhalten den Anpassungsdruck im stationären und digitalen Handel. Die Dienstleister zeigen sich insgesamt etwas stabiler, profitieren jedoch nicht von einer breiten konjunkturellen Belebung.
Während unternehmensnahe Dienstleistungen von Transformations- und Digitalisierungsprozessen profitieren, bleibt die Nachfrage in anderen Segmenten verhalten.
Beschäftigung und Arbeitsmarkt
Die Entwicklung am Arbeitsmarkt spiegelt die schwache Konjunktur wider. Die Beschäftigungsdynamik verliert an Schwung, und erste Anpassungen sind in mehreren Branchen sichtbar. Zwölf Prozent der Unternehmen planen eine Ausweitung ihres Personalbestands, während 23 Prozent von einem Rückgang ausgehen.
Viele Unternehmen planen derzeit zurückhaltend. Neueinstellungen werden vorsichtig geprüft, während Effizienzsteigerungen und Automatisierung stärker in den Fokus rücken. Die DIHK geht von einem Rückgang der Erwerbstätigen in Höhe 50.000 Personen aus.
"Der internationale Wettbewerb wird stärker", warnt Helena Melnikow, Hauptgeschäftsführerin der DIHK in der Pressemitteilung vom 17. Februar [4]. Die DIHK fordert Reformen: "Bürokratie runter, Arbeits- und Energiekosten runter, Regeln verlässlich."
Ein Stimmungsbild ersetzt keine Analyse
Die DIHK argumentiert vor allem aus der Perspektive der Unternehmer. Das Stimmungsbild ersetzt keine umfassende makroökonomische Analyse [5]. Der Fokus auf Kostenbelastungen, insbesondere der Arbeitskosten [6], sucht kurzfristige Entlastungen, lässt jedoch die damit verbundene Externalisierung von Kosten und langfristige Kosten und Auswirkungen auf die Inlandsnachfrage außer acht.
Auch die Forderung nach Bürokratieabbau muss stärker konkretisiert und kritisch abgewogen werden. Der Abbau an der falschen Stelle [7] kann Schäden und Mehrkosten nach sich ziehen. Auch konterkariert der Abbau von Verwaltung tendenziell die Forderung nach verlässlichen Regeln. Diese brauchen nämlich jene, die sie umsetzen und überprüfen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11222781
Links in diesem Artikel: [1] https://www.dihk.de/de/newsroom/konjunkturumfrage-jahresbeginn-2026-167022#:~:text=%22Wir%20rechnen%202026%20mit%20einem,,%20unsere%20Wettbewerber%20sind%20dynamischer.%22&text=Die%20DIHK%20erwartet%20f%C3%BCr%20das,Wirtschaftswachstum%20von%201,0%20Prozent. [2] https://www.dihk.de/resource/blob/168718/096b5f927c7554d856c54c0e8471569a/konjunktur-dihk-konjunkturumfrage-jahresbeginn-2026-data.pdf [3] https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026 [4] https://www.dihk.de/de/newsroom/melnikov-mit-angezogener-handbremse-kommen-wir-aus-dem-tal-nicht-heraus--169606 [5] https://www.telepolis.de/article/IMK-Bericht-Konjunkturampel-weiter-auf-gelb-11165057.html [6] https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://www.dgb.de/aktuelles/news/druck-auf-die-arbeitskosten-ist-kontraproduktiv/&ved=2ahUKEwjN8pTinO-SAxX88LsIHWb7Ef4QFnoECCIQAQ&usg=AOvVaw2ACv8njbbAnWgJeK53y_X6 [7] https://makroskop.eu/02-2025/verwaltung-am-limit-uberforderung-ist-das-neue-normal/
Neue Bahnprojekte verbinden Häfen, Rohstoffe und Märkte. Hinter dem Infrastrukturboom wächst ein geopolitischer Wettbewerb, in dem Europa kaum vorkommt.
Ostafrika erlebt einen neuen Schienen-Boom. Der Hafen von Mombasa ist das wirtschaftliche Herzstück Ostafrikas — doch sein Hinterland bleibt schwer erreichbar.
Kenia reaktiviert das Herzstück des Ostafrika-Korridors
Eine Eisenbahn soll das ändern: Kenia hat den Bau der Normalspur-Eisenbahn SGR (Standard Gauge Railway) von Naivasha bis zur ugandischen Grenze bei Malaba wieder aufgenommen, nachdem das Projekt sechs Jahre lang wegen ausgetrockneter chinesischer Kreditlinien brach gelegen hatte.
Die Strecke ist das Kernstück eines regionalen Handelskorridors, der Uganda, Ruanda, die Demokratische Republik Kongo und Südsudan mit dem Indischen Ozean verbinden soll.
Die Bahn als Schlüssel für günstigeren und schnelleren Handel
Achtzig Prozent des afrikanischen Güterverkehrs laufen über die Straße, wie das Fachportal Logistics Update Africa [1] in einer Analyse der regionalen Logistiklandschaft festhält.
Rund siebzig Prozent der 7,37 Millionen Tonnen Transitfracht [2], die jährlich den Hafen von Mombasa passieren, sind für den Binnenstaat bestimmt oder kommen von dort – über die Straße. Eine fertiggestellte SGR-Verbindung bis Malaba würde die Frachtkosten nach Berechnungen der kenianischen Regierung um rund 35 Prozent senken und die Reisezeit zwischen Kampala und Nairobi von 14 auf etwa vier Stunden verkürzen, so das ugandische Wirtschaftsportal PML Daily [3].
Dass das bestehende Teilstück zwischen Mombasa und Nairobi wirtschaftlich trägt, belegen die Betriebszahlen: Die Frachteinnahmen übersteigen monatlich knapp neun Millionen Euro, die Passagiereinnahmen sind um vierzig Prozent gestiegen und lagen allein im Dezember 2025 bei rund vier Millionen Euro, sagte Ruto beim Spatenstich laut Logistics Update Africa [4].
Finanzierung ohne China – aber nicht ohne chinesische Firmen
Die Finanzierung ist der politisch heikelste Punkt: Nach dem Rückzug chinesischer Kredite im Rahmen der Belt and Road Initiative stagnierte das Projekt über sechs Jahre und endet bis heute in Naivasha, rund 350 km vor der ugandischen Grenze; Kritiker sehen darin ein Symbol chinesischer Schuldendiplomatie, was Peking zurückweist [5].
Der Bau erfolgt erneut mit einem chinesischen Unternehmen (China Communications Construction Company), diesmal jedoch ohne neue Staatskredite: Finanziert wird über eine "Revenue Securitisation", bei der Einnahmen der bestehenden Frachtlinie als Sicherheit dienen; zugleich wurden frühere Kredite mit China neu verhandelt, um den Schuldendruck zu senken, während Ruto nur vage von „innovativen Finanzierungsmechanismen“ sprach.
Uganda finanziert den Ausbau teilweise über den islamischen Kapitalmarkt: Für die 273 km lange Strecke Malaba–Kampala ist ein Sovereign Sukuk [6] über 405 Millionen Euro geplant, bei dem Investoren an Projekterträgen beteiligt werden; damit zielt Kampala gezielt auf Kapital aus dem rund 4,9 Billionen Dollar schweren islamischen Finanzmarkt.
Uganda spielt auf beiden Gleisen
Uganda ist der Schlüsselstaat des gesamten Korridors — und genau das macht seine Position so interessant. Kampala ist der größte Transitkunde des Hafens von Mombasa, schickt aber gleichzeitig Signale in eine andere Richtung.
Am 13. März 2026, weniger als eine Woche vor dem kenianischen Spatenstich, unterzeichneten Uganda und Tansania in Daressalaam ein Memorandum of Understanding zur gemeinsamen Entwicklung einer SGR-Verbindung zwischen den beiden Ländern, berichtet die ugandische Tageszeitung New Vision [7].
Die geplante Strecke Isaka–Lusahunga–Murongo/Kikagati–Mpondwe soll mehr als 600 Kilometer umfassen und bis in den Osten der Demokratischen Republik Kongo verlängert werden.
Ugandas Regierung begründet das Projekt mit hohen Transportkosten; laut Außenministerium ist es ein trilaterales Vorhaben mit Tansania und der DR Kongo, dessen Verhandlungen abgeschlossen sind und das bereits von der Afrikanischen Entwicklungsbank für 2026 priorisiert wurde.
Dass Uganda parallel Verbindungen nach Kenia und Tansania plant, ist Kalkül: Laut Reuters [8] will Kampala seine neue SGR gezielt mit dem tansanischen Netz und dem Hafen Dar es Salaam verknüpfen, da dieser Korridor für den Abtransport von Gold, Kupfer und Eisenerz aus dem Süden und Südwesten günstiger sein könnte als der Weg über Mombasa.
LAPSSET: Kenias Griff nach dem großen Korridor
Während Kenia im Westen des Landes den SGR-Ausbau vorantreibt, verfolgt es im Norden eine zweite, noch weitreichendere Schienenambition: Den Lamu-Port-South-Sudan-Ethiopia-Transport-Corridor, kurz LAPSSET, das größte und ambitionierteste Infrastrukturprojekt Ostafrikas.
Eine 3.000 Kilometer lange Standardspurstrecke soll den baulich fertiggestellten, aber operativ noch unvollständigen Hafen von Lamu mit dem Landesinneren verbinden und sich in drei Äste aufteilen — nach Addis Abeba, nach Juba im Süd-Sudan und nach Nairobi.
Allein das erste Teilstück von Lamu nach Isiolo, dem neuen Netzknotenpunkt, wird 544 Kilometer lang und auf mindestens 3,49 Milliarden Dollar veranschlagt. [9] Die Verlängerung bis Äthiopien auf weitere 3,17 Milliarden Dollar. Das Projekt ist noch in der Planungs- und Machbarkeitsphase und wird vom Infrastrukturfonds der Afrikanischen Union unterstützt.
Äthiopien sucht den Weg zum Meer
Der wichtigste potenzielle Nutzer des LAPSSET-Korridors ist Äthiopien. Das Land mit über 130 Millionen Einwohnern verlor seinen Meereszugang mit der Unabhängigkeit Eritreas in den frühen 1990er Jahren und zahlt seither jährlich rund zwei Milliarden Dollar an Hafen- und Liegegebühren im Hafen von Djibouti — Kosten, die Addis Abeba als untragbar betrachtet. Äthiopiens Außenhandel belief sich 2023 auf rund 20 Milliarden Dollar, und Prognosen gehen davon aus, dass er sich binnen eines Jahrzehnts mehr als verdoppeln [10] könnte.
Lamu wäre für Äthiopien eine deutlich günstigere Alternative — sofern die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Wie sehr sie noch fehlt, zeigte sich bereits praktisch: Als Äthiopien erstmals Fracht über Lamu abwickelte, eine Lieferung von 60.000 Tonnen Düngemittel, musste die gesamte Ladung per Lastwagen ins Landesinnere transportiert werden.
Im März 2025 vereinbarte die südkoreanische Staatsbahn KORAIL mit Äthiopien den Bau der Bahn von Mojo über Moyale nach Lamu; bereits 2023 hatten Kenia und Äthiopien eine Kooperation zur Finanzierungssuche geschlossen, doch Zeitplan und Finanzierung bleiben offen.
Dass Lamu trotz fehlender Bahnanbindung wächst, zeigen die Umschlagszahlen des Hafens: 2025 wurden dort 799.161 Tonnen Fracht abgefertigt, gegenüber 74.380 Tonnen im Vorjahr. Die weltgrößte Containerreederei MSC sowie die drittgrößte, CMA CGM, haben den Hafen bereits in ihre Routen aufgenommen.
Iran-Krieg lenkt den Handel nach Lamu
Einen unerwarteten Schub erhält Lamu derzeit durch den Krieg im Nahen Osten. Die Schließung der Straße von Hormus im Zuge des US-israelischen Angriffs auf Iran hat zahlreiche Schiffe, die eigentlich für den Persischen Golf bestimmt waren, zur Umleitung gezwungen.
Seit Jahresbeginn 2026 haben 74 Schiffe den Hafen angelaufen — etwa ein Drittel aller Schiffe, die Lamu seit seiner Eröffnung 2021 insgesamt abgefertigt hat. Im ersten Quartal 2025 waren es lediglich zwei Containerschiffe gewesen, berichtet Bloomberg [11].
Allein am 19. März entlud ein Autotransporter 3.800 Fahrzeuge aus Yokohama, die ursprünglich für Jebel Ali in Dubai bestimmt waren und nun mangels Alternative in Lamu lagern, zu einem Stellplatzpreis von zehn Dollar pro Fahrzeug nach Ablauf der zehntägigen Freifrist.
Der strukturelle Engpass bleibt dennoch offensichtlich: Von den geplanten 23 Liegeplätzen sind bisher nur drei fertiggestellt, für rund 480 Millionen US-Dollar.
Hinter den einzelnen Bauprojekten steht ein grundlegender geoökonomischer Konflikt: Kenia und Tansania konkurrieren um die Vorherrschaft als Transitdrehscheibe für den gesamten ostafrikanischen Binnenmarkt.
Der kenianische Northern Corridor soll Mombasa mit Uganda, Ruanda, der DR Kongo und Südsudan verbinden. Der tansanische Central Corridor führt von Dar es Salaam westwärts in dieselben Zielländer. Beide Systeme buhlen um dieselben Kunden, bauen deshalb parallel statt gemeinsam – und sind nicht verbunden, bis sich beide Netze in Uganda treffen werden. Eine direkte Verbindung zwischen Tansania und Kenia ist derzeit nicht geplant.
Die Ostafrikanische Gemeinschaft EAC (East African Community) hat zwar eine Gesamtvision formuliert: ein integriertes SGR-Netz von 6.220 Kilometern, das alle acht Mitgliedsstaaten verbinden soll. Von den geplanten Strecken sind derzeit 1.120 Kilometer in Kenia und Tansania in Betrieb, weitere 1.100 Kilometer befinden sich in Tansania im Bau, und rund 4.000 Kilometer stecken noch in der Planungsphase, so das kenianische Fachportal Construction Review Online [12] unter Berufung auf EAC-Angaben berichtet.
Der intraregionale Handel der EAC liegt derzeit bei 28 Prozent — in Europa, Asien und Lateinamerika sind es über 60 Prozent.
Tansania hat dabei einen technischen Vorsprung herausgearbeitet: Es ist das erste Land in Ostafrika mit einem vollständig elektrifizierten SGR-Netz. Dass Uganda nun gleichzeitig mit Kenia und Tansania Schienenabkommen unterzeichnet, spiegelt rationales Kalkül wider — Kampala sichert sich maximale Optionen in einem Wettbewerb, den es nicht selbst entfacht hat, aber zu seinen Gunsten nutzen kann.
Wer baut, bestimmt: Chinas Dominanz und Europas Leerstelle
Ostafrikas Schienenbauprogramm ist letztlich ein Integrationsexperiment unter Marktbedingungen: Ob die EAC jemals zu einem gemeinsamen Wirtschaftsraum zusammenwächst, wird weniger in Konferenzsälen entschieden, sondern eher entlang von Gleisen. Ohne durchgehende Verbindungen bleiben die ambitionierten Handelsziele der Gemeinschaft Papier.
Wer diese Gleise baut, steht fest: China. Ob über die Belt-and-Road-Initiative, über neu verhandelte Kreditkonditionen oder über staatliche Baukonzerne wie CCCC — Peking ist der dominante Akteur auf dem Kontinent, auch dort, wo die Finanzierungsmodelle sich gewandelt haben. Der Rückzug chinesischer Direktkredite hat nicht zu einem Machtvakuum geführt, sondern zu kreativeren Arrangements — mit demselben Auftragnehmer.
Europa fehlt in diesem Bild weitgehend. Während die EU ihren Carbon Border Adjustment Mechanism [13] einführt und afrikanische Lieferketten damit unter Druck setzt, überlässt sie den Aufbau eben jener Infrastruktur, die sauberere Lieferketten erst ermöglichen würde, anderen. Das ist ein Widerspruch, der sich mit jedem neuen Spatenstich zwischen Nairobi und Kampala vertieft.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11223426
Wie üblich erhalten bei Apple nur die neuesten Betriebssysteme alle Fixes – auch das wird immer wieder kritisiert [5]. Die Aktualisierungen auf iOS 26.4 und iPadOS 26.4 [6] sowie macOS Tahoe 26.4 [7] liefern Dutzende Fehlerbehebungen, darunter auch solche, die aus der Ferne ausgenutzt werden können. Auf dem iPhone kann so das Baseband im 16e außer Betrieb gesetzt werden (Denial of Service), auf anderen Geräten lassen sich darüber Apps abschießen. Gleiches gilt für das Calling Framework, das es mittlerweile auch für macOS gibt.
Die Zwischenablage kann Daten leaken, über einen iCloud-Trick lässt sich auslesen, welche Apps installiert sind und im Kernel stecken gleich mehrere Bugs, die für tiefere Hackversuche genutzt werden könnten. Immerhin nennt Apple keine direkten Berichte über bekannte Angriffe auf die nun gefixten Sicherheitslücken. Über 40 in den neuen Systemen gestopfte Löcher führt Apple nicht detailliert aus – auch das wird immer wieder kritisiert. Was genau angreifbar ist, wird oft erst nach Monaten mitgeteilt.
Weitere Betriebssysteme und ältere Versionen
visionOS 26.4 [8], watchOS 26.4 [9] und tvOS 26.4 [10] enthalten ebenfalls viele Sicherheits-Fixes mit auf die Systeme angepassten Änderungen. Einzeln ausgeliefert wird Safari 26.4 [11] mit Fehlerbehebungen für verschiedene WebKit-Lücken. Es steht für macOS Sonoma (14) und Sequoia (15) bereit, ist sonst Teil von macOS 26.4. Auch die Entwicklungsumgebung Xcode enthielt sicherheitsrelevante Bugs und sollte auf Xcode 26.4 [12] aktualisiert werden.
Weiterhin stellt Apple macOS 15.7.5 [13], macOS 14.8.5 [14] und iOS und iPadOS 18.7.7 [15] zum Download bereit, die Teile der Fehler auch für ältere Betriebssysteme ausbessern. Vollends geschützt ist man wie erwähnt nur, wenn man auf die Version 26.4 der jeweiligen Betriebssysteme aktualisiert.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11223747
In immer mehr Publikationen, auf Plakaten oder Bildschirmen finden sich QR-Codes, die man abscannen soll. Wie geht das aber mit dem Rechner?
Auf dem iPhone und iPad kann ich problemlos QR-Codes scannen und beispielsweise hinterlegte URLs öffnen. Doch wie geht das auf dem Mac?
Apple hat die Funktion bislang nicht in macOS integriert.
Während unter iOS die Systemfunktion Live-Text auch QR-Codes in Bildern erkennt, hebt der Mac lediglich den erkannten Text hervor. Auch ein unter iOS erstellter Kurzbefehl mit der Aktion „QR- oder Strichcode scannen“ funktioniert am Mac nicht.
Sie benötigen also ein Zusatztool. Das kostenlose QR Journal [1] erfasst QR- und EAN-Codes über eine Webcam. Klicken Sie dazu auf den Button „Scan“ in der Symbolleiste.
Sobald Sie den Code ins Bild halten, betätigt das Programm den Auslöser. Handelt es sich um eine URL, öffnen Sie diese mit „Open Link“ im Standardbrowser. Befinden sich mehrere Codes im Bild, überspringen Sie mit „Skip“ den gerade erfassten und gehen zum nächsten über. Sie müssen dabei nichts im Bild abdecken.
Mit QR Journal rufen Sie über die Webcam Ihres MacBooks Links aus QR-Codes auf.
Über den Importbutton lesen Sie Codes in bereits existierenden Fotodateien ein. Ziehen Sie das Motiv dazu einfach in die graue Fläche mit „Drag image to import“. Möchten Sie auf dem Bildschirm sichtbare QR-Codes scannen, machen Sie mit Umschalt + Command + 4 einen Screenshot davon und ziehen diesen dann auf das Fenster von QR Journal.
Um mehrere QR-Codes hintereinander zu verarbeiten, bietet sich URL Watch an. Die Funktion öffnet von QR Journal erkannte URLs automatisch. Auf Wunsch passiert das im Hintergrund. Über weitere Optionen speichert das Tool das Bild samt URL im programmeigenen Journal oder führt ein AppleScript aus.
Mit dem Programm TextSniper [2] (ab 8 Euro oder im Setapp-Abo [3]) lesen Sie auf dem Bildschirm sichtbare QR-Codes ohne Umweg über eine Screenshot-Datei ein. Entweder führen Sie über dessen Menüleistensymbol „Read QR/Bar Code“ aus oder Sie definieren sich in den Einstellungen gleich ein Tastaturkürzel.
Wie bei der Bildschirmfotofunktion von macOS ziehen Sie einen Auswahlrahmen um den Code, woraufhin das Tool etwa die darin codierte URL in die Zwischenablage kopiert. Auf Wunsch öffnet TextSniper erkannte URLs automatisch im Browser. Zudem kann TextSniper auch beliebigen Text auf dem Bildschirm erkennen, in die Zwischenablage kopieren und auch direkt laut vorlesen.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11220644
Links in diesem Artikel: [1] https://apps.apple.com/de/app/qr-journal/id483820530?mt=12 [2] https://www.textsniper.app/de [3] https://setapp.sjv.io/rnre3y [4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html [5] https://www.heise.de/mac-and-i [6] mailto:wre@heise.de
heise+ | Ugreen-Bluetooth-Übertrager BT305 im Test: Funker nicht nur fürs Flugzeug
Von Heise — 25. März 2026 um 08:00
Ugreen-Bluetooth-Transmitter.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Nicht überall gibt es Bluetooth-Funk für Audio – etwa in vielen Flugzeugen und manchen Autos. Ein Zubehör von Ugreen hilft.
Wenn der Anschluss der Audioquelle rein analog und der Bluetooth-Kopfhörer rein kabellos ist, dann schlägt ein Bluetooth-Transmitter die Brücke zwischen den zwei Geräten: Ihn schließt man an den Kopfhörerausgang an, sodass er den Ton an den gekoppelten Kopfhörer überträgt.
So kann man etwa die AirPods am Entertainmentsystem im Flugzeug oder Fitnessstudio nutzen oder Musik vom betagten iPod hören.
Es gibt zwar schon Modelle mit Bluetooth 6 und Audioübertragung in beide Richtungen, auch von Ugreen. Wir entschieden uns dennoch für den Bluetooth 5.4 Transmitter BT305, ohne Empfangsfunktion und mit einem zeitgemäßen, aber nicht dem aktuellsten Funkstandard. Grund: Dieses Modell für an die 20 Euro Straßenpreis [1] [1] kann sich neben anderen Kopfhörern auch mit den AirPods Pro 2 und neuer verbinden. Unter derartigen Adaptern scheint eine beträchtliche Zahl genau das nicht zu leisten, selbst wenn sie die passenden Audio-Codecs verwenden.
URL dieses Artikels: https://www.heise.de/-11211218
Links in diesem Artikel: [1] https://preisvergleich.heise.de/5972201040?hocid=macandiqr&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-mac-and-i