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Ölkrise spitzt sich zu: Globale Versorgung wird immer knapper

Von Marcel Kunzmann — 26. März 2026 um 10:30
Erdölpreis vor Ölpumpe

Die Welt steht am Beginn einer globalen Ölkrise, deren Folgen sich ab April wirklich zeigen werden

(Bild: Natallia Ustsinava/Shutterstock.com)

Infrastrukturschäden in Golfstaaten und jetzt Russland: Die Welt steht vor der schwersten Versorgungskrise seit Jahrzehnten – und ein Ende ist nicht in Sicht.

Die globale Ölversorgung wird derzeit von zwei Seiten gleichzeitig unter Druck gesetzt. Einerseits haben ukrainische Drohnenangriffe vor wenigen Tagen rund 40 Prozent der russischen Ölexportkapazität lahmgelegt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Berechnungen und Marktdaten berichtet [1].

Andererseits haben iranische Vergeltungsschläge mittlerweile zwischen 30 und 40 Prozent der Raffineriekapazitäten in den Golfstaaten beschädigt oder zerstört, wie Frankreichs Finanzminister Roland Lescure am Mittwoch mitteilte [2].

Zusammengenommen fehlen dem Weltmarkt damit Millionen Barrel pro Tag – bei einem Ölpreis, der bereits die Marke von 100 US-Dollar je Barrel überschritten hat. Der Preisanstieg dürfte sich bald beschleunigen und Verbraucher in allen Bereichen treffen. Es droht eine massive Inflationswelle [3].

Laut Lescure sind durch die iranischen Angriffe rund elf Millionen Barrel Tagesproduktion vom Markt genommen worden. Der französische Minister warnte, dass die Wiederherstellung der zerstörten Anlagen bis zu drei Jahre dauern könnte. Selbst jene Raffinerien, die lediglich vorsorglich heruntergefahren wurden, bräuchten mehrere Monate für einen Neustart.

Ukraine legt russische Exporthäfen lahm

Parallel dazu hat die Ukraine ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur in diesem Monat massiv ausgeweitet. Betroffen sind alle drei großen westlichen Exporthäfen Russlands: Noworossijsk am Schwarzen Meer sowie Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee.

Nach Reuters-Berechnungen sind damit rund zwei Millionen Barrel pro Tag an russischer Rohölexportkapazität ausgefallen – die schwerste Versorgungsstörung in der modernen Geschichte des zweitgrößten Ölexporteurs der Welt.

Hinzu kommt die Druschba-Pipeline, die über ukrainisches Territorium nach Ungarn und die Slowakei führt. Laut Kiew wurde ein Abschnitt der Leitung bereits Ende Januar durch russische Angriffe beschädigt. Beide Empfängerländer fordern die sofortige Wiederaufnahme der Lieferungen. Der Ölhafen Noworossijsk, der bis zu 700.000 Barrel pro Tag umschlagen kann, arbeitet seit einem schweren Drohnenangriff Anfang des Monats nur eingeschränkt.

Darüber hinaus haben häufige Beschlagnahmungen russischer Tanker in europäischen Gewässern – darunter ein von der französischen Marine aufgebrachtes Schiff – laut Händlern weitere 300.000 Barrel pro Tag an arktischen Ölexporten aus dem Hafen Murmansk unterbrochen.

Kiew begründet die Angriffe damit, Moskaus Öl- und Gaseinnahmen schmälern zu wollen, die rund ein Viertel des russischen Staatshaushalts ausmachen. Russland bezeichnet die Angriffe als terroristische Akte und hat die Sicherheitsvorkehrungen landesweit verschärft.

Moskau bleibt vorerst auf seine Exportrouten nach Asien angewiesen. Die Pipelines nach China – Skoworodino-Mohe und Atasu-Alaschankou – sowie die Seeexporte der Sorte ESPO Blend über den Hafen Kosmino laufen weiter und machen zusammen rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag aus.

Hinzu kommen etwa 250.000 Barrel täglich von den Sachalin-Projekten im Fernen Osten sowie rund 300.000 Barrel pro Tag für belarussische Raffinerien. Die Kapazitäten dieser Routen sind jedoch begrenzt, wie Händler gegenüber Reuters erklärten.

Verhandlungen und Realität

Ein Ende der Kampfhandlungen am Golf ist indes nicht in Sicht. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die laufenden Gespräche mit Iran als "produktiv". Iranische Offizielle wiesen dies öffentlich als Falschmeldungen zurück, die den Ölpreis drücken sollten, wie der Nachrichtensender Al Jazeera berichtet [4].

Hinter den Kulissen haben Ägypten, die Türkei und Pakistan in den vergangenen Tagen einen indirekten Kommunikationskanal zwischen Washington und Teheran aufgebaut, wie zwei hochrangige diplomatische Quellen in der Region gegenüber Al Jazeera bestätigten.

Die iranischen Forderungen sind weitreichend: Teheran verlangt die Rückführung eingefrorener Gelder, verbindliche Garantien gegen weitere Angriffe sowie ein neues regulatorisches Rahmenwerk für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus.

Negar Mortazavi, Analystin am Center for International Policy in Washington, erklärte [5] gegenüber Al Jazeera, Iran wolle den Krieg zu eigenen Bedingungen beenden und dabei Sanktionserleichterungen, Reparationen und wirtschaftliche Hebel herausschlagen. "Diese Kontrolle über die Straße von Hormus bringt sie auf Ideen – ‚vielleicht können wir Durchfahrtsgebühren erheben wie anderswo auf der Welt' – solche Diskussionen gibt es in Iran", sagte Mortazavi.

Die Trump-Regierung hob am Freitag vorübergehend Sanktionen auf den Kauf von 140 Millionen Barrel iranischen Öls auf See auf, um die Preise zu entlasten. Beobachter halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass Iran seinen Hebel ohne substanzielle Gegenleistungen aufgibt – zumal der Krieg Teheran wirtschaftliche Erleichterungen verschafft habe, die auf diplomatischem Weg nicht erreichbar gewesen seien.

Wie der Analyst Trita Parsi ausführte [6], hat der Krieg gegen Iran die Islamische Republik wirtschaftlich in eine überraschend günstige Position gebracht: Vor dem Krieg produzierte Iran knapp 1,1 Millionen Barrel Öl täglich, die zu einem effektiven Preis von rund 47 US-Dollar je Barrel abgesetzt wurden; heute liegt die Produktion bei 1,5 Millionen Barrel, der Verkaufspreis bei rund 107 Dollar.

Hinzu kommen gestiegene Petrochemieexporte an einen erweiterten Abnehmerkreis sowie neue Zahlungsmechanismen, die den bisherigen Umweg über die Vereinigten Arabischen Emirate umgehen. Für Parsi ist das Fazit eindeutig: Trumps und Israels Krieg hat Iran de facto Sanktionserleichterungen beschert – und damit den Anreiz Teherans, einem Waffenstillstand zuzustimmen, erheblich verringert, solange kein Abkommen auch formale Sanktionsaufhebungen enthält. Für Trump dürfte das nicht akzeptabel sein.

Düsterer Ausblick

Experten rechnen nicht damit, dass die Ölpreise in absehbarer Zeit sinken werden. Sollten die USA eine Bodeninvasion starten, würde dies eine schwere iranische Vergeltung auslösen, was zu einer noch massiveren Eskalation führen dürfte.

In Asien zeigt sich bereits, was andernorts droht: Länder wie die Philippinen, Thailand und selbst Australien stehen vor akuten Versorgungsengpässen. Dort drohen nicht nur höhere Treibstoffpreise, sondern leere Tankstellen und die Einstellung von Flugverbindungen.

Sollte die Krise bis Mitte oder Ende April andauern, warnen Beobachter vor schwerwiegenden Folgen, darunter zivile Unruhen und humanitäre Krisen in mehreren asiatischen Staaten.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, versicherte, die EZB verfüge über mehrere Instrumente, um den durch den Krieg ausgelösten Inflationsschock zu bewältigen, und werde sich nicht "durch Zögern lähmen" lassen. Bislang ist jedoch noch keine Zinsanhebung in Sicht.


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https://www.heise.de/-11225276

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/business/energy/least-40-russias-oil-export-capacity-halted-reuters-calculations-show-2026-03-25/
[2] https://www.france24.com/en/france-confirms-oil-crisis-says-30-40-gulf-energy-infrastructure-destroyed
[3] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/inflation-verbraucherpreise-energiekrise-100.html
[4] https://www.aljazeera.com/news/liveblog/2026/3/25/iran-war-live-trump-again-says-talks-underway-12-killed-in-south-tehran
[5] https://www.aljazeera.com/news/2026/3/25/is-irans-negotiating-position-stronger-than-when-us-israeli-war-started
[6] https://x.com/tparsi/status/2036173360183361997?s=46&t=HA0F63X_3YY3NpLe8icuzg

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Videoaufnahmen: macOS-Notch als Anzeigebereich für einen Teleprompter

Von Heise — 26. März 2026 um 12:44
Der Notch des MacBook ist nicht nur nutzlos

Der Notch des MacBook ist nicht nur nutzlos: Er sorgt auch dafür, dass man in die Kamera schaut.

(Bild: Notchie.app)

Bei Vorträgen und Präsentationen vor der Webcam ist es häufig schwer, Texte abzulesen, ohne dass man den Blick abwendet. Die App Notchie hilft.

Die Anzahl der Videokonferenzen hat auch Jahre nach der Corona-Krise nicht nachgelassen: Egal ob Teams, Zoom, Google Meet oder WebEx, es wird noch immer viel vor der Kamera kommuniziert. Wer dabei etwas vorträgt, schafft es oft nicht, ständig „Augenkontakt“ mit den Zusehern zu halten. Der Grund: Erstens befinden sich die Gesprächsnotizen oft in einem anderen Bereich des Bildschirms, zweitens ist die Kamera auf MacBook & Co. auch nicht besonders gut für das direkte Hineinsehen platziert. Das Tool Notchie will hier Abhilfe schaffen: Es ist eine Kombination aus Teleprompter und „Kamera im Auge behalten“-App. Dazu bedient sich die Anwendung eines cleveren Tricks.

Blick zum Notch sorgt für Blickkontakt

Denn was Notchie tut, sagt bereits der Name: Vorlese- oder Notizen-Text werden direkt unter dem Notch aktueller Macs platziert, in dem wiederum die Kamera steckt. Das gilt für MacBook Pro in den Varianten mit 14 und 16 Zoll als auch beim MacBook Air – nur das Neo [1] hat keinen Notch. Der Vorteil der Textplatzierung unter dem Notch ist simpel: Genau in diesem versteckt sich die FaceTime-Kamera. Man hat seine Augen also stets dort, wo man auch hinschauen müsste, um den Blickkontakt mit dem Publikum aufrechtzuerhalten, was Präsentationen deutlich professioneller erscheinen lassen kann.

Notchie bietet verschiedene Möglichkeiten der Anpassung. So kann man die Textfläche vergrößern, zusammenziehen, an der Darstellung Veränderungen vornehmen und einiges mehr. Eine zentrale App dient der Steuerung, sie erfasst die jeweiligen Skripte, sodass man schnell zwischen diesen Hin und Her wechseln kann. Die Geschwindigkeit der Wiedergabe des Prompter-Texts ist ebenfalls anpassbar.

Scrollen mit der Sprache

Sehr nützlich ist auch das sogenannte Voice-Sync-Scrolling. Dabei soll sich die Prompterausgabe an der Sprache orientieren. Dafür muss man der App allerdings eine Mikrofonfreigabe erteilen.

Notchie steht nur für macOS zur Verfügung. Die App ist lobenswerterweise als Einmalkauf zu haben und erfordert kein Abo. Mit knapp 30 US-Dollar ist Notchie allerdings nicht ganz billig. Der Vertrieb erfolgt über Apples App Store [2], außerdem ist die App auch Teil des Setapp-Abo-Pakets [3]. Eine Demoversion, die allerdings nur Sitzungen von maximal fünf Minuten erlaubt, kann hier heruntergeladen [4] werden


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11224321

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/MacBook-Neo-im-Test-Der-Budget-Mac-mit-dem-Smartphone-Herz-11205775.html
[2] https://apps.apple.com/de/app/notchie/id6756745307?mt=12
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Faltrate-fuer-Apps-Was-Setapp-leistet-und-fuer-wen-es-sich-lohnt-6165525.html
[4] https://www.notchie.app/trial
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de

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Pro & Contra: Hat Apple iWork zerstört?

Von Heise — 26. März 2026 um 10:29
Pro & Contra iWork

Apples Office-Suite war lange die sorgenfreie Grundausstattung auf Macs & Co. Jetzt sind die Apps Freemium statt einfach kostenlos. Geht das zu weit?

Seit Jahren bietet Apple das iWork-Paket – Pages, Keynote und Numbers – den eigenen Kunden gratis an. Mit dem Start von „Apple Creator Studio“ wurden die Textbearbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware jetzt zu Freemium-Apps. Neue Funktionen und Zusatzelemente gibt es nur für zahlende Nutzer. Zudem weisen die Apps prominent auf das Abo-Paket hin. Torpediert Apple damit die eigene Office-Software?

PRO

Leo Becker ärgert, dass Apple in Pages & Co. nicht vor nerviger Abo-Werbung zurückschreckt.,
Leo Becker ärgert, dass Apple in Pages & Co. nicht vor nerviger Abo-Werbung zurückschreckt.,

Leo Becker ärgert, dass Apple in Pages & Co. nicht vor nerviger Abo-Werbung zurückschreckt.

Pages, Keynote und Numbers sind eigentlich richtig gute Anwendungen. Mit der Einführung des Abo-Bundles Creator Studio hat Apple diese über Nacht jedoch zu „Nagware“ degradiert – Nerv-Software, die auf dem Papier kostenlos bleibt, Nutzern aber bei jeder Gelegenheit ein Abonnement andrehen will.

Das ist ein Jammer: Für viele Jahre wertete die iWork-Gratisbeigabe nämlich jedes Apple-Gerät auf, und das ganz ohne Fallstricke. Etliche Neukunden dürfte es erfreut haben, dass sie eine zugeschickte Office-Datei einfach öffnen können, ohne erst Software kaufen und installieren zu müssen. Das penetrante Upselling zerschmettert den bisher so positiven Ersteindruck: Die Apps verweisen auffällig auf vermeintliche Premium-Inhalte und schrecken sogar vor farblich ins Auge stechenden Buttons für KI-Funktionen nicht zurück, die erst das Abo freischaltet. Ob es in Zukunft überhaupt noch kostenlose Neuerungen für die iWork-Suite geben wird, bleibt unklar.

Dabei hat Apple sich nicht einmal die Mühe gemacht, ein attraktives Zusatzangebot für iWork-Nutzer zu schnüren. Für ein paar durchschnittliche Stockfotos und Vorlagen sowie stark limitierte KI-Funktionen veranschlagt der Konzern 13 Euro pro Monat. Das ist ein guter Abo-Preis für die im Creator Studio enthaltenen Profitools Final Cut und Logic Pro, aber vollkommen absurd für all jene, die einfach nur Pages, Keynote und Numbers ungestört weiterverwenden wollen.

Apple propagiert gerne, den Kunden das „bestmögliche Computing-Erlebnis“ bieten zu wollen. Bei der Software verabschiedet sich der Hersteller zusehends von diesem hehren Ziel. Und das allein für einen Tick mehr Umsatz mit Abo-Diensten. (lbe [2])

CONTRA

Holger Zelder findet alles halb so wild. ,
Holger Zelder findet alles halb so wild. ,

Holger Zelder findet alles halb so wild.

Doppelte Apps! Hässlich! Abo-Falle! Als sich plötzlich zwei Versionen von Pages, Numbers und Keynote auf dem Mac fanden, waren viele Nutzer irritiert. Das Chaos hat aber praktische, technische Gründe: Mit den neuen Versionen hat Apple Universal-Apps eingeführt, die auf mehreren Plattformen funktionieren. Dadurch muss Apple künftig nur eine Version für iOS, iPadOS und macOS pflegen.

Den Vorwurf der „Zerstörung von Apples Office-Programmen“ halte ich für übertrieben. Ja, wer kein Creator Studio abonniert, bekommt ein wenig Werbung eingeblendet. Da bin ich aber Schlimmeres wie nervige Pop-up-Fenster oder täglichen E-Mail-Terror gewohnt. Apples Hinweise sind im Vergleich zur Konkurrenz dezent, sodass ich sie leicht ignorieren kann. Lila Buttons für Bildgenerator, Auflösungsverbesserung oder die kuratierte Mediathek, die nur Abonnenten nutzen können, lassen sich leicht aus der Symbolleiste verbannen. Alte Vorlagen funktionieren weiterhin. Und wer ohnehin stets mit den gleichen Dokumenten arbeitet, greift darauf zurück und lässt die mit Abo-Sternchen links liegen.

Immerhin muss sich der Nutzer nur entscheiden, ob er Geld für ein paar Templates und ein wenig mehr KI-Funktionen ausgibt. Wer den KI-Krempel nicht braucht, muss ihn nicht bezahlen und verpasst derzeit nichts. Selbst wenn Apple die Abo-Funktionen in Zukunft ausbauen wird, decken Numbers, Pages und Keynote den Office-Grundbedarf für die meisten Privatnutzer ab. Außerdem lassen sich selbst mit einem kostenlosen iCloud-Account Dokumente im Browser bearbeiten oder mit anderen teilen.

Bei der Konkurrenz sieht das anders aus: Wenn man in Word nur ein Dokument speichern will, wird man schon in ein Microsoft-365-Abo genötigt. Die Apple-Apps bleiben hingegen auch ohne das Apple-Abo benutzbar – und das immerhin seit 2017! (hze [4])

Wer hat Recht? Diskutieren Sie mit!

Zuletzt bei Pro & Contra: Sollte iOS so offen wie der Mac sein? [5]


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11214044

Links in diesem Artikel:
[1] https://shop.heise.de/mac-i-02-2026/print
[2] mailto:lbe@heise.de
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
[4] mailto:hze@heise.de
[5] https://www.heise.de/meinung/Pro-Contra-Sollte-iOS-so-offen-wie-der-Mac-sein-11160312.html
[6] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[7] mailto:lbe@heise.de

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iOS 26.4: Apple verändert App-Store-Update-Funktion

Von Heise — 26. März 2026 um 10:11
App-Store-Icon vor wolkigem Hintergrund

App-Store-Icon vor wolkigem Hintergrund.

(Bild: Tada Images / Shutterstock)

Apple hat einen von Nutzern häufig verwendeten Workflow zum manuellen Aktualisieren von iPhone-Apps verändert. Hier findet man die Updates nun.

Nanu, wo sind denn meine Aktualisierungen hin? Wer in dieser Woche iOS 26.4 [1] installiert hat, wird sich das schnell fragen, denn Apple hat an der Bedienung seiner App-Store-Anwendung geschraubt. Warum dies ausgerechnet jetzt erfolgte und nicht etwa mit Einführung von iOS 26 [2] im Herbst, ist unklar. Der Umfang führt jedenfalls dazu, dass Nutzer eine wichtige Funktion nur mit einem Klick mehr erreichen. Glücklicherweise gibt es allerdings auch einen schnelleren Weg.

Gut versteckt, Updates immer noch lahm

Bislang erfolgten Updates von iOS-Apps so: Man begab sich in den App Store, klickte auf das eigene Icon rechts oben – und sah die vorhandenen Aktualisierungen. Fehlten welche, lohnte es sich, die Ziehgeste durchzuführen, um die Ansicht auf den neuesten Stand zu bringen. Per Klick konnte man dann alle Updates durchführen oder einzelne. Da Apple sich auch bei aktiven automatischen Updates für iOS-Apps gerne etwas Zeit ließ, nutzten auch User die Funktion des Öfteren, die dem Betriebssystem die Aktualisierung überlassen hatten.

Nun taucht, wenn man das eigene Icon anklickt, nicht sofort die Update-Übersicht auf. Stattdessen werden unter anderem das Einstellungsmenü für das eigene App-Store-Profil, vorhandene Abos, Benachrichtigungseinstellungen oder die Einstellungen für Bewertungen und Reviews aufgeführt. Zudem gibt es Knöpfe, um etwa Geld hinzuzufügen, Gutscheincodes einzulösen, Apps zu verschenken oder die App-Store-Konfiguration zu ändern. Die Updates selbst sind noch da, wenn auch auf den ersten Blick versteckt: Man findet sie nun an Stelle drei auf diesem Screen.

Über den Homescreen geht es schneller

Klickt man die Option an, erscheint der übliche Aktualisierungsbildschirm, wenn auch nun im Vollbild. Auch ein „Ziehen um zu aktualisieren“ funktioniert hier weiterhin. Updates arbeiten wie gehabt. Auch an der teils langsamen Aktualisierungsgeschwindigkeit bei automatischen Updates hat Apple nichts geändert, oft muss man prüfen, ob nicht noch weitere Aktualisierungen vorliegen.

Wem der Zusatzklick unnötig erscheint, hat zum Glück einen schnelleren Weg zur Verfügung: Wie Mac & i in seinen ausführlichen Tipps zu iOS 26.4 [3] beschreibt, reicht es, länger auf das App-Store-Icon auf dem Homescreen zu drücken: Legen Sie den Finger auf das App-Store-Icon, bis das Kontextmenü aufklappt, und wählen Sie dort „Updates“. Dann landet man ohne Umwege direkt in den Aktualisierungen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11224240

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-4-ist-da-Diese-Neuerungen-bringen-die-Apple-Updates-11223122.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-laesst-Liquid-Glass-frei-iOS-26-Co-zum-Download-verfuegbar-10646514.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/21-Tipps-zu-iOS-26-4-Akku-Limit-Untertitel-Ambient-Widget-und-mehr-11224708.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
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Angreifer können manipulierte Firmware auf TP-Link-Router laden

Von Heise — 26. März 2026 um 09:45

(Bild: ZinaidaSopina/Shutterstock.com)

In aktuellen Firmwares für Archer-Router von TP-Link haben die Entwickler vier Sicherheitslücken geschlossen.

Aufgrund von mehreren Softwareschwachstellen können Angreifer TP-Link-Router der Archer-Serie komplett kompromittieren. Alle mittlerweile geschlossenen Lücken sind mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft.

Bislang gibt es keine Hinweise auf laufende Attacken. Der Hersteller rät Besitzern, die verfügbaren Sicherheitspatches zeitnah zu installieren.

Konkret sind die Modelle Archer NX200, NX210, NX500 und NX600 bedroht. In einer Warnmeldung versichern die Entwickler [1], die Lücken in den Firmwares 1.3.0 Build 260311, 1.3.0 Build 260309, 1.4.0 Build 260311, 1.5.0 Build 260309 und 1.8.0 Build 260311 geschlossen zu haben. Alle vorigen Ausgaben sind den Entwicklern zufolge verwundbar.

Die Gefahren

Am gefährlichsten gilt eine Authentifizierungs-Schwachstelle im HTTP-Server (CVE-2025-15517). An dieser Stelle können Angreifer ohne Anmeldung auf Geräte zugreifen und im schlimmsten Fall eine mit Schadcode präparierte Firmware hochladen und installieren.

Für die Ausnutzung zwei weiterer Schwachstellen (CVE-2026-15518, CVE-2026-15519) benötigen Angreifer Adminrechte. Ist das gegeben, können sie eigene Befehle auf Ebene des Betriebssystems ausführen.

Aufgrund eines hart codierten kryptografischen Schlüssels im Kontext der Gerätekonfiguration können Angreifer Einstellungen verbiegen (CVE-2025-15605).


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https://www.heise.de/-11224988

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tp-link.com/us/support/faq/5027/?ref=factide.com
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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Android 17: Google führt Kontaktauswahl für gezieltere Datenfreigaben ein

Von Heise — 26. März 2026 um 09:07
Android Schriftzug auf dem MWC in Barcelona

Android

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Mit Android 17 integriert Google eine Kontaktauswahl. Mit dieser können Nutzer nur jene Kontakte und Daten mit Apps teilen, die wirklich nötig sind.

Mit Android 17 [1], das sich aktuell noch in der Beta 2 befindet [2], will Google ein Kontaktauswahlwerkzeug – einen „Contact Picker“ – einführen, das einer generellen Freigabe sämtlicher Kontakte aus dem Adressbuch für Apps einen Riegel vorschieben soll. Damit will Google Datenschutz und Benutzerkontrolle unter Android weiter verbessern.

Mehr Kontrolle

Bislang nutzten Anwendungen, die Zugriff auf die Kontakte eines bestimmten Benutzers benötigten, die breit gefasste Berechtigung READ_CONTACTS. Mit einem Klick erhielten Apps damit Zugriff auf das gesamte Adressbuch, obwohl wohl meist nur einen Bruchteil der Daten für die Nutzung erforderlich ist. Die neue Kontaktauswahl, die mit dem Intent ACTION_PICK_CONTACTS in Android 17 Einzug hält, schränkt das uneingeschränkte „Abschnorcheln“ von Kontaktdaten ein. Hierfür bekommt die neue Android-Version eine „standardisierte, sichere und durchsuchbare Oberfläche für die Kontaktauswahl“.

Mockups der Android 17 Kontaktauswahl
Mockups der Android 17 Kontaktauswahl

So soll die neue Kontaktauswahl unter Android 17 aussehen.

(Bild: Google)

Das Unternehmen erklärt im Beitrag auf dem Android-Developer-Blog [3], dass mit dieser Funktion Nutzerinnen und Nutzer Apps nur Zugriff auf die von ihnen ausgewählten Kontakte gewähren können. Dies entspreche „dem Anspruch von Android auf Datentransparenz und minimalen Zugriffsumfang“.

Ähnlicher Ansatz wie beim „Photo Picker“

Google erklärt, dass die Kontaktauswahl-API in Android [4] 17 Unterstützung für detaillierte Datenabfragen bietet. So könnten Apps wie bisher auch die Erlaubnis zum Zugriff auf die Nutzerkontakte anfordern, aber in der neuen Android-Version können sie nur die von Nutzern ausgewählten Kontakte einsehen. Das Konzept entspricht dem des Fotoauswahlwerkzeugs („Photo Picker“), das Google im Jahr 2022 mit Android 13 eingeführt [5] hatte.

Darüber hinaus können diese Apps die spezifischen Datenfelder anfordern, die sie benötigen. Wenn eine App also Zugriff auf die in den Kontakten gespeicherten Telefonnummern wünscht, kann sie dieses einzelne Datenfeld anfordern, anstatt den gesamten Kontaktdatensatz abzurufen.

Außerdem soll Android 17 die Auswahl eines oder mehrerer Kontakte gleichzeitig über die neue Kontaktauswahl unterstützen, was die Abfrage von Berechtigungen für mehrere Kontakte vereinfachen dürfte. App-Entwickler können zudem festlegen, wie viele Kontakte Nutzer gleichzeitig auswählen dürfen. Bei Verwendung dieser Schnittstelle ist der Lesezugriff auf Kontaktdatensätze zeitlich begrenzt. Überdies verbessert das Kontaktauswahlwerkzeug den Zugriff auf Kontakte aus verschiedenen auf dem Gerät gespeicherten Benutzerprofilen wie Privat oder Arbeit sowie aus geklonten Profilen und privaten Bereichen.

Google empfiehlt App-Entwicklern, über die neue Kontaktauswahl zur Datenminimierung nur die wirklich benötigten Kontaktdatenfelder abzufragen, „um ein optimales Nutzererlebnis zu gewährleisten und hohe Sicherheitsstandards einzuhalten“. „Wenn Ihre App nur eine SMS senden muss, fordern Sie Phone.CONTENT_ITEM_TYPE an. In der Auswahl werden Kontakte ohne Telefonnummer automatisch herausgefiltert, was zu einer übersichtlicheren Bedienoberfläche für den Nutzer führt“, erklärt das Unternehmen. Die vollständige Dokumentation zur Kontaktauswahl [6] bietet Google auf der Android-Developers-Webseite an.

Die Veröffentlichung der stabilen Version von Android 17 wird im Laufe des Juni 2026 erwartet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225020

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Android-17
[2] https://www.heise.de/news/Android-17-Google-beschleunigt-Entwicklung-und-veroeffentlicht-zweite-Beta-11192403.html
[3] https://android-developers.googleblog.com/2026/03/contact-picker-privacy-first-contact.html
[4] https://www.heise.de/thema/Android
[5] https://www.heise.de/news/Android-13-Erste-Developer-Preview-mit-Updates-zu-Privatsphaere-und-Icon-Design-6442084.html
[6] https://developer.android.com/about/versions/17/features/contact-picker?hl=de
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:afl@heise.de

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KubeCon EU 2026: Solo.io bringt Observability für KI-Agenten-Workflows

Von Heise — 26. März 2026 um 09:36
Container und Weltkugel auf Tastatur

(Bild: cybrain/Shutterstock.com)

Agentevals macht KI-Agenten messbar: Das neue Tool von Solo.io nutzt Telemetriedaten und eigene Metriken, um Qualität und Effizienz zu bewerten.

Solo.io hat im Rahmen der KubeCon EU 2026 mit agentevals ein Open-Source-Werkzeug vorgestellt [1], das die Qualität von KI-Agenten messbar machen soll. Aus dem Bereich der LLMs (Large Language Models) kennt man den Vergleich von Eingabe und Ausgabe. Doch dieser Ansatz genügt bei Agenten nicht, denn sie greifen auf weitere Werkzeuge, Informationssysteme oder sogar andere KI-Komponenten zurück. Wie gut und effektiv ist die Schleife von Aufrufen? Das umfasst die Daten, die hin- und herfließen, aber auch die Auswahl der externen Instanzen und deren Anzahl.

Agenten evaluieren, bevor sie in Produktion gehen

Für diese Auswertung macht sich agentevals [3] bereits bekannte Methoden aus dem Machine Learning zunutze und verwendet vorhandene Telemetriedaten. Außerdem können Anwender eigene Metriken definieren und Schwellenwerte festlegen. Letzteres bezeichnet das Projekt als „Golden Eval Sets“.

Beispielhafte Auswertung von agentevals mit einer Liste von Evaluators
Beispielhafte Auswertung von agentevals mit einer Liste von Evaluators

Beispielhafte Auswertung von agentevals mit einer Liste von Evaluators

Damit lassen sich Agenten evaluieren, bevor sie in Produktion gehen. Tut die Software, was sie soll? Arbeitet sie kosteneffizient und mit den richtigen Mitteln? Agentenbasierte KI arbeitet konstruktionsbedingt nicht deterministisch – gleiche Eingaben können also unterschiedliche Ergebnisse liefern. Agentevals soll einen Teil dieser Vorhersagbarkeit wiederherstellen. Am einfachsten gelingt die Integration über OpenTelemetry [4], ein offenes Observability-Framework für verteilte Systeme. Hier lassen sich entsprechende Agenten ohne Codeänderung anweisen, ihre Telemetriedaten an die agentevals-Plattform zu schicken. Ebenso lassen sich historische Daten auswerten. Ein bereits entsprechend dokumentierter Agentenlauf lässt sich im Nachhinein mit agentevals inspizieren. Dafür bietet das Werkzeug eine webbasierte Oberfläche und einen Kommandozeilenzugang.

Zusammen mit agentevals hat Solo.io bereits vier Projekte im Bereich der KI-Agent-Infrastruktur veröffentlicht. Im Gespräch mit heise erklärte Keith Babo, Vice President, Product bei Solo.io, dass jedes Mal dieselbe Motivation dahinterstand. Die Frage lautete jeweils: Welche Lücke im Ökosystem der KI-Agenten muss dringend geschlossen werden? Den Anfang machte kagent [5]. Das Framework ermöglicht es, KI-Agenten nativ in Kubernetes – der weitverbreiteten Container-Orchestrierungsplattform – zu betreiben. Danach folgte agentgateway [6], eine Data Plane – also die Komponente, die den eigentlichen Datenverkehr verarbeitet – für KI-Agenten beziehungsweise deren Plattform. Sie unterstützt unter anderem die Protokolle MCP (Model Context Protocol) und A2A (Agent-to-Agent). Mit agentregistry lassen sich KI-Artefakte zentral verwalten und auditieren.

Projekte unter dem Dach der CNCF und Linux Foundation

Auf der KubeCon EU 2026 in Amsterdam übergab Solo.io agentregistry an die CNCF (Cloud Native Computing Foundation) und findet dort mit kagent [7] sogar schon einen Bekannten; agentgateway liegt bei der Linux Foundation [8]. Offen ist, welcher Foundation agentevals zugeordnet wird – und welche Lücke Solo.io als Nächstes schließen will.

Keith Sabo vermutet, dass im nächsten Schritt MCP und dessen breiterer Einsatz in den Fokus rücken. Konkret: Wie lassen sich bestehende REST-APIs in die Welt von KI und Model Context Protocol überführen? Eine 1:1-Abbildung funktioniert dabei nicht. Alles von Grund auf neu zu entwickeln, ist aber oft ebenfalls keine Option. Es bleibt abzuwarten, ob Solo.io dieses Thema als Nächstes angeht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11224668

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.solo.io/press-releases/introducing-new-agentic-open-source-project-agentevals
[2] https://www.mastering-obs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_clc_observ.empfehlung-ho.link.link&LPID=34258
[3] https://aevals.ai/
[4] https://opentelemetry.io/
[5] https://www.heise.de/news/Framework-fuer-KI-Agenten-MCP-Gateway-verknuepft-KI-mit-Datenquellen-und-Apps-10343799.html
[6] https://www.heise.de/news/An-der-Boerse-siebenmal-mehr-wert-Open-Source-lohnt-sich-10618426.html
[7] https://www.cncf.io/projects/kagent/
[8] https://www.linuxfoundation.org/press/linux-foundation-welcomes-agentgateway-project-to-accelerate-ai-agent-adoption-while-maintaining-security-observability-and-governance
[9] mailto:map@ix.de

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Halbierte Latenz: Webframework IHP 1.5.0 mit neuer Datenbankschicht

Von Heise — 26. März 2026 um 09:30
Illustration von Webentwicklung mit Computer, Datenbanken, Wolken und Werkzeugen.

(Bild: heise medien)

Das Webframework IHP 1.5.0 bringt eine neue Datenbankschicht, deutliche Performance-Gewinne und eine verbesserte modulare Architektur.

Das Webframework IHP liegt in Version 1.5.0 vor. Es handelt sich um das bisher größte Release des Open-Source-Projekts mit 1.051 Commits. Die Entwickler haben die gesamte Datenbankschicht neu geschrieben, die Performance an vielen Stellen verbessert und die Architektur modularisiert.

IHP (Integrated Haskell Platform) ist ein Webframework, das viele für Webanwendungen typische Funktionen bereits ab Werk mitbringt. Es kombiniert die funktionale Programmiersprache Haskell mit dem Paketmanager Nix. Nix sorgt dabei für reproduzierbare Entwicklungsumgebungen. Das Framework richtet sich an Entwickler und Teams, die Webanwendungen mit hoher Typsicherheit und möglichst wenigen Laufzeitfehlern bauen wollen. IHP liefert dafür alle nötigen Werkzeuge mit – vom Prototyping bis zur Produktion.

Neue Datenbankschicht halbiert Latenzen

Die größte Änderung in Version 1.5.0 betrifft den Datenbankzugriff. IHP wechselt vom älteren Treiber postgresql-simple auf hasql. Dieser aktuellere Treiber nutzt das binäre Protokoll von PostgreSQL und arbeitet mit vorbereiteten Anweisungen (Prepared Statements). In Produktionsumgebungen sinkt die Latenz bei Datenbankabfragen dadurch um bis zu 50 Prozent. Die bestehende Query-Builder-API bleibt unverändert – vorhandener Code funktioniert ohne Anpassungen weiter. Nur wer bisher direkt auf postgresql-simple zugegriffen hat, muss migrieren.

Darüber hinaus haben die IHP-Entwickler auch andere Teile des Frameworks beschleunigt. Laut Release Notes belegt der integrierte Entwicklungsserver – er basiert auf GHCi, der interaktiven Umgebung des Haskell-Compilers – jetzt nur noch 500 bis 800 MByte Arbeitsspeicher statt zuvor 4 GByte. Ferner soll die Session-Middleware bei Routen, die nicht auf die Session zugreifen, dreimal schneller arbeiten. Die URL-Generierung soll nach dem Update fünfmal schneller und die Render-Pipeline doppelt so schnell wie in der Vorgängerversion sein.

Das neue Paket ihp-typed-sql führt einen sogenannten Quasiquoter ein – ein Haskell-Mechanismus, der SQL-Syntax direkt im Code erlaubt. Das Besondere: Der Compiler verbindet sich während des Übersetzungsvorgangs mit der Entwicklungsdatenbank und prüft, ob Tabellen, Spalten und Datentypen korrekt sind. Er erkennt auch, welche Spalten durch LEFT JOIN Null-Werte annehmen können. Fehlerhafte SQL-Abfragen fallen so bereits beim Build auf, nicht erst zur Laufzeit.

Pipeline-Modus bündelt Datenbankabfragen

Mit der neuen Funktion fetchPipelined können Entwickler mehrere unabhängige Datenbankabfragen in einem einzigen Netzwerk-Roundtrip an PostgreSQL senden. Statt jede Abfrage einzeln abzuschicken und auf die Antwort zu warten, schickt IHP alle Abfragen direkt hintereinander. Die Datenbank verarbeitet sie und liefert die Ergebnisse gebündelt zurück. Das reduziert die Netzwerklatenz spürbar.

IHP ist mit dieser Version weniger monolithisch aufgebaut. Die Entwickler haben über 15 Module – darunter ihp-mail, ihp-datasync und ihp-schema-compiler – als eigenständige Pakete auf Hackage veröffentlicht, dem zentralen Paket-Repository für Haskell (vergleichbar mit npm für JavaScript oder PyPI für Python). Andere Haskell-Projekte können diese Bibliotheken damit nutzen, ohne das gesamte Framework einzubinden. Bestehende IHP-Projekte sind nicht betroffen: Die Module werden weiterhin aus dem Hauptpaket re-exportiert.

Weitere Neuerungen und nötige Anpassungen

Darüber hinaus bringt Version 1.5.0 unter anderem Custom Routes für individuelle URLs neben dem automatischen Routing, Unterstützung für zusammengesetzte Primärschlüssel (Composite Primary Keys) und einen Integrationstestmodus mit automatisch erzeugter temporärer PostgreSQL-Datenbank. Als Standard-Compiler dient nun GHC 9.10, experimentell unterstützt IHP auch GHC 9.12.

Da der Wechsel der Datenbankschicht und die Modularisierung einige inkompatible Änderungen (Breaking Changes) mit sich bringen, stellt das Entwicklerteam einen Upgrade-Guide mit Schritt-für-Schritt-Anleitung bereit. Alle Informationen finden sich in den Release Notes auf GitHub [1].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225000

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/digitallyinduced/ihp/releases/tag/v1.5.0
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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Android 17: Google führt Kontaktauswahl für gezieltere Datenfreigaben ein

Von Heise — 26. März 2026 um 09:07
Android Schriftzug auf dem MWC in Barcelona

Android

(Bild: Andreas Floemer / heise medien)

Mit Android 17 integriert Google eine Kontaktauswahl. Mit dieser können Nutzer nur jene Kontakte und Daten mit Apps teilen, die wirklich nötig sind.

Mit Android 17 [1], das sich aktuell noch in der Beta 2 befindet [2], will Google ein Kontaktauswahlwerkzeug – einen „Contact Picker“ – einführen, das einer generellen Freigabe sämtlicher Kontakte aus dem Adressbuch für Apps einen Riegel vorschieben soll. Damit will Google Datenschutz und Benutzerkontrolle unter Android weiter verbessern.

Mehr Kontrolle

Bislang nutzten Anwendungen, die Zugriff auf die Kontakte eines bestimmten Benutzers benötigten, die breit gefasste Berechtigung READ_CONTACTS. Mit einem Klick erhielten Apps damit Zugriff auf das gesamte Adressbuch, obwohl wohl meist nur einen Bruchteil der Daten für die Nutzung erforderlich ist. Die neue Kontaktauswahl, die mit dem Intent ACTION_PICK_CONTACTS in Android 17 Einzug hält, schränkt das uneingeschränkte „Abschnorcheln“ von Kontaktdaten ein. Hierfür bekommt die neue Android-Version eine „standardisierte, sichere und durchsuchbare Oberfläche für die Kontaktauswahl“.

Mockups der Android 17 Kontaktauswahl
Mockups der Android 17 Kontaktauswahl

So soll die neue Kontaktauswahl unter Android 17 aussehen.

(Bild: Google)

Das Unternehmen erklärt im Beitrag auf dem Android-Developer-Blog [3], dass mit dieser Funktion Nutzerinnen und Nutzer Apps nur Zugriff auf die von ihnen ausgewählten Kontakte gewähren können. Dies entspreche „dem Anspruch von Android auf Datentransparenz und minimalen Zugriffsumfang“.

Ähnlicher Ansatz wie beim „Photo Picker“

Google erklärt, dass die Kontaktauswahl-API in Android [4] 17 Unterstützung für detaillierte Datenabfragen bietet. So könnten Apps wie bisher auch die Erlaubnis zum Zugriff auf die Nutzerkontakte anfordern, aber in der neuen Android-Version können sie nur die von Nutzern ausgewählten Kontakte einsehen. Das Konzept entspricht dem des Fotoauswahlwerkzeugs („Photo Picker“), das Google im Jahr 2022 mit Android 13 eingeführt [5] hatte.

Darüber hinaus können diese Apps die spezifischen Datenfelder anfordern, die sie benötigen. Wenn eine App also Zugriff auf die in den Kontakten gespeicherten Telefonnummern wünscht, kann sie dieses einzelne Datenfeld anfordern, anstatt den gesamten Kontaktdatensatz abzurufen.

Außerdem soll Android 17 die Auswahl eines oder mehrerer Kontakte gleichzeitig über die neue Kontaktauswahl unterstützen, was die Abfrage von Berechtigungen für mehrere Kontakte vereinfachen dürfte. App-Entwickler können zudem festlegen, wie viele Kontakte Nutzer gleichzeitig auswählen dürfen. Bei Verwendung dieser Schnittstelle ist der Lesezugriff auf Kontaktdatensätze zeitlich begrenzt. Überdies verbessert das Kontaktauswahlwerkzeug den Zugriff auf Kontakte aus verschiedenen auf dem Gerät gespeicherten Benutzerprofilen wie Privat oder Arbeit sowie aus geklonten Profilen und privaten Bereichen.

Google empfiehlt App-Entwicklern, über die neue Kontaktauswahl zur Datenminimierung nur die wirklich benötigten Kontaktdatenfelder abzufragen, „um ein optimales Nutzererlebnis zu gewährleisten und hohe Sicherheitsstandards einzuhalten“. „Wenn Ihre App nur eine SMS senden muss, fordern Sie Phone.CONTENT_ITEM_TYPE an. In der Auswahl werden Kontakte ohne Telefonnummer automatisch herausgefiltert, was zu einer übersichtlicheren Bedienoberfläche für den Nutzer führt“, erklärt das Unternehmen. Die vollständige Dokumentation zur Kontaktauswahl [6] bietet Google auf der Android-Developers-Webseite an.

Die Veröffentlichung der stabilen Version von Android 17 wird im Laufe des Juni 2026 erwartet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225020

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/thema/Android-17
[2] https://www.heise.de/news/Android-17-Google-beschleunigt-Entwicklung-und-veroeffentlicht-zweite-Beta-11192403.html
[3] https://android-developers.googleblog.com/2026/03/contact-picker-privacy-first-contact.html
[4] https://www.heise.de/thema/Android
[5] https://www.heise.de/news/Android-13-Erste-Developer-Preview-mit-Updates-zu-Privatsphaere-und-Icon-Design-6442084.html
[6] https://developer.android.com/about/versions/17/features/contact-picker?hl=de
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Störungsmeldung vom 26.03.2026 09:05

Von heise online — 26. März 2026 um 09:05

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone DSL

Details

Beginn
26.03.2026 09:05
Region
Leipzig (0341)
Provider
Vodafone DSL
Zugangsart
VDSL

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Störungsmeldung vom 25.03.2026 14:30

Von heise online — 25. März 2026 um 14:30

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
25.03.2026 14:30
Region
Herrenberg (07032)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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heise+ | Suchtfalle: Warum die Handynutzung zum gesellschaftlichen Problem wird

Von Heise — 26. März 2026 um 07:00

Doomscrollen, swipen, liken: Für viele, insbesondere junge Nutzer wird das gefährlich. Politiker sind alarmiert, denn die Gesetze greifen zu langsam.

Gerade jetzt hatten Sie sich zum Gespräch zusammengefunden, aber Ihr Gegenüber hebt ständig die Hand, glotzt aufs Smartphone und scrollt auf dem Display herum. Der Faden reißt, Sie fühlen sich wenig wertgeschätzt. Vielleicht beginnen Sie ebenfalls aufs Handydisplay zu starren. Was wie schlechte Manieren wirkt, ist oft das Ergebnis gezielt gestalteter Systeme, die Aufmerksamkeit binden sollen.

Die Kommunikationspsychologie hat für fast alles Begriffe. Das geschilderte Phänomen nennt sie „Phubbing [1] [1]“, zusammengesetzt aus „Snubbing“ (jemanden ignorieren) und „Phone“ (Telefon). Sicherlich greifen Menschen auch zum Smartphone, um unangenehmen Gesprächssituationen zu entfliehen. Hauptsächlich aber treibt sie die FOMO, die „Fear of missing out“, also die Furcht, etwas Wichtiges zu verpassen. Aus dieser Dynamik entsteht nicht nur Unhöflichkeit, sondern ein Nutzungsverhalten, das zunehmend Merkmale klassischen Suchtverhaltens zeigt. Die Nutzer verhalten sich wie in einer Spielhalle, ihre Hand immer am Griff des einarmigen Banditen. Doch wie viel davon ist individuelles Verhalten – und wie viel Ergebnis gezielt gestalteter Plattformen? Genau hier setzt unsere Analyse an.

Denn das Suchtverhalten lässt sich provozieren. Social-Media-Dienste, Shops und die Gaming-Industrie haben dafür perfide Methoden entwickelt. Immer geht es darum, Nutzer bei der Stange zu halten, Handlungsdruck zu erzeugen oder fade, kurze Glücksgefühle zu erzeugen. Und im Endeffekt soll das den Plattformen mehr Geld in die Kassen spülen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11155641

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/artikel-detailansicht/43326-phubbing-handy-oder-ich.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Sie-Ihre-Smartphone-Sucht-in-den-Griff-kriegen-11197387.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Online-Fallen-Dark-Patterns-erkennen-und-widerstehen-11203712.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/20-Jahre-Twitter-Was-vom-globalen-Dorfplatz-uebrig-bleibt-11206285.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/Empfehlungsalgorithmen-bei-TikTok-erklaert-Die-Maschine-hinter-dem-Endlos-Feed-11185807.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Suchtfalle-Warum-die-Handynutzung-zum-gesellschaftlichen-Problem-wird-11155641.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/Social-Media-Verbot-per-EU-Wallet-Was-der-SPD-Plan-bedeuten-wuerde-11183974.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/Goodbye-Instagram-Die-besten-Alternativen-fuer-Fotografie-11156704.html
[9] https://www.heise.de/tests/Upscrolled-im-Test-Social-Media-abseits-von-Big-Tech-11154289.html
[10] https://www.heise.de/news/20-Jahre-Reddit-Was-den-Erfolg-der-Forenplattform-ausmacht-10438435.html

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Selbst hosten statt ausgeliefert sein: Weg mit Apple!

Von Bastian Gruber — 26. März 2026 um 09:00
Von iCloud-Abhängigkeit zu eigener Infrastruktur: Wie ein Entwickler sein digitales Leben weg von Apple migriert und alles selbst hostet.
Bild: Mike Faust/Golem.de

Dieser Golem-Plus-Artikel ist 24 Stunden frei verfügbar.

Die Zahlen zeigen, wie tief Apple in Europa verankert ist: Im Februar 2026 lag iOS dort bei rund 38 Prozent Marktanteil , in Deutschland bei rund 36 Prozent. Hinter diesen Zahlen steckt mehr als ein schickes Telefon. Für viele ist das iPhone der Schlüsselbund fürs digitale Leben: Apple-ID, iCloud-Backups, Fotos, Passwörter, Kalender, Geräte-Log-in. Das fühlt sich nach Komfort an, ist aber eine strukturelle Abhängigkeit: Identität, Daten, Zugriff und Wiederherstellung hängen an einem einzigen Konto – und damit an einem einzigen US-Konzern.

Selbst wenn die Daten in Europa liegen, bleibt die Rechtslage unbequem : US-Gesetze wie der Cloud Act (PDF) führen dazu, dass Anbieter unter US-Jurisdiktion Daten herausgeben müssen , die sie selbst kontrollieren – unabhängig davon, wo sie gespeichert sind.

Genau deshalb habe ich begonnen, Apple den Rücken zu kehren – nicht aus Nostalgie fürs Basteln, sondern um meine digitale Infrastruktur wieder zu entkoppeln und sie migrierbar und unter meiner Kontrolle zu haben.

Der Auslöser war ein praktisches Problem: Ich brauchte neben meinem Arbeits-Mac eine zweite Maschine. Ich entschied mich für einen Framework-Laptop mit Linux. Der Single Point of Failure war mir schon länger bewusst, aber mit der Zweitmaschine war klar: Ich will meine Daten und Dienste unabhängig von einem Hersteller, Betriebssystem und Land verwalten.

Das Bündel-Problem verstehen

Apple ist nicht nur Hardware. Die Apple-ID ist Dreh- und Angelpunkt, iCloud nicht nur Speicher. Apples Cloud verwaltet Dateien, Fotos, Passwörter, Kalender, E-Mail und die Wiederherstellungsfunktion.

Die Folge: Sobald Apple den Hahn zudreht, habe ich nicht nur meine E-Mail-Adresse verloren, sondern auch den Zugriff auf Fotos, Dateien, Passwörter und womöglich auf andere Webdienste. Dabei muss es nicht einmal zu einer Kontosperre kommen. Sobald ein Passwort verloren geht oder ich nach mehrmaliger Fehleingabe temporär gesperrt bin, kommt mein ganzes digitales Leben zum Stillstand.

Der Lösungsansatz muss sein: Die vier Schichten – Identität, Daten, Zugriff und Wiederherstellung – von einem Hersteller trennen und auf verschiedene Dienste aufteilen.

Die Open-Source-Landschaft ist mittlerweile so stark gewachsen, dass es kein Hindernis mehr darstellt, all diese Dienste selbst zu betreiben. Eine Übersicht:

Schichten - Tabelle 1
Schicht Was damit gemeint ist Was Apple daraus macht
Identität Wie ich erreichbar bin @icloud und Apple-ID als Zentrum
Daten Dateien, Fotos, Passwörter, Kalender Alles in iClous, alles in meinem Konto
Zugriff Geräte, Apps, Authentifizierung Am besten mit Apple-Geräten
Wiederherstellung Recovery, wenn etwas schiefgeht "Vertrauen Sie dem Prozess"

Ein Punkt, den viele unterschätzen: Serverstandort Europa bedeutet nicht automatisch europäische Kontrolle.

Bei US-Anbietern spielt die Jurisdiktion eine Rolle. Der Cloud Act verankert, dass Anbieter Daten herausgeben müssen, die in ihrer "possession, custody or control" (Besitz, Gewahrsam, Kontrolle) liegen – unabhängig davon, ob sie innerhalb oder außerhalb der USA gespeichert sind.

Natürlich gibt es Rechtsrahmen für Datentransfers wie das EU-US Data Privacy Framework . Das ändert aber nichts an der praktischen Frage: Wie viel meines digitalen Lebens hängt technisch und organisatorisch an einem US-Konzern? Für mich war die Antwort: zu viel.

Die Migration planen

Der erste Schritt kann sich überwältigend anfühlen. Wer tief im Apple-Ökosystem steckt, ist sich oft gar nicht bewusst, wie viel der Konzern für ihn übernimmt. Über Jahre hat die Firma es perfektioniert, unsichtbar und im Hintergrund alles zu tun, damit sich Benutzer auf die Anwendungen und Spaß konzentrieren können. Schade, dass das jetzt zum Verhängnis wird!

Mein Plan war, alle Apple-Dienste mit Open-Source-Varianten zu ersetzen, die ich auch selbst hosten kann. Ich wählte Dienste nach Github-Aktivität und Verbreitung aus. Ich hoste sie alle selbst, die Daten sichere ich jede Nacht auf einem Server in einem anderen Rechenzentrum.

Einzig Domain und E-Mail unterliegen nicht direkt meiner Kontrolle. Die Domain muss ich bei einem Anbieter registrieren – schließt der mich aus, habe ich auch ein Problem.

Ich wählte zwei Domainnamen: einen für meinen Server, damit ich auf meine Dienste per URL und TLS zugreifen kann, und einen für meine E-Mail-Adresse.

Schichten - Tabelle 2
Schicht Apple-Dienst Alternative
Identität @icloud-E-Mail eigene Domain + Migadu
Daten: Dateien iCloud Drive Seafile
Daten: Passwörter Apple Passwords Vaultwarden
Daten: Fotos Apple Photos Immich
Daten: Kalender Apple Calender Radicale
Daten: Kontakte Apple Contacts Radicale
Daten: Musik Apple Music Jellyfin
Wiederherstellung iCloud-Backup Restic + Hetzner Storage Box

E-Mail-Adresse von Apple lösen

Der wichtigste Schritt ist oft der unspektakulärste: Weg von @icloud.com, hin zu einer Adresse auf einer eigenen Domain. Hierzu holte ich mir eine solche ( Hetzner bietet einen entsprechenden Dienst an ). Danach habe ich beim Schweizer Dienst Migadu ein Konto eröffnet. Dort kann ich meine Domain hinzufügen und Migadu liefert mir die 10 bis 14 DNS-Einträge, die ich bei meinem Domain-Registrar hinterlegen muss.

Sobald die Einstellungen aktiv sind (das kann zwischen fünf Minuten und einer Stunde dauern), empfange ich E-Mails an meine eigene Domain. Jeder E-Mail-Client, der IMAP und SMTP unterstützt, funktioniert damit. Ich persönlich nutze Thunderbird; die Konfiguration ist hier dokumentiert .

Auch bin ich aktuell Betatester von Thunderbird Pro . Dieser Dienst kann Migadu perspektivisch ersetzen und E-Mails werden damit in Deutschland gespeichert.

Die Basis ist ein dedizierter Server bei OVH: Xeon-Prozessor, 64 GByte RAM, 4 TByte Festplatte. Je nach Region gibt es verschiedene Konfigurationen. Ich habe mir den Server damals via Black-Friday-Angebot gesichert. 64 GByte RAM sind etwas viel, 32 GByte würden auch ausreichen. Vorsicht beim Speicher, der ist nicht problemlos zu erweitern. Ich nutze den Server für Bilder und Musik, brauche daher etwas mehr.

Auf dem Server läuft Debian mit Docker. Ich habe zuerst jeden Dienst von Hand installiert, merkte aber schnell, dass ein Docker-Setup zeitsparender ist. Docker macht das Aufsetzen und Aktualisieren einfacher, jedoch kommt etwas Komplexität bei den Netzwerkeinstellungen und Daten hinzu. Generell gilt: Docker-Netzwerk via 127.0.0.1:PORT und nicht 0.0.0.0, damit der Container keinen Zugriff auf das externe Netzwerk hat. Die Daten werden via volumes angehängt, damit sie einen Neustart überleben.

Jeder Dienst bekommt einen eigenen Container und eine Subdomain. Als Reverse Proxy nutze ich Caddy , der zwei wesentliche Vorteile gegenüber Nginx hat: Caddy holt sich TLS-Zertifikate automatisch über Let's Encrypt, zudem ist die Konfiguration wesentlich kürzer als bei Nginx. Diese ist minimal:

        ```
vault.domain.de {
    reverse_proxy 127.0.0.1:8081
}

files.domain.de {
    reverse_proxy 127.0.0.1:8082
}

photos.domain.de {
    reverse_proxy 127.0.0.1:2283
}
```

Jede Subdomain zeigt auf einen lokalen Port, hinter dem ein Docker-Container lauscht. Caddy kümmert sich um HTTPS. Den Server selbst habe ich strikt abgeriegelt: Alle Ports außer 80 und 443 sind geschlossen. Für SSH nutze ich einen eigenen Port statt des Standardports 22, damit automatisierte Scanner ins Leere laufen.

Passwörter mit Vaultwarden verwalten

Apple Passwords war bequem, aber plattformgebunden. Auch 1Password wäre eine Option, kostet aber monatlich Geld, und ich muss darauf vertrauen, dass meine Passwörter wirklich verschlüsselt gelagert sind. Ich entscheide mich für Vaultwarden , eine in Rust geschriebene Implementierung der Bitwarden-API. Alle offiziellen Bitwarden-Clients funktionieren damit: Browsererweiterungen, Desktop- und mobile Anwendungen.

Die Docker-Compose-Datei ist überschaubar:

        ```yaml
services:
  vaultwarden:
    image: vaultwarden/server:latest
    restart: unless-stopped
    volumes:
      - ./vw-data:/data
    environment:
      - DOMAIN=https://vault.domain.de
      - SIGNUPS_ALLOWED=false
    ports:
      - "127.0.0.1:8081:80"
```

Der Container lauscht nur auf localhost. Caddy stellt ihn per Reverse Proxy nach außen bereit, damit muss Port 8081 nicht der ganzen Welt zugänglich sein. Die Migration ist einfach: 1Password und Apple Passwords ermöglichen den Export als CSV-Datei. Vorsicht: Die Datei enthält Passwörter im Klartext, nach dem Import in Vaultwarden sofort löschen.

Wichtig: `SIGNUPS_ALLOWED=false` verhindert, dass sich Fremde an der eigenen Instanz registrieren. Beim ersten Setup kurz auf `true` setzen, den eigenen Account anlegen, dann wieder deaktivieren und den Container neu starten.

Mit Seafile ersetze ich iCloud Drive. Im Vergleich zu Nextcloud ist Seafile schlanker und auf Dateisynchronisation spezialisiert. Es nutzt ein eigenes Delta-Sync-Protokoll, das nur geänderte Blöcke überträgt – bei großen Dateien ein spürbarer Vorteil. Und ich muss kein komplexes Setup wie Nextcloud verwalten.

Das Docker-Setup besteht aus drei Containern: MariaDB als Datenbank, Memcached für das Caching und der eigentliche Seafile-Server:

        ```yaml
services:
  mariadb:
    image: mariadb:10.11
    environment:
      - MYSQL_ROOT_PASSWORD=${DB_ROOT_PASSWD}
    volumes:
      - /srv/seafile/mariadb:/var/lib/mysql

  memcached:
    image: memcached:1.6

  seafile:
    image: seafileltd/seafile-mc:11.0-latest
    ports:
      - "127.0.0.1:8082:80"
    environment:
      - DB_HOST=mariadb
      - SEAFILE_ADMIN_EMAIL=${ADMIN_EMAIL}
      - SEAFILE_ADMIN_PASSWORD=${ADMIN_PASSWORD}
      - SERVICE_URL=https://dateien.domain.de
    volumes:
      - /srv/seafile/data:/shared
    depends_on:
      - mariadb
      - memcached
```

Seafile bietet Desktop-Clients für Linux, MacOS und Windows sowie eine mobile App. Der Sync funktioniert zuverlässig, auch bei instabiler Verbindung. Ein Webinterface zum Verwalten von Bibliotheken (Seafiles Begriff für Ordnergruppen) gibt es ebenfalls.

Fotos mit Immich verwalten

Immich ist der ambitionierteste Ersatz in meinem Setup. Die Anwendung bietet Gesichtserkennung, Ortssuche auf einer Karte, automatische Alben und eine Zeitleiste – Features, die man sonst nur von Google Photos oder Apple Photos kennt.

Das Setup ist etwas aufwendiger: Neben dem eigentlichen Server braucht Immich PostgreSQL mit der pgvecto.rs-Erweiterung für die Vektorsuche, Redis als Cache und einen separaten Machine-Learning-Container:

        ```yaml
services:
  immich-server:
    image: ghcr.io/immich-app/immich-server:release
    ports:
      - "127.0.0.1:2283:2283"
    environment:
      - DB_HOSTNAME=immich_postgres
      - DB_USERNAME=postgres
      - DB_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
      - DB_DATABASE_NAME=immich
      - REDIS_HOSTNAME=immich_redis
    volumes:
      - /srv/immich/upload:/usr/src/app/upload
    depends_on:
      - redis
      - database

  immich-machine-learning:
    image: ghcr.io/immich-app/immich-machine-learning:release
    volumes:
      - /srv/immich/model-cache:/cache

  redis:
    image: redis:6.2-alpine

  database:
    image: tensorchord/pgvecto-rs:pg14-v0.2.0
    environment:
      - POSTGRES_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
      - POSTGRES_USER=postgres
      - POSTGRES_DB=immich
    volumes:
      - /srv/immich/postgres:/var/lib/postgresql/data
```

Die mobile App (iOS und Android) lädt Fotos automatisch hoch. Der Machine-Learning-Container analysiert Bilder im Hintergrund und ermöglicht danach die Suche nach Personen, Objekten oder Orten. Wer von Apple Photos migriert, kann den Originalexport per Kommandozeile importieren. Immich ist das aktivste Projekt in meinem Stack – das Repository auf Github hat über 90.000 Sterne und ein sehr aktives Release-Intervall.

Hinweis: Der Import kann lange dauern. Ich selbst habe circa 35.000 Bilder aus der iCloud exportiert und via Web UI in Immich importiert. Es gibt auch eine hilfreiche CLI , mit der das etwas geschmeidiger geht. Bis Immich alle Bilder klassifiziert und die Metadaten ausgelesen hat, kann es bis zu 24 Stunden dauern (und verbraucht dabei viel RAM).

Für Kalender und Kontakte setze ich auf Radicale , einen leichtgewichtigen CalDAV-/CardDAV-Server. Radicale besteht aus einer einzigen Python-Anwendung, braucht keine Datenbank und speichert alles als Dateien. Die Konfiguration beschränkt sich auf wenige Zeilen. Jeder Client, der CalDAV und CardDAV unterstützt, wie Thunderbird, Gnome Calendar oder der iOS-Kalender, synchronisiert problemlos damit.

Für Musik nutze ich Jellyfin als Medienserver. Es ist ein Fork von Emby und komplett Open Source. Ich lade meine Musikbibliothek auf den Server und Jellyfin indiziert sie automatisch mit Metadaten und Coverbildern. Mit der Finamp-App (verfügbar für iOS und Android) habe ich unterwegs Zugriff auf meine Sammlung, inklusive Offline-Download. Apple Music brauche ich damit nicht mehr.

Backups mit Restic automatisieren

Ohne Backup ist Self-Hosting Selbstbetrug. Ich setze auf die 3-2-1-Regel: drei Kopien der Daten auf zwei verschiedenen Medien, davon eine extern. Die erste Kopie sind die Live-Daten auf dem Server. Die zweite liegt verschlüsselt auf einer Hetzner-Storage-Box in einem deutschen Rechenzentrum. Die dritte synchronisiere ich wöchentlich auf eine externe Festplatte.

Restic übernimmt die tägliche Sicherung. Das Tool dedupliziert und verschlüsselt Daten clientseitig, bevor sie per SFTP auf die Storage Box wandern. Ein systemd-Timer startet das Backup täglich um 2 Uhr morgens. Vorher erstellt ein Skript Datenbankdumps von PostgreSQL und MariaDB, damit die Sicherung konsistent ist.

Die Aufbewahrung ist gestaffelt: 7 tägliche, 4 wöchentliche, 12 monatliche und 2 jährliche Snapshots. Ältere Snapshots werden automatisch bereinigt. So wächst der Speicherverbrauch nicht unbegrenzt und ich kann trotzdem bis zu zwei Jahre zurückgehen.

Das Setup mit Ansible reproduzierbar machen

Wer noch mehr Automatisierung will, kann sich das Ganze via Ansible reproduzierbar machen. Der Artikel ist hierfür zu kurz, und es kann eine Weile dauern, sich mit Ansible vertraut zu machen. Aber das Prinzip ist klar: Ansible ermöglicht es, sogenannte Playbooks auszuführen. Via `site.yml` wird der Zielserver angegeben. Ansible verbindet sich anschließend mit damit, installiert Python (falls nicht vorhanden) und führt dann die einzelnen Schritte durch.

Dadurch kann das gesamte Setup mit einem einzelnen Befehl auf einen anderen Server aufgespielt werden:

        ```
ansible-playbook playbooks/site.yml --ask-vault-pass
```

Das Playbook durchläuft sieben Rollen: Basissystem, Docker-Installation, Caddy als Reverse Proxy, alle Docker-Dienste, Backup-Konfiguration, Wartungsskripte und Server-Härtung. Sensible Daten wie Passwörter und SSH-Schlüssel liegen verschlüsselt in einem Ansible Vault (AES-256).

Mein Self-Hosting-Setup kostet etwa 34 Euro im Monat:

Kosten pro Monat
Posten Kosten / Monat
OVH-Server 25 Euro
Migadu-E-Mail 1,50 Euro
Domain 2 Euro
Hetzner Storage Box 5 Euro

Das Apple-Äquivalent (iCloud+ (2TB), Apple Music und optional 1Password) läge bei rund 25 Euro im Monat. Ich zahle also etwa 10 Euro mehr. Dafür habe ich einen dedizierten Server mit 64 GByte RAM und 4 TByte Speicher, auf dem neben meinen persönlichen Diensten auch Nebenprojekte laufen. Den Mehrpreis betrachte ich als Investition in Unabhängigkeit und Lerneffekt.

Fazit: Lohnt sich der Aufwand?

Die technische Migration war weniger aufwendig als erwartet. Docker-Compose-Dateien sind kein Hexenwerk, und die meisten Self-Hosting-Projekte haben mittlerweile hervorragende Dokumentation. Die eigentliche Hürde war mental: sich von der Bequemlichkeit eines integrierten Ökosystems zu lösen und bewusst Verantwortung für die eigene Infrastruktur zu übernehmen.

Der Wartungsaufwand liegt bei etwa 30 Minuten pro Monat: Container aktualisieren, Backup-Logs prüfen, gelegentlich Systemupdates einspielen. Ansible macht das reproduzierbar, Restic sorgt dafür, dass ich ruhig schlafen kann.

Für wen lohnt sich das? Wer in der IT arbeitet und Docker-Grundlagen mitbringt, kann das Projekt an einem Wochenende aufsetzen. Wer weniger technisch unterwegs ist, sollte zumindest den ersten Schritt machen: eine eigene E-Mail-Domain einrichten. Allein das löst die wichtigste Abhängigkeit.

Bastian Gruber arbeitet als Staff Software Engineer bei Mozilla und hat diesen Artikel als freier Autor für Golem geschrieben. Er dokumentiert seine Projekte auf seinem Blog .

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PCAST: Donald Trump besetzt den Technologierat der USA neu

Von Przemyslaw Szymanski, dpa — 26. März 2026 um 08:48
Trump besetzt den Technologierat der USA mit bekannten Tech-Managern neu – ein früher enger Verbündeter ist jedoch nicht Teil des Gremiums.
US-Präsident Donald Trump stellt den Technologierat der Vereinigten Staaten neu auf. (Symbolbild) (Bild: Chip Somodevilla/Getty Images)
US-Präsident Donald Trump stellt den Technologierat der Vereinigten Staaten neu auf. (Symbolbild) Bild: Chip Somodevilla/Getty Images

Donald Trump hat den Technologierat der USA mit mehreren führenden Köpfe aus der Techbranche neu besetzt. Das Gremium mit dem Namen President's Council of Advisors on Science and Technology (PCAST), das bereits seit 1933 besteht, berät die US-Regierung traditionell in Fragen der Forschungs-, Innovations- und Technologiepolitik.

Mit der neuen Besetzung des Technologierats soll das Gremium nach Angaben des Weißen Hauses den Präsidenten beraten und Empfehlungen geben, um "die Führungsrolle der USA in Wissenschaft und Technologie zu stärken" .

Bekannte Gesichter übernehmen Leitung

Geleitet wird der neue Rat gemeinsam von David Sacks und Michael Kratsios, die den Vorsitz des Gremiums übernehmen sollen. Sacks ist Unternehmer und Investor aus dem Silicon Valley und war früher Manager beim Zahlungsdienst Paypal.

Später gründete er das Softwareunternehmen Yammer, das von Microsoft übernommen wurde. Seit Dezember 2024 koordiniert er im Weißen Haus die Strategie der US-Regierung für künstliche Intelligenz und digitale Vermögenswerte und befasst sich dabei auch mit regulatorischen Fragen rund um Kryptowährungen.

Kratsios hatte bereits während der ersten Amtszeit von Donald Trump zentrale technologiepolitische Funktionen. 2019 bestätigte ihn der US-Senat als Chief Technology Officer der Vereinigten Staaten. In dieser Rolle verantwortete er Initiativen zu künstlicher Intelligenz, Quanteninformatik, 5G und autonomen Systemen. Vor seiner Regierungszeit arbeitete er bei Thiel Capital, später nach dem Regierungswechsel 2021 beim KI-Unternehmen Scale AI.

Im Dezember 2024 kündigte Trump an, Kratsios erneut für eine führende technologiepolitische Rolle im Weißen Haus zu nominieren. David Sacks und Michael Kratsios sollen nun die Arbeit des Technologierats koordinieren und die Empfehlungen direkt an den Präsidenten weiterleiten.

Musk fehlt im neuen Technologierat

Zu den ernannten Mitgliedern gehören mehrere bekannte Führungskräfte aus der US-Technologiebranche. Berufen wurden unter anderem Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Mutterkonzerns Meta, Jensen Huang, Vorstandschef des Chipherstellers Nvidia, sowie Sergey Brin, Mitgründer von Google. Ebenfalls im Rat sitzen Michael Dell, Gründer des Computerunternehmens Dell, und Larry Ellison, Mitgründer des Softwarekonzerns Oracle.

Nicht in das Gremium berufen wurden dagegen mehrere bekannte Branchenvertreter, darunter Tim Cook, Vorstandschef von Apple, sowie Sam Altman, Mitgründer und Chef des KI-Unternehmens OpenAI . Besonders auffällig ist jedoch das Fehlen von Elon Musk, der als Chef von Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX einer der bekanntesten Unternehmer der Branche ist.

Musk galt zeitweise als enger Verbündeter von Trump und hatte ihn im Wahlkampf finanziell unterstützt. In den ersten Monaten von Trumps zweiter Amtszeit trat er mehrfach als Unterstützer und informeller Berater auf, später kam es jedoch zu Spannungen zwischen beiden, unter anderem im Streit um ein Steuergesetz.

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Basis 67: Einblick in Chinas geheime Atombasis

Von Patrick Klapetz — 26. März 2026 um 08:26
Tief im Qinling-Gebirge lagert Chinas nuklearer Schatz. Ein US-Bericht befasst sich mit der Basis 67 und dem militärischen Machtzentrum von Xi Jinping.
Illustration: China und seine Atomraketen (Symbolbild) (Bild: Pixabay/Montage: Golem)
Illustration: China und seine Atomraketen (Symbolbild) Bild: Pixabay/Montage: Golem

Ein aktueller Bericht des China Aerospace Studies Institute der US Air Force gewährt detaillierte Einblicke in die Basis 67, die als logistisches Zentrum der chinesischen Atomstreitkräfte fungiert. Tief im Qinling-Gebirge kontrolliert die Volksrepublik hier zentralisiert ihr nukleares Arsenal, dessen Bedeutung angesichts einer massiven Aufrüstung stetig wächst.

Während das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri von einer jährlichen Produktion von 100 neuen Sprengköpfen seit 2023 ausgeht, prognostiziert das Pentagon bis zum Jahr 2030 einen Bestand von mindestens 1.000 einsatzbereiten Einheiten. Damit übertrifft die aktuelle Entwicklung frühere US-Schätzungen deutlich.

Die als zentrales Nervenzentrum fungierende Basis 67 der PLA Rocket Force (PLARF: People's Liberation Army Rocket Force) ist für die Lagerung, Wartung und Verteilung der Waffen zuständig. Das Hauptquartier befindet sich in Baoji (Provinz Shaanxi), während das operative Herzstück im 55 Kilometer entfernten Hongchuan liegt.

Das operative Herzstück der Basis 67 liegt in Hongchuan

Dieser Standort gilt als einer der sensibelsten Orte des Militärs und zeichnet sich durch eine extreme Zentralisierung aus. Anders als bei anderen Atommächten lagern die Sprengköpfe hier räumlich streng getrennt von den eigentlichen Raketenbrigaden tief unter der Erde.

Diese Abgelegenheit dient primär der politischen Kontrolle durch die Kommunistische Partei unter Xi Jinping, da die Struktur den unbefugten Zugriff lokaler Kommandeure verhindert und sicherstellt, dass Einsatzbefehle ausschließlich von der Zentralen Militärkommission ausgehen.

Verwaltung und strategische Schwachstellen

Verwaltet werden die nuklearen Sprengköpfe von spezialisierten Einheiten mit einer Truppenstärke von etwa 15.000 Soldaten. Diese Brigaden sind auf die Lagerung, Qualitätskontrolle sowie auf nukleare Notfälle und den Transport spezialisiert. In den Staatsmedien werden die dort seit 2014 dienenden Frauen oft als Hongchuan Mulans bezeichnet, was die Härte des Dienstes in der isolierten Region romantisieren soll.

Die logistische Anbindung über lediglich eine schmale Zufahrtsstraße wertet der US-Bericht jedoch als strategische Schwachstelle, da blockierte Wege im Ernstfall die Reaktionszeit der Atommacht massiv verzögern könnten. Der auf Open-Source-Daten und Satellitenbildern basierende Bericht, der aufgrund der strikten Geheimhaltung teilweise auf Schätzungen beruht, unterstreicht die wachsende Besorgnis über die mangelnde Transparenz des chinesischen Programms.

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Störungsmeldung vom 26.03.2026 07:00

Von heise online — 26. März 2026 um 07:00

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Beginn
26.03.2026 07:00
Region
Leipzig (0341)
Provider
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Störungsmeldung vom 26.03.2026 05:45

Von heise online — 26. März 2026 um 05:45

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone DSL

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Beginn
26.03.2026 05:45
Region
Leipzig (0341)
Provider
Vodafone DSL
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Störungsmeldung vom 26.03.2026 04:54

Von heise online — 26. März 2026 um 04:54

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

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Beginn
26.03.2026 04:54
Region
Leipzig (0341)
Provider
1&1
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Störungsmeldung vom 25.03.2026 14:30

Von heise online — 25. März 2026 um 14:30

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

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Beginn
25.03.2026 14:30
Region
Herrenberg (07032)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
Kabel

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Störungsmeldung vom 25.03.2026 14:30

Von heise online — 25. März 2026 um 14:30

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

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Beginn
25.03.2026 14:30
Region
Herrenberg (07032)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
FTTH

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