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Fall Ulmen-Fernandes: Der Generalverdacht

Von Philipp Fess — 29. März 2026 um 13:00
Porträt Ulmen und Fernandes, Deutscher Fernsehpreis 2012

Bild aus glücklicheren Tagen: Christian Ulmen und Collien Ulmen-Fernandes beim Deutschen Fernsehpreis 2012. Foto: © JCS / Lizenz: CC-BY-SA-3.0 / GFDL

Zwischen Deepfake-Debatte und Identitätsdiebstahl wächst der Ruf nach Klarnamen – doch der Verdacht droht, vom Einzelfall auf alle überzugreifen. Zur Debatte.

Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, die potenziell verleumdende Verballhornung "Collien Erfandes" in die Sphären des Internets zu entlassen, unter seinem Klarnamen hätte er diesen substanzlosen Verdacht – denn um mehr kann es sich aufgrund der bisherigen Faktenlage nicht handeln – wohl nicht öffentlich geäußert.

Das wiederum ist wohl Wasser auf die Mühlen der verleumdeten Schauspielerin Collien Fernandes, die zuletzt durch die Behauptung von einer "virtuellen Vergewaltigung" durch ihren Ex-Mann Christian Ulmen ihrer Forderung nach einer "Identifikationspflicht im Netz" Nachdruck verleihen konnte [1].

Dabei geht es um eine Forderung, die bereits lange vor dem Erscheinen des jüngsten Spiegel-Scoops [2] im politischen Deutschland aufgestellt wurde. Egal, ob es dabei um Pornografie und Jugendschutz oder die mittlerweile allgegenwärtige Forderung nach einem Social-Media-Verbot ging.

Aus der Union werden Stimmen lauter, die nicht nur Fernandes’ Identifikationspflicht fordern, bei der sich Nutzer gegenüber einem Plattformbetreiber ausweisen müssten (Anonymisierungsverbot), sondern auch unter ihrem Klarnamen dort aufzutreten hätten (Pseudonymisierungsverbot).

In diesen Chor, dem die lautstarken Klagelieder des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther [3] (CDU) voraus klangen, hat inzwischen neben Bundeskanzler Friedrich Merz [4] (CDU) auch Innenminister Alexander Dobrindt [5] (CSU) eingestimmt.

Die amtierende Bundesjustizministerin Stephanie Hubig (SPD) erteilte dieser weitgreifenden Forderung nach einem Anonymisierungsverbot allerdings zuletzt eine klare Absage [6]. Die wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages gaben im Übrigen 2020 die Einschätzung ab, dass die Klarnamenpflicht wahrscheinlich ohnehin verfassungswidrig [7] ist.

Wie viel Verdacht in der Deepfake-Debatte steckt

Nun kreist die öffentliche Debatte in der Causa Ulmen-Fernandes aber insbesondere um "bildbasierte sexuelle Gewalt". Zahlreiche Medienberichte stellen dabei das Phänomen der Deepfakes in den Vordergrund, also Bild-und Tonsequenzen, die mittels Künstlicher Intelligenz anhand von Aufnahmen echter Personen erstellt wurden.

Dass Ulmen sich solcher Mittel bedient haben soll, um über gefälschte Social-Media-Profile Dritten im Namen seiner damaligen Ehefrau sexuelle Avancen zu machen, gilt deutschen Leitmedien wie der Tagesschau bereits als ausgemacht [8].

Dabei handelt es sich zunächst einmal nur um einen Verdacht. Wenn überhaupt.

Denn im Spiegel-Artikel vom 19. März ist nicht die Rede davon, dass Ulmen jemals KI genutzt hat, um Deepfakes von Collien Fernandes zu erstellen. Stattdessen beschreibt das Magazin eine E-Mail Ulmens an einen nicht genannten "Berliner Strafverteidiger" mit den folgenden Worten:

"Er habe den Gesprächspartnern Videos geschickt, die auf frei zugänglichen Pornoseiten erhältlich gewesen seien und deren Protagonistinnen seiner Frau ähnlich gesehen hätten. Man muss das wohl so verstehen, dass er solche Videos aber nicht selbst erstellt habe."

Strafanzeige gegen Christian Ulmen: "Du hast mich virtuell vergewaltigt", Spiegel [9]

Der letzte Satz ist dabei entscheidend. Denn er lässt die Schlussfolgerung zu, dass Ulmen möglicherweise keine Deepfakes genutzt hat, um einen "sexuellen Fetisch" zu befriedigen, wie ihn der Spiegel aus der Mail zitiert haben will.

Auch Fernandes’ Behauptung, Ulmen habe KI-generiertes Audiomaterial auf Grundlage ihrer Stimme für Telefonsex mit Dritten genutzt [10], geht aus dem Spiegel-Artikel nicht eindeutig hervor. Dagegen spricht sogar, dass einer der betroffenen Dritten Folgendes berichtet:


Es habe ein Internettelefonat zwischen beiden gegeben, bei dem er sich darüber gewundert habe, dass die Stimme von Fernandes heller klang als jene, die er aus dem Fernsehen kennt.

Strafanzeige gegen Christian Ulmen: [11]" [12]Du hast mich virtuell vergewaltigt [13]" [14] - Spiegel,  [15]

Ein "Voice Cloning", also die Deep-Fake-Variante für Tonaufnahmen, könnte hier also ausscheiden. Das wiederum muss nicht heißen, dass sich Ulmen keiner technischen Hilfsmittel bedient hat. Selbst wenn fraglich sein könnte, wie ein technischer Laie vor dem Durchbruch der Echtzeit-Stimm-Manipulation rund um das Jahr 2022 so etwas bewerkstelligen konnte.

Und daran ändert auch der zuletzt von den Zeitungen des Springer-Verlags vorgebrachte Sachverhalt nichts, Ulmen habe zu Jugendzeiten Geld damit verdient, mit verstellter Stimme Männer in Telefonsex-Gespräche zu verwickeln [16].

All das ist eben letztlich nur: Verdachtsberichterstattung.

"Doppelagent" Schertz

Jemand, der genau wissen dürfte, was dieser Begriff beschreibt, ist Christian Schertz, der seinen Namensvetter Ulmen im Fall Fernandes gegen den Spiegel vertritt, um die "Persönlichkeitsrechte" des Schauspielers zu wahren – wie ironisch das auch immer klingen mag.

In einem Schreiben [17] an mehrere Redaktionen warnt die Berliner Kanzlei Schertz Bergmann davor, der "einseitigen Schilderung" in der "rechtswidrigen" und "unzulässigen Verdachtsberichterstattung" des Spiegel zu folgen, da sie "unwahre Tatsachen" beinhalteten. Welche das sein sollen, lässt das Schreiben offen.

Am vergangenen Freitag hat Ulmens Kanzlei in einer weiteren Einlassung klare Verhältnisse dazu geschaffen, um welche Tatsachen es sich dabei (mindestens) handelt: Ulmen, heißt es darin, habe nie Deepfakes erstellt oder verbreitet [18]. Eine entsprechende Korrekturmeldung etwa der Tagesschau ist dem Autor nicht bekannt.

Noch ironischer mutet an, dass es derselbe Christian Schertz war, der in der 2024 erschienenen ZDF-Doku "Deepfake-Pornos: Jagd nach den Tätern" die Erfahrung Betroffener als "mediale Vergewaltigung" bezeichnete. Schertzens damalige Folgerung bzw. Forderung: "Wir müssen das Recht ändern, um den Schutz der Betroffenen zu verstärken."

Dieselbe Collien Fernandes, gegen deren Schilderungen Schertz jetzt anscheinend vorgeht, war am Beitrag als Betroffene sowie auch Berichtende beteiligt. T-Online [19] schrieb zunächst von Schertz als einem "Doppelagenten". Das klang dann wohl aber doch allzu sehr nach … Verdachtsberichterstattung.

Schnellschuss ohne Not?

Justizministerin Stephanie Hubig (SPD) hat derweil das Heft schon in die Hand genommen. Der geplante Gesetzentwurf [20] gegen digitale Gewalt trifft mit der Causa Fernandes jetzt möglicherweise genau auf die öffentliche Resonanz, die er braucht, um in die Tat umgesetzt zu werden.

Alles eine Kampagne der SPD also? Auch dieser Verdacht wurde geäußert. Doch auch er scheint eher auf tönernen Füßen zu stehen.

Zum einen macht die CDU, deren Bundeskanzler bekanntlich noch vor Kurzem äußerte, "Klarnamen im Internet lesen" zu wollen, schon Druck [21]. Zum anderen stammt der deutsche Gesetzesentwurf nicht von der SPD, sondern vom Bundesrat. Dieser hatte ihn kurz vor Ende der vergangenen Wahlperiode, im August 2024, in den Deutschen Bundestag eingebracht (Das übrigens auch nicht von ungefähr, wie Sie weiter unten lesen werden).

Wie das Juristenportal Legal Tribune Online [22] am 20. März schrieb, stand die Einführung einer neuen Strafnorm in Form eines § 201b Strafgesetzbuch (StGB) damals allerdings eher unter einem schlechten Stern:

"In der vergangenen Wahlperiode hatte das damals vom FDP-Mann Marco Buschmann geführte Ministerium allerdings erhebliche Zweifel, ob das deutsche Strafrecht im Zusammenhang mit KI-basierten Deepfakes und entsprechenden Persönlichkeitsverletzungen überhaupt Schutzlücken aufweist.

So würden die Verbreitung kinder- und jugendpornografischer Inhalte mittels KI-Bildern die §§ 184b, 184c StGB abdecken, auch eine Strafbarkeit nach § 184b, 184c StGB (Verbreitung pornografischer Inhalte) oder nach § 187 StGB (Verleumdung) käme in Betracht.

Weiterhin erfasse § 33 Kunsturhebergesetz (KunstUrhG) bereits die Strafbarkeit für die Verbreitung von Bildnissen ohne Einwilligung. Und auch das Urheberrecht finde in §§ 106, 108 eine Regelung für urheberrechtlich geschützte Inhalte als Ausgangsmaterial. Ebenso könne die Strafvorschrift des § 42 Abs. 2 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) erfüllt sein.

Legal Tribune Online [23], 20. März

Aus demselben Grund – dem Zweifel an den behaupteten Strafbarkeitslücken – hatten sowohl die Bundesrechtsanwaltskammer als auch der Deutsche Anwaltverein die Änderung der Strafvorschriften damals rundweg abgelehnt.

Konsequenterweise liest sich die juristische Einschätzung an dem nun vorgelegten Gesetz nicht viel gnädiger. Ein Schnellschuss ohne Not, so könnte man sie paraphrasieren.

Von "Zensurinstrument" und Generalverdacht

Unter deutschen Politikern erinnert man sich auch vielleicht eher ungern daran, dass der amtierende US-Präsident am 19. Mai 2025 ein ähnliches Gesetzesvorhaben durchsetzte [24].

Den "Take-It-Down-Act", der sich gegen die Verbreitung von DeepFakes richtete, hatte das Blog netzpolitik.org [25] damals als potenzielles "Zensurinstrument" bezeichnet:

"Unter dem Deckmantel von Gewaltschutz würden einflussreiche Menschen hier die rechtlichen Voraussetzungen bekommen, um jede missliebige Darstellung in Zukunft leichter löschen zu lassen" hieß es damals.

Auch das mag nur ein Verdacht gewesen sein.

Die EU-Kommission jedenfalls war dem nicht allzu wohlgesinnten US-Präsidenten allerdings damals schon vorausgeeilt: In ihrer Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ((EU) 2024/1385 [26]) vom 14. Mai 2024 hat die Kommission einen Passus eingefügt, der das Verbreiten von Deepfakes unter Strafe stellt, sofern diese öffentlich geteilt werden oder dazu geeignet sind, der betreffenden Person erheblichen Schaden zuzufügen.

Die Richtlinie fordert von den Mitgliedsstaaten, diese Vorschriften bis Mitte Juni 2027 in nationales Recht umzusetzen.

Am vergangenen Freitag ist das EU-Parlament noch einen Schritt weiter gegangen und hat mit einer großen Mehrheit für ein Verbot bestimmter KI-Systeme gestimmt [27], die künstliche Nacktbilder generieren können.

Den eigentlichen Sachverhalt des Identitätsdiebstahls mittels Sozialer Medien, der sich allem Anschein nach hinter der Causa Fernandes verbirgt, hat die EU damit nicht adressiert.

Aber der könnte sich mit dem Social-Media-Verbot für Minderjährige, das eine Identifikationspflicht für Nutzer aller Altersklassen zur Folge haben könnte, bereits ohnehin erledigt haben.

Vielleicht "wechselt die Scham dann die Seiten", wie verschiedene Medien Gisèle Pelicot zitieren, das Opfer eines besonders schwerwiegenden Missbrauchs – ganz sicher aber wechselt dann auch der substanzlose Verdacht: weg vom Einzelnen, hin zu einem Generalverdacht gegen alle.

Die Unschuldsvermutung gilt nicht nur für Christian Ulmen und Collien Fernandes.


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[1] https://www.europesays.com/ch-de/54399/
[2] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[3] https://www.sueddeutsche.de/politik/mobbing-und-hassreden-vorstoss-der-nord-cdu-fuer-klarnamenpflicht-in-sozialen-medien-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250617-930-678854
[4] https://www1.wdr.de/nachrichten/landespolitik/klarnamenpflicht-social-media-merz-100.html
[5] https://www.welt.de/politik/deutschland/plus69c00d66af187d606b80f11f/klarnamenpflicht-im-internet-jetzt-beginnt-das-tauziehen.html
[6] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/stefanie-hubig-collien-fernandes-klarnamenpflicht-internet-gesetzentwurf-gxe
[7] https://www.bundestag.de/resource/blob/691400/10dd5fe59e4dc35885d4752f25126350/WD-10-003-20-pdf-data.pdf
[8] https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/deepfakes-ki-strafrecht-collien-fernandes-christian-ulmen-100.html
[9] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[10] https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_101178190/collien-fernandes-schockierte-reaktionen-auf-vorwuerfe-gegen-ulmen.html
[11] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[12] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[13] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[14] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[15] https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/collien-fernandes-erstattet-anzeige-gegen-ex-mann-christian-ulmen-a-6abfb991-1665-4469-9c8e-3cc5a2cb4f29
[16] https://www.welt.de/vermischtes/prominente/article69bd1b31ea8bf301e4ae2056/christian-ulmen-das-pikante-gestaendnis-in-einem-acht-jahre-alten-podcast.html
[17] https://www.presseportal.de/pm/62754/6239500
[18] https://www.n-tv.de/leute/Christian-Ulmens-Anwalt-meldet-sich-zu-Deepfake-Vorwuerfen-id30521490.html
[19] https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_101178614/fernandes-gegen-ulmen-der-tsunami-der-empoerung-sein-doppelagent-schertz.html
[20] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/gesetz-digitale-gewalt-hubig-gesetz-deepfakes-kritik-dav
[21] https://www.tagesspiegel.de/politik/union-setzt-justizministerin-in-debatte-um-deepfakes-unter-druck-die-zeit-blosser-ankundigungen-muss-endlich-vorbei-sein-15381760.html
[22] https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/digitale-gewalt-deepfakes-bmjv-hubig-kuendigt-gesetzentwurf-an
[23] https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/digitale-gewalt-deepfakes-bmjv-hubig-kuendigt-gesetzentwurf-an
[24] https://www.whitehouse.gov/releases/2025/05/icymi-president-trump-signs-take-it-down-act-into-law/
[25] https://netzpolitik.org/2025/take-it-down-act-wie-ein-us-gesetz-gegen-sexualisierte-deepfakes-zum-zensurinstrument-werden-koennte/
[26] https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE-EN/TXT/?from=SL&uri=CELEX:32024L1385#:~:text=Such%20production%2C%20manipulation%20or%20altering%20should%20include,je%20taka%20nekriminalizacija%20potrebna%20zaradi%20varstva%20temeljnih
[27] https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/eu-parlament-will-ki-fuer-nacktbilder-verbieten-200674285.html

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Video: Glasfaserausbau – So verlängert ihr euren Anschluss!

Von Heise — 29. März 2026 um 09:05

Wenn der Glasfaseranschluss nur im Keller landet und der Anbieter viel Geld fürs Verlängern will, nehmt ihr die Sache einfach selbst in die Hand.

Das Kabel eures Glasfaseranschlusses ist zu kurz und der Anbieter will Hunderte Euro, um euch die Leitung im Haus nach oben zu legen? Die gute Nachricht: Ihr könnt die letzten Meter kostengünstig selbst überbrücken. Außerdem lässt sich die Glasfaser fast beliebig durchs ganze Haus verlängern, ohne geringere Datenraten befürchten zu müssen.

In diesem Video erklären wir euch, welche Stecker- und Kabeltypen es gibt und wie ihr herausbekommt, welches Kabel ihr kaufen müsst, damit alles problemlos funktioniert.


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Internet: Google-Patent personalisiert Unternehmens-Webseiten mit KI

Von Mike Faust — 29. März 2026 um 13:30
Durch das Google -Patent könnten Webseitenbetreiber die Kontrolle über ihren Internetauftritt verlieren.
Google könnte Webseiten zerlegen und im eigenen Sinn wieder zusammensetzen. (Bild: Lionel BONAVENTURE / AFP via Getty Images)
Google könnte Webseiten zerlegen und im eigenen Sinn wieder zusammensetzen. Bild: Lionel BONAVENTURE / AFP via Getty Images

Google wurde am 27. März 2026 ein Patent zugeteilt, das KI-generierte und auf bestimmte Nutzer zugeschnittene Inhaltsseiten beschreibt. Wie Forbes berichtet , beschreibt das Patent ein System, das Webseiten von Unternehmen in Echtzeit analysiert und diese durch eine KI-generierte Version ersetzt, sollte sie für bestimmte Nutzer nicht optimal funktionieren.

Stellen Nutzer eine Suchanfrage, generiert Google laut dem Patent eine Standard-Suchergebnisseite und bewertet gleichzeitig die relevanteste Landingpage anhand von Faktoren wie Konversions- und Absprungrate, Klickrate sowie Designqualität. Fallen diese Werte unter einen bestimmten Schwellenwert oder bietet die Webseite nicht die gewünschten Inhalte, werden die Suchergebnisse aktualisiert und enthalten dann einen Link zu einer KI-generierten Alternative.

Bei der alternativen Seite soll es sich dann nicht um eine zwischengespeicherte Kopie der Webseite handeln, sondern um eine dynamisch zusammengestellte Seite, die auf dem Suchverlauf und dem Kontext der Nutzer sowie Informationen der Originalseite basiert.

Markenerlebnis wird von Google präsentiert

Das Patent beschreibt dabei auch personalisierte Überschriften, Produktfilter, Feeds, Links zu Detailseiten und einen integrierten Chatbot. Das komplette Markenerlebnis wird dann von Google, und nicht wie vom Unternehmen angedacht, erstellt.

In einigen Fällen sollen zudem gesponserte Links eingebunden werden können und auch in gesponserten Beiträgen können Links zu KI-generierten Webseiten enthalten sein. Das hätte zur Folge, dass Werbetreibende für Klicks bezahlen, die zu einer Webseite führen, die nicht von ihnen selbst erstellt wurde.

Das Patent steht laut Forbes in direktem Zusammenhang mit Googles im Februar 2026 eingeführtem Protokoll WebMCP (g+) . Dieses erlaubt es Webseitenbetreibern, strukturelle Funktionen direkt für KI-Bots bereitzustellen, wodurch diese Elemente und Inhalte nicht selbst anhand von Screenshots analysieren müssen. Google kann die Webseiten von Unternehmen damit leicht in ihre Bestandteile zerlegen und mit dem Patent für KI-generierte Webseiten im eigenen Sinn wieder neu zusammensetzen.

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Gruppe mit Verbindungen zum Iran: E-Mail-Postfach von FBI-Direktor gehackt

Von Mike Faust — 29. März 2026 um 12:30
Die Hackergruppe trat bereits früher in Erscheinung und wird auch mit Angriffen auf den Rüstungskonzern Lockheed Martin in Verbindung gebracht.
Die Hacker veröffentlichten knapp 300 E-Mails von FBI-Direktor Kash Patel. (Bild: SAUL LOEB / AFP via Getty Images)
Die Hacker veröffentlichten knapp 300 E-Mails von FBI-Direktor Kash Patel. Bild: SAUL LOEB / AFP via Getty Images

Eine Hackergruppe mit Verbindungen zum Iran behauptet, das private E-Mail-Postfach von FBI-Direktor Kash Patel gehackt zu haben. Wie Reuters berichtet , erklärten die Hacker auf ihrer Webseite, dass sie Zugriff auf Patels Postfach erlangt haben, und veröffentlichten eine Reihe privater Fotos sowie Dokumente als Beweis.

Das FBI bestätigte, dass Patel Ziel eines Hackerangriffs war, und erklärte laut Reuters: "Wir haben alle notwendigen Schritte unternommen, um die potenziellen Risiken dieser Aktivität zu minimieren." Die betroffenen Daten enthielten keine Regierungsinformationen und seien "historischer Natur" , heißt es weiter.

Bei der Hackergruppe soll es sich um Handala handeln, die sich als Selbstjustizler und pro-palästinensisch ausgibt. Westliche Sicherheitsforscher halten Handala allerdings für eine von mehreren Identitäten der iranischen Cyberangriffseinheiten.

Mischung aus privaten und beruflichen E-Mails

In den veröffentlichten Daten befand sich laut Reuters eine Auswahl aus 300 E-Mails, die sowohl private als auch berufliche Korrespondenz aus den Jahren 2010 bis 2019 beinhalteten. Die private Gmail-Adresse, die Handala gehackt haben will, stimme zudem mit jener überein, die auch in früheren Datenlecks gefunden und Patel zugeordnet werden konnte, heißt es weiter.

Handala bekannte sich auch zum Hack des im US-Bundesstaat Michigan ansässigen Medizintechnikunternehmens Stryker am 11. März 2026 und gab an, große Mengen an Firmendaten gelöscht zu haben. Am 26. März 2026 will die Gruppe zudem die persönlichen Daten Dutzender Angestellter des Rüstungskonzerns Lockheed Martin veröffentlicht haben.

Bereits Anfang 2025 trat Handala in Erscheinung und reklamierte für sich den Hack eines Systems zur Steuerung von Notfallsystemen in Israel.

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Science-Fiction: Der-Astronaut-Autor Andy Weir kritisiert modernes Star Trek

Von Peter Osteried — 29. März 2026 um 11:43
Autor Andy Weir schlug eine eigene Star-Trek-Serie vor und kritisiert die aktuellen Serien deutlich.
Andy Weir schrieb die Vorlage zu Der Astronaut, hätte aber auch gerne eine Star-Trek-Serie gemacht. (Bild: Sony)
Andy Weir schrieb die Vorlage zu Der Astronaut, hätte aber auch gerne eine Star-Trek-Serie gemacht. Bild: Sony

Der Science-Fiction-Autor Andy Weir hat moderne Serien des Franchise Star Trek scharf kritisiert und zugleich offenbart, dass ein eigenes Serienkonzept von Paramount+ abgelehnt wurde. Die Aussagen machte Weir im Critical Drinker -Podcast, einem Format des Youtubers und Autors Will Jordan, der sich mit Film- und Serienkritik beschäftigt, wie die Branchen-Website Hollywood Reporter berichtet.

Weltraum-Sci-Fi

Ausgangspunkt des Gesprächs war der Erfolg der Romanverfilmung Der Astronaut – Project Hail Mary. Jordan bezeichnete den Film als erfrischend für Fans klassischer Weltraum-Science-Fiction. Weir griff diese Einschätzung auf und zitierte eine Analyse, wonach moderne Science-Fiction stark vom ursprünglichen Star Trek geprägt sei – mit Ausnahme der aktuellen Star-Trek-Produktionen selbst.

Der Autor, der zur Generation X zählt, verwies auf seine Prägung durch frühe Serien wie die Originalserie von Star Trek und betonte, dass klassische Erzählungen über Raumfahrt und Entdeckung lange Zeit gefehlt hätten. Erst spätere Formate wie Star Trek: The Next Generation hätten diese Lücke wieder geschlossen.

In seiner Bewertung aktueller Produktionen zeigte sich Weir differenziert, aber überwiegend kritisch. Positiv hob er Star Trek: Strange New Worlds hervor, das er als gelungen bezeichnete. Auch die Animationsserie Star Trek: Lower Decks bewertete er zumindest teilweise positiv. Andere neuere Serien ließ er hingegen deutlich durchfallen. "Diese Serien sind Scheiße" , sagte Weir.

Gespräch mit Alex Kurtzman

Besonders brisant: Weir berichtete, selbst eine Idee für eine neue Star-Trek-Serie bei Paramount vorgestellt zu haben. In Gesprächen mit mehreren Showrunnern sowie dem Produzenten Alex Kurtzman sei sein Konzept jedoch nicht angenommen worden. Kurtzman, der als zentrale Figur hinter den aktuellen Star-Trek-Produktionen gilt, beschrieb Weir dabei persönlich als sympathisch, äußerte jedoch zugleich deutliche Kritik an den von ihm verantworteten Serien und schien angesäuert, dass seine eigene Idee durchfiel. Ein konkretes Konzept zu seiner eigenen Serienidee nannte Weir nicht.

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EU-Kommission: Cyberangriff auf Cloud-Dienste

Von Heise — 28. März 2026 um 17:26
Europäisches Parlament

(Bild: Bild: PP Photos/Shutterstock.)

Die Europäische Kommission ist Opfer eines Cyberangriffes geworden. Ein mutmaßlicher Angreifer meldete sich bei der Presse.

Cyberkriminelle haben die Europäische Kommission [1] attackiert. Dabei könnten sie auch eine große Menge an Daten erbeutet haben. Die EU untersucht noch die vollständigen Auswirkungen des Vorfalls.

Laut der Kommission [2] ereignete sich der Angriff schon am Dienstag. Demnach sei ein Webauftritt der EU-Kommission auf der EU-eigenen Plattform europa.eu [3] betroffen gewesen, aber keine internen Systeme der Kommission. „Frühe Ergebnisse unserer laufenden Untersuchung deuten darauf hin, dass Daten von diesen Websites stammen“, erklärte die Kommission. Andere EU-Einrichtungen, die von dem Vorfall betroffen sein könnten, will die Kommission unterrichten. Dass auch vermeintlich sichere Infrastrukturen zum Ziel werden, zeigte sich erst kürzlich, als Angreifer Zugriff auf Nutzerdaten bei Cloud Imperium Games [4] erlangten.

Etwas mehr Details veröffentlichte bereits das Portal bleepingcomputer, [5] das Informationen von einem der beteiligten Bedrohungsakteure erhalten haben will. Demnach traf der Angriff mindestens einen der Amazon-Web-Services-Accounts (AWS-Accounts) der Kommission. Bei Amazon habe es aber keinen Sicherheitsvorfall gegeben und alle Dienste würden weiter funktionieren wie vorgesehen, teilte ein Amazon-Sprecher Bleepingcomputer mit.

Screenshots sollen Zugriff auf Mailserver zeigen

Wie Bleepingcomputer von dem mutmaßlichen Angreifer erfahren haben will, wurden bei dem Angriff 350 Gigabyte an Daten erbeutet, inklusive mehrerer Datenbanken. Die Glaubwürdigkeit ist allerdings noch fraglich: Als Beleg führte er mehrere (nicht öffentliche) Screenshots an, auf denen der Zugriff auf Informationen der Kommission sowie auf einen ihrer E-Mail-Server zu sehen sein soll. Das würde der Darstellung der EU-Kommission, es seien keine internen Systeme betroffen, widersprechen. Details zum Vorgehen teilte er nicht.

Das Ziel der Angreifer sei demnach nicht, die Kommission zu erpressen. Allerdings wollen sie zeitnah einige der Daten veröffentlichen. Welche Daten mutmaßlich erbeutet wurden, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unklar. Die EU reagierte in der Vergangenheit bereits mit harten Maßnahmen auf solche Vorfälle und sanktionierte iranische sowie chinesische Staatshacker [6] wegen Angriffen auf europäische Einrichtungen. Im aktuellen Fall wird der Angriff auf Daten der EU noch keinem staatlichen Akteur zugeordnet.


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https://www.heise.de/-11228549

Links in diesem Artikel:
[1]  https://www.heise.de/thema/EU-Kommission
[2] https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_26_748
[3] https://europa.eu/
[4] https://www.heise.de/news/Cloud-Imperium-Games-Einbrecher-hatten-Zugriff-auf-Nutzerdaten-11197168.html
[5] https://www.bleepingcomputer.com/news/security/european-commission-investigating-breach-after-amazon-cloud-account-hack/
[6] https://www.heise.de/news/Attacke-auf-Charlie-Hebdo-EU-sanktioniert-iranische-Staatshacker-11216800.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:nen@heise.de

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Berichte über Cyberangriff auf FBI-Direktor Kash Patel durch Iran-Hacker

Von Heise — 28. März 2026 um 16:28
Jacke mit FBI-Schriftzug

(Bild: Dzelat/Shutterstock.com)

Cyberkriminelle veröffentlichen private Mails des FBI-Direktors Kash Patel, wie Medien berichten. Die mutmaßliche Tätergruppe ist den USA bekannt.

Der Direktor der US-Bundespolizeibehörde FBI, Kash Patel, ist Medienberichten zufolge Opfer eines Cyberangriffs geworden. Eine Gruppe mit Verbindungen zum Iran habe den Cyberangriff für sich reklamiert, schrieb unter anderem die „New York Times“. Demnach wurden Fotos und Dokumente von Patels privatem E-Mail-Konto auf einer Webseite mit dem Namen „Handala“ veröffentlicht. Laut „New York Times“ wurde die Seite allerdings von einem russischen Server aus betrieben.

Dem Federal Bureau of Investigation (FBI) sei bekannt, dass Angreifer es auf die persönlichen E-Mail-Daten von Direktor Patel abgesehen hätten, teilte ein Sprecher mit. „Die Informationen sind nicht aktuell und enthalten keine Daten aus der Regierung“, teilte ein Sprecher der Behörde mit. Demnach setzt das Außenministerium eine Belohnung von bis zu zehn Millionen US-Dollar für Hinweise aus, die zur Identifizierung des iranischen „Handala Hack Teams“ führen.

US-Regierung ging vergangene Woche gegen iranische Cyberkriminelle vor

Wie CNN berichtete [1], stammen die E-Mails aus dem Zeitraum von etwa 2011 bis 2022. Dabei gehe es vor allem um persönlichen und geschäftlichen Mailverkehr. Patel ist seit etwas mehr als einem Jahr Direktor der Sicherheitsbehörde.

Erst vergangene Woche hatte das Justizministerium einen Schlag gegen iranische Cyberkriminelle verkündet: Mehrere Webseiten, die mit den iranischen Geheimdiensten in Verbindung stehen sollen, wurden demnach gesperrt. Auch in diesem Kontext fiel der Name Handala. Eine Seite mit dem Namen habe in diesem Jahr etwa einen Cyberangriff auf ein Medizintechnikunternehmen mit Sitz in den USA für sich reklamiert.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11228637

Links in diesem Artikel:
[1] https://edition.cnn.com/2026/03/27/politics/iran-linked-hackers-fbi-director-patel
[2] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[3] mailto:nen@heise.de

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Radsport-Spiele: Tour de France 2026 bringt Wetter und Zwift radelt Gravel

Von Peter Steinlechner — 28. März 2026 um 13:20
Neues für virtuelle Rennradler und Indoor-Sportler: Das offizielle Tour-de-France -Spiel erfordert Wetterplanung, Zwift lockt mit Gravel.
Artwork der Gravel-Umgebung von Zwift (Bild: Zwift)
Artwork der Gravel-Umgebung von Zwift Bild: Zwift

Für Radsport-Fans mit PC oder Konsolen stehen gleich mehrere Neuheiten an. Das Entwicklerstudio Cyanide bringt wie jedes Jahr zwei Spiele auf Basis der Tour de France. Eines davon heißt Tour de France 2026, es bildet alle 21 Etappen der diesjährigen Rundfahrt nach, darunter den Start in Barcelona mit der Sagrada Familia sowie das Finale rund um Montmartre in Paris.

Neu ist vor allem die Technik: Nach dem Wechsel auf Unreal Engine 5 sollen diesmal erstmals dynamische Wetterbedingungen ins Rennen eingreifen, was bei der Planung berücksichtigt werden sollte. Neben dem Solomodus gibt es Online-Multiplayer für bis zu sechs Fahrer.

Für PC-Spieler womöglich noch spannender ist Pro Cycling Manager 26. Die Management-Simulation bleibt bei ihrem Kern aus Kaderplanung, Budgetverwaltung und Sponsorensuche, soll die Saisonplanung aber realistischer abbilden.

Vor jedem Start lassen sich die Rollen der Fahrer gezielter festlegen, außerdem werden offizielle Trikots und Teams wie UAE Team Emirates XRG oder Red Bull-Bora-Hansgrohe nachgebildet.

Zwift: Wettrennen auf Gravel Mountain

Die beiden Spiele sind ab dem 4. Juni 2026 erhältlich – genau einen Monat vor dem Start der echten Tour de France. Pro Cycling Manager 26 erscheint exklusiv für Windows-PC und Tour de France 2026 kommt zeitgleich für Windows-PC, Playstation 5 und Xbox Series X/S.

Wer lieber selbst in die Pedale tritt: Das Indoor-Radsport-Ökosystem Zwift baut laut Blog sein Angebot für die kommende Saison deutlich aus. Schon im April 2026 soll die Companion-App eine Wochenplanung für Workouts, Routen, Events und Robopacer-Fahrten erhalten.

Geplante Aktivitäten fließen dann direkt in die Fitness-Ansicht ein, inklusive importierter Einheiten aus Drittanbieter-Verbindungen. Ebenfalls angekündigt sind konfigurierbare HUD-Felder für Workouts mit bis zu 13 Messwerten.

Dazu kommt eine neue reine Gravel-Event-Karte namens Gravel Mountain ab dem 6. April 2026, höhere Levelgrenzen für Radfahrer und Läufer sowie ab Sommer Indoor-/Outdoor-Challenges über angebundene Garmin-, Wahoo- oder Hammerhead-Konten. Am 26. Juni wächst zudem die Paris-Karte um den Montmartre-Anstieg.

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Lieferprobleme: Jetzt werden offenbar auch SD-Karten knapp

Von Peter Steinlechner — 28. März 2026 um 12:30
Sony nimmt Speicherkarten kurzfristig aus dem Verkauf. Hinter dem Schritt stecken anhaltende Engpässe bei zentralen Komponenten.
Fotografen sind auf solche SD-Karten angewiesen. (Bild: KAZUHIRO NOGI/AFP via Getty Images)
Fotografen sind auf solche SD-Karten angewiesen. Bild: KAZUHIRO NOGI/AFP via Getty Images

Sony zieht bei Speicherkarten überraschend die Reißleine: Der Hersteller nimmt seit dem 27. März 2026 vorübergehend keine Bestellungen für zahlreiche Modelle mehr an. Laut einer offiziellen Erklärung sind sowohl schnelle CFexpress-Karten als auch viele SD-Karten betroffen, wie sie etwa in Kameras und anderen professionellen Workflows eingesetzt werden.

Konkret nennt Sony mehrere Serien, darunter CFexpress Type A und Type B sowie diverse SDXC- und SDHC-Karten. Die Maßnahme gilt sowohl für Händler als auch für Direktkunden im japanischen Sony Store.

In der Mitteilung spricht das Unternehmen von einer "vorübergehenden Aussetzung der Bestellannahme" und entschuldigt sich für die Einschränkungen. Als Grund nennt Sony Engpässe bei wichtigen Komponenten. Der Konzern rechnet damit, die Nachfrage "für absehbare Zeit" nicht vollständig bedienen zu können.

Schnell noch SD-Karten kaufen

Für Nutzer bedeutet das vor allem schlechtere Verfügbarkeit, teils auch steigende Preise. Einzelne Modelle könnten zwar noch im Handel auftauchen, solange Restbestände vorhanden sind, doch eine Entspannung ist kurzfristig nicht in Sicht.

Betroffen sind professionelle Anwender, etwa Fotografen und Videoproduzenten, die auf CFexpress-Karten mit sehr hohen Datenraten angewiesen sind.

Engpässe bei Halbleitern sorgen seit Jahren immer wieder für Probleme entlang der Lieferkette – von GPUs über SSDs bis hin zu spezialisierten Speichermedien. Die stark gestiegene Nachfrage, etwa durch KI-Infrastruktur, verschärft die Lage zusätzlich.

Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme der Bestellungen nennt Sony nicht. Damit bleibt unklar, wann sich die Situation normalisiert oder ob einzelne Modelle längerfristig schwer verfügbar bleiben. Früher oder später dürften auch andere Länder und Hersteller betroffen sein.

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Sicherheit: Dobrindt will KI-Gesichtserkennung an Bahnhöfen

Von Peter Steinlechner, dpa — 28. März 2026 um 11:50
Innenminister Dobrindt will intelligente Kameras an Bahnhöfen. Sie sollen nicht nur Waffen erkennen können, sondern auch Gesichter.
Sicherheitskamera mit Gesichtserkennung bei einem Test am Berliner Bahnhof Südkreuz (2017) (Bild: Steffi Loos/Getty Images)
Sicherheitskamera mit Gesichtserkennung bei einem Test am Berliner Bahnhof Südkreuz (2017) Bild: Steffi Loos/Getty Images

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) möchte an Bahnhöfen in Deutschland Kameras mit künstlicher Intelligenz (KI) einführen. "Wir haben ja schon einen intensiven Ausbau der Kameratechnik an einer Reihe von Bahnhöfen" , sagte er bei einem Besuch der Bundespolizei im Berliner Hauptbahnhof.

Deren Technik müsse allerdings immer wieder erneuert werden. "Uns geht es darum, dass wir auf die neueste Technik umstellen und dann auch in der Lage sind, neue Software einzuführen, künstliche Intelligenz einzuführen."

Diese müsse in der Lage sein, biometrische Gesichtserkennung durchzuführen, Waffen und verdächtiges Verhalten zu erkennen und die Polizei frühzeitig zu warnen. "Die Technik kann das heute, sie muss dann allerdings auch zum Einsatz kommen" , sagte der Minister im Gespräch mit der Deutschen Presse Agentur (dpa).

Datenschützer dürften nicht begeistert sein

Mit Blick auf die biometrische Gesichtserkennung wolle die Regierung die notwendigen Gesetzesänderungen schaffen, damit die entsprechenden Befugnisse geschaffen würden.

Gemeint sind Systeme, die Videodaten automatisiert auswerten und Auffälligkeiten wie ungewöhnliche Bewegungsmuster erkennen können. Solche Anwendungen werden bereits in Pilotprojekten getestet und können Aufnahmen in Echtzeit analysieren.

Flächendeckend ist der Einsatz von Kameras mit biometrischer Gesichtserkennung an Bahnhöfen nicht erlaubt, in einzelnen Bundesländern aber schon. Hessen schuf im vergangenen Jahr als erstes Bundesland die Grundlagen für den Einsatz von KI bei der Polizeiarbeit.

Datenschützer dürften die Ideen von Dobrindt ablehnen, etwa wegen möglicher Fehlalarme und Eingriffe in die Privatsphäre.

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Störungsmeldung vom 27.03.2026 10:50

Von heise online — 27. März 2026 um 10:50

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
27.03.2026 10:50
Region
Großrosseln (06809)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

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Zapfsäule unter Staatsaufsicht: Deutschlands Kraftstoffmarkt im Umbruch

Von Christoph Jehle — 28. März 2026 um 16:00
Zapfsäulen untereinander verschoben

Deutschlands Kraftstoffmarkt wandelt sich: Internationale Ölkonzerne ziehen sich zurück, Regulierung kommt. Drohen bald Tankstellenschließungen?

Die Bundesregierung hatte die deutsche Mineralölwirtschaft dieser Tage zum Rapport bestellt und musste mit den britischen Konzernen Shell und BP als Mutter von Aral und deren Berliner Statthalter vorlieb nehmen.

Alle anderen internationalen Konzerne haben sich in letzter Zeit vom deutschen Markt verabschiedet und ihre Marken an Dritte lizenziert, welche die verkehrsgünstige Lage der etablierten Tankstellen nutzen, für die jedoch der Mineralölverkauf nur noch ein Nebengeschäft ist.

Die Marke "Esso" von Exxon Mobil wurde 2018 in Deutschland von der britischen EG Group [1] übernommen. Über ihr Tochterunternehmen "Echo Tankstellen" betreibt sie das gesamte deutsche Tankstellennetz von Esso und ist zudem auch für Shop-Konzepte, Kraftstoff-Preisgestaltung und Waschgeschäft verantwortlich.

Die Übernahme des TotalEnergies Tankstellennetzes in Deutschland durch Circle K. erfolgte Anfang 2024. Das kanadische Convenience-Store Unternehmen Alimentation Couche-Tard mit seiner Marke Circle K hatte damals das deutsche Tankstellennetz und Tankkartengeschäft von TotalEnergies erworben.

Die Jet-Tankstellen [2] in Deutschland und Österreich wurden mehrheitlich (65 Prozent) an ein Konsortium aus den Investmentfirmen Stonepeak und Energy Equation Partners verkauft. Der bisherige Mutterkonzern Phillips 66 behält 35 Prozent und liefert weiterhin Kraftstoff.

Ob der Name "Jet" bestehen bleibt, scheint nicht gesichert. Nach der Übernahme der OMV-Tankstellen durch die EG Group wurden diese bald in "Esso" umgeflaggt.

Der britische Ölkonzern Shell, der in Deutschland rund 2.000 Takstellen betreibt, hatte 2002 das DEA-Tankstellenetz übernommen und bis 2004 in "Shell" umgeflaggt (Wegen des Markenrechts blieb eine DEA-Tankstelle [3] erhalten). Im vergangenen Jahr erwägte Shell die Übernahme von BP [4], die in Deutschland unter der Marke "Aral" aktiv ist.

Als kleinere Marken sind noch die polnische Star/Orlen [5] im deutschen Markt aktiv, die ihr Netz 2003 aufgrund von Entflechtungs-Entscheidungen des Bundeskartellamts im Rahmen der Marktkonsolidierungsprozesse erwerben konnten.

Neben diesen bekannteren Marken sind noch freie Tankstellen mit einem Marktanteil von etwa 20 Prozent in Deutschland aktiv sowie eher regionale Anbieter wie Avia [6] und die zur libyschen Oilinvest [7] zählenden Tamoil und HEM.

Auch auf der Seite der Raffinerien gibt es seit Jahren eine Absetzbewegung. Zuletzt hatte sich nur der russische Konzern Rosneft in den deutschen Raffineriemarkt eingekauft und sich ein Drittel der Kapazitäten gesichert, was ihm inzwischen jedoch eine unbefristete Treuhandverwaltung [8] durch die BundesNetzAgentur eingebracht hat.

Die unter Treuhandverwaltung stehende Gruppe wurde jetzt zumindest für die Raffinerie PCK in Schwedt von den US-Sanktionen befreit [9] und kann den Osten der Republik wieder sicher mit Kraft- und Brennstoffen versorgen, die aus russischem Öl produziert werden.

Entbürokratisierung oder mehr Bürokratie?

Die durch den völkerrechtswidrigen Angriff von Israel und den USA auf den Iran ausgelöste Preisentwicklung am Mineralölmarkt sorgt bei den Kunden für beachtlichen Unmut an den Zapfsäulen, den die Bundesregierung nun mit technischen Mitteln einzufangen gewillt ist.

Verstöße gegen die neuen Vorschriften könnten mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro geahndet werden, was so mancher Tankstelle den Boden unter den Füßen wegreißen würde und vorsichtige Zeitgenossen dazu bringen könnte, sich aus dem Kraftstoffgeschäft mit seinen geringen Margen zurückzuziehen.

Import einer Idee aus Österreich

Eine Idee in diesem Zusammenhang ist die Einschränkung der Preiserhöhungen nach österreichischem Vorbild [10]. Die 14.000 Stationen sollen ihre Preiserhöhungen nur noch um 12:00 vornehmen dürfen und sogleich an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe [11] melden.

Ob diese technisch dem Ansturm von über 14.000 Meldungen gewachsen ist oder dieser zeitgleiche Ansturm das System in die Knie zwingt, muss sich erst noch zeigen.

Spätestens ein koordinierter DoS-Angriff dürfte das eingespielte System aus dem Gleichgewicht bringen. Die Überwachung der Preisänderungen vor Ort und ihrer Meldung an die Markttransparenzstelle liegt zudem nicht beim Bundeskartellamt, sondern bei den Landeskartellbehörden der 16 Bundesländer.

Für eine kürzlich gemeldete Forderung, dass Ölkonzerne eine Preiserhöhung vorab begründen [12] müssen, gibt es offensichtlich keine Rechtsgrundlage. Die im gleichen Beitrag der Zeit angeführte Idee, dass die Unternehmen der Mineralölwirtschaft darlegen müssten, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt seien, erfordert eine gezielte Anforderung durch das Bundeskartellamt.

Für die jetzt öffentlich lautstark geforderte Umkehr der Beweislast benötigt es übrigens kein neues Gesetz, denn die ist im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) § 29 Energiewirtschaft [13] schon längst so festgelegt.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, stellte aktuell fest, dass sich die Margen im Mineralölhandel seit dem Beginn des Iran-Kriegs nicht geändert hätten. Er sprach im Zusammenhang mit der von der Koalition geplante Verschärfung des Kartellrechts von einem Paradigmenwechsel.

Wenn jetzt im Nachgang Preiserhöhungen als nicht rechtmäßig deklariert würden, könnte dies dazu führen, dass weitere Unternehmen aus dem deutschen Markt aussteigen und sich der Weg zur nächsten Tankstelle verlängern und das Angebot eingeschränkt würde.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225369

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.eg.group/de/nachrichten/verkauf-abgeschlossen-esso-tankstellennetz-in-deutschland-wird-von-eg-group-betrieben/
[2] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/jet-investoren-uebernehmen-mehrheitsanteil-an-tankstellen-kette/100128920.html
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/DEA_Deutsche_Erd%C3%B6l_AG#%C3%9Cbernahme,_Umstrukturierung_und_Verkauf_durch_RWE
[4] https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/oelkonzerne-shell-denkt-offenbar-ueber-uebernahme-von-bp-nach/100125875.html
[5] https://www.orlen-deutschland.de/DE/UberORLEN/star-tankstellen/Seiten/default.aspx
[6] https://www.avia.de/ueber-uns
[7] https://www.oilinvest.com/
[8] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Treuhand/Rosneft/start.html
[9] https://www.zeit.de/news/2026-03/05/us-oelsanktionen-dauerhafte-ausnahme-fuer-rosneft-deutschland
[10] https://en2x.de/2026/03/12/tankstellenverbaende-warnen-vor-preisregulierung-nach-oesterreichischem-vorbild/
[11] https://www.bundeskartellamt.de/DE/Aufgaben/MarkttransparenzstelleFuerKraftstoffe/MTS-K_Infotext/mts-k_node.html
[12] https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-03/kartellrecht-verschaerfen-tankstelle-benzinpreis-sprit-gesetz?mj_campaign=nl_ref&mj_content=zeitde_text_link_x&mj_medium=nl&mj_source=int_zonaudev_Was%20jetzt%3F
[13] https://www.gesetze-im-internet.de/gwb/__29.html

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Zwischen Marktmacht und Verlustgeschäft – was bleibt, wenn Tegut geht

Von Susanne Aigner — 28. März 2026 um 14:00
Edeka-

Migros zieht sich zurück, Edeka und Rewe stehen bereit. Für Bauern, Mitarbeiter und Kunden geht es um mehr als Filialen – das Kartellamt könnte entscheiden.

Zieht sich Tegut aus Hessen zurück, geht nicht nur eine Tradition zu Ende, sondern auch ein Konzept, das auf Lebensmittel aus regionalem Anbau setzt. Unklar ist zudem, was dann aus den regionalen Vermarktungsketten wird. Den betroffenen Betrieben fehlt dann die Planungssicherheit – nicht nur in Hessen, auch bei Landwirten in Unterfranken.

Thomas Schwab von den Remlinger Rüben [1] zum Beispiel vermarktet einen guten Teil seiner Erzeugnisse über Tegut. Sein Betrieb gehört zu einem Verbund von 25 in Mainfranken ansässigen Vertragslandwirten, die die Supermarktkette seit mehr als 25 Jahren mit Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln in Bio-Qualität beliefern.

Die Anbaufläche der Vertragslandwirte beträgt zusammen rund 180 Hektar. Alle diese Betriebe müsse sich nun umorientieren und neue Absatzmärkte suchen, falls sie vom Nachfolgeunternehmen nicht übernommen werden, betont der Betriebsleiter der Remlinger Rüben [2]

Regionale Vertragspartner müssen sich neue Absatzwege suchen

Auch Backwaren der Antonius-Bäckerei, Spirituosen der Schlitzer Destillerie, Eis der Eisheiligen aus Gersfeld und Eier aus der Rhön gehören zum Tegut-Sortiment.Der Antonius-Hof [3] in Haimbach bei Fulda zum Beispiel, auf dem mehr als 100 Menschen arbeiten, war über viele Jahre hinweg ein wichtiger und zuverlässiger regionaler Partner.

Verschiedene Tegut-Märkte waren mit Gemüse wie Kohl und Rettich, Getreide für Müsli, Fruchtaufstriche und Chutneys beliefert worden. In einigen Filialen gab es sogar eigene Regale und eine Brotauswahl. Nun wird Antonius seine Anbau- und Produktionsplanung anpassen und neue Absatzwege für seine Produkte erschließen müssen [4].

Unklar ist auch, wie es mit dem Markenfleischprogramm LandPrimus [5]weitergeht. Verschwindet die Marke Tegut wie geplant bis zum Jahresende, würden die Absatzmöglichkeiten für regionales Fleisch weiter eingeschränkt [6]. Regionale Produkte, faire Erzeugerpreise – bei einer Übernahme durch große Handelsketten dürfte all das keine Rolle mehr spielen.

Viele Mitarbeiter sind von Kündigung bedroht

Mehrere deutsche Lebensmittelhändler sind an einer Übernahme von Tegut-Supermärkten interessiert. Voraussichtlich wird Edeka einen großen Teil der Filialen samt Personal in Hessen und Bayern übernehmen.

Der kürzlich ausgehandelte Verkaufsvertrag zwischen Migros und Edeka umfasst die Übernahme von 200 Tegut-Filialen [7], das Logistikzentrum in Michelsrombach und die Herzberger Bäckerei. Zudem verhandelt Migros mit Rewe über das zweitgrößte Filialpaket. Aldi Nord soll sich ebenso für einige Standorte interessieren.

Auch könnte Tante Enso mit seinen halbautonomen Mini-Supermärkten [8] in Verkaufsgespräche einsteigen. Dadurch könnte sich nicht nur der Verkaufserlös für Migros erhöhen.

Neben dem Logistikzentrum in Hünfeld und der Zentrale in Fulda sind rund 6.000 Mitarbeiter in rund 300 Filialen in mehreren Bundesländern betroffen. Bundesweit beschäftigt Tegut 7.400 Mitarbeiter. Über das Schicksal von 1.400 Mitarbeitern werde noch verhandelt, heisst es.

In der Tegut-Zentrale Fulda stehen die Mitarbeiter offenbar vor der Kündigung [9]. Sie arbeiten nun in einem Unternehmen, dessen neuer Besitzer noch auf die behördliche Freigabe wartet und für dessen restliche Standorte der Käufer noch nicht feststeht. Erst kürzlich wurde das Aus für zwei regionale Märkte – in Hofbieber [10] sowie in Wüstensachsen [11] angekündigt.

Was nicht recht ins Bild passen will: Während in Osthessen Filialen den Betrieb einstellten, wurden in Darmstadt [12] und Frankfurt [13] vor einem Jahr neue Tegut-Märkte eröffnet.

Trotz angeblicher Verbesserung soll nun verkauft werden

Das relativ kleine Unternehmen hatte auf dem wettbewerbsintensiven deutschen Markt wenig Chancen, erklären Analysten. Bereits Ende 2024 wurden 120 Stellen abgebaut [14]abgebaut und mehr als 30 Filialen verkauft.

Im vergangenen Jahr habe der operative Verlust umgerechnet rund 30 Millionen Euro betragen. Seit der Übernahme im Jahr 2013 summierte sich der Gesamtverlust demzufolge auf 600 Millionen Euro [15].

Im November 2024 trennte sich Tegut von der langjährigen Geschäftsführung und kündigte einen Stellenabbau an. Die deutsche Tochter müsse bis Ende 2026 schwarze Zahlen schreiben, sonst sei Schluss, habe es zunächst geheißen. Daraufhin wurden in manchen Filialen Frischetheken geschlossen. Die Integration der übernommenen Biomarktkette Basic in Süddeutschland war da bereits gescheitert [16].

Hat Migros seiner deutschen Tochter die Umsätze weggespart?

"Trotz massiver Kosteneinsparungen, welche die operativen Verluste der Tegut-Gruppe im vergangenen Jahr um mehr als die Hälfte reduziert haben, verschärfte sich das Marktumfeld in Deutschland weiter und führte zu rückläufigen Umsätzen."

Genossenschaft Migros [17]

Unter diesen Bedingungen "mit der vergleichsweise kleinen Unternehmensgröße sei das Unternehmen langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig".

Die Marke "Tegut" habe sich vor 13 Jahren als vielversprechende Investition etabliert und sei als strategische Fehlinvestition mit hohen Gesamtverlusten geendet. Das "verschärfte Marktumfeld", auf das sich Migros beruft, habe sich der Konzern ein Stück weit selbst geschaffen, kritisiert [18] der Supermarktblog.

Geschlossene Frischetheken, das ausgedünnte Sortiment, weniger Bio-Produkte – all das dürfte mit dafür gesorgt haben, dass sich bisherige Stammkunden umorientierten.

Auch modernisierte Teo-Märkte sollen an Edeka gehen

Die durch die GMZ veranlasste Sanierung habe womöglich einem ganz anderen Zweck gedient als dem offiziell angegebenen, so die Vermutung. Auffällig sei auch das Timing: Die finanziellen Auswirkungen der jetzigen Transaktion sollen bereits im Jahresabschluss 2025 sichtbar sein, der Ende März veröffentlicht wird. Das sehe so aus, als sei es sehr gut vorbereitet worden.

Hinzu kommt, dass Smart Retail Solutions kürzlich alle Teo-Märkte umgestellt hat [19]: mit neuen Farben, neuen Sortimenten, in ein neues Corporate Design gehüllt, Markenrechte und Patente gesichert und als eigenständiges Technologieunternehmen positioniert. All das wandert mit der Übernahme nun an Edeka.

Kann das Kartellamt die Übernahme-Pläne stoppen?

Die Konzentration im deutschen Lebensmittelhandel ist bereits jetzt sehr hoch. So teilen sich Aldi, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) bereits 75 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels. Geht die Transaktion wie geplant durch, verstärkt sich die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel weiter.

Das Argument, es reiche aus, wenn Verbraucher in einer Region genügend Auswahl zwischen verschiedenen Supermärkten hätten, greife zu kurz, erklärt der Jurist Rupprecht Podszun [20] in der Fuldaer Zeitung. Denn die Marktmacht der großen Handelsketten wirken nicht nur regional. Die Unternehmen drängten zunehmend selbst in die Lebensmittelproduktion.

"Wir können nicht einerseits eine hohe Konzentration beklagen und andererseits zusehen, wie die letzten kleinen Wettbewerber von genau diesen Unternehmen geschluckt werden", warnt der Kartellrechtler. Er hält es sogar für möglich, dass das Kartellamt die Übernahme-Pläne noch stoppt.

Weitere Marktkonzentration im LEH verhindern!

Die hohe Marktkonzentration und steigende Preisaufschläge auf Lebensmittel durch Hersteller und Einzelhandel sei besorgniserregend, heißt es in einem im November 2025 veröffentlichten Sondergutachten der Monopolkommission [21].

Der Wettbewerb sei geschwächt, während Landwirte insbesondere in der Milch- und Fleischwirtschaft langfristig kaum profitieren. Vor diesem Hintergrund sei "die voranschreitende Konzentration im Einzelhandel zu stoppen und künftige Zusammenschlüsse verstärkt daraufhin zu prüfen, wie sie sich auf die gesamte Lieferkette auswirken".


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11225026

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.remlinger-rueben.de/
[2] https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/migros-verkauft-tegut-unsicherheit-bei-landwirten,VDeJhHl
[3] https://www.tegut.com/herkunftscheck/hersteller/antonius-hof.html
[4] https://www.fuldaerzeitung.de/hessen/tegut-verkauf-unternehmen-zukunft-mitarbeiter-filiale-zentrale-logistikzentrum-filialen-zr-94217675.html
[5] https://www.tegut.com/angebote-produkte/landprimus.html
[6] https://www.agrarheute.com/management/agribusiness/landwirte-besorgt-macht-edeka-tegut-lieferanten-639781
[7] https://www.handelsblatt.com/dpa/einzelhandel-migros-trennt-sich-von-tegut-edeka-uebernimmt-filialen/100207575.html
[8] https://www.fuldaerzeitung.de/huenfelder-land/schluessel-fuer-tante-enso-markt-in-mansbach-uebergeben-eroeffnung-16-april-93661603.html
[9] https://www.fuldaerzeitung.de/hessen/filialen-tegut-verkauf-unternehmen-zukunft-mitarbeiter-filiale-zentrale-logistikzentrum-zr-94217675.html
[10] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/in-hofbieber-schliesst-2026-zukunft-des-gebaeudes-ungewiss-tegut-markt-94206534.html
[11] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/der-rhoen-verliert-ihren-letzten-supermarkt-gemeinde-in-94074924.html
[12] https://www.tegut.com/presse/artikel/tegut-feiert-die-neueroeffnung-eines-supermarkts-in-der-darmstaedter-lincoln-siedlung.html
[13] https://www.tegut.com/presse/artikel/gute-lebensmittel-in-frankfurt-tegut-oeffnet-neuen-supermarkt-im-schoenhof-viertel.html
[14] https://www.hessenschau.de/wirtschaft/tegut-mutter-migros-baut-120-jobs-ab-und-verkauft-ueber-30-filialen-v5,tegut-stellenstreichungen-100.html
[15] https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-aus-fuer-tegut-migros-gibt-sanierung-auf-und-verkauft-an-edeka-100.html
[16] https://www.supermarktblog.com/2025/06/02/zwischen-allen-stuehlen-warum-tegut-mit-der-basic-integration-scheitert/
[17] https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-aus-fuer-tegut-migros-gibt-sanierung-auf-und-verkauft-an-edeka-100.html
[18] https://www.supermarktblog.com/2026/03/11/ende-mit-schrecken-wie-migros-tegut-abgewickelt-hat/
[19] https://www.supermarktblog.com/2025/05/14/teo-wird-eigenstaendig-migros-loest-smartstore-konzept-von-tegut/
[20] https://www.fuldaerzeitung.de/fulda/jurist-haelt-veto-kartellamt-bei-tegut-verkauf-fuer-moeglich-edeka-rewe-aldi-lidl-94222983.html
[21] https://www.monopolkommission.de/de/gutachten/sondergutachten/sondergutachten-auf-eigene-initiative/484-84-sondergutachten-wettbewerb-in-der-lebensmittellieferkette.html

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Drohnenabwehr und Infrastruktur: Was Naftogaz den Golfstaaten voraushat

Von Lars Lange — 28. März 2026 um 12:00
Frontansicht einer Shahed-136-Drohne

Frontansicht einer Shahed-136-Drohne, Ausstellung in Qom/Iran, 2023. Bild: tasnimnews.ir. /Mohammadreza Jabbari/ CC BY 4.0 Deed

Irankrieg: Drohnenangriffe treffen Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den VAE. Die Ukraine hat ein Modell entwickelt – das weltweit zum Maßstab wird.

Rund 180 Millionen US-Dollar hat der ukrainische Staatskonzern Naftogaz in den vergangenen Jahren in Luftabwehrsysteme investiert – Störsender, Abfangdrohnen, Betonbarrieren, geplante Bunkeranlagen für Pumpstationen und kostspielige Ausrüstung.

Wie die New York Times [1] berichtet, zahlt das Unternehmen, das Öl und Gas produziert, transportiert und ukrainische Verbraucher mit Gas versorgt, für Geräte, die vom Militär betrieben werden. Naftogaz-Chef Serhiy Koretsky sieht darin ein Modell, das Energiekonzerne weltweit übernehmen müssten – nicht nur in der Ukraine oder im Nahen Osten.

Zwei parallele Konflikte machen dieses Modell zur globalen Referenz: Während Russland seit Jahren ukrainische Energieinfrastruktur mit Drohnen und Raketen beschießt, tobt seit dem 28. Februar 2026 ein Krieg zwischen den USA und Israel auf der einen sowie Iran auf der anderen Seite – mit iranischen Angriffen auf Energieanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Was in der Ukraine unter Kriegsbedingungen erprobt wurde, gilt am Golf nun als dringend benötigtes Modell.

Die Waffe: Billig, massenhaft, präzise

Im Zentrum der neuen Bedrohungsarchitektur steht eine Waffe, die ursprünglich aus dem Iran stammt und inzwischen in mehreren Konflikten zum Einsatz kommt: die Shahed-136, eine Suiziddrohne mit Kolbenmotor, die tieffliegend und langsam ihr Ziel ansteuert.

Die Kosten pro Einheit beziffert das Center for Strategic and International Studies [2] (CSIS) auf 20.000 bis 50.000 US-Dollar – ein Bruchteil der Kosten jedes Abwehrmittels, das gegen sie eingesetzt werden kann.

Ihr charakteristisches Motorengeräusch – von Beobachtern mit einem Rasenmäher verglichen – ist inzwischen in der Ukraine, im Jemen und am Persischen Golf bekannt. Da sie niedrig und langsam fliegt, müssen Radaranlagen speziell kalibriert [3] werden, um sie von Vögeln und Gebäuden zu unterscheiden.

Diese Eigenschaften machen sie für klassische Luftverteidigung schwer greifbar – und für den Angreifer zu einem präzisen Werkzeug gegen exponierte Infrastruktur. Russland hat gelernt, diese Präzision taktisch zu nutzen: Russland greift Umspannwerke in koordinierten Doppelschlägen [4] an – zunächst mit einem Splittersprengkopf, der Ölaustritt verursacht, dann mit einem thermobarischen Sprengkopf, der das ausgelaufene Öl entzündet und so maximalen Schaden anrichtet.

Das Ziel: Kritische Infrastruktur als Schwachstelle

Russland zeigt, wie systematische Angriffe die Energieinfrastruktur zermürben: über 400 Treffer auf die Gasversorgung der Ukraine in vier Jahren, mehr als die Hälfte davon zuletzt. Russland setzt dabei auf Wiederholung statt Einzelschlag – es lässt Reparaturen zu und zerstört sie erneut, jeder Angriff verstärkt den Schaden. Entscheidend ist die Kaskade: Mit dem Strom fallen auch Wasser, Heizung und Industrie.

Am Persischen Golf ist dieses Szenario seit dem 28. Februar 2026 Realität. Iran überzieht die Energieinfrastruktur jener Golfstaaten mit Angriffen, die die US-israelische Kriegsführung stützen – mit ballistischen Raketen auf den Industriekomplex Ras Laffan in Katar und Drohnenangriffen auf Anlagen in Saudi-Arabien und den VAE, berichtet Reuters [5]. Katar stellte seine gesamte Flüssigerdgasproduktion ein – ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung.

Die aktuelle Abwehr am Golf: teuer, nicht nachhaltig

Die Golfstaaten reagieren auf iranische Drohnen vor allem mit Plattformen – Kampfflugzeugen – obwohl diese dafür kaum geeignet sind. Die Kostenverhältnisse sind extrem: Eine F-16 kostet über 25.000 Dollar pro Stunde, Abfangraketen bis über eine Million, während eine Shahed-Drohne nur 20.000 bis 50.000 Dollar kostet.

Selbst Patriot-Abfangraketen, die knapp vier Millionen Dollar pro Abschuss kosten, wurden eingesetzt – allerdings laut International Institute for Strategic Studies IISS [6] nur als letztes Mittel. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Golfstaaten hätten in den ersten drei Kriegstagen über 800 PAC-3-Patriot-Raketen verbraucht – deutlich mehr als die Ukraine im gesamten bisherigen Kriegsverlauf.

Middle East Eye [7] weist darauf hin, dass diese Zahl nicht unabhängig verifizierbar ist und eher als politische Warnung denn als auditierter Wert zu lesen sei. Dennoch korrespondiert sie mit einem strukturellen Problem, das EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius benennt: In einem Viermonatszeitraum verbrauchte die Ukraine rund 700 Patriot-Abfangraketen – Lockheed Martin produzierte im gesamten Jahr 2025 lediglich 600 Stück.

Seit dem 28. Februar hat Iran laut Middle East Eye über 1.000 Drohnen und Hunderte Raketen auf die Golfstaaten abgefeuert – allein 812 Drohnen und 186 ballistische Raketen auf die VAE. Trotz großer Luftflotten stoßen die Staaten an Grenzen: Kosten, Verschleiß und Dauerbelastung machen die Abwehr-Intensität langfristig unhaltbar.

Das ukrainische Modell: Schichten statt Einzelsysteme

Während die Golfstaaten primär auf Abfangen setzen, verfolgt die Ukraine einen anderen Ansatz: Härtung, Schichtung und schnelle Reparatur. Naftogaz investierte laut New York Times rund 180 Millionen Dollar in ein System aus Störsendern, Abfangdrohnen und physischen Schutzmaßnahmen.

Das Prinzip: Nicht jeder Angriff muss verhindert werden – entscheidend ist, dass zentrale Komponenten ihn überstehen.

Die Ergebnisse sind messbar: Anfang Februar 2026 meldete die ukrainische Wiederaufbaubehörde Schutzmaßnahmen an 22 Ukrenergo-Umspannwerken (46 Anlagen) – trotz bis zu zwölf Shahed-Treffern täglich wurde kein Transformator zerstört. DTEK setzt auf pragmatische Lösungen wie mit Sandsäcken gefüllte Container und Gabionenwände zur Schadensbegrenzung. Seit Kriegsbeginn stellte der Konzern 24 Millionen Anschlüsse wieder her und investierte rund zwei Milliarden Euro, unter anderem in Batteriespeicher (200 MW) und einen Windpark (500 MW).

Auf militärischer Seite ergänzen Abfangdrohnen, elektronische Kampfführung und mobile Feuerteams das System. Die Ukraine produzierte 2025 nach CSIS-Angaben über 100.000 Abfangdrohnen, im Dezember 2025 liefen täglich fast 950 Anti-Shahed-Abfangdrohnen vom Band. Die Stückkosten liegen zwischen 2.000 und 4.000 US-Dollar – ein Bruchteil der Patriot-Rakete. Die Erfolgsquote dieser Plattformen gibt das ukrainische Verteidigungsministerium mit über 60 Prozent an.

Kritische Einordnung: Teilerfolge, systemische Grenzen

Die genannten Schutzmaßnahmen zeigen auf Anlagenebene nachweisbare Wirkung – aber sie erzählen nur einen Teil der Geschichte. Am 23. Januar 2026 meldete der ukrainische Netzbetreiber Ukrenergo, die Energielage habe sich "erheblich verschlechtert", Reuters [8] zufolge der schlimmste Tag seit dem großflächigen Blackout im November 2022. Die Anlagen arbeiteten "an der Grenze ihrer Kapazitäten", die kumulative Schadenslast früherer Angriffe erzeuge massive Überlastung.

DTEK-Chef Maxim Timchenko sprach gegenüber Reuters von einer Lage "nahe an einer humanitären Katastrophe". Die Ukraine hat inzwischen die Hälfte ihrer gesamten Stromerzeugungskapazität verloren.

Das Paradox ist strukturell: Einzelanlagen können gehärtet werden – und die Härtung wirkt, wie die Ukrenergo-Zahlen belegen. Aber ein Netz ist mehr als die Summe seiner gehärteten Punkte. Unter dauerhaftem Beschuss akkumulieren sich die Schäden an den ungezählten ungeschützten Elementen – Freileitungen, Verteilerstationen, Zuleitungen – schneller, als Reparaturbrigaden sie beheben können.

Der französische Think Tank Fondation pour la Recherche Stratégique [9] (FRS) fasst es nüchtern zusammen: Die ukrainische Luftverteidigung schütze Städte und Energieinfrastruktur beeindruckend – aber begrenzt.

Was strukturell hilft – und was Golfstaaten davon lernen können

Seit Kriegsbeginn exportiert die Ukraine ihr Wissen. Mehr als 200 Militärberater wurden in die Golfstaaten entsandt, erklärte Präsident Selenskyj laut New York Times. Die USA lieferten laut CSIS bereits 10.000 ukrainisch entwickelte Abfangdrohnen in den Nahen Osten. Katar und westliche Offizielle erkunden ukrainische Ortungs- und Störmethoden als günstigere Ergänzung zu Patriot-Abfangraketen.

Der eigentliche Lerneffekt liegt jedoch tiefer als die Technik. Überlebenstauglichkeit, schreibt Omar Ashour in Middle East Eye, sei das Produkt teurer Systeme und billiger, skalierbarer Gegenmaßnahmen – Netze, Barrieren, mobile Feuerteams. Physische Härtung schützt nachweislich auch unter direktem Beschuss. Unterirdisches Verlegen von Pumpstationen entzieht Hochwertziele dem Zugriff ganz.

Freileitungen sind in Tagen reparierbar, Transformatoren brauchen Monate – daraus ergibt sich eine klare Priorisierung. Vorbereitete Reparaturbrigaden mit Ersatzteillager schlagen in dieser Logik jede Abwehrinvestition im Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das Prinzip der Dezentralisierung verlängert diese Überlegung ins Strukturelle: Deutschland betreibt rund 28.000 Onshore-Windräder – eine Zielarchitektur, die sich strategischer Zerstörung schlicht entzieht.

Fazit: Paradigmenwechsel von der Plattform- zur Wirkmittelkriegsführung

Die Daten aus der Ukraine und vom Persischen Golf belegen eine strategische Zäsur, die über den jeweiligen Konflikt hinausweist: Der Übergang von der Plattformkriegsführung – Kampfjet, Panzer, Kriegsschiff als zentrale Wirkmittelträger – zur autonomen Wirkmittelkriegsführung mit massenhaft einsetzbaren, billigen Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen.

Strategische Flächenluftverteidigung war das Instrument der Plattform-Ära – konzipiert gegen Kampfflugzeuge, also gegen Plattformen, die ihrerseits teuer und begrenzt verfügbar waren. Gegen massenhaft produzierte, billige und autonome Wirkmittel greift diese Logik nicht mehr. Gegen moderne Wirkmittelkriegsführung ist sie strukturell nicht finanzierbar.

Die Konsequenz ist eine Neubewertung der Verteidigungsprioritäten. Erstens: Härtung und unterirdisches Verlegen kritischer Infrastruktur als erste und nachweislich wirksamste Linie. Zweitens: Dezentralisierung der Energieerzeugung als strukturelle Resilienz – verteilte Systeme entziehen sich strategischer Zerstörung. Drittens: Vorbereitete Reparaturkapazitäten schlagen Abwehrinvestitionen im Kosten-Nutzen-Verhältnis. Viertens: Punktuelle taktische Abwehr einzelner Hochwertziele bleibt sinnvoll – flächendeckende strategische Luftverteidigung hingegen nicht.

Die entscheidende Frage ist, ob billige Drohnen auch mit billigen Mitteln wirksam gestoppt werden können. Die Ukraine liefert Hinweise darauf – doch verlässliche, unabhängig bestätigte Daten fehlen.

Aus rein militärischer Kostenlogik ergibt sich: Wer kritische Infrastruktur ernsthaft schützen will, investiert auf rein militärischer Ebene betrachtet besser in ballistische Raketen, Angriffsdrohnen und Marschflugkörper als in strategische Flächenabwehr.

Oder man versucht, mit seinen Nachbarn in Frieden zu leben.


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[1] https://www.nytimes.com/2026/03/24/world/europe/ukraine-middle-east-oil-and-gas-drones.html
[2] https://www.csis.org/analysis/unpacking-irans-drone-campaign-gulf-early-lessons-future-drone-warfare
[3] https://www.ft.com/content/56e44d7b-4077-4785-87f6-5027a0beca66
[4] https://www.lemonde.fr/en/international/article/2025/11/03/russia-aims-to-cripple-ukraine-s-power-grid-to-weaken-kyiv_6747041_4.html
[5] https://www.reuters.com/world/middle-east/tehran-warns-gulf-energy-installations-after-oil-industry-facilities-hit-2026-03-18/
[6] https://www.iiss.org/online-analysis/online-analysis/2026/03/defending-the-skies-of-the-arab-gulf-states/
[7] https://www.middleeasteye.net/opinion/could-gulf-states-learn-ukraines-drone-revolution
[8] https://www.reuters.com/business/energy/ukraines-grid-operator-says-energy-situation-has-significantly-worsened-2026-01-23/
[9] https://www.frstrategie.org/en/publications/notes/twenty-one-strategic-lessons-ukraine-war-2026

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heise+ | 50 Jahre Apple: Die Rückschau

Von Heise — 28. März 2026 um 08:00
50 Jahre Apple

50 Jahre Apple.

(Bild: Apple)

Am 1. April 1976 gründeten Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne das kalifornische Start-up in einer Garage. Was danach kam, ist eine erstaunliche Geschichte.

Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Vor 50 Jahren reichten den drei Gründern 2600 Dollar aus, um die Apple Computer Company auf den Weg zu bringen – das sind inflationsbereinigt knapp 15.000 Dollar. Ein halbes Jahrhundert später gehört Apple mit einem Marktwert von rund 4 Billionen US-Dollar zu den erfolgreichsten Unternehmen weltweit.

Die Stellung von Apple ist nicht auf eine Techblase zurückzuführen, sondern beruht auf fundamentalen Fakten. Das Unternehmen ist führend bei Premium-Smartphones, und auch bei den höherwertigen Tablets und Personal Computern hat der kalifornische Konzern mit dem iPad und dem Mac eine herausragende Stellung.

Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs
Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs

Die legendäre Apple-Garage im Elternhaus von Steve Jobs.

(Bild: Christoph Dernbach)

In der Garage von 1976 ahnte noch niemand, welche Dimension dieses Unternehmen einmal einnehmen würde. Von den vielen Bastelbuden im Silicon Valley unterschied sich Apple aber bereits damals durch das Verkaufsgeschick von Steve Jobs und die geniale Hardwareeffizienz von Steve Wozniak – und ragte so bereits vor 50 Jahren schnell aus der Masse heraus.


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Developer-Häppchen fürs Wochenende – Kleinere News der Woche

Von Heise — 28. März 2026 um 09:17
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Qt Framework, VS Code, NativePHP, Node.js, JetBrains, BED-Con, Azul, Tekton, Fluid und KubeVirt.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • NativePHP 3.1 [1] ist erschienen – laut dem Entwicklungsteam der bisher größte Performance-Sprung der Werkzeugsammlung für die Entwicklung nativer Desktop- und Mobile-Anwendungen mit PHP. Die Response-Zeiten sollen nun zehnmal schneller sein als bisher. Darüber hinaus hat das Projekt die Mindestversion für Android-SDKs von Android 13 (API-Level 33) auf Android 8 (API-Level 26) heruntergeschraubt, sodass nun deutlich mehr Geräte unterstützt werden.
  • Das neueste der inzwischen wöchentlichen Releases von Visual Studio Code [2] steht bereit: Version 1.113. Darin können Developer alle chatbezogenen Anpassungen aus einem einheitlichen Interface heraus vornehmen. Dieser Editor unter dem Namen „Chat Customizations“ befindet sich noch im Preview-Modus.
  • In Version 6.11 verbessert das Qt Framework [3] die Performance und bringt Neuerungen für Grafik, Konnektivität und Programmiersprachen. Zwei neue Echtzeit-Rendering-Technologien sind mit an Bord: Screen Space Global Illumination (SSGI) zur Simulation des Lichteinfalls auf Oberflächen und Screen Space Reflections (SSR) für das Rendering von Spiegelungen.
  • Eine Petition wirbt dafür, KI-generierten Code aus dem Kern von Node.js zu verbannen [4]. Die Unterzeichner sind der Ansicht, „dass eine Verwässerung des Kerns, der über die Jahre hinweg mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit von Hand verfasst wurde, im Widerspruch zur Mission und den Werten des Projekts steht“. Wer sich beteiligen will, kann im Repo einen Pull Request öffnen.
  • In JetBrains Central bündelt der Hersteller [7] Ressourcen für KI-Agenten in ein einheitliches Produktionssystem. Es verknüpft Tools und die Infrastruktur mit den Agenten, um automatische Arbeitsabläufe auszuführen, zu steuern und zu überwachen. Dabei sind auch externe IDEs und CLIs zugelassen.
  • Die BED-Con, das jährliche Klassentreffen der Berliner Entwickler-Community [8], findet am 23. und 24. September 2026 im Henry-Ford-Bau auf dem Campus Dahlem der Freien Universität Berlin statt. Interessenten können bis zum 26. April Papers einreichen.
  • Das Azul Zulu OpenJDK steht nun als offizielles Docker-Image [9] zur Verfügung und findet sich dort im Katalog [10]. So ist es signiert und auf Sicherheit überprüft. Zur Wahl stehen die LTS-Versionen von Java 8, 11, 17, 21 und 25.
  • Anlässlich der KubeCon EU 2026 beförderte die CNCF die Projekte Tekton [11] und Fluid [12] in den Status „Incubating“. Tekton stellt alle wichtigen Komponenten zum Erstellen von Kubernetes-nativen CI/CD-Workflows bereit. Fluid ergänzt Kubernetes um eine Datenabstraktionsschicht, die zu einem verbesserten Datenfluss und -management speziell für datenintensive Workflows beiträgt.
  • Die Kubernetes-Virtualisierungs-API und -Laufzeitumgebung KubeVirt ist in Version 1.8.0 [13] fertiggestellt. Unter den zahlreichen Neuerungen finden sich etwa eine VM-Backup-API sowie Support für inkrementelle Backups von VMs.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [14].


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[1] https://laravel-news.com/nativephp-v31-the-biggest-performance-leap-yet?utm_medium=feed&utm_source=feedpress.me&utm_campaign=Feed%3A+laravelnews
[2] https://code.visualstudio.com/updates/v1_113
[3] https://www.qt.io/blog/qt-6.11-released
[4] https://github.com/indutny/no-ai-in-nodejs-core
[5] https://enterjs.de/ai.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830
[6] https://enterjs.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ejs_ai.empfehlung-ho.link.link&LPID=34830#AI
[7] https://blog.jetbrains.com/blog/2026/03/24/introducing-jetbrains-central-an-open-system-for-agentic-software-development/
[8] https://sessionize.com/bed-con-2026/
[9] https://www.azul.com/blog/trusted-java-containers-azul-zulu-openjdk-joins-dockers-official-images/
[10] https://hub.docker.com/_/azul-zulu
[11] https://www.cncf.io/blog/2026/03/24/tekton-becomes-a-cncf-incubating-project/
[12] https://www.cncf.io/blog/2026/03/24/fluid-becomes-a-cncf-incubating-project/
[13] https://github.com/kubevirt/kubevirt/releases/tag/v1.8.0
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Passwörter raus aus der US-Cloud – aber wohin? | c't uplink

Von Heise — 28. März 2026 um 06:30

Wie man Passwörter bequem, sicher und souverän verwaltet, vielleicht sogar auf einem eigenen Server, ist diese Woche Thema in c’t uplink.

Es ist ein Interessenkonflikt: Passwortmanager vereinfachen das Leben, weil man mit ihnen mehrere Konten mit jeweils eigenen und sicheren Passwörtern mehr oder weniger komfortabel verwalten kann. So kann man hunderte Passwörter einsetzen, ohne sich die alle merken zu müssen. Zugleich ist der Passwortmanager aber eine sehr attraktive Angriffsfläche – das gilt insbesondere für Online-Passwortmanager, die Passwörter über einen Server zwischen mehreren Endgeräten synchronisieren.

Dieser Datenschatz erweckt auch das Interesse von Behörden. Populäre Passwortmanager – Bitwarden, LastPass, Dashlane – kommen aus den USA oder werden von dortigen Firmen entwickelt. US-Behörden könnten deshalb mit Verweis auf Cloud Act und Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) Zugriff auf die Daten verlangen. Eine aktuelle Untersuchung der ETH Zürich [7] zeigte zudem, dass trotz Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unter bestimmten Bedingungen Passwörter abgreifbar sein können – etwa wenn der Server manipuliert wird.

Manch einer wird sich daher fragen, ob man die eigenen Passwörter nicht vielleicht in souveränere Gefilde umzieht. Welche Alternativen es gibt und wie sinnvoll die sind, diskutieren die c’t-Redakteure Jan Schüßler und Niklas Dierking in der neuen Folge von c’t uplink mit Moderator Keywan Tonekaboni.

Jan Schüßler hat fünf Passwortmanager getestet, die entweder aus Europa stammen und/oder Open Source sind – sowohl cloud-basierte Dienste als auch lokale Lösungen wie KeepassXC/KeepassDX. Niklas Dierking hat Passbolt auf einem eigenen Server installiert und ordnet die Erfahrung im Vergleich zu VaultWarden ein.

Die drei c’t-Redakteure vergleichen Komfort, Kosten und Sicherheitskonzepte der verschiedenen Alternativen. Außerdem gibt das Team praktische Tipps für den Umstieg von einem Passwortmanager zum anderen, erklärt Synchronisierungswege über Syncthing oder Nextcloud und warnt vor typischen Stolperfallen bei der Migration.

Zu Gast im Studio: Niklas Dierking und Jan Schüßler
Host: Keywan Tonekaboni
Produktion: Tobias Reimer

► Unsere Artikel zu Custom-ROMs lesen Sie bei heise+ (€):

Passwortmanager: Gute Gründe für europäische Clouds oder Self Hosting [9]
Fünf Open-Source-Passwortmanager im Vergleich [10]
Passbolt: Den europäischen Open-Source-Passwortmanager selbst hosten [11]
Anleitung: Von LastPass zum Passwortmanager KeePassXC wechseln [12]
► Raspberry Pi als zentralen Backup-Server mit Syncthing einrichten: Teil 1 [13] + Teil 2 [14]
Anleitung: Raspberry Pi als Passwort-Server einrichten  [15]

Im Newsletter c't Open Source Spotlight [16] ordnen Keywan und Niklas aktuelle Entwicklungen rund um freie Software ein und stellen innovative Open-Source-Anwendungen vor. Jetzt anmelden [17] und an jedem zweiten Freitag eine neue Ausgabe erhalten.

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Finnland will Stationierung von Atomwaffen erlauben

Von Pavel Devyatkin — 27. März 2026 um 16:00
Zwei Uniformierte und eine Gruppe Menschen auf einer freien Betonfläche  bei der finnischen Fahne.

4. April 2023: Die finnische Fahne wird erstmals am Nato-Hauptquartier in Brüssel gehisst.

(Bild: Alexandros Michailidis, shutterstock)

Washington sollte klarstellen, dass es keine Nuklearwaffen nahe der über 800 Meilen langen russisch-finnischen Grenze stationieren will.

Finnland bewegt sich [1] darauf zu, sein langjähriges gesetzliches Verbot der Stationierung von Atomwaffen auf finnischem Territorium aufzuheben. An der sensiblen NATO-Grenze zu Russland ist das ein Schritt in die falsche Richtung.

Die USA sollten das erste Land sein, das gegen diese leichtfertige Kehrtwende Einspruch erhebt.

Am 5. März veröffentlichte Helsinki Entwürfe für Änderungen am Atomenergiegesetz und am Strafgesetzbuch, die es ermöglichen würden, Atomwaffen nach Finnland zu bringen oder dort zu stationieren – trotz weit verbreiteter öffentlicher Skepsis [2] gegenüber dieser Änderung.

Weit verbreitete öffentliche Skepsis

Offizielle betonen, Finnland strebe kein eigenes Atomwaffenarsenal an, und Präsident Alexander Stubb hat hervorgehoben [3], dass sein Land nicht beabsichtige, in Friedenszeiten Atomwaffen zu beherbergen. Dennoch würde diese Änderung eine Beschränkung für künftige Regierungen aufheben [4], sodass jede nachfolgende Regierung entscheiden könnte, die dauerhafte Präsenz von Atomwaffen zu erlauben.

Finnlands Verbot [5] von Atomwaffen geht auf das Jahr 1987 zurück, als das Land neutral war und versuchte, sich das Wohlwollen seines mächtigen Nachbarn, der Sowjetunion, zu sichern. In der Praxis sollte das Verbot ursprünglich der möglichen Stationierung sowjetischer Atomwaffen auf finnischem Boden zuvorkommen.

Verbot seit 1987

Porträtfoto
Gastautor Pavel Devyatkin (Bild: RS [6])orträtfoto

Auch nach dem Ende des Kalten Krieges hielt Finnland an dem Verbot fest – Ausdruck eines tief verwurzelten nationalen Bekenntnisses zur Atomwaffenfreiheit. Nun will die Regierung diese Beschränkung aufheben.

Verteidigungsminister Antti Häkkänen behauptet [7], diese Änderung diene der Angleichung finnischen Rechts an NATO-Anforderungen. Doch Finnland ist der NATO mit dem Verbot beigetreten. Das Bündnis hat nicht darauf bestanden, dass Finnland von dieser langjährigen Politik abrückt – und das aus gutem Grund: Die Abschreckungsstrategie der NATO funktioniert bereits ohne die Stationierung von Atomwaffen in Finnland.

Warum das für Washington wichtig ist

Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Washington. Finnland ist seit 2023 NATO-Mitglied, und das Verteidigungskooperationsabkommen zwischen den USA und Finnland (DCA) verknüpft [8] amerikanische Streitkräfte mit finnischem Territorium und Infrastruktur.

Das 2023 unterzeichnete und seit 2024 geltende Abkommen schafft einen Rahmen für Zugang, Ausbildung, Transit sowie die Vorpositionierung und Lagerung von US-Ausrüstung und -Material in Finnland.

Das DCA wurde abgeschlossen, als finnisches Recht nukleare Sprengkörper noch verbot. Diese rechtliche Einschränkung hielt die US-finnische Verteidigungsbeziehung ausdrücklich nicht-nuklear.

Finnland schreibt die Spielregeln neu

Hebt Finnland dieses Verbot nun einseitig auf, schreibt es die Spielregeln dieser Beziehung neu. In Washington hat niemand öffentlich um diesen Schritt gebeten, und es ist nicht ersichtlich, dass die USA ihn überhaupt wünschen.

Selbst wenn es keine Pläne gibt, US-Atomwaffen nach Finnland zu bringen, erhöht bereits die bloße Möglichkeit den Druck auf die Sicherheitslage in Europa. Sollte sich eine Krise zuspitzen und der Kreml glauben, dass nuklearfähige NATO-Kampfflugzeuge von Finnland aus operieren könnten – das eine mehr als 1340 Kilometer lange Grenze mit Russland teilt –, könnte die Lage schnell außer Kontrolle geraten.

Schwelle für präventive russische Maßnahmen könnte sinken

Forscher des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) warnen [9], dass die Präsenz nuklearfähiger F-35 in der Nähe russischer strategischer U-Boot-Stützpunkte, die etwa 160 Kilometer von der finnischen Grenze entfernt liegen, die Schwelle Russlands für präventive Maßnahmen senken könnte.

Russische Offizielle wiederum erklären [10] bereits, dass Finnland im Falle der Stationierung von Atomwaffen zu einer direkten Bedrohung für Russland würde und Moskau „angemessene Maßnahmen“ ergreifen werde.

Ein europäischer Trend

Finnlands Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Teile Europas mit einem stärker nuklearisierten Kontinent liebäugeln [11].

Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte am 2. März im Rahmen einer grundlegenden Aktualisierung der französischen Verteidigungsdoktrin, Frankreich werde seinen Bestand an nuklearen Sprengköpfen erhöhen [12], und deutete an, dass nuklear bewaffnete französische Jets im Rahmen eines von ihm als „Vorwärtsabschreckung“ bezeichneten Konzepts vorübergehend in verbündeten Ländern stationiert werden könnten.

Berichten zufolge haben führende Politiker aus Deutschland, Dänemark [13], Schweden [14] und Polen [15] Gespräche [16] mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich über mögliche nukleare Zusammenarbeit geführt.

Diese Entwicklungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender europäischer Sorgen, ob die USA weiterhin als Sicherheitsgarant Europas fungieren werden, während Washington Asien priorisiert und neue Kriege im Nahen Osten beginnt.

Gefährliche Dynamik

Einige europäische Analysten warnen, dass diese Dynamik gefährlich ist. Wie der französische Politikwissenschaftler Olivier Zajec argumentiert [17], ist die Vorstellung einer "freundlichen Proliferation" in Europa eine gefährliche Illusion, getrieben von der Angst vor einem amerikanischen Rückzug.

In Wirklichkeit würde jede nukleare Ausweitung in Europa lediglich eine Gegenreaktion der USA provozieren und Allianzen belasten, anstatt für mehr Sicherheit zu sorgen. Europäer, die glauben, Washington werde untätig zusehen, während Europa nuklear aufrüstet, verkennen grundlegend die strategische Position der USA.

Die nukleare Landkarte Europas wird komplizierter

Kurz gesagt: Washington hat kein Interesse daran, die nukleare Landkarte Europas noch komplizierter zu machen. Wie Elbridge Colby, Unterstaatssekretär für Verteidigungspolitik, Anfang des Monats sagte [18], würden die USA sich "energisch widersetzen", wenn ein europäischer Verbündeter eigene nukleare Fähigkeiten entwickeln wollte.

Die gleiche Logik sollte für die Stationierung weiterer Atomwaffen nahe Russland gelten. „Freundliche Proliferation“ ist eine Illusion. Zusätzliche Atomwaffen oder nukleare Akteure erhöhen lediglich das Risiko von Missverständnissen oder unbeabsichtigter Eskalation.

Colbys umfassendere Vision eines "NATO 3.0" beruht auf einer klaren Arbeitsteilung: Europa soll starke konventionelle Streitkräfte aufbauen, während die nukleare Abschreckung amerikanisch bleibt. Diese Abschreckung ist bereits erheblich: Die USA lagern [19] etwa 100 Atomwaffen in Belgien, Deutschland, Italien, den Niederlanden und der Türkei.

"NATO 3.0"

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Monat betonte [20] Colby, Europa solle Verantwortung für seine eigene konventionelle Verteidigung übernehmen, während er die erweiterte nukleare Abschreckung nur am Rande erwähnte. Die Idee ist, dass Europa Russland abschrecken kann, ohne den Kontinent in ein Geflecht nuklearer Stolperdrähte zu verwickeln.

Colbys frühere Schriften zogen [21] zwar die Möglichkeit nuklearer Proliferation in Betracht, jedoch nur [22] in Ostasien und nur für den Fall, dass Chinas Aufstieg es den USA unmöglich machen würde, das regionale Gleichgewicht allein mit konventionellen Kräften zu halten. Das trifft auf Europa nicht zu.

Nordische Zurückhaltung

Im Oktober 2025 unterzeichneten [23] Finnland und die USA ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei Eisbrechern, und US-Werften arbeiten nun mit finnischen Partnern am Bau neuer Arctic Security Cutter. Diese Kooperation stärkt die amerikanische Präsenz in der Arktis.

Präsident Stubb hat zudem angedeutet [24], dass er sich eine diplomatischere europäische Haltung gegenüber Russland wünscht, und argumentiert, Europa brauche Dialogkanäle und zumindest ein europäischer Staats- oder Regierungschef sollte bereit sein, den Kontakt zu Präsident Wladimir Putin wieder aufzunehmen. Dies sind die Initiativen, die Washington fördern sollte.

Umfragen deuten darauf hin, dass ein solcher Ansatz den Ansichten der finnischen Bevölkerung entspricht. Jüngste Erhebungen zeigen, dass 77 Prozent der Finnen die Stationierung von Atomwaffen im eigenen Land ablehnen [25], und 84 Prozent befürworten [26] einen Beitritt zum Vertrag über das Verbot von Atomwaffen, der Nuklearwaffen im Land umfassend untersagen würde.

Die Finnen wollen Atomwaffenverbot

Ein Bündnis finnischer NGOs, darunter Finnish Pugwash, ICAN Finnland und Physicians for Social Responsibility, hat argumentiert [27], es gebe "keine operativen Gründe, Atomwaffen nach Finnland zu bringen", und empfohlen, die gesetzlichen Verbote für nukleare Stationierungen sowohl in Friedens- als auch in Kriegszeiten beizubehalten.

Auch finnische Oppositionsparteien, darunter die Sozialdemokraten und das Linksbündnis, haben die Idee kritisiert [28] und fordern eine ordentliche parlamentarische Debatte. Antti Lindtman, Vorsitzender der Sozialdemokraten, argumentiert [29], die Gesetzesänderung würde Finnlands Sicherheit schaden und das Land von der traditionellen nuklearpolitischen Linie seiner nordischen Nachbarn entfernen.

Die USA sollten klarstellen, dass Regelungen zur Stationierung von Atomwaffen an der neuesten und längsten Russland zugewandten NATO-Grenze nicht willkommen sind. Washington sollte die konventionelle Abschreckung stärken und die Notwendigkeit von Dialog und Rüstungskontrolle betonen. Wenn das Ziel ein sichereres Europa ist, dann ist Finnlands nukleare Kehrtwende der falsche Schritt.

Pavel Devyatkin ist Non-Resident Fellow am Quincy Institute und Senior Associate am Arctic Institute.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [30] auf Englisch.

Gastautor Pavel Devyatkin (Bild: RS [31])


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.defensenews.com/global/europe/2026/03/09/finland-readies-itself-to-be-able-to-host-nukes-in-longtime-policy-departure/
[2] https://www.euractiv.com/news/finns-divided-over-nato-bases-oppose-nukes-survey/
[3] https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/finland-does-not-intend-host-nuclear-weapons-peace-time-president-says-2026-03-13/
[4] https://english.news.cn/20260309/1fc18c0a867c432fb8b8881386e1970f/c.html
[5] https://www.stuklex.fi/en/ls/19870990
[6] https://responsiblestatecraft.org/author/pdevyatkin/
[7] https://www.bbc.com/news/articles/c14m5llnrlpo
[8] https://um.fi/defence-cooperation-agreement-with-the-united-states-dca-
[9] https://www.sipri.org/commentary/essay/2025/risk-reduction-urgently-needed-amid-rising-tensions-northern-europe
[10] https://www.reuters.com/world/europe/russia-says-it-will-respond-if-finland-hosts-nuclear-weapons-accuses-helsinki-2026-03-06/
[11] https://foreignpolicy.com/2026/01/30/nuclear-weapons-nordic-scandinavia-sweden-finland-norway-denmark-russia-greenland/
[12] https://www.reuters.com/world/europe/macron-says-france-will-increase-size-its-nuclear-arsenal-2026-03-02/
[13] https://www.reuters.com/world/europe/denmark-cooperate-with-france-nuclear-deterrence-2026-03-02/
[14] https://breakingdefense.com/2026/01/sweden-eyes-franco-british-nuclear-weapons-cooperation/
[15] https://www.reuters.com/world/poland-seeks-much-autonomy-possible-terms-nuclear-arms-tusk-says-2026-03-03/
[16] https://breakingdefense.com/2026/01/sweden-eyes-franco-british-nuclear-weapons-cooperation/
[17] https://iesd.univ-lyon3.fr/policy-papers/lillusion-dune-proliferation-nucleaire-amicale-en-europe/
[18] https://www.cfr.org/event/conversation-elbridge-colby
[19] https://armscontrolcenter.org/fact-sheet-u-s-nuclear-weapons-in-europe/
[20] https://www.war.gov/News/Speeches/Speech/Article/4404801/remarks-by-under-secretary-of-war-for-policy-elbridge-colby-at-the-nato-defense/
[21] https://ndupress.ndu.edu/Media/News/News-Article-View/Article/3197375/the-strategy-of-denial-american-defense-in-an-age-of-great-power-conflict/
[22] https://www.foreignaffairs.com/articles/china/2018-10-15/if-you-want-peace-prepare-nuclear-war
[23] https://www.dhs.gov/news/2025/10/10/dhs-celebrates-purchase-new-coast-guard-icebreakers-president-trump-signs-deal
[24] https://www.hungarianconservative.com/articles/current/alexander-stubb-eu-russia-dialoge-war-ukraine/
[25] https://www.euractiv.com/news/finns-divided-over-nato-bases-oppose-nukes-survey/
[26] https://www.icanw.org/finns_want_the_government_to_join_the_tpnw
[27] https://pugwash.org/2023/03/17/statement-by-nuclear-weapons-monitoring-group-finland/
[28] https://yle.fi/a/74-20214500
[29] https://yle.fi/a/74-20214500
[30] https://responsiblestatecraft.org/finland-nuclear-weapons/
[31] https://responsiblestatecraft.org/author/pdevyatkin/

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heise+ | Das iPhone als Schlüssel: Apple Home Key mit Nuki Keypad 2 NFC gegen Aqara U200

Von Heise — 27. März 2026 um 18:29
Nukis Keypad 2 NFC neben dem Keypad des Aqara U200

Nukis Keypad 2 NFC neben dem Keypad des Aqara U200.

(Bild: Nuki / Aqara)

Apples NFC-Schlüssel öffnet Smart-Locks mit Handy und Watch: Nuki bringt eine Nachrüstmöglichkeit, das Aqara U200 kann es ab Werk. Welches schlägt sich besser?

Apples Home-Key-Technik für smarte Schlösser gibt es schon lange: Mit iOS 15 wurde sie im Herbst 2021 ursprünglich eingeführt. Mit iOS 18 (Herbst 2024) kam dann neben der NFC-gestützten Variante, bei der man das Apple-Gerät zum Öffnen an ein Keypad hält, auch noch die Ultra-Wideband-Technik (UWB) hinzu, die das Öffnen smarter Türschlösser per Annäherung [1] [1] ermöglicht.

Doch beide Home-Key-Varianten hatten in Europa ein Problem: Es gab schlicht keine passende Hardware, die sie unterstützte. Nur im US-Markt gab es anfangs damit kompatible Smart-Locks. Erst mit der Einführung des U200 vom chinesischen Hersteller Aqara [2] [2] erreichte Home Key per NFC 2024 die EU. Die beliebteren Schlösser des österreichischen Anbieters Nuki [3] [3] oder die anderer Konkurrenten wie Tedee oder Netatmo [4] [4] blieben außen vor.

Nun erweitert sich der Markt auf zwei Produkte: Neben dem U200 spielt seit März 2026 auch Nuki im Home-Key-Markt mit [5] [5]. Erreicht wird dies per Nachrüstung: Das bereits verfügbare Keypad 2, das per Zahlencode oder Fingerabdruck geöffnet werden kann, bekommt mit dem Keypad 2 NFC eine zweite Version. Diese stellt wiederum über den mittlerweile verabschiedeten NFC-Schlüssel-Standard Aliro [6] [6] die Verbindung zu Home Key her.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226909

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Home-Key-faehiges-Schloss-mit-UWB-Aqara-U400-oeffnet-bei-Annaeherung-11133517.html
[2] https://www.heise.de/tests/Tuerwaechter-Schloss-mit-Apples-HomeKey-im-Test-10028799.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Nuki-Pro-5-und-Nuki-Ultra-Tipps-und-Tricks-zu-den-smarten-Schloessern-10635420.html
[4] https://www.heise.de/tests/Acht-smarte-Tuerschloesser-auf-dem-Pruefstand-10316286.html
[5] https://www.heise.de/news/Neues-Nuki-Keypad-2-NFC-mit-Aliro-soll-von-Beginn-an-mit-Apple-HomeKey-arbeiten-11192896.html
[6] https://www.heise.de/news/Smart-Lock-Nuki-kuendigt-fuer-Maerz-erstes-Aliro-Keypad-an-Fragen-zu-Home-Key-11192062.html

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Angriffe übers Terminal: Apple verhindert Kommando-Ausführung

Von Heise — 27. März 2026 um 16:53
Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung

Terminal mit Kommandozeilen-Ausführung: In diesem Beispiel wurden wir trotz sudo nicht gestoppt.

(Bild: heise medien)

Mehr und mehr Malware wird auch über Terminal-Kommandos verbreitet, die Nutzer willig eingeben. In macOS gibt es hierfür nun eine Vorsichtsmaßnahme.

Mit macOS Tahoe 26.4 [1], erschienen in dieser Woche, hat Apple eine neue Warnfunktion integriert, die Nutzer vor der Ausführung gefährlicher Kommandozeilenbefehle abhalten soll. Wie Nutzer in sozialen Medien wie Reddit [2] berichten, scheint dabei eine Überwachung der Zwischenablage zu erfolgen. Erkennt Apple hier möglichen Schadcode, ist ein Einfügen gar nicht erst möglich. Allerdings blieb zunächst unklar, wann genau die Warnung anschlägt.

Kommandozeile als neuer Angriffsvektor – Nutzer hilft

Zuletzt interessierten sich immer mehr User für die Kommandozeile und Apples Terminal-App auf dem Mac [3]. Der Grund ist der Hype um KI-Assistenten und KI-Programmierwerkzeuge wie OpenClaw [4] und Claude Code. Während OpenClaw am einfachsten per Kommandozeile installiert wird, interagiert man mit Claude Code und anderen Coding-Assistenten oft direkt über das Terminal. All das heißt, dass mehr Nutzer überhaupt mit dem Terminal in Berührung kommen, darunter auch viele Einsteiger. Um nicht viel eintippen zu müssen, kopieren sie dann Kommandozeilenbefehle aus dem Web und führen sie – nicht selten inklusive Eingabe eines Administratorpassworts – auch gleich aus.

Auf diese Weise kann Schadcode sehr einfach den ganzen Rechner übernehmen. Zuletzt war dies beim Infostealer GhostClaw respektive GhostLoad [5] häufiger passiert, für den gefälschte GitHub-Repositories sowie auch npm-Pakete zur Verbreitung dienten. Auch hier interagieren Nutzer direkt mit der Kommandozeile, ohne möglicherweise zu wissen, was sie dort tun.

Was im Hintergrund passiert, verrät Apple nicht

Apples neue Terminal-Gefahrenwarnung ergänzt bestehende Werkzeuge [6], um das Ausführen von Schadcode per Klick zu verhindern. Erkennt macOS ab 26.4 problematischen Code, taucht künftig die Warnung auf, dass es sich „möglicherweise um Malware“ handelt und die Befehle landen nicht im Terminal. In dem Pop-up heißt es weiter, der Mac sei nicht beschädigt worden – und es wird erläutert, dass Betrüger zunehmend versuchten, über eingefügten Text im Terminal eine Schädigung des Rechners zu erreichen – „oder ihre Privatsphäre zu kompromittieren”. Apple erläutert weiter, dass diese Scam-Anleitungen „über Websites, Chat-Agenten, Apps, Dateien oder Telefonanrufe“ verteilt würden.

Nutzer können sich dazu entscheiden, den Inhalt doch ins Terminal einzufügen. Apple blockiert also bislang nicht strikt. Angaben dazu, welche Befehle die Warnungen genau auslösen und ob das System etwa in nachgeladenen Shell-Skripte schaut, die von Angreifern oft verwendet werden, ist unklar. Bei einem Versuch mit einer legitimen CLI-Anwendung (Command Line Interface) eines Audiodienstes, die auch ein Administratorpasswort verlangt (was problematisch sein kann), wurde das Kommando nicht gestoppt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11226507

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iOS-26-4-ist-da-Diese-Neuerungen-bringen-die-Apple-Updates-11223122.html
[2] https://www.reddit.com/r/MacOSBeta/comments/1rywb2x/woah_woah_the_rc_version_of_macos_tahoe_264/
[3] https://support.apple.com/de-de/guide/terminal/welcome/mac
[4] https://www.heise.de/news/OpenClaw-KI-Client-steuert-Mac-fern-11161659.html
[5] https://www.heise.de/news/GhostClaw-Infostealer-fuer-macOS-auf-GitHub-11222743.html
[6] https://www.heise.de/news/Notarisierte-Mac-Malware-Apple-beglaubigte-offenbar-mehrfach-Trojaner-4882770.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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