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Störungsmeldung vom 30.03.2026 11:40

Von heise online — 30. März 2026 um 11:40

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30.03.2026 11:40
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Störungsmeldung vom 30.03.2026 10:05

Von heise online — 30. März 2026 um 10:05

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Syriens neues Gesicht in Berlin: Vom Kopfgeld zum roten Teppich

Von Luca Schäfer — 31. März 2026 um 10:00
Ein Mann in Anzug

Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa

(Bild: FotoField/Shutterstock.com)

Berlin begrüßt Syriens Präsident mit Beifall. Der rote Teppich für Al-Sharaa hat handfeste Gründe. Dabei geht es auch um deutsche Interessen. Eine Analyse.

Früher gesucht, heute empfangen: Ahmad Al-Sharaa, syrischer Übergangspräsident und ehemaliger Kopf der Al-Qaida-Ablegerorganisation Hayat Tahrir al-Sham (HTS), traf [1] am gestrigen Montag in Berlin zu politischen Konsultationen ein.

Dass ausgerechnet Al-Sharaa – einst unter dem Kampfnamen Mohammed Al-Jaulani mit einem US-Kopfgeld von zehn Millionen Dollar belegt [2] – nun im Luxus-Hotel Ritz-Carlton residierend, von Hunderten Landsleuten bejubelt [3] und von Bundespräsident Steinmeier in Schloss Bellevue empfangen [4] wird, markiert eine Zäsur sowie einen neuen Meilenstein in den deutsch-syrischen Beziehungen.

Damaskus gilt als zentraler Akteur einer wankenden Region: Iran-Krieg, Gaza-Massaker und schwindender deutscher Einfluss bereiten Sorgen. Gast Al-Sharaa hatte im Dezember 2024 das Assad-Regime in einem blitzartigen Militärputsch hinweggefegt [5] und damit dem jahrzehntelang angestrebten westlichen Regime-Change zu einem erfolgreichen Ende verholfen [6].

Der Staatsbesuch war ursprünglich für Mitte Januar vorgesehen [7] gewesen – wegen des Binnen-Krieges gegen die syrischen Kurden jedoch verschoben worden.

Dabei knüpft der Besuch an die junge Tradition des diplomatisches Austausches an: Die damalige Außenministerin Annalena Baerbock hatte Damaskus bereits im Januar 2025, nur Tage nach der HTS-Machtübernahme, besucht [8], im März desselben Jahres öffnete [9] die deutsche Botschaft nach 13 Jahren Schließung wieder ihre Pforten.

Seit 2011 war Syrien – als geopolitischer Widersacher, Iran-Partner und Israel-Gegner– durch Krieg und Sanktionen ruiniert worden, nun herrscht – dank der Regentschaft des Dschihadisten mit gestutztem Bart und im Bankiers-Anzug – Goldgräberstimmung.

Ob Al-Sharaa sich ideologisch vom salafistischen Dschihad wirklich verabschiedet hat, bleibt hingegen fraglich. 2017 hatte er zwar öffentlichkeitswirksam die Spaltung von Al-Qaida betrieben [10] und Bin-Ladens Nachfolger Al-Zawahiri aus eigenem Machtanspruch die Gefolgschaft verweigert [11] – doch die brutale Regierungspraxis der HTS in Idlib, zahllose Übergriffe auf vermeintliche Ungläubige und anhaltende Gewalt gegen ethnische Minderheiten mahnen [12] zur Vorsicht.

Meilenstein der Migrationswende

Oberstes Thema des Besuches: Migration. Seit der Ära Merkel leben [13] mehr als 900.000 Syrer in Deutschland – nach den Ukrainern die zweitgrößte Migrantengruppe des letzten Jahrzehnts.

Bundeskanzler Friedrich Merz gab [14] nach dem Treffen die Zielmarke aus: 80 Prozent – rund 720.000 Menschen – sollen binnen drei Jahren zurückkehren. Einen Beleg für seine Behauptung, die Mehrheit wolle ohnehin zurück und den syrischen Aufbau vorantreiben [15], lieferte der Sauerländer Christdemokrat nicht.

Konkret sollen zunächst Straftäter – die syrische Kohorte [16] ist die größte ausländische Tatverdächtigengruppe in Deutschland, ohne Aufenthaltsstatus abgeschoben werden: "Hier haben wir eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereitet, von straffällig gewordenen Syrern, die wir jetzt vordringlich zurückführen wollen", so Merz im Wortlaut [17].

Wer gut integriert sei und bleiben wolle, könne bleiben. Was, wenn die Mehrheit gar nicht ausreisen mag, folgt dann unmittelbarer Zwang? Ein offensichtlicher Widerspruch zur proklamierten 80-Prozent-Marke, der unaufgelöst blieb, zur Gewaltfrage wurde sich nicht geäußert.

Al-Sharaa brachte sein eigenes Modell mit [18]: "Zirkuläre Migration" – Rückkehrer sollen mit Deutschland verbunden bleiben und als Wissenstransfer-Brücke fungieren, sein bislang wenig konkreter Vorschlag bleibt allerdings konturlos und wurde in der deutschen Debatte als Randbemerkung abgewürdigt.

Der Staatsbesuch markiert dabei dennoch eine erhebliche innenpolitische Zäsur: Während Merkels "Wir schaffen das" den christlich-sozialen Pol der Union verkörperte, setzt [19] die aktuelle Bundesregierung unter dem Eindruck des AfD-Aufwindes und nahender ostdeutscher Wahlen auf einen harten Remigrationskurs.

Schnee von ewig-gestern

Der syrisch-deutsche Konsens – Damaskus mit der Aussicht auf wirtschaftliche Kooperation und Millionen Soforthilfe gelockt – bedient dabei ein aus der extremen Rechten bekanntes Amalgam aus Remigrationsfantasien und handfesten ökonomischen Interessen, verpackt im bürgerlichen CDU-Gewand.

Als im Winter 2023 das Potsdamer Treffen ruchbar [20]wurde – bei dem sich rechtsextreme Vordenker, Politiker und Wirtschaftsmagnaten versammelt hatten, um Martin Sellners "Masterplan" zur Zwangsremigration von Millionen zu erörtern [21] –, war die Empörung noch groß. Auch in der CDU, drei damals aktive CDU-Mitglieder waren anwesend. Generalsekretär Linnemann versprach [22] hart durchzugreifen, vereinzelte Ausschlussverfahren folgten [23].

Alles Schnee von gestern: sicher, Sellners absurde Pläne – Deportationen gen Afrika, Wahlrechtsentzug für bis zu 20 Millionen Menschen – mögen sich nicht eins zu eins mit den aktuellen Debatten vergleichen lassen, doch der Diskurs ist erfolgreich im Mainstream verankert worden. Als Brandmauer-Allheilmittel gegen den AfD-Aufstieg versucht sich die CDU an einer Implementation von AfD-Positionen. Das extrem rechte Kalkül des Kultur-Kampfes um die Kommunikation scheint am vorläufigen Ziel.

Wandel durch Menschenhandel?

Hinter der Migrationsfrage lauert [24] darüber hinaus knallhartes Wirtschaftsinteresse. Auf den Trümmern einer ruinierten, syrischen Volkswirtschaft wittern auch deutsche Konzerne blendende Geschäfte. Im Auswärtigen Amt warb [25] Al-Sharaa an einem runden Tisch mit rund 40 deutschen Wirtschaftsvertretern kräftig um Investitionen.

Seit 2011 bewegen sich die deutschen Investitionen nahe null – doch vor 2011 war Siemens in der IT-Sicherheit und Energietechnik präsent [26], Hochtief über internationale Tochterfirmen vertreten, die KfW inv [27]olviert.

Die Interessen fallen dabei zusammen: Al-Sharaas Regierung braucht gut ausgebildete Rückkehrer für den konsolidierenden Wiederaufbau. Deutsche Rückkehrer könnten als Dosenöffner für den Marktzugang fungieren.

Konkurrenz und Vergleichsmodell kommen aus Ankara: Die Türkei, die rund 3,5 Millionen Syrer im Land loswerden will, dominiert [28] bereits grenznahe Rückkehrergebiete wirtschaftlich. Zwar betont [29] die Erdogan-Regierung noch die Freiwilligkeit der Rückkehr, doch stärkt [30] sie Al-Sharaa zudem politisch, diplomatisch und militärisch. Berlin kopiert die türkische Strategie und versucht in das syrische Spiel einzusteigen.

Berlin contra Völkerrecht

Juristisch dürfte sich die 80-Prozent-Marke dennoch auf dünnem Eis bewegen. Der EuGH verlangt [31] für den Entzug des Schutzstatus eine dauerhaft und stabil verbesserte Lage – bloße Beteuerungen Al-Sharaas oder die simple Abwesenheit aktiver Kampfhandlungen reichen als Kriterium nicht aus.

Pauschale Quoten widersprechen überdies dem Grundgesetz und der Genfer Flüchtlingskonvention, die Einzelfallprüfungen vorschreiben. Menschenrechtsorganisationen warnen, [32] Gräueltaten hielten an – die außenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Cansu Özdemir, bezeichnet den gesamten Staatsbesuch Al-Sharaas demnach als "moralischen Bankrott" [33].

Macht- statt Wertepolitik

Gerne schmückt sich deutsche Sicherheitspolitik mit Menschenrechten, Feminismus und dem Versprechen, Brunnen zu bauen. Der Staatsbesuch eines Dschihadisten im Banker-Look belegt das Gegenteil.

Unter dem Eindruck wirtschaftlicher Interessen, innenpolitischer Opportunitäten und israelsolidarischer Staatsräson – Al-Sharaa gilt als Freund Tel Avivs – werfen Merz, Steinmeier und Co. jeden moralischen Kompass über Bord. Im Regierungsviertel regiert der Opportunismus: Wer Terrorist ist, bestimmt Berlin und sein Interesse.


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https://www.heise.de/-11240856

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.berlin.de/aktuelles/10292074-958090-syrischer-uebergangspraesident-alscharaa.html
[2] https://www.spiegel.de/ausland/syrien-usa-heben-kopfgeld-auf-milizenfuehrer-ahmed-al-sharaa-auf-a-7e200d5f-65e3-47d3-820d-9168b2ff42f3
[3] https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/staatsbesuch-aus-syrien-allahu-akbar-choere-fuer-ex-terrorist-im-berliner-ritz-69ca2624b33459bf5277404f
[4] https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-berlin-staatsbesuch
[5] https://www.telepolis.de/article/Aleppo-Vom-Al-Qaida-Ableger-zum-westlichen-Partner-10187416.html
[6] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/syrien-hts-islamistengruppe-hintergrund-100.html
[7] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/syrien-besuch-deutschland-100.html
[8] https://www.srf.ch/news/international/machtwechsel-in-damaskus-baerbock-und-barrot-bei-syriens-de-facto-herrscher-al-scharaa
[9] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/baerbock-botschaft-syrien-102.html#:~:text=*%20Ausland.%20*%20Asien.%20*%20Deutsche%20Botschaft%20in%20Syrien%20nach%2013%20Jahren%20wiederer%C3%B6ffnet.
[10] https://www.telepolis.de/article/Aleppo-Vom-Al-Qaida-Ableger-zum-westlichen-Partner-10187416.html
[11] https://rewardsforjustice.net/de/rewards/hayat-tahrir-al-sham-hts/
[12] https://www.deutschlandfunk.de/syrien-gewalt-alawiten-massaker-kurden-drusen-staat-100.html
[13] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/al-sharaa-merz-100.html
[14] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article69ca2cf616bcfe7fe2ed65db/merz-80-prozent-der-syrer-in-drei-jahren-zurueck-in-ihr-land.html
[15] https://www.reuters.com/world/middle-east/merz-says-syrian-refugees-have-important-role-rebuilding-their-country-2026-03-30/
[16] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2461/umfrage/nichtdeutsche-tatverdaechtige-nach-nationalitaet/
[17] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-strebt-rueckkehr-von-80-prozent-der-syrer-an-a-0ada6aee-9564-41d9-a10d-03b87fb19dc6
[18] https://www.aljazeera.com/news/2026/3/30/syrian-president-in-berlin-for-talks-with-germanys-merz
[19] https://elpais.com/internacional/2026-03-30/merz-transmite-al-presidente-al-shara-que-aspira-al-retorno-del-80-de-los-refugiados-sirios-en-alemania.html
[20] https://de.wikipedia.org/wiki/Treffen_von_Rechtsextremisten_in_Potsdam_2023
[21] https://www.ardmediathek.de/film/masterplan-das-potsdamer-treffen-und-seine-folgen/Y3JpZDovL25kci5kZS81MDg0IGNyaWQ6Ly9uZHIuZGUvNmNhN2JmNmQtOWExOS00ODY5LTlkMTktODJiMWFjZWMwMjc5X2dhbnplU2VuZHVuZw
[22] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/potsdam-treffen-rechtsextreme-afd-parteien-reaktionen
[23] https://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-treffen-vertreibung-extremisten-afd-1.6332367
[24] https://www.telepolis.de/article/Syriens-Wiederaufbau-Das-Milliardenspiel-der-Maechte-11222661.html
[25] https://www.jungewelt.de/artikel/520164.al-scharaa-in-berlin-dschihadist-auf-staatsbesuch.html
[26] https://www.dw.com/en/how-german-surveillance-firms-helped-assad-regime-in-syria/a-36753530
[27] https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_887808.html
[28] https://www.inss.org.il/publication/turkey-syria/
[29] https://www.dailysabah.com/politics/turkiye-takes-new-steps-to-encourage-returns-to-syria/news
[30] https://www.pbs.org/newshour/world/syria-asks-turkey-for-defense-support-after-weeks-of-sectarian-violence
[31] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/syrien-sturz-assad-fluechtlinge-status-widerruf-abschiebung
[32] https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/
[33] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/linke-alscharaa-antrittsbesuch-deutschland-merz-gxe

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Wir fischen die Meere leer – und wundern uns, wenn Wale stranden

Von Susanne Aigner — 31. März 2026 um 08:21
Gestrandeter Buckelwal

Ein Buckelwal, geschwächt und desorientiert in der Ostsee, gibt Rätsel auf. Überfischung und Lärm treiben Wale in den Tod. Schafft er es zurück ins offene Meer?

Sein Rücken ragte aus dem Wasser, so landeten Möwen auf ihm und pickten auf ihm herum. Der Buckelwal, der seit etwa zwei Wochen in der Ostsee herumirrt, soll 12 bis 15 Meter lang sein und rund 15 Tonnen wiegen.

Anfang März wurde er vor Wismar gesichtet, später in der Flensburger Förde. Daraufhin hing er tagelang in der Lübecker Bucht fest, wo er sich schließlich dank einer metertiefen Rinne, die von Schwimmbaggern gegraben wurde, selbst aus der Sandbank befreien konnte und zurück und in die Ostsee schwamm. Schiffe – unter anderem von der Wasserschutzpolizei – sollten ihn begleiten, um den richtigen Weg in die Nordsee [1] zu finden.

Dann gab es Anzeichen, dass er sich zurück zur Bucht orientieren würde. Zuletzt sei in der Nähe des Wismarer Hafens gesehen worden, hieß es am Montagabend. Dann auf dem Weg ins offene Meer ...

Derzeit sei unklar, wo sich das Tier befindet, heißt es am Dienstagmorgen, dem 31. März. Der Buckelwal vor der Ostseeküste sei in der Nacht abgetaucht, meldet der NDR [2].

Robert Marc Lehmann war Tage zuvor zu dem Tier abgetaucht, um mit ihm Kontakt aufzunehmen. Wegen des hohen Süßwassergehaltes in der Ostsee schwemme die Haut des Wales auf. Das Tier habe Rufe und Brummlaute von sich gegeben und hatte beide Augen geöffnet, berichtete der Taucher [3] gegenüber einem [4] ARD-Team. Doch er habe auch Unsicherheit und Angst verspürt. Wasser ströme in die Zellen, die dann aufblähen, so der Meeresbiologe.

Nachdem er kurzzeitig in der Ostsee wieder frei herumgeschwommen war, lag der Wal einige Tage im flachen (zwei Meter tiefen) Wasser vor Wismar/Mecklenburg-Vorpommern und bewegte sich kaum von der Stelle.

In der Nacht auf Dienstag hatte er sich dann selbstständig ins tiefere Wasser befreit.

Warum verirren sich Wale in die Ostsee?

Über diese Frage gehen die Meinungen der Experten auseinander. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Walbullen handelt, der auf Wanderschaft versehentlich in dem Flachwasserbereich geraten sei.

Möglicherweise wollte er dort seine letzte Ruhe finden, glaubt ein Sprecher der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. Manche Wale suchen flache Gewässer auf, wenn es ihnen nicht gut geht.

Die Walstrandungen könnten auch mit Sonnenstürmen zusammenhängen, schätzt der Meeresbiologe Boris Culik, der ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel betreibt. Denn dann ist das Erdmagnetfeld als Koordinatensystem nicht so stabil wie zu Zeiten, in denen die Sonne eben ruhiger ist. Dann sei der innere Magnetkompass der Tiere gestört [5].

Der wahrscheinlichste Grund für ihr Auftauchen in der Ostsee sei, dass die Wale auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen, erklärt Almut Neumeister [6] vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund.

Denkbar sei auch, dass Unterwasserlärm ihre Orientierung beeinträchtigt [7]. Gerade junge Wale erkunden gerne ihre Umgebung. Allein 2025 waren mehrere Buckelwale in der Ostsee gesichtet worden. In den vergangenen Jahrzehnten wurden auch Belugas, Narwale und Zwergwale in der Ostsee gesichtet.

Ostsee ist Heimat des Schweinswals

In der Ostsee ist die Fischkonzentration deutlich geringer als in der Nordsee, erklärt Meeresbiologe Culik. Hier gibt es keine Artgenossen, zudem ist der Salzgehalt zu niedrig, was Haut und Stoffwechsel der Säugetiere belastet. Dann breiten sich leicht Parasiten und Entzündungen auf der Haut der Buckelwale aus.

Heimisch sind hier nur Schweinswale, die mit etwa zwei Metern Länge viel kleiner sind. Geschätzt leben rund 200 Schweinswale in der zentralen Ostsee, in der Beltregion sind es einige Tausend, Tendenz rückläufig.

Buckelwale wandern durch die Weltmeere

Die bis zu 30 Tonnen schweren Buckelwale leben in allen Weltmeeren [8]. Ihre Sommerquartiere sind die Polarmeere, Nordatlantik bei Norwegen und Grönland, im Nordpazifik bei Alaska und im Südpolarmeer. Im Winter schwimmen sie gerne in tropische und subtropische Gewässer in der Karibik und der mexikanischen Pazifikküste. Hier paaren sie sich und bringen ihre Jungen zur Welt.

Buckelwale bevorzugen Flachmeerzonen, tiefere Gewässer durchqueren sie nur auf ihren Wanderungen zwischen den Sommer- und Wintergebieten, wobei sie Tausende von Kilometer zurücklegen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Krill (kleinen Krebsen), wovon sie pro Tag tausend Kilogramm aufnehmen.

Aber auch Plankton und kleine Schwarmfische wie Heringe oder Makrelen stehen auf ihrem Speiseplan. Als Bartenwale filtern sie diese Nahrung in großen Mengen aus dem Meerwasser. Buckelwale können 90 Jahre alt werden.

Immer wieder verfangen sich Meeressäuger in der Ostsee in Fischernetze

Der Buckelwal in der Lübecker Bucht war in Netze und Seile gewickelt, es sah aus wie eine Leine vom Schleppnetz oder eine Ankerleine von einem Sportboot, wie ein Fischer aus Niendorf angab. Offenbar habe sich der Wal darin verfangen und sei deshalb auch gestrandet, vermutet Sven Biertümpfel von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd.

Obwohl weitestgehend entfernt, waren im Maul immer noch Netzreste zu sehen. Diese könnten ihn daran hindern, Nahrung aufzunehmen. Das würde seine Überlebenschancen deutlich verringern.

Schleppnetze, Stellnetze und Reusen sind besonders gefährlich für die Meeressäuger. Bis in die 1960er-Jahre bestanden die Netze aus abbaubaren Stoffen wie Hanf, Sisal oder Leinen, seither werden synthetische Stoffe wie Polypropylen, Polyethylen und Nylon verwendet. Im Meer verlorene Netze brauchen 400 bis 600 Jahre, bevor sie verrottet sind.

Netzfasern und chemische Zusätze gelangen als Mikroplastik in die Nahrungskette. An Wracks oder als "aufgestellte" Stellnetze fischen sie als Geisternetze noch lange nach dem Verhaken sinnlos weiter. Neben Fischen werden Geisternetze auch für Robben, Schweinswale und Tauchvögel zur Falle, wenn diese den verhedderten Fischen nachjagen [9].

In Europa ist die Entsorgung von Fischereigerät auf See verboten

Fischer müssen ihre Netze eigentlich wieder einsammeln – und bei Verlusten den genauen Ort melden. Allerdings würden Fischer aus Schleswig-Holstein normalerweise auf ihre Netze achten, betont Peter Dietze [10] vom Landesfischereiverband.

Allein deshalb, weil sie teuer sind: Einige Tausend Euro würden dann im Wasser bleiben. Das könne sich keiner mehr leisten. Allerdings seien auch dänische Fischer in schleswig-holsteinischen Gewässern unterwegs.

Für wirksame Meeresschutzgebiete ohne Fischerei!

Immer wieder stranden Wale in Küstengewässern. Dies hänge auch mit gestörten Wanderrouten, Nahrungssuche in ungewohnten Gebieten und menschlichen Einflüssen zusammen, erklärt Daniela von Schaper [11], Meeresexpertin bei Greenpeace. Sie fordert einen besseren Schutz von Meeressäugern.

Überfischung, Unterwasserlärm, Vermüllung der Meere, aber auch der Klimawandel bedrohen Wale weltweit. Wale folgen ihrer Nahrung und kommen so von ihren Wanderrouten ab.

Werden die Meere leergefischt, finden sie keine Nahrung mehr. Sie verfangen sich in Stellnetzen, verletzen sich, werden geschwächt oder sterben qualvoll. Das passiert auch Schweinswalen in der Ostsee. Greenpeace fordert daher seit langem wirksame Schutzgebiette ohne Fischerei.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ndr.de/wellenord/walsichtung-vor-niendorf-rettungsboote-begleiten-ihn,buckelwal-156.html
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/ministerium-buckelwal-in-der-wismarer-bucht-schwimmt-wieder,wal-180.html
[3] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/luebeck_herzogtum-lauenburg_ostholstein/buckelwal-rettung-das-sagt-meeresbiologe-robert-marc-lehmann,wal-230.html
[4] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/luebeck_herzogtum-lauenburg_ostholstein/buckelwal-rettung-das-sagt-meeresbiologe-robert-marc-lehmann,wal-230.html
[5] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-an-ostsee-kueste-ist-befreit-wo-er-aktuell-unterwegs-ist,wal-180.html
[6] https://www.zdfheute.de/panorama/ostsee-wale-sichtungen-stranden-gruende-100.html
[7] https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/unterwasserlaerm-wale-dauerstress
[8] https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/buckelwale-akrobaten-riesen#:~:text=Die%20Nahrung%20der%20Buckelwale%20besteht%20vor%20allem,und%20aufziehen%2C%20zehren%20sie%20von%20ihren%20Fettreserven.
[9] https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze
[10] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-an-ostsee-kueste-ist-befreit-wo-er-aktuell-unterwegs-ist,wal-180.html
[11] https://www.mynewsdesk.com/de/greenpeace-ev/news/greenpeace-zum-gestrandeten-wal-in-der-ostsee-507654?utm_campaign=send_list

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Ein Schiffswrack vor der Levante enthüllt neues antikes Seehandelsgut

Von Marcel Kunzmann — 31. März 2026 um 06:00
Meerblick bei sonnenuntergang

Das Mittelmeer vor der israelischen Küste nahe der Stadt Akkon

(Bild: vvvita/Shutterstock.com)

Fund vor Israels Küste: 2.600 Jahre altes Wrack birgt die älteste bekannte Roheisen-Ladung. Woher die Lieferung stammt, bleibt rätselhaft.

Forscher der Universität Haifa haben bei einer Unterwassergrabung in der Dor-Lagune nahe der Karmelküste neun Stücke unverarbeitetes Eisen geborgen, sogenannte "Eisenluppen".

Dabei handelt es sich um ein Halbfertigprodukt: schwammartige Klumpen aus Eisen und Holzkohle, die direkt im Schmelzofen erstarrt sind, ohne geschmiedet oder weiterverarbeitet worden zu sein. Die Stücke wiegen jeweils zwischen fünf und zehn Kilogramm. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Heritage Science veröffentlicht [1].

Zufallsfund unter Wasser

Die Entdeckung des Eisens geschah eher zufällig: Was zunächst wie ein gewöhnlicher Stein aussah, der aus dem Weg geräumt werden sollte, erwies sich als deutlich schwerer als erwartet. Neben den Eisenluppen bargen die Archäologen auch einen Anker und Keramikfragmente.

In einem der Eisenstücke war ein verkohlter Zweig eingeschlossen, in der Keramik fanden sich Traubenkerne – beides ermöglichte eine Radiokarbon-Datierung, die das Alter des Wracks auf rund 600 vor Christus bestätigte. Es handelt sich um das jüngste von drei Schiffswracks, die in der Dor-Lagune entdeckt wurden; die beiden anderen stammen aus dem 11. und 9. Jahrhundert vor Christus.

Roheisen auf dem Seeweg – ein Novum

Bisherige Funde von Eisenluppen stammten ausschließlich von Produktionsstätten an Land. Fachleute waren davon ausgegangen, dass Eisen nicht in diesem rohen Zustand gehandelt wurde, da es ineffizient sei, die Luppen abkühlen zu lassen und später erneut zu erhitzen.

Allerdings bietet das unverarbeitete Eisen einen entscheidenden Vorteil für den Seetransport: Seine Oberfläche schützt es vor Korrosion bei Kontakt mit Wasser – ein Vorzug, den fertig geschmiedete Eisenprodukte nicht haben.

Die Universität Haifa erklärte, der Fund liefere erstmals einen direkten Beleg dafür, dass Eisen in seiner frühesten kommerziellen Form per Schiff transportiert wurde. Dies deute auf eine arbeitsteilige Spezialisierung im antiken Produktions- und Handelsnetzwerk des Mittelmeerraums hin: Das Rohmaterial wurde offenbar an einem Ort gewonnen und an einem anderen weiterverarbeitet.

Waffen für einen unbekannten Auftraggeber

Die Region befand sich um 600 vor Christus in einer Phase intensiver Konflikte. Nach einem Jahrhundert assyrischer Herrschaft beanspruchten zunächst die Ägypter, dann die Babylonier die Kontrolle über das Gebiet des heutigen Israel.

Angesichts dieser Machtkämpfe interpretieren die Forscher die Eisenladung als Rohstoff, der dringend für die Herstellung von Kriegsgerät wie Pfeilspitzen, Dolchen und Schwertern benötigt wurde.

Welchem der konkurrierenden Reiche die Ladung ursprünglich gehörte, konnten die Wissenschaftler bislang nicht klären. Auch die genaue Herkunft des Eisens bleibt offen – ein Fundort jenseits des Jordans gilt als wahrscheinlich, doch auch andere Regionen des Mittelmeerraums kommen infrage.

Weitere Forschung geplant

"Der nächste Schritt besteht darin, herauszufinden, woher und wohin das Schiff gesegelt ist", sagte [2] die Hauptautorin der Studie, Tzilla Eschel, gegenüber dem Portal The Debrief. Dazu sollen unter anderem petrographische Analysen der geborgenen Korbhenkel sowie Osmium-Isotopen-Untersuchungen der Eisenluppen durchgeführt werden. Weitere Forschungsergebnisse zu dem Wrack sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich das Wissen über antike Handelsnetzwerke in der Region erheblich erweitert. Die Funde aus der Dor-Lagune fügen diesem Bild nun ein weiteres Puzzlestück hinzu – und zeigen, dass der Seehandel mit Roheisen im Mittelmeerraum offenbar deutlich früher einsetzte als bisher angenommen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11240415

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nature.com/articles/s40494-026-02409-7
[2] https://thedebrief.org/2600-year-old-shipwreck-reveals-an-unexpected-discovery-challenging-past-ideas-on-the-tools-of-ancient-warfare/

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Tipp: Abgebrochene Ethernetstecker reparieren

Von Heise — 31. März 2026 um 09:00

Netzwerkkabel sind manchmal etwas empfindlich. Geht bei Ihnen eines kaputt, lässt es sich unter Umständen aber reparieren.

Ich habe einige Ethernetkabel, bei denen mir die Rastnase abgebrochen ist. Eigentlich sind die teuren Strippen ansonsten noch gut, kann ich sie weiter verwenden?

Abgesehen von dem Anbringen eines neuen Steckers mit einer Crimpzange, was etwas handwerkliches Geschick voraussetzt, gibt es noch eine einfachere Lösung.

Die Berliner Firma Tragant bietet unter der Marke Delock [1] Reparaturclips für RJ45-Stecker an.

Ein Starterset [2] mit 16 Stück kostet bei Reichelt [3] aktuell 6,15 Euro.

Wenn die Rastnase zur Verriegelung abgebrochen ist, kann man so einen Clip einfach über den vorhandenen Stecker schieben.

 Bricht eine Rastnase bei einem RJ45-Stecker ab, helfen die Reparaturclips
 Bricht eine Rastnase bei einem RJ45-Stecker ab, helfen die Reparaturclips

Bricht eine Rastnase bei einem RJ45-Stecker ab, helfen die Reparaturclips.

(Bild: Delock)

Voraussetzung ist, dass man die Hülle des alten Steckers weitgehend entfernt, etwa mit einem Cutter.

Ist dies nicht möglich, kann man die Clips entlang einer Perforierung auch verkürzen, was uns aber nur mit mäßigem Erfolg gelang.

Die Clips eignen sich auch, um RJ45-Stecker farbig zu markieren und so die Zuordnung bei mehreren Patchkabeln zu erleichtern.


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heise+ | 50 Jahre Apple: 15 Tops, 15 Flops

Von Heise — 31. März 2026 um 08:00
Apple-Logo auf einem Mac

Apple-Logo auf einem Mac.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

In einem halben Jahrhundert Unternehmensgeschichte gab es bei Apple nicht nur Erfolge, sondern auch reichlich Fehlschläge. Unsere Tops- und Flops-Liste.

Auch wenn sich kaum jemand mehr daran erinnert: Bei der Rückkehr von Steve Jobs im Jahr 1997 stand Apple kurz vor der Pleite. Und in der 50-jährigen Geschichte [1] [1] des Mac- und iPhone-Herstellers aus Cupertino kam es immer wieder zu Entscheidungen, Produkten und Entwicklungen, die für den Konzern keineswegs gut waren.

Hinzu gesellen sich allerdings auch viele Highlights. Unsere Liste der wichtigsten Tops und Flops umfasst insgesamt 30 Punkte.

Tops, Teil 1: Vom Apple I bis zum iMac

Apple I (1976): Der Grundstein. Er bewies im Homebrew Computer Club, dass ein Markt für persönliche Computer existiert, und sicherte das Startkapital für die Firmengründung.


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Störungsmeldung vom 31.03.2026 04:00

Von heise online — 31. März 2026 um 04:00

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
31.03.2026 04:00
Region
Mössingen (07473)
Provider
1&1
Zugangsart
FTTH

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Offizielle App des Weißen Hauses angeblich mit umfangreichen Tracking-Funktionen

Von Heise — 31. März 2026 um 06:35
Weißes Haus in Washington D.C., Frontansicht mit Säulen, US-Flagge, Garten und Zaun im Vordergrund bei Tageslicht

Eine neue App der US-Regierung sorgt für Datenschutzbedenken.

(Bild: ChiccoDodiFC/Shutterstock.com)

Die White-House-App verlangt unter Android weitreichende Berechtigungen. Eine technische Analyse wirft zudem Datenschutz- und Sicherheitsfragen auf.

Am Freitag hat das Weiße Haus eine offizielle Applikation für Android und iOS veröffentlicht. Sie verspricht „direkten Zugang zum Weißen Haus“ sowie „ungefilterte Echtzeit-Updates aus erster Hand“ mit Push-Benachrichtigungen zu Ankündigungen, Livestreams von Reden und der Möglichkeit, Feedback direkt an die Regierung zu senden.

Was die US-Regierung nicht erwähnt: Die App des Weißen Hauses verlangt auf Android-Geräten weitreichende Berechtigungen. Sie kann nach entsprechender Freigabe durch die Nutzer den genauen Standort erfassen, beim Gerätestart automatisch starten, Inhalte über andere Apps einblenden und das Gerät aktiv halten. Für sich genommen sind diese Funktionen nicht ungewöhnlich; bei Software, die vor allem Nachrichten und Livestreams bereitstellt und von einer staatlichen Stelle stammt, ist dieses Gesamtprofil jedoch erklärungsbedürftig.

Technische Analyse legt Tracking-Funktionen und externe Abhängigkeiten offen

Für Aufsehen sorgt zudem die Analyse eines Entwicklers [1], der den Code der Android-App untersucht hat. Dabei traten mehrere Auffälligkeiten zutage: Demnach blendet der integrierte Browser per JavaScript Cookie-Banner, Paywalls und Login-Hinweise aus. Zudem enthält der Code eine Vorkehrung für regelmäßige Standortabfragen, die – nach Rückfrage bei Nutzern zur App-Laufzeit – Daten an den Drittanbieter OneSignal übermitteln kann. Gleichzeitig nutzt das Programm umfangreiche Tracking- und Analysefunktionen über OneSignal, etwa zur Auswertung von Nutzerverhalten und Interaktionen.

Liste an Berechtigungen für White-House-App
Liste an Berechtigungen für White-House-App

Die Android-Version der White-House-App verlangt ungewöhnlich weitreichende Berechtigungen für eine Regierungs-App.

(Bild: Screenshot)

Weitere Kritikpunkte betreffen die Einbindung externer Inhalte: Die App lädt JavaScript unter anderem von einer privaten GitHub-Seite, was bei einer Kompromittierung dieser Quelle das Ausführen fremden Codes ermöglichen könnte. Auch werden Nutzerdaten wie E-Mail-Adressen über externe Dienste verarbeitet, die nicht zur staatlichen Infrastruktur gehören.

Rechtswidrig sei dies nicht zwangsläufig, so der Autor der Analyse, entspreche jedoch nicht unbedingt den Erwartungen an eine offizielle Regierungsanwendung. Im Play Store [2] gibt die App lediglich an, allgemeine personenbezogene Daten zu erfassen, diese aber nicht an Dritte weiterzugeben. Konkrete Angaben zu Standortdaten, Tracking oder eingesetzten externen Diensten fehlen.

Offene Fragen zum Datenschutz

Die iOS-Version der App fällt im Praxistest zurückhaltender aus: Sie fordert weder Zugriff auf den Standort noch auf Benachrichtigungen an. Zumindest nicht beim ersten Start: Erst im „Social“-Bereich erscheint eine Abfrage für Benachrichtigungen, die Nutzer aktiv bestätigen müssen.

Im App Store [3] werden als erfasste Daten lediglich Kontaktinformationen wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu Marketingzwecken angegeben, die nicht mit der Identität der Nutzer verknüpft sein sollen. Hinweise auf Standortdaten, Tracking oder externe Dienste finden sich dort nicht.

Insgesamt wirkt die iOS-Version deutlich weniger fordernd im Umgang mit Systemrechten. Einschränkend gilt allerdings, dass sich das tatsächliche Verhalten ohne Einsicht in den Code nicht abschließend bewerten lässt.

Beide Stores verweisen auf die offizielle Datenschutzerklärung des Weißen Hauses [4], die in der Sektion zur App lediglich eine Kontakt-E-Mail aufführt. heise online hat sowohl Google als auch Apple um Stellungnahme zu Prüfprozess und Richtlinienkonformität gebeten.


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https://www.heise.de/-11240569

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Anzeige: Beliebter Lego Game Boy bei Amazon mit hohem Rabatt

Von Benjamin Gründken — 30. März 2026 um 18:49
Der Lego Game Boy mit vielen Drucken ist bei Amazon zum Sparpreis zu haben.
Der Lego Game Boy setzt nur dort auf Sticker, wo sie hingehören. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Lego; Montage: Golem.de) amazon Affiliate

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Der Lego Game Boy setzt nur dort auf Sticker, wo sie hingehören. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Lego; Montage: Golem.de

Lego wurde in den letzten Jahren viel gescholten. Stein des Anstoßes sind die Sticker, die viele Modelle verunzieren. Selbst teure Vitrinenmodelle setzen oftmals nur zum Teil auf die bei der Konkurrenz längst üblichen Drucke. So liegt beim Todesstern, der wegen seines Preises von ursprünglich 999 Euro kritisiert wurde, fast schon ein kleines Stickeralbum bei. Legos erstes Star-Trek-Set, die U.S.S. Enterprise-D, setzt ebenfalls auf Aufkleber. Dabei sind einzelne Details sehr wohl durch Prints realisiert. Bluebrixx war diesbezüglich mit einer inzwischen nicht mehr erhältlichen Enterprise-D weiter.

Abhängig ist derlei offenbar vom Lizenzgeber. Wie schon bei anderen Nintendo-Sets kommen beim Lego Game Boy keine Sticker zum Einsatz. Nur auf den beiden beiliegenden Spielen sind sie zu finden. Hier wäre es aber tatsächlich nicht originalgetreu, ausgerechnet die Cartridges zu bedrucken. Auch die Originale zierten großflächige Sticker.

Ansonsten ist alles bedruckt, ob nun der Produktname, die Schalterbeschriftungen oder der angedeutete Batteriedeckel.

Da wundert es nicht, dass sich der Lego-Game-Boy allein im letzten Monat bei Amazon über 1.000-mal laut Produktseite verkauft haben soll. Aktuell ist er dort noch mal etwas günstiger als laut Preistracker im 90-Tage-Schnitt.

Was zeichnet den Game Boy von Lego aus?

Auf der Habenseite stehen 421 Teile. Daraus wird der Game Boy nahezu im Maßstab 1:1 gebaut. Kleine Abweichungen ergeben sich nur durch die vorgegebene Noppenbreite.

Lego war bei der Umsetzung nicht unkreativ. Die Start- und Select-Taster werden über Reifen umgesetzt. Zahnräder wiederum deutet die Kontrast- und Lautstärkeregler an. Noppen sieht man nur am Steuerkreuz, ansonsten ist das Modell komplett verfliest.

Drei unterschiedliche Display‑Attrappen mit Bewegungseffekt können eingesetzt werden. Möglich sind sowohl der Startscreen mit dem Nintendo-Lego als auch je eine Szene aus den beiliegenden Spielattrappen in Form von The Legend of Zelda: Link's Awakening und Super Mario Land.

Auch die beiden Games werden aus Klemmbausteinen zusammengesetzt. Eine Cartridge kann hinten in den Schacht des Game Boys gesteckt werden, die andere wird über einen zweiten Ständer präsentiert.

Wie schlägt sich der Amazon-Preis im Vergleich?

Nun kostet der Game Boy beziehungsweise das Lego-Set 72046 bei Amazon 42,99 Euro

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nach 28 Prozent Nachlass auf den Preis im Lego-Store. Damit liegt der Kurs noch etwas unter dem 90-Tage-Schnitt des Amazon-Preistrackers Keepa in Höhe von 46,70 Euro. Laut Golem-Preisvergleich (powered by Geizhals) ist Steinehelden noch einen Cent günstiger, nimmt aber um einen Euro höhere Versandkosten (4,99 statt 3,99 Euro).

LEGO Super Mario Game Boy

Zum Angebot

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Der dänische Proshop liefert für 41,90 Euro bei Versandkosten von 2,99 Euro und macht damit die aktuell beste Offerte. Die anderen 84 Vergleichsangebote im Preisvergleich liegen zwischen 43,78 und 89,90 Euro. Prime-Kunden kommen demnach am besten davon.

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Verlust von 1&1: Telefónica setzt zwei weitere Vorstandsmitglieder ab

Von Achim Sawall — 30. März 2026 um 18:40
Wachstum im Kerngeschäft um jeden Preis ist die neue Vorgabe. Nach Deutschlandchef Haas müssen zwei weitere Topmanager bei Telefónica gehen.
Jörg Kablitz, Markus Rolle, Santiago Argelich Hesse, Nicole Gerhardt, Mallik Rao, Valentina Daiber, Andreas Laukenmann (v.l.n.r.) (Bild: Telefónica Deutschland)
Jörg Kablitz, Markus Rolle, Santiago Argelich Hesse, Nicole Gerhardt, Mallik Rao, Valentina Daiber, Andreas Laukenmann (v.l.n.r.) Bild: Telefónica Deutschland

Telefónica hat zwei Vorstandsmitglieder abgesetzt. Wie der Mobilfunkbetreiber am 30. März 2026 mitgeteilt hat, wird Alfons Lösing ersetzt, Vorstand für Drittfirmenbeziehungen. Das Privatkunden-Ressort von Andreas Laukenmann wird abgeschafft und der Manager verlässt das Unternehmen. Zuvor war schon Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas überraschend durch die spanische Konzernführung abgelöst worden.

Lösings Nachfolger wird Jörg Kablitz, der bislang für den Zahlungsdienstleister Paypal das Deutschlandgeschäft führt und laut eines Medienberichts bereits im Oktober 2025 in der Zentrale in München als Nachfolger vorgestellt wurde. Hintergrund ist der Verlust von 1&1 als Kunde für National Roaming, nach gescheiterten Verhandlungen zwischen Haas und 1&1-Chef Ralph Dommermuth.

Das künftige Vorstandsteam besteht aus Chief Executive Officer Santiago Argelich Hesse sowie den Vorstandsmitgliedern Mallik Rao (Chief Operating Officer), Markus Rolle (Chief Financial Officer), Valentina Daiber (Chief Officer Legal & Corporate Affairs), Nicole Gerhardt (Chief Organizational Development & People Officer) und Jörg Kablitz (Chief Wholesale & Partner Officer).

Damit reduziert sich die Zahl der Vorstände von sieben auf sechs. Alle Vorstands-Personalien bei Telefónica werden derzeit vor Veröffentlichung dem Handelsblatt durchgestochen .

Zurück zu nachhaltigem Wachstum

Das Ziel sei "Wachstum im Kerngeschäft" . Hesse sagte: "Ich bin überzeugt, dass unser neu formiertes Vorstandsteam die erforderlichen Impulse geben wird, um Telefónica Deutschland mit neuer Stärke zurück zu nachhaltigem Wachstum zu führen."

Lösing scheidet bereits zum 31. März 2026 aus dem Unternehmen aus. Privatkundenvorstand Laukenmann, dessen Vorstandsbereich aufgelöst wird, soll seinen Ende August 2026 endenden Vorstandsvertrag nicht verlängern und das Unternehmen "auf eigenen Wunsch verlassen" . Er soll das Privatkundengeschäft in den kommenden Monaten bis zu seinem Ausscheiden weiterführen. Auf dem Foto des neuen Vorstands darf er noch einmal posieren.

Das Ressort Chief Consumer Officer soll aufgeteilt werden. Einige Zuständigkeiten dürften künftig direkt in Hesses Verantwortung kommen.

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Anzeige: Wärmebildkamera fürs Handy zum Jahresbestpreis bei Amazon

Von Antje Lüth — 30. März 2026 um 17:57
Amazon hat eine Wärmebildkamera fürs Handy im Angebot, die Temperaturunterschiede präzise erkennt und mit bis zu 512 x 384 Pixel darstellt.
Wärmebildkamera Hikmicro Mini2 V2 (Bild: amazon.de/hikmicro) amazon Affiliate

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Wärmebildkamera Hikmicro Mini2 V2 Bild: amazon.de/hikmicro

Wärmebildkameras zeigen Temperaturunterschiede an und bieten damit einen schnellen Überblick über mangelhafte Isolierungen, Lecks in Wasserleitungen und Heizungsrohren oder überlastete Kabel. Praktisch sind Modelle, die das Display des Handys zum Anzeigen der Ergebnisse nutzen. Ein Beispiel ist die Hikmicro Mini2 V2, die bei Amazon im befristeten Angebot erhältlich ist.

Wärmebildkamera fürs Handy

Die Wärmebildkamera Hikmicro Mini2 V2 enthält einen USB-C-Stecker, mit dem sie direkt ans Smartphone angeschlossen wird. Im Lieferumfang sind außerdem ein Lightning-Adapter und ein Adapter für dickere Handyhüllen enthalten, so dass sie mit einer großen Anzahl von Geräten kompatibel ist. Ein 60 Zentimeter langes Verlängerungskabel liegt ebenfalls bei, damit die Kamera auch enge Stellen erreichen kann. Nach Installation der zugehörigen App kann es sofort mit den ersten Aufnahmen losgehen.

Präzise Messergebnisse und detaillierte Darstellung

Mit ihrem 50°-Weitwinkelobjektiv deckt die Wärmebildkamera ein großes Sichtfeld ab, in dem sie Temperaturunterschiede mit einer Genauigkeit von ±2 °C misst. Sie arbeitet mit einer IR-Auflösung von 256 x 192 Pixel, die sie mit SuperIR-Technologie auf 512 x 384 Pixel hochskaliert und die durch neuronale Netzwerke in Echtzeit verbessert wird. Somit entstehen detaillierte Bilder, die die Situation bis an den Rand scharf wiedergeben.

Verschiedene Messmethoden, auswählbare Farbpaletten für unterschiedliche Situationen und individuelle Temperaturgrenzen bieten einen hohen Bedienkomfort in der App. Auch Helligkeit, Kontrast und Schärfe können eingestellt werden. Darüber hinaus können sich Nutzer für reine Wärmebildaufnahmen, reine Kameraaufnahmen oder eine kombinierte Darstellung entscheiden, um das Problem bestmöglich zu lokalisieren.

Stromversorgung über das Handy

Energie bezieht die Wärmebildkamera von Hikmicro direkt aus dem Handy, so dass kein separates Aufladen erforderlich ist. Der Stromverbrauch ist mit 0,3 gering, die Kamera kann laut Hersteller mit einem vollständig geladenen Smartphone vier bis sechs Stunden genutzt werden.

Die Wärmebildkamera von Hikmicro bei Amazon

Bei Amazon gibt es die Wärmebildkamera Mini2 V2 von Hikmicro

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zurzeit für 209,89 Euro, damit hat sie den niedrigsten Preis des Jahres erreicht. Wer Schwachstellen in Haus oder Wohnung identifizieren möchte, sollte bei dem Deal schnell zugreifen, denn die Aktion ist befristet und kann schon bald wieder beendet sein.

Wärmebildkamera HIKMICRO Mini2 V2

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Noch günstiger ist die Wärmebildkamera ohne zusätzliche Adapter und Verlängerungskabel. Details und Auswahlmöglichkeiten gibt es unter dem oben genannten Link.

Auch klassische Wärmebildkameras von Hikmicro sind reduziert. Die Hikmicro E01 mit integriertem Display, aufladbarem Akku und einer SuperIR-Auflösung von 240 x 240 Pixel gibt es für 159,99 Euro.

HIKMICRO E01 Wärmebildkamera

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Weitere reduzierte Wärmebildkameras von Hikmicro und anderen Herstellern sind hier zu finden:

Angebote für Wärmebildkameras bei Amazon

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Pakistan: Wird der Iran-Krieg zum ideologischen Risiko?

Von Mark Engeler — 30. März 2026 um 16:00
Moderne Moschee im Abendlicht

Die Faisal-Moschee in Islamabad wurde nicht nur nach dem saudischen König benannt. Ihr Bau wurde auch von Riad finanziert.

(Bild: Nadeem A. Khan, shutterstock)

Am Persischen Golf treten die Brüche der muslimischen Welt deutlich zu Tage. Was heißt das für den Islam und für die Islamische Republik Pakistan?

Seit dem 28. Februar attackieren USA und Israel gemeinsam und völkerrechtswidrig Iran. Doch das ist nicht alles. Denn auf der Seite von Donald Trump und Benjamin Netanyahu stehen, angeführt von Saudi-Arabien, die absolutistischen Königreiche der Ölscheichs – tonangebende Mächte der islamischen Welt.

Während viele muslimische Staaten, arabische und andere, den Konflikt aus der Distanz betrachten und sich so weit wie möglich heraushalten, hat er für Pakistan neben gravierenden wirtschaftlichen Folgen auch Konsequenzen für das Selbstverständnis des Landes. Das Engagement [1] Islamabads für Verhandlungen mit Iran ist unter anderem auch Ausdruck dieses Dilemmas.

Pakistan ist wie kaum ein anderes muslimisches Land ökonomisch abhängig von Saudi-Arabien, es hat quasi sein Schicksal in die Hände der Familie Al Saud gegeben [2]. Und zieht nun einen gewissen Stolz daraus, Erfüllungsgehilfe von deren Interessen zu sein. Auch Saudi-Arabiens Armee wäre ohne Söldner aus Pakistan aufgeschmissen.

Golfmonarchien gegen Iran

Zumindest pro forma spannt Pakistan seit dem neuen Pakt [3] vom September 2025 seinen nuklearen Schutzschirm auch über die Heiligen Stätten in Saudi-Arabien aus. Damit besteht rein theoretisch die Möglichkeit, dass Pakistan im Verbund mit den USA und Israel ein muslimisches Bruderland, in diesem Fall Iran, nuklear attackiert.

Natürlich nur „zur Verteidigung“, soweit hat man die Rhetorik der Nuklearmächte korrekt verinnerlicht. Und zum Glück für Pakistan rein theoretisch.

Das Ringen um den politischen Islam

Der Persische Golf ist nicht nur das Nadelöhr der globalen Energiewirtschaft. Nirgendwo sonst wird um Inhalt und Charakter des politischen Islams so gerungen. Und der Sturz des Schah-Regimes war die erste und bisher einzige erfolgreiche Revolution unter der Flagge des politischen Islams.

Man kann es kaum genug unterstreichen: Die Revolutionäre waren Schiiten. Nicht Sunniten wie zum Beispiel die Saudis, die nicht nur die Heiligen Stätten Mekka und Medina, sondern den Islam an sich, global, schützen sollten. Umso mehr, als sie seit den Sechzigerjahren über märchenhaften Reichtum verfügen; und mit ihrer ganz eigenen Lesart des Islams, dem Wahhabismus, den Grundstein für den Salafismus legten.

Es gibt eine konfessionelle Dimension – Sunniten gegen Schiiten. Vergleichbar mit der Zeit um die Reformation in Europa, als im 16. Jhd. Katholiken und Protestanten aufeinander losgingen.

Der vierte Golfkrieg seit 1991

Für den Westen und die Scheichs war Saddam Hussein das ideale Werkzeug, um Irans Revolution zu bekämpfen. Gewissensbisse gab es keine im zweiten Golfkrieg 1991. Es ging direkt weiter gegen den früheren Verbündeten Saddam als er die Kosten für acht Jahre Krieg eintreiben wollte.

Im dritten Golfkrieg ab 2003 sollte eigentlich das aufgearbeitet werden, was 1991 auf halber Strecke liegen geblieben war. Mit bis heute kaum verstandenen Folgen für Irak. Und einem Gewinner, mit dem man nicht gerechnet hatte: Iran.

Nun wendet sich die heilig-unheilige Allianz von Scheichs, den USA und Israel im vierten Krieg gegen Iran. Nicht nur Israel, gerade auch die Scheichs, wollen die Gefahr der Ausbreitung einer muslimischen – und ganz besonders einer schiitischen – Revolution ein für allemal bannen.

Pakistan an der Seite Israels?

Für Pakistan war es lange einfach, sich aus diesen Konflikten herauszuhalten oder die Linie der Saudis zu folgen. Doch nun ist der Gegner kein „unislamischer“ Tyrann wie Saddam und noch nie beteiligte sich Israel so aktiv an einem Angriff der USA wie seit 28.Februar 2026.

Und es geht gegen eine Nation, die jedenfalls theoretisch die gleichen Ziele verfolgt wie man selbst und auf diesem Weg nüchtern betrachtet einiges weiter ist.

Klar: Wenn man der fundamentalistischen Ideologie der Wahhabiten folgt, und das ist in Pakistan seit der Militärdiktatur in den Siebzigern trotz der liberalen Traditionen der Sufis der Fall; dann sind die Schiiten Häretiker – oder Ketzer – und als das sieht man im Wahhabismus Schiiten, verwerflicher als Ungläubige, die nicht behaupten, Muslime zu sein.

Trotzdem: Khomeini schaffte, von was die anderen nur redeten.

Islam tief gespalten

Und nur wenige Jahre vor der iranischen Revolution hatte Pakistan den Grund seiner Existenz als Refugium für alle Muslime Indiens teilweise verloren: Die „Theorie der zwei Nationen [4]“ war nach der Abspaltung Pakistans von Bangladesch 1971 gescheitert. Das ideologische Vakuum füllt seitdem der Wahhabismus.

Allerdings ist in Wahrheit ist die Ideologie des politischen Islam nie so stark gewesen, wie sie oft gezeigt wurde. Die Vorstellung vereint agierender Muslime erschien jenen, die etwas von der muslimischen Welt verstehen, schon immer mindestens so unrealistisch wie die Vorstellung vereint agierender Europäer.

Die Umma, die globale muslimische Gemeinschaft, ist hoffnungslos gespalten.

Warum braucht es Pakistan?

Die Stärke des politischen Islams wurde besonders auch von den USA immer wieder (über)betont, weil ihr nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der Gegner abhanden gekommen war. Und damit der Grund für die gewaltigen Ausgaben für den militärisch-industriellen Komplex entfallen war. Man brauchte eine neue Zielscheibe, um alles beim Alten zu belassen.

Die große Mehrheit der Pakistanis hat jedoch gänzlich andere Sorgen als den ideologischen Überbau ihres Landes. Sie plagt die Last hoher Energiepreise und das Schicksal von Millionen Landsleuten im Golf.

Der Umstand, dass ihr Land, gegründet im Namen des Islams, mit dessen angeblichen Erzfeinden gemeinsame Sache macht, um eine muslimische Nation in die Knie zu zwingen, ist vergleichsweise irrelevant.

Die Religion ist als politisches Werkzeug zumindest international nur von begrenztem Wert. Es bleibt aber für Rechtswissenschaftler, Historiker und Soziologen die essenzielle Frage: Warum Pakistan, wenn es keine religiöse (muslimische) Rechtfertigung mehr gibt?


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https://www.heise.de/-11229672

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-verhandlungen-114.html
[2] https://www.arabnews.com/node/2604355/pakistan
[3] https://www.icanw.org/pakistan_saudi_arabia_a_mutual_defence_pact_with_nuclear_shadows
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie

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Finanzmärkte unter Druck: Iran-Krieg sorgt für Börsen-Turbulenzen

Von Marcel Kunzmann — 30. März 2026 um 14:00
Ein Banker vor einem Börsencomputer

Die Lage an den Börsen ist zunehmend angespannt

(Bild: orhan akkurt/Shutterstock.com)

Iran-Krieg erschüttert Finanzmärkte weltweit. Liquidität bricht ein, Handelskosten steigen rasant. Die Lage sieht nicht gut aus. Ein Überblick.

Der Krieg im Iran hat an den internationalen Finanzmärkten erhebliche Verwerfungen ausgelöst. Vom US-Staatsanleihenmarkt über Gold bis hin zu Währungen – kein großer Markt ist von den Turbulenzen verschont geblieben, wie Reuters unter Berufung auf Investoren und Händler berichtet [1].

Anleger haben Schwierigkeiten, Kurse zu erhalten oder Geschäfte abzuwickeln, weil Marktmacher das Risiko scheuen, auf großen Positionen sitzen zu bleiben, die rasch an Wert verlieren könnten. Indes beginnt der Ölpreis (Brent) am Montag von 115 US-Dollar aus weiter nach oben zu klettern.

Handeln wird teurer und schwieriger

"Wenn wir handeln wollen, dauert es länger. Die Marktmacher wollen, dass wir geduldiger sind und die Aufträge in kleinere Einheiten aufteilen", sagte Rajeev De Mello, Investmentchef bei GAMA Asset Management. Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreisen – ein Maß für die Transaktionskosten – habe sich spürbar vergrößert.

Bei neu emittierten zweijährigen US-Staatsanleihen weitete sich dieser sogenannte Bid-Ask-Spread im März laut Morgan Stanley um rund 27 Prozent gegenüber dem Februar aus.

Verschiedene Volatilitätsindizes – für Aktien, Anleihen, Öl und Gold – sind auf Niveaus gestiegen, die zuletzt in früheren Marktkrisen erreicht wurden. Besonders drastisch war die Lage am europäischen Terminmarkt für kurzfristige Zinssätze, wo die Liquidität zeitweise auf nur zehn Prozent des üblichen Niveaus absackte. "Das erinnerte mich an die Covid-Tage", sagte Daniel Aksan, Co-Leiter des europäischen Zinshandels bei Morgan Stanley.

Drei europäische Finanzaufsichtsbehörden warnten am Freitag, dass die geopolitischen Spannungen durch höhere Energiepreise, möglichen Inflationsdruck und schwächeres Wirtschaftswachstum erhebliche Risiken für die globale Finanzstabilität bergen.

Hedgefonds verschärfen die Lage in Europa

In Europa hat der besonders scharfe Ausverkauf bei Staatsanleihen die Rolle von Hedgefonds in den Fokus gerückt – ein Risiko, vor dem insbesondere die Bank of England gewarnt hat. Hedgefonds machen laut aktuellen Tradeweb-Daten mittlerweile mehr als 50 Prozent des Handelsvolumens an den britischen und europäischen Staatsanleihemärkten aus.

Viele dieser Fonds hatten auf dieselben Strategien gesetzt: Sie wetteten auf Zinssenkungen der Bank of England, auf steilere Zinskurven und auf enge Renditeabstände zwischen italienischen und deutschen Anleihen. Als diese Wetten gleichzeitig aufgelöst wurden, verschärfte das die Kursbewegungen zusätzlich. "Wenn Hedgefonds gleichzeitig Risiken abbauen, verstärkt das die Volatilität", erklärte Aksan.

Am Goldmarkt, der besonders zinssensitiv ist, gab es laut Mukesh Dave, Investmentchef bei Aravali Asset Management, Tage, an denen Marktmacher schlicht nicht präsent waren. "Sie wollen im Moment kein Geld verdienen, sie wollen kein Geld verlieren. Wenn sie die Wahl haben, wollen sie nicht im Markt sein", sagte Dave.

Große Fondsmanager sehen Kaufgelegenheit

Während die Märkte vor allem auf den Inflationsschock durch Ölpreise von über 110 US-Dollar pro Barrel reagieren, warnen [2] einige der größten Anleiheinvestoren der Wall Street davor, dass das Wachstumsrisiko unterschätzt wird. Bei Unternehmen wie Pimco, JPMorgan Asset Management und Columbia Threadneedle bereiten sich Fondsmanager darauf vor, dass der wirtschaftliche Schaden letztlich eine Erholung am Anleihemarkt auslösen und die Renditen wieder drücken wird, wie Bloomberg berichtet.

"Jeder Tag, an dem dieser Konflikt andauert, bringt uns näher an den Punkt, an dem der Markt die negativen Wachstumsfolgen einpreisen muss", sagte Kelsey Berro, Portfoliomanagerin bei JPMorgan Asset Management. Die Renditen seien inzwischen "attraktiv genug".

Die Renditen zwei- und fünfjähriger US-Staatsanleihen sind seit Beginn der Bombardierungen um mehr als einen halben Prozentpunkt gestiegen. Dreißigjährige Anleihen nähern sich der Marke von fünf Prozent. Die OECD warnte vergangene Woche, dass die US-Verbraucherpreise in diesem Jahr um 4,2 Prozent steigen könnten.

Rezessionsrisiko steigt

Die wirtschaftlichen Risiken hatten sich bereits vor dem Krieg aufgebaut. Der US-Arbeitsmarkt schwächelt weiter: Im Februar wurden 92.000 Stellen abgebaut, für März wird nur ein geringer Zuwachs von 60.000 Stellen erwartet. Goldman Sachs beziffert die Wahrscheinlichkeit einer Rezession innerhalb der nächsten zwölf Monate auf rund 30 Prozent, Pimco sieht sie bei über einem Drittel.

"Was als Inflationsschock beginnt, kann schnell zu einem Wachstumsschock werden", sagte Daniel Ivascyn, Investmentchef bei Pimco, das über zwei Billionen US-Dollar verwaltet. "Wir stehen an der Schwelle zu einer deutlichen Abschwächung der Wirtschaft."

Die Blockade der Straße von Hormus hat die Öllieferungen praktisch zum Erliegen gebracht, was sich bereits in den höchsten Benzinpreisen seit dem pandemiebedingten Inflationsschub niederschlägt.

Fed in der Zwickmühle

Die US-Notenbank Federal Reserve steckt in einem Dilemma: Einerseits spricht die Konjunkturschwäche für Zinssenkungen, andererseits bindet ihr die hartnäckige Inflation die Hände. Am Terminmarkt preisen Händler inzwischen keine Zinssenkung der Fed für 2026 mehr ein – stattdessen wird eine Zinserhöhung mit einer Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel eingepreist.

Rick Rieder, Leiter der Anleiheninvestitionen bei BlackRock mit einem verwalteten Vermögen von über zwei Billionen US-Dollar, plädierte dennoch für Zinssenkungen, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern. "Wir schauen, was in den nächsten Wochen passiert – und dann will ich zugreifen und kaufen", sagte er in einem Interview mit Bloomberg.

Ed Al-Hussainy, Portfoliomanager bei Columbia Threadneedle, hat bereits begonnen, langlaufende Anleihen zu kaufen. Sein Kalkül: Sollte die Fed die Zinsen weiter anheben, werde das die Nachfrage so stark bremsen, dass die langfristigen Renditen letztlich wieder sinken müssen.

Die Finanzmärkte stehen damit vor einer Phase anhaltender Unsicherheit, in der sich Inflationsängste und Rezessionssorgen gegenseitig verstärken – und in der die Dauer des Konflikts darüber entscheiden dürfte, welches Szenario sich durchsetzt.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/business/finance/global-markets-trading-analysis-pix-2026-03-30/
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-03-29/jpmorgan-pimco-say-bond-market-is-underestimating-slowdown-risk

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Social-Media-Verbot für Kinder: Warum Deutschland rechtlich scheitern würde

Von Andrej Simon — 30. März 2026 um 13:46
Drei Mädchen mit Logos von TikTok, Facebook und Isnstragramm vor ihren Köpfen

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Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags: EU-Recht und Grundgesetz setzen enge Grenzen – Experten fordern strengere Plattformregeln statt Verbote

Die Debatte um ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren erhält eine juristische Dämpfung: Ein Gutachten [1] der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags kommt zu dem Schluss, dass ein solches nationales Verbot vor erheblichen rechtlichen Hürden steht.

EU-Recht hat Vorrang

Das zentrale Problem liegt im Digital Services Act (DSA), einer EU-Verordnung, die seit Februar 2024 in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gilt. Der DSA regelt umfassend die Pflichten von Online-Plattformen – auch im Bereich des Jugendschutzes. Die Wissenschaftlichen Dienste stellen fest, dass der DSA einen "Anwendungsvorrang" vor nationalen Gesetzen hat und eine "vollständige Harmonisierung" anstrebt.

Das bedeutet: Die Mitgliedstaaten dürfen keine zusätzlichen nationalen Anforderungen erlassen, die die gleiche Zielsetzung verfolgen wie der DSA. Hinzu kommt das Herkunftslandprinzip: Die meisten großen Plattformen wie Meta, TikTok oder Google haben ihren EU-Sitz in Irland und unterliegen daher primär irischem Recht.

"Nationale Regelungen bezüglich einer Sperrung beziehungsweise Beschränkung von Social-Media-Plattformen hätten danach weitgehend keine Auswirkungen", heißt es im Gutachten.

"Über verbleibende Regelungsspielräume Deutschlands könne nur der EuGH entscheiden", schreiben die Gutachter mit Verweis auf den Europäischen Gerichtshof.

Grundgesetz als weitere Hürde

Auch das im Grundgesetz verankerte Erziehungsrecht der Eltern (Artikel 6 Absatz 2) könnte einem staatlichen Verbot entgegenstehen. Die Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Prof. Dr. Louisa Specht-Riemenschneider [2], betonte in einer Rede:

"Eltern können ihre Erziehungspflichten nicht einfach dem Staat überantworten."

Ein Totalverbot setze sich vor das Erziehungsrecht.

Was der DSA bereits vorschreibt

Der Digital Services Act verpflichtet Anbieter bereits jetzt, "geeignete und verhältnismäßige Maßnahmen" für "ein hohes Maß an Privatsphäre, Sicherheit und Schutz von Minderjährigen" zu treffen (Artikel 28 Absatz 1 DSA). Als schärfste Sanktion sieht der DSA eine vorübergehende Einschränkung des Zugangs vor – ein generelles, unbefristetes Verbot ist nicht vorgesehen.

Die EU-Kommission [3] hat im Februar 2026 vorläufig festgestellt, dass TikTok mit seinem "suchterzeugenden Design" gegen den DSA verstößt. Zu den kritisierten Funktionen gehören unendliches Scrollen, Autoplay und hochgradig personalisierte Empfehlungen.

Experten fordern Alternativen

Die Kommission für Jugendmedienschutz [4] (KJM) warnte, dass Verbote allein die Risiken sozialer Medien kaum reduzieren würden.

"Der Wunsch nach einem 'Rundum-Sorglos-Angebot' ist zweifelsohne verführerisch und mit einem Verbot wird eine verlockend einfache Lösung suggeriert", teilte die KJM mit.

Stattdessen müssten für minderjährige Nutzende schrittweise anpassbare Einstiegsversionen sozialer Medien angeboten werden – mit altersgerechten Inhalten, Verzicht auf suchtfördernde Funktionalitäten und verbindlichen Grenzen bei der Nutzungsdauer.

Die Partei Die Linke, die das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, kritisiert laut Tagesschau [5], dass die Vorschläge für ein Verbot "zu kurz greifen" und "Grundrechte junger Menschen einschränken". Auch der niedersächsische Landesjugendring warnte, ein pauschales Verbot für Kinder unter 14 Jahren sei ein Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Das Leibniz-Institut für Medienforschung [6] kommt in einer Analyse zu dem Schluss, dass ein nationaler "Social Media-Ban" rechtlich kaum umsetzbar wäre und zudem leicht durch VPN-Dienste umgangen werden könnte. Ein Verbot schaffe mehr rechtliche und faktische Probleme, als sie löst.

Resümee

Ein nationales Social-Media-Verbot für Kinder in Deutschland steht vor nahezu unüberwindbaren Hürden. Statt auf pauschale Verbote zu setzen, fordern Experten, die bereits bestehenden Instrumente des DSA konsequent zu nutzen – etwa die Verpflichtung der Anbieter zu altersgerechten Plattform-Designs und die Stärkung der Medienkompetenz.

Letztlich wird die Frage auf europäischer Ebene entschieden werden müssen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bundestag.de/resource/blob/1158560/WD-7-004-26.pdf
[2] https://www.bfdi.bund.de/DE/BfDI/Inhalte/Reden/2025/2025-09-01_Altersverifikationssysteme.html
[3] https://digital-strategy.ec.europa.eu/de/news/commission-preliminarily-finds-tiktoks-addictive-design-breach-digital-services-act
[4] https://www.kjm-online.de/social-media-verbot/
[5] https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/social-media-verbot-gutachten-100.html
[6] https://leibniz-hbi.de/die-huerden-eines-social-media-verbots-in-deutschland/

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Apple: Lockdown Mode beim iPhone „noch nie“ gehackt

Von Heise — 30. März 2026 um 13:22
Installation von iOS auf einem iPhone

Installation von iOS auf einem iPhone: Auf ältere Versionen kommt es in letzter Zeit zu verschiedenen Hacks.

(Bild: nikkimeel / Shutterstock.com)

Derzeit läuft eine Angriffswelle auf Geräte mit älteren iOS-Versionen. Apple äußerte sich im Zusammenhang damit zur Wirksamkeit einer Sicherheitsfunktion.

iOS- und iPadOS-Nutzer, die noch mit Betriebssystemen älterer Generation unterwegs sind, werden derzeit durch Malware angegriffen [1], deren Quellcode sogar offen steht. Es reicht dabei, auf eine Website mit dem integrierten Browser zu surfen, um sich etwas einzufangen. Apple mahnt daher, möglichst schnell auf abgesicherte Versionen zu aktualisieren [2]. Der Konzern hat zudem nun mit einer Push-Nachrichten-Kampagne begonnen, betroffene User zu informieren.

Laufen auf den Geräten ältere iOS-Versionen von iOS 13 bis iOS 17 in älteren Varianten, können diese attackiert werden. In der Benachrichtigung heißt es, dass Apple von Berichten über Angriffe weiß, die „auch die Version Ihres iPhones“ betreffen könnten. Eine Übersicht der jeweils letzten Updates hat Apple hier publiziert [3]. Nutzer sollten bestenfalls auf iOS 26.4 und iPadOS 26.4 aktualisieren, wenn Ihr Gerät diese Systeme noch beherrscht.

Blockierungsmodus hilft

Im Zusammenhang mit der Warnkampagne teilte Apple mit, dass Geräte, auf denen der sogenannte Lockdown Mode läuft (Blockierungsmodus [4], mehr dazu auf heise+ [5]), bislang nicht erfolgreich angegriffen wurden. Das sagte eine Sprecherin gegenüber dem IT-Blog TechCrunch [6]. „Uns sind keine erfolgreichen Angriffe mit Mercenary-Spyware auf ein Apple-Gerät bekannt, bei dem der Lockdown-Modus aktiviert war.”

Mercenary-Spyware („Söldner-Spyware“) ist hochkomplexe Angriffssoftware, die oft auf spezielle Personenkreise, etwa Politiker, Journalisten oder Wirtschaftsvertreter, zielgerichtet abgestellt ist. Sie nutzt teilweise noch unbekannte Fehler in den Systemen, die für viel Geld gehandelt werden.

Einschränkungen bei der Nutzung

Der Lockdown Mode wurde von Apple im Jahr 2022 eingeführt, ist also in iOS 16 und höher vorhanden. Er steht für iPhone, iPad, Apple Watch und Mac bereit. Die Funktion ist allerdings nicht standardmäßig aktiv, weil sie die Nutzungsbequemlichkeit der Geräte einschränkt. So werden Anhänge in der Nachrichten-App blockiert, teilweise funktioniert Javascript im Browser nicht mehr, Standortdaten in Fotos werden nicht übermittelt, Konfigurationsprofile sind nicht installierbar und Einladungen zu verschiedenen Apple-Diensten werden blockiert. FaceTime-Anrufe lassen sich nur mit Kontakten der letzten 30 Tage durchführen, SharePlay und Live-Fotos sind deaktiviert.

Organisationen, die sich für digitale Bürgerrechte einsetzen, empfehlen den Lockdown Mode für Personen, die Angriffsziel werden könnten. Es gibt Berichte, laut denen die Funktion Angriffe verhindern konnte, zudem sind Spyware-Produkte teils so entwickelt, dass sie bei Vorhandensein des Blockierungsmodus gar nicht erst aktiv werden. Der Sicherheitsexperte Patrick Wardle sagte gegenüber TechCrunch, Apples Ansatz beim Lockdown Mode sei einer der aggressivsten zum Nutzerschutz, der für Endkunden jemals auf den Markt gekommen sei.


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https://www.heise.de/-11229603

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Das-ist-uebel-DarkSword-Malware-auf-Github-iPhones-sofort-patchen-11223084.html
[2] https://www.heise.de/news/Beispiellose-Malware-Angriffe-auf-iPhones-Apple-mahnt-zum-Update-11217842.html
[3] https://support.apple.com/en-us/100100
[4] https://support.apple.com/de-de/105120
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Datenschutzeinstellungen-auf-Apple-Geraeten-So-sichern-Sie-sich-richtig-ab-10380487.html
[6] https://techcrunch.com/2026/03/27/apple-says-no-one-using-lockdown-mode-has-been-hacked-with-spyware/
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/mac-and-i
[9] mailto:bsc@heise.de

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heise+ | iPhone 17e im Test: Sparphone mit Highend-Chip

Von Heise — 30. März 2026 um 12:04
iPhone 17e

Apples neues Einsteiger- und Business-Gerät: iPhone 17e.

(Bild: Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

Keine Dynamic Island, kein modernes WLAN, nur eine Kamera: Unser Test zeigt, wie viele Kompromisse Apple beim neuen iPhone 17e eingeht – und seine Stärken.

Im September 2025 führte Apple die ersten iPhones der Baureihe 17 [1] [1] ein, nun komplettiert das Einsteigergerät iPhone 17e die Serie. Es kostet knapp 700 Euro und muss mit Einzel-Kamera, altem Design mit Notch, starren 60 Hertz Bildwiederholfrequenz und Wi-Fi 6 auskommen. Im Test zeigt es, ob es für die meisten Anwender trotzdem ausreicht.

Anders als die anderen 17er-iPhones bringt das 17e keine Dynamic Island am oberen Bildschirmrand mit und muss daher auch auf die zugehörigen Bild-in-Bild-Anzeigen verzichten, die zum Beispiel die Live-Aktivität eines Timers oder der Navigation anzeigen.

Stattdessen weist der Bildschirm die klassische Notch auf, wie sie bis zum iPhone 14 üblich war. Das Display besitzt auch dessen Pixelzahl (2532 × 1170) und dessen Diagonale von 6,1 Zoll. Das Gehäuse ist mit 146,7 × 71,5 × 7,8 mm gleich groß und gleich dick. Das 17e wiegt mit 170 Gramm etwas mehr als ein iPhone Air ist und ist das kleinste iPhone, das man aktuell kaufen kann. Apple bietet das 17e nun auch in der Farbe Hellrosa an – neben Weiß und Schwarz.


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https://www.heise.de/-11229656

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html

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Nervige Installation passé: Parallels Desktop erleichtert Bezug von Windows 11

Von Heise — 30. März 2026 um 11:00
Parallels Desktop

Parallels Desktop, hier eine ältere Version mit Windows 10.

(Bild: Parallels)

Bislang mussten sich macOS-Nutzer Windows 11 25H2 mit einigen Kniffen selbst besorgen. Parallels Desktop erleichtert das jetzt.

Die ARM-Version von Windows 11 läuft problemlos und erstaunlich performant als virtuelle Maschine auf dem Mac. Das Problem: Wer die aktuelle Hauptversion 25H2 haben wollte, musste mit der berühmt-berüchtigten Windows-Registry herumfuhrwerken, damit das Update losläuft. Parallels hat für seine Virtualisierungslösung Parallels Desktop in der neuesten Version 26.3.0, die soeben erschienen ist, zumindest etwas Abhilfe parat: Künftig wird Windows 11 25H2 bei Neuinstallationen einer VM sofort standardmäßig heruntergeladen, muss also nach dem Setup nicht noch mühsam bezogen werden. Um die Installation weiterer Aktualisierungen (insbesondere Sicherheitsfixes) kommt man allerdings normalerweise auch so nicht herum, obwohl Parallels verspricht, jeweils den neuesten Build auszuliefern. Zuvor hatte man sich, wenn man gleich 25H2 haben wollte, das Image selbst besorgen müssen, nun geht es bequem über den Assistenten in Parallels Desktop.

26H1 kommt nicht für Macs (und andere)

Die Änderung ist allerdings nicht hilfreich, wenn die virtuelle Maschine bereits älter beziehungsweise vorhanden ist. Hier bleibt es dabei, dass man sich in die Registry begeben [1] muss, um die Aktualisierung zu erzwingen. Das liegt wiederum an der Update-Politik von Microsoft. Wer mit Windows 11 26H1 [2] liebäugelt: Dieses Update wird von Microsoft nicht für Normalnutzer offeriert, es dient allein OEMs, also Herstellern und Verkäufern von PCs.

Ein wenig schade ist das auf den ersten Blick schon, da die neue Version speziell für ARM-Prozessoren gedacht ist. Dass die enthaltenen Anpassungen Mac-Nutzern etwas bringen würden, ist aber unwahrscheinlich, da Microsoft hiermit vor allem sein Windows 11 für neue Snapdragons zu optimieren gedenkt. Das nächste echte Feature-Update sollte 26H2 sein, das dann wohl auch in Mac-VMs läuft.

Weitere Neuerungen in Parallels Desktop 26.3.0

Parallels verspricht mit dem Update weitere Neuerungen und Fixes [3], die durchaus wichtig sind. Dazu gehören Problembehebungen bei der Installation von Windows 11, die steckenbleiben konnte, eine fehlerhafte Anzeige des Lizenzierungsstatus und Bugfixes für den Coherence-Modus bei der Nutzung von Office-Produkten und anderen Programmen.

Bestimmte grafikintensive Windows-Apps konnten zudem das gesamte System herunterziehen und einen Neustart des Mac erfordern. Für Mac-VMs wurden Probleme mit Tahoe-26.1-VMs behoben (Parallels Tools ließ sich nicht installieren) und es konnte vorkommen, dass virtuelle Maschinen nach einem Upgrade des Mac auf Tahoe grundsätzlich nicht mehr liefen. Linux-VMs sollen besser mit x86-Anwendungen umgehen können, zudem wurden Probleme bei Netzwerkverbindungen behoben, die beim Wechsel der Netzwerkmodi (Shared / Bridged) auftreten konnten.


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https://www.heise.de/-11226513

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/Tipp-Windows-11-25H2-in-Mac-VM-installieren-10796264.html
[2] https://www.heise.de/news/Nur-fuer-neue-ARM-CPUs-Windows-11-26H1-laesst-AMD-und-Intel-aussen-vor-11173094.html
[3] https://kb.parallels.com/en/131014
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
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Ubuntu setzt auf ntpd-rs: Rust für präzise Zeitsynchronisierung

Von Heise — 30. März 2026 um 16:58
Hochgenaue Uhrensynchronisation in Netzwerken

(Bild: heise medien)

Ubuntu plant, ntpd-rs als Standard für die Zeitsynchronisierung einzuführen. Die Rust-Implementierung soll chrony und weitere Tools ersetzen.

Ubuntu will seine Zeit-Synchronisierung grundlegend umbauen: In kommenden Releases der Linux-Distribution soll ntpd-rs zum Standard für NTP-Dienste werden. Die in Rust geschriebene Implementierung löst langfristig chrony ab und soll perspektivisch auch linuxptp und gpsd ersetzen. Canonical strebt damit einen einheitlichen, speichersicheren Zeitabgleich unter Linux an.

ntpd-rs implementiert das Network Time Protocol (NTP) vollständig, einschließlich Network Time Security (NTS). Die Trifecta Tech Foundation [1] entwickelt das Projekt im Rahmen von „Project Pendulum“. Es reiht sich in Ubuntus Strategie ein, zentrale Systemwerkzeuge durch Rust-Neuentwicklungen zu ersetzen – nach sudo-rs [2] und den uutils coreutils [3]. Produktiv läuft ntpd-rs bereits bei Let’s Encrypt: Die Zertifizierungsstelle hat den Daemon im Juni 2024 in ihre Produktionsumgebung übernommen.

NTP, NTS und PTP unter einem Dach

Im Zentrum der Umstellung steht die Zusammenführung bislang getrennter Werkzeuge. In vielen Setups laufen heute mehrere Komponenten parallel – etwa chrony für den klassischen NTP-Abgleich und linuxptp für eine hochpräzise Synchronisation per PTP. Künftig soll ntpd-rs beide Aufgaben übernehmen. Dazu integriert die Trifecta Tech Foundation ihre PTP-Implementierung „Statime“ direkt in ntpd-rs. NTP deckt typische Anforderungen im Millisekundenbereich ab, PTP liefert Sub-Mikrosekunden-Genauigkeit für spezialisierte Umgebungen wie Telekommunikationsnetze oder Automotive-Systeme. Ein Rechenzentrum könnte so Standard- und Hochpräzisions-Zeitquellen über ein einziges Tool verwalten, statt zwei getrennte Daemons mit unterschiedlichen Konfigurationsmodellen zu betreiben.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Sicherheit. Rust schließt ganze Klassen von Speicherfehlern wie Buffer Overflows oder Use-after-free bereits zur Kompilierzeit aus. Zusätzlich will Canonical die Isolationsmechanismen von chrony übertragen: AppArmor- und seccomp-Profile sollen ntpd-rs ebenso eng einhegen wie seinen Vorgänger. Speichersicherer Code und restriktive Laufzeitprofile zusammen verkleinern die Angriffsfläche deutlich – besonders bei der Verarbeitung von Netzwerkverkehr.

Von GPS bis gPTP: geplante Erweiterungen

Funktional will die Trifecta Tech Foundation ntpd-rs ebenfalls ausbauen. Geplant sind Multi-Homing für den Betrieb über mehrere Netzwerkschnittstellen, Multi-Threading im Serverbetrieb und die Anbindung externer Zeitquellen wie GPS-Empfänger über gpsd-Sockets. Im PTP-Bereich kommen Profile wie gPTP hinzu, das in deterministischen Netzwerken der Automobilindustrie eingesetzt wird. Experimentell soll ntpd-rs außerdem das Client-Server-PTP-Protokoll (CSPTP, IEEE P1588.1) unterstützen.

Auch die Bedienung soll einfacher werden. Heutige PTP-Setups erfordern oft mehrere Daemons und komplexe Parameterkombinationen. ntpd-rs will das durch eine einheitliche Konfiguration ersetzen. Hinzu kommen Verbesserungen bei Logging und CLI-Werkzeugen.

Für den Unternehmenseinsatz relevant: ntpd-rs nutzt rustls als TLS-Stack, soll aber optional OpenSSL als Krypto-Backend einbinden können. Das erlaubt den Einsatz in regulierten Umgebungen, die bestimmte Kryptografie-Bibliotheken vorschreiben.

Bewährungsprobe und Roadmap

Vor der breiten Einführung plant Canonical umfangreiche Vergleichstests gegen chrony. Synchronisationsgenauigkeit, CPU- und Speicherverbrauch sowie Langzeitstabilität stehen dabei im Fokus. chrony gilt als ausgereift und ist in vielen produktiven Umgebungen der Maßstab.

Die geplante Einführung laut Canonicals Ankündigung [4] erfolgt stufenweise: In Ubuntu 26.10 landet ntpd-rs zunächst in den Paketquellen zur Erprobung. Ab Ubuntu 27.04 soll es standardmäßig laufen – mit integrierter PTP-Funktion und einem einheitlichen Binary für NTP, NTS und PTP. Die Entwicklungsarbeit finanziert Canonical zwischen Juli 2026 und Januar 2027 über die Trifecta Tech Foundation.

Da Zeit-Synchronisierung eine Schlüsselrolle für TLS-Zertifikatsprüfung und die Konsistenz verteilter Systeme spielt, wiegt die Wahl der zugrunde liegenden Implementierung schwer. Die Konsolidierung mehrerer Dienste in einem Werkzeug könnte Betrieb und Fehlersuche vereinfachen. Vorausgesetzt hierfür ist jedoch, dass ntpd-rs das Stabilitätsniveau der etablierten Konkurrenz erreicht.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://trifectatech.org/projects/ntpd-rs/
[2] https://www.heise.de/news/sudo-rs-zeigt-Passwort-Sternchen-standardmaessig-Bruch-mit-Unix-Tradition-11192641.html
[3] https://www.heise.de/news/Rust-Coreutils-0-7-Turbo-fuer-die-Kommandozeile-11203708.html
[4] https://discourse.ubuntu.com/t/ntpd-rs-its-about-time/79154
[5] https://www.heise.de/ix
[6] mailto:fo@heise.de

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FortiClient EMS: Sicherheitslücke wird attackiert

Von Heise — 30. März 2026 um 14:27
stilisiertes Pferd

(Bild: Skorzewiak / Shutterstock.com)

Im Februar hat Fortinet eine kritische Sicherheitslücke in FortiClient EMS mit einem Sicherheitspatch bedacht. Sie wird nun angegriffen.

Die Sicherheitsverwaltungssoftware Fortinet FortiClient EMS (Endpoint Management Server) stellt aufgrund einer kritischen Schwachstelle selbst ein Sicherheitsproblem dar. Im Februar dieses Jahres hat Fortinet einen Patch zum Flicken des Lecks bereitgestellt. Jetzt haben IT-Forscher Angriffe im Internet auf die Sicherheitslücke beobachtet.

Auf LinkedIn berichtet Defused [1], dass bereits vor einigen Tagen erste Angriffsversuche stattgefunden haben. Das ergibt die Auswertung der Honeypot-Daten des Unternehmens. Bei der attackierten Schwachstelle handelt es sich um eine SQL-Injection-Lücke, die Angreifer durch den „Site“-Header einer HTTP-Anfrage missbrauchen können (CVE-2026-21643, CVSS 9.1 [Fortinet] respektive 9.8 [NVD], Risiko „kritisch“). Laut Fortinet-Sicherheitsmitteilung [2] können nicht authentifizierte Angreifer dadurch unbefugt Code oder Befehle mit manipulierten HTTP-Anfragen einschleusen und ausführen.

Fortinet selbst hat zum Meldungszeitpunkt noch keine Aktualisierung der Meldung vorgenommen, die auf aktiven Missbrauch deutet. Defused hat mit der Suchmaschine Shodan knapp 1000 FortiClient-EMS-Instanzen ausgemacht, die frei im Internet stehen und für Angreifer somit erreichbar sind.

FortiClient EMS: Betroffene und fehlerbereinigte Versionen

Im Februar hat Fortinet ausschließlich Version 7.4.4 [3] von FortiClient EMS als von der Schwachstelle betroffen gemeldet. Bei den Versionen 7.2 und 8.0 hätten Admins daher nichts zu befürchten. Die Version 7.4.5 oder neuer schließt das Sicherheitsleck demnach.

Zunächst hatte Fortinet angegeben, dass die Sicherheitslücke auch in FortiEMS Cloud vorhanden sei. Später haben die Entwickler die Version jedoch wieder entfernt, da sie doch nicht betroffen ist.

In Fortinet-Netzwerkprodukten finden sich ständig neue Sicherheitslücken, die die Sicherheit gefährden. Etwa Anfang März hat Fortinet Aktualisierungen zum Schließen von 18 Sicherheitslücken [4] veröffentlicht.


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https://www.heise.de/-11229898

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.linkedin.com/posts/defused_fortinet-forticlient-ems-cve-2026-21643-activity-7443678408401756160-nZlK
[2] https://fortiguard.fortinet.com/psirt/FG-IR-25-1142
[3] https://www.heise.de/news/Schadcode-kann-durch-FortiClient-EMS-Schwachstelle-schluepfen-11170228.html
[4] https://www.heise.de/news/Fortinet-schliesst-Brute-Force-und-Befehlsschmuggel-Luecken-in-FortiWeb-Co-11207011.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:dmk@heise.de

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