Anthropic steht auf einem Smartphone, im HIntergrund Claude.
(Bild: Stockinq/Shutterstock.com)
Der Quellcode von Anthropics CLI-Tool Claude Code wurde versehentlich über eine Source-Map im npm-Registry öffentlich zugänglich.
Der Quellcode von Anthropics CLI-Tool Claude Code ist am 31. März 2026 anscheinend unbeabsichtigt öffentlich zugänglich geworden. Auslöser war nach übereinstimmenden Berichten eine mitveröffentlichte Source-Map-Datei im npm-Registry. Der Sicherheitsexperte Chaofan Shou machte über X [1] auf den Fund aufmerksam, kurz darauf tauchte ein vollständiger Snapshot des Codes in einem öffentlichen GitHub-Repository auf.
Der gespiegelte Code umfasst laut Repository rund 1900 Dateien mit über 512.000 Zeilen. Claude Code [2] ist ein Kommandozeilenwerkzeug, mit dem Entwickler über natürliche Sprache auf Anthropics KI-Modelle zugreifen und typische Aufgaben wie das Bearbeiten von Dateien oder das Ausführen von Befehlen erledigen können.
Source Maps dienen eigentlich dazu, komprimierten oder gebündelten Code auf die ursprünglichen Quelldateien zurückzuführen. Gelangen sie jedoch in veröffentlichte Pakete, können sie den Zugriff auf den Originalcode ermöglichen. In diesem Fall verwies die Datei offenbar auf unminifizierte TypeScript-Quellen, die sich herunterladen ließen.
Als wahrscheinliche Ursache gilt eine fehlerhafte Paketkonfiguration bei der Veröffentlichung über npm. Anthropic reagierte schnell: Die betroffene Paketversion wurde bereits aus dem npm-Registry entfernt und durch eine bereinigte Version ohne Source-Maps ersetzt. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung nicht vor.
Ein erster Blick in das Material zeigt eine modular aufgebaute Codebasis. Das Tool nutzt demnach die JavaScript-Laufzeitumgebung Bun und setzt für die Terminaloberfläche auf React in Kombination mit der Ink-Bibliothek. Zudem enthält der Code unter anderem ein Befehlssystem, eine Schnittstelle zu Entwicklungsumgebungen sowie Mechanismen zur Steuerung von Berechtigungen.
Die Verbreitung erfolgte zunächst über soziale Netzwerke und Entwicklerforen auf Reddit [3]. Parallel entstand auf GitHub das Repository [4], das den Code zu Analysezwecken spiegelt und ausdrücklich als Forschungs- und Lehrmaterial einordnet.
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https://www.heise.de/-11241752
Links in diesem Artikel:
[1] https://x.com/Fried_rice/status/2038894956459290963
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Drei-KI-Coding-Assistenten-fuer-Visual-Studio-Code-im-Ueberblick-11137834.html
[3] https://www.reddit.com/r/LocalLLaMA/comments/1s8ijfb/claude_code_source_code_has_been_leaked_via_a_map/
[4] https://github.com/instructkr/claude-code
[5] https://www.heise.de/ix
[6] mailto:fo@heise.de
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Entfernungsanordnungen für terroristische Inhalte werden wieder seltener – die Zahl der BKA-Hinweise an Hostinganbieter steigt dennoch rapide an.
245 Mal hat das Bundeskriminalamt (BKA) im vergangenen Jahr sogenannte Entfernungsanordnungen nach der Terrorist-Content-Online-Verordnung (TCO-VO) der EU erlassen, etwa die Hälfte des 2024er-Wertes. Nur 0,8 Prozent der Anordnungen wurden dabei nicht von den Anbietern umgesetzt. 203 der 245 Entfernungsanordnungen gingen dabei an nichtdeutsche Hostingdienstleister. Das geht aus dem heute veröffentlichten Transparenzbericht für das Jahr 2025 zur Durchsetzung der TCO-Verordnung hervor. Die TCO-Verordnung gilt als eines der schärfsten Schwerter, selbst Telegram folgt laut BKA den Entfernungsanforderungen [1].
Gegen sechs Anordnungen wurde beim BKA Widerspruch eingereicht – der in allen sechs Fällen auch erfolgreich war. Das Terroristische-Online-Inhalte-Bekämpfungs-Gesetz (TOIBG) weist die Zuständigkeit für das Vorgehen gegen terroristische Inhalte dem BKA zu. Nach Erhalt einer formellen Entfernungsanordnung müssen die Hostinganbieter rund um die Uhr binnen einer Stunde die beanstandeten Inhalte unerreichbar stellen.
Aus dem europäischen Ausland wurden 28 Entfernungsanordnungen über das BKA an deutsche Hostingdienstleister weitergeleitet – dabei richteten sich 24 davon gegen einen einzigen Anbieter. Gegen diesen hatte die für die Einhaltung der allgemeinen TCO-Regeln durch Anbieter zuständige Bundesnetzagentur nach eigener Darstellung bereits zuvor ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil dieser nur unzureichende Maßnahmen gegen terroristische Inhalte in seinem Zuständigkeitsbereich vorgenommen haben soll.
Anders als nach dem bekannteren Digital Services Act (DSA) ist mit der TCO-Verordnung unmittelbar die Entfernung von Inhalten geregelt [2], nicht die Prüfung durch Anbieter auf mögliche Rechtswidrigkeit. Sie können allerdings ausländische Anordnungen durch das BKA nachlaufend prüfen lassen und gegebenenfalls vor Gericht gehen. Andersherum müssen Hostingdienste wie etwa Social-Media-Plattformen jedoch die zuständigen Behörden in ihrem Mitgliedsstaat informieren, wenn sie etwa über Nutzermeldungen auf Inhalte aufmerksam werden, die unter die TCO-Verordnung fallen. So kann aus einer DSA-Meldung ein TCO-Vorgang werden.
Nicht in der TCO-Verordnung angelegt und auch im TOIBG nicht weiter spezifiziert ist dabei eine andere BKA-Vorgehensweise: Die Bundesnetzagentur weist aus, dass das BKA 2025 insgesamt 29.792 Mal unverbindlich an Hostingdienste sogenannte Löschersuche geschickt hat. Diese können auch terroristische, in jedem Fall aber aus BKA-Sicht strafrechtlich relevante Inhalte meinen. Bei diesem Weg steigt die Zahl seit Jahren steil an: Die sogenannten „Referrals“ vom BKA lagen 2023 noch bei 7240, 2024 waren es schon 17.045. Den nachdrücklichen Bitten aus Wiesbaden wurde 2025 in gut neun von zehn Fällen durch die Anbieter entsprochen.
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[1] https://www.heise.de/news/Telegram-Zusammenarbeit-mit-deutschen-Behoerden-variiert-stark-9853047.html
[2] https://www.heise.de/news/Anti-Terror-Verordnung-Scharfer-Protest-gegen-neue-Zensurbefugnisse-6032514.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Der gespiegelte Code umfasst laut Repository rund 1900 Dateien mit über 512.000 Zeilen. Claude Code [2] ist ein Kommandozeilenwerkzeug, mit dem Entwickler über natürliche Sprache auf Anthropics KI-Modelle zugreifen und typische Aufgaben wie das Bearbeiten von Dateien oder das Ausführen von Befehlen erledigen können.
Source Maps dienen eigentlich dazu, komprimierten oder gebündelten Code auf die ursprünglichen Quelldateien zurückzuführen. Gelangen sie jedoch in veröffentlichte Pakete, können sie den Zugriff auf den Originalcode ermöglichen. In diesem Fall verwies die Datei offenbar auf unminifizierte TypeScript-Quellen, die sich herunterladen ließen.
Als wahrscheinliche Ursache gilt eine fehlerhafte Paketkonfiguration bei der Veröffentlichung über npm. Anthropic reagierte schnell: Die betroffene Paketversion wurde bereits aus dem npm-Registry entfernt und durch eine bereinigte Version ohne Source-Maps ersetzt. Eine offizielle Stellungnahme des Unternehmens lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Meldung nicht vor.
Ein erster Blick in das Material zeigt eine modular aufgebaute Codebasis. Das Tool nutzt demnach die JavaScript-Laufzeitumgebung Bun und setzt für die Terminaloberfläche auf React in Kombination mit der Ink-Bibliothek. Zudem enthält der Code unter anderem ein Befehlssystem, eine Schnittstelle zu Entwicklungsumgebungen sowie Mechanismen zur Steuerung von Berechtigungen.
Die Verbreitung erfolgte zunächst über soziale Netzwerke und Entwicklerforen auf Reddit [3]. Parallel entstand auf GitHub das Repository [4], das den Code zu Analysezwecken spiegelt und ausdrücklich als Forschungs- und Lehrmaterial einordnet.
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Neovim 0.12 bringt einen nativen Plugin-Manager und macht Schluss mit „Press ENTER“. Ziel ist ein Out-of-the-box-Editor.
Neovim ist in Version 0.12 erschienen. Unter dem Motto „The year of Nvim OOTB“ (Out of the box) baut das Release den Funktionsumfang des Open-Source-Editors aus. Die wichtigsten Neuerungen: ein nativer Plugin-Manager und das Ende störender UI-Blockaden.
Neovim ist ein Fork des Texteditors Vim. Das Projekt hat zum Ziel, die historische Codebasis zu modernisieren, und setzt auf eine asynchrone Architektur sowie eine API-getriebene Erweiterbarkeit. Als Konfigurations- und Skriptsprache dient Lua.
Die zentrale Neuerung ist der in den Core integrierte, minimalistische Plugin-Manager vim.pack. Bislang mussten Nutzer für fast jedes Setup externe Paketmanager wie packer oder lazy.nvim per Skript herunterladen und initialisieren – das sogenannte Bootstrapping. Mit vim.pack genügt eine deklarative Lua-Konfiguration, um Erweiterungen direkt von GitHub zu laden und zu verwalten. Externe Manager bleiben nur noch für komplexe Setups nötig, etwa mit umfangreichem Lazy-Loading.
Außerdem ersetzt Neovim 0.12 die berüchtigte „Press ENTER“-Meldung durch eine experimentelle Nachrichten-UI. Die neue Oberfläche (vim._extui) ersetzt rund 3000 Zeilen alten C-Code und muss manuell aktiviert werden:
require('vim._extui').enable({})
Ohne Aktivierung bleibt das alte Verhalten erhalten – Nutzer können es aber über :set cmdheight=0 deaktivieren. In der neuen UI werden lange Nachrichten standardmäßig in der Kommandozeile mit einem Überlauf-Indikator (...) angezeigt. Bei cmdheight=0 oder expliziter Konfiguration (msg.pos = 'box') erscheinen sie stattdessen in einem Floating Window unten rechts.
Wer die vollständige Nachrichten-Historie oder lange Listen – etwa geöffnete Puffer via :ls – einsehen möchte, öffnet über das Tastenkürzel g< künftig ein reguläres, interaktives Editor-Fenster. Es ersetzt den bisherigen starren Pager. Die neue UI nutzt den Tree-sitter-Parser für Vimscript, um die Kommandozeile farblich hervorzuheben – etwa für Befehle und Argumente. Dieses Feature ist jedoch nur aktiv, wenn vim._extui eingeschaltet ist.
Hinzu kommen zwei neue Befehle: :restart startet den Editor-Prozess mitsamt Konfiguration neu, ohne dass die Terminal-Session geschlossen werden muss. :connect vereinfacht das Anbinden externer GUIs oder Headless-Instanzen über RPC.
Unter der Haube überarbeitet Neovim aktuell das System für Remote-Plugins. Diese Erweiterungen laufen in externen Sprachen wie Python oder Node.js und kommunizieren über MessagePack-RPC mit dem Editor. Bisher erforderte ihre Installation einen manuellen Registrierungsschritt: Der Befehl :UpdateRemotePlugins aktualisierte eine Manifest-Datei – ein fehleranfälliger Zwischenschritt. Für Version 0.13 plant das Projekt, Lua als nativen Plugin-Host einzusetzen – :UpdateRemotePlugins soll dann entfallen.
Alle Informationen zu Neovim 0.12 und zu den geplanten Updates finden sich auf der Webseite des Projekts [1] und in den Release Notes auf GitHub [2].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11241207
Links in diesem Artikel:
[1] https://neovim.io/roadmap/
[2] https://github.com/neovim/neovim/commit/fc7e5cf6c93fef08effc183087a2c8cc9bf0d75a
[3] https://www.heise.de/ix
[4] mailto:fo@heise.de
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(Bild: Besjunior / Shutterstock.com)
Google veröffentlicht ADK 1.0 für Java und erweitert sein Framework für KI-Agenten um Tools, Plugin-System und Zusammenarbeit zwischen Agenten.
Google hat das Agent Development Kit (ADK) für Java in Version 1.0.0 veröffentlicht und macht sein Framework für KI-Agenten damit erstmals auch für die weit verbreitete Java-Plattform verfügbar. Das Open-Source-Projekt, das ursprünglich in Python startete, wächst damit zu einem mehrsprachigen Ökosystem heran – neben Java unterstützt es auch Go und TypeScript.
Das ADK [1] richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die KI-Agenten bauen wollen, die nicht nur Texte generieren, sondern aktiv mit ihrer Umgebung interagieren. Solche Agenten kombinieren Large Language Models (LLMs) mit Tools, Zustandsverwaltung und externen Datenquellen.
Zu den wichtigsten Neuerungen zählen zusätzliche Tools für den Zugriff auf externe Informationen. So bindet etwa das GoogleMapsTool Ortsdaten direkt ein, während das UrlContextTool Webseiteninhalte automatisch abruft und zusammenfasst. Mit Code-Executoren können Agenten zudem eigenen Code lokal (Docker) oder in der Cloud ausführen.
Neu ist auch eine zentrale App-Struktur mit Plug-in-System. Damit lassen sich Funktionen wie Logging, Kontextfilterung oder globale Verhaltensregeln einmal definieren und auf alle Agenten anwenden.
(Bild: Google for Developers Blog [2])
Für längere Interaktionen führt ADK ein Context-Management ein, das ältere Gesprächsteile zusammenfasst, um Token-Limits und Kosten zu kontrollieren. Gleichzeitig unterstützt das Framework Human-in-the-Loop-Szenarien: Agenten können Aktionen pausieren und eine Freigabe einholen.
Hinzu kommen Bausteine für Sitzungs- und Langzeitspeicher sowie Unterstützung für das Agent2Agent-Protokoll, über das Agenten framework-übergreifend miteinander kommunizieren.
Nähere Informationen bietet der Beitrag auf dem Blog Google for Developers [3] sowie die Dokumentation zum Tool [4].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11241104
Links in diesem Artikel:
[1] https://google.github.io/adk-docs/
[2] https://developers.googleblog.com/announcing-adk-for-java-100-building-the-future-of-ai-agents-in-java/
[3] https://developers.googleblog.com/announcing-adk-for-java-100-building-the-future-of-ai-agents-in-java/
[4] https://google.github.io/adk-docs
[5] mailto:mdo@ix.de
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Langsame Websites nerven Nutzer und ausgerechnet das populäre CMS WordPress ist nicht für schnellen Seitenaufbau bekannt. Vinyl Cache schafft Abhilfe.
Ein Internetbenutzer, insbesondere wenn er über eine Suchmaschine nach Informationen fahndet, hat in etwa die Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens auf bewusstseinserweiternden Drogen. Ein kleiner Reiz und er springt zum nächsten Ast. Das ist herausfordernd für Seitenbetreiber: Lädt eine Website zu lange, sind Nutzer schneller weg, bevor der Webserver alle Inhalte ausgeliefert hat.
Schnelle Absprünge wiederum bekommt auch Google mit und die Seite sinkt in der Gunst der Suchmaschine. Gerade WordPress ist von Haus aus nicht für überragende Geschwindigkeit bekannt. Ansätze, um WordPress-Seiten zu beschleunigen, gibt es mehrere. Meistens greifen sie per Plug-in tief in die WordPress-Instanz ein.
Ein anderer Weg: Man stellt WordPress den Cache-Server Vinyl zur Seite, der fertig gerenderte HTML-Seiten im RAM vorhält, und degradiert WordPress zum Zulieferer für den Cache. Wir versprechen nicht zu viel: Durch den Umbau, den wir in diesem Artikel beschreiben, werden Sie Ihre WordPress-Seite nicht wiedererkennen. Ganz nebenbei erfahren Sie, wie Sie Ihre Website mit dem Werkzeug k6 systematisch unter Last testen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11212955
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/Rasante-WordPress-Seiten-mit-Vinyl-Cache-11212955.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/WordPress-absichern-So-einfach-geht-s-10465922.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Einfach-bloggen-auch-ohne-WordPress-9666591.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Fuer-jeden-Zweck-WordPress-mit-Plug-ins-erweitern-6228401.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/WordPress-Themes-Worauf-kommt-es-an-6228345.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Eigene-Website-bauen-Erste-Schritte-mit-WordPress-6224616.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/WordPress-Sicherheit-fuer-Einsteiger-Die-fuenf-wichtigsten-Massnahmen-6154540.html
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Syriens Präsident Ahmed al-Scharaa
(Bild: FotoField/Shutterstock.com)
Berlin begrüßt Syriens Präsident mit Beifall. Der rote Teppich für Al-Sharaa hat handfeste Gründe. Dabei geht es auch um deutsche Interessen. Eine Analyse.
Früher gesucht, heute empfangen: Ahmad Al-Sharaa, syrischer Übergangspräsident und ehemaliger Kopf der Al-Qaida-Ablegerorganisation Hayat Tahrir al-Sham (HTS), traf [1] am gestrigen Montag in Berlin zu politischen Konsultationen ein.
Dass ausgerechnet Al-Sharaa – einst unter dem Kampfnamen Mohammed Al-Jaulani mit einem US-Kopfgeld von zehn Millionen Dollar belegt [2] – nun im Luxus-Hotel Ritz-Carlton residierend, von Hunderten Landsleuten bejubelt [3] und von Bundespräsident Steinmeier in Schloss Bellevue empfangen [4] wird, markiert eine Zäsur sowie einen neuen Meilenstein in den deutsch-syrischen Beziehungen.
Damaskus gilt als zentraler Akteur einer wankenden Region: Iran-Krieg, Gaza-Massaker und schwindender deutscher Einfluss bereiten Sorgen. Gast Al-Sharaa hatte im Dezember 2024 das Assad-Regime in einem blitzartigen Militärputsch hinweggefegt [5] und damit dem jahrzehntelang angestrebten westlichen Regime-Change zu einem erfolgreichen Ende verholfen [6].
Der Staatsbesuch war ursprünglich für Mitte Januar vorgesehen [7] gewesen – wegen des Binnen-Krieges gegen die syrischen Kurden jedoch verschoben worden.
Dabei knüpft der Besuch an die junge Tradition des diplomatisches Austausches an: Die damalige Außenministerin Annalena Baerbock hatte Damaskus bereits im Januar 2025, nur Tage nach der HTS-Machtübernahme, besucht [8], im März desselben Jahres öffnete [9] die deutsche Botschaft nach 13 Jahren Schließung wieder ihre Pforten.
Seit 2011 war Syrien – als geopolitischer Widersacher, Iran-Partner und Israel-Gegner– durch Krieg und Sanktionen ruiniert worden, nun herrscht – dank der Regentschaft des Dschihadisten mit gestutztem Bart und im Bankiers-Anzug – Goldgräberstimmung.
Ob Al-Sharaa sich ideologisch vom salafistischen Dschihad wirklich verabschiedet hat, bleibt hingegen fraglich. 2017 hatte er zwar öffentlichkeitswirksam die Spaltung von Al-Qaida betrieben [10] und Bin-Ladens Nachfolger Al-Zawahiri aus eigenem Machtanspruch die Gefolgschaft verweigert [11] – doch die brutale Regierungspraxis der HTS in Idlib, zahllose Übergriffe auf vermeintliche Ungläubige und anhaltende Gewalt gegen ethnische Minderheiten mahnen [12] zur Vorsicht.
Oberstes Thema des Besuches: Migration. Seit der Ära Merkel leben [13] mehr als 900.000 Syrer in Deutschland – nach den Ukrainern die zweitgrößte Migrantengruppe des letzten Jahrzehnts.
Bundeskanzler Friedrich Merz gab [14] nach dem Treffen die Zielmarke aus: 80 Prozent – rund 720.000 Menschen – sollen binnen drei Jahren zurückkehren. Einen Beleg für seine Behauptung, die Mehrheit wolle ohnehin zurück und den syrischen Aufbau vorantreiben [15], lieferte der Sauerländer Christdemokrat nicht.
Konkret sollen zunächst Straftäter – die syrische Kohorte [16] ist die größte ausländische Tatverdächtigengruppe in Deutschland, ohne Aufenthaltsstatus abgeschoben werden: "Hier haben wir eine kleine Gruppe, die uns Probleme bereitet, von straffällig gewordenen Syrern, die wir jetzt vordringlich zurückführen wollen", so Merz im Wortlaut [17].
Wer gut integriert sei und bleiben wolle, könne bleiben. Was, wenn die Mehrheit gar nicht ausreisen mag, folgt dann unmittelbarer Zwang? Ein offensichtlicher Widerspruch zur proklamierten 80-Prozent-Marke, der unaufgelöst blieb, zur Gewaltfrage wurde sich nicht geäußert.
Al-Sharaa brachte sein eigenes Modell mit [18]: "Zirkuläre Migration" – Rückkehrer sollen mit Deutschland verbunden bleiben und als Wissenstransfer-Brücke fungieren, sein bislang wenig konkreter Vorschlag bleibt allerdings konturlos und wurde in der deutschen Debatte als Randbemerkung abgewürdigt.
Der Staatsbesuch markiert dabei dennoch eine erhebliche innenpolitische Zäsur: Während Merkels "Wir schaffen das" den christlich-sozialen Pol der Union verkörperte, setzt [19] die aktuelle Bundesregierung unter dem Eindruck des AfD-Aufwindes und nahender ostdeutscher Wahlen auf einen harten Remigrationskurs.
Der syrisch-deutsche Konsens – Damaskus mit der Aussicht auf wirtschaftliche Kooperation und Millionen Soforthilfe gelockt – bedient dabei ein aus der extremen Rechten bekanntes Amalgam aus Remigrationsfantasien und handfesten ökonomischen Interessen, verpackt im bürgerlichen CDU-Gewand.
Als im Winter 2023 das Potsdamer Treffen ruchbar [20]wurde – bei dem sich rechtsextreme Vordenker, Politiker und Wirtschaftsmagnaten versammelt hatten, um Martin Sellners "Masterplan" zur Zwangsremigration von Millionen zu erörtern [21] –, war die Empörung noch groß. Auch in der CDU, drei damals aktive CDU-Mitglieder waren anwesend. Generalsekretär Linnemann versprach [22] hart durchzugreifen, vereinzelte Ausschlussverfahren folgten [23].
Alles Schnee von gestern: sicher, Sellners absurde Pläne – Deportationen gen Afrika, Wahlrechtsentzug für bis zu 20 Millionen Menschen – mögen sich nicht eins zu eins mit den aktuellen Debatten vergleichen lassen, doch der Diskurs ist erfolgreich im Mainstream verankert worden. Als Brandmauer-Allheilmittel gegen den AfD-Aufstieg versucht sich die CDU an einer Implementation von AfD-Positionen. Das extrem rechte Kalkül des Kultur-Kampfes um die Kommunikation scheint am vorläufigen Ziel.
Hinter der Migrationsfrage lauert [24] darüber hinaus knallhartes Wirtschaftsinteresse. Auf den Trümmern einer ruinierten, syrischen Volkswirtschaft wittern auch deutsche Konzerne blendende Geschäfte. Im Auswärtigen Amt warb [25] Al-Sharaa an einem runden Tisch mit rund 40 deutschen Wirtschaftsvertretern kräftig um Investitionen.
Seit 2011 bewegen sich die deutschen Investitionen nahe null – doch vor 2011 war Siemens in der IT-Sicherheit und Energietechnik präsent [26], Hochtief über internationale Tochterfirmen vertreten, die KfW inv [27]olviert.
Die Interessen fallen dabei zusammen: Al-Sharaas Regierung braucht gut ausgebildete Rückkehrer für den konsolidierenden Wiederaufbau. Deutsche Rückkehrer könnten als Dosenöffner für den Marktzugang fungieren.
Konkurrenz und Vergleichsmodell kommen aus Ankara: Die Türkei, die rund 3,5 Millionen Syrer im Land loswerden will, dominiert [28] bereits grenznahe Rückkehrergebiete wirtschaftlich. Zwar betont [29] die Erdogan-Regierung noch die Freiwilligkeit der Rückkehr, doch stärkt [30] sie Al-Sharaa zudem politisch, diplomatisch und militärisch. Berlin kopiert die türkische Strategie und versucht in das syrische Spiel einzusteigen.
Juristisch dürfte sich die 80-Prozent-Marke dennoch auf dünnem Eis bewegen. Der EuGH verlangt [31] für den Entzug des Schutzstatus eine dauerhaft und stabil verbesserte Lage – bloße Beteuerungen Al-Sharaas oder die simple Abwesenheit aktiver Kampfhandlungen reichen als Kriterium nicht aus.
Pauschale Quoten widersprechen überdies dem Grundgesetz und der Genfer Flüchtlingskonvention, die Einzelfallprüfungen vorschreiben. Menschenrechtsorganisationen warnen, [32] Gräueltaten hielten an – die außenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Cansu Özdemir, bezeichnet den gesamten Staatsbesuch Al-Sharaas demnach als "moralischen Bankrott" [33].
Gerne schmückt sich deutsche Sicherheitspolitik mit Menschenrechten, Feminismus und dem Versprechen, Brunnen zu bauen. Der Staatsbesuch eines Dschihadisten im Banker-Look belegt das Gegenteil.
Unter dem Eindruck wirtschaftlicher Interessen, innenpolitischer Opportunitäten und israelsolidarischer Staatsräson – Al-Sharaa gilt als Freund Tel Avivs – werfen Merz, Steinmeier und Co. jeden moralischen Kompass über Bord. Im Regierungsviertel regiert der Opportunismus: Wer Terrorist ist, bestimmt Berlin und sein Interesse.
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https://www.heise.de/-11240856
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.berlin.de/aktuelles/10292074-958090-syrischer-uebergangspraesident-alscharaa.html
[2] https://www.spiegel.de/ausland/syrien-usa-heben-kopfgeld-auf-milizenfuehrer-ahmed-al-sharaa-auf-a-7e200d5f-65e3-47d3-820d-9168b2ff42f3
[3] https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/staatsbesuch-aus-syrien-allahu-akbar-choere-fuer-ex-terrorist-im-berliner-ritz-69ca2624b33459bf5277404f
[4] https://www.tagesschau.de/ausland/syrien-berlin-staatsbesuch
[5] https://www.telepolis.de/article/Aleppo-Vom-Al-Qaida-Ableger-zum-westlichen-Partner-10187416.html
[6] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/syrien-hts-islamistengruppe-hintergrund-100.html
[7] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/syrien-besuch-deutschland-100.html
[8] https://www.srf.ch/news/international/machtwechsel-in-damaskus-baerbock-und-barrot-bei-syriens-de-facto-herrscher-al-scharaa
[9] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/baerbock-botschaft-syrien-102.html#:~:text=*%20Ausland.%20*%20Asien.%20*%20Deutsche%20Botschaft%20in%20Syrien%20nach%2013%20Jahren%20wiederer%C3%B6ffnet.
[10] https://www.telepolis.de/article/Aleppo-Vom-Al-Qaida-Ableger-zum-westlichen-Partner-10187416.html
[11] https://rewardsforjustice.net/de/rewards/hayat-tahrir-al-sham-hts/
[12] https://www.deutschlandfunk.de/syrien-gewalt-alawiten-massaker-kurden-drusen-staat-100.html
[13] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/al-sharaa-merz-100.html
[14] https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article69ca2cf616bcfe7fe2ed65db/merz-80-prozent-der-syrer-in-drei-jahren-zurueck-in-ihr-land.html
[15] https://www.reuters.com/world/middle-east/merz-says-syrian-refugees-have-important-role-rebuilding-their-country-2026-03-30/
[16] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/2461/umfrage/nichtdeutsche-tatverdaechtige-nach-nationalitaet/
[17] https://www.spiegel.de/politik/deutschland/friedrich-merz-strebt-rueckkehr-von-80-prozent-der-syrer-an-a-0ada6aee-9564-41d9-a10d-03b87fb19dc6
[18] https://www.aljazeera.com/news/2026/3/30/syrian-president-in-berlin-for-talks-with-germanys-merz
[19] https://elpais.com/internacional/2026-03-30/merz-transmite-al-presidente-al-shara-que-aspira-al-retorno-del-80-de-los-refugiados-sirios-en-alemania.html
[20] https://de.wikipedia.org/wiki/Treffen_von_Rechtsextremisten_in_Potsdam_2023
[21] https://www.ardmediathek.de/film/masterplan-das-potsdamer-treffen-und-seine-folgen/Y3JpZDovL25kci5kZS81MDg0IGNyaWQ6Ly9uZHIuZGUvNmNhN2JmNmQtOWExOS00ODY5LTlkMTktODJiMWFjZWMwMjc5X2dhbnplU2VuZHVuZw
[22] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2024-01/potsdam-treffen-rechtsextreme-afd-parteien-reaktionen
[23] https://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-treffen-vertreibung-extremisten-afd-1.6332367
[24] https://www.telepolis.de/article/Syriens-Wiederaufbau-Das-Milliardenspiel-der-Maechte-11222661.html
[25] https://www.jungewelt.de/artikel/520164.al-scharaa-in-berlin-dschihadist-auf-staatsbesuch.html
[26] https://www.dw.com/en/how-german-surveillance-firms-helped-assad-regime-in-syria/a-36753530
[27] https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_887808.html
[28] https://www.inss.org.il/publication/turkey-syria/
[29] https://www.dailysabah.com/politics/turkiye-takes-new-steps-to-encourage-returns-to-syria/news
[30] https://www.pbs.org/newshour/world/syria-asks-turkey-for-defense-support-after-weeks-of-sectarian-violence
[31] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/syrien-sturz-assad-fluechtlinge-status-widerruf-abschiebung
[32] https://mediendienst-integration.de/fluechtlinge/syrische-fluechtlinge-in-deutschland/abschiebungen-und-rueckkehr-nach-syrien/
[33] https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-03/linke-alscharaa-antrittsbesuch-deutschland-merz-gxe
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Ein Buckelwal, geschwächt und desorientiert in der Ostsee, gibt Rätsel auf. Überfischung und Lärm treiben Wale in den Tod. Schafft er es zurück ins offene Meer?
Sein Rücken ragte aus dem Wasser, so landeten Möwen auf ihm und pickten auf ihm herum. Der Buckelwal, der seit etwa zwei Wochen in der Ostsee herumirrt, soll 12 bis 15 Meter lang sein und rund 15 Tonnen wiegen.
Anfang März wurde er vor Wismar gesichtet, später in der Flensburger Förde. Daraufhin hing er tagelang in der Lübecker Bucht fest, wo er sich schließlich dank einer metertiefen Rinne, die von Schwimmbaggern gegraben wurde, selbst aus der Sandbank befreien konnte und zurück und in die Ostsee schwamm. Schiffe – unter anderem von der Wasserschutzpolizei – sollten ihn begleiten, um den richtigen Weg in die Nordsee [1] zu finden.
Dann gab es Anzeichen, dass er sich zurück zur Bucht orientieren würde. Zuletzt sei in der Nähe des Wismarer Hafens gesehen worden, hieß es am Montagabend. Dann auf dem Weg ins offene Meer ...
Derzeit sei unklar, wo sich das Tier befindet, heißt es am Dienstagmorgen, dem 31. März. Der Buckelwal vor der Ostseeküste sei in der Nacht abgetaucht, meldet der NDR [2].
Robert Marc Lehmann war Tage zuvor zu dem Tier abgetaucht, um mit ihm Kontakt aufzunehmen. Wegen des hohen Süßwassergehaltes in der Ostsee schwemme die Haut des Wales auf. Das Tier habe Rufe und Brummlaute von sich gegeben und hatte beide Augen geöffnet, berichtete der Taucher [3] gegenüber einem [4] ARD-Team. Doch er habe auch Unsicherheit und Angst verspürt. Wasser ströme in die Zellen, die dann aufblähen, so der Meeresbiologe.
Nachdem er kurzzeitig in der Ostsee wieder frei herumgeschwommen war, lag der Wal einige Tage im flachen (zwei Meter tiefen) Wasser vor Wismar/Mecklenburg-Vorpommern und bewegte sich kaum von der Stelle.
In der Nacht auf Dienstag hatte er sich dann selbstständig ins tiefere Wasser befreit.
Über diese Frage gehen die Meinungen der Experten auseinander. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum vermutet, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Walbullen handelt, der auf Wanderschaft versehentlich in dem Flachwasserbereich geraten sei.
Möglicherweise wollte er dort seine letzte Ruhe finden, glaubt ein Sprecher der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd. Manche Wale suchen flache Gewässer auf, wenn es ihnen nicht gut geht.
Die Walstrandungen könnten auch mit Sonnenstürmen zusammenhängen, schätzt der Meeresbiologe Boris Culik, der ein eigenes Forschungsunternehmen in Heikendorf bei Kiel betreibt. Denn dann ist das Erdmagnetfeld als Koordinatensystem nicht so stabil wie zu Zeiten, in denen die Sonne eben ruhiger ist. Dann sei der innere Magnetkompass der Tiere gestört [5].
Der wahrscheinlichste Grund für ihr Auftauchen in der Ostsee sei, dass die Wale auf der Suche nach Nahrung Fischschwärmen folgen, erklärt Almut Neumeister [6] vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund.
Denkbar sei auch, dass Unterwasserlärm ihre Orientierung beeinträchtigt [7]. Gerade junge Wale erkunden gerne ihre Umgebung. Allein 2025 waren mehrere Buckelwale in der Ostsee gesichtet worden. In den vergangenen Jahrzehnten wurden auch Belugas, Narwale und Zwergwale in der Ostsee gesichtet.
In der Ostsee ist die Fischkonzentration deutlich geringer als in der Nordsee, erklärt Meeresbiologe Culik. Hier gibt es keine Artgenossen, zudem ist der Salzgehalt zu niedrig, was Haut und Stoffwechsel der Säugetiere belastet. Dann breiten sich leicht Parasiten und Entzündungen auf der Haut der Buckelwale aus.
Heimisch sind hier nur Schweinswale, die mit etwa zwei Metern Länge viel kleiner sind. Geschätzt leben rund 200 Schweinswale in der zentralen Ostsee, in der Beltregion sind es einige Tausend, Tendenz rückläufig.
Die bis zu 30 Tonnen schweren Buckelwale leben in allen Weltmeeren [8]. Ihre Sommerquartiere sind die Polarmeere, Nordatlantik bei Norwegen und Grönland, im Nordpazifik bei Alaska und im Südpolarmeer. Im Winter schwimmen sie gerne in tropische und subtropische Gewässer in der Karibik und der mexikanischen Pazifikküste. Hier paaren sie sich und bringen ihre Jungen zur Welt.
Buckelwale bevorzugen Flachmeerzonen, tiefere Gewässer durchqueren sie nur auf ihren Wanderungen zwischen den Sommer- und Wintergebieten, wobei sie Tausende von Kilometer zurücklegen. Sie ernähren sich hauptsächlich von Krill (kleinen Krebsen), wovon sie pro Tag tausend Kilogramm aufnehmen.
Aber auch Plankton und kleine Schwarmfische wie Heringe oder Makrelen stehen auf ihrem Speiseplan. Als Bartenwale filtern sie diese Nahrung in großen Mengen aus dem Meerwasser. Buckelwale können 90 Jahre alt werden.
Der Buckelwal in der Lübecker Bucht war in Netze und Seile gewickelt, es sah aus wie eine Leine vom Schleppnetz oder eine Ankerleine von einem Sportboot, wie ein Fischer aus Niendorf angab. Offenbar habe sich der Wal darin verfangen und sei deshalb auch gestrandet, vermutet Sven Biertümpfel von der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd.
Obwohl weitestgehend entfernt, waren im Maul immer noch Netzreste zu sehen. Diese könnten ihn daran hindern, Nahrung aufzunehmen. Das würde seine Überlebenschancen deutlich verringern.
Schleppnetze, Stellnetze und Reusen sind besonders gefährlich für die Meeressäuger. Bis in die 1960er-Jahre bestanden die Netze aus abbaubaren Stoffen wie Hanf, Sisal oder Leinen, seither werden synthetische Stoffe wie Polypropylen, Polyethylen und Nylon verwendet. Im Meer verlorene Netze brauchen 400 bis 600 Jahre, bevor sie verrottet sind.
Netzfasern und chemische Zusätze gelangen als Mikroplastik in die Nahrungskette. An Wracks oder als "aufgestellte" Stellnetze fischen sie als Geisternetze noch lange nach dem Verhaken sinnlos weiter. Neben Fischen werden Geisternetze auch für Robben, Schweinswale und Tauchvögel zur Falle, wenn diese den verhedderten Fischen nachjagen [9].
Fischer müssen ihre Netze eigentlich wieder einsammeln – und bei Verlusten den genauen Ort melden. Allerdings würden Fischer aus Schleswig-Holstein normalerweise auf ihre Netze achten, betont Peter Dietze [10] vom Landesfischereiverband.
Allein deshalb, weil sie teuer sind: Einige Tausend Euro würden dann im Wasser bleiben. Das könne sich keiner mehr leisten. Allerdings seien auch dänische Fischer in schleswig-holsteinischen Gewässern unterwegs.
Immer wieder stranden Wale in Küstengewässern. Dies hänge auch mit gestörten Wanderrouten, Nahrungssuche in ungewohnten Gebieten und menschlichen Einflüssen zusammen, erklärt Daniela von Schaper [11], Meeresexpertin bei Greenpeace. Sie fordert einen besseren Schutz von Meeressäugern.
Überfischung, Unterwasserlärm, Vermüllung der Meere, aber auch der Klimawandel bedrohen Wale weltweit. Wale folgen ihrer Nahrung und kommen so von ihren Wanderrouten ab.
Werden die Meere leergefischt, finden sie keine Nahrung mehr. Sie verfangen sich in Stellnetzen, verletzen sich, werden geschwächt oder sterben qualvoll. Das passiert auch Schweinswalen in der Ostsee. Greenpeace fordert daher seit langem wirksame Schutzgebiette ohne Fischerei.
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[1] https://www.ndr.de/wellenord/walsichtung-vor-niendorf-rettungsboote-begleiten-ihn,buckelwal-156.html
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/ministerium-buckelwal-in-der-wismarer-bucht-schwimmt-wieder,wal-180.html
[3] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/luebeck_herzogtum-lauenburg_ostholstein/buckelwal-rettung-das-sagt-meeresbiologe-robert-marc-lehmann,wal-230.html
[4] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/luebeck_herzogtum-lauenburg_ostholstein/buckelwal-rettung-das-sagt-meeresbiologe-robert-marc-lehmann,wal-230.html
[5] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-an-ostsee-kueste-ist-befreit-wo-er-aktuell-unterwegs-ist,wal-180.html
[6] https://www.zdfheute.de/panorama/ostsee-wale-sichtungen-stranden-gruende-100.html
[7] https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/unterwasserlaerm-wale-dauerstress
[8] https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/buckelwale-akrobaten-riesen#:~:text=Die%20Nahrung%20der%20Buckelwale%20besteht%20vor%20allem,und%20aufziehen%2C%20zehren%20sie%20von%20ihren%20Fettreserven.
[9] https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/ostsee/geisternetze
[10] https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/gestrandeter-wal-an-ostsee-kueste-ist-befreit-wo-er-aktuell-unterwegs-ist,wal-180.html
[11] https://www.mynewsdesk.com/de/greenpeace-ev/news/greenpeace-zum-gestrandeten-wal-in-der-ostsee-507654?utm_campaign=send_list
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Das Mittelmeer vor der israelischen Küste nahe der Stadt Akkon
(Bild: vvvita/Shutterstock.com)
Fund vor Israels Küste: 2.600 Jahre altes Wrack birgt die älteste bekannte Roheisen-Ladung. Woher die Lieferung stammt, bleibt rätselhaft.
Forscher der Universität Haifa haben bei einer Unterwassergrabung in der Dor-Lagune nahe der Karmelküste neun Stücke unverarbeitetes Eisen geborgen, sogenannte "Eisenluppen".
Dabei handelt es sich um ein Halbfertigprodukt: schwammartige Klumpen aus Eisen und Holzkohle, die direkt im Schmelzofen erstarrt sind, ohne geschmiedet oder weiterverarbeitet worden zu sein. Die Stücke wiegen jeweils zwischen fünf und zehn Kilogramm. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Heritage Science veröffentlicht [1].
Die Entdeckung des Eisens geschah eher zufällig: Was zunächst wie ein gewöhnlicher Stein aussah, der aus dem Weg geräumt werden sollte, erwies sich als deutlich schwerer als erwartet. Neben den Eisenluppen bargen die Archäologen auch einen Anker und Keramikfragmente.
In einem der Eisenstücke war ein verkohlter Zweig eingeschlossen, in der Keramik fanden sich Traubenkerne – beides ermöglichte eine Radiokarbon-Datierung, die das Alter des Wracks auf rund 600 vor Christus bestätigte. Es handelt sich um das jüngste von drei Schiffswracks, die in der Dor-Lagune entdeckt wurden; die beiden anderen stammen aus dem 11. und 9. Jahrhundert vor Christus.
Bisherige Funde von Eisenluppen stammten ausschließlich von Produktionsstätten an Land. Fachleute waren davon ausgegangen, dass Eisen nicht in diesem rohen Zustand gehandelt wurde, da es ineffizient sei, die Luppen abkühlen zu lassen und später erneut zu erhitzen.
Allerdings bietet das unverarbeitete Eisen einen entscheidenden Vorteil für den Seetransport: Seine Oberfläche schützt es vor Korrosion bei Kontakt mit Wasser – ein Vorzug, den fertig geschmiedete Eisenprodukte nicht haben.
Die Universität Haifa erklärte, der Fund liefere erstmals einen direkten Beleg dafür, dass Eisen in seiner frühesten kommerziellen Form per Schiff transportiert wurde. Dies deute auf eine arbeitsteilige Spezialisierung im antiken Produktions- und Handelsnetzwerk des Mittelmeerraums hin: Das Rohmaterial wurde offenbar an einem Ort gewonnen und an einem anderen weiterverarbeitet.
Die Region befand sich um 600 vor Christus in einer Phase intensiver Konflikte. Nach einem Jahrhundert assyrischer Herrschaft beanspruchten zunächst die Ägypter, dann die Babylonier die Kontrolle über das Gebiet des heutigen Israel.
Angesichts dieser Machtkämpfe interpretieren die Forscher die Eisenladung als Rohstoff, der dringend für die Herstellung von Kriegsgerät wie Pfeilspitzen, Dolchen und Schwertern benötigt wurde.
Welchem der konkurrierenden Reiche die Ladung ursprünglich gehörte, konnten die Wissenschaftler bislang nicht klären. Auch die genaue Herkunft des Eisens bleibt offen – ein Fundort jenseits des Jordans gilt als wahrscheinlich, doch auch andere Regionen des Mittelmeerraums kommen infrage.
"Der nächste Schritt besteht darin, herauszufinden, woher und wohin das Schiff gesegelt ist", sagte [2] die Hauptautorin der Studie, Tzilla Eschel, gegenüber dem Portal The Debrief. Dazu sollen unter anderem petrographische Analysen der geborgenen Korbhenkel sowie Osmium-Isotopen-Untersuchungen der Eisenluppen durchgeführt werden. Weitere Forschungsergebnisse zu dem Wrack sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat sich das Wissen über antike Handelsnetzwerke in der Region erheblich erweitert. Die Funde aus der Dor-Lagune fügen diesem Bild nun ein weiteres Puzzlestück hinzu – und zeigen, dass der Seehandel mit Roheisen im Mittelmeerraum offenbar deutlich früher einsetzte als bisher angenommen.
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https://www.heise.de/-11240415
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[1] https://www.nature.com/articles/s40494-026-02409-7
[2] https://thedebrief.org/2600-year-old-shipwreck-reveals-an-unexpected-discovery-challenging-past-ideas-on-the-tools-of-ancient-warfare/
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Netzwerkkabel sind manchmal etwas empfindlich. Geht bei Ihnen eines kaputt, lässt es sich unter Umständen aber reparieren.
Ich habe einige Ethernetkabel, bei denen mir die Rastnase abgebrochen ist. Eigentlich sind die teuren Strippen ansonsten noch gut, kann ich sie weiter verwenden?
Abgesehen von dem Anbringen eines neuen Steckers mit einer Crimpzange, was etwas handwerkliches Geschick voraussetzt, gibt es noch eine einfachere Lösung.
Die Berliner Firma Tragant bietet unter der Marke Delock [1] Reparaturclips für RJ45-Stecker an.
Ein Starterset [2] mit 16 Stück kostet bei Reichelt [3] aktuell 6,15 Euro.
Wenn die Rastnase zur Verriegelung abgebrochen ist, kann man so einen Clip einfach über den vorhandenen Stecker schieben.
(Bild: Delock)
Voraussetzung ist, dass man die Hülle des alten Steckers weitgehend entfernt, etwa mit einem Cutter.
Ist dies nicht möglich, kann man die Clips entlang einer Perforierung auch verkürzen, was uns aber nur mit mäßigem Erfolg gelang.
Die Clips eignen sich auch, um RJ45-Stecker farbig zu markieren und so die Zuordnung bei mehreren Patchkabeln zu erleichtern.
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https://www.heise.de/-11228454
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.delock.de/produkt/86422/merkmale.html
[2] https://heise.de/s/AXP2r
[3] https://www.reichelt.de/de/de/shop/produkt/rj45_reparatur_clip_starter_set_16_stueck-155289
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
[6] mailto:jes@heise.de
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Apple-Logo auf einem Mac.
(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
In einem halben Jahrhundert Unternehmensgeschichte gab es bei Apple nicht nur Erfolge, sondern auch reichlich Fehlschläge. Unsere Tops- und Flops-Liste.
Auch wenn sich kaum jemand mehr daran erinnert: Bei der Rückkehr von Steve Jobs im Jahr 1997 stand Apple kurz vor der Pleite. Und in der 50-jährigen Geschichte [1] [1] des Mac- und iPhone-Herstellers aus Cupertino kam es immer wieder zu Entscheidungen, Produkten und Entwicklungen, die für den Konzern keineswegs gut waren.
Hinzu gesellen sich allerdings auch viele Highlights. Unsere Liste der wichtigsten Tops und Flops umfasst insgesamt 30 Punkte.
Apple I (1976): Der Grundstein. Er bewies im Homebrew Computer Club, dass ein Markt für persönliche Computer existiert, und sicherte das Startkapital für die Firmengründung.
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https://www.heise.de/-11211302
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/50-Jahre-Apple-Die-Rueckschau-11211292.html
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Eine neue App der US-Regierung sorgt für Datenschutzbedenken.
(Bild: ChiccoDodiFC/Shutterstock.com)
Die White-House-App verlangt unter Android weitreichende Berechtigungen. Eine technische Analyse wirft zudem Datenschutz- und Sicherheitsfragen auf.
Am Freitag hat das Weiße Haus eine offizielle Applikation für Android und iOS veröffentlicht. Sie verspricht „direkten Zugang zum Weißen Haus“ sowie „ungefilterte Echtzeit-Updates aus erster Hand“ mit Push-Benachrichtigungen zu Ankündigungen, Livestreams von Reden und der Möglichkeit, Feedback direkt an die Regierung zu senden.
Was die US-Regierung nicht erwähnt: Die App des Weißen Hauses verlangt auf Android-Geräten weitreichende Berechtigungen. Sie kann nach entsprechender Freigabe durch die Nutzer den genauen Standort erfassen, beim Gerätestart automatisch starten, Inhalte über andere Apps einblenden und das Gerät aktiv halten. Für sich genommen sind diese Funktionen nicht ungewöhnlich; bei Software, die vor allem Nachrichten und Livestreams bereitstellt und von einer staatlichen Stelle stammt, ist dieses Gesamtprofil jedoch erklärungsbedürftig.
Für Aufsehen sorgt zudem die Analyse eines Entwicklers [1], der den Code der Android-App untersucht hat. Dabei traten mehrere Auffälligkeiten zutage: Demnach blendet der integrierte Browser per JavaScript Cookie-Banner, Paywalls und Login-Hinweise aus. Zudem enthält der Code eine Vorkehrung für regelmäßige Standortabfragen, die – nach Rückfrage bei Nutzern zur App-Laufzeit – Daten an den Drittanbieter OneSignal übermitteln kann. Gleichzeitig nutzt das Programm umfangreiche Tracking- und Analysefunktionen über OneSignal, etwa zur Auswertung von Nutzerverhalten und Interaktionen.
(Bild: Screenshot)
Weitere Kritikpunkte betreffen die Einbindung externer Inhalte: Die App lädt JavaScript unter anderem von einer privaten GitHub-Seite, was bei einer Kompromittierung dieser Quelle das Ausführen fremden Codes ermöglichen könnte. Auch werden Nutzerdaten wie E-Mail-Adressen über externe Dienste verarbeitet, die nicht zur staatlichen Infrastruktur gehören.
Rechtswidrig sei dies nicht zwangsläufig, so der Autor der Analyse, entspreche jedoch nicht unbedingt den Erwartungen an eine offizielle Regierungsanwendung. Im Play Store [2] gibt die App lediglich an, allgemeine personenbezogene Daten zu erfassen, diese aber nicht an Dritte weiterzugeben. Konkrete Angaben zu Standortdaten, Tracking oder eingesetzten externen Diensten fehlen.
Die iOS-Version der App fällt im Praxistest zurückhaltender aus: Sie fordert weder Zugriff auf den Standort noch auf Benachrichtigungen an. Zumindest nicht beim ersten Start: Erst im „Social“-Bereich erscheint eine Abfrage für Benachrichtigungen, die Nutzer aktiv bestätigen müssen.
Im App Store [3] werden als erfasste Daten lediglich Kontaktinformationen wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer zu Marketingzwecken angegeben, die nicht mit der Identität der Nutzer verknüpft sein sollen. Hinweise auf Standortdaten, Tracking oder externe Dienste finden sich dort nicht.
Insgesamt wirkt die iOS-Version deutlich weniger fordernd im Umgang mit Systemrechten. Einschränkend gilt allerdings, dass sich das tatsächliche Verhalten ohne Einsicht in den Code nicht abschließend bewerten lässt.
Beide Stores verweisen auf die offizielle Datenschutzerklärung des Weißen Hauses [4], die in der Sektion zur App lediglich eine Kontakt-E-Mail aufführt. heise online hat sowohl Google als auch Apple um Stellungnahme zu Prüfprozess und Richtlinienkonformität gebeten.
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https://www.heise.de/-11240569
Links in diesem Artikel:
[1] https://blog.thereallo.dev/blog/decompiling-the-white-house-app
[2] https://play.google.com/store/apps/datasafety?id=gov.whitehouse.app
[3] https://play.google.com/store/apps/datasafety?id=gov.whitehouse.app
[4] https://www.whitehouse.gov/privacy/
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:tobe@heise.de
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Lego wurde in den letzten Jahren viel gescholten. Stein des Anstoßes sind die Sticker, die viele Modelle verunzieren. Selbst teure Vitrinenmodelle setzen oftmals nur zum Teil auf die bei der Konkurrenz längst üblichen Drucke. So liegt beim Todesstern, der wegen seines Preises von ursprünglich 999 Euro kritisiert wurde, fast schon ein kleines Stickeralbum bei. Legos erstes Star-Trek-Set, die U.S.S. Enterprise-D, setzt ebenfalls auf Aufkleber. Dabei sind einzelne Details sehr wohl durch Prints realisiert. Bluebrixx war diesbezüglich mit einer inzwischen nicht mehr erhältlichen Enterprise-D weiter.
Abhängig ist derlei offenbar vom Lizenzgeber. Wie schon bei anderen Nintendo-Sets kommen beim Lego Game Boy keine Sticker zum Einsatz. Nur auf den beiden beiliegenden Spielen sind sie zu finden. Hier wäre es aber tatsächlich nicht originalgetreu, ausgerechnet die Cartridges zu bedrucken. Auch die Originale zierten großflächige Sticker.
Ansonsten ist alles bedruckt, ob nun der Produktname, die Schalterbeschriftungen oder der angedeutete Batteriedeckel.
Da wundert es nicht, dass sich der Lego-Game-Boy allein im letzten Monat bei Amazon über 1.000-mal laut Produktseite verkauft haben soll. Aktuell ist er dort noch mal etwas günstiger als laut Preistracker im 90-Tage-Schnitt.
Auf der Habenseite stehen 421 Teile. Daraus wird der Game Boy nahezu im Maßstab 1:1 gebaut. Kleine Abweichungen ergeben sich nur durch die vorgegebene Noppenbreite.
Lego war bei der Umsetzung nicht unkreativ. Die Start- und Select-Taster werden über Reifen umgesetzt. Zahnräder wiederum deutet die Kontrast- und Lautstärkeregler an. Noppen sieht man nur am Steuerkreuz, ansonsten ist das Modell komplett verfliest.
Drei unterschiedliche Display‑Attrappen mit Bewegungseffekt können eingesetzt werden. Möglich sind sowohl der Startscreen mit dem Nintendo-Lego als auch je eine Szene aus den beiliegenden Spielattrappen in Form von The Legend of Zelda: Link's Awakening und Super Mario Land.
Auch die beiden Games werden aus Klemmbausteinen zusammengesetzt. Eine Cartridge kann hinten in den Schacht des Game Boys gesteckt werden, die andere wird über einen zweiten Ständer präsentiert.
Nun kostet der Game Boy beziehungsweise das Lego-Set 72046 bei Amazon 42,99 Euro
LEGO Super Mario Game Boy
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Der dänische Proshop liefert für 41,90 Euro bei Versandkosten von 2,99 Euro und macht damit die aktuell beste Offerte. Die anderen 84 Vergleichsangebote im Preisvergleich liegen zwischen 43,78 und 89,90 Euro. Prime-Kunden kommen demnach am besten davon.
Telefónica hat zwei Vorstandsmitglieder abgesetzt. Wie der Mobilfunkbetreiber am 30. März 2026 mitgeteilt hat, wird Alfons Lösing ersetzt, Vorstand für Drittfirmenbeziehungen. Das Privatkunden-Ressort von Andreas Laukenmann wird abgeschafft und der Manager verlässt das Unternehmen. Zuvor war schon Telefónica-Deutschland-Chef Markus Haas überraschend durch die spanische Konzernführung abgelöst worden.
Lösings Nachfolger wird Jörg Kablitz, der bislang für den Zahlungsdienstleister Paypal das Deutschlandgeschäft führt und laut eines Medienberichts bereits im Oktober 2025 in der Zentrale in München als Nachfolger vorgestellt wurde. Hintergrund ist der Verlust von 1&1 als Kunde für National Roaming, nach gescheiterten Verhandlungen zwischen Haas und 1&1-Chef Ralph Dommermuth.
Das künftige Vorstandsteam besteht aus Chief Executive Officer Santiago Argelich Hesse sowie den Vorstandsmitgliedern Mallik Rao (Chief Operating Officer), Markus Rolle (Chief Financial Officer), Valentina Daiber (Chief Officer Legal & Corporate Affairs), Nicole Gerhardt (Chief Organizational Development & People Officer) und Jörg Kablitz (Chief Wholesale & Partner Officer).
Damit reduziert sich die Zahl der Vorstände von sieben auf sechs. Alle Vorstands-Personalien bei Telefónica werden derzeit vor Veröffentlichung dem Handelsblatt durchgestochen .
Das Ziel sei "Wachstum im Kerngeschäft" . Hesse sagte: "Ich bin überzeugt, dass unser neu formiertes Vorstandsteam die erforderlichen Impulse geben wird, um Telefónica Deutschland mit neuer Stärke zurück zu nachhaltigem Wachstum zu führen."
Lösing scheidet bereits zum 31. März 2026 aus dem Unternehmen aus. Privatkundenvorstand Laukenmann, dessen Vorstandsbereich aufgelöst wird, soll seinen Ende August 2026 endenden Vorstandsvertrag nicht verlängern und das Unternehmen "auf eigenen Wunsch verlassen" . Er soll das Privatkundengeschäft in den kommenden Monaten bis zu seinem Ausscheiden weiterführen. Auf dem Foto des neuen Vorstands darf er noch einmal posieren.
Das Ressort Chief Consumer Officer soll aufgeteilt werden. Einige Zuständigkeiten dürften künftig direkt in Hesses Verantwortung kommen.
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Wärmebildkameras zeigen Temperaturunterschiede an und bieten damit einen schnellen Überblick über mangelhafte Isolierungen, Lecks in Wasserleitungen und Heizungsrohren oder überlastete Kabel. Praktisch sind Modelle, die das Display des Handys zum Anzeigen der Ergebnisse nutzen. Ein Beispiel ist die Hikmicro Mini2 V2, die bei Amazon im befristeten Angebot erhältlich ist.
Die Wärmebildkamera Hikmicro Mini2 V2 enthält einen USB-C-Stecker, mit dem sie direkt ans Smartphone angeschlossen wird. Im Lieferumfang sind außerdem ein Lightning-Adapter und ein Adapter für dickere Handyhüllen enthalten, so dass sie mit einer großen Anzahl von Geräten kompatibel ist. Ein 60 Zentimeter langes Verlängerungskabel liegt ebenfalls bei, damit die Kamera auch enge Stellen erreichen kann. Nach Installation der zugehörigen App kann es sofort mit den ersten Aufnahmen losgehen.
Mit ihrem 50°-Weitwinkelobjektiv deckt die Wärmebildkamera ein großes Sichtfeld ab, in dem sie Temperaturunterschiede mit einer Genauigkeit von ±2 °C misst. Sie arbeitet mit einer IR-Auflösung von 256 x 192 Pixel, die sie mit SuperIR-Technologie auf 512 x 384 Pixel hochskaliert und die durch neuronale Netzwerke in Echtzeit verbessert wird. Somit entstehen detaillierte Bilder, die die Situation bis an den Rand scharf wiedergeben.
Verschiedene Messmethoden, auswählbare Farbpaletten für unterschiedliche Situationen und individuelle Temperaturgrenzen bieten einen hohen Bedienkomfort in der App. Auch Helligkeit, Kontrast und Schärfe können eingestellt werden. Darüber hinaus können sich Nutzer für reine Wärmebildaufnahmen, reine Kameraaufnahmen oder eine kombinierte Darstellung entscheiden, um das Problem bestmöglich zu lokalisieren.
Energie bezieht die Wärmebildkamera von Hikmicro direkt aus dem Handy, so dass kein separates Aufladen erforderlich ist. Der Stromverbrauch ist mit 0,3 gering, die Kamera kann laut Hersteller mit einem vollständig geladenen Smartphone vier bis sechs Stunden genutzt werden.
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Noch günstiger ist die Wärmebildkamera ohne zusätzliche Adapter und Verlängerungskabel. Details und Auswahlmöglichkeiten gibt es unter dem oben genannten Link.
Auch klassische Wärmebildkameras von Hikmicro sind reduziert. Die Hikmicro E01 mit integriertem Display, aufladbarem Akku und einer SuperIR-Auflösung von 240 x 240 Pixel gibt es für 159,99 Euro.
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Weitere reduzierte Wärmebildkameras von Hikmicro und anderen Herstellern sind hier zu finden:
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Die Faisal-Moschee in Islamabad wurde nicht nur nach dem saudischen König benannt. Ihr Bau wurde auch von Riad finanziert.
(Bild: Nadeem A. Khan, shutterstock)
Am Persischen Golf treten die Brüche der muslimischen Welt deutlich zu Tage. Was heißt das für den Islam und für die Islamische Republik Pakistan?
Seit dem 28. Februar attackieren USA und Israel gemeinsam und völkerrechtswidrig Iran. Doch das ist nicht alles. Denn auf der Seite von Donald Trump und Benjamin Netanyahu stehen, angeführt von Saudi-Arabien, die absolutistischen Königreiche der Ölscheichs – tonangebende Mächte der islamischen Welt.
Während viele muslimische Staaten, arabische und andere, den Konflikt aus der Distanz betrachten und sich so weit wie möglich heraushalten, hat er für Pakistan neben gravierenden wirtschaftlichen Folgen auch Konsequenzen für das Selbstverständnis des Landes. Das Engagement [1] Islamabads für Verhandlungen mit Iran ist unter anderem auch Ausdruck dieses Dilemmas.
Pakistan ist wie kaum ein anderes muslimisches Land ökonomisch abhängig von Saudi-Arabien, es hat quasi sein Schicksal in die Hände der Familie Al Saud gegeben [2]. Und zieht nun einen gewissen Stolz daraus, Erfüllungsgehilfe von deren Interessen zu sein. Auch Saudi-Arabiens Armee wäre ohne Söldner aus Pakistan aufgeschmissen.
Zumindest pro forma spannt Pakistan seit dem neuen Pakt [3] vom September 2025 seinen nuklearen Schutzschirm auch über die Heiligen Stätten in Saudi-Arabien aus. Damit besteht rein theoretisch die Möglichkeit, dass Pakistan im Verbund mit den USA und Israel ein muslimisches Bruderland, in diesem Fall Iran, nuklear attackiert.
Natürlich nur „zur Verteidigung“, soweit hat man die Rhetorik der Nuklearmächte korrekt verinnerlicht. Und zum Glück für Pakistan rein theoretisch.
Der Persische Golf ist nicht nur das Nadelöhr der globalen Energiewirtschaft. Nirgendwo sonst wird um Inhalt und Charakter des politischen Islams so gerungen. Und der Sturz des Schah-Regimes war die erste und bisher einzige erfolgreiche Revolution unter der Flagge des politischen Islams.
Man kann es kaum genug unterstreichen: Die Revolutionäre waren Schiiten. Nicht Sunniten wie zum Beispiel die Saudis, die nicht nur die Heiligen Stätten Mekka und Medina, sondern den Islam an sich, global, schützen sollten. Umso mehr, als sie seit den Sechzigerjahren über märchenhaften Reichtum verfügen; und mit ihrer ganz eigenen Lesart des Islams, dem Wahhabismus, den Grundstein für den Salafismus legten.
Es gibt eine konfessionelle Dimension – Sunniten gegen Schiiten. Vergleichbar mit der Zeit um die Reformation in Europa, als im 16. Jhd. Katholiken und Protestanten aufeinander losgingen.
Für den Westen und die Scheichs war Saddam Hussein das ideale Werkzeug, um Irans Revolution zu bekämpfen. Gewissensbisse gab es keine im zweiten Golfkrieg 1991. Es ging direkt weiter gegen den früheren Verbündeten Saddam als er die Kosten für acht Jahre Krieg eintreiben wollte.
Im dritten Golfkrieg ab 2003 sollte eigentlich das aufgearbeitet werden, was 1991 auf halber Strecke liegen geblieben war. Mit bis heute kaum verstandenen Folgen für Irak. Und einem Gewinner, mit dem man nicht gerechnet hatte: Iran.
Nun wendet sich die heilig-unheilige Allianz von Scheichs, den USA und Israel im vierten Krieg gegen Iran. Nicht nur Israel, gerade auch die Scheichs, wollen die Gefahr der Ausbreitung einer muslimischen – und ganz besonders einer schiitischen – Revolution ein für allemal bannen.
Pakistan an der Seite Israels?
Für Pakistan war es lange einfach, sich aus diesen Konflikten herauszuhalten oder die Linie der Saudis zu folgen. Doch nun ist der Gegner kein „unislamischer“ Tyrann wie Saddam und noch nie beteiligte sich Israel so aktiv an einem Angriff der USA wie seit 28.Februar 2026.
Und es geht gegen eine Nation, die jedenfalls theoretisch die gleichen Ziele verfolgt wie man selbst und auf diesem Weg nüchtern betrachtet einiges weiter ist.
Klar: Wenn man der fundamentalistischen Ideologie der Wahhabiten folgt, und das ist in Pakistan seit der Militärdiktatur in den Siebzigern trotz der liberalen Traditionen der Sufis der Fall; dann sind die Schiiten Häretiker – oder Ketzer – und als das sieht man im Wahhabismus Schiiten, verwerflicher als Ungläubige, die nicht behaupten, Muslime zu sein.
Trotzdem: Khomeini schaffte, von was die anderen nur redeten.
Und nur wenige Jahre vor der iranischen Revolution hatte Pakistan den Grund seiner Existenz als Refugium für alle Muslime Indiens teilweise verloren: Die „Theorie der zwei Nationen [4]“ war nach der Abspaltung Pakistans von Bangladesch 1971 gescheitert. Das ideologische Vakuum füllt seitdem der Wahhabismus.
Allerdings ist in Wahrheit ist die Ideologie des politischen Islam nie so stark gewesen, wie sie oft gezeigt wurde. Die Vorstellung vereint agierender Muslime erschien jenen, die etwas von der muslimischen Welt verstehen, schon immer mindestens so unrealistisch wie die Vorstellung vereint agierender Europäer.
Die Umma, die globale muslimische Gemeinschaft, ist hoffnungslos gespalten.
Die Stärke des politischen Islams wurde besonders auch von den USA immer wieder (über)betont, weil ihr nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion der Gegner abhanden gekommen war. Und damit der Grund für die gewaltigen Ausgaben für den militärisch-industriellen Komplex entfallen war. Man brauchte eine neue Zielscheibe, um alles beim Alten zu belassen.
Die große Mehrheit der Pakistanis hat jedoch gänzlich andere Sorgen als den ideologischen Überbau ihres Landes. Sie plagt die Last hoher Energiepreise und das Schicksal von Millionen Landsleuten im Golf.
Der Umstand, dass ihr Land, gegründet im Namen des Islams, mit dessen angeblichen Erzfeinden gemeinsame Sache macht, um eine muslimische Nation in die Knie zu zwingen, ist vergleichsweise irrelevant.
Die Religion ist als politisches Werkzeug zumindest international nur von begrenztem Wert. Es bleibt aber für Rechtswissenschaftler, Historiker und Soziologen die essenzielle Frage: Warum Pakistan, wenn es keine religiöse (muslimische) Rechtfertigung mehr gibt?
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[1] https://www.tagesschau.de/ausland/asien/iran-verhandlungen-114.html
[2] https://www.arabnews.com/node/2604355/pakistan
[3] https://www.icanw.org/pakistan_saudi_arabia_a_mutual_defence_pact_with_nuclear_shadows
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Nationen-Theorie
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