FreshRSS

🔒
✇ c't-Themen

heise+ | Speicherkrise 2026: Wie Betrüger bei SSDs und Festplatten zuschlagen

Von Heise — 07. April 2026 um 17:00

Speicher wird knapp, Preise steigen – und gleichzeitig tauchen immer mehr gefälschte oder manipulierte SSDs, Festplatten und Speicherkarten im Handel auf.

Die Lage auf dem Speichermarkt hat sich innerhalb weniger Monate dramatisch verändert. Was lange als günstige Massenware galt, ist plötzlich knapp und teuer. Grund dafür ist vor allem der enorme Bedarf an Massenspeicher für KI-Infrastruktur. Hyperscaler kaufen SSDs und Festplatten in großen Mengen auf, wodurch für klassische Consumer-Produkte weniger übrigbleibt.

Die Auswirkungen sind inzwischen auch im Alltag spürbar: SSD-Preise haben sich seit Herbst 2025 teilweise verdoppelt bis verdreifacht, und selbst einfache Speicherkarten kosten deutlich mehr als noch vor einem Jahr. Besonders deutlich zeigt sich die Situation bei Sony: Das Unternehmen hat Ende März 2026 die Auslieferung vieler SD- und CFexpress-Karten vorübergehend gestoppt – schlicht, weil ihm der Rohstoff für neue Speicherkarten fehlt.

Doch die steigenden Preise sind nur ein Teil des Problems. Knappheit und hohe Margen machen Betrug mit gefälschten Speichern attraktiv. Und genau das passiert derzeit in zunehmendem Ausmaß.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11244181

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/Speicherkrise-2026-Wie-Betrueger-bei-SSDs-und-Festplatten-zuschlagen-11244181.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Stromsparen-bei-grossen-Festplatten-Arrays-11110786.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Massenspeicherberatung-Festplatten-als-Datenlager-10436445.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Leitfaden-Der-optimale-Massenspeicher-fuer-Ihre-Anwendung-10436433.html
[5] https://www.heise.de/tests/Massenspeicher-fuer-den-Raspberry-Pi-im-Vergleich-MicroSD-SSD-und-USB-Stick-10256026.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 07.04.2026 11:18

Von heise online — 07. April 2026 um 11:18

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
07.04.2026 11:18
Region
Burbach (Siegerl) (02736)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 07.04.2026 09:15

Von heise online — 07. April 2026 um 09:15

Neue Störungsmeldung für Provider Deutsche Glasfaser

Details

Beginn
07.04.2026 09:15
Region
Langen (bei Bremerhaven) (04743)
Provider
Deutsche Glasfaser
Zugangsart
Modem

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ Telepolis

VW Osnabrück: Vom Cabrio zur Kriegsmaschine

Von Marcus Schwarzbach — 07. April 2026 um 08:00
Friedenstaube sitzt auf VW-Logo

Wo heute bei Volkswagen Autos vom Band laufen, sollen bald Raketenabwehr-Teile entstehen. Doch die Belegschaft kämpft zurück.

Ostern ist die Zeit der Friedensmärsche. Verschiedene Aufrufe sollen zur Teilnahme motivieren. Abrüstungsinitiativen und einen Friedensplan für Europa fordert das Netzwerk Friedenskooperative [1]:

"Sozialabbau oder neue Schulden für militärische Aufrüstung auf Kosten von u. a. Bildung, Klimaschutz und dringend benötigten Investitionen, die unser Leben verbessern, sind inakzeptabel."

Die Aufrüstung wird von der Bundesregierung weiter vorangetrieben. Immer mehr Unternehmen sehen in Waffen ein lukrativen Geschäftsmodell. Das scheint auch für den VW-Standort Osnabrück zu gelten.

Der NDR meldet, dass VW und das israelische Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defence Systems in Osnabrück Teile für das Luftabwehrsystems Iron Dome produzieren sollen [2]. Die Zukunft dieses Werks ist ab Sommer 2027 ungeklärt, laut VW-Vorstand Oliver Blume werden dann keine eigenen Fahrzeuge mehr produziert.

Daniela Cavallo, die Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen AG, hat sich offen für Rüstungsprojekte gezeigt. Über Rüstungsproduktion in Osnabrück wird seit Längerem spekuliert.

Wo heute noch Porsche und VW-Cabrios vom Band laufen, entsteht vielleicht schon bald ein Zulieferbetrieb für aktuelle und kommende Kriegsschauplätze. Nach Medienberichten könnten für das Raketenabwehrsystem Trucks, Trägerraketen und Generatoren gebaut werden.

Der IG-Metall-Vorstand wartet ab – Gewerkschaftsbasis aktiv

Der IG-Metall-Vorstand positioniert sich nicht bei Umwandlung von Industriebetrieben in Rüstungsunternehmen. Das begrüßen nicht alle Mitglieder, zumal "Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung" ein Ziel laut IG-Metall-Satzung ist.

Viele VW-Beschäftigte hätten auf Lohn verzichtet und seien frustriert wegen der Rüstungspläne, berichtet Lars Hirsekorn [3], Betriebsrat bei VW Braunschweig:

"Ob das die Mehrheit der Beschäftigten ist, wissen wir nicht. Aber es sind viele, und wir erwarten, dass es eine breite und offene Debatte dazu gibt."

"Gerade in der Friedensstadt Osnabrück, die diesen Titel gemeinsam mit Münster aufgrund des Westfälischen Friedens von 1648 trägt, geht es deshalb darum, Druck von unten aufzubauen und gesellschaftliche Mehrheiten zu verschieben", fordert Tobi Rosswog [4], Mitinitiator von "VW steht für Verkehrswende".

Es gibt viele Argumente, die gegen eine Konversion zur Waffenproduktion sprechen. Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie sind unsicherer als in vielen anderen Branchen. Es kann zu Auftragsrückgängen, da die Nachfrage von politischen Entscheidungen abhängt.

Vielen Beschäftigten ist klar: Aufrüstung sorgt nicht für Frieden. Steigende Ausgaben für Militär führen zu Kürzungen im Sozialbereich, Kriegskredite in Form eines Sondervermögens müssen auch bezahlt werden.

Rüstungsproduktion ist mit Kriegen verbunden – eine Entspannung der internationalen Beziehungen kann zu einem Rückgang der Nachfrage und zu Arbeitsplatzverlusten führen. Viele Beschäftigte wollen, dass ihr Job auch im Privatleben Ansehen hat; das ist bei einer Branche, die davon lebt, dass kein Frieden herrscht, schwer möglich.

"Dass innerhalb weniger Monate ein militärisches Modell in Osnabrück entwickelt werden konnte, zeigt, dass die Entwicklungsabteilung vor Ort großes Potential hat", sagt Annika Fuchs [5], Mobilitätsreferentin bei der Umweltschutzorganisation Robin Wood. Sie fordert, dieses Potential in klimafreundliche Produkte zu investieren und den Standort in ein Pilotprojekt der Verkehrswende zu verwandeln.

Es gehe darum, Alternativen zu entwickeln:

"Rüstung schafft keine sichere Zukunft! Immer wieder wird behauptet, der Rüstungsboom sichere Arbeitsplätze und nütze der Gesamtwirtschaft. Das ist so nicht haltbar. Dort, wo Produktionskapazitäten von zivil auf militärisch umgestellt werden, gibt es keine vollständige Arbeitsplatzsicherung. […] Organisieren wir uns gemeinsam: Kämpferische Arbeiter:innen, kreative Aktivist:innen und engagierte Zivilgesellschaft."

Tobi Rosswog

Im Osnabrücker Werk werden bereits jetzt Kleinbusse für den öffentlichen Personennahverkehr in Hamburg und Hannover gebaut. Dies könnte ausgebaut werden [6].

Proteste von der IG-Metall-Basis

IG-Metall-Vertrauensleute bei Ford haben deshalb auf ihrer Vollversammlung im Januar 2026 die Erklärung "Nein zur Kriegswirtschaft [7]" beschlossen. Mit dieser Entscheidung positionieren sich die ehrenamtlichen Gewerkschafter deutlich gegen die Umstellung auf Rüstungsproduktion:

"Der IG Metall Vertrauenskörper der Ford-Werke in Köln schaut mit großer Sorge auf die weltweite Aufrüstung und zunehmenden Kriege. In Deutschland werden bereits erste Werke zur Umstellung auf Rüstungsproduktion gesucht. Wer uns damit Arbeitsplätze verspricht, versucht auf üble Weise die Existenzängste der Belegschaften in der Autoindustrie ausnutzen."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11242855

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.friedenskooperative.de/ostermarsch-2025/zeitungsanzeige
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/osnabrueck_emsland/produziert-vw-osnabrueck-bald-teile-fuer-israels-raketenabwehr,vw-1116.html
[3] https://www.nd-aktuell.de/artikel/1198602.aufruestung-aerger-ueber-ruestungsplaene-bei-vw.html
[4] https://www.imi-online.de/2026/03/24/aufruestung-um-jeden-preis/
[5] https://www.robinwood.de/pressemitteilungen/autoindustrie-darf-nicht-zur-ruestungsschmiede-werden
[6] https://www.zukunftswerk-osnabrueck.de/
[7] https://www.friedenkoeln.de/?p=19552

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Body Drain: Wenn Wohlstand auf fremden Körpern gebaut wird

Von Benjamin Roth — 07. April 2026 um 06:00
Arbeiter auf einer Baustelle an einem Gerüst

Body Drain betrifft verschiedenste Sektoren

(Bild: Chok Explorer/Shutterstock.com)

Nicht nur Köpfe, auch Körper fließen ab: Wohlstandszentren saugen physische Arbeitskraft aus der Peripherie. Was steckt hinter dem Phänomen?

Seit Jahrzehnten beschreibt der Begriff Brain Drain [1] die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus ökonomisch schwächeren Regionen in wohlhabendere Zentren. Ärzte aus Osteuropa, Ingenieure aus Indien oder IT-Spezialisten aus Afrika verlassen ihre Herkunftsländer, weil die Löhne, Arbeitsbedingungen und Lebensperspektiven anderswo deutlich besser sind.

Für die Herkunftsgesellschaften bedeutet dies [2] den Verlust dringend benötigter Expertise, während die Zielländer von bereits ausgebildetem Humankapital profitieren.

Doch neben diesem Abfluss von Wissen existiert ein weniger diskutiertes, aber umso breiteres Phänomen: die systematische Rekrutierung von Körpern. Während der Brain Drain die Köpfe betrifft, lässt sich beobachten, dass wohlhabende Zentren zugleich körperliche Arbeitskraft aus der Peripherie absorbieren – für Tätigkeiten, die hart oder gesundheitsschädlich sind.

Dieser Prozess könnte als Body Drain beschrieben werden: die Extraktion physischer Leistungsfähigkeit aus ärmeren Regionen [3] zur Aufrechterhaltung von Wohlstand und Konsum in den Zentren.

Dieser Body Drain zeigt sich besonders deutlich in drei Bereichen: in der Schwerstarbeit von Saison- und Bauarbeitern, in der globalen Verwertungslogik des Leistungssports sowie in der Sexindustrie, die von Escortdiensten bis hin zu Menschenhandel reicht. In allen Fällen werden Körper mobilisiert, verschlissen und ersetzt.

Schwerstarbeit

Jedes Frühjahr beginnt in Europa die stille Migration der Saisonarbeiter [4]. Tausende Menschen aus Osteuropa, Nordafrika oder Zentralasien reisen in die landwirtschaftlichen Kernregionen, um Spargel zu stechen, Erdbeeren zu pflücken oder Wein zu lesen. Ihre Arbeit ist körperlich extrem belastend: gebückte Haltung über Stunden, monotone Bewegungen, Witterungseinflüsse und Akkorddruck. Ohne sie würde ein bedeutender Teil der Agrarproduktion [5] nicht stattfinden.

Die ökonomische Logik ist klar: Landwirte in wohlhabenden Ländern benötigen billige, flexible Arbeitskräfte, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Lokale Arbeitskräfte sind für diese Tätigkeiten kaum zu gewinnen – nicht nur wegen der niedrigen Vergütung, sondern auch wegen der physischen Belastung. Die Lösung liegt im Import von Körpern, deren Arbeitskraft günstiger ist.

Ähnliches gilt für die Bauindustrie [6]. Auf Großbaustellen in westeuropäischen Metropolen arbeiten Männer aus Südosteuropa, der Türkei oder dem Kaukasus unter gefährlichen Bedingungen: Schwere Lasten, Lärm, Staub und ein erhöhtes Unfallrisiko prägen den Alltag. Subunternehmerketten verschleiern Verantwortung [7], während prekäre Verträge [8] die Arbeiter austauschbar machen.

Bauarbeit ist nicht nur körperlich fordernd, sondern verkürzt nachweislich die gesundheitliche Lebensspanne. Verschleißerscheinungen an Gelenken und Wirbelsäule, Atemwegserkrankungen und Arbeitsunfälle gehören zum Berufsrisiko. Der Wohlstand urbaner Zentren entsteht buchstäblich auf dem Rücken ausländischer Körper.

Auch im Transportsektor [9] zeigt sich der Body Drain deutlich. Fernfahrer aus Osteuropa durchqueren wochenlang den Kontinent, schlafen in ihren Kabinen und arbeiten zu Dumpinglöhnen [10], um Lieferketten aufrechtzuerhalten. Sie sichern den reibungslosen Fluss von Waren, während ihre eigenen Arbeits- und Lebensbedingungen oft unsichtbar bleiben.

Logistikzentren, Schlachthöfe und Hafenanlagen folgen demselben Muster: körperlich belastende Tätigkeiten werden an migrantische Arbeitskräfte ausgelagert. Der globale Warenverkehr basiert somit nicht nur auf Infrastruktur und Technologie, sondern auf der Mobilität und Belastbarkeit von Körpern.

So entsteht eine Arbeitsteilung, in der körperliche Härte externalisiert wird [11]. Die Zentren konsumieren Komfort, während die Peripherie die physischen Kosten trägt.

Leistungssport

Auch der Leistungssport folgt einer globalen Logik der Rekrutierung körperlicher Höchstleistung. Europäische Fußballligen scouten systematisch [12] junge Talente aus Afrika, Lateinamerika oder Osteuropa. Für wenige wird der Transfer zum sozialen Aufstieg, für viele endet der Traum in prekären Karriereschleifen oder frühzeitig zerstörten Körpern.

Der globale Fußballmarkt behandelt junge Athleten als handelbare Ressourcen. Akademien und Scouts investieren früh, selektieren hart und verwerfen schnell. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird maximiert, Verletzungen werden in Kauf genommen, und nur ein kleiner Bruchteil erreicht langfristige Stabilität.

Ein besonders sichtbarer, aber selten hinterfragter Assoziationspunkt des Body Drain zeigt sich, wenn Spitzensportlerinnen und -sportler aus peripheren oder semi-peripheren Ländern unter der Flagge wohlhabender Staaten antreten. Talentierte Athleten wechseln Nationalverbände [13], weil Trainingsinfrastruktur, medizinische Betreuung, finanzielle Förderung und Karriereperspektiven in den Zentren deutlich besser sind.

Eiskunstläuferinnen aus Russland oder anderen postsowjetischen Staaten starten für westeuropäische Länder, Langstreckenläufer aus Ostafrika repräsentieren Golfstaaten oder europäische Nationen, und Gewichtheber oder Ringer wechseln dorthin, wo ihnen professionelle Unterstützung und ein gesicherter Lebensunterhalt geboten werden.

Für die Zielländer bedeutet dies Medaillen und Prestige, während Herkunftsländer in die frühe Ausbildung investieren, aber die sportliche Spitzenleistung verlieren. Die Körper der Athleten werden so Teil einer globalen Wettbewerbsökonomie, in der nationale Zugehörigkeit zunehmend flexibel wird – und sportlicher Ruhm dort verbucht wird, wo die Ressourcen konzentriert sind.

Leistungssport erscheint als Bühne individueller Exzellenz, ist aber zugleich Teil einer globalen Ökonomie, die körperliche Leistungsfähigkeit selektiert, verwertet und ersetzt.

Prostitution

Ein besonders drastischer Ausdruck des Body Drain findet sich in der globalen Sexindustrie [14]. Escortagenturen in wohlhabenden Metropolen vermitteln Frauen aus Osteuropa [15], Lateinamerika oder Südostasien, deren Körper zur Ware im internationalen Dienstleistungssektor werden.

Die Nachfrage besteht in den Zentren, während das Angebot aus Regionen mit begrenzten ökonomischen Alternativen stammt. Migration erscheint hier als vermeintliche Chance auf Einkommen, ist jedoch häufig von Abhängigkeiten, Schuldenstrukturen und fehlender sozialer Absicherung geprägt – wenn nicht gar Menschenhandel [16] der Grund für die Zwangsmigration ist.

In Bordellen und Laufhäusern vieler europäischer Städte arbeiten überwiegend migrantische Frauen. Ihre Arbeitsbedingungen sind stark variierend, doch strukturelle Verwundbarkeit bleibt ein gemeinsames Merkmal: Sprachbarrieren, unsicherer Aufenthaltsstatus und wirtschaftlicher Druck erschweren Selbstbestimmung.

Die Grenzen zwischen freiwilliger Sexarbeit und Zwang sind dabei oft schwer zu ziehen. Menschenhandel nutzt ökonomische Notlagen systematisch aus und transformiert Mobilität in Ausbeutung. Hier zeigt sich der Body Drain in seiner brutalsten Form: Körper werden nicht nur genutzt, sondern kontrolliert und entmündigt.

Die betroffenen Frauen [17] hingegen tragen die physischen und psychischen Belastungen [18] häufig allein.

Auswirkungen und Alternativen

Der Body Drain hat tiefgreifende Folgen für die Herkunftsregionen. Wenn junge, körperlich leistungsfähige Menschen abwandern, fehlen sie in lokalen Ökonomien, Familienstrukturen und sozialen Sicherungssystemen. Zurück bleiben alternde Gesellschaften und fragile Entwicklungsdynamiken.

Für die imperialen Zentren bedeutet der Zustrom körperlicher Arbeitskraft Stabilität und Wohlstand. Konsumpreise bleiben niedrig, Infrastruktur wächst, Dienstleistungen bleiben verfügbar. Doch dieser Wohlstand basiert auf externalisierten Kosten und bleibt daher moralisch und politisch prekär. Ferner drückt er die Löhne in den Zentren, erschwert die gewerkschaftliche Organisierung und hemmt das binnenwirtschaftliche Wachstum.

Ein Kampf gegen den Brain Drain, der sich allein auf hochqualifizierte Fachkräfte konzentriert, greift zu kurz. Solange globale Ungleichheiten bestehen, wird auch der Body Drain fortbestehen – als strukturelle Ergänzung zur Abwanderung von Wissen.

Alternativen [19] erfordern mehr als faire Arbeitsbedingungen. Notwendig sind gerechtere Handelsstrukturen, lokale Entwicklungsperspektiven, soziale Sicherungssysteme und eine Neubewertung von Arbeit jenseits globaler Ausbeutungsketten. Eine Welt, die nicht auf dem Verschleiß entfernter Körper beruht, wäre möglich – aber sie verlangt politische Entscheidungen und gesellschaftliche Prioritätenverschiebungen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11240515

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Forschung/WorkingPapers/wp62-fachkraefte-zuwanderung.pdf?__blob=publicationFile&v=11&
[2] https://minor-kontor.de/wp-content/uploads/2021/06/EB_Auswirkungen-auf-die-Herkunftslaender_Webversion.pdf
[3] https://www.oecd.org/content/dam/oecd/de/publications/reports/2009/08/international-migration_g1gh9d9f/9789264075740-de.pdf
[4] https://www.deutschlandfunk.de/saisonarbeit-das-system-aus-erntehelfern-und-pflegekraeften-100.html
[5] https://shop.papyrossa.de/epages/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/26606d05-ee0e-4961-b7af-7c5ca222edb7/Products/701-3
[6] https://www.workrightscentre.org/publications/2025/deja-vu-the-risks-of-migrant-worker-exploitation-in-construction/
[7] https://www.lemonde.fr/en/france/article/2026/02/02/trial-opens-over-illegal-labor-at-construction-site-of-paris-olympic-village_6750056_7.html
[8] https://www.ibanet.org/clint-june-2021-eastern-european-workers-exploitation-construction-regulation-enforcement
[9] https://www.itfglobal.org/en/news/second-wildcat-strike-in-grafenhausen-shines-new-light-continued-human-rights-abuses-in
[10] https://www.opendemocracy.net/en/odr/germany-georgia-uzbekistan-truck-drivers-strike-victory/
[11] https://fra.europa.eu/sites/default/files/fra_uploads/fra-2019-severe-labour-exploitation-workers-perspectives_en.pdf
[12] https://www.cies.ch/research/news/news-detail/article/migration-report-the-rise-continues
[13] https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13621025.2018.1477921
[14] https://shop.papyrossa.de/Sass-Katharina-Hg-Mythos-Sexarbeit
[15] https://is.muni.cz/th/i6nxp/Lizalova_bachelor_thesis.pdf
[16] https://fra.europa.eu/en/publication/2019/protecting-migrant-workers-exploitation-eu-workers-perspectives
[17] https://www.frontiersin.org/journals/public-health/articles/10.3389/fpubh.2025.1590151/full
[18] https://www.ilo.org/media/377536/download
[19] https://www.verdi.de/gesundheit-soziales-bildung/arbeitsmigration-braucht-klare-regeln

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

heise+ | Euro-Apps: Diese bewährten iPhone-Anwendungen aus der EU sollten Sie kennen

Von Heise — 07. April 2026 um 08:00
Europa in App-Form auf dem iPhone

Europa in App-Form auf dem iPhone.

(Bild: KI / Bearbeitung heise medien)

In Europa entwickelte iPhone-Apps versprechen heimischen Datenschutz und bieten oft mehr als die von Apple vorinstallierten Exemplare. Ein Überblick der Besten.

Das iPhone stattet Apple mit einer langen Liste an guten Apps aus, die den Bedarf vieler Kunden locker abdecken. Dadurch fällt schnell unter den Tisch, dass es spannende Alternativen gibt – auch von Entwicklerteams, die in Europa ansässig sind. Wir haben uns Alternativen zu den zentralen Apple-Apps genau angesehen und besonders interessanteste Kandidaten zusammengestellt. Dabei ging es neben dem Firmensitz der Entwickler primär um die Funktionalität, regelmäßige Updates und ob sich die Software auf dem iPhone bewährt. Eine möglichst nutzer- wie augenfreundliche Bedienoberfläche zählte ebenfalls zu den Auswahlkriterien.

In Europa entwickelte Apps versprechen mitunter besseren Datenschutz sowie DSGVO-Konformität, umfahren aber nicht zwangsläufig sämtliche US-Dienste. Die Grenzen sind nämlich fließend: Viele Apps integrieren SDKs von Drittanbietern, die Daten in die USA übermitteln, und sei es nur für Absturzberichte. Auch im Backend bei Supportsystemen und Newslettern sind US-Anbieter gängig, für die in Apps immer häufiger anzutreffenden KI-Funktionen gilt das ohnehin. Wir haben das – soweit in den Datenschutzerklärungen der Anbieter aufgeschlüsselt – jeweils vermerkt.

Browser

Der norwegische Browser Vivaldi [1] [1] hebt sich mit einer Tableiste – auch in der Hochkantansicht – und einem integrierten Werbeblocker von Safari ab. Adress- und Tableiste finden wahlweise am unteren oder oberen Bildschirmrand ihren Platz. Zudem gibt es praktische Schnelleingaben, um etwa direkt durch Tippen des Buchstabens „w“ im Anschluss die Wikipedia zu durchsuchen; so etwas muss man in Apples Browser erst per Extension nachrüsten. Vivaldi unterstützt Handoff, um die gerade auf dem iPhone betrachtete Seite direkt am Mac im Standardbrowser aufzurufen. Eine Integration von KI-Funktionen lehnt der Hersteller bislang bewusst ab.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11211356

Links in diesem Artikel:
[1] https://vivaldi.com/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

heise+ | High-End-Smartphones: iPhone, Pixel und Galaxy im Vergleich

Von Heise — 07. April 2026 um 07:00

Die Top-Smartphones von Apple, Google und Samsung bringen jeweils Vollausstattung mit, setzen aber trotzdem unterschiedliche Schwerpunkte.

Auf der Suche nach einem High-End-Smartphone führt kein Weg an den drei großen Namen der Branche vorbei. Apple und Samsung ziehen seit Jahren an der Spitze ihre Kreise, der Android-Entwickler Google mischt nun auch schon seit zehn Jahren im Hardwaregeschäft mit. Wir haben die drei aktuellen Topmodelle zum Vergleich gebeten.

Kein Wunder im Luxussegment: Alle drei sind keine Schnäppchen. Apple verlangt zwischen 1449 und 2449 Euro für das iPhone 17 Pro Max [1] [1], Samsung ruft Preise zwischen 1449 und 1949 Euro für das Galaxy S26 Ultra auf. Das Google Pixel 10 Pro XL reißt ein 1299 bis 1429 Euro großes Loch in den Geldbeutel.

Apple und Samsung hatten zuletzt bei ihren Topmodellen auf Titan als Material gesetzt. Davon haben sie sich mit dem iPhone 17 Pro Max und dem Galaxy S26 Ultra wieder verabschiedet. Die Smartphones bestehen aus dem sattsam bekannten Materialmix aus Glas und Aluminium, auch Google baut das Pixel 10 Pro XL so. Während Apple und Samsung das Metall matt gestalten, glänzt der Rahmen des Pixel – und zieht Fingerabdrücke stärker an. Die Verarbeitung aller drei Smartphones ist tadellos, die Gehäuse sind durch die Bank nach IP68 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Auch das Untertauchen in bis zu anderthalb Meter Tiefe über 30 Minuten verkraftet das Trio, wenngleich nur in Süßwasser.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11173362

Links in diesem Artikel:
[1]  https://www.heise.de/thema/iPhone-17-Pro-Max
[2] https://www.heise.de/ratgeber/High-End-Smartphones-2026-Stagnation-statt-Innovation-11199992.html
[3] https://www.heise.de/tests/High-End-Smartphones-iPhone-Pixel-und-Galaxy-im-Vergleich-11173362.html
[4] https://www.heise.de/tests/Honor-Oppo-Xiaomi-im-Vergleich-High-End-Smartphones-aus-China-11173368.html
[5] https://www.heise.de/tests/Custom-ROM-aus-Deutschland-VollaOS-im-Test-11199960.html
[6] https://www.heise.de/tests/Galaxy-S26-Ultra-im-Test-Samsungs-Gratwanderung-mit-Privacy-Display-11130613.html
[7] https://www.heise.de/tests/Gigaset-GS6-Pro-im-Test-Made-in-Germany-Smartphone-mit-Wechselakku-11155213.html
[8] https://www.heise.de/tests/Realme-GT-8-Pro-High-End-Smartphone-im-Test-11113932.html
[9] https://www.heise.de/tests/Huawei-Pura-80-Ultra-Google-freies-Smartphone-im-Test-11087925.html
[10] https://www.heise.de/tests/Android-Smartphone-Motorola-Edge-70-im-Test-11087921.html
[11] https://www.heise.de/hintergrund/Warum-viele-Smartphones-mit-Riesen-Akkus-nicht-in-Europa-erhaeltlich-sind-11095639.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Vom Master zum Jobcenter: Wenn der Titel nicht (mehr) reicht

Von Luca Schäfer — 06. April 2026 um 16:00
Arbeitsagenturlogo auf einem Gebäude

Die Arbeitslosenquote unter Akademikern – lange Zeit sehr niedrig – beginnt inzwischen anzusteigen

(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

Master gemacht, Bewerbungen geschrieben – doch der Lohn für die Mühen lässt auf sich warten. Warum das akademische Bildungsversprechen versagt. Eine Analyse.

Das erfolgreiche Studium endet allzu oft im Jobcenter. Konkurrenzdruck, angespannte Stellenmärkte sowie regionale und fachspezifische Ungleichgewichte trüben [1] die Aussichten auch für Akademiker erheblich.

2026 stieg [2] die akademische Arbeitslosigkeit das dritte Mal in Folge. Den massivsten Anstieg erlebte Deutschland direkt nach Covid: 2024 waren rund 290.000 akademisch ausgebildete Menschen arbeitslos – ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2023 [3].

Ein Teil dieses Anstiegs erklärt sich durch ukrainische Akademiker, die nach Deutschland ausreisten [4] und aufgrund von Sprach- oder Anerkennungsbarrieren Integrationsprobleme aufwiesen – doch die Gesamttendenz bleibt besorgniserregend.

Noch weitreichender ist der damit verbundene Bruch mit einem zentralen gesellschaftspolitischen Versprechen: Bedeutet [5] Bildung nicht länger soziale Mobilität?

Brotlose Berliner Geisteswissenschaft

Dabei lassen sich ausgeprägte regionale Unterschiede identifizieren.

In Berlin, das national wie international zu den überlaufensten Metropolen zählt und jährlich einen Wanderungsgewinn [6] in der Größe einer Kleinstadt verzeichnet, liegt [7] die akademische Arbeitslosenquote mit 5,6 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Das noch industriell geprägte Baden-Württemberg oder das zentral gelegene Hessen mit Bankenmetropole und dem Frankfurter Flughafen weisen hingegen wesentlich niedrigere Quoten auf.

Dennoch stellen Akademiker nur knapp zehn Prozent aller Arbeitslosen – weit übertroffen vom Anteil der Ausländer, über 30 Prozent Anteil an der Arbeitslosigkeit. [8]

Statistiken der Bundeszentrale für politische Bildung bekräftigen [9] dieses Bild: Zwar sind auch hohe Bildungsabschlüsse von Arbeitslosigkeit bedroht, dominiert wird das Phänomen jedoch nach wie vor von unterdurchschnittlich qualifizierten Erwerbspersonen.

Doch, besorgniserregend, die Gruppe der arbeitslosen Akademiker wächst – von allen Betroffenengruppen am rasantesten.

Historischer Wandel

Der deutsche Arbeitsmarkt war traditionell durch eine Dualität von beruflicher Ausbildung und Hochschulstudium geprägt, wobei das Ausbildungssystem überwog und ihm ein kleiner, spezialisierter, teils elitär sich reproduzierender akademischer Sektor gegenüberstand.

Seit den 1960er Jahren hat sich diese Struktur zugunsten einer stetig steigenden Akademikerquote verschoben. [10] Die Akademisierung traf dabei auf fruchtbaren Boden: Mit dem Humboldtschen Modell aus Forschung, Lehre und angewandtem Wissen hatte sich bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert eine spezifisch-deutsche, akademische Wissenstradition [11]manifestiert, die auf eine enge Verquickung von Theorie und Praxis bestand und die erlernten Schultechniken demnach fortsetzen konnte.

Die seit den 1970er Jahren – auf Basis der verändernden Stellung Deutschlands im Weltmarkt – einsetzende massive Bildungsexpansion [12]besaß Schattenseiten [13]: Mit dem schleichenden Übergang von der Industrie- zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft wuchs der Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften.

Technologischer Fortschritt sowie gewandelte Anforderungen der Unternehmen ließen wissenschaftlich-theoretisches Know-how zunehmend an die Stelle rein manueller Fertigkeiten treten, waren jedoch auf Wohl und Wehe mit einer starken Weltmarktstellung der deutschen Volkswirtschaft verbunden.

Humankapital und Transaktionskosten

Der britische Ökonom Bryan Caplan argumentiert in seinem Werk "The Case Against Education" [14] – mit einer Tendenz in Richtung Bourdieus Kapitalbegriff –, dass Bildung oft nicht primär Wissen vermittelt, sondern Kompetenzsignale an Arbeitgeber sendet: institutionalisiertes kulturelles Kapital [15]in Form von Zeugnissen und Hochschulabschlüssen.

Ein beidseitig rationaler Mechanismus: Während Arbeitskräfte im hochwertigen Abschluss eine Wertsteigerung ihrer Arbeit erkennen, nutzen Unternehmen die Akademisierung als Qualifikationsfilter – und reduzieren so ihre Transaktionskosten [16] im Matching-Prozess.

Besser qualifizierte Arbeitskräfte versprechen höhere Produktivität, auf Weltmarktniveau konkurrieren Unternehmen um Innovation. Nur wer hochqualifizierte Köpfe in seinen Reihen hat, kann die Vorfront einer wissensbasierten, technologiegetriebenen Produktion behaupten.

Flut und Flucht

Die eingetretene Flut an Akademikern – mittlerweile geht jeder Zweite studieren [17] – wirkte sich auf die anderen Bildungswege aus. Deutsche Konzerne haben seit 2013 sukzessive ihr Ausbildungsangebot zurückgeschraubt [18]: [19] um rund ein Viertel. Klassische duale Ausbildungsgänge, bei denen Auszubildende bereits in der Schulzeit entlohnt werden, waren besonders betroffen – während duale Studiengänge und klassische Vollzeitstudien zunahmen.

Der Verdacht kursiert: Deutsche Unternehmen lagern bewusst aus [20], [21] um Kosten zu sparen. Aktuelle Studien belegen, dass Konzerne duale Studiengänge aus mehreren Gründen, Bindung an das Unternehmen, langfristige Sicherheiten und passgenaue Wissensvermittlung, präferieren.

Die ökonomische Logik dahinter ist simpel: Nach dem Jahresbericht des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) aus dem Ausbildungsjahr 2022/23 kostete [22] eine betriebliche Ausbildung im Durchschnitt 26.210 Euro brutto jährlich – dem stand ein Ertrag durch die Arbeitsleistung der Auszubildenden von rund 18.124 Euro gegenüber.

Die Ausbildung bleibt – entgegen dem Mantra der billigen Arbeitskraft, also ein Zusatzgeschäft. Erschwerend kommt hinzu, dass rund ein Drittel aller begonnenen Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst wird [23]und 50 Prozent der Betriebe 2024 ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten.

Zugleich hat die Ausbildungsqualität nachgelassen [24]: [25] Laut DGB-Ausbildungsreport beklagen rund 30 Prozent der Auszubildenden Überstunden, 15 Prozent ausbildungsferne Tätigkeiten – und rund 60 Prozent können von ihrer Ausbildungsvergütung nicht allein leben.

Südliche Schattenseiten

Während in Kerneuropa schwächelt, boomen offenkundig Indien und China. Die Volksrepublik hat ihre akademischen Kapazitäten massiv ausgebaut: Mit der Zahl der Hochschulen stieg auch die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen sprunghaft an [26], [27] in vielen Disziplinen ist China heute führend.

Großangelegte staatliche Investitionen in Wissenschaft, Technik und Hochschulbildung haben einen Boom ausgelöst – auch hier mit Schatten. Mit mehr als zwölf Millionen Hochschulabsolventen jährlich steht der Arbeitsmarkt vor gigantischen Absorptionsproblemen. Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei fünf Prozent, in der Kohorte der 18- bis 24-Jährigen jedoch viermal so hoch [28]. [29]

Strukturelle Ursachen

Akademische Arbeitslosigkeit ist damit kein primär deutsch-europäisches Phänomen. Dennoch lassen sich spezifische Ursachen und Lösungsansätze benennen: In Deutschland resultiert sie aus einem Zusammenspiel von Verlagerung betrieblicher Ausbildungen an Hochschulen, einer gesellschaftlichen Überakademisierung und auf einer konjunkturellen Schwächephase [30].

Arbeitsämter begegnen dem mit praxisorientierten Praktika, Trainee-Programmen und Mentoring-Stellen. Um Qualifikationsmismatches zu vermeiden, werden Hochschulausbildungen zunehmend mit verpflichtenden Berufspraktika verknüpft – exemplarisch in Lehramts- wie in Ingenieursstudiengängen.

Doch die strukturellen Anpassungsprobleme, die die deutsche Volkswirtschaft im Zuge globaler Marktverschiebungen zu bewältigen hat, dürften mit Minimalkorrekturen kaum aufzufangen sein. Es ist zu befürchten, dass akademische Arbeitslosigkeit mit dem relativen Abstieg der deutschen Wirtschaft weiter zunehmen wird. Zukunft durch Bildung könnte dann neuen Mantren weichen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11241676

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.welt.de/regionales/sachsen-anhalt/article692d809a392d5c38e385296e/mehr-akademiker-in-sachsen-anhalt-ohne-job.html
[2] https://www.stern.de/capital/arbeitslosenquote-unter-akademikern-steigt-drittes-jahr-infolge-37140398.html
[3] https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/AkademikerInnen/Allgemeiner-Teil/Generische-Publikationen/1-7-Arbeitslosigkeit.pdf?__blob=publicationFile
[4] https://www.welt.de/regionales/thueringen/article694e24c7f6fc544dba9b3c0f/von-der-uni-zum-arbeitsamt-experten-sehen-risiken.html
[5] https://www.deutschlandfunkkultur.de/aufstieg-durch-bildung-ein-versprechen-ist-gescheitert-100.html
[6] https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/107-2025
[7] https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2025/10/berufseinsteiger-mit-studium-haben-es-schwer-arbeitsmarkt.html
[8] https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/162491/arbeitslosenquoten-nach-geschlecht-und-staatsangehoerigkeit/
[9] https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61724/arbeitslosenquoten-nach-bildung-und-alter/
[10] https://www.researchgate.net/publication/283799945_The_%27academization%27_of_the_German_qualification_system_Recent_developments_in_the_relationships_between_vocational_training_and_higher_education_in_Germany
[11] https://en.wikipedia.org/wiki/Humboldtian_model_of_higher_education
[12] https://blog.lebensbruecke.de/start/bildungsexpansion
[13] https://www.bwpat.de/ausgabe/34/heisler
[14] https://en.wikipedia.org/wiki/The_Case_Against_Education
[15] https://www.grin.com/document/175691#:~:text=Was%20versteht%20Pierre%20Bourdieu%20unter,weniger%20institutionalisierten%20Beziehungen%20verbunden%20sind.
[16] https://composites-united.com/wie-viel-kostet-ein-personalwechsel-welche-kosten-bei-fluktuation-auf-ihr-unternehmen-zukommen/
[17] https://www.n-tv.de/ticker/KMK-Prognose-Zahl-der-Studienanfaenger-in-Deutschland-geht-2024-und-2025-zurueck-article26039130.html
[18] https://www.personalwirtschaft.de/news/personalentwicklung/deutsche-konzerne-bilden-seit-2013-deutlich-weniger-aus-100372/
[19] https://www.personalwirtschaft.de/
[20] https://www.bibb.de/de/11060.php
[21] https://www.bibb.de/
[22] https://www.bildungsserver.de/onlineressource.html?onlineressourcen_id=64407
[23] https://www.zeit.de/wirtschaft/2025-08/fachkraeftemangel-ausbildungsmarkt-abruchqoute-dgb
[24] https://www.dgb.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/dgb-ausbildungsreport-2025/
[25] https://www.dgb.de/
[26] https://www.sueddeutsche.de/wissen/china-spitzenreiter-wissenschaft-technologie-li.3322896
[27] https://www.nature.com/
[28] https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3311152/chinas-youth-unemployment-rate-falls-ahead-crunch-graduation-season
[29] https://www.scmp.com/
[30] https://www.reuters.com/sustainability/sustainable-finance-reporting/german-unemployment-remains-unchanged-january-2026-01-30/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Krieg ohne Namen: Die vergessenen Opfer in der Straße von Hormus

Von Wassilis Aswestopoulos — 06. April 2026 um 15:00
Offener iranischer Schlagbaum läßt griechischen Tanker passieren

3.000 Schiffe stecken in der Straße von Hormus fest. Was bedeutet das für die betroffenen Seeleute? Ein Blick auf einen wenig beleuchteten Aspekt.

Die Straße von Hormus [1] ist in aller Munde. Der natürliche Meereskanal wird vom Iran an der engsten Stelle nach Gusto gesperrt. Tausende Schiffe stecken fest. Die New York Times zitiert eine Studie [2] von S&P Global Market Intelligence und schätzen ihre Zahl auf 3.000 [3].

Rund um den Globus fürchtet man um die Lieferketten, die fossilen Energieträger und Düngemittel. Es herrscht Krieg, nur wird er aus zahlreichen Gründen nicht offiziell als solcher bezeichnet. Leidtragende sind besonders die Matrosen, die wegen des Krieges in der Straße von Hormus festsitzen.

"Ich werde das Wort 'Krieg' nicht verwenden, weil man sagt, dass es keine gute Idee ist, das Wort 'Krieg' zu benutzen", sagte US-Präsident Donald Trump [4] bei einer Veranstaltung der Spendenorganisation der Republikaner im Repräsentantenhaus. Er fügte hinzu "sie mögen das Wort 'Krieg' nicht, weil man dafür eine Genehmigung [vom Kongress] einholen muss. Deshalb werde ich den Begriff 'Militäroperation' verwenden, denn genau das ist es ja auch".

Trump, dessen Wording sich kaum von Putins "militärischer Spezialoperation" unterscheidet, scheint zu ahnen, dass er trotz einer Mehrheit der Republikaner Schwierigkeiten bei einer Abstimmung bekommen könnte.

Amerikanische Medien wie CBS lassen weitere Politiker zu Wort kommen. So meinte der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, kurz nach Beginn der US-amerikanischen und israelischen Kampfhandlungen gegen den Iran auf einer Pressekonferenz:

"Wir befinden uns derzeit nicht im Krieg. Wir sind seit vier Tagen in einer ganz bestimmten, klar definierten Mission."

Für die zivilen Iraner, Israelis, Libanesen und die Bewohner der Golf-Staaten fühlt sich die "Militäroperation" eindeutig als Krieg an. Etwas gelassener aber immer noch angespannt können Türken, Griechen und Zyprioten über die Auswirkungen der Kampfhandlungen sinnieren. Denn ihre Länder waren bislang nur Ziel einzelner Shahed Drohnen [5] des Iran und einiger Raketen [6].

In Zypern wurde die Bevölkerung über Schutzräume und das Verhalten bei Luftangriffen informiert. Kreta lebt wegen der Schlüsselrolle der US-Militärbasis Souda bei Chania in ständiger Alarmbereitschaft [7].

Im übrigen Europa beherrschen die Diskussionen über steigende Spritpreise, die resultierende Inflation der übrigen Verbraucherpreise und der den nächsten Urlaubsflug gefährdende Mangel an Kerosin [8] die Diskussionen.

Auf politischer Ebene gibt es eine Neuauflage der Diskussion zur Abhängigkeit von fossilen Energieträgern [9] und zu den Vorzügen der Nutzung erneuerbarer Energiequellen und der Biolandwirtschaft. Zweifelsohne wären geringere Abhängigkeiten gerade jetzt hilfreich.

Seitens des Irans, der Schiffe von befreundeten Staaten passieren lässt [10] kann der Westen nicht auf Gnade hoffen. Auch bei der viel beschworenen Solidarität westlicher Staaten untereinander zeigt sich, wie volatil die gegenseitigen Versprechen der Sonntagsreden sind.

Pars pro toto zeigt der jüngste Vorfall aus Griechenland, dass man sich gegenseitig die Rohstoffe abluchst, um wirtschaftlich zu überleben. Die drittgrößte griechische Raffinerie, eine Einrichtung der griechischen Firma Motor Oil bei Korinth ist wie kaum eine andere auf iranisches Rohöl angewiesen. Sie bekam nun 700.000 Barrel US-Rohöl [11] welches mit der Eagle Helsinki eigentlich auf dem Kurs nach Rotterdam war.

Es ist die erste derartige Lieferung seit knapp vier Jahren – offensichtlich zahlte man mehr als die Kunden in Rotterdam. Motor Oil verweigerte der griechischen Presse jede Stellungnahme. Für die Seeleute der Eagle Helsinki war diese Tour eine mehr oder weniger unangenehme Umleitung.

Die Crews sind in den meisten Medienberichten kaum eine Erwähnung wert. Die Reeder dagegen schon. So wird Georgios Prokopiou von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als "Der Reeder, der Irans Bomben trotzt [12]" gefeiert.

Prokopiou schaffte es in der laufenden Woche den nunmehr vierten Supertanker, die Pola, ohne Absprache (?) mit den Iranern durch Hormus zu bringen. Vorher gelang es den Tankern Shenlong, Smyrni und Marathi. Der 79-jährige Reeder steht bei solchen Aktionen im Rampenlicht.

Er tritt, wie 2022 nach dem Beginn der russischen Invasion, als der Macher, als ein Siegertyp auf. Damals lieferte er Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck das dringend benötigte LNG-Terminal [13]

Ob er bei der Durchfahrt durch Hormus nicht doch seine Beziehungen zu China nutzt, ist vielen Medien eine Spekulation wert [14].

Fakt ist, dass Reeder wie Prokopiou ein Vielfaches der üblichen Frachtkosten kassieren und dass die Seeleute so eine Tour nicht mit Begeisterung durchführen. Die beiden griechischen Vereinigungen Pemen für die Offiziere und Stefenson für die Matrosen prangern die griechische Regierung und die Reeder an.

"Reeder feilschen weiterhin mit dem Leben von Seeleuten um einen 'guten Fahrpreis' und fordern die Besatzungen auf, 'freiwillig Kriegsgebiete zu durchqueren. Die Regierung lässt sie weiterhin im Stich und ignoriert die Forderungen unserer Gewerkschaften nach Maßnahmen, die den Zugang von Seeleuten zu diesen Gebieten verbieten. Die Seeleute befinden sich in akuter Gefahr, und es wurden bereits Angriffe auf Handelsschiffe verzeichnet, die zu Todesfällen und Verletzungen von Seeleuten geführt haben."

Stefenson

Die Besatzungsmitglieder erfahren, wie der Generalsekretär der Gewerkschaft der Schiffsingenieure Pemen Giannis Maganas gegenüber Telepolis erklärt, erst ein zwei Tage vor einer riskanten Fahrt, worum es geht. Dann sollen sie Erklärungen unterschreiben, dass sie in voller Kenntnis der Risiken, diese freiwillig auf sich nehmen.

Telepolis erkundigte sich danach, was mit denen passiert, die mit Hinweis auf die Kampfhandlungen fristlos kündigen. "Erst einmal kommen die da gar nicht einfach weg. Wie und wo sollen sie von Bord? Die Schiffe laufen schließlich keine Häfen an. Und dann dürfen sie erst dann runter, wenn eine Ablösung gekommen ist. Also müssen sie bleiben", erklärt der Gewerkschaftler die Rechtslage.

Er berichtete, dass allein auf einem Tanker im Golf zehn Seeleute fristlos gekündigt hätten. Gemessen an den üblichen Mannschaftsstärke von 15 bis 25 Personen sei das viel, "man stelle sich vor, zehn auf einem Tanker. Wie viele es auf allen Schiffen sind, das kann man nur vermuten."

Wären die "Militäroperationen" offiziell ein Krieg oder würde die griechische Regierung sie so einstufen, dann müssten die Besatzungsmitglieder, wenn sie es wünschen, von den Schiffen evakuiert werden, bestätigen die griechischen Gewerkschaften.

Weil sie mit ihrem Druck auf die griechische Regierung bislang keinen Erfolg hatten, versuchen sie bislang erfolglos die International Maritime Organization (IMO) eine Sonderorganisation der UNO mit Sitz in London zum Eingreifen zu bewegen, damit der Persische Golf offiziell zum Kriegsgebiet erklärt wird und so die Seeleute aller Nationen evakuiert werden müssten.

Stefenson und Pemen werfen der griechischen nautischen Dachgewerkschaft PNO vor, sie würde wegen Nähe zu den Reedern nicht für die Belange der Seeleute [15] eintreten. Zu den Auswirkungen des Krieges gehört auch die tiefere Spaltung unter Gewerkschaftlern.

Unter den Seeleuten und ihren Angehörigen geht indes die Angst um, dass sich Tragödien der Vergangenheit wiederholen könnten. Schlimme Erinnerungen an die Golfkriege zwischen dem Iran und dem Irak aus dem Ende des zwanzigsten Jahrhunderts kommen auf.

Seinerzeit versuchten beide Seiten, den Öl-Export des Gegners mit Attacken auf die Tanker zu unterbinden. Seeleute aller Nationen verloren damals ihr Leben. Es sind, damals wie heute, Einzelschicksale, die je weiter der Abstand zum Kriegsgebiet ist, von den meisten Menschen nur noch als Statistik wahrgenommen werden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11244067

Links in diesem Artikel:
[1] https://hormuzstraitmonitor.com/
[2] https://www.spglobal.com/market-intelligence/en
[3] https://www.nytimes.com/2026/03/26/business/iran-war-ships-strait-of-hormuz.html
[4] https://www.cbsnews.com/news/trump-says-he-doesnt-want-to-call-iran-conflict-a-war-because-of-need-for-congressional-approval/
[5] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-03/britischer-militaerstuetzpunkt-zypern-akrotiri-iran-drohne-gxe
[6] https://www.reuters.com/world/middle-east/turkey-says-nato-defences-downed-fourth-inbound-iranian-missile-2026-03-30/
[7] https://www.aftodioikisi.gr/koinonia/se-katastasi-synagermoy-i-soyda-ekleise-i-vasi-gia-logoys-asfaleias/
[8] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/luftfahrt-airlines-kerosin-ticketpreise-100.html
[9] https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/oel-und-gaspreiskrise-raus-aus-der-fossilen-kostenfalle/
[10] https://www.aa.com.tr/en/europe/certain-vessels-granted-permits-for-transit-via-strait-of-hormuz-amid-limited-maritime-trade/3888282
[11] https://www.skai.gr/news/finance/petrelaio-apo-tis-ipa-eftase-stin-ellada-gia-proti-fora-epeita-apo-tessera-xronia
[12] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/georgios-prokopiou-der-reeder-der-irans-bomben-trotzt-110851008.html
[13] https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/das-ist-nicht-nur-deutscher-eigennutz-6852868.html
[14] https://www.stern.de/wirtschaft/irankrieg--warum-die-schiffe-eines-milliardaers-hormus-passieren-duerfen-37268252.html
[15] https://new.pemen.gr/?p=4307

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Schwüle Hitzewellen: Die unterschätzte Todesgefahr aus dem Meer

Von Christoph Jehle — 06. April 2026 um 12:30
Hygro-/Thermometer und Badethermometer

Schwüle Hitzewellen töten Tausende – auch Junge unter 35. Küstengewässer heizen sie an. Was sind die Ursachen des Phänomens?

Die Politik fordert hierzulande auf öffentlichen Druck hin eine deutliche Abkehr vom Klimaschutz, weil dieser das deutsche Wirtschaftswachstum beeinträchtigen würde und Wirtschaftswachstum wichtiger wird als die Gesundheit der Bürger. Wissenschaftliche Erkenntnisse kommen in der aktuellen Gemengelage immer stärker unter Druck von außerhalb.

Unterstützt wird diese Entwicklung immer stärker durch KI-generierte Aussagen, die ihre Begründung nicht aus wissenschaftlichen Analysen beziehen, sondern aus der Häufigkeit ihrer Veröffentlichungen.

Was nicht in diesem KI-Mainstream mitschwingt, wird zusehends seltener wahrgenommen und letztlich für immer mehr Leser schlicht verdrängt, weil es sich weit jenseits ihres Horizontes bewegt.

Dies wird immer stärker zum Problem, weil neuere wissenschaftliche Erkenntnisse in diesem Konvolut kaum noch eine Möglichkeit finden, entdeckt zu werden, wenn sie sich nicht in eine massentaugliche Agenda eingliedern lassen.

Änderungen des Klimas im Umfeld von Küstengewässern als Gesundheitsgefahr

Küsten wurden in den vergangene Jahren meist nur im Zusammenhang mit einem drohenden Meeresspiegelanstieg erwähnt, der jedoch eine für viele Bewohner im Binnenland wenig gefühlte Bedrohung darstellt und schlicht und einfach ausgeblendet wird.

Steigende Meeresoberflächentemperaturen in Küstengewässern sind jedoch laut einer neuen Studie für 50 bis 64 Prozent des Anstiegs großflächig auftretender schwüler Hitzewellen verantwortlich.

Am 24. März 2026 veröffentlichten Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), der Princeton University und der Sun Yat-sen University in Nature Geoscience die Studie "Large-scale aggregation of humid heatwaves exacerbated by coastal oceanic warming [1]". Daraus geht hervor, dass die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten ein Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeextreme sein können.

Hitzewellen verknüpft mit hoher Luftfeuchtigkeit haben in den vergangenen Jahrzehnten stark an Intensität zugenommen und werden wohl weiter zunehmen, wodurch sich auch das Risiko hitzebedingter Todesfälle erhöht.

Frühere Untersuchungen legen nahe, dass selbst gesunde Menschen bei Feuchtkugeltemperaturen [2] über 31,5° C zusammenbrechen können, da sich der Körper dann nicht mehr durch Schwitzen abkühlen kann.

Feuchtkugeltemperatur, auch als auch Kühlgrenztemperatur bezeichnet, ist die niedrigste Temperatur, die durch Verdunstungskühlung erreicht werden kann. Sie wird mit einem feucht umwickelten Thermometer gemessen und zeigt an, wie effektiv Wasser verdunstet. Sie ist entscheidend für die Beurteilung von Hitzestress, der ab 35° C potenziell tödlich ist.

Das großflächige Auftreten schwüler Hitzewellen, wie sie 2023 in Asien vorkamen, ist bislang jedoch kaum verstanden. Und daher gibt es bislang weder eine Idee, wie man negative Folgen beim Menschen vermeiden könnte, noch eine Strategie, mit der sich Menschen an diese Entwicklung anpassen könnten.

Die schwülen Hitzewellen treffen nicht nur die Alten

Eine Studie [3], die kürzlich in der Fachzeitschrift Science Advances erschienen ist, kommt zu einem unerwarteten Ergebnis [4]. Anhand von Temperatur- und Sterbedaten aus Mexiko ermittelte man, dass 75 Prozent der hitzebedingten Todesfälle in die Altersgruppe unter 35 Jahre fallen, davon ein großer Teil in die Gruppe von 18 bis 35 Jahren.

"Wir sehen einen starken Zusammenhang zwischen der Erwärmung der Küstengewässer und einer Häufung von schwül-heißen Extremereignissen – insbesondere in den Tropen.

Dort liefern die Ozeane mehr Feuchtigkeit und die Atmosphäre transportiert diese feucht-warme Luft an Land, wodurch die Hitze verstärkt wird", wird der Leitautor der in Nature Geoscience veröffentlichten Studie [5] und PIK-Forscher Fenying Cai [6] zitiert:

"In Regionen, die weiter vom Äquator entfernt sind, spielt auch das Zusammenwirken der Erwärmung von Land und Ozean, gekoppelt mit großräumigen atmosphärischen Wellenmustern, eine wichtige Rolle."

Das internationale Forschungsteam analysierte Klimadaten aus den Jahren 1982 bis 2023 mit Hilfe eines komplexen Netzwerkansatzes und entdeckte starke Zusammenhänge zwischen Land und Ozean.

So ist beispielsweise die Erwärmung im Indischen Ozean mit steigenden Risiken für schwüle Hitze in Südasien und im Nahen Osten verbunden, während die Erwärmung des tropischen Nordatlantiks die Risiken im nördlichen Südamerika verstärkt. Die Studie zeigt auch, dass der Einfluss des Ozeans bei großräumigen Ereignissen stärker ist als bei isolierten lokalen Hitzewellen.

Jürgen Kurths [7] vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Co-Autor der Studie vermerkt dazu:

"Ein besseres Verständnis dieser Wechselwirkungen zwischen Land und Ozean ist der Schlüssel für wirksame Strategien zur Klimaanpassung. Die Meeresoberflächentemperaturen an den Küsten können als potenzieller Frühwarnindikator für großflächige schwüle Hitzeereignisse eine entscheidende Rolle spielen."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11243630

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nature.com/articles/s41561-026-01952-z
[2] https://www.spektrum.de/news/hitze-wie-heiss-ist-zu-heiss-fuer-den-menschlichen-koerper/2041894
[3] https://www.science.org/doi/10.1126/sciadv.adq3367
[4] https://www.doccheck.com/de/detail/articles/50223-temperatur-roulette-fuer-wen-wird-es-toedlich
[5] https://www.nature.com/articles/s41561-026-01952-z
[6] https://www.pik-potsdam.de/members/fenyingc
[7] https://www.pik-potsdam.de/members/kurths

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Angreifer können Weboberfläche von WatchGuard Firebox attackieren

Von Heise — 06. April 2026 um 16:21

(Bild: bluebay/Shutterstock.com)

WatchGuard-Firewalls der Firebox-Serie und die Produkte Dimension und WebBlockerServer sind verwundbar. Sicherheitspatches sind verfügbar.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Angreifer WatchGuard Firebox attackieren. Dabei kann Schadcode auf Systeme gelangen. WatchGuard Dimension und WebBlockerServer sind über eine Linux-Kernel-Lücke angreifbar. Sicherheitsupdates stehen zum Download bereit. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen.

Schadcode-Attacken möglich

Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht [1], können entfernte Angreifer eine Sicherheitslücke (CVE-2026-3987 „hoch“) im Fireware OS Web UI von Firebox-Firewalls ausnutzen, um Schadcode im Kontext eines Systemprozesses mit erhöhten Rechten auszuführen. Das klappt aber nur, wenn Angreifer bereits authentifiziert sind.

Davon sind den Entwicklern zufolge Fireware OS 12.6.1 bis einschließlich 12.11.8 und 2025.1 bis einschließlich 2026.1.2 betroffen. Die konkret betroffenen Modelle listet WatchGuard in der Warnmeldung [2] auf. Abhilfe schaffen die Versionen 12.12 und 2026.2.

Root-Lücke

Dimension v2.3 und WebBlockerServer v2.1 laufen auf einer Ubuntu-Version, die von zwei Linux-Kernel-Lücken (CVE-2026-23268 „hoch“, CVE-2026-23269 „hoch“) im Linux Mandatory Access Control (MAC) Framework AppArmor betroffen ist. Der Beschreibung der Schwachstellen zufolge [3] benötigt ein Angreifer Zugriff auf das lokale Dateisystem. Ist das gegeben, kann er sich zum Root-Nutzer hochstufen und so etwa eine DoS-Attacke ausführen. In der Regel erlangen Angreifer als Root auch die volle Kontrolle über erfolgreich attackierte Systeme. Wie eine solche Attacke im Detail ablaufen könnte, ist bislang unklar.

Um den Linux-Kernel für beide WatchGuard-Produkte zu aktualisieren, müssen Admins der Anleitung in einem Supportbeitrag [4] folgen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246291

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.watchguard.com/wgrd-psirt/advisory/wgsa-2026-00009
[2] https://www.watchguard.com/wgrd-psirt/advisory/wgsa-2026-00009
[3] https://www.watchguard.com/wgrd-psirt/advisory/wgsa-2026-00008
[4] https://techsearch.watchguard.com/KB?type=Article&SFDCID=kA1Vr000000GNQTKA4&lang=en_US
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:des@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

HCL BigFix: Kryptografische Schlüssel offensichtlich nicht sicher gespeichert

Von Heise — 06. April 2026 um 15:41
Ein symbolischer Updateknopf auf einer Tastatur.

(Bild: Tatiana Popova/Shutterstock.com)

Wichtige Sicherheitspatches schließen zwei Softwareschwachstellen in der Endpoint-Management-Plattform HCL BigFix.

Zwei Sicherheitslücken gefährden HCL BigFix zum Verwalten von Endpoints. Sind Attacken erfolgreich, können Angreifer auf sensible Daten wie kryptografische Schlüssel zugreifen. Sicherheitspatches sind verfügbar.

Verschiedene Gefahren

In einer Warnmeldung führen die Entwickler zwei Sicherheitslücken (BigFix Explorer: CVE-2026-21765 „hoch“, BigFix Server: CVE-2026-21767 „mittel“) auf. Die erste Schwachstelle betrifft die Speicherung von kryptografischen Schlüsseln auf Windows-PCs. Der Beschreibung zufolge sind sie „möglicherweise mit zu großzügigen Dateisystemberechtigungen“ versehen. Was das konkret bedeutet, bleibt unklar. Es ist davon auszugehen, dass Angreifer unbefugt auf die Schlüssel zugreifen können.

Die zweite Lücke ist ein Authentifizierungsfehler, durch den Angreifer Zugriff auf „sensible Bereiche der Anwendung“ bekommen können. Die Entwickler versichern, beide Sicherheitsprobleme in BigFix Platform 11.0.6 gelöst zu haben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246307

Links in diesem Artikel:
[1] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[2] mailto:des@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Blaulicht-Digitalfunk: Bundesregierung hält trotz Kritik an Tetra-Kurs fest

Von Heise — 06. April 2026 um 15:39
Blaulicht, Polizei

Einsatzkräfte fordern beim Digitalfunk Breitband und robuste Rückfallebenen. Der Bund setzt vorerst auf die Modernisierung und Evolution des Bestandsnetzes.

Die Kommunikation der deutschen Sicherheitsbehörden bleibt ein politisches Spannungsfeld zwischen technischem Anspruch und der Realität im Einsatz. So verteidigt die Bundesregierung in ihrer jetzt veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion den aktuellen Status des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Rufen nach einer Rückkehr zu analogen Redundanzsystemen erteilt sie eine klare Absage.

Trotz wiederkehrender Berichte über Funklöcher [1] und einen Netzausfall im Mai 2025 [2] zeichnet das federführende Bundesinnenministerium (BMI) in der Auskunft das Bild eines hochverfügbaren und stabilen Systems [3], das derzeit fit für die Zukunft gemacht werde. Mit über 5000 Basisstationen gilt der hiesige Blaulichtfunk als das weltweit größte Funknetz, das auf dem internationalen Tetra-Standard basiert.

Forscher haben wiederholt Sicherheitslücken bei Tetra ausgemacht [4]. Selbst eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselungslösung ermöglicht demnach Lauschangriffe. Die Bundesregierung betont trotzdem die Leistungsfähigkeit dieser Infrastruktur, die rechnerisch 99,2 Prozent der Fläche Deutschlands abdeckt. Stolz verweist das BMI auf die zeitliche Verfügbarkeit von durchschnittlich 99,97 Prozent. In der Praxis bedeutet dies eine statistische Ausfallzeit von etwa einer Minute pro Tag. Diese Zahlen stehen im Kontrast zu den Erfahrungen vieler Einsatzkräfte vor Ort. Kritiker bemängeln, die digitale Kommunikation stoße in Tunneln, tiefen Kellergeschossen oder stark abgeschirmten Gebäuden an ihre Grenzen [5].

Redundanz ohne Analog-Rückkehr

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Frage nach der Ausfallsicherheit. Die Fragesteller verwiesen explizit auf den großflächigen Blackout des Digitalfunks im Mai, bei dem Polizei und Rettungsdienste über neunzig Minuten lang auf Mobiltelefone oder verbliebene Analogfunkgeräte ausweichen mussten.

Die Exekutive sieht aber trotzdem keinen Bedarf für eine systematische Reintegration analoger Technik, etwa im vormals genutzten 2-Meter-Band. Sie baut stattdessen auf die inhärenten Sicherheitsmechanismen des Tetra-Standards. Dazu gehören der Direktmodus für die Kommunikation von Gerät zu Gerät ohne Basisstation sowie satellitengestützte Anbindungen für mobile Einheiten. Auch externe Lösungen wie Notfunknetze durch Funkamateure spielen in den offiziellen Krisenplänen des Bundes weiterhin keine Rolle, da die vorhandenen Rückfallebenen als ausreichend erachtet werden.

Um den wachsenden Anforderungen an den Datenaustausch gerecht zu werden, arbeitet die Bundesanstalt für Digitalfunk (BDBOS) dem Bescheid zufolge am „Digitalfunk der nächsten Generation“. Ziel ist die Etablierung einer breitbandigen Lösung, die neben der bewährten Sprachkommunikation auch hochauflösende Videoübertragungen und komplexe Datenanwendungen in Echtzeit ermöglicht. Die Deutsche Telekom hat sich dafür schon in Stellung gebracht [6].

Der Weg zum Breitband-Standard

Ein konkretes Abschaltdatum für das aktuelle Tetra-Netz gibt es nicht. Die bewährte Technik soll so lange parallel weiterbetrieben werden, bis das neue Breitbandnetz die einsatzkritischen Anforderungen vollständig übernehmen kann. Bis dahin soll das Bestandsnetz laut der Antwort kontinuierlich gehärtet und auf eine moderne IP-basierte Architektur umgestellt werden, um die Resilienz gegenüber Cyberangriffen und technischen Störungen weiter zu erhöhen.

Die Regierung betont dabei den steten Austausch mit den Ländern und Fachverbänden, um die Modernisierung praxisnah zu gestalten. Erst vor Kurzem erläuterte die Exekutive, der Digitalfunk werde kontinuierlich modernisiert [7]. Ein Pfeiler dabei sei der physische Schutz der Anlagen. Die Regierung plant für die Jahre 2026 bis 2028 demnach etwa verstärkte Investitionen in physische Barrieren und moderne Überwachungstechnik.

Dabei steht etwa der Ausbau von Technikgebäuden des Bundes an, um die sensiblen Knotenpunkte des Netzes besser vor unbefugtem Zugriff oder Sabotage zu schützen. Zudem sollen die Basisstationen gehärtet werden, was eine Verfügbarkeit von bis zu 72 Stunden ohne externe Stromzufuhr gewährleisten könnte. Die finanziellen Mittel in den aktuellen Haushalten von Bund und Ländern hält das BMI für ausreichend. Die Verfügbarkeit und Sicherheit der Systeme genössen bei allen Planungsschritten oberste Priorität.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246313

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Digitaler-Behoerdenfunk-Bundesrechnungshof-warnt-vor-gefaehrlichen-Luecken-4696447.html
[2] https://www.heise.de/news/Netzwerkproblem-ist-Ursache-fuer-die-Stoerungen-des-digitalen-Behoerdenfunks-10374142.html
[3] https://dserver.bundestag.de/btd/21/049/2104958.pdf
[4] https://www.heise.de/news/Digitaler-Behoerdenfunk-Neue-Schwachstellen-bei-Tetra-Verschluesselung-versagt-10515157.html
[5] https://www.heise.de/news/Berliner-Polizei-hat-massive-Probleme-mit-dem-Digitalfunk-3154830.html
[6] https://www.heise.de/news/Telekom-will-neuen-Funk-fuer-Blaulichtorganisationen-liefern-10643816.html
[7] https://sonst-so.blogspot.com/2026/03/krisenfeste-kommunikation.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:nen@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

AGENTS.md: Hilfreiches Agentenbriefing oder Tokenfresser?

Von Heise — 06. April 2026 um 07:16
Abstrakte Darstellung eines neuronalen Netzes mit verbundenen Kreisen.

(Bild: Vanessa Bahr / iX)

Eine AGENTS.md gilt meist als Pflicht für den Einsatz von Coding-Agenten. Doch aus einer gut gemeinten Hilfe kann schnell zusätzlicher Ballast werden.

Die Datei AGENTS.md ist ein Readme für KI-Agenten: Ein fester Ort im Repository, an dem Build‑Schritte, Testkommandos, Tooling, Architekturlinien und Coding-Guidelines speziell für autonome Coding-Agenten beschrieben sind. Die Idee ist, dass Agenten diese Datei früh lesen und dadurch schneller verstehen, wie sie Tests ausführen, den Code strukturieren und welche Konventionen sie beachten müssen.

Anbieter wie OpenAI, Anthropic, GitHub und Qwen bewerben dieses Muster offensiv. Zudem bringen viele Frameworks Kommandozeilenbefehle wie /init mit, die aus einem bestehenden Repository automatisch eine AGENTS.md oder eine ähnliche Datei wie CLAUDE.md generieren. Dadurch hat sich der Standard rasant verbreitet: Im Jahr 2025 waren bereits zehntausende öffentliche GitHub-Repositorys mit Kontextdateien ausgestattet, die Tendenz ist steigend. Das AGENTS.md-Repository auf GitHub [1] listet die Vorteile auf und zeigt Beispiele für den Aufbau solch einer Datei.

Ein Team an der ETH Zürich hat den Aufbau und die Nützlichkeit von AGENTS.md unter die Lupe genommen. Die Studie „Evaluating AGENTS.md: Are Repository-Level Context Files Helpful for Coding Agents?“ [2] untersucht erstmals systematisch, welchen Effekt solche Dateien auf reale Agentenworkflows haben. Die Forschenden kombinieren dafür zwei Benchmarks: das etablierte SWE‑bench Lite mit 300 Aufgaben aus elf populären Python-Repositorys und das Benchmarktool AgentBench mit 138 Aufgaben aus zwölf weniger bekannten Repos, die alle echte, von Entwicklern geschriebene Kontextdateien enthalten.

Getestet hat das Team der Studie die Coding-Agenten Claude Code mit Sonnet 4.5, OpenAI Codex mit GPT-5.2 und GPT-5.1 mini sowie Qwen Code mit Qwen3-30B-Coder, jeweils in drei Varianten: ohne Kontextdatei, mit automatisch generierter Kontextdatei nach Empfehlung des jeweiligen Agentenentwicklers und – auf AgentBench – mit der real vorhandenen, von Entwicklern gepflegten Kontextdatei. Alle Agenten haben die Datei in ihren Kontext geladen, entweder AGENTS.md (für Codex- und Qwen-Code) oder CLAUDE.md (Claude Code). Die Erfolgsquote hat das Team dabei streng über Testsuites gemessen: Ein Task gilt nur dann als gelöst, wenn alle zugehörigen Tests nach Anwenden des Agentenpatches grün laufen.

Die Erkenntnis: kaum Nutzen, spürbare Kosten

Das Ergebnis ist ernüchternd: LLM‑generierte Kontextdateien reduzieren die Erfolgsrate im Mittel leicht – um etwa 0,5 Prozentpunkte bei SWE‑bench Lite und rund 2 bis 3 Prozentpunkte bei AgentBench, je nach Modell. Gleichzeitig steigen die Inferenzkosten im Schnitt um 20 bis 23 Prozent, weil die Agenten mehr Schritte ausführen und längere Reasoning‑Passagen produzieren.

Auch menschlich gepflegte Kontextdateien schneiden nur moderat besser ab: Sie verbessern die Erfolgsrate auf AgentBench im Mittel um etwa 4 Prozentpunkte gegenüber dem Szenario ganz ohne Kontextdatei, erhöhen aber ebenfalls die Anzahl der Agentenschritte und damit die Kosten – in einzelnen Set-ups um knapp 20 Prozent. Überspitzt formuliert bedeutet das: Für ein paar Prozentpunkte Erfolgsgewinn bezahlt man mit deutlich mehr Tokenverbrauch, längeren Laufzeiten und komplexeren Agenten-Traces.

Die Studie zeigt, dass Agenten die Anweisungen in Kontextdateien ernst nehmen: Sind bestimmte Tools oder Workflows erwähnt, nutzen Agenten sie häufiger – etwa Projektskripte, pytest, uv oder repositoryspezifische Hilfstools. Kontextdateien führen auch zu mehr Tests, mehr Dateizugriffen und ausführlicherer Repositorynavigation. Das Problem ist also nicht, dass die Modelle Kontextinstruktionen ignorieren.

Die zusätzliche Aktivität macht die Aufgaben jedoch schwieriger: Mehr Anweisungen bedeuten mehr Dinge, die der Agent berücksichtigen und gegeneinander abwägen muss, was sich in mehr Reasoning-Token pro Task niederschlägt. Gleichzeitig funktionieren Kontextdateien schlecht als Repository-Overview: Die Agenten finden die für einen Bugfix relevanten Dateien im Schnitt nicht schneller als ohne AGENTS.md, obwohl viele Dateien explizit Verzeichnisstrukturen, Komponenten und Einstiegspunkte beschreiben.

Redundante Dokumentation statt gezielten Mehrwerts

Eine wichtige Beobachtung des ETH-Teams ist, dass LLM‑generierte Kontextdateien meist redundant zur bestehenden Dokumentation sind: Readme, Contributing, Docs‑Ordner und Beispiele enthalten bereits Build‑und Testhinweise, Architekturübersichten und Stilvorgaben, die die Agenten via Dateizugriff ebenfalls nutzen können. In einem Ablationsexperiment entfernten die Forschenden deshalb alle anderen Dokumentationsdateien aus dem Repository und ließen nur die generierte Kontextdatei stehen. Ein Ablationsexperiment (Ablation Study) ist eine Methode zur Evaluierung von KI-Modellen, bei der gezielt spezifische Komponenten wie ein Feature, ein Layer oder Module entfernt oder verändert wurden, um deren Einfluss auf die Gesamtleistung zu messen.

In solch einem dokumentationsarmen Setting kippt das Bild: Plötzlich verbessern die generierten Kontextdateien die Erfolgsrate der Agenten im Schnitt um rund 2,7 Prozentpunkte und schneiden teilweise sogar besser ab als die ursprünglichen Entwicklerdokumente. Die naheliegende Interpretation: Kontextdateien sind dann hilfreich, wenn sie echte Wissenslücken der Agenten füllen und nicht, wenn sie bereits vorhandene Informationen noch einmal in leicht anderer Form wiederholen.

Eine separate empirische Analyse von über 2.300 Agenten-Readmes aus knapp 2.000 Repositorys zeigt, wie Entwickler solche Dateien heute nutzen (siehe Studie „Agent READMEs: An Empirical Study of Context Files for Agentic Coding“ [3]). Am häufigsten enthalten sie funktionalen Kontext: Build‑ und Run‑Kommandos (in gut 60 Prozent der Fälle), Implementationsdetails (knapp 70 Prozent) und Architekturhinweise (rund 68 Prozent).

Deutlich unterrepräsentiert sind dagegen nicht funktionale Anforderungen wie Sicherheit und Performance, die nur jeweils in rund 15 Prozent der Dateien explizit adressiert sind. Zudem sind viele Dateien lang, schwer lesbar und entwickeln sich eher wie Konfigurationsartefakte mit vielen kleinen Ergänzungen als wie klar kuratierte Dokumente – ein weiterer Hinweis darauf, warum generalistische Kontextdateien für Agenten schnell zur kognitiven Last heranwachsen.

Praktische Leitlinien für den Einsatz

Aus Sicht der Praxis ergeben sich daraus einige Empfehlungen für den produktiven Einsatz von AGENTS.md (siehe GitHub-Blogartikel „How to write a great agents.md“ [4]):

  • Nichts wiederholen, was schon im Readme und in Docs steht. Doppelte Projektbeschreibungen oder lange Architekturexkurse sind zu vermeiden, wenn sie bereits an anderer Stelle gepflegt sind.
  • Schwerpunkt auf fehlendem, schwer zu erschließendem Kontext. Dazu gehören projekt- oder teamspezifische Skripte, besondere Test‑Set-ups, nicht offensichtliche Fallstricke oder domänenspezifische Invarianten, die der Agent sonst nur durch intensives Trial and Error lernen würde.
  • Minimalistische testbare Regeln statt Wunschliste. Jede zusätzliche Regel erhöht die Suchfläche für den Agenten. Sinnvoll sind wenige, klar begründete Anforderungen, etwa „Tests immer über make test-ci laufen lassen“ statt eines halben Dutzends alternativer Workflows.
  • Agentenrolle klar zuschneiden. GitHub berichtet aus der Analyse von über 2.500 AGENTS.md-Dateien, dass spezialisierte Rollen – beispielsweise ein reiner Testagent oder Docs‑Agent – besser funktionieren als generische Anweisungen.
  • Iterativ verbessern statt im Vorfeld alles perfektionieren. Erfolgreiche Agenten-Readmes entstehen dadurch, dass Teams typische Fehlervarianten des Agenten beobachten und daraus gezielte, knappe Korrekturanweisungen ableiten.

Zudem kann es hilfreich sein, den Agenten selbst seine eigene AGENTS.md optimieren zu lassen. Das LLM kann eine AGENTS.md analysieren und verbessern, indem es unklare Formulierungen, Widersprüche, Redundanzen oder fehlende Entscheidungsregeln erkennt und präziser formuliert. Die überarbeiteten Anweisungen steuern später das Verhalten eines Agenten. Besonders sinnvoll ist das, wenn das Resultat nicht nur das Umschreiben der Datei ist, sondern diese anschließend auch mit Beispielaufgaben getestet wird, um zu sehen, ob der Agent die gewünschten Regeln tatsächlich besser befolgt. Am zuverlässigsten ist deshalb ein iterativer Prozess, der analysiert, überarbeitet und testet, statt sich nur auf eine sprachlich schönere Version zu verlassen.

Implikationen für Teams mit Coding-Agenten

Für Entwicklungsteams ist AGENTS.md kein kostenloser Produktivitätsturbo, sondern ein Steuerungsinstrument, bei dem sie Kompromisse eingehen müssen. Automatisch generierte, stark redundante Kontextdateien verschlechtern in der aktuellen Evidenzlage die Erfolgsraten, verteuern jeden Agentenlauf und erzeugen komplexere Traces, die schwerer zu debuggen sind.

Hilfreich sind Repositorykontextdateien vor allem dort, wo sie gezielt fehlende Informationen bereitstellen, etwa in schlecht dokumentierten oder speziellen Codebasen, für Nischen-Toolchains oder klar abgegrenzte Agentenrollen. Die Aussage „Readme für KI-Agenten“ der AGENTS.md-Website ist daher wörtlich zu nehmen: nicht als weitere vollständige Dokumentation, sondern als schlanke, präzise Betriebsanleitung, die Agenten genau so viel Kontext gibt, wie sie für robuste Ergebnisse brauchen – und kein Token mehr.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11245140

Links in diesem Artikel:
[1] https://github.com/agentsmd/agents.md
[2] https://arxiv.org/html/2602.11988v1
[3] https://arxiv.org/abs/2511.12884
[4] https://github.blog/ai-and-ml/github-copilot/how-to-write-a-great-agents-md-lessons-from-over-2500-repositories/
[5] https://www.heise.de/ix
[6] mailto:nb@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Digitalfunk-Debakel: Bundeswehr zahlt zwei Milliarden für untaugliche Technik

Von Andreas Donath — 06. April 2026 um 13:00
Fast zwei Milliarden Euro für ein System, das nicht funktioniert, das ist die Bilanz des wichtigsten Digitalisierungsprojekts der Bundeswehr .
Werbebild des Battle-Management-Systems Tacnet von Rheinmetall (Bild: Rheinmetall)
Werbebild des Battle-Management-Systems Tacnet von Rheinmetall Bild: Rheinmetall

Das Verteidigungsministerium hat dem Bundestag in einem vertraulichen Schreiben mitgeteilt, was das Projekt Digitalisierung Landbasierte Operationen (D-LBO) bislang gekostet hat: rund 1,749 Milliarden Euro für die eigentlichen Systeme, dazu weitere 299 Millionen Euro für begleitende Maßnahmen. Darüber berichtet die Welt. Ein funktionsfähiges System gibt es trotzdem nicht.

Im November 2025 scheiterte die neue Funktechnik zum zweiten Mal an einem wichtigen Systemnachweis. Besonders problematisch ist die Anbindung des Kampfpanzers Leopard 2 : Funksprüche wurden teils gar nicht übertragen, die Reichweiten blieben deutlich hinter den Anforderungen zurück. Auch die parallele Nutzung von Daten- und Sprechfunk funktioniert bislang nur eingeschränkt. Selbst die Basisversion erhielt keine Freigabe für den normalen Übungsbetrieb.

Die betroffenen Hersteller sind die Schwergewichte der deutschen Rüstungsbranche. Das Ministerium hält am Einbau der Technik von Rohde & Schwarz fest – obwohl die Middleware-Software der Rheinmetall-Tochter Blackned ebenfalls nicht funktioniert. Nun werden Handfunkgeräte bei Rohde & Schwarz beschafft, um einen Mischbetrieb mit alten Geräten zu ermöglichen. Die Kosten sind dem Bundestag noch nicht bekannt, werden intern aber bereits auf mehr als 25 Millionen Euro geschätzt, berichtet die Welt.

Pistorius sprach noch im Herbst von "im Plan"

Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte nach dem ersten fehlgeschlagenen Test im Mai 2025 noch im Herbst öffentlich erklärt , das Projekt sei "im Plan" . Diese Einschätzung war nach Angaben aus dem Ministeriumsumfeld bereits damals nicht haltbar, heißt es in dem aktuellen Bericht der Welt. Erst Ende des Jahres räumte Pistorius ein, man sei noch weit vom Ziel entfernt.

Bundestag und Öffentlichkeit sollen bis vergangenen September trotz der hohen Kosten nicht über die Mängel informiert worden sein. Im Verteidigungs- und Haushaltsausschuss ist das Vertrauen in das Ministerium inzwischen über Fraktionsgrenzen hinweg deutlich geschwunden. Der Bundesrechnungshof prüft das Gesamtprojekt bereits.

Brigade Litauen könnte im Ernstfall nicht sicher funken Die neue Panzerbrigade 45 Litauen ist dringend auf verschlüsselten Führungsfunk angewiesen. Im Ernstfall könnte sie derzeit nicht sicher kommunizieren. Fahrzeuge, in die bereits Technik eingebaut wurde, sind ohne funktionierenden Funk nur eingeschränkt einsetzbar.

Das Gesamtprojekt D-LBO umfasst sechs Teilprojekte und wird insgesamt mehr als 20 Milliarden Euro kosten. Das Ziel, bis Ende 2027 eine Heeresdivision vollständig zu digitalisieren, gilt intern bereits als unrealistisch, heißt es bei der Welt. In der Truppe rechnet man damit, dass die flächendeckende Einführung bis weit ins nächste Jahrzehnt dauern könnte.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Europaparlament, bringt es auf den Punkt: Das Sondervermögen, für das sich die Bundesregierung hoch verschuldet habe, werde "zum Fenster rausgeschmissen" , wird sie im Bericht der Welt zitiert.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Stargate: Iran will OpenAIs KI-Rechenzentrum in Abu Dhabi angreifen

Von Andreas Donath — 06. April 2026 um 12:40
Iran nimmt das Stargate- Rechenzentrum von OpenAI in Abu Dhabi ins Visier – und macht deutlich, dass er weiß, wo es steht.
Ausschnitt aus iranischem Propaganda-Video (Bild: X/Screenshot: Golem.de)
Ausschnitt aus iranischem Propaganda-Video Bild: X/Screenshot: Golem.de

Die Iranischen Revolutionsgarden ( IRGC ) haben öffentlich damit gedroht, das Stargate-KI-Rechenzentrum in Abu Dhabi zu zerstören. Die Anlage , die mit OpenAI und anderen US-Unternehmen verbunden ist und rund 30 Milliarden US-Dollar gekostet haben soll, steht wie andere Infrastrukturprojekte im Zentrum einer eskalierenden Drohkulisse im Nahen Osten, wie Toms Hardware berichtet .

Die Warnung kam in Form eines Videos, das IRGC-Sprecher Brigadegeneral Ebrahim Zolfaghari veröffentlichte. Darin erklärte er, dass bei einem US-Angriff auf iranische Energieinfrastruktur als Konsequenz nicht nur israelische Anlagen, sondern auch alle Einrichtungen in der Region mit US-amerikanischen Anteilseignern vollständig vernichtet würden.

Satellitenbilder als Botschaft

Das Video enthielt mehr als nur Worte. Nach Zolfagharis Erklärung zoomte die Aufnahme auf Satellitenbilder eines scheinbar leeren Wüstenstreifens nahe der Küste von Abu Dhabi: ein Gebiet, das in Google Maps als unbebaut erscheint. Anschließend zeigte das Video im Stil von Nachtsichtaufnahmen das gleiche Gelände, die den vollständigen Umriss des Stargate-Rechenzentrums sichtbar machen sollen. Die eingeblendete Nachricht lautete: "Nichts bleibt unserem Blick verborgen, auch wenn Google es versteckt."

Teil einer größeren Drohwelle

Es ist nicht das erste Mal, dass der Iran solche Warnungen ausspricht. Die IRGC drohten in den vergangenen Wochen auch Einrichtungen von Nvidia, Microsoft, Apple, Google und rund 14 weiteren US-Technologieunternehmen. Ob auf die Worte Taten folgen, bleibt offen – dokumentiert ist jedoch, dass der Iran bereits Raketenangriffe durchführte, die den Betrieb einiger Amazon-AWS-Rechenzentren in der Region gestört haben.

Das Stargate-Projekt ist ein Gemeinschaftsunternehmen von OpenAI und Softbank und wird als KI-Infrastrukturhub mit einer Kapazität von einem Gigawatt ausgebaut.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Raumfahrt: Starship könnte die globale Kriegsführung verändern

Von Nils Matthiesen — 06. April 2026 um 12:20
Der Physiker Fred Hochberg sieht im Starship die Basis für orbitale Arsenale. Das wirft massive völkerrechtliche Fragen auf.
Starship als Gamechanger für das US-Militär? (Bild: RONALDO SCHEMIDT/AFP via Getty Images)
Starship als Gamechanger für das US-Militär? Bild: RONALDO SCHEMIDT/AFP via Getty Images

Die Ambitionen von SpaceX für das Starship-System könnten über die zivile Raumfahrt hinausgehen und die Geografie der Kriegsführung beeinflussen. In einem Gastbeitrag für das Wall Street Journal legt der Physiker und Unternehmer Fred Hochberg dar, dass eine drastische Senkung der Transportkosten in den niedrigen Erdorbit (LEO) den Weltraum perspektivisch in ein Lager für konventionelle Waffensysteme verwandeln könnte.

Massive Kostensenkung als strategischer Hebel

Aktuell gilt die Falcon Heavy mit rund 1.500 US-Dollar pro Kilogramm Nutzlast als günstigste Plattform. Elon Musk strebt mit dem Starship jedoch Kosten von lediglich 10 bis 100 US-Dollar pro Kilogramm an. Sollte dieses Ziel erreicht werden, verlören finanzielle Beschränkungen für orbitale Lasten laut Hochberg ihre Bedeutung. Ein solches System würde es ermöglichen, zehntausende konventionelle Munitionseinheiten permanent im Orbit zu stationieren, die innerhalb von Minuten jeden Punkt der Erde erreichen könnten.

Im Vergleich dazu benötigen aktuelle Langstreckenbomber wie die B-2 für einen Einsatz etwa gegen iranische Atomanlagen rund 37 Stunden Flugzeit bei Kosten von etwa 5 Millionen US-Dollar pro Maschine. Hochberg argumentiert, dass ein orbitales System die Notwendigkeit eliminieren würde, vor einem Schlag die Luftüberlegenheit herzustellen. Die Kapazität des Starship erlaube zudem den Transport wesentlich größerer Einzelmunition für Schläge gegen tief vergrabene Ziele.

Thesen zur Abschreckung und völkerrechtliche Hürden

Hochberg vertritt die Ansicht, dass ein solches "Fleet-in-being" -Szenario im Orbit eine hohe Abschreckungskraft besäße. Diese sei glaubwürdiger als die von nuklearen Interkontinentalraketen, da die Einsatzschwelle für konventionelle orbitale Schläge deutlich niedriger liege. Neben Waffen könnten laut dem Autor auch Drohnen oder medizinisches Material aus dem All abgeworfen werden.

Damit die USA diesen potenziellen Vorsprung behalten, fordert Hochberg, Schlüsseltechnologien des Starship wie Staatsgeheimnisse zu behandeln. Er schlägt vor, US-Unternehmen die Teilnahme an Raumfahrt-Ökosystemen gegnerischer Regime zu untersagen. Unklar bleibt jedoch die Vereinbarkeit solcher Pläne mit dem Weltraumvertrag (Outer Space Treaty), der die Stationierung von Massenvernichtungswaffen verbietet und die friedliche Nutzung des Alls betont. Die Stationierung konventioneller Arsenale im LEO würde völkerrechtlich und geopolitisch massive Spannungen provozieren.

Adblock test (Why?)

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 06.04.2026 13:00

Von heise online — 06. April 2026 um 13:00

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
06.04.2026 13:00
Region
Bad Schönborn (07253)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 06.04.2026 08:01

Von heise online — 06. April 2026 um 08:01

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
06.04.2026 08:01
Region
Krefeld (02151)
Provider
1&1
Zugangsart
SDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Sei dabei: Wir öffnen unsere neue Community für weitere Early Birds

Von Andrea Pawlowski — 05. April 2026 um 16:00
Möchtest du unsere neue Community von Anfang an mitgestalten? Dann mach mit!
Der frühe Vogel kommt in unsere Community. (Bild: neelam279, pixabay)
Der frühe Vogel kommt in unsere Community. Bild: neelam279, pixabay

Unser Forum ist seit jeher ein fester und geschätzter Bestandteil von Golem – und das soll es auch bleiben. Jetzt wollen wir aber einen weiteren Schritt hin zu echter Vernetzung gehen – mit einer Community!

Dafür wollen wir euch von Anfang an mitnehmen. Seit Anfang Februar tummeln wir uns mit ersten Early Adoptern auf unserer Baustelle und gestalten mit ihnen Schritt für Schritt eine Community, die für euch echten Expertenaustausch, spannende Formate wie AMAs, Debatten, Talkrunden, Meet-ups und vieles mehr bringen soll.

Mit dir zusammen wollen wir einen Raum mit Aufenthaltsqualität für die deutsche IT-Crowd schaffen!

Wenn ich von Baustelle schreibe, meine ich auch Baustelle: keine fertige Plattform mit fancy Funktionen, die keiner wirklich nutzt, kein Klickibunti-Frontend.

Wir beginnen mit wenigen Kategorien und probieren Aktionen und Funktionen mit den ersten Mitgliedern aus: Was gefällt, bleibt – was nicht funktioniert, fliegt wieder raus. Es soll aber nicht nur nach unseren Vorgaben gehen:

Leserschaft, unsere Autorinnen, Autoren und Coaches sollen dort die Themen besprechen können, auf die es wirklich ankommt.

Willst du dabei sein?

Wir öffnen die nächsten 150 Plätze für weitere Early Birds. Als Dankeschön für dein Feedback und deine Mitarbeit bekommt jeder für seine Mithilfe einen auf ein halbes Jahr begrenzten Plus-Account und Einblicke in unsere Planungen. Und natürlich vor allem viel Spaß und Möglichkeit mitzugestalten.

Über eins müssen wir noch sprechen: Wir starten diese Community neu. Das betrifft auch den Tonfall. Wir wünschen uns lebhafte Diskussionen, in denen Meinungen auseinandergehen. Uns ist aber wichtig, dass wir von Anfang an respektvoll miteinander umgehen.

Dafür stellen wir klare Regeln auf, die ermöglichen sollen, dass sich alle willkommen fühlen und sich keiner aufgrund seines beruflichen Levels oder gar Geschlechts ausgeschlossen fühlt.

Habe ich dich neugierig gemacht? Dann beantworte uns folgende Fragen und du bist in der Auswahl! Wir freuen uns auf dich.

Adblock test (Why?)

❌