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Von der Vernichtungsdrohung zur Feuerpause: Wer hat jetzt die Oberhand?

Von Luca Schäfer — 08. April 2026 um 10:45
Ein Mann in Anzug

US-Präsident Donald Trump hat mit der Vernichtung der iranischen Zivilisation gedroht

(Bild: UkrPictures/Shutterstock.com)

Drohung, Feuerpause, Sieg? Trump und Iran einigten sich auf zwei Wochen Ruhe. Wer wirklich gewinnt, entscheidet sich in Islamabad. Iran sitzt am längeren Hebel.

Washingtons Weltordnung ist simpel: Gehorsam oder endlose Zerstörung. Die vergangenen 24 Stunden im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran lassen sich in wenigen Worten zusammenfassen: massive Drohungen, unerwartete Verhandlungen und ein temporärer Waffenstillstand.

Überraschend ist vorerst die gute Nachricht: Der US-israelische Angriffskrieg wurde für zwei Wochen ausgesetzt [1]. In der Nacht zu Mittwoch einigten [2] sich beide Seiten auf eine temporäre Feuerpause, vermutlich dank erfolgreicher Vermittlungen Pakistans [3].

Teheran öffnet dafür die strategisch zentrale Straße von Hormus für zwei Wochen, während Washington seine Angriffe aussetzt. Weitere Verhandlungen unter pakistanischer Vermittlung sind für Freitag in Islamabad geplant.

Basis der Verhandlungen sollen nach übereinstimmenden Aussagen unter anderem des pakistanischen Premier Shebaz Sharif ein iranischer 10-Punkte-Plan sein. Hinter den Kulissen dürfte der Einfluss Chinas entscheidend gewesen sein: Laut Berichten [4] hat Peking auf Iran eingewirkt, flexibler zu verhandeln, erste Zugeständnisse basierend auf den bedeutenden sino-iranischen Energiebeziehungen und möglichen ökonomischen Folgen zu machen.

China besitzt neben starken ökonomischen Verbindungen gen Teheran auch gute Geschäftsbeziehungen an den Golf, hatte zuletzt wiederholt iranische Angriffe auf die Anrainer-Staaten kritisiert. Der US-Präsident bestätigte [5] derweil Gerüchte um ein chinesisches Engagement. Handelt es sich also um ein Teheraner Einknicken oder schlug David Goliath?  [6]

Eskalation auf historischem Niveau

Die US-Drohungen waren beispiellos: Trump erklärte, dass ohne Deal "eine ganze Zivilisation sterben" werde [7], und kündigte an [8], Kraftwerke und Infrastruktur des Landes zu zerstören.

Auch wenn fraglich bleiben musste, ob der US-Präsident seinen Drohungen in Anbetracht der immensen Ziel-Zahlen (der Iran beherbergt rund 1153 Brücken [9]und 477 Kraftwerke [10]) in die Tat hätte umsetzen können, stießen seine Äußerungen weltweit auf Entsetzen.

Papst Leo XIV. nannte sie "vollkommen unakzeptabel" [11], US-Politiker wie Bernie Sanders warnten [12] vor den Gefahren und brachten – insbesondere auch nach ersten Missbilligungen republikanischer Politiker – ein Amtsenthebungsverfahren ins Spiel [13]. Unterdessen stieg auch – nach den Nutzungsverboten aus Paris, London oder Wien – der Druck auf die britische Starmer-Regierung den USA die Nutzung britischer Basen zu entziehen [14].

Das Rhetorik-Muster – massive Drohungen, dann Verhandlungen als Erfolg verkaufen – ist charakteristisch für den Trumpismus, wiederholt sich aber auf qualitativ-höherer Stufe. Der US-Präsident stilisierte [15] die kurzfristige Einigung sofort als "totalen Sieg" hoch.

Teherans Coolness-Mobilisierung

Der Iran reagierte [16] unerwartet offensiv auf propagandistischer Ebene. Zum Einen wurden Jugendliche aufgerufen [17], symbolische Menschenketten um Kraftwerke zu bilden. Historisch verwurzelt ist der Aufruf aus dem Iran-Irak-Krieg [18], dort griff man erstmals auf Kinder und Jugendliche in Basij-Milizen [19] zurück, um Minen zu räumen und Frontlinien zu sichern.

Andererseits präsentierte Teheran Humor und Spott in Form einer "mocking diplomacy" als Antwort auf Trumps vulgäre Drohungen. So etwa die iranische Botschaft in Zimbabwe: Als Antwort auf den US-Imperativ zu Hormus-Öffnung, entgegnete [20] die Botschaft via offiziellen Medien-Account mit "Wir haben die Schlüssel verloren".

Dieser Ansatz zielt darauf ab, internationale Aufmerksamkeit zu gewinnen sowie den Gegner zu delegitimieren.

Wirtschaftliche Auswirkungen

Entgegen der humorvollen Behauptung aus Simbabwe ist die Straße von Hormus der Schlüssel des Konfliktes. Die Waffenruhe wirkte unmittelbar auf die Märkte: Der Ölpreis fiel [21] in der Nacht um rund 10 Dollar auf 91 Dollar pro Barrel, die asiatischen Börsen, etwa der japanische Nikkei, verzeichneten [22] deutliche Kursgewinne.

Die Wiederöffnung der Straße von Hormus war die zentrale US-Bedingung, ob die Öffnung jedoch – abgesehen von tagelangen, logistischen Anlaufschwierigkeiten von Dauer sein wird, darf bezweifelt werden. Der Iran dürfte mit breiter Brust – vor der Möglichkeit einer erneuten Schließung der Handelsstraße – umfassende Forderungen umsetzen wollen und den Preis für Frieden in die Höhe.

Interessant ist hierbei, dass basierend auf einen Punkt aus dem iranischen 10-Punkte-Programm aktuell der Vorschlag kursiert [23], dass der Iran in einem geteilten Mautsystem mit dem Oman, Passage-Gebühren erhebt, welche als Kompensationen für Reparationen verwendet werden würden.

Zuvor hatte die Islamische Republik ein Mautsystem, abgerechnet in chinesischen Yuan, angekündigt sowie erstmalig vereinzelt angewendet [24]. Insbesondere die Zugangsfrage zur Straße von Hormus dürften zentrale Punkte für die Islamabad-Verhandlungen sein.

Setze sich der Iran mit diesem System durch, was auf Basis der militärischen Ausgangslage und den weiterhin bestehenden iranischen Fähigkeiten im Hinblick auf Schiffsangriffe nicht unwahrscheinlich ist, hätte sich das Land strategisch verbessert und ein zentrales US-Kriegsziel durchkreuzt.

Kurzfristige Entspannung, langfristige Unsicherheit?

Trump stilisierte die Feuerpause als "großen Tag für den Weltfrieden" [25] hoch, behauptete, US-Ziele seien zu 100 Prozent erreicht.

Der Iran hingegen sieht die Vereinbarung als taktische Pause und ersten Teil-Erfolg des Widerstandes. In Teheran wird der Waffenstillstand auf den Straßen gefeiert und von der Regierung bereits als Sieg verkauft.

Das 10-Punkte-Papier, das sowohl durch den Iran als auch durch die US-Administration als Verhandlungsgrundlage anerkannt worden ist, fordert US-Garantien, basiert auf iranischen Ordnungsvorstellungen, bietet der Theokratie keine schlechte Ausgangslage.

Chinesische wie iranische Medien veröffentlichten es im Wortlaut [26]: Es besagt die iranische Kontrolle über Hormus, die Aufhebung aller Sanktionen, den Abzug aller US-Truppen aus der Region, die Einstellung aller Feindseligkeiten und schließt explizit den Schutz der Hisbollah mit ein. Auch das Recht des Iran zur Anreicherung von Uran ist darin enthalten.

Hier könnte ein zentraler Problemstrang beginnen: Israel erkennt zwar [27] die Feuerpause an, betont jedoch, dass sie nicht automatisch auf Libanon oder Gaza übertragbar sei, was wiederum für den Iran eine rote Linie darstellen könnte.

Als fraglich muss gelten, ob die rechtsextreme Netanjahu-Regierung – offenbar maximal indirekt in die Islamabad-Verhandlungen eingebunden – sich an deren Output gebunden fühlt. Möglich erscheint, dass Israel potenzielle Verhandlungsergebnisse militärisch oder diplomatisch torpedieren könnte.

Die zweiwöchige Waffenruhe signalisiert kurzfristige Entspannung, könnte aber nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm sein. Die iranische Theokratie nutzt die Zeit strategisch, um Kontrolle wie regionale Position zu sichern, während die USA versuchen, den propagandistischen Sieg für sich zu verbuchen, ohne dabei jedoch relevante Ergebnisse erreicht zu haben.

Die entscheidende Frage bleibt, ob die Feuerpause in eine dauerhafte Lösung übergeht oder nur eine taktische Verschnaufpause darstellt. Das Korps der Revolutionsgarden des Iran erklärte bereits, ihr Finger bleibe weiterhin "am Abzug", falls die Angreifer den Waffenstillstand brächen.

Mit dem heutigen Tag kann der Iran einen ersten Sieg für sich verbuchen. Teheran dürfte – sieht es seinen Willen in Pakistan unzureichend berücksichtigt – insbesondere nach den letztlich unerfüllten, dutzenden US-Drohungen zu einer erneuten Blockade-Politik zurückkehren, ohne dabei – aus Rücksicht auf chinesische Befindlichkeiten, auf militärische Attacken zu setzen.

Im wirtschaftlichen Sitzkrieg besäße die Theokratie die deutlich besseren Karten als der US-Hegemon, dem zudem abspenstige Verbündete und innerer Druck Probleme bereiten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11248408

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.srf.ch/news/international/nahost/krieg-in-nahost-trump-spricht-nach-waffenruhe-von-vollstaendigem-sieg
[2] https://www.reuters.com/world/asia-pacific/trump-agrees-two-week-ceasefire-iran-says-safe-passage-through-hormuz-possible-2026-04-08/
[3] https://www.n-tv.de/politik/Pakistan-legt-Vorschlag-zu-Waffenruhe-im-Iran-vor-id30689889.html
[4] https://www.nytimes.com/live/2026/04/07/world/iran-war-trump-news?fbclid=IwdGRzaARC1HpjbGNrBELUc2V4dG4DYWVtAjExAHNydGMGYXBwX2lkDDM1MDY4NTUzMTcyOAABHkcvYbSp2irzZRI_nR67Npma8ILph2tzJoZoIHJSKm6H6HIhanWMWweojJDY_aem_g6tRSLfLptr11Owz6FhkPQ&sfnsn=scwspwa
[5] https://www.timesofisrael.com/trump-says-he-believes-china-got-iran-to-come-to-the-negotiating-table/
[6] https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_101127282/iran-gegen-usa-waffenruhe-wackelt-europa-sucht-ausweg-aus-der-krise.html
[7] https://www.reuters.com/world/middle-east/trump-says-a-whole-civilization-will-die-tonight-if-iran-does-not-make-deal-2026-04-07/
[8] https://time.com/article/2026/04/07/trump-warns-whole-civilization-will-die-if-iran-misses-deadline/
[9] https://www.poidata.io/report/bridge/iran
[10] https://openinframap.org/stats/area/Iran
[11] https://www.washingtonpost.com/world/2026/04/07/pope-leo-iran-trump-threat-unacceptable/b9a00da2-32b2-11f1-b85b-2cd751275c1d_story.html
[12] https://www.theguardian.com/us-news/2026/apr/05/trump-iran-threats-politician-reactions
[13] https://www.reuters.com/world/middle-east/trumps-threat-iran-shocks-global-leaders-unnerves-some-republicans-2026-04-07/
[14] https://www.theguardian.com/world/2026/apr/07/pressure-starmer-curb-access-trump-threat-iran
[15] https://www.tagesschau.de/eilmeldung/iran-trump-feuerpause-100.html
[16] https://www.aljazeera.com/news/2026/4/7/get-a-grip-how-iranian-embassies-mocked-trumps-vulgar-threat
[17] https://nypost.com/2026/04/07/world-news/iran-calls-on-its-youth-to-form-human-chains-around-power-plants-after-trump-warns-of-complete-demolition/
[18] https://en.wikipedia.org/wiki/Plastic_key_to_paradise
[19] https://kurier.at/politik/ausland/kinder-iran-krieg-kanonenfutter-revolutionsgarden/403146273
[20] https://timesofindia.indiatimes.com/world/us/weve-lost-the-keys-iranian-embassies-troll-trumps-vulgar-post-to-open-strait/amp_articleshow/130063300.cms
[21] https://finanzmarktwelt.de/oelpreis-faellt-um-nach-verkuendung-der-iran-waffenruhe-385218/
[22] https://www.spiegel.de/wirtschaft/iran-krieg-oelpreis-bricht-nach-angekuendigter-feuerpause-zweistellig-ein-a-964ba266-456a-40a9-a59a-e964dbe97880
[23] https://economictimes.indiatimes.com/news/international/world-news/middle-east-war-iran-10-point-plan-strait-of-hormuz-fee-war-guarantees-sanctions-relief-donald-trump-deadline/articleshow/130076629.cms
[24] https://www.fr.de/politik/china-zahlt-irans-mautstation-in-der-strasse-von-hormus-zr-94238323
[25] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/trump-donald-iran-usa-krieg-waffenruhe-sieg-goldenes-zeitalter-gxe
[26] https://english.news.cn/20260408/dd8df6148df94252aaa1d3fbb599e2c6/c.html
[27] https://www.reuters.com/world/middle-east/netanyahu-backs-iran-ceasefire-says-lebanon-not-included-israeli-media-says-2026-04-08/

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Ukraine-Krieg und Iran-Krieg: Wie Medien mit zweierlei Maß berichten

Von Christiane Voges — 08. April 2026 um 10:40
Die Tagesschau-App auf einem Bildschirm

Bild: shutterstock.com

Ein Essay über Framing, Wortwahl und Doppelstandards: Warum der Ukraine-Krieg klar benannt wird – und der Angriff auf Iran sprachlich verschwimmt.

Die gute Nachricht, auf die viele warteten, kam heute Morgen: "USA und Iran kündigen zweiwöchige Feuerpause an", meldet die Tagesschau [1]. Mehr als einen Monat dauerte die Aggression der Staatsführungen, Streitkräfte und Geheimdienste der USA und Israels gegen den Iran.

Bemerkenswert für die Autorin dieses Beitrags war an der Berichterstattung der vergangenen Wochen, dass auch Leitmedien hierzulande noch eine Schippe bzw. einen Feldspaten draufzulegen schienen, wenn es um diesen Krieg ging. Es zeigten sich deutliche Merkwürdigkeiten. Eine hier folgende, unvollständige, Chronik veranschaulicht anhand von 13 Fall-Beispielen, was damit gemeint ist: unsachliches journalistisches Arbeiten.

"Krieg im Nahen Osten"

1. Die Tagesschau (in diesem Artikel wird sich auf deren App bezogen) meldete kurz nach Kriegsbeginn unter der Dachzeile "Krieg im Nahen Osten": "Irans oberster Führer Chamenei ist tot."

Beides nicht falsch, aber doch so unvollständig und tendenziös, dass dieses "Framing" – also die unausgesprochene, aber höchst wirksame Rahmensetzung –und jenes "Wording", mithin die explizite Wortwahl, viel mehr Fragen aufwerfen als beantworten.

Das Ganze wäre demnach gerade kein völkerrechtswidriger Angriffskrieg zweier westlicher Mächte gegen einen BRICS-Staat, sondern irgendwie "Krieg im Nahen Osten". Und der oberste Repräsentant der iranischen Führung wäre nachts – vielleicht wegen Altersschwäche und Krankheit – in seinem Bett, nun ja, " tot" aufgefunden worden.

Obwohl der Mann ja offenbar gezielt getötet wurde. Und nicht nur er, sondern etliche Menschen in und aus seiner Umgebung. Dagegen erscheint "Sippenhaft" fast schon harmlos.

"Sich-Überziehen mit Angriffen"

2. Am 2. März meldete der Tagesspiegel auf Seite 1: "Iran und Israel überziehen sich mit Angriffen. Hunderte Tote." Schon das gegenseitige Sich-Überziehen mit Angriffen ist eine starke Behauptung. Hinzu kommt die rätselhafte Reihenfolge: Erst Iran, dann Israel. Und jene "Hunderte Tote", wo gab es die? Doch mit großem Abstand vor allem im Iran.

3. Am 5. März verlautbarte wiederum die Tagesschau: "Iranisches Kriegsschiff laut USA gesunken." "Gesunken"? Darf man fragen, ob in der Redaktionskonferenz auch nur noch "Schiffe versenken" gespielt wird? Dieses Schiff wurde weitab vom Kriegsgeschehen von US-Militär versenkt, wobei viele Menschen getötet wurden. Auch hier: "Gesunken" ist nicht ganz falsch, aber extrem verharmlosend und damit irreführend.

"Militäreinsatz der USA und Israels"

4. Nicht nur am vierten Jahrestag (24.2.2026), sondern generell wird immer wieder geschrieben, auch bei der Tagesschau, vom "völkerrechtswidrigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine". Wenn der russische Präsident Putin z.B. von einer "speziellen Militäroperation" gegen ein angebliches "Nazi-Regime" in Kiew spricht, weist man das hierzulande leitmedial wie regierungsamtlich deutlich zurück.

Fragt sich freilich, warum dieselben Medien (hier die Tagesschau am 7. 3.) kein Problem damit haben, nunmehr von einem "Militäreinsatz der USA und Israels gegen das iranische Mullah-Regime" zu schreiben? Wenn zwei ziemlich Gleiches tun, liegen dazwischen jedoch leitmedial Welten?

5. Doch noch mehr Doppelstandard geht anscheinend immer: Der neueste Krieg wird (Tagesschau, 12.3.) gelabelt als "Krieg zwischen den USA und Israel mit Iran", während zur selben Zeit mit Blick auf "Probleme mit der Stromversorgung" in der Ukraine natürlich erneut geredet wird vom "russischen Angriffskrieg". Bemerkenswert, wie der leitmediale Tenor beständig der (Tendenz jener) gerade angesagten Staatsräson entspricht.

"Warnen" und "drohen"

6. Gar nicht so kleine und auch nicht besonders feine Unterschiede lassen sich beobachten, wenn es um Ankündigungen führender Vertreter der Kriegsparteien in Nahost geht: Während US-Präsident Trump "die Mullahs" und deren Gefolge laut Tagesschau (hier 14.3.) meist "warnt" und mahnt geradezu wie ein geduldiger, gütiger Vater, erweist sich das Regime in Teheran trotzig und "droht" (fast) schon wie der Teufel selbst.

Im Ernst: "Drohen" ist ein extrem negativ besetztes Verb – es gibt weder neutrale noch positive Subjekte oder Objekte, die uns Menschen "drohen" könnten. Ganz anders bei "warnen". Das ist wie alles hier Skizzierte beileibe kein Einzelfall – zwei, drei Kriegsrunden später (Tagesschau und RBB-Inforadio am 23.3.) heißt es wieder und weiter, der Iran "droht" wie das böse Wesen.

Während der vielleicht etwas erratische Führer der freien Welt natürlich nicht "droht" (so böse kann der MAGA-Gaga-Mann Trump gar nicht sein), sondern nunmehr ganz cool, wenn auch nicht perfekt, mit dem einen oder anderen "Ultimatum" arbeitet. Um auf seine etwas eigene Weise am Ende doch wohl Gutes zu erreichen für den Werte-Westen?

"Militärische Engagements"

7. Eskalation auch beim Thema "distanzlose Übernahme von hiesiger Regierungsrede" (z.B. Tagesschau am 18.3.): Widersinnig genug, dass der deutsche Außenminister Wadephul mit Blick auf den aktuellen Angriffskrieg von USA und Israel (wie auch auf jene US-geführten Kriege gegen den Irak oder Libyen) brutal beschönigend von "militärischen Engagements" redet.

Doch das Ganze wird leitmedial noch überboten, weil normalisiert und in den Rang unbestreitbarer Tatsachen erhoben, als ob es z.B. die schlichte Angabe des heutigen Wochentags wäre. Das Mindeste sollte journalistisch aber sein, die Äußerung Wadephuls als (immerhin von der Redaktion ausgewähltes) Zitat zu kennzeichnen.

Nichts dergleichen – stattdessen wirft man machtpolitisch und leitmedial der (in dem Falle russischen) Konkurrenz weiterhin "Vernichtungskrieg" vor.

8. Wenn Aggressoren (wie bisher gegen den Iran) ausschließlich aus der Luft angreifen, also Raketen feuern und Bomben abwerfen etc., dann kann man (Tagesschau, am 20.3.) auch mal auf andere, kreative Weise die Worte "völkerrechtswidriger Angriffskrieg" umgehen: Man schreibt einfach ganz ritterlich von "Feldzug", obwohl es dieser zumindest derzeit gar nicht ist: Keine (Boden-)Truppen ziehen zu Felde, ins Land und durchs Gelände.

Diese Wortwahl ist in der Sache einfach falsch, hängt aber vermutlich ebenfalls mit dem unausgesprochenen Rahmen, dem Framing zusammen, dass (auch) hier letztlich Gut und Böse miteinander ringen würden.

"Seit Ausbruch des Krieges"

9. Ein weiterer "Ausbruch" von Einseitigkeit (Tagesschau, am 21.3.): "Seit Ausbruch des Krieges" heißt es, und das heißt nichts anderes, als dass, wenn man schon mal von "Krieg" redet, dieser nicht nur keinerlei Angreifer kennt, sondern zudem – doppelt hält besser – komplett verharmlosend naturalisiert wird.

Als ob "Krieg" ein Naturereignis wie beispielsweise ein Vulkanausbruch wäre. Dieselben Medien können selbstverständlich auch (ganz) anders, siehe ihre Versionen zum 24.2.2022 oder zum 7.10.2023. Da gab es natürlich keinerlei "Ausbruch" von Gewalt und Krieg, sondern jeweils klar benannte Angreifende.

10. Was man halt so sieht oder sehen möchte (Tagesschau, am 22.3.): Unter der bekannten Überschrift "Krieg im Nahen Osten" heißt es: "Trump sieht Ziele im Iran fast erreicht."

Ganz ähnlich lautet die Formulierung bezüglich des US-Kriegspartners: "Israel wiederum sieht im iranischen Atom- und Raketenprogramm seine größte existentielle Bedrohung." Fakt hingegen ist: Ob Trump oder Israels Vertreter dies tatsächlich so sehen, bleibt eine Glaubensfrage. Wir alle können nicht in deren Köpfe hineinschauen.

Ist bei Nachrichten auch gar keine journalistische Aufgabe. Zu erledigen hingegen sollte sein, Äußerungen von Quellen als das kenntlich zu machen, was sie sind: Zitate als ausgewählte Versionen, die jeweils von (oft mächtigen) Interessen bestimmt sind. Das ist (oder war) journalistisches Handwerk, ganz früh dran im Grundkurs.

"Gut" und "Böse"

11. Ein weiterer der schwarz-weiß-gemalten Unterschiede zwischen "Gut" und "Böse" liegt darin (z.B. Tagesschau, am 23.3.), dass die "Guten" (hier die politisch Verantwortlichen der USA und Israels samt deren Streitkräften) wohldefinierte "Ziele" ins Visier nehmen. Das klingt angemessen und verantwortungsvoll.

Die "Bösen" hingegen (wie der Iran oder die Hisbollah-Miliz) feuern wie wild/Wilde und willkürlich auf alles Mögliche, z.B. "Raketen auf Israel", also auf ein ganzes Land. Unterschiedslos. Das soll hier der entscheidende Unterschied in der Feind-Bildhauerei sein.

12. Die nicht ganz so Guten gehen andere Leute fragwürdig an, während die Guten natürlich im Falle des Falles ganz sachlich kritisieren. Francesca Albanese ist laut Tagesschau-Nachricht (23.3.), also kein Kommentar (!), klarerweise "die umstrittene UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensergebiete".

Mal abgesehen von der gleich doppelten Abwertung durch "umstritten" sowie "Palästinensergebiete" (statt des deutlich sachlicheren "palästinensische Gebiete" – man sagt ja auch nicht z.B. "Franzosenpräsident", sondern französischer Präsident), ist auch hier die Schwarz-Weiß-Malerei unübersehbar:

Albanese habe "Israel und seine Unterstützer erneut scharf angegangen". Was macht hingegen, dreimal darf geraten werden, "die israelische Regierung"? Die, nebenbei, natürlich nicht als "Israel-Regierung" abqualifiziert wird.

Auflösung: Selbstverständlich "ging" die Führung Israels Frau Albanese nicht "an" (wie jene es ja laut Tagesschau zuvor getan hatte), sondern bleibt komplett sachlich, wie auch die Tagesschau: Man "kritisierte" offenbar in aller Ruhe und Angemessenheit diese merkwürdige UN-Sonderberichterstatterin.

"Die Kontrolle übernehmen"

13. Wer erinnert sich nicht, wie deutsche Leitmedien meldeten: "Russland will Kontrolle über Ost-Ukraine übernehmen." Schlechter Scherz natürlich. Kein Scherz hingegen: In einem Beitrag (Tagesschau, am 24.3.) heißt es gleich fünfmal "Israel will Gebiete im Libanon kontrollieren".

Keine Rede von "Besetzen" oder "Erobern" oder "Beherrschen". Nein, es wird exakt die beschönigende Wortwahl der israelischen Führung übernommen, allerdings ohne dies als Zitat kenntlich zu machen. Im journalistischen Grundkurs gefehlt?

Die hier durchgespielte medienkritische Gegenprobe ist übrigens oft ein sinnvolles Mittel, um die Angemessenheit sprachlicher Wendungen, gerade gegensätzlicher, zu untersuchen.

Merkwürdig?

Wie eingangs gesagt, mag es merkwürdig erscheinen, dass wichtige Bereiche deutscher Leitmedien in diesem Krieg so parteiisch wirken, obwohl der hiesige Staat zumindest offiziell nicht Kriegspartei ist.

Ein Erklärungsversuch wäre, dass man auch hier als aufstrebende Weltmacht mit aller Gewalt, von der ersten bis zur vierten, doch gerne "dabei sein" möchte wie die anderen global player, wenn schon – leider, leider, - die sogenannte "Drecksarbeit" gegen den (jeweils gerade ausgemachten) Feind zu erledigen ist. Als Deutsche natürlich aufgeklärt und moralisch einwandfrei.

Was ließe sich aus all dem lernen?

Kurt Tucholsky (1890 bis 1935), berühmter Autor und ebenso bekannter Anti-Militarist, schrieb – unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel – vor mehr als 100 Jahren, im August 1922, in der Zeitschrift Die Weltbühne unter dem Titel "Das Felderlebnis" folgenden Aphorismus [2]:

"Es wird die Zeit kommen, wo man pathoslos und sachlich einsehen wird, dass es klüger und ökonomischer ist, keine Kriege zu führen."

Pathoslos und sachlich – damit wäre schon viel gewonnen. Für den Nachrichten-Journalismus, für das Publikum und die Medienschaffenden sowie vor allem für eine Gesellschaft, die hierzulande gerade mal wieder nachhaltig auf "Kriegstüchtigkeit" getrimmt werden soll.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11248266

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tagesschau.de/eilmeldung/iran-trump-feuerpause-100.html
[2] https://www.aphorismen.de/zitat/217832

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Merit Order: Wie der Gaspreis den Strompreis treibt

Von Christoph Jehle — 08. April 2026 um 08:00
Balkendiagramm mit Kosten einzelner Ernergieträger

Merit-Order-Prininzip: Die Stromkosten richten sich nach der teuersten benötigten Stromquelle: hier Gaskraft.

Gas wird knapp und Strom damit teurer. Dahinter steckt ein spezieller Effekt des Börsenhandels mit Elektrizität. Doch gibt es Alternativen?

Mit der Liberalisierung des Strommarktes Ende der 1990er Jahre wurden Netzbetrieb und Stromhandel organisatorisch getrennt, um dem Wettbewerb eine bessere Chance zu ermöglichen. Merit Order beschreibt einen Effekt bei der Preisentwicklung im aktuellen Markt. Der Effekt ist weder ein Prinzip, noch wurde Merit Order politisch verordnet.

Es ist lediglich ein Effekt, der sich nach der Liberalisierung eingespielt hat. Im kurzfristigen Stromhandel auf dem Spotmarkt [1] markiert er jedoch einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie Strom gehandelt und bewertet wird.

Der Effekt von Merit Order und die Preisbildung

Die Merit Order [2], übersetzt "Reihenfolge der Vorteilhaftigkeit", ist ein wesentliches Prinzip der Preisbildung an den Großhandelsmärkten und folglich auch an den Stromgroßhandelsmärkten. Sie bestimmt, wie sich der Börsenpreis bildet, indem sie die Einsatzreihenfolge der einzelnen Kraftwerke nach ihren Produktionskosten ordnet.

Das wird nicht vom Gesetzgeber vorgegeben und stellt somit kein Gesetz zur Koordinierung des Kraftwerkseinsatzes dar.

Da eine regionale Absenkung der Netzspannung (brown out [3]) jedoch aus politischen Gründen derzeit in Deutschland nicht erwünscht ist, werden bei der Ermittlung des Börsenstrompreises im liberalisierten Strommarkt bislang die Grenzkosten [4] des Kraftwerks bestimmt, das zu einem gegeben Zeitpunkt gerade noch benötigt wird, um die aktuelle Stromnachfrage zu decken. Dieser Preis gilt dann aber auch für alle Kraftwerke, die günstiger produzieren können.

Wie die Strombörse funktioniert

An der European Energy Exchange (EEX [5]) in Leipzig werden die Strompreise für den jeweils nächsten Tag (Day-Ahead-Market [6]) ermittelt. Bei den täglich stattfindenden Auktionen bieten hier die Energieerzeuger ihre Kraftwerke zu ihren jeweiligen Grenzkosten an.

Auf der anderen Seite stehen die Energiehändler, die ihrerseits Order stellen, um den Strombedarf für den Folgetag decken zu können. Die EEX-Börse ordnet die Angebote der Kraftwerksbetreiber in einem Pay-as- Clear-Modell [7] in aufsteigender sowie die Nachfrage in absteigender Reihenfolge, der sogenannten Merit Order Kurve, an. Dabei wird genau jenes Kraftwerk identifiziert, das gerade noch zur Deckung des Energiebedarfs am Folgetag benötigt wird.

"Der Market-Clearing-Price (MCP) bzw. Markträumungspreis ist das letzte Angebot, welches an der Leipziger Strombörse einen Zuschlag erhält. Das Kraftwerk mit den höchsten Grenzkosten – auch Grenzkraftwerk genannt – definiert den Börsenpreis für alle eingesetzten Kraftwerke. Somit bekommen alle Kraftwerke den gleichen Preis für ihre Einspeisung ausgezahlt, auch wenn sie zu Beginn unterschiedliche Preise geboten haben." Greenhouse Media [8]

Langfristig wird jedoch kein Kraftwerksbetreiber daran interessiert sein, Strom nur zu Grenzkosten zu verkaufen, da in diese die Investitionskosten nicht eingepreist sind. Damit auch in Zukunft in den Kraftwerkspark investiert werden kann und neue Kraftwerke gebaut werden, muss das Strommarktmodell weiterentwickelt werden.

Daneben gibt es an der Strombörse auch noch den Intraday-Handel [9], der kurzfristige Anpassungen innerhalb des jeweiligen Liefertags bis kurz vor der jeweiligen Lieferung ermöglicht.

Damit die Stromversorgung nicht zusammenbricht, kann die BundesNetzAgentur (BNetzA [10]) im Rahmen des Redispatch [11] in die örtliche Stromerzeugung eingreifen. Die für den Redispatch bereitstehenden Kraftwerke dürfen selbst nicht am Markt teilnehmen, damit sie für die BNetzA sicher zur Verfügung stehen.

Neue Gestaltung des Strommarktes

Der bisherige Strommarkt hat aufgrund des Merit-Order-Effekts Schwachstellen gezeigt, die für gewaltige Preisexplosionen geführt haben. Denn der Markt hat nur so lange gut funktioniert, wie es ein Überangebot an Energie gab. Spitzenlastkraftwerke kamen zu dieser Zeit nur selten zum Einsatz.

Durch das verknappte Gasangebot und die Umstellung von Pipelinegas auf LNG per Frachter, die zunehmende Unwirtschaftlichkeit der Porengasspeicher, sowie deutliche Kapazitätsengpässe bei französischen Atomkraftwerken durch Wartungen und niedrige Pegelstände bei der Kühlwasserversorgung ist das Stromangebot jedoch stark gesunken.

Das führte dazu, dass teure Spitzenlast-Gaskraftwerke benötigt wurden, um die Nachfrage auf dem Spotmarkt befriedigen zu können. So bestimmten diese letztlich den Strompreis was die Börsenpreise im Day-Ahead-Markt weitgehend parallel zum Gaspreis ansteigen ließ.

Zudem ist der europäische Strommarkt stark vernetzt und Veränderungen in einem Land können sich auf die Strompreise [12] in anderen Ländern auswirken.

Es gibt durchaus Überlegungen, Preissteigerungen am Markt staatlich zu begrenzen und die entstehende Preisdifferenzen unabhängig vom Verursacher auf den Steuerzahler umzulegen. Diese Kosten müssten dann jedoch anderswo eingespart werden, wenn man Steuererhöhungen vermeiden will.

Alternativ könte man auch den Stromverbrauch begrenzen, indem man ihn in Teilnetzen reihum mindert. Diese Vorgehensweise wird in manchen Ländern beireits angewendet, um die Stromkosten im Griff zu halten.

Rückkehr zu traditionellen Preismodellen im Strommarkt?

Als Alternative zum derzeit üblichen Arbeitspreis, könnte man auch zum früher üblichen System der Leistungspreise zurückkehren. Dabei werden die Preise für die vom Lieferanten bezogene Strommenge nicht zu einem Tagespreis, sondern zu einem vorher festgesetzen Preis berechnet. Je nach Preismodell wird dabei die höchste gemessene Leistung des Jahres als Jahresleistungspreis oder die eines Monats als Monatsleistungspreis berechnet.

Dabei ist also der Preis für die höchste abgerufene Leistung über den gesamten vereinbarten Zeitraum zu bezahlen und nicht der reale Strombezug. Durch zeitweisen Lastabwurf, also eine Stromabschaltung könnten die Preise für den Kunden dann reduziert werden.

Da die Rückkehr zum Leitungspreis den Strommarkt deutlich unflexibler machen würde, erscheint eine Rückkehr zur guten alten Zeit eher unwahrscheinlich. Die Preisbildung dürfte zukünftig also noch weit komplexer werden als bislang. Zudem wird eine weitere Flexibilisierung politisch gewünscht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246676

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/thema/Stromversorgung
[2] https://www.telepolis.de/article/Wie-entsteht-der-Strompreis-in-Deutschland-7322809.html
[3] https://www.interconnector.de/wissen/brownout/
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Grenzkosten
[5] https://www.eex.com/de/
[6] https://www.encentive.de/glossar/day-ahead-markt
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Pay-as-Clear
[8] https://www.energie-experten.org/news/revolution-an-der-stromboerse-hat-das-merit-order-prinzip-ausgedient
[9] https://www.encentive.de/glossar/intraday-markt
[10] https://www.bundesnetzagentur.de/
[11] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/Versorgungssicherheit/Netzengpassmanagement/Engpassmanagement/Redispatch/start.html
[12] https://www.telepolis.de/thema/Strompreise

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Störungsmeldung vom 08.04.2026 08:50

Von heise online — 08. April 2026 um 08:50

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
08.04.2026 08:50
Region
Breidenbach (bei Biedenkopf) (06465)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

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heise+ | iPhone ohne Apple: Was man beachten muss, wenn man iCloud nicht will

Von Heise — 08. April 2026 um 08:00
iPhone befreit von Apple: Das geht

iPhone befreit von Apple: Das geht.

(Bild: Madlen Grunert / KI / heise medien)

Apple-Account und iCloud sind bequem, führen aber in tiefe Abhängigkeiten. Es geht auch ohne: Wie weit Sie mit einem iPhone ohne Apple-Dienste kommen.

Lange schwenkte die Tech-Branche die progressive Fahne: Meinungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit, Diversität und Verschlüsselung waren nur einige der als selbstverständlich geltenden Ziele. Davon scheint immer weniger übrig: Seit dem zweiten Amtsantritt von Donald Trump stellt sich die Riege der wichtigsten IT-CEOs, mitsamt Tim Cook, gesammelt hinter den US-Präsidenten.

Konflikten mit der US-Regierung geht der Konzern seitdem aus dem Weg und scheut dabei offenbar vor vorauseilendem Gehorsam nicht zurück: Die Protest-App ICEBlock, die über Einsatzorte der Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) informierte, warf Apple allein auf informellen Druck aus dem App Store [1] [1]. All das verschärft die Frage, wie nachdrücklich Apple sich vor iCloud-Daten stellt, falls Anfragen der US-Regierung auf dem kurzen Dienstweg eingehen. Auch außerhalb der USA wächst das staatliche Interesse an dem iCloud-Datenschatz.

Wer Politik ausklammert, findet ebenfalls gute Gründe, die Abhängigkeit von iCloud zu verringern. Jüngst sorgte wieder ein Fall für Aufsehen, bei dem ein Kunde mit altgedientem Apple-Account komplett ausgesperrt wurde, nachdem er einen gängigen Guthaben-Code für App Store & Co. eingelöst hatte [2] [2].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11229359

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/ICE-Tracking-App-Apple-beugt-sich-dem-Druck-der-Staatsanwaltschaft-10711762.html
[2] https://www.heise.de/news/Apple-Account-gesperrt-Guthabenkarte-loest-tagelange-Sperre-aus-11121403.html

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Apple dreht App-Store-Bezahlfunktionen für Russland ab – und Abodienste

Von Heise — 08. April 2026 um 06:52
Barrier,Gate,Being,Closed,With,Flag,Of,Russia,As,A

Grenze dicht: Letzte Möglichkeiten, in Russland im App Store und für Apple-Abos zu bezahlen, sind nun abgeschaltet.

(Bild: Novikov Aleksey / Shutterstock.com)

Bislang gab es noch vereinzelt Möglichkeiten, in der Russischen Föderation für iOS-Apps sowie Apple-Dienste zu bezahlen. Apple reagiert nun und schaltet sie ab.

Nutzer in Russland können künftig Apples bezahlte Dienste nicht mehr verwenden. Zum 1. April stoppt Apple dazu alle zahlungspflichtigen „Apple Media Services“ samt App-Store-Käufe [1]. Zuvor hatte der iPhone-Konzern zwar keine russischen Kreditkarten mehr akzeptiert, es gab über die Zahlung per Mobilfunkrechnung jedoch einen Umweg, kostenpflichtige Apple-Angebote zu nutzen. Neben dem App Store für kostenpflichtige Apps sowie Abonnements sind auch iCloud+ (also alle kostenpflichtigen iCloud-Dienste), Apple Music, Apple TV (sowohl Abo als auch der Kauf von Serien und Filmen), iTunes-Store-Käufe, Apple Arcade, Apple Fitness+, Apple-Podcast-Abos und der Kauf von Klingeltönen betroffen.

Daten sind nicht weg, Abos schon

Bestehende Abonnements löst Apple auf, sobald diese in den nächsten Bezahlzyklus gelangen und dann nicht mehr von Russland aus beglichen werden können. Bereits erworbene Inhalte, die bezahlt und nicht gemietet wurden, darunter Unterhaltungs-Content ebenso wie kostenpflichtige Apps, sollen weiterhin zugänglich bleiben. Auf iCloud lagernde Daten bleiben nutzbar, allerdings ist kein Hochladen zusätzlicher Inhalte im Rahmen von iCloud+ mehr möglich. Fotos und Videos können heruntergeladen werden.

Apple gab keine Gründe für die Entscheidung an. Der Konzern hatte zuletzt allerdings eine Strafzahlung in sechsstelliger Höhe an die britische Regierung [2] leisten müssen. Apple Distribution International (ADI) mit Sitz in Irland soll einem russischen Streamingdienst rund 730.000 Euro überwiesen haben, die offenbar im Ausland an Einnahmen anfielen. ADI ist unter anderem für Europa und den Nahen Osten zuständig. Es ging dabei aber nicht um Apples eigene Dienste.

Reaktion auf mögliche Verbote?

Laut einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti [3] war es angeblich die russische Regierung selbst, die veranlasst haben könnte, dass Zahlungen an Apple-Dienste per Telefonrechnung nicht mehr möglich sind – zumindest wurde dies Ende März diskutiert. Der Konzern solle so dazu gezwungen werden, verschiedene Apps, die aufgrund von US- und EU-Sanktionen aus dem App Store genommen wurden, erneut einzustellen.

Zudem will Moskau, dass Apple eine App namens RuStore, eine Art App-Laden der Regierung, in sein Programm nimmt, was das Unternehmen bislang nicht tut. Schließlich sperrt der iPhone-Hersteller VPN-Dienste laut dem russischen Telekommunikationsregulierer trotz Anweisung nicht vollständig, mit denen die Menschen dann die Zensur umgehen. Angeblich machen diese Services derzeit 80 Prozent aller In-App-Einkäufe in dem Land aus. Dieser Weg wird den Russen nun offensichtlich genommen. Ob ein Ausweichen in einen anderen App Store – etwa den amerikanischen – hilft oder Apple hier Geosperren aufgebaut hat, ist unklar.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246424

Links in diesem Artikel:
[1] https://support.apple.com/en-us/126891
[2] https://www.theguardian.com/technology/2026/mar/30/apple-subsidiary-fine-uk-government-sanctions-russia
[3] https://ria.ru/20260330/apple-2083707356.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] https://www.heise.de/mac-and-i
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Anthropics neues KI-Modell Mythos: Zu gefährlich für die Öffentlichkeit

Von Heise — 08. April 2026 um 07:03
Eine Hand mit einer digitalen roten Weltkugel und lauter Warnzeichen

(Bild: tete_escape/Shutterstock.com)

Anthropics neues KI-Modell Mythos soll so effektiv im Finden und Ausnutzen von Sicherheitslücken sein, dass es nur IT-Infrastruktur absichern soll.

Anthropic hat mit Mythos ein neues KI-Modell vorgestellt, das so gefährlich sein soll, dass es nicht öffentlich gemacht werden soll. Stattdessen soll Claude Mythos Preview im Rahmen einer Initiative namens Project Glasswing zuerst ausschließlich einer Reihe von Firmen zur Verfügung gestellt werden, die an IT-Sicherheit arbeiten. Die sollen die KI-Technik nutzen, um die „kritischste Software der Welt“ abzusichern. Das KI-Modell habe bereits tausende hochriskante Zero-Day-Lücken identifiziert, begründet Anthropic den Schritt. Solche seien in allen großen Betriebssystemen und jedem Internetbrowser, aber auch in zahlreicher anderer Software entdeckt worden. Vor allem sei Mythos Preview deutlich häufiger in der Lage, einen funktionierenden Exploit zu entwickeln.

Jahrzehntealte Lücken identifiziert

Als Beispiel listet Anthropic [1] etwa eine seit 27 Jahren übersehene Lücke in OpenBSD auf, über die Angreifer ein Gerät aus der Ferne zum Absturz bringen könnten, „indem sie sich nur damit verbinden“. Auch von einer 16 Jahre alten Lücke in FFmpeg ist da die Rede, die bei fünf Millionen automatischen Scans mit speziellen Suchwerkzeugen nicht identifiziert worden sei. Zudem sei das Modell in der Lage gewesen, eine Reihe von bislang unbekannten Lücken im Linux-Kernel zusammenzuführen und daraus eine Attacke zu entwickeln, die es einem Angreifer ermöglichen würde, als normaler User die komplette Kontrolle über einen Rechner zu erlangen. Diese und andere Lücken seien den jeweils Verantwortlichen gemeldet worden. Anthropic hat dazu einen Blogeintrag [2] veröffentlicht.

Der jetzt vorgestellten Initiative „Project Glasswing“ gehören demnach unter anderem Amazon Web Services (AWS), Anthropic, Apple, Broadcom, Cisco, CrowdStrike, Google, JPMorganChase, die Linux Foundation, Microsoft, NVIDIA und Palo Alto Networks an. 40 weitere Organisationen, die Software für kritische Infrastruktur verantworten, seien ebenfalls beteiligt. Insgesamt stellt Anthropic demnach Nutzungsrechte im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar für das neue KI-Modell zur Verfügung, 4 Millionen US-Dollar sollen direkt an Betreiber von Open-Source-Software gehen. Damit soll ihnen allen ermöglicht werden, Systeme nach Schwachstellen zu durchsuchen. Die sollen geschlossen werden, bevor andere KI-Modelle zu den Fähigkeiten von Mythos aufholen.

Anthropic ist primär für seine KI Claude bekannt, die mit ChatGPT von OpenAI konkurriert. Zuletzt geriet die Firma aber durch einen Streit mit dem Pentagon in die Schlagzeilen: Anthropic lehnte den Einsatz seiner KI in autonomen Waffen oder zur Massenüberwachung in den USA ab und wurde im Gegenzug zum Sicherheitsrisiko erklärt. Dagegen geht das Unternehmen gerichtlich vor [3]. Dem US-Magazin Platformer hat die KI-Firma erklärt [4], dass sie der US-Regierung bei der sicher nötigen Evaluierung von Mythos helfen könnte. Noch sei aber unklar, ob sie das Angebot annehmen würde. Unklar ist auch, ob der Plan, Sicherheitslücken mit immer mächtigeren KI-Werkzeugen jeweils rechtzeitig vor böswilligen Angreifern finden zu wollen, aufgehen kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11248034

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.anthropic.com/glasswing
[2] https://red.anthropic.com/2026/mythos-preview/
[3] https://www.heise.de/news/US-Regierung-versus-Anthropic-Berufung-gegen-Sanktionsstopp-11245632.html
[4] https://www.platformer.news/anthropic-mythos-cybersecurity-risk-experts/
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Warnung aus UK: Russische Cyberkriminelle kapern Router zum Passwort-Klau

Von Heise — 07. April 2026 um 21:17

(Bild: Gorodenkoff/Shutterstock.com)

Das britische Cybersicherheitszentrum NCSC meldet Cyberangriffe auf Internetrouter. Die Bande aus Russland ist auch mehrerer Attacken in Deutschland verdächtig.

Cyberkriminelle mit Verbindungen zur russischen Regierung kapern gängige Internetrouter, um Passwörter für E-Mail-Konten und andere Online-Dienste zu stehlen. Davor warnt Großbritanniens Nationales Zentrum für Cybersicherheit (NCSC) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie.

Die britischen Cybersicherheitsexperten gaben bekannt, dass mutmaßliche russische Angreifer sich Zugang zu Routern von Herstellern wie MikroTik und TP-Link verschaffen, um den ausgehenden Internetverkehr über von ihnen kontrollierte Server umzuleiten. Die Betroffenen seien durch den Diebstahl von Zugangsdaten, Datenmanipulation und umfassendere Sicherheitslücken gefährdet.

Verantwortlich hält das NCSC die als Advanced Persistent Threat 28 (APT28) bezeichnete Gruppe, auch bekannt als Forest Blizzard, Fancy Bear, STRONTIUM, die Sednit-Gang und Sofacy. „Wir gehen davon aus, dass es sich bei APT28 mit hoher Wahrscheinlichkeit um die 85. Hauptabteilung für Spezialdienste (GTsSS) des russischen Generalstabsnachrichtendienstes (GRU) (…) handelt“, heißt es in der Studie [1]. Die Gruppe soll für mehrere Cyberattacken auch in Deutschland verantwortlich sein, darunter im Jahr 2024 auf die Deutsche Flugsicherung [2] und im vergangenen Jahr auf den Deutschen Bundestag [3]. Das NCSC schreibt in seiner Studie der Gruppe zudem Cyberangriffe auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 zu, darunter Datendiebstahl und die Störung von E-Mail-Konten von Bundestagsabgeordneten und des Vizekanzlers.

Tausende potenzielle Opfer

NCSC-Einsatzleiter Paul Chichester erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg [4], die nun öffentlich gemachten Attacken auf Internetrouter zeigten, dass Schwachstellen in gängigen Routern von versierten Angreifern ausgenutzt werden können.

Bloomberg berichtete zudem über ebenfalls am Dienstag von Black Lotus Labs des IT-Sicherheitsanbieters Lumen Technologies veröffentlichte Forschungsergebnisse zu den Router-Angriffen durch APT28. Danach wurden Tausende potenzielle Opfer aus mindestens 120 Ländern identifiziert, die mit der Infrastruktur der Cyberkriminellen kommunizierten. „Diese Angriffe richteten sich vorwiegend gegen Regierungsbehörden – darunter Außenministerien, Strafverfolgungsbehörden und Drittanbieter von E-Mail-Diensten“, heißt es in dem Bericht, der Bloomberg vorliegt.

Die Anfälligkeit von Internetroutern für Cyberangriffe ist zuletzt verstärkt in den Fokus gerückt. Ende März verbot die US-amerikanische Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) in einem vielbeachteten Schritt den Verkauf neuer Router für den Verbrauchermarkt, sofern sie nicht in den USA hergestellt sind [5]. Die Behörde begründete das umfassende Verbot mit Fragen der nationalen Sicherheit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11247959

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ncsc.gov.uk/news/apt28-exploit-routers-to-enable-dns-hijacking-operations
[2] https://www.heise.de/news/Cyberangriff-auf-Deutsche-Flugsicherung-steckt-APT28-dahinter-9853967.html
[3] https://www.heise.de/news/Attacken-von-APT28-und-Co-Was-die-Bundesregierung-Russland-vorwirft-11114473.html
[4] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-07/russia-linked-hackers-hijack-routers-to-steal-passwords-uk-says
[5] https://www.heise.de/news/USA-verbieten-alle-neuen-Router-fuer-Verbraucher-11222044.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:akn@heise.de

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Mikrocontroller-Marktführer aus Europa: Infineon, NXP und STMicroelectronics

Von Heise — 07. April 2026 um 19:13

Drei der fünf weltweit führenden Hersteller von Mikrocontrollern sitzen in Europa; zusammen mit Renesas und Microchip halten sie rund 80 Prozent Marktanteil.

Der deutsche Hersteller Infineon führte 2025 mit 23,2 Prozent im Weltmarkt der Mikrocontroller. Laut den Schätzmodellen des Marktforschungsunternehmens Omdia betrug der gesamte Umsatz mit Mikrocontrollern im Jahr 2025 rund 22,1 Milliarden US-Dollar, ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Gegen diesen Trend konnte Infineon seinen Umsatzanteil um 1,8 Prozentpunkte steigern.

Auf den Rängen zwei bis fünf folgen die Firmen NXP, Renesas, STMicroelectronics und Microchip. Die fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern vereinen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes auf sich, schätzt Omdia [1].

Europa führend bei Mikrocontrollern

Mit Infineon, NXP und STMicro stammen drei der fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern aus Europa. Renesas ist ein japanisches Unternehmen, Microchip sitzt in den USA.

Die restlichen 20 Prozent des Marktes verteilen sich auf zahlreiche Hersteller. Anders als bei Mikroprozessoren (Microprocessor Units, MPUs) gibt es bei Mikrocontrollern (Microcontroller Units, MCUs) weiterhin viele unterschiedliche Rechenkerne, außer von ARM etwa auch RISC-V, ARC, Xtensa, MIPS, MSP430, AVR, PIC, RL78 und andere. Außerdem fertigen die größeren MCU-Hersteller jeweils zahlreiche Varianten ihrer Chips.

Einen Teil ihrer Mikrocontroller lassen die großen europäischen Hersteller bei Chip-Auftragsfertigern wie TSMC, Globalfoundries oder UMC produzieren. Infineon und NXP sind auch Partner bei der im Bau befindlichen Dresdner Fab ESMC [2] von TSMC. Außerdem betreiben Infineon und STMicro auch eigene Fabs beziehungsweise Packaging-Werke in Asien.

STMicro kooperiert zudem mit dem chinesischen Auftragsfertiger Huahong, um in China Mikrocontroller aus lokaler Fertigung zu verkaufen.

Branchen-Konzentration

Infineon hatte 2020 den US-Chiphersteller Cypress und dessen PSoC-Mikrocontroller übernommen [3]. NXP wiederum schluckte 2015 die ehemalige Motorola-Sparte Freescale [4]. 2016 übernahm Microchip den Konkurrenten Atmel [5]. Renesas entstand aus der Verschmelzung der Chipsparten von Hitachi, NEC und Mitsubishi [6].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11247861

Links in diesem Artikel:
[1] https://omdia.tech.informa.com/
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Chipfertigung-in-Deutschland-ESMC-Chef-Dr-Christian-Koitzsch-im-Interview-10522291.html
[3] https://www.heise.de/news/Wegen-Cypress-Uebernahme-Infineon-besorgt-sich-eine-Milliarde-Euro-frisches-Geld-4765792.html
[4] https://www.heise.de/news/Chiphersteller-NXP-und-Freescale-verschmelzen-2562233.html
[5] https://www.heise.de/news/Weniger-Halbleiterhersteller-Microchip-kauft-Atmel-3078864.html
[6] https://www.heise.de/news/NEC-Electronics-und-Renesas-sollen-verschmelzen-215980.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/ct
[9] mailto:ciw@ct.de

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Anthropics neues KI-Modell Mythos: Zu gefährlich für die Öffentlichkeit

Von Heise — 08. April 2026 um 07:03
Eine Hand mit einer digitalen roten Weltkugel und lauter Warnzeichen

(Bild: tete_escape/Shutterstock.com)

Anthropics neues KI-Modell Mythos soll so effektiv im Finden und Ausnutzen von Sicherheitslücken sein, dass es nur IT-Infrastruktur absichern soll.

Anthropic hat mit Mythos ein neues KI-Modell vorgestellt, das so gefährlich sein soll, dass es nicht öffentlich gemacht werden soll. Stattdessen soll Claude Mythos Preview im Rahmen einer Initiative namens Project Glasswing zuerst ausschließlich einer Reihe von Firmen zur Verfügung gestellt werden, die an IT-Sicherheit arbeiten. Die sollen die KI-Technik nutzen, um die „kritischste Software der Welt“ abzusichern. Das KI-Modell habe bereits tausende hochriskante Zero-Day-Lücken identifiziert, begründet Anthropic den Schritt. Solche seien in allen großen Betriebssystemen und jedem Internetbrowser, aber auch in zahlreicher anderer Software entdeckt worden. Vor allem sei Mythos Preview deutlich häufiger in der Lage, einen funktionierenden Exploit zu entwickeln.

Jahrzehntealte Lücken identifiziert

Als Beispiel listet Anthropic [1] etwa eine seit 27 Jahren übersehene Lücke in OpenBSD auf, über die Angreifer ein Gerät aus der Ferne zum Absturz bringen könnten, „indem sie sich nur damit verbinden“. Auch von einer 16 Jahre alten Lücke in FFmpeg ist da die Rede, die bei fünf Millionen automatischen Scans mit speziellen Suchwerkzeugen nicht identifiziert worden sei. Zudem sei das Modell in der Lage gewesen, eine Reihe von bislang unbekannten Lücken im Linux-Kernel zusammenzuführen und daraus eine Attacke zu entwickeln, die es einem Angreifer ermöglichen würde, als normaler User die komplette Kontrolle über einen Rechner zu erlangen. Diese und andere Lücken seien den jeweils Verantwortlichen gemeldet worden. Anthropic hat dazu einen Blogeintrag [2] veröffentlicht.

Der jetzt vorgestellten Initiative „Project Glasswing“ gehören demnach unter anderem Amazon Web Services (AWS), Anthropic, Apple, Broadcom, Cisco, CrowdStrike, Google, JPMorganChase, die Linux Foundation, Microsoft, NVIDIA und Palo Alto Networks an. 40 weitere Organisationen, die Software für kritische Infrastruktur verantworten, seien ebenfalls beteiligt. Insgesamt stellt Anthropic demnach Nutzungsrechte im Wert von bis zu 100 Millionen US-Dollar für das neue KI-Modell zur Verfügung, 4 Millionen US-Dollar sollen direkt an Betreiber von Open-Source-Software gehen. Damit soll ihnen allen ermöglicht werden, Systeme nach Schwachstellen zu durchsuchen. Die sollen geschlossen werden, bevor andere KI-Modelle zu den Fähigkeiten von Mythos aufholen.

Anthropic ist primär für seine KI Claude bekannt, die mit ChatGPT von OpenAI konkurriert. Zuletzt geriet die Firma aber durch einen Streit mit dem Pentagon in die Schlagzeilen: Anthropic lehnte den Einsatz seiner KI in autonomen Waffen oder zur Massenüberwachung in den USA ab und wurde im Gegenzug zum Sicherheitsrisiko erklärt. Dagegen geht das Unternehmen gerichtlich vor [3]. Dem US-Magazin Platformer hat die KI-Firma erklärt [4], dass sie der US-Regierung bei der sicher nötigen Evaluierung von Mythos helfen könnte. Noch sei aber unklar, ob sie das Angebot annehmen würde. Unklar ist auch, ob der Plan, Sicherheitslücken mit immer mächtigeren KI-Werkzeugen jeweils rechtzeitig vor böswilligen Angreifern finden zu wollen, aufgehen kann.


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[1] https://www.anthropic.com/glasswing
[2] https://red.anthropic.com/2026/mythos-preview/
[3] https://www.heise.de/news/US-Regierung-versus-Anthropic-Berufung-gegen-Sanktionsstopp-11245632.html
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Bit-Rauschen, der Prozessor-Podcast: Weshalb (und wo) Magnetband weiterlebt

Von Heise — 08. April 2026 um 06:10

Viele Rechenzentren nutzen weiterhin Magnetband alias Tape. Wie sich die Technik weiterentwickelt, erklärt Folge 2026/7 des Podcasts Bit-Rauschen.

Aus dem IT-Alltag von Privatleuten ist Magnetband als Datenspeicher zwar verschwunden. Doch hinter den Mauern von Rechenzentren lebt Bandspeicher alias Tape fröhlich weiter. Die Technik wird ständig weiterentwickelt, eine Bandkassette der Generation LTO-10 fasst bis zu 40 Terabyte an Daten, so viel wie die derzeit größte Festplatte.

Im Gespräch mit seinem Kollegen Christof Windeck [7] erklärt c’t-Redakteur Lutz Labs [8], für welche Zwecke Magnetband auch heute noch attraktiv ist. Er beschreibt auch, welche Firmen Tape-Speicher weiterentwickeln und in welchen Systemen die Kassetten und Laufwerke zum Einsatz kommen: Folge 2026/7 von Bit-Rauschen, der Prozessor-Podcast von c’t.

Podcast Bit-Rauschen, Folge 2026/7 :


Wir freuen uns über Anregungen, Lob und Kritik zum Bit-Rauschen. Rückmeldungen gerne per E-Mail an bit-rauschen@ct.de [10].

Alle Folgen unseres Podcasts sowie die c’t-Kolumne Bit-Rauschen finden Sie unter www.ct.de/Bit-Rauschen [11]

Weitere Podcasts aus unserem Team finden Sie unter heise.de/podcasts [12].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11202566

Links in diesem Artikel:
[1] https://ct.de/bit-rauschen
[2] https://Bit-Rauschen.podigee.io/feed/mp3
[3] https://podcasts.apple.com/de/podcast/bit-rauschen-der-prozessor-podcast-von-ct/id1549821753
[4] https://open.spotify.com/show/6JD6gwqgVR27GYZACrWOT1
[5] https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9iaXQtcmF1c2NoZW4ucG9kaWdlZS5pby9mZWVkL21wMw
[6] https://www.deezer.com/de/show/2195452
[7] https://www.heise.de/autor/Christof-Windeck-3687176
[8] https://www.heise.de/autor/lutz-labs-4257542
[9] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[10] mailto:bit-rauschen@ct.de
[11] https://www.heise.de/meinung/Bit-Rauschen-Der-Prozessor-Podcast-von-c-t-4914290.html
[12] https://heise.de/podcasts
[13] https://www.heise.de/ct
[14] mailto:ciw@ct.de

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Statt WLAN: Ericsson sieht große Konzerne zunehmend mit 5G-Campusnetzen

Von Achim Sawall — 07. April 2026 um 18:56
Die Vergabe der Frequenzen für 5G -Campusnetze liegt Jahre zurück. Ericsson macht eine Bestandsaufnahme der Nutzung.
5G-Campusnetz als Standard für deutsche Großkonzerne (Bild: Ericsson)
5G-Campusnetz als Standard für deutsche Großkonzerne Bild: Ericsson

Deutschlands führende Konzerne setzen auf Campus-Netzwerke mit 5G-Mobilfunk. Joe Wilke, Vice President und Head Sales Engineering bei Ericsson, sagte Golem: "Auf dem deutschen Markt beobachten wir einen entscheidenden Übergang von der technologischen Validierungsphase hin zur vollständigen kommerziellen Industrialisierung von privatem 5G, insbesondere in intelligenten Fabriken, Häfen und an Luftfahrtdrehkreuzen."

Deutschland habe sich zudem als führend bei spezialisierten Implementierungen erwiesen, was sich zum Beispiel bei der Übertragung während der UEFA Euro 2024 und bei "anspruchsvollen, laufenden Tests im fortschrittlichen klinischen Gesundheitswesen" zeige.

Die Bundesnetzagentur vergab rund 450 Lizenzen im Frequenzbereich von 3,7 bis 3,8 GHz. Kritiker wie die Deutsche Telekom wandten sich im Jahr 2018 noch entschieden dagegen , dass 5G-Frequenzen an regionale Netzbetreiber und Industrieunternehmen vergeben werden. Doch Siemens, Flughäfen, Häfen, Gesundheitswesen und die Fertigungsindustrie setzten sich durch.

Breites Spektrum an Nutzern

Nur etwa 80 bis 100 Lizenznehmer stimmten laut Wilke einer öffentlichen Nennung zu. "Diese Gruppe transparenter Anwender deckt ein breites industrielles Spektrum ab – von Automobilriesen und ihren spezialisierten Zulieferketten über die Prozess- und Pharmaindustrie bis hin zu zentralen Akteuren der industriellen Automatisierung."

Mit der intensiveren Nutzung privater 5G-Netze werde eine zweite Welle von Investitionsausgaben zunehmend in die Widerstandsfähigkeit der Netze und in anspruchsvolle Redundanzmechanismen gelenkt, meinte der Ericsson-Manager, dessen Unternehmen selbst aktiv Campus-Netze vermarktet.

Das sei inzwischen von strategischer Bedeutung für fortschrittliche Toolchains und autonome KI-Architekturen. "Da Marktführer zudem vom lokalen Pilotprojekt zur Implementierung von privatem 5G an ihren verschiedenen Standorten in Deutschland übergehen, wird die Entwicklung komplexer, standortübergreifender Einsatzmodelle zu einer strategischen Notwendigkeit" , sagte Wilke.

In Deutschland scheuten 37 Prozent der Unternehmen den Einsatz mobiler Funktechnologien wegen der Investitionskosten. Weitere 36 Prozent räumten ein, dass ihnen das Fachpersonal fehle, um moderne Mobilfunknetze überhaupt zu betreiben.

Wilke sagte: "Unzuverlässige Netze sind kein reines IT-Problem mehr – sie stellen ein finanzielles Risiko dar. Jahrzehntelang folgte industrielle IT häufig dem Break-Fix-Prinzip: Ausfall abwarten, dann reparieren. Dieses Modell wird zunehmend teuer. In Deutschland berichten 45 Prozent der Unternehmen, dass instabile Konnektivität ihre operativen Kosten aktiv in die Höhe treibt."

Selbstheilende moderne Campusnetze mit Netzwerk-Slices verhinderten nicht nur Ausfälle, erklärte Wilke; sie eliminierten die Kostenvolatilität, die Ausfälle verursachten.

Eine Campusnetzanwendungen könne man auch mit WLAN lösen, aber in dem Fall würde man sich durch eine 8.000 m² große Halle von Access Point zu Access Point bewegen. "Dabei gibt es mit unserem Wi-Fi-5 Aussetzer, die für uns nicht tragbar sind" , erklärte Claudius Noack, IT Consultant bei Lufthansa Industry Solutions im März 2021 . Bei den Entscheidungen zur Triebwerksüberholung gehe es oft um Auftragsentscheidungen im sechsstelligen Euro-Bereich, da wären Aussetzer oder eine degradierte Auflösung für die Kunden ein absolutes No-Go. Die WLAN-Architektur habe hier aber einfach Grenzen, besonders beim nahtlosen Handover.

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Telekom-Aktionärsversammlung: Höttges rät Kritikern: "Gehen Sie doch woanders hin"

Von Achim Sawall — 07. April 2026 um 18:26
Diese Kritik am Unternehmen will Konzernchef Tim Höttges auf der Aktionärsversammlung der Telekom nicht hören.
Aktionärsversammlung am 1. April 2026: Tim Höttges weist Kritik zurück. (Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de)
Aktionärsversammlung am 1. April 2026: Tim Höttges weist Kritik zurück. Bild: Deutsche Telekom / Screenshot: Golem.de

"Wenn Sie nicht zufrieden sind mit unseren Diensten, und Millionen Kunden verlassen sich darauf, dann gehen Sie woanders hin." Mit diesen Worten hat Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges auf Äußerungen eines Sprechers des Dachverbands kritischer Aktionäre auf der Hauptversammlung des Konzerns am 1. April 2026 reagiert. Zudem passe die Kritik an vermeintlichen Verletzungen der Netzneutralität nicht zur Tagesordnung, sagte Höttges.

Thomas Lohninger von der Nichtregierungsorganisation Epicenter.works, der 217.7550 Aktien der kritischen Aktionäre vertrat, kritisierte bei der Veranstaltung das Peering der Telekom. Üblicherweise sind Peering-Vereinbarungen unentgeltlich, Daten fließen ungehindert zwischen Netzen und Geld wird für Settlement-free Peering nicht gezahlt.

Dies sei bei der Telekom anders: "Wer nicht bezahlt, ist im Netz der Telekom nur schlecht verfügbar" sagte Lohninger.

Er erklärte zu einem Streit aus dem Jahr 2020: "Wir reden hier nicht von kleinen Summen. Wie die Tagesschau berichtet hat , sprechen wir von hohen vierstelligen bis niedrig fünfstelligen Beträgen pro Monat für ein mittelständisches deutsches Unternehmen. Wir reden von den Deutschen Forschungsnetzen, die mitten in der Pandemie für die Studierenden im Lockdown nicht mehr erreichbar waren, weil die Telekom für die Zusammenschaltung mehr Geld wollte."

Vorwurf: Verletzung der Netzneutralität

Bei der Telekom funktioniere das Internet nur, wenn an beiden Enden Geld gezahlt werde, sagte Lohninger weiter. "Egal ob direkt für die Zusammenschaltung oder indirekt an einen Hoster, CDN, VPN oder Transitbetreiber, der die Telekom bezahlt – nur wenn Geld fließt, dann fließen die Daten ungehindert." Dies sei das Paradebeispiel für eine Verletzung der Netzneutralität.

Höttges widersprach Lohningers Äußerungen: "Ich bestreite diese Aussagen, die er getroffen hat." Die Telekom weise den Vorwurf, ihr Netz künstlich zu verknappen oder Datenströme irgendwo zu verlangsamen, ausdrücklich zurück.

Bei stark einseitigen Datenströmen sei eine vertragliche Verrechnung branchenübliche Praxis. Die Telekom gewinne sämtliche Netztests, was ein Beweis gegen die Vorwürfe sei, sagte Höttges.

Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) wirft der Telekom seit Januar 2025 ein Ausbremsen des Internets vor, wie auf einer Kampagnenseite zu lesen ist , die zusammen mit Aktivisten für digitale Bürgerrechte und der Stanford-Professorin Barbara von Schewig veröffentlicht wurde.

Die Telekom schaffe "künstliche Engpässe an den Zugängen zum Telekom-Netz" , lautet der Vorwurf. Finanzstarke Dienste, die die Telekom bezahlten, kämen schnell durch und funktionierten sehr gut. "Dienste, die sich das nicht leisten können, werden ausgebremst und laden oft langsam oder gar nicht" , heißt es weiter.

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Anzeige: Corsair Vengeance LPX 32 GB RAM für nur 182 Euro

Von Tobias Billmeier — 07. April 2026 um 18:10
Für nur rund 182 Euro bietet Amazon den Corsair Vengeance LPX 32GB DDR4 RAM zum Bestpreis am Markt mit über 40 Euro Rabatt an.
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Die Speicherkrise hat die Tech-Welt auch 2026 weiterhin fest im Griff: Die Preise für RAM, SSDs und HDDs kennen seit Monaten nur eine Richtung – nach oben. Erst kürzlich bestätigte selbst Sony offiziell, dass sowohl die Playstation-5-Modelle als auch der Playstation-Handheld aufgrund steigender Preise teurer werden. Umso erfreulicher ist ein Blick auf aktuelle Deals wie den Corsair Vengeance LPX 32 GB DDR4 RAM. Dieser ist derzeit für nur rund 182 Euro im Angebot erhältlich. Laut Geizhals entspricht das dem aktuellen Bestpreis am Markt und liegt rund 30 Euro unter dem nächstbesten Angebot (Stand vom 7. April). Vor allem preisbewusste Aufrüster dürften hier aufhorchen.

Mehr Speicher, weniger Kompromisse

Das Corsair Vengeance LPX Kit bietet 32 GB Arbeitsspeicher in Form von zwei 16-GB-Modulen und richtet sich damit klar an Gaming- und Produktivsysteme im gehobenen Mainstream-Bereich. Mit 3.200 MHz und CL16 verspricht der DDR4-Speicher solide Leistungswerte, die für die meisten Anwendungen mehr als ausreichend sind. Dank XMP-2.0-Unterstützung soll sich die maximale Geschwindigkeit bequem per Bios aktivieren lassen, ohne dass manuell Hand angelegt werden muss.

Auch beim Design will sich Corsair pragmatisch zeigen: Die flachen Aluminium-Heatspreader sorgen laut Hersteller für eine effiziente Wärmeabfuhr und sollen sowohl den Einsatz in kompakten Builds als auch in Systemen mit großen CPU-Kühlern ermöglichen. Die Module sind zudem auf gängigen Intel-Plattformen getestet und bieten laut Hersteller eine entsprechend hohe Kompatibilität.

Preis-Leistungs-Tipp für Aufrüster

Für aktuell rund 182 Euro ist das Corsair Vengeance LPX 32-GB-Kit ein attraktives Angebot

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, insbesondere angesichts der weiterhin angespannten Preislage im Speichersegment. Natürlich ist DDR5 inzwischen auf dem Markt etabliert und bietet höhere Bandbreiten, doch für viele Systeme und Einsatzzwecke ist DDR4 nach wie vor völlig ausreichend – vor allem, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund steht. Wer günstig aufrüsten oder ein solides System zusammenstellen möchte, bekommt hier aktuell ein bewährtes Gesamtpaket zum Bestpreis, solange der Vorrat reicht.

Corsair VENGEANCELPX32GB (2 x 16GB) DDR4 RAM

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Wer lieber auf DDR5 setzen möchte, findet aktuell ebenfalls spannende Angebote: So gibt es den Corsair Vengeance RGB DDR5 RAM (32 GB, 2 × 16 GB) derzeit mit rund 200 Euro Rabatt auf die UVP bei Amazon sowie weitere RAM-Deals in der Übersicht hier

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Mikrocontroller-Marktführer aus Europa: Infineon, NXP und STMicroelectronics

Von Heise — 07. April 2026 um 19:13

Drei der fünf weltweit führenden Hersteller von Mikrocontrollern sitzen in Europa; zusammen mit Renesas und Microchip halten sie rund 80 Prozent Marktanteil.

Der deutsche Hersteller Infineon führte 2025 mit 23,2 Prozent im Weltmarkt der Mikrocontroller. Laut den Schätzmodellen des Marktforschungsunternehmens Omdia betrug der gesamte Umsatz mit Mikrocontrollern im Jahr 2025 rund 22,1 Milliarden US-Dollar, ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Gegen diesen Trend konnte Infineon seinen Umsatzanteil um 1,8 Prozentpunkte steigern.

Auf den Rängen zwei bis fünf folgen die Firmen NXP, Renesas, STMicroelectronics und Microchip. Die fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern vereinen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes auf sich, schätzt Omdia [1].

Europa führend bei Mikrocontrollern

Mit Infineon, NXP und STMicro stammen drei der fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern aus Europa. Renesas ist ein japanisches Unternehmen, Microchip sitzt in den USA.

Die restlichen 20 Prozent des Marktes verteilen sich auf zahlreiche Hersteller. Anders als bei Mikroprozessoren (Microprocessor Units, MPUs) gibt es bei Mikrocontrollern (Microcontroller Units, MCUs) weiterhin viele unterschiedliche Rechenkerne, außer von ARM etwa auch RISC-V, ARC, Xtensa, MIPS, MSP430, AVR, PIC, RL78 und andere. Außerdem fertigen die größeren MCU-Hersteller jeweils zahlreiche Varianten ihrer Chips.

Einen Teil ihrer Mikrocontroller lassen die großen europäischen Hersteller bei Chip-Auftragsfertigern wie TSMC, Globalfoundries oder UMC produzieren. Infineon und NXP sind auch Partner bei der im Bau befindlichen Dresdner Fab ESMC [2] von TSMC. Außerdem betreiben Infineon und STMicro auch eigene Fabs beziehungsweise Packaging-Werke in Asien.

STMicro kooperiert zudem mit dem chinesischen Auftragsfertiger Huahong, um in China Mikrocontroller aus lokaler Fertigung zu verkaufen.

Branchen-Konzentration

Infineon hatte 2020 den US-Chiphersteller Cypress und dessen PSoC-Mikrocontroller übernommen [3]. NXP wiederum schluckte 2015 die ehemalige Motorola-Sparte Freescale [4]. 2016 übernahm Microchip den Konkurrenten Atmel [5]. Renesas entstand aus der Verschmelzung der Chipsparten von Hitachi, NEC und Mitsubishi [6].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://omdia.tech.informa.com/
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Chipfertigung-in-Deutschland-ESMC-Chef-Dr-Christian-Koitzsch-im-Interview-10522291.html
[3] https://www.heise.de/news/Wegen-Cypress-Uebernahme-Infineon-besorgt-sich-eine-Milliarde-Euro-frisches-Geld-4765792.html
[4] https://www.heise.de/news/Chiphersteller-NXP-und-Freescale-verschmelzen-2562233.html
[5] https://www.heise.de/news/Weniger-Halbleiterhersteller-Microchip-kauft-Atmel-3078864.html
[6] https://www.heise.de/news/NEC-Electronics-und-Renesas-sollen-verschmelzen-215980.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/ct
[9] mailto:ciw@ct.de

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USA greifen Insel Kharg an – Iran droht mit weitreichenden Gegenschlägen

Von Marcel Kunzmann — 07. April 2026 um 14:33
Luftaufnahme einer Insel

Luftaufnahme der Insel Kharg

(Bild: Aerial Viewer/Shutterstock.com)

USA greifen Erdölinsel an. Trump droht mit Zivilisationszerstörung. Iran droht, Energieversorgung über Jahre zu blockieren. Die Lage spitzt sich dramatisch zu.

Trotz noch nicht abgelaufener Frist haben US-Streitkräfte in der Nacht laut Medienberichten [1] Dutzende Militärziele auf der iranischen Ölexportinsel Kharg angegriffen.

US-Präsident Donald Trump drohte zugleich mit der Bombardierung iranischer Kraftwerke und Brücken, sollte Iran die Straße von Hormus nicht bis zwei Uhr nachts deutscher Zeit wieder öffnen.

Trump: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht sterben"

Der US-Präsident hat jüngst mit drastischen Worten gegenüber Iran nachgelegt [2]. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, eine "ganze Zivilisation" werde "heute Nacht sterben" – eine Formulierung, die in ihrer apokalyptischen Dimension kaum zu überbieten ist und eine klare Androhung massiver Kriegsverbrechen. Weiter erklärte Trump: "Ich will nicht, dass das passiert, aber höchstwahrscheinlich wird es so kommen."

Ein US-Regierungsbeamter bestätigte indes die Angriffe auf die Insel gegenüber NBC News. Die Schläge konzentrierten sich auf die Nordseite der Insel und umfassten militärische Bunker und Lagerstätten, Luftabwehrsysteme sowie weitere militärische Einrichtungen.

Bodentruppen waren nach Angaben des Beamten nicht im Einsatz. Die Ölinfrastruktur der Insel selbst wurde dabei nicht angegriffen. Kharg Island gilt als zentraler Umschlagplatz für iranische Ölexporte und war zuvor bereits als möglicher Schauplatz für eine US-Bodenoperation ins Gespräch gebracht worden.

Parallel zu den Angriffen auf die Insel Kharg wurden auch Schläge gegen Brücken auf dem iranischen Festland gemeldet.

Trumps Ultimatum und Drohungen

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, sämtliche iranischen Kraftwerke und Brücken zu bombardieren, sollte Iran die Straße von Hormus nicht bis 20 Uhr US-Ostküstenzeit freigeben. Ganz Iran könne "in einer einzigen Nacht ausgeschaltet werden", so Trump.

Bedenken hinsichtlich möglicher Kriegsverbrechen wies er dabei zurück, wie NBC News berichtete.

Die Straße von Hormus ist eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt, durch die ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels fließt.

Iran: kein Öl mehr für US-Verbündete für "viele Jahre"

Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) reagierten auf die Drohungen mit einer scharfen Warnung, über die iranische Staatsmedien berichteten.

Sollten die USA zivile Einrichtungen angreifen, werde man nicht zögern, entsprechend zu antworten: "Wir werden mit der Infrastruktur Amerikas und seiner Partner so verfahren, dass sie und ihre Verbündeten für viele Jahre vom Öl und Gas der Region abgeschnitten sein werden", heißt es in der Erklärung der Revolutionsgarden, über die Al Jazeera berichtet [3].

Darüber hinaus warnten die Garden, dass "amerikanische Führungspersönlichkeiten nicht in der Lage sind, die kritischen Ziele zu berechnen, die in Reichweite unserer Kämpfer wären, sollten sie unsere Infrastruktur angreifen."

Die Antwort werde, so die Erklärung weiter, "über die Region hinausgehen, wenn das US-Militär unsere roten Linien überschreitet."

Iranische Behörden riefen unterdessen die Bevölkerung – insbesondere junge Menschen – dazu auf, menschliche Ketten zum Schutz von Kraftwerken zu bilden.

Hohe Opferzahlen im gesamten Konflikt

Laut NBC News sind seit Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs der USA und Israel mehr als 3.400 Menschen getötet worden. Allein im Libanon kamen mindestens 1.400 Menschen ums Leben, in Israel 23.

Die iranische Seite hat keine aktuellen Opferzahlen veröffentlicht; die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation HRANA beziffert die Gesamtzahl der Getöteten auf fast 3.400, darunter mehr als 1.600 Zivilisten. Auf US-amerikanischer Seite kamen 13 Soldaten im Kampf ums Leben, zwei weitere starben aus nicht kampfbedingten Ursachen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nbcnews.com/world/iran/live-blog/live-updates-iran-war-trump-deadline-hormuz-infrastructure-ceasefire-rcna267039/rcrd107100?canonicalCard=true
[2] https://www.ynetnews.com/article/xd7un4f35
[3] https://aje.news/9k7fl9?update=4469065

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Medien: Zu viele Schlagzeilen, zu wenig Wirklichkeit

Von Andrej Simon — 07. April 2026 um 14:30
Hand an einer Tastatur und ein Bildschirm

Bild: Shutterstock.com

Die Nachrichtenflut wächst – doch Wichtiges geht unter. Eine Liste zeigt übersehene Themen: Von Afrikas Entwicklung bis zu Staatenlosen in Deutschland.

Die Initiative Nachrichtenaufklärung (INA) e.V. und der Deutschlandfunk haben die jährliche Liste der "Top Ten der vergessenen Nachrichten " für 2026 präsentiert [1].

Die Rangliste basiert auf Vorschlägen aus der Bevölkerung, die eine Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten bewertet hat. Ziel ist es, auf Themen aufmerksam zu machen, die in den Leitmedien zu kurz kommen – obwohl sie für die Gesellschaft relevant sind.

Die Liste erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die aktive Nachrichtenvermeidung in Deutschland einen Höchststand erreicht hat.

Laut dem Reuters Institute Digital News Report 2025 [2] gaben 71 Prozent der erwachsenen Internetnutzer an, mindestens gelegentlich bewusst Nachrichten zu meiden. Als Hauptgründe nannten 48 Prozent die negativen Auswirkungen auf die eigene Stimmung, 39 Prozent fühlten sich von der Nachrichtenmenge erschöpft, und ebenso viele beklagten die zu starke Fokussierung auf Kriege und Konflikte.

Verzerrtes Bild von Afrika

Auf Platz eins der "Top Ten der vergessenen Nachrichten [3]" steht die Berichterstattung über Afrika. Die Jury kritisiert, dass Medien ein einseitig negatives Bild zeichnen und den Kontinent überwiegend als arm und unterentwickelt darstellen.

Dabei zeige der Human Development Index (HDI) ein anderes Bild: Dieser Index berücksichtigt neben wirtschaftlichen Indikatoren auch Gesundheits- und Bildungsstand der Bevölkerung. Die afrikanischen Inselstaaten Seychellen und Mauritius erreichen nach diesem Maßstab einen Wert über dem weltweiten Durchschnitt, weitere Länder liegen nicht weit zurück.

Mikroplastik bedroht Ackerböden

Auf Platz zwei landet ein Umweltproblem, das schleichend voranschreitet: Mikroplastik gelangt über Klärschlamm, Kompost, unsachgemäße Müllentsorgung und Langzeitdünger in Ackerböden. Diese Belastung beeinträchtigt die Nahrungsmittelproduktion, den Wasserhaushalt und die Aktivität von Bodenorganismen. Langfristig gefährdet sie auch die menschliche Nahrungskette.

Trotz dieser Tragweite wird das Thema in der medialen Öffentlichkeit nur begrenzt behandelt. Die INA führt dies auf den frühen Stand der Forschung und eine unbefriedigende Datenlage zurück. Dennoch hält die Jury das Thema für berichtenswert.

Staatenlose im bürokratischen Niemandsland

In Deutschland leben nach Angaben der INA im Jahr 2022 etwa 97.000 Menschen mit ungeklärter Staatsangehörigkeit – Tendenz steigend. Viele dieser Staatenlosen arbeiten und zahlen Steuern, bleiben aber juristisch schlechter gestellt und warten oft jahrelang auf die Klärung ihres Status. Die Gründe dafür sind fehlende oder uneinheitliche Richtlinien sowie überlastete Behörden.

Die Betroffenen sind nicht nur starker Unsicherheit ausgesetzt, sondern auch vom gesellschaftlichen und politischen Leben weitgehend ausgeschlossen. Über die Ursachen, Zustände und Folgen wird in den Medien zu wenig berichtet, kritisiert die Jury.

Unternehmen umgehen Inklusionspflicht

Auf Platz vier steht ein Thema, das die Situation von Menschen mit Behinderung betrifft. Viele deutsche Unternehmen kommen der Beschäftigungspflicht für Menschen mit Behinderung nicht nach. Stattdessen zahlen sie eine Ausgleichsabgabe.

Diese lässt sich senken, indem sie Waren oder Dienstleistungen von Behindertenwerkstätten kaufen. Weil die Beschäftigten dort oft unter Mindestlohn arbeiten, sind viele Waren besonders günstig. So profitieren Unternehmen doppelt, während Exklusion und prekäre Arbeitsverhältnisse zementiert werden.

Die weiteren Plätze der Liste befassen sich mit mangelnder Barrierefreiheit bei Websites öffentlicher Stellen, der Unterstützung benachteiligter Gruppen durch Law Clinics, Kinderarbeit auf Tabakplantagen, unzureichenden körperlichen Untersuchungen bei psychisch Erkrankten, psychischen Folgen von Untersuchungshaft und dem Einfluss privater Schiedsgerichte auf staatliche Souveränität.

Private Schiedsgerichte untergraben Staatsmacht

Besonders brisant ist das Thema auf Platz zehn: Private Schiedsgerichte existieren parallel zu staatlichen Instanzen und sollen im Rahmen von Handelsabkommen Investoren vor möglicher Willkür der staatlichen Justiz schützen. Entstanden ist aber eine private Paralleljustiz, die Staaten in die Defensive drängt.

Die Verfahren laufen meist geheim ab, ohne Öffentlichkeitsprinzip oder Mitspracherecht für weitere Betroffene.

Die größte Gefahr liegt im sogenannten "regulatory chill"-Effekt: Regierungen scheuen strenge Gesetze aus Angst vor teuren Klagen. Die mediale Berichterstattung über Schiedsgerichte behandelt dieses systemische Problem praktisch nie, kritisiert die INA.

Reihenfolge ist nur ein Stimmungsbild

Hektor Haarkötter, Vorstandsvorsitzender der Initiative Nachrichtenaufklärung, betonte gegenüber der FAZ [4], dass die Reihenfolge nur ein Stimmungsbild der Jury sei. An einem anderen Tag hätte sie anders ausfallen können. Alle Themen hätten dieselbe Relevanz wie die ersten drei Plätze.

Marco Bertolaso, Nachrichtenchef des Deutschlandfunk, warnte: "Medien und Gesellschaft konzentrieren sich immer stärker auf wenige Großthemen. Deshalb gehen wichtige Ereignisse und Stimmen unter."

Dieser Trend werde durch die Funktionslogik und Geschäftsmodelle der großen Internet-Plattformen beschleunigt.

Dabei zeigt der Reuters Institute Digital News Report 2025, dass das Vertrauen in Nachrichten in Deutschland mit 45 Prozent vergleichsweise stabil ist. Die Inhalte traditioneller Nachrichtenmedien und Journalisten finden auch in sozialen Medien die größte Beachtung – sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Nutzern.

Warum wichtige Themen untergehen

Haarkötter nannte mehrere Gründe dafür, dass relevante Themen nicht die verdiente Aufmerksamkeit bekommen: Der Rechercheaufwand sei hoch [5], es fehle oft ein aktueller Aufhänger, und eine Geschichte erreiche nicht viele Menschen, wenn sie nicht in den großen Leitmedien vorkommt.

Die Liste der vergessenen Nachrichten wird einmal jährlich in Kooperation mit der Nachrichtenredaktion des Deutschlandfunk veröffentlicht. Ermittelt werden die Vorschläge von studentischen Rechercheteams. Auch Vorschläge aus der Öffentlichkeit werden berücksichtigt. Eine Jury entscheidet dann über die Platzierungen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.deutschlandradio.de/digitale-pressekonferenz-deutschlandfunk-top-ten-der-vergessenen-nachrichten-2026-einladung-100.html
[2] https://leibniz-hbi.de/hbi-news/presseinfo/deutsche-ergebnisse-des-reuters-institute-digital-news-report-2025/
[3] https://www.derblindefleck.de/top-ten-der-vergessenen-nachrichten-2026/
[4] https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/das-sind-die-top-ten-der-vergessenen-nachrichten-200698097.html
[5] https://www.migazin.de/2026/04/06/medienkritik-afrika-kinderarbeit-mikroplastik-raster/

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Artemis II bricht den Apollo-Rekord

Von Marcel Kunzmann — 07. April 2026 um 14:00
Blick aus einem Raumschiff auf den Mond

Der Anflug Richtung Mond von der Orion-Kapsel aus beobachtet

(Bild: Nasa)

Die vier Astronauten der Artemis-II-Mission haben einen neuen Entfernungsrekord aufgestellt. Am Freitag soll die Kapsel vor San Diego im Pazifik wassern.

Zum ersten Mal seit der Apollo-17-Mission im Jahr 1972 sind Menschen wieder in die Nähe des Mondes geflogen [1].

Am 6. April absolvierte die Besatzung der Nasa-Mission Artemis II einen knapp siebenstündigen Vorbeiflug am Mond, bei dem die Astronauten Aufnahmen der Mondrückseite machten, wissenschaftliche Beobachtungen durchführten und einen neuen Distanzrekord für die bemannte Raumfahrt aufstellten.

Neuer Entfernungsrekord für die Menschheit

Die Mission war am 1. April gestartet. An Bord der Orion-Kapsel, die von der Besatzung auf den Namen "Integrity" getauft wurde, befinden sich die Nasa-Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover und Christina Koch sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen von der CSA (Canadian Space Agency).

Um 13:56 Uhr US-Ostküstenzeit übertrafen die vier Astronauten den bisherigen Entfernungsrekord von Apollo 13 aus dem Jahr 1970, der bei rund 400.171 Kilometern lag. Die Kapsel entfernte sich anschließend noch weiter und erreichte gegen 19:02 Uhr eine maximale Distanz von 406.771 Kilometern zur Erde.

"Wir wählen diesen Moment, um diese und die nächste Generation herauszufordern, dafür zu sorgen, dass dieser Rekord nicht lange Bestand hat", sagte Hansen kurz nach dem Übertreffen des Apollo-13-Rekords.

Zwei Minuten zuvor, um 19:00 Uhr, hatte die Kapsel ihren geringsten Abstand zum Mond erreicht: nur rund 6.545 Kilometer über der Oberfläche. Aus dieser Entfernung erschien der Mond laut Nasa etwa so groß wie ein Basketball auf Armlänge.

Wissenschaftliche Beobachtungen der Mondoberfläche

Der Vorbeiflug begann offiziell um 14:45 Uhr. Die Besatzung arbeitete dabei eine detaillierte Checkliste ab, die vom wissenschaftlichen Team der Mission erstellt worden war. Da Menschen den Mond seit über 50 Jahren nicht mehr aus der Nähe betrachtet hatten, bot sich eine seltene Forschungsgelegenheit – zumal das menschliche Auge subtile Farb- und Texturunterschiede besser erkennen kann als Kameras von Raumsonden.

Eines der wichtigsten Beobachtungsziele war das Orientale-Becken, ein 965 Kilometer breiter Einschlagskrater, der als "Grand Canyon des Mondes" gilt. Er liegt an der Grenze zwischen der Vorder- und Rückseite des Mondes und war laut Nasa zuvor nie bei Sonnenlicht von menschlichen Augen gesehen worden.

"Der ringförmige Rand, den alle als Paar Lippen oder Kuss auf der Mondrückseite beschreiben, wirkt von hier sehr kreisförmig", beschrieb Kommandant Wiseman gegenüber der Bodenkontrolle. "Der nördliche Teil ist breiter und dunkler, der südliche viel heller. Es sieht weit kreisförmiger aus, als ich es aus unserem Training in Erinnerung hatte."

Die Besatzung dokumentierte die Beobachtungen mit insgesamt 32 Kameras – 15 fest an der Kapsel montiert, 17 als Handgeräte. Astronautin Koch schilderte ihre Eindrücke: "Irgendwann hatte ich ein überwältigendes Gefühl der Ergriffenheit, als ich den Mond betrachtete. Es dauerte nur ein, zwei Sekunden, aber etwas zog mich plötzlich in die Mondlandschaft hinein, und es wurde real."

Während des 40-minütigen Funkschattens hinter dem Mond – ein planmäßiger Signalverlust – beobachtete die Besatzung einen "Erduntergang", als die Erde hinter dem Mondhorizont verschwand, und anschließend einen "Erdaufgang" auf der gegenüberliegenden Seite.

Sonnenfinsternis und Meteoriteneinschläge

Rund sechs Stunden nach Beginn des Vorbeiflugs erlebte die Besatzung ein weiteres Spektakel: eine totale Sonnenfinsternis, die um 20:35 Uhr begann und 53 Minuten dauerte – deutlich länger als jede von der Erde aus sichtbare Sonnenfinsternis, die maximal siebeneinhalb Minuten währt. Die Finsternis war ausschließlich von der Position der Orion-Kapsel aus sichtbar.

"Die Sonne ist hinter dem Mond verschwunden, und die Korona ist noch sichtbar, hell, und sie erzeugt fast einen Heiligenschein um den gesamten Mond", beschrieb Pilot Glover. "Die Erde ist so hell dort draußen, und der Mond hängt einfach vor uns, diese schwarze Kugel." Kommandant Wiseman nannte das Erlebnis "absolut spektakulär und großartig".

Die Sonnenkorona – die äußerste Atmosphäre der Sonne, die normalerweise von deren Helligkeit überstrahlt wird – konnte von der Besatzung aus ihrer einzigartigen Position heraus studiert werden. Kelsey Young, die wissenschaftliche Leiterin der Artemis-Flugoperationen, hatte vorab erklärt, die Beschreibungen der Korona durch die Besatzung könnten Sonnenforschern helfen, diese Prozesse besser zu verstehen.

Die Astronauten trugen dabei spezielle Schutzbrillen, da die Fenster der Kapsel keinen ausreichenden Schutz vor der Sonnenstrahlung boten.

Während der Finsternis berichtete die Besatzung zudem von mindestens sechs Lichtblitzen auf der verdunkelten Mondoberfläche – verursacht durch Meteoroiden, die mit Tausenden Kilometern pro Stunde auf den Mond einschlugen. Auch die Planeten Merkur, Mars, Venus und Saturn waren von jenseits des Mondes aus sichtbar.

Emotionale Momente und ein Anruf von Trump

Der Vorbeiflug hatte auch bewegende persönliche Momente. Die Besatzung schlug vor, einen bisher unbenannten Mondkrater nach ihrer Kapsel "Integrity" zu benennen. Ein weiterer Krater solle den Namen "Carroll" tragen – in Erinnerung an Carroll Taylor Wiseman, die 2020 an Krebs verstorbene Ehefrau von Kommandant Reid Wiseman. "Integrity und Carroll Crater, laut und deutlich", bestätigte die Bodenkontrolle.

Nach Abschluss der Mondbeobachtungen gratulierte US-Präsident Donald Trump der Besatzung in einer live übertragenen Schaltung. Auch Nasa-Administrator Jared Isaacman sprach mit den Astronauten.

Rückkehr zur Erde und Ausblick auf Artemis III

Der Vorbeiflug endete gegen 21:20 Uhr Ostküstenzeit. Die Schwerkraft des Mondes schleuderte die Kapsel auf eine Rückkehrbahn zur Erde, ohne dass größere Triebwerkszündungen nötig sind. Die Wasserung vor der Küste von San Diego ist für Freitagabend, den 10. April, geplant.

"Ihr habt den Mond heute für uns näher gebracht", funkte die Wissenschaftlerin Young an die Besatzung. Kommandant Wiseman dankte seinerseits dem Wissenschaftsteam: "Ihr habt alles gegeben. Danke, dass ihr uns diese Gelegenheit gegeben habt."

Mit dem Ende von Artemis II beginnen die Vorbereitungen für die nächsten Schritte des Programms. Die Mission Artemis III soll 2027 starten und ein Rendezvous- sowie Andockmanöver im Erdorbit erproben. Wenn alles nach Plan verläuft, sollen bei Artemis IV Ende 2028 erstmals seit den Apollo-Missionen wieder Menschen die Mondoberfläche betreten – in der Nähe des Südpols. Dort plant die Nasa in den folgenden Jahren den Aufbau einer dauerhaften Mondbasis.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.nasa.gov/blogs/missions/2026/04/06/artemis-ii-flight-day-6-crew-wraps-historic-lunar-flyby/

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Teardown der AirPods Max 2: Apple hat mit Reparateuren kein Mitleid

Von Heise — 07. April 2026 um 19:09
AirPods Max 2 im Teardown

AirPods Max 2 im Teardown: Es hat sich wenig getan, wenn es um Reparaturen geht.

(Bild: iFixIt)

Apple neue Luxus-Over-Ears versprechen besseren Klang und besseres ANC. Sind sie kaputt, wird es allerdings auch bei den AirPods Max 2 schwierig.

Das Innenleben der AirPods Max 2 [1] hat sich zwar verändert, doch im Hinblick auf die Reparaturfähigkeit macht Apple keine Fortschritte. Das zeigt ein Teardown [2], den der Reparaturdienstleister iFixIt nun durchgeführt hat. Nach wie vor verwendet Apple unnötig viel Kleber und bestimmte Teile der Over-Ears sind nur mit großem Aufwand zu erreichen. Außerdem wurden bekannte Probleme wie das Auftreten von Kondenswasser in den Ohrmuscheln (was bei Sport und hoher Luftfeuchtigkeit, aber auch bei längerer Tragezeit passieren kann) oder Kabelbruchstellen an den Bügeln [3] nicht behoben. Das verwundert, verlangt Apple für die AirPods Max 2 doch nach wie vor viel Geld: 579 Euro stehen auf der Preisliste.

Gleiche Wertung wie der Vorgänger

iFixIt kommt nach dem Teardown zum Schluss, dass die Neuauflage der 2020 erstmals erschienenen Kopfhörer keine bessere Bewertung als die erste Variante verdient: 6 von 10 Punkten auf der „Repairability Score”-Skala. Weder Batterie noch USB-Anschlüsse, beides Bereiche, die vergleichsweise schnell kaputtgehen können, sind leicht zugänglich. Apple hat die AirPods Max zudem nach wie vor nicht in sein Self Service Repair Program [4] (SSRP) aufgenommen, sodass es für Bastler und Interessierte keine Ersatzteile gibt. Hätte der Konzern nur kleine Verbesserungen vorgenommen, wären die Max 2 wohl deutlich länger haltbar.

Platz ist genug: Im Gegensatz zu den AirPods Pro 3 [5] und AirPods 4 ANC [6], die aufgrund ihrer Miniaturisierung Wegwerfprodukte sind, hätte Apple hier mit einem leicht veränderten Design punkten können. Dass das geht, zeigt etwa das MacBook Neo [7], das kaum mehr kostet als die AirPods Max 2. Für die Over-Ears gibt es zudem keine Reparaturhandbücher, Kunden sind bei der Arbeit an den Kopfhörern auf sich allein gestellt.

Apple könnte deutlich mehr tun

Intern gibt es kaum Überraschungen. Hauptneuerung ist der verbaute H2-Chip in den Ohrmuscheln, der besseren Klang und bessere Geräuschunterdrückung (ANC) verspricht. Grundsätzlich ist das Design seit sechs Jahren unverändert. Apple hatte den Geräten mit ihrer USB-C-Variante im Jahr 2024 [8] nur neue Farben spendiert. Auch unverändert ist das sogenannte Smartcase, das magnetisch geschlossen wird, die Over-Ears aber nicht kleiner macht und auch nicht besonders gut schützt.

„In der Hand eines geduldigen Bastlers könnten die AirPods Max 2 ewig halten“, lautet das Fazit von iFixIt, würde Apple Ersatzteile und Reparaturhandbuch liefern. Insgesamt seien sie nicht die schlimmsten Produkte, was die Reparierbarkeit betrifft.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11246420

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Smarte-Neuauflage-AirPods-Max-2-im-Test-11241507.html
[2] https://www.youtube.com/watch?v=WTeqEs28CgU
[3] https://www.heise.de/news/Tiefkuehlfach-repariert-AirPods-Max-kurzzeitig-10623707.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-Self-Service-Repair-Selbst-reparieren-lohnt-sich-kaum-7188067.html
[5] https://www.heise.de/tests/AirPods-Pro-3-im-Test-Mit-frischem-Klang-und-ANC-10663123.html
[6] https://www.heise.de/news/AirPods-4-Neue-Apple-Ohrhoerer-mit-USB-C-und-optionalem-ANC-9862380.html
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Die Schland-App kommt: SAP und Telekom sollen zentrale Bürger-App bauen

Von Heise — 07. April 2026 um 17:33
Illustration einer deutschen Flagge auf einem Schaltkreis

(Bild: LongQuattro/Shutterstock.com)

Noch hat sie keinen festen Namen, doch die zentrale Bürger-App für Dienste des deutschen Staates soll laut einem Bericht von SAP und Deutscher Telekom kommen.

SAP und Deutsche Telekom sollen laut einem Bericht des Handelsblatts eine Bürger-App umsetzen, die zentralen Zugang zu staatlichen Leistungen bietet. Dem Bericht nach handelt es sich um eine „KI-basierte Verwaltungsplattform“ der Bundesregierung, über die Bürger Anträge stellen, Termine buchen, ihre Identität verifizieren und Informationen abrufen können. Die Zeitung beruft sich dabei auf Projektdokumente sowie auf Teilnehmer einer Roadshow des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).

Alle drei Projektpartner bestätigten dem Handelsblatt [1] auch Pläne für die App. „Ziel ist es, die Verwaltung effizienter, schneller und serviceorientierter zu gestalten – mit weniger Bürokratie, kürzeren Bearbeitungszeiten und einem nahtlosen One-Stop-Shop“, sagte demnach ein Sprecher des BMDS. Eine Vorstellung der Anwendung werde noch zu einem gesonderten Zeitpunkt kommuniziert, auch ein Name stehe noch nicht fest. Digitalminister Karsten Wildberger bevorzuge die Bezeichnung „Deutschland-App“.

Kindergeldanträge und Unternehmensgründungen

Wildberger hatte die App bereits im Februar bei einer Konferenz erwähnt [2] und angekündigt, dass sie gemeinsam mit der EUDI-Wallet [3] das Verhältnis zwischen Bürger und Staat grundlegend verändern werde. Die Nutzung bleibe aber freiwillig, erklärte Wildberger: „Es geht nicht darum, dass der Staat alles weiß, sondern dass jeder selbst entscheiden kann, wie er die digitalen Dienste nutzt.“

Die meisten Anwendungsfälle für die App sollen aus dem Arbeits- und Sozialministerium stammen, Ministerin Bärbel Bas hatte bereits ein „zentrales digitales Sozialportal“ angekündigt. Erste Dienste sollen unter anderem Kindergeldanträge, Wohnsitzanmeldungen, Grundsicherung im Alter und die Gründung von Unternehmen sein. Die Telekom arbeitet laut dem Bericht an einem ersten Prototyp, der noch im April vorliegen soll. Zunächst soll die App in mehreren Pilotkommunen wie Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden sowie bei der Bundesagentur für Arbeit getestet werden, bevor die schrittweise Einführung erfolgt.

SAP, Telekom und ein bisschen Schwarz Digits

Der operative Betrieb soll laut Handelsblatt bei der Telekom liegen, Tochter T-Systems kümmere sich um Cloud-Infrastruktur und die Speicherung der Daten. SAPs Business Technology Platform (BTP) soll als technische Plattform für die App dienen und die Verarbeitung von Daten sowie die Steuerung der Prozesse übernehmen. Auch KI wird von SAP beigesteuert. So solle es „lernende KI-Agenten“ geben, die Nutzer durch Anträge führen und Verwaltungsprozesse automatisieren. „KI führt und unterstützt bei der Antragstellung. Komplexität der Prozesse rückt in den Hintergrund“, zitiert das Handelsblatt aus dem Konzept.

Auch Schwarz Digits ist offenbar mit an Bord. Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe übernimmt die Integration des quelloffenen Messengers Wire in die App, Abstimmungen dazu seien bereits erfolgt. Wire soll als sicherer Kommunikationskanal zwischen Bürgern und Behörden dienen.

Eine Ausschreibung gab es für das ambitionierte Vorhaben offenbar nicht. Sie sei auch nicht erforderlich gewesen, weil SAP und Telekom bereits entsprechende Rahmenverträge haben. Ein Sprecher des BMDS sagte dem Handelsblatt: „Für diesen Auftrag wird ein Rahmenvertrag aus dem Kaufhaus des Bundes genutzt.“


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11247464

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/software-bund-beauftragt-sap-und-telekom-mit-bau-der-buerger-app/100213370.html
[2] https://www.heise.de/news/Das-wird-krass-Digitalminister-plant-bundesweite-Buerger-App-11192475.html
[3] https://www.heise.de/news/EUDI-Wallet-bekommt-eine-Testumgebung-11157005.html
[4] https://www.heise.de/ix
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