Ungarns künftiger Regierungschef Péter Magyar
(Bild: Istvan Csak/Shutterstock.com)
Orbáns Abgang könnte die EU aus ihrer Ukraine-Lähmung befreien, ein Kurswechsel könnte die Nato-Ostflanke stabilisieren — wenn der Neue liefert.
Post-Orbán-Zeitenwende: Die 16-jährige Herrschaft Viktor Orbáns ist vorerst Geschichte [1]. Herausforderer Péter Magyar führte die oppositionelle Tisza-Partei zu einem überraschend klaren Sieg: Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen zeichnet [2] sich eine systemtransformierende Zweidrittelmehrheit ab – rund 138 von 199 Parlamentssitzen für Tisza, lediglich 54 für Fidesz. Für eine Zwei-Drittel-Mehrheit, die weitreichende Verfassungsänderungen ermöglicht [3], sind 133 Sitze notwendig.
Magyar, ehemaliger Fidesz-Parteigänger [4] und präferierter Kandidat weiter Teile der europäischen Staatengemeinschaft, erklärte, im Duktus eines Widerstandskämpfers, man habe "Ungarn befreit" [5]. Orbán räumte [6] noch am Wahlabend die Niederlage ein und kündigte an, künftig aus der Opposition heraus zu arbeiten – von seinem persönlichen, politischen Ende war dennoch wenig zu spüren.
Entgegen vielerorts geäußerter Befürchtungen blieben tumultartige Szenen oder eine gewaltsame Wahlanfechtung nach US-amerikanischem Muster [7] aus.
Die Presse feierte [8] den Machtwechsel: Der Spiegel jubelte, die Ungarn hätten Orbán, vergleichbar mit der sensationellen Artemis-II-Mission [9] "auf den Mond geschossen", das Handelsblatt sprach [10] von einem "Sensationssieg" mit tiefgreifenden Folgen.
Dabei waren die medialen Sympathien schon vor dem Urnengang klar verteilt: Magyar wurde als demokratische Alternative zu Viktor Orbán porträtiert und als EU-Heilsbringer inszeniert [11]. Der britische Guardian kommt dem Kern näher: Er analysierte [12] einen "Systembruch von innen" – Orbáns Nepotismus sei von einem seinesgleichen gebrochen worden.
Immerhin arbeitete Magyar jahrelang [13] in Fidesz-Institutionen und mutierte erst [14] 2024, als sich auch die EU-Budapest-Scherereien auf einem Höhepunkt befanden, zum internen Gegenspieler.
Die Ungarn-Wahl war bereits im Vorfeld als Schicksalsentscheidung zwischen Ost- und Westbindung gerahmt worden [15] – mit Blick auf Milliarden blockierter Ukraine-Hilfen, dem militärischen Status quo an der Ukraine-Russland-Front und den ungarisch-russischen Energiebeziehungen kein fernliegendes Framing. Magyar bezog hierbei klare Position: Er wolle [16] ein starkes Ungarn in der EU führen.
Magyar war offenbar auch der Wunschkandidat der Finanzmärkte: Der ungarische Forint kletterte [17] in direkter Folge auf ein Mehrjahreshoch gegenüber Euro und Dollar. Teilweise schon im Vorfeld der Wahl hatten schwächelnde ungarische Aktien und Staatsanleihen zugelegt.
Die Logik dahinter ist simpel: Ein politischer Richtungswechsel in Budapest dürfte bis zu 19 Milliarden Euro an eingefrorenen EU-Hilfsgeldern freigeben [18] – ein Betrag, der nahezu zehn Prozent des ungarischen BIP von 2025 entspricht [19]. Neben der Erwartung politischer Reformen [20] und mehr Rechtssicherheit spielte auch die Aussicht auf einen wiederbelebten militärisch-industriellen Komplex und einen konstanten Geldfluss in die ukrainische Kriegskasse eine Rolle.
Auch ein Euro-Beitritt Ungarns, bislang von Orbán blockiert [21], rückt nun, vergleichbar mit den Vorgängen in Bulgarien zu Beginn dieses Jahres, näher.
Insgesamt scheint das Vehikel Ungarn gelöst: Investoren dürften die Kreditwürdigkeit und die Handlungsfähigkeit der EU als höher bewerten, den Euro tendenziell stärken und für ein gereingeres europäisches Risikoasset sorgen [22].
Mit ausschlaggebend für jenen Wechsel dürfte eine außergewöhnlich hohe Wahlbeteiligung von 77 Prozent gewesen sein [23] – rund zehn Prozentpunkte mehr als 2022, obwohl damals gleichzeitig innenpolitische Referenden stattfanden.
Entscheidend war der Bruch zentraler Wählerstrukturen: Das ungarische Wahlrecht, nach Reformen 2011 und 2024, begünstigt [24] ländliche Gebiete als traditionelle Fidesz-Hochburgen strukturell stark. Dennoch gelang es der Opposition, kleinere Städte im semi-urbanen Raum zu erobern und gleichzeitig die Hauptstadt Budapest zu halten.
Wirtschaftliche Unzufriedenheit, hohe Inflation, grassierende Armut und energiepolitische Kriegsfolgen wie Korruption mobilisierten auch auf dem Land – und ließen die rurale Fidesz-Dominanz erodieren.
Besondere Bedeutung kommt der Kohorte der Jungwähler zwischen 18 und 35 Jahren zu. Erstmals könnte die Mittelgruppe im Verbund mit Verbündeten die demographisch eigentlich überlegenen [25] Älteren in einer rapide alternden Gesellschaft überstimmt [26] haben. Rund 20 Prozent der ungarischen Gesellschaft sind 65 Jahre und älter, 65 Prozent befinden [27] sich jedoch noch im erwerbsfähigen Alter – der demographische Wandel hat einen wahlpolitischen Kipppunkt erreicht.
Weitgehend unkommentiert blieb in westeuropäischen Medien, dass die rechtsextreme Mi Hazánk "Unsere Heimat-Bewegung" – mit sechs bis sieben Sitzen ins Parlament einzieht. Ethnischer Nationalismus, restriktive Migrationspolitik, LGBTIQ-Feindlichkeit und die autoritäre Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe überzeugten [28] zwischen 320.000 und 340.000 Wähler – ähnlich viele wie 2022.
Den rechten Königsmacher wird die Partei angesichts der Tisza-Mehrheit [29] dennoch nicht spielen können, von einem Sieg "linker" pluralistischer Kräfte in Anbetracht jener Zahlen zu fabulieren, ist dennoch weltfremd.
EU-Kommissinspräsidentin Ursula von der Leyen analysierte [30], Budapest habe "die EU gewählt", das politische Berlin sekundierte mit Hoffnungen auf enge Zusammenarbeit.
Zur Erinnerung: Budapest ist seit dem 1. Mai 2004 EU-Mitglied. Der ukrainische Präsident Wolodymir Selenskyj gratulierte [31] und bot Kooperation an, Kiew wähnt sich als stiller Sieger. Für Moskau bedeutet der Machtwechsel einen herben Rückschlag: Mit Orbán verliert Putin seinen letzten echten Verbündeten innerhalb der EU.
Doch Vorsicht vor voreiligem Jubel: Magyar und Orbán sind sich innenpolitisch näher, als die westliche Berichterstattung suggeriert. Beide fundieren auf der Idee eines konservativen Nationalstaates, betonen Souveränität und einen starken Zentralismus. Magyar selbst hob am Wahlabend ein starkes Ungarn hervor, innerhalb der EU – nicht umgekehrt.
Es handelt sich weniger um ein klassisches Rechts-Links-Abwahlmuster als um einen außenpolitischen Richtungsstreit innerhalb der ungarischen politischen Klasse. Auch Magyar bediente sich populistischer Strategien – Anti-Establishment-Rhetorik, Korruptionskritik, europäische Integration als Versprechen. Der Unterschied zu Orbán liegt vor allem in der Bindung an Brüssel statt Moskau sowie an dessen Erfolg, nicht in einer anderen Binnenpolitik.
Erschwerend hinzukommt: Jahrzehntelang aufgebaute Fidesz-Strukturen in Verwaltungen, Polizei und Armee lassen sich nicht per Wahlnacht demontieren. Ob Magyar seine zentralen Versprechen gegen innere Vetoakteure durchsetzen kann, bleibt offen. Bleibt ein wirtschaftlicher Aufschwung, mit EU-Subventionen finanziert – aus, könnte sich die Wahl Magyars als innenpolitischer Bumerang erweisen.
Scheitert der ungarische Aufbruch, könnte Fidesz, verstärkt durch eine erstarkte faschistische Heimat-Bewegung, mit voller Wucht zurückkehren. Orbán wird jeden Fehler für Maximalopposition und Neuwahldruck nutzen.
Als Schoßhund Brüssels hätte Magyar bei seinen Landsleuten kaum Chancen auf eine Wiederwahl. Enttäuscht er die wirtschaftlichen Erwartungen oder wird von der EU nicht ausreichend unterstützt, könnte auch er – unter innenpolitischem Druck – zu einer neuen Form der EU-Erpressungs- und Blockadepolitik übergehen.
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[1] https://www.telepolis.de/article/Ungarn-Orban-gesteht-Niederlage-ein-Tisza-Partei-vor-Zweidrittelmehrheit-11253737.html
[2] https://www.zdfheute.de/politik/ausland/ungarn-wahlsieg-magyar-europaeische-union-eu-folgen-100.html
[3] https://www.budapester.hu/inland/zweidrittel-mehrheit-noetig/
[4] https://www.telepolis.de/article/Ungarn-Wahl-Geopolitik-schlaegt-Demokratie-11247019.html
[5] https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:aa8d51a6df6cc23b/
[6] https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ungarn-wahl-magyar-100.html
[7] https://www.ardmediathek.de/video/dokumentation-und-reportage/sturm-auf-das-kapitol/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuLzE5ZjJiNWZmLWQ1MzItNGQ5Zi1iNzBjLWY0Y2QxZGJlMTE0ZQ
[8] https://www.spiegel.de/ausland/wahl-in-ungarn-kommt-das-system-des-autokraten-viktor-orban-nach-16-jahren-an-sein-ende-alle-news-live-a-07e91ba0-2ce3-4253-8456-702bebd6afab
[9] https://www.heise.de/tp/article/Artemis-II-bricht-den-Apollo-Rekord-11246915.html
[10] https://www.spiegel.de/ausland/wahl-in-ungarn-kommt-das-system-des-autokraten-viktor-orban-nach-16-jahren-an-sein-ende-alle-news-live-a-07e91ba0-2ce3-4253-8456-702bebd6afab
[11] https://www.3sat.de/gesellschaft/auslandsjournal-extra/auslandsjournal---die-doku-ungarn-vor-der-wahl-vom-9-april-2026-100.html
[12] https://www.theguardian.com/world/2026/apr/13/monday-briefing-hungary-election-peter-magyar-viktor-orban
[13] https://en.wikipedia.org/wiki/P%C3%A9ter_Magyar
[14] https://de.euronews.com/2024/05/06/ungarischer-oppositionspolitiker-magyar-sagt-orban-und-korruption-den-kampf-an
[15] https://nypost.com/2026/04/12/world-news/hungarys-viktor-orban-concedes-defeat-after-painful-election/
[16] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-parlamentswahl-orban-magyar-fidesz-gxe
[17] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-parlamentswahl-orban-magyar-fidesz-gxe
[18] https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/roundup-nach-ungarn-wahl-wird-es-in-der-eu-jetzt-wieder-einfacher-15606467
[19] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/14399/umfrage/bruttoinlandsprodukt-bip-in-ungarn/
[20] https://www.reuters.com/business/finance/hungary-oppositions-landslide-win-heralds-reforms-thaw-eu-ties-2026-04-13/
[21] https://ungarnheute.hu/news/viktor-orban-erklaert-warum-ungarn-der-eurozone-nicht-beitritt-23430/
[22] https://www.ecb.europa.eu/pub/research/working-papers/html/index.en.html
[23] https://www.srf.ch/news/international/wahlen-in-ungarn-korrespondentin-orban-ist-zu-einem-problem-fuer-die-eu-geworden
[24] https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/576934/parlamentswahl-in-ungarn/
[25] https://tradingeconomics.com/hungary/proportion-of-population-aged-65-over-eurostat-data.html
[26] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/parlamentswahl-ungarn-wahlumfrage-viktor-orban-waehler
[27] https://www.populationpyramids.org/hungary
[28] https://politpro.eu/de/ungarn/parteien/mi-hazank
[29] https://www.reuters.com/world/hungarys-tisza-party-seen-winning-two-thirds-majority-parliament-median-2026-04-08/
[30] https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/ungarn-parlamentswahl-sieg-opposition-reaktionen?
[31] https://www.stern.de/politik/ausland/wahl-in-ungarn--eu-atmet-auf--selenskyj-gratuliert---die-reaktionen-37302524.html
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Ein neuer US-Gesetzentwurf zielt auf DUV-Technologie von ASML. China droht der Verlust seiner wichtigsten Ausrüstung zur Chipfertigung.
Abgeordnete im US-Kongress treiben ein Gesetz voran, das Chinas Halbleiterindustrie an einer empfindlichen Stelle treffen könnte. Der sogenannte MATCH Act soll den Export von DUV-Lithografieanlagen an China unterbinden.
Für den niederländischen Ausrüster ASML und seine Aktionäre steht viel auf dem Spiel.
Der "Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware Act" genießt Unterstützung von Republikanern und Demokraten [1] im US-Kongress. Analysten von China Securities schätzen laut South China Morning Post (SCMP) die Chancen, dass er verabschiedet wird, als relativ hoch ein.
Der Gesetzentwurf [2] verfolgt zwei Ziele: Er soll bestehende Lücken bei Exportkontrollen schließen und Verbündete wie die Niederlande und Japan dazu bringen, ihre Regeln innerhalb von 150 Tagen an das US-Niveau anzupassen.
Ziehen die Verbündeten nicht mit, enthält der Entwurf einen Hebel: Die USA könnten über die sogenannte "Foreign Direct Product Rule" einseitig Kontrollen auf ausländische Produkte ausdehnen, die US-Software oder US-Komponenten enthalten.
Der Exportrechtsanwalt Mark Shi von der Shanghaier Kanzlei Co-Effort sieht laut [3] SCMP in dem Vorstoß auch ein "Verhandlungsinstrument" zwischen Washington und Peking.
Im Zentrum stehen DUV-Immersionslithografiesysteme und kryogene Ätzwerkzeuge. Der Entwurf erfasst nicht nur den Verkauf, sondern auch Wartung und technische Unterstützung.
Das wäre eine klare Verschärfung: Bisherige Beschränkungen richteten sich vorwiegend gegen EUV-Maschinen und nur bestimmte DUV-Systeme.
Zusätzlich stuft der MATCH Act alle Fabriken von Huawei, SMIC, Hua Hong, YMTC und CXMT samt Tochtergesellschaften als "betroffene Einrichtungen" ein.
DUV-Anlagen von ASML sind für chinesische Hersteller derzeit die einzige praktikable Option bei fortgeschrittener Fertigung.
SMIC setzt diese Maschinen für seine 7-nm-Prozesse ein und erreicht die nötige Präzision durch mehrfache Belichtungsschritte. Die Speicherhersteller CXMT und YMTC benötigen DUV-Technik, um ihre Produktionskapazitäten auszubauen.
China hat in der Vergangenheit zwar versucht, eigene Wege bei Lithografieanlagen zu gehen. Dabei beschränkten sich die Chinesen aber auf ältere, aber ausgereifte Prozesse wie die 28-Nanometer-Technologie.
Für ASML und den japanischen Ausrüster Tokyo Electron wächst mit dem Gesetzesvorhaben die Unsicherheit. Schließlich zählt China zu den größten Absatzmärkten von ASML. Das Geschäft in China machte zuletzt [4] fast 20 Prozent des ASML-Umsatzes aus.
Die SCMP beziffert den Anteil für 2025 sogar auf 33 Prozent, aber erwartet einen Rückgang auf rund 20 Prozent im Jahr 2026. Der MATCH Act könnte eine noch abruptere Entkopplung erzwingen als bisher absehbar.
In den Niederlanden und Japan gibt es laut Analysten erheblichen innenpolitischen Widerstand gegen eine vollständige Übernahme der US-Linie. Ob die 150-Tage-Frist für eine echte politische Koordinierung reicht, bleibt offen.
Shi hält die Frist eher f��r ein Druckmittel als für einen realistischen Zeitplan.
Analysten warnen zudem vor erheblichen Störungen der globalen Halbleiter-Lieferketten, sollte der Entwurf tatsächlich zum Gesetz werden. Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen und Regierungen stehen bislang aus.
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[1] https://www.foreign.senate.gov/press/rep/release/risch-ricketts-kim-introduce-match-act-level-the-global-playing-field-for-us-tech
[2] https://us.cisionone.cision.com/c/eJxMzr2O3CAUxfGngQ7LXL4LCisrZ6UkXXoLw2UHrcd2gBlLefpoohRp_z_p6CQPNspRU_TcGKU1V2akN29s1mE1igturLYZQWGIUoDNwnKnaPHaJW14FsIKTAtfQ46WAwjLgcixlYSf5Re7h7JhbcxY56yJVkZ2yefvbXgB3fyt97MRMRGYCczXdQ21xE_svQ0N99Bx-DieLzlZPPaOeycwP87tCKkRmGEETWAeJYH5x_TzyzubYmdvpcVHa-XY2VsNuS_v3yfQwonhTJneMZXAKm4YGrKS_N-w_AtETKCccYpW_-2Ge0hl-Vof60rkmI-K5WP_7xltvSLeXyvBgAQYV2aNi0wiZLYqzVnQWSoZpEtJ06eHPwEAAP__rkJyZw
[3] https://www.scmp.com/tech/tech-war/article/3349413/washington-pushes-allies-match-tougher-china-chip-curbs-under-new-bill
[4] https://wccftech.com/chinas-chip-industry-depends-on-one-key-piece-of-equipment-from-asml-and-the-u-s-is-now-moving-to-ban-it/
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Intels aktuelle Serie an Desktop-CPUs, Core Ultra 200, bekommt bald einen Nachfolger.
(Bild: Mark Mantel / heise medien)
Bei Intels nächster Desktop-Prozessorgeneration Nova Lake-S soll ein Core Ultra 7 mehr CPU-Kerne haben können als ein 9er.
Eine Vorabliste zeigt die ersten 12 angeblichen Kernkonfigurationen aus Intels nächster Desktop-Prozessorgeneration Nova Lake-S. Das noch namenlose Topmodell soll, wie erwartet, 52 CPU-Kerne erhalten: 16 Performance-Kerne, 32 Effizienzkerne und vier Low-Power-Effizienzkerne. Ebenfalls mit dabei: ein riesiger „Big Last Level Cache“ (bLLC) [1] von vermutlich 288 MByte.
Die Abstufungen sollen bis zu einem Sechskerner reichen, der lediglich zwei Performance- mit vier Low-Power-Effizienzkernen kombiniert. Die von Videocardz gezeigte Liste [2] soll Intel kürzlich mit Partnern geteilt haben.
Demnach unterteilt Intel die Desktop-Prozessoren aus der Nova-Lake-Familie in vier Energieklassen mit einer Thermal Design Power (TDP) von 175, 125, 65 und 35 Watt. Die Einstufung in Core Ultra 9, 7, 5 und 3 soll innerhalb der jeweiligen TDP-Klasse gelten, zudem soll die Cache-Größe die Einstufung beeinflussen.
(Bild: Videocardz)
Das führt laut aktueller Planung zu Verwirrung: Ein Core Ultra 5 mit einer TDP von bis zu 125 Watt könnte 22 Kerne haben, während ein sparsamerer Core Ultra 7 nur auf 16 kommt. Gleichzeitig könnte ein 22-Kerner als Core Ultra 9 erscheinen, nämlich als 65-Watt-Modell mit 144 MByte bLLC.
Nova-Lake-Prozessoren mit mehr als 28 Kernen verwenden zwei statt eines Compute-Dies, um die Performance- sowie Effizienzkerne und den Cache zu verdoppeln. Hier könnte Intel eine Klassifizierung oberhalb von Core Ultra 9 einführen. Im Falle der Notebook-Prozessorserie Panther Lake gibt es etwa die Core Ultra X9 mit dicker Grafikeinheit.
Alle Modelle sollen derweil die Logik für Wi-Fi 7 und Thunderbolt 5 integrieren. Damit dürften dann auch mehr Mainboards mit entsprechender Ausstattung erscheinen. Die Speichercontroller sollen stets für DDR5-8000-RAM im Dual-Channel ausgelegt sein. In allen CPUs sitzt zudem ein aktueller KI-Beschleuniger (Neural Processing Unit, NPU). Nova Lake-S erfordert neue Platinen mit der CPU-Fassung LGA-1954. Intel will die Prozessoren Ende 2026 vorstellen.
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[1] https://www.heise.de/news/Nova-Lake-Intels-naechster-Desktop-Prozessor-soll-riesigen-Cache-erhalten-11095779.html
[2] https://videocardz.com/newz/exclusive-intel-core-ultra-400-nova-lake-s-preliminary-sku-list-leaked-6-to-52-cores-ddr5-8000-and-forward-socket-compatibility
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:mma@heise.de
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(Bild: Basic-Fit)
Bei einem IT-Vorfall haben sich Unbekannte Zugriff auf das System von Basic-Fit verschafft und dabei persönliche Informationen abgegriffen.
Ein unerlaubter Zugriff auf die Daten der börsennotierten Fitnesskette Basic-Fit betrifft Mitglieder in mehreren Ländern, davon allein 200.000 aus den Niederlanden. Er wurde kurz nach seiner Entdeckung am heutigen 13. April vom Sicherheitsteam des Fitness-Unternehmens gestoppt und den zuständigen Behörden gemeldet.
Durch das Datenleck gelangten personenbezogene Daten wie E-Mail-Adresse, Name und Mitgliederinformationen in fremde Hände. Zu Passwörtern und Ausweisdokumenten hatten die Unbefugten laut dem Unternehmen keinen Zugang.
Basic-Fit informierte nach eigenen Angaben [1] die betroffenen Kunden per E-Mail und versichert, dass bisher kein Datenmissbrauch nachgewiesen werden kann. Die Fitnesskette rät ihren Mitgliedern jedoch, besonders achtsam bei Phishing-Versuchen zu sein. Sie hat zudem eine eigene FAQ-Seite [2] erstellt, in der sich die Kunden über das Datenleck informieren können.
Basic-Fit betreibt laut eigenen Angaben 2150 Fitnessstudios in zwölf europäischen Ländern. Sie zählt knapp sechs Millionen Mitglieder.
Sie können sich beispielsweise in einem Phishing-Angriff mit gefälschten E-Mails als Basic-Fit ausgeben und vermeintlich nicht bezahlte Mitgliedsbeiträge oder andere Informationen einfordern. Bei Phishing-Verdacht ist es wichtig, nicht darauf einzugehen und auf keine Links zu klicken.
Fitnessapps und -studios sind häufig von Datenlecks betroffen. So gab es eine massive Datenpanne beim Sportanbieter „Urban Sports Club“ [3], in der tausende sensible Dateien auf einem öffentlich zugänglichen Cloudspeicher lagen. Bei der Ernährungs-App „MyFitnessPal“ [4] brachten Hacker 150 Millionen Nutzerdaten an sich.
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[1] https://corporate.basic-fit.com/docs/Basic-Fit%20informs%20members%20of%20an%20unauthorised%20data%20access?q=3W97qQx2g4cDXrju5NrDeZ
[2] https://www.basic-fit.com/de-de/faq
[3] https://www.heise.de/news/Datenleck-bei-Urban-Sports-Club-Daten-Tausender-Mitglieder-waren-oeffentlich-9668240.html
[4] https://www.heise.de/news/Ernaehrungs-App-MyFitnessPal-150-Millionen-Nutzerdaten-abgegriffen-4009175.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:mho@heise.de
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Website, die Apple nachahmt: Nein, so schafft man auf dem Mac keinen Platz.
(Bild: Jamf)
Eine aktuell laufende Malware-Kampagne nutzt Apples Script Editor statt des Terminals, um den Datenklauer Atomic Stealer auf Macs einzuschleusen.
Sicherheitsforscher vom MDM-Spezialisten Jamf haben eine neue Variante der sogenannten ClickFix-Angriffstechnik entdeckt, bei der Nutzer dazu bewegt werden, Kommandos auf ihrem Mac auszuführen, die dann Malware installieren. Die neue Verteilmethode des bekannten Datenklauschädlings Atomic Stealer scheint darauf optimiert zu sein, einen neuen Schutz im macOS-Terminal [1] zu umgehen, den Apple mit macOS 26.4 eingeführt hatte. Dieser soll dafür sorgen, dass problematischer Code nicht mehr so leicht ausgeführt werden kann.
Wie Jamf Threat Labs in einer Analyse [2] schreibt, locken die Angreifer ihre Opfer auf eine gefälschte Apple-Webseite, die vorgibt, dabei zu helfen, Speicherplatz auf dem Mac freizugeben. Ein „Execute“-Button auf der Seite ruft dabei das applescript://-URL-Schema auf. Der Browser fordert daraufhin vom Nutzer die Erlaubnis, Script Editor zu öffnen – eine Aktion, die das Opfer womöglich arglos bestätigt.
Das eigentlich neue an der Methode liegt in der Nutzung des applescript://-URL-Schemas: Beim Aufruf startet Script Editor mit einem von der Website übergebenen, bösartigen AppleScript. Dieses Script führt nach der Ausführung durch den Nutzer eine verschleierte Befehlskette aus. Zunächst wird per curl-Kommando eine Payload von einem externen Server geladen, die nach Dekodierung anschließend an zsh übergeben wird. Eine zweite Stufe dekodiert per Base64 und gunzip weiteren Code, der schließlich die eigentliche Malware – ein Mach-O-Binary des Atomic Stealers – nach /tmp herunterlädt, erweiterte Attribute zum Ausführungsschutz entfernt und die Datei startbar macht.
Interessant dabei ist, dass die Installationskette dabei den Terminal-Paste-Schutz von macOS 26.4 umgeht. Apple hatte diese Schutzfunktion eingeführt, um Nutzer vor ClickFix-Angriffen zu warnen, wenn sie manipulierte Befehle ins Terminal einfügen, wobei das auch nicht immer funktioniert. Durch den Wechsel zu Script Editor wird dieser Mechanismus laut Jamf augenscheinlich ausgehebelt. Um die Malware aktiv zu schalten, muss der User allerdings noch den Abspielknopf (Play) in Script Editor klicken. Dass er das tun soll, wird auf der nachgeahmten Apple-Seite so mitgeteilt.
Atomic Stealer ist ein schon seit 2023 aktiver Infostealer, der unter anderem über Telegram an Kriminelle vermarktet wird. Die Malware stiehlt unter anderem Keychain-Passwörter, Browser-Daten wie Autofill-Einträge, Cookies und Kreditkartennummern sowie Krypto-Wallets. Auch Dateien vom Desktop und aus dem Dokumentenordner können exfiltriert werden.
Neu ist die Verwendung von Script Editor zur Malware-Verbreitung eigentlich nicht, doch die Verbreitung via applescript://-Links ist neu. Nutzer sollten das Aufrufen des Script Editors über eine Website keinesfalls bestätigen. Apple hat bislang noch nicht auf die neue Methode reagiert. Es dürfte relativ leicht sein, diese zu verhindern.
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[1] https://www.heise.de/news/Angriffe-uebers-Terminal-Apple-verhindert-Kommando-Ausfuehrung-11226507.html
[2] https://www.jamf.com/blog/clickfix-macos-script-editor-atomic-stealer/
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:bsc@heise.de
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(Bild: Artur Szczybylo / Shutterstock.com)
Ein Sicherheitsupdate schließt eine Lücke im API-Gateway VMware Tanzu Spring Cloud Gateway.
Aufgrund eines Fehlers werden bestimmte SSL-Konfigurationen im API-Gateway VMware Tanzu Spring Cloud Gateway nicht angewendet – Nutzer bekommen davon nichts mit. Ein Patch löst nun die Problematik.
In einer Warnmeldung erläutern die Entwickler [1], dass es bei der Konfiguration von SSL-Bundles mittels spring.ssl.bundle zu Fehlern kommen kann. Das führt dazu, dass Einstellungen ignoriert werden und stattdessen die Standard-SSL-Konfiguration genutzt wird.
Nehmen Admins an dieser Stelle individuelle, sicherheitsrelevante Änderungen vor, die dann nicht übernommen werden, entsteht hier ein Sicherheitsrisiko.
Die Entwickler geben an, die Schwachstelle (CVE-2026-22750 „hoch“) in Spring Cloud Gateway 4.2.1 (Enterprise Support Only) geschlossen zu haben. Bislang gibt es noch keine Hinweise auf Attacken.
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[1] https://spring.io/security/cve-2026-22750
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de
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Der Jabra Evolve3 85 soll ein Office-Kopfhörer sein. Doch im Test zeigt er, dass er mehr ist als das.
Der Jabra Evolve3 85 sieht eher aus wie ein Lifestyle-Kopfhörer als ein Office-Headset, denn das Mikrofon ist dezent integriert. Einziger optischer Hinweis auf die Business-Nutzung ist die dedizierte Microsoft-Teams-Taste. Der Test klärt, ob die Sprachqualität ohne sichtbares Bügelmikrofon trotzdem überzeugt.
Jabra verschalt den Kopfhörer mit zweckmäßigem Kunststoff, ein Teil des Kopfbügels und die Halterung für die Ohrmuscheln sind aus Metall. Ein Premiumgefühl kommt da nicht auf, angesichts von Preisen ab etwa 370 Euro (mit Qi-Ladepad 400 Euro) hätten wir etwas mehr erwartet. Immerhin macht der Kopfhörer keinen zerbrechlichen Eindruck. Mit nur 211 Gramm ist der Evolve3 85 außergewöhnlich leicht für einen Over-Ear-Kopfhörer. Verhältnismäßig viel Platz in den Ohrmuscheln steuert zu einem luftig-leichten Tragegefühl bei. Jabra schafft es, viel Platz für die Ohren mit einer schlanken Silhouette zu kombinieren. An ihrer dicksten Stelle messen die Ohrteile knapp 36 Millimeter inklusive Ohrpolster. Dadurch bleibt das Packmaß für einen Over-Ear-Kopfhörer spartanisch.
Verschiedene Tasten steuern Telefonate und Medienwiedergabe. Auf eine Touchfläche zur Bedienung verzichtet Jabra. Neben den üblichen Tasten, um Telefonate anzunehmen oder zu beenden, für die Lautstärkeregelung oder um zwischen aktiver Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancellation, ANC) und Transparenzmodus zu wechseln, findet sich eine Teams-Taste mittig auf der rechten Ohrmuschel. Ist der Kopfhörer mit macOS, Windows oder einem Android- oder iOS-Smartphone verbunden, holt ein Druck auf diese Taste Teams in den Vordergrund. Nutzten wir Teams im Browser unter Linux (getestet mit Fedora-Linux), bewirkte das Knöpflein dagegen nichts. Da das Headset Teams-zertifiziert ist, muss man während Anrufen nicht vor dem Computer sitzen, um das Mikro ein- oder abzustellen. Das kann man auch per Tastendruck fernab der Tastatur erledigen, zum Beispiel, während man sich einen Kaffee in der Küche holt. Telefoniert man, zeigt der Kopfhörer das mit zwei rot leuchtenden LEDs an, eins pro Seite.
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[1] https://www.heise.de/tests/Office-Headset-Jabra-Evolve3-85-im-Test-Guter-Klang-ohne-Mikrofonarm-11250481.html
[2] https://www.heise.de/tests/Noise-Cancelling-Kopfhoerer-fuer-21-Euro-Das-taugt-der-Ugreen-HiTune-Max5c-11108904.html
[3] https://www.heise.de/tests/Over-Ear-Kopfhoerer-Grell-Audio-OAE2-im-Test-11074664.html
[4] https://www.heise.de/tests/Bluetooth-Kopfhoerer-Sennheiser-HDB-630-im-Test-10695643.html
[5] https://www.heise.de/tests/Sony-WH-1000XM6-im-Test-Gelungene-Evolution-des-Noise-Cancelling-Kopfhoerers-10380034.html
[6] https://www.heise.de/tests/Kopfhoerer-Test-Sennheiser-HD-505-mit-neutraler-Klangwiedergabe-10289832.html
[7] https://www.heise.de/tests/Im-Test-Professionelle-Kopfhoerersimulationen-fuer-Dolby-Atmos-10366378.html
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Ursprünglich sollte die chinesische Mondrakete Langer Marsch 10A ihren Erstflug Ende 2026 antreten. Jetzt ist der Flug der zweistufigen Variante auf Mitte 2026 vorgezogen worden.
Die chinesische Behörde für bemannte Raumfahrt CMSA (China Manned Space Agency) hat dies bereits genehmigt. Der beschleunigte Zeitplan soll die Mondlandung bis 2030 absichern.
Auch bei der Fracht gibt es eine Veränderung. Die Rakete wird ohne das neue Besatzungsraumschiff Mengzhou (Traumschiff) starten. Der Starttermin dafür ist weiterhin für September 2026 vorgesehen. Das Raumschiff soll im Rahmen der Mengzhou-1-Mission zur chinesischen Tiangong-Raumstation aufbrechen.
Stattdessen soll die Rakete Langer Marsch 10A einen Satelliten in die Mondtransferumlaufbahn (LTO: Lunar Transfer Orbit) befördern. Über den Raum-Zeit-Referenzsatelliten ist derzeit nur wenig bekannt. Seine Aufgabe könnte jedoch darin bestehen, die Navigation von Raumfahrzeugen im Mondorbit zu erproben.
Nach der Freisetzung im Erdorbit soll der Satellit von der Kinetica-2-Oberstufe, auch Kinastra (kraftvolles Patrouillenfahrzeug) oder Lijian-2 genannt, in den Mondorbit befördert werden. Entwickelt wurde das Transferraumfahrzeug vom kommerziellen Raumfahrtanbieter CAS Space.
Der Jungfernflug der Kinetica-2, eines Flüssigkraftfahrzeugs der Mittelklasse, erfolgte am 30. März 2026 . Dabei wurden drei Satelliten in den Orbit befördert. An Bord befand sich auch das neue Frachtraumschiff Qingzhou (Leichtes Schiff). Die notwendigen Triebwerktests für den Start wurden Mitte März durchgeführt .
Bei dem neuen Raum-Zeit-Referenzsatelliten handelt es sich nicht um den ersten chinesischen Mondsatelliten. Im Jahr 2024 wurde der Kommunikationssatellit Queqiao-2 (Elsterbrücke) zur erdabgewandten Seite des Mondes geschickt. Ohne ihn wäre die Probenrückführung mit der Sonde Chang'e-6 nicht möglich gewesen.
Sechs Jahre zuvor, im Jahr 2018, wurde der erste Queqiao-Satellit zum Erde-Mond-Lagrange-Punkt L2 gebracht. Wenn die beiden Satelliten nicht für die Chang'e-Missionen benötigt werden, führen sie Relaistests mit den kleinen Satelliten Tiandu-1 und Tiandu-2 (Himmelshauptstadt) durch.
Die beiden Tiandu-Satelliten wurden gemeinsam mit Queqiao-2 gestartet. Dabei handelt es sich nicht um einfache Forschungssatelliten, sondern um Testlabors für das chinesische Navigationsnetzwerk am Mond. Damit macht sich China unabhängig von den US-amerikanischen Systemen und bereitet sich auf den Aufbau der internationalen Mondforschungsstation ILRS vor.
Langfristig plant China, am Mond die Queqiao-Konstellation zu errichten , um die Kommunikation mit bemannten Raumfahrzeugen, Fernerkundungssatelliten und Raumstationen rund um den Erdtrabanten zu ermöglichen.
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Das Xiaomi Redmi Pad 2 Pro erweist sich mit seiner starken Performance, seiner flüssigen Wiedergabe und seinem langlebigen Akku als vielseitiges Tablet für Unterhaltung und Multitasking. Damit stellt es eine erschwingliche Alternative zu Geräten von Samsung und Apple dar. Bei Amazon ist es zurzeit besonders günstig.
Xiaomi setzt beim Redmi Pad 2 Pro auf ein 12,1'' großes Display, das bei einer 2,5-K-Auflösung von 2.048x1.536 Pixeln, 1,07 Milliarden Farben und einer Spitzenhelligkeit von 600 Nits lebendige Bilder mit gestochen scharfen Details liefert. Mit adaptiven Bildwiederholraten von 120 Hz gibt das Tablet auch Videostreams und Online-Games flüssig wieder und ermöglicht reibungsloses Scrolling durch Websites und Nachrichten. Dank Wet-Touch-Technologie ist es auch mit feuchten Fingern gut zu bedienen, während eine Zertifizierung durch den TÜV Rheinland augenschonende Eigenschaften bestätigt.
Untermalt werden die visuellen Eindrücke von einem kraftvollen Sound aus den vier integrierten Lautsprechern. Sie unterstützen Dolby Atmos und bieten damit immersive Hörerlebnisse bei Filmen, Spielen und Musik. Für Schnappschüsse, Selfies und Videogespräche stehen eine Front- und eine Hauptkamera mit jeweils 8 MP zur Verfügung.
Im Hintergrund arbeitet ein Snapdragon 7s Gen 4 mit Taktraten von bis zu 2,7 GHz, der in Kombination mit 8 GByte RAM anspruchsvolle Anwendungen und Multitasking mühelos bewältigt. Als interner Speicher stehen 256 GByte zur Verfügung, die sich durch microSD-Karten um bis zu 2 TByte erweitern lassen.
Ein weiterer Pluspunkt des Xiaomi Redmi Pad 2 Pro ist der starke Akku, der mit einer Kapazität von 12.000 mAh laut Hersteller auf rund 14 Stunden Videowiedergabe, 105 Stunden Musikstreaming oder 83 Tage Stand-by ausgelegt ist. Außerdem unterstützt er Reverse Charging mit 27 W, so dass das Tablet die Funktion einer Powerbank übernehmen und unterwegs andere Geräte mit Energie versorgen kann.
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Der japanische Staat ist, neben einer Reihe an Firmen, der wichtigste Geldgeber für den Halbleiterhersteller Rapidus . Der baut aktuell mithilfe von IBM in Chitose auf der Insel Hokkaido eine 2-nm-Fertigung auf. Dafür bewilligte das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie für das Haushaltsjahr 2026 weitere 631,5 Milliarden Yen (rund 3,4 Milliarden Euro), wie die Wirtschaftszeitung Nikkei Asia berichtet . Mit dem Geld soll die Verbesserung der Ausbeute an funktionsfähigen Chips (Yield) finanziert werden.
Allein an Rapidus zahlte die japanische Regierung mittlerweile 2,35 Billionen Yen (rund 13,7 Millionen Euro) an Subventionen. Das Unternehmen macht derweil weitere Schritte auf dem Weg zur Serienfertigung, die 2027 starten soll : Das Analysezentrum, das die elektrische Charakterisierung von Chips vornehmen kann und über chemische und physikalische Analyseverfahren eng mit der Entwicklung verzahnt ist, wurde offiziell eröffnet .
Auch beim Advanced Packaging, das Rapidus ebenfalls selbst anbieten will, gibt es Fortschritte: Der Bereich Rapidus Chiplet Solutions (RCS) nahm mittlerweile den Betrieb voll auf.
Neben den neuen Fördermitteln für Rapidus ist auch die öffentliche Förderung des ersten geplanten 1,4-nm-Chips gesichert, wie die Zeitung Yomiuri Shimbun berichtet : Fujitsu hatte für die Entwicklung eines KI-Beschleunigers rund 313 Millionen Euro an Subventionen beantragt . Gefertigt werden soll der Chip mit Rapidus' nächster Prozessgeneration.
Auch IBM Japan erhält 17,5 Milliarden Yen (rund 95 Millionen Euro), ebenfalls für die Entwicklung eines KI-Beschleunigers. Diese Subventionen wurden von der New Energy and Industrial Technology Development Organization (Nedo) vergeben, die neben Forschung und Entwicklung für die Förderung von Industrieprojekten zuständig ist.
Apple-Chef Tim Cook mit Apple-Kunden in Detroit im September 2025
(Bild: Apple)
Die ersten Apple-Smartglasses sollen gleich mit unterschiedlichen Gestellen kommen. Die Kamera soll oval statt rund sein, wenn die Brillen wohl 2027 erscheinen.
Dass Apple an eigenen smarten Brillen arbeitet, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch jetzt wird berichtet, dass der iPhone-Konzern bereits bei der ersten Version seiner Smartglasses mindestens vier verschiedene Brillen-Designs entwickelt hat, die in unterschiedlichen Farben verfügbar sein werden. Zudem könnte die Kamera oval statt rund sein, um sich von anderen Smartglasses abzusetzen. Nach bisheriger Planung sollen die Apple-Smartglasses 2027 auf den Markt kommen.
Letzten Herbst hieß es noch, dass Apple angeblich wegen Meta gleich eine Display-Brille bauen will [1], nachdem Meta Platforms mit der „Ray-Ban Display“ Smartglasses mit integriertem Bildschirm und sEMG-Armband enthüllt [2] hatte. Daraufhin stampfte Apple offenbar eine leichte Version des eigentlich für 2027 geplanten Vision Pro VR-Headsets ein und hat die eigenen Ressourcen auf die Entwicklung von Bildschirmbrillen verschoben.
Jetzt berichtet der bekannte Apple-Insider Mark Gurman bei Bloomberg [3] vom aktuellen Stand der Smartglasses-Entwicklung Apples. Nach Angaben von an dem Projekt arbeitenden Mitarbeitern plant der Konzern eine enge Verknüpfung mit dem iPhone und dessen Ökosystem. Dessen KI-Assistent Siri soll mit iOS 27 bis nächstes Jahr deutlich verbessert werden, was zeitlich zur Einführung der ersten Apple-Smartglasses passen würde.
Dabei beschränkt sich Apple wohl nicht auf ein einziges Brillengestell. Zwar werden die Apple-Smartglasses von EssilorLuxottica hergestellt, die auch Metas smarte Brillen produzieren und mit denen der Facebook-Konzern derzeit über achtzig Prozent Marktanteil hält [4]. Doch Apple setzt angeblich auf Vielfalt und hochwertiges Material. So wurden die letzten Muster aus Acetat gefertigt, einem biobasierten Kunststoff auf Basis natürlicher Rohstoffe, der sich bei hochwertigen Brillenrahmen durch hohe Festigkeit, Farbvielfalt und Langlebigkeit auszeichnen soll.
Dabei hat Apples Design-Team mindestens vier verschiedene Gestelle entwickelt, von denen einige oder vielleicht sogar alle angeboten werden könnten. Dazu gehört ein großes rechteckiges Gestell, wie die bekannten „Ray-Ban Wayfarer“, ein schlankeres rechteckiges Design, das der Brille von Apple-Chef Tim Cook ähneln soll, ein Gestell mit großen ovalen oder kreisrunden Gläsern sowie ein kleineres, feineres, ovales oder kreisförmiges Brillen-Design. Farblich prüft Apple eine Reihe von Vorschlägen, etwa Schwarz, Ozeanblau und ein helles Braun. Ziel sei es, ein „ikonisches, leicht wieder erkennbares Design“ zu entwickeln.
Dazu dürfte auch das Design der Kameralinse gehören, denn diese soll nicht einfach rund sein, wie bei gängigen Smartglasses und Smartphones, sondern oval – vertikal ausgerichtet. Das könnte an ovale Augen etwa von Cartoon-Figuren oder Puppen erinnern. Die Linsen sollen dabei allerdings von Lichtern umgeben sein.
Laut Gurman sollen die intern unter dem Projektnamen N50 laufenden Smartglasses gegen Ende 2026 vorgestellt werden und 2027 in den Handel kommen.
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[1] https://www.heise.de/news/Angeblich-wegen-Meta-Apple-will-jetzt-gleich-eine-Display-Brille-bauen-10699579.html
[2] https://www.heise.de/news/Meta-enthuellt-Ray-Ban-Display-Smart-Glasses-mit-Bildschirm-und-sEMG-Armband-10660806.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-04-12/apple-ai-smart-glasses-features-styles-colors-cameras-giannandrea-leaving-mnvtz4yg
[4] https://www.heise.de/news/Smart-Glasses-Meta-haelt-ueber-achtzig-Prozent-Marktanteil-11196844.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:fds@heise.de
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Symbolbild: Neuartige LEDs könnten in Zukunft für ultraflache, natürliche Lichtquellen sorgen
(Bild: rarinlada/Shutterstock.com)
Forscher haben eine LED entwickelt, die kaum dicker ist als Tapete und das Spektrum des Sonnenlichts nahezu vollständig nachbildet. Was steckt dahinter?
Forscher haben eine LED entwickelt, die so dünn wie Papier ist und dabei ein warmes, sonnenähnliches Licht abgibt. Die Studie wurde im Fachjournal ACS Applied Materials & Interfaces veröffentlicht [1].
Die neue Technologie könnte künftig in Smartphone- und Computerbildschirmen sowie in der allgemeinen Raumbeleuchtung eingesetzt werden – und dabei laut den Entwicklern den menschlichen Schlaf weniger stören als herkömmliche Kunstlichtquellen.
"Diese Arbeit zeigt, dass ultradünne, großflächige Quantum-Dot-LEDs, die das Sonnenspektrum eng nachbilden, machbar sind", erklärte [2] Xianghua Wang, einer der verantwortlichen Autoren der Studie, gegenüber Science Daily.
"Diese Geräte könnten augenfreundliche Displays der nächsten Generation, adaptive Innenraumbeleuchtung und sogar wellenlängenabstimmbare Lichtquellen für den Gartenbau oder Anwendungen im Bereich des menschlichen Wohlbefindens ermöglichen."
Bisherige Ansätze für naturnahes Kunstlicht setzten auf flexible LEDs mit roten und gelben phosphoreszierenden Farbstoffen, die ein kerzenähnliches Licht erzeugten. Eine neuere Alternative sind sogenannte Quantum Dots – winzige Halbleiterpartikel, die elektrische Energie in farbiges Licht umwandeln.
Andere Forschungsgruppen hatten Quantum Dots bereits genutzt, um weiße LEDs herzustellen. Das vollständige Spektrum des Sonnenlichts nachzuahmen, blieb jedoch schwierig – insbesondere in den gelben und grünen Wellenlängenbereichen, in denen Sonnenlicht am stärksten leuchtet.
Lei Chen und sein Team sowie die Gruppe um Wang wollten genau dieses Problem lösen. Dazu synthetisierte das Team zunächst rote, gelbgrüne und blaue Quantum Dots, die jeweils mit einer Zink-Schwefel-Schale ummantelt wurden. Anschließend bestimmten sie das genaue Mischverhältnis der drei Farben, das dem Emissionsspektrum des Sonnenlichts am nächsten kommt.
Auf dieser Grundlage bauten sie eine weiße Quantum-Dot-LED – kurz QLED – auf einem Glasträger aus Indiumzinnoxid auf. Schicht für Schicht wurden elektrisch leitfähige Polymere, die Quantum-Dot-Mischung, Metalloxidpartikel und schließlich eine Aluminium- oder Silberschicht aufgetragen.
Die Quantum-Dot-Schicht selbst misst nur wenige Dutzend Nanometer – deutlich dünner als herkömmliche Farbkonversionsschichten. Das Ergebnis ist eine weiße QLED, deren Gesamtdicke mit der von Tapete vergleichbar ist.
In ersten Tests zeigte die dünne QLED bei einer Betriebsspannung von 11,5 Volt ihre beste Leistung und gab dabei das hellste, warme weiße Licht ab. Das emittierte Licht weist laut den Forschenden eine höhere Intensität im roten Wellenlängenbereich und eine geringere im blauen auf – eine Eigenschaft, die sie als vorteilhaft für Schlaf und Augengesundheit bewerten.
Bei der Farbwiedergabe – also der Fähigkeit, Objekte in ihrer wahren Farbe erscheinen zu lassen – erzielte die QLED einen Wert von über 92 Prozent auf dem sogenannten Farbwiedergabeindex (Color Rendering Index, CRI), einem Standardmaß für die Qualität von Lichtquellen.
In weiteren Experimenten fertigten die Forscher 26 weiße QLED-Geräte an, die dieselben Quantum Dots, aber unterschiedliche elektrisch leitfähige Materialien verwendeten, um die Betriebsspannung zu optimieren. Diese Lichtquellen benötigten nur noch 8 Volt, um ihre maximale Lichtleistung zu erreichen. Rund 80 Prozent der Geräte übertrafen dabei den Helligkeitszielwert für Computermonitore.
Beide Technologien – QLED und OLED – eröffnen Anwendungsfelder jenseits der klassischen Raumbeleuchtung. Wang nannte in seiner Stellungnahme ausdrücklich den Einsatz in der Hortikultur – also der Pflanzenaufzucht unter künstlichem Licht – sowie in Anwendungen zur Förderung des menschlichen Wohlbefindens.
Die Forscher um Wang und Chen sehen in ihrer Entwicklung einen Beleg dafür, dass die Kombination aus Sonnenlichtspektrum und Papierdünne technisch realisierbar ist – und damit eine Grundlage für kommende Generationen von Displays und Beleuchtungssystemen gelegt wurde.
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[1] https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsami.5c10632
[2] https://www.sciencedaily.com/releases/2025/10/251010091543.htm
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Nach 16 Jahren an der Macht verliert Viktor Orbán die Wahl in Ungarn. Peter Magyars Tisza-Partei liegt klar vorn. Die Folgen sind weitreichend.
Viktor Orbán räumt seine Wahlniederlage ein. Der ungarische Regierungschef bezeichnet das Ergebnis als eindeutig und schmerzhaft – er werde künftig aus der Opposition heraus arbeiten. Damit endet seine 16-jährige Amtszeit als Ministerpräsident.
Peter Magyar führt die oppositionelle Tisza-Partei zum Sieg. Bei knapp der Hälfte ausgezählter Stimmen zeichnet sich ein klarer Vorsprung ab: Die Wahlbehörde rechnet [1] laut Reuters mit 135 von 199 Parlamentssitzen für Tisza. Magyar berichtet zudem von einem Glückwunschanruf des scheidenden Regierungschefs.
Die prognostizierte Mandatszahl verschafft der neuen Regierung weitreichende Gestaltungsmacht: Mit mehr als zwei Dritteln der Sitze kann Magyar grundlegende Änderungen durchsetzen. Er kündigte bereits an, gegen Korruption vorzugehen und die Gewaltenteilung zu stärken.
Über 77 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab – eine Beteiligung, die frühere Wahlen deutlich übertrifft. Gleichzeitig häufen sich laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) Berichte über illegale Wahlbeeinflussung. Magyar spricht von mehreren tausend Hinweisen auf gekaufte Stimmen.
Der Regierungswechsel verändert die europäische Landkarte. Ein Kredit über 90 Milliarden Euro für die Ukraine rückt näher, und auch eingefrorene Mittel für Ungarn könnten wieder fließen – die EU-Kommission hatte Zahlungen wegen rechtsstaatlicher Mängel gestoppt.
Zugleich verliert Moskau einen wichtigen Partner in Europa. Orbán pflegte enge Beziehungen zu Wladimir Putin und blockierte wiederholt EU-Beschlüsse zur Ukraine-Hilfe. Magyar hingegen strebt einen Kurswechsel an und will die Zusammenarbeit mit Brüssel verbessern.
Magyar gehörte lange zum inneren Kreis der Regierungspartei – seine frühere Ehefrau amtierte als Justizministerin. Vor gut zwei Jahren wandte er sich jedoch öffentlich ab und nannte systematischen Machtmissbrauch als Grund.
Im Wahlkampf setzte der Oppositionspolitiker auf direkten Bürgerkontakt und besuchte Hunderte Ortschaften im ganzen Land. Diese Strategie durchbrach die bisherige Dominanz von Fidesz auf dem Land, wo die Regierungspartei traditionell ihre stärkste Basis hatte.
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[1] https://www.reuters.com/world/hungary-election-2026-live-viktor-orbans-fidesz-faces-challenge-opposition-peter-2026-04-12/
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Nach gescheiterten Gesprächen mit dem Iran kündigt Trump eine Blockade der Straße von Hormus an. Die Lage am Persischen Golf spitzt sich erneut zu.
Die Straße von Hormus [1], eine Schlagader der Weltwirtschaft, bleibt wohl auf unbestimmte Zeit geschlossen. Nicht nur iranische Kräfte wollen die Durchfahrt von Schiffen verhindern, jetzt will dies auch US-Präsident Donald Trump.
In einem Post auf seiner Plattform Truth Social kündigte er laut [2] Bloomberg an, dass die Meerenge mit sofortiger Wirkung abgeriegelt wird. Die US-Marine solle sämtliche Schiffe stoppen, die in die Meerenge einfahren oder sie verlassen wollen.
Ferner ordnete er an, auf hoher See jedes Schiff abzufangen, das iranische Transitgebühren entrichtet hat.
Trumps Drohung kam nur Stunden nach dem Scheitern direkter Gespräche mit dem Iran [3] in der pakistanischen Hauptstadt.
Vizepräsident JD Vance hatte dort gemeinsam mit den Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner rund 21 Stunden lang mit einer 71-köpfigen iranischen Delegation unter Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf verhandelt.
Nach Trumps Darstellung gab es in den meisten Fragen Fortschritte – beim Atomprogramm jedoch nicht, heißt es bei [4] Reuters.
In einem Bloomberg-Bericht hieß es dagegen [5], dass beide Seiten auf ihre maximalistischen Positionen bestanden hätten. Ein Experte erklärte demnach, dass die Gespräche deswegen von vornherein zum Scheitern verurteilt gewesen seien.
Auch wenn die iranische Seite die Forderungen aus Washington als übertrieben zurückwies, hielt sie sich die Tür für weitere Verhandlungen offen. Ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran erklärte, niemand habe erwarten können, sämtliche Differenzen in einer einzigen Sitzung auszuräumen.
Das ergebnislose Ende stellt den erst eine Woche zuvor vereinbarten Waffenstillstand infrage – nach sechs Wochen Krieg mit Tausenden Toten.
Im Zentrum des Konflikts steht Teherans Versuch, Geld für die Passage durch die Meerenge von Hormus zu verlangen. Der Iran hatte Tarife von bis zu zwei Millionen US-Dollar pro Schiff in Aussicht gestellt.
Noch vor dem Waffenstillstand sollen einzelne Durchfahrten gegen Bezahlung stattgefunden haben, wobei die genaue Zahl unklar bleibt. Der iranische Verband der Öl- und Gasexporteure schlug laut [6] Financial Times (FT) vor, Zahlungen in Kryptowährung abzuwickeln, um amerikanische Sanktionen zu umgehen.
Trump stuft diese Praxis als "weltweite Erpressung" ein.
In seinem Beitrag kündigte er zusätzlich an, iranische Minen in der Meerenge zu zerstören und bei Beschuss hart zurückzuschlagen. Weitere Staaten sollten sich der Blockade anschließen – welche genau, ließ er offen.
Fachleute für Seerecht halten die iranischen Forderungen für nicht vereinbar mit geltendem Völkerrecht.
Schifffahrtsanalyst Yörük Işik warnte laut FT, ein solches System könne "Jahrhunderte des Seerechts auf den Kopf stellen".
Andrew Serdy, Professor für Seevölkerrecht an der Universität Southampton, ordnete die Meerenge dem allgemeinen internationalen Seerecht zu – im Gegensatz zu Suez- oder Panamakanal, für die eigene Vertragswerke gelten.
Juristisch eindeutig ist die Lage dennoch nicht. Weder Washington noch Teheran haben das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen ratifiziert. Und der Iran erklärte bereits bei der Unterzeichnung 1982, Staaten ohne Beitritt zum Abkommen dürften die Meerenge nicht frei passieren. Gemeint waren damit damals schon die USA.
Im Normalfall passiert mehr als ein Fünftel aller weltweit auf dem Seeweg transportierten Öl- und Gasmengen die Straße von Hormus. Die Kampfhandlungen der vergangenen Wochen brachten den Verkehr dort fast vollständig zum Erliegen.
Am Sonntag steuerten laut Bloomberg zwei leere Supertanker Richtung Persischer Golf, kehrten aber kurz vor Ende der Gespräche um.
Marktanalyst Nick Twidale rechnet laut Bloomberg mit steigenden Ölpreisen [7] zum Wochenbeginn. Das Analysehaus Kpler schätzt demnach, dass ein dauerhaftes Mautsystem dem Iran und Oman zusammen jährlich fünf bis acht Milliarden US-Dollar einbringen könnte.
Staaten nutzten strategische Engpässe auf See schon vor Jahrhunderten als Einnahmequelle. Im späten 18. Jahrhundert mussten Handelsschiffe, die durch die Dardanellen in Richtung Schwarzes Meer segelten, den Osmanen eine Gebühr namens İzn-i sefînei entrichten.
Für eine Ladung von rund 50 Tonnen Weizen fielen etwa 300 Silbermünzen an – nach heutigem Wert ungefähr 15.000 US-Dollar. Das Osmanische Reich betrachtete das Schwarze Meer als privates Binnengewässer und leitete daraus das Recht ab, jeden Zugang zu kontrollieren.
Noch langlebiger war der dänische Öresundzoll. Ab etwa 1429 mussten Schiffe im Hafen von Helsingör – dem Schauplatz von Shakespeares Hamlet – anlegen und ein bis fünf Prozent ihres Ladungswerts an die dänische Krone abführen.
Erst als die aufstrebenden Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert gegen solche Abgaben vorgingen, geriet das System unter Druck. Ein Bericht des britischen Unterhauses bezeichnete die Zölle damals als "die verwerflichsten Steuern, die den Handel belasten".
1857 einigten sich die beteiligten Staaten in einem Vertrag darauf, Dänemark für den Wegfall der Einnahmen zu entschädigen und die Praxis endgültig zu beenden.
Die Straße von Hormus unterscheidet sich von all diesen Fällen in einem zentralen Punkt: Der Iran beherrscht nur eine Küstenseite. Seefahrthistorikerin Helen Doe von der Universität Exeter betonte gegenüber FT, bei früheren Konflikten um Meerengen habe stets ein Staat beide Ufer kontrolliert.
Reederverbände und Golfstaaten lehnen Teherans Vorstoß entschieden ab. Phillip Belcher vom Tankerverband Intertanko stellte gegenüber FT klar: "Wir glauben nicht, dass die Zahlung von Gebühren mit dem Völkerrecht vereinbar ist".
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[1] https://www.heise.de/tp/article/Strasse-von-Hormus-Alle-stecken-fest-nur-iranisches-Oel-fliesst-11206657.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-12/trump-says-us-will-begin-blockade-of-ships-to-and-from-hormuz
[3] https://www.heise.de/tp/article/Iran-USA-Verhandlungen-Zeit-gewonnen-Krieg-verschoben-11171183.html
[4] https://www.reuters.com/world/asia-pacific/trump-says-us-start-blockading-strait-hormuz-2026-04-12/
[5] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-12/us-hasn-t-reached-agreement-with-iran-vance-says
[6] https://www.ft.com/content/9a5294cf-0b64-4201-b88c-12ba586bb4fd
[7] https://www.heise.de/tp/article/Erdoel-Schock-Wie-der-Iran-Krieg-Preise-und-Zinsen-treibt-11203608.html
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Ransomware bis Gewalt auf Bestellung: Der Staat reagiert auf die Umwandlung krimineller Gruppen in arbeitsteilige Ökonomien, die ihre Taten online koordinieren.
Die Zeiten, in denen organisierte Kriminalität (OK) als starr strukturierte Gruppierung agierte, gehört der Vergangenheit an. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zeichnet die Bundesregierung das Bild einer hochflexiblen, funktional organisierten kriminellen Ökonomie. Das Schlagwort lautet „Crime-as-a-Service“ (CaaS) [1]: Kriminelle Gruppen gehen dazu über, spezialisierte Dienste einzukaufen, um getrennte Teilprozesse ihrer Taten abzudecken.
Anstatt alle Kompetenzen im eigenen Haus zu bündeln, agieren moderne Täterstrukturen laut der Auskunft konspirativ, international vernetzt [2]. Sie nutzten modernste Technologien sowie Messenger-Dienste, um sich regelmäßig neue, profitable Handlungsfelder zu erschließen.
Im Bereich der Cyberkriminalität ist dieses Modell zum Standard geworden. Dem federführenden Innenministerium zufolge ist CaaS ein elementarer Bestandteil dieses Sektors. In der digitalen Underground Economy werde ein Großteil der für Cyberattacken benötigten Komponenten als Dienstleistung angeboten. Das senke Eintrittshürden: Auch technisch weniger versierte Akteure würden in die Lage versetzt, komplexe Angriffe durchzuführen.
Prominentes Beispiel ist „Ransomware-as-a-Service“ [3]. Dabei vermarkten spezialisierte Entwickler ihre Schadsoftware und stellen sie „Affiliates“ gegen Gebühr oder eine Beteiligung am erpressten Lösegeld zur Verfügung.
Ein Faktor für Planung, Koordination und Verschleierung dieser Aktivitäten ist der Einsatz digitaler Kommunikations- und Infrastruktursysteme. Die Exekutive betont, dass diese strukturellen Entwicklungen systematisch erfasst und analysiert werden müssten, um eine wirksame strategische Bekämpfung zu ermöglichen.
Die Auslagerung von Tatbeiträgen beschränkt sich nicht auf die digitale Welt. Die Regierung berichtet von einer Zunahme von „Violence-as-a-Service“. Dabei werden teils schwerste Auftragstaten wie Drohungen unter Verwendung von Explosivstoffen, physische Gewalt oder sogar Tötungsdelikte über digitale Plattformen koordiniert.
Erschreckend sei vor allem die Rekrutierung, heißt es: Insbesondere Minderjährige und junge Erwachsene würden für diese Aufgaben angeworben. Schweden gilt als stark betroffen und hat ein vierstufiges Rekrutierungsmodell identifiziert, das vom Auftraggeber über Vermittler bis zum ausführenden Täter reicht.
Die Hintermänner nutzen gezielte Strategien zur Risikominimierung, um hochrangige Mitglieder der Netzwerke zu schützen und das Entdeckungsrisiko zu verringern. Zudem dient die Ansprache Jugendlicher der Kostenminimierung, da diese oft geringere Entlohnungen akzeptieren oder leichter manipuliert und ausgebeutet werden können. Zugleich ermöglichen die Kontaktnetzwerke dieser jungen Täter kriminellen Gruppen neue Zugänge zu Abnehmern etwa von Drogen und fördern die territoriale Verankerung. Die Trennung von Planung, Steuerung und operativer Durchführung erschwert die Zurechenbarkeit von Verantwortung.
Daneben umfasst das Portfolio krimineller Dienstleister Angebote in den Bereichen Geldwäsche, Fälschungskriminalität oder die Bereitstellung technischer Infrastruktur wie verschlüsselter Messenger. Zwar waschen laut einer Europol-Studie noch immer 96 Prozent der untersuchten Netzwerke ihre Erträge selbst. Doch der Zugriff auf spezialisierte externe Dienstleister wird beliebter. Diese Profis nehmen inkriminierte Vermögenswerte an und zahlen dafür „sauberes“ Geld an ihre Kunden aus.
Ferner verwenden OK-Mitglieder verstärkt gefälschte oder gestohlene Identitätsdokumente, um unentdeckt zu bleiben und ihre Aktivitäten über lange Zeiträume fortzusetzen. Auch dafür werden teils externe Angebote genutzt, sofern die Gruppen diese Leistungen nicht selbst erbringen können. Das korrespondiert mit einem steigenden Gewaltpotenzial, was Konflikte zwischen rivalisierenden Gruppen vermehrt in den öffentlichen Raum trägt. Das Innenressort sieht in dieser schleichenden Unterwanderung von Staat und Gesellschaft durch OK-Strukturen ein erhebliches Gefahrenpotenzial.
Die Antwort der Sicherheitsbehörden besteht aus mehr internationaler Zusammenarbeit. Ziel bleibt die Zerschlagung krimineller Strukturen. Dabei soll sichergestellt werden, dass Gruppierungen in finanzieller Hinsicht nachhaltig getroffen werden. Der Missbrauch staatlicher und gewerblicher Strukturen wird der Strategie nach durch enge Kooperation verschiedener Institutionen verhindert. Die Regierung unterstreicht, dass eine Kombination repressiver und präventiver Ansätze nötig sei.
Auf europäischer Ebene koordiniert den Kampf die European Multidisciplinary Platform Against Criminal Threats (Empact) [4]. Im laufenden Zyklus bis 2029 liegt ein Schwerpunkt auf der Identifizierung und Zerschlagung der bedrohlichsten kriminellen Netzwerke sowie von Personen in Schlüsselfunktionen. Deutschland integriert Erkenntnisse aus dieser Einschätzung in die strategische Bewertung der OK, um dem Phänomen der Gewaltdelegation und neuen digitalen Geschäftsmodellen begegnen zu können. Empact soll so helfen, einschlägige Netzwerke dauerhaft zu brechen.
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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Digitalisierung-befeuert-milliardenschwere-Untergrundwirtschaft-9306597.html
[2] https://dserver.bundestag.de/btd/21/051/2105166.pdf
[3] https://www.heise.de/news/DarkSide-Server-der-Pipeline-Erpresser-sind-offline-Geld-ist-angeblich-weg-6046429.html
[4] https://www.heise.de/news/Polizeiaktion-gegen-Safe-Inet-Lieblings-VPN-von-Cyberkriminellen-abgeschaltet-4998278.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:nie@heise.de
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(Bild: Rokas Tenys/Shutterstock.com)
Die bekannte Cybercrime-Gruppe Shiny Hunters erpresst Rockstar Games auf ihrer Webseite. Rockstar bestätigt einen Cybervorfall.
Zum wiederholten Mal ist Rockstar Opfer eines Cyberangriffs geworden: Der Entwickler des von vielen sehnsüchtig erwarteten Spiels GTA6 bestätigte, dass es einen Angriff auf seine Systeme gab und Daten entwendet wurden. Die bekannte Cybercrime-Gruppe ShinyHunters richtete derweil auf ihrer Webseite ein Erpresserschreiben an Rockstar.
Rockstar bestätigte Kotaku [1], „dass im Zusammenhang mit einer Datenpanne bei einem Drittanbieter auf eine begrenzte Menge an unwesentlichen Unternehmensdaten zugegriffen wurde.“ Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf das Unternehmen oder seine Spieler.
Die Cybergang ShinyHunters erklärte auf ihrer Webseite, sie habe Rockstars Snowflake-Instanzen mithilfe des Drittanbieter-Tools AnoDot kompromittiert. An Rockstar richtete sie die Forderung, bis zum 14. April in Kontakt zu treten und Geld zu zahlen, damit die erbeuteten Daten nicht publik werden. Wieviel die Cyberkriminellen fordern oder welche Daten sie besitzen, sagten sie in dem öffentlichen Statement nicht.
Mit AnoDot können Unternehmen unter anderem ihre Cloud-Kosten überwachen, auch Rockstar tut das. Das KI-Tool soll anhand zahlreicher gesammelter Daten ungewöhnliche Veränderungen erkennen, welche sich negativ auf die Einnahmen des Unternehmens auswirken könnten. Und der Vorfall bei Rockstar Games ist möglicherweise die Folge eines Cyberangriffs auf AnoDot, ebenfalls ausgeführt von ShinyHunters.
BleepingComputer berichtete [2] diese Woche über Probleme, die zunächst bei diversen Cloud- und SaaS-Anbietern auftraten, in deren Software sich das Tool einbinden lässt – etwa auch bei Snowflake. Das Unternehmen konnte das Problem schnell auf AnoDot zurückführen, da sich Angreifer mit AnoDot-Zugangsdaten in die Snowflake-Systeme einloggten.
BleepingComputer erfuhr aus mehreren Quellen, unter anderem von Snowflake, dass es bei AnoDot einen Sicherheitsvorfall gegeben hat. AnoDot selbst informiert auf einer Supportseite [3] darüber, dass derzeit weltweit Probleme beim Abrufen von Datenproben auftreten. AnoDot nahm seine Datenkollektoren für die Dienste Snowflake, S3 und Kinesis demnach bereits am 4. April offline. Die Datenkollektoren sind auch weiterhin offline (Stand: Sonntag, 12. April, 14:55 Uhr).
Derweil läuft die Frist von ShinyHunters für Rockstar Games weiter. Die Bande ist berüchtigt und hat bereits zahlreiche Cyberangriffe durchgeführt, unter anderem stahl sie dabei Millionen von Nutzerdaten beim Konzertkartenshop Ticketmaster [4] und dem Auto-Verkaufsdienstleister Carguru [5]. Dass ShinyHunters jetzt an die Öffentlichkeit geht, könnte dafür sprechen, dass sie durchaus etwas gegen Rockstar in der Hand haben.
Es ist nicht das erste Mal, dass Cyberkriminelle bei Rockstar Daten entwenden. Bei einem anderen Cyberangriff 2022 erbeutete die Cybercrime-Gruppe Lapsus$ Gameplay-Videos von GTA6 und stellte diese ins Netz [6]. Später wurde bekannt, dass der Angriff von einem Teenager ausgeführt wurde, der sich von einem Hotelzimmer aus mit einem Smartphone, einem Amazon Fire TV Stick [7] und einem Fernseher Zugang zu den Cloud-Diensten verschaffte. Für den Angriff auf Rockstar Games wurde er auch angeklagt und verurteilt [8], zu dem Zeitpunkt war er 18 Jahre alt.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://kotaku.com/rockstar-games-reportedly-hacked-massive-data-leak-ransom-gta-6-shinyhunters-2000686858
[2] https://www.bleepingcomputer.com/news/security/snowflake-customers-hit-in-data-theft-attacks-after-saas-integrator-breach/
[3] https://status.anodot.com/
[4] https://www.heise.de/news/Bis-zu-560-Millionen-Nutzer-betroffen-Moegliches-Datenleck-bei-TicketMaster-9739661.html
[5] https://www.heise.de/news/CarGurus-ShinyHunters-kopieren-Datensaetze-von-12-5-Millionen-Nutzern-11185847.html
[6] https://www.heise.de/news/GTA-6-Take-Two-geht-gegen-geleakte-Videos-vor-7268497.html
[7] https://www.heise.de/news/GTA-6-Videos-veroeffentlicht-Mitglieder-der-Hackergruppe-Lapsus-vor-Gericht-9286878.html
[8] https://www.heise.de/news/Lapsus-Taeter-mit-Begier-nach-Cybercrime-Psychiatrie-statt-Haft-9581031.html
[9] mailto:nen@heise.de
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Ein Zusammenschluss von mehr als 40 prominenten Wirtschaftsvertretern fordert von der Bundesregierung Neuerungen. Dies geht aus einem Action Brief der Initiative Zusammen Zukunftsfähig hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. "Deutschland ist immer noch stark in der Forschung und hat einen innovativen Mittelstand mit vielen Weltmarktführern. Leider wandert noch ein zu großer Teil der deutschen Start-up-Szene ins Ausland, da bisher nicht genug Risikokapital verfügbar ist" , sagte Tobias Jerschke, Vorsitzender der Geschäftsleitung Kühne + Nagel, und einer der Unterzeichner des Reformappells.
Dies sollte gezielter gefördert werden durch strategische Partnerschaften zwischen deutschen Forschungsteams und deutschen Unternehmen, so Jerschke. "Im Rahmen einer Steuerreform könnte man etwa zukünftig ein bis fünf Prozent Erbschaftssteuer beim Unternehmensübergang zweckgebunden für die Start-up-Finanzierung vorsehen." Eine drastisch progressive Besteuerung der Großunternehmen, Großverdiener und großen Vermögen würde die Staatskassen tatsächlich entlasten.
Tatsächlich sind für deutsche Großkonzerne Start-ups im Jahr 2026 eine überlebenswichtige externe Forschungsabteilung. Sie können neue Technologien in Wochen testen, wofür ein Konzern Jahre bräuchte. Start-ups wirken oft als "Kultur-Injektion" , um die digitale Transformation in Konzernen voranzutreiben. So würde das vererbte Vermögen der Superreichen wieder zurückfließen.
Notwendig seien laut dem Action Brief unter anderem flexiblere Renteneintritte, eine Reform des Ehegattensplittings und ein Rückkehrrecht in Vollzeit. Das Projekt Zusammen Zukunftsfähig ist eine Initiative von Mission Wertvoll, der Bertelsmann-Stiftung und der ReAct-Initiative.
Zu dem Kreis zählen unter anderem die beiden Mast-Jägermeister-Gesellschafter Christina Flügel und Florian Rehm, Metro-Chef Steffen Greubel, die Aufsichtsrätin Martina Merz und die Politökonomin Maja Göpel. "Deutschland steht vor einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist durch eine Kombination aus rückläufiger Produktivität, unzureichenden Investitionen, Fachkräftemangel, geopolitischen Spannungen und der Notwendigkeit einer schnellen ökologischen Transformation unter Druck geraten" , heißt es in dem Schreiben der Unternehmer.
Statt Frühverrentung sollen der Renteneintritt mit Anreizen für Weiterarbeit flexibilisiert und steuerliche Fehlanreize wie das Ehegattensplitting reformiert werden. Es wurde 1958 im deutschen Steuerrecht eingeführt – zur Zementierung der bürgerlichen Familienordnung. Oder, wie es das Bundesverfassungsgericht 1982 nannte, als "besondere Anerkennung der Aufgabe der Ehefrau als Hausfrau und Mutter" . Vor allem verheiratete Paare mit großen Einkommensunterschieden oder nur einem Verdiener profitieren davon.
Ebenso fordert die Initiative eine Qualifizierungsoffensive für die 2,89 Millionen Arbeitslosen, eine Modernisierung der dualen Ausbildung, einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung sowie auf eine Rückkehr in Vollzeit.
Die BMW-Erben Susanne Klatten und Stefan Quandt verfügen über 44 bis 48 Milliarden Euro Vermögen. Lidl/Kaufland-Besitzer Dieter Schwarz gilt mit 47 bis 50 Milliarden Euro als einer der reichsten Deutschen. Je nach Börsenkurs von Kühne + Nagel wechselt er sich im Ranking mit Klaus-Michael Kühne ab. Die Besitzer der Aldi-Handelsketten wie Theo Albrecht leben extrem zurückgezogen. Das Vermögen (Aldi Süd 26 bis 28 Milliarden Euro und Aldi Nord 18 bis 20 Milliarden Euro) ist in Familienstiftungen eingebunden.
Der Koalitionsstreit um Entlastungen bei den Energiepreisen zieht immer weitere Kreise. Nachdem Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am vergangenen Freitag öffentlich aneinandergeraten waren, zeichne sich ein weiterer Konfliktpunkt ab – diesmal rund um die Stromsteuer, wie das Handelsblatt berichtet.
Reiche hatte vorgeschlagen, die Stromsteuer für Unternehmen und private Haushalte zu senken, um steigende Stromkosten infolge der durch den Irankrieg verteuerten Gaspreise abzufedern. Klingbeils Ministerium sehe diesen Ansatz intern jedoch äußerst kritisch, wie aus einem dem Handelsblatt vorliegenden Entwurf für einen Vermerk hervorgeht.
Das Finanzministerium argumentiert, die Maßnahme verfehle einen erheblichen Teil der Unternehmen, weil viele Betriebe bereits heute eine reduzierte oder gar keine Stromsteuer zahlten. Eine Senkung würde diesen Unternehmen keine Entlastung bringen. Hinzu kommt, dass im Sommer mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erwartet wird – gasbefeuerte Stromerzeugung spiele dann nur eine untergeordnete Rolle.
Selbst wenn die Steuersenkung vollständig an die Verbraucher weitergegeben würde, hielten sich die Effekte in Grenzen: Eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden würde lediglich rund 68 Euro sparen – zu wenig, um den fiskalischen Aufwand zu rechtfertigen. Die Senkung der Stromsteuer würde den Staat nach interner Schätzung fünf bis sechs Milliarden Euro pro Jahr kosten, perspektivisch noch mehr. Eine nur befristete Absenkung lehnt das Dokument ausdrücklich ab – sie sei "fachlich nicht vertretbar" und politisch kaum vermittelbar.
Auch beim Tankrabatt scheint die Koalition eher auf Abstand zu gehen. Ein zweiter Vermerk des Finanzministeriums listet mehrere Bedenken auf. Ein Gesetz zu verabschieden, würde zwei bis drei Monate brauchen – möglicherweise zu lang, sollten die Rohölpreise bis dahin wieder gefallen sein. Dazu kommt die Frage, ob die Mineralölunternehmen eine Steuersenkung überhaupt an die Kunden weitergeben würden. Die neuen Befugnisse des Bundeskartellamts könnten fehlende Weitergaben zwar leichter nachweisbar machen – aber erst im Nachhinein. Die Kosten sprechen ebenfalls gegen den Tankrabatt: Rund 1,05 Milliarden Euro pro Monat würde eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel kosten.
Als möglicher Ausweg kursiert in Regierungskreisen der Klima- und Transformationsfonds, in dem wegen geringer Mittelabflüsse und des frühen Endes der Ampelkoalition noch größere Reserven vorhanden sein sollen. Eine rechtssichere Begründung für die Nutzung dieser Mittel müsste die Regierung allerdings erst noch finden. Der Streit zeigt, wie eng der Spielraum der Koalition bei den Energiepreisen tatsächlich ist – und wie schwierig es ist, politisch wirksame Entlastungen zu entwerfen, die gleichzeitig haushaltsneutral und rechtssicher sind.
Chinesische KI-Ansätze seien nicht nur aufgrund der US-Sanktionen gegen High-End-Chips ressourceneffizienter. So antwortete Alex Chenglin Wu, Gründer des chinesischen Start-ups Deepwisdom, das hinter dem Open-Source-Framework MetaGPT steht, auf Fragen von Golem. "Nein, das ist nicht der einzige Grund. Die US-Sanktionen gegen High-End-Chips stellen zwar für viele chinesische Technologieunternehmen eine echte Herausforderung dar."
Seit einiger Zeit hat DeepWisdom seine Technologie in der Plattform Atoms, früher MGX, für den Massenmarkt zugänglich gemacht. Wu prägte den Begriff des Vibe Business: Ein Nutzer soll ein komplettes Unternehmen führen können, da die KI-Agenten die gesamte operative Ausführung wie Coding, Marketing, Design und SEO übernehmen.
Talente, Daten, Infrastruktur und Systemtechnik spielten ebenfalls eine wichtige Rolle in der KI-Entwicklung. Eine optimierte Pipeline könne "die Effizienz deutlich steigern" , betonte Wu.
Effizienzgewinne ergäben sich auch durch die Verbesserung der gesamten Pipeline, einschließlich Datenbereinigung, Sample-Mixing, Design der Trainingsphase, Belohnungsmodellierung und Inferenzbereitstellung. "Eine ausgeprägte Entwicklerkultur mit ihrem Fokus auf Detailgenauigkeit und Effizienz kann KI-Entwickler dazu anspornen, unnötiges Training und wiederholte Berechnungen zu vermeiden" , erklärte Wu.
Vielen chinesischen KI-Start-ups fehle zudem der Zugang zu fast unbegrenztem Kapital, um die enormen Kosten für das Training fortschrittlicher Modelle zu decken. Sie stünden deshalb unter größerem Druck, die Rechenleistung zu maximieren, da sie "in einem stark kostensensiblen und wettbewerbsintensiven Markt agieren, in dem kostengünstige Implementierung und kommerzielle Rentabilität von Anfang an entscheidend sind" , sagte Wu.
Dies schaffe stärkere Anreize, rechenintensive Techniken wie Quantisierung, Mixture-of-Experts-Architekturen und Inferenzoptimierung bereits früh im Entwicklungszyklus einzusetzen.
Wu betonte: "Ein weiterer Grund ist die Bereitschaft, architektonische Kompromisse einzugehen, um Kosten zu senken und die Implementierungseffizienz zu verbessern. Anstatt etwa die theoretisch maximale Leistungsfähigkeit eines Modells anzustreben, legen sie in der Praxis möglicherweise mehr Wert auf Inferenzgeschwindigkeit, Speichereffizienz und Serverkosten."
Deepwisdom entwickele Produkte auf Anwendungsebene (2C), sagte Wu und gab eine kurze Bewertung der Hardware: Huaweis Ascend 910C werde im 7-nm-Verfahren von SMIC gefertigt und biete eine vergleichbare Leistung pro Chip wie Nvidias H100. Obwohl der Stromverbrauch fast viermal so hoch sei wie beim vergleichbaren GB200-NVL72-System von Nvidia, erreiche der Cloudmatrix-384-Cluster mit 384 Ascend-910C-Prozessoren eine BF16-Rechenleistung von fast 300 Petaflops. Der Nachfolger Ascend 910D werde derzeit getestet, um die Leistung des H100 zu erreichen oder zu übertreffen. Der im 6-nm-Verfahren gefertigte Ascend 920 soll über 900 Teraflops pro Karte erreichen, sagte er.
"Wir sind ein Unternehmen für KI-Anwendungen, kein Hardwarehersteller. Atoms AI ist ein Tool für intuitives Programmieren, das Menschen dabei hilft, Ideen in reale Produkte umzusetzen. So können beispielsweise Kleinunternehmer und Gründer mit Atoms internen Tools, Landingpages oder automatisierte Workflows erstellen. Atoms-KI-Agenten unterstützen auch technisch weniger versierte Anwender bei der Entwicklung, Markteinführung und Vermarktung ihrer Produkte."
Während sich Hardware- und Modellanbieter auf Rechenleistung, Chips und Modellperformance konzentrierten, liege der Fokus von Wus Firma darauf, diese Fähigkeiten in der Praxis nutzbar zu machen, betonte er.
Wu ist Gründer und CEO von Deepwisdom und dessen kürzlich eingeführtem Produkt Atoms, das von Openmanus, einem VC-finanzierten KI-Programmier-Start-up, entwickelt wurde. Er ist außerdem Gründer von MetaGPT, und sein Team steht hinter MGX und Foundationagents.org.
Kommentar zum Horizon-OS-Umbau: Wird jetzt alles besser?
(Bild: Meta / heise medien)
Meta hat sein Horizon OS umgekrempelt, lässt das unbeliebte Horizon Worlds nun weg. Stattdessen sucht man mächtig Inspiration – ausgerechnet bei der Vision Pro.
Ich und meine Meta Quest 3, das ist eine Form von Hassliebe. Das Headset der Facebook-Mutter ist kostengünstig, bietet dafür eine vergleichsweise hochwertige Bildqualität und ein großes App- und Spieleangebot, das direkt ohne PC-Anbindung läuft. Doch bei der Software will man, besonders, wenn man Apples visionOS [1] kennt, fast nur noch schreien.
Es geht los bei einer Release-Strategie, die dafür sorgt, dass groß angekündigte neue Features in neuen Versionen erst nach Wochen freigeschaltet werden – selbst für Beta-Teilnehmer ist das so. Oder wie wäre es damit, dass Meta es für normal hält, laufende Programme bei aktiver automatischer Aktualisierung einfach im laufenden Betrieb zu beenden, um sie upzudaten. Oder die Tatsache, dass sich im äußerst schrägen „Metaversum“ Horizon Worlds zuletzt gefühlt nur noch Zwölfjährige tummelten. Oder eine UI, die sich gefühlt alle drei Versionen ändert und dabei lieb gewonnene Bestandteile einfach weglöscht, nur um sie drei weitere Versionen später zumindest teilweise wieder zurückzubringen.
Bei all dem fragt man sich, was die Strategie dahinter ist. Oft denke ich, es gibt einfach keine. Irgendwas wird im schönen Menlo Park ausprobiert, dann wieder eingestellt und neu gemacht. Zwischenzeitlich entlässt Meta zahlreiche Mitarbeiter bei den Reality Labs [2], um die Börse zu beglücken, während man zuvor Milliarden hinein gebuttert hatte. Geld dürfte das Unternehmen mit seiner Hardware sowieso nicht verdienen – und vermutlich auch mit den verkauften Services wie Horizon+ nicht.
Seit diesem Frühjahr geht Meta den nächsten Schritt [3] – und ich würde ihn folgendermaßen beschreiben: Mit Horizon OS 2 wird aus dem Metaversum – für das Meta schließlich seinen Namen von Facebook gewechselt hat! – eine Meta-Vision. Das heißt: Das Headset versucht sich softwaremäßig noch mehr an einer Schmalspurvariante dessen, was Apple mit visionOS ohne große Anstrengung umgesetzt hatte.
Vermutlich dient das auch der Vorbereitung: Schließlich gibt es Gerüchte, laut denen Meta sich ein Beispiel an Apple und dessen Nachahmer Samsung (Projekt Moohan alias Galaxy XR) [4] nehmen möchte, und für die Quest 4 ein leistungsstärkeres Headset mit externem Akku anstrebt. (Ich hatte ja eher gehofft, dass wir dieses Zeitalter endlich hinter uns lassen, was jeder Vision-Pro-Besitzer nachvollziehen kann.) Und da muss dann eben eine „professionellere“ Software her und ein Kindergarten wie Horizon Worlds passt nicht mehr.
Und so begab es sich, dass Meta den „Navigator“ freischaltete. Der Retrobegriff – erinnert sich noch jemand an Netscape? – steht für eine Oberfläche, die aussieht wie der Homescreen der Vision Pro. Einziger Unterschied: man scrollt nicht von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Tauchte man einst direkt in VR-Fällen ein, wenn man die Quest 3 aufzog, versucht uns Meta nun das zwar etwas verbesserte, nach wie vor aber unscharfe Passthrough als neue Heimat anzudrehen. Dabei setze ich das Headset doch auf, um meine Umgebung eben mal nicht zu sehen! Okay.
Neu ist der Navigator an sich nicht. Er wird von Meta bereits seit einem Jahr vorangetrieben, wobei ihn nur wenige Nutzer bekamen: Ihnen fehlte schlicht die Option der Aktivierung. Nun, in dieser Woche, kündigte das Unternehmen an, die neue Oberfläche für alle freizugeben [5]. Es sei ein „neugestaltetes Interface, das deine Apps, Menschen und Systemeinstellungen an einem Ort zusammenbringt“. Um sich damit vertraut zu machen, präsentiert Meta allen Navigator-Neubesitzern ein schwer bis gar nicht skipbares „Guided Walkthrough“-Erlebnis.
Was in den aktuellen Horizon-OS-Versionen dabei herauskommt (inklusive der Previews, die hoch bis 2.3 gehen), ist ein merkwürdiger Mischmasch. Es gibt nach wie vor die alte, feste Fenstergestaltung, bei der man diese im Raum nebeneinander platzieren kann. Der Navigator überlagert das alles, was ein wenig wie ein Bildfehler wirkt. Gefunden wird der Navigator wiederum über einen Klick auf den Punkt neben der von visionOS abgekupferten Fenstergriffleiste. Alternativ kann man auch den Metaknopf betätigen (der dummerweise nur auf einem der Controller vorhanden ist) oder eine Handgeste vollführen, wobei ich selbige als visionOS-Nutzer wegen ihrer Ungenauigkeit ungern nutze – zumal der Wechsel zwischen Hand und Controller nicht immer optimal funktioniert.
Wird man mit der neuen Meta-Vision unglücklicher sein als zuvor? Nicht unbedingt. Die wenigen Horizon-Worlds-Fans sind betrübt, weil sie ihre Community verloren haben, alle anderen hoffen, dass Meta seine Softwarestrategie endlich stringenter aufstellt. Außer die Wall Street meldet sich wieder und meint, der Konzern solle lieber mehr Geld in KI [6] stecken. Dann gehen die Reality Labs vielleicht ganz über den Jordan. Wer angesichts dieser Unsicherheiten noch gerne die Hardware kauft, ist mir schleierhaft.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/Apple-Vision-Pro-M5-im-Test-Doppelt-haelt-besser-10793698.html
[2] https://www.heise.de/news/Meta-Umstrukturierung-und-Entlassungen-bei-Reality-Labs-9770342.html
[3] https://www.heise.de/news/Meta-Quest-wagt-Neuanfang-mit-Horizon-OS-2-11175034.html
[4] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-zum-Samsung-Headset-Gentlemen-start-your-copiers-10264076.html
[5] https://communityforums.atmeta.com/blog/AnnouncementsBlog/navigator-now-rolling-out-to-all-quest-users/1371393
[6] https://www.heise.de/news/Metas-KI-Verlockungen-tragen-Fruechte-Wichtiger-Apple-Mitarbeiter-abgeworben-10478607.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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