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cPanel-Lücke: Hacker kapern massenhaft Webportale und fordern Lösegeld

Von Marc Stöckel — 04. Mai 2026 um 10:58
Für Webdienstbetreiber wird es höchste Zeit, ihre cPanel-Instanzen zu untersuchen. Angreifer schleusen durch eine kritische Lücke Ransomware ein.
Eine kritische Sicherheitslücke in cPanel und WHM beschert Hostern gerade viel Arbeit. (Bild: pixabay.com / tstokes)
Eine kritische Sicherheitslücke in cPanel und WHM beschert Hostern gerade viel Arbeit. Bild: pixabay.com / tstokes

Vor einigen Tagen wurde eine kritische Sicherheitslücke in der Hosting-Verwaltungssoftware cPanel und Webhost Manager (WHM) bekannt. Wie unter anderem The Register berichtet , nutzen Angreifer diese Lücke schon mindestens seit Februar aus, um Server zu kapern und immer mehr Betreiber zu einer Lösegeldzahlung aufzufordern. Admins sollten also zügig handeln, um ihre Systeme zu schützen.

Bei cPanel und WHM handelt es sich um eine bei vielen Hosting-Plattformen genutzte Software, mit der sich Webseiten, E-Mail-Dienste, Domains, Dateien, Datenbanken und Sicherheitseinstellungen über eine Weboberfläche verwalten lassen. Untersuchungen von Rapid7 zufolge gibt es weltweit rund 1,5 Millionen über das Internet erreichbare Instanzen.

Die eingangs genannte Sicherheitslücke ist als CVE-2026-41940 registriert und verfügt über einen kritischen Schweregrad (CVSS: 9,8). Laut Beschreibung können Angreifer aufgrund eines Fehlers im Anmeldeprozess die Authentifizierung umgehen und unbefugt auf die Verwaltungsoberfläche zugreifen. Eine spezielle Konfiguration braucht es dafür nicht. Schon in der Standardeinstellung von cPanel soll die Lücke ausnutzbar sein.

Patchen und Kompromittierung prüfen

Als anfällig gelten laut Sicherheitsmeldung des Herstellers alle cPanel-Versionen nach 11.40. Patches wurden mit den Versionen 11.86.0.41, 11.110.0.97, 11.118.0.63, 11.124.0.35, 11.126.0.54, 11.130.0.19, 11.132.0.29, 11.134.0.20 und 11.136.0.5 bereitgestellt. Auch die auf cPanel und WHM basierende Wordpress-Managementplattform WP Squared hat mit Version 136.1.7 eine Korrektur erhalten.

Die Patches einzuspielen allein ist allerdings nicht ausreichend. Da die Sicherheitslücke schon seit Wochen ausgenutzt wird, sollten Admins auch prüfen, ob ihre Instanzen gegebenenfalls schon kompromittiert sind. Um diesen Schritt zu vereinfachen, hat der cPanel-Entwickler in seiner Meldung ein Skript sowie weitere Anweisungen bereitgestellt.

Auch in Deutschland ist die Angriffsfläche nicht zu unterschätzen. Einer Warnmeldung des BSI (PDF) zufolge werden hierzulande mindestens 18.000 cPanel-Instanzen betrieben. Das Bundesamt betont, dass cPanel für Angreifer ein attraktives Ziel darstellt. Es sei daher anzunehmen, "dass verschiedene Angreifer kurzfristig automatisierte und breite Angriffe mit der Schwachstelle CVE-2026-41940 durchzuführen werden" , so das BSI.

Angriffe mit Sorry-Ransomware

Dass eine entsprechende Angriffswelle bereits läuft, zeigt ein Bericht von Bleeping Computer . Demnach schleusten Angreifer auf zahlreichen Instanzen eine Ransomware namens Sorry ein. Letztere ist auf Linux-Systeme zugeschnitten und markiert verschlüsselte Dateien mit der Dateinamenserweiterung .sorry.

Die Angreifer hinterlassen nach erfolgreicher Verschlüsselung jeweils ein Erpresserschreiben mit einer ID für das Peer-to-Peer-Messaging-Protokoll Tox, um Kontakt für eine Lösegeldverhandlung aufzunehmen. Eine Google-Suche nach der ID zeigt, dass bereits zahlreiche Webportale von den gleichen Angreifern infiltriert wurden.

Die Shadowserver Foundation identifizierte bei eigenen Scans über 44.000 Systeme, die mit hoher Wahrscheinlichkeit schon kompromittiert sind. Die USA führen dabei mit etwa 15.200 Instanzen das Feld an. Danach folgen Frankreich (4.300), Deutschland (4.200) und das Vereinigte Königreich (2.300).

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Übernahmepläne: Gamestop will Ebay für 56 Milliarden US-Dollar kaufen

Von Peter Steinlechner — 04. Mai 2026 um 10:45
Der Computerspielehändler Gamestop bietet Milliarden für die Handelsplattform Ebay . Ziel: Konkurrenz für Amazon werden.
Gamestop an der Börse (Bild: Michael M. Santiago/Getty Images)
Gamestop an der Börse Bild: Michael M. Santiago/Getty Images

Das Unternehmen Gamestop erregt mit einem überraschenden Vorstoß Aufsehen: CEO Ryan Cohen hat ein Übernahmeangebot für Ebay mit einem Volumen von rund 56 Milliarden US-Dollar vorgelegt. Geboten werden 125 US-Dollar je Aktie, ein deutlicher Aufschlag auf den jüngsten Kurs.

Der Deal soll etwa zur Hälfte aus Bargeld und Gamestop-Aktien bestehen. Ein Kreditrahmen von bis zu 20 Milliarden US-Dollar gilt laut Berichten als gesichert, für den verbleibenden Teil der Finanzierung fehlen jedoch konkrete Details.

Genau das weckt Zweifel, denn Gamestop ist deutlich kleiner als Ebay und müsste für die Übernahme massiv Kapital mobilisieren.

Strategisch verfolgt Cohen offenbar einen radikalen Umbau, wie unter anderem Reuters schreibt. Ebay und Gamestop könnten gemeinsam zu einem breiter aufgestellten Marktplatz wachsen, der stärker mit Amazon konkurriert.

Der Markt für Sammlerstücke im Visier

Eine Rolle spielen dabei Gamestops Filialen, die etwa für Logistik oder die Authentifizierung von Sammlerartikeln genutzt werden könnten. Ebay setzt seit Jahren verstärkt auf Second-Hand-Waren und Collectibles, ein Bereich, in dem auch Gamestop expandiert.

An der Börse erzeugten die Berichte zunächst Bewegung, die Ebay-Aktie legte spürbar zu. Ob das Angebot tatsächlich eine Chance hat, ist aber offen. Neben der Finanzierung dürfte auch der Widerstand des Ebay-Managements eine zentrale Hürde werden, ein feindlicher Übernahmeversuch gilt allerdings als möglich.

Gamestop ist seit Jahren eng mit spekulativen Kursbewegungen verbunden und gilt als eine der bekanntesten sogenannten Meme-Aktien. Immer wieder treiben koordinierte Käufe aus Online-Communitys den Kurs kurzfristig nach oben, während das operative Geschäft vergleichsweise schwach bleibt.

Filialnetz massiv ausgedünnt

Sollte es Gamestop-Chef Cohen gelingen, Investoren von seiner Vision zu überzeugen, könnte sein Unternehmen eine Art strategischer Befreiungsschlag gelingen. Scheitert die Finanzierung oder kippt die Stimmung am Markt, droht hingegen ein weiterer Rückschlag für die Firma, die ohnehin stark von Erwartungen und Spekulation lebt.

In Deutschland spielt Gamestop im stationären Handel inzwischen keine Rolle mehr: Anfang 2025 wurden die letzten knapp 70 Filialen geschlossen, nachdem der Konzern zuvor bereits stark reduziert hatte.

In den USA ist die Kette dagegen weiterhin präsent, betreibt aber ebenfalls deutlich weniger Läden als früher. Aktuell sind es noch gut 2.000 Filialen, zugleich werden weiterhin Standorte geschlossen, um Kosten zu senken und das Geschäftsmodell umzubauen.

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Anzeige: Carplay-Display für iOS und Android für nur rund 47 Euro

Von Boris Connemann — 04. Mai 2026 um 10:42
Das 7-Zoll-Display bringt kabelloses Carplay und Android ins Auto und ist bei Amazon jetzt kurzzeitig stark reduziert.
Carplay-Display für iOS und Android mit 7-Zoll-Touchscreen jetzt stark reduziert bei Amazon (Bild: Amazon.de) amazon Affiliate

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Carplay-Display für iOS und Android mit 7-Zoll-Touchscreen jetzt stark reduziert bei Amazon Bild: Amazon.de

​​ Ältere Fahrzeuge haben viele Qualitäten, ein modernes Infotainmentsystem gehört meistens nicht dazu. Nachrüstlösungen, die direkt ins Armaturenbrett eingebaut werden müssen, sind aufwendig und teuer. Das Volam-Wireless-Carplay-Display geht einen anderen Weg: einfach ins Auto legen, verbinden, fertig. Der 7-Zoll-Touchscreen spiegelt alle relevanten Smartphone-Funktionen kabellos und verwandelt auch ältere Fahrzeuge ohne großen Aufwand in ein vernünftig ausgestattetes Cockpit.

Kabellose Verbindung mit Apple Carplay und Android Auto

Das Display verbindet sich kabellos mit iPhones und Android-Smartphones. Unterstützt werden Carplay und Android Auto, so dass Apps wie Karten, Musikdienste oder Messenger direkt auf dem großen Bildschirm erscheinen. Auch Sprachassistenten wie Siri oder Google Assistant sind eingebunden, wodurch sich Navigation, Telefonate oder Musiksteuerung bequem per Sprache steuern lassen. Wer mehr Funktionen nutzen möchte, kann über Mirror-Link sogar zusätzliche Apps spiegeln – ideal für längere Fahrten mit Unterhaltungsprogramm für die quengelnden Kinder.

Full-HD-Auflösung, AUX-Anschluss und Bluetooth

Der 7-Zoll-HD-Touchscreen zeigt die vom Smartphone gespiegelten Inhalte in 1.920 x 1.080 Pixeln und reagiert schnell auf Eingaben. Für die Audioausgabe stehen gleich mehrere Optionen bereit: eine direkte Bluetooth-Verbindung zum Autoradio, ein AUX-Anschluss, eine FM-Übertragung oder der integrierte Lautsprecher. Damit ist das Display sowohl für Fahrzeuge mit älteren Radios als auch für modernere Systeme geeignet. Besonders die Verbindung via Bluetooth 5.0 wird von vielen Nutzern gelobt, da sie eine stabile und verlustfreie Klangqualität ermöglicht.

Schnelle Installation und mobile Flexibilität

Die Installation des Volam-Carplay-Displays gelingt in wenigen Minuten. Statt einer komplizierten Nachrüstung genügt es, den Bildschirm über den mitgelieferten Saugnapf am Armaturenbrett oder an der Windschutzscheibe zu befestigen. Die Stromversorgung erfolgt über das beiliegende USB-C-Ladekabel für den Zigarettenanzünder. Bei Nichtgebrauch lässt sich das Display einfach abnehmen und verstauen, ohne Spuren zu hinterlassen – ein Pluspunkt, wenn das Auto häufiger im öffentlichen Raum geparkt wird.

Carplay-Display im neuen Amazon-Angebot

Bei Amazon ist das Volam-Carplay-Display mit 7 Zoll

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derzeit für 46,80 Euro statt 55,99 Euro erhältlich. Mit 16 Prozent Rabatt und befristeter Verfügbarkeit ist es eines der günstigsten Angebote, die es bislang gab. Mehr als 200 Käufer haben sich allein im letzten Monat für das Gerät entschieden, was auf eine starke Nachfrage hinweist. Wer sein Auto ohne großen Aufwand auf den neuesten Stand bringen möchte, sollte jetzt schnell zuschlagen.

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Möchte man einen noch etwas größeren Bildschirm, dann ist das Angebot für das Krunia-CarPlay-Display mit 9,26 Zoll

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einen Blick wert. Mit einem Rabatt von aktuell 24 Prozent kommt das Display auf einen Preis von 129,99 Euro, die UVP liegt bei 169,99 Euro.

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finden sich in der Übersicht.

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Ohne US-Raketen: Deutschlands Abschreckung gerät ins Wanken

Von Telepolis — 03. Mai 2026 um 16:00
Porträts Trump und Merz

Bild: Shutterstock.com

Trump stoppt Tomahawks und zieht Truppen ab – Experten warnen vor einer gefährlichen Fähigkeitslücke gegenüber Russland. Was macht Europa?

Das Pentagon hatte kürzlich mitgeteilt, rund 5.000 der etwa 36.000 in Deutschland stationierten US-Soldaten würden innerhalb von sechs bis zwölf Monaten das Land verlassen.

Trump verschärfte diese Aussage am Wochenende umgehend: Die Zahl werde "weit mehr als 5.000" betragen, sagte er vor Journalisten in Florida [1].

"Eigentlich die viel dramatischere Nachricht"

Sicherheitsexperten sehen in einer zweiten, in den Schlagzeilen meist weniger beachteten Entscheidung das eigentliche Problem: den Stopp der geplanten Stationierung von "Tomahawk"-Marschflugkörpern in Deutschland.

Laut Tagesschau [2] zitierte Reuters einen hochrangigen Beamten aus dem US-Verteidigungsministerium mit den Worten, ein Bataillon für die Stationierung dieser Waffen werde nicht mehr entsandt.

Christian Mölling, Sicherheitsexperte und Direktor der Forschungsgruppe Sicherheit und Verteidigung bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), nannte dies "eigentlich die viel dramatischere Nachricht" (Tagesschau [3]).

Experte Masala: Der Beginn einer "Fähigkeitslücke"

Solche Raketen seien das zentrale Element einer Abschreckung, "weil es hier um Raketen geht, die in der Lage sind, Russland schon im Aufmarsch – also nicht erst, wenn es an die Nato-Grenze kommt, sondern deutlich früher – zu stören", erklärte Mölling.

Carlo Masala von der Bundeswehr-Universität München sagte der Welt am Sonntag [4]:

"Hier entsteht eine wichtige Fähigkeitslücke mit Blick auf die Abschreckung Russlands, die mit europäischen Waffen erst später geschlossen werden kann."

Marschflugkörper: Langsam, präzise, schwer zu stoppen

Tomahawk-Marschflugkörper unterscheiden sich grundlegend von ballistischen Raketen. Sie fliegen nicht in großer Höhe auf einer parabelhaften Flugbahn, sondern durch ein ständiges Triebwerk dicht über dem Boden.

Dadurch sind sie für Radare schwer zu erkennen und für die Luftabwehr schwer abzuwehren. Ihre Reichweite beträgt bis zu 2.500 Kilometer – weit genug, um von Deutschland aus Ziele tief in Russland zu treffen, wie die Süddeutsche Zeitung [5] der Leserschaft erläutert.

Die USA setzten Tomahawks in den Golfkriegen 1991 und 2003 sowie im Iran-Krieg 2026 für Präzisionsschläge gegen Bunker, Befehlsstände und Raketenbasen ein. Russland nutzt ähnliche Systeme gegen die Ukraine.

Die Stationierung von Tomahawks in Deutschland war 2024 unter US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz vereinbart worden. Verteidigungsminister Boris Pistorius sagte damals, damit solle die "Fähigkeitslücke" geschlossen werden, bis Europa selbst entsprechende Systeme produzieren könne.

Merz' Iran-Kritik als Auslöser – und die Frage der Verteidigungsausgaben

Als Anlass für Trumps Entscheidung gilt dessen Verärgerung über Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte Anfang der Woche erklärt, "die Amerikaner hätten offensichtlich keine Strategie" im Iran und Teheran "demütige" die Weltmacht.

Trump reagierte empfindlich. Zudem fordert er seit Langem, dass europäische Verbündete deutlich mehr für ihre Verteidigung ausgeben und wirft ihnen vor, sich übermäßig auf den militärischen Schutz der USA zu verlassen.

Doch selbst aus Trumps eigener Partei kommt scharfe Kritik an der Entscheidung. Die republikanischen Vorsitzenden der Streitkräfteausschüsse im Senat und im Repräsentantenhaus, Roger Wicker und Mike Rogers, zeigten sich "sehr besorgt", wie aus einer Pressemitteilung des Armed Services Committee [6] hervorgeht.

In einer gemeinsamen Erklärung warnten sie, eine voreilige Reduzierung der amerikanischen Präsenz in Europa berge die Gefahr, die Abschreckung zu schwächen und ein falsches Signal an Kremlchef Wladimir Putin zu senden.

Sie schlugen vor, die Truppen stattdessen nach Osteuropa zu verlegen, wo Verbündete bereits erheblich in US-Stützpunkte investiert hätten.

Pistorius: "Absehbar" – aber Europa muss mehr tun

Verteidigungsminister Boris Pistorius reagierte unaufgeregt.

"Dass US-Truppen aus Europa und aus Deutschland abgezogen werden, war zu erwarten", wird der SPD-Politiker von Agenturen [7] zitiert. "Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen."

Deutschland sei dabei auf einem guten Weg: Die Bundeswehr werde größer, Material werde schneller beschafft und Infrastruktur geschaffen.

Pistorius betonte zugleich, dass die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa "in unserem Interesse und im Interesse der USA" liege. Die USA bündelten an ihren Standorten in Deutschland militärische Funktionen nicht nur für Europa, sondern auch für ihre sicherheitspolitischen Interessen in Afrika und im Mittleren Osten.

Die Nato wurde von Trumps Ankündigung offenbar überrascht, heißt es von Insidern [8] in Medienkreisen [9]. Eine Nato-Sprecherin teilte auf der Plattform X mit, man arbeite mit den USA zusammen, um die Details der Entscheidung zu ergründen.

Europa muss Lücke schließen – aber wie schnell?

Die Tomahawk-Marschflugkörper sollten die Abschreckungsfähigkeit Deutschlands verstärken, bis die eigene europäische Entwicklung von Mittelstreckenraketen im ELSA-Projekt zwischen 2030 und 2032 zur Verfügung steht, wie die Tagesschau [10] berichtet.

Thomas Erndl, verteidigungspolitischer Sprecher der Union, forderte Verteidigungsminister Pistorius auf, nun schnell für Tomahawk-Ersatz zu sorgen. "Wir haben auf dem Weg zu einer stärkeren Bundeswehr wirklich keine Zeit mehr zu verlieren", sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung.

"Es braucht mehr Tempo, einen kurzfristigen Aktionsplan und vor allem bei präzisen Langstreckenwaffen innovative Ansätze, wie wir schnell zu dieser Fähigkeit kommen."

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller nannte es "ein schlechtes Zeichen", wenn die vereinbarten Mittelstreckenraketen nicht stationiert würden. Sie forderte, das europäische ELSA-Projekt zu beschleunigen und zu prüfen, "wie die Lücke bis zur Produktion der ELSA-Raketen über Kooperationen mit anderen Ländern wie beispielsweise der Ukraine überbrückt werden kann".

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben mittlerweile nicht nur ihre Drohnenkapazitäten massiv weiterentwickelt, sondern baut auch Raketen, mit denen Ziele weit im russischen Hinterland angegriffen werden können.

Allerdings berichtete das Handelsblatt [11] bereits Mitte März 2026, dass die Produktionskapazitäten für Tomahawks in den USA durch den Iran-Krieg massiv unter Druck geraten seien. Die US-amerikanischen Bestände seien von einst 9.000 auf 4.000 Tomahawks geschrumpft. Allein in den ersten Kriegstagen gegen den Iran seien mehr als 800 verschossen worden. Ob und wie schnell der Hersteller Raytheon liefern könne, sei offen gewesen.

Friedensbewegung begrüßt Absage

Die Friedensbewegung reagierte positiv auf Trumps Entscheidung.

"Die Friedensbewegung begrüßt die angekündigte Absage der Mittelstreckenstationierung. Das ist eine gute Nachricht insbesondere für die Menschen in Rhein-Main und Bayern, die durch die Stationierungen zu Zielen möglicher Gegenschläge geworden wären", erklärte Dr. Angelika Claußen, Vorsitzende der Friedensorganisation IPPNW.

Die Bundesregierung müsse die Chance für einen Ausstieg aus der Hochrüstungsspirale nutzen.

Chance für eine neue Verteidigungspolitik

Andere Stimmen gehen noch weiter und sehen im Abzug eine historische Chance – etwa für einen strategischen Neuanfang Europas jenseits der USA, wie ein Leitartikel [12] auf Telepolis argumentiert.

"Deutschland könnte Trumps Drohung endlich beim Wort nehmen und eine Verteidigungspolitik aufbauen, die diesen Namen verdient. Statt um Ramstein-Jobs zu bangen, könnte Berlin in eigene Standorte, eigene Fähigkeiten und eine europäische Sicherheitsarchitektur investieren, die nicht bei jedem Stimmungswechsel in Washington ins Wanken gerät.

Doch dafür bräuchte es etwas, das in der deutschen Außenpolitik seit Jahrzehnten Mangelware ist: den Mut, erwachsen zu werden. Und die Einsicht, dass Souveränität kein Geschenk ist, das man von einer Schutzmacht erhält – sondern eine Entscheidung, die man selbst trifft."

Langfristige Trends: USA wenden sich von Europa ab

Analysten der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) sehen in Trumps Entscheidungen einen langfristigen Trend der USA, sich strategisch von Europa ab- und China zuzuwenden.

Die US-Verteidigungspolitik unter Trump sei von Widersprüchen zwischen Isolationismus, opportunistischen Interventionen und einem selektiven Hegemoniestreben geprägt, schrieb Marco Overhaus [13] von der SWP in einer Analyse.

Die DGAP [14] argumentierte in einem Papier, dass Europa sich unabhängig von der jeweiligen US-Regierung auf eine Reduzierung des amerikanischen Engagements vorbereiten müsse. Selbst ohne Trump seien die USA durch ihre Verschuldung und die Prioritätenverschiebung nach Asien gezwungen, ihre globale Präsenz zu reduzieren.

Das Papier empfahl Europa, dringend alternative Sicherheitsarchitekturen aufzubauen, die mit einer deutlich kleineren US-Rolle funktionieren – und notfalls auch ohne die USA auskommen.

Die jüngsten Ankündigungen aus Washington zeigen jedenfalls: Diese Debatte ist keine Theorie mehr. …


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11279589

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.lemonde.fr/international/article/2026/05/03/donald-trump-va-retirer-bien-davantage-de-soldats-d-allemagne-que-la-baisse-d-effectifs-de-5-000-annoncee-par-le-pentagone_6684958_3210.html
  2. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/usa-trump-tomahawk-100.html
  3. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/usa-trump-tomahawk-100.html
  4. https://www.welt.de/politik/deutschland/article69f5a6c4ce673f8cd2abbdae/us-truppenabzug-das-wiegt-schwer-sagt-die-cdu-viel-heisse-luft-sagt-die-linke.html?icid=search.product.onsitesearch
  5. https://www.sueddeutsche.de/meinung/marschflugkoerper-deutschland-tomahawk-taurus-truppenabzug-li.3477460
  6. https://armedservices.house.gov/news/documentsingle.aspx?DocumentID=6572
  7. https://www.tagesspiegel.de/politik/teiltruppenabzug-der-usa-aus-deutschland-pistorius-beruhigt-ein-hoher-cdu-sicherheitspolitiker-poltert-und-die-nato-ist-uberrascht-15548683.html
  8. https://www.tagesspiegel.de/politik/teiltruppenabzug-der-usa-aus-deutschland-pistorius-beruhigt-ein-hoher-cdu-sicherheitspolitiker-poltert-und-die-nato-ist-uberrascht-15548683.html
  9. https://www.welt.de/politik/ausland/plus69f6524a23e6b3dbf3c96fc9/us-praesident-trump-eine-neue-dimension-der-unberechenbarkeit-was-der-geplante-truppenabzug-fuer-europa-bedeutet.html
  10. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/usa-trump-tomahawk-100.html
  11. https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ruestung-europa-sucht-alternativen-zum-us-marschflugkoerper-tomahawk-01/100207138.html
  12. https://www.telepolis.de/article/Lasst-die-Amerikaner-doch-abziehen-11277916.html
  13. https://www.swp-berlin.org/publikation/us-verteidigungspolitik-zwischen-isolationismus-und-dominanzstreben
  14. https://dgap.org/de/node/43564

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Video: Wir haben Lichtschwert-Training ausprobiert

Von Heise — 03. Mai 2026 um 10:00

Kämpfen wie in Star Wars? Das ist kein Nerd-Traum mehr, sondern geht wirklich - nämlich beim LudoSport. Wir haben den Verein in Hannover besucht.

Wer freitagabends am Vereinszentrum von Hannover 96 vorbeiläuft, könnte kurz stutzen: Hier trainieren Menschen mit leuchtenden Lichtschwertern. Dahinter steckt LudoSport, ein Amateursport, der 2007 in Italien gegründet wurde und Elemente aus verschiedenen Fecht- und Kampfdisziplinen vereint.

Weltweit betreiben rund 5.000 Sportlerinnen und Sportler in etwa 80 Teams den Sport. In Deutschland gibt es sechs Akademien, darunter die hannoversche, die Melina Dahlke vor dreieinhalb Jahren mitgründete. Sie hatte den Sport während eines Schwedenaufenthalts kennengelernt und anschließend eine Trainerausbildung absolviert.

Wir haben den Verein in Hannover besucht und dort in das Training mit Lichtschwertern hineingeschnuppert:

Disclaimer: heise ist Haupt-Sponsor von Hannover 96. Diese Berichterstattung stand in keinem Zusammenhang damit.


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https://www.heise.de/-11277850

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  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://www.heise.de/ct
  3. mailto:mond@heise.de

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Anzeige: Externes DVD- und CD-Laufwerk für unter 20 Euro

Von Erik Körner — 03. Mai 2026 um 13:45
Ein externes DVD- und CD-Laufwerk von Amicool ist bei Amazon wieder zum niedrigsten Preis seit Jahren im Angebot.
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Ob vorgebaute PCs oder Laptops: Wenige Rechner kommen noch mit einem optischen Laufwerk für CDs und DVDs. Auch bieten kaum Gehäuse überhaupt noch einen entsprechenden Slot. Zugegeben, zwischen Steam, Netflix und Spotify ist man längst nicht mehr auf physische Kopien angewiesen, ärgerlich ist es trotzdem – vor allem, wenn man seine Mediensammlung gern selbst besitzen möchte. Immerhin lässt sich das Problem leicht beheben. Ein externes DVD- und CD-Laufwerk von Amicool ist bei Amazon derzeit für unter 20 Euro im Angebot. Laut Preistracker Keepa war der Topseller seiner Kategorie seit Jahren nicht günstiger. Der Deal läuft bis spätestens zum 10. Mai.

Das bietet das externe DVD- und CD-Laufwerk von Amicool

Das externe DVD- und CD-Laufwerk von Amicool eignet sich zur Sicherung und zum Kopieren von Daten, Installieren von Software, Filmeschauen und (Retro-)Gaming, ähnlich wie eingebaute Modelle. Es misst nur 140 mal 140 mal 17 mm, hat ein rund 20 cm langes Kabel mit USB-C- und USB-A-Stecker samt eingebettetem Kabelkanal auf der Unterseite und kommt mit einem Auswurfknopf, Zwangsauswurfsloch und einer Kontrollleuchte.

Dank seiner USB-3.0-Schnittstelle überträgt das externe DVD- und CD-Laufwerk laut Daten mit bis zu 5 GBit pro Sekunde, umgerechnet 625 MByte. Das entspricht ungefähr 16 Sekunden Verarbeitungszeit bei einer 10 GByte großen Datei. Es unterstützt die meisten gängigen CD- und DVD-Rom-Formate und Medientypen. CDs soll das Laufwerk mit bis zu 24x-Geschwindigkeit beschreiben, DVDs mit bis zu 8x-Geschwindigkeiten. Eine genaue Liste aller unterstützten Formate und ihrer jeweiligen Geschwindigkeiten findet man auf der Produktseite.

Laut Amicool funktioniert das externe DVD- und CD-Laufwerk unter Windows, macOS und Linux. Konkret ist es mit allen Windows-Versionen ab Windows 2000 und allen macOS-Versionen kompatibel. Leider macht der Hersteller keine Angaben zu Linux-Distributionen. Treiber braucht es für die Ersteinrichtung nicht. Die USB-Verbindung genügt zur Stromversorgung. Wichtig: Das Laufwerk ist ausschließlich für PCs und Laptops gedacht. Autoradios, Smartphones, Projektoren oder Tablets unterstützt es nicht.

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von Amicool kostet bei Amazon 19,73 Euro. Ohne Angebot hat man laut Keepa zuletzt 25,99 Euro gezahlt. Wer nach Alternativen suchen oder Preise vergleichen möchte, findet in dieser Übersicht
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Gaming: AMD bringt HDMI-2.1-Unterstützung in Linux-Treiber

Von Johannes Hiltscher — 03. Mai 2026 um 13:35
AMD - GPUs waren wegen Lizenzproblemen unter Linux jahrelang künstlich eingeschränkt. Das ändert sich bald.
AMD-GPUs wie diese Radeon RX 9070 XT beherrschen HDMI 2.1 bald auch unter Linux. (Bild: Sapphire/Montage: Golem.de)
AMD-GPUs wie diese Radeon RX 9070 XT beherrschen HDMI 2.1 bald auch unter Linux. Bild: Sapphire/Montage: Golem.de

Wer unter Linux mit AMD-GPU spielt, kennt sicher den größten Nachteil gegenüber Windows: Der freie Radeon-Treiber unterstützt nur HDMI 2.0 und damit niedrigere Auflösungen und Bildwiederholraten als das Windows-Pendant.

Das führte etwa Valves Steam Machine vor Augen, die trotz HDMI-2.1-Hardware nur mit dem Vorgänger klassifiziert war . Doch AMD scheint diese Beschränkung nun anzugehen: Wie das Linux-Newsportel Phoronix bemerkte , haben AMD-Entwickler erste Patches für den Linux-Kernel eingereicht, die HDMI 2.1 zumindest teilweise in den freien Treiber bringen.

Laut Commit-Nachricht erweitern die Patches den amdgpu-Treiber aber vorerst nur um Fixed Rate Link (FRL). FRL ermöglicht bei HDMI 2.1 höhere Datenraten, es ersetzt das zuvor genutzte TMDS (Transition-minimized Digital Signaling).

Schrittweise zur vollen HDMI-2.1-Unterstützung

Features wie Variable Refresh Rate (VRR) fehlen aktuell noch. Laut Kommentar eines AMD-Entwicklers im Phoronix-Forum ist aber eine volle HDMI-2.1-Unterstützung geplant.

Offenbar hat AMD nach Jahren Probleme mit dem HDMI Forum geklärt, das den Standard entwickelt und verwaltet. Das Forum stellte sich gegen den Open-Source-Treiber , da es sein geistiges Eigentum gefährdet sah. Die HDMI-Standards sind nicht frei zugänglich.

Grund für Öffnung unklar

Wie es zu dem Sinneswandel kam, ist unklar. Denkbar ist, dass die Veröffentlichung von HDMI 2.2 Anfang 2025 die Bedenken bezüglich des Vorgängers schwinden ließ. HDMI 2.1 wurde vor über neun Jahren vorgestellt . Einen Teil der neuen Features implementierte zudem der Linux-Entwickler Tomasz Pakuła .

Dass entsprechender Code bereits existierte, könnte es den AMD-Entwicklern einfacher gemacht haben, vom HDMI Forum das Okay für offizielle Unterstützung zu bekommen. Wann der neue Code in den Linux-Kernel übernommen wird, ist noch offen. Er muss zunächst noch den Review-Prozess durchlaufen. Phoronix erwartet, dass er frühestens im Kernel 7.2 eingepflegt wird.

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Marktdominanz: Huawei verdrängt Nvidia vom chinesischen KI-Markt

Von Johannes Hiltscher — 03. Mai 2026 um 12:29
Nach dem zeitweiligen Aus hat Nvidia Probleme, in China wieder Fuß zu fassen. Davon profitiert insbesondere Huawei .
Ein gerendertes Bild des älteren KI-Beschleunigers Ascend 910 von Huawei (Bild: Huawei)
Ein gerendertes Bild des älteren KI-Beschleunigers Ascend 910 von Huawei Bild: Huawei

Einst war Nvidia in der Volksrepublik China uneingeschränkter Marktführer bei KI-Hardware. Auch leistungsbeschränkte Hardware änderte daran nichts. Infolge des faktischen Exportverbots für Nvidias H20 hat sich die Situation mittlerweile aber gewandelt.

Wie die Financial Times (FT) berichtet , dominiert mittlerweile Huawei mit einem Anteil von 60 Prozent den chinesischen Markt für KI-Hardware. Dem Bericht zufolge erwartet das Unternehmen dort 2026 einen Umsatz von 12 Milliarden US-Dollar mit seinen KI-Chips.

Das ist zwar weniger als die Hälfte dessen, was Nvidia in einem Quartal an Gewinn macht, aber ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahresumsatz von 7,5 Milliarden US-Dollar. Die Hardware von Huawei ist zudem zumindest bislang deutlich günstiger als Nvidias GPUs .

Fertigungskapazität beschränkt Huawei

Dabei scheint das Unternehmen die Nachfrage nicht einmal decken zu können: Ein Informant deutete gegenüber der FT an, der Umsatz könne noch höher ausfallen, wenn sich die Produktionskapazitäten günstig entwickelten.

Huaweis Aufstieg liegt nicht nur an einem ausgebauten Hardware-Angebot (g+) . Vielmehr konnte Nvidia laut FT bislang keine der bestellten H200 ausliefern.

Gegen eine Umsatzbeteiligung von 25 Prozent erteilte die US-Regierung Nvidia die Erlaubnis, in die Volksrepublik zu exportieren. Es soll aber weiter Probleme mit dem Zoll geben, obwohl zuvor berichtet wurde, diese seien gelöst .

Nvidia-Hardware in China unerwünscht

Zudem drängt die chinesische Regierung Unternehmen zur Nutzung heimischer Hardware. Besonders bei der Inferenz scheint das auch zu funktionieren. So wurde etwa Deepseek-V4 nicht nur für Hardware von Huawei, sondern auch von sieben anderen Unternehmen aus der Volksrepublik veröffentlicht.

Zumindest beim Training sollen chinesische KI-Entwickler aber noch Nvidia-Hardware bevorzugen. Laut einigen Berichten wurde auch Deepseek-V4, wie Deepseek-V3, auf Nvidia-Hardware trainiert.

Huawei will 2026 allerdings mit dem Ascend 950DT einen explizit auf KI-Training ausgerichteten Beschleuniger auf den Markt bringen. Die zentrale Frage ist, ob das Unternehmen die oft kritisierte Qualität seiner Software steigern kann.

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Mathematik: Quaternionen - und wo sie überall zu finden sind

Von Stefan Ruloff — 03. Mai 2026 um 09:00
Was moderne Videospiele, Animationsfilme, die ISS und Smartphones gemeinsam haben? Quaternionen! Wir erklären, was das ist.
Beim Multiplizieren ist die Reihenfolge egal? Nicht immer! (Bild: Maxis_Pictures/Pixabay)
Beim Multiplizieren ist die Reihenfolge egal? Nicht immer! Bild: Maxis_Pictures/Pixabay

Ob Tomb Raider, Mario Kart, medizinische Bildgebung, die ISS – sie alle müssen ständig Drehungen und Orientierungen im dreidimensionalen Raum berechnen. Dabei hat sich gezeigt, dass ein vierdimensionales Zahlensystem – die Quaternionen – dafür besonders geeignet ist.

Obwohl Quaternionen zunächst wie abstrakte Mathematik wirken, haben sie einen enormen Einfluss auf unsere technologische Welt. Ohne sie wären viele Entwicklungen der 3D-Grafik und Animation, insbesondere der Boom der 1990er Jahre, kaum möglich gewesen. Was nach Science-Fiction klingt, ist in Wirklichkeit ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Mathematik unsere moderne Welt prägt.

Wie dreht man eigentlich mathematisch?

Jegliche Drehungen in einem Raum beliebiger Dimension erfolgen immer nach dem gleichen Schema: Man benötigt eine Raumachse, um die man drehen will, und einen Winkel, der angibt, um wie viel man drehen will. Im zweidimensionalen Raum mit nur einer Höhe und einer Länge erfolgt die Drehung immer um die Achse entlang der Breite, die senkrecht auf der Ebene steht.

Betrachtet man Objekte im dreidimensionalen Raum, stellen Höhe, Breite und Länge elementare Rotationsachsen dar. Eine Drehung um eine beliebige Achse im Raum kann dabei immer als eine Hintereinanderausführung dieser Elementardrehungen aufgefasst werden.

Mathematisch beschreibt man diese Elementardrehungen mithilfe von Drehmatrizen. Drehmatrizen sind lediglich eine Art von Tabellen mit gleich vielen Zeilen und Spalten, wobei die jeweilige Anzahl durch die Dimension des Raumes gegeben ist.

Die Rotation eines Objektes erfolgt, indem man es durch viele verbundene Punkte darstellt und die Koordinaten jedes Punktes mit den Drehmatrizen multipliziert. Die Multiplikation mit Matrizen ist lediglich eine Abfolge von Multiplikationen und Additionen von Zahlen nach einem bestimmten Schema.

Die Matrix und ihre Probleme

Multiplikationen und Additionen nach einem bestimmten Schema klingt nach einer einfachen Aufgabe für heutige Computer. Weshalb benutzt man dann also keine Drehmatrizen mehr, um Bewegungen durch den Computer zu beschreiben? Dazu schauen wir uns die Steuerung einer Videospielfigur in einer dreidimensionalen Welt an.

Um die Immersion einer realistischen Bewegung aufrechtzuerhalten, müssen Bewegungen kontinuierlich und nicht ruckartig verlaufen. Daher dreht man eine Figur nicht einmalig um einen festen Winkel, sondern unterteilt die Drehung in viele Mini-Drehungen.

Diese Minidrehungen bestehen nicht mehr aus ganzzahligen Drehwinkeln wie zum Beispiel 1°, 2° oder 3°, sondern aus Kommazahlen. Bei Kommazahlen ergeben sich immer Rundungsfehler, die fatale Konsequenzen haben, wenn sie nicht korrigiert werden: Eine Rotation um 9,25°, zuerst im Uhrzeigersinn und danach wieder zurück, würde das gedrehte Objekt nicht mehr in seine ursprüngliche Position zurückbringen, sondern leicht versetzt.

Diese kleinen Fehler summieren sich bei jeder Drehung und führen zu optischen Deformationen. Zur Korrektur dieser Fehler muss der Computer nach jeder noch so kleinen Drehung die Drehmatrizen anpassen, um die Abweichungen zu kompensieren. Das führt schnell zu einer erhöhten Rechenleistung des Computers.

Wenn die Rotation feststeckt, geht nichts mehr

Ein anderes nicht zu verhinderndes Problem ist der Gimbal Lock. Bei bestimmten Drehwinkeln fallen zwei der drei Rotationsachsen im dreidimensionalen Raum zusammen. Dadurch kann man das Objekt nur noch um zwei Achsen unabhängig drehen, was die Drehung des Objekts stark einschränkt und zu instabilen Bewegungen führt.

Wie kann man diese Probleme umgehen?

Bereits im 17. und 18. Jahrhundert überlegten sich Mathematiker, ob man Drehungen im zweidimensionalen Raum auf eine andere Art und Weise beschreiben kann. Dabei stießen sie auf eine verblüffende Symmetrie. Drehungen in der zweidimensionalen Ebene lassen sich mithilfe von zweidimensionalen Zahlen beschreiben: den komplexen Zahlen!

Genauso wie die Koordinaten eines Punktes in einem zweidimensionalen Koordinatensystem aus zwei Zahlen bestehen, ist eine komplexe Zahl nicht eine einzelne Zahl. Eine komplexe Zahl besteht aus zwei separaten Teilen, einem realen und einem imaginären Teil. Hierbei ist der reale Teil eine ganz normale Zahl, aber der imaginäre Teil enthält noch zusätzlich den Buchstaben i.

i steht für imaginär

Der Buchstabe i ist eine besondere Zahl mit der Eigenschaft, dass sie, mit sich selbst multipliziert, den Wert -1 ergibt. Da das Quadrat einer "gewöhnlichen" Zahl immer positiv ist, nennt man i die imaginäre Einheit. Gerade diese ungewöhnliche Eigenschaft erweist sich jedoch als äußerst nützlich.

Eine komplexe Zahl besteht aus zwei Teilen und lässt sich daher gut mit einem Punkt in einem zweidimensionalen Koordinatensystem vergleichen. Verbindet man diesen Punkt mit dem Ursprung, erhält man einen Pfeil. Auf dieselbe Weise kann man auch eine komplexe Zahl als Pfeil in einem zweidimensionalen Koordinatensystem darstellen.

Ähnlich wie bei dem Partyspiel Flaschendrehen, bei dem eine Flasche als Pfeil auf dem Boden liegt und gedreht wird, lassen sich auch komplexe Zahlen als Pfeile drehen. Mathematiker haben erkannt, dass eine solche Drehung besonders einfach ist: Man multipliziert die komplexe Zahl mit einer speziell gewählten anderen komplexen Zahl. Deren Realteil ist der Kosinus und deren Imaginärteil der Sinus des gewünschten Drehwinkels. Durch diese Multiplikation wird die komplexe Zahl um genau diesen Winkel gegen den Uhrzeigersinn gedreht.

Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 1/3: Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 2/3: Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B.  (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 3/3: Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B. (Bild: Stefan Ruloff)

Aus zwei mach drei!

Diese elegante Darstellung von Drehungen in der Ebene faszinierte den irischen Mathematiker und Physiker Sir William Rowan Hamilton (1805-1865) Anfang des 19. Jahrhunderts so sehr, dass er versuchte, das Konzept auf den dreidimensionalen Raum zu übertragen.

Seine Idee war einfach: So, wie komplexe Zahlen Drehungen in zwei Dimensionen beschreiben, sollten "dreidimensionale Zahlen" Drehungen im Raum ermöglichen. Diese nannte er superkomplexe Zahlen. Dazu führte Hamilton eine zweite imaginäre Einheit j ein, die ähnliche Eigenschaften wie i besitzt. Damit stellte sich jedoch eine neue Frage: Wie verhalten sich diese beiden imaginären Einheiten bei der Multiplikation? Die Beantwortung dieser Frage war entscheidend, um Drehungen im dreidimensionalen Raum mathematisch beschreiben zu können.

Das Problem der Multiplikation von Tripeln

Um Rotationen mit Zahlentripeln zu beschreiben, musste zunächst geklärt werden, wie die Grundrechenarten auf diese Zahlen wirken. Addieren und Subtrahieren funktionierten noch wie bei komplexen Zahlen, doch die Multiplikation bereitete Hamilton großes Kopfzerbrechen.

Unabhängig vom Ansatz führte die Multiplikation der imaginären Einheiten i und j zweier Tripel nicht mehr zu einem Tripel. Das wäre so, als würde man die Zahlen 2 und 3 miteinander multiplizieren und erhielte statt 6 keine Zahl mehr, sondern etwas völlig anderes.

Das war ein ernstes Problem, denn ohne wohldefinierte Rechenregeln lassen sich keine Rotationen beschreiben. Dennoch gab Hamilton nicht auf und war überzeugt, eine Lösung zu finden.

Jahrelang zerbrach sich Hamilton den Kopf über das Problem, doch alle Versuche scheiterten. Die Frage beschäftigte ihn so sehr, dass selbst seine Kinder davon wussten und ihn scherzhaft fragten, ob er inzwischen "Drillinge multiplizieren" könne. Hamilton musste dies stets verneinen – mehr als Addieren und Subtrahieren war ihm nicht gelungen. Schließlich kam ihm eine verzweifelte, beinahe verrückte Idee: Was, wenn die Reihenfolge der Multiplikation eine Rolle spielt?

Das würde bedeuten, dass die Multiplikation von i und j nicht dasselbe ergibt wie die Multiplikation von j und i – ein Gedanke, der bei gewöhnlichen Zahlen undenkbar ist. Doch auch dieser Ansatz führte zunächst nicht zum gewünschten Erfolg.

Am 16. Oktober 1843 kam Hamilton während eines Spaziergangs über die Brougham Bridge in Dublin der entscheidende Gedanke. Hamilton erkannte, dass die Multiplikation von i und j eine neue imaginäre Einheit k ergibt, während die umgekehrte Multiplikationsreihenfolge -k ist, und dass auch hier die Multiplikation von k mit sich selbst wieder den Wert -1 ergibt. Diese Erkenntnis ritzte er sofort in das Mauerwerk der Brücke.

Der Ort wurde später zu einer Pilgerstätte für Mathematikerinnen und Mathematiker auf der ganzen Welt, die den sogenannten Hamilton Walk entlanggingen. Heute erinnert eine Gedenktafel an Hamiltons berühmte Entdeckung.

Hamiltons entscheidende Erkenntnis war, dass es keine direkte Entsprechung zwischen der Raumdimension und der Anzahl der Zahlkomponenten geben muss.

Mit Tripeln ließ sich das Problem nicht lösen, doch Vierlinge funktionierten. Seine sogenannten superkomplexen Zahlen erwiesen sich damit als hyperkomplexe Zahlen mit einem Realteil und drei imaginären Anteilen.

Die von Hamilton festgelegten Multiplikationsregeln der imaginären Einheiten machten es möglich, diese Vierlinge konsistent zu multiplizieren, und sie beseitigten die bisherigen Schwierigkeiten. In Anlehnung an das lateinische Wort quaternio für "Vierheit" nannte Hamilton diese Zahlen Quaternionen.

Auf die Reihenfolge kommt es an!

Vierdimensionale Zahlen lösten das zuvor unlösbare Multiplikationsproblem – allerdings zu einem Preis: Die Reihenfolge der Multiplikation zweier Quaternionen beeinflusst das Ergebnis. Multipliziert man eine Quaternion q1 mit einer anderen q2 , erhält man nicht dasselbe Resultat wie bei der umgekehrten Reihenfolge. Mathematisch ausgedrückt ist die Quaternionenmultiplikation nicht kommutativ.

Versteht man diese Multiplikation als Beschreibung von Drehungen im dreidimensionalen Raum – ähnlich wie komplexe Zahlen Drehungen in der Ebene darstellen -, erscheint diese Eigenschaft plötzlich ganz natürlich. Denn auch räumliche Drehungen sind nicht vertauschbar.

Das lässt sich leicht veranschaulichen: Dreht man sich in einem Ego-Shooter wie Call of Duty zunächst um 90° nach links und danach um 90° nach oben, erhält man eine andere Blickrichtung als bei umgekehrter Reihenfolge. Dasselbe gilt für das Drehen eines Gegenstands wie eines Rubik's Cube um verschiedene Achsen.

Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 1/3: Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 2/3: Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B.  (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 3/3: Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B. (Bild: Stefan Ruloff)

Die Reihenfolge von Drehungen ist also entscheidend. Genau diese grundlegende Eigenschaft räumlicher Rotationen ist in Quaternionen bereits enthalten – und macht sie zu einem idealen Werkzeug für dier Beschreibung von Drehungen im dreidimensionalen Raum.

Warum benötigt man für räumliche Drehungen vierdimensionale Zahlen und nicht dreidimensionale? Ein Blick auf Drehungen in der Ebene hilft weiter. Im zweidimensionalen Raum gibt es nur zwei Drehrichtungen: im oder gegen den Uhrzeigersinn. Die Drehachse ist dabei eindeutig festgelegt und steht senkrecht zur Ebene – wie beim Flaschendrehen, bei dem die Flasche auf dem Boden um diese eine Achse gedreht wird.

Im dreidimensionalen Raum ist die Situation deutlich komplexer. Ein Objekt kann um beliebige Achsen mit beliebiger Orientierung gedreht werden. Um eine solche Drehung zu beschreiben, muss zunächst die Richtung der Drehachse festgelegt werden – dafür benötigt man bereits drei Zahlen. Zusätzlich kommt der Drehwinkel hinzu, der die eigentliche Rotation bestimmt. Diese Information liefert die vierte Komponente.

Betrachtet man Rotationen auf diese Weise, erscheint es ganz natürlich, dass man zur Beschreibung von Drehungen im dreidimensionalen Raum vierdimensionale Zahlen benötigt.

3D-Rotationen mit Quaternionen

Wie im zweidimensionalen Fall kann man auch im dreidimensionalen Raum einen Vektor durch Quaternionen darstellen. Die drei imaginären Einheiten i , j und k stehen dabei für die Raumachsen, der Realteil des Vektors wird auf Null gesetzt.

Um den Vektor um eine beliebige Achse um einen Winkel zu drehen, erstellt man zunächst eine Drehquaternion. Deren Realteil ist der Kosinus des halben Drehwinkels, der Imaginärteil der Sinus des halben Winkels multipliziert mit der Einheitsachse der Rotation.

Die Drehung erfolgt durch Multiplikation der Drehquaternion mit dem Vektor. Da die Drehquaternion nur den halben Winkel enthält, muss man das Ergebnis anschließend erneut mit der Drehquaternion in umgekehrter Drehrichtung multiplizieren.

Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 1/3: Drehung der komplexen Zahl z0 (grüner Pfeil) um den Winkel 90° gegen den Uhrzeigersinn zu der neuen Zahl (roter Pfeil). Die Pfeile sind bis auf die Orientierung identisch. (Bild: Stefan Ruloff)
Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 2/3: Vertauschung der Reihenfolge der 90°-Rotationen im Uhrzeigersinn des Rubik's Cube führt zu unterschiedlichen Ausgangsorientierungen. (Bild: Stefan Ruloff)
Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B.  (Bild: Stefan Ruloff)
Bild 3/3: Drehung des Vektors A um den Winkel φ zu dem Vektor B: Zuerst benötigt man die Rotationsachse, die senkrecht auf der grauen Kreisfläche steht, die die beiden Punkte A und B als Randpunkte enthält. Danach drehtman die Koordinaten des Vektors A um die Drehachse um den Winkel φ underhält die Koordinaten des Punktes B. (Bild: Stefan Ruloff)

So lassen sich Rotationen elegant durchführen, ohne komplizierte Matrizen zu verwenden, und es genügen nur drei Quaternionenmultiplikationen.

Quaternionen sind einfach die besseren Dreher

Quaternionen bieten gegenüber Drehmatrizen viele Vorteile. Mit nur vier Zahlen statt neun Einträgen lassen sich Rotationen deutlich kompakter und effizienter berechnen, Rundungsfehler wirken sich geringer aus, und Probleme wie Gimbal Lock treten nicht auf. Besonders praktisch ist die Interpolation zwischen Drehungen, zum Beispiel mit Slerp (Sphärische lineare Interpolation), die gleichmäßige und präzise Bewegungen ermöglicht. All das spart enorm Rechenzeit und -leistung.

In der Praxis machte das Spiele wie Tomb Raider von 1996 auf der Playstation überhaupt erst möglich: Lara Croft konnte in alle Richtungen laufen, springen und klettern, während die Kamera automatisch korrekt mitdrehte – etwas, das mit Matrizen auf der schwachen 33-MHz-CPU kaum zu stemmen gewesen wäre.

Damit zeigen Quaternionen eindrucksvoll, wie abstrakte Mathematik mehr als 100 Jahre nach deren Entdeckung zu einem nicht mehr wegzudenkenden Werkzeug in unserer hoch technologisierten Welt geworden ist.

Stefan Ruloff ist Physiker, mit Studienschwerpunkt theoretische Physik. Er interessiert sich sowohl für die Geschichte der Mathematik und Physik als auch für aktuelle Themen und hat Freude am Vermitteln solcher Themen auch für Laien.

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Anzeige: IT-Jobs in Architektur, Infrastruktur und Produktmanagement

Von Golem Karrierewelt — 03. Mai 2026 um 07:00
Von KI-Architekturen über kommunale IT-Sicherheit bis ECM-Produktbetreuung: Zu besetzen sind sechs IT-Jobs mit Verantwortung und Tech-Fokus.
Bild: Golem

Digitale Services in Beratung, Wissenschaft und öffentlicher Verwaltung brauchen belastbare IT-Architekturen, sichere Infrastrukturen und sauber betriebene Standardanwendungen. Die folgenden Stellen richten sich an Fachkräfte, die Betriebssicherheit, Architekturentscheidungen und Modernisierungsvorhaben in unterschiedlichen Kontexten vorantreiben.

Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.

Sechs neue IT-Positionen im Überblick

Die Auswahl aktueller Stellenangebote reicht von KI-getriebenen Enterprise-Zielarchitekturen über die Koordination konkreter KI-Pilotvorhaben bis hin zu einem Netzwerk- und Plattformbetrieb.

  • AI Architect (all genders) : BCG Platinion (Köln, hybrid) besetzt eine Stelle für die Entwicklung KI-getriebener Zielarchitekturen und den Aufbau AI-basierter Software Factories. Gesucht wird Praxis in LLM-/Agenten-Systemen, modernen Delivery-Ansätzen (DevSecOps, CI/CD, Platform Engineering) sowie im Design von Governance-, Evaluations- und Sicherheitsmechanismen für AI-generierte Systeme.
  • IT Project Coordinator (f/m/d) – Focus on Educational and Administrative AI Technologies : Die Universität Potsdam (Potsdam, hybrid) sucht eine Projektkoordination für AI-Technologien in Lehre, Studium und Verwaltung (befristet für drei Jahre). Im Mittelpunkt stehen Projektorganisation, Stakeholder-Management und Dokumentation sowie die Konzeption und pilotnahe Umsetzung AI-gestützter Szenarien – ergänzt um praxisorientierte Workshops inklusive Einordnung von Datenschutz, Ethik und regulatorischen Vorgaben.
  • Leitung des Sachgebiets Infrastruktur und Sicherheit (m/w/d) : Für die Stadt Elmshorn (Elmshorn, Homeoffice) ist eine Leitung zu besetzen, die den sicheren Betrieb der Basisdienste der Kommunalverwaltung verantwortet und ein Team (derzeit sechs Mitarbeitende) führt. Zu den Aufgaben zählen Netzwerk-, Server- und Cloud-Betrieb, IT-Sicherheitsmaßnahmen, Budgetverantwortung und die Weiterentwicklung der Infrastruktur unter Anforderungen wie BSI IT-Grundschutz, ISMS/ISO 27001 und NIS 2.
  • DMS-Spezialist/ Prozessgestalter (m/w/d) : Ebenfalls bei der Stadt Elmshorn (Elmshorn, Homeoffice) ist eine Position ausgeschrieben, die die Weiterentwicklung des Dokumentenmanagementsystems Enaio und die Einführung digitaler Akten in den Ämtern vorantreibt. Gefordert sind DMS-Konfiguration und -Anpassung, Workflow-Automatisierung, Schnittstellenarbeit zu Fachverfahren sowie die Bewertung neuer DMS-Ansätze – bis hin zu KI-gestützter Dokumentenverarbeitung und automatisierter Klassifizierung.
  • IT-Produktbetreuer:in / IT-Produktentwickler:in mit Schwerpunkt Standardanwendungen (w/m/d) : Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bonn) sucht Expertise im IT-Produktmanagement rund um Standardanwendungen und Wissensmanagement inklusive Schnittstellen in die Anwendungslandschaft. Themen sind u. a. Change- und Release-Management, Root-Cause-Analysen (2nd/3rd Level), Dienstleistersteuerung sowie ECM-Erfahrung (z. B. OpenText) und Kenntnisse im SAP-Umfeld.
  • Teamleitung Communication Standard Services – CSS (m/w/d) : Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ (Leipzig) besetzt die Teamleitung für Communication Standard Services. Der Aufgabenrahmen umfasst Netzwerkbetrieb (LAN/WLAN, VPN, Firewalls), zentrale Dienste (DNS/DHCP/RADIUS), Verzeichnis- und Webdienste, Mail/Kalender, Cloudservices, SSO/2FA, VMware-Cluster sowie Architektur- und Sicherheitskonzepte inklusive Lifecycle- und Finanzplanung.

IT-Profis finden im Golem Jobmarkt eine spezialisierte Suchumgebung für IT-Fachkräfte – mit modernen Funktionen wie einem KI-gestützten Lebenslaufgenerator, einem Tool zur automatisierten Erstellung von Anschreiben sowie einem persönlichen Job-Alarm. Stellenausschreibungen lassen sich durch intelligente Filter nach Positionen im öffentlichen Sektor, Remote-Anteil, Fachgebiet oder Branche gezielt eingrenzen.

Bei Fragen zur Nutzung des Jobmarkts oder zu den Angeboten der Golem Karrierewelt steht dir das Team werktags zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung – telefonisch, per E-Mail oder direkt über unseren KI-Chatbot Klara. Alle Informationen, Tools und Weiterbildungen sind zentral über die Golem Karrierewelt erreichbar.

Weiterbildung gefällig? In der Trainingssuche der Golem Karrierewelt findest du Onlineworkshops, E-Learnings und weitere Bildungsangebote zu sämtlichen aktuellen IT-Themen wie Security, künstlicher Intelligenz oder Cloud.

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Apple streicht kleinsten Mac mini aus dem Programm

Von Heise — 02. Mai 2026 um 15:08
Mac mini M4 mit Zubehör

(Bild: Apple)

Apples günstigster Mac mit 256-GByte-SSD wird nicht mehr angeboten. Damit steigt der Einstiegspreis für einen Desktop-Mac auf 949 Euro.

In den eigenen Online-Stores bietet Apple den bisher günstigsten Mac für den Schreibtisch nicht mehr an: Das Modell des Mac Mini mit M4-SoC, 16 GByte RAM und 256 GByte SSD-Kapazität kann nicht mehr bestellt werden. Das gilt auch für den deutschen Apple-Store, dort beginnen die Konfigurationen nun bei einer SSD mit 512 GByte.

Schon seit Wochen sind die Preise für den bisher günstigsten Mac mini mit der kleinen SSD deutlich gestiegen [1]. Konnte das Gerät vor allem im vergangenen Jahr häufig noch für rund 560 Euro gekauft werden, so kostet es nun um 650 Euro. Etliche Drittanbieter haben den kleinsten Mac noch vorrätig. Direkt bei Apple kostet das neue Einstiegsgerät [2] mit 512-GByte-SSD nun 949 Euro. Entdeckt hatte die Streichung des kleinsten Desktop-Macs zuerst Macrumours [3]. Das Medium verweist darauf, dass sich auch in den USA der Einstiegspreis stark erhöht hat: von 599 auf 799 US-Dollar. In den Vereinigten Staaten werden Preise in der Regel ohne die örtlich unterschiedliche Umsatzsteuer angegeben.

Bereits bei Vorstellung der jüngsten, sehr guten Quartalszahlen, machte Apple darauf aufmerksam [4], dass die schon länger existierenden Lieferprobleme [5] noch Monate anhalten werden. Vor allem Mac mini und Mac Studio sind davon betroffen. Nicht nur die globale Speicherkrise [6] macht Apple dafür verantwortlich, auch die eigenen M-SoCs können bei TSMC nicht so schnell hergestellt werden, wie Apple Geräte damit verkaufen könnte. Sprich: Die Nachfrage überschreitet derzeit deutlich das Angebot.

Neue M5-Macs kommen bald

Bereits in gut vier Wochen wird die Vorstellung neuer Macs erwartet. Am 8. Juni 2026 beginnt Apples Entwicklerkonferenz WWDC, wo nach unbestätigten Angaben unter anderem Mac mini und Mac Studio mit den aktuellen M5-Chips gezeigt werden sollen [7]. Häufig sind solche neuen Generationen direkt nach Vorstellung schnell ausverkauft, das Angebot erholt sich aber in der Regel schnell wieder. Ob das diesmal angesichts von Apples ungewöhnlich deutlichen Warnungen anders laufen könnte, ist bisher nicht klar abzusehen.


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  3. https://www.macrumors.com/2026/05/01/mac-mini-now-starts-at-799/
  4. https://www.heise.de/news/Apple-Quartalszahlen-Wieder-Rekorde-doch-Speicherkrise-schlaegt-durch-11279074.html
  5. https://www.heise.de/news/Mac-mini-und-Mac-Studio-vergriffen-Apple-gehen-manche-Macs-aus-11263965.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Jetzt-kaufen-oder-warten-So-lange-koennte-die-Speicherkrise-anhalten-11192848.html
  7. https://www.heise.de/news/Mac-Studio-mit-M5-Ultra-im-kommenden-Jahr-11066303.html
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Wie uns das Smartphone in den Bann zieht | c’t uplink

Von Heise — 02. Mai 2026 um 15:00

Wo fängt eine Smartphone-Sucht an und wie funktionieren Dark Patterns und Social-Media-Algorithmen? Diese Fragen klären wir in c’t uplink.

Nur noch ein Video, nur noch ein Post – und schon ist eine Stunde vergangen. Social-Media-Plattformen, Online-Shops und Spiele wollen uns möglichst lange am Bildschirm halten. Über die Suchtfalle Smartphone dreht sich diese Folge von c't uplink. Mit welchen Tricks die Anbieter die Aufmerksamkeit der Nutzerinnen und Nutzer einfangen – und was man dagegen tun kann, darüber diskutieren die c’t Redakteure Andrea Trinkwalder, Jo Bager und Holger Bleich mit Moderator Keywan Tonekaboni.

Holger Bleich erklärt, ab wann die Wissenschaft von problematischer Nutzung spricht und warum Jugendliche besonders anfällig sind. Andrea Trinkwalder hat sich den Empfehlungsalgorithmus von TikTok genauer angesehen: Warum spielt die App in Echtzeit so treffsicher Videos aus? Und welche Rolle spielt neben der Belohnung auch gezieltes Enttäuschen der Erwartung? Die sogenannten Dark Patterns – jene Designtricks in Shops, Spielen und Apps, die uns zum Kauf drängen oder im Abo-Hamsterrad halten – nimmt Jo Bager auseinander.

Die Runde diskutiert außerdem, was die EU mit dem Digital Services Act erreichen kann, warum die Verfahren so quälend lange dauern und ob ein Social-Media-Verbot für Jugendliche tatsächlich die Lösung ist. Aber die Vier aus der c’t Redaktion geben auch praktische Tipps, wie man die Tricks und Fallen umschifft oder abmildert.

Zu Gast im Studio: Andrea Trinkwalder, Jo Bager und Holger Bleich
Host: Keywan Tonekaboni
Produktion: Tobias Reimer

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Pannenstatistik 2026: Elektroautos sind laut ADAC zuverlässiger als Verbrenner

Von Nils Matthiesen — 02. Mai 2026 um 13:30
Der ADAC hat seine Pannenstatistik 2026 veröffentlicht. Elektrofahrzeuge schneiden dabei deutlich besser ab als solche mit klassischem Antrieb.
Elektroautos haben laut ADAC seltener eine Panne. (Bild: ADAC)
Elektroautos haben laut ADAC seltener eine Panne. Bild: ADAC

Der ADAC hat seine Pannenstatistik 2026 veröffentlicht. Die Auswertung von 158 Fahrzeugmodellen von 27 Herstellern belegt, dass Elektroautos bei gleichem Alter seltener von Pannen betroffen sind als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Laut der Studie ist die Häufigkeit von Pannen bei fünf Jahre alten Elektroautos um 40 Prozent geringer als bei gleich alten Verbrennern. Dieser Trend kristallisierte sich bereits im Vorjahr heraus. Als wesentlichen Grund nannte der Automobilclub die geringere Anzahl an verschleißanfälligen Bauteilen in elektrischen Antrieben.

Die statistische Grundlage bildet die Pannenkennziffer (PKZ), welche die registrierten Pannen pro 1.000 Fahrzeuge im vergangenen Jahr wiedergibt. Bei zwei Jahre alten Elektroautos verzeichnete die ADAC-Straßenwacht 2,1 Pannen, während entsprechende Verbrenner auf 5,8 Pannen kamen.

Bei fünf Jahre alten Fahrzeugen liegt die PKZ für Elektroautos bei 10,3 und für Verbrenner bei 17,4. Trotz zunehmender Elektronikintegration steigt die Zuverlässigkeit moderner Fahrzeuge insgesamt an. So sank die Pannenwahrscheinlichkeit bei fünf Jahre alten Autos von 3,6 Prozent im Jahr 2015 auf 2,1 Prozent im Jahr 2025.

Bordnetz und Starterbatterie als Schwachpunkte

Die häufigste Pannenquelle bleibt unabhängig von der Antriebsart die 12-Volt-Starterbatterie. Bei Elektroautos sind Probleme mit dem Bordnetz ein relevantes Thema, da sie komplexere Systeme nutzen. Der ADAC führt dies unter anderem auf eine häufige App-Nutzung zurück, welche die Fahrzeuge "aufweckt" und dadurch die Kapazitäten der 12-Volt-Batterie stärker belastet als von Herstellern kalkuliert.

Mit über 45 Prozent waren Probleme mit der Starterbatterie die häufigste Pannenursache.
Bild 1/1: Mit über 45 Prozent waren Probleme mit der Starterbatterie die häufigste Pannenursache.

Dennoch ist die Starterbatterie bei Elektroautos insgesamt seltener für Ausfälle verantwortlich als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Besonders zuverlässig zeigten sich Modelle der Marken VW, BMW, Mercedes sowie weitere Marken des Volkswagen-Konzerns, Mitsubishi und Tesla ab. Das Durchschnittsalter der in der Statistik erfassten Fahrzeuge stieg dabei von acht Jahren im Jahr 2014 auf elf Jahre im Jahr 2025.

Auffälligkeiten bei Toyota und Hyundai

Einige Modelle weisen spezifische Defizite auf. So fallen Fahrzeuge von Toyota seit drei Jahren durch eine schlechtere Bewertung auf, wobei die Pannenursache hier primär defekte Starterbatterien sind.

In der Mittelklasse wird zudem der Hyundai Ioniq 5 negativ bewertet. Grund ist ein Problem mit der Integrated Charging Control Unit (ICCU). Der Hersteller hat deswegen bereits Rückruf- und Serviceaktionen gestartet.

Der ADAC betonte jedoch, dass die Vergleichbarkeit zwischen den Antriebsarten noch eingeschränkt sei. Das Durchschnittsalter aller Pkw in Deutschland liegt laut Kraftfahrt-Bundesamt bei über zehn Jahren, während die meisten in der Statistik berücksichtigten Elektroautos deutlich jünger sind. Langzeitdaten für ältere Elektrofahrzeuge müssen daher abgewartet werden.

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Verteidigungsministerium: Pentagon schließt KI-Abkommen mit Nvidia und Microsoft

Von Nils Matthiesen — 02. Mai 2026 um 13:00
Das US-Vereidigungsministerium weitet seine KI -Infrastruktur aus und setzt künftig auf Technik von von Nvidia , Microsoft und Amazon .
Pentagon setzt auf KI. (Bild: Mandel NGAN / AFP via Getty Images)
Pentagon setzt auf KI. Bild: Mandel NGAN / AFP via Getty Images

Das US-Verteidigungsministerium hat Vereinbarungen mit mehreren führenden Technologieunternehmen unterzeichnet, um den Einsatz künstlicher Intelligenz innerhalb der Streitkräfte massiv auszuweiten. Wie das Pentagon mitteilte , wurden Verträge mit Nvidia, Microsoft, Amazon Web Services (AWS) und Reflection AI geschlossen.

Diese Kooperationen erlauben es dem Militär, KI-Modelle und entsprechende Hardware in seinen klassifizierten Netzwerken für den "rechtmäßigen operativen Einsatz" zu implementieren. Laut offizieller Stellungnahme des Ministeriums soll dies den Wandel des US-Militärs hin zu einer "AI-first fighting force" beschleunigen.

Ziel sei es, die Entscheidungsfähigkeit der Soldaten in allen Domänen der Kriegsführung zu stärken und einen "Entscheidungsvorsprung" ( "decision superiority" ) zu sichern, hieß es.

KI in hochgesicherten Umgebungen

Die Integration der Technologie erfolgt in hochgesicherten Umgebungen der Stufen Impact Level 6 (IL6) und Impact Level 7 (IL7). Diese Klassifizierungen sind für Daten reserviert, die als kritisch für die nationale Sicherheit eingestuft werden, und erfordern strenge physische Zugangskontrollen sowie kontinuierliche Audits.

Die neuen Partner ergänzen bereits bestehende Vereinbarungen, die das Pentagon bereits mit Google, SpaceX und OpenAI getroffen hat. Das Ministerium erklärte, dass der Zugriff auf eine vielfältige Suite von KI-Kapazitäten aus dem "resilienten amerikanischen Technologie-Stack" notwendig sei, um die Nation gegen Bedrohungen zu schützen.

Abkehr von Anthropic und Fokus auf Flexibilität

Hintergrund der Diversifizierung ist auch ein anhaltender Rechtsstreit mit dem KI-Unternehmen Anthropic . Das Pentagon strebt eine uneingeschränkte Nutzung von Anthropic-Tools an, während der Anbieter auf Sicherheitsvorkehrungen besteht. Diese sollen verhindern, dass die Technologie für inländische Massenüberwachung oder autonome Waffen eingesetzt wird.

Infolge dieses Konflikts stufte das Ministerium Anthropic zwischenzeitlich als "Lieferkettenrisiko" ein. Dagegen erwirkte das Unternehmen im März eine einstweilige Verfügung .

Das Pentagon verfolgt nun dezidiert eine Architektur, die eine Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen verhindern soll. Durch die Verteilung auf viele Anbieter will die Joint Force langfristige Flexibilität wahren.

Aktuell nutzen bereits über 1,3 Millionen Mitarbeiter des Ministeriums die sichere Plattform GenAI.mil . Diese bietet Zugang zu großen Sprachmodellen für nicht-klassifizierte Aufgaben wie Forschung, Dokumentenerstellung und Datenanalyse. Mit den neuen Verträgen wird diese Kapazität auf die obersten Geheimhaltungsstufen ausgeweitet.

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Datenschutz bei KI: OpenAI verwendet Nutzerdaten für gezielte Werbung

Von Nils Matthiesen — 02. Mai 2026 um 12:30
OpenAI passt seine Datenschutzregeln in den USA an: Nutzerdaten fließen in personalisierte Werbung auf Drittplattformen wie Instagram .
OpenAI schaltet in den USA personalisierte Werbung. (Bild: Andrew Neel / Pexels)
OpenAI schaltet in den USA personalisierte Werbung. Bild: Andrew Neel / Pexels

OpenAI hat seine Datenschutzrichtlinien in den USA aktualisiert, um gezieltes Marketing auf Drittplattformen zu ermöglichen. Wie das Unternehmen in einer E-Mail an seine Nutzer mitteilte, kommen künftig Cookies zum Einsatz, um OpenAI-Produkte und -Dienste auf anderen Webseiten zu bewerben.

Die Änderung betrifft primär die Vermarktung von Diensten wie ChatGPT außerhalb der eigenen Plattform. Laut OpenAI-Sprecherin Taya Christianson bleibt die Vertraulichkeit der Chatinhalte dabei gewahrt; Konversationen oder private Inhalte sollen demnach nicht mit Marketingpartnern geteilt werden.

Vielmehr nutzt das Unternehmen begrenzte Identifikatoren wie Cookie-IDs, Geräte-IDs oder E-Mail-Adressen, um die Relevanz von Werbemaßnahmen zu erhöhen und deren Effektivität zu messen. Damit will OpenAI prüfen, ob Nutzer nach dem Kontakt mit einer Anzeige bestimmte Aktionen ausführen, etwa die Anmeldung für das KI-Werkzeug Codex.

Diese Form der Datenverarbeitung wird in der neuen Richtlinie explizit als "Targeted Advertising" oder "Cross-Context Behavioral Advertising" eingestuft. In der vorherigen Fassung seiner Datenschutzrichtlinien für die USA erklärte das Unternehmen noch, es nutze personenbezogene Daten nicht für derartige Zwecke.

Opt-out und Marktstrategie

Die Analyse der neuen Bestimmungen zeigt, dass die Marketing-Einstellungen bei kostenlosen Nutzerkonten in den USA standardmäßig aktiviert sind. In Stichproben des Magazins Wired waren diese Optionen bei Gratis-Accounts auf Ein gesetzt, während sie bei Plus- und Enterprise-Abos deaktiviert waren.

Anwender können der Datennutzung in den Kontoeinstellungen unter dem Punkt Marketing Privacy widersprechen. Für nicht angemeldete Besucher steht ein Link zu den Datenschutzoptionen auf der Webseite zur Verfügung.

Parallel zur externen Werbung weitet OpenAI sein Werbenetzwerk innerhalb von ChatGPT aus. Ein formales Werbe-Testprogramm für eingeloggte, erwachsene Nutzer in den USA mit Free- und Go-Tarifen startete am 9. Februar 2026. Das Unternehmen strebt für das Jahr 2026 ein internes Werbeumsatzziel von 2,4 Milliarden US-Dollar an.

Die beschriebene Situation mit automatisch aktivem Tracking und der Möglichkeit zum Opt-out gilt spezifisch für den US-Markt. In Deutschland gelten höhere Hürden wie aktive Einwilligung, Recht auf Widerruf und strenge Zweckbindung.

OpenAI plant zwar die EU-Expansion seiner Werbedienste, muss dabei aber ein rechtskonformes Einwilligungsmodell aufbauen. Ob und wie gut das gelingt, bleibt abzuwarten und dürfte unter Beobachtung europäischer Datenschutzbehörden stehen.

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Die beste Discord-Alternative? TeamSpeak-Server selbst hosten | c't 3003

Von Heise — 01. Mai 2026 um 16:15

Discord steht wegen geplanter Alterschecks per Ausweis, Foto oder KI in der Kritik. Ist TeamSpeak plötzlich wieder die bessere Alternative?

TeamSpeak ist mit seinen 25 Jahren ein richtiges Urgestein unter den Sprachkommunikations-Apps. Mit TeamSpeak 6 bietet das Tool mittlerweile auch viele Funktionen, die User von Discord kennen. Unter anderem Freundeslisten, Screen-Sharing und Gruppenchats. c’t 3003 hat sich angeschaut, ob sich der Wechsel von Discord lohnt und wie man einen eigenen Server aufsetzt.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das ist die beliebte Sprach- und Textchat-Software Discord, und die hat sich mal wieder sehr unbeliebt gemacht. Discord hat Anfang des Jahres angekündigt, eine verpflichtende Altersverifikation für bestimmte Inhalte zu verlangen. Dafür muss man entweder ein Bild von sich machen, gleich ein Bild vom Ausweis einschicken, oder das Alter wird per KI geschätzt. Okay? Ich glaube, es hakt. Naja, aber es gibt ja noch den seit 25 Jahre bestehenden Urgroßvater des Sprachchats aus Deutschland: TeamSpeak. Und da gibt es eigentlich alles, was die meisten Discord-User brauchen. Textchannel, Screensharing und natürlich Sprachchat. Sogar mit deutlich besserer Audioqualität als bei Discord. Und wenn ihr jetzt denkt: Hä, aber bei TeamSpeak kostet das doch Geld und so, und ich muss mir einen Server mieten und so weiter. Nein, nicht, wenn ihr euren eigenen Server aufsetzt. Das ist sehr einfach und schnell gemacht und bietet Platz für bis zu 32 Leute. Komplett kostenlos. In diesem Video zeigen wir euch, wie das geht, klären ab, ob TeamSpeak Discord ersetzen kann und wie ihr eure Freunde davon überzeugt, Discord endlich loszulassen. Bleibt dran.

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier, bei...

Also, für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand Discord nicht kennt, ganz kurz: Discord ist primär ein Sprach- und Chat-Tool, aber auch noch sehr viel mehr als das. Also da kann man easy einen eigenen Server erstellen, seine Freunde einladen, dann über Voice-over-IP miteinander sprechen und auch den Screen sharen, also für Freunde live streamen. In persistenten Text-Chat-Kanälen kann man Nachrichten schreiben, Umfragen erstellen, Spiele spielen, Bots für alles Mögliche einstellen oder gleich komplette Foren anlegen. Ein Discord-Server funktioniert dabei quasi wie ein Community-Hub mit verschiedenen Unterkanälen, die alle für unterschiedliche Zwecke benannt und verwendet werden können. Also ein Discord-Server kann sehr viel mehr sein als nur eine Sprach- und Chat-Software für Freunde. Alles in einem Tool gebündelt und theoretisch komplett kostenlos. Für fast jedes Thema, Spiel, Verein, Hobby oder andere Dinge gibt es einen eigenen Discord-Server. Und ja, das Tool ist beliebt, also wirklich extrem beliebt. Aktuell hat Discord laut Schätzung 200 Millionen User. Jesus Christus.

Okay, aber warum sollte man überhaupt wechseln, wenn Discord doch so toll ist? Ja, das Ding ist, Discord will zukünftig das Alter von Usern verifizieren, entweder per Bild, Ausweis oder KI. Da kommen wir später nochmal im Detail zu. Fakt ist, die Ankündigung hat den Leuten mal so gar nicht gefallen. Wer hätte das ahnen können? Das sieht man auch sehr schön in den Google-Trends zu Discord-Alternativen und in den vielen Videos und Artikeln, die seitdem online gegangen sind und verschiedene Alternativen auflisten. In diesem Video konzentrieren wir uns aber nur auf eine einzige und die meiner Meinung nach beste Alternative: TeamSpeak. Die haben auch kurz nach der Discord-Ankündigung auf X gepostet, dass sie durch einen riesigen Anstieg an Usern in vielen Regionen an die Grenzen ihrer Server-Kapazitäten gekommen sind.

Und ja, ich muss zugeben, ich bin da nicht ganz unvoreingenommen, was TeamSpeak angeht. Denn meine Freunde und ich benutzen das seit mittlerweile 20 Jahren und wir sind nie auf Discord gewechselt. Dafür wurde ich auch schon oft ausgelacht, vor allem von Leuten, die jünger sind als ich. Aber ich muss keinen Ausweis einschicken. Wer lacht jetzt? Also TeamSpeak kommt aus Deutschland und existiert seit 2001. Der Teil des Unternehmens, der sich um Softwareentwicklung kümmert, sitzt auch weiterhin in Deutschland. Der Teil für Vermarktung und Vertrieb aber mittlerweile in den USA. Das ist alles ein bisschen verwirrend, aber ja, ich fand es wichtig zu erwähnen, dass TeamSpeak nicht nur noch ein rein deutsches Unternehmen ist.

Aber erstmal ein Rundgang, was TeamSpeak so kann. Also wenn man TeamSpeak runterladen will, ist das erstmal ein bisschen verwirrend, denn es gibt zwei verschiedene Versionen zur Auswahl: TeamSpeak 3 und TeamSpeak 6. Logisch. TeamSpeak 3 ist quasi noch die klassische uralte Version vom Client, die viele im Kopf haben, wenn sie an TeamSpeak denken, und die noch so aussieht wie der Windows-XP-Hardware-Manager. Ach nee, sorry, sorry, sorry. Kleine Korrektur. Wie der Windows-11-Hardware-Manager, der sieht nämlich immer noch ganz genauso aus. Okay, also manche würden sagen, TeamSpeak 3 ist hässlich. Ich sage, das ist Vintage. TeamSpeak 6 ist die modernere Version, die viel mehr Funktionen hat und auch deutlich schicker aussieht. TeamSpeak 3 hat den Vorteil, dass es extrem ressourcenschonend ist und man keinen Account braucht. Für TeamSpeak 6 muss man sich einen anlegen, wie bei Discord. Hat dann aber auch deutlich mehr Funktionen als TeamSpeak 3.

Was den Privacy-Aspekt angeht, muss man sagen, dass die Zusatzfunktionen von TeamSpeak 6, wie die Freundesliste, Gruppenchats und das Verschicken von Bildern, nicht über den eigenen Server laufen, sondern über den Account und die MyTeamSpeak-Cloud. Aber ja, gut, was Discord angeht, läuft das ja eh alles über die Discord-Server, also wenn man von da wechselt, dann ist TeamSpeak 6 auf jeden Fall trotzdem die attraktivere Alternative. Deswegen konzentrieren wir uns hier mal da drauf. Wenn man das installiert und sich einen Account erstellt, sieht das so aus. Hat auf den ersten Blick schon auch Ähnlichkeit zu Discord und ist am Anfang auch mindestens genauso verwirrend. Im Prinzip ist das aber simpel aufgebaut. Hier links oben werden die Server aufgelistet, mit denen man verbunden ist. Darunter kann man sich Lesezeichen abspeichern, dann kommen Kontakte und dann Gruppenchats. Hier in der Mitte werden einem öffentliche Server vorgeschlagen, denen man joinen könnte.

Tritt man einem Server bei, sieht man hier die einzelnen Räume, in denen man sprechen kann. Die kann man je nach Themen aufteilen und benennen. Hier auf diesem offiziellen Community-Server gibt es beispielsweise eine Gaming-Area, normale Talk-Channel und so AFK-Channel, wo man nicht reden kann. Anders als bei Discord ist man quasi direkt in einem Call, sobald man den Server betritt. Also man kann nicht auf irgendeinen Server gehen, ohne dass man in irgendeinem dieser Channel hängt. In meiner Vorstellung ist das wie so ein großes Büro, wo man halt unterwegs ist und jeweils in die einzelnen Räume geht oder halt im Flur rumsteht. Wenn man nicht reden will, dann mutet man sich einfach oder geht gleich in einen AFK-Channel. Wenn man will, könnte man hier auch so einen temporären und privaten Channel mit Passwort erstellen, der gelöscht wird, sobald man den Server wieder verlässt. Das ist auf so Community-Servern meistens so eingestellt, dass das geht.

Ein dicker Unterschied zu Discord ist, es gibt auf den Servern keine persistenten Chatkanäle. Also man kann innerhalb eines Channels schreiben, aber der Chat wird nur so lokal im Client gespeichert, und Leute, die danach reinkommen, sehen dann auch die Nachrichten gar nicht mehr. Bei TeamSpeak 6 sind persistente Chats ausgelagert, hier links bei Gruppenchats. Die existieren unabhängig von Servern. Einfach Gruppenchat erstellen, Freunde einladen und fertig. Dann kann man chatten, Bilder senden, und ja, das war’s. Also das ist alles schon ein bisschen basic. Es macht, was es soll, aber da geht in Discord-Chatkanälen schon deutlich mehr mit sowas wie Umfragen, einzelnen Threads oder so Integration von beispielsweise YouTube, wo man Videos zusammenglotzen kann. Freunde kann man auch per Direct Message anschreiben, aber sie wie bei Discord direkt anrufen geht nicht.

Aber ja, wir waren jetzt nur auf einem öffentlichen Server unterwegs, und eigentlich will man ja in 90 % der Fälle einen eigenen für sich und seine Freunde erstellen, wie bei Discord. Aber da, wo bei Discord der Button für Server hinzufügen wäre, steht hier nur „Erstelle eine TeamSpeak-Community“. Hm, klickt man da drauf, sieht man den größten Knackpunkt bei TeamSpeak. Die Nummer ist nicht kostenlos. Wenn man einen Server für bis zu zehn gleichzeitige User erstellen will, kostet das 5 US-Dollar im Monat. Okay, das ist nicht superteuer und man kann sich das mit Freunden teilen, aber ja, da haben viele einfach keinen Bock drauf. Und wenn man mehr Slots braucht, für beispielsweise eine WoW-Gilde oder so mit bis zu 60 Slots, dann kostet das schon 17,99 im Monat, und ja, das haut schon rein. Und ja, bei Discord kostet das halt keinen Cent, so gut wie unbegrenzt große Server zu erstellen. Kein Wunder, dass das so beliebt ist.

Aber wenn wir eins hier bei c’t 3003 lieben, dann ist es, Dinge selbst zu hosten. Und das Geile ist, man kann sich einen TeamSpeak-6-Server selber aufsetzen für bis zu 32 User gleichzeitig und das komplett kostenlos. Wie das geht, kommt gleich. Timestamps für jeweilige Betriebssysteme sind hier unten. Vorher noch die Frage: Wie kriege ich eigentlich meine Freunde dazu, auf TeamSpeak zu wechseln? Dafür schauen wir uns nochmal die Altersverifikation genauer an. Das ist nämlich schon echt nicht ohne und auf jeden Fall ein Argument gegen Discord. Das US-Unternehmen hat im Februar dieses Jahres angekündigt, eine verpflichtende Altersverifikation für bestimmte Inhalte einzuführen. Damit sollten alle neuen und bestehenden Benutzerkonten weltweit automatisch auf jugendgerechte Erfahrung mit eingeschränktem Zugang zu altersbeschränkten Bereichen und Inhaltsfeldern eingestellt werden. Dafür können User wählen, ob sie zur Altersverifikation eine Schätzung durch Gesichtserkennung nutzen, also ein Foto einschicken oder gleich den Ausweis. Toll, hat man auf jeden Fall Bock drauf.

Und ja, der Shitstorm war anscheinend so groß, dass das Unternehmen dann in einem zweiten Statement leicht zurückgerudert ist. In einem Update heißt es, der Gesichtsscan oder die Vorlage eines Ausweisdokuments werde nur für eine Minderheit von Nutzern notwendig. Das Alter der meisten User werde von einem KI-Modell automatisch geschätzt. Dafür zieht die KI Verhaltensmuster und mehrere andere Signale heran. Erst wenn die automatische Altersschätzung kein mit hoher Wahrscheinlichkeit verlässliches Ergebnis erzielt, wird eine manuelle Verifizierung notwendig. Okay, das User-Alter wird also mit KI geschätzt. Aber wie? Laut Discord wird dabei sowas wie das Account-Alter, die Zahlungsmethode, besuchte Server und allgemeine Aktivitätsmuster in Betracht gezogen. Bei diesen allgemeinen Aktivitätsmustern verlinkt Discord auf sein DERE-System. Das steht für Discords Entity-Relationship-Embeddings. Vereinfacht gesagt untersucht das System dabei die Beziehung zwischen User, Server und Spiel, um daraus beispielsweise Analysen abzuleiten oder auf den User angepasste Empfehlungen anzuzeigen. So oder so ähnlich könnte dann DERE oder eine Abwandlung davon auch das Alter schätzen. Genau bestätigt hat Discord diesen Zusammenhang noch nicht, aber will dazu zukünftig noch genauere technische Details veröffentlichen.

Diese Methode, also Altersschätzung mit KI, ist übrigens auch kein Einzelfall. YouTube testet gerade auch sowas Ähnliches. Naja, das ist schon mal besser, als ein Bild oder gleich den Ausweis einzuschicken, aber trotzdem bekommt man schon irgendwie ein mulmiges Gefühl, dass Discord permanent das Verhalten der User auch für Altersschätzung analysiert. Oder geht nur mir das so? Und ja, das ist auch nicht das erste Mal, dass Discord negative Schlagzeilen gemacht hat. 2025 gab es ein Datenleck bei Discords Kundenservice-Dienstleister Zendesk, bei dem sensible Daten geklaut wurden. Unter anderem Fotos, die für Altersnachweise verwendet wurden. Haha, tja, hoppla.

Okay, also das sind eigentlich alles Argumente, um sich einen eigenen TeamSpeak-Server aufzusetzen. Aber wie geht das? Erstmal die Installation. Falls ihr eh schon sowas wie Unraid laufen habt, wo ihr über ein grafisches Interface Docker-Container installieren könnt, ist das wirklich kinderleicht. Hier bei Unraid einfach auf Apps nach TeamSpeak 6 suchen und beim binhacks-official-teamspeak-6-server auf „Installieren“ drücken. Fertig. Der Server läuft. Jetzt noch bei Docker auf den Container und dann auf „Logs“ klicken und da dann den „Server Privilege Key“ rauskopieren und irgendwo für später abspeichern. Auf Windows läuft das ähnlich einfach. Hier auf dem offiziellen GitHub-Repository die Dateien für Windows runterladen und „ts-server.exe“ doppelklicken. Fertig. Der Server läuft. Hier nur noch den „Server Admin Key“ rauskopieren und abspeichern. Den braucht man wieder später.

Falls ihr einen Linux-Server laufen habt oder sowas wie einen Raspi, Thin-Client oder gemieteten Server, dann muss man ein klein wenig mehr machen, aber das ist immer noch okay einfach. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, das mit Docker zu machen. Nur ganz grob: Mit Docker kann man Serveranwendungen wie beispielsweise TeamSpeak in einem Container aufsetzen, der abgeschottet für sich läuft, und da ist alles drin, was der Server so braucht. In erster Linie ist das viel einfacher, als alles manuell selbst zu installieren. Was Docker genau ist und wie das im Detail funktioniert, hatten wir schon mal ausführlich in einem Video erklärt. Falls euch das interessiert, Link ist in der Beschreibung. Aber keine Angst, für TeamSpeak muss man eigentlich nur stumpf zwei, drei Sachen machen.

Einmal Docker installieren. Falls ihr das nicht schon habt, das geht am einfachsten über das offizielle Installationsskript. Dafür öffnet ihr das Terminal oder verbindet euch per SSH mit eurem Server und knallt diese beiden Befehle rein. Ich packe die auch alle noch in die Beschreibung. Falls ihr eine Fehlermeldung für curl bekommt, einmal sudo apt install curl eingeben. Dann legen wir eine Datei namens docker-compose.yml an. Das ist eine Konfigurationsdatei, in der man Eigenschaften für Container definieren kann, also auch für unseren TeamSpeak-Server. Dafür dann nano docker-compose.yml eingeben und dann das hier reinkopieren. Findet man alles in der Beschreibung. Dann speichern mit Strg+O, also STRG oder CMD+O. Einmal bestätigen und mit Strg+X beenden. Jetzt ist quasi die Konfiguration für den TeamSpeak-Server angelegt.

Jetzt nur noch den Server starten mit sudo docker-compose up -d. Ja, und jetzt läuft der Server. Wir brauchen aber noch den Berechtigungsschlüssel, damit wir uns als Admin auf dem Server anmelden können. Dafür sudo docker logs teamspeak-server eingeben und da, wo server admin privilege key created steht, den Key kopieren und irgendwo abspeichern. Fertig. Okay, der TeamSpeak-Server läuft, und man kann sich jetzt verbinden. Aus dem Heimnetz verbindet man sich mit der lokalen IP und schreibt :9987 dahinter. Einfach hier links oben die IP eingeben, bestätigen und man joint dem Server. Nice. Hier oben sollte dann stehen: „Ist dies dein TeamSpeak-Server?“ Ja, ist es. Da kommt dann dieser Server-Privilege-Key rein, den man sich vorher irgendwo abgespeichert hat. Reinkopieren, bestätigen, und dann seid ihr Server-Admin.

Als Erstes würde ich dann auf jeden Fall hier oben beim Server über Rechtsklick, „Edit Server Settings“, „Show Advanced“ ein Passwort festlegen und den Haken bei „Add Server to Public Directory“ rausnehmen. Dann kann der nicht mehr in Suchen gefunden werden. Trotzdem soll er für Freunde mit der richtigen IP erreichbar sein. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste wäre es, die Ports im Router freizugeben. Dafür geht man in den Routereinstellungen, wie hier beispielsweise in der FRITZ!Box, auf „Internet“, „Freigabe“, „Gerät für Freigaben hinzufügen“, dann das Gerät hier aus der Liste auswählen und hier unten auf „Neue Freigabe“ klicken. Dann auf „Portfreigabe“, bei „Anwendung“ „Andere Anwendung“ auswählen, „UDP“ als Protokoll auswählen und hier dreimal den Port 9987 eintragen. Bestätigen und auf „Übernehmen“ drücken.

Ports freigeben macht vielleicht bei dem einen oder anderen ein bisschen Bauchschmerzen. Damit ist dann halt ein Dienst von außen zugänglich. Ich halte das für vertretbar, wenn man wirklich nur genau die richtigen Ports für den jeweiligen Dienst öffnet. Es gibt noch weitere Möglichkeiten, einen Home-Server von außen erreichbar zu machen. Wir haben genau zu dem Thema schon mal ein komplettes Video gemacht, also checkt das gerne mal aus, falls ihr Bedenken habt. Ah, und standardmäßig bietet ein TeamSpeak-Server auch File-Transfer, für den man noch einen zusätzlichen Port öffnen müsste. Also damit kann man dann Dateien auf den Server hoch- und runterladen. Das ist noch so ein uraltes Feature und ich finde, dafür gibt es mittlerweile deutlich bessere Dienste, deswegen ignoriere ich das hier und ich würde den Port dafür auch geschlossen halten. Für Voice braucht man den nicht.

Okay, naja, also so oder so, der Server ist jetzt von außen erreichbar, und man kann sich mit der IP-Adresse verbinden. Wenn ihr eure öffentliche IP herausfinden wollt, geht das beispielsweise im Online-Monitor in der FRITZ!Box oder über verschiedene Websites von VPN-Anbietern oder sowas wie „wieistmeineip.de“. Kopiert da die IPv4-Adresse und schreibt :9987 dahinter. Das ist die Adresse eures TeamSpeak-Servers, womit sich eure Freunde und ihr verbinden könnt. Okay, das Ding ist erreichbar, weiter mit den Server-Settings. Hier kann man nämlich einiges einstellen, zum Beispiel hier rechts bei den Rechten. Also beispielsweise kann man Servergruppen festlegen und was die alles so dürfen. Zum Beispiel will ich nicht, dass Gäste sich frei auf dem Server bewegen können. Dafür klicke ich hier auf „Guest“, scrolle runter und nehme beim Zugang alle Haken raus. Genauso auch unter „Erstellen“, damit Gäste keine neuen Channels erstellen können. Also ihr checkt, ich gehe jetzt nicht über jede Einstellung einzeln, aber wenn man will, kann man sich das hier alles ganz genau anpassen.

Auf dem Server ist es noch relativ leer. Standardmäßig gibt es hier nur einen „Default Channel“, den kann man rechtsklicken, bearbeiten und beispielsweise in Eingang umbenennen. Unten auf „Channel erstellen“ kann man neue hinzufügen. Wenn man bei einzelnen Channels auf das Symbol hier oben klickt, kann man da auch noch eine Bild-URL einfügen, um die irgendwie bunt aussehen zu lassen. Ja, also da lässt sich insgesamt viel einstellen, wenn man die Lust dazu hat. So setzt man sich auf jeden Fall seinen eigenen TeamSpeak-Server auf, wo man jetzt mit seinen Freunden abhängen kann. Screensharing funktioniert übrigens auch. Einfach nur auf diesen Knopf hier unten drücken. Dann kann man verschiedene Dinge wie die Auflösung, FPS und Bitrate einstellen und Stuff von seinem Bildschirm streamen. Das läuft dann über Peer-to-Peer, also nicht über euren Server. Das heißt, man streamt direkt von sich zu den jeweiligen Zuschauern. Das hat weniger Latenz, als wenn es noch über irgendeinen Server laufen würde, belastet aber auch je nach Zuschauerzahl mehr den Upload.

Was jetzt noch im Vergleich zu Discord fehlt, sind Text-Channel, also dauerhafte Text-Channel. Die gibt es, wie ich schon meinte, nur ausgelagert. Also der Move wäre hier, einen Server für eure kleine Freundes-Community zu erstellen und jeweils hier links dann noch einen Gruppenchat und alle einladen. Also ja, alles nicht ganz so mächtig wie bei Discord, aber das funktioniert auch schon ganz nice, wie ich finde. Übrigens gibt es bisher keine Möglichkeit, mit einer TeamSpeak-6-Lizenz die Slotgröße vom eigenen Server zu erhöhen. Das geht bisher nur mit einem TeamSpeak-3-Server. Aber das kommt vermutlich noch, denn dieser TeamSpeak-6-Server-Release ist bisher auch noch in der Beta. Wenn man mehr Slots für einen eigenen TeamSpeak-6-Server haben will, geht das bisher nur über den Community-Plan für, wie ich schon meinte, 17,99. Der hat dann 60 Slots und ist dann logischerweise nicht lokal gehostet, sondern läuft über TeamSpeak selbst, wie bei Discord.

Ah, übrigens, mit dem TeamSpeak-6-Client kann man auch auf TeamSpeak-3-Server und andersrum. Aber dann fehlen halt dementsprechend Funktionen, wie beispielsweise das Livestreaming. Trotzdem cool, dass das geht. Naja, also TeamSpeak ist nicht so mächtig wie Discord, und so riesige Community-Server für verschiedene Themen zu erstellen, ist bisher noch nicht so richtig gut möglich. Dafür bräuchte es servergebundene persistente Chats und mehr Hosting-Optionen, aber für das Abhängen mit Freunden reicht so ein 32-Slot-Server auf jeden Fall. Und mit Livestreaming, Freundesliste und Gruppenchats kommt das der Discord-Experience schon irgendwie nah. Wechselt ihr von Discord weg? Wenn ja, wohin? Schreibt das gerne mal in die Kommentare. Und sonst Daumen nach oben bitte und bis zum nächsten Mal. Tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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„Copy Fail“: Linux-root in allen großen Distributionen mit 732 Byte Python

Von Heise — 30. April 2026 um 09:06
Linux-Pinguin Tux vor abstraktem Hintergrund

(Bild: Tux by Larry Ewing / GIMP)

Die Entdecker haben die root-Lücke im Linux-Kernel „Copy Fail“ getauft. Alle größeren Distributionen seit 2017 sind betroffen.

Im Linux-Kernel haben IT-Forscher eine Schwachstelle entdeckt, die Angreifer zum Erlangen von root-Rechten missbrauchen können. Die Entdecker haben die Schwachstelle „Copy Fail“ getauft. Ihnen zufolge sind alle Linux-Distributionen, die seit 2017 verfügbar sind, davon betroffen.

Das schreiben die IT-Forscher in einem Blog-Beitrag [1], der Bericht ist ihnen jedoch sogar eine eigene Domain wert [2]. Die Lücke haben sie offenbar mit dem KI-Werkzeug Xint Code aufgespürt. Es handelt sich um einen Logikfehler, der lokalen Nutzern im System ermöglicht, einen deterministischen, kontrollierten 4-Byte-Schreibzugriff auf den Page-Cache jedes lesbaren Dateisystems eines Rechners auszuführen. Mit einem Python-Skript von 732 Byte Größe gelingt es den Forschern, eine Binärdatei mit setuid-Flag zu manipulieren und dadurch root-Rechte zu erlangen (CVE-2026-31431 [3], CVSS 7.8, Risiko „hoch“).

Die IT-Sicherheitsforscher führen weiter aus, dass der Kernel die manipulierte Page nicht als „Dirty“ zum Rückschreiben aufs Laufwerk markiert, sodass die Datei unverändert bleibt und einfache Checksummen-Prüfungen von der Manipulation nichts mitbekommen. Beim tatsächlichen Dateizugriff erfolgt jedoch der Rückgriff auf den Page-Cache. Damit lassen sich zudem Container-Grenzen sprengen, da der Page-Cache auf dem Host geteilt wird. Konkret kündigen die IT-Forscher an, weitere Details zu veröffentlichen, die den Ausbruch aus Kubernetes-Containern erörtern.

Fehler im Krypto-Subsystem

Der Fund sei zwar KI-unterstützt gewesen, basierte aber auf Untersuchungen der Interaktion des Linux-Krypto-Subsystems mit Page-Cache-Daten. Interessierte finden sehr tiefgehende Details im Blog-Beitrag. Dort stellen die Programmierer auch einen Proof-of-Concept-Exploit vor. Das Python-Skript ist 732 Byte groß und verschafft lokalen Angreifern root-Rechte etwa unter Ubuntu 24.04 LTS mit Kernel 6.17.0-1007-aws, Amazon Linux 2023 mit Kernel 6.18.8-9.213.amzn2023, RHEL 10.1 und Kernel 6.12.0-124.45.1.el10_1 sowie SUSE 16 mit Kernel 6.12.0-160000.9-default. Zumindest haben die Entdecker der Schwachstelle diese Kombinationen erfolgreich getestet.

Einen Fix für den Kernel-Quellcode stellen die IT-Forscher ebenfalls bereit. Aktualisierte Kernel sollten inzwischen die größeren Distributionen bereitstellen. Als temporäre Gegenmaßnahme soll demnach aber helfen, AF_ALG-Socket-Erstellung über seccomp zu blockieren oder aber als algif_aead-Modul in die Blacklist aufzunehmen, sodass der Kernel es nicht lädt: echo "install algif_aead /bin/false" > /etc/modprobe.d/disable-algif-aead.conf && rmmod algif_aead 2>/dev/null im Terminal erledigt das und entfernt gegebenenfalls das geladene Modul aus dem Speicher.

Es ist erst wenige Tage her, da hat die Telekom mittels KI die Schwachstelle „Pack2TheRoot“ in Linux [4] aufgespürt. Auch hierbei handelt es sich um eine Rechteausweitungslücke, die sich in mehreren Linux-Distributionen in den Standardkonfigurationen ausnutzen ließ.

Update

Im letzten Satz korrigiert, dass die Lücke „Pack2TheRoot“ in Linux, nicht im Kernel war.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://xint.io/blog/copy-fail-linux-distributions
  2. https://copy.fail/
  3. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-31431
  4. https://www.heise.de/news/Pack2TheRoot-Sicherheitsluecke-betrifft-mehrere-Linux-Distributionen-11272897.html
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:dmk@heise.de

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ESP-Claw bringt KI-Agenten direkt auf den ESP32

Von Heise — 29. April 2026 um 16:26
ESP32-Entwicklungsboard auf hellem Hintergrund mit überlagertem ESP-Claw-Logo in Rot

Espressif

Statt starrer Firmware setzt ESP-Claw auf Chat-Steuerung und KI für flexible IoT-Projekte.

Mit ESP-Claw hat Espressif ein neues Framework für ESP32-Boards veröffentlicht. Statt Geräte direkt zu programmieren, setzt das Projekt auf einen Agentenansatz direkt auf den Chips. Die Idee dahinter: Sensoren liefern Daten, ein lokaler Agent trifft Entscheidungen und das Gerät reagiert selbstständig.

Technisch basiert ESP-Claw auf einem Runtime-System, das auf ESP32-Boards wie dem S3 läuft. Der Ansatz nennt sich „Chat Coding“: Das Verhalten eines Geräts kann über Konversationen definiert werden, statt klassische Firmware zu schreiben. Im Hintergrund werden diese Eingaben in Aktionen übersetzt, die der Mikrocontroller ausführt. Ergänzt wird das Ganze durch eine ereignisgesteuerte Architektur, bei der Sensorwerte, Nachrichten oder andere Trigger direkt eine Verarbeitungskette starten können. Reaktionen sind laut Projekt im Millisekundenbereich möglich.

Für Maker interessant ist vor allem die flexible Erweiterbarkeit. ESP-Claw bringt eine strukturierte Speicherverwaltung mit, um Zustände und Kontext direkt auf dem Gerät abzulegen und nachhaltig zu speichern. Gleichzeitig lassen sich externe Dienste über standardisierte Schnittstellen anbinden, etwa über das Model Context Protocol (MCP). Auch die Integration von Messaging-Diensten wie Telegram ist vorgesehen, dadurch kann man Geräte in bestehende Kommunikationswege einbinden.

Niedrige Einstiegshürde

Ein weiterer praktischer Punkt ist die vergleichsweise niedrige Einstiegshürde. Unterstützte Boards lassen sich direkt im Browser konfigurieren und flashen, ohne lokale Toolchain. Wer tiefer einsteigen will, kann das System aber auch klassisch selbst bauen und anpassen. Durch den modularen Aufbau lassen sich einzelne Komponenten austauschen oder erweitern, etwa um zusätzliche Sensorik, Aktoren oder eigene Logik einzubinden.

Spannend wird das Ganze in Maker-Händen. Beispiele für Projekte sind etwa smarte Kameraknoten, die Ereignisse selbst interpretieren, Sprachinterfaces für Smart-Home-Steuerung oder Geräte, die auf Basis von Sensordaten eigenständig Entscheidungen treffen, etwa in der Heimautomation.

Auf der offiziellen GitHub-Seite [1] sind in Videos einige Beispielprojekte festgehalten. So wird ein LED-Streifen an einen ESP angeschlossen und dem Agenten via Chat mitgeteilt, wie dieser Streifen angeschlossen ist und dass mit dem LED-Streifen ein Regenbogenlicht realisiert werden soll. Nach kurzer „Überlegung“ des Agenten beginnt der Streifen entsprechend zu leuchten.

Für Maker bedeutet das vor allem weniger Code und mehr Fokus auf das Verhalten eines Projekts. Statt Zustände und Abläufe komplett selbst zu modellieren, kann man mit einem Agenten arbeiten, der sich dynamisch anpassen lässt. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über Daten erhalten, weil viele Funktionen lokal laufen. Noch ist das Projekt in Entwicklung, aber es zeigt recht deutlich, wohin sich IoT im Hobbybereich bewegen könnte: weg von starren Skripten, hin zu kleinen, eigenständig agierenden Systemen.

Wer direkt mit KI loslegen möchte, kann mit unserem selbst gebauten KI-Telefon [2] Ideen austauschen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11276353

Links in diesem Artikel:

  1. https://github.com/espressif/esp-claw
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Raspi-Projekt-Mit-ChatGPT-an-einem-umgebauten-Tischtelefon-Ideen-austauschen-11202033.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Weiterer Mangel: Harz für Platinen knapp

Von Heise — 29. April 2026 um 15:10
RISC-V-Prozessor auf einer Platine

Halbleiterbauelemente sitzen auf Trägern, die als Brücke zur Platine dienen. Die Rohstoffe für diese Bauteile sind derzeit knapp.

(Bild: heise medien)

Der wichtigste Lieferant von Polyphenylenether hat nach einem Angriff offenbar die Auslieferungen eingestellt. Das betrifft alle elektronischen Geräte.

Es bahnt sich ein weiterer Mangel durch den Iran-Krieg an: Polyphenylenether (PPE) für die Herstellung von Platinen und teilweise Chipträgern könnte in den kommenden Monaten knapp werden. Die Saudi Basic Industries Corporation (SABIC) soll nach einem Raketenangriff durch Iran Anfang April die Auslieferungen eingestellt haben.

Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters [1] anhand geschäftsnaher Quellen. SABIC selbst schreibt [2] in seinem jüngsten Quartalsbericht vom 29. April lediglich über „sich verschärfende Lieferstörungen aufgrund des Konflikts im Nahen Osten“, die mehrere Kunststoffe betreffen.

Einen Lieferstopp bestätigt SABIC nicht, dementiert ihn aber auch nicht. Videos von Angriffen auf die saudische Region Al-Dschubail und ihre petrochemische Industrie wurden über soziale Medien geteilt.

Rohstoffpreise steigen bereits

Lieferzahlen zu PPE sind rar. Laut Reuters macht SABIC jedoch rund 70 Prozent der weltweiten Lieferungen aus. Gemäß einer Goldman-Sachs-Analyse sind die Preise für das Harz im April bereits um 40 Prozent gestiegen.

PPE ist unter anderem bis mehr als 100 Grad Celsius hitzebeständig, isoliert elektrisch und nimmt kaum Feuchtigkeit auf. Dadurch eignet sich das Harz für die Isolierschichten vor allem in Platinen (Printed Circuit Boards, PCBs). Alle elektronischen Geräte brauchen heutzutage PCBs, sodass ein Rohstoffmangel potenziell die Preise erhöht.

Schon das Glasgewebe von Nittobo und der Ajinomoto Build-up-Film (ABF) für Chipträger zeigten [3], dass essenzielle Bestandteile in der Halbleiterproduktion an einzelnen Unternehmen hängen. Häufig lohnt es sich für andere Firmen aufgrund normalerweise geringer Margen nicht, in den Markt einzusteigen.

Die Börse reagiert derweil schon auf die aktuelle Entwicklung: Die Aktie des südkoreanischen PPE-Zulieferers Kolon Industries ist allein im April um 30 Prozent gestiegen, seit Jahresbeginn um über 130 Prozent.

Auswirkungen ziehen sich hin

Der deutsche Verband der Elektro- und Digitalindustrie ZVEI schreibt in einer Stellungnahme an heise online, dass ihm zu Engpässen bei Kunststoffen wie PPE zumindest derzeit noch keine Meldungen vorliegen. Das könnte schlicht an der Auslagerung der Produktion nach Asien liegen – in Deutschland ist die Herstellung von PCBs längst nicht mehr rentabel. Bis sich ein Rohstoffmangel zu Beginn der Lieferkette hierzulande auswirkt, dürften Monate vergehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11276801

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.reuters.com/world/middle-east/iran-war-disrupts-the-circuit-board-supply-chain-raises-costs-tech-firms-2026-04-27/
  2. https://www.sabic.com/en/Images/EARNINGS-RELEASE-Q1-2026_tcm1010-51239.pdf
  3. https://www.heise.de/news/Chiptraeger-Knappheit-Mangel-bei-Prozessoren-und-Grafikkarten-droht-11174808.html
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Maker Bits: Software, Hardware und Infos für Maker

Von Heise — 28. April 2026 um 18:39
KI Bild aber wir machen es lieber selbst.

(Bild: ChatGPT)

Kampferprobte 3D-Drucke, mechanischer Flipper, 80 Stimmen Polyphonie mit ESP32, Fotos-Texturen mit FDM-Druck, macOS auf Wii, CardPuter mit Linux.

Bei Recherchen für Artikel oder eigene Projekte bleibt fast immer etwas an Nebenfunden hängen: ein Video, ein Tool, ein Board, eine absurde Portierung oder ein Bastelprojekt, das man eigentlich nur kurz anklicken wollte – und bei dem man dann doch hängen bleibt. Genau dieses digitale Treibgut sammle ich, weil daraus oft schneller neue Ideen entstehen als aus der eigentlichen Suche.

Hier also wieder ein kleiner Fang der letzten Tage. Vielleicht ist ja auch für euch etwas dabei – und wenn ihr selbst über spannende Tools, Hardware oder Videos gestolpert seid, dann gern in die Kommentare damit.

Robuster drucken mit Orca Slicer 2.3.2

Wer funktionale Teile druckt, landet früher oder später bei der immer gleichen Frage: Wie bekommt man aus normalem PLA(+) noch ein bisschen mehr Belastbarkeit heraus? Im aktuellen Video von Maker’s Muse geht es im Kontext von Roboter-Kämpfen genau darum. Gezeigt werden nicht etwa exotische Materialien oder Spezialhardware, sondern erstaunlich bodenständige Einstellungen in Orca Slicer 2.3.2 (siehe auch diesen Newsbeitrag [1]). 100 Prozent konzentrisches Infill, versetzte zusätzliche Wände, unterschiedliche Linienbreiten für Außen- und Innenbereiche und die Möglichkeit, den Materialfluss gezielt im Inneren zu erhöhen.

Spannend finde ich daran vor allem, dass hier keine Wunderlösung verkauft wird. Stattdessen zeigt sich wieder einmal, wie viel Mechanik und Materialverhalten schon im Slicer entschieden werden. Gerade bei Haltern, Werkzeugen oder Robotik-Teilen lohnt sich der Blick auf solche Profile oft mehr als der reflexhafte Griff zum nächsten „Engineering Filament“.

Mechanischer Flipper im 3D-Druck

Nicht jedes spannende Maker-Thema muss ein neues Dev-Board oder eine Library sein. Manchmal reicht auch ein Video, das einen alten Klassiker einmal anders denkt. Schon der Titel „Pinball like you’ve never seen before.“ reicht aus, um bei mir den Spieltrieb anzuschalten. Hier wird ein Flipper, also eigentlich ein komplettes Baukastensystem, entworfen und gebaut. Am Ende steht aktuell ein Flipper für zwei oder vier Personen, die gegeneinander spielen.

Ich mag solche Projekte: Selbst wenn man nichts 1:1 nachbaut, bleibt fast immer irgendeine Idee hängen – sei es für Antriebe, 3D-Druck, Konstruktion oder einfach für die Frage, wie man aus einem bekannten Prinzip mit etwas Kreativität wieder etwas Neues machen kann. Für Maker ist das oft viel interessanter als das hundertste „hier ist ein neues Board mit noch mehr GPIOs“.

Tonsynthese: 80 Stimmen aus dem ESP32

Mit dem ESP32Synth-Projekt zeigt Danilo Gabriel auf Hackaday [4], wie weit man heutige Mikrocontroller auch im Hinblick auf Audio treiben kann. Die Library basiert auf ESP-IDF, läuft bare-metal-nah, ist auf hohe Polyphonie ausgelegt und schafft laut Projekt standardmäßig 80 Stimmen, im Grenzbereich sogar deutlich mehr. Audio läuft über I²S, dazu kommen klassische Wellenformen, Wavetables, SD-Streaming für WAV-Dateien und sogar eigene DSP-Hooks für Effekte oder spezielle Oszillatoren.

Besonders sympathisch ist daran, dass das Projekt (gitHub) nicht nur als Synth-Spielerei daherkommt [5], sondern als echter Bausatz für eigene Instrumente, Soundgeneratoren oder Installationen. Wenn man schon einen ESP32 herumliegen hat, ist das genau die Art von Software, aus der schnell ein Wochenendprojekt wird – und im besten Fall ein sehr lautes.

Fotos auf 3D-Modelle drucken

Ebenfalls schön bunt ist das Video „I Built a Tool to Paint 3D Models with Photos“. Dahinter steckt Primed3D von 3D Revolution [7]: ein freies Open-Source-Werkzeug, das STL- oder 3MF-Modelle im Browser bemalen kann – inklusive Farbverläufen, Flächenfüllung und eben auch Foto-Projektion. Anschließend lässt sich daraus wieder ein 3MF exportieren, wahlweise für „normale“ (unbezahlbare) Mehrfarb-Drucker oder als geditherte Mehrmaterial-Version für FDM-Drucker mit Filamentwechsler.

Gerade für Cosplay, Deko, Figuren oder experimentelle Drucke finde ich das spannend. Denn statt nur einzelne Filamentfarben zuzuweisen, rückt damit die eigentliche Oberflächengestaltung stärker in den Mittelpunkt. Schön ist außerdem, dass das Tool komplett clientseitig laufen soll – die Dateien bleiben also im Browser und wandern nicht erst auf irgendeinen Server.

Mac OS X auf der Wii

Es gibt diese Projekte, bei denen man schon beim Titel weiß, dass sie völlig unnötig sind – und genau deshalb großartig. „Booting Mac OSX on a Nintendo Wii“ gehört eindeutig in diese Kategorie. Bryan Keller hat Mac OS X 10.0 Cheetah nativ auf die Nintendo Wii portiert [9]und den Weg dorthin in seinem Blog dokumentiert. Weil die Wii auf einem PowerPC 750CL basiert, also auf einem Verwandten der G3-Prozessoren früher Apple-Rechner, war die Idee technisch nicht komplett abwegig – nur eben trotzdem ziemlich wild. Der YouTuber Action retro musste es natürlich ausprobieren.

Richtig schön wird das Projekt aber erst im Detail: eigener Bootloader, Kernel-Patches, Treiberarbeit, SD-Karten-Boot und als Bonus noch die Korrektur des zunächst magentafarbenen Bildes per Dual-Framebuffer-Konstruktion, weil die Wii intern YUV erwartet, Mac OS X aber RGB haben will. Spätestens an diesem Punkt ist man dann wieder bei der beruhigenden Erkenntnis, dass „läuft irgendwie“ in der Maker-Welt oft schon die halbe Miete ist. Und der Classic Mode … uhhh. Das kenne ich nur von meinem Shapeshifter-Mac-Emulator auf dem Amiga.

Cardputer Zero: Taschenrechner für Tüftler und Linuxer

Die Cardputer auf ESP32-Basis waren nicht uninteressant, aber man musste viel selbst programmieren, wenn man produktiv werden wollte. M5Stack positioniert den CardputerZero mit Linux [11] als „Pocket Raspberry Pi Computer for Hackers“ und zielt damit klar auf alle, denen ein normaler Mikrocontroller-Handheld nicht mehr reicht. Laut Hersteller soll das Gerät als tragbares Linux-Labor für SSH, Python, Git, Vim, Edge-AI-Anwendungen und Hardware-Basteleien dienen. Erwähnt werden außerdem eine eingebaute App- beziehungsweise Firmware-Verteilung, Erweiterbarkeit über Grove, M5Units sowie Schnittstellen wie SPI, I²C, UART, USB und GPIO. Und ja, die Hardware basiert auf einem auch beim Raspi Zero verbauten Chip.

(Bild: m5stack)

Interessant ist daran hauptsächlich die Richtung: Weg vom reinen Gadget, hin zu einem wirklich mobilen „Arbeitsgerät“ für Leute, die gern direkt am Gerät tippen, testen und schrauben. Wenn M5Stack die Versprechen halbwegs einlöst, könnte das ein ziemlich cooles Werkzeug für Feldtests, Mini-Terminals, Off-Grid-Kommunikation oder einfach für unterwegs „Rumnerden“ werden. Laut M5Stack befindet sich das Projekt derzeit noch in der Vorstartphase; der Kickstarter ist für Mitte bis Ende Mai 2026 angekündigt, mit Early-Bird-Preisen von 59 US-Dollar für die Lite-Version und 89 US-Dollar für die reguläre Variante.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11275610

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/OrcaSlicer-2-3-2-Massives-Update-11265708.html
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  4. https://hackaday.com/2026/04/23/esp32synth-an-audio-synthesis-library-for-the-esp32/
  5. https://github.com/danilogcrf2-oss/ESP32Synth
  6. https://www.heise.de/make
  7. https://primed3d.com/
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  9. https://bryankeller.github.io/2026/04/08/porting-mac-os-x-nintendo-wii.html
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  11. https://m5stack.com/cardputerzero
  12. mailto:caw@make-magazin.de

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