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Anzeige: Logitech G29 SE im Preisverfall - aktuell nirgendwo günstiger als bei Amazon

Von Claus Ludewig — 25. Mai 2026 um 10:40
Bei Amazon gibt es aktuell das Rennlenkrad Logitech G29 SE zum Bestpreis. Käufer profitieren dabei vom umfangreichen Zubehör.
Aktuell bietet Amazon das Logitech G29 als SE-Modell zum Bestpreis an. Doch gilt das nur noch bis zum 2. Juni. (Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon) amazon Affiliate

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Aktuell bietet Amazon das Logitech G29 als SE-Modell zum Bestpreis an. Doch gilt das nur noch bis zum 2. Juni. Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon

Wer in Rennsimulationen vom Schlage eines Assetto Corsa oder Le Mans Ultimate möglichst realistisch einsteigen will, benötigt ein Lenkrad. Nur so lassen sich die Fahrzeuge sehr gut kontrollieren. Zwar lassen sich mehrere Hundert Euro für ein Lenkrad samt Pedalerie ausgeben, doch wer erst mal anfangen möchte, für den eignet sich ein Einsteiger-Lenkrad wie das Logitech G29. Als SE-Modell handelt es sich gar um ein Rund-um-sorglos-Paket, mit allem, was so benötigt wird, um in die Simracing-Welt einzusteigen.

Was kostet das Logitech G29 SE Lenkrad?

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon das Logitech G29 SE Rennlenkrad inkl. Pedalerie und Schaltung für nur 234,99 Euro

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. Dieses Amazon-Angebot gilt noch bis zum 2. Juni. In den vergangenen Wochen mussten Käufer bei Amazon über 300 Euro für dieses Bundle auf den Tisch legen, wie ein Blick in die Keepa-Preischronik aufzeigt. Laut dem PCGH-Preisvergleich gibt es das Logitech G29 SE aktuell nirgendwo günstiger, wenn man die Versandkosten berücksichtigt.

Logitech G G29 SE Lenkrad inkl. Pedalerie + Schaltung | PC + PS5/PS4

306,94 €, jetzt: 234,99 € (-23%) bei amazon Zum Angebot

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Wie gut ist das Logitech G29?

Das Logitech G29 zählt seit Jahren zu den beliebtesten Racing-Lenkrädern für PC, Playstation 4 und Playstation 5. Zahlreiche Tests und Nutzerbewertungen bescheinigen dem Modell ein besonders starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, vor allem für Einsteiger in die Welt der Rennsimulationen. Hochwertige Materialien wie der Lederbezug am Lenkradkranz, robuste Aluminiumschaltwippen und Pedale aus Metall sorgen für einen wertigen Eindruck und vermitteln ein authentisches Fahrgefühl.

Die hier angebotene SE-Version unterscheidet sich technisch kaum vom regulären Logitech G29. Logitech nutzt die Zusatzbezeichnung SE für spezielle Bundles oder Sondereditionen, die sich optisch leicht unterscheiden. In diesem Fall ist die 6-Gang-Schaltung beim Logitech G29 SE direkt enthalten.

Die Kerntechnik – inklusive Force-Feedback, Pedaleinheit und 900-Grad-Lenkbereich – bleibt identisch zum klassischen G29. Käufer erhalten also die gleiche bewährte Hardwarebasis.

Mit insgesamt 18 Tasten, einem Drehregler sowie einer integrierten LED-Schaltanzeige bietet das G29 umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten direkt am Lenkrad. Gerade in Rennsimulationen erweist sich das als äußerst praktisch, da wichtige Funktionen ohne zusätzliche Eingabegeräte erreichbar bleiben.

Kraftvolles Dual-Motor-Force-Feedback

Besonders häufig gelobt wird das Dual-Motor-Force-Feedback des Logitech G29. Das System simuliert Fahrbahnunebenheiten, Gewichtsverlagerungen und Traktionsverluste überzeugend und vermittelt ein überraschend direktes Fahrgefühl. Vor allem Einsteiger und Gelegenheits-Simracer profitieren von der klaren Rückmeldung des Lenkrads.

Zwar arbeitet das G29 weiterhin mit einem Zahnradmechanismus und erreicht dadurch nicht die Feinfühligkeit deutlich teurerer Direct-Drive-Lenkräder, in seiner Preisklasse liefert es aber ein überzeugendes Gesamtpaket. Gerade angesichts des vergleichsweise günstigen Einstiegspreises bleibt das G29 eines der beliebtesten Simracing-Lenkräder auf dem Markt.

Auch der große Lenkbereich von bis zu 900 Grad trägt zum realistischen Fahrerlebnis bei. Das Lenkrad kalibriert sich beim Einschalten automatisch und eignet sich dadurch sowohl für Rennsimulationen als auch für realistischere Fahrsimulationen.

Realistische Pedale mit Schwäche

Positiv hervorgehoben wird zudem das Bremspedal. Durch den progressiven Widerstand entsteht ein deutlich realistischeres Bremsgefühl als bei einfachen Arcade-Lenkrädern. Die Pedalplatten lassen sich zudem im Abstand anpassen, wodurch verschiedene Sitzpositionen besser unterstützt werden.

Kritik gibt es allerdings ebenfalls: Höhe und Neigungswinkel der Pedale können nicht verstellt werden, wie die PC Games Hardware im Test anmerkt. Außerdem kann die Pedaleinheit auf glatten Böden leicht verrutschen, sofern sie nicht zusätzlich fixiert wird.

Preis, Daten und Fakten zum Logitech G29 SE

  • Um in Rennsimulationen vom Schlage eines Project Motor Racing, Le Mans Ultimate etc. die Autos bestmöglich steuern zu können, empfiehlt sich ein Lenkrad samt Pedalerie.
  • Besonders beliebt ist der Amazon-Bestseller Logitech G29, der auch im PCGH-Test bereits überzeugen konnte.
  • So gefällt die Verarbeitung des Lenkrads mit Lederbezug, Metall-Schaltwippen und Pedalen.
  • Praktisch sind die LED-Schaltpunktanzeige, die 18 Tasten und das Einstellrad.
  • Das glaubwürdige Force-Feedback mit Dual-Motor kann in Anbetracht des Preises überzeugen.
  • Nur bei der Pedalerie gibt es Modelle mit größerem Verstellbereich.
  • Das SE-Modell kommt zudem mit einer 6-Gang-Schaltung daher. So ist alles Wichtige enthalten.
  • Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon das Logitech G29 SE für nur 234,99 Euro
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    . Wie ein Blick in den PCGH-Preisvergleich offenbart, gibt es inklusive Versandkosten dieses Lenkrad für PC und Playstation aktuell nirgendwo günstiger.

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(g+) ActiveMQ Jolokia Code-Injection: Schwachstelle Message Broker

Von Steffen Zahn — 25. Mai 2026 um 10:00
CVE-2026-34197 in Apache ActiveMQ wird aktiv ausgenutzt. Die Schwachstelle liegt in der Jolokia-API, in einigen Versionen ist keine Authentisierung nötig. Was zu tun ist.
Apache ActiveMQ ist einer meistgenutzten Open-Source-Message-Broker im Java-Ökosystem. (Bild: jamesmarkosborne/Pixabay)
Apache ActiveMQ ist einer meistgenutzten Open-Source-Message-Broker im Java-Ökosystem. Bild: jamesmarkosborne/Pixabay

Die CISA hat am 16. April 2026 die Schwachstelle CVE-2026-34197 in Apache ActiveMQ in ihren Katalog Known Exploited Vulnerabilities (KEV) aufgenommen. Eine KEV-Aufnahme bedeutet, dass aktive Angriffe dokumentiert sind. Federal-Civilian-Executive-Branch-Behörden mussten den Patch bis zum 30. April 2026 einspielen.

Die Lücke sitzt in Apache ActiveMQ, dem meistgenutzten Open-Source-Message-Broker im Java-Ökosystem. Der CVSS-Score (Common Vulnerability Scoring System) liegt bei 8.8, eingestuft als High Severity. Fortiguard Labs hat Dutzende Exploitation-Versuche dokumentiert, mit einem klaren Peak am 14. April 2026, also zwei Tage vor der KEV-Aufnahme. Das Pattern erinnert an CVE-2023-46604, eine andere ActiveMQ-Schwachstelle, die drei Jahre zuvor weltweit ausgenutzt wurde. Es ist ein ähnliches Versäumnismuster, aber eine unterschiedliche Mechanik. Wir erklären, wie der Angriff läuft, wer betroffen ist und wo der Patch liegt.

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Störungsmeldung vom 25.05.2026 00:00

Von heise online — 25. Mai 2026 um 00:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
25.05.2026 00:00
Region
Leipzig (0341)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

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Dresden: Infineon will erst einmal keine neue Fab errichten

Von Achim Sawall — 24. Mai 2026 um 14:30
Am 2. Juli 2026 öffnet die neue Fab von Infineon in Dresden offiziell. Die Zeit der milliardenteuren Neubauten ende damit.
Die Fab ist "ready for equipment". (Bild: Infineon)
Die Fab ist "ready for equipment". Bild: Infineon

Die Zeit der milliardenteuren Neubauten bei Infineon endet. Der Chipkonzern werde auf absehbare Zeit keine weiteren Fabriken errichten, sagte Produktionsvorstand Alexander Gorski dem Handelsblatt. "Wir sind für künftiges Wachstum mit unseren bestehenden drei großen Standorten sowie mit externen Partnern gut aufgestellt."

Anfang Juli wird Infineon seine neueste Fertigungsstätte in Dresden, die Smart Power Fab, eröffnen. Die Produktion startet ein Quartal eher als ursprünglich geplant. Gorski sagt dazu: "Wir fahren das neue Modul doppelt so schnell hoch wie in der Vergangenheit." Gorski zufolge wird sich die Fabrik "zügig füllen". Mit dem Werk will Infineon seine 300-mm-Silizium-Wafertechnologie weiter ausbauen: Es geht um Chips für Bereiche wie erneuerbare Energien, Rechenzentren und Elektromobilität. Infineon selbst investiert fünf Milliarden Euro, dazu kommen Subventionen in Höhe von einer Milliarde Euro aus Steuergeldern.

Belegschaft ist bereit, schon im Sommer loszulegen

Dass das Werk bereits im Sommer fertig wird, ist nach Ansicht des Managers ein gutes Zeichen für den Standort: "Das zeigt, dass wir in Deutschland wichtige Investitionen erfolgreich und schnell umsetzen können." Die Belegschaft sei bereit, schon im Sommer loszulegen: "Die 1.000 neuen Beschäftigten in Dresden sind größtenteils an Bord. Viele davon haben wir selbst ausgebildet. "

Infineon entwickelt hochintegrierte Mikrocontroller (MCUs), Hardware-Security-Module sowie Leistungshalbleiter und treibt dabei den Einsatz von Wide-Bandgap-Materialien wie Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) voran. Das Portfolio konzentriert sich primär auf Power-Management, Sensorik und IoT-Connectivity für Automotive-Architekturen, Smart-Grid-Infrastrukturen und die industrielle Leistungselektronik.

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Angebot: Erstmals kostengünstiges Roaming auf Fernreisen

Von Achim Sawall — 24. Mai 2026 um 14:00
Nach Jahren des Stillstands kommt bei einem Netzbetreiber aktuell Bewegung in die oft absurd hohen Tarifpreise für mobiles Internet außerhalb der EU.
Deutsche Telekom und Roaming (Bild: Deutsche Telekom/ iStock /czekma13)
Deutsche Telekom und Roaming Bild: Deutsche Telekom/ iStock /czekma13

Die Deutsche Telekom bietet zu ihren Tarifen seit kurzem ein weltweites kostenloses Datenbudget an. Laut dem Vergleichsportal Verivox ist dies der erste hiesige Anbieter mit Inklusivbudget für Fernreisen.

Seit 2017 können Mobilfunkkunden innerhalb der Europäischen Union (EU) zu denselben Konditionen telefonieren und Daten nutzen wie zu Hause; für fast alle Fernziele galten jedoch weiterhin hohe Preise. Das hat nun der erste große Anbieter geändert: Die aktuellen Telekom-Vertragstarife beinhalten – ohne Aufpreis – ein Daten-Freibudget für 148 Länder beziehungsweise Regionen weltweit. Dazu gehören beliebte Reiseziele wie etwa Australien, Ägypten, China, die Dominikanische Republik, Indien, Japan, Kanada, Neuseeland, Namibia, Südafrika, Südkorea, Thailand, die Türkei und die USA.

Je nach Tarifgröße sind für diese Ziele zwischen zwei und 50 Gigabyte Datenvolumen pro Kalenderjahr enthalten, die man flexibel einsetzen kann. Wenn das Budget aufgebraucht ist, wird die Internetverbindung gekappt.

Auch WM-Touristen profitieren vom Freikontingent

"Der Startzeitpunkt für das Auslandsbudget dürfte nicht zufällig gewählt sein", sagte Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Die Telekom hält die TV-Rechte an allen Spielen der diesjährigen Fußball-WM und hat dadurch eine hohe mediale Präsenz. Das neue Tarifkonzept fürs Ausland schließt hier nahtlos an, denn das Freibudget deckt unter anderem alle drei WM-Ausrichterländer ab."

Wer ohne Datenpaket oder Freibudget etwa in Mexiko mobil Daten nutzen möchte, muss mit hohen Preisen rechnen. Abgehende Telefonate schlagen dort nicht selten mit 1,99 oder 2,99 Euro pro Minute zu Buche; noch teurer ist meist die Datennutzung. Je nach Anbieter können in Mexiko selbst kleine Datenblöcke mit 50 Kilobyte (KB) knapp fünf Euro kosten. Zum Vergleich: 50 KB passen in das kleinste Telekom-Freibudget (2 GB) rund 40.000-mal.

Auf Verivox-Anfrage bestätigten die Netzbetreiber Vodafone und 1&1, aktuell keine vergleichbaren Tarife anzubieten. O2 ließ die Anfrage unbeantwortet. "Vor allem Kunden von Discountern und Service-Providern werden noch länger auf Zusatzbudgets fürs Ausland warten müssen", sagte Schamberg. "Die großen Anbieter geben Tarif-Innovationen und technische Neuerungen grundsätzlich erst später an kleinere Wettbewerber weiter."

Tipps für Urlauber zum Start der Hauptreisezeit

Nutzer sollten ihre aktuellen Konditionen für das gewünschte Reiseland aufmerksam prüfen: Je nach Zielland kann eine Abrechnung in sehr kleinen Schritten voreingestellt sein, mit Preisen von rechnerisch mehr als 1.000 Euro je GByte – bei Discountern können diese Kosten theoretisch mehr als 16.000 Euro pro GByte betragen. Dabei greift jedoch nach Erreichen von knapp 60 Euro ein gesetzlicher Kostendeckel. Oft aktiviert man kurzzeitig die Daten für den Austausch per Messenger oder für Google Maps und vergisst dann, das Datenroaming wieder abzuschalten.

Wer häufiger Fernziele ansteuert, kann eine lokale Prepaidkarte kaufen. Das ist schon vorab online möglich, auch als eSIM. So kostet ein großzügiges Datenbudget meist nur wenige Euro.

"Der Schritt der Telekom ist lobenswert, aber auch überfällig", sagte Schamberg. "Seit neun Jahren gilt das freie EU-Roaming, weitere Schritte für andere Länder gab es jedoch nur punktuell. Aus Verbrauchersicht ist zu hoffen, dass andere Anbieter baldmöglichst nachziehen. In einer globalisierten Welt sollte es selbstverständlich sein, vor Reiseantritt nicht mühsam recherchieren zu müssen, wie man Mondpreise für die mobile Internetnutzung vermeidet." Verivox gehört zur italienischen Moltiply-Gruppe, betreibt Vergleichsportale und verdient Geld als Vermittler von Verträgen.

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Piloten: EU beklagt GPS-Störungen durch Russland als hybriden Angriff

Von Achim Sawall — 24. Mai 2026 um 13:30
Piloten berichten, dass sie GPS-Alarmfunktionen, Teil des Sicherheitssystems, teilweise abschalten. "Wir nehmen uns so aber auch das Sicherheitsnetz", so der Pilot Niklas Ahrens von Cockpit.
Uwe Harter von der Pilotenvereinigung Cockpit (Bild: Uwe Harter / © privat)
Uwe Harter von der Pilotenvereinigung Cockpit Bild: Uwe Harter / © privat

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Recherchen des NDR bestätigt, wonach Russland im Ostseeraum mutmaßlich großflächig die Navigationssignale für den Luft- und Seeverkehr stört. "Natürlich sind das hybride Attacken, die wir nicht als neue Normalität hinnehmen dürfen", sagt Kallas der ARD. Für ihren Film haben die NDR-Reporter Lennart Banholzer und Simon Hoyme mit Flug- und Schiffskapitänen mehrerer Länder sowie mit Sicherheitsexperten gesprochen.

Der deutsche Pilot Niklas Ahrens von der Vereinigung Cockpit spricht von "Besorgnis" unter Kollegen, weil es durch gestörte oder verfälschte GPS-Signale, dem Jamming und Spoofing, "zu einer großen Zahl an Fehlwarnungen kommt". Üblich sei, im Cockpit dann einen Teil des Sicherheitssystems abzuschalten. "Wir nehmen uns so aber auch das Sicherheitsnetz", so Ahrens weiter, "was uns in bestimmten Fällen geschützt hätte".

Ein Pilot einer dänischen Airline berichtet den NDR-Autoren, dass die Störungen seit 2022 stark zugenommen hätten. Von Kollegen, etwa auf Routen nach Finnland oder ins Baltikum, wisse er, "dass sie es täglich haben".

Den NDR-Recherchen zufolge ist von den GPS-Störungen auch der Seeverkehr betroffen. "Ich befürchte wirklich, dass irgendwann ein Schiff auf Grund läuft oder es eine Kollision gibt", sagt dazu im Film Magnus Winberg von der finnischen Seefahrtsakademie Aboa Mare.

Dem britischen Royal Institute of Navigation zufolge sollen die Störsignale in Kriegszonen vor allem feindliche Drohnen ablenken. Russland sende solche Störsignale aber weit über das Konfliktgebiet hinaus. Auch den Absturz einer aserbaidschanischen Passagiermaschine mit 38 Todesopfern im Jahr 2024 führt das Institut laut NDR auf solche Störungen zurück.

Laut Sicherheitsexperte Nico Lange gehören die GPS-Störungen "für Russland ganz sicher in den Bereich der Kriegführung". Vieles deute darauf hin, so Lange in der Doku, "dass sich Russland zumindest gedanklich, aber auch planerisch mit der Frage militärischer Operationen im Ostseeraum beschäftigt. Die sind dann gegen die Anrainerstaaten gerichtet. Auch gegen uns".

Sicherheit der Passagiere sei gewährleistet

Auf Anfrage des NDR bestätigte die Lufthansa, dass GPS-Störungen "eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Sicherheit der Zivilluftfahrt" darstellten. Man sehe die Sicherheit der Passagiere aber "durch bestehende Systeme gewährleistet". Die russische Botschaft in Berlin nannte die Vorwürfe dem NDR zufolge "unbegründet" und "haltlos".

Russland verfügt über weitreichende und hoch entwickelte Kapazitäten in der Elektronischen Kampfführung (Eloka). Um das satellitengestützte Navigationssystem GPS (sowie europäische oder asiatische Pendants wie Galileo und Beidou) zu stören, setzen die russischen Streitkräfte primär auf zwei technische Methoden und ein Arsenal spezialisierter Hardware. Jamming (Überlagerung): Da GPS-Signale aus dem Weltraum auf der Erde relativ schwach ankommen, werden sie durch extrem leistungsstarke Störsender mit "Rauschen" überlagert. Der Empfänger kann das Originalsignal nicht mehr aus dem Rauschen herausfiltern und verliert seine Positionsdaten. Spoofing (Täuschung): Hierbei werden aktiv gefälschte GPS-Signale gesendet, die stärker sind als das Original. Der Empfänger glaubt, er befände sich an einer völlig anderen geografischen Position.

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Störungsmeldung vom 24.05.2026 12:24

Von heise online — 24. Mai 2026 um 12:24

Neue Störungsmeldung für Provider O2

Details

Beginn
24.05.2026 12:24
Region
Erlangen (09131)
Provider
O2
Zugangsart
VDSL

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Washington knickt ein: Verlängerung der Waffenruhe kommt wohl

Von Telepolis — 24. Mai 2026 um 13:00
Karte von Ostfrika und großen Teilen Asien mit Iran im Zentrum

(Bild: artemegorovv, shutterstock)

Die jetzt vorgelegte Absichtserklärung könnte zur Öffnung der Straße von Hormus führen und soll Verhandlungen über das iranische Atomprogramm einleiten.

Die USA und Iran stehen kurz vor der Unterzeichnung einer Erklärung, die die Waffenruhe im seit Monaten schwelenden, unprovozierten und völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran verlängern könnte. Dieses "Memorandum of Understanding" (MoU) soll wesentliche Streitpunkte abstecken, darunter die Straße von Hormus und die Aufhebung von Sanktionen.

Das berichten weitgehend übereinstimmend das US-Nachrichtenportal [1] Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten und der staatliche iranische Fernsehsender [2] PressTV.

Das MoU könnte bereits am Wochenende verkündet werden. Allerdings ist die Vereinbarung noch nicht endgültig abgeschlossen und könnte nach wie vor scheitern. Über die rechtliche Verbindlichkeit des Papiers gibt es keine Informationen.

Freie Schifffahrt gegen Lockerung von Sanktionen

Während der avisierten Waffenruhe soll Iran die Straße von Hormus für die Schifffahrt öffnen und auf Mautgebühren verzichten. Teheran verpflichtet sich, die während des Krieges in der Meerenge verlegten Minen zu räumen, um den Schiffen eine freie Durchfahrt zu ermöglichen.

Im Gegenzug heben die USA ihre Blockade iranischer Häfen auf, womit Teheran dann wieder Erdöl verkaufen könnte.

Die Geschwindigkeit, mit der Iran die Minen räumt und die Schifffahrt wieder ermöglicht, bestimme auch die Geschwindigkeit, mit der die US-Seeblockade aufgehoben werde, schreibt Axios. Das zentrale Prinzip des Abkommens aus US-Sicht lautet "relief for performance" – also Lockerungen gegen Leistung.

Atomfrage vertagt

Der Entwurf des Memorandums enthält nach Angaben von Axios die Zusage Irans, niemals Atomwaffen anzustreben, was allerdings nichts neues [3] ist. PressTV zitiert in diesem Zusammenhang Esmaeil Baghaei, den Sprecher des iranischen Außenministeriums, mit den Worten: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt erörtern wir keine Einzelheiten der Atomfrage."

Klar ist demnach allerdings, dass noch über das iranische Urananreicherungsprogramm und Teherans Bestands an hochangereichertem Uran verhandelt werden wird.

Unklarheit über Dauer der Waffenruhe

Über die Länge der Waffenruhe gibt es unterschiedliche Aussagen. Axios nennt unter einen Zeitraum von 60 Tagen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet dagegen von lediglich 30 Tagen, während denen die Waffen schweigen sollen. Baghaei, sprach bei PressTV von einem "30- bis 60-tägigen Zeitraum".

Das Memorandum könne durch gegenseitiges Einvernehmen verlängert werden, hieß es aus US-Kreisen. Es sei möglich, dass das Abkommen nicht einmal die vollen 60 Tage halte, wenn die USA zu dem Schluss kämen, dass Iran es mit den Atomverhandlungen nicht ernst meine.

Baghaei betont [4] dagegen, dass schon das Römische Reich an der Eroberung Persiens gescheitert sei und dass der Angriff der USA und Israels "Iran strategische Vorteile verschafft hat, die wir in Friedenszeiten nicht hätten erreichen können".

Trump schwankt

US-Präsident Donald Trump habe in den vergangenen Tagen zwischen einem massiven Militärschlag gegen Iran und einer diplomatischen Lösung geschwankt. Am Samstagabend tendierte er nach Angaben des US-Beamten zu einer diplomatischen Lösung.

Die Pakistaner haben auch diesmal als Hauptvermittler fungiert, angeführt von Feldmarschall Asim Munir, der am Freitag und Samstag in Teheran war, um das Memorandum auf den Weg zu bringen.

Der Entwurf des Memorandums enthält auch Bestimmungen, dass der Krieg zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon beendet werden soll. Ein US-Beamter erklärte, es werde sich jedoch nicht um einen "einseitigen Waffenstillstand" handeln.

Das Weiße Haus hoffe, dass die letzten Differenzen in den kommenden Stunden ausgeräumt werden und das Memo noch heute offiziell verkündet werden könne, schreibt Axios.

Ob das Vertrauen zwischen den Konfliktparteien jemals wiederhergestellt werden kann, muss allerdings bezweifelt werden. Schon vor dem möglichen Beginn von Atomverhandlungen dürfte die Tatsache, dass Iran nach Ablauf des aktuellen Memos Gebühren für die Passage durch die Straße von Hormus [5] erheben wird, zu neuen, schweren Verwerfungen führen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11305346

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.axios.com/2026/05/24/iran-deal-strait-hormuz-sanctions-nuclear
  2. https://www.presstv.ir/Detail/2026/05/23/769157/Iran-US-Baghaei-understanding-nuclear
  3. https://www.reuters.com/business/energy/iranian-president-says-tehran-does-not-seek-nuclear-weapons-2025-06-16/
  4. https://www.presstv.ir/Detail/2026/05/24/769175/Iran-United-States-Foreign-Ministry-Baghaei
  5. https://www.reuters.com/investigations/iran-is-consolidating-control-hormuz-with-island-checkpoints-diplomatic-deals-2026-05-20/

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Energieversorgung: Wie China sein Netz mit einer Roboterarmee umkrempelt

Von Telepolis — 24. Mai 2026 um 16:00
Arbeiter und vierbeiniger Roboter in einem Umspannwerk in China

(Bild: Screenshot Xinhua, New China TV)

Das chinesische Stromnetz ist schon länger das größte der Welt und wächst rasant weiter. Nun will Peking dieses Wachstum mittels Automatisierung absichern.

Der staatliche chinesische Netzbetreiber State Grid Corporation hat einen umfassenden Plan zur Automatisierung seiner Infrastruktur vorgelegt. Für das Jahr 2026 sind Investitionen vorgesehen, um rund 8.500 Roboter anzuschaffen.

Wie die South China Morning Post berichtet [1], dass die chinesische Energiebranche allein 2026 etwa 6,8 Milliarden Yuan (umgerechnet etwa 940 Millionen Euro) in die Automatisierung des Netzes investieren will.

State Grid betreibt die Strominfrastruktur in 26 der 31 chinesischen Provinzen und autonomen Regionen. China Southern Power Grid versorgt fünf Regionen im Süden.

Roboterhunde, humanoide Maschinen und zweiarmige Helfer

Der Beschaffungsplan sieht verschiedene Robotertypen [2] für unterschiedliche Aufgaben vor. Den größten Anteil bilden 5.000 vierbeinige Roboter, oft als "Roboterhunde" bezeichnet. Hinzu kommen 500 humanoide Roboter und 3.000 zweiarmige Roboter. Diese sollen anspruchsvollere und gefährlichere Arbeiten übernehmen, etwa die Wartung des schnell wachsenden Ultrahochspannungsnetzes.

Die Maschinen werden [3] Umspannwerke und Übertragungsleitungen inspizieren, insbesondere in schwer zugänglichem Berggelände, aber auch Routinearbeiten im Bereich Wartung übernehmen und sogar Bergungs- und Rettungsoperationen unterstützen, wenn es für Menschen zu gefährlich wird.

Von den geplanten Ausgaben entfallen etwa 870 Mio. US-Dollar auf die Anschaffung der Geräte selbst. Der Rest ist für Forschung, Entwicklung und Schulung der Mitarbeiter vorgesehen, so der Bericht.

Schrumpfende Belegschaft

China hat das weltweit größte Stromnetz aufgebaut. Es ist mittlerweile doppelt so groß [4] wie das US-Netz und es wächst weiter. Die Zahl der Mitarbeiter für Betrieb und Wartung kann damit aber nicht Schritt halten.

Das schnelle Wachstum der Netzgröße kollidiert mit der begrenzten Zahl an Wartungspersonal. Die Belegschaft der Netzbetreiber schrumpft und altert; neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist schwierig [5]. Interessanterweise berufen sich chinesische Quellen [6] auch auf die Fortune Global 500-Liste. Demnach arbeiteten Mitte 2025 rund 1,354 Mio. Menschen bei State Grid. Ein Jahr zuvor waren es noch über 1,361 Mio. gewesen.

Kollege Roboter soll Leben retten

Arbeiten an unter Spannung stehenden Hochspannungsleitungen gehören zu den gefährlichsten Jobs im Energiesektor. Stromschläge, Stürze aus großer Höhe und Lichtbogenverletzungen sind ständige Risiken. Der Einsatz von Robotern gilt in China deshalb als lebensrettende Maßnahme.

Ein Planungsdokument von State Grid aus dem Jahr 2026 schätzt, dass KI-gesteuerte Roboter die Exposition von Personal gegenüber hohen Risiken um über 90 Prozent reduzieren könnten. Die Rate der Sicherheitsunfälle könnte um etwa 80 Prozent sinken [7].

Die Praxis

2025 wurde ein zweiarmiger Roboter für Arbeiten an unter Spannung stehenden Überlandleitungen getestet. Das Modell erreichte eine vollständige physische Trennung zwischen den Arbeitern und den Hochspannungsleitungen. Eine Aufgabe, die zuvor drei bis vier Personen erforderte, konnte nun von ein bis zwei Mitarbeitern am Boden erledigt werden. Die Effizienz stieg um etwa 40 Prozent.

Ein weiteres Beispiel ist die Wartung von Überland-Hochspannungsleitungen im Winter, wo sie von Eis befreit werden müssen, das die Leitungen bis zum Zerreißen belasten kann. Auch hier haben chinesische Ingenieure bereits eine Lösung erarbeitet [8]. Die Systeme fahren direkt auf der unter Spannung stehenden Stromleitung, brechen dabei das Eis auf und beseitigen es.

Andere Maschinen können [9] Klemmen montieren, Leitungen handhaben und Reparaturen durchführen, während sie an oder in der Nähe von unter Spannung stehenden Stromleitungen und in großer Höhe arbeiten.

Erneuerbare Energien erhöhen die Komplexität

Der Ausbau von Wind- und Solarenergie, dezentraler Stromerzeugung und bidirektionalen Lasten macht das Netz exponentiell komplexer [10]. Menschliche Patrouillen und geplante Wartung können die erforderliche Reaktionsgeschwindigkeit und Genauigkeit nicht mehr abdecken.

Die Maschinen können dagegen bei jedem Wetter und in jedem Gelände eingesetzt werden. Vierbeinige "Roboterhunde" wurden beispielsweise bei Nebel, Regen und auf Berghängen mit 45 Grad Neigung, aber auch in großen Umspannanlagen eingesetzt [11].

Die Rolle von KI

Großen Wert legen die chinesischen Planer auf die Integration von KI auf allen Ebenen der Energieerzeugung und Verteilung. Dabei geht es sowohl um die Weiterentwicklung autonomer Maschinen und Systeme als auch um die intelligente Steuerung von Energieproduktion und Netztechnik.

Um dieses Arbeitsfeld abzustecken und planerisch zu durchdringen, hat Peking im September 2025 einen Integrationsplan KI + Energie vorgelegt [12]. Die Vorstellung ist, dass beide Bereiche voneinander profitieren können.

Dabei geht es darum, eine sichere und zuverlässige Energieversorgung für die Recheninfrastruktur zu gewährleisten, und gleichzeitig den Übergang zu einer umweltfreundlichen und kohlenstoffarmen Infrastruktur zu fördern und nicht zuletzt eine effiziente und wirtschaftliche Abstimmung zwischen Rechenleistung und Stromversorgung zu ermöglichen.

Überdies will Peking weitere Anwendungsszenarien für KI im Energiesektor erschließen, die anfallenden Energiedaten in Wert setzen und die Innovation bei KI-Modellen im Energiebereich stärken.

Chinesische Dominanz und Export

Selbstverständlich haben auch andere Länder (teil)autonome Roboter entwickelt – und früher [13] als China. Doch während im Westen militärische Anwendungen dominieren [14], setzen chinesische Ingenieure die Helfer aus Stahl und KI im großen Stil für zivile Aufgaben ein und sammeln wertvolle Erfahrungen in verschiedensten Anwendungsbereichen.

Der Vorstoß erzeugt überdies neue Exportdynamik. Chinesische Anbieter dominieren den Markt mit autonomen Robotern. Sie halten über 88 Prozent der weltweiten Auslieferungen, während US-Anbieter etwa drei Prozent ausmachen, schreibt die South China Morning Post.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11304369

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3351323/china-plans-invest-billions-robot-army-run-its-power-grid
  2. https://www.scmp.com/economy/china-economy/article/3351323/china-plans-invest-billions-robot-army-run-its-power-grid
  3. https://www.gxsuprobot.com/How-State-Grid-Robots-Are-Revolutionizing-The-Energy-Industry-with-Intelligent-Automation-id48026726.html
  4. https://x.com/robert_ivanhoe/status/1999199230737654173
  5. https://aiqicha.baidu.com/details/ugknowledge?id=cbfbb9dd3d403cad2596a02709422313
  6. https://aiqicha.baidu.com/details/ugknowledge?id=64e5c2cb4e951dda23caf7859e8843ce
  7. https://x.com/CyberRobooo/status/2048222018974405096
  8. https://www.instagram.com/p/DT-XKeHkSts/
  9. https://www.instagram.com/p/DWDOTfaD4HO/
  10. https://www.globaltimes.cn/page/202509/1342947.shtml
  11. https://www.globaltimes.cn/page/202310/1300383.shtml
  12. https://english.www.gov.cn/news/202605/08/content_WS69fde96dc6d00ca5f9a0ad4b.html
  13. https://en.wikipedia.org/wiki/Boston_Dynamics
  14. https://www.telepolis.de/article/Ukraine-will-25-000-Logistik-Roboter-an-die-Front-schicken-11282026.html

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Experiment zeigt: Dieselbe KI-Frage liefert je nach Sprache andere Urteile

Von Telepolis — 24. Mai 2026 um 14:00
Schüler in einem Klassenzimmer mit Tablets und einem Projektor, der KI-Grafiken zeigt.

(Bild: KI-generiert)

Wer Recht hat, hängt offenbar davon ab, in welcher Sprache man fragt – zumindest wenn eine KI die Antwort gibt.

Für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz an Schulen gibt es zahlreiche Hindernisse. Obwohl Griechenland nun mit einer Initiative vorprescht, zeigen sich an einem urgriechischen Thema die Grenzen der aktuellen LLMs.

Mitunter kann ein in der Formulierung gleicher Prompt je nach verwendeter Sprache unterschiedliche Ergebnisse liefern. Wissenschaft und Lehre leben aber davon, dass gleiche Experimente vergleichbare Resultate liefern müssen.

Beweislastumkehr bei Hausaufgaben

Die mögliche Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Schule ist bei Telepolis bereits mehrfach diskutiert worden. Dass die KI künftig fester Bestandteil unserer Schulen wird, daran hat auch die UNESCO keinen Zweifel [1].

Die Frage bleibt, wie sie zum Nutzen der Menschen und nicht als künstliche Verdummung [2] eingesetzt werden kann. In Deutschland fehlt es noch an eindeutigen Regeln und Vorschriften zur KI in den Schulen.

Es gibt Handlungsempfehlungen [3] der Kultusministerkonferenz (KMK). Gerichtlich wurde bestätigt, dass selbst der kleinste, nicht angemeldete und nicht explizit erlaubte Einsatz von KI bei Hausaufgaben ein unerlaubter Täuschungsversuch ist [4]. Somit gibt es dafür eine "Sechs".

Die Möglichkeit, KI für Hausarbeiten einsetzen zu können, hat den deutschen Schülerinnen und Schülern zudem eine schwierige Beweislastumkehr beschert.

Weicht die Qualität der Hausaufgaben vom übrigen Eindruck der Lehrkräfte im schulischen Alltag ab, gibt es ein Problem. Dann gilt der Verdacht, dass KI zum Einsatz kam, so lange als gesichert, bis das Gegenteil bewiesen wird. KI und Schule – das droht in Deutschland wie so vieles zu einem Thema überbordender Bürokratie zu werden.

Griechen wollen es besser machen

Griechenland, das Deutschland bei der Digitalisierung des Staatswesens [5] überholt hat, möchte dagegen auch bei der KI zum Vorreiter werden. Kann das gelingen?

Die Ankündigung einer diesbezüglichen Initiative erfolgte am Montag, dem 11. Mai, im Rahmen der Sitzung des Ministerrats für Bildung und Sport der Europäischen Union in Brüssel.

Dort erklärte die griechische Ministerin für Bildung, Religion und Sport, Sofia Zacharaki, stolz, dass Griechenland als erstes Land einen umfassenden Rechtsrahmen für den sicheren, transparenten und pädagogisch verantwortungsvollen Einsatz der KI im schulischen Sekundarbereich einführt.

Für den Einsatz der KI in Schulen gibt es nun verpflichtende Regeln. In einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien für Bildung und digitale Verwaltung heißt es: "Ziel ist es, dass die Technologie als Lernhilfe dient und nicht als Ersatz für persönliche Anstrengung, kritisches Denken und die Lehrkräfte".

Weiterhin wird betont: "Die Nutzung von KI-Tools bleibt für Schüler und Lehrkräfte freiwillig. Sie ist nicht an die Leistungsbeurteilung gekoppelt und erfolgt stets unter Aufsicht von Lehrkräften".

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Griechenland künftig der unterstützende Einsatz der KI bei Hausaufgaben prinzipiell erlaubt sein wird. Komplett mit KI geschriebene Hausarbeiten führen zur Wertung als Leistungsverweigerung.

Schüler müssen zumindest einen Teil der Aufgaben ohne die KI meistern können. Bei Prüfungen bleibt sie dagegen grundsätzlich verboten. Ausnahmen von dieser Regel sind erlaubt, wenn es pädagogisch sinnvoll erscheint.

Dass die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Inhalten verboten bleibt, leuchtet als alternativlose Entscheidung ein. Allerdings haften die Nutzer in Griechenland auch für das Ergebnis. Die Angabe falscher, nichtexistierender oder von der KI gefälschter Quellen ist nicht zulässig.

In diesem Kontext wird die Rolle des "KI-Nutzungskoordinators" erstmals in jeder Sekundarschule institutionalisiert. Die zuständige Lehrkraft überwacht die ordnungsgemäße Implementierung von KI-Tools, koordiniert die Beteiligung von Schülern und Lehrkräften und dient als Ansprechpartner für Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes. Bereits das zeigt die Grenzen des KI-Einsatzes an Schulen auf.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Schutz der personenbezogenen Daten von Minderjährigen. Die Erstellung von Schüler- und Lehrerprofilen, die Verarbeitung von Persönlichkeits- oder Verhaltensdaten sowie die Eingabe sensibler personenbezogener Daten in KI-Systeme ist ausdrücklich untersagt.

Explizit werden die Erfassung von Namen, Fotos, Sprachproben, Noten, Gesundheitsdaten oder anderen Elementen, die zur Identifizierung von Schülern und Lehrern führen könnten, streng verboten.

Schon diese Einschränkungen zeigen, dass es mit der Implementation der KI in Schulen keineswegs so einfach wird, wie es die griechischen Ministerien präsentieren wollen.

Ein einfaches Experiment

Dass es bei der Nutzung der KI auf die Formulierung der Eingabeaufforderung, des Prompts ankommt, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Allerdings sollten dann gleiche Prompts gleiche Ergebnisse liefern. Das ist jedoch nicht immer der Fall, wie sich an einem sehr griechischen Thema verifizieren lässt.

Das Drängen Griechenlands [6] auf Rückzahlung eines von der Wehrmacht abgepressten Zwangskredits gehört seit 1995 ebenso zu jedem bilateralen Treffen griechischer Regierungschefs oder Außenminister, wie die Frage nach Kriegsreparationen.

Durch das Londoner Schuldenabkommen von 1953 [7] wurde diese Frage auf die Zeit nach der Vereinigung Deutschlands und nach einem Friedensvertrag vertagt. Mit diplomatischen Noten hielt Griechenland den Anspruch auch in der Zwischenzeit, so 1965, aufrecht.

Heute behauptet die Bundesrepublik, dass die Ansprüche verjährt, beziehungsweise durch den "Zwei-Plus-Vier-Vertrag" beendet worden wären.

Ich habe als fiktive Hausarbeit zwei LLMs mehrmals mit dem gleichen Nutzerprofil die exakt gleich formulierte Frage gestellt:

"Wer hat Recht? Griechenland, das auf Rückzahlung eines Zwangskredits aus dem 2 WK pocht, oder Deutschland, das sich verweigert? Antworte bitte mit sehr wenigen Sätzen."

Je nach Antwort gab es zwei Rückfragen und zum Abschluss betreffend den Zwangskredit die entscheidende Frage an das LLM: "Wenn Sie Richter wären, was würden Sie sagen?"

Variiert wurde bei den jeweiligen Nachfragen die Sprache. Auch an griechischen Schulen werden Fremdsprachen gelehrt; dazu gehören Englisch und Deutsch. Das gleiche Prompt auf Griechisch, Deutsch und Englisch sollte bei einer juristisch im internationalen Recht angesiedelten Frage doch das gleiche Ergebnis liefern, oder?

Googles Gemini glänzte mit drei unterschiedlichen Antworten. So hieß es im Deutschen auf die erste Frage als Fazit: "Juristisch hat sich Deutschland formal abgesichert, moralisch und historisch bleibt die griechische Forderung nach der Rückzahlung eines echten Kredits jedoch ein ungelöstes Kapitel".

Einem auf Griechisch Fragenden hielt Gemini mit, "da es kein internationales Gericht gibt, das eine endgültige Entscheidung getroffen hat, hängt die Frage, wer "Recht" hat, davon ab, ob man die strikte Auslegung der Nachkriegsbedingungen oder die moralische und rechtliche Verpflichtung zur Rückzahlung einer vertraglichen Schuld vertritt", bei Laune.

Im Englischen gab es kein Fazit, sondern nur eine Gegenüberstellung der Argumente.

Gemini als "griechischer Richter" schickt eine detaillierte Begründung vor und kommt zum Urteil:

"Als Richter würde ich feststellen, dass Deutschlands Weigerung, überhaupt an den Verhandlungstisch zu kommen, gegen den Grundsatz von Treu und Glauben in den internationalen Beziehungen verstößt.

Ich würde Deutschland anweisen, das Darlehen an Griechenland zu einem inflationsbereinigten Wert zurückzuzahlen, der dem heutigen Wert bzw. dem damaligen Goldpreis entspricht, da rechtmäßige Schulden nicht mit der Zeit erlöschen, wenn der Gläubiger sie beharrlich einfordert."

Während Gemini "deutsch" nach kurzer Analyse der Rechtslage meint:

"Mein Schlusssatz im Urteil lautet daher: ‚Das Gericht stellt fest, dass die Bundesrepublik Deutschland völkerrechtlich zur Rückzahlung des Zwangskredits verpflichtet ist. Da dieses Urteil jedoch ohne den politischen Willen beider Staaten nicht vollstreckt werden kann, fordert das Gericht die Parteien auf, unverzüglich bilaterale Verhandlungen über eine endgültige finanzielle Regelung aufzunehmen, die der historischen Wahrheit gerecht wird.‘"

Im Englischen kommt erneut eine ausführliche Begründung bevor das Urteil fällt:

"Deutschland ist rechtlich zur Rückzahlung des Zwangskredits verpflichtet.

Als Richter würde ich zugunsten Griechenlands entscheiden. Ich würde Berlin und Athen anweisen, unverzüglich ein verbindliches Schiedsverfahren einzuleiten, um den inflationsbereinigten Wert des 1942 aufgenommenen Kapitalbetrags – ohne Strafschadenersatz – zu ermitteln und einen strukturierten Rückzahlungsplan festzulegen.

Auch wenn Deutschlands Befürchtungen eines finanziellen Dominoeffekts in ganz Europa politisch verständlich sind, muss ein Gericht über den Vertrag und das Verhalten der Parteien entscheiden. In dieser Hinsicht hat Griechenland Recht."

Pars pro toto zeigt das Beispiel, dass die gleiche Fragestellung bei einem Aufsatz im Englischunterricht ein anderes Ergebnis liefert als im Deutsch- oder Griechisch-Unterricht. Zumindest, wenn man Gemini einsetzt. ChatGPT kommt im Englischen und Deutschen zum nahezu wortgleichen, knapp formulierten Schluss:

"Als hypothetischer Richter würde ich urteilen, dass Griechenland beim sogenannten Zwangskredit die stärkere rechtliche Position hat. Das Besatzungsdarlehen war keine gewöhnliche Kriegsreparation, sondern eine konkrete finanzielle Verpflichtung, die selbst vom Deutschen Reich damals als rückzahlbar behandelt wurde.

Ich würde daher entscheiden, dass Deutschland verpflichtet ist, mit Griechenland ernsthafte Verhandlungen über Rückzahlung oder Entschädigung aufzunehmen."

Man könnte erwarten, dass es im Griechischen gleich knapp und prägnant ist. Leider nein, es wird länger:

"Hypothetisches Urteil. Der Gerichtshof prüft die historischen Daten, das Völkerrecht und die Art des während der deutschen Besatzung Griechenland auferlegten Zwangsbesetzungsdarlehens und kommt zu dem Schluss, dass es sich bei diesem Darlehen um eine zwischenstaatliche Finanzverpflichtung mit eindeutigem Charakter einer rückzahlbaren Schuld handelte.

Die Tatsache, dass der Anspruch zeitlich mit dem Zweiten Weltkrieg verknüpft ist, schließt seine eigenständige Rechtspersönlichkeit im Hinblick auf allgemeine Kriegsreparationen nicht aus. Die nachfolgenden internationalen Abkommen belegen nicht eindeutig und explizit, dass sie den griechischen Anspruch auf das Zwangsbesetzungsdarlehen endgültig erloschen haben.

Daher erkennt der Gerichtshof an, dass die Hellenische Republik einen legitimen und aktiven Anspruch gegen die Bundesrepublik Deutschland auf das Zwangsbesetzungsdarlehen hat, und fordert die beiden Staaten auf, Verhandlungen über die Höhe und die Art der Rückzahlung der Schulden aufzunehmen."

Zumindest aber kommt ChatGPT in allen Sprachen zum gleichen Urteil. Warum es die Unterschiede in der Länge der Begründung bei ChatGPT und die voneinander abweichenden juristischen Bewertungen bei Gemini gibt, darüber kann man nur spekulieren.

Vielleicht, um dem jeweils deutsch oder griechisch vermuteten Publikum besser zu gefallen? Wer außer den Programmierern kann es wissen? Pädagogisch bleibt da viel aufzuarbeiten.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.unesco.org/en/digital-education/artificial-intelligence
  2. https://taz.de/Machen-uns-KI-Chatbots-duemmer-Die-Gefahr-ist-da-aber-es-gibt-eine-Gegenstrategie/!6161476/
  3. https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/mitteilung/bildungsministerkonferenz-verabschiedet-handlungsempfehlung-zum-umgang-mit-kuenstlicher-intelligenz-1.html
  4. https://www.heise.de/news/Gericht-ChatGPT-in-der-Schule-ist-auch-ohne-explizites-Verbot-eine-Taeuschung-11136541.html
  5. https://www.telepolis.de/article/Griechenland-macht-s-vor-So-geht-digitale-Verwaltung-heute-11087224.html
  6. https://www.deutschlandfunk.de/bundesregierung-lehnt-reparationen-weiter-ab-griechenland-100.html
  7. https://www.gov.uk/government/publications/agreement-on-german-external-debts-london-2721953

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Deutsche Wirtschaft: Sechs Auswege aus der Krise

Von Telepolis — 24. Mai 2026 um 08:00
Untergehende Fabriken in einem Gewässer als Symbolbild

Wie kann die deutsche Wirtschaft wieder zurück auf Wachstumskurs gebracht werden?

Deutschlands Wirtschaft schwächelt. Sechs Thesen fordern höhere Löhne und neue Investitionen. Wie mögliche Auswege aus der Krise aussehen könnten.

Die deutsche Wirtschaft steckt in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Nach Jahrzehnten der Exportorientierung verdichten sich die Hinweise darauf, dass das bisherige Wachstumsmodell an seine ökonomischen Grenzen stößt.

Die Bundesregierung setzt zugleich auf milliardenschwere Investitionen in Aufrüstung und Infrastruktur [1]. Diese Programme dienen vor allem der militärischen und strategischen Absicherung und liefern keine eigenständige Antwort auf die wirtschaftlichen Probleme des Landes.

Der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Rainer Land [2] hat in einem Beitrag für das Magazin Makroskop einen anderen Blick auf die Krise der deutschen Wirtschaft entwickelt. Seine sechs Thesen zur Wettbewerbsfähigkeit [3] stellen die vorherrschenden wirtschaftspolitischen Annahmen infrage und plädieren für eine grundlegende Neuorientierung. Der folgende Artikel greift diese Thesen auf und ordnet sie in die aktuelle wirtschaftliche Lage Deutschlands ein.

Bevor wir zu Lands Überlegungen kommen, ein kurzer Blick auf die aktuellen Zahlen: Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Rezession. 2023 [4]schrumpfte das BIP um 0,3 Prozent, 2024 [5]noch einmal um 0,2 Prozent. Zwar wurde für 2025 [6]ein marginales Plus von 0,2 Prozent prognostiziert, doch von einer echten Erholung kann keine Rede sein.

These 1: Ausgeglichene Handelsbilanzen sind notwendig

Land argumentiert, dass Exportüberschüsse kein Zeichen von Stärke, sondern von Schwäche sind. Sie entstehen nicht etwa, weil Deutschland so wettbewerbsfähig wäre, sondern weil die zusätzlichen Einnahmen nicht produktiv investiert, sondern als Finanzvermögen geparkt werden, meist in Form von US-Staatsanleihen, Devisen oder Gold. In diesem Sinne seien exportbedingte Überschüsse ökonomisch als Verluste zu begreifen. Diese Thesen stellen das exportfixierte deutsche Wirtschaftsmodell fundamental in Frage.

Die deutsche Abhängigkeit von Exportmärkten wird zunehmend zum Risiko. Die zurückgehende Nachfrage [7] aus der Volksrepublik China (-12,3 Prozent), verstärkter Wettbewerb durch einheimische Hersteller (vor allem bei E-Autos) und geopolitische Spannungen setzen deutschen Exporteuren massiv zu. Während die Inlandsnachfrage stagniert, suchen viele Unternehmen ihr Heil im Ausland [8].

These 2: Ohne goldene Lohnregel keine ausgeglichene Handelsbilanz

Lands zentrale Forderung ist die Wiedereinführung der "goldenen Lohnregel". Was bedeutet das?

Die goldene Lohnregel besagt, dass die Nominallöhne im Durchschnitt im gleichen Maße steigen sollten wie die Produktivität der Wirtschaft. Steigt die Produktivität, die Arbeitsleistung pro Kopf, um zwei Prozent, dann sollten auch die Löhne um zwei Prozent steigen.

Das sichert, dass die Arbeitnehmer am wachsenden Wohlstand teilhaben und gleichzeitig die Lohnstückkosten stabil bleiben und dementsprechend kein inflationärer Druck entsteht. Nach dieser Regel, die in den Nachkriegsjahrzehnten der Bundesrepublik faktisch galt, sinkt die Lohnquote nicht, und die Binnennachfrage bleibt stabil.

Das Problem: Land beziffert den Rückstand der deutschen Löhne gegenüber der Produktivität auf etwa 25 Prozent. Die Lohnzurückhaltung der vergangenen zwei Jahrzehnte, oft als "Wettbewerbsvorteil" gepriesen, hat demnach zu einer massiven Umverteilung von unten nach oben geführt. Die Kaufkraft der breiten Bevölkerung blieb hinter der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zurück.

Die Reallöhne haben in der Krise massiv gelitten. Ein Blick auf die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst, zeigen, dass die Verluste nur teilweise ausgeglichen wurden: Die Tarifrunde im öffentlichen Dienst 2025 [9] für Bund und Kommunen sieht Entgeltsteigerungen von insgesamt rund 5,8 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten vor, ergänzt durch Sockelbeträge in unteren Entgeltgruppen und Einmalzahlungen. Auf die Laufzeit verteilt fallen die monatlichen Zuwächse damit deutlich geringer aus, als die Gesamtzahl vermuten lässt.

Dem stehen weiterhin Preissteigerungen gegenüber: Nach dem Inflationsschub 2023 [10] (5,9 Prozent) verblieb die Inflation 2024 [11]und 2025 [12]auf Höhe von 2,2 Prozent. Trotz der Tarifsteigerungen bleiben damit nur begrenzte Reallohnzuwächse, während die vorherigen Kaufkraftverluste durch Energie- und Lebenshaltungskostenkrisen nur teilweise ausgeglichen werden.

These 3: Die Inflationsraten der Euro-Länder müssen sich angleichen

Damit sich strukturelle Überschussländer wie Deutschland in Richtung einer ausgeglichenen Handels- und Leistungsbilanz bewegen können, müssen die Masseneinkommen deutlich steigen.

Land argumentiert, dass dies für eine entsprechende Nachfrage der Haushalte sorgen und die ungleiche Entwicklung innerhalb der Eurozone abmildern würde. Länder mit chronischen Überschüssen (wie Deutschland) müssten ihre Löhne anheben, Länder mit Defiziten (wie Griechenland oder Spanien) müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit durch andere Maßnahmen steigern - nicht durch Lohnsenkungen.

Die schwache Binnennachfrage in Deutschland zeigt sich auch in der Umsatzentwicklung des Verarbeitenden Gewerbes: 2024 [13]sanken die Aufträge um 3 Prozent und die realen Umsätze um 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2025 [14]stabilisierte sich die Lage zwar leicht, insgesamt blieb die Entwicklung jedoch verhalten. Solange die Inflationsraten innerhalb der Eurozone auseinanderklaffen und Deutschland weiterhin auf Lohnzurückhaltung setzt, wird sich an dieser Schieflage nichts ändern.

These 4: Ohne regulierte Finanzmärkte keine innovative Realwirtschaft

Land fordert ein Trennbankensystem, in dem das Kredit- und Einlagengeschäft der Geschäftsbanken institutionell von spekulativ agierenden Investmentbanken abgegrenzt wird. Das ist eine Lehre aus der Finanzkrise von 2008. Solange die Finanzmärkte nicht reguliert sind, fließt das Geld in spekulative Blasen statt in produktive Investitionen.

Die Krise der Automobilindustrie zeigt, was passiert, wenn Unternehmen unter Investitionsdruck geraten. Volkswagen kündigte Ende 2024 [15] als Teil eines umfassenden Sparprogramms den Abbau von rund 35.000 Stellen sowie mögliche Werksschließungen und Produktionskürzungen in Deutschland an, was die strukturellen Probleme der Branche deutlich macht. Eine regulierte Finanzarchitektur, die langfristige und produktive Kredite statt kurzfristiger Spekulation fördert, könnte, ausgehend von Lands Thesen, hier entgegenwirken.

These 5: Zukunftsfähige Wirtschaft erfordert eine gelenkte Innovationsordnung

Land plädiert für eine Netzwerkstruktur zwischen den Akteuren aus Forschung und Entwicklung, Unternehmen, Finanzsystem und staatlicher Steuerung. Diese Vorstellung einer neuen Industriepolitik steht im Missverhältnis zu realwirtschaftlichen Entwicklungen, insbesondere in der Elektro- und Digitalindustrie [16].

Dort ist die Beschäftigung zuletzt gesunken, während gleichzeitig zehntausende Beschäftigte in Kurzarbeit sind. Auch die Auftragslage blieb 2024 schwach. Zwar hat sich die konjunkturelle Lage sich 2025 zuletzt leicht aufgehellt, doch die Unternehmen können die Beschäftigung nach Einschätzung [17] des Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie auf dem aktuell bereits reduzierten Niveau nur dann halten, wenn die Konjunktur nun rasch und nachhaltig anspringt.

Heißt: Ohne eine koordinierte Innovationsordnung, die gezielt in zukunftsträchtige Branchen lenkt, droht ein weiterer Beschäftigungsabbau.

These 6: Innovation muss institutionell und finanziell neugestaltet werden

Land fordert einen über zwei bis drei Generationen angelegten ökologischen Umbau, der jetzt beginnen muss.

Als erste Schritte skizziert er drei Innovationsschwerpunkte: eine integrierte Energiewende mit vernetzten Systemen aus Erneuerbaren, Speichern und intelligenten Netzen; neue Verkehrskonzepte mit autonomen Fahrzeugen besonders für ländliche Räume; sowie eine ökologische Bauwirtschaft, die klimaschädliche Materialien wie Beton durch CO2-bindende und wiederverwendbare Werkstoffe ersetzt – hier bezieht er sich auf ein Konzept des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhubers "Bauhaus Erde" [18].

Parallel dazu fordert er ein Forschungsprogramm zu weiteren Feldern und eine Orientierung an ökologische, soziale und gesellschaftliche Entwicklungsziele.

Eine produktive Debatte

Lands ökonomisch sinnvolle Vorschläge könnten an der Realität von Rüstungskeynesianismus, Sozialkürzungen, EU-Machtverhältnissen und der Undurchsetzbarkeit von Planung ohne Markteingriffe scheitern.

Dennoch benennen sie präzise die Schwachstellen des deutschen Wirtschaftsmodells: zu niedrige Löhne, zu hohe Exportüberschüsse, zu wenig investitionsfördernde Finanzmärkte, zu wenig zukunftsgerichtete Innovation. Wer die aktuellen Wachstumsraten, den massiven Stellenabbau in der Industrie und die tiefe Krise der Automobilindustrie ernst nimmt, kommt an einer grundsätzlichen Diskussion dieser Vorschläge nicht vorbei.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Oeffentliche_Finanzen/SVIK/sondervermoegen-infrastruktur-klimaneutralitaet.html
  2. https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2024/02/Selbstdarstellung-2023.pdf
  3. https://makroskop.eu/45-2025/sechs-thesen-zur-wettbewerbsfahigkeit/
  4. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_019_811.html
  5. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/01/PD25_019_811.html
  6. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_017_811.html
  7. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/11/PD25_411_51.html
  8. https://www.dihk.de/de/newsroom/dihk-sonderauswertung-zu-auslandsinvestitionen--157246?
  9. https://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/tr/2025/?
  10. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_020_611.html?
  11. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/01/PD25_020_611.html?
  12. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/01/PD26_019_611.html?
  13. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_046_421.html
  14. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_055_421.html
  15. https://www.zeit.de/news/2024-12/20/vw-und-ig-metall-wollen-separat-ueber-tarifstreit-informieren?
  16. https://bvse.de/schrott-elektronikgeraete-recycling/nachrichten-schrott-eschrott-kfz/12118-elektroindustrie-auftraege-brechen-im-inland-ein.html
  17. https://www.industr.com/de/zwischen-fortschritt-und-flaute-elektroindustrie-im-spannungsfeld-der-2786204?GP_NR=%7BGP_NR%7D&Article_ID=2786204&utm_source=newsletter&GP_NR=31412927
  18. https://klimareporter.de/gebaeude/das-neue-bauhaus

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Anzeige: IT-Jobs in DevOps, Administration und Security

Von Golem Karrierewelt — 24. Mai 2026 um 07:00
Von Bare-Metal-Kubernetes über Full-Stack-Entwicklung bis IT-Security: sechs aktuelle IT-Jobs im Überblick.
Bild: Golem

Moderne IT-Infrastrukturen brauchen Fachkräfte, die Systeme stabil betreiben, Plattformen weiterentwickeln und Sicherheit von Anfang an mitdenken. Die folgenden Stellenangebote reichen von Kubernetes-nativen Hosting-Plattformen über Windows- und Linux-Administration bis hin zu Full-Stack-Entwicklung, Netzwerkbetrieb und IT-Security.

Im Golem Jobmarkt finden sich aktuelle Positionen in Forschungseinrichtungen, öffentlichen Institutionen und technologieorientierten Unternehmen.

Sechs neue IT-Positionen im Überblick

Folgend findest du eine Auswahl an aktuellen Top-Positionen:

  • Senior DevOps Engineer – Kubernetes@BareMetal (m/w/d): Die Mittwald CM Service GmbH & Co. KG sucht in Espelkamp und hybrid Verstärkung für eine Kubernetes-native Hosting-Plattform. Im Fokus stehen Bare-Metal-Deployments, Storage-Provisionierung, Helm, Operator SDK, Linux, OCI-Standards und die aktive Mitgestaltung der Plattformarchitektur.
  • IT-Systemadministrator (w/m/d): Die mips Dataline GmbH in Heusenstamm sucht einen IT-Systemadministrator für gewachsene Kundeninfrastrukturen im KMU-Umfeld. Zu den Aufgaben zählen Windows Server, Active Directory, Microsoft 365, Virtualisierung, Backup-Konzepte, VLANs, Firewalls sowie 2nd- und 3rd-Level-Support.
  • Senior Developer / Tech Lead, Full-Stack (C#, REACT) (m/w/d): Die Chemical Check GmbH sucht remote oder in Steinheim einen Full-Stack-Tech-Lead für regulatorische Softwarelösungen. Gefragt sind C#/.NET, React, TypeScript, WebAPI, MS SQL Server, saubere Codebases, Code-Reviews, Legacy-Migration und moderne DDD-Architekturen.
  • Systemadministrator Linux (m/w/d): Die evolver services GmbH sucht im Homeoffice oder in Chemnitz Unterstützung für Linux-Systeme im Rechenzentrumsumfeld und bei Kunden. Die Position umfasst Systeminstallation, Betreuung interner IT-Landschaften, Weiterentwicklung von Standards, Beratung, Rufbereitschaft und Entstörung.
  • Deployment / Windows Client Engineer (w/m/d): Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sucht in Eschborn und hybrid IT-Verstärkung für die interne Infrastruktur. Die Aufgaben umfassen Betrieb und Weiterentwicklung von Netzwerkinfrastruktur, Netzwerksicherheitskomponenten, zentralen Diensten, Dienstleisterbetreuung und Ausschreibungsbegleitung.
  • Junior IT Security & Infrastructure Administrator (m/w/d): Die Insta GmbH sucht in Lüdenscheid hybrid einen Junior IT Security & Infrastructure Administrator. Die Stelle bietet Einstieg und Entwicklung in Firewall- und Endpoint-Security, Windows-Server, Netzwerke, VMware, Backups, Storage, Monitoring, Automatisierung sowie Security- und Cloud-Architekturen.

IT-Profis finden im Golem Jobmarkt eine spezialisierte Suchumgebung für IT-Fachkräfte – mit modernen Funktionen wie einem KI-gestützten Lebenslaufgenerator, einem Tool zur automatisierten Erstellung von Anschreiben sowie einem persönlichen Job-Alarm. Stellenausschreibungen lassen sich durch intelligente Filter nach Positionen im öffentlichen Sektor, Remote-Anteil, Fachgebiet oder Branche gezielt eingrenzen.

Bei Fragen zur Nutzung des Jobmarkts oder zu den Angeboten der Golem Karrierewelt steht dir das Team werktags zwischen 8 und 18 Uhr zur Verfügung – telefonisch, per E-Mail oder direkt über unseren KI-Chatbot Klara. Alle Informationen, Tools und Weiterbildungen sind zentral über die Golem Karrierewelt erreichbar.

Weiterbildung gefällig? In der Trainingssuche der Golem Karrierewelt findest du Onlineworkshops, E-Learnings und weitere Bildungsangebote zu sämtlichen aktuellen IT-Themen wie Security, künstlicher Intelligenz oder Cloud.

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Cyberangriff auf Abrechnungsdienstleister betrifft viele Kliniken

Von Heise — 22. Mai 2026 um 22:59
Wartebereich einer Klinik

(Bild: Siam Stock/Shutterstock.com)

Ein Cyberangriff auf den Abrechnungsdienstleister Unimed betrifft zahlreiche Kliniken und sensible Daten von zehntausenden Patienten. Unimed hält sich bedeckt.

Ein Cyberangriff auf den saarländischen Abrechnungsdienstleister Unimed betrifft bundesweit zahlreiche Kliniken. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen 95 Prozent aller Universitätskliniken in Deutschland sowie 51 Prozent aller Kliniken mit mehr als 600 Betten. Den betroffenen Häusern zufolge wurden dabei Patientendaten von zehntausenden Privatpatienten und Selbstzahlern entwendet. Die Kliniken selbst betonen, dass ihre internen Systeme und die Patientenversorgung nicht in Mitleidenschaft gezogen worden seien.

Der Angriff ereignete sich laut Unimed bereits Mitte April 2026. Das Unternehmen teilte mit, der Vorfall sei dem Landeskriminalamt Saarland gemeldet worden. Nach Darstellung von Unimed wollten die Angreifer die Systeme verschlüsseln. Das sei zwar verhindert worden, allerdings seien vor der Abwehr aus einem „begrenzten Bereich“ Daten abgeflossen. Darunter befand sich laut Unimed auch Kommunikation zu Abrechnungswidersprüchen.

Auf Nachfrage zu den weiteren betroffenen Einrichtungen erklärte Unimed: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir als Dienstleister keine darüber hinaus gehenden Angaben zu unseren Kunden und deren Daten machen können“. Auch zum Angriffsvektor machte Unimed keine Angaben.

Kliniken veröffentlichen Zahlen

Inzwischen haben zahlreiche Kliniken konkrete Zahlen veröffentlicht. Besonders stark betroffen ist das Universitätsklinikum Freiburg: [1] Dort wurden nach Angaben der Klinik Stammdaten von rund 54.000 Patientinnen und Patienten entwendet, darunter Namen, Adressen und Geburtsdaten. In rund 900 Fällen seien zusätzlich Rechnungsdaten betroffen, aus denen sich Diagnosen und Behandlungsarten ableiten lassen könnten. In wenigen Fällen seien auch Kontodaten abgeflossen. Die Uniklinik Köln meldet [2] rund 30.000 betroffene Datensätze. Darunter seien 843 Fälle mit Gesundheitsdaten sowie fünf Fälle mit Finanzdaten wie IBAN oder Kontonummern.

Am Universitätsklinikum Düsseldorf geht es um mehr als 3.000 Fälle mit allgemeinen Patientendaten [3] sowie 162 Fälle, bei denen auch Gesundheitsdaten betroffen sein könnten. Die Universitätsmedizin Mainz spricht [4] von bis zu 2.764 betroffenen Privatpatienten und Selbstzahlern.

Weitere Fälle meldeten unter anderem Ulm, Mannheim sowie das Universitätsklinikum des Saarlands in Homburg [5]. Dort sollen 1.266 Patientinnen und Patienten betroffen sein. In Ulm sind rund 1.600 Patienten betroffen [6], in etwa 300 Fällen könnten zudem Diagnose- und Behandlungsdaten abgeflossen sein. Mannheim meldet [7] rund 3.000 Betroffene und einen Fall mit kompromittierten Finanzdaten. Auch Heidelberg [8] und Tübingen bestätigen Vorfälle [9], nannten bislang jedoch keine detaillierten Zahlen.

Mehrere der betroffenen Kliniken erklärten, die Datenübertragung an Unimed unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls gestoppt zu haben. Zudem seien Datenschutzbehörden und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert worden. Viele Häuser kündigten an, betroffene Personen schriftlich zu benachrichtigen und rechtliche Schritte zu prüfen. Unimed erklärte am Freitag, die Systeme seien inzwischen wieder vollständig arbeitsfähig. Externe IT-Forensiker hätten die Infrastruktur untersucht und abgesichert. Hinweise darauf, dass sich noch Angreifer im System befinden, gebe es Unimed zufolge nicht.

Ransomware bei Abrechnungsdienstleister betrifft Kassenpatienten in Niedersachsen

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass nach einem Cyberangriff auf die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftlichkeitsprüfung Niedersachsen (Arwini e. V.) ebenfalls sensible Gesundheits- und Abrechnungsdaten abgeflossen sind [10]. Arwini prüft im Auftrag gesetzlicher Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen die Wirtschaftlichkeit ärztlicher Verordnungen. Die Polizeidirektion Hannover bestätigte gegenüber heise online, dass hinter dem Angriff die Ransomware-Gruppe „Kairos“ steckt. Die Täter drohen dort mit der Veröffentlichung eines angeblich 2,87 Terabyte großen Datensatzes. Wer für den erfolgreichen Angriff auf Unimed verantwortlich ist, ist noch nicht bekannt.

Bei Arwini könnten nach Angaben des Unternehmens bis zu 75.000 Datensätze betroffen sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen erklärte, an die Prüfstelle würden quartalsweise pseudonymisierte Abrechnungsdaten übermittelt. Zwar seien Patientendaten anonymisiert, allerdings enthielten die Datensätze arztbezogene Informationen wie Arztnummern und Betriebsstättennummern, sodass Praxen identifizierbar bleiben. Nach Angaben der Polizei stehen die Ermittler wegen der Gruppe „Kairos“ im internationalen Austausch.


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  1. https://www.uniklinik-freiburg.de/presse/pressemitteilungen/detailansicht/6807-cyberangriff-auf-externen-dienstleister-betrifft-auch-daten-von-patientinnen-des-universitaetsklinikums-freiburg.html
  2. https://www.uk-koeln.de/uniklinik-koeln/aktuelles/detailansicht/cyberkriminelle-entwenden-patientendaten-bei-externem-abrechnungs-dienstleister/
  3. https://www.uniklinik-duesseldorf.de/ueber-uns/pressemitteilungen/detail/cyberkriminelle-entwenden-patientendaten-bei-ehemaligem-externem-abrechnungs-dienstleister-des-ukd
  4. https://mainzund.de/hackerangriff-auf-it-dienstleister-patientendaten-der-unimedizin-mainz-gestohlen-zehntausende-daten-in-bawue-entwendet/
  5. https://www.wochenblatt-reporter.de/saarland/c-ratgeber/cyberangriff-bei-uniklinik-homburg-1266-patienten-betroffen_a780688
  6. https://www.uniklinik-ulm.de/aktuelles/detailansicht/cyberangriff-auf-externen-dienstleister-betrifft-auch-abrechnung-von-wahlleistung-des-uku.html
  7. https://www.umm.de/medien/news/news/datenschutzvorfall-bei-einem-externen-dienstleister/
  8. https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/cyberangriff-auf-externen-dienstleister-betrifft-auch-daten-von-patienten-des-universitaetsklinikums-heidelberg
  9. https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/pressemeldungen/meldung/783
  10. https://www.heise.de/news/Niedersachsen-Datenabfluss-bei-Wirtschaftsprueferverein-im-Gesundheitswesen-11297772.html
  11. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Hoffnung bei Depression: Ketamin, Lachgas und Hirnstimulation

Von Telepolis — 23. Mai 2026 um 16:00
Junge Frau mit einem weißen, Stirn und Schläfen umschließenden Gerät. Im Hintergrund ein Überwachungsmonitor.

Transkraniale magnetische Stimulationstherapie gegen Depressionen oder Angstzustände.

(Bild: Yiistocking, shutterstock)

Für Menschen mit therapieresistenter Depression gibt es bisher kaum Hilfen. Schnell wirkende Medikamente und Neuromodulation könnten das in Zukunft ändern.

Weltweit leiden etwa 280 Millionen Menschen an Depressionen. Bei rund einem Drittel helfen herkömmliche Antidepressiva nicht oder nicht ausreichend. Dieser Zustand wird als therapieresistente Depression bezeichnet und kann Jahrzehnte dauern.

Wissenschaftler testen nun neuartige Behandlungsansätze, die schneller wirken und auch schwer kranken Patienten Linderung verschaffen könnten.

Ketamin

Ketamin ist als Narkosemittel und illegale Droge bekannt. Seit einigen Jahren wird es jedoch auch als Antidepressivum erforscht [1]. Anders als klassische Medikamente, die auf Botenstoffe wie Serotonin oder Dopamin wirken und Wochen bis zum Wirkeintritt benötigen, kann Ketamin depressive Symptome innerhalb von Minuten lindern. Die Wirkung hält mehrere Tage an.

Forscher der Yokohama City University in Japan haben nun den Mechanismus hinter dieser Wirkung genauer untersucht [2]. Demnach unterdrückt Ketamin gezielt die neuronale Aktivität in einer Habenula genannten Hirnregion, die bei Depressionen überaktiv ist. Ketamin bewirkte jedoch keine gleichmäßigen Veränderungen im gesamten Gehirn.

In einigen Bereichen der Großhirnrinde stieg die Dichte bestimmter Rezeptoren, die die Kommunikation zwischen Nervenzellen regeln. In anderen Regionen, die mit der Verarbeitung von Belohnungen verbunden sind, insbesondere der Habenula, sanken sie dagegen. Diese Verschiebungen korrelierten stark mit der Verbesserung depressiver Symptome.

Die Forscher hoffen nun, dass die Bildgebung künftig dazu dienen könnte, um vorherzusagen, welche Patienten auf Ketamin ansprechen.

Lachgas

Auch Lachgas, medizinisch als Stickstoffdioxid bekannt, wird als schnell wirkendes Antidepressivum untersucht. Eine Meta-Analyse der University of Birmingham, veröffentlicht [3] in eBioMedicine, wertete sieben klinische Studien aus. Die Forscher untersuchten die Wirkung von klinisch verabreichtem Lachgas bei Erwachsenen mit schwerer und/oder therapieresistenter Depression.

Die Analyse zeigte, dass schon eine einzelne Sitzung mit 50-prozentiger Lachgas-Inhalation innerhalb von 24 Stunden zu schnellen und bedeutsamen Verbesserungen der depressiven Symptome führte. Diese Verbesserungen hielten jedoch nicht länger als eine Woche an. Erst bei wiederholten Behandlungen über mehrere Wochen zeigten sich länger anhaltende Effekte.

Lachgas wirkt vermutlich ähnlich wie Ketamin auf Glutamat-Rezeptoren. Dies könnte auch die rasche Stimmungsaufhellung erklären. Kiranpreet Gill, Doktorandin an der University of Birmingham und Erstautorin der Studie, sagte, Lachgas könnte Teil einer neuen Generation schnell wirkender Depressionsbehandlungen werden.

Zu den Nebenwirkungen von Lachgas zählten Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Diese Beschwerden waren jedoch kurzlebig und verschwanden ohne medizinische Behandlung. Höhere Dosen bei 50 Prozent Konzentration führten dagegen häufiger zu Nebenwirkungen. Langzeitstudien zur Sicherheit fehlen bislang.

Vagusnerv-Stimulation

Für Patienten mit schwerer, chronischer Depression könnte die Vagusnerv-Stimulation eine Option sein. Diese Therapie verwendet ein chirurgisch implantiertes Gerät, das unter der Haut im Brustbereich platziert wird. Das Gerät sendet kontrollierte elektrische Signale an den linken Vagusnerv, einen wichtigen Kommunikationsweg zwischen Gehirn und inneren Organen.

Die 500 Teilnehmer an der entsprechenden klinischen Studie Washington University School of Medicine hatten im Durchschnitt seit 29 Jahren mit Depressionen gelebt und diverse Behandlungen ohne Erfolg ausprobiert. Etwa drei Viertel der Teilnehmer waren so schwer erkrankt, dass sie nicht arbeiten konnten.

In der Versuchsgruppe, die Behandlung erhielt, zeigten nach einem Jahr rund zwei Drittel der Teilnehmer eine bedeutende Verbesserung in mindestens einem der gemessenen Bereiche Depression, Lebensqualität und Alltagsfunktion. Von diesen konnten wiederum über 80 Prozent ihre Verbesserungen zwei Jahre lang aufrechterhalten oder sogar steigern.

Und selbst ein Drittel der Teilnehmer, die nach dem ersten Jahr keine Verbesserung zeigten, berichteten am Ende des zweiten Jahres von Vorteilen. Dies deutet darauf hin, dass die Therapie bei manchen Menschen länger braucht, um zu wirken. Die Rückfallraten blieben durchweg niedrig, berichten [4] die Forscher im International Journal of Neuropsychopharmacology.

Fortschritte auch bei der Magnetstimulation

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine bereits etablierte Behandlung für therapieresistente Depression. Sie nutzt magnetische Impulse, um gezielt Hirnareale zu aktivieren, die mit der Stimmung verbunden sind. Doch normalerweise müssen Patienten sechs bis acht Wochen lang jeden Werktag eine Klinik aufsuchen.

Forscher der University of California testeten nun, ob TMS auch innerhalb eines deutlich kürzeren Zeitplans durchgeführt werden kann. Ihr Ansatz umfasste fünf Sitzungen pro Tag an fünf aufeinanderfolgenden Tagen, bekannt als "5x5"-Protokoll. Die Ergebnisse wurden im Journal of Affective Disorders veröffentlicht [5].

An der Studie nahmen 175 Patienten mit therapieresistenter Depression teil. Unabhängig davon, ob sie das Standardprotoll über sechs Wochen oder das beschleunigte Format durchliefen, erlebten die Patienten signifikante Verbesserungen ihrer depressiven Symptome. Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Behandlungsplänen.

Verzögerte Wirkung möglich

Eine bemerkenswerte Beobachtung betraf allerdings die Patienten im beschleunigten Format, die unmittelbar nach Abschluss der Behandlung kaum Fortschritte zeigten. Als die Forscher jedoch zwei bis vier Wochen später nachprüften, zeigten diese Personen eine erhebliche Verbesserung. Dies legt im Umkehrschluss nahe, dass die Bewertung der beschleunigten TMS direkt am Ende der fünf Tage nicht das vollständige Bild zeigt.

Über die Depression hinaus untersuchen Wissenschaftler der UCLA übrigens auch, ob TMS bei anderen Erkrankungen wie Zwangsstörungen und chronische Schmerzen helfen könnte. Mit der Ausweitung der Forschung könnte TMS eine wachsende Rolle in der nächsten Generation hirnbasierter Behandlungen für psychische Gesundheit spielen.

Leiden Sie an Depressionen oder jemand, den Sie kennen? Die Telefonseelsorge bietet rund um die Uhr kostenfrei und anonym Unterstützung unter der Telefonnummer 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222. Weitere Informationen und Hilfsangebote sind online unter telefonseelsorge.de [6] und bei der Deutschen Depressionshilfe [7] verfügbar.


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  1. https://www.telepolis.de/article/Durchbruch-in-der-Depressionsforschung-Ketamin-als-neuer-Hoffnungsschimmer-9833848.html
  2. https://www.yokohama-cu.ac.jp/english/news/20260306takahashi.html
  3. https://www.thelancet.com/journals/ebiom/article/PIIS2352-3964(25)00467-0/fulltext
  4. https://academic.oup.com/ijnp/article/29/1/pyaf080/8423597
  5. https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0165032726001965
  6. https://www.telefonseelsorge.de/
  7. https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

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Gleiche Packung, weniger drin – und Sie zahlen sogar mehr

Von Telepolis — 23. Mai 2026 um 14:00
Zwei Packungen Schokoladenflocken mit Streifenmuster.

Zwei Packungen Schokoladenflocken, eine mit 300g und eine mit 200g Inhalt.

(Bild: Petrusja / Shutterstock.com)

Milka, Dr. Oetker, Kölln: Hersteller schrumpfen Packungen – und erhöhen gleichzeitig die Preise. Ein Gericht hat das nun bewertet.

In Tafeln der Marke Milka stecken seit einiger Zeit nur noch 90 Gramm statt 100 Gramm. Die Verpackung hat sich kaum verändert. Die Tafel hat zwar die gleiche Größe, ist aber dünner als vorher. Zwar sei die Änderung gekennzeichnet, aber nicht deutlich genug, so lautete kürzlich ein Urteil des Landgerichts Bremen [1] (Az. 12 O 118/25). Die Verbraucherzentrale Hamburg [2] hatte zuvor dem Hersteller Täuschung der Kunden vorgeworfen.

Der Hinweis auf das geringere Gewicht gehe im Gesamtbild der bunten Verpackung unter, kritisieren die Verbraucherschützer. Die Angabe der Füllmenge auf der Verpackung sei schwer zu erkennen.

Auf der Vorderseite stehe klein "90 g" – doch im Supermarktregal sei das oft nicht erkennbar. Ein deutlicherer Hinweis auf der Verpackung sei nötig – zumindest in den ersten vier Monaten nach der Umstellung. Der habe hier gefehlt.

Ein rechtskräftiges Urteil hätte Signalwirkung

Im Fall der Milka-Tafel bringt ein solcher Hinweis ein Jahr nach der Umstellung auf kleinere Tafeln zwar nichts mehr, er könnte aber in Zukunft bedeutend sein, denn solche Fälle können sich jederzeit wiederholen.

Unternehmen könnten bestehende Lücken gezielt nutzen. In anderen europäischen Ländern sei man zum Teil schon weiter. Deutschland hinke hinterher, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg. Hersteller sollten verpflichtet werden, deutlich auf geringere Füllmengen hinzuweisen – mit einem klaren Hinweis auf Verpackungen, der für mehrere Monate sichtbar sein soll, so die Forderung.

Unterdessen kündigte Mondelez an, das Gerichtsurteil genau zu prüfen. Das Gewicht auf der Verpackung sei klar erkennbar – sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite, so die Begründung. Solange das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, könnte der Schokoladenhersteller noch Berufung einlegen.

Geschrumpfte Margarine von Upfield

Anfang 2025 hatte Mondelez den Preis für die Tafel Milka Alpenmilch von 1,49 Euro auf 1,99 Euro [3] erhöht. Der Inhalt wurde dafür von 100 auf 90 Gramm verringert. Dies entspricht einer Preissteigerung von 48 Prozent. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren die Schokoladenpreise zwischen Anfang 2024 und 2025 um rund acht Prozent gestiegen – Mondelez hatte im selben Zeitraum die Preise um bis zu 64 Prozent erhöht.

Das Unternehmen rechtfertigte die Verteuerung mit dem Verweis auf die Kakaopreise und massiv gestiegene Kosten in der gesamten Lieferkette. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, haben "wohlüberlegte Maßnahmen" umgesetzt werden müssen.

Das Unternehmen Upfield führt durch Umstellung seines Streichfettes Sanella Verbraucher in die Irre, so lautete ein Urteil des Landgerichts Hamburg [4] von 2024 (Az. 406 HKO 121/22), nach einer Klage der Verbraucherzentrale [5]. Der Lebensmittelkonzern hatte die Füllmenge des Produkts von 500 auf 400 Gramm pro Becher reduziert, während die Verpackung unverändert blieb. Kunden mussten dadurch bei gleichem Verkaufspreis im Handel unterm Strich 25 Prozent mehr für das Streichfett bezahlen.

Zwei Jahre zuvor hatte Upfield bei seinen Marken Rama, Lätta und Becel die Füllmengen reduziert. Bei der Verbraucherzentrale waren damals hunderte Beschwerden zu den betroffenen Produkten eingegangen. Vielen Menschen ging es vor allem um die Folgen für die Umwelt. So wurden für tausende Tonnen Streichfett aufgrund geringerer Füllmenge eine halbe Million Plastikbecher mehr benötigt.

Shrinkflation bei Dr. Oetker

Was andere Unternehmen können, kann Dr. Oetker schon lange. Immerhin weist der Konzern auf die Reduzierung der Füllmengen im grünen Kasten direkt auf den Verpackungen hin, mit "Weniger Inhalt. Unveränderte Qualität" – und ist somit transparenter als bei den meisten anderen Herstellern. Allerdings wurde die reduzierte Menge nicht angegeben.

So wurde bei den großen Fruchtgrützen im Sortiment "Löffelglück" [6], das Gewicht von 500 auf 400 Gramm reduziert – bei gleichem Preis. Beim Vitalis Müsli reduzierte sich die Füllmenge von 600 auf 400 Gramm. Auch die Käse-Streusel-Backmischung [7] schrumpfte um fast die Hälfte (von 730 auf 370 Gramm), bei minimal gesenktem Preis.

Beim Instant-Schokopudding [8] steht sogar ein Hinweis auf grünem Balken: "Ein Beutel weniger – unveränderte Qualität."

Kölln geht in die "Transparenzoffensive"

Aus der bisherigen Vorratspackung macht die Peter Kölln GmbH & Co. KGaA einen XXL-Pack – und reduziert dabei deutlich den Inhalt seines Schoko Hafer-Müslis [9]. Statt der bisherigen 1.700 Gramm enthält die neue Packung nur noch 1.050 Gramm. Zwar sinkt der Verkaufspreis im Handel häufig von 9,99 Euro auf 7,99 Euro.

Doch unterm Strich zahlen Verbraucher trotzdem mehr. Der Verbraucherzentrale zufolge steigt der Preis für das Produkt um rund 30 Prozent.

Kurz zuvor hatte das Unternehmen Mengenänderungen bei anderen Produkten beworben. Auch hier prangte auf mehreren Müsli-Sorten der Hinweis: "Weniger Inhalt. Gleiche Qualität."

Damit wollte das Unternehmen auf gestiegene Rohstoffpreise – insbesondere bei Kakao – reagieren. Doch bei der deutlich geschrumpften XXL-Packung fehlt ein solcher Hinweis, bemängelt die Verbraucherzentrale.

Begründung der Hersteller: erhöhte Rohstoffpreise und Lebensmittelverschwendung

Man habe mit den angespannten Rohstoffmärkten oder Preiserhöhungen entlang der Wertschöpfungskette zu kämpfen [10]sowie mit gestiegenen Logistikkosten, begründen die Unternehmen die Produktänderungen.

Tatsächlich sind die Kakaopreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Doch wie teuer die Preise wirklich waren im Vergleich zu vorher, bleibt unklar.

In einer Stellungnahme [11] von Kölln wird argumentiert, der neue XXL Pack würde "den Bedarf moderner Haushalte" besser treffen. Zudem verringere sich "das Risiko von Lebensmittelverschwendung" – Argumente, die kaum überzeugen.

Aus Sicht der Verbraucherzentrale dient die Preisumstellung dazu, eine Preiserhöhung besonders kreativ zu kaschieren.

Skimpflation: Wenn sich mit billigen Zutaten die Rezeptur ändert

Wer bewusst zu einem Produkt greift – etwa wegen bestimmter Zutaten oder einer vertrauten Qualität – verlässt sich darauf, dass sich an der Rezeptur nichts Wesentliches ändert.

Wer bemerkt schon, ob der Fruchtanteil von 20 auf 15 Prozent gesunken ist? Oder ob statt Butter plötzlich Palmfett verwendet wird? All das ist versteckt im Kleingedruckten der Zutatenliste.

Hochwertige Zutaten werden teilweise durch günstigere ersetzt – etwa mit Wasser, Zucker, Aromen oder Ersatzfetten. Verpackung, Marke und Preis bleiben meist unverändert.

Solche Änderungen sind zulässig, solange sie in der Zutatenliste korrekt deklariert sind. Doch wer prüft schon beim Einkauf genau die Zutatenlisten? Auch am Regal ist keine Information vorgesehen. So verschlechtert sich die Qualität [12], ohne dass es auffällt.

Vorsicht vor irreführenden Bezeichnungen!

Produktetiketten, die falsche Inhalte versprechen, sind weit verbreitet – wenn etwa ein reines Meerrettich-Senf-Gemisch als Wasabi-Paste oder Alaska-Seelachs ohne echten Lachs verkauft wird.

Wer hat nicht schon mal einen Erdbeerjoghurt ohne echte Früchte gegessen oder ein Vanilleeis, bestehend aus künstlichen Aromen, Zucker und pflanzlichen Fetten? Und wer beim Backen Schokoglasuren verwendet, hat bestimmt schon auf Fertigprodukte zurückgegriffen, die gar keine echte Schokolade enthalten, sondern vor allem pflanzliche Fette, Zucker und künstliche Aromen [13].

Die Verbraucherzentrale fordert konkrete gesetzliche Regelungen, um Verbraucher besser vor Füllmengen- und anderen Tricksereien zu schützen.

Beim Hinweis auf ausgetauschte oder reduzierte Zutaten geht Österreich einen ersten Schritt: Seit dem 1. April 2026 gilt hier eine Kennzeichnungspflicht gegen Shrinkflation [14]. Das heißt, künftig muss deutlich gekennzeichnet werden, wenn Produkte bei gleichem Preis weniger Inhalt enthalten.

Gewinner des Goldenen Windbeutels

Foodwatch verleiht jedes Jahr einen Preis an ein Unternehmen in der Lebensmittelindustrie als Dreisteste Werbelüge des Jahres [15]. Eine Kandidatin, die mit dem Goldenen Windbeutel [16] gekürt wurde, war die überteuerte Schrumpfschokolade von Milka (s. oben).

Auch die Rama-Margarine der Flora Food Group (ehemals Upfield), die mit dem Versprechen "100 Prozent natürliche Zutaten" beworben wurde – trotz industrieller Zusatzstoffe – war lediglich als Kandidatin für den Goldenen Windbeutel nominiert.

Als weiterer Kandidat war der Eistee Dirtea Glow [17], mit dem Rapperin Shirin David mit einem "Glow-Effekt für schöne Haut und Nägel" warb, ohne ihn wissenschaftlich zu belegen.

Ein weiterer Kandidat war Fish Tales Räucherlachs, der sich selbst zwar als "nachhaltig" ausweist, aber keine transparenten Aussagen zur Herkunft macht. Dafür fiel dessen Lachslieferant Grieg Seafood [18]unlängst durch Tierschutzprobleme auf.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.landgericht.bremen.de/sixcms/media.php/13/PM%2035-26%20Urteil%20im%20Verfahren%20Verbraucherzentrale%20gegen%20Mondelez.pdf
  2. https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-verbraucherschutz-gerichtsurteil-gegen-milka-mogelpackung-100.html
  3. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/milka-schokolade-shrinkflation-goldener-windbeutel-100.html
  4. https://www.vzhh.de/presse/verbraucherzentrale-hamburg-klagt-erfolgreich-gegen-mogelpackung-sanella
  5. https://www.vzhh.de/themen/mogelpackungen/klage-gegen-mogelpackung-sanella-gewonnen
  6. https://www.oetker.de/anpassungen-loeffelglueck
  7. https://www.vzhh.de/themen/mogelpackungen/mogelpackung-des-monats/dr-oetker-so-ein-kaesekuchen
  8. https://www.vzhh.de/themen/mogelpackungen/viel-shrinkflation-bei-dr-oetker-diese-produkte-sind-betroffen
  9. https://www.vzhh.de/themen/mogelpackungen/mogelpackung-des-jahres/kandidat-3-xxl-schoko-hafer-muesli-von-koelln
  10. https://www.koelln.de/blogs/presse/weniger-inhalt-gleiche-qualitaet
  11. https://www.vzhh.de/sites/default/files/medien/171/dokumente/Stellungnahme_K%C3%B6lln_Vorratspack_Schoko-M%C3%BCsli_11082025_gesch_0.pdf
  12. https://www.foodwatch.org/at/skimpflation
  13. https://www.chip.de/news/supermaerkte-lebensmittel/sie-werden-getaeuscht-diese-beliebten-supermarkt-produkte-sind-echte-etiketten-luegen_adec7813-ca35-4a27-a012-2c0bf8c371cd.html?utm_source=firefox-newtab-de-de
  14. https://www.wko.at/wettbewerbsrecht/anti-mogelpackungsgesetz-shrinkflation
  15. https://www.foodwatch.org/de/goldener-windbeutel-2025-verbraucherinnen-waehlen-dreisteste-werbeluege-des-jahres
  16. https://verbraucherschutzzentrale.be/goldener-windbeutel-2024-obsties-von-alete/
  17. https://www.foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Windbeutel/Dokumente/Factsheets_2025/Kandidat2_DirTea_Glow_final.pdf
  18. https://www.foodwatch.org/fileadmin/-DE/Themen/Windbeutel/Dokumente/Factsheets_2025/Kandidat1_Atlantischer_Norwegischer_R%C3%A4ucherlachs_final.pdf

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Der große Irrtum der KI-Eliten

Von Telepolis — 23. Mai 2026 um 12:00
Mensch und Maschine in einem Schaubild nebeneinander gestellt. Links die Maschine, ein Computer, in kaltem Blau, rechts ein Menschenkörper in orangem Licht

(Bild: KI-generierte Grafik)

Neurowissenschaftler Joachim Bauer erklärt im Interview, warum KI kein Bewusstsein entwickeln kann — und soziale Medien menschliche Bedürfnisse ausbeuten.

Das Silicon Valley glaubt, der Mensch sei letztlich eine Maschine. Der Neurowissenschaftler und Psychotherapeut Joachim Bauer hält das für einen folgenreichen Irrtum. Im Interview erklärt er, warum KI niemals Bewusstsein entwickeln wird, weshalb soziale Medien Menschen erschöpfen – und warum der Verlust realer Beziehungen gefährlich werden könnte.

Das naive Menschenbild des Silicon Valley

Herr Joachim Bauer, Larry Page erklärte einmal, die menschliche DNA umfasse nur "600 Megabyte komprimiert" und sei damit kleiner als moderne Betriebssysteme. In Ihrem neuen Buch "Menschlichkeit in digitalen Zeiten [1]" kritisieren Sie das Menschenbild des Silicon Valley scharf. Was verkennen die Tech-Eliten beim Blick auf das menschliche Gehirn?

Joachim Bauer: In Silicon Valley herrscht eine profunde Unkenntnis über die wirklichen Verhältnisse in der menschlichen Biologie. Das Silicon Valley glaubt, dass der menschliche Körper eine Maschine sei und dass alles, was sich im menschlichen Körper abspielt, im Grunde auf Informationstechnologie basiert.

Die Annahme, dass unser Genom nur einen kleinen Informationssatz beinhalte, zeigt, wie unbedarft die Vorstellungen hier sind. Nur ein Beispiel: Als man die Teilung von einer Zelle in zwei Zellen digital zu simulieren versuchte, musste man die Rechenkraft eines Supercomputers über fünf Tage hinweg beanspruchen. Das betraf nur die Teilung einer einzigen Zelle!

Die Biologie eines Menschen, aber auch jedes anderen Lebewesens ist ungeheuer komplex. Die Variationen, in denen das Genom abgelesen wird und die Produkte, die aus dem Ablesen des Genoms folgen, stehen untereinander in dermaßen komplexen Wechselwirkungen, dass wir hier eine unglaublich viel komplexere Situation haben als das, was sich der Silicon Valley unter Biologie vorstellt.

Mit anderen Worten: Die Vorstellungen des Silicon Valley über die Biologie im Allgemeinen und über die Biologie des Menschen im Besonderen sind von unglaublicher Naivität und Unkenntnis.

Denken braucht einen Körper

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio spricht von "Descartes’ Irrtum" und betont, dass Geist und Körper untrennbar zusammengehören. Sie schreiben ähnlich: "Es gibt kein Denken und kein Fühlen ohne den Körper." Warum hält das Silicon Valley dennoch an der Vorstellung fest, Bewusstsein sei letztlich nur Informationsverarbeitung?

Joachim Bauer: Eine maßgebliche Stimme im Silicon Valley ist Ray Kurzweil, ein persönlich nobler Mann. Er vertritt jedoch eine völlig technizistische Sicht auf den menschlichen Körper. Dem Silicon Valley zufolge basieren Bewusstsein und Intelligenz ausschließlich auf Informationsverarbeitung. Bewusstsein lässt sich aber nicht durch verdichtete Rechenleistungen herstellen.

Deswegen werden Computer mit künstlicher Intelligenz niemals, auch bei weiterem Skalieren der Rechenleistungen, kein Bewusstsein entwickeln können, weil sie keinen fühlenden, lebendigen Körper haben.

Bewusstsein ist ein biologisches Phänomen, das sich evolutionär in Lebewesen entwickelt hat und dem Überleben dient.

Denn nur wenn er ein Bewusstsein hat, kann der Körper wahrnehmen, was ihm fehlt und was das Subjekt tun muss, um durch eigenes Handeln das Überleben zu sichern, Defizite auszugleichen, und um Zustände, die mich in meiner Existenz gefährden, zu kompensieren. Antonio Damasio hat hundertprozentig recht, wenn er darauf hinweist, dass Bewusstsein ein natürliches biologisches, zu Lebewesen gehörendes Phänomen ist.

KI rechnet — aber sie erlebt nichts

Auch Intelligenz wird im Silicon Valley auf Rechenleistung reduziert. Das lässt die unglaubliche Breite der menschlichen Intelligenz jedoch außer Acht, die Kreativität, Handeln und den Umgang mit der Welt einschließt, und zwar physischen Umgang mit der Welt. Die künstliche Intelligenz kann die Welt nur als digitale Datensammlung wahrnehmen.

Im Gegensatz dazu nehmen lebendige Körper die Welt unmittelbar existenziell wahr. Im Falle des Menschen haben wir mit den Sinnen, die uns zur Verfügung stellen, einen unmittelbaren Zugang zur Welt, physisch, haptisch, auditiv, optisch. Die Intelligenz des Menschen entwickelt sich aus den sensormotorischen Erfahrungen, die der menschliche Körper von Zeitpunkt der Geburt an mit seiner Außenwelt macht.

Das heißt, wir spüren die Außenwelt, wir wirken motorisch auf die Außenwelt ein, wir sehen, welche Folgen sich aus diesen sensormotorischen Erfahrungen ergeben und was Ursache und Wirkung ist. Sensomotorik setzt einen lebendigen Körper voraus, und den hat die KI nicht. Ihre Intelligenz ist auf Rechenleistungen eingeschränkt.

Warum Kinder mehr brauchen als KI-Kompetenz

Verglichen mit den Rechenleistungen eines Menschen sind die Rechenleistungen einer KI natürlich überragend. Wenn man wie das Silicon Valley den Begriff der Intelligenz auf Rechenleistungen reduziert und eine in dieser eingeengten Weise definierte Intelligenz zwischen KI und Mensch vergleicht, dann fällt der Vergleich natürlich zum Nachteil des Menschen aus.

Auf diese Weise wird der Mensch durch das Silicon Valley eingeschüchtert und abgewertet, und wird den Computern der Weg gebahnt.

Menschliche Intelligenz ist weit mehr als Rechenleistung, ihre Potentiale liegen in ihrer technischen Kreativität, in der Musik, ganz allgemein in den Künsten, im Sport und im sozialen Miteinander. Wir sollten und dürfen uns als Menschheit also von den Suggestionen und Narrativen des Silicon Valley nicht den Schneid abkaufen lassen. In der Erziehung unserer Kinder müssen wir diese vielseitige menschliche Intelligenz fördern.

Wenn wir Kinder und Jugendliche ausschließlich auf die Spezialintelligenz der KI, also auf Mathematik, Informatik und Mustererkennung ausrichten, und das, was die KI zu bieten hat, als alleinige Dimension der Intelligenz verkaufen, dann engen wir das große Spektrum der menschlichen Erlebens-, Tätigkeits- und Kreativmöglichkeiten auf das schmale Spektrum ein, das die KI bedient.

Das wäre fatal. Um dem zu entgehen, müssen wir in der Ausbildung, in der Erziehung und Ausbildung unserer Kinder vor allem die Potenziale des kindlichen Körpers fördern: Bewegung, Sensomotorik, Spielen, Basteln, etwas zu konstruieren und so Dinge entstehen lassen.

Gefühle sind kein Gegenpol zur Vernunft

Der US-amerikanische Sozialpsychologe Jonathan Haidt beleuchtet in seinem gerade übersetzten Buch "Die Macht der Moral [2]" eine weitere Bedeutung der menschlichen Gefühle: Er argumentiert, dass moralische Entscheidungen oft zuerst emotional getroffen und erst danach rational begründet werden. Werden Gefühle im Denken des Silicon Valley unterschätzt?

Joachim Bauer: Gefühle und Vernunft sollte man nicht als Gegensätze einander gegenüberstellen. Gefühle und Vernunft sind im Prinzip versöhnliche Größen. Man kann sowohl mit Gefühlen als auch mit der Vernunft Gutes und Schlechtes, Moralisches und Unmoralisches anrichten.

Wenn wir uns auf einen der größten Experten in Sachen Moral und der Vernunft besinnen, nämlich auf Immanuel Kant und auf seinen kategorischen Imperativ, dann finden wir, dass in dem berühmten Satz, der Mensch solle nur so handeln, dass die Maxime seines Handelns zu einem allgemeinen Gesetz werden könnte, implizit auch die Empathie, also ein Gefühl mitverpackt ist.

Moral braucht den Blick des anderen

Denn wenn ich nur so handeln soll, dass die Regeln meines Handelns für ein allgemeines, für alle gültiges Gesetz anwendbar wäre, dann bezieht Kant in diesem Satz implizit die Fähigkeit des Menschen mit ein, die Welt aus den Augen des anderen zu betrachten. Denn sonst könnte ich ja gar nicht sagen, ob eine Maxime, nach der ich handle, auch für alle anderen Menschen akzeptabel und damit als allgemeines Gesetz geeignet wäre.

Das bedeutet, dass in Immanuel Kants Kategorischem Imperativ die Empathie als emotionales Element mit dem Element der Vernunft untrennbar verbunden ist.

Wir sollten Emotionen also nicht als ausschließlich unmoralisch darstellen und die Vernunft nicht als ausschließlich moralisch. Beide können moralisch oder unmoralisch sein, sowohl die Vernunft als auch die Emotionen.

Wie digitale Systeme soziale Bedürfnisse ausnutzen

▶ Sie haben immer wieder die existentielle Bedeutung menschlicher Resonanz und menschlicher Begegnungen betont. Was passiert mit diesem Bedürfnis im digitalen Zeitalter – zwischen Social Media, Online-Games und KI-Chatbots?

Joachim Bauer: Der Mensch hat ein grundlegendes, existenzielles Bedürfnis nach sozialer Resonanz. Wir wünschen uns diese Resonanz aus dem jeweiligen sozialen Umfeld, in dem wir uns gerade bewegen. Dieses Grundbedürfnis wird von den Herstellern digitaler Angebote gezielt adressiert.

Die Konstrukteure von Social-Media-Plattformen, Online-Spielen und KI-Chatbots haben die neurowissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten 30 Jahre genau studiert und ihre Angebote auf dieser Basis entwickelt.

Die Anbieter angeln sich die Nutzerinnen und Nutzer vor allem mit dem Versprechen, hier bekommst Du Resonanz, also soziale Zuwendung, Beachtung und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft. Was dann allerdings bei Nutzung tatsächlich eintritt, bedeutet einen Bruch des Versprechens.

Wenn Anerkennung zur Ware wird

Insbesondere bei den Social Media zeigt sich, dass sich durch die Verhältnisse, die hier herrschen, das Versprechen der Resonanz nicht eingehalten wird: Es herrscht ein ständiger Kampf um Anerkennung, um Posts, Likes und um Follower. Es kommt zu einer Quantifizierung der Sympathie.

Diese Quantifizierung hat einen permanenten Wettkampf zur Folge, wer mehr Sympathie hat, wer ein höheres Ansehen genießt. Dieses ständige Bewerten und Bewertetwerden macht die Nutzerinnen und Nutzer krank.

Nicht nur die Intensivnutzerinnen und -nutzer von Social Media, auch die Spieler von online Kampfspielen leben in einer permanenten inneren Unruhe und Angst: Bin ich genügend, bin ich gut genug, werde ich als gut genug angesehen?

Wenn ich in einer solchen Angst erstmal gefangen bin, dann kann ich aus dem Angebot auch nicht mehr aussteigen, weil ich ja dann nicht sehe, wie sich meine soziale Wertigkeit im Weiteren entwickelt. Ich muss also immer dranbleiben, um zu schauen, wo ich gerade bin und wie ich mich verhalten kann oder muss, um in diesem reißenden Strom des Kampfes um Anerkennung nicht unterzugehen.

Die Intensivnutzung von Social-Media-Angeboten ist psychisch derart anstrengend, dass junge Intensivnutzer ein stark erhöhtes Risiko haben, depressiv zu werden oder Angststörungen und weitere Störungen zu entwickeln.

Die Ausbeutung des Bedürfnisses, ein Held zu sein

Eine ganz ähnliche Situation haben wir bei den Onlinespielen, bei denen es sich vor allem um Kampf- und Kriegsspiele handelt, die das Bedürfnis junger Männer befriedigen, Helden zu sein. Das ist im Prinzip ein legitimes Bedürfnis, in den Games aber wird dieses Bedürfnis in einer Art und Weise ausgenutzt, die diese jungen Nutzer suchtartig an das Spiel bindet, sodass sie immer weiter spielen müssen.

Außerdem sind in den Games Mechanismen eingebaut, dass Rüstungen und Waffen gekauft werden müssen. Dabei werden die Betroffenen auch finanziell abgezockt.

Die gefährliche Liebedienerei der Chatbots

Als drittes digitales Angebot haben wir die Chatbots, also sprechende KI, die Menschen allen Alters als Ersatz für den Mitmenschen angeboten wird. Auch hier spielt das Versprechen von Resonanz eine Rolle: Hier ist jemand, der auf Dich hört und auf Deine Nöte antwortet. Chatbots haben allerdings verschiedene Konstruktionsmerkmale, die zu großen Problemen führen können: Eines dieser Merkmale ist, dass sie dem Nutzer immer recht geben.

Die unterschiedslose Liebedienerei der Systeme, im Englischen als "Sycophancy" bezeichnet, kann bei Nutzern mit psychischen Problemen gefährlich werden, indem sie bei depressiven Menschen zum Beispiel Tendenzen zur Depression noch weiter verstärken, bis hin zum Suizid. Auch misstrauisch-paranoide Menschen, die das Gefühl haben, dass andere Menschen was gegen sie haben, werden in ihrer Wahrnehmung bestätigt und entwickeln, wie Erfahrungen gezeigt haben, in großer Zahl Wahnstörungen, die inzwischen als KI-Psychose bezeichnet werden.

Von den gefährlichen Auswirkungen bei psychisch belasteten Menschen einmal abgesehen, hat die Liebedienerei von KI-Chatbots auch bei psychisch durchschnittlich gesunden Menschen problematische Auswirkungen: Anstatt mit Mitmenschen in Kontakt zu sein und sich durch Mitmenschen und Freunde korrigieren zu lassen, gibt ein Chatbot seinen Nutzern immer nur recht.

Gute Freunde sagen ab und zu mal: Du hör mal, diese oder jene Eigenschaft ist nicht so gut, schau doch da mal auf dich, achte mehr auf dich oder so ähnlich. Diese korrigierende Funktion fällt weg, wenn Menschen den Kontakt mit realen Mitmenschen durch einen Chatbot ersetzen.

Hochproblematisch an dem Austausch mit KI ist auch der Datenabfluss. Alles, was ich als Nutzerin oder Nutzer einer KI über mich anvertraue, wird gespeichert. Das heißt, in den Systemen dieser Anbieter werden Daten über mich abgelegt, Muster über mich erstellt, die dann an Werbetreibende, auch an politische Machthaber weiterverkauft werden können. All das ist noch mit im Risikoprofil der Nutzung solcher Systeme enthalten.


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Arbeit: Wenn KI die Jobs frisst, was bleibt vom Menschen?

Von Andreas Donath — 23. Mai 2026 um 15:30
Wenn KI viele Jobs übernimmt, bleibt nicht nur die Frage, wovon Menschen leben. Es bleibt die Frage, wer sie noch sind.
Welche Zukunft soll es sein? (Bild: KI-generiert mit ChatGPT Imagine 2.0)
Welche Zukunft soll es sein? Bild: KI-generiert mit ChatGPT Imagine 2.0

Die US-Soziologin Allison Pugh von der Johns-Hopkins-Universität forscht zu den gesellschaftlichen Folgen der Automatisierung. Ihre These, die sie in einem Interview mit dem Handelsblatt erklärt: Der Verlust von Arbeit treffe nicht nur den Geldbeutel, sondern das Fundament des sozialen Lebens. Arbeit gebe dem Alltag Struktur und das Gefühl dazuzugehören. Falle das weg, drohe die Gesellschaft auseinanderzufallen.

Was steht auf dem Spiel? – Würde und Gemeinschaft, nicht nur Geld

Pugh verweist auf den Soziologen William Julius Wilson, der in Studien über arme US-Stadtteile zeigte, was entsteht, wenn Arbeit wegfällt: nicht nur Armut, sondern der Verlust von Rhythmus, Verlässlichkeit und Gemeinschaft. Arbeit, so Pugh, verbinde Menschen miteinander und ermögliche Koordination, ob bezahlt oder unbezahlt.

Dem Gegenargument, ein Grundeinkommen könne diese Lücke schließen, begegnet sie skeptisch. Geld decke materielle Bedürfnisse, nicht aber das Bedürfnis, gebraucht zu werden. Ihr Fazit: Arbeit werde zum Privileg einer technologischen Elite, während der Rest der Gesellschaft zum Konsumenten ohne Würde und Gemeinschaft werde.

Isolation als Nährboden für Populismus

Wer kein gemeinsames Schicksal mehr mit anderen teile, verliere Empathie und Verantwortungsgefühl, sagt Pugh. Das mache Menschen anfälliger für Demagogen, die die Sehnsucht nach Zugehörigkeit für sich nutzen. Demokratische Institutionen halten nach ihrer Einschätzung nur so lange, wie sie dieses Bedürfnis noch stillen. Auch KI-Systemen, die Nähe simulieren, traut sie das nicht zu. Sprachmodelle seien darauf ausgelegt, Nutzer durch endlose Bestätigung bei der Stange zu halten. Das sei kein Nebeneffekt, sondern Kern des Geschäftsmodells.

Beziehung schlägt Algorithmus

Berufe mit echtem menschlichem Kern, vom Friseur bis zur Therapeutin, sieht Pugh als vergleichsweise sicher an. Nicht wegen der Tätigkeit selbst, sondern wegen der Beziehung, die dabei entsteht. In der Bürowelt empfiehlt sie, Rollen anzustreben, in denen Menschen andere Menschen verstehen, begleiten und einschätzen können.

Programmieren hält Pugh für eine Fähigkeit mit sinkendem Wert, soziale Kompetenz hingegen für das entscheidende Merkmal der Zukunft. Universitäten sollten den Umgang mit Konflikten und Menschen als eigenständiges Studienfach etablieren. Wer in einer KI-geprägten Wirtschaft bestehen wolle, brauche vor allem eines: die Fähigkeit, mit Menschen umzugehen.

KI wird Jobmarkt verändern

Andere Prognosen geben Pugh zumindest in ihrer Dimension recht. Das britische Institute for Public Policy Research sieht bis zu 7,9 Millionen Jobs in Gefahr. McKinsey erwartet für die USA bis 2030 fast zwölf Millionen erzwungene Berufswechsel. Und Deutschlands Digitalminister Wildberger sagt schlicht: "Aufhalten können wir das nicht."

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