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Neue Speichertechnologien für Desktop-PCs auf der Computex

Von Heise — 02. Juni 2026 um 16:53

Auf der Computex zeigen die RAM-Hersteller CQDIMMs mit 128 GByte Kapazität und CUDIMMs mit bis zu DDR5-8000. Die Speicherkrise ist auch Thema.

Der Trend zu immer schnellerem und größerem Arbeitsspeicher für Desktop-PCs zeigt sich auch auf der IT-Messe Computex in Taiwan: Der taiwanische Hersteller Dato präsentiert Clock Unbuffered DIMMs (CUDIMMs) mit DDR5-8000-RAM, die diese Geschwindigkeit ohne Übertaktungs-Profile wie EXPO und XMP und damit ohne erhöhte Spannung schaffen. Am Stand von Adata gibt es CUDIMMs mit DDR5-7200 – das Maximum, was die aktuelle Desktop-CPU-Generation Core Ultra 200S Plus von Intel laut Spezifikation schafft.

Ein DDR5 RAM-Modul von DATO mit 24GB und PC8000.
Ein DDR5 RAM-Modul von DATO mit 24GB und PC8000.

Dato produziert inzwischen DDR5-8000-CUDIMMs, die ohne erhöhte Spannung auskommen.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

CUDIMMs erreichen die hohen Taktfrequenzen durch aufgelötete Taktverstärker [1], die das Signal vom Speichercontroller in der CPU auffrischen. Derzeit unterstützt nur Intel bei LGA1851-Prozessoren diese Technik, also Core Ultra 200 alias Arrow Lake. AM5-CPUs von AMD der Serien Ryzen 7000, 8000 und 9000 können ausschließlich herkömmliche DDR5-Unbuffered-DIMMs (UDIMMs) ansteuern. Auf Nachfrage erklärte AMD in einem Gespräch mit c’t vor Ort in Taipeh, dass dies technisch bedingt sei. Der RAM-Controller im aktuellen I/O-Die tauge dafür nicht.

Ein RAM-Modul mit der Beschriftung Apacer 64GB CSOD DDR5 7200 CL58
Ein RAM-Modul mit der Beschriftung Apacer 64GB CSOD DDR5 7200 CL58

Für Mini-PCs und Notebooks gibt es CSODIMMs mit Taktverstärker, die wie hier von Apacer DDR5-7200-Tempo erreichen.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

DIMMs mit vier Ranks für doppelte Kapazität

Für höhere Kapazitäten hat das für Arbeitsspeicher zuständige Industriekonsortium JEDEC vor einigen Monaten die Modulvariante Clocked Quad-Ranked DIMMs (CQDIMMs) vorgestellt [2], die auch als 4R-DIMMs bezeichnet werden. Damit verdoppelt sich die maximale Kapazität von 64 GByte auf 128 GByte pro Modul, weil sie doppelt so viele Chips tragen. Übliche DIMMs und CUDIMMs haben ein oder zwei Ranks, in denen die Speicherbausteine organisiert sind. CQDIMMs haben derer vier. Die Module funktionieren aber nur auf Mainboards mit einem DIMM pro Kanal, also maximal zwei insgesamt. Die maximale Kapazität bleibt also bei 256 GByte. Interessant ist diese Technik etwa für Mini-ITX-Mainboards mit wenig Platz. Unter anderem zeigt uns Teamgroup CQDIMMs und ein Demosystem.

Wider die Knappheit

Die RAM-Krise beschäftigt Hersteller von Speichermodulen derzeit stark. Sie kaufen aktuell jeden Speicherbaustein, den sie angeboten bekommen. Preise spielen keine Rolle, denn die großen KI-Hyperscaler wie Amazon, Google und Microsoft kaufen nahezu alles weg. Bislang bezogen die kleineren Hersteller ihren RAM vor allem von den Riesen wie Micron, Samsung und SK Hynix. Nun kommen verstärkt kleinere Hersteller wie Etron, Nanya und Winbond oder der chinesische Fertiger ChangXin Memory Technologies [3] (CXMT) zum Zuge.

Ein Computer-Arbeitsspeicherriegel mit vielen schwarzen Chips und goldenen Kontakten.
Ein Computer-Arbeitsspeicherriegel mit vielen schwarzen Chips und goldenen Kontakten.

Teamgroup präsentiert CQDIMMs mit DDR5-8000-Geschwindigkeit und 128 GByte Kapazität pro Modul.

(Bild: Christian Hirsch / heise medien)

Vor allem DDR4-RAM ist stark nachgefragt, weil viele Endkunden und kleinere Unternehmen verstärkt ältere CPU-Plattformen wie AMD AM4 und Intel LGA1700 für Neukäufe auswählen, weil DDR5-RAM so teuer ist. In China und Indien gibt es inzwischen einen Markt für Refurbished DIMMs aus stillgelegten Servern und Business-PCs. Das spüren auch die CPU-Hersteller. Laut AMD hat sich das Verhältnis bei verkauften Prozessoren in Westeuropa und den USA von rund 80 Prozent AM5/DDR5 zu 20 Prozent AM4/DDR4 auf 60:40 verschoben. In China, Indien und Osteuropa, liegt der Anteil von AM4 noch höher. AMD kündigte erst kürzlich die Wiedereinführung des Ryzen 7 5800X3D für AM4-Mainboards an [4].

Update

Bsuiness-PCs als weitere Quelle für Refurbished-DIMMs ergänzt.


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https://www.heise.de/-11314765

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Ein-kleiner-Chip-mit-grosser-Wirkung-Takttreiber-beschleunigt-RAM-9982109.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Bit-Rauschen-Die-wichtigsten-Chips-des-Jahres-2026-10520475.html
  3. https://www.heise.de/news/Speicherkrise-PC-Hersteller-erwaegen-chinesischen-Speicher-11168713.html
  4. https://www.heise.de/news/AMD-bringt-die-Gaming-CPU-Ryzen-7-5800X3D-zurueck-11312603.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/ct
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Firefox 151: Endlich Web-Serial für den beliebten Browser

Von Heise — 02. Juni 2026 um 11:37
Firefox Maskottchen jagt einen Bitstream.

(Bild: heise medien / KI)

Der freie und offene Webbrowser Firefox ist eine letzte Bastion gegen Chromium-Varianten. Nun gibt es endlich auch die Web-Serial-API für den Fuchs.

Mozilla hat Firefox 151 um die Web-Serial-API für Desktop-Browser erweitert. Die über JavaScript nutzbare Schnittstelle erlaubt Webanwendungen den direkten Zugriff auf serielle Geräte, die per USB oder Bluetooth mit dem Rechner verbunden sind. Entwickler können damit Mikrocontroller programmieren, Firmware aktualisieren oder Messdaten auslesen, ohne native Anwendungen oder Browser-Erweiterungen installieren zu müssen. Die Funktion war bislang Chromium-basierten Browsern wie Chrome oder Edge vorbehalten.

Der Schritt ist wichtiger, als es auf den ersten Blick erscheint. Viele moderne Hardware-Werkzeuge setzen inzwischen auf browserbasierte Oberflächen. Mussten Nutzer dafür bislang oft zwangsläufig zu einem Chromium-Browser greifen, wächst mit Firefox 151 [2] nun die Freiheit bei der Browserwahl. Mozilla hat die Implementierung nach eigenen Angaben gemeinsam mit Adafruit getestet [3] und validiert, dessen Open-Source-Hardwareplattformen in der Maker-Szene weitverbreitet sind.

Praxis

Die neue Schnittstelle dürfte zudem nicht nur für Maker und Hardwareentwickler interessant sein. Immer mehr Geräte verlagern Einrichtung, Diagnose und Firmwarepflege in den Browser. Von Messgeräten über Laborhardware bis hin zu Reparatur- und Servicewerkzeugen können künftig auch Endanwender profitieren, wenn Hersteller auf offene Webstandards statt auf proprietäre Desktop-Programme setzen.

Firefox 151 fordert vor dem Zugriff auf serielle Geräte ausdrücklich die Zustimmung des Nutzers an.

Dass das bereits funktioniert, zeigte ein kurzer Praxistest mit dem iFixit FixHub [4]. Nach Freigabe des seriellen Zugriffs über den neuen Firefox-Dialog erkannte die browserbasierte Web-Konsole die angeschlossene Power Station sofort.

Nach der Freigabe erscheint die angeschlossene FixHub Power Station im Geräteauswahldialog des Browsers.

Eine veraltete Firmware wurde automatisch erkannt und ließ sich direkt aus der Webanwendung aktualisieren.

Die Webanwendung erkennt direkt die veralteten Firmware-Versionen und spielt Updates direkt über die serielle Verbindung ein.

Anschließend konnte auch der angeschlossene Lötkolben vollständig über Firefox bedient werden. Temperaturanzeige, Sollwertvorgabe und Gerätestatus wurden ohne zusätzliche Software direkt im Browser dargestellt. Damit ist es möglich, den Lötkolben ohne die Station an beliebigen USB-C, Hochstrom-Powerbanks zu nutzen.

Temperaturregelung und Statusanzeige des iFixit-Lötkolbens laufen komplett in einer Browseranwendung auf Basis der Web-Serial-API.

Ich werde nun wieder mehr Firefox benutzen, nachdem diese für mich wichtige Funktion endlich verfügbar ist.

Siehe auch:


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https://www.heise.de/-11314905

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/make
  2. https://www.firefox.com/de/
  3. https://blog.mozilla.org/en/firefox/firefox-web-serial-adafruit/
  4. https://de.ifixit.com/fixhub-de
  5. https://www.heise.de/download/product/firefox-19416?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
  6. mailto:caw@make-magazin.de

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Apple fixt Ladeproblem beim iPhone 17 und Shutdown-Bug auf M5-Macs

Von Heise — 02. Juni 2026 um 17:45
Installation von iOS auf einem iPhone

(Bild: nikkimeel / Shutterstock.com)

Apple verteilt iOS 26.5.1 und macOS Tahoe 26.5.1. Die Updates beheben ein Ladeproblem bei iPhone 17 und iPhone Air sowie Abstürze auf M5-Macs.

Apple hat am Montagabend zwei kleinere Updates veröffentlicht: iOS 26.5.1 richtet sich an Besitzer eines iPhone Air oder eines Modells der iPhone-17-Reihe, macOS Tahoe 26.5.1 adressiert einen Stabilitätsfehler auf Macs mit M5-Chip. Beide Aktualisierungen erscheinen wenige Wochen nach den umfangreichen Versionen 26.5 für iOS und macOS [1], die unter anderem Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten eingeführt haben.

Neue Funktionen liefern die Punktreleases nicht – sie konzentrieren sich ausschließlich auf Fehlerbehebungen. Laut Apples Release Notes [2] steht iOS 26.5.1 ausschließlich für das iPhone Air und sämtliche iPhone-17-Modelle bereit, also auch für das iPhone 17 Pro und Pro Max. Das macOS-Update wird hingegen allen Macs mit Tahoe-Unterstützung angeboten, obwohl der dokumentierte Fix nur M5-Hardware betrifft – ein Hinweis auf mögliche weitere, nicht näher beschriebene Korrekturen.

Kabelgebundenes Laden bei fast leerem Akku blockiert

Das iPhone-Update behebt einen Fehler, der bereits seit Ende April dokumentiert [3] ist. Apple beschreibt das Problem in den Release Notes so: Das Update behebe ein Problem, bei dem bei einer kleinen Zahl von Nutzern das kabelgebundene Laden auf iPhone Air und iPhone-17-Modellen nicht funktionieren konnte, wenn der Akku fast leer war. Im Alltag konnte das dazu führen, dass ein nahezu entladenes Gerät trotz angeschlossenen Kabels nicht wieder startete.

Laut Apples Release Notes behebt macOS Tahoe 26.5.1 ein Problem, bei dem Macs mit M5-Chip in Unternehmensumgebungen unerwartet herunterfahren konnten. Ursache war die Kombination aus bestimmten Netzwerkerweiterungen zur Inhaltsfilterung und dem M5-Chip – ein in verwalteten IT-Umgebungen mit Mobile Device Management verbreitetes Szenario. Bemerkenswert: Bereits macOS 26.5 sollte einen ähnlichen Absturzfehler auf M5-Geräten beheben, das Problem trat jedoch offenbar in Enterprise-Konfigurationen weiterhin auf.


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https://www.heise.de/-11315942

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iOS-26-5-macOS-26-5-Co-sind-da-Das-ist-neu-auf-iPhones-iPads-und-Macs-11290421.html
  2. https://support.apple.com/en-us/123075
  3. https://www.heise.de/news/USB-C-Laden-mit-leerem-Akku-Nutzer-melden-Probleme-bei-iPhone-17-Pro-und-Air-11279693.html
  4. https://www.heise.de/mac-and-i
  5. mailto:mki@heise.de

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Eine Stunde in Lockheed und Jet: Apple TV bringt Travoltas „Nachtflug nach L.A.”

Von Heise — 02. Juni 2026 um 14:35
Regisseur Travolta mit jungem Hauptdarsteller

Regisseur Travolta mit jungem Hauptdarsteller: Homage an die goldene Zeit des Fliegens.

(Bild: Apple)

John Travolta ist als Schauspieler und Produzent bekannt. Für den Apple-Streamingdienst hat der Flugzeugfan nun ein Kinderbuch für „AVgeeks" verfilmt.

„AVgeek“, kurz für Aviation Geek, sind Menschen, die gerne mit dem Flugzeug reisen, sich für Betrieb, Technik und organisatorische Hintergründe von Airlines interessieren, Fotos und Videos schießen und vielleicht auch selbst einen Pilotenschein machen. Zu dieser Gruppe kann mit Fug und Recht auch der Schauspieler und Produzent John Travolta („Grease“, „Pulp Ficiton“) zählen, der selbst Pilot ist, alte Flugzeuge besitzt und sogar einen eigenen Privatflughafen [1] betreibt. Seine Leidenschaft für Flugzeuge hat er nun in einen nostalgischen Film gegossen, der vor einigen Tagen Premiere beim Streamingdienst Apple TV hatte. Es handelt sich um die Verfilmung eines Kinderbuchs, das Travolta in den Neunzigerjahren für seinen Sohn verfasst hatte – folgerichtig ist er bei dem Streifen, der auf Deutsch „Nachtflug nach L.A.“ [2] heißt, nicht nur Produzent, sondern auch Drehbuchautor und Regisseur.

Goldenes Zeitalter der Fliegerei

Das Format des Films ist ungewöhnlich: Es handelt sich nicht um einen üblichen Zwei-Stunden-Film, sondern um einen Einstünder. Der Film spielt in den goldenen Zeiten des Fliegens in den USA in den Sechzigerjahren, als man an Bord noch kulinarisch hochklassig versorgt wurde (wenn auch, aufgrund der Raucherlaubnis, reichlich verqualmt). Travolta erzählt die Geschichte des Jungen Jeff, der als Achtjähriger mit seiner Mutter in einer TWA-Maschinen nach Los Angeles unterwegs ist – in Form eines Flugs über mehrere Zwischenstationen, wie es sie damals oft gab.

Jeff, der zum ersten Mal fliegt, aber über Flugzeugtypen und Flugpläne ganz genau Bescheid weiß, lernt Stewardessen und Piloten kennen, bekommt einen neuen Freund, der sich ebenfalls für Flugzeuge interessiert und verliebt sich schließlich. Für AVgeeks besonders interessant sind die vorkommenden Flugmodelle: Zunächst die berühmte „Connie“ (Lockheed L-1049 Super Constellation), eine Maschine mit vier Propellern, die einst auch die Lufthansa eingesetzt hat, dann eine Boeing 707, einer der ersten Jets im Passagierbetrieb.

TWA-Terminal im Film

Travolta bedient sich bei dem Film vorhandener Infrastruktur: So wird anfangs im TWA-Terminal am Flughafen J.F.K. in New York (damals Idlewild) gedreht, das mittlerweile als Hotel dient [3] und eine „Connie“ auf dem alten Vorfeld stehen hat, die heute eine Bar ist.

Kleine Patzer wie die Tatsache, dass die Räume des Hotels, die später angebaut wurden, nicht mittels CGI aus dem Film entfernt wurden, verzeiht man Travolta angesichts der schönen Stimmung des Films gerne. Die Kritik [5] war mit „Nachtflug nach L.A.“ allerdings nicht besonders gnädig. Die besteht allerdings auch weniger aus AVgeeks. Apple TV kostet aktuell 10 Euro im Monat, bei Kauf von Apple-Hardware gibt es Gratismonate.


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https://www.heise.de/-11313929

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  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Jumbolair_Airport
  2. https://tv.apple.com/de/movie/nachtflug-nach-la/umc.cmc.5q6yvnse5dxw6wbb1sxcwij2k
  3. https://www.twahotel.com/
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.rottentomatoes.com/m/propeller_one_way_night_coach
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Creator Studio: Apple entwirrt Abo von Bezahlkauf – ein bisschen

Von Heise — 02. Juni 2026 um 13:47
Creator Studio mit App-Icons

Creator Studio mit App-Icons: Mehrere Versionen, zur Miete oder zum Einzelkauf.

(Bild: Apple)

Verschiedene Icons, gleicher Name, viel Verwirrung: Apple verkauft seine Kreativ-Apps nun zur Miete und als Einmalkauf. Ein Supportdokument soll aufklären.

Nach Einführung von Apples Abokreativpaket [1] wundern sich viele Nutzer über die unterschiedlichen Icons, die der Hersteller nun für einige seiner bekanntesten Apps verwendet. Denn mit Creator Studio werden Anwendungen plötzlich in zwei verschiedenen Varianten offeriert: einer Abo- und einer Bezahlversion. Die kostenlose Office-Suite iWork wurde zudem komplett umgebaut und die Anwendungen Pages, Keynote und Numbers mittlerweile durch neue Versionen ersetzt [2], für die es bezahlte Inhalte im Rahmen des Abonnements gibt. Um die User darüber zu informieren, welche Programme welche sind, hat Apple nun eine Übersicht in Form eines Supportdokuments [3] geschaffen.

An der Farbe sollst Du sie erkennen

Es steht derzeit nur in englischer Sprache zur Verfügung und ist eigentlich leicht zu verstehen: Die neuen neonfarbenden und eher stilisierten Icons von Final Cut Pro (violett), Logic Pro (blau), MainStage (blaugrün), Motion (rotrosa), Compressor (gelb) und Pixelmator Pro (rot) gehören zum Apple Creator Studio. Wer Apples Kreativ-Apps hingegen bereits einmal erworben hatte („one-time purchase“, also Einmalzahlung), wird mit den alten Icons konfrontiert. Dies gilt für alle genannten Apps.

An den doppelten Apps an sich ändert sich nichts: Es ist durchaus möglich, dass man etwa Final Cut Pro als Bezahlversion auf dem Mac hat und die Aboversion via Creator Studio noch hinzuholt. In der Spotlight-Suche, im Finder oder im Dock muss man sich dann am Icon orientieren. Apple räumt die Verwirrung ein: „Da auf Ihrem Mac möglicherweise beide Apps installiert sind, überprüfen Sie bitte das App-Symbol, um sicherzustellen, dass Sie die richtige App verwenden oder notwendige Fehlerbehebungsmaßnahmen daran vornehmen.“

Wird das Abo bevorzugt?

Unklar bleibt, wie Apples weitere Strategie ist. Beobachter vermuten, dass der Konzern möglichst viele Nutzer ins Abonnement locken will, schließlich bringt das regelmäßige Neueinnahmen. Auf den ersten Blick wirkt Creator Studio auch recht verlockend. Für Normalnutzer kostet es 12,99 Euro im Monat oder 129 Euro im Jahr, während man etwa für Final Cut Pro als Einzelkauf schon knapp 350 Euro zahlt. Allerdings läppern sich die Kosten mit den Jahren.

Wie viel Pflege reinen Bezahlvarianten Apple zukommen lässt, muss die Zukunft zeigen. Bei Pixelmator Pro sah es etwa bislang nicht gut aus: Hier fehlen der Bezahlversion Funktionen der Abo-Variante [4].


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https://www.heise.de/-11313951

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Kreativ-Abo-Fuer-wen-sich-das-Apple-Creator-Studio-lohnt-11176231.html
  2. https://www.heise.de/news/iWork-Apple-zwingt-zur-Nutzung-der-Creator-Studio-Versionen-11257688.html
  3. https://support.apple.com/en-us/127131
  4. https://www.heise.de/news/Apple-aktualisiert-Pixelmator-Pro-und-weitere-Creator-Studio-Apps-11251324.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Nationalismus überwunden? Was die CDU-Geschichte über Merz' These verrät

Von Telepolis — 02. Juni 2026 um 18:05
Friedrich Merz gestikuliert während einer Rede.

(Bild: penofoto / Shutterstock.com)

Merz beruft sich auf Adenauer, um die AfD abzuwehren. Doch die Union pflegte über Jahrzehnte genau das Deutschtum, das sie der AfD vorwirft. Ein Leitartikel.

Bundeskanzler Friedrich Merz steht mit dem Rücken zur Wand. Die Umfragen sind desaströs, die AfD liegt laut Insa bei 29 Prozent, der CDU/CSU-Block nur noch bei 22. In der CDU-Spitze kursieren Gerüchte über eine mögliche Ablösung [1], NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst wird als Alternative gehandelt.

In dieser Lage greift Merz zur großen Geschichtskeule, um für seine Linie und für die Brandmauer gegen die AfD zu werben: Die CDU habe mit Konrad Adenauer "die Ära des Nationalismus" hinter sich gelassen, erklärte er in Arnsberg [2]. Eine Zusammenarbeit mit der AfD sei deshalb "ausgeschlossen".

Das klingt entschlossen. Nur stimmt die Erzählung so nicht. Wer die Geschichte der CDU auch nur oberflächlich kennt, stößt auf Jahrzehnte nationalistischer Rhetorik, ethnisch grundierter Politik und personeller Kontinuitäten zur NSDAP.

Merz' historisches Argument hat ein Fundament aus Sand.

Adenauers Westbindung und Globkes Rassegesetze

Natürlich vollzog Adenauer einen realpolitischen Bruch: Westbindung statt Schaukelpolitik, Nato statt deutscher Sonderweg, europäische Integration statt Revanchismus. Programmatisch war das ein gewaltiger Schritt. Doch Merz verschweigt die andere Seite dieser Gründungsgeschichte.

Adenauers engster Mitarbeiter im Kanzleramt war Hans Globke – ein Jurist, der im NS-Staat die Kommentare zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst hatte. Das sogenannte 131er-Gesetz von 1951 ermöglichte Hunderttausenden "entnazifizierten" Beamten die Rückkehr in den Staatsdienst.

Späterer Kanzler Kurt Georg Kiesinger war seit 1933 NSDAP-Mitglied, Bundesminister Theodor Oberländer war ebenfalls NS-Funktionär gewesen.

Wie tief diese Kontinuitäten in der Bundesrepublik reichten, zeigt eine aktuelle Studie zum Bundesverfassungsgericht [3]: Von den ersten 24 Richtern in Karlsruhe waren mindestens drei ehemalige NSDAP-Mitglieder und fünf SA-Mitglieder.

Der prominenteste Fall unter ihnen: Willi Geiger, als NS-Staatsanwalt mitverantwortlich für Todesurteile an Sondergerichten, urteilte danach als Verfassungsrichter über Grundrechte. "Überwindung des Nationalismus" sieht anders aus.

Weder das Rechtswesen noch der Staatsapparat der BRD wurden gründlich umgebaut und von ehemaligen NS-Anhängern befreit.

"Kinder statt Inder" und das Boot, das angeblich voll war

Wer die 1990er Jahre politisch erlebt hat, erinnert sich an die Asyldebatten, in denen CDU-Politiker Formulierungen wählten, die heute der AfD zugeschrieben würden.

CDU-Generalsekretär Volker Rühe startete 1991 eine Kampagne gegen Flüchtlinge, die Günter Grass ihn als [4] "Skinhead mit Schlips und Kragen" betiteln ließ. CSU-Mann Edmund Stoiber erklärte sinngemäß, wer Ausländer "ungeregelt zuziehen" lasse, importiere Kriminalität. Theo Waigel schwadronierte 1989 noch davon, das Deutsche Reich bestehe in den Grenzen von 1937 fort.

Wie Telepolis dokumentierte [5], ist die Liste prominenter CDU- und CSU-Politiker mit deutschtümelnden Positionen lang.

Die Kampagne "Kinder statt Inder" von CDU-Kandidat Jürgen Rüttgers im Jahr 2000 markierte einen weiteren Tiefpunkt. Als die rot-grüne Bundesregierung eine Green Card für 10.000 IT-Fachkräfte (mit Option auf Ausweitung auf 20.000) plante, polemisierte Rüttgers: "Statt Inder an die Computer müssen unsere Kinder an die Computer."

SPD, Grüne, Kirchen und Wirtschaftsverbände verurteilten den Vorstoß als rassistisch. Die IT-Branche warnte vor Schaden am Standort Deutschland. Rüttgers verlor die NRW-Wahl deutlich – doch seine Partei hat diese Episode wohl nie systematisch aufgearbeitet.

Der ethnische Volksbegriff: Heuchelei mit Tradition

Besonders brisant wird die Diskrepanz beim Vorwurf des "ethnisch-abstammungsmäßigen Volksverständnisses", den der Verfassungsschutz gegen die AfD erhebt. Denn exakt dieses Verständnis ist im Bundesvertriebenengesetz bis heute verankert.

Dort heißt es: Deutscher Volkszugehöriger ist, "wer sich in seiner Heimat zum deutschen Volkstum bekannt hat, sofern dieses Bekenntnis durch bestimmte Merkmale wie Abstammung, Sprache, Erziehung, Kultur bestätigt wird".

Auf dieser Grundlage kamen in den 1990er Jahren rund zwei Millionen Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland – nicht wegen eines deutschen Passes, sondern wegen ihrer deutschen "Volkszugehörigkeit".

Auch dieses Kapitel hat Telepolis dokumentiert und gezeigt, dass dieses Verständnis bis heute die Förderung des Deutschtums im Ausland bestimmt. Das Bundesinnenministerium fördert [6] über die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland die "ethnokulturelle Identität" deutscher Minderheiten weltweit mit Millionenbeträgen. Allein in der Amtszeit von Innenministerin Nancy Faeser flossen rund 64 Millionen Euro.

Die Stiftung selbst steht in einer Linie mit dem 1908 so benannten Verein für das Deutschtum im Ausland (VDA; Vorläufer: Allgemeiner Deutscher Schulverein, gegr. 1881), einem Sammelbecken völkischer Nationalisten. Stiftungsratschef Hartmut Koschyk (CSU) war zuvor VDA-Vorsitzender, Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen und stimmte 1991 im Bundestag gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als endgültige deutsch-polnische Grenze.

Im Inland verurteilt die Bundesregierung den ethnischen Volksbegriff als rechtsextrem. Im Ausland finanziert sie ihn. Dieser Widerspruch ist unaufgelöst.

Merz' NSDAP-Vergleich und das Wesen des modernen Rechtsextremismus

Wenn Merz vor einer "Rückkehr in die Zeit vor Adenauer" warnt und dabei explizit die Machtergreifung 1933 bemüht, stellt er die AfD rhetorisch in eine Linie mit der NSDAP. Konkret sagte Merz:

"Zu diesen dunklen Stunden unserer Geschichte gehörte die Vorgeschichte eines naiven Glaubens daran, man könne doch mit denen mal zusammenarbeiten, sie in einer Regierung einrahmen."

Eine solche Gleichsetzung ist politisch bequem, historisch aber fragwürdig. Die NSDAP kommunizierte offen eliminatorischen Antisemitismus, Revancheforderungen für den Ersten Weltkrieg und das Ziel, die Arbeiterbewegung physisch zu vernichten. Nichts davon findet sich in AfD-Programmen.

Und diese Gleichsetzung von AfD und NSDAP zeigt, dass Merz überhaupt nicht weiß, was den modernen Rechtsextremismus tatsächlich kennzeichnet: nicht der klassische Rassismus, sondern ein autoritärer Liberalismus [7], der politische Freiheiten beschneidet, während der Markt unangetastet bleibt.

Viktor Orbáns Ungarn war ein Modell dafür – Medienfreiheit und Gewaltenteilung werden ausgehöhlt, die kapitalistische Eigentumsordnung blieb intakt. Carl Schmitts Formel von 1932 hallt nach: starker Staat und gesunde Wirtschaft.

Dass Merz gleichzeitig tiefgreifende Sozialreformen ankündigt – Gesundheitskosten, Rentensystem, Steuern – und dabei betont, es gebe keinen "Big Bang", der alles auf einmal löst, passt in dieses Muster.

Die politische Abgrenzung nach rechts dient auch dazu, den sozialen Umbau nach neoliberalem Muster gegen Kritik zu immunisieren.

Eine Aufarbeitung, die aussteht

Es gibt gute Gründe, nicht mit der AfD zusammenzuarbeiten – deren Pläne etwa für eine Säuberung des Beamtenapparats in Sachsen-Anhalt [8] sind alarmierend genug. Doch Merz' Argument, seine Partei habe den Nationalismus hinter sich gelassen, hält der Überprüfung nicht stand.

Die CDU hat Angela Merkels Modernisierung wie einen Glücksfall hingenommen, ohne die eigene Geschichte je systematisch aufzuarbeiten. Von "Kinder statt Inder" bis zur millionenschweren Deutschtumsförderung zieht sich eine Linie, die Merz lieber nicht erwähnt.

Wer der AfD den ethnischen Volksbegriff vorwirft, aber denselben Begriff im Bundesvertriebenengesetz stehen lässt und im Ausland aktiv fördert, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.

Merz' Adenauer-Mythos funktioniert als Sonntagsrede. Als historisches Argument ist er hohl.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11315958

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tp/article/Kanzlersturz-in-der-CDU-Merz-kaempft-gegen-die-eigene-Partei-11310659.html
  2. https://www.onvista.de/news/2026/05-28-merz-lehre-aus-ns-zeit-verbietet-zusammenarbeit-der-cdu-mit-der-afd-0-20-26516135
  3. https://www.heise.de/tp/article/NS-Richter-in-Karlsruhe-Jetzt-muessen-auch-die-Urteile-auf-den-Pruefstand-11303981.html
  4. https://taz.de/Unterm-Strich/%211689272/
  5. https://www.heise.de/tp/article/Wenn-die-AfD-rechtsextrem-ist-was-war-dann-die-CDU-10370682.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/Gleich-und-gleicher-Wenn-der-deutsche-Pass-nicht-reicht-10474002.html
  7. https://www.heise.de/tp/article/Orbans-Ungarn-Illiberal-oder-zutiefst-liberal-11253276.html
  8. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-27/german-far-right-plots-purge-of-civil-service-in-eastern-state

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Warum der Plan zur Entwaffnung der Hamas zum Scheitern verurteilt ist

Von Telepolis — 02. Juni 2026 um 14:00
Hamas-Kämpfer in Uniform

Die USA ignorieren die Lehren aus früheren, erfolgreichen Friedensbemühungen, meint unser Gastautor.

(Bild: Anas-Mohammed/Shutterstock.com)

Israels Verbündete drängen auf die Entwaffnung der Hamas – doch die Praxis zeigt, dass der Plan nicht funktioniert. Unser Gastautor kennt die Gründe dafür.

Am 13. Oktober des vergangenen Jahres, kurz nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas, wandte sich Präsident Donald Trump an eine Versammlung von Staats- und Regierungschefs in Scharm El-Scheich, Ägypten. "Endlich haben wir Frieden im Nahen Osten", verkündete [1] Trump und sonnte sich im weltweiten Lob.

Der ursprüngliche Plan zum Frieden in Gaza

Auch wenn diese Aussage übertrieben gewesen sein mag, gab es damals tatsächlich Grund zu Optimismus. Die USA hatten gerade ein Abkommen zwischen Israel und der Hamas vermittelt [2]. Palästinensische Gefangene sollten freigelassen, israelische Geiseln nach Hause zurückgebracht und das massenhafte Töten in Gaza beendet werden.

Jared Hillel
Unser Gastautor Jared Hillel
(Bild: RS [3])

Phase 1 des Plans sah außerdem die vollständige Zulassung humanitärer Hilfe sowie einen Rückzug israelischer Streitkräfte bis zu einer vereinbarten "gelben Linie" vor. Mit der Überwachung des Prozesses wurde das "Board of Peace" (BoP) betraut, ein von den USA geführtes internationales Gremium.

Israel setzte seinen Teil von Phase 1 jedoch nie vollständig um, sondern entschied sich, die Angriffe auf das Gebiet fortzusetzen und den Zufluss von Hilfsgütern nach Gaza einzuschränken. Dennoch kündigten die USA am 16. Januar den Beginn von Phase 2 an. Diese sollte die Entwaffnung der Hamas und einen weiteren israelischen Rückzug umfassen, begleitet vom Eintreffen einer internationalen Stabilisierungsstreitkraft und einer Übergangsverwaltung.

Theorie und Praxis

Doch mehr als vier Monate später ist nichts davon geschehen. Im März legte der Leiter des BoP, Nikolay Mladenov, einen Plan vor, der in fünf Stufen innerhalb von acht Monaten die Entwaffnung der Hamas vorsah. Die Gruppe lehnte den Vorschlag ab [4], verwies auf fortgesetzte Verstöße gegen den Waffenstillstand und forderte einen vollständigen israelischen Rückzug.

Israel, die USA und ein Großteil der internationalen Gemeinschaft nutzten diese Ablehnung, um die Hamas als alleiniges Hindernis für den Frieden darzustellen und der militanten Gruppe die Blockade der zweiten Phase anzulasten. So politisch bequem dieses Narrativ auch sein mag: Ein Blick auf frühere Abkommen zeigt, dass dem aktuellen Vorschlag mehrere Elemente fehlen, die für einen dauerhaften Frieden notwendig wären.

Voreingenommener Vermittler

Historisch gesehen ist einer der wichtigsten Faktoren bei Friedensregelungen ein neutraler Vermittler. Thomas Leahy, Dozent an der Cardiff University, erklärt, dass eine solche Rolle von Beginn an entscheidend ist, um faire Verhandlungen zu ermöglichen.

In Nordirland führte selbst nach dem Waffenstillstand von 1994 zwischen der Irisch-Republikanischen Armee und der britischen Regierung ein Mangel an geeigneter Vermittlung zu zwei Jahren Stillstand. Leahy merkt an, dass die irische Regierung "die Initiative ergriff, eine dritte Partei einzubinden, weil die Gespräche nicht vorankamen".

Diese dritte Partei war der US-Senator George Mitchell, der während der Verhandlungen den Vorsitz übernahm und noch vor Beginn der formellen Mehrparteiengespräche im Jahr 1996 die sogenannten Mitchell-Prinzipien einführte. Diese sechs Grundsätze verpflichteten alle Seiten, politische Konflikte ausschließlich mit friedlichen Mitteln zu lösen.

Zwar übernimmt das Board of Peace in Gaza diese Rolle einer dritten Partei, doch hat es sich bislang als alles andere als neutral erwiesen. Trotz seiner internationalen Besetzung wird es von den USA dominiert, mit Trump als selbsternanntem Vorsitzenden – eine Position, die er möglicherweise lebenslang innehaben könnte [5].

In Nordirland bestanden die Vermittlungsinstanzen aus Staaten ohne historische oder aktuelle Eigeninteressen in der Region. In Gaza hingegen wird der Vermittler maßgeblich von den USA geprägt, die nicht nur Israels wichtigster finanzieller Unterstützer, sondern auch sein größter Waffenlieferant sind.

Die Voreingenommenheit des Board of Peace zeigt sich besonders deutlich bei der Durchsetzung des Waffenstillstands.

Laut [6] dem Gesundheitsministerium in Gaza wurden seit Beginn der Waffenruhe über 900 Palästinenser von israelischen Streitkräften getötet. Hilfsorganisationen berichten zudem, dass die von Israel vollständig kontrollierten Hilfslieferungen unzureichend sind, was zu Unterernährung und einer zunehmenden Rattenplage führt. Auch der Hamas werden Verstöße vorgeworfen: Sie soll vier israelische Soldaten getötet haben.

Das Board of Peace hat diese Verstöße jedoch nicht gleich behandelt. Die Organisation hat deutlich schärfere Warnungen an die Hamas gerichtet als an die israelische Regierung, obwohl die Zahl der Verstöße ungleich ist.

In einem durchgesickerten Memo [7] erklärte Mladenov ausdrücklich, er werde Israel nicht an die Waffenstillstandsbedingungen binden, falls die Hamas das Entwaffnungsangebot ablehne. Indem Israel faktisch straflos weiter töten kann und gleichzeitig mit der Aufkündigung der Waffenruhe gedroht wird, steht Mladenovs Strategie im direkten Widerspruch zu dem erfolgreichen Ansatz Mitchells.

Falsche Reihenfolge

Ebenso problematisch ist die Reihenfolge der Forderungen.

Der Plan verlangt zunächst, dass die Hamas sämtliche Waffen abgibt und ihr Tunnelsystem zerstört. Danach sollen die Kämpfer ihre Gewehre und Waffen übergeben. Erst dann würde sich die israelische Armee vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen und der Wiederaufbau könnte beginnen. Auffällig ist, dass der Zwölf-Punkte-Plan [8] die Frage eines palästinensischen Staates mit keinem Wort erwähnt.

In Nordirland hingegen legte die IRA ihre Waffen erst Jahre nach dem Abkommen nieder, nachdem konkrete politische Fortschritte – darunter eine Machtteilungsvereinbarung – erreicht worden waren. Ähnlich verhielt es sich mit der FARC in Kolumbien, die im Gegenzug für die Abgabe ihrer Waffen eine begrenzte Amnestie und garantierte Parlamentssitze erhielt.

"Entwaffnung ist selten der Anfang von Frieden", sagt Alpaslan Özerdem, Dekan der Carter School for Peace and Conflict Resolution an der George Mason University. Er nennt eine Reihe von Schritten, die in der Regel vorher notwendig sind: "Konsolidierung des Waffenstillstands, Rückzugsregelungen, Sicherheitsgarantien, Überwachung durch Dritte, humanitärer Zugang und Wiederaufbau."

Die Hamas hat wiederholt erklärt, dass sie bereit sei, ihre Waffen niederzulegen, wenn im Gegenzug ein palästinensischer Staat auf Basis der Grenzen von vor 1967 geschaffen würde. Israel hat ein solches Angebot jedoch mehrfach abgelehnt. Tatsächlich ist die israelische Armee seit dem Waffenstillstand tiefer in Gaza vorgedrungen und kontrolliert inzwischen 60 Prozent des Gebiets statt der ursprünglich vereinbarten 53 Prozent.

Solange die israelische Regierung die zentrale Forderung der Hamas ignoriert, erscheint ein von beiden Seiten akzeptierter langfristiger Frieden schwer vorstellbar. Laut Özerdem "entwaffnen sich bewaffnete Gruppen in der Regel nicht einfach unter Druck; sie tun es, wenn sie einen realistischen Weg zu Sicherheit, politischer Teilhabe, sozialer Reintegration und Würde sehen".

Entwaffnung oder einseitige Kapitulation?

Da der aktuelle Plan nichts davon bietet, wirkt die Forderung nach Entwaffnung eher wie eine einseitige Kapitulation.

Für Leahy ist Israel nicht in der Position, eine solche Forderung zu stellen. "Das kann nur funktionieren, wenn die Gruppe besiegt ist und diese Niederlage akzeptiert", sagt er. "Ich denke, es ist ziemlich klar, dass die Hamas das nicht tut."

Trotz der falschen Abfolge, fehlender Zugeständnisse und eines offenbar parteiischen Garanten bestehen Israel und seine Verbündeten darauf, dass die Hamas den Friedensprozess sabotiert. Ironischerweise könnte genau dieses Vorgehen zu weiterem Chaos führen, denn missglückte Entwaffnungsabkommen haben in der Vergangenheit häufig zur Bildung von Splittergruppen oder zu erneuter Aufrüstung geführt.

Ein besonders drastisches Beispiel aus jüngerer Zeit findet sich im Irak: Nachdem die USA Saddam Hussein gestürzt hatten, wurde die irakische Armee rasch aufgelöst – ohne dass es einen Plan zur Wiedereingliederung gab. Hunderttausende bewaffnete Männer standen plötzlich ohne Einkommen da; viele von ihnen bildeten später den Kern der Kämpfer des IS.

Für Özerdem besteht das größte Risiko darin, dass Entwaffnung als Kapitulation statt als Übergang wahrgenommen wird. "Wenn eine bewaffnete Gruppe ihre Waffen aufgibt, bevor glaubwürdige Garantien bestehen, könnte sie politische Marginalisierung, Verhaftungen, Vergeltungsangriffe oder den Verlust von Verhandlungsmacht befürchten."

Vielleicht ist die Blockade sogar das eigentliche Ziel. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat wiederholt betont [9], er sei bereit, "jederzeit" in den Krieg in Gaza zurückzukehren. Der zutiefst fehlerhafte Entwaffnungsprozess liefert ihm eine weitere Rechtfertigung dafür und bewahrt ihn davor, Zugeständnisse zu machen, die ihm politisch schaden könnten.

Das Board of Peace beschwört weiterhin die Idee eines wohlhabenden, ja futuristischen Gaza. Doch bei einem solchen Friedensprozess könnte sein bleibendstes Vermächtnis darin bestehen, den fortgesetzten Krieg zu legitimieren.

Jared Hillel ist freier Journalist mit Sitz in Jerusalem. Zuvor arbeitete er unter anderem für Reuters und CBC/Radio-Canada.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [10] auf Englisch.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://responsiblestatecraft.org/tag/donald-trump/
  2. https://www.reuters.com/world/gaza-live-trump-says-israel-hamas-agree-first-phase-plan-end-war-2025-10-08/
  3. https://responsiblestatecraft.org/hamas-disarmament-gaza/
  4. https://www.bbc.com/news/articles/cn4vvxxg8lgo
  5. https://abcnews.com/International/trump-potentially-chair-board-peace-life-1-billion/story?id=129400459
  6. https://www.aljazeera.com/news/2026/5/30/palestinian-doctor-killed-three-people-injured-in-israeli-attack-on-gaza
  7. https://www.timesofisrael.com/board-of-peace-wont-hold-israelwhto-truce-terms-if-hamas-doesnt-okay-disarmament-offer/
  8. https://docs.google.com/document/d/1swuG9IMsx0kn3wvhpNajf7BDptc64NRWVeR_fRLW20Q/edit?tab=t.0#:~:text=https%3A//www.reuters.com/world/middle%2Deast/hamas%2Ddisarmament%2Dplan%2Dsees%2Dgazas%2Dtunnels%2Ddestroyed%2Darms%2Dgiven%2Dup%2Dstages%2Dtext%2D2026%2D03%2D27/
  9. https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/netanyahu-israel-ready-to-return-at-any-moment-to-gaza-fighting-demands-full-demilitarization-in-south-syria/
  10. https://responsiblestatecraft.org/hamas-disarmament-gaza/

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Kreatin: Warum der Effekt auf Muskeln nicht im Mittelpunkt steht

Von Telepolis — 02. Juni 2026 um 13:50
Ein Messlöffel mit Pulver, Kapseln, Maßband und Gewichtscheiben.

(Bild: RHJPhtotos / Shutterstock.com)

Kreatin wirkt auch im Gehirn – und neue Studien zeigen, was das für Alzheimer, Depressionen und Schlafentzug bedeutet.

Das Supplement, das in Millionen von Sporttaschen steckt, tut offenbar weit mehr, als Bizeps und Bankdrücken zu pushen. Kreatin überwindet die Blut-Hirn-Schranke, füllt die Energiespeicher von Nervenzellen auf und zeigt in aktuellen klinischen Studien kognitive Effekte, die kein Hersteller auf die Dose druckt.

Ein umfassender Review [1] im Journal of Psychiatry and Brain Science und eine Pilotstudie [2] in Alzheimer's & Dementia zeichnen das bisher vollständigste Bild dessen, was Kreatinmonohydrat im Zentralnervensystem bewirkt.

Das Gehirn verbraucht rund 20 Prozent der gesamten Körperenergie, obwohl es nur 2 Prozent der Körpermasse ausmacht. Neuronen haben kaum eigene Reserven und sind auf permanente ATP-Nachlieferung angewiesen. Kreatin wird intrazellulär in Phosphokreatin umgewandelt, das über das Enzym Kreatinkinase ATP schneller regeneriert als jeder andere verfügbare Mechanismus.

Im Muskel liefert dieses System den Energieschub für explosive Bewegungen. In Nervenzellen funktioniert es als Notfallpuffer: Wenn der präfrontale Cortex ein komplexes Problem bearbeitet oder der Hippocampus eine Erinnerung kodiert, steigt der ATP-Verbrauch so stark, dass die oxidative Phosphorylierung allein nicht nachkommt. Phosphokreatin füllt diese Lücke innerhalb von Millisekunden.

Pilotstudie an Alzheimer-Patienten: Messbare Effekte nach acht Wochen

Die CABA-Studie [3] (Creatine to Augment Bioenergetics in Alzheimer's) des University of Kansas Medical Center untersuchte 20 Patienten mit klinisch gesicherter Alzheimer-Demenz.

Sie erhielten acht Wochen lang täglich 20 Gramm Kreatinmonohydrat – das Vierfache der üblichen Fitness-Dosis von 3 bis 5 Gramm. Mittels Magnetresonanzspektroskopie (MRS) wiesen die Forscher einen Anstieg des Gesamt-Kreatins im Gehirn um 11 Prozent nach.

Die Teilnehmer verbesserten sich signifikant in Tests zu Arbeitsgedächtnis, Leseerkennung und Aufmerksamkeit. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf; 19 von 20 Teilnehmern hielten die Einnahme durch.

30 Prozent weniger Abbau – aber mit Einschränkungen

Eine größere, placebokontrollierte Folgestudie mit 240 Teilnehmern im Frühstadium, über die The Sciverse berichtet [4], testete eine moderatere Dosis von 5 Gramm pro Tag über 12 Wochen.

Die MRS-Scans zeigten einen Phosphokreatin-Anstieg von 10 bis 15 Prozent. Auf standardisierten kognitiven Skalen soll der Abbau in der Kreatin-Gruppe laut einem Bericht von The Sciverse um rund 30 Prozent gegenüber Placebo geringer ausgefallen sein – diese Zahl ist bislang in keiner unabhängigen Primärquelle verifizierbar.

Dieser Wert klingt dennoch erst einmal nach viel – doch der Vergleich mit zugelassenen Alzheimer-Medikamenten relativiert das Bild:

  • Lecanemab erreichte in der Phase-3-Studie CLARITY-AD mit fast 1.800 Patienten über 18 Monate rund 27 Prozent weniger Abfall auf der CDR-SB-Skala, einem klinisch etablierten Maß für den Alltagsverlust.
  • Donepezil zeigt in großen Studien 2 bis 3 Punkte Vorteil auf dem ADAS-Cog-Score.

Die Daten zu Kreatin stammen bislang aus deutlich kürzeren Zeiträumen, kleineren Gruppen und teils noch nicht vollständig publizierten Arbeiten. Deshalb sind sie auch mit Vorsicht zu genießen.

Zudem hat die EU-Kommission 2026 auf Basis einer EFSA-Bewertung von 2024 den Health Claim abgelehnt [5], dass Kreatin die kognitive Funktion verbessere – die Datenlage reiche nicht für einen kausalen Nachweis. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wäre jede Bewerbung von Kreatin als Mittel gegen Alzheimer arzneimittelrechtlich relevant und ohne formale Zulassungsstudien unzulässig.

Nicht nur Demenz: Depression, Schlafentzug, gesundes Altern

Eine Metaanalyse [6] in Frontiers in Nutrition aus dem Jahr 2024 wertete 16 randomisierte kontrollierte Studien mit 492 Teilnehmern aus.

Kreatin zeigte signifikante Effekte auf Gedächtnis, zeitbasierte Aufmerksamkeitsmaße und Verarbeitungsgeschwindigkeit – allerdings keine Verbesserung der globalen Kognition oder exekutiver Funktionen. Am stärksten fielen die Effekte bei Frauen, bei Personen mit Vorerkrankungen und unter metabolischem Stress aus.

Unter Schlafentzug etwa stabilisierte eine Einzeldosis Kreatin die kognitive Leistung messbar. Im Vergleich zu Koffein oder dem verschreibungspflichtigen Modafinil sind die akuten Effekte allerdings subtiler und kontextabhängiger.

Bei Depressionen lieferte eine Studie aus dem Jahr 2025 [7] erste Hinweise: 5 Gramm Kreatin täglich als Ergänzung zur kognitiven Verhaltenstherapie reduzierten depressive Symptome stärker als Therapie plus Placebo. Die biologische Begründung folgt derselben Energielogik – Depressionen gehen zunehmend mit mitochondrialer Dysfunktion in Hippocampus und präfrontalem Cortex einher.

Wer nun seine Kreatin-Dosis auf 20 Gramm hochschrauben will, sollte Vorsicht walten lassen: Hohe Dosen können bei eingeschränkter Nierenfunktion, Herzinsuffizienz oder Polypharmazie problematisch werden.

Fachleute empfehlen ärztliche Rücksprache vor jedem Hochdosis-Protokoll, das über den Fitness-Standard hinausgeht. Standardisierte Gehirn-Protokolle existieren bislang nicht – die Forschung fordert systematische Dosis-Findungsstudien mit MRS-Monitoring.


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https://www.heise.de/-11315309

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  1. https://doi.org/10.20900/jpbs.20250006
  2. https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/trc2.70101
  3. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12739067/
  4. https://thesciverse.org/scientists-found-that-the-creatine-supplement-millions-take-for-muscle-gains-is-quietly-raising-brain-energy-levels-and-slowing-early-alzheimers-cognitive-decline-by-30/
  5. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:L_202601118
  6. https://www.frontiersin.org/journals/nutrition/articles/10.3389/fnut.2024.1424972/full
  7. https://doi.org/10.1016/j.euroneuro.2024.10.004

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Surface RTX Spark Dev Box: Microsofts „Traummaschine”

Von Heise — 02. Juni 2026 um 20:07

Microsoft CEO Satya Nadella stellt zum Auftakt der Build die Surface RTX Spark Dev Box vor.

(Bild: Screenshot/Microsoft)

Nach dem Surface Laptop Ultra kündigt Microsoft auf der Konferenz Build einen Desktop mit RTX Spark speziell für Entwickler an.

Microsoft kündigt eine Desktop-Umgebung für die Softwareentwicklung mit Künstlicher Intelligenz an. Nachdem der kleine Ausblick auf das kommende Surface Laptop Ultra auf der Computex bereits für Aufsehen gesorgt hat, legt Microsoft jetzt mit einer Desktop-Variante auf Grundlage des neuen RTX Spark von Nvidia [1] nach: Surface RTX Spark Dev Box.

„Traummaschine für Entwickler“

„Wir haben uns gesagt, lass uns diese Architektur bis an die Grenzen ausreizen und eine Maschine für Entwickler bauen”, sagte Microsoft-CEO Satya Nadella am Dienstagabend zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Build in San Francisco. „Das ist wirklich eine Traummaschine.”

Die Traummaschine stellt sich einem kurzen Video in einem schwarzen Gehäuse mit einer Gitterstruktur vor. Über die inneren Werte verrät Microsoft bisher noch nicht viel [2]. „Sie hat 1 Petaflop Rechenkapazität für KI und verfügt über 20 CPU-Kerne sowie 128 Gigabyte geteilten Speicher”, verriet Nadella. Die Dev Box kommt mit Windows 11 Pro und diversen vorinstallierten Entwicklerwerkzeugen.

(Bild: Microsoft)

Die Surface RTX Spark Dev Box soll wie das Surface Laptop Ultra im Herbst erhältlich sein. Weitere Einzelheiten wie mögliche Modellvarianten oder Preise gibt es noch nicht. Interessenten können sich bei Microsoft auf eine Warteliste eintragen [3] lassen, sagte Nadella.

Grep kommt ins Terminal

Abgesehen von schicker Hardware will Microsoft den Entwicklern auch die Arbeit mit Windows erleichtern – und den Umstieg, wie Nadella bemerkte. Über 70 klassische Kommandozeilen-Tools aus der Linux-Welt wie grep halten Einzug ins Terminal. Auch einige Anwendungen wie Homebrew, die man von macOS kennt, sind künftig im Terminal verfügbar. Das Terminal in Windows werde mit eingebautem Copilot zu einem „intelligenten Terminal”, so Nadella.


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  1. https://www.heise.de/news/RTX-Spark-Nvidia-kuendigt-ARM-Prozessoren-fuer-Windows-Notebooks-an-11312857.html
  2. https://blogs.windows.com/devices/2026/06/02/building-the-next-generation-of-devices-for-developers-surface-rtx-spark-dev-box/
  3. https://www.microsoft.com/devbox
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Microsoft Build 2026: KI-Entwicklung mit, unter und für Windows

Von Heise — 02. Juni 2026 um 20:00
Microsoft Build 2026 Logo

(Bild: heise medien)

Die Entwicklerkonferenz Microsoft Build 2026 liefert mehr KI-Tools und -Integration für Developer von Windows-Apps.

Microsoft [1] veranstaltet am 2. und 3. Juni 2026 die Entwicklerkonferenz MS Build 2026 [2]. Das Unternehmen wendet sich damit insbesondere an Entwickler, die ihre Software für das Windows-Ökosystem entwickeln. Wie in den vergangenen Jahren steht auch dieses Jahr wieder ganz viel Künstliche Intelligenz auf der Agenda. Konkrete Windows-Weiterentwicklung findet sich jedoch kaum.

Erneut steht die Entwicklung mit Hilfe von KI und von KI-basierten Helfern ganz oben auf der Liste [3]. Insgesamt sieben neue KI-Modelle entlässt das „Microsoft AI Superintelligence Team“ in die Welt. Darunter ist das erste Reasoning-Modell MAI-Thinking-1 von Microsoft. MAI-Image-2.5 und eine Flash-Variante davon beherrschen Text-to-Image, sie sollen Google Nano Banana Pro überholen. MAI-Transcribe-1.5 verschriftlicht Ton in 43 Sprachen, Streaming soll aber erst demnächst dazukommen. MAI-Voice-2 und eine Flash-Variante davon bedienen 15 Sprachen und haben neue Stimmen-Optionen bekommen. Beim Programmieren auf GitHub hilft MAI-Code-1. Microsoft erwähnt OpenAI in dem Zuge nicht.

Vorträge behandeln etwa das Bauen, Verteilen und Skalieren von KI-Agenten mit dem Cloud-PC Windows 365. Ein Vortrag zum Windows Subsystem for Linux verspricht Neuigkeiten. Eigentlich befassen sich bislang alle der wenigen Windows-spezifischen Vorträge mit dem Einsatz von KI-Tools zur Entwicklung unter Windows sowie mit dem Betreiben von KI-Bots wie OpenClaw. Ein Vortrag fällt etwas heraus: Er beschreibt, wie Developer mit dem Windows Terminal ihre Produktivität steigern können sollen.

Plattformen, Tools, Vertrauen

Mächtig blumig umschreibt Microsofts Marketingabteilung, was Entwickler denn so bräuchten, um die Lösungen gleich mit anzubieten. Am Ende destilliert sich daraus zusammen, dass sie Sicherheit von Infrastrukturen und Apps sowie beschleunigte und vereinfachte Entwicklung benötigten. Und das nicht nur für Teilprobleme, sondern Full-Stack, mit Tools, Modellen und Prozessen nach den Vorstellungen der Developer.

Windows soll dafür selbstverständlich die ideale Plattform sein – man bekommt bei den ganzen schwerpunktmäßigen Beiträgen zu Entwicklung von und mit KI fast das Gefühl, dass das Betriebssystem komplett entkoppelt und irrelevant geworden ist. Microsoft kündigt dafür jedoch eine neue Entwickler-Konfiguration an: Die soll flexiblere und reibungslosere Shell- und Terminal-Erfahrungen liefern. Außerdem lassen sich Agents in lokale Sandboxen verfrachten: Microsoft spricht davon, Windows zu einer nativen Agent-Runtime zu machen. Als Vorschauversion gibt es die Microsoft Execution Containers (MXC) genannten Sandboxen, die bis Enterprise-tauglich sein sollen – etwa, um OpenClaw mit „Sicherheitsbeschränkungen“ auszuführen.

Die Vorschau der GitHub-Copilot-App soll agentische Entwicklung zur nativen Desktop-Erfahrung für eine viel weiterreichende Zielgruppe machen: Interessierte sollen einfach eine Idee oder ein existierendes Problem beschreiben, und schon legt die App los und lässt mehrere Agentensitzungen parallel laufen und behält die Änderungen im Blick. Jede Session setzt dabei auf git-Trees, sodass die Teile getrennt bleiben. Die Entwickler behalten die Kontrolle, während Copilot sich um die Ausführung kümmert. Entwickler sollen Apps so in Sekunden erstellen können.

Auch für Zugriff auf Datenbanken und Dienste hat Microsoft ein Backend-as-a-Service im Angebot, die Vorschau auf die Plattform Project Rayfin. Das soll die Entwicklung vom Prototypen bis zum Produktionslevel ermöglichen, ohne dass Entwickler sich um die Verwaltung von Infrastruktur kümmern müssten.

Neue KI-Hardware hat Microsoft ebenfalls zu bieten: Das Surface RTX Spark ist eine Developer-Box für dauerhafte Workloads. Training, agentische KI-Pipelines und lokales Finetuning von Modellen, all das soll sie mit einer Last von 100 Watt erledigen. Darin werkelt dem Namen entsprechend eine Nvidia RTX Spark mit bis zu einem Petaflop KI-Rechenleistung (ungenannte Präzision) und 128 GByte an RAM (unified, also mit Prozessor geteilt). Die Maschine soll Modelle mit bis zu 120 Milliarden Parameter lokal laufen lassen können.

Windows Subsystem for Linux 2 (WSL2) mit nativem GPU-Passthrough sowie vollem CUDA-Support liefert Microsoft vorkonfiguriert mit. Zudem sollen Visual Studio Code, GitHub Copilot und zahlreiche weitere beliebte Dev-Tools vorinstalliert sein. Kleiner Haken: Diese Entwicklerkiste soll erst später im Jahr verfügbar werden – und vorerst auch nur in den Vereinigten Staaten.


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  1. https://www.heise.de/thema/Microsoft
  2. https://build.microsoft.com/en-US/home
  3. https://blogs.windows.com/windowsdeveloper/2026/06/02/build-2026-furthering-windows-as-the-trusted-platform-for-development/
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  5. mailto:dmk@heise.de

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Red-Hat-Infostealer kommt auf mehr als 100.000 Downloads

Von Heise — 02. Juni 2026 um 14:41
redhat-Logo

(Bild: tomeqs/Shutterstock.com)

Die Managed Cloud Services von Red Hat waren das Ziel einer Lieferkettenattacke. Dahinter steckt ein Klon des npm-Wurms Mini Shai‑Hulud.

Ende Mai haben Cyberkriminelle in einer Lieferkettenattacke, die mittels eines Mini-Shai-Hulud-Klons erfolgte, bösartige Versionen von npm-Paketen verbreitet. Ziel der Malware, die sich selbst Miasma nennt, waren die Managed Cloud Services von Red Hat. Mittlerweile sind keine bösartigen Paketversionen mehr im Umlauf. Sicherheitsexperten raten dennoch dazu, die Credentials zu rotieren.

Miasma ist eine Variante des Shai-Hulud-Wurms. Sie brachte den Sicherheitsforschern von Socket zufolge [1] 96 bösartige Versionen von 32 npm-Paketen in Umlauf, die sich dem Namespace @redhat-cloud-services zuordnen lassen. Insgesamt gab es drei Angriffswellen, die sich jeweils auf kompromittierte Konten von Projekt-Maintainern zurückführen lassen.

Laut Red Hat wurden alle drei Wellen mittlerweile gestoppt [2]. Dabei betonte der Anbieter, dass die betroffenen Pakete ausschließlich für die interne Entwicklung bestimmt gewesen seien. Ein Einfluss auf Kundenumgebungen oder Produktivsysteme sei bislang nicht festgestellt worden.

Betroffene Pakete sind unter anderem @redhat-cloud-services/vulnerabilities-client, @redhat-cloud-services/tsc-transform-imports, @redhat-cloud-services/topological-inventory-client, @redhat-cloud-services/sources-client und @redhat-cloud-services/rule-components. OX Security hat nachgezählt, dass sie zusammen wöchentlich auf mehr als 100.000 Downloads [3] kommen.

Autogramm in der README.md

Miasma folgt dem klassischen Mini-Shai-Hulud-Schema: Die Malware nutzt gestohlene Credentials, um manipulierte npm-Pakete in der CI/CD-Lieferkette zu platzieren. Die saugen dann eine Vielzahl sensibler Informationen ab, darunter Zugangsdaten zu Amazon Web Services (AWS) sowie SSH-Schlüssel, Crypto-Wallets, npm- und GitHub-Tokens. Die gestohlenen Daten landen verschlüsselt in einem neuen GitHub-Repository, das die Malware anlegt. Von Miasma kompromittierte GitHub-Konten lassen sich an der Textzeile „Miasma : The Spreading Blight“ in der README.md [4] erkennen.

Der Cyberangriff von Miasma folgt dem Infektionsschema anderer Lieferkettenattacken, die unter der Eigenbezeichnung Mini Shai-Hulud laufen und es seit Ende April unter anderem auf npm-Pakete von SAP [5] und TanStack [6] abgesehen haben. Und er könnte mit der Cybergang TeamPCP in Verbindung stehen, die Mitte Mai den Quellcode des npm-Wurms Shai-Hulud auf GitHub veröffentlichte und parallel dazu zu einem Wettbewerb um den größten Supply-Chain-Angriff [7] aufrief. Kurz danach erschienen die ersten Klone, von denen einer kürzlich AntV [8] ins Visier nahm.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://socket.dev/supply-chain-attacks/red-hat-cloud-services-package-compromise
  2. https://access.redhat.com/security/supply-chain-attacks-NPM-packages
  3. https://www.ox.security/blog/new-npm-supply-chain-attack-redhat-cloud-services-compromised/
  4. https://github.com/search?q=Miasma%3A+The+Spreading+Blight&type=repositories&s=updated&o=desc
  5. https://www.heise.de/news/Boesartige-npm-Pakete-SAP-Software-kompromittiert-11280683.html
  6. https://www.heise.de/news/Supply-Chain-Angriff-auf-TanStack-42-Pakete-kompromittiert-11290715.html
  7. https://www.heise.de/news/npm-Wurm-Shai-Hulud-Angriff-der-Klone-11299094.html
  8. https://www.heise.de/news/Hunderte-boesartige-npm-Pakete-im-AntV-Oekosystem-entdeckt-11300242.html
  9. mailto:manuel.masiero@heise.de

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Microsoft Scout: Always-on-KI-Agent soll Windows-Nutzer unterstützen

Von Mike Faust — 02. Juni 2026 um 21:19
Der auf Openclaw basierende KI-Agent Scout soll nur der erste in einer Reihe neuer Always-on-KI-Agenten in Windows sein.
Microsoft Scout ist ein auf Openclaw basierender Always-on-KI-Agent. (Bild: Microsoft)
Microsoft Scout ist ein auf Openclaw basierender Always-on-KI-Agent. Bild: Microsoft

Microsoft führt eine neue Kategorie von KI-Agenten ein, die autonom im Hintergrund arbeiten sollen. Die KI-Agenten besitzen eine eigene Identität und handeln im Auftrag des Nutzers innerhalb festgelegter Richtlinien. Ziel soll es sein, Arbeitsprozesse kontinuierlich in Bewegung zu halten, auch wenn die Aufmerksamkeit des Anwenders gerade auf andere Aufgaben gerichtet ist.

Der erste dieser Autopilot-Agenten ist Microsoft Scout, der direkt in die Microsoft-365-Umgebung integriert ist. Scout ist mit Anwendungen wie Teams, Outlook, Onedrive und Sharepoint verknüpft und greift auf relevante Daten wie E-Mails, Kalender und Chats zu, um mit dem Arbeitsfluss des Nutzers synchron zu bleiben. Die Interaktion findet primär über Teams statt, kann aber über eine Desktop-App auf lokale Ressourcen und Browserinhalte ausgeweitet werden.

Scout soll den täglichen Koordinationsaufwand reduzieren, indem er proaktiv Termine plant, wichtige Meetings priorisiert und Vorbereitungsmaterialien erstellt. Durch eine Technologie namens Work IQ lernt der Agent stetig dazu, soll die Prioritäten des Nutzers verstehen und Risiken wie ins Stocken geratene Aufgaben erkennen. Zudem soll Scout anstehende Aufgaben identifizieren und automatisch benötigte Zeitfenster im Kalender blockieren können.

Eigene Identität für Microsoft Scout

Microsoft Scout basiert auf Openclaw (Test, g+) und wurde für die Anwendung in Unternehmen optimiert. Dabei sollen Sicherheit und Kontrolle im Vordergrund stehen. Jeder Agent agiert unter einer eigenen, verwalteten Entra-Identität, wodurch alle Aktionen nachvollzogen und bestehende Datenschutzrichtlinien eingehalten werden können sollen. Für besonders kritische Aktionen kann zudem eine menschliche Freigabe angefordert werden.

Derzeit ist Microsoft Scout als experimentelle Version für eine ausgewählte Gruppe von Kunden in einer privaten Vorschau sowie für Frontier-Organisationen verfügbar. Für den Zugriff sind eine Anmeldung im Frontier-Programm, spezifische Intune-Richtlinien sowie eine Github-Copilot-Lizenz erforderlich. Microsoft will in dieser Phase evaluieren, wie Always-on-Agenten reale Arbeitsabläufe unterstützen und die Effizienz in Organisationen steigern können.

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Projekt Solara: KI-Agenten sollen sich an verschiedene Geräteformen anpassen

Von Mike Faust — 02. Juni 2026 um 21:04
Microsoft möchte die Interaktion von Menschen mit KI-Agenten von Apps entkoppeln und hin zu spezialisierten sprachgesteuerten Geräten entwickeln.
Microsoft hat zwei Referenzdesigns für Geräte vorgestellt, die die direkte Interaktion mit KI-Agenten ermöglichen sollen. (Bild: Microsoft)
Microsoft hat zwei Referenzdesigns für Geräte vorgestellt, die die direkte Interaktion mit KI-Agenten ermöglichen sollen. Bild: Microsoft

Mit dem Projekt Solara stellt Microsoft auf der Entwicklermesse Build 2026 eine Plattform vor, bei der KI-Agenten sowohl bei der Programmierung als auch bei der Interaktion zwischen Mensch und Maschine die zentrale Einheit bilden sollen. Die Plattform zielt darauf ab, spezialisierte Erfahrungen zu schaffen, die direkt auf den Nutzer, seine Aufgaben und seine Umgebung zugeschnitten sind.

Die wesentliche Neuerung besteht darin, dass eine Abkehr von der traditionellen Nutzung von Apps hin zu einer direkten Interaktion mit KI-Agenten stattfinden soll. Damit Menschen ihre Absichten ausdrücken können, sollen sie die KI-Agenten direkt ansprechen können.

Natürliche Sprache soll dabei die herkömmliche Bedienung über Tastaturen oder Touchscreens ergänzen bzw. ersetzen. Ein Kernmerkmal der Plattform ist das sogenannte Just-in-Time-UI. Diese soll es einem KI-Agenten ermöglichen, seine Benutzeroberfläche dynamisch an unterschiedliche Geräteformen, Bildschirmgrößen und weitere Modalitäten anzupassen, ohne dass Entwickler für jeden Formfaktor ein neues Design entwerfen müssen.

Betriebssystem existiert auf dem Gerät und in der Cloud

Project Solara fungiert dabei als Chip-to-Cloud-Plattform, bei der das Betriebssystem sowohl auf dem Gerät als auch in der Azure-Cloud existiert, um eine nahtlose Koordination über verschiedene spezialisierte Geräte hinweg zu gewährleisten.

Microsoft präsentiert zur Veranschaulichung zwei Referenzdesigns. Eines ist ein tragbares Badge-Gerät für mobile Angestellte, das andere ein Desktop-Gerät für den stationären Einsatz. Das Badge dient als leichter, stets verbundener Begleiter, während das Desk-Konzept entweder als Partner zum herkömmlichen PC oder als eigenständiger Cloud-PC genutzt werden können soll. Bei beiden Geräten sollen Sicherheit und Identitätsschutz durch Funktionen wie Hello for Business im Vordergrund stehen.

Für die Umsetzung des Projekts arbeitet Microsoft eng mit Qualcomm und Mediatek sowie verschiedenen Unternehmenskunden zusammen. In Pilotprogrammen mit Partnern aus Branchen wie dem Gesundheitswesen und dem Einzelhandel wird erforscht, wie diese agentenbasierten Werkzeuge spezifische Arbeitsabläufe verbessern können.

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Weniger Cloudkosten: Microsoft fördert lokale KI-Entwicklung

Von Mike Faust — 02. Juni 2026 um 20:29
Mit einer ganzen Reihe neuer Funktionen will Microsoft Windows 11 zur optimalen Entwicklerplattform für lokale KI-Modelle machen.
Auf der Microsoft Build 2026 wurden viele neue Entwicklerfunktionen für Windows 11 angekündigt. (Bild: Microsoft)
Auf der Microsoft Build 2026 wurden viele neue Entwicklerfunktionen für Windows 11 angekündigt. Bild: Microsoft

Auf der hauseigenen Entwicklermesse Build 2026 hat Microsoft Neuerungen für Windows als Entwicklerplattform angekündigt. Im Mittelpunkt steht dabei die Transformation von Windows zu einem Ökosystem für die Erstellung und den Betrieb von KI-Agenten. Diese Funktion soll durch neue Sicherheitsfunktionen wie den Microsoft Execution Container unterstützt werden.

Ein Teil dessen, womit Microsoft die Entwicklererfahrung in Windows 11 optimieren will, ist die Einführung von Coreutils, was native, Linux-ähnliche Befehle direkt unter Windows ermöglichen soll und durch WSL-Container zur Verwaltung von Linux-Workflows unterstützt wird.

Neue Konfigurationsmöglichkeiten für Windows-Entwickler sollen es zudem erlauben, neu aufgesetzte Systeme in wenigen Minuten in einen einsatzbereiten Zustand zu versetzen. Ein experimentelles intelligentes Terminal integriert KI-Agenten über das Agent Communication Protocol (ACP), womit Aufgaben wie das Debugging direkt in der Konsole unterstützt werden sollen.

KI direkt auf dem Entwicklergerät

Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Sicherheit und Isolierung von KI-Agenten durch die neuen Microsoft Execution Containers (MXC), die den Zugriff auf Dateien und Netzwerke streng reglementieren. Windows weist Agenten hierfür eine eindeutige Identität (lokal oder via Entra ID) zu, damit deren Aktivitäten klar von menschlichen Interaktionen unterschieden und durch die IT verwaltet werden können. Ergänzend dazu ermöglicht Windows 365 für Agenten die Ausführung komplexer, mehrstufiger Arbeitsabläufe auf dedizierten Cloud-PCs.

Unter dem Schlagwort "Unmetered Intelligence" forciert Microsoft die lokale Ausführung von KI durch das neue Small-Language-Modell Aion 1.0, was Cloudkosten sparen und die Privatsphäre erhöhen soll. Eine neue Speech-Recognition-API bietet zudem hardwarebeschleunigte Spracherkennung in Echtzeit direkt auf dem Gerät. Das soll auch ohne Internetverbindung funktionieren.

Um die Reichweite lokaler KI-Modelle zu vergrößern, werden die Windows AI APIs von NPUs auf eine breite Palette von GPUs und CPUs ausgeweitet. Mit dem Github-Copilot-CLI-Befehl /fleet sollen Entwickler auf Geräten wie der Surface RTX Spark Dev Box Aufgaben an lokale Sub-KI-Agenten delegieren können, ebenfalls, um Cloudressourcen zu schonen.

Hinzu kommen Windows-Entwicklerskills, die KI-Agenten spezialisiertes Wissen für den Bau nativer Apps mit WinUI 3 vermitteln. Windows 365 mit Entwicklerkonfiguration bietet zudem standardisierte, sofort einsatzbereite Cloudumgebungen für Teams, die von jedem Gerät aus zugänglich sind. Durch enge Partnerschaften mit Nvidia und OpenAI soll sichergestellt werden, dass die neue Sicherheitsarchitektur (MXC) direkt in moderne Agentenplattformen integriert wird.

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Patchday: Kritische Lücken ermöglichen Attacken auf Android 14, 15, 16

Von Heise — 02. Juni 2026 um 10:19
Grüne Android-Figur vor Schloss-Symbol

Google Android-Bugdroid vor Schloss-Symbol.

(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Google hat zahlreiche Softwareschwachstellen in verschiedenen Android-Versionen geschlossen. Es kann Schadcode auf Geräte gelangen.

Sicherheitslücken im Framework, Kernel und System gefährden Smartphones und Tablets mit Android 14, 15, 16 und 16-qpr2. Wer ein noch im Support befindliches Gerät besitzt, sollte sicherstellen, dass die aktuellen Sicherheitsupdates installiert sind.

Verschiedene Gefahren

Neben Google stellen unter anderem auch Honor und Samsung monatlich für ausgewählte Smartphones Sicherheitspatches bereit (siehe Kasten). Wie aus einem Beitrag der Androidentwickler hervorgeht [1], haben sie diesen Monat zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen, von denen 18 als „kritisch“ eingestuft sind.

Der Großteil davon betrifft das System. Hier können sich Angreifer etwa auf einem nicht näher beschriebenen Weg höhere Nutzerrechte verschaffen (CVE-2026-0043) oder via DoS-Attacke Abstürze auslösen (CVE-2026-64505). Im Framework finden sich ebenfalls „kritische“ Schwachstellen für solche Angriffe (etwa CVE-2025-65018, CVE-2025-64720). Eine Kernel-Lücke (CVE-2025-40214 „hoch“) kann ebenso als Sprungbrett für Angreifer dienen und ihnen höhere Nutzerrechte verschaffen. Die verbleibenden Schwachstellen sind größtenteils mit „hoch“ eingestuft. An diesen Stellen können auch Informationen leaken.

Überdies sind noch Komponenten von Imagination Technologies, MediaTek, Qualcomm und Unisoc verwundbar. Bislang gibt es seitens Google keine Hinweise, dass Angreifer die Lücken bereits ausnutzen. Wer Sicherheitsupdates für sein Gerät bekommt, sollte dennoch nicht zu lange mit der Installation der Patch Levels 2026-06-01 oder 2026-06-05 zögern.

Seit Juli 2025 schließt Google monatlich nur noch besonders gefährliche Sicherheitslücken [2] und verteilt weitere Updates quartalsweise. Diesen Monat war im Vergleich zum Mai [3] mit nur einer geschlossenen Schwachstelle schon richtig viel los.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11314546

Links in diesem Artikel:

  1. https://source.android.com/docs/security/bulletin/2026/2026-06-01
  2. https://www.heise.de/news/Schlecht-fuer-Custom-ROMs-Google-aendert-Android-Sicherheitspatch-Strategie-10645581.html
  3. https://www.heise.de/news/Patchday-Kritische-Schadcode-Luecke-bedroht-Android-14-15-und-16-11281884.html
  4. https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/360048139032-Fairphone-OS-releases-for-FP3-FP3-
  5. https://support.fairphone.com/hc/en-us/articles/4405858220945-Fairphone-4-OS-Release-Notes
  6. https://de-de.support.motorola.com/app/software-security-update/g_id/7112
  7. https://www.hmd.com/en_int/security-updates
  8. https://security.oppo.com/en/mend
  9. https://security.samsungmobile.com/securityUpdate.smsb
  10. https://xpericheck.com/
  11. https://security.oneplus.com/en/home
  12. https://www.honor.com/de/support/bulletin/
  13. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp

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Android 17 Beta 4.1: Google behebt offenbar letzte Fehler vor Release

Von Heise — 02. Juni 2026 um 10:00
Android 17 Logo

Android 17 ist kurz vor dem Release.

(Bild: Google)

Google hat eine weitere Beta für Android 17 veröffentlicht. Das Update auf Beta-Version 4.1 dürfte die letzten Bugs vor dem erwarteten Release ausbügeln.

Eigentlich sagte Google im April, dass das Update auf Android 17 Beta 4 [1] die „letzte geplante Beta“ des Entwicklungszyklus sei, bevor die Version als stabile Version veröffentlicht werde. Mit der Beta 4.1 kommt der Konzern also ein wenig überraschend um die Ecke. Zudem macht Google darauf aufmerksam, dass einige Hardwarepartner auch schon Betas für einige ihrer Geräte anbieten.

Das Update Android 17 Beta 4.1 ist den Release-Notes [2] zufolge recht klein, steht aber für das Pixel 6 bis hin zu den Geräten der neuen Pixel-10-Serie zur Installation bereit. Der Build CP21.260330.011.A1 ist für Pixel 6/Pro/a Pixel 7/Pro bestimmt, während sich CP21.260330.011 an alle anderen Pixel-Modelle richtet.

Fehlerbehebungen im Fokus

Hinsichtlich der Neuerungen enthält die Beta 4.1 lediglich fünf kleine Fehlerbehebungen, jedoch keine neuen Funktionen. Die aus Googles Sicht wichtigsten neuen Features hatte der Konzern im Zuge der Android Show: I/O Edition [3] am 12. Mai gezeigt – inklusive der agentischen KI Gemini Intelligence [4], die jedoch nur für High-End-Geräte bestimmt ist [5].

Google erklärt, dass es mit dem nun veröffentlichten Update ein Problem behebt, bei dem die Statusleiste fälschlicherweise keinen Signalbalken anzeigte, obwohl eine Verbindung bestand. Ebenso haben die Entwickler ein Problem mit der UI-Synchronisation gefixt, bei dem das Symbol für die Schnellsteuerung der mobilen Daten im Flugmodus aktiv blieb.

Zudem soll es keine Probleme mehr beim Anschluss externer Displays geben – zumindest sollen sie nun nicht mehr schwarz werden, wenn eine hohe Auflösung ausgewählt wird. Ebenso habe Google einen Fehler bei der Bluetooth-Audioübertragung behoben, der nach Systemunterbrechungen wie Timern zu einer Unterbrechung der Wiedergabe führte. Außerdem sollen Hörgeräte nach Inaktivität oder dem Aufladen nicht mehr automatisch aus den gekoppelten Geräten entfernt werden.

Android 17 Beta für „Partnergeräte“

Während Google seine Betas nur für seine Pixel-Modelle anbietet, macht der Konzern darauf aufmerksam, dass einige Hardwarepartner Versionen der Android-17-Beta für ausgewählte Smartphones anbieten.

Zu den Partnern zählen Honor, iQOO, Lenovo/Motorola, OnePlus, Oppo, Realme, Sharp, Vivo und Xiaomi. Interessanterweise erwähnt Google seinen engen Partner Samsung nicht, obwohl der Konzern sein Betaprogramm auf One UI 9 auf Basis von Android 17 für die Galaxy-S26-Serie [6] gestartet hat.

Für interessierte und wagemutige Besitzerinnen und Besitzer eines der kompatiblen Modelle hat Google eine Übersichtsseite gestaltet, die zu den jeweiligen Betaprogrammen führt [7].

Auf den Webseiten der Partner finden Nutzer jeweils Anleitungen, wie sie die Android-17-Beta installieren können. Die meisten bieten System-Images zum Herunterladen und Flashen an, einige unterstützen derweil zusätzlich Over-the-Air-Updates (OTA), wie etwa Samsung über sein eigenes Betaprogramm.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11314670

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-4-Letzte-Testversion-vor-dem-finalen-Release-11261781.html
  2. https://developer.android.com/about/versions/17/release-notes
  3. https://www.heise.de/news/Google-kuendigt-Android-Show-2026-an-Fokus-auf-Android-17-11281725.html
  4. https://www.heise.de/news/Google-stellt-Gemini-Intelligence-fuer-Android-vor-11289291.html
  5. https://www.heise.de/news/Gemini-Intelligence-mit-hohen-Hardwareanforderungen-an-Smartphones-11296835.html
  6. https://www.heise.de/news/Galaxy-S26-Serie-Samsung-oeffnet-Betaprogramm-fuer-One-UI-9-11291610.html
  7. https://developer.android.com/about/versions/17/devices
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner

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KI-Chatbot von Meta hat Angreifern bei Übernahme von Instagram-Accounts geholfen

Von Heise — 02. Juni 2026 um 06:57
Smartphone-Display mit Instagram-Logo, auf einer Tastatur liegend.

(Bild: miss.cabul/Shutterstock.com)

Im Frühjahr hat Meta einen KI-Chatbot für den IT-Support freigegeben. Jetzt wurde bekannt, dass der auch bereitwillig bei der Kaperung von Konten geholfen hat.

Ein KI-Chatbot von Meta konnte von Dritten mit simplen Aufforderungen dazu benutzt werden, um die Kontrolle über beliebige Accounts auf Instagram zu übernehmen. Details dazu wurden jetzt bekannt, nachdem unter anderem ein altes Konto des Weißen Hauses unter Barack Obama iranische Propaganda geteilt hat. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist aber unbekannt. Öffentlich gemacht wurde der Angriffsweg vom US-Techmagazin 404 Media [1], das sich auf Telegram-Gruppen von Sicherheitsforschern und Hackinggruppen beruft. Der Instagram-Konzern Meta hat bereits reagiert, der Konzernsprecher versicherte auf X [2]: „Das Problem wurde behoben und wir sichern betroffene Accounts.“

Erschreckend simple Methode

Für die Accountübernahme musste man dem Bericht zufolge lediglich per VPN vortäuschen, dass man sich in etwa in der Heimatregion der Person befindet, deren Instagram-Account gekapert werden soll. Als Nächstes konnte ein KI-Chatbot für Supportanfragen aufgefordert werden, den gewünschten Account mit einer neuen E-Mail zu verbinden und dann einen Code zum Zurücksetzen des Passworts dorthin zu senden. Dem sei der Chatbot nachgekommen, berichtet 404 Media. Wie oft solche Angriffe tatsächlich erfolgreich durchgeführt wurden, ist unklar. Auf dem Kurznachrichtendienst X hat aber etwa die bekannte App-Forscherin Jane Manchun Wong erklärt [3], dass mit dieser Methode das Passwort ihres Accounts geändert wurde.

Meta hat erst im März einen KI-Assistenten für Supportanfragen freigeschaltet [4], der auf Facebook und Instagram rund um die Uhr bei Problemen helfen sollte. Der Konzern hat damals erklärt, dass die KI dabei helfen soll, „dein Passwort zu aktualisieren und die Einstellungen im Profil zu verändern“. Der KI-Assistent sei darauf ausgelegt, Probleme mit einem Account zu lösen und nicht nur Vorschläge zu machen, hieß es damals. 404 schreibt nun, dass auf Telegram lange Listen mit Accountnamen herumgereicht worden seien, die angeblich über die Ausnutzung dieser Funktion übernommen wurden. Überprüfen lässt sich das aber nicht. Die Angriffsmethode zeige das enorme Risiko, das mit der Auslagerung des technischen Supports an KI-Technik [5] verbunden sei, schreibt das Portal noch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11314502

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.404media.co/hackers-simply-asked-meta-ai-to-give-them-access-to-high-profile-instagram-accounts-it-worked/
  2. https://x.com/andymstone/status/2061486724199379186
  3. https://x.com/wongmjane/status/2061456887959474393
  4. https://about.fb.com/news/2026/03/boosting-your-support-and-safety-on-metas-apps-with-ai/?ref=404media.co
  5. https://www.heise.de/news/Apple-startet-Nutzertest-mit-Chatbot-fuer-Supportanfragen-10512285.html
  6. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  7. mailto:mho@heise.de

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Android 17 Beta 4.1: Google behebt offenbar letzte Fehler vor Release

Von Heise — 02. Juni 2026 um 10:00
Android 17 Logo

Android 17 ist kurz vor dem Release.

(Bild: Google)

Google hat eine weitere Beta für Android 17 veröffentlicht. Das Update auf Beta-Version 4.1 dürfte die letzten Bugs vor dem erwarteten Release ausbügeln.

Eigentlich sagte Google im April, dass das Update auf Android 17 Beta 4 [1] die „letzte geplante Beta“ des Entwicklungszyklus sei, bevor die Version als stabile Version veröffentlicht werde. Mit der Beta 4.1 kommt der Konzern also ein wenig überraschend um die Ecke. Zudem macht Google darauf aufmerksam, dass einige Hardwarepartner auch schon Betas für einige ihrer Geräte anbieten.

Das Update Android 17 Beta 4.1 ist den Release-Notes [2] zufolge recht klein, steht aber für das Pixel 6 bis hin zu den Geräten der neuen Pixel-10-Serie zur Installation bereit. Der Build CP21.260330.011.A1 ist für Pixel 6/Pro/a Pixel 7/Pro bestimmt, während sich CP21.260330.011 an alle anderen Pixel-Modelle richtet.

Fehlerbehebungen im Fokus

Hinsichtlich der Neuerungen enthält die Beta 4.1 lediglich fünf kleine Fehlerbehebungen, jedoch keine neuen Funktionen. Die aus Googles Sicht wichtigsten neuen Features hatte der Konzern im Zuge der Android Show: I/O Edition [3] am 12. Mai gezeigt – inklusive der agentischen KI Gemini Intelligence [4], die jedoch nur für High-End-Geräte bestimmt ist [5].

Google erklärt, dass es mit dem nun veröffentlichten Update ein Problem behebt, bei dem die Statusleiste fälschlicherweise keinen Signalbalken anzeigte, obwohl eine Verbindung bestand. Ebenso haben die Entwickler ein Problem mit der UI-Synchronisation gefixt, bei dem das Symbol für die Schnellsteuerung der mobilen Daten im Flugmodus aktiv blieb.

Zudem soll es keine Probleme mehr beim Anschluss externer Displays geben – zumindest sollen sie nun nicht mehr schwarz werden, wenn eine hohe Auflösung ausgewählt wird. Ebenso habe Google einen Fehler bei der Bluetooth-Audioübertragung behoben, der nach Systemunterbrechungen wie Timern zu einer Unterbrechung der Wiedergabe führte. Außerdem sollen Hörgeräte nach Inaktivität oder dem Aufladen nicht mehr automatisch aus den gekoppelten Geräten entfernt werden.

Android 17 Beta für „Partnergeräte“

Während Google seine Betas nur für seine Pixel-Modelle anbietet, macht der Konzern darauf aufmerksam, dass einige Hardwarepartner Versionen der Android-17-Beta für ausgewählte Smartphones anbieten.

Zu den Partnern zählen Honor, iQOO, Lenovo/Motorola, OnePlus, Oppo, Realme, Sharp, Vivo und Xiaomi. Interessanterweise erwähnt Google seinen engen Partner Samsung nicht, obwohl der Konzern sein Betaprogramm auf One UI 9 auf Basis von Android 17 für die Galaxy-S26-Serie [6] gestartet hat.

Für interessierte und wagemutige Besitzerinnen und Besitzer eines der kompatiblen Modelle hat Google eine Übersichtsseite gestaltet, die zu den jeweiligen Betaprogrammen führt [7].

Auf den Webseiten der Partner finden Nutzer jeweils Anleitungen, wie sie die Android-17-Beta installieren können. Die meisten bieten System-Images zum Herunterladen und Flashen an, einige unterstützen derweil zusätzlich Over-the-Air-Updates (OTA), wie etwa Samsung über sein eigenes Betaprogramm.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11314670

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Android-17-Beta-4-Letzte-Testversion-vor-dem-finalen-Release-11261781.html
  2. https://developer.android.com/about/versions/17/release-notes
  3. https://www.heise.de/news/Google-kuendigt-Android-Show-2026-an-Fokus-auf-Android-17-11281725.html
  4. https://www.heise.de/news/Google-stellt-Gemini-Intelligence-fuer-Android-vor-11289291.html
  5. https://www.heise.de/news/Gemini-Intelligence-mit-hohen-Hardwareanforderungen-an-Smartphones-11296835.html
  6. https://www.heise.de/news/Galaxy-S26-Serie-Samsung-oeffnet-Betaprogramm-fuer-One-UI-9-11291610.html
  7. https://developer.android.com/about/versions/17/devices
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heise+ | Sonne tanken: Vier Solargeneratoren mit 230-Volt-Steckdose im Test

Von Heise — 02. Juni 2026 um 08:00
Powerstationen mit Panel im Test

Powerstationen mit Panel im Test.

(Bild: Johannes Schuster / heise medien)

Der Sommer naht und Sie brauchen Strom? Wir testen Pakete aus Powerstation und Photovoltaikpanel auf Effizienz und Leistung. Lohnt sich der Kauf finanziell?

„Was macht ein Ostfriese bei Stromausfall?“ Antwort: „Er holt sich ein Kilo Watt übern Deich.“ Ganz so abwegig ist dieser Scherz heutzutage nicht mehr, denn tragbare Stromspeicher sind Realität geworden: Notstromakkus mit rund einer Kilowattstunde Kapazität lassen sich am Henkel herumtragen und dorthin bringen, wo es keine Steckdose gibt oder diese ausgefallen ist.

Kann man an solche Geräte direkt ein Photovoltaikpanel zum Laden anschließen, spricht man von Solargeneratoren. Die können die Rolle von benzingetriebenen Aggregaten teilweise ausfüllen, aber auch als Ersatz für eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) dienen.

Wir haben in diesem Test vier Kandidaten von EcoFlow, Fossibot, Jackery und Pearl mit Kapazitäten zwischen 614 und 1070 Wh unter die Lupe genommen, deren Gewicht zwischen 8,5 und 12,1 Kilogramm liegt. Sie lassen sich über das mitgelieferte Netzteil, im Auto über die Zigarettenanzünderbuchse oder mit Sonnenenergie aufladen. Die passenden Solarpanels der Hersteller haben wir gleich mitgetestet.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11310497

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/ratgeber/Photovoltaik-Ueberblick-fuer-Einsteiger-Von-Balkonkraftwerk-bis-Zukunftstrends-10452281.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Solardach-laedt-Elektroauto-Was-Fahrzeug-integrierte-Photovoltaik-bringen-kann-9720365.html
  3. https://www.heise.de/tests/Fuenf-Solar-Generatoren-im-Test-Steckdose-to-Go-fuer-iPhone-Co-7450149.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Duschen-mit-Sonnenwaerme-Teil-2-Mobiler-solarer-Warmwassergenerator-im-Eigenbau-9224994.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Strom-selbst-erzeugen-Wie-Sie-einen-Solartisch-bauen-7188750.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Trends-bei-Photovoltaik-Solaranlagen-werden-intelligenter-und-vielfaeltiger-7104004.html

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Nasenspray gegen die Alterung des Gehirns?

Von Telepolis — 02. Juni 2026 um 09:00
Ältere dame benutzt Nasenspray vor dem Spiegel

Die Zukunft? Bisher wurde das Nasenspray lediglich an Mäusen getestet.

(Bild: AJR_photo, shutterstock)

Wissenschaftler aus Texas haben ein Nasenspray entwickelt, das in Tierversuchen altersbedingte Inflammation rückgängig machte und das Gedächtnis verbesserte.

Forscher der Texas A&M University haben in Tierversuchen gezeigt, dass sich altersbedingte Entzündungen im Gehirn möglicherweise umkehren lassen.

Die Wissenschaftler entwickelten ein Nasenspray, das nach nur zwei Anwendungen Entzündungen im Gehirn deutlich reduzierte, die Funktion der Nervenzellen wiederherstellte und das Gedächtnis verbesserte. Die Wirkung hielt über Monate an.

Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of Extracellular Vesicles veröffentlicht [1].

Der Preis des Alterns

Im Zentrum der Forschung steht ein Prozess namens "Neuroinflammation [2]". Dabei handelt es sich um eine schleichende Entzündung tief im Gedächtniszentrum des Gehirns, die über Jahre hinweg schwelt. Diese chronische Entzündung erschwert das Denken, die Bildung neuer Erinnerungen und die Anpassung an neue Umgebungen. Gleichzeitig erhöht sie das Risiko für Erkrankungen wie Alzheimer.

Bisher galt Neuroinflammation als unvermeidlicher Prozess beim Älterwerden.

Nun konnten die Wissenschaftler zumindest bei Mäusen zeigen, dass die Alterung des Gehirns umgekehrt werden kann. Sollten diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sein, könnte ein derartiges Medikament helfen, geistig fitter zu bleiben und weniger unter dem altersbedingten Abbau der kognitiven Fähigkeiten zu leiden.

Winzige "Pakete" durchqueren die Blut-Hirn-Schranke

Das Herzstück der Therapie sind Millionen mikroskopisch kleiner biologischer Pakete, sogenannte extrazelluläre Vesikel. Diese wirken wie winzige Lieferfahrzeuge, die eine genetische Fracht transportieren: microRNAs [3].

MicroRNAs sind Genpakete, die viele Gen- und Signalwege im Gehirn modulieren und regulieren. Sie dürfen allerdings nicht mit mitichondrialer RNA oder gar mit der durch die Covid-19-Impfungen bekannt gewordenen messenger-RNA verwechselt werden.

Verpackt in ein Nasenspray, umgehen diese winzigen Vesikel die natürliche Schutzbarriere des Gehirns (Blut-Hirn-Schranke) und gelangen so direkt ins Hirngewebe, wo sie aufgenommen werden.

Sobald die Vesikel von den körpereigenen Immunzellen des Gehirns aufgenommen werden, unterdrücken die microRNAs dann Eiweiße wie das NLRP3-Inflammasom und Signalwege wie das sogenannte cGAS-STING. Beide sind dafür bekannt, chronische Entzündungen in alternden Gehirnen anzutreiben.

Kraftwerke der Zellen werden wieder aufgeladen

Als positive Nebenwirkung luden die micro-RNAs [4] zudem gleich die Mitochondrien der Nervenzellen wieder auf. Die Mitochondrien sind die Kraftwerke, die in fast allen unseren Zellen leben und ihnen Energie bereitstellen.

Durch das "Wiederaufladen" der Mitochondrien verbesserte die Therapie die Fähigkeit des Gehirns, Informationen zu verarbeiten und zu speichern.

Verhaltenstests mit den Mäusen bestätigten die biologischen Befunde. Sie zeigten deutliche Verbesserungen nicht nur beim Wiedererkennen vertrauter Objekte, sondern auch beim Erkennen neuer Objekte und Veränderungen in ihrer Umgebung.

Die Forscher fanden auch heraus, dass die Behandlung bei beiden Geschlechtern gleich gut funktioniert. Dies sei in der biomedizinischen Forschung ein eher seltenes Ergebnis, so die Forscher.

1,8 Millionen Betroffene allein in Deutschland

Heute sind 1,8 Millionen meist ältere Menschen in Deutschland von Demenz betroffen [5]. Hochbetagte Menschen (älter als 80 Jahre) erkranken derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von 32 Prozent an Demenz.

Allerdings wären nach Angaben [6] des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. (DZNE) über ein Drittel der Demenzerkrankungen in Deutschland vermeidbar. Am stärksten wirken nach Erkenntnissen der DZNE Depressionen, Schwerhörigkeit, ein niedriges Bildungsniveau, Übergewicht und Diabetes die Gefahr einer Demenz.

Einige dieser Faktoren lassen sich durch individuelles Verhalten beeinflussen. Für andere spielen medizinische Versorgung und soziale Rahmenbedingungen eine Rolle, etwa der Zugang zu Bildung, psychischer Gesundheitsversorgung oder Hörhilfen. Der Blick auf neue Therapien verstellt dabei nur allzu oft die mindestens ebenso nötigen, sozial- und bildungspolitischen Voraussetzungen solider öffentlicher Gesundheit.

Patent angemeldet, weitere Forschung nötig

Obwohl weitere Forschung erforderlich ist, haben Ashok Shetty und sein Team bereits ein US-Patent für die Therapie angemeldet. "Wir versuchen nicht nur, die biologischen Mechanismen zu verstehen, sondern übersetzen und entwickeln unsere Erkenntnisse in reale Therapien, die einen Unterschied machen könnten", sagte Shetty.

Eines Tages könnten diese oder ähnliche Behandlungen Patienten mit Schlaganfall helfen, verlorene Gehirnfunktionen wieder aufzubauen, oder die Auswirkungen der kognitiven Alterung beim Menschen verlangsamen oder sogar umkehren.

"Unser Ansatz definiert neu, was es bedeutet, alt zu werden", betont Shetty. "Wir streben ein erfolgreiches Altern des Gehirns an: Menschen engagiert, wachsam und verbunden zu halten. Nicht nur länger zu leben, sondern klüger und gesünder zu leben."

Die Forschung wurde vom National Institute on Aging der USA unterstützt. Bevor die Behandlung am Menschen getestet werden könnte, sind jedoch noch zusätzliche Untersuchungen erforderlich. Dennoch: Die Alterung des Gehirns ist möglicherweise kein unvermeidlicher Teil des Älterwerdens.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11312655

Links in diesem Artikel:

  1. https://doi.org/10.1002/jev2.70232
  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Neuroinflammation
  3. https://en.wikipedia.org/wiki/MicroRNA
  4. https://stories.tamu.edu/news/2026/04/14/scientists-reverse-brain-aging-with-a-nasal-spray/
  5. https://www.dzne.de/ueber-uns/forschung-und-gesellschaft/dzne-positionspapier/
  6. https://www.dzne.de/aktuelles/pressemitteilungen/presse/mehr-als-ein-drittel-der-demenzfaelle-in-deutschland-waere-vermeidbar/

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