FreshRSS

🔒
✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

OpenCV 5.0 bringt LLMs in die Computer-Vision-Bibliothek

Von Heise — 09. Juni 2026 um 15:00
Abstrakte Darstellung von vernetzten Daten und Prozessoren in Schichten.

(Bild: Moritz Förster / KI / iX)

Größtes OpenCV-Update seit Jahren: Version 5.0 modernisiert die DNN-Engine, bringt LLM- und VLM-Support und baut Kern, Hardwarebeschleunigung und 3D-Stack aus.

Mit OpenCV 5.0 ist eine neue Hauptversion der weit verbreiteten Computer-Vision-Bibliothek erschienen. Kern des Releases ist eine komplett neu entwickelte Deep-Learning-Engine (DNN). Sie unterstützt deutlich mehr ONNX-Modelle als bisher, führt moderne Transformer-Architekturen effizienter aus und verarbeitet erstmals auch Sprachmodelle (LLMs) und Vision-Language-Modelle (VLMs) direkt in OpenCV. Außerdem modernisieren die Entwickler den Kern der Bibliothek, bauen die Hardwarebeschleunigung aus und erweitern die 3D-Funktionen.

OpenCV (Open Source Computer Vision Library) zählt zu den wichtigsten Open-Source-Bibliotheken für die Bildverarbeitung und Computer Vision. Sie kommt unter anderem in der Robotik, der Industrieautomation, der Medizintechnik, in AR/VR-Anwendungen und in Embedded-Systemen zum Einsatz. Die Bibliothek bietet zahlreiche Algorithmen für Bilderkennung, Objekterkennung, Kalibrierung, Tracking und 3D-Rekonstruktion.

Neue DNN-Engine mit deutlich besserer ONNX-Unterstützung

Die wichtigste Neuerung ist die überarbeitete DNN-Engine. Nach Angaben des Projekts steigt die Unterstützung für ONNX-Operatoren von rund 22 Prozent in der 4.x-Reihe [1] auf über 80 Prozent. ONNX (Open Neural Network Exchange) hat sich als verbreitetes Austauschformat für KI-Modelle etabliert. Bisher scheiterte der Import moderner Modelle in OpenCV oft an fehlenden Operatoren oder an Einschränkungen bei dynamischen Eingabegrößen.

Die neue Engine setzt auf eine graphbasierte Ausführung: Sie verarbeitet Modelle nicht mehr als einfache Folge von Schichten, sondern analysiert sie als Berechnungsgraph. Das erlaubt Optimierungen wie Shape Inference, Constant Folding und Operator Fusion. Neu sind außerdem die Unterstützung dynamischer Shapes, von Kontrollfluss-Konstrukten wie If- und Loop-Blöcken sowie von Quantisierungsgraphen.

Für aktuelle KI-Modelle besonders relevant ist die Attention Fusion: Die Engine erkennt typische Transformer-Muster und fasst mehrere Operationen zu einer einzigen, optimierten Berechnung zusammen. Das soll moderne Transformer-Modelle beschleunigen und den Speicherbedarf senken. Details zur neuen Engine beschreibt das Projekt im Überblick zu OpenCV 5 auf der Projektseite [2].

Sprach- und Vision-Language-Modelle direkt in OpenCV

Hinzu kommt die Integration von Sprach- und multimodalen Modellen. Dafür bringt OpenCV 5 einen eigenen Tokenizer und einen KV-Cache für die autoregressive Textgenerierung mit. Unterstützt werden unter anderem die Modellfamilien Qwen 2.5, Gemma 3 und PaliGemma (partiell). So deckt OpenCV nicht mehr nur klassische Bildverarbeitung ab, sondern auch Vision-Language-Szenarien – etwa, wenn ein Modell ein Bild analysiert und anschließend in natürlicher Sprache beschreibt.

Um die Umstellung bestehender Anwendungen zu erleichtern, bleibt die bisherige DNN-Engine erhalten. OpenCV 5 stellt damit drei Ausführungsvarianten bereit: die neue Engine, die klassische Engine und optional ONNX Runtime. Anwendungen können je nach Bedarf zwischen den Varianten wechseln, ohne ihre DNN-API anzupassen. Welche Engine zum Einsatz kommt, lässt sich beim Laden eines Modells über einen Parameter aus dem Enum cv::dnn::EngineType steuern; standardmäßig wählt ENGINE_AUTO automatisch die passende Variante.

Feature-Matching per Deep Learning

Auch beim Feature-Matching setzt OpenCV stärker auf Deep Learning. Das neue Modul Features löst das bisherige Features2D ab und ergänzt klassische Verfahren wie SIFT oder ORB um neuronale Alternativen, darunter ALIKED, DISK und LightGlueMatcher. Solche Verfahren kommen etwa beim Zusammensetzen von Panoramen, bei Visual SLAM oder bei 3D-Rekonstruktionen zum Einsatz.

LightGlue nutzt Attention-Mechanismen, um Bildmerkmale robuster zuzuordnen als klassische Verfahren. Die klassischen Detektoren bleiben dabei erhalten, sodass sich der neue Deep-Learning-Pfad und die etablierten Methoden je nach Anwendungsfall kombinieren lassen.

Modernisierter Kern und aufgeräumte API

Modernisiert haben die Entwickler auch den Kern der Bibliothek. OpenCV unterstützt nun die Datentypen FP16 und BF16, die in aktuellen KI-Beschleunigern weit verbreitet sind, dazu Bool und weitere Integer-Varianten. Die Matrixklasse cv::Mat kann erstmals echte 0D- und 1D-Strukturen abbilden und beherrscht jetzt Broadcasting sowie weitere N-dimensionale Operationen. Das soll viele Umwege und Konvertierungen ersparen.

Bei den Schnittstellen trennt sich das Projekt schrittweise von Altlasten: Die historische C-API gilt nun offiziell als veraltet. Für Python unterstützt OpenCV 5 NumPy 2.x und integriert benannte Parameter stärker, sodass sich Funktionen lesbarer aufrufen lassen – etwa cv.someAlgorithm(threshold=0.5) statt einer rein positionsbasierten Übergabe.

Hardwarebeschleunigung über eine überarbeitete HAL

Ein weiteres zentrales Thema ist die Hardwarebeschleunigung. Die Entwickler haben die Hardware Abstraction Layer (HAL) grundlegend überarbeitet, um optimierte Implementierungen verschiedener Hardwarehersteller leichter einzubinden. Das Projekt nennt unter anderem Intel IPP, Arm KleidiCV, Qualcomm FastCV und die Unterstützung der Vektor-Erweiterungen moderner RISC-V-Prozessoren.

Anwendungen sollen so ohne Anpassungen auf unterschiedlichen Prozessorarchitekturen von Beschleunigung profitieren. Möglich macht das unter anderem eine einheitliche Vektor-Codebasis, die verschiedene Befehlssatzerweiterungen wie SSE, AVX, NEON, SVE und RVV über eine gemeinsame Schnittstelle anspricht.

Ausgebauter 3D-Stack

Deutlich ausgebaut wurden die 3D-Funktionen. Das bisherige Modul calib3d teilt sich künftig in die drei Module 3d, calib und stereo auf. Neu hinzu kommen Funktionen für die Kalibrierung mehrerer Kameras, der Import und Export von Punktwolken und Meshes sowie Verfahren zur 3D-Rekonstruktion auf Basis von TSDF-Volumen. Auch moderne Schätzverfahren wie MAGSAC halten Einzug in OpenCV. Diese Erweiterungen richten sich vor allem an Entwickler in der Robotik, von autonomen Systemen und in der industriellen 3D-Vermessung.

Weitere Neuerungen gibt es bei der Bildbearbeitung, die Dokumentation setzt künftig auf eine Kombination aus Sphinx und Doxygen. Den Quellcode stellt das Projekt im GitHub-Repository [3] bereit; die Installation per pip ist ebenfalls vorgesehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11325973

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/OpenCV-4-0-liegt-vollstaendig-als-C-11-Bibliothek-vor-4224710.html
  2. https://opencv.org/opencv-5/
  3. https://github.com/opencv/opencv/releases/tag/5.0.0
  4. https://www.heise.de/ix
  5. mailto:fo@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Software Testing: Wenn GenAI gegen ethische Werte von Menschen verstößt

Von Heise — 09. Juni 2026 um 11:59
Software Testing: Generative KI

(Bild: Richard Seidl)

Generative KI aus ethischen Gründen nicht nutzen: Johannes Link hat sich für diesen Weg entschieden und teilt seine Position im Interview mit Richard Seidl.

Generative KI einfach nicht zu nutzen, weil sie den eigenen Werten widerspricht: Das ist die Position, die Johannes Link konsequent vertritt. Richard Seidl spricht mit ihm darüber, warum er hyperskalierte GenAI für ethisch nicht vertretbar hält und was ihn zu diesem Schluss gebracht hat. Die beiden reden über Trainingsdaten, die ohne Zustimmung der Urheber verwendet werden, über den massiven Energieverbrauch, über den Zerfall des freien Internets und darüber, was mit Studierenden passiert, die das Schreiben und Denken delegieren, bevor sie es je wirklich geübt haben. Johannes Link [1] erklärt auch, was sich ändern müsste, damit er seine Meinung überdenken würde, und ob er diesen Wandel für realistisch hält.

„Ein statistisches Modell kennt weder richtig noch falsch, noch Wahrheit.“ – Johannes Link

Johannes Link programmiert seit mehr als 40 Jahren, 30 davon im Beruf. Seit Ende des letzten Jahrhunderts stehen Extreme Programming und andere auf den Menschen ausgerichtete Softwareentwicklungsansätze im Zentrum seiner Tätigkeit. Im beruflichen Fokus steht die (Um-)Gestaltung von Teams hin zu mehr Eigenverantwortung und Selbststeuerung. Die sinnvolle und ethische Gestaltung seines privaten und beruflichen Lebens treibt ihn seit Jahren um. Mit dem Thema GenAI beschäftigt er sich seit den frühen Tagen von OpenAIs GPT-Sprachmodellen.

Softwarequalität im Gespräch

Dieses Format fokussiert sich auf Softwarequalität: Ob Testautomatisierung, Qualität in agilen Projekten, Testdaten oder Testteams – Richard Seidl und seine Gäste betrachten die Dinge, die die Qualität in der Softwareentwicklung steigern.

Die aktuelle Episode ist auch auf Richard Seidls Blog verfügbar [3].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322866

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.johanneslink.net/
  2. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  3. https://www.richard-seidl.com/de/podcast/generative-ki-ethik-softwareentwicklung
  4. mailto:mai@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Anzeige: Barrierefreiheit im Web: BFSG, WCAG und Automatisierung

Von Golem Karrierewelt — 19. Juni 2026 um 07:15
Barrierefreiheit im Web wird durch BFSG und Standards wie WCAG/EN 301 549 zur Pflicht. Drei Online-Workshops zeigen Grundlagen, Umsetzung und Prüfungen.
Bild: Freepik.com

Barrierefreiheit im Web ist nicht nur eine Frage der Usability, sondern wird durch regulatorische Vorgaben und Standards zu einer überprüfbaren Anforderung. Für Teams bedeutet das: Anforderungen müssen verstanden, in Design und Entwicklung sauber umgesetzt und in Tests dauerhaft abgesichert werden.

Neben dem rechtlichen Rahmen sind praktikable Methoden entscheidend, um Barrieren zuverlässig zu erkennen. Automatisierte Checks helfen, ersetzen aber keine fachlich saubere Umsetzung und manuelle Prüfungen mit assistiven Technologien.

Drei Workshops, ein Lernpfad

Die Golem Karrierewelt bündelt das Thema in drei Formaten, die zusammenhängen: Der zweitägige Workshop "Grundlagen der Barrierefreiheit im Web" kombiniert die beiden Ein-Tages-Workshops "Barrierefreiheit – BFSG, WCAG & Co" und "Web-Accessibility in der Praxis – Techniken und Automatisierung" zu einem Ablauf über zwei Tage.

Tag 1 legt den Schwerpunkt auf den Rahmen und die Grundlagen: BFSG als gesetzlicher Treiber, WCAG-Prinzipien und Erfolgskriterien sowie die Einordnung in EN 301 549. Ergänzend geht es um typische Barrieren im Nutzungskontext, etwa mit Screenreader und Tastaturnavigation, sowie um Barrierefreiheitsaudits als Ausgangspunkt für eine Roadmap und kontinuierliche Verbesserung.

Tag 2 richtet sich an die Umsetzung in der Entwicklung: semantisches HTML, WAI-ARIA und der Accessibility Tree bilden die Basis für robuste Komponenten. In praktischen Coding Sessions stehen Webelemente wie Navigation, Links, Buttons, Medienalternativen, Tabellen und Formulare im Fokus, ergänzt um Themen wie Webkomponenten, Rich Applications und SPAs. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Automatisierung von Barrierefreiheitsprüfungen mit Lintern, Unit-Tests und End-to-End-Tests sowie die Integration in CI/CD-Pipelines und die Grenzen rein automatisierter Ansätze.

Trainerin ist Dr. Maria Korneeva. Sie ist Frontend Technology Lead und Google Developer Expert mit Fokus auf Angular und Barrierefreiheit, arbeitet freiberuflich an Frontend-Anwendungen und leitet Workshops zu Web-Technologien. Zudem arbeitet sie an einem Buch mit dem Titel "Barrierefreie Webentwicklung: Von den Grundlagen über die rechtlichen Aspekte bis zur praktischen Umsetzung und Prüfung".

Der Kurs

Wer sich vor dem Kauf für den kostenlosen Newsletter der Golem Karrierewelt anmeldet, erhält 10 Prozent Rabatt auf die erste Bestellung bei der Golem Karrierewelt.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Anzeige: Samsung Odyssey G75F - Ultrabreiter 40-Zoll-Curved-Monitor zum Bestpreis

Von Claus Ludewig — 09. Juni 2026 um 18:36

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

Bei Amazon gibt es derzeit einen 40 Zoll großen Gaming-Monitor von Samsung zum Bestpreis zu kaufen, so der Golem-Preisvergleich.
Bei Amazon gibt es den 40 Zoll großen Samsung Odyssey G7 zum Bestpreis zu kaufen. (Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon) amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Bei Amazon gibt es den 40 Zoll großen Samsung Odyssey G7 zum Bestpreis zu kaufen. Bild: Erzeugt mit Dall-E; Amazon

Mit einem Curved-Monitor fühlt man sich gleich mittendrin statt nur dabei. Doch es geht noch eindrucksvoller. Von Samsung gibt es mit dem Odyssey G75F einen riesigen Monitor, der nicht nur gebogen ist, sondern mit 40 Zoll auch die Grenze zu einem Fernseher verschwimmen lässt.

Was kostet ein 40 Zoll großer Samsung Odyssey G75F?

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung bietet Amazon den 40 Zoll großen Gaming-Monitor Samsung Odyssey G75F

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
für nur 599 Euro an. Laut Golem-Preisvergleich gibt es diesen riesigen Monitor derzeit bei keinem gelisteten Onlineshop günstiger.

Samsung 40 Zoll Odyssey G75F 5K WUHD Curved Gaming Monitor

699,90 €, jetzt: 599,00 € (-14%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Was hat der Samsung Odyssey G75F zu bieten?

Mit dem Odyssey G7 G75F bietet Samsung einen ungewöhnlichen Gaming-Monitor an, der sich deutlich von der Masse aktueller Displays abhebt. Statt auf OLED-Technik oder 4K-Auflösung zu setzen, kombiniert das 40-Zoll-Modell ein LCD-Panel mit einer ultrabreiten WUHD-Auflösung von 5.120 × 2.160 Pixeln mit einer Bildwiederholrate von bis zu 180 Hz und einer starken 1000R-Krümmung. Das Ergebnis ist ein Monitor, der gleichermaßen Gamer, Kreativschaffende und Produktivnutzer ansprechen soll.

Das 21:9-Panel bietet deutlich mehr Arbeitsfläche als ein herkömmlicher 4K-Monitor. Durch die hohe Auflösung lassen sich mehrere Anwendungen komfortabel nebeneinander darstellen, während Spiele von einem erweiterten Sichtfeld profitieren. Gerade bei Rennsimulationen, Flugsimulatoren oder Strategiespielen sorgt das ultrabreite Format für ein besonders immersives Spielerlebnis. Die ausgeprägte 1000R-Krümmung trägt zusätzlich dazu bei, das Sichtfeld der Nutzerr stärker auszufüllen und die Wahrnehmung der Bildschirmränder zu verbessern. Ungewöhnlich ist, dass die Krümmung nur im mittleren Drittel anzutreffen ist, während die Seiten flach ausgeführt sind.

Mit Gaming-Features

Für schnelle Spiele stattet Samsung den Odyssey G7 G75F mit einer Bildwiederholrate von bis zu 180 Hz sowie einer Reaktionszeit von einer Millisekunde (GtG) aus. Unterstützt werden zudem AMD Freesync Premium Pro und HDR10+ Gaming, wodurch Tearing reduziert und HDR-Inhalte dynamischer dargestellt werden sollen. Die Vesa-Zertifizierung DisplayHDR 600 verspricht eine höhere Spitzenhelligkeit als bei vielen Standardmonitoren, wenngleich das HDR-Erlebnis laut Testberichten nicht das Niveau aktueller OLED-Displays erreicht.

Testübersicht: Lob und Kritik

In Tests erhält der Samsung Odyssey G7 G75F vor allem für seine ungewöhnliche Kombination aus hoher Auflösung, großem Format und schneller Bilddarstellung positives Feedback. Fachmedien loben insbesondere die enorme Arbeitsfläche, die hohe Schärfe sowie die starke Immersion bei Spielen.

Kritik gibt es hingegen für einige typische Eigenschaften der eingesetzten VA-Panel-Technologie. So berichten Tester von sichtbaren Schwarzschlieren in bestimmten Spielszenen sowie von eingeschränkten Blickwinkeln im Vergleich zu IPS- oder OLED-Panels. Auch die HDR-Darstellung wird zwar als solide, aber nicht herausragend beschrieben. Im erweiterten Farbraum zeigt sich, dass es diesem Monitor an Helligkeit und Kontrast fehlt. Zudem verzichtet Samsung auf einen USB-C-Anschluss, wie etwa die Tester von PC-Welt kritisch anmerken.

Mögliche Alternative

Deutlich kleiner, doch mit einer besseren Bildqualität ausgestattet, ist der Gigabyte MO27Q2A. Hierbei handelt es sich um einen 27 Zoll großen OLED-Monitor. Dank OLED-Technik ist die Bilddarstellung insbesondere bei HDR-Inhalten besser als bei einem VA-Panel. Die Auflösung beträgt 2K bei 280 Hz.

Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung verkauft Amazon den Gigabyte MO27Q2A

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
für nur 399,89 Euro. Der Amazon-Tiefstpreis liegt mit 379 Euro nur etwas darunter, so der Keepa-Preistracker.

Preis, Daten und Fakten zum Samsung Odyssey G75F

  • Mit dem Odyssey G75F bietet Samsung einen 40 Zoll großen Gaming-Monitor an, der im ultrabreiten Format mit 5.120 × 2.160 Pixeln daherkommt und 180 Hz Bildwiederholrate anzubieten hat.
  • Gerade die schiere Größe der Arbeitsfläche wird positiv bewertet von Testern. Zudem ist dieser Bildschirm um 1000R gebogen, so dass Spieler sich noch stärker ins Geschehen versetzt fühlen.
  • Allerdings genügen die gebotene Helligkeit sowie der Kontrast nicht, für einen sichtbaren Effekt im erweiterten Farbraum HDR. Hier macht sich das genutzte LCD-VA-Panel bemerkbar.
  • Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung bietet Amazon den 40 Zoll großen Gaming-Monitor Samsung Odyssey G75F für nur 599 Euro zum Bestpreis an, so der Golem-Preisvergleich.

Quellen: Amazon

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
, PC-Welt

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

The Legend of Zelda: Nintendo legt Ocarina of Time für Switch 2 neu auf

Von Peter Steinlechner — 09. Juni 2026 um 17:40
Nintendo holt Zelda-Legende zurück: Eine offenbar deutlich aktualisierte Version von Ocarina of Time erscheint 2026 für die Switch 2.
Artwork von The Legend of Zelda - Ocarina of Time (Original) (Bild: Nintendo)
Artwork von The Legend of Zelda - Ocarina of Time (Original) Bild: Nintendo

Nintendo hat im Rahmen seiner jüngsten Direct-Präsentation ein schon etwas länger erwartetes Remake offiziell angekündigt: The Legend of Zelda – Ocarina of Time erscheint 2026 exklusiv für Nintendo Switch 2. Damit kehrt eines der einflussreichsten Computerspiele aller Zeiten zurück.

Aus dem gezeigten Material geht vor allem hervor, dass es sich nicht um eine einfache Neuveröffentlichung handelt. Konkrete Angaben zu Gameplay-Änderungen, neuen Inhalten oder technischen Features machte Nintendo allerdings noch nicht. Auch ein genauer Veröffentlichungstermin steht bislang aus.

Die Bedeutung von Ocarina of Time für die Videospielgeschichte lässt sich kaum überschätzen. Der ursprünglich 1998 für das Nintendo 64 veröffentlichte Titel gilt bis heute als eines der prägendsten Action-Adventures überhaupt.

Viele Elemente, die später zum Standard für 3D-Abenteuer wurden, fanden hier ihren Durchbruch – darunter das Z-Anvisieren von Gegnern, die Kombination aus Erkundung, Rätseln und Dungeons sowie die cineastische Inszenierung einer relativ offenen Spielwelt.

In der Rolle des jungen Link reisen Spieler durch die Fantasywelt Hyrule, wechseln zwischen Kindheit und Erwachsenenalter und stellen sich dem Gerudokönig Ganondorf entgegen.

Weitere Neuheiten von Nintendo

Besonders die Zeitreise-Mechanik, die musikalischen Rätsel rund um die namensgebende Okarina sowie Dungeons wie der Wald- oder Wassertempel machten das Abenteuer zu einem Meilenstein des Genres. Zahlreiche spätere Zelda-Spiele bauten auf Ideen auf, die erstmals in Ocarina of Time umgesetzt wurden.

Bislang erhielt der Klassiker nur eine große Neuauflage: 2011 erschien mit Ocarina of Time 3D ein umfassend überarbeitetes Remake für den Nintendo 3DS. Spätere Veröffentlichungen beschränkten sich auf Emulationen und Wiederveröffentlichungen. Die nun angekündigte Switch-2-Version markiert damit die erste größere Neuinterpretation des Spiels seit rund 15 Jahren.

Neben Ocarina of Time zeigte Nintendo zahlreiche weitere Neuheiten, über die teils aber schon mehr Informationen bekannt sind. Dazu gehören Kingdom Hearts 4, das neue Rollenspiel Xenoblade Genesis, das Mehrspielerprojekt The Duskbloods von From Software, Fire Emblem – Fortune's Weave, Splatoon Raiders sowie eine Neuauflage von Star Fox.

Adblock test (Why?)

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 09.06.2026 10:17

Von heise online — 09. Juni 2026 um 10:17

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
09.06.2026 10:17
Region
Winterberg (Westf) (02981)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ c't-Themen

heise+ | Chromebooks: ChromeOS entfernen und stattdessen Linux oder Windows installieren

Von Heise — 09. Juni 2026 um 07:00

Auf Chromebooks läuft nicht nur ChromeOS. Wenige Handgriffe verwandeln sie in vollwertige Notebooks mit Linux oder Windows. Wir zeigen, wie das geht.

Auf den ersten Blick wirkt das Thinkpad auf dem Bild wie ein herkömmliches Linux-Notebook, doch ein Blick auf das spezielle Tastaturlayout und die Sondertasten verrät: Hier stimmt etwas nicht. Denn hier läuft ein Fedora-System mit KDE-Oberfläche auf einem Chromebook.

Chromebooks stehen im Ruf, günstig zu sein und mit seinem ChromeOS dennoch mehr als genug Power für die allermeisten Aufgaben zu haben. Warum möchte man es also von ChromeOS befreien? Darauf gibt es gleich mehrere Antworten: So wünschen sich Poweruser mehr Flexibilität und Leistung. Die offizielle Linux-Umgebung innerhalb ChromeOS erlaubt zwar die Installation vieler Linux-Anwendungen, aber eben nicht jeder. Zudem dürstet die Linux-Umgebung aufgrund der Virtualisierung nach Speicher und Rechenpower. Auf schwacher Hardware werden dann selbst schlanke Linux-Programme oft zäh in der Bedienung.

Auch Nachhaltigkeit spielt eine Rolle: In den vergangenen Jahren hat Google für Chromebooks zwar Update-Zeiträume von mehreren Jahren etabliert, doch etliche Geräte laufen dennoch ins Support-Ende, obwohl die Hardware noch flott genug ist, um weitere Jahre ihren Dienst zu verrichten. Nicht wenige Nutzer fühlen sich nicht wohl damit, in welchem Umfang Google KI-Anwendungen forciert oder wünschen sich mehr Datenschutz.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11320182

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Neben DJI: USA werfen Alibaba, BYD und Unitree Militärverbindungen vor

Von Johannes Hiltscher — 09. Juni 2026 um 11:40
Das US-Verteidigungsministerium aktualisiert seine Liste chinesischer Unternehmen mit Militärverbindungen. Es sind viele bekannte Tech-Firmen darunter.
Autos von BYD (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Autos von BYD Bild: Friedhelm Greis/Golem

So ziemlich jedes bekannte chinesische Technologieunternehmen ist vertreten: Das US-Verteidungsministerium hat eine Liste mit Unternehmen aktualisiert, die Verbindungen zum Militär der Volksrepublik China haben sollen. In der kurz als 1260H- oder CMC-Liste (Chinese Military Companies) genannten Aufzählung sind nun auch Alibaba, BYD und der Roboterhersteller Unitree zu finden. Auch die DRAM- und Flash-Hersteller CXMT und YMTC werden genannt. Insgesamt sind 188 Unternehmen gelistet, einige bereits seit längerem, wie DJI.

Erfasst werden Unternehmen, auf die militärische Organisationen einen direkten oder indirekten Einfluss ausüben können oder die Teil der militärisch-zivilen Integration sind. Zudem müssen die Unternehmen in den USA aktiv sein. Begründet wird der Großteil der Eintragungen mit Verbindungen zu staatlichen Stellen wie der Kommission zur Kontrolle und Verwaltung von Staatsvermögen (SASAC) oder dem Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT).

Im Gegensatz zur sogenannten Entity List des US-Handelsministeriums hat eine Erwähnung auf der 1260H-Liste weniger drastische direkte Auswirkungen. Geschäfte mit den genannten Unternehmen sind nicht verboten, das US-Verteidigungsministerium darf aber ab dem 30. Juni 2026 keine Verträge mit gelisteten Unternehmen oder ihren Tochterunternehmen mehr schließen. Vertragspartner des Ministeriums müssen zudem künftig sicherstellen, dass sie keine Verträge mit für gelistete Unternehmen tätigen Lobbyisten unterhalten.

Ziel: Schaden am Image

Der größte Nachteil einer Eintragung in der 1260H-Liste sind die Bloßstellung und ein möglicher Statusverlust. Eine Reihe von Unternehmen protestierte daher bereits und kündigte teilweise rechtliche Schritte an.

Für US-Unternehmen kann die Kooperation mit gelisteten Unternehmen ebenfalls zum Imageproblem werden. Es kann ihnen eine Unterstützung der chinesischen Armee unterstellt werden. Das Select Committee on China des Repräsentantenhauses, das sehr chinakritisch auftritt, rief US-Unternehmen in einer Stellungnahme auf, Geschäftsbeziehungen zu den gelisteten Unternehmen zu beenden.

Für einige Unternehmen haben die Vorwürfe direkte Auswirkungen: DJI-Drohnen dürfen nicht mehr in den USA verkauft werden. Gleiches gilt für außerhalb der USA hergestellte neue Router – mit TP-Link steht ein bekannter Hersteller ebenfalls auf der 1260H-Liste.

Hochstufung in Entity List möglich

Verbindungen zum chinesischen Militär sind ebenfalls ein Grund, weshalb Unternehmen auf der Entity List landen können. Das schließt sie vom Zugang zu US-Technologie aus, womit die Exportverbote für moderne Belichtungsmaschinen begründet werden. Geschäfte mit auf der Entity List genannten Unternehmen werden zudem erschwert.

Die 1260H-Liste muss das US-Verteidigungsminiterium jährlich aktualisieren. Bereits im Januar 2026 hatte das Verteidigungsministerium eine aktualisierte Liste veröffentlicht, diese jedoch kurz darauf zurückgezogen. Gründe wurden nicht genannt, allerdings gab es Kritik daran, dass auf der ersten Version der Liste CXMT und YMTC nicht genannt wurden.

Beide Hersteller werden im Rahmen der Speicherkrise für US-Unternehmen interessant. Es gab Berichte, dass HP und Dell CXMT-Speicher qualifizieren könnten.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Anzeige: Mini-Beamer mit Streaming-Apps für nur 59,49 Euro bei Amazon

Von Antje Lüth — 09. Juni 2026 um 11:39

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

Amazon hat einen Mini-Beamer im Angebot, der auf Streaming-Apps zugreifen kann und mit 4K-Unterstützung scharfe Bilder liefert.
Mini-Beamer von Finade (Bild: amazon.de/finade/golem erstellt mit ChatGPT) amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Mini-Beamer von Finade Bild: amazon.de/finade/golem erstellt mit ChatGPT

Mini-Beamer sind aufgrund der kompakten Größe ideale Begleiter für Firmenpräsentationen und Filmabende bei Freunden. Ein Modell von Finade, das einen direkten Zugriff auf beliebte Streaming-Apps hat und damit ohne zusätzliche Geräte auskommt, gibt es bei Amazon für unter 60 Euro.

Mini-Beamer mit 4K-Unterstützung und vertikaler Trapezkorrektur

Der Mini-Beamer von Finade ist mit einem Durchmesser von 10,8 und einer Länge von 19,3 Zentimetern gut im Rucksack oder im Reisegepäck zu transportieren und wiegt 500 Gramm. Mit einem 270°-Drehsockel lässt er sich an die Wand und an die Decke ausrichten, wo er Projektionsflächen von 30 bis 200 Zoll bespielen kann. Die vertikale Trapezkorrektur richtet das Bild automatisch aus, während die Schärfe über den Fokusring manuell eingestellt wird.

Mit nativem FHD und 4K-Unterstützung zeigt der Mini-Beamer gestochen scharfe Bilder, die bei 200 ANSI-Lumen in abgedunkelten Räumen am besten zur Geltung kommen. Zur Soundwiedergabe ist ein 5-W-Lautsprecher in den Sockel integriert. Alternativ können kabelgebundene Kopfhörer an den 3,5-Millimeter-Ausgang angeschlossen oder Bluetooth-Audiogeräte mit dem Beamer gekoppelt werden. Bluetooth 5.4 soll eine hohe Verbindungsqualität liefern.

Android-Apps für mobilen Filmgenuss

Darüber hinaus ist der Mini-Beamer von Finade mit dem Betriebssystem Android 12 ausgestattet, das einen direkten Zugriff auf beliebte Streaming-Apps wie Amazon Prime Video, Netflix oder Youtube bietet. Somit können Nutzer auch unterwegs ihre Lieblingsserien, die neuesten Blockbuster oder aktuelle Sportereignisse genießen, ohne einen Fernseher, einen TV-Stick oder eine Set-Top-Box anschließen zu müssen. Laut Hersteller umfasst die Auswahl über 5.000 Apps. Durch Wi-Fi 6 mit Dualband-Technologie ist sichergestellt, dass alle Inhalte flüssig wiedergegeben werden.

Zur Verbindung mit Laptop, Smartphone, Tablet und Speichermedien stehen ein HDMI-Anschluss, ein USB-Port und ein microSD-Kartenleser zur Verfügung.

Der Mini-Beamer von Finade bei Amazon

Bei Amazon gibt es den Mini-Beamer von Finade

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
zurzeit für nur 59,49 Euro, günstiger war er dort noch nie. Wer nach einem kompakten Beamer für Büro, Geschäftsreise oder Urlaub sucht, sollte sich den Deal nicht entgehen lassen und zugreifen, solange er verfügbar ist.

Mini Beamer 4K 1080p Full HD

69,99 €, jetzt: 59,49 € (-15%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Auch andere Beamer sind bei Amazon reduziert. Der Aurzen Boom Mini

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
mit Google TV, 20 W Dolby Audio und 500 ANSI-Lumen ist aktuell für 279,95 Euro erhältlich und liegt 30 Prozent unter dem Höchstpreis.

Aurzen Boom Mini 4-in-1 Smart Beamer mit Google TV

399,99 €, jetzt: 279,95 € (-30%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Ein smarter Beamer von VOPLLS

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
mit Autofokus und automatischer Trapezkorrektur, 800 ANSI-Lumen und integrierter App-Funktion ist für 149,99 Euro zu haben.

Smart Beamer?800ANSI ? Offizielle App?

279,99 €, jetzt: 149,99 € (-46%) bei amazon Zum Angebot

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Weitere reduzierte Beamer und anderes TV-Zubehör wie die nachgefragte Soundbar Sonos Beam 2

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
mit verlängertem Angebot bis 14. Juni sind bei Amazon in der Kategorie TV & Zubehör zu finden.

Noch mehr sparen lässt sich mit der Visa-Kreditkarte von Amazon

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
. Angeboten wird sie ohne Jahresgebühr und sie bringt bei jedem Einsatz Punkte, die bei späteren Einkäufen eingelöst werden können.

Visa-Kreditkarte von Amazon

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Prime-Mitglieder

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
profitieren besonders; sie erhalten Extrapunkte an Aktionstagen wie dem Prime Day und 50 Euro Startguthaben, wenn sie die Karte bis zum 26. Juni 2026 beantragen.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Robotaxi: Einbrecher kommt und flieht mit Waymo

Von Tobias Költzsch — 09. Juni 2026 um 11:25
In San Francisco hat ein Einbrecher es auf der Flucht bequem haben wollen und ein Waymo-Robotaxi gewählt. Der Mann wird noch gesucht.
Ein Waymo in San Francisco (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)
Ein Waymo in San Francisco Bild: Justin Sullivan/Getty Images

Ein Einbrecher konnte in San Francisco unerkannt in einem Robotaxi von Waymo entkommen. Wie der San Francisco Chronicle berichtet, ist ein Mann mit einem Waymo zu einem Yogastudio gefahren und dort eingebrochen. Das Robotaxi hat derweil auf ihn gewartet.

Der Mann brach in das Studio ein und stahl eine Armladung Sportkleidung. Diese verstaute er im Kofferraum des wartenden Waymo und floh anschließend mit dem Fahrzeug. Aufnahmen des Yogastudios zeigen die Person, das Gesicht ist unter einer Kapuze nicht zu erkennen.

Die Flucht in einem Robotaxi sei ungewöhnlich, so der leitende Ermittler Tim Faye. Die Fahrzeuge seien mit zahlreichen Kameras im Innenraum und außen ausgestattet, weswegen anzunehmen sei, dass man den Verdächtigen erkennen und schnell schnappen könne. Allerdings ist die Polizei von San Francisco in ihren Ermittlungen noch nicht weit gekommen, es gibt bisher keine Spur zum Verdächtigen.

Videomaterial hilft bei Ermittlungen nicht weiter

Die Polizei forderte das Videomaterial aus dem Waymo an. Allerdings waren die betreffenden Dateien nicht mehr verfügbar. Diese werden nach einem vom Unternehmen nicht kommunizierten Zeitraum gelöscht. Die Außenaufnahmen waren offenbar noch vorhanden, aus Gründen der Privatsphäre werden aber alle Gesichter automatisch unkenntlich gemacht.

Um ein Waymo verwenden zu können, brauchen Nutzer ein Konto mit hinterlegten Zahlungsinformationen. Auch an dem Punkt gerieten die Ermittler wohl in eine Sackgasse: Die Informationen führten zu keinem Verdächtigen. Denkbar ist, dass der Täter gestohlene Zahlungsdaten verwendete.

Zumindest scheint bei dem Einbruch kein allzu großer Schaden entstanden zu sein: Laut Farah Issa, der Besitzerin des Yogastudios, wurden nur ein paar Shorts gestohlen.

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Ströer und Verfassungsschutz kooperieren für IT-Sicherheitswarnungen

Von Heise — 09. Juni 2026 um 09:16
Ströer-Außenwerbung mit Sicherheitsmitteilung vom Verfassungsschutz

Ströer und Verfassungsschutz Bremen kooperieren: Werbetafeln zeigen aktuelle IT-Sicherheitswarungen an.

(Bild: Ströer)

Das Medienunternehmen Ströer und der Verfassungsschutz Bremen kooperieren, um auf den Werbeflächen IT-Sicherheitswarnungen anzuzeigen.

Der Bremer Verfassungsschutz und das Medien- und Werbeunternehmen Ströer starten eine Kooperation, bei der auf den Werbetafeln von Ströer vor wichtigen IT-Sicherheitsproblemen gewarnt werden soll. Die Umsetzung hat bereits begonnen.

Das berichtet Ströer auf der eigenen Webseite [1]. Demnach ist das Ziel der Kooperation mit dem Landesamt für Verfassungsschutz Bremen (LfV), neue Wege in der IT-Sicherheitskommunikation auszuprobieren. Der Bremer Verfassungsschutz kann im Rahmen der Kooperationsvereinbarung – nach eigenen Angaben dem ersten Kooperationsvertrag dieser Art in Deutschland – die digitalen Medien von Ströer nutzen, um vor aktuellen Bedrohungslagen zu warnen.

„Signal“-Phishing-Warnung zum Auftakt

Den Anfang macht eine Phishing-Warnung, die über diese Kanäle ausgespielt wird. Es geht um die Signal-Phishing-Welle, bei der sich Angreifer als Support-Mitarbeiter ausgeben und versuchen, so an Zugangsdaten zu gelangen. Im April hatten etwa das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ihre Warnung [2] davor zuletzt aktualisiert.

Ziel ist es, die Reichweite zu nutzen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Die sollen so auf aktuelle Bedrohungen und Desinformation hingewiesen werden, teilt Ströer mit. Derartige Warnbotschaften zeigten die Werbetafeln von Ströer bereits im Mai an vielbefahrenen Straßen, Verkehrsknotenpunkten sowie an Haltestellen im Bremer Stadtgebiet. Das erfolgte in Abstimmung mit dem BfV und der Bremer Polizei, die Warnungen waren dazu anlassbezogen. „Langfristig sind über diesen Kanal weitere Kampagnen zu den Themen Desinformation, hybride Bedrohungen und aktuelle Entwicklungen im Extremismus geplant“, erklärt Ströer.

Thorge Koehler, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz Bremen, führte dazu aus: „Wir wollen über diese unmittelbare Warnung an die Bevölkerung Aufmerksamkeit erzeugen und noch mal andere Gruppen erreichen als bisher“. Ströer gibt an, bundesweit rund 300.000 Medienträger von Plakatmedien bis „Out-of-Home-Screens“ zu vermarkten, wobei die digitalen Medien schnelle und zielgenaue Ausspielung relevanter Inhalte in Echtzeit ermöglichen.

Werbekampagnen von IT-Sicherheitsbehörden gibt es bereits länger. Das BSI hat etwa 2021 insbesondere in sozialen Netzen für höheres Sicherheitsbewusstsein geworben, die Kampagne nannte sich „Einfach aBSIchern“ [3]. Die jetzt gestartete Kooperation könnte jedoch noch mal andere Zielgruppen erreichen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322559

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.stroeer.de/newsroom/presse/stroeer-und-verfassungsschutz-bremen-starten-kooperation/
  2. https://www.heise.de/news/Signal-Phishing-Angriffe-BfV-und-BSI-aktualisieren-Warnung-11268017.html
  3. https://www.heise.de/news/Einfach-aBSIchern-Image-Kampagne-des-BSI-fuer-mehr-IT-Sicherheit-5994582.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Jetzt aktualisieren: Chrome-Update schließt angegriffene Sicherheitslücke

Von Heise — 09. Juni 2026 um 08:01
Chrome-Logo mit Achtung-Schild vor Matrix-Hintergrund; alles vom Winde verweht.

(Bild: heise medien)

Das Update für Google Chrome sollten Nutzerinnen und Nutzer rasch installieren, da eine der geschlossenen Lücken angegriffen wird.

Google hat Updates für den Webbrowser Chrome veröffentlicht. Wieder schließen die Entwickler eine hohe Anzahl an Sicherheitslücken, 74 Stück dieses Mal. Für eine davon kursiert bereits ein Exploit.

Die Übersicht in der Chrome-Versionsankündigung [1] ist dieses Mal gleich von Anfang an mit der Liste an geschlossenen Sicherheitslecks bestückt. Davon ordnen die Entwickler 17 als kritisches Risiko ein, 55 als hochriskant und zwei stellen einen mittleren Bedrohungsgrad dar. Die bereits in freier Wildbahn attackierte Sicherheitslücke betrifft die JavaScript-Engine V8. Mit einer sorgsam präparierten Webseite können Angreifer außerhalb vorgesehener Speichergrenzen lesen und schreiben, was zur Ausführung beliebigen Programmcodes innerhalb einer Sandbox führen kann (CVE-2026-11645 [2], CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Der Melder der Schwachstelle darf sich über eine Zuwendung in Höhe von 55.000 US-Dollar im Rahmen des Bug-Bounty-Programms freuen.

Die Schwachstellen schließen die Google-Entwickler in den Google-Chrome-Versionen 149.0.7827.102 für Android und Linux sowie 149.0.7827.102/.103 für Mac und Windows. Da die Lücken in der quelloffenen Chromium-Basis stecken, sollten auch Anbieter darauf aufbauender Webbrowser wie Microsoft Edge in Kürze Updates veröffentlichen.

Auf aktuellen Software-Stand prüfen

Nutzerinnen und Nutzer von Chromium-basierten Browsern sollten sicherstellen, dass der Browser auf aktuellem Stand ist. Das gelingt in der Regel lokal durch Öffnen des Browser-Menüs, üblicherweise ein Symbol mit drei aufeinandergestapelten Punkten oder Strichen rechts von der Adressleiste. Dort findet sich unter „Hilfe“ – „Über <Programmname>“ respektive „Info zu <Programmname>“ der Versionsdialog. Der zeigt an, welche Version der Software aktuell läuft und startet den Updatevorgang, sofern eine Aktualisierung verfügbar ist. Wichtig ist der Browser-Neustart danach, damit die fehlerbereinigte Software auch aktiv ist.

Unter Linux ist dafür die Distributions-eigene Softwareverwaltung zuständig, diese verteilt die Updates für installierte Programme. Auf Smartphones ist hingegen der jeweilige App-Store der Plattform dafür zuständig. Hier treten oftmals längere Verzögerungen auf, auch abhängig vom Handy-Modell. Eine Beschleunigung lässt sich hier üblicherweise nicht erzwingen.

In der vergangenen Woche hatte Google bereits ein äußerst umfangreiches Update für Chrome [3] verteilt. Die Entwickler haben damit 429 Sicherheitslücken geschlossen [4], wie sie erst zum Wochenende mitgeteilt hatten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322503

Links in diesem Artikel:

  1. https://chromereleases.googleblog.com/2026/06/stable-channel-update-for-desktop_0153744567.html
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-11645
  3. https://www.heise.de/thema/Chrome
  4. https://www.heise.de/news/Google-Chrome-Update-schliesst-429-Sicherheitsluecken-11319210.html
  5. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&amp;wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  6. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

Tim Cook: Leiser Abschied bei der WWDC-Keynote

Von Heise — 09. Juni 2026 um 10:18
Tim Cook im Apple Park

Tim Cook im Apple Park bei der WWDC 2026: Im September tritt er in die zweite Reihe.

(Bild: Apple)

Die gestrige WWDC-Keynote war für Tim Cook historisch: Es war seine letzte offizielle Präsentation als Apple-Chef. Der Abschied erfolgte eher leise als laut.

Die am Montagabend abgehaltene Apple-Keynote zur WWDC 2026 [1] war einmal mehr vollgepackt mit Fakten – und dafür mit knapp 76 Minuten erstaunlich kurz. Wie üblich leitete CEO Tim Cook das Video ein und überließ dann Softwarechef Craig Federighi und weiteren Managern wie Siri-Boss Mike Rockwell die Bühne, um iOS 27 [2], macOS 27 [3] und vor allem die neuen Siri-AI-Funktionen [4] zu präsentieren. Auch das Ende war eigentlich wie üblich: Cook erschien nochmals zurück in den Apple Park, platziert vor dem ikonischen Regenbogen, und fasste den Abend zusammen.

Doch was dann kam, war für den langjährigen Apple-Chef historisch. Er verabschiedete sich ganz offiziell vor den Kunden, denn die WWDC war seine letzte große Apple-Präsentation, bevor im September, passend zur Präsentation der diesjährigen iPhones [5], dann John Ternus den Posten übernimmt. Cook übernimmt als Aufsichtsratsvorsitzender und wird gleichzeitig zu Apples obersten Diplomaten [6].

Kurz und bündig: Das Beste kommt noch

Die Keynote-Verabschiedung fiel kurz und bündig aus. Cook sagte, einige der größten Höhepunkte seiner Zeit als CEO seien „Events wie dieses“ gewesen. „Ich konnte mächtige Werkzeuge mit Ihnen allen teilen. Was Sie mit diesen dann schufen, war eine ständige Erinnerung für uns alle, dass die Vorstellungskraft keine Grenzen hat.“

Ohne ein bisschen Werbung konnte Cook natürlich nicht enden: Die bei der WWDC 2026 vorgestellten Fähigkeiten seien „unglaublich“. Er glaube, „dass das Beste noch vor uns liegt“. Es sei ihm eine Ehre gewesen, Apple zu leiten. Der Leitstern des Unternehmens sei immer gewesen, Produkte zu schaffen, die die Bedürfnisse der Menschen erfüllten.

KI-Scharte endlich auswetzen

Die Keynote zur WWDC 2026 hatte auch noch aus einem anderen Grund für Cook eine wichtige Bedeutung: Die darin vorgestellten neuen Apple-Intelligence-Funktionen sollen in Verbindung mit Google [7] eine schwere Scharte auswetzen, mit der Apple in KI-Dingen kämpft. So ist es zwei Jahre her, dass der Konzern viele der gezeigten Funktionen erstmals vorstellte [8], doch fertig werden sie nun erst (frühestens) im Herbst. Ob das alles wirklich so gut läuft wie erhofft, müssen erste Tests zeigen.

Bemerkenswert am gestrigen Event war auch noch, dass John Ternus als Cook-Nachfolger gar keinen Auftritt hatte. Er ließ seinem Vorgänger den Vortritt. Das lag allerdings vermutlich schlicht daran, dass Apple bei der Keynote, wie so oft bei einer WWDC, keinerlei neue Hardware vorstellte und Ternus eben bis September noch der Hardware-Chef ist.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322571

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Liveticker-zur-WWDC-Alles-zu-iOS-27-macOS-27-Siri-und-Apple-KI-11321040.html
  2. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  3. https://www.heise.de/news/macOS-27-Golden-Gate-Liquid-Glass-Feinschliff-bessere-Performance-Siri-AI-11321827.html
  4. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  5. https://www.heise.de/news/iPhone-Ultra-Neues-zu-moeglichen-Preisen-Technik-und-Verfuegbarkeiten-11254203.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Portraet-von-John-Ternus-Ist-er-Apples-naechster-CEO-11091127.html
  7. https://www.heise.de/news/Google-ganz-nah-und-doch-auf-Distanz-So-erklaert-Apple-seinen-KI-Deal-11322434.html
  8. https://www.heise.de/news/Apple-Softwarechef-Kontextsensitive-Siri-war-keine-Vaporware-10440967.html
  9. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  10. https://www.heise.de/mac-and-i
  11. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

visionOS 27: Das ist neu beim Vision-Pro-Betriebssystem

Von Heise — 09. Juni 2026 um 09:41
Panorama als Spatial Scence

Panorama als Spatial Scence unter visionOS 27: Kann künftig auch zum Environment gemacht werden.

(Bild: Apple)

Neben iOS 27, macOS 27 und Co. hat Apple auch ein Update auf visionOS 27 angekündigt. Es gibt viele kleinere Verbesserungen, etwa bei Environments und KI.

Nicht nur iOS und iPadOS 27 [1] sowie macOS 27 alias Golden Gate [2] hat Apple bei der gestrigen WWDC-Keynote [3] gezeigt, auch das Betriebssystem der Vision Pro hat ein Upgrade erhalten, das folgerichtig visionOS 27 [4] heißt. Apple betreibt bei der Software klassische Produktpflege, reicht aber auch einige Features nach, die sich Nutzer des Mixed-Reality-Headsets seit Längerem wünschen.

Umgebungen und Siri AI

So ist es erstmals möglich, eigene Environments, also 3D-Umgebungen, die der Vision Pro als Hintergrund dienen, festzulegen. Dazu wird aus mit dem iPhone aufgenommenen Panoramen mittels KI und Mathematik eine „Special Scene“, die man in 3D begutachten kann, aber eben auch als Environment hinterlegen. Wie gut das dann auflösungstechnisch gegenüber Apples Original-Environments aussieht, bleibt abzuwarten. Für letztere gibt es immerhin ein neues, nämlich mit „Thórsmörk“ eine Ansicht aus Island samt Polarlicht und sich ändernden Lichtverhältnissen.

Siri AI [5] soll von Anfang an für die Vision Pro bereitstehen, samt der internen Verbesserungen bei Apple Intelligence. Visual Intelligence kommt ebenfalls auf die Vision Pro, kann etwa Bilder auf Websites analysieren, aber auch mit Gegenständen im Raum umgehen. Als Beispiel nannte Apple die Frage, ob ein Paar Wanderschuhe in eine Tasche im Sichtfeld der Vision Pro passen – Siri AI gab dann an, dass das zwar eng werde, aber gehe. Siri AI lässt sich zudem in Form einer Kugel im Raum platzieren – schaut man die Kugel an, kann man auch schon lossprechen, muss also nicht extra „Hey Siri“ sagen. Eine Siri-App für visionOS wird es ebenfalls geben. Siri AI kennt den persönlichen Kontext des Nutzers und kann mehr Apps steuern als zuvor. Die KI-Funktionen in Safari sind auch auf der Vision Pro verfügbar (etwa Tab-Sortierungen) und auch der neue Image Playground landet auf dem Headset (Bildgenerator).

Gekrümmte Fenster, neues Quick Look, 3D-Modelle vom Mac

Nützlich: 3D-Modelle vom Mac, die via Mac Virtual Display zu sehen sind, lassen sich nun in visionOS holen und im Raum platzieren. Schließlich kann visionOS 27 Fenster auch gekrümmt darstellen (etwa in Safari oder Freeform), Quick Look stellt auf Wunsch Wireframes von 3D-Objekten dar und das Kontrollzentrum wurde überarbeitet. Benachrichtigungen lassen sich mit einem Blick auf selbige auf volle Größe ziehen und WLAN-Verbindungen wurden schneller. Apple Maps kommt mit neuen Luftbildern, die realistischer aussehen sollen.

visionOS 27 erscheint zusammen mit den übrigen neuen Betriebssystemen im Herbst. Entwickler können bereits eine Developer-Vorabversion testen, die seit Montagabend zum Download bereitsteht. Es empfiehlt sich, vorher ein Backup anzulegen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322549

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/iOS-27-Mehr-Tempo-besserer-Schutz-neue-Siri-11321931.html
  2. https://www.heise.de/news/macOS-27-Golden-Gate-Liquid-Glass-Feinschliff-bessere-Performance-Siri-AI-11321827.html
  3. https://www.heise.de/news/Liveticker-zur-WWDC-Alles-zu-iOS-27-macOS-27-Siri-und-Apple-KI-11321040.html
  4. https://www.apple.com/os/visionos/
  5. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/mac-and-i
  8. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

Google ganz nah – und doch auf Distanz: So erklärt Apple seinen KI-Deal

Von Heise — 09. Juni 2026 um 06:55
KI-Diskussionsrunde mit Apple-Verantwortlichen

Apples Softwarechef Craig Federighi erläuterte in Cupertino mit seinem KI-Führungsteam (von links) Amar Subramanya, Mike Rockwell und Sebastien Marineau-Mes Einzelheiten zur neuen Siri AI.

(Bild: Malte Kirchner / heise medien)

Verabschiedet sich Apple mit der Google-Kooperation von seiner Datenschutzidee? Ganz und gar nicht, beteuert Apples Softwarechef in ungewohnter Direktheit.

Ja, Apple benutzt die Gemini-KI-Modelle [1] von Google. Und stellt Server in die Rechenzentren des Mitbewerbers aus Mountain View. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf. In unmissverständlicher Deutlichkeit gab Apples Softwarechef Craig Federighi am Montag Journalisten in Cupertino zu verstehen, dass Apple das Thema Datenschutz auch nach seinem KI-Einkauf bei Google [2] weiterhin heilig bleibt. Und wie genau technisch gewährleistet werden soll, dass keiner Zugriff nehmen kann.

Die Diskussionsveranstaltung im Vortragsraum eines Gebäudes im Apple Park schloss sich direkt an die Ausstrahlung des Keynote-Videos an, das für angereiste Medienvertreter und App-Entwickler auch im Apple Park auf Großleinwand gezeigt wurde. Die Veranstaltung erinnerte zunächst an eine ähnliche Präsenzrunde, die vor zwei Jahren zur Einführung der Apple Intelligence am Rande der Entwicklerkonferenz WWDC [3] veranstaltet wurde. Aber sie war dann doch komplett anders.

Apple entdeckt die Präsenz-Veranstaltung wieder

Nicht nur, dass Apple darauf verzichtete, erneut eine YouTuberin als Moderatorin zu engagieren, die den Fragen den Anschein einer Neutralität gab, die sie offensichtlich nicht hatten. Softwarechef Federighi führte selbst in die Veranstaltung ein und befragte später ihm unterstellte Führungskräfte, darunter Mike Rockwell und den neuen AI-Chef Amar Subramanya und Sebastien Marineau-Mes. Die Botschaft war unverkennbar: Apple macht sich ehrlich. Hat auch den Mut zu technischen Feinheiten der eingesetzten KI-Modelle. Es gab auch Live-Demos der neuen Siri – eine Replik auf Mutmaßungen, dass vor zwei Jahren gar keine lauffähige Version der KI-Siri existierte, was Apple bis heute bestreitet. Und ja, gelacht werden durfte auch. Federighi konnte hier alte Bühnenqualitäten ausspielen.

Und die versammelten Journalisten erlebten Apple endlich auch mal wieder kämpferisch. Federighi erteilte agentischer KI im Consumer-Kontext für den Moment eine Absage. Da habe die Branche noch viele Hausaufgaben zu erledigen, sagte er. Für einen Moment war vergessen, dass es vor allem Apple ist, das in Sachen KI seine Hausaufgaben machen muss und eine KI-Siri nachliefert, die so ähnlich schon vor zwei Jahren versprochen wurde.

Das sind Apples neue KI-Modelle

Mit der neuen Generation der Apple-Foundation-Models sieht sich Apple allerdings gut gerüstet. Amar Subramanya, Apples neuer Vice President of AI, stellte die neue Modellfamilie vor, die in Partnerschaft mit Google entwickelt wurde.

Craig Federighi mit einer Grafik, die Apples veränderte KI erläutert
Craig Federighi mit einer Grafik, die Apples veränderte KI erläutert

Apples Softwarechef Craig Federighi erläuterte anhand eines Schaubilds, wie Apples veränderte KI funktioniert.

(Bild: Malte Kirchner / heise medien)

Unterschieden wird dabei zwischen lokaler KI, die auf den Geräten läuft, und der Cloud-KI, bei der Apple mit Private Cloud Compute sicherstellen will, dass keine Nutzerdaten gespeichert werden. Im Kern steht AFM Core, Nachfolger des bisherigen On-Device-Modells. Besonders stolz zeigte sich Subramanya über AFM Core Advanced, ein neues On-Device-Modell mit Sparse-Architektur, das nativ multimodal funktioniert und 20 Milliarden Parameter hat, je nach Anfrage aber nur ein bis vier Milliarden Parameter genutzt.

Auf Cloud-Seite stehen AFM Cloud, ein Server-Modell, das auf niedrige Latenz und Kosten optimiert ist, AFM Cloud Image für Bildgenerierung und -bearbeitung, Grundlage für Spatial Reframing – die neue Funktion, mit der die Perspektive eines Fotos nachträglich generativ verändert werden kann –, sowie AFM Cloud Pro, das leistungsstärkste Modell, dessen Qualität vergleichbar mit Gemini Frontier sei. Es laufe auf Nvidia-GPUs in der Google Cloud.

Trotz externer Hardware sicher

Alle Modelle wurden auf Apple Silicon trainiert, mit proprietären Daten und Reinforcement Learning verfeinert sowie mit Ausgaben von Gemini-Modellen nachgeschärft. Federighi stellte klar, dass sich die Zusammenarbeit mit Google auf gemeinsame Modellentwicklung sowie die Cloud-Infrastruktur für die Erweiterung von Private Cloud Compute auf Nvidia-GPUs in Googles Rechenzentren beschränke.

Sebastien Marineau-Mes, Vice President of Intelligent System Experience, erläuterte die Erweiterung von Private Cloud Compute auf externe Hardware. Bislang setzte Apple nur eigene Server-Hardware auf Apple-Silicon-Basis ein. Mit dem Einsatz externer Hardware büße der Schutz aber nichts von seiner Qualität ein. Apple kontrolliere dabei allein, welche Software auf den Nodes läuft. Zudem kommunizierten Apple-Geräte ausschließlich mit Apple-signiertem Code, womit ein Einschleusen von Software nicht möglich sei.

Als Vertrauensanker dienen zwei unabhängige Hardware-Komponenten: Google Titan und Intel TDX. Fällt eine aus, bleibe die Integrität des Systems gewahrt. Daten werden nicht gespeichert, es gebe keine Logs, und Apple selbst habe keinen Zugriff auf laufende Anfragen – das System sei technisch so abgeriegelt, dass laut Federighi nicht einmal ein Debugging-Terminal angeschlossen werden könne.

Komplett neu angefangen

Mike Rockwell, der das Siri-Projekt leitet, berichtete, dass das Team Siri vollständig neu entwickelt hat – auf Basis der neuen AFM-Modelle. Er trat der verbreiteten Ansicht entgegen, dass Apples früher geplante KI-Siri niemals lauffähig gewesen sei. Apple habe sie schlichtweg nicht für gut genug befunden und noch einmal von vorn angefangen.

Apples neue Siri AI verarbeitet persönliche Geräteinhalte (Nachrichten, Fotos, Mails, Notizen) vollständig on-device, verfügt über On-Screen Awareness, analysiert also Text, App-UI und Bilder auf dem aktuellen Bildschirm und ist auf iPhone, iPad, Mac, Apple Watch, CarPlay und AirPods verfügbar. Ausnahme ist die EU, wo die Regulierung dazu führt, dass iPhones und iPads auf unabsehbare Zeit nicht unterstützt werden.

Zusammen mit der Einführung der Siri AI wurde auch das Foundation Models Framework (Swift) erweitert: Es unterstützt nun Bilder als Input, Skills und Tool Calling sowie den Zugriff auf Server-Modelle über dieselbe Schnittstelle. Drittanbieter-Apps können den Spotlight Semantic Index nutzen und eigene App Actions für Siri bereitstellen. Core ML gibt Entwicklern vollen Zugriff auf Neural Engine und GPU für eigene Modelle.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322434

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  2. https://www.heise.de/news/Neue-Siri-Apple-bleibt-bei-Datenschutzstrategie-11318666.html
  3. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  4. https://www.heise.de/mac-and-i
  5. mailto:mki@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Nius, BVG und die Angst vor dem falschen Satz

Von Telepolis — 09. Juni 2026 um 09:00
Werbung mit Nius auf einem BVG-Bus

Nius-Werbung auf einem Bus. Bild: Shutterstock.com

Offiziell geht es um Werbung. Tatsächlich berührt der Fall Meinungsfreiheit, gesellschaftliche Intoleranz und die Grenzen demokratischer Debatten. Ein Kommentar

Erst hat die Werbekampagne von Nius für einigen Protest gesorgt, dann haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sie mit einer recht interessanten Begründung untersagt. Doch dabei geht es nur formal um Nius und BVG.

Tatsächlich berührt der Konflikt Meinungs- und Pressefreiheit, zudem reiht er sich ein in eine ganze Serie gesellschaftlichen Missverstehens, bei sehr geringer Toleranz für alles, was der eigenen persönlichen Haltung entgegensteht. Und in Summe der vielen Fälle, die durch die öffentlichen Debatten gejagt werden, muss man sogar fragen, ob derzeit nicht das ganze Prinzip demokratischer Aushandlungsprozesse auf dem Spiel steht.

Der aktuelle Fall

Das Online-Medium Nius hat über den Vermarkter Wall [1] Werbung in und auf BVG-Fahrzeugen gebucht. Da gab es unter anderem den Slogan:

"Morgens um 6 schon wissen, was einem abends um 8 verschwiegen wird."

Weil Nius nicht nur in vielen Medien als "rechtspopulistisch [2]" gilt, gab es vom Start an Proteste gegen die Werbung. Soweit, so normal – schließlich verstehen Werber ihre Botschaften selbst gerne auch als Kommunikationsangebot.

Entsprechend muss man eine kleine Gegenwerbung von Campact begrüßen, bei der auf einem Fahrzeug die Botschaft prangte:

"Morgens um 6 schon Lügen & Hetze verbreiten."

Mit dieser Botschaft wurde ein BVG-Bus mit Nius-Werbung angeblich zehn Stunden lang begleitet [3].

Schwieriger war schon die bereits vor zwei Wochen gestartete Unterschriftenkampagne zum Stopp der Werbung - oder wenigstens eines Teils davon. Denn darin wird zwar zunächst nur von der BVG gefordert: "(...) positioniert euch klar gegen rechtspopulistische Angstmache in Berliner U-Bahnen – auch auf euren Werbeflächen!"

Eine Frage des Rechts?

Aber abschließend heißt es in der von mittlerweile 135.000 Menschen gezeichneten Petition mit Bezug auf den oben zitierten Slogan von Verschwiegenem um acht Uhr abends:

"Falsche und hetzerische Behauptungen wie diese haben in den Berliner U-Bahnen nichts verloren!"
Petition auf Campact [4]

Nius versucht es derzeit auch auf dem juristischen Weg [5], gegen die BVG-Entscheidung vorzugehen.

Der Ruf nach Werbeverboten ist nicht mehr nur die Bekundung von Widerspruch. Auch wenn er sich nicht an "den Staat" richtet, sondern hier an ein als Anstalt des öffentlichen Rechts firmierendes Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV): Mit solchen Forderungen soll aus der Öffentlichkeit verdrängt werden, was einzelnen nicht passt. (Nebenbei: Im Rundfunk sind politische Werbebotschaften – außerhalb des Parteienprivilegs zu Wahlkampfzeiten [6] – in Deutschland ohnehin verboten (§ 8 Abs. 9 MStV) [7]).

Zumal hinter solchen Verbotsforderungen ja die Annahme steckt, ein Anbieter von Werbeflächen müsste sich mit allen dort verbreiteten Botschaften gemein machen können.

"... bei sämtlichen beiden Geschlechtern"

Noch wäre es reine Spekulation zu sagen, die BVG habe aufgrund des öffentlichen Drucks nach einem Ansatzpunkt gesucht, die Nius-Werbung zu stoppen. Am 5. Juni teilte der U-Bahn-, Tram-, Bus- und Fährbetreiber jedenfalls mit:

"Die BVG hat ihren Werbevermarkter heute aufgefordert, die Werbekampagne des Portals Nius mit sofortiger Wirkung zu beenden. (...) Als öffentliches Unternehmen tragen wir die Verantwortung, Grundrechte zu achten und zu schützen. Zudem steht die BVG in Verantwortung gegenüber ihren Fahrgästen, Mitarbeitenden und der Infrastruktur des Unternehmens. Wir ziehen daher klare Grenzen dort, wo Rechte Dritter verletzt werden oder der Eindruck entsteht beziehungsweise bewusst erzeugt wird, rechtswidrige Inhalte würden von der BVG verbreitet oder gebilligt. "
BVG-Pressemitteilung [8]

Anlass war ein Post auf dem X-Kanal von Julian Reichelt, dem heutigen Nius- und früheren Bild-Chefredakteur, der ein Bild zeigt mit dem Werbeslogan "Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern". Reichelt schrieb dazu:

"NIUS grüßt die Genossen von Campact und taz mit dem neuen Werbemotiv! Immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern."
Julian Reichelt auf X [9]

Das Bild war jedoch kein reales Foto von der Werbekampagne, sondern ein KI-Produkt. In Fahrzeugen der BVG war dieser Satz zuvor nicht zu lesen. Auch wenn sich die BVG in ihrem Statement vage ausdrückt, hält sie offenbar das Fragment mit den "sämtlichen beiden Geschlechtern" für rechtswidrig und sieht in der möglichen Annahme von Rezipienten, dieser Slogan sei tatsächlich in Berliner U-Bahnen zu lesen, einen hinreichenden Grund für die fristlose Kündigung des Werbevertrags.

Geschlecht und Identität

Als Biologe muss man seit Jahren frustriert sein über das Diskussions-Level, wenn es um die Anzahl der Geschlechter geht. Denn ob Blumen, Bäume, Schnecken, Fische oder Primaten: Wir haben dort immer tatsächlich nur zwei Geschlechter. Daran ändert sich auch nichts, wenn wir in oder auf einem Individuum gleich beide dieser Geschlechter finden, wenn es sterile Individuen gibt oder solche, die sich alleine fortpflanzen können (sie sind weiblich), oder solche, deren Geschlecht sich ändern kann oder erst während der Entwicklung bestimmt wird.

Es steht jedem frei, für jede dieser evolutionären Spielarten [10] eigene Begriffe zu finden oder etablierte Begriffe zurückzuweisen [11]. Es ändert nur nichts am faktischen Befund. Wenn wir Rot und Grün als zwei Farben sehen, dann kommt mit dem parallelen Auftreten von Rot und Grün keine neue ins Spiel, und auch die Folge Grün-Rot-Grün schafft noch keine neue Farbe [12]. (Wir reden hier nicht vom Mischen der Farben!)

Wer es etwas pointierter möchte, lese zum Beispiel ein Interview mit der Biologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard bei Emma [13].

Noch etwas einfach wird es, wenn man auf die Suche bei Fadenwürmern oder Clownfischen verzichtet und sich auf den Menschen konzentriert, um den es in der Debatte wohl geht.

Absichtliches Missverstehen?

Etwas völlig anderes als das biologische Geschlecht kann natürlich die individuelle Identifikation sein.

Nur: Das ist eben ein völlig anderes Thema, und nachdem die Debatte um die Geschlechterzahl nun schon seit einigen Jahren die Hirne von Mediennutzern drangsaliert, liegt der Verdacht nahe, dass dieser offensichtliche Unterschied – nämlich Fakten vs. Meinungen, zu denen das zählt, was wir alltagssprachlich "Gefühl" nennen – bewusst ignoriert wird, um eine verbale Kampflinie zu ziehen.

Zum Beispiel, wenn ein Fußballverein vom Sportgericht (also einer privaten Institution) zu einer Geldstrafe verurteilt wird, weil Fans mit Bannern verlautbart haben, es gebe nur zwei Geschlechter [14], da dies "queerfeindlich" sei. (Was der heutige Kulturstaatsminister Wolfram Weimer seinerzeit deutlich kritisiert hat [15].)

Was hat das biologische Geschlecht mit dem Selbstverständnis ihrer Träger zu tun, was die Dichotomie von männlich und weiblich mit persönlichem Begehren, mit Zuneigung, mit Lebensgestaltung?

Natürlich haben wir ein Problem, wenn einzelne Menschen anderen vorschreiben wollten, wie sie zu leben haben (das Einverständnis davon Betroffener [16] stets vorausgesetzt). Aber wir haben eben auch ein Problem, wenn einzelne anderen vorschreiben wollen, was sie zu denken oder zu sagen haben.

Biologische Geschlechter sind zwar keine Meinung, sondern Tatsachen – und die stehen immer unter dem Vorbehalt, dass neue Erkenntnisse zu einer neuen Verständigung über den Tatsachenbegriff [17] führen müssen, sie sind bis dahin aber eben das, was wir als Wissen bezeichnen.

Aber wie mit diesem Geschlechter-Wissen umzugehen ist und welche Erwartungen zu individuellen Identifikationen berechtigt gestellt werden können, das ist eine Meinungsfrage. Dies nicht zu unterscheiden, ist der ganze Gegenstand der seit Jahren anhaltenden Diskussion.

Und nur deshalb gehen auf allen (nicht nur beiden!) Seiten gerne mal die Pferde durch. Etwa, wenn proklamiert wird:

"Es gibt nur zwei Geschlechter
Faschisten und Antifaschist*innen"Rosa-Luxemburg-Stiftung [18]

Wo ist da die Diversität? Die Vielfalt? Die heute viel beschworene (aber manchmal auch – vielleicht leicht ironisch – gescholtene [19]) Ambiguitätstoleranz [20]? Sollte man akzeptiert definieren, wer ein Faschist ist, sind automatisch alle anderen Antifaschisten? Wer kein Mörder ist, ist wohl ein Nicht-Mörder – aber doch wohl nicht automatisch ein Anti-Mörder (jedenfalls kennt das deutsche Recht da viele Möglichkeiten des Strafbaren, ohne selbst Mörder zu sein).

Die Provokation mit einem simplen "es gibt nur zwei Geschlechter" kann doch überhaupt nur funktionieren, wenn Tatsachen und Meinungen vermengt werden, wenn in jeder persönlichen Kommentierung eine Leugnung von Fakten gesehen wird (was – gerade hier – für alle Seiten gilt!).

Wie soll in einer solchen zur Verständigung unfähigen Gesellschaft (wobei "die Medien" besonders hervorzuheben sind) noch ein Dialog funktionieren, eine Verständigung, ein Austausch von Argumenten?

Die BVG spricht im Zusammenhang mit Reichelts Post von "offensichtlich rechtswidrig". Da sie kein Wort über mögliche andere Rechtsverletzungen durch das KI-generierte Bild spricht, bleibt wohl nur, dass sie bereits das Reden von sämtlichen beiden Geschlechtern für illegal hält – und darauf eine wiederum rechtswirksame Entscheidung fußen lässt.

Ob Nius irgendwo werben darf oder nicht, ist mir persönlich völlig egal. Da gilt - vor Vertragsunterzeichnung! - in den meisten Fällen die Vertragsfreiheit (bei öffentlich-rechtlichen Anstalten wie der BVG kann und darf das etwas anders sein).

Und wenn ein Unternehmen eine Fehlentscheidung trifft, ist das auch eher normal als aufregungswürdig.

Aber bedenklich ist, wie dieser Vorgang derzeit vom Journalismus aufgegriffen wird. Mit allen Adjektiven und Konnotationen liest, sieht und hört sich vieles so, wie es in einem offenen Brief der Journalisten-Gewerkschaft in Verdi heißt:

"'Nius' ist kein journalistisches Medium, sondern bestenfalls ein Journalismus-Simulant."
Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union dju [21]

Und damit wohl: keiner weiteren Rede wert.

Wer entscheidet, was eine zulässige Meinung ist, was eine zulässige Tatsachenbehauptung? Die BVG? Eine Abstimmungsmehrheit bei Campact? Oder gleich die EU [22]?

Wer bereit ist, Meinungen und Tatsachenbehauptungen zu unterscheiden, muss in diesem (kleinen) Fall ein Problem sehen.

Jedenfalls in der journalistischen Berichterstattung müsste es egal sein, wo der Berichterstatter persönlich steht [23].

Dass die öffentliche Empörung über dieses und jenes nur Beschäftigungstherapie sei (oder Geschäftsmodell), soll dabei keineswegs behauptet werden. Denn dass das ein oder andere heute nicht mehr gesagt wird - ohne dass es verboten wurde - darf man als Fortschritt im Diskurs verstehen.

Als sich vor Jahren der frühere Ressortleiter der Kultur beim Spiegel, Matthias Matussek [24], in seiner Argumentation um die zwei Geschlechter und ihre Beziehungsmöglichkeiten zueinander vielleicht etwas vergaloppiert hatte, stand in der taz:

"Womöglich müsste sich nur ein Geschlechtsgenosse erbarmen und den Mann (Matussek) mal ordentlich rannehmen, so ganz im Sinne der Natur. Ein bisschen Spannungsabbau, ein bisschen Vergnügen, ein bisschen Einordnung in die soziale Gruppe."Heiko Werning, taz, 2014 [25]

Solche Fantasien sind hoffentlich, wie eben jene taz zur (vorläufigen) Beendigung der Nius-Werbung aktuell schreibt [26]: "Geschichte".


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322585

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.wall.de/
  2. https://www.deutschlandfunk.de/plakate-des-rechtspopulistischen-portals-nius-in-u-bahnen-und-am-hauptbahnhof-in-berlin-sorgen-fuer--100.html
  3. https://www.campact.de/blog/2026/06/nius-und-bvg-campact-macht-ehrliche-werbung/
  4. https://weact.campact.de/petitions/keine-rechte-angstmache-in-der-bvg
  5. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-und-film/medienpolitik/nius-wehrt-sich-gegen-werbestopp-bei-berliner-bvg-accg-200907156.html
  6. https://www.die-medienanstalten.de/service/merkblaetter-und-leitfaeden/leitfaden-wahlwerbung/
  7. https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/Rechtsgrundlagen/Gesetze_Staatsvertraege/Medienstaatsvertrag_MStV.pdf
  8. https://www.bvg.de/de/unternehmen/medienportal/pressemitteilungen/20260605-pm-bvg-beendet-werbekampagne-von-medienportal
  9. https://x.com/jreichelt/status/2062211081364295905
  10. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4322564/
  11. https://www.tagesspiegel.de/wissen/es-gibt-mehr-als-zwei-geschlechter-5211841.html
  12. https://www.swr.de/swrkultur/wissen/wie-viele-geschlechter-gibt-es-und-was-folgt-daraus-110.html
  13. https://www.emma.de/artikel/viele-geschlechter-das-ist-unfug-339689
  14. https://www.tagesspiegel.de/sport/es-gibt-nur-zwei-geschlechter-dfb-verhangt-strafe-gegen-leverkusen--und-ermittelt-gegen-dynamo-dresden-11165968.html
  15. https://www.n-tv.de/sport/fussball/Eklat-in-Fussballstadien-Zwei-Geschlechter-darf-es-nicht-geben-article24731758.html
  16. https://www.telepolis.de/article/Deutschland-100-000-Regeln-und-niemand-fuehlt-sich-frei-11305862.html
  17. https://www.spiegelkritik.de/2024/07/10/tatsachen-und-meinungen-ein-differenzierungsvorschlag/
  18. https://www.rosalux.de/mediathek/media/element/2791
  19. https://www.watson.ch/blogs/nachtschicht/847556184-nachtschicht-fuck-ambiguitaetstoleranz
  20. https://www.juedische-allgemeine.de/kultur/wenn-der-moderator-nur-sich-selbst-hoert/
  21. https://www.verdi.de/medien/presse/pressemitteilungen/offener-brief-dju-verdi-kritisiert-nius-werbung-bvg
  22. https://www.berliner-zeitung.de/article/hueseyin-dogru-eu-sanktionen-pressefreiheit-ausgehebelt-10033662
  23. https://www.telepolis.de/article/Der-Streit-um-die-Medienblase-Wie-links-sind-Deutschlands-Journalisten-11316370.html
  24. https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Matthias_Matussek&oldid=267637011
  25. https://taz.de/Homohassender-Vulgaerdarwinist/!5047767/
  26. https://taz.de/Rechte-Hetze-im-Nahverkehr/!6184862/

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Temu im Wandel: Macht der Billig-Riese Amazon bald die Kunden abspenstig?

Von Telepolis — 09. Juni 2026 um 08:00
Temu-Welle schwappt über EU-Flagge

Temu wandelt sich: Der Billig-Riese öffnet seinen Marktplatz für deutsche Händler – und wird damit für Amazon zur echten Gefahr.

Temu stand lange für Billigware aus China, die nicht konform war mit den in der EU geltenden Vorschriften. Doch mittlerweile setzen auch Anbieter aus Deutschland auf die Online-Plattform.

Temus Marktanteil wächst. Etablierte Online-Marktplätze können da preislich oft nicht mithalten und suchen nach Möglichkeiten, Temu das Geschäft zu erschweren.

Chinesische Online-Marktplätze übertragen ihre Vermarktungskompetenz auf Europa

Was in China begann und von europäischen Marktteilnehmern nicht beachtet oder belächelt wurde, entwickelt sich inzwischen nicht nur zur Bedrohung des stationären Handels in Europa, sondern auch für den bislang vom US-Anbieter Amazon dominierten Online-Markt. Die drei bekanntesten Herausforderer [1] sind Temu, AliExpress und Shein.

Die Wucht der chinesischen Anbieter stößt auf eine angeschlagene Einzelhandelsstruktur in Europa, die sowohl mit dem Generationswechsel zu kämpfen hat, als auch mit den wegbrechenden europäischen Herstellern, die sich oft nicht mehr in der Lage sehen, ihre europäische Produktion und Entwicklung aufrecht zu halten.

Nach Abbruch der stationären Handelsstruktur, vorbereitet durch Amazon, erobern jetzt fernöstliche Liefermodelle den Markt.

Europäische Behörden tun sich schwer mit den agilen Methoden der neuen Eroberer, die dabei sind, ihre Vorteile effizient auszuspielen. Dazu zählten die Gebührenstrukturen im Rahmen des Weltpostvereins und die Bagatellgrenzen der Zollbehörden in Europa, die Sendungen aus Fernost traditionell begünstigten.

Allein die schiere Menge der Sendungen, die täglich auf die Zollbehörden beispielsweise in Luxemburg hereinprasseln, ist manuell nicht mehr zu bewältigen und KI scheint hier noch keine Lösungen anbieten zu können.

Ab 1. Juli 2026 soll als Übergang auf Pakete unter 150 Euro ein Pauschalzoll von drei Euro je Produktgruppe erhoben werden. Bestellt man dann Produkte aus unterschiedlichen Produktgruppen, muss man die Abgabe mehrfach zahlen.

"Ab Mitte 2028 soll es eine neue zentrale Datenplattform geben, beaufsichtigt von der EU Zollbehörde. Dann können die Pauschalen durch reguläre Zollsätze ersetzt werden, unabhängig vom Warenwert. Damit dürften die Preise für Schnäppchen aus Fernost anziehen."

Verbraucherzentrale Niedersachsen [2]

Inzwischen hat Temu offensichtlich umfangreiche Lager in Europa aufgebaut, so dass der Import aus China entfällt.

Versuche der EU zur Eindämmung der Warenflut aus Fernost

Bislang tun sich die Brüsseler Behörden noch schwer, eine Handhabe gegen die Marktplatzbetreiber aus China zu finden. Rechtsgrundlage für die Strafe ist der Digital Services Act (DSA) [3]. Temu hat bis zum 28. August 2026 Zeit, der EU-Kommission einen Aktionsplan vorzulegen. Einen Vorstoß wagt man jetzt gegen die irische Whaleco Technology, die beim CRO (Companies Registration Office) in Irland unter der Reg.-Nr. 723548 geführt wird und unter deren Namen Temu in der EU tätig ist und nimmt dabei Bezug auf die Vorwürfe, die man dem Unternehmen zu Beginn seines Marktauftritts in der EU gemacht hatte.

"Laut EU-Kommission bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher in der Europäischen Union auf Temu viel zu häufig illegale Produkte angeboten. Im Wesentlichen geht es um gefälschte, gefährliche, giftige oder auf andere Weise umweltschädliche Produkte. Die Verantwortlichen in Brüssel beziehen sich dabei auf eigene Ermittlungen, auf Untersuchungen von Verbraucherschutz-Organisationen und Testkäufe."

Tagesschau [4], 28.05.2026

Offensichtlich ändert Temu sein Geschäftsmodell grundlegend und konzentriert sich stärker auf die Vermittlung europäischer Waren, – statt diese selbst aus China zu importieren. Temu will europäische Unternehmen dabei unterstützen, mehr Kunden zu erreichen.

Temu bietet seinen Marktplatz für europäische Anbieter an

Wer heute das Angebot von Temu durchstöbert, findet immer mehr deutsche Anbieter von haltbaren Lebensmitteln von der Dauerwurst bis zu deutschem Honig, wie er von Florian Grega [5] angeboten wird. Er ist sich sicher, dass er da sein muss, wo der Kunde kauft. Und bei Temu müssen sie nicht um sichtbare Regalplätze kämpfen wie im stationären Einzelhandel.

Und ganz offensichtlich führt ein Erfolg bei Temu nicht dazu, dass der Marktplatzbetreiber wie der US-amerikanische Platzhirsch als Wettbewerber um die gleichen Kunden ringt und dabei seinen Vorteil unüberwindbar ausspielt.

Für die deutschen Anbieter wird Temu zum gut sichtbaren Schaufenster, das Lust auf mehr schafft, die nicht durch Regularien des Marktplatzbetreibers ausgebremst wird.

Wenn sich das Angebot deutscher Waren bei Temu herumspricht und sich die Qualität der gehandelten Waren auf EU-Niveau einpendelt, könnte sich Amazon Haul [6] als Irrweg herausstellen und letztlich der Marke Amazon schaden.

Temu wandelt sich vom Billiganbieter zur schnellen Handelsplattform

Im Rahmen eines Gesprächs mit Vertretern der Plattform äußerten sich diese wie folgt:

"Bei Temu möchten wir das alltägliche Leben der Verbraucher positiv beeinflussen, indem wir sicherstellen, dass unser Marktplatz qualitativ hochwertige und erschwingliche Waren anbietet. Produktsicherheit ist die Basis für den Aufbau eines Marktplatzes, dem Verbraucher vertrauen können, und um ein positives Einkaufserlebnis zu gewährleisten.

Temu betreibt ein mehrschichtiges Compliance-System, das darauf ausgelegt ist, Risiken zu verhindern, zu erkennen, zu beseitigen und angemessen auf Gefahr zu reagieren.

Alle Verkäufer sind verpflichtet, Dokumentationen gemäß den lokalen Marktvorschriften einzureichen, eine Überprüfung anhand von Unternehmensregistern zu durchlaufen und Prüfberichte sowie Dokumente für Produkte vorzulegen, für die diese erforderlich sind. Temu hat im Jahr 2025 weltweit 100 Millionen US-Dollar in die Stärkung dieser Systeme investiert und plant, diese Investition im Jahr 2026 zu verdoppeln."


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11321499

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/kaufen-reklamieren/produkte-kaufen/guenstig-einkaufen-bei-temu-aliexpress-shein-welche-risiken-sie-kennen-sollten
  2. https://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/themen/kaufen-reklamieren/produkte-kaufen/guenstig-einkaufen-bei-temu-aliexpress-shein-welche-risiken-sie-kennen-sollten
  3. https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/commission-fines-temu-eu200-million-breaching-digital-services-act
  4. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/temu-strafe-illegale-ware-100.html
  5. https://www.focus.de/finanzen/deutscher-imker-verkauft-seinen-honig-ausgerechnet-bei-temu_9b0c25d9-686d-4248-b10d-e6e6b650f339.html
  6. https://www.swr.de/leben/verbraucher/ard-marktcheck/amazon-haul-100.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Das 2-Billionen-Problem: Wie die EU um ihre Wirtschaft bangt

Von Telepolis — 09. Juni 2026 um 07:00
Conflict,Between,China,And,Taiwan.,China–taiwan,Relations.,3d,Illustration.

(Bild: Tomasz Makowski/ Shutterstock.com)

Ein Konflikt um Taiwan könnte Europas Wirtschaft ruinieren. Bei einer Eskalation droht Deutschland ein beispielloser Absturz.

Europas Wirtschaft ist verwundbar – und das hat einen Grund: Taiwan. Sollte der schwelende Konflikt zwischen China und der Inselrepublik eskalieren, stünde die Europäische Union vor einem ökonomischen Schock, der die Finanzkrise 2009 und die Covid-19-Pandemie in den Schatten stellen würde.

Das geht zumindest aus einer Analyse von Bloomberg Economics hervor. Und Europa würde ein solches Szenario weit stärker treffen als etwa die USA. Laut Analyse würde allein die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Kriegsjahr um rund 14 Prozent schrumpfen – etwa doppelt so stark wie in den USA oder China selbst.

Der Grund: Deutschlands verarbeitendes Gewerbe hängt massiv an taiwanesischen Halbleitern und chinesischen Seltenen Erden. Frankreichs BIP würde der Modellrechnung zufolge um 6,5 Prozent einbrechen, Italiens um 8,8 Prozent, Spaniens um 7 Prozent. Das globale BIP fiele um über 8 Prozent.

Taiwans stellvertretender Außenminister François Wu formulierte es gegenüber [1] Bloomberg drastisch: "Das moderne Wirtschaftsleben, das wir heute genießen, wäre vorbei".

Halbleiter lassen sich nicht horten

Die Zahlen mögen übertrieben und alarmistisch klingen, aber das sind sie keineswegs. Mehrere andere unabhängige Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen.

Das britische Chatham House warnte bereits im April [2], eine Taiwan-Krise würde Europa und die Weltwirtschaft weit härter treffen als die aktuelle Sperrung der Straße von Hormus infolge des Iran-Kriegs.

Schon eine chinesische Luft- und Seeblockade Taiwans – unterhalb der Schwelle eines offenen Krieges – könnte das globale BIP um 5 Prozent drücken. Bei einem US-chinesischen Krieg wären es fast 10 Prozent.

Anders als Öl und Gas lassen sich Halbleiter weder einfach bevorraten noch kurzfristig ersetzen. Wer neue Chipquellen erschließen muss, steht vor langwierigen Umstellungen bei Software-Design und Zertifizierung.

Taiwan produziert über 60 Prozent der weltweit modernsten Logikhalbleiter, und der Chipkonzern TSMC fertigt laut dem Istituto Affari Internazionali (IAI) [3] über 90 Prozent der Spitzenchips.

Gleichzeitig boomt die Insel wie kaum eine andere Volkswirtschaft: Im ersten Quartal 2026 wuchs Taiwans reales BIP laut offizieller Statistik [4] um 14,55 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getrieben vor allem von der KI-Nachfrage.

Europa ohne Plan B

Besonders brisant: In Planspielen europäischer Beamter zeigte sich laut Bloomberg, wie unvorbereitet die EU ist. Bei einer Simulation, in der Taiwans Chipexporte um die Hälfte gekürzt wurden, rechneten die Europäer zunächst damit, den Schlag abfedern zu können.

Delegierte aus Taipeh und Washington korrigierten sie: Da Taiwan militärisch vollständig von den USA abhängig sei, würden die USA alle verfügbaren Chips erhalten – Europa ginge leer aus.

Marcin Jerzewski, Leiter des Taipeh-Büros des European Values Center for Security Policy, nennt Taiwan laut Bericht einen "gefährlichen blinden Fleck" für die EU. Jennifer Welch, Chefanalystin für Geoökonomie bei Bloomberg Economics, ergänzt: "Die Abschreckung könnte sich auf dem schwächsten Stand seit Jahren befinden".

Chips Act 2.0 als Antwort – aber reicht das?

Die EU versucht gegenzusteuern. Anfang Juni legte die Kommission den Entwurf für den Chips Act 2.0 [5] vor. Behörden sollen künftig vorrangig europäische Chips kaufen, Genehmigungen für Fabriken sollen schneller erteilt werden – wie heise online berichtete [6].

Das erklärte Ziel, den EU-Anteil an der globalen Halbleiterproduktion bis 2030 von 10 auf 20 Prozent zu verdoppeln, bleibt allerdings ambitioniert.

Eine aktuelle Studie zu Europas Halbleiter-Ökosystem [7] zeigt, wo die Lücken klaffen: Während die Nachfrage der EU-Industrie nach GPUs und CPUs bis 2040 auf das Siebenfache steigen dürfte, fehlen Kapazitäten bei der Fertigung.

Das TSMC-Joint-Venture in Dresden – ein 10-Milliarden-Euro-Projekt mit Bosch, Infineon und NXP – gilt laut dem Institut Montaigne [8] als Testfall für Europas Attraktivität.

Doch die Probleme sind allgegenwärtig und bekannt: Die Energiepreise sind hoch, es fehlt an Fachkräften, und die Bürokratie lähmt das Land. Auch dafür wird es keine schnelle Lösung geben.

Was ein 14-Prozent-Einbruch für Deutschland konkret bedeuten würde, dazu schweigen die Szenarien. Die Modelle von Bloomberg Economics beruhen in erster Linie auf Annahmen, wie sich der Handel entwickeln würde oder wie sich die Sanktionsspiralen auswirken, sollten sie immer weiter getrieben werden. Weil die Bandbreite riesig ist, ist das Ganze von einer gewissen Unsicherheit geprägt.

Sicher scheint nur: Europa hat wenig Zeit, seine Abhängigkeit zu reduzieren. Und die Lehren der Hormus-Krise zeigen, wie schnell ein maritimer Engpass zur globalen Wirtschaftskrise werden kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322330

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-08/the-european-union-has-got-a-2-trillion-taiwan-problem
  2. https://www.chathamhouse.org/2026/04/taiwan-crisis-would-cause-far-more-global-economic-damage-strait-hormuz-disruption
  3. https://www.iai.it/sites/default/files/iaip2605.pdf
  4. https://eng.stat.gov.tw/News_Content.aspx?n=2320&s=236299
  5. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/HTML/?uri=CELEX:52026PC0504
  6. https://www.heise.de/news/Chips-Act-2-0-Behoerden-sollen-mehr-europaeische-Chips-kaufen-11310683.html
  7. https://www.heise.de/news/Halbleiter-Oekosystem-Studie-beschreibt-EU-Problemzonen-11303479.html
  8. https://institutmontaigne.org/ressources/pdfs/publications/semiconductors-in-eu-taiwan-relations-bridging-gaps-building-trust-policy-paper.pdf

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Angular 22 legt neuen Fokus auf KI-Coding

Von Heise — 09. Juni 2026 um 10:07
Hände an Laptop-Tastatur mit unscharfem Code im Hintergrund

(Bild: Tero Vesalainen / Shutterstock.com)

Das neue Release stabilisiert Signal Forms sowie Angular Aria und bietet Updates für die KI-gestützte Entwicklung.

Das von Google entwickelte Webframework Angular hat die Hauptversion 22 erreicht. Signal Forms und Angular Aria sowie weitere Features sind nun produktionsreif, und das Angular-Team legt Wert darauf, Angular für den Einsatz mit KI-gestützten Entwicklungstools zu stärken. Dafür sind einige Updates und neue Features mit an Bord.

Reif für die Produktion

Das Feature Signal Forms, im Herbst letzten Jahres in Angular 21 [1] noch experimentell, hat den produktiven Status erreicht. Dabei handelt es sich um eine Bibliothek zum Verwalten von Form-State auf Basis der reaktiven Angular Signals, mitsamt Typsicherheit beim Zugriff auf Formularfelder und zentraler, Schema-basierter Validationslogik. Seit dem letzten Release sind unter anderem eine komplette Dokumentation sowie Support für Angular Material und Angular Aria hinzugekommen.

Angular Aria ist im neuen Release ebenfalls für den Einsatz in der Produktion geeignet. Die Bibliothek mit Fokus auf Accessibility bietet inzwischen zwölf UI-Pattern [4], die gängige Barrierefreiheitsaspekte abdecken. Seit Angular 21 neu hinzugekommen sind die vier Pattern Autocomplete, Select, Multiselect und Menubar. Darüber hinaus sind auch die beiden APIs resource und httpResource für asynchrone Reaktivität produktionsreif.

Angular und KI: MCP-Update und neue Agent-Skills

Das Angular-Team hat an einigen Stellschrauben gedreht, um die KI-gestützte Entwicklung mit Angular zu verbessern. So hat der experimentelle Angular-MCP-Server (Model Context Protocol) ein Update erhalten und bietet nun neue Tools, um während des KI-gestützten Erstellens von Anwendungen direkt mit dem Entwicklungsserver zu interagieren. Beispielsweise lässt sich dieser starten (devserver.start) oder stoppen (devserver.stop).

Zwei entwicklerbezogene Agent-Skills [5] stehen ebenfalls bereit: angular-developer und angular-new-app. Der erste Skill stattet Modelle mit Best-Practices und Richtlinien für das Schreiben moderner Angular-Anwendungen aus, inklusive neuer Features wie Angular Aria und Signal Forms. Der zweite Skill richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die Angular zum ersten Mal in einer agentischen Umgebung ausprobieren wollen. Er leitet KI-Assistenten durch die Konfiguration einer lokalen Umgebung für die Angular-Entwicklung.

Alle weiteren Informationen zum neuen Release finden sich im Angular-Blog [6].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11322698

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Angular-21-vollzieht-den-Abschied-von-zone-js-11086030.html
  2. https://enterjs.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
  3. https://enterjs.de/veranstaltung-86482-0-die-signal-revolution-ein-deep-dive-in-modernes-angular.html?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_enterJS.empfehlung-ho.link.link
  4. https://angular.dev/guide/aria/overview#whats-included
  5. https://github.com/angular/skills
  6. https://blog.angular.dev/announcing-angular-v22-c52bb83a4664
  7. mailto:mai@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Asynchrone Programmierung – Teil 4: Qt6 mit QPromise und QFuture

Von Heise — 09. Juni 2026 um 08:54
Reihe von Silos

(Bild: Scott Prokop / Shutterstock.com)

Qt6 bietet mit QPromise und QFuture mächtige und komfortable Werkzeuge, um asynchrone Operationen unabhängig auszuführen und zu orchestrieren.

Das Framework Qt unterstützt mit seinem tief in der Architektur verankerten Event-System und dem Signal-Slot-Mechanismus seit jeher Entwicklerinnen und Entwickler bei der asynchronen Programmierung. Diese Möglichkeiten hat der vorangegangene Teil unserer Serie [1] vorgestellt.

QFuture ist ein neueres Qt-Konstrukt, das das Konzept des „thennables“ – der .then()-Methoden – aus anderen Sprachen aufnimmt (z. B. Promise in JavaScript, CompletableFuture in Java oder Task in C#). Es erlaubt mit QFuture::then() das Ausführen und Hintereinanderschalten von asynchronen Funktionen, unabhängig von Threads, beispielsweise um Benutzeroberflächen asynchron zu aktualisieren.

In Qt tritt ein lesendes, konsumierendes QFuture immer als die eine Seite der gleichen Medaille auf. Auf der schreibenden, produzierenden Seite steht das QPromise. Entwicklerinnen und Entwickler können den Zustand des Promise-Future-Paares detailliert steuern: starten (QPromise::start()), aussetzen (QPromise::suspend()), beenden (QPromise::finish()) oder abbrechen (QPromise::cancel()). Schließlich können Developer nicht nur einen Rückgabewert, sondern beliebig viele setzen (QPromise::addResult()). Mit der QPromise-/QFuture-API haben sie eine praktische Schnittstelle, um Benutzer- sowie Logik-Schichten effektiv zu trennen und Fortschritte an die Bedienoberfläche zu melden.

Die Klasse QFutureWatcher liefert einen Mechanismus, um die QFuture-Funktionalität mit dem im vorangegangenen Artikel beschriebenen Signal-/Slot-Mechanismus zu verbinden. Das folgende Listing 1 zeigt ein Beispiel für die grundlegenden Funktionsweisen.

int main(int argc, char* argv[])
{
    QCoreApplication app(argc, argv);

    QFutureWatcher<int> watcher;
    QObject::connect(&watcher, &QFutureWatcher<int>::started, []()
    {
        qInfo() << "future started ";
    });

    QObject::connect(&watcher, &QFutureWatcher<int>::resultReadyAt, [&watcher](int i)
    {
        qInfo() << "result ready" << i << "=" << watcher.future().resultAt(i);
    });

    QObject::connect(&watcher, &QFutureWatcher<int>::finished, [&watcher, &app]()
    {
        qInfo() << "future finished ";
        for (int i = 0; i < watcher.future().resultCount(); ++i)
        {
            qInfo() << "Final result" << i << "=" << watcher.future().resultAt(i);
        }
        app.quit();
    });

    QPromise<int> promise;
    QFuture<int> future = promise.future();
    watcher.setFuture(future);

    QThreadPool::globalInstance()->start([&promise]()
    {
        promise.start();
        QThread::sleep(1);
        promise.addResult(10);
        QThread::sleep(1);
        promise.addResult(20);
        QThread::sleep(1);
        promise.finish();
    });

    return app.exec();
}

Listing 1: Einfaches Beispiel für die Verwendung von QPromise, QFuture und QFutureWatcher.

Neben QFutureWatcher bietet die Klasse QFuture eine Fluent-API an, mit der man Futures hintereinander schaltet (das angesprochene „thennable“ bzw. auch als „chaining“ bezeichnet): Entwickler legen mit then() einen Nachfolger fest, wobei eine zweite Verwendung von then() den bisherigen Nachfolger überschreibt, sodass es immer nur einen Nachfolger geben kann. Außerdem löst die erste Verwendung von addResult des zugrunde liegenden Promise then() aus, und nicht etwa promise.finish(). Ein Abbruch des Promise mit cancel() aktiviert den Callback onCancelled (siehe Listing 2 unten).

int main(int argc, char* argv[])
{
    QCoreApplication app(argc, argv);

    QPromise<int> promise;
    QFuture<int> future = promise.future();

    QThreadPool::globalInstance()->start([&promise]()
    {
        promise.start();
        qInfo() << QDateTime::currentDateTime().toString(Qt::ISODateWithMs) << QThread::currentThreadId() << "started";
        QThread::sleep(1);
        promise.addResult(1);  // triggert then()
        QThread::sleep(1);
        // promise.cancel(); // triggert onCanceled()
        promise.addResult(2); // kein Effekt auf then()
        promise.finish();// kein Effekt auf then()
    });

    future
    .onCanceled([]{/*...*/ return -1;})
    .then([](int result1)
    {
        qInfo() << QDateTime::currentDateTime().toString(Qt::ISODateWithMs) << QThread::currentThreadId() << "result" << result1;
    });


    return app.exec();
}

Listing 2: Beispiel für das Auslösen von then() und onCancelled().

Die Methode then() ist sowohl beim Parameter als auch dem Rückgabewert generisch. Das bedeutet konkret: Bei QFuture<T> hat das then-Callable einen Parameter vom Typ T. Der Rückgabetyp, den der Entwickler innerhalb des then-Callable verwendet, ist der Rückgabetyp des Futures, das wiederum mit then() in die verkettete Abfolge gehängt werden kann, siehe Listing 3:

void myFunc(QString val){/*...*/ return;}


QFuture<int> future = // siehe Listing 12
QFuture<void> future2 = future.then([](int result1)
{
   return QString("fortytwo");
}).then(myFunc);

Listing 3: Beispiel für Future-Chaining mit then().

Falls innerhalb eines Future oder eines then()-Blocks eine Exception auftritt, wird diese an den Callback onFailed() geleitet. Dabei gilt die Regel, dass die Exception in der Kette weiter wandert, bis sie ein passender onFailed-Callback erreicht. Wenn man Programmteile in Arbeiter-Threads auslagert, muss man dort Exceptions korrekt auffangen und an promise.setException() übergeben. Nur dann funktioniert die Methode onFailed wie erwartet, siehe Listing 4:

QThreadPool::globalInstance()->start([&promise]()
    {
        promise.start();

        try
        {
            throw std::runtime_error("error from f1");
            promise.addResult(42); // das wird nicht erreicht
        }
        catch (const std::exception& ex)
        {
            promise.setException(std::current_exception());
        }
    });
    future.then([](int i)
    {
        // ...
    }).onFailed([](const std::exception& ex)
    {
        qInfo() << ex.what();
    });

    QTimer::singleShot(200, &app, &QCoreApplication::quit);

Listing 4: Korrekte Verarbeitung von Exceptions in Arbeits-Threads mit Promise.

Entwickler können auch mehrere onFailed mit einem Future verwenden. In diesem Fall wird das erste passende aufgerufen. Dabei ist die Reihenfolge relevant: Beispielsweise wird in Listing 5 das zweite onFailed nie erreicht, da im vorherigen bereits die darüber liegende Klasse abgefangen wurde.

future.then([](int res) {
    // ...
    throw std::runtime_error("Exception");
}).onFailed([](const std::exception &e) {
    // dieses Callback wird ausgeführt
}).onFailed([](const std::runtime_error &e) {
});

Listing 5: Verwendung mehrerer onFailed-Callbacks

Innerhalb der Funktion, die onFailed verarbeitet, können Entwickler auch einen Rückgabewert angeben. Die Kette wird dann mit diesem Wert fortgeführt, siehe Listing 6:

QFuture<int> future = ...
future
.onFailed([](const QException& ex)
{
    return -1;
})
.then([](int i)
{
    // im Fehlerfall ist i=-1
})

Listing 6: Fortführung der then()-Kette im Fehlerfall.

Wenn kein passender Callback onFailed vorhanden ist, wird die Exception von demjenigen Thread, in dem sie auftrat, an den aufrufenden Thread weitergeleitet und muss dort entsprechend abgefangen werden (Error Propagation), siehe Listing 7:

auto resultFuture = future.then([](int res) {
    ...
    throw Error("message");
    ...
}).onFailed([](const std::exception &e) {
    // wird nicht aufgerufen
}).onFailed([](const QException &e) {
    // wird nicht aufgerufen
});

try {
    auto result = resultFuture.result();
} catch(Error er) {
    // dieser Teil wird aufgerufen
}

Listing 7: Propagation einer Exception.

Die bisher gezeigte Verwendung von then() führt Folgefunktionen standardmäßig in dem Thread aus, in dem das ursprüngliche QFuture lief. Entwickler können aber auch mit einem Parameter den Thread für die Folgefunktion bestimmen. Übergeben sie als Parameter ein QObject, wird dessen zugeordneter QThread verwendet. Bei einen QThreadPoolkommt dieser zum Einsatz.

Schließlich können Developer auch ein Argument vom Typ QtFuture::Launch übergeben: Die weitere Bestimmung Sync entspricht dem beschriebenen Standardfall (gleicher Thread wie Aufrufer), während Async automatisch den globalen Threadpool verwendet und Inherit die Einstellung des Vorgängers, siehe Listing 8:

// Standardfall, kein Parameter, entspricht Sync)
auto f1 = base.then([](int i) { ... });
auto f2 = f1.then(QtFuture::Launch::Sync, [](int i) { ... });

// QObject => Ausführung im Thread des QObjects
auto f3 = f1.then(&obj, [](int i) { ... });

// QThreadPool => Ausführung im angegebenen Pool
auto f4 = f2.then(&customPool, [](int i) { ... });

// Launch::Async => globaler Threadpool
auto f5 = f4.then(QtFuture::Launch::Async, [](int i) { ... });

// Launch::Inherit: erbt Thread des Vorgängers
auto f6 = f5.then(QtFuture::Launch::Inherit, [](int i) { … });

Listing 8: Bestimmung des Threads mit then(...)

Der Namespace QtFuture enthält darüber hinaus einige nützliche Hilfsfunktionen für Futures. Mit den Funktionen QtFuture::makeReady… erstellen Entwicklerinnen und Entwickler ein Future, das bereits im Status beendet ist (QFuture.isFinished() liefert true). makeReadyVoidFuture erzeugt ein beendetes Future ohne Wert (QFuture<void>), makeReadyValueFuture(T) entsprechend ein QFuture<T> und makeReadyRangeFuture ein beendetes QFuture<T>, das mehrere Ergebnisse besitzt. makeExceptionalFuture schließlich erstellt ein beendetes QFuture, das eine Exception beinhaltet.

Diese Funktionen sind nützlich, wenn man bei einer Funktion anhand von Parametern überprüfen möchte, ob eine Bearbeitung als QFuture überhaupt möglich oder sinnvoll ist. Sofern dies nicht der Fall ist, gibt die Funktion direkt ein beendetes QFuture zurück, siehe Listing 9:

QFuture<int> createIntFuture(int a)
{
    if (a <= 0)
    {
        return QtFuture::makeReadyValueFuture(0);
    }

    QPromise<int> promise;
    QFuture<int> result = promise.future();
    QThreadPool::globalInstance()->start([promise = std::move(promise), a]() mutable
    {
        promise.start();
        QThread::sleep(500);
        promise.addResult(a + 1);
        promise.finish();
    });
}

Listing 9: Verwenden eines bei der Erstellung beendeten Futures mit makeReadyValueFuture.

Eine weitere nützliche Funktion ist QtFuture::whenAll(), die ein QFuture erzeugt, das beendet wird, wenn alle als Parameter übergebenen QFuture beendet sind. Die QFuture können verschiedene Template-Typen haben, dementsprechend ist der Rückgabetyp von whenAll ein QFuture mit einer Liste vom Typ std::variant.

Developer müssen hier noch auf die Besonderheit achten, dass beim Chaining mit then() die Nachfolgefunktion auf dem Thread läuft, dessen Future als Letztes beendet wurde. Dies kann, wie bereits beschrieben, ein Parameter für then() explizit festlegen, siehe Listing 10:

QFuture<int> f_int = createIntFuture();
QFuture<QString> f_qstring = createStringFuture();
QFuture<void> f_void = createVoidFuture();

using MyFuturesVariant = std::variant<QFuture<int>, QFuture<QString>, QFuture<void>>;

QFuture<QList<MyFuturesVariant>> f_whenAll = QtFuture::whenAll(f_int, f_qstring, f_void);
f_whenAll.then(/*QtFuture::Launch::Async*/, [](const
    QList<MyFuturesVariant>& results)
{
    ...
});

Listing 10: Beispiel für QtFuture::whenAll(...)

QtFuture::whenAny() erzeugt ein QFuture, das beendet wird, sobald eines der übergebenen Futures fertig ist. Beim Verketten gilt, dass die Nachfolgefunktion im Thread des zuerst beendeten Futures ausgeführt wird, sofern kein expliziter Launch-Parameter ein anderes bestimmt, siehe Listing 11:

QFuture<MyFuturesVariant> f_whenAny = QtFuture::whenAny(f_int, f_qstring, f_void);
f_whenAny.then([](const MyFuturesVariant& f)
{

});

Listing 11: Beispiel für QtFuture::whenAny(...)

Schließlich bietet die Funktion QtFuture::connect() die Möglichkeit, aus einem beliebigen Signal ein QFuture zu erzeugen, siehe Listing 12:

QTimer timer(&app);
timer.setInterval(1000);
timer.setSingleShot(true);
timer.start();

QFuture<void> timerTimeoutFuture = QtFuture::connect(&timer, &QTimer::timeout);
timerTimeoutFuture.then([]
{
    qDebug() << "QTimer timeout captured via QtFuture::connect";
});

Listing 12: Beispielhafte Verwendung von QtFuture::connect()

Das Modul QtConcurrent

Die statische Funktion QtConcurrent::run ist der einfachste Weg, ein QFuture zu erzeugen (siehe Listing 13). Man übergibt ein Callable und erhält ein QFuture mit einem passenden Template-Typ entsprechend des Rückgabetyps der verwendeten Funktion. Das dem QFuture zugehörige QPromise wird ebenfalls von QtConcurrent::run erzeugt und löst das Ergebnis aus, sobald der globale Threadpool die Funktion ausgeführt hat. QtConcurrent::run wartet also nicht, bis das Ergebnis vorliegt. Für das QFuture gibt es keinen Zustand suspended, ein Abbruch ist aber möglich, falls die Ausführung noch nicht gestartet ist.

void say(QString word1, QString word2)
{
    qInfo() << word1 << word2;
}

QString concat(QString word1, QString word2)
{
    return word1 + word2;
}

QFuture<void> future1 = QtConcurrent::run(say, "Hello", "World");
QFuture<QString> future2 = QtConcurrent::run(concat, "Hello", "World");
QFuture<QString> future3 = QtConcurrent::run([](int a, int b) -> QString
{
    return QString("test");
}, 1, 2);

Listing 13: Beispiele für QtConcurrent::run.

Falls Entwickler eine detaillierte Steuerung über QPromise benötigen, gibt es bei QtConcurrent::run den Promise-Mode. Um diesen nutzen zu können, muss das erste an run übergebene Argument des Callable vom Typ QPromise<T>& sein. Listing 14 zeigt ein von run erzeugtes Promise und dessen Übergabe an das Callable.

QFuture<QString> future4 = QtConcurrent::run([](QPromise<QString>& promise) -> void
{
    promise.start();
    // ...
    promise.addResult(QString("test"));
    promise.finish();
});

Listing 14: Beispiele für QtConcurrent::run im Promise-Mode.

Die Funktion QtConcurrent::task() erzeugt einen QTaskBuilder, der mit spawn() eine neue Verarbeitung eines Callable auf dem globalen Threadpool auslöst. QTaskBuilder bietet eine Fluent-API an: Die Funktion withArguments() legt die Parameter fest und withPriority() eine Priorität, siehe Listing 15:

auto tb = QtConcurrent::task([](int n)
{
    qInfo() << "fib(" << n << ")=?";
    return fib(n);
 });

QFuture<int> future5 = tb.withArguments(40).spawn();
QFuture<int> future6 = tb.withArguments(44).withPriority(10).spawn();

Listing 15: Einfaches Beispiel für QtConcurrent::task().

Analog zu QtConcurrent::run() gibt es auch bei task() einen Promise-Mode.

Ein Ausblick: Koroutinen in Qt mit QtCoro

Aktuell unterstützt das Qt-Framework keine Koroutinen. Grundsätzlich wäre eine Umsetzung davon greifbar, da eine Event-Loop zur Orchestrierung der asynchronen Mechanismen bereits existiert. Die freie Bibliothek QCoro [7] zeigt, wie eine Umsetzung syntaktisch aussehen kann, für einen Produktiveinsatz ist sie in der aktuellen Version 0.12 jedoch nicht geeignet.

Kern der Bibliothek ist die Klasse QCoro::Task<T>. Entwickler können innerhalb einer Funktion, die einen Wert von Typ QCoro::Task<T> zurückgibt, die Schlüsselwörter co_await und co_return verwenden. Wird QCoro::Task<T> mit co_await aufgerufen, passiert Folgendes:

  1. Die Koroutine kann an dieser Stelle unterbrochen werden. Ob dies wirklich erfolgt, ist unbekannt und unerheblich.
  2. Die Event-Loop kann andere Events bearbeiten
  3. Sobald das Ergebnis von QCoro::Task<T> mit co_await aufgerufen vorliegt, setzt die Koroutine an dem Punkt fort, an dem sie bei 1. unterbrochen wurde. Ob dies im gleichen oder einem anderen Thread passiert, ist aus Developer-Sicht unerheblich.

Somit bietet QCoro eine vollständige Laufzeitumgebung für Koroutinen, die im Hintergrund auf dem QThreatPool und der Event-Loop von Qt basiert. QFutures und Signale können dank der Funktion qCoro() mit co_await zum Einsatz kommen, wie Listing 16 zeigt:

// co_await mit einem Signal
QNetworkAccessManager nam;
QNetworkRequest request(QUrl("https://httpbin.org/delay/1"));
QNetworkReply* reply = nam.get(request);
co_await qCoro(reply, &QNetworkReply::finished);
qInfo() << "Response:" << reply->readAll();

// co_await mit einem QFuture
QFuture<int> future = QtConcurrent::run([]() {});
int result = co_await qCoro(future);

Listing 16: Koroutinen in Qt mit QtCoro.

Der Ablauf erscheint synchron, tatsächlich ist er aber asynchron und es kommt zu keinem Blockieren von Threads. Das erhöht die Lesbarkeit wesentlich, denn der intendierte Ablauf bleibt erhalten, im Gegensatz zu tiefen Callback-Verschachtelungen mit QFuture::next() oder verschachtelten Signal-Slot-Konstruktionen. Außerdem bleiben die lokalen Variablen beim Debuggen erhalten. Exceptions werden an die aufrufende Koroutine propagiert, sodass Entwickler sie unabhängig vom ausführenden Thread abfangen können.

Fazit

Mit dem QPromise- und QFuture-Paar bietet Qt moderne Unterstützung für die asynchrone Entwicklung, die – im Gegensatz zum Signal-Slot-Mechanismus – vielen Entwicklern aus anderen Sprachen als Konzept bekannt ist. Die Verwendung von QPromise/QFuture gerade auch in Verbindung mit QThreadPool und QtConcurrent::run() erlaubt einfache und gleichzeitig mächtige asynchrone Entwicklung und mit Blick auf Qt’s Kronjuwel eine praktische Form, Benutzeroberflächen zu aktualisieren.

Früher oder später wird es wohl auch eine offizielle Unterstützung von Koroutinen durch Qt geben, die Lesbarkeit, Effizienz, Fehlersuche und Exception-Handling weiter verbessern – ich bin schon sehr gespannt darauf.

Der nächste Teil der Serie beschäftigt sich mit asynchroner Entwicklung in Rust – ähnlich wie in C++ bietet es native Unterstützung durch Koroutinen, wobei eine externe Bibliothek deren Ausführung übernimmt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11313164

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-3-Parallelitaet-in-C-mit-Qt6-11186888.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-1-C-komfortabel-mit-Boost-Asio-10748185.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-2-Koroutinen-in-C-mit-Boost-Asio-11081682.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-3-Parallelitaet-in-C-mit-Qt6-11186888.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Asynchrone-Programmierung-Teil-4-Qt6-mit-QPromise-und-QFuture-11313164.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Softwareentwicklung-Echte-Parallelitaet-mit-Python-3-13-10476649.html
  7. https://qcoro.dev/
  8. mailto:who@ix.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

❌