(Bild: AsahiLinux/heise medien)
Nutzer von Asahi Linux sollen nicht auf die Beta-Version macOS 27 „Golden Gate“ aktualisieren, warnt das Projekt aktuell.
Nutzer des auf Apple Silicon speziell angepassten Asahi Linux sollen davon absehen, auf die Vorschau-Version von macOS 27 „Golden Gate“ zu aktualisieren. Davor warnt das Projekt eindringlich.
Etwa im sozialen Netz Mastodon schreibt das Asahi-Projekt [1] in einer „Öffentlichen Bekanntmachung“ (PSA, Public Service Announcement), dass Nutzerinnen und Nutzer keinesfalls auf macOS 27 upgraden sollen. Als Erklärung nennt das Projekt, dass Apple darin geändert hat, wie der Boot Picker und die Startup-Disk-Apps gültige Bootlaufwerke von Betriebssystemen erkennen. Wer diese Tools aus macOS 27 nutzt, sieht darin keine Asahi-Linux-Partitionen mehr. Das sehe man als Bug an und habe das auch Apple als Bugreport (FB22994760) gemeldet.
Wer bereits auf die Beta des Mac-Betriebssystems aktualisiert und bemerkt hat, dass die Asahi-Linux-Partition verschwunden ist, müsse jedoch keine Angst haben. Die Asahi-Partition ist noch da und es sind auch keine Daten verloren gegangen.
Wer eine sekundäre Installation von macOS 26 oder älter hat, solle die als Standard-Startlaufwerk setzen, erklärt das Asahi-Projekt. Das stelle den Zugriff auf Asahi Linux wieder her. Beim Boot Picker für Apple Silicon handelt es sich um eine vollwertige macOS-App, die in der Wiederherstellungsumgebung des Standard-Startlaufwerks ausgeführt wird. Daher hänge ihr Verhalten von der macOS-Version des Standard-Startlaufwerks ab.
Wer darauf bestehe, macOS 27 zum jetzigen Zeitpunkt auszuprobieren, solle sicherstellen, eine sekundäre Installation von macOS 26 vorliegen zu haben. Oder macOS 27 auf ein sekundäres Laufwerk installieren. „Wir geben Nutzerinnen und Nutzern keine Unterstützung, die die Beta von macOS 27 installiert haben, ohne Notfall- oder Rollback-Pläne erstellt zu haben, also etwa sichergestellt haben, dass zumindest eine stabile macOS-Version installiert ist“, schreibt das Asahi-Projekt.
Derweil haben die Entwickler den Asahi-Installer angepasst, sodass er nicht unter macOS 27 läuft. Die Änderung soll bestehen bleiben, bis klar ist, was da vor sich geht. Der Installer zeigt eine Nachricht an, die das erörtert, und beendet sich dann, wenn er unter der macOS-27-Beta gestartet wird.
Apple hat die macOS-27-Beta „Golden Gate“ auf der WWDC-Entwicklerkonferenz [2] am Anfang der Woche vorgestellt. Es handelt sich um eine Beta-Version für Developer [3] – den Status kann man jedoch einfach und ohne Kostennote erhalten.
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KI-generierte Grafik.
Iran entwickelte sie. Russland perfektionierte sie. Jetzt kopieren Staaten rund um den Globus das erfolgreichste Drohnenkonzept der Gegenwart.
Über 900 Drohnen hat Saudi-Arabien nach Zählung der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu [1] allein in den ersten 41 Tagen des Irankrieges abgefangen. Dass sich Riad nun entschieden hat, dieselbe Waffe selbst zu produzieren, ist die folgerichtige Konsequenz aus einer militärischen Realität, die der Krieg unübersehbar gemacht hat.
Die iranische Shahed-136 hat sich als performantes, kostengünstiges und in großen Stückzahlen einsetzbares Mittel erwiesen, gegen das selbst hochgerüstete Luftabwehrsysteme an ihre Grenzen stoßen.
Das US-saudische Joint Venture SR2Vector [2]hat im Mai mit dem Bau einer Produktionsanlage in der Nähe von Riad begonnen. Entstehen soll die SkyWasp — eine Einwegdrohne mit einer Reichweite von 1.500 Kilometern, konstruktiv und operativ eng an der Shahed-136 orientiert.
Dabei ist Saudi-Arabien nur das jüngste Beispiel einer Entwicklung, die sich seit dem Ukraine-Krieg beschleunigt hat und inzwischen eine neue Qualität erreicht hat: Die Shahed-136 hat sich zur meist kopierten Drohnenplattform der Welt entwickelt.
Die Vereinigten Staaten setzten im Februar 2026 beim Auftakt ihrer Angriffe gegen den Iran erstmals ihre Lucas-Drohnen ein – ein offen als Reverse Engineering [3] der iranischen Shahed-136 entwickeltes System, das seit 2025 in Dienst ist.
Die Türkei präsentierte im Mai 2026 auf der Rüstungsmesse SAHA den Kuzgun – eine von STM entwickelte Langstrecken-Einwegdrohne mit einer Reichweite von über 1.000 Kilometern [4], die für Operationen und Tiefschläge gegen kritische Ziele hinter feindlichen Linien ausgelegt ist.
Taiwan stellte ebenfalls im Mai die „Papa Delta" vor – ein von Thunder Tiger Corp. [5] entwickeltes System, das für Langstreckenschläge gegen Ziele auf dem chinesischen Festland konzipiert wurde. Ukraine selbst präsentierte am 22. Mai den Behemoth, ebenfalls eine Shahed-inspirierte Drohne mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern und einem 75-Kilogramm-Tandemgefechtskopf.
Die geografische Reichweite der Proliferation illustriert ein Vorfall aus Mali [6]: Im Mai 2026 schossen Rebellen im Norden des Landes erstmals eine russische Shahed-136 ab, die durch Russland unterstützte Truppen eingesetzt wurden.
Im Mai 2026 erreichte der Einsatz strategischer Drohnen gegen die Ukraine einen neuen Rekordwert: Nach Angaben des Analyseaccounts ShahedTracker [7] wurden allein in diesem Monat 8.150 Shahed-artige Einwegdrohnen abgefeuert – mehr als je zuvor in einem einzelnen Monat.
Die ukrainische Luftwaffe meldete eine Abfangquote von angeblich 92 Prozent, ein durchschnittlicher Angriff umfasste demnach 263 Drohnen. Dass nach dieser Rechnung dennoch 508 Drohnen ihre Ziele erreichten, verdeutlicht die schiere Wirkung der Masse: Selbst eine wahrscheinlich zunehmend hohe Abfangquote schützt nicht vor den Treffern, die durchkommen.
Es ist ein technisches Katz-und-Maus-Spiel: Russland hat auf die steigenden ukrainischen Abfangerfolge mit einer systematischen Weiterentwicklung der Geran-Familie reagiert.
Die Geran-2, die seit 2023 in russischer Lizenzproduktion hergestellt wird und die Basis des Langstrecken-Drohnenprogramms bildet, fliegt mit einem Kolbenmotor bei rund 180 km/h – eine Geschwindigkeit, die ukrainische Abfang-Drohnen zunehmend problemlos erreichen. Nach Angaben des Fachmagazins Hartpunkt [8] hat Russland deshalb die Geran-4 als direkte Gegenmaßnahme entwickelt.
Diese verfügt über eine vollständig neu konstruierte Zelle, nachdem sich die Struktur der Geran-3 – die lediglich den Rumpf der Geran-2 mit einem Strahltriebwerk kombinierte – bei Hochgeschwindigkeitsflügen als aerodynamisch unvorteilhaft erwiesen hatte.
Die neue Zelle ermöglicht aktives Manövrieren bei 300 bis 400 km/h, eine Höchstgeschwindigkeit [9] von bis zu 500 km/h und Flughöhen von bis zu 5.000 Metern. Die Drohne erreichte im Mai 2026 die Einsatzreife.
Der Geschwindigkeitsgewinn hat jedoch seinen Preis. Die Reichweite der Geran-4 beträgt nach GUR-Angaben maximal 450 Kilometer – gegenüber bis zu 2.500 Kilometern bei der propellergetriebenen Geran-2 ein Verlust von über 80 Prozent.
Damit ist die Geran-4 auf Ziele beschränkt, die von russischem Territorium aus innerhalb einer Eindringtiefe von rund 350 Kilometern liegen – was die ukrainische Hauptstadt Kyiv sowie zahlreiche Bevölkerungszentren im Osten des Landes einschließt, aber den strategischen Tiefschlag gegen westukrainische Infrastruktur erheblich erschwert.
Noch einen Schritt weiter geht die Geran-5 [10], die Russland am 9. Mai 2026 im Rahmen der Siegesfeierlichkeiten offiziell vorstellte. Mit sechs Metern Länge, 5,5 Metern Spannweite und einem Gefechtskopf von 90 Kilogramm – erweiterbar auf bis zu 130 Kilogramm – ist die Geran-5 deutlich größer als ihre Vorgänger.
Ihre Reichweite wird auf rund 1.000 Kilometer geschätzt, die Höchstgeschwindigkeit auf bis zu 800 km/h. Laut Flug Revue [11] soll die Geran-5 auch vom russischen Erdkampfflugzeug Su-25 aus gestartet werden können.
Die technische Weiterentwicklung der Geran-Familie geht mit einer ebenso konsequenten taktischen Evolution einher. Russland setzt die Shahed-artigen Drohnen längst nicht mehr nur als einfache Einwegmunition gegen feste Infrastrukturziele ein.
Neben dem bereits dokumentierten Einsatz von Mesh-Netzwerken, die einzelne Drohnen als Signalrelais für andere nutzen, hat Russland eine neue Doppelschlag-Taktik [12] eingeführt.
Dabei wird zunächst eine Drohne eingesetzt, um ukrainische Luftabwehrpositionen zur Reaktion zu zwingen und deren Standort zu identifizieren – eine zweite schlägt dann auf das so enttarnte Ziel ein. Darüber hinaus werden Shaheds inzwischen auch zum Minenlegen [13] eingesetzt: Jede so ausgerüstete Drohne kann acht Minen aus kreisförmigen Behältern unter den Tragflächen abwerfen.
Eine bisher kaum beachtete Einsatzvariante zeigte sich am 6. Juni 2026 im Schwarzen Meer: Russland setzte Geran-2-Drohnen erstmals gezielt gegen bewegliche Seeziele [14] ein und versenkte dabei zwei ukrainische Schnellboote vor der Küste Odessas.
Abfang-Drohnen waren nach ukrainischen Angaben [15] beim Großangriff vom 24. Mai 2026 für mehr als 40 Prozent aller abgeschossenen Shaheds verantwortlich. Wie der Kyiv Independent [16] berichtete, hat Ukraine in den vergangenen vier Monaten den Anteil der durch Abfang-Drohnen abgeschossenen Shaheds verdoppelt.
Anfang Mai gelang auch der erste bestätigte Abschuss [17] einer Geran-4. Die ukrainischen Unternehmen General Cherry und STRIX haben ihre Drohne „Bullet“ sogar mit einer Mini-Raketenstufe [18] ausgestattet, um noch schnellere Düsen-Shaheds einzuholen. Folgerichtig arbeitet Kyiv an kostengünstigen Abfang-Raketen.
Unterstützung kommt inzwischen auch aus Japan: Das Unternehmen Terra Drone hat seine Abfang-Drohne „Terra A1 [19]“ seit Mitte April in der Ukraine im Einsatz – zu einem Stückpreis von rund 2.500 US-Dollar.
Was Iran als kostengünstige Massenwaffe entwickelte, hat sich in vier Jahren zu einer globalen Blaupause entwickelt, die Staaten von den USA bis Taiwan, von der Türkei bis Saudi-Arabien als Vorlage nutzen. Russland hat die Plattform technisch weiterentwickelt und taktisch ausgeweitet – von der Infrastrukturwaffe zur Seekriegsdrohne, vom Einweggeschoss zum Aufklärungsrelais.
Die Ukraine hat im Gegenzug eine eigenständige Abwehrindustrie aufgebaut, die ihrerseits exportiert wird. Die Shahed und ihre Derivate verkörpern dabei den Kern eines tiefergehenden Paradigmenwechsels: von der Plattformkriegsführung zur Wirkmittelkriegsführung.
In der Plattformlogik, die westliche Streitkräfte über Jahrzehnte geprägt hat, investiert man in hochentwickelte, kostspielige Einzelsysteme – den Kampfjet, den Zerstörer, die Präzisionsrakete – und leitet daraus Überlegenheit ab.
Die Wirkmittellogik macht dieses Prinzip obsolet: Entscheidend ist nicht die Qualität der einzelnen Plattform, sondern die Fähigkeit, Wirkung in industriellen Stückzahlen zu erzeugen.
Eine Drohne, die 35.000 Dollar kostet und zu 92 Prozent abgeschossen wird, erfüllt ihren Zweck dennoch – weil die verbleibenden acht Prozent Treffer mehr Schaden anrichten, als die Abwehr kostet, und weil die Produktion schneller skaliert als die Gegenmaßnahmen.
Dass nun Staaten rund um den Globus dieselbe Schlussfolgerung ziehen und eigene Shahed-Varianten bauen, ist die logische Konsequenz einer militärischen Realität, die der Krieg in der Ukraine und der US-Angriff auf den Iran unübersehbar gemacht haben.
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Nicht Fakten, sondern Gefühle entscheiden heute über politischen Erfolg – und das bedroht die Grundlage der Demokratie.
Die Politik erlebt eine ausgesprochen paradoxe Entwicklung. Entscheidungsträger verfügen über so viele Daten [1], Studien und akademische Erkenntnisse wie nie zuvor.
Gleichwohl scheint der Einfluss empirischer Evidenz auf öffentliche Diskurse abzunehmen. Dafür nehmen Narrative einen höheren Stellenwert ein, also Erzählungen, die Komplexitäten in einfache Deutungsmuster übersetzen.
Ob es um Migration, Klimawandel, wirtschaftliche oder internationale Konflikte geht: Es entscheidet nicht die Stärke der Faktenlage über die politische Dynamik, sondern welche Geschichte Menschen beeinflusst. Politik wird zum Wettbewerb der Interpretationen.
Moderne Gesellschaften sind vielschichtig. Globale Lieferketten, digitale Vernetzung, geopolitische Konflikte und technologische Umbrüche erzeugen Zusammenhänge, die schwer zu überblicken sind. Angesichts dessen wächst die Nachfrage nach Orientierung [2].
Narrative erfüllen diese Funktion. Sie reduzieren Komplexität, schaffen Klarheit und ordnen Ereignisse verständlich ein. Sie beantworten wichtige Fragen wie: Wer trägt Verantwortung? Wer profitiert? Wer bedroht unsere Interessen? Und welche Lösungen erscheinen logisch?
Aus politischer Sicht sind Narrative unverzichtbar. Kein Wahlprogramm, keine Reform und keine außenpolitische Strategie kommen ohne eine wirkungsvolle Geschichte aus. Problematisch wird es, wenn Narrative nicht auf Fakten aufbauen, sondern danach ausgewählt werden, ob sie zur gewünschten Erzählung passen.
Die Digitalisierung hat diesen Trend erheblich beschleunigt. Soziale Medien belohnen Aufmerksamkeit anstelle der Genauigkeit. Algorithmen bevorzugen Inhalte, die starke Reaktionen auslösen [3]: Empörung, Angst, Zustimmung oder Begeisterung. Nüchterne Analysen haben signifikant schlechtere Chancen [4] als zugespitzte Botschaften.
Wer differenziert argumentiert, konkurriert mit Inhalten, die anspruchsvolle Sachverhalte auf knappe Schlagworte reduzieren.
Internetnutzer können heutzutage Informationsräume aufsuchen, die ihre Gesinnungen bestätigen. Darum entstehen parallele Wirklichkeiten. Ungleiche gesellschaftliche Gruppierungen beziehen ihr Wissen aus verschiedenen Informationsquellen und konstruieren widersprüchliche Annahmen, was überhaupt als Faktum gilt.
Die Konsequenz ist verheerend: Diskussionen drehen sich weniger um divergente Bewertungen derselben Realität als um konkurrierende Realitätsbeschreibungen.
Ersichtlich wird diese Veränderung im Umgang mit wissenschaftlicher Expertise. Forschung liefert selten absolute Gewissheiten. Wissenschaft arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, Unsicherheiten und fortlaufender Überprüfung.
Politik und Öffentlichkeit verlangen klare Antworten. Aussagen wie "Die Datenlage spricht mit hoher Wahrscheinlichkeit für diese Entwicklung" wirken ungenauer als eine eindeutige Behauptung.
So geraten analytische Erkenntnisse in eine Zwangslage. Studien werden selektiv zitiert sowie Forschungsergebnisse in bestehende Narrative eingeordnet. Zumeist bestimmt die politische Zugehörigkeit, welche wissenschaftlichen Quellen als glaubwürdig gelten.
Das verändert die Funktion von Expertise radikal. Wissenschaft dient folglich sekundär als Instrument der Erkenntnisgewinnung. Sie ist primär Ressource im politischen Meinungskampf.
Menschen treffen Urteile nicht allein auf dem Fundament rationaler Abwägungen. Emotionen sind ausschlaggebend [5] für die Wahrnehmung von Risiken, Chancen und Bedrohungen. Eine einzelne persönliche Geschichte kann größeren Effekt entfalten als umfangreiche Statistiken. Bilder, Symbole und emotionale Erfahrungen bleiben im Gedächtnis [6]. Tabellen und Wahrscheinlichkeitswerte meist nicht.
Politische Akteure wissen das. Wer Unterstützung mobilisieren möchte, muss sowohl Fakten als auch Emotionen ansprechen. Das erklärt, warum Narrative eine gewaltige Macht besitzen.
Hier liegt die Gefahr: Wenn emotionale Wirkung zum Maßstab politischer Kommunikation wird, werden empirische Befunde nebensächlich. Dann zählt nicht mehr, was nachweisbar ist, sondern was plausibel erscheint.
Demokratien leben vom offenen Streit über politische Prioritäten [7]. Dieser Streit setzt eine gemeinschaftliche Tatsachengrundlage voraus. Abweichende politische Lager müssen sich zumindest verständigen können, welche Fakten als Ausgangspunkt der Kontroverse gelten.
Wenn diese Basis erodiert, wird demokratische Verständigung aufwendiger. Kompromisse werden seltener, weil sich Auseinandersetzungen nicht ausschließlich um Interessen oder Werte drehen, sondern um die Realität selbst.
Hinzu kommt ein wachsender Vertrauensverlust gegenüber Institutionen. Medien, Wissenschaft, Gerichte sowie staatliche Behörden sehen sich mit dem Vorwurf konfrontiert, Teil konkurrierender Fraktionen zu sein. Ihre Autorität wird zunehmend skeptisch begutachtet.
Langfristig kann dies die Fähigkeit demokratischer Systeme schwächen, Herausforderungen zu bewältigen. Themen wie Klimapolitik, künstliche Intelligenz, demografischer Wandel oder internationale Sicherheit erfordern Prozesse, die auf belastbaren Informationen statt kurzfristigen Stimmungslagen beruhen.
Narrative [8] werden aus der Politik niemals verschwinden. Das sollten sie auch nicht. Gesellschaften benötigen gemeinsame Erzählungen, um Orientierung zu schaffen, politische Ziele zu formulieren und kollektives Handeln zu ermöglichen.
Eine demokratische Öffentlichkeit kann verschiedene politische Visionen aushalten. Sie kann über Werte streiten, Interessen verhandeln und Prioritäten neu setzen. Schwieriger wird es, wenn der gemeinsame Ausgangspunkt überprüfbarer Tatsachen wegfällt.
Der Konflikt der Gegenwart geht nicht zwischen Fakten und Narrativen vonstatten. Er vollzieht sich zwischen Narrativen, die sich an der Wirklichkeit messen lassen, und solchen, die sich von ihr lösen. Die Zukunft demokratischer Entscheidungsprozesse ist abhängig davon, ob es gelingt, beide enger miteinander zu verknüpfen.
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Szene aus "Disclosure Day"
(Bild: Copyright: Universal Pictures Germany)
Spielbergs neuer Film trifft einen Nerv: UFOs sind längst kein Randthema mehr, inzwischen wird dazu geforscht. Ein Interview mit einem Kenner der Materie.
In "Disclosure Day – Der Tag der Wahrheit" gelangt ein Whistleblower an die entscheidenden Beweise für eine jahrzehntelange Vertuschung außerirdischer Präsenz durch die US-Regierung.
Als er die Wahrheit veröffentlichen will, wird er von einer geheimen Organisation verfolgt. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um die größte Enthüllung der Menschheitsgeschichte herbeizuführen: die Offenlegung der Realität von UFOs und Außerirdischen auf der Erde.
Telepolis-Autor Andreas Müller ist Fachjournalist für Anomalistik und auf die Erforschung von UFOs spezialisierter Sachbuchautor. Zu Fragen zum Film stand er unserer Redaktion Rede und Antwort.
▶ Herr Müller, als Fachjournalist für Anomalistik, also für wissenschaftliche Grenzgebiete und Sachbuchautor befassen Sie sich bereits seit mehr als 30 Jahren mit rätselhaften Phänomenen aus wissenschaftlicher Perspektive. Sind UFOs, Aliens und Kornkreise nicht alles nur Schwindel, Unfug und eben keine Wissenschaft, sondern Pseudowissenschaft?
Müller: Das ist eine Frage des grundsätzlichen Ansatzes und Umgangs mit diesen Phänomenen. Es entsteht leicht der Eindruck, man könne sich diesen Phänomenen und Fragen entweder nur ablehnend-skeptisch oder blind-gläubig nähern. Ich sehe das anders: Ein wissenschaftlicher Ansatz sollte kritisch und ergebnisoffen sein.
Gerade Phänomene, die man – wie UFOs – offenbar fotografieren, filmen, mit Sensorinstrumenten detektieren und deren Daten auswerten kann; zu denen Augenzeugen berichten und befragt werden können, oder, die man – im Falle von Kornkreisen – sogar be- und untersuchen kann, liefern schließlich eine saubere Grundlage für wissenschaftliche Fragestellungen.
Nicht Glauben an eine romantische Idee, sondern Daten und Fakten sollten dann zu fundierten Ergebnissen, ganz gleich, welche das schlussendlich sind. Am Ende entscheiden also Methoden und Prozesse über die Qualität der Forschung, die sich auch daran messen lassen muss.
▶ Es gibt also mittlerweile seriöse Wissenschaft zu UFOs, bzw. wie es heute vermehrt heißt, UAPs?
Müller: Auch sogenannte seriöse Wissenschaftler haben sich eigentlich schon immer mit UFOs und UAPs befasst – oft nicht zum Vorteil für ihre Reputation. Aber das waren eher Ausnahmen.
Nachdem die Wissenschaft jahrzehntelang dieses Feld vernachlässigt, es im besten Fall wissenschaftlich engagierten Laien und Bürgerwissenschaftlern, im schlechtesten Fall Spekulationen und Verschwörungsnarrativen überlassen hat, entdeckt sie das UFO-Phänomen seit einigen Jahren neu.
Es gibt UAP-Forschungsinitiativen an der Harvard University (Prof. Avi Loebs ""), an der englischen Universität von Durham, bei der NASA und sogar mit federführend hier in Deutschland: Am "Interdisziplinären Forschungszentrum für Extraterrestrik" (IFEX) werden an der Universität Würzburg neben Raumfahrttechnologien auch UFOs/UAPs wissenschaftlich und ganz offiziell im Rahmen des Forschungskanons der Universität erforscht.
Ähnliche Einrichtungen gibt es an den Universitäten von Albany (USA) und im schwedischen Lund. Fachartikel zur UFO-Forschung erscheinen mittlerweile auch in renommierten internationalen Wissenschaftsjournalen wie "Nature", "Entropy", "Progress in Aerospace Science" oder "Montly Notices of the Royal Astronomical Society". In vielen Fällen, wie etwa am IFEX, arbeiten akademische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit zivilen langjährigen UFO-Forschenden und Fachjournalisten zusammen.
▶ Zurück ins Kino. Spielberg greift in seinem neuen Film einen alten UFO-Verschwörungsmythos auf, laut dem die US-Regierungen schon seit rund 80 Jahren ihr Wissen über außerirdische Besucher auf der Erde, abgestürzte Raumschiffe und deren Besatzung streng geheim hält. Jüngst hat das Pentagon damit begonnen, seine UFO-Akten zu veröffentlichen. Einige davon waren bislang tatsächlich geheim und unveröffentlicht. Hat Spielberg also recht?
Müller: Dieser Mythos begann spätesten 1947 mit dem Absturzereignis nahe Roswell, das auch in "Disclosure Day" eine zentrale Rolle spielt. Es war die US Air Force selbst, die hier einen Verschwörungsmythos entstehen ließ, indem sie immer wieder wechselnde Erklärungen für das Ereignis präsentierte. Dass damals nahe Roswell etwas abgestürzt ist, geborgen und abtransportiert wurde, steht historisch nicht mehr im Zweifel. Die große Frage – bis heute – ist nur: was?
Die Air Force bezeichnete die bei Roswell geborgenen Trümmer zunächst selbst als "fliegende Scheibe", korrigierte dies jedoch noch am selben Tag und sprach von einem Wetterballon. Der Vorfall geriet zunächst in Vergessenheit, wurde Ende der 1970er Jahre jedoch durch Journalisten und Zeitzeugen wieder aufgegriffen. Diese berichteten von einem abgestürzten Fluggerät und teils auch von kleinen menschenähnlichen Wesen.
In den 1990er Jahren erklärte die Air Force die Trümmer schließlich mit einem geheimen Spionageballon (Project Mogul). Die Berichte über geborgene Leichen führte sie später auf 10 Jahre später Crashtest-Dummies zurück, deren Abwurf Zeugen in ihrer Erinnerung mit den Ereignissen von Roswell verwechselt hätten. Alle diese unterschiedlichen Erklärungen und Dementis führten bei vielen UFO-Interessierten verständlicherweise zu Zweifeln an den Aussagen der Air Force.
Das Problem bei Regierungseinrichtungen, Militär und Nachrichtendiensten als Informationsquellen ist, dass ihre Aufgabe gerade darin besteht, Informationen geheim zu halten. Die Offenlegung von Geheimnissen gehört daher nicht wirklich zu ihren Kernaufgaben.
Deshalb wartet die wissenschaftliche UFO-Forschung auch nicht auf die Freigabe von Regierungsakten. Vielmehr ist es das Ziel, eigene Daten zu generieren. Hierzu braucht man unklassifizierte Quellen und Instrumente, deren Ergebnisse man versteht, die vollständig und frei ausgewertet, transparent geteilt und kommuniziert werden können.
▶ Und was hat es dann mit der "Disclosure" auf sich, die nicht nur den Titel des neuen Films liefert, sondern auch von keinem Geringeren als Donald Trump selbst durch die aktuellen Akten-Tranchen in Aussicht gestellt wird?
Müller: Trump hat nicht nur die Offenlegung der US-UFO-Akten, sondern auch anderer "Themen, die die Amerikaner interessieren" versprochen. Diese Rede ist von noch ausstehenden Akten zu den Attentaten auf die Kennedys, Martin Luther King, Covid19 und 9/11. Interessanterweise gehören die Epstein-Files nicht dazu.
Trump will also ein weiteres Mal seinen Namen mit historisch Großem verbinden. Im Falle der UFO-Akten scheint er derzeit sogar Wort zu halten – schließlich wurden bereits zwei Tranchen an Akten veröffentlicht, auf die noch zahlreiche (angeblich Millionen) folgen sollen.
Ob der Inhalt dieser Akten auch den Anspruch an eine vollständige "UFO-Disclosure" sondern auch – wie im Film – eindeutige Beweise für die außerirdische Herkunft von UFOs und einen Kontakt der US-Regierung mit Aliens liefern werden, bleibt fraglich. Trumps bisherige UFO-Akten [1] der ersten beiden Tranchen erfüllen dieses Versprechen (noch) nicht und verfehlen leider auch wissenschaftliche Ansprüche.
▶ In "Disclosure Day" spielt ein Whistleblower die Hauptrolle. Gibt es UFO-Wistleblower auch im wirklichen Leben?
Müller: Ja, solche Fälle gab es schon immer und gibt es weiterhin. Dabei handelt es sich meist um aktuelle oder ehemalige Mitarbeiter von Regierung, Militär oder Geheimdiensten. Ein bekanntes Beispiel ist Capt. Robert Salas, der 1967 auf der Malmstrom Air Force Base für Atomraketen verantwortlich war und 1996 einen damaligen Vorfall schilderte, bei dem ein unbekanntes Flugobjekt angeblich zehn Interkontinentalraketen beeinflusst habe. Der Vorfall ist dokumentiert, wird jedoch von US Air Force und Pentagon konventionell erklärt.
Auch Whistleblower wie David Grusch erklärten unter Eid vor dem US-Kongress, sie hätten Hinweise auf geheime UFO-Programme gesehen, inklusive geborgener Objekte und angeblicher Biologika "nicht-menschlicher" Herkunft. Belege dafür sind bislang nicht öffentlich verifizierbar, es bleiben anekdotische Zeugenaussagen.
Offiziell veröffentlichte US-Militärvideos zeigen zudem Objekte mit ungewöhnlichen Flugmanövern (das Fehlen aerodynamischer Eigenschaften und erkennbarer Antriebe, extreme Beschleunigung, Schwebeflug usw.). Allerdings fehlen oft entscheidende Telemetrie-Daten, was eine unabhängige Analyse einschränkt. Eine belastbare Bewertung wäre nur mit vollständigen, unzensierten Datensätzen möglich. Auch hier braucht es einmal mehr unzensierte und unabhängig erlangte wissenschaftliche Daten.
▶ In Ihrem aktuell erschienenen Buch "UFO – Ein Sachbuch" beschreiben sie ausführlich "Daten, Fakten du Hintergründe zur Historie, Phänomenologie und wissenschaftlichen Erforschung von unidentifizierten Flugobjekten und anomalen Phänomenen im Luftraum" (so der Untertitel). In all dem sehen Sie selbst ein Plädoyer für eine wissenschaftliche Erforschung von UFOs und UAPs. Warum ist eine wissenschaftliche UAP-Forschung auch jenseits eines kuriosen Interesses für uns alle wichtig?
Müller: Die sachliche Erforschung von UFO-Phänomenen ist gesellschaftlich wichtig, weil viele Menschen Beobachtungen gemacht haben, die sie nicht erklären konnten. Zugleich wurde das Thema jahrzehntelang stigmatisiert, wodurch Zeugen oft schwiegen. Wo Wissenschaft und Medien verschließen oder belächeln, überlässt sie das Thema ins Spekulative und Verschwörungsnarrativen.
Wenn wir wirklich verstehen wollen, was hinter UFOs und UAP steckt, müssen wir diese Leerstelle ergebnisoffen und Fakten- und Datenbasiert wieder füllen. Ganz gleich, wohin uns das führt.
Gerade auch in Zeiten geopolitischer Krisen und Konflikte ist es nicht zuletzt auch aus Sicht der Flugsicherheit wichtig zu wissen, welche Objekte und Phänomene unseren Luftraum teilen. Selbst wenn nur eine Sichtung auf etwas wirklich Ungewöhnliches, vielleicht sogar Außerirdisches zurückgehen sollte, wären die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen enorm. Deshalb sollten wir mögliche Szenarien zumindest gedanklich durchspielen.
Soziologen sprechen in diesem Zusammenhang von einem "ontologischen Schock": der Erschütterung grundlegender Vorstellungen über die Realität und den Platz des Menschen im Universum. Wissenschaft kann dazu beitragen, solche Fragen einzuordnen und zu diskutieren.
Um diese tiefgreifenden Fragen geht es auch in Spielbergs "Disclosure Day". Noch ist dieser "Tag der Wahrheit" nicht gekommen. Sich mit seinen möglichen Konsequenzen auseinanderzusetzen, kann jedoch zumindest nicht schaden.
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Die ukrainische Rüstungsfirma Fire Point hat einen ersten Flugtest der Rakete FP-7.x abgeschlossen, wie die Financial Times (FT) berichtet. Das System soll ballistische Raketen und Drohnen von Russland abfangen, kostet aber nur einen Bruchteil eines Patriot-PAC-3-Systems. Mitgründer Denys Shtilierman nannte den Test laut FT "einigermaßen erfolgreich". Die Serienproduktion könnte im August 2026 beginnen, die ersten Raketen stehen laut aktuellem Stand frühestens 2027 bereit.
Lockheed Martin produziert zwar Hunderte Patriot-Raketen pro Jahr, doch ein erheblicher Teil dieser Kapazität soll in die Auffüllung von Beständen fließen, die im Iran-Konflikt aufgebraucht wurden, so die FT. Der ukrainische Ex-Außenminister Dmytro Kuleba hat öffentlich bezweifelt, dass die Ukraine weiterhin auf Patriot-Lieferungen zählen kann. Präsident Selenskyj äußerte sich ähnlich.
Die FP-7.x soll bis auf etwa 25 Kilometer Höhe steigen und schnell genug fliegen, um ballistische Ziele abzufangen. Zur Zielführung kombiniert sie Radarsteuerung mit einem Infrarotsuchkopf für die Endphase. Genau dort liegt ein bekanntes Problem: Infrarot-Seeker gelten als anfällig für Gegenmaßnahmen, was die Leistung der Waffe einschränken kann. Für den Infrarotsuchkopf ist Fire Point nach eigenen Angaben in Gesprächen mit dem deutschen Rüstungsunternehmen Diehl Defence.
Die FP-7.x ist nur eine Komponente. Das übergeordnete Luftabwehrsystem Freyja soll Radar, Tracking und Führungstechnologie von europäischen Partnern integrieren. Fire Point nennt keine Namen, Beobachter verweisen aber auf mögliche Kooperationen mit Hensoldt, Thales, Leonardo und Kongsberg.
Beim T1 Phone handelt es sich um ein leicht modifiziertes und mit goldener Farbe versehenes HTC U24 Pro. Das hat iFixit herausgefunden, nachdem das Portal das Smartphone von NBC für einen Teardown überreicht bekommen hat. Das Trump-Phone soll seit kurzem an Vorbesteller ausgeliefert werden, NBC hatte nach monatelanger Nachfrage ein Modell bekommen.
Gerüchte, dass es sich beim Trump-Phone um ein U24 Pro handelt, gab es aufgrund der Positionierung der Kameras und weiterer Elemente bereits länger. Das U24 Pro wird von einem chinesischen OEM gefertigt und unter dem Namen HTC verkauft; HTC selbst produziert keine eigenen Smartphones mehr.
Bereits im CT-Scan zeigt sich, dass die beiden Smartphones identisch sind. Das Trump-Phone wird exakt so auseinandergenommen wie das U24 Pro. Der LED-Blitz wurde neu positioniert, zudem hat die Fräsung für den Lautsprecher eine leicht veränderte Form – ansonsten ist das Innere austauschbar. Das Mainboard des Trump-Phone lässt sich ohne Probleme in das U24 Pro einbauen; das Smartphone startet dann ohne Probleme.
Bei genauerem Hinsehen stellt sich heraus, dass der Speicher im Trump-Phone von Micron stammt, während der im U24 Pro von SK Hynix hergestellt wurde. Dies dürfte schlicht auf die aktuelle Situation im Speichermarkt zurückzuführen sein. Auch der Akku stammt von einem anderen Hersteller und hat eine etwas höhere Nennladung – 5.000 mAh anstelle von 4.450 mAh. Er lässt sich im Trump-Phone zudem nur mit 30 Watt statt mit 60 Watt laden.
Der Akku wurde in den Philippinen hergestellt. Entsprechend vermutet iFixit, dass die Produktionsmenge des T1 Phone nicht sonderlich hoch sein dürfte; die Akkufertigung außerhalb Chinas soll dafür nicht ausreichen. Einem Datenleck zufolge soll das Trump-Phone 30.000-mal vorbestellt worden sein – Trump Mobile hatte zuvor von 600.000 Vorbestellungen gesprochen.
Mit dem Teardown von iFixit haben sich frühere Vermutungen bestätigt, dass das T1 Phone keine Eigenentwicklung ist. Das hätte angesichts von nicht einmal einem Jahr zwischen Ankündigung und erster Auslieferung auch verwundert. Dass das Trump-Phone nicht wie ursprünglich angekündigt Made in USA ist, war angesichts der hohen Kosten schon zuvor abzusehen – Trump Mobile hatte den Claim auch relativ schnell entfernt.
Das T1 Phone soll in den USA zusammengebaut werden. Dass das mit vorgefertigten Teilen problemlos funktioniert, hat vor einigen Jahren bereits Gigaset mit dem Zusammenbau eines Smartphones in Deutschland gezeigt.
Eine neue Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov offenbart eine erhebliche Skepsis der britischen Bevölkerung gegenüber generativer künstlicher Intelligenz. Demnach würden 42 Prozent der erwachsenen Briten generative KI komplett wieder abschaffen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Weitere 22 Prozent der Befragten zeigen sich unentschieden darüber, ob sie die Technologie befürworten oder ablehnen.
Entgegen der Annahme, dass jüngere Generationen der Technologie besonders offen gegenüberstehen, ist die Ablehnungsquote in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen am höchsten. In dieser Gruppe sprechen sich 55 Prozent für eine vollständige Abschaffung aus. Lediglich 27 Prozent der jungen Erwachsenen würden generative KI beibehalten. Damit ist der Anteil der Technologiegegner unter den Jüngeren doppelt so hoch wie der Anteil der Befürworter, obwohl diese Altersgruppe laut anderen Untersuchungen zu den aktivsten Nutzern zählt. Ältere Bevölkerungsgruppen zeigen sich in der Umfrage weniger radikal.
Als mögliche Ursachen für die Skepsis der jüngeren Generation gelten die intensivere Nutzung sozialer Medien, über die sich KI-generierte Fehlinformationen verbreiten, sowie die Sorge vor dem Wegfall von Einstiegsjobs auf dem Arbeitsmarkt. Zudem hält die Sorge an, dass KI menschliche Arbeitsplätze ersetzt, während Technologiekonzerne Stellenstreichungen verkünden. Generative KI ist trotz hoher Investitionen von Unternehmen wie OpenAI, Google, Microsoft, Anthropic und Meta im Alltag der Menschen präsent, unter anderem in Suchmaschinen, Smartphones, Produktivitätssoftware und Kundenservice-Systemen.
Die sinkende Akzeptanz ist kein rein britisches Phänomen. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 zur öffentlichen Wahrnehmung vor und nach der Veröffentlichung von ChatGPT zeigt einen Rückgang der Zufriedenheit. Die Zustimmung zu rein menschlichen Entscheidungen stieg, während die Unterstützung für KI-Entscheidungen sank.
Der Anteil der Befragten, die KI als überhaupt nicht akzeptabel einstufen, erhöhte sich von 23 Prozent auf 30 Prozent. In den USA äußern 50 Prozent der Menschen mehr Besorgnis als Begeisterung über die Entwicklung. Sie befürchten negative Auswirkungen auf das kreative Denken und den Beziehungsaufbau, bewerten das Potenzial zur Problemlösung jedoch etwas optimistischer. Eine spezifische Yougov-Befragung zu ChatGPT vor dem geplanten Börsengang von OpenAI lieferte hingegen ein weitgehend positives Ergebnis, bei dem das Vertrauen in dieses Produkt über dem Durchschnitt lag.
Neben der Funktionalität spielen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle. In den USA reagierten bereits Regionen und Städte mit Moratorien für neue Rechenzentren auf Engpässe bei Energie, Wasser und Land. In Großbritannien stoßen solche Infrastrukturprojekte ebenfalls auf Widerstand. 48 Prozent der britischen Erwachsenen lehnen ein neues KI-Rechenzentrum in ihrer lokalen Region ab, während nur 20 Prozent ein solches Projekt unterstützen würden. Auch diese Haltung ist bei den jüngeren Bürgern besonders stark ausgeprägt.
Linux ist in vielen Infrastrukturen fest verankert – vom Serverbetrieb über Virtualisierung bis zu Cloud-Umgebungen. In der Praxis zählt dabei weniger Einzelwissen als die Fähigkeit, Systeme reproduzierbar zu installieren, zu betreiben und zu härten. Genau dort setzen Zertifizierungen an: Sie prüfen, ob grundlegende Administrationskompetenzen konsistent vorhanden sind.
Für die LPIC-1-Zertifizierung des Linux Professional Institute müssen zwei Prüfungen bestanden werden: LPI 101 und LPI 102. Die Bandbreite der Themen ist groß und reicht von Systemarchitektur und Dateisystemen bis zu Netzwerkgrundlagen und Sicherheit. Wer solche Inhalte im Alltag nur selektiv nutzt, profitiert von einer systematischen Wiederholung, um Lücken zu schließen und Zusammenhänge sauber einzuordnen.
Der fünftägige Live-Remote-Workshop "LPIC-1 Vorbereitungskurs LPI 101 und LPI 102" vom 22.bis 26. Juni 2026 (weiterer Termin: 16.bis 20. November 2026) bereitet auf die LPIC-Prüfungen LPI 101 und LPI 102 vor und behandelt die prüfungsrelevanten Themen zu Linux-Architektur, grundlegenden Arbeiten im System sowie Grundlagen der System- und Netzwerkadministration.
Der Kurs setzt solide Grundkenntnisse in der Linux-Systemadministration voraus und dient der Wiederholung bzw. Vertiefung; originale Prüfungsfragen mit Antworten sind ausdrücklich nicht Bestandteil der Schulung.
In der Agenda stehen unter anderem die Architektur von Linux-Systemen, Installation und Paketverwaltung sowie grundlegende GNU- und Unix-Kommandos. Weitere Schwerpunkte sind Devices und Linux-Dateisysteme inklusive Filesystem Hierarchy Standard, Shells und Shell-Scripting sowie Interfaces und Desktops.
Hinzu kommen administrative Tätigkeiten wie Benutzer- und Gruppenverwaltung sowie zeitgesteuerte Jobs. Auch grundlegende Systemdienste – etwa Systemzeit, Logging, MTA und Druckerverwaltung – sowie Netzwerkadministration und Systemsicherheit – etwa grundlegende Einstellungen, Verschlüsselung und SSH – sind Teil der Kurzübersicht.
Um das LPIC-1-Zertifikat zu erhalten, ist das Bestehen beider Prüfungen erforderlich. Die Prüfungen werden über PearsonVUE entweder in einem Trainingscenter oder zu Hause am PC abgelegt; als Prüfungssprache ist auch Deutsch möglich. Im Buchungsprozess wird eine Variante mit oder ohne Prüfungsgutscheine angeboten.
Durchgeführt wird das Onlineseminar von B1 Systems GmbH. Im Zentrum der Schulungs-, Consulting- und Support-Aktivitäten stehen Linux- und Open-Source-Lösungen, ergänzt um Expertise im Cloud-Umfeld und die Rolle als Initiator und Veranstalter der Deutschen OpenStack -Tage. Der Workshop findet in deutscher Sprache statt.
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Weniges ruiniert die Zeit am Schreibtisch wie eine betagte Festplatte. Der PC fährt langsam hoch, Programme installieren dauert ewig und Games laden so lange, dass man die Tooltips in Ladebildschirmen tatsächlich lesen kann. Zum Glück muss ein Upgrade trotz Speicherkrise nicht teuer sein: Amazon verkauft aktuell die extrem schnelle Lexar-Ares-Pro-M.2-SSD mit 1 TByte Speicher für knapp 145 Euro. Laut Preistracker Keepa ist es der niedrigste Preis des Jahres. Wir empfehlen, schnell zuzugreifen. Der Deal läuft maximal bis zum 15. Juni und gilt nur für ein begrenztes Kontingent, wovon bereits über die Hälfte vergriffen ist.
Die Lexar Ares Pro basiert auf dem PCIe-5-Standard. Der Vorteil: Dadurch soll sie Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 14.000 beziehungsweise 7.500 MByte pro Sekunde erreichen. Auch komme sie dank SLC-Dynamik-Cache auf Zufallslese- und Schreibgeschwindigkeiten von jeweils 1.600 und 1.000K IOPS. Laut Hersteller ist sie demnach doppelt so schnell wie M.2-SSDs mit PCIe-4-Schnittstelle. Ihr hohes Tempo macht die Festplatte ideal für High-End-Gaming-PCs, 4K-Videoediting oder lokale KI-Anwendungen und zukunftssicher.
Nicht nur ist die Lexar Ares Pro besonders schnell, sie ist auch mit vielen Geräten kompatibel. Der Hersteller verspricht, dass sie problemlos in PCs, Laptops, die PS5 oder Handheldkonsolen verbaut werden kann. Welche Handheldkonsolen genau gemeint sind, spezifiziert er leider nicht. Wer aus Kostengründen noch ein PCIe-4-System besitzt, kann trotzdem zugreifen, weil die M.2-SSD abwärtskompatibel ist. Allerdings läuft sie zwecks geringerer Bandbreite dann lediglich mit halber Geschwindigkeit.
Die Lexar Ares Pro
Lexar ARES PRO 2TB Gen5 NVMe M.2 SSD
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Neben der internen M.2-SSD von Lexar ist auch eine externe SSD von Samsung günstiger bei Amazon. Die 1 TByte große Portable SSD T7 Resurrected
Samsung Portable SSD T7 Resurrected 1 TB
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Prime-Mitgleder können sich die Amazon-Visa-Karte
Amazon Visa-Karte mit 50 Euro Startguthaben
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Wer für Smartphone, Tablet oder Notebook zusätzliche Ladekabel benötigt, bekommt aktuell eines der beliebtesten USB-C-Kabel-Sets bei Amazon so günstig wie nie zuvor. Das Lisen 2E152 mit vier USB-C-Schnellladekabeln ist derzeit für nur 6,29 Euro erhältlich. Laut Preisverlauf handelt es sich um den bisherigen Bestpreis.
Das Angebot läuft allerdings nur noch bis Sonntag, den 14. Juni 2026, um Mitternacht – und damit praktisch bis kurz vor dem Abpfiff des ersten Deutschland-Spiels bei der Fußball-WM.
Amazon veräußert das allein im vergangenen Monat mehr als 5.000-mal verkaufte USB-C-Kabel-Set Lisen 2E152 aktuell für nur 1,58 Euro pro Stück
Lisen 2E152 60W USB-C-Kabel, [4er Pack, 0,5M 1M 1M 2M]
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Technisch unterstützt das Kabel-Set USB Power Delivery 3.0 (PD 3.0) mit einer Ladeleistung von bis zu 60 Watt. Zusätzlich werden Geräte mit Qualcomm Quick Charge 4.0 unterstützt.
Damit eignen sich die Kabel zum schnellen Laden zahlreicher aktueller Smartphones, Tablets, Powerbanks und vieler Notebooks mit USB-C-Anschluss. In Verbindung mit einem kompatiblen Schnellladegerät lassen sich die Ladezeiten deutlich reduzieren.
Laut Hersteller kann beispielsweise ein Samsung Galaxy S26 Ultra innerhalb von rund 30 Minuten auf etwa 75 Prozent Akkustand geladen werden.
Neben dem Laden unterstützen die Kabel auch die Datenübertragung. Allerdings setzt Lisen hier auf den USB-2.0-Standard. Für alltägliche Aufgaben wie das Übertragen von Fotos, Dokumenten oder kleineren Backups reicht die Geschwindigkeit problemlos aus.
Wer regelmäßig große Datenmengen bewegt oder externe SSDs mit hohen Transferraten nutzen möchte, sollte dagegen zu einem USB-C-Kabel mit USB-3.x-Unterstützung greifen.
Für eine höhere Lebensdauer setzt Lisen auf eine geflochtene Nylon-Ummantelung. Diese soll die Kabel besser gegen Knicke, Abrieb und Zugbelastungen schützen. Zusätzlich kommen verstärkte Stecker zum Einsatz, die häufiges Ein- und Ausstecken besser verkraften sollen.
Nach Herstellerangaben wird außerdem ein UV-verklebter Kupferkern verwendet. Dadurch sollen die Lötstellen stabilisiert und die Haltbarkeit der Kabel weiter erhöht werden.
Wer sich das USB-C-Kabel-Set zum aktuellen Bestpreis sichern möchte, sollte nicht zu lange warten. Das Amazon-Angebot gilt nur noch bis Sonntag, den 14. Juni 2026, um Mitternacht. Sprich, nach dem Deutschland-Spiel gegen Curacao ist Schluss.
Eine Alternative kommt vom chinesischen Hersteller Raviad. Denn der 4er-Pack USB-Ladekabel kostet pro Stück nur 1,70 Euro
Eine Rechteausweitungslücke in FreeBSD hat den Codenamen „Bumsrakete[tm]“ erhalten.
(Bild: heise medien)
Auch in FreeBSD haben IT-Forscher eine Sicherheitslücke gefunden, die die Rechteausweitung ermöglicht. Name: „Bumsrakete[tm]“.
In Linux haben kürzliche Rechteausweitungslücken für Furore gesorgt, die insbesondere mit schönen Codenamen wie „CopyFail“ [1], „DirtyFrag“ sogar mit eigenem Logo [2] oder „Fragnesia“ [3] Aufmerksamkeit erregten. IT-Sicherheitsforscher haben diese Schwachstellenklasse nun auch in FreeBSD entdeckt. Und mit einem Augenzwinkern den Codenamen „Bumsrakete[tm]“ dafür vergeben – laut Erklärung eine Rakete, die Bumm macht, Feuerwerk ist gemeint.
Auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite mit der Domain bumsrake.de [4] erklären sie Details der Schwachstelle. Dabei schießen sie satirisch ein wenig über das Ziel hinaus und haben den Text in Donald-Trump-Sprachstil verfasst. Im Kern geht es jedoch darum, dass auch in FreeBSD aufgrund der Sicherheitslücke der Page Cache von Dateien im Speicher manipuliert werden kann, wodurch Angreifer etwa eine root-Shell öffnen können. Der Kernel nutzt mehrere Prüfungen, die allerdings aufgrund einiger Einschränkungen schlicht nicht greifen. Ähnlich wie unter Linux ist auch in FreeBSD Kryptografiecode im Kernel Auslöser für die Schwachstelle, die Beschreibung weist auf die AES-GCM-Entschlüsselung im Rahmen von Kernel TLS (KTLS) hin (CVE-2026-45257).
Laut FreeBSD-Sicherheitsmitteilung [5] können lokale Nutzer ohne weiterreichende Rechte im System, die Dateien lesen dürfen, deren Inhalt mit eigenem Content überschreiben, indem sie die Datei über eine Loopback-Verbindung mit aktiviertem KTLS schicken. Das verändert den Page Cache direkt, die Daten werden aufs Laufwerk geschrieben. Durch das Überschreiben von setuid-Binärdateien oder anderen vertrauenswürdigen Dateien gelingt dann die Rechteausweitung. Die komplette Übernahme des Systems ist möglich. Die IT-Forscher stellen auch einen Demo-Exploit bereit – IT-Verantwortliche sollten daher zügig ihre FreeBSD-Systeme absichern.
Durch das Upgrade der FreeBSD-base lässt sich die Lücke im aktuellen Zweig FreeBSD 15.0-RELEASE schließen. Der Aufruf
# pkg upgrade -r FreeBSD-base# shutdown -r +10min "Rebooting for a security update"
erledigt das. Auf Systemen, die nicht mit den base-Systempaketen aufgesetzt wurden, soll
# freebsd-update fetch# freebsd-update install# shutdown -r +10min "Rebooting for a security update"
Abhilfe schaffen. Es stehen zudem Quellcode-Patches bereit, die Admins anwenden können. Die Entdecker der Schwachstelle nennen als temporäre Gegenmaßnahme, bis ein neuer Kernel gebaut werden kann, das Setzen der Einstellung kern.ipc.mb_use_ext_pgs=0 in der Datei „/etc/sysctl.conf“. Das FreeBSD-Team wiederholt diesen Tipp jedoch nicht.
Betroffen sind FreeBSD 15.0, 14.x und 13.x. Die Versionen 12.x enthalten den verwundbaren Code noch nicht. Die Sicherheitsupdates stehen derzeit für FreeBSD 14.3, 14.4, und 15.0 sowie dem Release-Kandidaten von 15.1 zur Verfügung. IT-Verantwortliche sollen gegebenenfalls auf die unterstützten FreeBSD-Versionen migrieren.
Die Aufbereitung der Lücke als „Bumsrakete“ ist ein bissiger Seitenhieb auf die überhand nehmende Aufmerksamkeitsökonomie, wodurch Entdecker von Schwachstellen regelrechten Marketing-Aufwand treiben und den aufgedeckten Schwachstellen prägnante Namen geben oder schöne Logos dazu bauen. Die Vermischung des Ganzen mit Trump-Stil oder der Nutzung der Schriftart Comic Sans untermauert das. Die CVSS-Score-Berechnung zur Einschätzung des Risikos nutzen die Hinterleute auch gleich, um sich darüber lustig zu machen: Auf die mehrfache satte Höchstwertung 10 kommt noch ein Wert +3 hinzu: CVSS 13 von 10! Der auf „bumsrake.de“ angenommene Angriffsvektor [6] ergibt hingegen einen realen CVSS-Wert von 9.3, was dem Risiko „kritisch“ entspricht.
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Rechner mit Intel-Logo: macOS 26 bleibt die letzte Version.
(Bild: Mamun_Sheikh / Shutterstock)
Mit macOS 27 ist das x86-Zeitalter bei Apple vorbei. Immerhin soll es noch über einen längeren Zeitraum Patches geben. Wie vollständig die sind – unklar.
Apple hat offizielle Angaben dazu gemacht, wie lange das Unternehmen für die letzte Intel-Version von macOS [1] noch Sicherheitsupdates ausliefern wird. Bekanntermaßen endet der offizielle Support für x86-Macs mit macOS 26 [2]. Das neue, im Herbst erscheinende macOS 27 [3] wird die alten Intel-Zöpfe endgültig abschneiden und nur noch auf Macs mit Apple Silicon, also ARM-Basis, laufen. Besitzer von Intel-Macs fragten sich daher, wie lange ihre Systeme vor Lücken abgedichtet bleiben.
Die Antwort findet sich gut versteckt in einem Supportdokument [4] für Personen, die ganze Mac-Flotten betreuen. Im Rahmen eines „WWDC26 App Management Updates“ für das Apple Platform Deployment, das in dieser Woche aktualisiert wurde, heißt es, Apple werde Sicherheitsupdates für Intel-Macs für „drei Jahre“ liefern. Das entspricht ungefähr dem, was der Konzern bislang macht: Es werden stets das jüngste Betriebssystem sowie die beiden Vorgänger mit Security-relevanten Patches versehen. So gibt es aktuell zusammen mit dem jüngsten macOS (Tahoe) auch stets Updates für Sequoia (macOS 15, von 2024) und Sonoma (macOS 14, von 2023). Tahoe, das letzte Intel-System, dürfte nun ähnlich weitergeführt werden. Auch mit neuen Versionen des Safari-Browsers ist zu rechnen, vermutlich ebenfalls mindestens drei Jahre lang.
Was zunächst gut klingt, hat allerdings auch Nachteile. Apple neigt dazu, nur jeweils für die jüngste Version seiner Betriebssysteme [5] auch wirklich alle Sicherheitslücken zu stopfen. Es gibt keine konkrete Ansage, welche Bugs ungefixt bleiben und vor allem warum. Hängt es vom Schweregrad ab? Ist es von den Ressourcen bei Apple abhängig? Angaben dazu macht der Konzern schlicht nicht. Immerhin: Stellt sich heraus, dass schwerwiegende Exploits kursieren, werden auch schon mal (noch) ältere Systeme mit Updates versorgt.
Für Nutzer mit Intel-Macs heißt das: Sie bleiben auf einem alten System. Auch die internen Fehlerbehebungen von macOS 27 erhalten sie nicht. Als Alternative bietet sich wie immer an, auf Linux zu wechseln [6], um ein jeweils aktuelles System zu haben. Doch für viele Nutzer dürfte das eine zu hohe Hürde sein. Ihnen bleibt nur übrig, auf einen Apple-Silicon-Mac zu aktualisieren.
Die letzten aktuellen Intel-Maschinen hatte Apple 2020 auf den Markt gebracht. Für bestimmte Modellvarianten wie den iMac mit 27 Zoll [7] bietet der Hersteller nach wie vor keinen Nachfolger mit ARM-Technik.
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(Bild: Chubo - my masterpiece / Shutterstock.com)
YouTube Premium wird in Deutschland teurer. Das Familienabo schlägt künftig mit knapp 28 Euro pro Monat zu Buche.
Das werbefreie Abonnement YouTube Premium wird teurer. Google erhöht die Abopreise sowohl im Einzel- als auch im Familienabo. Auch Studentinnen und Studenten sowie Abonnenten des Premium-Lite-Tarifs müssen künftig mehr zahlen. Es ist die erste Preiserhöhung von YouTube in Deutschland seit 2023.
Für das Einzelabo von YouTube Premium verlangt Google künftig 14,99 statt bisher 12,99 Euro – ein Aufpreis von 2 Euro. Zahlt man das Abo für 12 Monate auf einen Schlag, kostet es 149,99 Euro statt 180 Euro bei monatlicher Zahlung.
Erheblich mehr schlägt der Konzern auf das Familienabo drauf, das sich mit bis zu fünf weiteren Familienmitgliedern ab 13 Jahren teilen lässt: Anstelle der 23,99 Euro kostet es fortan 27,99 Euro im Monat – 4 Euro mehr. Das vergünstigte Studentenabo, das bisher für 7,49 Euro im Monat gebucht werden konnte, kostet nun 8,99 Euro pro Monat – 1,50 Euro mehr.
(Bild: Andreas Floemer / heise medien)
Das im vergangenen Jahr in Deutschland eingeführte Abo Premium Lite [1] wird ebenfalls teurer. Anstelle der bisher abgerufenen 5,99 Euro pro Monat fallen nun 7,99 Euro monatlich an. Mit dem Lite-Abo werden Abonnenten „bei den meisten Videos“ keine Werbeunterbrechungen angezeigt, zudem lassen sich seit Anfang dieses Jahres [2] „die meisten“ YouTube-Videos herunterladen und „die meisten Videos“ auf Smartphones und Tablets im Hintergrund abspielen.
Die neuen Abopreise, die bereits auf der Plattform einsehbar sind, betreffen offenbar nicht nur Neukunden. Laut eines Beitrags von Caschys Blog [3] erhalten Bestandskunden derzeit Mails von YouTube, mit denen über die Preisanpassungen informiert wird. Laut YouTube werden bestehende Mitglieder mindestens 30 Tage vor einer Preiserhöhung benachrichtigt; der neue Preis wird erst im ersten Abrechnungszeitraum fällig, der mindestens 30 Tage nach der Ankündigung liegt. Die Preiserhöhungen für Deutschland deuteten sich bereits im April an. Damals drehte Google in den USA an der Preisschraube für YouTube-Abos [4].
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Logo von Apples neuen KI-Grundmodellen: Aufholjagd dank Google Gemini.
(Bild: Apple)
Um die Nutzung seiner mit Google verbesserten KI-Modelle anzuschieben, lässt Apple App-Entwickler diese unter Umständen gratis nutzen. Das sind die Bedingungen.
Apple ist sichtlich stolz auf seine Apple Foundation Models (AFM) der dritten Generation: Dank der Verknüpfung bestehender eigener Technik mit Googles Gemini-Modellen sollen Siri AI [1] und weitere Anwendungen der Künstlichen Intelligenz auf iPhone, Mac oder iPad endlich auf einem aktuellen Stand sein. Auch für Entwickler haben die verschiedenen AFM-3-Varianten Vorteile: Apple will auch die – bei der Konkurrenz zunehmend teuren [2] – Cloud-Modelle unter bestimmten Umständen kostenlos zur Verfügung stellen. Das gilt, so Josh Shaffer, Senior Director für den Bereich Platform Technologies bei Apple bei der diesjährigen „Platforms State of the Union“ [3] des Konzerns, egal, ob es sich um die erste App eines Entwicklers handelt oder dieser schon länger dabei ist.
Wer also KI-Funktionen in seiner Anwendung benötigt, soll auch zu den Cloud-Modellen [4] greifen dürfen, ohne dafür zu zahlen. Die Voraussetzung ist, dass eine App weniger als zwei Millionen Erst-Downloads im App Store hat. Damit ist die kostenlose Verwendung deutlich leichter zu erreichen als etwa Apples Small-Business-Entwicklerprogramm [5], bei dem im App Store eine geringere Provision zu zahlen ist, wenn der Umsatz im Jahr bei unter einer Million US-Dollar liegt.
API-Kosten, so Shaffer, fallen bei AFM in der Cloud nicht an. Die Modelle laufen mit Apples Datenschutzsystem Private Cloud Compute [6] (PCC), bei dem weder Apple noch Dritte auf Inhalte schauen können. Das System lief bislang nur auf Apples eigenen KI-Servern, wird nun aber auch in die Google Cloud verlagert, wo Nvidia-Chips zum Einsatz kommen. Apple hat noch keine weiteren Angaben dazu gemacht, wie viel Entwickler zu zahlen haben, die über 2 Millionen Downloads liegen.
Apple hatte Apple Intelligence schon zuvor über APIs Entwicklern zugänglich [7] gemacht. Auch hier ging es darum, die Technik populärer zu machen. Da Apples Modelle technisch hinter OpenAI & Co. lagen, griffen Developer jedoch bei anspruchsvolleren Aufgaben zu deren Angeboten. Das will der Konzern nun augenscheinlich ändern.
Apple bietet insgesamt fünf neue Modelle. AFM 3 Core und AFM 3 Core Advanced laufen lokal auf den Geräten – mit drei Milliarden Parametern beziehungsweise 20 Milliarden (als „Sparse"-Architektur, die weniger Speicher braucht). In der Cloud laufen AFM 3 Cloud (Standardmodell, „Arbeitspferd“), ADM 3 Cloud (Image) (für Bildgenerierung und Bildeditierung) und AFM 3 Cloud Pro. Letzteres soll sich für „komplexes Reasoning“ sowie erstmals auch Agentic-Tool-Use eignen. Entwickler können die Modelle bereits im Rahmen der aktuellen Developer-Betaphase von iOS 27, macOS 27 & Co. [8] ausprobieren.
Apple nennt in der Platforms State of the Union nicht explizit, welche Cloud-Modelle kostenlos nutzbar sind. Es wäre damit zumindest denkbar, dass AFM 3 Cloud Pro nicht Teil des Angebots ist – bestätigt ist das noch nicht.
Shaffer bezeichnet die Verwendung der Apple Foundation Models (Mehrzahl) in Private Cloud Compute als von API-Kosten befreit, doch hat Apple ja drei Cloud-Modelle: AFM 3 Cloud, ADM 3 Cloud (Image) und eben AFM 3 Cloud Pro.
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Apple ist drauf und dran, die Versprechen für Apple Intelligence und Siri einzulösen, nur die EU grätscht rein. Wir ordnen die zentralen Ankündigungen ein.
In einer ungewöhnlich aufgaubten WWDC-Keynote hat Apple iOS 27 & Co. vorgestellt. Im Mittelpunkt standen erneut KI und der komplette Neustart von Siri. Mit der Hilfe von Google Gemini hat Apple seine KI-Modelle aufgerüstet und löst die 2024 so großspurig gemachten Versprechen ein. Siri AI kann auf Nutzerdaten zurückgreifen, App-Aktionen ausführen, Bildschirminhalte verstehen und landet in bester Chatbot-Tradition als App auf den Geräten – nur vorerst nicht auf iPhones und iPads in der EU.
In Episode 123 ordnen Malte Kirchner und Leo Becker die Ankündigungen im Detail ein. Primär beschäftigen uns die Fähigkeiten von Siri AI, Kirchner berichtet außerdem von seinen Eindrücken vor Ort in Cupertino. Wir werfen einen Blick auf Apples KI-Architektur und wie der Hersteller das Datenschutzversprechen von Private Cloud Compute neu definiert. Zudem diskutieren wir über den verzögerten EU-Start der KI-Funktionen und Apples hektische Bemühungen um Kinderschutz. Platz bleibt auch für Freude über allerhand Verbesserungen bei den 27er-Betriebssystemen und Liquid Glass.
Der Apple-Podcast von Mac & i erscheint mit dem Moderatoren-Duo Malte Kirchner und Leo Becker im Zweiwochenrhythmus und lässt sich per RSS-Feed (Audio [2]) mit jeder Podcast-App der Wahl abonnieren – von Apple Podcasts über Overcast bis Pocket Casts.
Zum Anhören findet man ihn auch in Apples Podcast-Verzeichnis (Audio [3]) und bei Spotify [4]. Wir freuen uns über Feedback, Kritik und Fragen an podcast@mac-and-i.de [5].
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Automatische Passwort-Änderung in iOS 27: Apple kann auch agentisch.
(Bild: Apple)
Das Wort „Agentic“ nimmt Apple selten in den Mund. Mit der Passwörter-App ändert sich das. Die kann künftig allein durchs Web ziehen.
Egal, ob bei OpenAI, Anthropic oder Google – wenn es um Künstliche Intelligenz geht, sind die Begriffe „KI-Agent“ oder „agentisch“ nicht weit. Apple hingegen hält sich hier zurück, Softwarechef Craig Federighi gab unlängst vor Presse und Analysten [1] sogar an, heutige Agenten für Endkunden (also außerhalb von Coding-Assistenten) seien „spannende Experimente“, aber noch „sehr früh“. Doch bei der WWDC-Keynote am Montag [2] gab es zumindest einmal den Begriff „agentic“ zu hören. Das war an unerwarteter Stelle: bei Neuerungen in Apples Passwörter-App.
Das Feature steckt in iOS 27 [3] und soll dafür sorgen, dass kompromittierte Zugangsdaten schneller aktualisiert werden können. Zwar kann Passwörter bereits jetzt davor warnen, wenn Account-Daten in bekannten Leaks aufgetaucht sind. Die eigentliche Arbeit hat aber der Nutzer: Er muss sich selbst auf die jeweilige Website begeben, um sie zu ändern und damit wieder abzusichern. Mit iOS 27 soll das nun ein „neuer agentischer KI-Workflow“ übernehmen, so Apple.
Dazu gibt es eine neue Funktion, mit der Passwörter automatisch korrigiert werden können. Im Bereich „Sicherheit“ enthält die App nun eine Übersicht mit Empfehlungen. Will man die Änderung automatisch vornehmen lassen, klickt man auf „Beheben“. Dann läuft im Hintergrund Apples Agent, der sich einloggt und die Passwörter ändert und diese dann schließlich in der Passwörter-Datenbank ablegt (die sich auch über iCloud synchronisieren lässt). Apple gibt an, dass dabei jeweils sichere Passwörter nach Vorgaben des Nutzers verwendet werden.
Apple hat noch keine Angaben dazu gemacht, wie die Funktion technisch funktioniert. Da sie aber offenbar mit allen Websites arbeitet, müsste der Agent im Hintergrund tatsächlich einen Browsing-Modus nutzen. Der Vorgang ist äußerst sensibel, entsprechend bleibt zu hoffen, dass Apple hier entsprechende Dokumentationen vorlegt, damit Sicherheitsforscher sich die Funktion näher anschauen können.
Nutzer sollen jederzeit in der Passwörter-App Zugriff auf das geänderte Passwort haben, allerdings macht man sich dadurch weiter von einem Anbieter (nämlich Apple) abhängig. Passwort-Manager gibt es von vielen Anbietern, darunter auch quelloffene Systeme.
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(Bild: Tyaga004 / Shutterstock.com)
BYD investiert Milliarden in Europas schnellste Ladepunkte. In nur fünf Minuten sollen E-Autos voll sein – doch die Rekord-Power hat einen Haken.
Der chinesische Autobauer BYD macht Ernst damit, Europas Ladeinfrastruktur auf ein neues Level zu heben.
Wie BYD selbst [1] berichtet, will das Unternehmen knapp 2 Milliarden Euro investieren, um seine sogenannte Flash-Charging-Technologie auf dem Kontinent zu etablieren.
Bis Ende 2026 sollen [2] in Europa 3.000 Schnellladepunkte entstehen, davon 600 in Großbritannien. In China peilt BYD bereits bis Jahresende 20.000 Stationen an.
Die Ladestationen erreichen eine Spitzenleistung von 1.500 Kilowatt – also 1,5 Megawatt. Zum Vergleich: Teslas aktuelle V4-Supercharger kommen auf maximal 500 Kilowatt je Post; der Cybertruck lädt aber in der Praxis mit bis zu 325 Kilowat [3]t, andere Pkw-Modelle erreichen bis zu 250 Kilowatt. Das europäische Netzwerk IONITY rüstet gerade schrittweise auf bis zu 600 Kilowatt [4] auf.
Pro Station kalkuliert BYD mit Kosten von rund 580.000 Euro. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien sollen laut The Verge [5] die ersten europäischen Märkte sein.
Stella Li, Vizepräsidentin (Executive Vice President) von BYD, bezeichnete das Schnellladen [6] gegenüber der Financial Times als die "letzte Hürde" für Verbraucher beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge.
Die beworbenen Ladezeiten klingen ambitioniert: Kompatible Fahrzeuge sollen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent [7] laden, in neun Minuten von 10 auf 97 Prozent. Selbst bei minus 30 Grad Celsius verspricht BYD einen Ladevorgang von 20 auf 97 Prozent in zwölf Minuten.
Allerdings setzt die volle Leistung BYDs neueste Blade-Battery-Generation voraus. Derzeit kann in Europa nur ein einziges Modell die Flash-Charger voll ausreizen: der Denza Z9GT, der zur Premiummarke Denza gehört und ab 115.000 Euro erhältlich ist.
Zwar können alle Fahrzeuge mit CCS2-Anschluss die Stationen nutzen, die Spitzenleistung bleibt aber BYD-Modellen vorbehalten. Wie genau die 1.500-kW-Technik über den in Europa genutzten CCS2-Standard implementiert wird, lässt der Hersteller bislang offen.
Damit die enormen Ladeleistungen nicht das europäische Stromnetz überlasten, setzt BYD auf lokale Batteriespeicher. Jede Station verfügt über Pufferbatterien, die nachts günstig aus dem Netz geladen werden und tagsüber die Energie an die Fahrzeuge abgeben.
"Wir werden mehr in Batteriespeicher investieren, das bedeutet also, dass wir das Netz nicht zusätzlich belasten", sagte Li der Financial Times. Pro Standort ist von zwei Batterien mit zusammen vier Megawattstunden Kapazität die Rede.
Die größte Hürde für den Ausbau sieht BYD nicht in der Technik, sondern in der Bürokratie. Bono Ge, Leiter des britischen BYD-Geschäfts, erklärte laut FT:
"Die Herausforderung liegt nicht in der Einrichtung. Es geht wirklich darum, wie schnell die Gemeinden ihre Genehmigung erteilen können. Wir können das sehr schnell umsetzen."
Ob Kooperationen mit bestehenden Netzbetreibern wie IONITY oder Fastned geplant sind, ist derzeit nicht bekannt – BYD positioniert das System als eigene Infrastruktur.
Der Vorstoß erinnert an Teslas Supercharger-Strategie, die dem US-Hersteller einst entscheidende Marktanteile sicherte. Tesla verfügt in Europa allerdings bereits über rund 20.000 Ladepunkte.
Der EU-Marktanteil von BYD stieg laut Branchenverband ACEA in den ersten vier Monaten 2026 von 0,8 auf 1,9 Prozent. In Großbritannien liegt der Hersteller mit 3,4 Prozent bereits vor Renault und Volvo Cars.
Langfristig will BYD die Flash-Charging-Batterietechnik auch in günstigere Modelle bringen.
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Spieler von Pokémon Go haben mit ihren Scans zur Entwicklung von Navigationssystemen beigetragen, die nun auch vom Militär genutzt werden.
(Bild: Stoyan Yotov / Shutterstock.com)
Niantic nutzte Pokémon-Go-Scans für ein visuelles Navigationssystem – jetzt setzt ein US-Rüstungskonzern die Technik ein.
Als der Niederländer Floris De Hingh seine Smartphone-Kamera durch das Wohnzimmer schwenkte, wollte er nur ein virtuelles Pokémon fangen. Heute stecken genau diese Bilddaten im Navigationsalgorithmus einer US-Militärdrohne, die ohne GPS-Signal durch Häuserschluchten fliegen soll.
De Hingh hatte zugestimmt – mit einem Fingertipp, den er für Teil eines Spiels hielt. "Ich habe einfach nur ein Spiel gespielt", sagte der 34-Jährige [1] gegenüber der niederländischen Zeitung Trouw. Er hatte sogar das Innere seiner Wohnung gescannt.
De Hingh ist einer von Hunderten Millionen Pokémon-Go-Nutzern, die seit 2021 sogenannte PokéStop-Scans anfertigten – kurze 360-Grad-Videos von Gebäuden, Straßen und Parks, aufgenommen für Belohnungen im Spiel.
Rund 30 Milliarden solcher Aufnahmen befinden sich mittlerweile im Besitz von Niantic Spatial, dem Technologie-Ableger des ursprünglichen Pokémon-Go-Entwicklers.
Daraus entstand ein Visual Positioning System (VPS), das Kamerapositionen zentimetergenau bestimmt, indem es Live-Bilder mit einem dreidimensionalen Weltmodell abgleicht. Bereits zwei erkennbare Referenzpunkte von wenigen Pixeln Breite genügen, um einen Standort zu fixieren – ganz ohne Satellitensignal.
Im Dezember 2025 gaben Niantic Spatial und der US-Rüstungskonzern Vantor, vormals Maxar Intelligence, eine Partnerschaft bekannt, die exakt dieses System für militärische Einsätze nutzbar machen soll.
Vantor ist kein Startup: Das Unternehmen hält einen 70-Millionen-Dollar-Folgeauftrag der US-Geheimdienstbehörde National Geospatial-Intelligence Agency und beliefert mehr als 1,2 Millionen Nutzer der US-Regierung [2] mit Content.
Erste Tests des integrierten Luft-Boden-Navigationssystems haben nach Vantors Angaben bereits Ergebnisse geliefert: Das System erzielte bis zu 70 Prozent weniger Positionierungsfehler und eine Genauigkeit von rund 1,5 Metern.
Das technische Prinzip dahinter ist so elegant wie beunruhigend. Während GPS auf Satellitensignale angewiesen ist, die in Städten, Tunneln oder Kriegsgebieten gestört sein können, sich fälschen oder komplett blockieren lassen, orientiert sich VPS rein visuell.
Niantics Boden-Modul gleicht Kamerafeeds mit seinem 3D-Modell ab, Vantors Raptor-Software erledigt dasselbe in der Luft. Zusammen sollen Drohne und Bodenpersonal in Echtzeit identische Koordinaten teilen – ohne jede Satellitenverbindung.
In der gemeinsamen Pressemitteilung benennen die Unternehmen "Nichtverfügbarkeit, Spoofing, Interferenzen und Störsignale" von GPS als zentrale Schwachstelle. Autonome Drohnen, Fahrzeuge und AR-Brillen sollen auf dem System laufen.
Der ethische Kern des Falls liegt in einer juristischen Klausel, die kaum ein Spieler gelesen haben dürfte. Wer die Scan-Funktion aktivierte, gewährte Niantic eine "übertragbare, unterlizenzierbare Lizenz" für das Material – eine Formulierung, die den Weiterverkauf an beliebige Dritte einschließt.
Iris Muis, Expertin für Datenethik an der Universität Utrecht, brachte das Dilemma gegenüber Trouw auf den Punkt: Ein Nutzer könne sich schlicht nicht vorstellen, wie seine Daten in fünf Jahren verwendet werden. Wer 2021 einem Spiel zustimmte, erteilte keine Einwilligung für ein Rüstungsprogramm im Jahr 2026.
Jeroen van den Hoven, Professor für Ethik und Technologie an der TU Delft, wurde demnach noch deutlicher: "Die Menschen, die dachten, sie würden ein Spiel spielen, wurden eindeutig hinters Licht geführt." Manche Verantwortliche im Unternehmen hätten womöglich längst gewusst, welche zukünftigen Anwendungen möglich seien.
Auf die direkte Frage von Trouw, ob das militärische System auf Pokémon-Go-Daten zurückgreift, erklärte Vantor, man werde die Spieldaten nicht nutzen. Ob das einzusetzende Modell aber bereits damit trainiert wurde, wollte das Unternehmen laut Bericht aber nicht beantworten.
Niantic Spatial räumte in einer früheren Stellungnahme ein, die Scans hätten eine "frühe Version" des Navigationsmodells trainiert. Zur Verteidigungspartnerschaft habe man "derzeit keine neuen Informationen zu teilen".
Van den Hoven hält diese Lücke für den eigentlichen Skandal. KI-Modelle beginnen mit einem Datensatz und nehmen dann immer mehr Daten auf, bis die ursprünglichen Beiträge zu Mustern verschwimmen.
"Ohne die riesige Anzahl an Scans all dieser Spieler wäre die Entwicklung dieses Systems niemals so schnell vorangekommen", sagte er . Sobald ein Scan im Modell steckt, lässt er sich praktisch nicht mehr nachweisen – die Leugnung wird komfortabel unwiderlegbar.
Der militärische Dreh erscheint weniger überraschend, wenn man die Firmengeschichte kennt. Niantic ging aus Keyhole hervor, einem Geodaten-Unternehmen, das 2003 Finanzmittel von In-Q-Tel erhielt – dem Venture-Arm der CIA.
Keyholes Dienste unterstützten laut einer In-Q-Tel-Pressemitteilung US-Truppen im Irakkrieg.
Google kaufte Keyhole 2004, CEO John Hanke baute Google Maps und Street View auf, gründete 2010 Niantic Labs und gliederte es 2015 aus.
2025 spaltete sich die Struktur erneut: Die Spiele-Sparte ging für 3,5 Milliarden Dollar an Scopely, das der Savvy Games Group gehört [3], einem Unternehmen des saudischen Public Investment Fund (PIF). Die militärisch verwertbare Kartentechnologie blieb unter Hanke bei Niantic Spatial. Die Spiele gingen also an einen Staatsfonds; die Karte ging dagegen an die Rüstungsindustrie.
Pokémon Go steht dabei nicht allein. Metas Smart-Brillen scannen permanent die Umgebung, Apples AR-Hardware modelliert Innenräume, Waymos Robotaxis rekonstruieren detaillierte Straßenlayouts.
Der britische Spieledesigner Adrian Hon rät Spielern inzwischen, keine Scans mehr zu machen und auf kleinere Spiele auszuweichen, bei denen ein Datenweiterverkauf unwahrscheinlicher sei .
Van den Hoven fordert darüber hinaus, dass Europa ein eigenes VPS-Äquivalent entwickelt, um nicht von fremden Navigationssystemen abhängig zu werden.
De Hingh, der Pokémon Go längst aufgegeben hat, nannte die Enthüllung einen "enormen Augenöffner": "Ein Spiel muss ein Spiel bleiben."
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Quelloffene technologische Souveränität mit US-Dateiformaten? LibreOffice übt Kritik
(Bild: Shutterstock AI/Shutterstock.com)
Wurmfortsatz proprietärer Anbieter? Das europäische Softwareprojekt Euro-Office steht kurz nach seinem Debüt unter Beschuss. Ein Überblick.
Nur wenige Stunden nach dem Release von Euro-Office 1.0 [1] veröffentlichte Italo Vignoli, Gründungsmitglied der Document Foundation, am Montag einen offenen Brief [2], in dem er zentrale Behauptungen des Projekts zurückweist. Euro-Office werde als "erste quelloffene, in Europa entwickelte Office-Suite" vermarktet – eine Aussage, die Vignoli als schlicht falsch bezeichnet.
Diese Rolle komme OpenOffice.org [3] zu, das im Jahr 2001 auf Basis des Quellcodes von StarOffice entstanden sei, gefolgt von LibreOffice im Jahr 2010. Euro-Office sei damit nicht die erste, sondern die jüngste europäische Office-Suite. Doch die Kritik zielt auch auf den Kern des Projekts.
Euro-Office [4] ist ein sogenannter Fork – also eine Abspaltung – der quelloffenen Suite OnlyOffice [5]. Das Projekt wurde im April von den deutschen Unternehmen Nextcloud und Ionos gemeinsam mit weiteren europäischen Partnern ins Leben gerufen, darunter Eurostack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, Open-Xchange und Office.eu.
Ziel ist es, Unternehmen, Behörden und Organisationen eine europäisch kontrollierte Alternative zu Diensten wie Microsoft Office oder Google Docs zu bieten, mit der Nutzer gemeinsam Dokumente, Tabellen und Präsentationen erstellen und bearbeiten können. Damit soll Europa technologisch stärker souverän werden.
Technisch wurde OnlyOffice als Basis gewählt, weil Nextcloud und Ionos dessen Architektur und Codebasis gegenüber LibreOffice und dessen Browservariante Collabora als moderner einschätzen. Kurz nach der Projektankündigung hatte OnlyOffice noch Lizenzverletzungen vorgeworfen – ein Streit, der laut Karlitschek inzwischen beigelegt sei: Entsprechende Quell- und Markenhinweise seien ergänzt worden.
Der Kern der Kritik von Vignoli und der Document Foundation richtet sich gegen das Dateiformat, das Euro-Office standardmäßig verwendet.
Euro-Office setzt auf das Office Open XML-Format (OOXML) – ein proprietäres Format, das ausschließlich von Microsoft entwickelt und kontrolliert wird. Echte digitale Souveränität, so Vignoli, setze jedoch die Nutzung des Open Document Format (ODF) voraus, eines ISO-zertifizierten offenen Standards, der sicherstelle, dass Nutzer die volle Kontrolle über ihre eigenen Inhalte behalten.
Euro-Office stärke damit Microsofts Strategie gegen die digitale Souveränität Europas, anstatt ihr entgegenzuwirken. Vignoli erinnerte zudem daran, dass viele der heutigen Verfechter digitaler Souveränität 2006, als der offene ODF-Standard angekündigt wurde, noch geschwiegen hätten – und der Document Foundation damals teils mit herablassendem Lächeln begegnet seien.
Ein Sprecher von Euro-Office entgegnete [6] gegenüber dem Fachmedium The Register: "Wir stimmen darin überein, dass proprietäre Dateiformate ein ernstes Hindernis für die digitale Souveränität darstellen. Deshalb müssen wir Nutzern helfen, die an diesen Formaten festhalten, und ihnen ermöglichen, mit einer offenen Office-Plattform zu arbeiten." Euro-Office werde die Entwicklung auf eine verbesserte ODF-Unterstützung konzentrieren: "Letztlich sollte ODF der Standard sein – nicht OOXML. Darauf werden wir hinarbeiten."
Neben dem Formatstreit gibt es weitere Einwände. Das Technologieportal TechRadar berichtet [7] unter Berufung auf eine Analyse von Cybernews, dass bis zu 99 Prozent des Quellcodes von Euro-Office auf Entwickler zurückzuführen sei, die in russischen Zeitzonen arbeiten – eine direkte Folge der Herkunft aus dem OnlyOffice-Projekt, dessen ursprünglicher Entwickler in Russland ansässig ist.
Zudem soll Euro-Office weiterhin ausgewählte Code-Änderungen aus dem vorgelagerten OnlyOffice-Projekt übernehmen, was eine fortbestehende Abhängigkeit von russischen Softwareentwicklern nahelegt. Kritiker sehen darin ein Sicherheitsrisiko, das den Souveränitätsanspruch des Projekts grundsätzlich in Frage stellt.
LibreOffice selbst hatte Ende Mai einen Strategiewechsel angekündigt: Die freie Office-Suite soll sich künftig stärker in Richtung Webbrowser, Smartphones und kollaboratives Arbeiten weiterentwickeln – und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Euro-Office.
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(Bild: Haleng)
Statt Oszilloskop-Kurven liefert der I2C Doctor verständliche Hinweise zur Fehlerursache auf dem I²C-Bus.
Haleng hat für I2C-Debugging den I2C Doctor entwickelt. Ein Diagnosewerkzeug mit integriertem Bildschirm, das die Analyse von I²C-Anwendungen vereinfachen soll.
Das Gerät basiert auf einem ESP32 mit zwei Prozessorkernen und 240 MHz Taktfrequenz sowie 4 MB Flash-Speicher. Die Bedienung erfolgt über drei Tasten und ein 1,3 Zoll großes TFT-Farbdisplay mit einer Auflösung von 240 × 240 Pixeln. Die Stromversorgung übernimmt eine USB-C-Buchse. Das eigentliche Einsatzgebiet liegt jedoch auf der Hardwareseite: Über Grove-, STEMMA-, QT- und QWIIC-Anschlüsse sowie zusätzliche Stiftleisten lässt sich der I2C Doctor direkt mit Schaltungen verbinden.
Nach dem Anschluss analysiert das Gerät den Zustand des I²C-Busses. Dabei werden Spannungen, Pull-up-Widerstände, Kurzschlüsse, Signalanstiegszeiten und Ströme bewertet. Anschließend berechnet die Firmware einen Gesundheitswert zwischen 0 und 100 Prozent und gibt konkrete Empfehlungen aus. Statt Rohdaten oder Oszilloskop-Kurven erhält der Anwender Hinweise in Klartext. Wer schon einmal mehrere Stunden damit verbracht hat, herauszufinden, warum ein OLED-Display einfach schwarz bleibt, dürfte diesen Ansatz zu schätzen wissen.
Die Analyse berücksichtigt dabei verschiedene I²C-Geschwindigkeiten von 10 kHz bis 1 MHz. Über DIP-Schalter können Pull-up-Widerstände mit 10 kΩ, 4,7 kΩ, 2,2 kΩ oder 1 kΩ zugeschaltet werden. So lässt sich direkt prüfen, wie sich unterschiedliche Konfigurationen auf die Busqualität auswirken. Zusätzlich überwacht ein Pull-up-Analyzer die Widerstandswerte und bewertet sie als passend, zu hoch oder zu niedrig.
Neben der eigentlichen Diagnose verfügt der I²C Doctor über eine Reihe weiterer Werkzeuge. Ein integrierter Adress-Scanner erkennt angeschlossene Geräte und versucht anhand einer internen Datenbank, bekannte Sensoren automatisch zu identifizieren. Ferner gibt es einen Live-Monitor, der die Kommunikation eines Masters beobachtet und Informationen wie Busgeschwindigkeit, Datenrate sowie die zuletzt übertragenen Bytes anzeigt.
Für Entwickler eigener Hardware dürfte insbesondere der Bereich „Fault Injection“ interessant sein. Hier können gezielt Fehlerzustände simuliert werden. So lassen sich zusätzliche Leitungskapazitäten zuschalten, um lange Kabel nachzubilden. Auch elektromagnetische Störungen, Clock Stretching oder ein blockierter Bus können künstlich erzeugt werden. Damit kann überprüft werden, wie robust eine Schaltung auf ungünstige Bedingungen reagiert. Wer seine Hardware bisher nur unter Idealbedingungen getestet hat, bekommt hier gewissermaßen einen eingebauten Nörgler für den I²C-Bus.
Ebenfalls vorhanden sind ein Stresstest für einzelne Geräte, ein Werkzeug zur Ermittlung der maximal stabilen Kommunikationsgeschwindigkeit sowie Funktionen zum Lesen und Schreiben von Registern. Sogar ein Sensor-Simulator ist integriert. Dabei verhält sich der I2C Doctor selbst wie ein I2C-Gerät und kann beliebige Daten an einen Master zurückliefern. Das kann bei der Entwicklung eigener Firmware hilfreich sein, wenn die eigentliche Hardware noch nicht verfügbar ist.
Auch an den Praxiseinsatz wurde gedacht. Die I²C-Schnittstellen sind durch Serienwiderstände geschützt.
Firmware-Updates erfolgen entweder per USB oder drahtlos über einen integrierten WLAN-Access-Point. Dazu wird eine neue Firmware-Datei über den Browser auf das Gerät übertragen. Der verbaute ESP32 besitzt zwar WLAN-Unterstützung, laut Dokumentation wird standardmäßig jedoch keine Antenne montiert. Für Updates sollte sich das Gerät daher in unmittelbarer Nähe befinden.
Mit Abmessungen von rund 84 × 50 mm inklusive Gehäuse bleibt der I2C Doctor kompakt genug für den Werkzeugkoffer oder die Schreibtischschublade. Für Maker, die regelmäßig mit Sensoren, Displays oder Mikrocontrollern arbeiten, könnte das Gerät eine interessante Ergänzung zu Multimeter und Logikanalysator sein. Ein Oszilloskop ersetzt es zwar nicht, dafür verspricht es eine deutlich angenehmere Antwort auf die Frage, warum der I²C-Bus mal wieder beschlossen hat, heute nicht mitzuarbeiten.
Erhältlich ist der I2C Doctor für 59 US-Dollar auf Tindie. [1] Dort findet man auch eine ausführliche Dokumentation.
Wer doch ein Oszi haben möchte, wird in unserem Maker-Guide dazu [2] an die Hand genommen
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