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H2 als Energiespeicher: Großmotor nutzt reinen Wasserstoff zur Stromerzeugung

Von Mario Petzold — 15. Juni 2026 um 09:28
Im Gegensatz zu Gasturbinen läuft der Motor schon jetzt ausschließlich mit Wasserstoff. Grundlage ist ein Diesel-Schiffsmotor.
Der stationär genutzte Schiffsmotor wird im praktischen Betrieb getestet. (Bild: Wärtsilä)
Der stationär genutzte Schiffsmotor wird im praktischen Betrieb getestet. Bild: Wärtsilä

Der finnische Motorenspezialist Wärtsilä hat im nordspanischen Bermeo einen zu 100 Prozent mit Wasserstoff betreibbaren Motor installiert. Er ist mit dem spanischen Stromnetz verbunden und speist bei Bedarf in dieses ein.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den ersten Motor, der im praktischen Einsatz H2 nutzt, wobei es sich aber noch um eine Versuchsanlage handelt, in der die optimalen Motoreinstellungen untersucht werden. Erst im Februar hatte die MAN-Tochter Everllence in Augsburg einen ähnlichen Motor präsentiert, der jedoch nur in einem Prüfstand lief.

Wärtsilä hingegen testet den Motor, der eine Leistung von 10 Megawatt erreicht, im praktischen Einsatz. Das Modell 31H2 war ursprünglich als Schiffsmotor entworfen worden und kann nahezu jeden fossilen Treibstoff verbrennen, wobei Wasserstoff zusätzliche Herausforderungen bereithält.

Ganz anderes Verhalten beim Verbrennen

Anders als Diesel, Benzin oder auch Erdgas verbrennt Wasserstoff um ein Vielfaches schneller und die Flammen werden heißer. Die genaue Taktung, die eingespritzte Menge und die Abgasabführungen mussten deshalb angepasst werden. Laut Hersteller läuft diese Testphase bereits seit 2020, um auf eine Quote von 100 Prozent Wasserstoff zu kommen.

Hinzu kommt, dass Wasserstoff wesentlich aggressiver mit anderen Materialien reagiert. Er kann in bestimmte Legierungen eindringen und zerstört Dichtungen, die üblicherweise für fossile Energieträger bestimmt sind.

Motor liegt vor Gasturbine

Anders als bei Kolbenmotoren, wo diverse Hersteller bereits die Quote von 100 Prozent Wasserstoff vermelden konnten, gibt es dies bei Gasturbinen noch nicht. Hier werden in der Regel Volumenanteile von 30 bis 75 Prozent erreicht, was einem Massenanteil des Wasserstoffs von 5 bis 25 Prozent entspricht.

Auf eine große Gasturbine, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden kann, muss wohl noch einige Jahre gewartet werden. Gut möglich also, dass deshalb zuerst umgebaute Schiffsmotoren als Backup-Lösung ins Stromnetz integriert werden, vorausgesetzt, die Wasserstoffproduktion läuft ebenfalls an.

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Verdacht auf Rechtsbeugung: Polizist soll Beweise per KI fabriziert haben

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 17:15
Polizist nimmt Fingerabdrücke von einem Verdächtigen

(Bild: Pixel-Shot / Shutterstock.com)

Ermittlungen wegen Rechtsbeugung in Derbyshire – zeitgleich startet die Regierung ihr 75-Millionen-Pfund-Programm PoliceAI.

Gegen einen Polizisten der britischen Polizei in Derbyshire wird wegen des Verdachts der Rechtsbeugung (im Original: perverting the course of justice) ermittelt, da er in mehreren Fällen Beweismaterial mithilfe von KI-Systemen gefälscht haben soll.

Wie die Times berichtet, arbeitet die Staatsanwaltschaft bereits [1] mit Gerichten zusammen, um potenziell betroffene Strafverfahren zu identifizieren.

Der Fall enthüllt eine tiefe Kluft in der britischen Strafverfolgung: Ausgerechnet in der Woche, in der die Regierung ihr neues, 75 Millionen Pfund schweres Programm "PoliceAI" offiziell vorgestellt hat [2], zeigt sich, wie unkontrolliert die Technologie von Beamten eingesetzt werden kann. Denn klare Leitplanken fehlen bisher völlig.

Der beschuldigte Beamte wurde vom aktiven Dienst abgezogen, Festnahmen gab es bislang aber keine.

Während das nationale Zentrum "PoliceAI" eigentlich gestartet wurde, um jährlich 6 Millionen Arbeitsstunden einzusparen und Beamte zu entlasten, zeigt der Missbrauch in Derbyshire das immense Risiko eines verfrühten KI-Einsatzes im Justizsystem.

Erfundenes Fußballspiel als Polizeigrundlage

Der Fall in Derbyshire ist kein isolierter Ausrutscher. Bereits zuvor hatte die Polizei der West Midlands KI-generierte Falschinformationen in eine sicherheitspolitische Entscheidung einfließen lassen.

Bei einer Risikoanalyse zum Europa-League-Spiel zwischen Aston Villa und Maccabi Tel Aviv stützte sich die Behörde auf ein angebliches Match zwischen Maccabi und West Ham United – ein Spiel, das nie stattgefunden hat [3]. Die Halluzination stammte aus Microsoft Copilot.

Chief Constable Craig Guildford hatte zunächst vor dem Home-Affairs-Ausschuss des Parlaments bestritten, KI eingesetzt zu haben, musste dies später korrigieren und ging vorzeitig in den Ruhestand.

140 Millionen Pfund für die digitale Aufrüstung

Ungeachtet solcher Vorfälle treibt die Regierung ihr Programm voran. PoliceAI, angesiedelt am College of Policing mit rund 50 Mitarbeitenden, soll für alle 43 Polizeibehörden in England und Wales KI-Werkzeuge testen und ausrollen.

Polizeiministerin Sarah Jones erklärte bei der Vorstellung [4], man wolle "Millionen von Stunden an Polizeizeit freisetzen" und "mehr Fälle schneller vor Gericht bringen".

Insgesamt fließen 140 Millionen Pfund in KI-Technologien, darunter 40 neue Einheiten für Echtzeit-Gesichtserkennung. Pilotprojekte in bis zu zehn Behörden starten 2026, der landesweite Rollout ist für 2027 geplant.

Ein öffentliches Register aller polizeilich eingesetzten KI-Tools soll erst im Herbst kommen. KI-Modelle will man künftig unabhängig auf Genauigkeit und Bias prüfen lassen.

Interimsdirektor Alex Murray betonte gegenüber dem NPCC [5], jede im Strafrechtssystem eingesetzte Technologie müsse einen Standard erfüllen, der "jeden vernünftigen Zweifel ausschließt".

Kontrollmechanismen hinken dem Rollout hinterher

Genau hier liegt das Dilemma: Die Werkzeuge werden verteilt, bevor die Leitplanken stehen.

In Derbyshire gab es nach Angaben der Polizei keinerlei Beschränkungen für den KI-Einsatz durch Beamte. Die internen Richtlinien verlangten zwar eine manuelle Prüfung vor der Verwendung in Verfahren – offensichtlich ohne Wirkung.

Wenn Halluzinationen eines Sprachmodells über Schuld und Unschuld oder über Polizeimaßnahmen mitentscheiden, steht nicht nur die Effizienz der Polizei auf dem Spiel, sondern das Fundament britischer Strafverfolgung: Policing by Consent – Polizeiarbeit mit Zustimmung der Bürger.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11331633

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.thetimes.com/uk/crime/article/police-officer-ai-evidence-qqtjdwtzj
  2. https://www.gov.uk/government/news/policeai-to-speed-up-investigations-and-fight-crime
  3. https://news.sky.com/story/derbyshire-police-officer-investigated-for-using-ai-to-create-evidence-in-multiple-cases-13553661
  4. https://www.gov.uk/government/speeches/policing-minister-on-the-launch-of-policeai
  5. https://news.npcc.police.uk/releases/new-ai-centre-to-free-up-frontline-time-speed-up-justice-and-support-officer-welfare

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Fleischwerbe-Verbot: "Kein Platz für Firmen, die Klimakrise vorantreiben"

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 14:00
Reklametafel in Amsterdam mit Wurst-Verbotsschild

Amsterdam. Bild: GaudiLab / Shutterstock.com / Grafik "Wurst-Verbotsschild": TP

Amsterdam verbannt Fleisch- und Auto-Werbung von Plakatwänden. Die Fleischindustrie kritisiert die Maßnahme scharf.

Während deutsche Städte sich schwer tun, auf umweltschädliche Einwegverpackungen eine Umweltsteuer zu erheben und die Regierung des bayerischen Freistaats eine derartige Belastung der Systemgastronomie gleich ganz verboten und dafür noch 140 Millionen Euro [1] Bundessteuern verschenkt hat, macht die niederländische Hauptstadt kurzen Prozess.

Als weltweit erste Großstadt legt Amsterdam fest, dass Außen-Werbeflächen künftig nicht mehr für klimaschädliche Produkte gebucht werden dürfen. Damit ist Reklame für Fleisch und Wurstwaren sowie Anbieter fossiler Energie seit dem 1. Mai 2026 [2] tabu.

Dies betrifft jedoch nur die Affichenwerbung, also die Werbeplakate an Litfaßsäulen und Plakatwänden. Alle anderen Werbeformen sind von dem Verbot nicht betroffen, weil die Stadt dort kein Hausrecht besitzt.

Seit 1. Mai [3] also ist im öffentlichen Raum, also an Straßen, Plätzen und Haltestellen von Bahnen und ÖPNV sowie in U-Bahn-Stationen keine Werbung mehr etwa für Hamburger, Kreuzfahrten, Dieselautos oder Flugreisen erlaubt. Eine Mehrheit des Gemeinderats stimmte dem Verbot zu. Nach Angaben der Stadt ist Amsterdam damit die erste Hauptstadt der Welt, die Fleisch-Reklame verbietet. Werbung in Fernsehen, Internet oder Supermärkten bleibt weiterhin erlaubt. Im Übergangsjahr 2026 setzt Amsterdam das Verbot zunächst ohne Bußgelder durch – Strafen folgen erst ab 2027 [4].

An deren Stelle sollen dann etwa an Bushaltestellen plakative Anzeigen für Kultur, für das Rijksmuseum oder Konzertveranstaltungen treten. Hinter dem Verbot steckt eine strategische Absicht. Die Stadt will ihr Straßenbild mit den selbst gesteckten Klimazielen abgleichen [5], wie die BBC berichtet.

Denn man strebt an, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Im gleichen Zeitraum soll der Fleischkonsum halbiert werden. Das müsse auch die öffentliche Werbung widerspiegeln.

"Most people don't understand why the municipality should make money out of renting our public space with something that we are actively having policies against."

BBC

Die Grüne Partei GroenLinks, eine der Initiatoren des Verbotes, sprach von einem "wichtigen Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit." "Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, ist in Amsterdam kein Platz mehr", sagte [6] die grüne Stadtabgeordnete Jenneke van Pijpen [7].

Es kommt Zuspruch vonseiten der Wissenschaft. So verweist die Epidemiologin Joreintje Mackenbach auf eine Studie, die zeigt, dass Londons nahverkehrsweites Junkfood-Werbeverbot von 2019 zu weniger Konsum führte.

Werbeverbot für klimaschädliche Produkte ist niederländischen Kommunen nicht neu

Schon 2020 wollte Amsterdam sogenannte fossile Reklame verbieten. Doch bisher kam es nicht dazu. Reklame-Verbote für Dienste oder Produkte, die fossile Energie nutzen und dem Klima schaden, gibt es jedoch bereits in anderen niederländischen Städten. Reklame für Fleisch wurde bisher nicht verboten. Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Den Haag eine Klage von Reiseveranstaltern gegen das Reklame-Verbot abgewiesen.

Die Stadt Den Haag, in der die niederländische Regierung ihren Sitz hat, hatte schon ab dem 1. Januar 2025 [8] fossile Werbung im öffentlichen Raum für Flugreisen, Kreuzfahrten oder Autos mit Verbrennungsmotor untersagt. "Die Meinungsfreiheit gilt auch für Unternehmen und Marken", sagte der Direktor [9] des Verbandes der Reiseveranstalter ANVR, Frank Radstake [10] dem TV-Magazin Nieuwsuur.

Die niederländische Stadt Haarlem [11] war 2022 Vorreiter bei den Werbeverboten und untersagte Werbung für Fleisch in öffentlichen Räumen. Das Verbot trat 2024 in Kraft. Utrecht und Nijmegen folgten.

Auch international gewinnt das Thema an Relevanz: Städte wie Edinburgh, Sheffield, Stockholm und Florenz haben Verbote für Werbung für fossile Brennstoffe erlassen. In Frankreich erfolgte dieses Verbot sogar landesweit, was kaum Aufsehen erregte, weil die Werbung einfach aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwand.

Warum wird die Affichenwerbung so beachtet?

Die Plakatwerbung wird anders als Internet- oder TV-Werbung, die man abschalten kann, mehr im Vorübergehen wahrgenommen und prägt sich ungewollt ohne direkten Werbebezug ein. Untersuchungen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass die Affichenwerbung sich bestens mit Rundfunkwerbung kombinieren lässt und so effiziente Erinnerungspotentiale weckt wie TV-Werbung, aber zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Die wissenschaftliche Theorie hinter dem Affichenverbot: Durch eine überall sichtbare Werbung normalisieren sich bestimmte politisch nicht mehr gewollte Konsummuster. Ohne diesen permanenten visuellen Reiz im öffentlichen Raum könnten sich gesellschaftliche Normen durchaus verschieben, ähnlich wie beim Tabakwerbeverbot. Und so hofft man in den Niederlanden auf einen Tabak-Moment für stark verarbeitete Lebensmittel.

Kritik an den Werbeverboten kommt wie zu erwarten von der Fleisch verarbeitenden Industrie. Der niederländische Fleischverband sieht darin eine aus seiner Sicht unerwünschte Beeinflussung des Verbraucherverhaltens. Die Lösung, ein begrenztes Werbeverbot auszusprechen, dürfte für alle Seiten erträglicher sein als eine direkte Beteiligung der Verursacher an den Kosten, wie es beispielsweise mit Karl [12] ansteht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11326899

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.foodwatch.org/de/cdu-mehrwertsteuer-reform-140-millionen-euro-allein-fuer-mcdonalds
  2. https://zoek.officielebekendmakingen.nl/gmb-2026-107760.pdf
  3. https://www.derstandard.de/story/3000000320258/beliebtes-staedtereiseziel-verbietet-werbung-fuer-fleisch-und-flugverkehr
  4. https://nltimes.nl/2026/05/05/amsterdam-ban-fossil-fuel-meat-adverts-wont-enforced-2027
  5. https://www.bbc.com/news/articles/c9wejdekpwyo
  6. https://goodnews-magazin.de/amsterdam-verbietet-plakatwerbung-fuer-fleisch/
  7. https://amsterdam.groenlinks.nl/onze-mensen/jenneke-van-pijpen
  8. https://hospitalityinside.com/Reisebranche-klagt-gegen-Den-Haags-Werbeverbot
  9. https://hospitalityinside.com/Reisebranche-klagt-gegen-Den-Haags-Werbeverbot
  10. https://www.anvr.nl/over-anvr/medewerkers
  11. https://www.markenartikel-magazin.de/_rubric/detail.php?rubric=marke-marketing&nr=94733
  12. https://www.telepolis.de/article/Generika-unter-Druck-Klaeranlagen-Ausbau-bedroht-guenstige-Arzneimittel-11196568.html

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Nach SpaceX-Rekord: Zeigen Daten jetzt den Kapitalabzug bei Bitcoin?

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 13:25
Eine Bitcoin-Münze, dahinter rote Pfeile, die nach unten zeigen

(Bild: FellowNeko/Shutterstock.com)

Milliarden fließen aus Krypto-ETFs ab. Investoren schichten ihr Kapital offenbar direkt in Elon Musks Raumfahrt-Konzern um.

Der Börsengang von SpaceX ist von historischem Ausmaß gewesen: Anleger fragten die Aktien in einem Gesamtwert von 350 Milliarden US-Dollar nach; allein Privatanleger gaben Aufträge von über 100 Milliarden Dollar aus. Und das setze letztlich auch den Kryptomarkt massiv unter Druck.

Während US-Spot-Bitcoin-ETFs mit Abflüssen von 5,8 Milliarden Dollar [1] die bisher längste Verlustserie seit ihrer Zulassung verzeichnet haben, wandert das spekulative Risikokapital der Wall Street in Richtung Elon Musk.

Bitcoin fiel in der vergangenen Woche auf 59.100 US-Dollar und notierte zuletzt bei rund 63.600 Dollar.

Geoffrey Kendrick von Standard Chartered vermutet [2] laut einem Bloomberg-Bericht, dass einige ETF-Halter Positionen liquidierten, um Kapital für den SpaceX-Börsengang freizusetzen.

Einen direkten Beweis dafür gibt es bisher nicht, doch die zeitliche Koinzidenz ist laut Kendrick auffällig – und sie trifft die Krypto-Welt zu einem empfindlichen Zeitpunkt.

Hype-Kapital: Musk gegen Saylor

Der SpaceX-IPO illustriert ein Phänomen, das Leerverkäufer Jim Chanos als [3] "IPO der Hoffnungen und Träume" gegenüber Bloomberg bezeichnete. Charismatische Gründer verwandeln Narrative in Kapitalströme – und diese Ströme kannibalisieren sich gegenseitig.

Besonders deutlich zeigt sich das am Beispiel Michael Saylors Firma Strategy, das einstige Flaggschiff der Bitcoin-Maximalisten. Wie Telepolis kürzlich berichtete [4], verkaufte Saylors Unternehmen erstmals seit 2022 Bitcoin, um Dividenden auf Vorzugsaktien zu bedienen.

Und Saylor räumte jetzt laut Bloomberg selbst ein, dass die Krypto-Welt mit KI- und Raumfahrt-Titeln um spekulatives Privatkapital konkurriere.

Indexmechanik als Kapitalmaschine

Hinter dem Börsengeschehen steckt auch ein struktureller Mechanismus. Nasdaq und FTSE Russell änderten ihre Indexregeln [5], um Mega-IPOs wie SpaceX binnen weniger Handelstage in ihre Leitindizes aufzunehmen.

Das hat zur Folge, dass ETFs und passive Fonds die Aktie dann kaufen müssen – unabhängig von der Meinung ihrer Anleger. Einzig S&P hielt an seiner zwölfmonatigen Wartefrist fest [6].

Für europäische Anleger, die Bitcoin über ETPs halten, bleibt die Lage unübersichtlich: Regionale Umschichtungsdaten für den DACH-Raum existieren kaum, obwohl Produkte wie das Bitwise Physical Bitcoin ETP mit rund 1,2 Milliarden Euro Fondsgröße [7] durchaus Gewicht haben.

Ein dänischer Fonds kritisierte [8] Musks Unternehmensführung als "katastrophal" – doch bei institutionellen Anlegern scheint das "Wette nicht gegen Musk"-Narrativ stärker zu wiegen.

On-Chain-Daten: Bodenbildung ohne Treibstoff

Trotz des Kapitalabflusses zeigen Bitcoin-Kennzahlen Signale, die in früheren Zyklen Wendepunkte markierten. Die sogenannte Long-Term Holder Supply – Bitcoin-Bestände, die lange nicht bewegt wurden – nähert sich 16 Millionen BTC.

Nur noch 45 Prozent aller Coins werden im Gewinn gehalten, ein Niveau, das historisch entweder finale Kapitulation oder den Beginn einer Erholung einleitete. Zudem sank die durchschnittliche jährliche Volatilität von 73,6 Prozent im Zeitraum 2019 bis 2022 auf 47,3 Prozent seit 2023.

CryptoQuant mahnt laut Bloomberg dennoch zur Vorsicht: Das aktuelle Preisniveau sei als "Kandidat für eine Bewertungsuntergrenze" zu verstehen, nicht als bestätigter Zyklustiefpunkt.

Vermögensverwalter Bitwise bezeichnete Bitcoin derweil [9] als "Kanarienvogel im Kohlebergwerk" der Finanzmärkte – seine Korrektur könnte anzeigen, dass die globale Liquidität knapper wird, als Aktienmärkte wahrhaben wollen.

Solange aber KI-Börsengänge von OpenAI und Anthropic am Horizont stehen, dürfte Bitcoin der Treibstoff für neue Höchststände fehlen. Wer jetzt einsteigen möchte, benötigt neben Geld in erster Linie Geduld für einen zähen Verteilungskampf um das spekulative Kapital der Welt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11331569

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-05-29/us-bitcoin-btc-etfs-bleed-2-8-billion-in-longest-outflow-streak
  2. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-12/bitcoin-bottom-hunters-are-eyeing-up-ai-frenzy-and-spacex-ipo
  3. https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2026-06-12/spacex-ipo-musk-s-spacex-and-saylor-s-strategy-test-the-economics-of-hype
  4. https://www.heise.de/tp/article/Bitcoin-Prediger-Saylor-verkauft-ploetzlich-selbst-11322095.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Lex-SpaceX-Nasdaq-aendert-Indexregeln-fuer-Musks-Boersengang-11305746.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/SpaceX-Boersengang-Kein-Schnellzugang-zum-S-P-500-11319372.html
  7. https://bitwiseinvestments.eu/resources/fact_sheet/fact-sheet-etc-group-physical-bitcoin.pdf
  8. https://www.heise.de/tp/article/SpaceX-vor-Boersengang-Pensionsfonds-setzt-Musks-Firma-auf-die-schwarze-Liste-11312511.html
  9. https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/bitcoin-prognose-immer-klarer-174957009.html

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Anthropic: Amazon-Alarm löste wohl Fable-Verbot aus

Von Andreas Donath — 14. Juni 2026 um 14:04
Ein Hinweis von Amazon-Chef Andy Jassy bei US-Regierungsbeamten hat wohl ausgereicht, um Anthropics KI-Modell Fable schnell vom Netz zu nehmen.
Claude Fable 5 (Bild: Anthropic)
Claude Fable 5 Bild: Anthropic

Ein Telefonat ist wohl der Auslöser für die Sperrung des Anthropic-Modells Fable 5 gewesen. Andy Jassy, CEO von Amazon, rief US-Finanzminister Scott Bessent und andere Regierungsvertreter an und schilderte ein Problem: Amazons eigene Forscher hatten das Modell mit einer bestimmten Abfolge von Prompts dazu gebracht, sicherheitsrelevante Informationen preiszugeben, die das Modell eigentlich nicht herausgeben sollte. Was als Warnung gedacht war, löste eine Kettenreaktion aus, wie das Wall Street Journal berichtet.

Das Weiße Haus berief Sicherheitsexperten ein, die Amazons Befunde testeten. Noch am selben Tag stand die Entscheidung: Ausländische Regierungen, Unternehmen und Einzelpersonen sollten den Zugang zu Fable 5 und Anthropics Spitzenmodell Mythos verlieren. Präsident Trump unterzeichnete die Maßnahme, intern gab es laut einem ranghohen Beamten jedoch Bedenken wegen möglicher Innovationsschäden, so das WSJ.

Was fand Amazon?

Amazons interner Bericht, den laut WSJ Cybersicherheitsexperten einsehen konnten, zeigt: Fable 5 ließ sich mit gezielten Eingaben dazu bringen, Sicherheitslücken in mindestens vier Softwareprogrammen offenzulegen.

Andrew Morris, Gründer der Sicherheitsfirma Greynoise Intelligence, bezeichnete den Fund als bedeutsam. Viele andere frei verfügbare Modelle könnten ähnliche Informationen liefern. Was Anthropics Software unterscheide, sei die Fähigkeit, Schwachstellen in funktionierenden Exploit-Code umzuwandeln. Dafür gibt es bislang keine Belege.

Anthropic wehrte sich gegen die Darstellung. Die gefundenen Schwachstellen seien vergleichsweise simpel gewesen, von einem vollständigen Jailbreak weit entfernt. Einige Cybersicherheitsforscher teilen diese Einschätzung.

Amazons Position in diesem Vorfall ist ungewöhnlich. Das Unternehmen ist einer der größten Investoren von Anthropic, liefert die Chips für dessen Rechenzentren und nutzt Anthropics Modelle selbst, um die eigene Software auf Schwachstellen zu prüfen. Diese Konstellation verleiht Jassys Stimme in Regierungskreisen besonderes Gewicht. Der Nationale Cyber-Direktor Sean Cairncross und US-Handelsminister Howard Lutnick waren an den Beratungen beteiligt. Das Handelsministerium erließ schließlich das Verbot. Amazon bestätigte, gelegentlich von Regierungen zu Sicherheitsrisiken befragt zu werden.

IPO-Vorbereitung trifft Verbotswelle

Das Verbot trifft Anthropic an mehreren empfindlichen Stellen gleichzeitig. Viele der Forscher des Unternehmens sind außerhalb der USA geboren. Die Exportbeschränkung schloss sie effektiv von der Arbeit an den neuesten Modellen aus. Anthropic reagierte mit einer vollständigen Abschaltung von Mythos und Fable, auch für Kunden weltweit, die die Modelle zur Sicherheitsanalyse einsetzen. Gleichzeitig steht ein Börsengang im Raum, möglicherweise noch in diesem Herbst. Nutzer, die jetzt abwandern, könnten zu OpenAI wechseln.

Das Verhältnis zwischen Anthropic und der US-Regierung gilt ohnehin als angespannt. Das Pentagon stuft Anthropic als Sicherheitsrisiko ein, was das Unternehmen anfechtet.

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Anzeige: USB-Ladegerät mit 100 W und 3 Ports für unter 33 Euro

Von Erik Körner — 14. Juni 2026 um 13:40

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Schon vor dem Prime Day verkauft Amazon ein vielseitiges USB-Ladegerät von Ugreen wieder günstiger. Im befristeten Angebot zahlen Kunden derzeit unter 33 Euro. Dafür bekommen sie: drei gleichzeitig nutzbare USB-Ports, 100 W Spitzenleistung, Schnelllade-Support – alles in einem kompakten Gehäuse, das in jede Handfläche passt. Der Deal läuft maximal bis zum 21. Juni.

Darum lohnt sich das USB-Ladegerät von Ugreen

Das USB-Ladegerät von Ugreen ist mit einem USB-A- und zwei USB-C-Ports ausgestattet. Seine hohe Spitzenleistung erlaubt es, nahezu jedes tragbare Gerät aufzuladen, ob Smartphones, Laptops, Handheldkonsolen oder Tablets. Konkret erreicht der erste USB-C-Port die 100 W Spitzenleistung, der zweite bis zu 30 W und der USB-A-Port bis zu 22,5 W. Die Leistung pro Port variiert mit der Zahl der angeschlossenen Geräte. Laptops lassen sich also besser allein am ersten USB-C-Port laden, kleinere Geräte können beliebig zusammen geladen werden.

Ugreens USB-Ladegerät unterstützt viele Schnellladeprotokolle, darunter Power Delivery, Quick Charge oder Samsungs Programmable Power Supply. Heißt: kurze Ladezeiten, unabhängig von der Marke des angeschlossenen Geräts. Laut Hersteller soll ein Macbook Pro 14 Zoll in 27 Minuten von 0 auf 50 Prozent kommen, ein Samsung Galaxy S24 soll für dieselbe Ladung nur 19 Minuten brauchen. Dank ThermalGuard-2.0-Technologie soll der Charger dabei vor Überspannung, Überstrom, Überhitzung und Kurzschlüssen geschützt sein.

Trotz hoher Ladeleistung und großer Kompatibilität misst Ugreens USB-Ladegerät nur 70 mal 43 mal 32 mm. Es soll demnach 45 Prozent kleiner als 96-W-Charger sein, sich entsprechend leicht verstauen oder auf Steckdosenleisten unterbringen lassen. Möglich macht es Ugreens hauseigene Airpyra-Stapeltechnologie.

Ugreen bei Amazon: USB-Ladegeräte, Powerbanks und mehr zu Spitzenpreisen

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mit drei Anschlüssen und einem Schnellladekabel kostet 28,63 Euro im befristeten Angebot, das bis zum 21. Juni läuft.

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Tesla: Plastikköpfe im Cockpit tricksen Aufmerksamkeitskontrolle aus

Von Andreas Donath — 14. Juni 2026 um 13:17
Mit einer kleinen Plastikfigur kann Teslas Innenraum-Kamerasystem samt Aufmerksamkeitskontrolle überlistet werden.
Plastikkopf soll Aufmerksamkeitskontrolle austricksen. (Bild: Youtube/Screenshot: Golem.de)
Plastikkopf soll Aufmerksamkeitskontrolle austricksen. Bild: Youtube/Screenshot: Golem.de

Auf chinesischen E-Commerce-Plattformen wie Taobao, Xianyu und Douyin werden seit einigen Wochen kleine Kunststofffiguren mit dem Konterfei von Hollywood-Stars und chinesischen Prominenten verkauft, wie Wired berichtet. Ihr eigentlicher Zweck: Sie sollen Teslas Fahrerüberwachungskamera im Innenraum täuschen. Die Kamera sitzt oberhalb der Windschutzscheibe und analysiert fortlaufend, ob der Fahrer aufmerksam wirkt. Schaut er zu lange weg, folgen Warnungen, dann die Abschaltung des Autopiloten, im Wiederholungsfall sogar eine Sperre der Fahrassistenzfunktionen von bis zu einer Woche.

Ein Tesla-Model-3-Besitzer, der anonym bleiben wollte, schilderte seine Erfahrungen mit einer kahlköpfigen Dwayne-Johnson-Figur während einer Langstreckenfahrt. Auf rund 400 Kilometern Gesamtstrecke fuhr er etwa 250 Kilometer mit aktiver Autopiloterkennung und der Figur als Platzhalter vor der Kamera. Das System erkannte nicht, dass es sich um eine Figur und nicht um seinen echten Kopf handelt.

Warum der Trick funktioniert

Die Figuren sind auf eine bestimmte Größe ausgelegt. Fahrer tauschen sich in Videos auf chinesischen Plattformen darüber aus, dass das Objekt etwa die Größe eines Tischtennisballs haben sollte, damit die Kamera es als menschlichen Kopf registriert. Die Saugnapf-Halterungen lassen sich flexibel positionieren, so dass die Figur aus dem Blickwinkel der Kamera exakt den Platz des Fahrerkopfes einnimmt.

Teslas System Full Self-Driving (Supervised) ist in China nicht erhältlich. Verfügbar sind dort eingeschränkte Funktionen wie Spurhalteassistent, Tempomat und Autopilot auf bestimmten Stadtstraßen. Da keines davon wirklich autonom fährt, schreibt Tesla vor, dass der Fahrer seine volle Aufmerksamkeit einsetzen muss.

Kein isoliertes Phänomen

Der Trick ist nicht auf China beschränkt. In den USA und anderen Märkten berichten Fahrer von Sonnenbrillen, die Eye-Tracking stören sollen, und von Gewichten am Lenkrad, die Handkontakt simulieren. Die Plastikköpfe sind die bisher ausgefeilteste Variante in einer langen Reihe von Versuchen, Sicherheitssysteme zu umgehen, die viele Fahrer als lästig empfinden.

Ob Tesla seine Erkennungsalgorithmen als Reaktion auf den Trend aktualisieren wird, teilte der Hersteller bislang nicht mit.

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Video: Wie weit kommt das E-Bike?

Von Heise — 14. Juni 2026 um 10:00

Wie lang darf eine Radtour mit einem E-Bike sein, bevor dem Akku der Saft ausgeht? Und wie realistisch ist die Reichweitenanzeige ? Der Test im Video.

Wir haben das Tanay HX von Cilo (Schweiz) getestet, um die angegebene Reichweite von 153 km in Fahrstufe 2 zu überprüfen. Das E-Bike kostet knapp 6.500 Euro, hat einen 708-Wh-Akku von Darfon und einen Shimano-EP6-Motor mit 85 Nm Drehmoment. Die Bedingungen waren günstig: flaches Terrain, etwa 400 Höhenmeter, moderate Temperaturen – allerdings regnete es zu Beginn.

Ob die versprochenen 153 km wirklich reichen, haben wir auf dem Mauerradweg ausprobiert. Und das inklusive Stadtverkehr, Regen und grobstolligen Reifen, die alle ihren Teil zum Ergebnis beitragen. Wie weit wir wirklich gekommen sind und was wir für zukünftige Touren empfehlen, zeigen wir im Video.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11328961

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  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://www.heise.de/ct
  3. mailto:mond@heise.de

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Dietmar Dath: KI ist "leistungsfähiger für Gleichschaltung" als Hitlers Radio

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 08:00
Menschen und Roboter in einer Werkhalle

Mensch und Maschine – aber wer bedient wen?

(Bild: Frame Stock Footage/Shutterstock.com)

Im Interview erklärt der FAZ-Journalist unter anderem, warum Künstliche Intelligenz im Vergleich zu alten Medien eine neue Gefahr der Indoktrination birgt.

KI macht Arbeit billiger, schneller, kontrollierbarer – so lautet das Versprechen. Doch wer profitiert davon, und auf wessen Kosten? Der Schriftsteller und Journalist Dietmar Dath, Autor zahlreicher Science-Fiction-Romane, zieht eine nüchterne Bilanz: KI automatisiert unter den aktuellen Verhältnissen nicht das Stumpfsinnige, sondern das Interessante – und hinterlässt den Menschen den Rest.

Im Gespräch mit Telepolis analysiert Dath, warum der Einsatz von KI in Newsrooms weniger eine technische als eine politische Entscheidung ist, was die Halluzinationen der Sprachmodelle über gesellschaftliche Machtverhältnisse verraten – und weshalb er im Kern eine einfache These vertritt: KI ist kollektive menschliche Arbeit, nur unsichtbar gemacht.

KI und Produktivkräfte

Dietmar Dath
Unser Gesprächspartner Dietmar Dath
(Bild: Amrei-Marie/CC-4.0 [1]/Commons [2])

▶ Technische Innovationen finden unter konkreten gesellschaftlichen Bedingungen statt und werden von ihnen geformt. Welche Faktoren tragen zu einer regressiven Weiterentwicklung von KI bei?

Dath: Wenn das Kapital und die Monopole ein großes Interesse an billiger Arbeit haben, dann heißt das, sie haben ein großes Interesse an niedrig qualifizierter Arbeit. Dann wird die Bildung schlecht.

Die Leute lernen dann nur noch konkrete Handgriffe und Skills für eine jeweilige Aufgabe – aber keine Übersicht mehr, kein tieferes Verständnis der Zusammenhänge, nicht einmal der technischen. Es gibt auf der Seite der Management-Beratung schon die Idee, gar keine Fortbildungen mehr für die abhängig beschäftigten einzurichten, sondern alles live im Job zu vermitteln [3], umzubauen, umzulernen.

Und wenn die Besitzlosen keine Ahnung haben, wie die Produktionsmittel funktionieren, wird deren Weiterentwicklung der lebendigen Arbeit und ihren Interessen immer mehr Terrain wegnehmen.

KI wird dann nicht benutzt, um stumpfsinnige Arbeit zu automatisieren und den abhängig Beschäftigten mehr Zeit für interessante Aufgaben zu lassen. Sondern es wird einfach das automatisiert, was sich am leichtesten von der Maschine imitieren lässt, selbst wenn es interessant wäre, das selbst zu machen. Dann müssen die abhängig Beschäftigten noch mehr von jener stumpfsinnigen Arbeit selbst tun, welche nicht automatisiert wird.

▶ Was könnte einer progressiven Richtung Vorschub leisten?

Dath: Man könnte die Ausbildung und die Produktion der Tendenz nach immer mehr so gestalten, dass es irgendwann kaum noch ungelernte, stumpfe Tätigkeiten gibt und mehr Zeit für interessante Arbeitsschritte bleibt.

Allerdings: Solange ein Staat – auch ein sozialistischer – auf dem Weltmarkt konkurrieren muss, hat er leider auch ein Interesse an billiger Arbeit. Dann muss er sparen. Entscheidend aber ist, ob er an der Bildung spart – wenn er das macht, ist er bald weg vom Fenster.

Für KI gilt, was für jede Produktivkraftentwicklung gilt: im Sozialismus, wo über Gebrauchswert diskutiert werden darf und muss, geht sie langsamer, aber zielgerichteter. Eine regressive Entwicklung heißt für mich vor allem chaotisch und unter sinnlosen Zwecken – zum Beispiel um zahlungskräftiger Nachfrage zu gehorchen.

Klickzahlen statt Journalismus

▶ Welche Entwicklungen nimmst Du gerade in der journalistischen Branche wahr?

Dath: Tatsächlich hat sich seit der Corona-Pandemie vieles verändert. Vor Corona war es so, dass beispielsweise bei Spiegel Online auf der Startseite etwas zur Weltpolitik gezeigt wurde, dann kam vielleicht irgendein buntes Thema und dann oft auch schon recht weit oben Kultur. Das fiel während Corona auf Platz 38.

Erstens, weil es keine Sachen mehr gab. Wenn keine Filme starten, keine Konzerte stattfinden, keine Platten herauskommen, ist das so. Aber eben auch, weil die Krawatten, die in Entscheidungspositionen sitzen, sich lauter Sachen nicht trauen, die irgendwie unberechenbar aussehen.

Dieses Verhalten wird von der verwendeten KI in den Newsrooms der Zeitungsredaktionen eins zu eins übernommen. Im Kulturjournalismus ist das fatal. Dessen Abschaffung wird dann mit Klickzahlen, KI-Trendforschung in Echtzeit und ähnlichem begründet.

▶ Trägt der verstärkte KI-Einsatz im Journalismus denn zu einer Erhöhung der Aufrufe bei?

Dath: Das interessante ist: Die technische Notwendigkeit für all die Maßnahmen, mit denen der Einsatz von KI im Unternehmen begründet wird, existiert so nicht. Diese Newsrooms funktionieren intern ja in etwa so wie der Gemüsemarkt, wo die Marktschreier rufen: "Hier gibt es Erdbeeren!" und dann schreien alle herum und der Kollege im Newsroom sagt: "Okay, jetzt gibt es Erdbeeren." In diesem Spiel hat beispielsweise ein Vergewaltigungsskandal von Till Lindemann die besseren Karten als eine neue Ausstellung im Louvre.

Anderes Beispiel: Nehmen wir einen Nachruf, jemand stirbt. Vorher war es so, wir machen eine Meldung, oder haben etwas bereitliegen, weil er schon 90 war – oder jemand schreibt etwas. Jetzt heißt es, ihr müsst so schnell sein wie möglich, denn wenn die Konkurrenz den Toten fünf Minuten früher online hat, wird sie schneller geklickt und von den Suchmaschinen bevorzugt ausgespuckt.

Niemand sagt Dir dann: Benutze KI für Deinen Nachruftext. Es wird nur gesagt: Je schneller Du bist, desto besser. Und Du als Journalist bist dann der Verantwortliche. Das Endergebnis ist, dass die eigentlichen Schreibprodukte von Maschinen erstellt werden, während die Menschen sich auf den Konferenzen um die knapper werdenden Plätze für ihre eigenen Inhalte streiten.

▶ Wie kann man sich dagegen wehren?

Dath: Man könnte vielleicht einfach mal eine Rechenschaft einfordern. Können wir nach zwei, drei Monaten einfach mal auf die Zahlen schauen, ob das neue System wirklich zu höheren Klickraten und Abos führt?

Ein Schwachpunkt in den Argumentationen der Rationalisierungsmaßnahmen ist tatsächlich die Frage nach Kosten und Nutzen. Ob die vorgegebenen Zwecke für die Einführung der Mittel tatsächlich eintreten. Sagen wir, die Abos kommen – aber wann werden sie wieder gekündigt? Es handelt sich oft genug um eine Pseudo-Zweck-Rationalität.

Leichte Überforderung als Ideal

▶ Du meintest, Fortbildungen live on the job nehmen zu, man bildet nicht mehr weiter fort. Wie wird die Fortbildungs- mit der Arbeitszeit vereinbart? Wird die Fortbildung noch zertifiziert?

Dath: Nein, es gilt: Sink or swim. Es wird noch angeboten, die Grundzüge zu vermitteln und vielleicht jemand dafür Designierten zu beauftragen, bei Nachzüglern nachzufassen, wenn die Leute es nicht begriffen haben. Aber de facto ist es so: Diese Leute sind dann die, die real auch die Arbeit machen.

Es ist aber noch schlimmer. Die neuen Fortbildungen sind geprägt von einem Misstrauen gegenüber den Systemen, die dort vermittelt werden. Die in der Chefetage wissen schon, dass es Quatsch wäre, jetzt fundamental in neue Systeme einzuweisen wie früher in der Ausbildung, weil das in zwei Jahren obsolet sein könnte. Die ideale Einstellung, die vermittelt werden soll, ist die der permanenten leichten Überforderung [4].

▶ Wie wird diese Überforderung hergestellt?

Dath: Durch Zielvereinbarungen. Militärisch würde man sagen, dass es weniger Befehle und mehr Aufträge gibt. Wenn ich Dir sage, Du musst das machen und es geht schief, bin ich schuld. Wenn ich Dir sage, bis dann muss dieses und jenes passieren, aber es ist mir egal, wie Du das machst, und es geht schief, bist Du schuld. Ich habe Dir ja nicht gesagt, wie Du es machen sollst, Du hättest es anders machen und so schaffen können.

Der Spruch "Du bist verantwortlich" ist überall, implizit oder offen ausgesprochen. Das ist wie in kriminellen Syndikaten, wo getestet wird, ob Du mitziehst. So ist das System.

KI als Produkt menschlicher Arbeit

▶ Was müssen wir angesichts der Entwicklungen von KI in der Arbeitswelt jetzt schnell lernen – und was besser verlernen?

Dath: Die Angst, die viele – auch ich – hatten, dass eine Verdinglichung des Humanen stattfindet, symmetrisch zu einer Humanisierung der KI, als würde man mit einem Subjekt reden, einem neuen Kollegen – dieser Fall ist nicht so breit eingetreten wie befürchtet. Die Leute durchschauen oft, dass es Glückssache ist, welches Muster ich als Antwort kriege.

Aber es ist, wie wenn ich einem Bild-Leser sage, dass das Lügen sind und er mir antwortet: Das weiß ich, ich lese das zur Unterhaltung. So ein komischer Zynismus, der da um sich greift.

Ich würde mir wünschen, dass man Bildung ausprobiert, wo gezeigt wird, dass die Halluzinationen und Verzerrungen der KI-Antworten auch Ausdruck gesellschaftlicher Konflikte sind. Wenn ich mathematische Definitionen mit KI überprüfe, habe ich eine hohe Erfolgsquote. Warum? Mathematik ist in der Regel open source und es gibt einen hohen Konsens. In gesellschaftlichen Bereichen, wo wichtig ist, dass wir weiter diskutieren, eignet sich KI schon weit weniger.

Man müsste durch Bildung ein Bewusstsein herausarbeiten: Wo kommt das her? Wer hat das erarbeitet? Was erarbeitest Du gerade, während Du die KI benutzt – und wie wird Dir das weggenommen?

Mir scheint gerade das Gefährlichste nicht der Aberglaube an KI als menschliche Person – sondern zu vergessen, dass da menschliche Arbeit drin steckt. Dass hier menschliche Arbeit miteinander neu vernetzt wird. Aber anders als in der Fabrik, wo wir einander sehen und gemeinsam einen Streik organisieren können. Wenn ich die Leute nicht mehr finde, mit denen zusammen ich ausgebeutet werde, wird es schwierig. Wir müssen Transparenz herstellen: AI is collective labor made invisible [5].

▶ Die Faschisten des 20. Jahrhunderts bedienten sich der Massenmedien als Kampfmittel: Rundfunk, Film und Zeitung. Inwieweit eignet sich KI dafür, autoritären und faschistischen Bewegungen heute Vorschub zu leisten?

Dath: KI ist als Dialogmaschine leistungsfähiger für Gleichschaltung und Mob-Bildungen als Hitlers Radio und das Fernsehen des Imperialismus der Nachkriegszeit, weil KI in die Hetze Informationen über diejenigen einarbeiten kann, die von der Propaganda indoktriniert werden sollen.

Die liefern diese Informationen sogar "freiwillig": beim Arbeiten mit KI, beim Kaufen und Verkaufen, bei der Pflege von Hobbys und ähnlichem – also: Selbsthypnose statt Hypnose. "Indoctrination does not feel like you’re being indoctrinated, it feels like you’re at home." [6]

▶ Auch Antifaschisten wie Willi Münzenberg und Bertolt Brecht versuchten, die Medien ihrer Zeit für ihren Kampf zu nutzen. Welche linken Ansätze zur politischen Arbeit und Konfliktführung mit KI wären denkbar? Was wird bereits getan?

Dath: So lange die leistungsstarken Rechner, die Software – von Graphen über künstliche neuronale Netze bis zu Programmen für Quantencomputer – für Nichtmonopol-Leute unerschwinglich sind, fällt mir nur Sabotage ein. Das war mit den Druckereien und Zeitungen in Zeiten starker Bewegung der lebendigen Arbeit anders.

Aber natürlich wird das Zeug billiger und modularer, und dann darf und soll gebastelt werden.

Der Meister und seine Werkzeuge

▶ Der Realsozialismus schaffte es nicht, die globalen Ursachen von Faschismus und Rechtsentwicklung zu beseitigen – auch, weil er die planwirtschaftlichen Möglichkeiten von Computerisierung und Kybernetik nicht erschloss. Welche Potenziale birgt KI für demokratische Planung und wie können sie von Bewegungen und Staaten genutzt werden?

Dath: Audre Lorde schrieb einst: "The master’s tools will never dismantle the master’s house.” Aber die Wahrheit ist, es sind nicht die Tools des Masters und es ist nicht sein Haus. Wir haben beide hergestellt, und in der Zurichtung und Anpassung der Tools und des Hauses liegt immer auch die Chance der Umfunktionierung.

KI ist: mehr Mustererkennung in kürzerer Zeit. Aber: Planung muss diskutierbar sein, und deshalb ist der Vorteil der Beschleunigung des Nachrichtenaustauschs nur bedingt einer, der auch in nicht-naturwüchsiger, geplanter Produktion etwas bringt. Über die Köpfe der Menschen hinweg und hinter ihrem Rücken sollte nicht geplant werden.

Früher dauerte es Monate, bis sich eine Knappheit in einem Produktionszweig auf die Finanzierungsverhältnisse in anderen auswirkte, weil man die Folgen in den Lieferketten erst erleben musste und nicht vorausberechnen konnte. Diese Zeit hat man jetzt gewonnen, weil die Modelle schneller und genauer sind. Dann hat man auch mehr Zeit für Diskussionen: Woher nehmen wir das, was jetzt fehlt? Wer muss zurückstecken und wie? Wenn man diese Diskussionen aber nicht führt, ist die Modellpotenz nutzlos.

Es ist denkbar, dass gewisse superschnelle Leistungen von KI einfach Kuriositäten sind, für die sich außerhalb sehr spezieller menschlicher Tätigkeitsfelder – etwa hochkomplizierte Kalkulationen oder Beweise in der Mathematik – niemand interessieren muss.

Es kann sein, dass "die KI", wie sie jetzt entwickelt wurde, im Wirtschaftswesen nur zur Ausbeutung und Unterdrückung taugt. Dann würde man das alles doch zurückfahren im Sozialismus.

Man würde ja auch, wenn kein Imperialismus oder Faschismus von außen droht, eher weniger Atomraketen bauen. Höchstens noch, um Himmelskörper abzuschießen, die uns den Spaß verderben wollen.

Benjamin Roth sprach mit Dietmar Dath. Dath ist Journalist und Science-Fiction-Autor. Im Wissenschaftsressort der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt er regelmäßig über die Entwicklungen und Auswirkungen von KI in diversen Branchen. Zuletzt erschien sein Roman "Skyrmionen [7]" im Verlag Matthes & Seitz.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11325955

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  1. https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
  2. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dietmar_Dath_2026.jpg
  3. https://www.ingenieur.de/karriere/bildung/weiterbildung/warum-training-on-the-job-klassische-schulungen-ablost/
  4. https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kuenstliche-intelligenz-im-job-diese-auswirkungen-hat-sie-auf-arbeit-110631010.html
  5. https://www.google.com/url?sa=t&source=web&rct=j&opi=89978449&url=https://news.harvard.edu/gazette/story/2024/03/how-i-learned-to-stop-worrying-and-love-ai/&ved=2ahUKEwjy4JyD2eiUAxViR_EDHYIzGRUQFnoECB8QAQ&usg=AOvVaw2bI0oNzP1rZFQlpzeKbd8i
  6. https://www.youtube.com/watch?v=_7tN_G9dty0
  7. https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/skyrmionen.html

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Bis zu 11.000 Dollar Sold: Ukraine wirbt Ausländer mit EU-Milliarden an

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 10:40
Stiefel und Beine von Soldaten in Tarnkleidung

(Bild: ThalesAntonio/Shutterstock.com)

Kiew will bis zu der Hälfte der Infanterie mit ausländischen Legionären besetzen – angeworben von privaten Headhuntern, bezahlt mit EU-Milliarden.

Im fünften Jahr des Krieges mit Russland greift die Ukraine zu einem drastischen Mittel gegen den akuten Personalmangel an der Front: Kiew will künftig bis zur Hälfte aller Infanterieposten mit ausländischen Legionären besetzen.

Mit einem Sold von bis zu 11.000 Dollar sollen sie gelockt und von privaten Headhuntern angeworben werden. Das Geld für diese massive Sold-Offensive fließt auch unmittelbar aus Brüssel über ein EU-Darlehen von 90 Milliarden Euro.

Wie aus dem Reformportal des ukrainischen Verteidigungsministeriums [1] hervorgeht, sollen künftig 30 bis 50 Prozent aller Sturm- und Infanterieposten an der vordersten Linie mit ausländischen Kämpfern besetzt werden.

Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi bestätigte das Ziel auf dem Telegram-Kanal des Generalstabs [2]: Man öffne den "Rekrutierungsmarkt für Ausländer", um die Kampfeinheiten zu verstärken und "das Leben ukrainischer Soldaten zu schützen".

Präsident Wolodymyr Selenskyj ordnete in seiner täglichen Ansprache [3] an, "deutlich mehr Möglichkeiten zur Rekrutierung ausländischer Freiwilliger" zu schaffen. Seit 2022 haben sich nach ukrainischen Angaben rund 10.000 Freiwillige aus mehr als 70 Ländern den Streitkräften angeschlossen.

Jetzt soll daraus ein systematisches, institutionalisiertes Programm werden – mit einer entscheidenden Besonderheit: Die Anwerbung übernimmt nicht mehr der Staat selbst.

Private Headhunter mit Kopfgeldlogik

Laut Reformportal des Verteidigungsministeriums lagert Kiew Rekrutierung, Sicherheitsüberprüfung und Transport der Kandidaten an private Rekrutierungsunternehmen aus.

Diese Agenturen erhalten eine direkte Auszahlung für jeden Rekruten, der in der Ukraine eintrifft und einen Vertrag mit den Streitkräften unterschreibt – de facto ein Kopfgeld pro geliefertem Soldaten.

Namen oder Lizenzanforderungen für diese Firmen nennt das Ministerium bislang nicht. Spezifische Aufsichtsmechanismen gegen Missbrauch oder Menschenhandel sind in den veröffentlichten Dokumenten nicht erkennbar.

Ausländische Legionäre gelten rechtlich als vollwertige Angehörige der ukrainischen Streitkräfte, nicht als Söldner. Sie unterliegen dem ukrainischen Militärrecht und haben Anspruch auf medizinische Versorgung sowie Veteranenleistungen.

Familien Gefallener erhalten eine staatliche Entschädigung von 15 Millionen Hrywnja – umgerechnet rund 365.000 US-Dollar. Gesetzesänderungen ermöglichen zudem eine erleichterte Einbürgerung bei herausragenden Verdiensten.

7000 Dollar monatlich an der Front

Warum sich ein Ausländer für ein fremdes Land in den Schützengraben legen sollte, beantwortet die Vergütungsstruktur des neuen "Infanterie-Sturm-Kontrakts".

Der Basissold beträgt 20.000 Hrywnja pro Monat. Hinzu kommen gestaffelte Tageszulagen: 10.000 Hrywnja für Positionsarbeit, 20.000 für Such- und Angriffsaktionen und bis zu 40.000 Hrywnja – rund 1000 US-Dollar – für aktive Sturmangriffe mit Vorrücken.

Im Durchschnitt ergibt sich daraus ein Monatseinkommen von etwa 300.000 Hrywnja, was rund 7.000 US-Dollar entspricht. Das Maximum liegt laut Ministerium bei 460.000 Hrywnja, umgerechnet etwa 11.000 US-Dollar. Zum Vergleich: Ein Logistiker im sicheren Hinterland erhält 30.000 Hrywnja – rund 700 Dollar.

Selenskyj kündigte zudem befristete Kampfverträge über 10, 14 oder 24 Monate mit garantierter vorübergehender Entlassung an. Premierministerin Julija Swyrydenko erklärte [4] gegenüber Interfax, das Leitprinzip der Reform sei "Respekt vor jedem Soldaten" – jeder müsse wissen, wo und wie lange er diene.

97 Milliarden Dollar Verteidigungsetat – EU-Darlehen als Rückgrat

Die Liquidität für diese Sold-Offensive speist sich unmittelbar aus westlichen Töpfen. Wie Reuters berichtet, hat sich die Ukraine ein EU-Darlehen über 90 Milliarden Euro gesichert, dessen Mittel noch in diesem Monat fließen sollen [5].

Damit steigen die Verteidigungsausgaben auf den Rekordwert von 4,4 Billionen Hrywnja – rund 97 Milliarden US-Dollar und knapp 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Parallel dazu fordert Kiew von den Verbündeten weitere 20 Milliarden US-Dollar für Fernschläge [6] gegen russische Infrastruktur.

Ohne die europäischen Finanzhilfen wäre die massive Solderhöhung und die Anwerbung ausländischer Kämpfer schlicht unbezahlbar.

Die Reform hat auch eine innenpolitische Dimension. Syrskyi verkauft den Umbau als Voraussetzung dafür, lang dienende ukrainische Frontsoldaten bis Jahresende schrittweise aus dem Dienst zu entlassen.

Gleichzeitig erwägt die EU, den vorübergehenden Schutzstatus für ukrainische Männer im Wehrpflichtalter [7] bei Neuanträgen einzuschränken – explizit mit dem Argument, die Rekrutierungsbasis der Ukraine zu stärken.

Die Ukraine transformiert ihre Armee damit von einer Bürgerarmee hin zu einer hoch bezahlten, teilprivatisierten Streitmacht – ein historisches Experiment unter dem Druck eines Zermürbungskrieges, dessen Ausgang offen bleibt.


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  1. https://transformation.mod.gov.ua/
  2. https://t.me/s/GeneralStaffZSU?before=39862
  3. https://www.president.gov.ua/en/news/pogodzheno-shlyah-zbilshiti-finansovu-stijkist-nashoyi-oboro-104885
  4. https://en.interfax.com.ua/news/general/1176057-amp.html
  5. https://www.reuters.com/world/ukraine-hikes-military-pay-seeks-more-foreign-fighters-zelenskiy-says-2026-06-12/
  6. https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-fordert-20-Milliarden-Wollen-dass-Russland-noch-staerker-brennt-11331365.html
  7. https://www.heise.de/tp/article/EU-erwaegt-Schutz-Aus-fuer-ukrainische-Maenner-im-Wehrpflichtalter-11314248.html

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Gejagt, geduldet, geschützt – wie der Biber die Gewässer zurückerobert

Von Telepolis — 14. Juni 2026 um 10:00
Biber in Teich

Wo immer Biber auftauchen, geraten sie in Konflikt mit der Landnutzung. Doch sie fördern auch Artenvielfalt und helfen im Kampf gegen den Klimawandel.

Hinrich Knoke und Lars Rathing bewirtschaften ihre Äcker an der Saale, ein Nebenfluss der Leine bei Hameln und Hildesheim. Der Biber hat sich hier bereits vor fast 30 Jahren angesiedelt. Inzwischen wird die Gegend von zahlreichen Biberfamilien [1] bevölkert. Die Nager bauen zahlreiche Dämme in den Bach, die das Wasser aufstauen.

Die Landwirte hatten zuvor ihre feuchten, flussnahen Standorte drainiert und Kunststoffrohre in den Ackerboden verlegt, um das überschüssige Wasser in die Saale zu leiten. Werde der Fluss jedoch aufgestaut, funktioniere die Entwässerung bei Starkregen nicht. Sollten sich die Biber weiter vermehren, rechnen die Landwirte mit Ernteeinbußen.

Etwa 25 Kilometer von der Saale entfernt, am Rössingbach in Nordstemmen, betreibt Stephan Mund zusammen mit zwei weiteren Landwirten eine Betriebsgemeinschaft. Wegen Überflutung seiner Ackerflächen hatte einer von ihnen innerhalb der letzten drei Jahre Schäden in Höhe von insgesamt 35.000 Euro zu verbuchen.

Die Schäden sollten von der Allgemeinheit getragen werden, fordert er. Für den Landwirt ist das Maß voll.

Ralf Schulte vom Nabu Niedersachsen freut sich über die Rückkehr der Biber. Auch wenn an der Saale noch Biber dazukämen, sei das kein Problem, glaubt der Biber-Experte. Biberfamilien nehmen einen großen Lebensraum ein. Wenn sich aufgrund ihrer Aktivitäten der Grundwasserspiegel erhöht, wirke sich dies positiv auf die Bodenfeuchte aus. Außerdem helfen sie, Hochwasserwellen zu kappen.

Biber fällen Gehölze, bauen Dämme und schaffen neue Lebensräume für andere Arten. Gleichzeitig helfen ihre Bauwerke dabei, Wasser in der Fläche zu halten. Doch die Dämme können auch überlaufen: Steigt der Wasserstand, drohen Überschwemmungen auf angrenzenden Flächen.

Ab Mai, wenn der Nachwuchs aufgezogen wird, dürfen die Tiere nicht gestört werden. Die Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont appelliert an Landwirte, Probleme frühzeitig zu melden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Sachsen-Anhalt: Wegen Trockenheit der letzten Jahre ging die Zahl der Biber zurück

Besonders entlang von großen Flüssen wie der Elbe sind sie weit verbreitet. Allein im Biosphärenreservat Mittelelbe [2] leben 1.200 Elbebiber. Auch an Donau, Mulde und Saale sowie deren Nebenflüssen vermehren sich die wieder angesiedelten Biber schnell und erobern immer neue Lebensräume.

In Sachsen-Anhalt leben nach Angaben des Umweltministeriums derzeit rund 3.600 Tiere in etwa 1.150 Revieren – hauptsächlich entlang der Elbe sowie an Mulde und Havel und im Drömling [3]. Doch aufgrund lang anhaltender Trockenphasen sowie stark besiedelter Lebensräume ging die Zahl der Biber in den vergangenen Jahren zurück. Neue, geeignete Reviere werden immer knapper.

Sachsen: Abschuss als letztes Mittel?

In einem Teil des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft dürfen seit Herbst vergangenen Jahres Biber abgeschossen werden. Die Tötung komme jedoch nur in Betracht, wenn alle Mittel ausgeschöpft seien, wie es heißt. Vorher sollen die Tiere bevorzugt lebend gefangen und nach Frankreich umgesiedelt werden.

Den Antrag auf Abschuss [4]hatte ein Teichwirt gestellt, dessen Angaben zufolge Biber beträchtliche Schäden verursacht hatten, die innerhalb mehrerer Jahre auf eine Summe von 190.000 Euro aufliefen.

Zudem kam es zu einem Dammbruch [5] am Teichzuleiter der Teichgruppe Kreba-West, der zusätzlich 50.000 Euro Schaden verursachte. Werde nicht eingegriffen, müsse künftig mit derartigen Schäden regelmäßig gerechnet werden, wie es hieß.

Etliche Naturschutzverbände in Sachsen fordern nun die Landesdirektionen auf, die Ausnahmegenehmigung für den Abschuss zurückzunehmen und "den Fokus auf innovative Prävention und naturnahe Bewirtschaftung [6] zu legen". So könne man dem Pächter alternative Flächen zur Bewirtschaftung anzubieten, um dem Konflikt aus dem Weg zu gehen.

Wie Erfahrungen aus Bayern zeigen, lösen Tötungen das Problem keineswegs. Die Schäden seien gestiegen, nahezu im selben Maß wie die Zahl der getöteten Biber, denn frei gewordene Reviere würden rasch neu besiedelt.

Auch in Hessen nehmen Konflikte mit Bibern zu

Nach Schätzungen des Hessischen Bauernverbandes ist die Zahl der Biber in Hessen auf fast 2.000 angestiegen. Hier besiedelt er auch kleinere Bäche, Gräben und Kanäle.

Was für den Naturschutz ein Erfolg ist, wird mitunter zum Problem, vorrangig für Landwirte. Besonders im Süd- und Osthessen werden immer öfter Äcker und Wiesen überflutet und Drainagen beschädigt.

Infolgedessen müssen Bauern Ertragsverluste hinnehmen. In kleineren Gewässern reicht ein kleiner Rückstau, sodass Wiesen vernässen, Drainagen verstopfen oder sich Wasser aufstaut. Die Brüder Lars und Björn Hild zum Beispiel bewirtschaften ihre Flächen in der Wetterau. Seit 2017 haben sie mit Bibern zu kämpfen.

Inzwischen sind 7.500 bis 8.000 Quadratmeter Grünland wegen Nässe praktisch nicht mehr nutzbar [7]. Das Gras sei als Futter für ihre Milchkühe kaum noch zu gebrauchen, klagt Lars Hild gegenüber dem Hessischen Rundfunk.

Geschädigte Betriebe können Schadenersatz beantragen

Seit April dieses Jahres verspricht eine neue Biber-Billigkeitsrichtlinie [8] Entschädigung: Laut Ministerium werden bis zu 90 Prozent der anerkannten Schadenshöhe erstattet, maximal 25.000 Euro pro Fall. Für 2026 stünden zunächst 300.000 Euro zur Verfügung.

Der Mittelbedarf soll regelmäßig überprüft und angepasst werden. Biberberater und Mitarbeiter von Hessen Forst sollen die Geschädigten begleiten, aber auch bei Schutzmaßnahmen beraten.

Die neue Richtlinie sei nur ein Baustein in einem umfassenderen Bibermanagement. Sie soll das System ergänzen um die Möglichkeit, finanzielle Schäden zumindest teilweise auszugleichen.

Mit der Entschädigungsmaßnahme will das Land nicht nur die Bauern schützen, sondern auch die Biber. Denn: wer entschädigt wird, versucht die Tiere nicht eigenmächtig zu bekämpfen. Bisher kommt es immer vor, dass Biberburgen mithilfe von schwerem Gerät zerstört [9] werden.

Baden-Württemberg: Petition soll Abschuss von Bibern verhindern

In Baden-Württemberg wird die Population aktuell auf rund 12.400 Tiere geschätzt. Landwirte beklagen Schäden auf ihren Feldern. Seit Anfang des Jahres soll eine neue Verordnung das bisherige Bibermanagement erweitern: Beauftragte Fachleute sollen Biber nun vergrämen können. Als letztes Mittel – wenn nichts anderes hilft und hohe wirtschaftliche Schäden drohen – sollen die Tiere getötet werden.

Naturschutzverbände wie BUND und Nabu sehen in der Verordnung einen Rückschritt für den Artenschutz [10], der das funktionierende Bibermanagement im Land gefährde.

Die Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht sowie die Biberverordnung im Land scheinen Teil einer politischen Strategie zu sein, die den Artenschutz insgesamt schwächen will, kritisieren sie. In einer Petition [11], die am 20. März endete und die von 14.400 Menschen unterstützt wurde, forderten sie die Rücknahme der Verordnung zum leichteren Abschuss von "Problem-Bibern".

Jahrtausendelang gejagt – heute streng geschützt

Der Eurasische Biber, das größte europäische Nagetier, besiedelt Europa seit 15 Millionen Jahren. Lange Zeit wurden die Tiere stark bejagt – wegen ihres Pelzes, ihres Fleisches, aber auch zur Gewinnung eines wertvollen Sekrets namens Bibergeil oder Castoreum [12].

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war der Biber in nahezu ganz Europa ausgestorben. Die Trockenlegung von Landschaften, Flussbegradigungen, Wirtschaftsforste und intensive Landwirtschaft während des 20. Jahrhunderts gab den verbliebenen Bibern den Rest. Heute leben auf dem Kontinent schätzungsweise wieder anderthalb Millionen Tiere.

Mitte der 1950er Jahre wurden erstmals Biber wieder neu angesiedelt, zunächst in der Schweiz, später in Österreich und Deutschland. Seit Ende der 1970er Jahre ist der europaweite Schutz des Bibers verankert, etwa durch die Berner Konvention [13] und die Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU) streng geschützt [14].

Dank Schutzmaßnahmen und gezielter Wiederansiedlungen leben hierzulande wieder schätzungsweise 40.000 Biber – etwa die Hälfte davon in Bayern und Baden-Württemberg. Inzwischen besiedelt er nahezu alle Naturräume mit geeigneten Gewässern in fast allen Landkreisen in Bayern [15].

Biber helfen im Kampf gegen Klimawandel und Artenschwund

In einem ehemaligen Wirtschaftswald nördlich von Zürich sind viele Bäume abgestorben. Der ehemalige Waldboden steht knietief unter Wasser. Hier erforschen Ökologen, Botaniker und Zoologen die Lebensweise des Eurasischen Bibers. Biber ernähren sich von Baumrinden, frischen Trieben und Kräutern, aber auch von kultivierten Feldfrüchten wie Mais oder Weizen.

An Flüssen und Bächen errichten Biber stattliche Burgen, um sie mit ihren Familien zu bewohnen. Dafür verbauen sie Unmengen an Material, Äste und Zweige, die sie aufwändig heranschleppen.

Damit werden die Gewässer angestaut, sodass Teiche entstehen und die Burg im Wasser versinkt, denn der Eingang muss unter Wasser sein. Der Nachwuchs verlässt nach spätestens zwei Jahren die Burg, um sich eigene Reviere zu suchen.

Gewinn für Flora und Fauna: Mehr Arten siedeln in neu entstandenen Lebensräumen

Entstehen hohe Dämme, profitieren die Fische bei Niedrigwasser. Oberhalb der Dämme gibt es größere Fische und mehr Arten als unterhalb, fanden die Forscher heraus. In einem Biberteich gibt es bis zu 40 Prozent mehr Plankton-Arten. Wegen der langsameren Fließgeschwindigkeit entsteht zudem mehr als das Doppelte der Biomasse.

Verwandelt sich ein Bach in einen Teich, entsteht ein Feuchtgebiet, was sich wiederum auf die Zusammensetzung der Organismen auswirkt: So leben in Biberteichen zweieinhalbmal so viele Arten und siebenmal mehr Individuen wie in Flussabschnitten ohne Biber. Davon profitieren vorwiegend Vögel, aber auch Fledermäuse, die hier ideale Jagdbedingungen vorfinden.

Wenn der Biber das Wasser in der Umgebung verteilt, wird das Wasser mit dem Grundwasser ausgetauscht, das sich wieder auffüllt, erklärt der Ökologe Valentin Moser im Interview [16] mit 3sat. Bei Trockenheit läuft dieses Wasser länger in den Bach weiter unten als ohne Damm.

Lässt man die Nager unkontrolliert bauen und stauen, verwandeln sie ganze Landstriche in einzigartige Sumpfgebiete. Das nützt auch dem Klima: In der Nähe von Biberteichen werden 50 Prozent mehr Kohlenstoff gebunden als in weiter entfernten Böden, wie Sedimentanalysen zeigen.


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https://www.heise.de/-11329945

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  1. https://www.tagesschau.de/inland/regional/niedersachsen/zu-viele-biber-neuer-konflikt-zwischen-bauern-und-naturschutz,biber-206.html
  2. https://www.mittelelbe.com/
  3. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/biber-tiere-bestand-wachstum-population-104.html
  4. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/goerlitz-weisswasser-zittau/biber-aerger-teichwirtschaft-kreba-114.html
  5. https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/bautzen/bautzen-hoyerswerda-kamenz/biber-abschuss-genehmigung-jagd-umsiedlung-100.html
  6. https://www.bund-sachsen.de/service/presse/detail/news/landesdirektion-erlaubt-biberabschuss-im-biosphaerenreservat/
  7. https://www.hessenschau.de/gesellschaft/nasse-wiesen-und-wertloses-futter-biber-wird-in-hessen-mancherorts-zum-problem-v1,biber-richtlinie-100.html
  8. https://landwirtschaft.hessen.de/sites/landwirtschaft.hessen.de/files/2026-04/biber-billigkeitsrichtlinie_hessen_2026.pdf
  9. https://www.youtube.com/watch?v=d_Oju5ltLqg
  10. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/artenschutz-biber-naturschutz-bund-100.html
  11. https://petitionen.landtag-bw.de/Petitionen/Details/b6258dac-e204-4fa9-a645-feaec81444cd
  12. https://www.infofauna.ch/de/beratungsstellen/biberfachstelle/der-biber/biberspuren-erkennen/castoreum#gsc.tab=0
  13. https://www.coe.int/en/web/bern-convention
  14. https://www.bund-nrw.de/themen/biber/hintergruende-und-publikationen/biber-unter-schutz/
  15. https://www.bund-naturschutz.de/tiere-in-bayern/biber/verbreitung
  16. https://www.youtube.com/watch?v=EEmoMc6w7tQ

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Anzeige: Balkonkraftwerk mit neuer Anker Solix 4 Pro mit 870 Euro Rabatt bei Kleines Kraftwerk

Von Simon Krebs — 14. Juni 2026 um 10:40
Die neue Solarbank Anker Solix 4 Pro ist da. Sie speichert noch mehr Solarstrom und wird bei Kleines Kraftwerk mit einem Balkonkraftwerk angeboten.
Balkonkraftwerk mit Anker Solix 4 Pro bei Kleines Kraftwerk (Bild: Kleines Kraftwerk/Golem (erzeugt mit Chat GPT))
Balkonkraftwerk mit Anker Solix 4 Pro bei Kleines Kraftwerk Bild: Kleines Kraftwerk/Golem (erzeugt mit Chat GPT)

Nach einer Vorverkaufsphase ist die neue Anker Solix 4 Pro endlich erhältlich. Und sie kommt mit einigen Neuerungen daher. Der verglichen mit dem Vorgänger nahezu doppelter Speicher und eine höhere PV-Ladeleistung stechen besonders hervor. Kleines Kraftwerk hat exklusiv für Golem-Leser ein Set zusammengestellt, welches aus einem Balkonkraftwerk mit vier Solarpaneelen sowie der Anker Solix 4 Pro besteht. Wer sich für das Set entscheidet, sichert sich 870 Euro Rabatt.

Balkonkraftwerk mit Solarspeicher bei Kleines Kraftwerk

Mit dem Balkonkraftwerk Quattro XL können Nutzer Strom durch Sonnenstrahlung selbst erzeugen und dank der Solarbank Anker Solix 4 Pro überschüssigen Strom speichern und in sonnenarmen Stunden oder nachts nutzen. Das Set von Kleines Kraftwerk besteht aus vier Solarpaneelen mit neuster Topcon-Technologie, die bis zu 2000 Wp erzeugen können. Durch die bifaziale Rückseite werden auch seitliche Sonneneinstrahlung oder Reflexionen in Strom umgewandelt, so dass bei perfekten Bedingungen bis zu 2.500 Wp möglich sein sollen.

Die Anker Solix 4 Pro setzt neue Maßstäbe in Sachen Speicherkapazität

Mit einem integrierten Speicher von 5 kWh verdoppelt die Solarbank die Möglichkeiten des Vorgängermodells nahezu. Der Speicher lässt sich zudem mit bis zu fünf Zusatzbatterien BP5000 auf bis zu 30,14 kWh erweitern. Pro Zusatzbatterie fallen 1.049 Euro an. Wer das Balkonkraftwerk erweitern will, kann bis zu zwölf Paneele mit einer Gesamtleistung von bis zu 5.000 Watt anschließen. Der integrierte Wechselrichter mit 800 Watt Ausgangsleistung lässt sich auf bis zu 2.500 Watt einstellen und wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um. Für Notfälle ist die Anker Solix 4 Pro

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mit einer Außensteckdose ausgestattet, die auch bei Blackouts den Betrieb von großen Elektrogeräten wie Kühlschränken oder das Laden mobiler Endgeräte ermöglicht.

Golem Deal: Quattro XL - 2000Wp Balkonkraftwerk mit Speicher Anker SOLIX Solarbank 4 Pro

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Balkonkraftwerk für Golem-Leser mit Rabatt

Mit dem kostenlosen Smart Meter der zweiten Generation im Wert von 99 Euro werden Lade- und Entladezyklen mit KI-Unterstützung optimiert. In der Anker-App können Nutzer den Energiefluss zu jedem Zeitpunkt einsehen. Die Anker Solix 4 Pro

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ist wetterfest und nach IP65 gegen Staub und Wasser geschützt. Sie soll Temperaturen zwischen -20 und +55 °C standhalten. Der Hersteller gibt zehn Jahre Garantie, die Lebensdauer der Anlage soll aber bei 15 Jahren liegen.

Aktuell bietet Kleines Kraftwerk das Set aus Balkonkraftwerk und Anker Solix 4 Pro

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für Golem-Leser mit 870 Euro Rabatt für nur 1.799 Euro an. Statisch geprüfte Halterungen "Made in Germany" stehen für 196 Euro zur Verfügung. Ein drei Meter langes Stromanschlusskabel sowie ein Set aus vier MC4-Solarkabeln im Wert von 63,60 Euro liegen dem Set kostenlos bei. Auch der Versand per Spedition ist kostenlos. Bei einer jährlichen Produktion von etwa 2.000 kWh gibt Kleines Kraftwerk eine Ersparnis von etwa 576 Euro an. Damit soll sich der Kauf des Balkonkraftwerks bereits nach ungefähr 2,6 Jahren amortisiert haben.

Golem Deal: Quattro XL - 2000Wp Balkonkraftwerk mit Speicher Anker SOLIX Solarbank 4 Pro

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Das Angebot richtet sich an alle, die ihre Stromkosten möglichst schnell senken möchten: Golem-Leser erhalten das Set aus Balkonkraftwerk und neuer Anker-Solarbank aktuell zum Sonderpreis. Mit einer frühen Bestellung kann die Anlage noch in dieser Saison Strom erzeugen und die Stromrechnung entlasten.

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Streaming und Kino: US-Regierung genehmigt Warner-Übernahme durch Paramount

Von Ingo Pakalski, dpa — 14. Juni 2026 um 10:40
Die US-Regierung hält die Warner-Übernahme durch Paramount für unbedenklich. Kritiker sehen das anders.
Die US-Regierung winkt die Warner-Übernahme durch Paramount durch. (Bild: Pavlo Gonchar / SOPA Images via Reuters Connect)
Die US-Regierung winkt die Warner-Übernahme durch Paramount durch. Bild: Pavlo Gonchar / SOPA Images via Reuters Connect

Die US-Regierung hat die Übernahme des Hollywood-Studios Warner Bros. Discovery durch den Konkurrenten Paramount ohne Auflagen genehmigt. Das US-Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde. Das gelte sowohl für das Fernseh- als auch für das Streaming-Geschäft sowie für die Filmproduktion.

Parallel dazu laufen noch Prüfungen auf mögliche Benachteiligungen des Wettbewerbs in mehreren US-Bundesstaaten sowie außerhalb der USA, unter anderem in Europa.

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer von Präsident Donald Trump bekannt ist. Ursprünglich hatte sich Ende 2025 bereits Netflix mit Warner Bros. auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt.

Paramount gewann Bieterwettstreit um Warner Bros. Discovery

Doch Paramount ließ nicht locker und gab immer wieder höhere Gebote für das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery ab. Paramount wollte immer auch die Fernsehsender des Hollywoodstudios. Dazu gehört auch der US-Nachrichtensender CNN. Paramount zahlt für Warner Bros. Discovery rund 111 Milliarden US-Dollar.

Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Ähnliches geschah bereits in anderen Fällen, als Medienhäuser von Milliardären übernommen wurden, die dem Präsidenten die Treue halten.

Kritiker befürchten negative Entwicklungen

Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der oft kritisch über ihn berichtende Nachrichtensender CNN bei einer Warner-Übernahme ebenfalls den Besitzer wechselt.

Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS fiel nach der Übernahme durch die Ellison-Familie durch wohlwollendere Berichterstattung gegenüber Trumps Regierung auf. In der berühmten Reportage-Sendung 60 Minutes wurden einige Korrespondenten entlassen, die teilweise politisierten Druck beklagten.

Paramount wird von Larry Ellisons Sohn geführt, dem Filmproduzenten David Ellison. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist einer der kleineren Teilnehmer am Markt. Zu Warner Bros. Discovery gehören unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie Harry Potter sowie das Streamingabo HBO Max, das es seit Anfang 2026 auch in Deutschland gibt.

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(g+) Security: Warum Cloudsicherheit mehr ist als Firewalls und Verschlüsselung

Von Klaus Manhart — 14. Juni 2026 um 10:00
Die meisten Sicherheitsvorfälle in der Cloud entstehen durch Fehlkonfigurationen, kompromittierte Konten oder unkontrollierte Datenflüsse. Einige Vorkehrungen helfen, das zu verhindern.
Moderne Cloudsecurity: Damit alles in der Cloud dort bleibt, wo es hingehört. (Bild: Pixabay/Pexels)
Moderne Cloudsecurity: Damit alles in der Cloud dort bleibt, wo es hingehört. Bild: Pixabay/Pexels

Cloudplattformen gehören zu den am besten abgesicherten IT-Infrastrukturen überhaupt. Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft oder Google Cloud investieren Milliardenbeträge in Sicherheitsmaßnahmen, beschäftigen Tausende Sicherheitsexperten und betreiben hochsichere Rechenzentren.

Dennoch vergeht kaum eine Woche ohne Meldungen über Datenabflüsse, kompromittierte Cloudkonten oder öffentlich zugängliche Unternehmensdaten. So warnte Salesforce Anfang 2026 Nutzer nach einer Serie von Sicherheitsvorfällen, bei denen Angreifer Kundendaten aus falsch konfigurierten Experience-Cloudumgebungen auslesen konnten.

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Störungsmeldung vom 14.06.2026 03:15

Von heise online — 14. Juni 2026 um 03:15

Neue Störungsmeldung für Provider Netcologne

Details

Beginn
14.06.2026 03:15
Region
Aachen (0241)
Provider
Netcologne
Zugangsart
VDSL

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Ukraine fordert 20 Milliarden: "Wollen, dass Russland noch stärker brennt"

Von Telepolis — 13. Juni 2026 um 18:25
Drohne mit Soldaten im Hintergrund

(Bild: Dmytro Sheremeta/Shutterstock.com)

Kiew verlangt von den Verbündeten Milliarden für Fernschläge. Das Ziel ist es, die russische Wirtschaft und Frontlogistik zu zerstören.

Die Ukraine fordert von ihren Verbündeten weitere 20 Milliarden US-Dollar an Militärhilfe. Mit diesen Geldern soll der vermeintliche Vorteil, den die Ukraine aktuell auf dem Schlachtfeld genießt, ausgebaut werden.

Das Geld soll beim Treffen der sogenannten Ukraine Defense Contact Group am 18. Juni im Ramstein-Format beantragt werden, wie Politico unter Berufung auf einen hochrangigen ukrainischen Verteidigungsbeamten [1] berichtet.

"Jeder sieht, dass Russland brennt, und wir wollen, dass es noch stärker brennt, aber dafür brauchen wir finanzielle Mittel", sagte der Beamte gegenüber Politico.

Die einzelnen Verbündeten sollen jeweils zwischen 2 und 6 Milliarden Dollar beitragen – als Hilfe oder als Darlehen.

Laut Bericht haben sich die Partnerländer für dieses Jahr bereits zu 38 Milliarden Dollar Militärhilfe verpflichtet. Mit den zusätzlichen 20 Milliarden käme die Ukraine nahe an die von Nato-Generalsekretär Mark Rutte angestrebten 60 Milliarden Dollar bilateraler Unterstützung.

Der ukrainische Verteidigungsetat liegt bereits bei 4,4 Billionen Hrywnja – rund 85 Milliarden Euro und etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, der höchste Anteil weltweit.

18 Raffinerien getroffen, Moskauer Pipeline-Ring beschädigt

Als Beleg für die Wirksamkeit bisheriger Investitionen legte das ukrainische Verteidigungsministerium seinen Mai-Bericht über Operationen [2] weit hinter der russischen Grenze vor. Demnach trafen ukrainische Drohnen und Raketen mindestens 18 große Ölraffinerien und Kraftstoffanlagen in über zehn russischen Regionen – der weiteste Schlag reichte 1.700 Kilometer ins russische Hinterland.

Zu den strategisch bedeutendsten Zielen zählt die Raffinerie Kirishi im Gebiet Leningrad. Mit einer Verarbeitungskapazität von 20 bis 21 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr macht sie allein über 6 Prozent der gesamten russischen Raffineriekapazität aus.

In der Oblast Moskau traf ein Präzisionsangriff die Pumpstation Solnechnogorskaya, einen kritischen Knotenpunkt des Pipeline-Rings, der die Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Domodedowo und Wnukowo mit Treibstoff versorgt.

Parallel attackierten die ukrainischen Streitkräfte Tanker der russischen Schattenflotte im Schwarzen und im Asowschen Meer – Schiffe, die unter Umgehung westlicher Sanktionen Rohöl exportierten und dem russischen Staat Kriegseinnahmen verschafften.

Patriot-Raketen, FPV-Drohnen und industrielle Skalierung

Die zusätzlichen Milliarden sollen laut dem Politico-Bericht in Luftabwehr, Drohnen, Munition, elektronische Kriegsführung und Langstreckenwaffen fließen.

Konkret verhandelt Kiew mit Berlin über die beschleunigte Lieferung von PAC-3-Raketen für Patriot-Systeme über den JUMPSTART-Mechanismus sowie über IRIS-T-Munition und die sogenannte Prioritised Ukraine Requirements List (PURL), wie das ukrainische Verteidigungsministerium mitteilte [3].

Mit Frankreich geht es [4] um Radarsysteme, Aster-30-Raketen und mögliche SAMP/T-NG-Lieferungen.

Lettland engagiert sich [5] in der Drohnenkoalition und stellt 0,25 Prozent seines BIP für die Ukraine bereit.

Neben westlicher Technik setzt Kiew zunehmend auf in der Ukraine hergestellte glasfasergesteuerte FPV-Drohnen und will die heimische Rüstungsproduktion mit EU-Darlehensmitteln skalieren.

Parallel hat Selenskyj laut [6] Reuters eine Solderhöhung angekündigt. Der Grundlohn für Soldaten steigt um ein Drittel auf 30.000 Hrywnja. Infanteristen an der Front sollen künftig durchschnittlich 300.000 Hrywnja monatlich erhalten – umgerechnet rund 7000 US-Dollar.

Neue befristete Verträge für Kampfeinsätze, die über 10, 14 oder 24 Monate laufen, sollen die Rekrutierung flexibilisieren. Finanziert wird das indirekt auch über ein EU-Darlehen (Gesamtrahmen: 90 Milliarden Euro, für 2026 zunächst bis zu 45 Milliarden freigegeben), das ab dem zweiten Quartal 2026 ausgezahlt werden soll.

Das Zeitfenster schließt sich

Hinter der Dringlichkeit steht ein strategisches Kalkül: Die Ukraine sieht ein Zeitfenster von sechs bis acht Monaten, in dem sie die Initiative hält. Russlands Vormarsch kam im Mai praktisch zum Erliegen, während Mittelstreckendrohnen die Frontlogistik störten und Langstreckenangriffe den Energiesektor trafen.

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, erklärte gegenüber Reuters, die Produktionskapazitäten und Besatzungen reichten aus, "um der russischen Wirtschaft verheerende Schläge zu versetzen und ihre Logistik lahmzulegen".

Doch die Finanzierungsbasis bröckelt an anderer Stelle: Die Prager Artillerie-Initiative verlor seit Dezember die Hälfte ihrer Geberländer [7] – neun von ehemals 18 Staaten stiegen aus dem Programm aus, das bislang 4,4 Millionen Schuss schwerer Artilleriemunition lieferte.

Ob die 20-Milliarden-Forderung diese Lücke schließen kann, wird sich beim Nato-Gipfel im Juli in Ankara zeigen, an dem Selenskyj am Rande teilnehmen will.

Moskau reagierte erwartbar. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa nannte die Forderung "politische Selbstverletzung". Putin erklärte vergangene Woche, er sehe kein Risiko für die russische Wirtschaft – räumte aber ein, dass ukrainische Angriffe Schaden anrichteten.

Ob die Verhandlungsbereitschaft beider Seiten ausreicht, um den Krieg am Tisch zu beenden, bleibt offen. Analysten sehen zwar Wege zum Frieden, bezweifeln aber den politischen Willen [8] in Berlin wie Brüssel.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11331365

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.politico.eu/article/exclusive-ukraine-to-ask-for-20-billion-emergency-defense-aid-at-rammstein-to-finish-off-russia/
  2. https://mod.gov.ua/en/news/long-range-sanctions-reach-moscow-region-oil-refineries-keep-burning-results-of-deep-strike-operations-in-may
  3. https://mod.gov.ua/en/news/ukraine-and-germany-step-up-efforts-to-accelerate-the-delivery-of-air-defence-munitions
  4. https://mod.gov.ua/en/news/ukraine-and-france-step-up-efforts-to-strengthen-air-defence-with-radars-and-aster-30-missiles
  5. https://mod.gov.ua/en/news/ukraine-and-latvia-expand-cooperation-on-drones-and-counter-drone-solutions
  6. https://www.reuters.com/world/ukraine-hikes-military-pay-seeks-more-foreign-fighters-zelenskiy-says-2026-06-12/
  7. https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-Haelfte-der-Geberlaender-steigt-aus-Prager-Initiative-aus-11310410.html
  8. https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-Krieg-Frieden-moeglich-Wille-fraglich-11299420.html

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Hightech gegen Trockenheit: Wie Roboter die Ernte sichern sollen

Von Telepolis — 13. Juni 2026 um 14:00
Traktor und Ernteroboter

Die Dürre bedroht Brandenburgs Äcker im Klimawandel. Forscher entwickeln jetzt völlig neue Ideen zur Rettung unserer Ernte. Ein Ortsbesuch.

"Viermal B: Bauer Blume bietet Bestes." Diesen Spruch liebt Bauer Blume, der im Osten Brandenburgs, im Landkreis Oder-Spree einen 340 Hektar großen Familienbetrieb leitet. Der 43-Jährige trägt Verantwortung für mehr als 200 Rinder, von denen derzeit 60 Mütter Milch geben.

Aktuell aber kann Blume nicht sein Beste bieten: Auf seinen Feldern hat es in diesem Frühjahr viel zu wenig geregnet, der Dürremonitor [1], den das Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung betreibt, weist null Prozent pflanzenverfügbares Wasser aus, im Unterboden eine zehnjährige Dürre. "Ohne Wasser kann nichts wachsen", sagt Blume.

Tatsächlich sagen Klimamodelle voraus, dass es im deutschen Osten künftig deutlich trockener wird als in der Zeit vor dem Klimawandel. "Die Entwicklung kann man bereits heute nachweisen", sagt Andreas Walter vom Deutschen Wetterdienst.

Ein Indiz liefert eine Liste, mit in der Vergangenheit gemessenen "Heißen Tage" – laut Definition des Deutschen Wetterdienstes [2] solche, an denen das Thermometer die 30-Grad-Marke überschreitet – die Walter hervorkramt. "Sie sehen: Über Jahre hat ihre Anzahl sehr stark zugenommen." An heißen Tagen verdunsten die Pflanzen sehr viel mehr Wasser. Kommt dann kein Regen nach, entsteht Dürre.

Die Pflanze der Zukunft aus dem Computer-Gewächshaus

Was das für die Zukunft bedeutet, kann Claas Nendel beantworten, der die Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland erforscht. "Mein Gewächshaus ist der Computer", sagt der Geoökologe. "Atmung, Fotosynthese, Entwicklung, Ertrag – alles funktioniert wie bei einem richtigen Gewächs." Nur dass die Früchte seiner Arbeit nicht aus Getreidekörnern oder Kartoffeln bestehen, sondern aus mathematischen Formeln.

Nendel ist der Gegenwart voraus, sein Ziel ist die Pflanze der Zukunft wachsen zu lassen, und zwar einmal in einer Welt, in der die Menschheit keinen Klimaschutz betrieben hat – das RCP8.5-Szenario [3] des Weltklimarates IPCC. Um dann vergleichen zu können, wie es der Pflanze ergeht, wenn die Menschheit jetzt doch noch mit strengen Emissionsminderungen beginnt und die Klimaerhitzung begrenzt wird.

Der Professor sitzt im Haus 45 auf dem Wissenschaftscampus der Stadt Müncheberg [4] mit knapp 7.000 Einwohnern im Osten Brandenburgs, die sich selbst "Forscherstadt" nennt. 1928 wurde hier das "Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung [5]" gegründet, eine der ersten Wissenschaftseinrichtungen, die sich der Kulturpflanzenzucht widmeten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die DDR neu anfangen, sie gründete am Standort die "Zentralforschungsanstalt für Pflanzenzucht". Der heutige Nachfolger ZALF [6], das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, beschäftigt mehr als 600 Menschen.

Hinter dem Bürokomplex liegt das drei Hektar große Versuchsfeld. Kleine Schläge Gerste, Roggen oder Mais wurden hier nebeneinander ausgesät, über den Saaten drehen sich Drachen im Wind, um Vögel zu verscheuchen. Überall sind rote Plastikfüchse aufgestellt, mit dem Ziel, Kaninchen zu vertreiben. Möglichst nichts soll die Experimente auf den Forschungsfeldern stören.

Nendel, Mitte 50, trägt Lederhut, randlose Brille, Kinnbart, Sportschuhe. Auf dem Weg zu den "echten" Pflanzen stehen alle 20 Meter Schaltkästen. "Im Boden sind Unmengen von Sensoren eingelassen", erklärt der Professor, der an der Universität Potsdam lehrt.

Fahrzeuge, die an Golfbuggys erinnern, rollen durch die Reihen, bestückt mit landwirtschaftlichen Geräten. Es gibt eine mobile Beregnungsanlage und einen Rainout-Shelter, eine Art Gewächshaus, das über einem Versuchsfeld aufgespannt wird und so die Trockenheit der Zukunft simulieren kann.

"Hier überprüfen wir, ob sich unsere virtuelle Pflanze nach einer gewissen Versuchsdauer richtig verhält", erklärt Nendel. Er und sein Team sagen dem Computergewächs in Programmsprache, unter welchen Bedingungen es sich entwickeln muss.

Draußen auf dem Acker realisieren die Gärtner dann exakt die gleichen Verhältnisse auf dem Versuchsfeld.

"Stimmen Entwicklungsparameter wie Größe, Blattfläche, Gewicht, Wassergehalt bei der Computerpflanze nach einer Wachstumsperiode mit dem Feldgewächs überein, dann ist das mathematische Modell geeignet, künftige Verhältnisse abzubilden."

Claas Nendel

Geht das Experiment schief muss er nacharbeiten – "die virtuelle Pflanze realer machen."

Wenn alte Bauernregeln nicht mehr gelten

Dass der Klimawandel in Deutschland längst Realität ist, spüren Landwirte am deutlichsten. Nach dem jüngsten Bericht des Deutschen Wetterdienstes [7] liegt die Durchschnittstemperatur hierzulande bereits 2,5 Grad über der zu der Zeit, als es noch keinen Klimawandel gab.

"Eine einzelne Hitzewelle, das ist bloß Wetter. Aber mehrere Jahre mit etlichen Hitzewellen nacheinander, das ist Klimawandel", sagt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands.

Die Folgen für die Landwirtschaft sind vielfältig: Mildere Winter führen zum Beispiel zu früherer Keimung und früherem Wachstum der Pflanzen. Wenn Regen fehlt oder in extremen Mengen als Starkregen niedergeht, sorgt das gleichermaßen für verminderte Erntequalität und geringeren Ertrag – bis hin zum Totalverlust. Bauern können weniger sicher planen, weil sie nicht wissen, wie die Ernte ausfällt.

Die alten Bauernregeln, dokumentierte "Best practice" der Landwirtschaft seit 1509 [8], sind längst nicht mehr gültig.

Viele unserer bisherigen Ackerpflanzen werden in den kommenden Jahrzehnten erhebliche Probleme bekommen. Die Frühjahre und Sommer der Zukunft bringen mehr Trockenheit und mehr Hitze. Dabei sind Phasen der Samen- und Fruchtbildung oder das Entfalten der Blüte zum Beispiel bei Getreide oft sehr temperaturempfindlich.

"Um acht Milliarden Menschen satt zu bekommen, müssen wir unsere Ernährung neu denken", sagt Claas Nendel. Denn der Klimawandel sei ja nur ein Problem. Weltweit geht zudem immer mehr Anbaufläche verloren, weil sie versiegelt, vergiftet oder übernutzt wird.

"Soja könnte zum Beispiel helfen", sagt Claas Nendel, der die Anbaubedingungen dieser Hülsenfrucht in unseren Breiten untersuchte. Die Bohnen des Schmetterlingsblütlers enthalten bis zu 37 Prozent Eiweiß. Und die Qualität des Sojaproteins ist mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar. Nendel: "Der Vorteil ist: Mit dem Sojaanbau kommen wir direkt zu Proteinen, ohne den uneffizienten Umweg eines Tiermagens." Für die Viehhaltung sei sehr viel Fläche nötig, "Fläche, die wir nicht mehr haben".

Der Nachteil: Sojapflanzen wachsen in Mitteleuropa nicht sehr gut. Während in Brasilien vor zwei Jahren 74 Millionen Tonnen Bohnen geerntet wurden, waren es in Deutschland ganze 90.000 Tonnen. Ein Grund dafür ist das gemäßigte Klima in unseren Breiten, die Sojabohne mag es warm und trocken. Der andere Grund: Soja ist eine Kurztagpflanze. Also eine, die unter kurzen Sommernächten leidet.

Auch Hirse könnte helfen, Linsen auch.

"Das Spannende an diesen Kulturen ist: Sie hören einfach auf zu wachsen, wenn es zu trocken wird. Sie warten dann auf bessere Bedingungen."

Claas Nendel

Gerste oder Roggen haben solche Eigenschaften nicht, "sie gehen bei anhaltender Trockenheit in die Notreife". Bauern sprechen dann vom "Schmachtkorn": kleine Körner mit wenig Inhalt.

Linsen und Hirse sei eine Zeit ohne Nass dagegen egal. Regnet es eines Tages wieder, würden solche Kulturen aus dem Wartezustand in den Wachstumszustand zurückwechseln. "Was fehlt, ist agronomisches Wissen", sagt Claas Nendel: "Wie sind die Fruchtfolgen? Wie kontrollieren wir die Verunkrautung? Welchen Pflanzenschutz brauchen wir? Wir müssen das ausprobieren!"

Feldroboter statt Großtraktoren: Die digitale Zukunft der Landwirtschaft

Nendel ist sich sicher, dass schon in wenigen Jahren der 500-PS-Traktor Geschichte ist. Säen, Unkrautjäten, Düngen, Ernten: "Stattdessen übernehmen paketgroße Ernteroboter alle Dienste auf dem Feld". Felder, so wie wir sie heute kennen, werde es Mitte des Jahrhunderts nicht mehr geben, "es wird viel kleinteiliger angebaut", sagt Claas Nendel.

Auf sandigen Kuppen werden eher trockenheitsresistentere Nutzpflanzen wie Roggen ausgesät, in den feuchteren Niederungen dagegen zum Beispiel Weizen." Autonome Erntemaschinen würden das Korn erkennen, zuordnen und sortenrein ernten. Der Bauer der Zukunft sitzt immer seltener selbst im Traktor: "Selbstfahrende Feldroboter brauchen weder Pause noch Nachtschlaf."

Ohnehin steht die Landwirtschaft wegen der Digitalisierung vor einem gravierenden Wandel:

"Apps, mit deren Hilfe der Bauer Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge erkennen kann, die gibt es schon – inklusive automatischer Ratschläge, welches Mittel er dagegen einsetzen muss. Genauso wie Sensoren auf dem Traktor, die dem Bauern anzeigen, wie viel Nährstoffe in der Pflanze vor ihm enthalten sind."

In Müncheberg testen sie diese Dinge auf den Versuchsfeldern genauso aus wie im Computer. Diesmal ist es die "Echte Kicher" mit der experimentiert wird – eine Pflanzenart aus der Gattung der Kichererbsen.

"Ich will nicht falsch verstanden werden", sagt Bauer Blume: "Viermal B – ich bin gerne Bauer!" Immer an der Luft, immer im Kontakt mit seinen Tieren, immer sein eigener Herr sein: "So ein Leben hat nicht jeder!" Allerdings werde es zunehmend schwer, wirtschaftlich zu überleben.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ufz.de/index.php?de=37937
  2. https://www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/glossar.html?lv2=101094&lv3=101162
  3. https://worldoceanreview.com/de/wor-5/bedrohung-durch-klimawandel-und-naturgefahren/der-klimawandel-und-die-kuesten/die-szenarien-des-weltklimarats/
  4. https://www.stadt-muencheberg.de/wirtschaft-forschung/forschung
  5. https://www.mpipz.mpg.de/institut/projekte
  6. https://www.zalf.de/de/forschung_lehre/Seiten/default.aspx
  7. https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/aktuelle_meldungen/250924/faktenpapier_extremwetterkongress_download.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  8. https://viewer.onb.ac.at/109D3AC7/

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Wie real ist die russische Bedrohung für Europa?

Von Telepolis — 13. Juni 2026 um 12:00
Litauischer Soldat in Militärtarnung in der Nähe eines deutschen Panzers

Litauischer Soldat in Militärtarnung in der Nähe eines deutschen Panzers. Foto (November 2025): Shutterstock.com

Wolfgang Richter hält viele Warnungen vor einem russischen Angriff auf Nato-Staaten für überzogen. Warum er dennoch mehr Verteidigungsfähigkeit fordert.

Kaum ein Thema prägt die sicherheitspolitische Debatte derzeit stärker als die Frage, ob Russland nach dem Krieg in der Ukraine auch Nato-Staaten bedrohen könnte. Wolfgang Richter, Oberst a. D., früherer Sicherheitsexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) und heute Associate Fellow am Genfer Zentrum für Sicherheitspolitik (GCSP [1]), hält viele der kursierenden Bedrohungsszenarien für überzogen.

Telepolis hat mit ihm über die militärischen Kräfteverhältnisse in Europa, die Risiken von Fehlwahrnehmungen und die Frage gesprochen, ob Europa neben Abschreckung nicht auch wieder stärker auf Dialog und Rüstungskontrolle setzen sollte.

Wie die Sicherheitsordnung nach 1990 zerbrach

Herr Richter, im Kontext mit den wachsenden Militärausgaben in Europa wird öffentlich über einen möglichen Angriff Russlands gegen europäische Nato-Verbündete spekuliert. Wie ist Ihre Einschätzung der gegenwärtigen geopolitischen Situation? Und was denken Sie über die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Russland und dem Westen seit 1990?

Wolfgang Richter: In einer Zeit zunehmender geopolitischer Rivalitäten und militärischer Gewaltanwendungen großer Mächte und einer ungewissen US-Bündnispolitik unter Präsident Trump steigen auch die Risiken für Deutschland und Europa. Die Verbesserung der europäischen Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit und angemessene militärische Beiträge Deutschlands liegen daher grundsätzlich im gemeinsamen Sicherheitsinteresse Europas.

Vom Partner zur Rivalität

Gleichwohl muss die Erosion der Sicherheitskooperation mit Russland, die 1990 begründet wurde und anfangs sehr erfolgreich war, auch im historischen Kontext bewertet werden, um ihre Ursachen zu verstehen und Auswege zu finden. Die Erosion zeichnete sich schon seit 2006 ab. Und sie war vermeidbar. Russland war bis dahin vertragstreu und hatte die größte Abrüstungsleistung in Friedenszeiten erbracht, gefolgt vom wiedervereinigten Deutschland.

Doch veränderten die regime-change-Interventionen von George W. Bush, seine Abkehr von der Rüstungskontrolle und sein Drängen auf eine Nato-Erweiterung bis zum Don, die geopolitische Lage und damit auch den konzeptionellen Kontext der Vereinbarungen.

Zwar haben nicht alle Nato-Staaten diesen Kurs gebilligt; insbesondere Deutschland hat dagegen Stellung bezogen, mit der Unterstützung Frankreichs und der meisten westeuropäischen Länder. Doch setzte Washington ausdrücklich nicht mehr auf die alten Verbündeten, sondern auf das "neue Europa" (Rumsfeld) und eine "Koalition der Willigen" aus mittelosteuropäischen Nato-Beitrittsländern.

Moskau reagierte darauf zunächst mit einer Versteifung seiner Positionen in den post-sowjetischen Territorialkonflikten und nach dem Georgien-Krieg mit einer Armeereform.

Das Ende der Rüstungskontrolle

Die neuen Spannungen mündeten in den Kollaps der Sicherheits- und Rüstungskontrollvereinbarungen, zuletzt des New Start-Abkommens. Dies wird man nicht nur Moskau anlasten können. Seither gibt es keine Leitplanken mehr, die ein konventionelles und atomares Wettrüsten rechtswirksam begrenzen.

Vor diesem Hintergrund hat Moskau die Maidan-Revolte in Kiew als Fortsetzung westlicher regime-change-Politik, als Vorspiel zum Nato-Beitritt der Ukraine und als Bedrohung russischer Landsleute gedeutet. Auf die russische Annexion der Krim und Unterstützung von Anti-Maidan-Kräften in der Ostukraine 2014 reagierte die Nato militärisch.

Es ging um die Rückversicherung Polens und der baltischen Staaten, die sich nun bedroht sahen. Seither richtet sie ihre Strategie wieder auf die Landes- und Bündnisverteidigung aus. Die Vornepräsenz in den baltischen Staaten, Polen und Südosteuropa wurde schrittweise erhöht.

Von Minsk zum Ukraine-Krieg

Deutschland und Frankreich haben das Minsker Abkommen von 2014/15 vermittelt, um die Kämpfe in der Ukraine zu beenden. Gemeinsam mit der Sonderbeobachtungsmission der OSZE konnten sie zwar eine operative Ausweitung der Kämpfe verhindern, aber nicht die vereinbarte politische Friedensregelung durchsetzen und den Waffenstillstand stabilisieren. Stattdessen versuchten beide Konfliktparteien ihre Positionen auch militärisch zu stärken.

Für Kiew spielte die Bündnispolitik mit westlichen Partnern ab 2020 eine entscheidende Rolle. Sie schloss auch Waffen- und Ausbildungshilfen ein.

Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hat die Allianz ihre Verteidigungsausgaben auf das Ziel von fünf Prozent der nationalen BIPs angehoben, die militärischen Fähigkeitsprofile erheblich erweitert, die Nato-Ostflanke verstärkt und die bisher neutralen Staaten Finnland und Schweden in die Nato aufgenommen. Parallel dazu unterstützt die Koalition der Willigen die Ukraine finanziell und mit Waffen- und Ausbildungshilfe.

Zugleich versucht sie, Russland mit Wirtschaftssanktionen in die Knie zu zwingen. Gleichwohl bestehen in den baltischen Staaten, Polen und Deutschland Befürchtungen, Russland könne sie – und damit die Nato selbst – möglicherweise ab 2029 angreifen.

Warum ein russischer Angriff auf die Nato als wenig plausibel erscheint

Wie realistisch sind solche Bedrohungsperzeptionen und wäre Nato-Europa fähig und willens zur Abwehr?

Wolfgang Richter: Um Bedrohungsperzeptionen zu validieren, müssen die erkennbaren politischen Absichten und militärischen Fähigkeiten nüchtern bewertet werden. Eine politische Absicht Moskaus, die Nato als das stärkste Militärbündnis weltweit anzugreifen, ist nicht nachweisbar und wäre nicht plausibel, solange Russland nicht selbst existentiell bedroht ist. Seine militärischen Fähigkeiten reichen dazu in der überschaubaren Zukunft nicht aus, selbst wenn es zu einer Waffenruhe in der Ukraine käme.

Erlauben Sie mir einige Erläuterungen. Zunächst zu den Absichten. Wenn eine große Militärmacht Gewalt gegen andere Staaten anwendet, um ihren politischen Willen unter Verletzung des Völkerrechts durchzusetzen, so ist dies für die Nachbarn Anlass genug, auf der Hut zu sein. Die Erhöhung der Wachsamkeit und die Verbesserung der Verteidigungsfähigkeit sind somit grundsätzlich notwendig und gerechtfertigt.

Gleichwohl muss dies mit Augenmaß geschehen und den internationalen Kontext mitbewerten. Dämonisierung, selektive Verurteilung von Völkerrechtsbruch und dessen Relativierung, wenn Verbündete Völkerrecht brechen, stärken die eigene Glaubwürdigkeit im internationalen Umfeld nicht. Zudem müssen die spezifischen Gründe für das Verhalten des Angreifers berücksichtigt und dessen möglicherweise weitergehenden Ambitionen – auch im Kontext seiner militärischen Fähigkeiten – realistisch eingeschätzt werden.

Keine Angriffsabsicht erkennbar

Eine erklärte Absicht Moskaus, die Nato anzugreifen, gibt es nicht. Putin hat bei mehreren Gelegenheiten betont, dass er diese Diskussion im Westen für Unsinn halte. Doch hat er Bedingungen formuliert, unter denen der Krieg gegen die Ukraine beendet werden soll, die vergleichsweise begrenzt wirken: vollständige russische Kontrolle des Donbas; Einfrieren der Frontlinien in Cherson und Saporischschja; kein Nato-Beitritt und keine Stationierung westlicher Truppen in der Ukraine.

Dies kann und wird man als völkerrechtswidrigen Eingriff in die inneren Angelegenheiten von Nachbarstaaten verurteilen; doch ist das eher in einen spezifischen, historisch-kulturellen und strategischen Kontext einzuordnen als in eine allgemeine Absicht, Nato-Europa anzugreifen.

Die russische Sicht auf die Nato

Die strategischen Bedrohungsperzeptionen Moskaus sind uns seit über 30 Jahren bekannt. Sie sehen die geopolitische Annäherung der Nato unter der Führung der Atommacht USA an das russische Kernterritorium als Bruch früherer Vereinbarungen und als nuklear-strategisches Risiko.

Dies gilt insbesondere für die strategische Raketenabwehr und die regionale Vorwärtsstationierung weitreichender Präzisionswaffen, die aus Moskaus Sicht die vereinbarte nukleare Balance unterminieren und sich zu einer existentiellen Gefährdung ausweiten können.

Dialog statt Dämonisierung

Darüber kann man reden, wie es die USA tun. Mit anderen Worten, eigene Bedrohungsperzeptionen müssen mit denen des potentiellen Gegners abgeglichen werden, um zu einem realistischen Bild zu kommen. Dass sie immer subjektiv sind und sich diametral unterscheiden können, ist kein Argument dagegen, zuzuhören und einen Ausgleich über Rüstungskontrollverhandlungen zu suchen.

Europas militärische Stärke wird oft unterschätzt

Und wie sieht es mit den militärischen Fähigkeiten aus?

Wolfgang Richter: Die jüngste Nationale Sicherheitsstrategie der USA stellt zu Recht fest, dass die konventionellen Fähigkeiten Europas denjenigen Russlands deutlich überlegen sind. Zudem ist zu berücksichtigen, dass 80 Prozent der russischen Landstreitkräfte in der Ukraine gebunden sind und hohe Verluste erleiden. Sie können zwar noch ersetzt werden, doch vom Ziel, den Personalumfang der Streitkräfte auf 1,5 Millionen zu erhöhen, ist man weit entfernt.

Vorläufig veraltet die russische Panzerwaffe, weil die aktiven Bestände einer hohen Ausfallrate unterliegen und die Industrie vor allem ältere Lagerbestände instandsetzt, um sie zu ersetzen. Dagegen ist die Neuproduktion gering. Die taktischen Luftstreitkräfte werden durch die Dauerbeanspruchung technisch verschlissen, können aber nicht angemessen überholt, ersetzt oder modernisiert werden. Quantitativ und qualitativ sind die europäischen Luftwaffen und Seestreitkräfte weit überlegen.

Vorteile Moskaus ergeben sich bei der Neuproduktion von Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen. Allerdings werden sie durch den hohen Verbrauch täglich dezimiert. Ihr Masseneinsatz schädigt die Energie- und Waffenproduktion im Hinterland, führt jedoch an der Front zu einem operativen Stillstand. Deutschland und Verbündete haben begonnen, ihre Raketen- und Drohnenabwehr und die elektronischen und weltraumgestützten Fähigkeiten zur Aufklärung und Führung vernetzter Operationen auszubauen.

Die Notwendigkeit, im Abnutzungskrieg über vollausgestattete Verbände mit einem ausreichenden Personalumfang zu verfügen und eine hohe Bevorratung, sichere Transportwege, eine steigerungsfähige Massenproduktion und auch Personalersatz zu gewährleisten, ist mittlerweile in die Bundeswehrplanung eingeflossen.

Russland kann seine Kräfte nicht beliebig verlagern

Natürlich wäre eine nur statische Beurteilung militärischer Fähigkeiten unvollständig, wenn neben den "Kräften" nicht auch die operativen Faktoren "Zeit" und "Raum" berücksichtigt würden. Das gilt allerdings für beide Seiten und erlaubt das Durchdenken von "Szenarien".

Die Erwartung, Russland könne seine Streitkräfte aus der Bindung in der Ukraine rasch lösen, um sich gegen europäische Nato-Nachbarn zu konzentrieren, ist unrealistisch, selbst wenn es bald zu einem Waffenstillstand käme. Moskau wird noch für Jahre das Risiko einkalkulieren müssen, dass Kiew bei günstigerer Lage eine Revision territorialer Verluste anstreben wird. Aber selbst wenn man das außer Acht lässt, würde Moskau keine militärische Parität mit den europäischen Alliierten erreichen.

Warum das Baltikum kein leichter Angriffspunkt wäre

Um dennoch einem regionalen russischen Kräfteansatz gegen das Baltikum zu begegnen – Stichworte "Kaliningrad", "Suwalki-Gap", "Narwa" –, hat die Nato ihre Vornepräsenz ausgeweitet, mit Deutschland in der Führungsrolle in Litauen. Die Frage, ob die Nato auf einen begrenzten russischen Angriff reagieren und Truppen entsenden würde (Carlo Masala), stellt sich nicht. Sie ist schon vor Ort!

Auch die Norderweiterung hat die Risiken Russlands deutlich erhöht. Der Sinn, die Nato zu "testen", erschließt sich nicht. Welcher "Test" würde es rechtfertigen, einen großangelegten Krieg mit dem stärksten Militärbündnis der Welt zu riskieren, der sich zu einer existentiellen Bedrohung für Russland entwickeln könnte?

Solche Szenarien verdeutlichen allerdings die Brisanz der politischen und militärischen Spannungen und die Notwendigkeit, die Risiken – auch einer unbeabsichtigten Eskalation – unter Kontrolle zu halten und zu minimieren.

Abschreckung allein schafft keine Sicherheit

Wie schätzen Sie die Risiken ein, die aus unbeabsichtigten militärischen Zwischenfällen und Fehlbewertungen resultieren könnten?

Wolfgang Richter: Die Risiken, die aus unbeabsichtigten militärischen Zwischenfällen und Fehlbewertungen entstehen können, sind deutlich gestiegen. Dazu tragen worst case-Annahmen auf beiden Seiten der langen gemeinsamen Grenzen zwischen der Nato und Russland ebenso bei wie umfangreiche Truppenkonzentrationen in Grenznähe und zahlreiche Luft- und Seepatrouillen in und über den europäischen Randmeeren. Risikoreduzierung ist daher das Gebot der Stunde.

Um Eskalationsrisiken unter Kontrolle zu halten und zu reduzieren, muss der Dialog zwischen europäischen Staaten und Russland erneuert werden. Ziel sollte es sein, stabilisierende Vertrauens- und Sicherheitsbildende Maßnahmen zu verhandeln, um Berechenbarkeit zu schaffen und die Lage zu deeskalieren.

Langfristig geht es darum, im Sicherheitsinteresse Europas eine Dauerkonfrontation mit Russland zu verhindern und zu einem Modus Vivendi zu kommen, der auf dem Prinzip gegenseitiger strategischer Zurückhaltung fußt. Der Dialog über die europäische Sicherheit darf nicht der Trump-Administration überlassen bleiben.

Dialog als zweite Säule der Sicherheit

Schon der Harmel-Bericht der Nato von 1967 hat erkannt, dass Abschreckung zwar notwendig ist, Abschreckung allein aber instabil. Sicherheit muss daher auf zwei Säulen ruhen: Verteidigungsfähigkeit und stabilisierender Dialog mit dem Ziel gegenseitiger militärischer Zurückhaltung durch Rüstungskontrolle. Dies ist heute wieder aktuell.

Im eigenen Sicherheitsinteresse muss daher der Dialog mit Moskau gesucht werden. Dies können wir nicht Trump überlassen. Er vertritt keine europäischen Interessen und hat keine Vision von einer künftigen europäischen Sicherheitsordnung.

Wäre das Baltikum im Ernstfall zu verteidigen?

Zum Abschluss eine Frage zu möglichen regionalen Szenarien: Würden Nato-Verstärkungstruppen das Baltikum im Konfliktfall erreichen können?

Wolfgang Richter: Mit Blick auf die russischen A2/AD-Fähigkeiten ("Anti-access/area denial" zur Sperrung von Schlüsselräumen) in Kaliningrad (Stichwort: Iskander) und die Suwalki-Enge zwischen Kaliningrad und Belarus wird das mitunter bezweifelt. Das Szenario lässt allerdings mehrere Faktoren außer Acht:

  • Als kleines Gebiet von nur 90 km Nord-Süd- und max. 190 km West-Ost-Ausdehnung ist Kaliningrad selbst schwer zu verteidigen. Es kann durch luft- und seegestützte Marschflugkörper (ALCM und SLCM) der überlegenen Luftwaffen und Seestreitkräfte der Nato, aber auch schon durch Mehrfachraketenwerfer der Artillerie, in jedem Winkel in kurzer Zeit getroffen werden.
  • Der Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens hat die direkten Kontaktlinien mit Russland auf ca. 2.700 km Länge verdoppelt und die Risikokalkulationen Moskaus erschwert. 31 neue Nato-Stützpunkte im hohen Norden halten die nukleare U-Bootflotte in Murmansk unter Bedrohung, und die Ostsee ist zum Nato-Meer geworden. Dies eröffnet auch erweiterte Optionen für das Baltikum und gegen Kaliningrad.
  • Russland hat darauf mit der Wiedererrichtung des Militärbezirks Leningrad entlang der finnisch-norwegischen Grenze reagiert. Doch fehlen derzeit Truppen, um die Strukturen personell aufzufüllen, da sie in der Ukraine gebunden sind. Gleichwohl baut Russland dort die Infrastruktur für eine künftige Stationierung aus. Dass dies nun einige Experten als "Angriffsvorbereitungen" werten, zeigt nur, wie subjektiv Bedrohungsperzeptionen sind und wie notwendig nüchterne Lagebewertungen.
  • Auch konstruierte Risikoszenarien, etwa mit Blick auf das estnische Narva, sind eher geeignet, die Hysterie anzustacheln als eine realistische Lagebeurteilung zu untermauern. Denn die Frage, ob sich bei einer sog. "begrenzten" russischen Operation ("kleine grüne Männchen") die Nato in langen Beratungen zur Reaktion durchringen kann oder zerbricht, stellt sich nicht. Im Baltikum und Polen sind – neben den nationalen Kräften – 20.000 verbündete Soldaten stationiert. Ein Angriff würde unmittelbar auf über 24 Nato-Kontingente treffen, in Estland sogar auf drei Atommächte.

Der Sinn, die Nato zu "testen", erschließt sich nicht. Welcher "Test" würde es rechtfertigen, einen großangelegten Krieg mit dem stärksten Militärbündnis der Welt zu riskieren, der sich zu einer existentiellen Bedrohung für Russland entwickeln könnte?

Danke schön, Herr Richter.


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Team Gen 6: Deutschland und Spanien wollen Europas Kampfjet retten

Von Andreas Donath — 13. Juni 2026 um 14:30
Frankreich hat das FCAS-Projekt verlassen, der Plan liegt in Trümmern. Airbus versucht, trotzdem weiterzumachen.
Initiative Team Gen 6 (Bild: Airbus)
Initiative Team Gen 6 Bild: Airbus

Der ursprüngliche New-Generation-Fighter-Plan ist gescheitert. Jahrelang stritten Airbus und der französische Hersteller Dassault Aviation um Arbeitsanteile und die Projektführung. Das Ergebnis: Frankreich ist raus. Auf der ILA Berlin stellte Airbus Defense and Space die Initiative Team Gen 6 vor, acht deutsche und fünf spanische Rüstungsunternehmen beteiligen sich. Darunter Hensoldt, MTU Aero Engines, Rohde & Schwarz sowie auf spanischer Seite Indra und ITP Aero.

Konzeptvideo, Canard und Drohnen

Jean-Brice Dumont, Airbus-Chef für Luftkampf, betonte, Team Gen 6 sei keine Neugründung, sondern eine Kurskorrektur. Das übergeordnete Future-Combat-Air-System-Programm mit sieben Technologiesäulen bestehe fort. Airbus veröffentlichte ein Konzeptvideo, das einen Kampfjet mit Canard-Vorderflügeln und Knickflügeln zeigt, der gemeinsam mit unbemannten Drohnen operiert. Für 2029 plant das Unternehmen außerdem, den Eurofighter als "Command Fighter" zur Drohnensteuerung umzubauen.

Die Zahlen stimmen noch nicht

Douglas Barrie vom International Institute for Strategic Studies zweifelt daran, dass Deutschland und Spanien das Projekt alleine stemmen können. Beide Länder zusammen benötigen wohl 250 bis 300 Kampfjets. Das sei wirtschaftlich kaum tragfähig. Saab könnte sich an dem Projekt beteiligen. Frankreich hingegen dürfte die Rafale weiterentwickeln und parallel an einem Nachfolger arbeiten, möglicherweise mit Partnern aus dem Nahen Osten oder Indien.

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Applied AI-Team: Metas KI-Umbau macht Tausende Entwickler zu Statisten

Von Andreas Donath — 13. Juni 2026 um 14:00
Der Meta-Konzern opfert Mitarbeiterzufriedenheit für seine KI-Ambitionen. Mit spürbaren Folgen.
Mark Zuckerberg (Bild: Kenny Holston / Pool / AFP via Getty Images)
Mark Zuckerberg Bild: Kenny Holston / Pool / AFP via Getty Images

Metas Ambitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz kosten intern einen hohen Preis, wie Wired berichtet. Mitarbeiter in mehreren Abteilungen berichten von schlechter Stimmung, überbordender Arbeitslast und dem Gefühl, nichts Sinnvolles mehr beizutragen.

Zwangsversetzt in den "Gulag"

Im Mittelpunkt der Kritik steht das Applied AI-Team, eine im März 2026 zusammengestellte Einheit mit rund 6.500 Entwicklern und Produktmanagern. Eigentlich soll die Gruppe die KI-Forscher von Metas Superintelligence Labs unterstützen. In der Praxis, so berichten drei Mitarbeiter gegenüber Wired, sehe das ganz anders aus.

"Es ist buchstäblich der Gulag", sagte ein Mitarbeiter. "Du hast plötzlich keinerlei Sinn mehr im Leben, kaum Kontakt zu anderen, nur diese Aufgaben jede Woche."

Konkret gehe es um etwa zwei Aufgaben pro Woche, darunter das Erstellen von Programmieraufgaben für das KI-Training. Ein Mitarbeiter bezeichnete die Arbeit als "mechanisch und unkreativ", weit unter dem Niveau, für das er eingestellt worden sei. Wer sich weigere, das Team zu wechseln, müsse den Konzern verlassen. Ein ungewöhnliches Druckmittel in einer Branche, in der qualifizierte Entwickler eigentlich viel Verhandlungsmacht haben.

Stimmungsausbruch live auf Sendung

Die aufgestaute Frustration entlud sich in dieser Woche während einer internen Livepräsentation. Laut einer von Wired ausgewerteten Aufnahme unterbrach jemand den Call mit einem vulgären Ausbruch und richtete eine persönliche Beleidigung gegen einen namentlich genannten KI-Manager.

Kündigungen, Überwachung, Mehrarbeit

Die Unruhe geht über das Applied AI-Team hinaus. Meta strich im vergangenen Monat rund 8.000 Stellen, etwa zehn Prozent der Belegschaft. Die zusätzliche Last verteilt sich nun auf verbleibende Teams, unter anderem im Rechenzentrumsbereich und bei Instagram. Mehr als 1.600 Mitarbeiter unterzeichneten eine Petition gegen ein Programm, das Klicks und Tastenanschläge aufzeichnet, um KI-Trainingsdaten zu gewinnen.

Zuckerberg räumt Fehler ein

Auf einem All-hands-Meeting für Instagram-Mitarbeiter sprach Produktvorstand Chris Cox Klartext. Er bezeichnete die Lage als "brutal" und verglich die vergangenen Monate mit einem "Marathon mitten im Hagelsturm." In einem Memo vom Freitag meldete sich auch CEO Mark Zuckerberg zu Wort. Er räumte ein, dass Fehler gemacht wurden, und kündigte Maßnahmen an: Obergrenzen für Teamgrößen, mehr Budget für Teamveranstaltungen, einen Hackathon im kommenden Monat und feste Arbeitsplatzzuweisung bis Jahresende.

Das Applied AI-Team bezeichnete er als vorübergehende Lösung. Die Arbeit ermögliche es "sehr talentierten Menschen, zu diesen Bemühungen beizutragen, während wir in den kommenden Monaten andere Rollen schaffen, zu denen sie bei Meta beitragen können", wie Wired zitiert.

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