(Bild: operation-endgame.com)
Strafverfolger aus vier Ländern zerschlugen ein Botnet und Wordpress-Blogs, die Kriminelle als Verteilstationen für Schadsoftware mißbrauchten.
In einer neuen Ausgabe der „Operation Endgame“ haben internationale Ermittler Erfolge gegen die Malware „SocGholish“ erzielt. Sie reinigten fast 15.000 infizierte Wordpress-Blogs und nahmen Botnet-Infrastrukturen vom Netz. Betreiber der kriminellen Netzwerke ist eine Bande namens „Evil Corp“, die seit mehr als einem halben Jahrzehnt aus Russland mit Cybercrime ihr Geld verdient.
Wie die niederländische Polizei nun bekannt gab, haben Ermittler dort gemeinsam mit kanadischen, US-amerikanischen und deutschen Strafverfolgern 106 Server und Domains des SocGholish-Backends vom Netz genommen und 14.971 Webseiten repariert. Die nicht weiter ausgeführte „Säuberung infizierter Wordpress-Seiten“ ging mit einer Benachrichtigung der Opfer einher und umfasste auch eine dringende Ermahnung, Updates der populären Blogsoftware künftig schneller einzuspielen.
Zudem stießen die Ermittler auf über 1,4 Millionen Zugangsdaten zu Blogs, deren Eigentümer sie mittels Diensten wie HaveIBeenPwned benachrichtigen wollen. Sie rufen zudem Wordpress-Admins auf, ihre Zugangsdaten zu ändern, unbekannte oder ungenutzte Konten im Blog zu löschen und ihre Wordpress-Installation stets aktuell zu halten.
(Bild: operation-endgame.com)
„Operation Endgame“ ist der Name einer großangelegten [1] Aktion gegen Cyberkriminelle [2], das Schadsoftware-Ökosystem [3] und digitale Erpressung. Die Ermittler haben sie im Stil einer TV-Serie in Staffeln unterteilt und veröffentlichen häufig kurze KI-generierte Videos, mit denen sie Kriminelle unter Druck setzen und zum Verrat ihrer Spießgesellen auffordern. So auch dieses Mal: Ein schwarz-weißes Video im Stil der Comicverfilmung „Sin City“ zeigt einen Ermittler in Schlapphut und Trenchcoat, der die SocGholish-Gangster jagt.
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Im vorbörslichen US-Handel stieg der Kurs der Intel-Aktie erheblich, weil US-Präsident Donald Trump Aufträge von Apple bestätigte, die bisher Spekulation waren.
US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social verkündet, dass „Apple in die Zusammenarbeit mit Intel eingewilligt hat, um (Apple-)Chips in den USA zu entwickeln und zu fertigen“. Dadurch schoss der Kurs der Intel-Aktie im vorbörslichen Handel deutlich hoch.
Zwar wurde schon länger darüber spekuliert, dass Apple Chips bei Intel fertigen lassen [1] könnte, doch gab es bisher keine Bestätigung.
Außerdem erwähnte Trump die bereits bekannte Kooperation zwischen Intel und Firmen von Elon Musk beim Bau der sogenannten Terafab, also sehr großen Chipfabriken [2].
In gewohnt großspurigem Tonfall lobt sich US-Präsident Donald Trump selbst für die im August 2025 vereinbarte Beteiligung der US-Regierung an Intel [3]. Der Wert dieser Beteiligung habe sich seither versechsfacht.
Außerdem beschimpft Trump seine Vorgänger im Amt, weil die es zugelassen hätten, dass „Taiwan und andere unsere Halbleiterwerke stehlen“. Seine Regierung hingegen schütze die US-Industrie mit Zöllen.
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Forscher warnen: Wärmedämmung hält im Sommer die Hitze im Haus. Ohne automatisierte Lüftung drohen Überhitzung und Schimmel.
Wer sein Haus energetisch saniert, denkt an kalte Winter – selten an heiße Sommer. Dabei kann genau die Dämmung, die im Januar Heizkosten spart, im Juli zur thermischen Falle werden. Denn die isolierte Gebäudehülle funktioniert in beide Richtungen: Sie hält nicht nur Kälte draußen, sondern auch Wärme drinnen.
Wie das Science Media Center Germany (SMC) durch Befragung führender Bauforscher dokumentiert, verschärft sich dieses Problem mit jeder Hitzewelle. Für die nächsten Jahre bedeutet das enorme Herausforderungen, denn laut Klimaprojektionen werden die Hitzewellen bis 2050 häufiger und intensiver.
Gerade Hauseigentümer sind hier gefragt, denn laut SMC-Daten verfügen lediglich 5 bis 10 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland über aktive Kühltechnik. In Spanien oder Italien liegt der Anteil bei 50 bis 70 Prozent.
Gleichzeitig steigt die Zahl der Hitzetage mit über 30 Grad Celsius und der Tropennächte mit Temperaturen über 20 Grad kontinuierlich an.
Dirk Müller, Professor am Lehrstuhl für Gebäude- und Raumklimatechnik an der RWTH Aachen, formuliert es gegenüber dem SMC unmissverständlich: Der Schutz vor Hitze in Wohnräumen sei „zunehmend ein Grundversorgungsproblem und kein reines Komfortthema“.
Der physikalische Konflikt lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Wärmedämmung reduziert primär den Heizwärmebedarf im Winter. Sie hilft im Sommer nur so lange, wie sie die Hitze tagsüber erfolgreich draußen hält. Sobald sich das Gebäude jedoch aufgeheizt hat, verhindert sie nachts das Abkühlen über die Außenwände.
Clemens Felsmann, Professor der TU Dresden, bringt das Problem gegenüber dem SMC auf den Punkt: Dämmung helfe „nicht gegen zu hohe Temperaturen“ und wirke teilweise „kontraproduktiv“, weil sie die Wärme im Gebäude halte.
Besonders kritisch wird es in Bürogebäuden oder Schulen, kurz in allen sogenannten Nichtwohngebäuden mit hohen internen Lasten, also etwa Gebäuden voller Computer oder Menschen. Die tagsüber erzeugte Wärme durch Personen, Geräte und Beleuchtung kann hier nachts schlechter über die gedämmte Hülle abfließen.
Um Abhilfe zu schaffen, müsse die Gebäudehülle daher auf beide Anforderungen abgestimmt werden, erläutert Müller – Heizen im Winter und Kühlen im Sommer. Das gelinge aber nicht allein durch die Optimierung des winterlichen Wärmeschutzes.
Immerhin: Massive Altbauten mit hoher thermischer Masse können Temperaturspitzen gut abpuffern. Ein- und Zweifamilienhäuser in grünen Umgebungen dürften nach Einschätzung von Bastian Schröter, Professor von der Hochschule für Technik Stuttgart, „in den kommenden 20 Jahren in Deutschland im Allgemeinen gut ohne Klimaanlagen auskommen“.
Voraussetzung sei allerdings konsequentes Nachtlüften. Genau hier liegt das Problem dichter Gebäude: Wer die Fenster aus Sicherheitsgründen oder wegen Straßenlärm nicht öffnen kann, sitzt in der Falle.
Wer aktiv kühlt, läuft ins nächste Problem: die Taupunktproblematik.
In bewohnten Räumen fallen täglich 6 bis 9 Liter Feuchtigkeit an, durch Atmung, Kochen und Duschen. Das Mollier-Diagramm zeigt die physikalischen Zusammenhänge: Luft mit 23 Grad Celsius und 50 Prozent relativer Feuchte hat eine Taupunkttemperatur von etwa 12 Grad. Wird eine Oberfläche kälter, kondensiert Wasser, und das ist der Nährboden für Schimmel.
Laut DGA Gebäudeautomation [1] wurde bei einer bundesweiten Untersuchung festgestellt, dass 22 Prozent der Wohnungen sichtbare Feuchteschäden aufwiesen. Hauptursache: zu geringer Luftwechsel in luftdicht sanierten Gebäuden.
Besonders heikel ist die Kühlung über klassische Heizkörper. Da diese keine Kondensatwanne besitzen, muss das System abschalten, bevor der Taupunkt erreicht wird. Das heißt: Die Vorlauftemperatur darf nicht unter 16 bis 18 Grad sinken [2], die Raumluftfeuchte sollte 60 Prozent nicht überschreiten, und der Sicherheitsabstand zum Taupunkt beträgt typischerweise 2 Kelvin [3].
Bei schwüler Sommerluft mit 26 Grad und 65 Prozent Feuchte klettert der Taupunkt bereits auf rund 19 Grad – die Kühlung muss sofort abschalten, weil selbst eine Vorlauftemperatur von 17 Grad den Sicherheitsabstand unterschreitet.
Die nutzbare Kühlleistung von Heizkörpern schrumpft damit auf ein Minimum.
Die DGA Gebäudeautomation hat für das offene Feldbussystem KNX eine Reglerreihe entwickelt, die das gesamte Mollier-Diagramm [4] digital abbildet. Die sogenannten HVAC-Enthalpieregler erfassen Temperatur und relative Feuchte, berechnen daraus absolute Feuchte, Taupunkttemperatur und Enthalpie und steuern Lüftung sowie Kühlung bedarfsgerecht.
Bei Kühldecken etwa wird die Kaltwasser-Vorlauftemperatur automatisch angehoben, sobald die Taupunkttemperatur der Raumluft steigt – eine aktive Taupunktüberwachung, die laut DGA „wesentlich effektiver“ sei als passive Systeme, die bei schwülem Wetter die Kühlung komplett abschalten.
Die Regler steuern zudem eine sogenannte feuchterelevante Lüftungskurve: Der Luftwechsel richtet sich nach der absoluten Außenfeuchte. Je trockener die Außenluft, desto weniger muss gelüftet werden – das spart Heizenergie im Winter und verhindert Feuchteeintrag im Sommer.
Wer sich statt aufwendiger Regelungstechnik für ein Split-Klimagerät entscheidet, stößt in Eigentümergemeinschaften auf juristische Hürden.
Da für die Installation eine Kernbohrung durch die Außenwand nötig ist, handelt es sich um eine bauliche Veränderung nach § 20 Abs. 1 WEG [5], die einen Mehrheitsbeschluss erfordert. Der Einbau gehört nicht zu den privilegierten Maßnahmen wie E-Ladestationen oder Barrierefreiheit.
Der Bundesgerichtshof hat 2025 allerdings die Position modernisierungswilliger Eigentümer gestärkt. Mit Urteil vom 28. März 2025 (Az. V ZR 105/24) bestätigte der BGH, dass eine WEG-Gemeinschaft den Einbau eines Split-Geräts per Mehrheitsbeschluss gestatten kann.
Noch bedeutsamer: Am 23. Mai 2025 (Az. V ZR 128/24) stellte das Gericht klar [6], dass eine bloße Befürchtung von Nachbarn wegen möglicher Lärmbelästigung nicht ausreicht, um einen solchen Beschluss anzufechten. Maßgeblich ist nach § 20 Abs. 4 Alt. 2 WEG, ob eine unbillige Benachteiligung vorliegt. Der BGH stellte klar, dass dabei grundsätzlich nur die unmittelbaren baulichen Auswirkungen zählen, nicht das befürchtete künftige Nutzungsverhalten (z. B. der Nachtbetrieb des Geräts).
Mieter haben es deutlich schwerer: § 554 BGB sieht keinen Anspruch auf Klimaanlagen vor, der Vermieter muss dem Einbau ausdrücklich zustimmen. In denkmalgeschützten Gebäuden werden Außeneinheiten wegen notwendiger Änderungen an den Fassaden fast immer abgelehnt.
Als Alternative bieten sich Monoblock-Zwei-Schlauch-Geräte ohne sichtbare Außeneinheit an, die nur zwei kleine Lüftungsgitter in der Wand benötigen.
Im novellierten Wärmeplanungsgesetz ist vorgesehen, dass Kommunen mit mehr als 45.000 Pläne für die Kälteversorgung erstellen müssen – allerdings erst ab 2031 beziehungsweise 2033.
Angesichts der Tatsache, dass Dirk Müller eine Zielgröße von 30 bis 50 Prozent gekühlter Wohngebäude für die Zeit zwischen 2040 und 2050 für plausibel hält, dürfte die Zeit drängen. Die thermische Falle schnappt schließlich jeden Sommer ein Stück weiter zu.
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Der Major Oak im Jahr 2023
(Bild: Nick Beer/Shutterstock.com)
Englands berühmteste Eiche, der Major Oak, ist tot. Klimawandel, Besucherdruck und gut gemeinte Eingriffe besiegelten das Schicksal des Robin-Hood-Baumes.
Der Major Oak [1] im Sherwood Forest im britischen Nottinghamshire gilt als einer der ältesten und größten Bäume Europas – und ist mit Sicherheit einer der berühmtesten. Sein Alter wird auf mindestens 1.000, manche Schätzungen zufolge sogar bis zu 1.200 Jahre geschätzt.
Nachdem der Baum bereits im vergangenen Jahr kaum noch Blätter gezeigt hatte, trieb er in diesem Frühjahr gar keine mehr aus. Die Royal Society for the Protection of Birds (RSPB), die das Schutzgebiet seit 2018 verwaltet, teilte daraufhin mit, dass wissenschaftliche Experten den Baum für tot erklären [2].
Der Baum mit einem Stammumfang von rund elf Metern und einer Kronenspannweite von 28 Metern zog zuletzt jährlich rund 350.000 Besucher an. Die Legende besagt, dass der Räuber Robin Hood den hohlen Stamm – der tatsächlich durch Pilzbefall entstand – als Versteck vor dem Sheriff von Nottingham genutzt haben soll.
Eine einzelne Ursache für den Tod des Baumes lässt sich laut den Beteiligten nicht benennen. Chloe Ryder, Betriebsleiterin des RSPB Sherwood Forest, bezeichnete [3] die Situation gegenüber der BBC als "kompliziert". Die Mitarbeiter hätten "alles getan, was möglich war", seit die RSPB das Gelände übernommen hatte.
Reg Harris, Leiter eines Baumbegutachtungsunternehmens, der den Gesundheitszustand des Baumes nach eigenen Angaben seit neun Jahren für die RSPB beobachtet hat, erklärte gegenüber der BBC: "Es ist unmöglich, eine einzige Ursache für den Rückgang zu benennen."
Er verwies auf "eine breite und vielfältige Palette von Faktoren über einen so langen Zeitraum", darunter 200 Jahre Besucherdruck und Bodenverdichtung durch Fahrzeuge, Veränderungen des Grundwasserspiegels durch den Kohlebergbau in der Umgebung sowie erhebliche Klimaveränderungen.
"Der jüngste Rückgang fiel zusammen mit fünf sehr heißen und trockenen Sommern, besonders im Juli 2022, als das Vereinigte Königreich Rekordtemperaturen von 40 Grad Celsius erlebte", sagte Harris. Auch die RSPB betonte, dass die Auswirkungen des Klimawandels – insbesondere Hitzewellen und Dürren – die ohnehin altersbedingten Herausforderungen des Baumes verschärft hätten.
Paradoxerweise haben auch Schutzmaßnahmen zur Schwächung des Baumes beigetragen. Bereits 1904 wurden Stützen und Metallketten installiert, um die Äste zu sichern. In den 1960er Jahren wurden hohle Teile des Stammes mit Beton gefüllt, Äste mit Blei, dann Fiberglas verkleidet und sogar mit feuerhemmendem Anstrich behandelt.
Seit der RSPB das Gelände übernahm, stellten Experten fest, dass die Stützkonstruktionen dem Baum wahrscheinlich geschadet hatten. Denn bei natürlichem Wachstum würde eine alte Eiche Äste abwerfen und sich in ihren Stamm "zurückziehen", wodurch sie weniger Wasser und Nährstoffe benötigt.
Die künstlich gestützten Äste verlangten dem Baum hingegen weiter volle Versorgung ab. Ryder erklärte, die Stützen hätten "wahrscheinlich die Fähigkeit des Baumes beeinträchtigt, sich selbst zu erhalten" – doch entfernen ließ sich die Konstruktion nicht, weil der Baum sonst kollabiert wäre.
Unterirdische Untersuchungen zeigten laut Ryder "ein abgewürgtes und ausgehungertes Wurzelsystem in vollständiger Trennung von seiner Umgebung" in nährstoffarmem, mikrobiell verarmetem Boden. Simon Parfey, ein auf Bodenmikrobiologie spezialisierter Experte, der seit 2021 Teil des Betreuungsteams war, sagte, der Boden rund um den Baum sei "unter weit größerem Stress gestanden, als irgendjemand zunächst erkannt hatte".
"Während das Major-Oak-Team unermüdlich daran arbeitete, das Umfeld dieses Baumes wiederzubeleben – und in einigen Bereichen ermutigende Lebenszeichen sah –, war der Schaden offenbar bereits zu tief verwurzelt, um ihn vollständig rückgängig zu machen", so Parfey.
In den vergangenen drei Wintern hatte die RSPB behutsam rund um die Wurzeln gegraben, um den Boden zu belüften, zu nähren und zu regenerieren. Im Juni 2025 wurde zudem spezielle Bewässerungstechnik eingesetzt, um die Wurzeln bei extremer Hitze zu versorgen. Obwohl Tests Lebenszeichen im Boden zeigten, trieb der Baum im vergangenen Jahr kaum noch Blätter und in diesem Jahr gar keine mehr.
Obwohl der Major Oak tot ist, soll er an seinem Platz im Sherwood Forest verbleiben – sowohl als Lebensraum für Wildtiere als auch als Naturdenkmal für Besucher.
Ableger des Baumes wurden bereits in der Vergangenheit in aller Welt gepflanzt, unter anderem erhielten Schauspieler wie Barney Harwood, Su Pollard und David Hasselhoff 2013 Setzlinge. Simon Parfey, einer der Experten, die sich um den Baum kümmerten, zog ein versöhnliches Fazit: "Das wahre Vermächtnis des Major Oak liegt nicht mehr nur in der Folklore, sondern in der Zukunft des Naturschutzes." Die aus seiner Pflege gewonnenen Erkenntnisse sollen nun anderen alten Bäumen in Großbritannien zugutekommen.
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KI in der IT-Sicherheit verändert den Ablauf von Sicherheitstests: Recherchen, Hypothesen, Auswertung und Dokumentation lassen sich schneller vorbereiten, gleichzeitig steigt der Anspruch an Nachvollziehbarkeit. Besonders beim Pentesting entstehen neue Chancen, etwa bei der Strukturierung von Testpfaden, der Ableitung von Proofs of Concept oder der Formulierung von Maßnahmen.
Damit wachsen jedoch auch Risiken: Unklare Quellenlagen, Halluzinationen und falsche Priorisierungen können Ergebnisse verfälschen, wenn KI-Ausgaben ungeprüft übernommen werden. Entscheidend ist deshalb ein Vorgehen, das klassische Testmethoden mit KI-Werkzeugen kombiniert und Grenzen transparent macht.
Im Zentrum stehen wiederkehrende Szenarien aus Web- und Infrastrukturtests sowie aus der Analyse von Quellcode und Abhängigkeiten. Dazu zählen die Einordnung von Web-Pentests mit und ohne KI, das Identifizieren typischer Schwachstellen im Code und das systematische Prüfen von Libraries und Services. Ergänzend wird betrachtet, wie sich Abhängigkeitsprüfungen mit KI automatisieren lassen und wo manuelle Verifikation zwingend bleibt.
Auch die Überprüfung von Infrastruktur, Diensten sowie Active Directory und Entra ID wird als Anwendungsfeld aufgegriffen, inklusive der Frage, wie KI-gestützte Ansätze in Netzwerk- und Schwachstellenscans eingebettet werden können.
Damit Ergebnisse in Organisationen wirksam werden, müssen sie verständlich, prüfbar und entscheidungsfähig dokumentiert sein. Ein Schwerpunkt liegt daher auf der Report-Generierung: Aus Testergebnissen werden managementtaugliche Reports, Empfehlungen und Fixes abgeleitet, ohne Befunde zu überzeichnen oder zu verharmlosen. Parallel wird eingeordnet, wie Anforderungen an Resilienztests aus NIS2, DORA und ISO 27001 durch KI unterstützt werden können, etwa bei der Strukturierung von Nachweisen und der Abdeckung relevanter Testszenarien.
Der Onlineworkshop KI-Einsatz in der IT-Sicherheit: Pentesting, Schwachstellenscans, Reporting bündelt diese Themen in einer zweitägigen Agenda am 29. und 30. Juni 2026 (weiterer Termin: 19. und 20. Oktober 2026): (Web-)Pentesting mit und ohne KI, Grundlagen und Standards, Anwendungen und APIs, Dienste und Systeme, Source Code Audits und Abhängigkeitsprüfung, Infrastruktur- und Dienst-Pentesting, Scans, AD/Entra-ID-Checks sowie die Entwicklung von POCs.
Ergänzt wird das durch den Blick auf den aktuellen Status von KI-Modellen, auf Cloudmodelle versus On-Premises, den Umgang mit Halluzinationen und die saubere Dokumentation. Durch das Seminar führt Christian Biehler, der als IT-Sicherheitsexperte über eine langjährige Erfahrung als Hacker, Pentester, Berater und Trainer verfügt.
Wer sich vor dem Kauf für den kostenlosen Newsletter der Golem Karrierewelt anmeldet, erhält 10 Prozent Rabatt auf die erste Bestellung bei der Golem Karrierewelt.
Die Bundesnetzagentur hat den Jahresbericht 2024/2025 zur Breitbandmessung veröffentlicht. Laut einer Pressemitteilung vom 18. Juni 2026 wertet der Bericht Datenübertragungsraten aus, die Nutzer im Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 mit von der Behörde bereitgestellten Apps gemessen haben.
Die Auswertung zeigt, dass der Anteil der Nutzer, die von ihrem Festnetzanbieter mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten maximalen Downloadrate erhielten, bei 85,9 Prozent lag und somit leicht sank. Im Bericht 2023/2024 lag dieser Wert bei 86,5 Prozent. Bei 45,9 Prozent der Nutzer wurde diese Marke überschritten.
Im Mobilfunkbereich stieg der Anteil der 5G-Messungen von 43,8 Prozent im Zeitraum 2023/2024 auf 55,3 Prozent im Zeitraum 2024/2025, wobei 49 Prozent der Nutzer mindestens die Hälfte der maximalen Downloadrate erhielten. Bei den 4G-Messungen lag dieser Wert nur bei 22 Prozent.
Hinzu kommt, dass nur 3 Prozent der Nutzer des mobilen Internets im 4G-Netz 100 Prozent der maximalen Datenrate erreichten. Im 5G-Netz lag dieser Wert mit 7 Prozent der Nutzer nur wenig höher.
Die Bundesnetzagentur betonte in ihrer Mitteilung, dass die Messungen keine Aussagen zur Netzabdeckung oder zur Verfügbarkeit von Breitbandinternet zuließen. Die Daten basierten allein auf den Messungen der App-Nutzer und seien daher nicht repräsentativ. Der vollständige Bericht und alle Messergebnisse können auf der Internetseite zur Breitbandmessung eingesehen werden.
Eine Marktanalyse des Vergleichsportals Verivox von Juni 2026 zeigte, dass das politisch angestrebte Ziel einer flächendeckenden Internetversorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde seit acht Jahren verfehlt wird. Demnach haben rund 2,2 Millionen Menschen in Deutschland keinen Zugang zu Anschlüssen mit dieser Geschwindigkeit.
Nachdem Apple-CEO Tim Cook erklärt hat, dass das Unternehmen die gestiegenen Speicherpreise an die Kunden weitergeben müsse, hat das Wall Street Journal (WSJ) nachgerechnet. Zusammen mit Experten für die Lieferkette hat die Tageszeitung einen möglichen Startpreis für das kommende iPhone 18 Pro ermittelt.
Demnach könnte das neue iPhone bei einem Preis von 1.300 US-Dollar starten. Das wären 200 US-Dollar mehr als beim iPhone 17 Pro. Die Preissteigerung berücksichtigt allerdings nur gestiegene Preise bei Arbeits- und Flash-Speicher. Durch höhere Kosten etwa für das Kameramodul könnte der Preis auch auf 1.400 US-Dollar steigen.
Der Berechnung liegen die Materialkosten für das iPhone 17 Pro zugrunde, die vom Halbleiter-Marktforschungsunternehmen Techinsights geschätzt wurden. Demnach kostete das iPhone 17 Pro in der Produktion zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 582 US-Dollar. 39 US-Dollar waren dabei für den Arbeitsspeicher fällig, 13 US-Dollar für den Flash-Speicher.
Die Kosten für den RAM evaluierte Techinsights mittlerweile auf 145 US-Dollar. Der Flash-Speicher soll 51 US-Dollar kosten. Das würde Mehrkosten von insgesamt 144 US-Dollar entsprechen, wenn die Preise der anderen Bauteile als konstant angenommen werden.
Bei einem Verkaufspreis von 1.100 US-Dollar betrug die Gewinnmarge beim iPhone 17 Pro 47 Prozent. Um eine vergleichbare Marge beim iPhone 18 Pro mit teurerem Arbeitsspeicher zu erhalten, müsste das Smartphone 1.371 US-Dollar kosten – das WSJ geht davon aus, dass der Preis auf 1.300 US-Dollar abgesenkt wird.
Sollten andere Komponenten teurer werden, könnte der Startpreis aber auch auf 1.400 US-Dollar steigen – 300 US-Dollar mehr als beim iPhone 17 Pro. Beließe Apple den Preis bei 1.100 US-Dollar, sänke die Marge auf 34 Prozent. Inwieweit sich die mögliche Preiserhöhung in Deutschland niederschlagen wird, ist schwer zu schätzen. Hierzulande kostet das iPhone 17 Pro ab 1.300 Euro. Ein Preis von 1.500 Euro könnte anhand der Rechnung des WSJ möglich sein.
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Neuere Versionen der UEFI-BIOS-Komponente AGESA schalten bei manchen AMD-Ryzen-Prozessoren eine Funktion ab, die sie nie haben sollten – das verärgert manche.
Viele Prozessoren von AMD – aber nicht alle – können den Arbeitsspeicher transparent ver- und entschlüsseln. Diese Funktion namens Transparent Secure Memory Encryption (TSME) [1] schützt vor sehr wenigen und sehr speziellen physischen Angriffen auf Computer. Dabei geht es vor allem um sogenannte „Cold Boot“-Attacken, für die physischer Zugriff auf den Rechner nötig ist, um im RAM gespeicherte Informationen zu ergattern.
TSME ließ sich bis vor kurzem auf manchen Mainboards auch bei einigen Ryzen-Prozessoren für Desktop-PCs aktivieren, für die AMD die Funktion nicht zugesichert oder beworben hat. Mit einer neuen Version der AMD-Firmware-Komponente AGESA entfällt diese Möglichkeit nun. Das verärgert einige Besitzer solcher Prozessoren. Einer davon hat deshalb im GitHub-Repository für AMD Secure Encryted Virtualization (AMD SEV) eine Fehlermeldung eingestellt [2].
Vermutlich wird sich AMD allerdings nicht erweichen lassen, TSME für sämtliche Ryzen-Prozessoren wieder freizuschalten. Denn die 2016 angekündigte Funktion ist vor allem für Server, manche Embedded Systems, Business-PCs und -Notebooks gedacht. AMD aktiviert sie daher nur bei den CPU-Baureihen Epyc, manchen Embedded-CPUs sowie den „PRO“-Versionen der Ryzens für Desktop-PCs und Notebooks.
Einst bewarb AMD TSME als Bestandteil von „Memory Guard“, das wiederum Teil von „Guard MI“ war und das wiederum Teil der Vorteile von PRO-Ryzens im Vergleich zu normalen. Diese Marketing-Idee ist auf dem AMD-Server jetzt nicht mehr zu finden.
Mittlerweile erwähnt AMD TSME im Zusammenhang mit dem „Infinity Guard“-Funktionspaket der Epyc-Prozessoren für Server.
TSME lässt sich ohnehin nur aktivieren, wenn das (UEFI-)BIOS des jeweiligen Computers mitspielt. Dazu muss nicht unbedingt eine Option im BIOS-Setup vorhanden sein, falls das UEFI-BIOS TSME einfach einschaltet.
In diesem Sinne ist TSME eine typische Funktion für Business-Geräte, deren jeweiliger Hersteller bei der Implementierung eng mit AMD zusammenarbeitet und das Feature auch ausdrücklich im Datenblatt des jeweiligen Geräts erwähnt.
Ob TSME bei einem laufenden System tatsächlich aktiv ist, lässt sich bisher nur unter Linux prüfen, etwa durch Abfrage des Model Specific Register MSR_AMD64_SYSCFG mit dem Befehl rdmsr [3]. AMD stellt ein weiteres Tool via GitHub [4] bereit.
Es wirkt seltsam, dass der Nachweis der Funktion eines fast zehn Jahre alten Features nur unter Linux funktioniert, obwohl es auch die Sicherheit von Business-Rechnern mit Windows stärken soll.
Auf der Website AMD Secure Encrypted Virtualization (SEV) [5] stellt AMD Informationen zu den diversen RAM-Verschlüsselungsfunktionen zusammen.
Beim Cold-Boot-Angriff startet ein Angreifer den laufenden Rechner durch einen Reset neu und bootet darauf sofort ein speziell präpariertes Betriebssystem, das den RAM-Inhalt ausliest. 2008 wiesen Sicherheitsforscher nach, dass das tatsächlich funktioniert.
TSME erschwert diesen Angriff deutlich, der allerdings in der Praxis extrem selten vorkommen dürfte. Zudem gibt es auch andere Schutzmethoden, etwa das Löschen des RAM vor jedem Bootvorgang (TCG Platform Reset Attack Mitigation Specification [6]).
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Microsoft räumt Probleme mit den Sicherheitsupdates aus dem Juni ein. Drittanbieter-Apps können Office-Apps nicht mehr starten.
Die Windows-Updates mit den Sicherheitsflicken des Juni-Patchdays [1] für Windows 11 haben unerwünschte Nebenwirkungen. Microsoft räumt ein, dass Fremdanbieter-Apps Probleme haben können, Microsoft-Office-Apps zu starten.
Das haben die Entwickler jetzt unter der „bekannte Probleme“-Rubrik des Knowledge-Base-Eintrags zum Windows-11-Update [2] hinzugefügt. Es geht um das Juni-Update aus der vergangenen Woche mit der KB-Nummer KB5094126, die Windows 11 24H2 und 25H2 jeweils auf den Stand 26100.8655 respektive 26200.8655 hievt. Es schließt gravierende Sicherheitslücken, sollte daher nicht ohne große Not deinstalliert werden.
Microsoft gibt an, Berichte vorliegen zu haben, denen zufolge Drittanbieter-Apps Microsoft-Office-Apps nicht starten oder Office-Dokumente nicht mehr öffnen können, nachdem das Juni-Sicherheitsupdate angewendet wurde. Betroffen sind Apps, die OLE-Automatisierung einsetzen, um mit Microsofts Office zu interagieren. In einigen Fällen schlägt das Öffnen der Office-App oder des Dokuments ohne Anzeige einer Fehlermeldung fehl. Betroffen sind etwa Word, Excel, PowerPoint und andere Office-Apps, die von Drittanbieter-Apps gestartet werden. Drittanbieter-Apps, bei denen das unter anderem auftritt, sind CCH Engagement, Workpaper Manager, Zahnpraxen-Software wie Dentrix und Softdent sowie Zotero; andere Anwendungen können jedoch ebenfalls betroffen sein.
Um das Problem zu umschiffen, sollen Betroffene die fragliche App oder das Dokument direkt öffnen, anstatt aus der Drittanbieter-App heraus. Für Organisationen stellt Microsofts Business-Support einen nicht näher erläuterten Workaround bereit, der nur auf Nachfrage mitgeteilt wird.
Microsoft versichert, an einer automatischen Lösung zu arbeiten. Die soll mit einem künftigen Windows Update mitkommen. Einen Zeitpunkt nennt das Unternehmen nicht, sondern will Informationen preisgeben, sofern das aktualisierte Update verfügbar ist.
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Die Gesellschaft für Informatik e.V. hat eine Studie zur Router-Sicherheit und digitalen Souveränität in Deutschland vorgelegt.
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) hat eine Studie vorgelegt, die sich im Auftrag von Fritz (ehemals AVM) mit der Router-Sicherheit und digitalen Souveränität in Deutschland auseinandersetzt. Sie sieht insbesondere Heimnetz-Router als unterschätztes Risiko. Die IT-Fachleute haben auch Handlungsempfehlungen abgeleitet.
In der Studie analysierten die Autoren [1] 2190 Sicherheitslücken mit CVE-Einträgen aus den Jahren 2020 bis 2025, die die größten Router-Anbieter in Deutschland betreffen. Diese dienen Angreifern als Einfallstor, um Internetrouter zu kapern und etwa Passwörter für E-Mail-Konten oder andere Online-Dienste abzugreifen, wie zuletzt im April des Jahres bekannt wurde [2]. Der Betrachtungszeitraum blendet die Fritz-Router betreffende, größere Wellen schlagende Sicherheitslücke aus dem Jahr 2014 [3] aus. Die Router in Deutschland verteilen sich laut Studie auf Fritz mit 51 Prozent Marktanteil, unter der Telekom-Marke segelnde Geräte mit 19 Prozent, mit Vodafone-Branding versehene Router (12 Prozent) und schließlich TP-Link (2 Prozent), D-Link (2 Prozent) und Netgear mit einem Prozent Marktanteil im Jahr 2025.
Die Schwachstellenanalyse lässt OEM-Hersteller wie Arcadyan oder ZTE aus, die sich etwa hinter einigen Telekom- oder Vodafone-Routern verbergen, da sie sich nicht korrekt zuordnen lassen. Netgear wies demnach mit 1016 CVE-Einträgen die höchste absolute Zahl an Schwachstellen auf, was 46 Prozent der untersuchten CVEs entspricht. D-Link folgte mit 955 CVEs (44 Prozent). TP-Link steuerte noch 218 CVEs bei (10 Prozent) und Fritz wies in dem Zeitraum einen CVE-Eintrag auf. Bei der Berücksichtigung des Schweregrads der Schwachstellen sieht die Verteilung etwas anders aus: D-Link hatte 280 CVEs mit kritischem Risiko, Netgear 149, TP-Link noch 60 und Fritz keine.
Die GI schließt aus diesem Verhältnis auf unterschiedliche Qualität der Firmwares der Geräte. Zur Bewertung der Zahlen ist weiterhin die Disclosure-Politik der Unternehmen zu berücksichtigen. Netgear betreibt etwa ein öffentliches Bug-Bounty-Programm, bei dem IT-Sicherheitsforscher Geldprämien erhalten können. Außerdem geht der Hersteller als CNA (CVE Numbering Authority), die eigene CVE-Einträge erstellen kann, sehr transparent mit Schwachstellen um. Zwar dokumentiert Fritz Schwachstellen auf einer Security-Seite [4], allerdings erfolgt keine CVE-Vergabe. Das erklärt auch die geringe Anzahl an CVE-Einträgen.
Die GI weist weiter auf die unterschiedlichen Support-Zeiträume hin. Billigere Geräte fallen üblicherweise früher aus der Herstellerunterstützung heraus. Hier greift in absehbarer Zeit immerhin der Cyber Resilience Act (CRA), mit Mindestsupportzeiträumen und weiteren Herstellerpflichten. Aufgrund der langen Umsetzungsfristen könnten aber noch Jahre vergehen, bis alle Anbieter das umsetzen. Eines der aktuellen Probleme ist demnach, dass viele Geräte das Ende ihres Supportzeitraums bereits erreicht haben und keine Sicherheitsupdates mehr erhalten, ohne dass Verbraucher davon erfahren.
In der Studie gibt die Gesellschaft für Informatik e.V. auch Handlungsempfehlungen für die Bundesregierung. Sie soll „die Logik des EU Cybersecurity Act 2 [5] auf den Heimnetzbereich“ übertragen und „Transparenzpflichten für Hersteller und Lieferketten bei Consumer-Routern“ einführen. Dahinter steckt die Idee, etwa Anbieter aus China, die potenziell eine Gefahr darstellen können, aus europäischer Infrastruktur zu verdrängen und europäische Produkte vorzuziehen, um externe Abhängigkeiten zu reduzieren.
Der Co-Autor der Studie und Referent für Politik und Wissenschaft bei der GI, Niklas Sax, ordnet das so ein: „Deutschland ist im internationalen Vergleich [hinsichtlich der Router-Sicherheit] gut aufgestellt, denn der hohe Marktanteil europäischer Hersteller ist ein echter Standortvorteil. Aber diese Ausgangslage ist kein Selbstläufer. Die Dynamiken in den USA zeigen, dass sich Marktanteile schnell zugunsten nicht-europäischer Hersteller verschieben können. Das ist nicht nur eine Frage der Marktsouveränität, sondern schafft neue Angriffsflächen für gezielte Einflussnahme von Drittstaaten.“
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Wir haben heise-Leser gefragt, wie sie Videokonferenzsoftware verwenden. Tausende haben geantwortet, nur ein Viertel von ihnen entkommt MS Teams.
Damit hatten wir nicht gerechnet: Die Resonanz auf unsere Onlineumfrage zu Videokonferenzsoftware war überwältigend. Über 8000 heise-Leserinnen und -Leser haben daran teilgenommen (vielleicht ja auch Sie?). Sie haben uns damit einen wertvollen Einblick in Ihre Erfahrungen mit Kommunikationswerkzeugen gegeben.
Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie gehörte zu unserem Artikel „Teams-Alternativen: Diese Videokonferenz-Tools bietet der europäische Markt“ [1] [1]. Etliche Teilnehmer klagten in Textantworten, dass sie sich dem Einfluss der US-Tech-Konzerne zwar gern entziehen würden – ihre Arbeitsmittel im Job aber nicht selbst wählen können. So steht Microsoft Teams in den Ergebnissen unangefochten auf Platz eins: Knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer nutzen diese Software. Auch die folgenden Plätze belegen US-Dienste, doch dahinter eröffnet sich eine Fülle an Alternativen, oft aus Europa.
In diesem Artikel fassen wir die Ergebnisse unserer Umfrage zusammen, ordnen sie ein und reflektieren unsere Fragestellungen. Letztere sind uns nicht immer gelungen, wie kritische Hinweise von Teilnehmern zeigen. Außerdem geben wir einen Ausblick auf weitere c’t-Artikel über (europäische) Videokonferenzsoftware.
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Matter 1.6 bringt neue Funktionen für gemeinsame Geräteverwaltung, NFC-Einrichtung und vernetzte Thermostate.
Die Connectivity Standards Alliance (CSA) hat die Spezifikation Matter 1.6 veröffentlicht. Neue Geräteklassen werden nicht eingeführt. Stattdessen soll die Spezifikation ein zentrales, bislang nur teilweise eingelöstes Versprechen des Standards voranbringen: Smart-Home-Geräte unabhängig vom gewählten Ökosystem nutzbar zu machen. Dafür soll die gemeinsame Verwaltung eines Smart Homes durch Plattformen wie Apple Home, Google Home und Alexa deutlich einfacher werden.
Möglich machen soll das vor allem eine neue Funktion namens Joint Fabric. Sie erweitert den Multi-Admin-Ansatz von Matter, also die Nutzung eines Smart-Home-Geräts über mehrere Plattformen hinweg. Bereits Matter 1.4 sollte die Freigabe von Geräten zwischen verschiedenen Plattformen mit einer einzigen Zustimmung des Nutzers vereinfachen, ließ aber weiterhin getrennte Matter-Netze der einzelnen Anbieter bestehen. Joint Fabric geht einen Schritt weiter: Mehrere vom Nutzer autorisierte Smart-Home-Plattformen sollen künftig dieselbe Matter-Installation gemeinsam verwalten können, statt jeweils eigene Matter-Netze aufzubauen. Geräte, die zu dieser gemeinsamen Umgebung hinzugefügt werden, sollen dann automatisch in allen teilnehmenden Systemen verfügbar sein. Zugriffsrechte lassen sich laut CSA unabhängig von den Geräten erteilen oder entziehen.
Eine weitere Neuerung soll die Einrichtung fest installierter Matter-Geräte vereinfachen. Matter 1.6 erlaubt erstmals die vollständige Inbetriebnahme über bidirektionale NFC-Kommunikation. Bislang konnte NFC zwar bereits Einrichtungsinformationen bereitstellen und damit das Scannen eines QR-Codes ersetzen, die eigentliche Einrichtung lief aber weiterhin über Bluetooth LE. Künftig soll der gesamte Vorgang per NFC möglich sein. Das ist vor allem bei Deckenleuchten, Unterputzschaltern und anderen fest verbauten Geräten relevant, die sich so bereits vor der endgültigen Montage oder vor dem Einschalten des Netzstroms einrichten lassen. Bei größeren Installationen können mehrere Geräte vorab konfiguriert und später am vorgesehenen Ort aktiviert werden.
Matter 1.6 [2] bringt außerdem Änderungen für vernetzte Thermostate. Statt direkter Befehle können Smart-Home-Plattformen künftig zeitlich begrenzte Empfehlungen senden. Das Thermostat entscheidet dann anhand der aktuellen Situation und der vom Nutzer festgelegten Präferenzen, ob es diese Empfehlung umsetzt oder zurückstellt. So soll verhindert werden, dass eine Automatisierung kurz nach einer manuellen Änderung die Temperatur wieder überschreibt oder dass ein Energiesparprogramm eines Versorgers durch eine andere Plattform ausgehebelt wird. Auch Vorgaben wie Energieeinsparung, Luftqualität oder Luftfeuchtigkeit sollen sich über mehrere Dienste hinweg berücksichtigen lassen. Folgt das Thermostat einer Empfehlung nicht, soll es dafür eine standardisierte Begründung liefern.
Daneben führt die neue Spezifikation mehrere Detailverbesserungen ein. Geräte können ihre Fähigkeiten und Betriebsgrenzen standardisiert mitteilen, Sicherheitssensoren zusätzlich zu ihrem aktuellen Status auch frühere Ereignisse melden. Rauch- und CO-Melder zeigen künftig an, wenn sie aus der Halterung entfernt wurden. Zudem soll die Verwaltung widerrufener Zertifikate skalierbarer werden.
Wann und in welcher Form Hersteller und Plattformbetreiber die neuen Funktionen umsetzen werden, bleibt offen. Die zögerliche Umsetzung neuer Matter-Spezifikationen durch die Plattformen gilt bislang als eines der größten Hindernisse des Standards.
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(Bild: Make)
Über 70 Aussteller, spannende Technik, 3D-Druck, KI und DIY-Projekte warten am 20. und 21. Juni in Derendingen.
Am 20. und 21. Juni 2026 verwandelt sich die Enter Technikwelt in Derendingen erneut in die Maker Faire Solothurn. Jeweils von 10 bis 18 Uhr treffen sich Tüftler, Bastler, Entwickler, Künstler und neugierige Besucher, die sich Tipps zum Selbermachen holen wollen. Wer sich für das Wochenende ein Maker-Faire-Ticket holt, bekommt auch Zugang zur Enter Technikwelt. Das Technikmuseum beherbergt eine große Sammlung von Computer- und Unterhaltungselektronik und bietet eine Reise durch die Technikgeschichte.
Die Ausstellerliste ist auch 2026 wieder vielfältig. Mehr als 70 Maker, Vereine, Schulen und Unternehmen präsentieren ihre Projekte. Mit dabei sind unter anderem Bastelgarage.ch, Hackuarium, Makerspace Reinach, Swiss3Dc, Prusa Research, Creality, DFRobot sowie zahlreiche unabhängige Entwickler und Künstler.
Zwischen selbstgebauten Robotern, 3D-Druck-Projekten, Elektronik-Experimenten, Lasercut-Kunstwerken und Upcycling-Ideen gibt es viel zu entdecken. Wer sich für Modellbau interessiert, findet ebenso Projekte wie Fans von Retro-Computern oder Mikrocontrollern.
(Bild: Maker Faire Solothurn [1])
Eine Maker Faire lebt natürlich auch vom Mit-Maken. Im Vortragsbereich laufen an beiden Tagen Präsentationen zu aktuellen Maker-Themen.
So zeigt Bastelgarage.ch den Weg vom digitalen 3D-Modell bis zum fertigen Objekt und gibt Einblicke in Fertigungstechniken. Makerspace Reinach präsentiert lokale KI-Anwendungen mit Open-Source-Modellen und zeigt, wie man lokale LLMs einsetzen kann. Hackuarium beschäftigt sich mit Themen wie Umweltmonitoring.
Daneben laden zahlreiche Stände dazu ein, Fragen zu stellen, Projekte aus nächster Nähe anzuschauen und direkt mit den Entwicklern ins Gespräch zu kommen – ein Markenzeichen jeder Maker Faire.
Auf der Webseite [2] zur Maker Faire Solothurn ist eine vollständige Liste von Ausstellern und Vorträgen zu finden.
Die Maker Faire Solothurn 2026 verspricht erneut ein Wochenende voller Kreativität, Technik und Entdeckergeist zu werden.
Wer neue Projekte entdecken, Menschen kennenlernen oder einfach einen inspirierenden Tag mit der Familie verbringen möchte, sollte sich den 20. und 21. Juni 2026 im Kalender markieren. In Solothurn wird an diesem Wochenende wieder getüftelt.
Die Maker Faire Solothurn ist Teil der DACH-Maker-Faires, die von der Make lizenziert sind. Auf der Maker-Faire-Webseite [3] gibt es eine Übersicht aller kommenden Veranstaltungen.
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Matter 1.6 bringt neue Funktionen für gemeinsame Geräteverwaltung, NFC-Einrichtung und vernetzte Thermostate.
Die Connectivity Standards Alliance (CSA) hat die Spezifikation Matter 1.6 veröffentlicht. Neue Geräteklassen werden nicht eingeführt. Stattdessen soll die Spezifikation ein zentrales, bislang nur teilweise eingelöstes Versprechen des Standards voranbringen: Smart-Home-Geräte unabhängig vom gewählten Ökosystem nutzbar zu machen. Dafür soll die gemeinsame Verwaltung eines Smart Homes durch Plattformen wie Apple Home, Google Home und Alexa deutlich einfacher werden.
Möglich machen soll das vor allem eine neue Funktion namens Joint Fabric. Sie erweitert den Multi-Admin-Ansatz von Matter, also die Nutzung eines Smart-Home-Geräts über mehrere Plattformen hinweg. Bereits Matter 1.4 sollte die Freigabe von Geräten zwischen verschiedenen Plattformen mit einer einzigen Zustimmung des Nutzers vereinfachen, ließ aber weiterhin getrennte Matter-Netze der einzelnen Anbieter bestehen. Joint Fabric geht einen Schritt weiter: Mehrere vom Nutzer autorisierte Smart-Home-Plattformen sollen künftig dieselbe Matter-Installation gemeinsam verwalten können, statt jeweils eigene Matter-Netze aufzubauen. Geräte, die zu dieser gemeinsamen Umgebung hinzugefügt werden, sollen dann automatisch in allen teilnehmenden Systemen verfügbar sein. Zugriffsrechte lassen sich laut CSA unabhängig von den Geräten erteilen oder entziehen.
Eine weitere Neuerung soll die Einrichtung fest installierter Matter-Geräte vereinfachen. Matter 1.6 erlaubt erstmals die vollständige Inbetriebnahme über bidirektionale NFC-Kommunikation. Bislang konnte NFC zwar bereits Einrichtungsinformationen bereitstellen und damit das Scannen eines QR-Codes ersetzen, die eigentliche Einrichtung lief aber weiterhin über Bluetooth LE. Künftig soll der gesamte Vorgang per NFC möglich sein. Das ist vor allem bei Deckenleuchten, Unterputzschaltern und anderen fest verbauten Geräten relevant, die sich so bereits vor der endgültigen Montage oder vor dem Einschalten des Netzstroms einrichten lassen. Bei größeren Installationen können mehrere Geräte vorab konfiguriert und später am vorgesehenen Ort aktiviert werden.
Matter 1.6 [2] bringt außerdem Änderungen für vernetzte Thermostate. Statt direkter Befehle können Smart-Home-Plattformen künftig zeitlich begrenzte Empfehlungen senden. Das Thermostat entscheidet dann anhand der aktuellen Situation und der vom Nutzer festgelegten Präferenzen, ob es diese Empfehlung umsetzt oder zurückstellt. So soll verhindert werden, dass eine Automatisierung kurz nach einer manuellen Änderung die Temperatur wieder überschreibt oder dass ein Energiesparprogramm eines Versorgers durch eine andere Plattform ausgehebelt wird. Auch Vorgaben wie Energieeinsparung, Luftqualität oder Luftfeuchtigkeit sollen sich über mehrere Dienste hinweg berücksichtigen lassen. Folgt das Thermostat einer Empfehlung nicht, soll es dafür eine standardisierte Begründung liefern.
Daneben führt die neue Spezifikation mehrere Detailverbesserungen ein. Geräte können ihre Fähigkeiten und Betriebsgrenzen standardisiert mitteilen, Sicherheitssensoren zusätzlich zu ihrem aktuellen Status auch frühere Ereignisse melden. Rauch- und CO-Melder zeigen künftig an, wenn sie aus der Halterung entfernt wurden. Zudem soll die Verwaltung widerrufener Zertifikate skalierbarer werden.
Wann und in welcher Form Hersteller und Plattformbetreiber die neuen Funktionen umsetzen werden, bleibt offen. Die zögerliche Umsetzung neuer Matter-Spezifikationen durch die Plattformen gilt bislang als eines der größten Hindernisse des Standards.
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iCloud-Logo.
(Bild: Apple)
Bislang nutzt Apple verschiedene Absenderadressen für zwei seiner beliebtesten iCloud-Dienste. Nun wird es einheitlicher – aber leider auch filterbarer.
iCloud-Nutzer kennen das: Apple verwendet bislang zwei unterschiedliche Absenderadressen, um die Dienste „E-Mail-Adresse verbergen“ und „Mit Apple anmelden“ zu steuern. Wie einem Supportdokument im Entwicklerbereich des IPhone-Herstellers [1] zu entnehmen ist, wechseln beide Dienste, wenn sie Weiterleitungsadressen nutzen, nun auf ein Format. Das hat potenzielle Konsequenzen: Unternehmen, die den E-Mail-Schutz für ihr Angebot nicht erlauben möchten, können diesen jetzt problemlos herausfiltern.
Nutzer von iCloud+ bekommen seit über fünf Jahren „E-Mail-Adresse verbergen“ alias „Hide My E-Mail“ zu ihrem iCloud+-Abo (ab 99 Cent im Monat) dazu. Damit kann man sich auf Websites mit einer von Apple generierten Adresse anmelden, die sich später, etwa bei Spam, problemlos wieder deaktivieren lässt. Der Dienst ist zwar nicht ganz einfach zu verwenden [2], aber dennoch sehr beliebt. Post auf die neuen Adressen landet dabei auf dem Apple-Account, ohne dass dieser verraten werden müsste.
„Mit Apple anmelden“ verwendet standardmäßig den Apple-Account selbst, um dem Nutzer die schnelle Anmeldung bei zahlreichen bekannten Diensten in Apps und im Web zu ermöglichen. Auf Wunsch kann man auch hier eine versteckte E-Mail-Adresse mit Weiterleitung nutzen, was ebenfalls hilft, Spam zu vermeiden. Während „E-Mail-Adresse verbergen“ bislang die Domain „icloud.com“ verwendet, nutzt „Mit Apple anmelden“ hingegen „privaterelay.appleid.com“ als Adressschema. Laut Apple wird man dies nun „später in diesem Sommer" zusammenführen: Beide Umleitungsarten werden dann stets auf „private.icloud.com“ generiert.
Bestehende Adressen sind weiter nutzbar, es betrifft nur jeweils neue Weiterleitungen für „Mit Apple anmelden“ und „E-Mail-Adresse verbergen“. Was zunächst harmlos klingt, hat allerdings eine – offenbar von Apple erwünschte – Konsequenz: Adressen aus dem Bereich von „E-Mail-Adresse verbergen“ sind erstmals explizit filterbar. Da sie zuvor auf „icloud.com“ lauteten, ließen sie sich nicht von regulären iCloud-Accounts unterscheiden. Damit stieg die Chance, dass sie verwendbar blieben – auch bei Anbietern, die solche Weiterleitungs- oder auch Relay-Dienste nicht schätzen.
Mit den neuen „private.icloud.com“-Absendeadressen ist dies jetzt offengelegt. „E-Mail-Dienstanbieter sollten alle domänenbasierten Filter, Sperrlisten oder Weiterleitungsregeln, in denen Relay-Domains ausdrücklich aufgeführt sind, aktualisieren, damit die neue Domain private.icloud.com darin enthalten ist“, schreibt Apple dazu. Dem Konzern sind solche Filterbestrebungen also durchaus bewusst. Nutzer sollten damit rechnen, dass die „E-Mail-Adresse verbergen“-Verwendung künftig stärker eingeschränkt wird.
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Anker Powerbank 25K, 165W: Der Hersteller wirbt mit der Kabelfestigkeit.
(Bild: Anker)
YouTuber Evan Edinger hat sich mit einem Anker-Stromspeicher sein MacBook zerstört – andere Nutzer melden defekte USB-C-Ports. Anker will den Fall untersuchen.
Ankers 25K-Powerbank [1], die mit bis zu 165 Watt Ladeleistung bei 25.000 mAh arbeiten soll, ist populär: Sie erlaubt es trotz kompakter Abmessungen beispielsweise, unterwegs auch größere MacBooks aufzuladen. Das 2025 erschienene Gerät kam als Besonderheit mit zwei integrierten USB-C-Kabeln. Eines ist in der Powerbank aufgerollt und lässt sich herausziehen, das andere wird gar als Henkel für den fast 600 Gramm schweren Stromspeicher verwendet. Nachdem sich die mit anfangs 100 Euro im oberen Preissegment angesiedelte Hardware anfangs unauffällig zeigte, gibt es nun Berichte über Probleme. Nach mehreren Reddit-Beiträgen [2], die von defekten Kabeln nach längerer Benutzungszeit sprechen, meldet sich der bekannte YouTuber Evan Edinger (1,2 Millionen Abonnenten, seit 2006 auf der Plattform) mit einem besonderen Problem: Seine 25K-Powerbank habe zu einer Teilzerstörung seiner Hauptplatine geführt, die eine Reparatur bei Apple notwendig machte.
Edingers Angaben [3] zufolge hatte er zuvor schon Probleme mit seiner ersten 25K-Powerbank [4] – eines der Kabel versagte. Anker habe das Gerät dann problemlos ausgetauscht. Mit dem neuen Stromspeicher kam es dann zu einem neuerlichen Kabelversagen, das jedoch auch das MacBook Pro des YouTubers tangierte. Das betroffene Gerät konnte nicht mehr aufgeladen werden, verursachte nach rund 60 Sekunden Benutzung eine Kernel Panic und die GPU-Kerne ließen sich laut Edinger nicht mehr zum Export von Videos verwenden.
Ein weiterer Fehler, der im Zusammenhang mit der Powerbank vorkam, betraf einen Freund des YouTubers, dem er das Anker-Gerät empfohlen hatte: Bei diesem kam es offenbar zu einer Überladung, die nun dazu führt, dass nur noch ein Erhaltungsladen (Trickle-Charging) über Nacht möglich sei. Dies betraf offenbar nur die USB-C-Anschlüsse, nicht die Hauptplatine selbst, die bei Edinger in Mitleidenschaft gezogen worden war.
Auf Anfrage von Mac & i hieß es von Anker, man wisse von Edingers Bericht. Statt Details zu den beschriebenen Problemen zu geben, hieß es allerdings nur, dass das chinesische Unternehmen die Situation untersucht. „Wir haben das Video des Autors zur Kenntnis genommen und nehmen jede Meldung, die die Produktsicherheit betrifft, ernst. Unser Team steht in direktem Kontakt mit dem Autor, um weitere Informationen einzuholen und die im Video beschriebenen Umstände besser zu verstehen.“
Fragen zur Dauer dieser Untersuchung, früheren Fällen dieser Art oder Empfehlungen, was Nutzer tun sollen [5], die die Powerbank 25K erworben und im Einsatz haben, wurden nicht beantwortet. Auch zu einem möglichen Recall [6] äußerte sich Anker nicht. Zuletzt hatte Anker im vergangenen Sommer über 1,1 Millionen Powerbanks zurückgerufen [7]. Damals ging es um eine mögliche Brandgefahr.
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Weil die USA Truppen und Jets abziehen, muss der oberste Nato-Befehlshaber Grynkewich Notfallpläne für Europa mit weniger US-Mitteln entwickeln.
Es ist ein Satz, der aufhorchen lässt: "Russland sucht keinen Konflikt [1]", sagte General Alexus G. Grynkewich laut Financial Times am vergangenen Donnerstag auf einer Podiumsdiskussion der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin.
Der Mann, der das sagt, ist nicht irgendwer. Grynkewich ist Supreme Allied Commander Europe (Saceur), also oberster Nato-Befehlshaber in Europa, und führt zugleich das US European Command. Wenn jemand wissen müsste, was die Russen vorhaben, dann er. Oder?
"Ich habe die Geheimdienstinformationen sehr genau verfolgt", sagte Grynkewich laut dem Bericht vom 11. Juni 2026. Moskau verstehe den Begriff der "defensiven Allianz" sehr wohl – und wisse auch, dass die Nato "eine Reihe asymmetrischer Vorteile" besitze.
Auf die Frage, ob ein russischer Angriff auf die baltischen Staaten drohe, antwortete der General dagegen eher ambivalent: Es sei sein "Job" sicherzustellen, "dass Russland versteht: Sollten sie etwas im Baltikum versuchen, werden sie keinen Erfolg haben. Und weil sie wissen, dass sie keinen Erfolg haben werden, werden sie das Risiko nicht eingehen." Auf die Frage, ob er bereit sei, noch heute Nacht zu kämpfen, sagte er: "Absolut".
Diese Einschätzung steht in bemerkenswertem Kontrast zu fast allem, was in den vergangenen Monaten und Jahren aus den Hauptstädten Europas, aus Geheimdienstzentralen und aus dem Brüsseler Nato-Hauptquartier zu hören war.
Erst am vergangenen Freitag warnte [2] der britische Premierminister Keir Starmer beim Besuch eines Drohnenherstellers in Südwestengland:
"Nach Einschätzung unserer Geheimdienste und anderer Nato-Staaten könnte es bereits 2030 zu einem Angriff Russlands auf die Nato kommen."
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte bereits im Dezember 2025 vor einem russischen Angriff auf Nato-Gebiet binnen fünf Jahren gewarnt, wie der Tagesspiegel in Erinnerung ruft.
Auch Bundeswehr und BND gingen [3] noch Anfang vergangenen Jahres davon aus, dass Russland ab 2029 zu einem großangelegten Angriff auf Nato-Gebiet in der Lage sein könnte.
Und der Chef des deutschen Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, legte zuletzt im Gespräch mit Politico am Rande derselben ILA in Berlin nach: "Wir müssen vorbereitet sein […] Wir müssen bereit sein zu kämpfen". 2029 sei "kein deutscher Zeitplan", sondern "Nato-vereinbarte Geheimdiensteinschätzung". Alle 32 Nato-Partner seien sich einig, dass Russland 2029 die Fähigkeit haben könnte, ein Bündnisland anzugreifen.
Tempo sei jetzt entscheidend, so Freuding. Deutschland habe in der Beschaffung "viel" getan, die Industrie habe ihre Produktionskapazität hochgefahren. Trotzdem dürfe sich die Bundeswehr nicht allein auf Langzeitprogramme verlassen, die Jahre brauchen.
Großbritannien wiederum plant laut Premier Starmer einen auf zehn Jahre angelegten Investitionsplan zur Stärkung der Verteidigung, der vor dem am 7. Juli beginnenden Nato-Gipfel veröffentlicht werden soll. Die EU hatte bereits im März 2025 ihr ReArm-Europe-Paket beschlossen, das Verteidigungsinvestitionen von bis zu 800 Milliarden Euro mobilisieren soll.
Widerspricht der oberste Nato-Befehlshaber also der eigenen Geheimdiensteinschätzung?
Bemerkenswert ist auch, dass Grynkewichs Einschätzung sich – zumindest in der Tonlage – ausgerechnet mit dem deckt, was der Kreml selbst sagt. Wladimir Putin habe vergangene Woche die Befürchtungen in Europa, Russland werde Nato-Staaten angreifen, als "Unsinn" abgetan, berichtet die Financial Times. Es sei "eine bewusste Provokation, um eine Bedrohung zu erzeugen, die in Wirklichkeit nicht existiert, und um die Bevölkerung ihrer Länder dazu zu bringen, mehr Geld für Verteidigung auszugeben", so Putin:
"Es ist einfach absurd. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre."
Dass nun ein US-Vier-Sterne-General in Berlin praktisch dieselbe Stoßrichtung wählt – Russland suche keinen Konflikt –, dürfte in den Hauptstädten der östlichen Nato-Mitglieder Stirnrunzeln auslösen.
Grynkewichs scheinbar beruhigende Worte fallen in einen heiklen Moment. Denn die USA planen, ihre militärischen Fähigkeiten im sogenannten Nato Force Model deutlich zu reduzieren – jenem Pool an Truppen und Gerät, den das Bündnis innerhalb von 10, 30 oder 180 Tagen in eine Krise verlegen kann. Wie Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch betonte [4], stellen die Pläne keinen Rückzug der USA aus Europa dar.
Zu den Mitteln, die abgezogen werden könnten, zählen unter anderem [5] eine US-Flugzeugträgerkampfgruppe, sämtliche U-Boote mit Marschflugkörpern, mehrere Poseidon-Seefernaufklärer, Luftbetankungsflugzeuge sowie F-16- und F-15E-Kampfjets.
Hinzu kommt der bereits angekündigte Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland und die Streichung eines Bataillons für weitreichende Waffensysteme, das eigentlich noch in diesem Jahr in der Bundesrepublik stationiert werden sollte. All das ordnet sich in die Strategie von US-Präsident Donald Trump ein, militärische Ressourcen in den pazifischen Raum und die westliche Hemisphäre zu verlagern.
"Es handelt sich um eine Reihe von Luft- und Seekapazitäten, die wir, die USA, im Falle eines Konflikts im Pazifik benötigen", bestätigte Grynkewich am Donnerstag erstmals die Kürzungen, wie die Financial Times berichtet. Als Nato-Kommandeur entwickle er nun Notfallpläne dazu, "was wir unter bestimmten Bedingungen haben könnten – oder eben nicht haben".
Im Klartext: Der oberste Nato-General muss damit rechnen, dass ihm Schlüsselfähigkeiten wegbrechen. "Kurzfristig müssen wir uns auf Dinge konzentrieren, die wir schnell beschaffen, schnell in die Truppe bringen, rasch skalieren und über die Zeit aushalten können. Das gilt auch für weitreichende Feuerkraft."
Genau hier tritt die Ambivalenz in Grynkewichs Botschaft zu Tage: Sagt er, dass von Russland keine Gefahr ausgeht? Oder sagt er, dass die Nato selbst dann abschreckend wirkt, wenn die USA Kapazitäten abziehen – weil Moskau ohnehin wisse, dass es nicht gewinnen könne?
Der General betont offenbar das zweite Argument: Sein Auftrag sei es, die Abschreckung glaubwürdig zu halten. Offenbar geht es hier nicht um eine Lageeinschätzung zu russischen Intentionen.
Doch in den baltischen Staaten dürfte man die Worte mit gemischten Gefühlen hören. Auch die Financial Times weist ausdrücklich darauf hin, dass die Einschätzung des Saceur "im Kontrast" zu den wachsenden Sorgen in Estland, Lettland und Litauen steht. Dort fürchten Regierungen, dass eine geringere US-Präsenz die Abschreckung schwächt – und damit das Kalkül Moskaus verändert.
Steht der Russe nun vor der Tür – oder nicht? Die beste Antwort lautet wohl: Kommt drauf an, wen man fragt.
Grynkewich spricht über Absichten: Russland suche aktuell keinen Konflikt mit der Nato. Bundeswehr, BND, der litauische VSD und Politiker wie Starmer und Rutte sprechen über Fähigkeiten: Russland könnte ab 2029 in der Lage sein, einen Nato-Staat anzugreifen. Beides muss sich nicht ausschließen.
Wer keinen Krieg sucht, könnte ihn trotzdem führen, wenn er sich eine Chance ausrechnet. Und wer heute noch nicht angreifen kann, kann morgen aufgerüstet haben.
Pikant bleibt der Auftritt des Saceur dennoch. Denn in einem Moment, in dem Europa unter Hochdruck aufrüstet und seine Bevölkerungen auf Opfer einstimmt, sagt der oberste US-General in Europa öffentlich einen Satz, der die zentrale Begründung dieser Politik in Frage stellt – und der zugleich auffallend nah an Putins eigener Wortwahl liegt, der die europäischen Warnungen als "absurd" abtut.
Ob das Zufall ist, Diplomatie, Abschreckungsrhetorik – oder ein bewusster Bruch mit dem bisherigen Narrativ, dürfte in den kommenden Wochen, spätestens beim Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara [6], noch für einige Diskussionen sorgen.
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Das ZEW warnt vor einer "fiskalischen Illusion". Während Kanzler Merz neue Eurobonds ablehnt, bürgt Deutschland längst mit Milliarden.
Rund 120 Milliarden Euro an Rückzahlungsverpflichtungen kommen bis 2030 auf Deutschland zu, die in keiner nationalen Schuldenstatistik auftauchen. Heruntergerechnet auf die 83,5 Millionen Einwohner [1] ergibt das rund 1.437 Euro pro Kopf.
Zu diesem Ergebnis kommen das ZEW Mannheim und die Stiftung Marktwirtschaft in einer aktuellen Analyse [2] der gemeinschaftlichen EU-Verschuldung.
Die ZEW-Forscher Friedrich Heinemann und sein Ko-Autor Fabian Moormann (Universität Münster) sprechen von einer "Schattenverschuldung", die am nationalen Haushaltsrecht und an den europäischen Fiskalregeln vorbeigeführt werde.
Die Dimension ist beachtlich: Bereits Ende 2024 beliefen sich die ausstehenden gemeinschaftlichen Schulden der EU auf gut 800 Milliarden Euro. Bis 2030 werden sie allein auf Basis bereits beschlossener Instrumente auf etwa 1,15 Billionen Euro anwachsen – das entspricht rund sieben Prozent der nationalen Staatsschulden aller Mitgliedstaaten zusammen.
Eurobonds, so das Fazit des ZEWs, seien längst Realität, auch wenn die politische Debatte sie weiterhin als Zukunftsprojekt behandle.
Beim informellen Europäischen Rat auf Zypern, der im April tagte, stellte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) unmissverständlich klar: "Was aus deutscher Sicht nicht in Frage kommt, ist eine höhere Verschuldung, und was auch nicht in Frage kommt, sind europäische Anleihen am Kapitalmarkt".
Europa müsse mit dem vorhandenen Geld auskommen, hatte Merz vor den Beratungen betont [3]. Für den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) ab 2028 brauche es neue Prioritäten – und Kürzungen im EU-Haushalt.
Die Bundesbank hatte im März die Dringlichkeit mit eigenen Zahlen untermauert: Der auf Deutschland entfallende Anteil an den konsolidierten EU-Schulden stieg von 15 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf geschätzte 118 Milliarden Euro im Jahr 2025, wie aus den aktuellen Maastricht-Daten hervorgeht [4].
Das entspricht 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die nationalen Staatsschulden selbst wuchsen 2025 um 144 Milliarden Euro auf 2,84 Billionen Euro, die Schuldenquote kletterte auf 63,5 Prozent.
Die ZEW-Studie schlüsselt auf, wohin die gemeinsamen Schulden fließen: 57 Prozent entfallen auf Kredite an Mitgliedstaaten, 24 Prozent auf nicht rückzahlbare Zuschüsse, 14 Prozent auf Drittstaatenhilfen – primär für die Ukraine – und nur 5 Prozent auf eigentliche EU-Programme.
Der weitaus größte Teil finanziert also nationale Haushalte statt gemeinsame europäische Aufgaben.
Instrumente wie SURE oder das neue Verteidigungsinstrument SAFE (Security Action for Europe) werden laut ZEW fast ausschließlich von Staaten mit unterdurchschnittlicher Bonität genutzt. Deutschland, die Niederlande und Schweden greifen diese Kredite praktisch nicht ab, sichern sie aber mit ihrer Kreditwürdigkeit ab.
Die ZEW-Autoren nennen das eine "Reputationsleihe": Finanzstarke Länder ermöglichen anderen günstigere Konditionen, ohne dafür einen Risikoausgleich zu erhalten.
Das Bundesfinanzministerium (BMF) weist die ZEW-Rechnung als "unzulässige Vereinfachung der Haftungsrisiken" zurück, wie die Berliner Zeitung berichtet [5]. Bei Darlehen seien die Empfängerstaaten verantwortlich.
Allerdings bestätigt das Ministerium den Mechanismus bei Zuschüssen aus "Next Generation EU": Zins und Tilgung laufen über den EU-Haushalt, an dem Deutschland mit etwa einem Viertel beteiligt ist. Die Rückzahlung soll 2028 beginnen und bis 2058 dauern.
Florian Schuster-Johnson vom Thinktank Dezernat Zukunft bewertet den Befund dagegen gelassen, heißt es bei der Berliner Zeitung weiter.
Dass EU-Schulden vor allem nationalen Haushalten zufließen, sei "ein gewolltes Merkmal, kein Fehler", erklärte er gegenüber dem Blatt.
Wer EU-Schulden für gemeinsame europäische Aufgaben nutzen wolle, müsse den Weg über nationale Budgets akzeptieren oder Zuständigkeiten verlagern.
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Wann ist Hormus wieder offen? Der Markt steht vor einem Kipppunkt, den manche Analysten auf Juli verorten
(Bild: LETOPISEC/Shutterstock.com)
Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs im Februar 2026 schwinden die globalen Ölreserven in rasantem Tempo. Wie ist die Lage am Ölmarkt am Tag 1 des Deals?
Am Mittwochabend haben USA und Iran eine Absichtserklärung für ein Kriegsende unterzeichnet [1]. Viele Fragen bleiben offen – unter anderem: was passiert mit dem globalen Ölmarkt, sollte es nicht bald zu einer Umsetzung kommen?
Die Märkte haben die Unterzeichnung erwartungsgemäß positiv aufgenommen. Der Ölpreis fällt bereits seit Tagen und ist jetzt deutlich unter 80 US-Dollar für das Barrel der Nordseesorte Brent angelangt. Doch Tatsache ist auch: Die globalen Ölvorräte befinden sich auf einem kritischen Tiefstand.
Seit dem Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar 2026 sind weltweit rund 440 Millionen Barrel Rohöl und Raffinierieprodukte aus kommerziellen und staatlichen Reserven abgezogen worden – im Schnitt etwa sechs Millionen Barrel pro Tag, wie Analysten von S&P Global Energy CERA berechnet [2] haben. Die Internationale Energieagentur (IEA) mit Sitz in Paris spricht von einem Rückgang "im Rekordtempo".
Der Auslöser: Die de-facto-Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat den Großteil des Öltransits durch den Persischen Golf zum Erliegen gebracht. Über diese Meerenge fließt normalerweise ein erheblicher Teil des weltweiten Ölangebots. Seitdem sind die Lagerbestände in den OECD-Ländern – also den Industriestaaten – auf den niedrigsten Stand seit 1990 gefallen, wie aus dem Monatsbericht der IEA hervorgeht.
Besonders angespannt ist die Lage in den USA, die historisch gesehen den größten Puffer an Ölreserven weltweit halten. In der Woche bis zum 6. Juni wurden mehr als 66 Millionen Barrel aus der Strategischen Petroleumreserve (SPR) entnommen – dem staatlichen Notvorrat. Der verbleibende Bestand liegt bei rund 349 Millionen Barrel, entspricht damit knapp der Hälfte der Gesamtkapazität.
Doch die tatsächlich verfügbare Menge ist deutlich geringer. "Unsere Einschätzung ist, dass die USA sich dem sogenannten 'operativen Boden' nähern", sagte John Evans, Analyst beim US-amerikanischen Broker PVM Oil Associates. Die Kavernen, in denen die Reserven lagern, dürften demnach nicht unter 33 Prozent ihrer Kapazität fallen, ohne dass die Infrastruktur Schaden nimmt.
Paul Simons, ehemaliger Beamter der IEA und des US-Außenministeriums, schätzt, dass nach Abschluss der Entnahmen nur noch rund 250 Millionen Barrel übrig bleiben würden. "Das ist bereits viel zu niedrig für ein Sicherheitsgefühl", sagte er. Diese Menge würde lediglich zwei Wochen des US-Inlandsverbrauchs decken – weit unter dem als Mindeststandard geltenden Puffer von 30 Tagen.
Auch Jeff Currie, leitender Berater der Investmentgesellschaft The Carlyle Group, warnte in einer Notiz vom 9. Juni, dass die Bestände in Cushing – dem physischen Lieferpunkt für den US-Rohöl-Referenzpreis WTI – "binnen Wochen" ein Niveau erreichen könnten, ab dem der Futures-Markt zu destabilisieren droht.
Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, hat die IEA die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel Öl aus den Reserven ihrer 32 Mitgliedsländer koordiniert [3]. Laut Toril Bosoni, Leiterin der Ölforschung der IEA, ist man derzeit auf halbem Weg durch diese Freigabe.
IEA-Chef Fatih Birol bezeichnete die Folgen des Iran-Kriegs als "größte Energiekrise" der Geschichte. Gleichzeitig warnte er, dass der Markt in den nächsten ein bis zwei Monaten die "rote Zone" bei den Lagerbeständen erreichen werde. Weitere Freigaben seien zwar in ständiger Diskussion, aber politisch zunehmend schwierig durchzusetzen.
Simons, der frühere IEA-Funktionär, warnte sogar, eine weitere Freigabe würde "nicht helfen – sie würde als Zeichen der Verzweiflung gewertet werden". Auch CERA-Analysten stellten die Frage, ob die USA als größter Einzelbeitragszahler bereit seien, ihre Reserven weiter zu reduzieren.
Parallel zur Krise am Persischen Golf hat sich die Lage bei einem weiteren großen Ölproduzenten verschärft. Die russische Ölförderung sank im Mai gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Prozent auf 8,7 Millionen Barrel pro Tag – zehn Prozent unter der eigenen Zielvorgabe, wie die IEA mitteilt. Ursache sind verstärkte ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur, die inzwischen auch tiefer im russischen Landesinneren gelegene Fördergebiete treffen.
Die IEA senkte ihre Prognose für die russische Rohölförderung in diesem Jahr um 200.000 Barrel auf täglich 8,95 Millionen Barrel. Dennoch stiegen [4] Russlands Exporteinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar – weil die kriegsbedingt hohen Ölpreise die geringere Fördermenge mehr als ausglichen.
Russland schränkte unterdessen seine Treibstoffexporte ein: Die Ausfuhr von Flugtreibstoff wurde bis November verboten, Benzinexporte wurden begrenzt. Ziel ist es, drohende Engpässe im Inland abzufedern und die Raffinerieproduktion anzukurbeln.
Die IEA hat ihre Prognose für die weltweite Ölnachfrage in diesem Jahr deutlich nach unten korrigiert. Statt des zu Jahresbeginn erwarteten Anstiegs um 770.000 Barrel pro Tag rechnet die Agentur nun mit einem Rückgang um durchschnittlich 1,1 Millionen Barrel täglich. Das wäre der stärkste Einbruch seit 2020, als die Corona-Pandemie die Weltwirtschaft zeitweise lahmlegte.
S&P Global CERA geht noch weiter und erwartet einen Nachfragerückgang von mindestens 2,4 Millionen Barrel pro Tag auf Jahresbasis. Der Referenzpreis Brent dürfte demnach im Jahresdurchschnitt bei rund 110 Dollar pro Barrel liegen.
Besonders stark betroffen sind ärmere Länder in Asien, die sich die gestiegenen Preise schlicht nicht leisten können. Laut S&P Global CERA hatten Nicht-OECD-Länder in Asien – China ausgenommen – zuletzt nur noch rund 22 Tage Rohölvorrat, was Engpässe früher wahrscheinlich macht als in den Industriestaaten.
In Europa warnten Analysten der IEA bereits im April, dass die Kerosinreserven bis August unter die kritische Marke von 23 Tagen fallen könnten, falls es nicht gelingt, mindestens 75 Prozent der ausgefallenen Lieferungen aus dem Nahen Osten zu ersetzen. Darunter drohen physische Engpässe an Flughäfen.
Die Folgen der Ölkrise strahlen weit über die Energiemärkte hinaus. Die US-Inflation stieg zuletzt auf 4,2 Prozent – im Februar, vor Kriegsbeginn, hatte sie noch bei 2,4 Prozent gelegen. Die Europäische Zentralbank erhöhte ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent; andere Zentralbanken dürften folgen.
Auch China trägt inzwischen zur globalen Inflation bei: Der Erzeugerpreisindex des Landes sprang im Mai auf 3,9 Prozent – im Februar hatte er noch bei minus 0,9 Prozent gelegen. Chinas Rolle als "Fabrik der Welt" hatte in den vergangenen Jahren dämpfend auf die westliche Inflation gewirkt; dieser Effekt kehrt sich nun um.
Eine Weltbank-Analyse warnte, dies sei "der größte Versorgungsschock seit mehr als 50 Jahren". Sollten die Energielieferunterbrechungen anhalten und von erheblichem Finanzstress begleitet werden, könnte das globale Wachstum auf 1,3 Prozent fallen, heißt es in dem Bericht. Besonders gefährdet seien die globalen Düngemittelversorgungsketten, was mittelfristig die Lebensmittelpreise treffen könnte.
Führende Ölmanager warnten das Weiße Haus laut Medienberichten, die Reserven seien "gefährlich niedrig": "Der Juli ist wahrscheinlich der Schmerzpunkt, an dem der Markt kippt", wurde ein nicht namentlich genannter Branchenvertreter zitiert.
Eine Ausnahme in der globalen Krisendynamik bildet China. Das Land reagierte [5] auf den Preisanstieg nach den Angriffen vom 28. Februar nicht mit aggressivem Reservenabbau, sondern mit einem drastischen Rückgang der Rohölimporte – auf 7,79 Millionen Barrel pro Tag im Mai, den niedrigsten Stand seit acht Jahren.
Gleichzeitig sank die Raffineriedurchsatzleistung auf 12,66 Millionen Barrel pro Tag, den niedrigsten Wert seit August 2022. Wie Berechnungen auf Basis der Daten des Nationalen Statistikamts zeigen, verarbeiteten chinesische Raffinerien im Mai erstmals seit 14 Monaten mehr Rohöl, als durch Importe und heimische Produktion zur Verfügung stand – die Differenz von 0,5 Millionen Barrel pro Tag wurde aus Beständen gedeckt.
China schränkte zudem die Exporte von Raffinerieprodukten – insbesondere Kerosin und Diesel – ein, um die Inlandsnachfrage zu stützen, ohne die Reserven übermäßig zu belasten.
Chinas strategische und kommerzielle Lagerbestände werden auf mindestens 1,2 bis 1,3 Milliarden Barrel geschätzt. Diese enormen Puffer gaben dem Land Spielraum, den andere Importeure nicht hatten. Analysten gehen davon aus, dass China abwarten wird, bis sich die Preise nach einer möglichen Wiedereröffnung der Straße von Hormus wieder normalisiert haben, bevor es seine Importmengen erhöht.
Entscheidend für die weitere Entwicklung ist, wann Schiffe die Straße von Hormus wieder passieren können.
Selbst wenn eine politische Einigung erzielt wird, dürfte die Wiederherstellung der globalen Ölversorgungsketten Monate dauern. Bis dahin bleibt der Druck auf die Reserven enorm – und die Spielräume für weitere staatliche Eingriffe werden enger.
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