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CPU-Kerne künftiger x86-Prozessoren von AMD und Intel haben zusätzliche Rechenwerke unter anderem für Matrix-Multiplikationen, die AI Compute Extensions (ACE).
Seit Herbst 2024 kooperieren AMD und Intel in der x86 Ecosystem Advisory Group [1], auch um sich gegen Konkurrenten wie ARM und RISC-V zu stärken. Nun ist die gemeinsam erarbeitete Spezifikation für neue x86-Prozessorbefehle erschienen, die die Verarbeitung von KI-Algorithmen beschleunigen sollen: Die AI Compute Extensions, kurz „ACE“.
Bei ACE geht es vor allem um Matrix-Multiplikationen mit KI-Datenformaten für das Inferencing mit quantisierten Gewichten.
Konkurrent ARM hat bereits Scalable Matrix Extensions (SME2) [2] spezifiziert, die auf die Scalable Vector Extensions (SVE2) [3] aufbauen. SME-Rechenwerke lassen sich auf unterschiedliche Art in ARM-SoCs integieren. Apple baut SME2 seit dem M4 ein, Qualcomm ab dem Snapdragon X2.
Die AI Compute Extensions (ACE) Specification steht in Version 1.15 auf der Website der x86 Ecosystem Advisory Group [4] zum Download bereit. Die Spezifikation beschreibt nur die Befehle, nicht die konkrete Implementierung.
Kommende ACE-Rechenwerke sind eng mit den Advanced Vector Extensions (AVX) gekoppelt und nutzen beispielsweise dieselben Register. Konkret nennt die Spezifikation AVX10 [5]. Sie erwähnt zudem die bisher nur von Intel in aktuellen Xeon-Serverprozessoren eingebauten Advanced Matrix Extensions (AMX) [6].
Prozessoren mit ACE-v1-Rechenwerken müssen auch einen bestimmten Teil des Befehlsumfangs von AVX10.2 [7] beherrschen.
ACE v1 beschreibt 11 Datenformate, einige in unterschiedlichen Darstellungen. Mit Daten in diesen Formaten müssen ACE-Rechenwerke nicht nur rechnen können, sondern die Spezifikation legt auch eine Fülle von Formatumwandlungen fest.
| Datenformate der AI Compute Extensions ACE v1 | |
| Format | Beschreibung |
| INT8 | Ganze Zahlen mit 8 Bit (Integer) |
| INT32 | Ganze Zahlen mit 32 Bit |
| FP32 | Gleitkommazahlen mit 32 Bit laut IEE-754 (SE8M32) |
| FP16 | SE5M10 |
| BF16 | SE8M7 |
| E8M0 | 8-Bit-Zahl mit vorzeichenlosem Exponent |
| FP8 | nach OCP-Spezifikation (OFP8): E4M3 oder E5M2 |
| MX FP8 | Microscaling-Formate (MX) SE5M2 oder SE4M3 |
| MX FP6 | SE3M2 oder SE2M3 |
| MX FP4 | SE2M1 |
| MX INT8 | Bruchformat |
Seit 2023 sind x86-Prozessoren mit zusätzlich eingebauter Neural Processing Unit (NPU) im Handel. Die verarbeiten bestimmte Datenformate besonders schnell und effizient, sind aber wenig flexibel und belegen relativ viel Chip-Fläche.
Microsoft macht seit 2024 eine NPU mit einer Leistung von mindestens 40 Billionen INT8-Operationen pro Sekunde (40 Tops) zur Voraussetzung für das Marketing-Label Copilot+. Mittlerweile weicht Microsoft diese Vorgabe auf [8] und ermöglicht auch GPUs. Mit kommenden ACE-tauglichen Prozessoren dürften weitere Änderungen nötig werden.
Nach bisherigen Informationen dürften ACE-v1-kompatible x86-Prozessoren frühestens 2028 erscheinen. Denn bisher haben weder AMD für Zen 6 noch Intel für Nova Lake ACE erwähnt. AMD nennt erst für Zen 7 eine neue „Matrix Engine“, vermutlich ACE-kompatibel.
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In macOS 27 können iPhone-Apps auch in einem anderen Seitenverhältnis angezeigt werden.
(Bild: Apple)
Mit macOS 27 erhält das iPhone Mirroring wichtige Neuerungen: App-Fenster lassen sich in der Größe anpassen, das Kontrollzentrum ist nun direkt nutzbar.
Während EU-Bürger weiterhin in die Röhre schauen, bringt Apple mit macOS [1] 27 das erste große Update für die iPhone-Synchronisierung (iPhone Mirroring) heraus, wie Apple auf der WWDC26 ankündigte [2]. App-Fenster können künftig flexibel in der Größe verändert werden, es gibt erstmals Zugriff auf das Kontrollzentrum des Smartphones und es lassen sich auch geschützte Inhalte vom iPhone wiedergeben. Darüber hinaus führt Apple ein verändertes App-Icon ein.
Bislang richtete sich die Darstellung von iPhone-Apps auf dem Mac per iPhone Mirroring strikt an das Seitenverhältnis des Smartphones. In macOS 26 Tahoe ist lediglich eine Verkleinerung oder Vergrößerung der Darstellung auf dem Mac-Bildschirm möglich. Mit macOS 27 Golden Gate können Nutzer Fenster nun breiter oder höher ziehen. Neben der verbesserten iPhone-Synchronisierung bringt macOS 27 laut Apple auch erhebliche Performance-Verbesserungen [3] für Mac und iPhone mit sich.
Die meisten Apps dürften hierfür bereits vorbereitet sein, da Entwickler mit den Size Classes üblicherweise entsprechende Vorkehrungen für verschiedene iPhone-Größen und das iPad treffen. Apple hat dafür in iOS 27 auch weitere eigene Apps mit Querformat-Ansichten [4] ausgestattet. Laut Apple wird es aber nötig sein, dass die Apps mit dem neuen SDK von iOS 27 kompiliert werden – es ist also ein Update vorzunehmen. Branchenbeobachter sehen in dieser neuen Funktion auch einen Hinweis darauf, dass Apple für den Herbst ein faltbares iPhone [5] plant, das ebenfalls von dieser Flexibilisierung der Anzeige profitieren würde.
Zwei weitere Neuigkeiten räumen mit bisherigen Unzulänglichkeiten der Fernsteuerung auf. Das Kontrollzentrum zum Einstellen verschiedener Gerätefunktionen soll jetzt erstmals auch im Mirroring aufrufbar sein. Nutzer können es in macOS 27 per Menüleiste aufrufen oder mit der Tastenkombination Command+4.
Videoinhalte mit digitalem Rechtemanagement (DRM) sind jetzt auch auf dem Mac darstellbar, wenn sie auf dem iPhone abgespielt werden. Bislang führte das zu einem schwarzen Bildschirm. DRM-Inhalte gibt es an vielen Stellen, etwa in Streamingdiensten oder bei geliehenen Filmen.
Wegen der Interoperabilitätsanforderungen der EU-Kommission hat Apple bislang darauf verzichtet, iPhone Mirroring in der Europäischen Union einzuführen. Das im Jahr 2024 in iOS 18 und macOS Sequoia eingeführte Feature ist tief in das Betriebssystem verankert. Wie bei anderen Funktionen dürfte Apple aus erklärter Sorge um die Sicherheit der Nutzer davon abgesehen haben, Mitbewerbern ähnlich weitreichenden Zugriff zu erlauben. Offiziell spricht das Unternehmen von „regulatorischen Unsicherheiten“ aufgrund des Digital Markets Act (DMA). Ähnlich verfährt Apple bei Siri AI, das in der EU ebenfalls nicht verfügbar [6] sein wird.
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(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Vor drei Jahren noch teuer im Handel, jetzt kein großes Update mehr: Viele Watch-Besitzer sind verärgert über das frühe Software-Aus. Apple wiegelt ab.
Warum bekommt die erste Apple Watch Ultra kein watchOS 27? Einen konkreten Grund für den ungewöhnlich frühen Feature-Stopp für die 1000-Euro-Smartwatch nannte Apple zuerst nicht. Nun reagiert der Hersteller auf die heftige Nutzerkritik. Apple bemühe sich immer um die „beste Experience“ und priorisiere deshalb „Rechenleistung und Performanz“, gab Apple-Produktmanagerin Cait Dooley gegenüber Techradar zu Protokoll [1]. Neue Funktionen von watchOS 27 wie Siri AI „funktionieren am besten mit der Rechenleistung, die in der Apple Watch Series 9 und neuer, Ultra 2 und neuer sowie SE 3 steckt“.
Die älteren, jetzt abgesägten Modellreihen sollen weiterhin Sicherheitsupdates erhalten, gelobte die Produktmanagerin. Die Kombination aus watchOS 26 auf der Uhr und iOS 27 auf dem Kompagnon-iPhone stelle kein Problem dar. Konkrete technische Details und Gründe für den Update-Stopp wurden nicht angeführt.
Das für Herbst angesetzte watchOS 27 nimmt einen ungewöhnlichen Kahlschlag beim Geräte-Support vor: Das nächste große Update lässt sich auf der Ultra 1, Series 8, Series 7, Series 6 und SE 2 nicht installieren, wie der Hersteller in der vergangenen Woche mitteilte. Ursprünglich sorgte die fälschliche Angabe für zusätzliches Aufsehen, das Update laufe sogar erst ab der Series 10. Das wurde aber umgehend korrigiert, auf diese Modellreihe kommt also watchOS 27.
Die erste Generation der Apple Watch Ultra erweiterte die Smartwatches im Herbst 2022 nach oben und war vor drei Jahren noch zu Preisen von bis zu 1000 Euro im Handel erhältlich. Ein derart schnelles Aus für neue Features dürfte kaum ein Käufer erwartet haben, zumal Apple andere Watch-Modellreihen bislang lange mit Updates versorgt hat. Patches für ältere watchOS-Versionen gab es bislang nur selten und unregelmäßig. Ob sich das nun ändert, bleibt vorerst offen.
In Apple Watch Ultra und Series 8 steckt Apples S8-Chip, der noch ohne KI-Beschleuniger Neural Engine auskommt. Dort fehlen aktuell bereits wichtige Funktionserweiterungen wie die Doppeltippgeste, On-Device-Siri und Schlafapnoe-Erkennung – all das unterstützt Apple erst ab der Ultra 2 mit S9, der über eine Neural Engine mit 4 Kernen verfügt.
Die zwei größten Neuerungen von watchOS 27 [2] hätten voraussichtlich ohnehin auf Ultra 1 und Series 8 gefehlt, nämlich Siri AI und eine zusätzliche Geste zur feineren Steuerung des Smart-Stapels. Allerdings bleiben andere wichtige Detailneuerungen rund um Trainings-App, Workout Buddy, Fitnessdatensync, Liquid-Glass-Designanpassungen der Ultra 1 jetzt vorenthalten.
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Apple TV 4K: Hier im FaceTime-Betrieb mit iPhone.
(Bild: Apple)
Mit tvOS 27 schraubt Apple an der Klangwiedergabe der Multimediabox. Mit kompatiblen Audiogeräten gibt es nun noch besseren Sound.
Apple-TV-User fühlen sich aktuell vergessen: Weder hat Apple seit 2022 neue Modelle [1] auf den Markt gebracht, noch während seiner WWDC-Keynote in der vergangenen Woche [2] das Betriebssystem tvOS 27 überhaupt großartig erwähnt. Interessierte mussten sich daher die Details [3] aus verschiedenen Website-Dokumenten zusammensuchen. Eines davon betrifft die Musikwiedergabe auf der Multimediabox: Künftig wird es möglich, hochauflösendes, verlustfreies Songmaterial wiederzugeben. Das geht zunächst aber nur mit Apple Music, ob auch andere Streaming-Apps das Format via API unterstützen werden, blieb zunächst unklar.
Die grundlegende Unterstützung für Lossless-Audio im Rahmen von Apple Music hatte Apple den Apple-TV-Geräten bereits mit tvOS 26 [4] spendiert. Technisch drin sind seither 24 Bit mit bis zu 48 kHz. Nun kommt Apples Hi-Res-Lossless-Format hinzu. Dieses beherrscht mehr als 48 kHz, schafft bis zu 192 kHz bei 24 Bit. Das neue Format verspricht ein noch natürlicheres Klangbild, wobei man dafür schon sehr gute Ohren haben muss.
Das Material muss zudem überhaupt als Hi-Res-Lossless-Audio vorliegen, was vor allem bei neuerer Musik sowie Klassikeralben der Fall ist, die ein entsprechendes Remastering hinter sich haben. Apple verspricht „Audiowiedergabe in Studioqualität“, wobei dies viel mit den hinter dem Apple TV hängenden Verstärkern und Lautsprechern zu tun hat. Lossless-Formate komprimieren Medien ohne Kompressionsverluste und entpacken sie dann ins Originalformat. In einem Supportdokument [5] erklärt Apple, wie man das verlustfreie Songmaterial wiedergibt. Verschiedene Geräte bieten hier verschiedene Möglichkeiten.
Weitere Neuerungen in tvOS betreffen die AutoMix-Funktion, die Songs mithilfe von KI überblenden kann. Diese ist erstmals auf Apple-TV-Geräten verfügbar (sowie auf dem HomePod). Weiterhin hat Apple die Podcasts-App für tvOS überarbeitet. Sie kommt in einem neuen Look, mit zusätzlichem Fokus auf Video-Podcasts, einer neuen Navigationsleiste und verbesserten Suchfunktionen.
tvOS 27 erscheint im Herbst. Entwickler dürfen bereits eine Betaversion ausprobieren. Eine Public Beta erscheint vermutlich im kommenden Monat.
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Beeinflussen Abnehmpräparate die Impulskontrolle?
(Bild: MillaF/Shutterstock.com)
Forscher haben einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Abnehmmedikamenten und Impulsivität und Gewalt festgestellt. Ein Überblick.
Medikamente wie Ozempic und Wegovy, die zur Behandlung von Diabetes und Fettleibigkeit eingesetzt werden, könnten möglicherweise auch das Risiko gewalttätigen Verhaltens beeinflussen.
Das legt eine neue Studie der Rutgers University nahe, die in der Fachzeitschrift Criminology veröffentlicht [1] wurde. Die Forscher betonen jedoch ausdrücklich, dass die Ergebnisse keinen Kausalzusammenhang belegen und weitere Forschung notwendig ist.
Die Wissenschaftler werteten Daten einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2025 aus, an der 7.521 US-amerikanische Erwachsene teilnahmen.
Im Mittelpunkt der Analyse standen 821 Personen, die angaben, bereits ein sogenanntes GLP-1-Medikament eingenommen zu haben – darunter 597 aktuelle Nutzer. GLP-1-Rezeptoragonisten sind Wirkstoffe, die ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt wurden und den Blutzucker senken sowie das Sättigungsgefühl fördern.
Die Teilnehmer wurden zu ihrem Alkoholkonsum und ihrer Impulsivität befragt – etwa ob sie es reizvoll fänden, an einer Verfolgungsjagd oder einer Schlägerei teilzunehmen. Zudem gaben sie unter Zusicherung der Vertraulichkeit an, ob sie im vergangenen Jahr an gewalttätigen Handlungen wie Schlägereien, Körperverletzungen oder Raubüberfällen beteiligt waren.
Die Forscher verglichen aktuelle GLP-1-Nutzer mit ehemaligen Nutzern und stellten dabei deutliche Unterschiede fest. Bei ehemaligen Nutzern zeigte sich der aus der Forschung bekannte Zusammenhang: Wer impulsiver war oder mehr Alkohol trank, berichtete häufiger von gewalttätigem Verhalten. Bei aktuellen Nutzern war dieser Zusammenhang deutlich schwächer ausgeprägt.
Konkret war der Zusammenhang zwischen Impulsivität und Gewalt bei aktuellen GLP-1-Nutzern rund 62 Prozent schwächer als bei ehemaligen Nutzern. Der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Gewalt war bei aktuellen Nutzern etwa 52 Prozent schwächer – allerdings erwiesen sich diese Ergebnisse in zusätzlichen Analysen als weniger stabil.
Daniel Semenza, Erstautor der Studie und Forschungsleiter am New Jersey Gun Violence Research Center der Rutgers School of Public Health, erklärte: "Der stärkste Befund der Studie war, dass der gut belegte Zusammenhang zwischen Impulsivität und gewalttätigem Verhalten bei aktuellen GLP-1-Nutzern deutlich schwächer war als bei ehemaligen Nutzern."
Er betonte zudem: "Da GLP-1-Medikamente immer weiter verbreitet sind, ist es wichtig, alle ihre möglichen Verhaltenswirkungen zu verstehen, einschließlich jener, die für die öffentliche Sicherheit relevant sind."
Christopher Thomas, Assistenzprofessor an der Rutgers University-Camden und Mitautor der Studie, interpretierte die Ergebnisse folgendermaßen: "Unsere Befunde sind vereinbar mit der Vorstellung, dass diese Medikamente ähnlich wie eine kognitive Verhaltenstherapie wirken – sie schwächen den Weg vom Impuls zur Handlung, anstatt die Impulsivität selbst zu beseitigen."
Als mögliche Erklärung für die beobachteten Zusammenhänge verweisen die Forscher auf bekannte Wirkmechanismen der GLP-1-Medikamente. Diese beeinflussen offenbar nicht nur den Appetit, sondern auch die Verarbeitung von Belohnungsreizen, die Impulskontrolle und die Stressregulation im Gehirn. Frühere Studien hatten bereits Hinweise darauf geliefert, dass GLP-1-Medikamente das Verlangen nach Alkohol und anderen Suchtmitteln dämpfen können.
"GLP-1-Rezeptoragonisten scheinen die Verarbeitung von Belohnungsreizen, Verlangen, Stressregulation und Verhaltenskontrolle zu beeinflussen", sagte Semenza. "Eine Interpretation unserer Befunde ist, dass diese Medikamente das Ausmaß abschwächen, in dem impulsive Tendenzen oder alkoholbezogene Risiken in gewalttätiges Verhalten münden."
Die Autoren betonen ausdrücklich die Grenzen ihrer Studie. Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt – also eine Momentaufnahme ohne Verlaufsbeobachtung –, lässt sich kein Ursache-Wirkungs-Verhältnis ableiten. "Wir betrachten diese Studie als einen ersten Schritt, nicht als eine abschließende Antwort", sagte [2] Semenza gegenüber dem Technologiemagazin Gizmodo.
Als nächsten Schritt fordert das Team groß angelegte Längsschnittstudien, die Medikamenteneinnahme und Strafverfolgungsdaten über längere Zeiträume verfolgen. "Wir sind besonders daran interessiert, ob ähnliche Muster in Daten auftauchen, die die Medikamenteneinnahme und die Beteiligung am Strafjustizsystem im Zeitverlauf verfolgen", so Semenza.
GLP-1-Medikamente wurden ursprünglich von der US-Arzneimittelbehörde FDA zur Behandlung von Diabetes und später von Fettleibigkeit zugelassen. Inzwischen wurden einige Varianten auch für weitere Erkrankungen zugelassen, darunter Schlafapnoe, schwere Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen sowie zur Senkung des Herzinfarktrisikos.
Gleichzeitig sind Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erschöpfung und Magen-Darm-Beschwerden bekannt. Im März warnte die FDA den Hersteller Novo Nordisk, weil das Unternehmen möglicherweise schwerwiegende Nebenwirkungen nicht gemeldet hatte, darunter drei Todesfälle und Fälle von Suizidgedanken.
Die Verbreitung der Medikamente hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Eine Gallup-Umfrage vom Oktober ergab, dass der Anteil der US-Amerikaner, die GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion einnahmen, seit Anfang 2024 auf über 12 Prozent gestiegen war – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
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(Bild: Poetra.RH / Shutterstock.com)
Die Trump-Regierung vermutet illegale Lieferungen von ASML-Anlagen nach Peking. Für Nvidia und Apple steht im Chip-Krieg alles auf dem Spiel.
US-Handelsminister Howard Lutnick hat dem niederländischen Chipausrüster ASML in mehreren vertraulichen Treffen einen brisanten Vorwurf gemacht: Eines der modernsten Lithografiesysteme des Unternehmens soll entgegen geltender Exportbeschränkungen nach China gelangt sein.
Wie Bloomberg berichtet, berufen sich mehrere hochrangige US-Regierungsvertreter [1] auf geheimdienstliche Hinweise – legen bislang aber keine öffentlich überprüfbaren Belege vor.
ASML weist die Anschuldigungen entschieden zurück: Man habe "weder eine EUV-Maschine nach China geliefert, noch [habe man] Komponenten, Module oder Ausrüstung nach China geliefert, die speziell für den Einsatz in einer EUV-Maschine entwickelt wurden", teilte das Unternehmen [2] Reuters mit.
Der Streit trifft ASML in einer Phase, in der das Unternehmen als Flaschenhals der globalen KI-Lieferkette [3] so gefragt ist wie nie. Als einziger Hersteller von EUV-Lithografieanlagen (Extreme Ultraviolet) beliefert ASML aus dem niederländischen Veldhoven Kunden wie TSMC, Samsung und Intel.
Ohne diese schulbusgroßen, rund 180 Tonnen schweren Maschinen lassen sich keine modernen Logikchips im Bereich von 5 Nanometern und darunter fertigen – also genau jene Prozessoren, die Nvidia, Apple und die gesamte KI-Industrie benötigen.
Ein einzelnes Low-NA-EUV-System kostet rund 235 Millionen US-Dollar, die neueste High-NA-Variante sogar bis zu 400 Millionen.
Die Faktenlage ist dünn. Wie aus dem Bloomberg-Bericht hervorgeht, verfügt Washington angeblich über Hinweise, dass ASML Spezialausrüstung für den Transport von EUV-Maschinen sowie Komponenten nach China geliefert habe, die in EUV-Systemen zum Einsatz kommen könnten.
Konkrete Belege – etwa Zolldokumente, Seriennummern oder Satellitenaufnahmen – blieben US-Vertreter schuldig. Sie verwiesen auf die "Sensibilität" ihrer Quellen und lehnten es ab, auch nur zu bestätigen, ob sie tatsächlich ein komplettes EUV-System auf chinesischem Boden gesehen hätten.
ASML konterte mit einem internen Dokument mit dem Titel "Keine Hinweise auf ein ASML-EUV-System in China", das in Washington kursiert. Demnach seien weltweit exakt 314 EUV-Maschinen in Betrieb und 26 außer Betrieb genommen, keine einzige davon befinde sich in China.
Das Unternehmen erklärt, "jede Unterbrechung, jedes abnormale Verhalten oder jeden Verbindungsverlust" in seinem EUV-Portfolio automatisch zu erkennen. Kunden könnten EUV-Systeme aufgrund spezieller Handhabungsverfahren nicht ohne Beteiligung von ASML-Technikern entfernen, transportieren oder verlegen.
Die Maschinen benötigen permanente Remote-Diagnosen, Software-Updates und regelmäßige physische Wartung. Wie heise online berichtete [4], befindet sich ASML intern seit den Vorwürfen im "Krisenmodus".
Der niederländische Minister für Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit Sjoerd Sjoerdsma reagierte gelassen. Die Niederlande hätten wegen der US-Vorwürfe bislang keine Maßnahmen eingeleitet. Das Ausfuhrsystem sei "extrem streng – vielleicht das strengste weltweit".
Jede Untersuchung liege in der Zuständigkeit des niederländischen Zolls. Die USA hatten allerdings schon zuvor Frustration geäußert, weil ASML die Auslieferung bald verbotener DUV-Anlagen (Deep Ultraviolet) an China beschleunigt hatte, bevor neue Kontrollmaßnahmen in Kraft traten.
Parallel zum Vorwurf-Komplex drängt ein parteiübergreifender Gesetzentwurf im US-Kongress [5], der sogenannte MATCH Act, darauf, ASML und die japanische Tokyo Electron denselben Beschränkungen zu unterwerfen wie US-Firmen.
Das Gesetz sieht unter anderem ein faktisches Lieferverbot für alle Typen von DUV-Immersionsanlagen vor. Für ASML stehen damit etwa 20 Prozent des für 2026 erwarteten Umsatzes auf dem Spiel.
Ein bestätigter Exportverstoß könnte zudem zu empfindlichen Strafen, verschärften Compliance-Auflagen und einer nachhaltigen Beschädigung der politischen Beziehungen zu Washington führen.
Während Washington und Veldhoven streiten, arbeitet China daran, den EUV-Engpass zu umgehen. Huawei stellte kürzlich seine "LogicFolding"-Architektur vor [6] und will bis 2031 Chips auf dem Niveau von 1,4 Nanometern fertigen – ganz ohne ASML-Maschinen.
Reuters berichtete zudem, dass chinesische Wissenschaftler einen Prototyp einer EUV-Anlage entwickelt haben, gebaut von einem Team ehemaliger ASML-Ingenieure. Beobachter beschreiben das Vorhaben als "Chinas Manhattan-Projekt".
Daneben setzt das Startup Prinano aus Hangzhou auf Nanoimprint-Lithografie [7] für photonische Chips – eine Stempeltechnik, die klassische Belichtungsverfahren komplett umgeht.
Und Peking treibt die Zertifizierung heimischer KI-Chips voran [8], um die Abhängigkeit von westlicher Technologie systematisch zu reduzieren.
Ob die US-Vorwürfe gegen ASML politisches Kalkül im Handelskonflikt sind oder auf substanziellen Erkenntnissen beruhen, bleibt offen. Die Trump-Regierung hat jedenfalls bislang weder Sanktionen noch formelle Strafmaßnahmen gegen den niederländischen Konzern verhängt – ein Umstand, den Beobachter als aufschlussreich werten.
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Das Bayerische Landessozialgericht stoppt die Praxis der Kassen. Der Entzug der Gesundheitskarte bei Beitragsrückstand ist laut Urteil illegal.
Wer als gesetzlich Versicherter mit Beiträgen im Rückstand ist, kennt das Prozedere: Die Krankenkasse stellt das Ruhen der Leistungsansprüche fest und fordert die elektronische Gesundheitskarte (eGK) zurück. Stattdessen gibt es Berechtigungsscheine auf Papier – und beim nächsten Arztbesuch beginnt die Erklärungsnot.
Wie das Bayerische Landessozialgericht mitteilte [1], hat der 5. Senat dieser bundesweit verbreiteten Kassenpraxis nun den Boden entzogen: Für den Entzug oder die Sperrung der eGK bei ruhendem Leistungsanspruch gebe es „keinerlei Rechtsgrundlage“.
Auslöser war die Klage einer bayerischen Rentnerin, die als auffangpflichtversichertes Kassenmitglied ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung nur teilweise gezahlt hatte. Nachdem die Kasse das Ruhen per Bescheid feststellte, verweigerte sie der Frau eine neue eGK und verwies auf Berechtigungsscheine.
Das Sozialgericht Augsburg gab zunächst der Kasse recht (Az. S 10 KR 222/22). Das LSG hob dieses Urteil mit Entscheidung vom 19. Mai 2026 auf (Az. L 5 KR 96/23).
Das Gericht argumentiert präzise entlang des Fünften Sozialgesetzbuches: Nach § 291c Abs. 1 SGB V dürfen Kassen die eGK nur einziehen, wenn der Versicherungsschutz vollständig endet oder ein Kassenwechsel stattfindet.
Das bloße Ruhen von Leistungsansprüchen nach § 16 Abs. 3a SGB V – also der Zustand, der nach zwei Monaten unbezahlter Beiträge trotz Mahnung eintritt – erfüllt keine dieser Voraussetzungen.
Jeder Versicherte behalte seinen gesetzlichen Anspruch auf Ausstellung einer eGK gemäß §§ 15 Abs. 6 Satz 1, 291 Abs. 1 SGB V, so das LSG.
Auch den Umweg über Berechtigungsscheine erklärte das Gericht für unzulässig. Diese Scheine seien nach § 15 Abs. 3 SGB V ausschließlich für Leistungen vorgesehen, bei denen die eGK nicht eingesetzt werden kann, etwa für Heilmittel, häusliche Krankenpflege oder Krankentransporte.
Für den regulären Arzt- oder Zahnarztbesuch sei dagegen zwingend die eGK zu verwenden, wie beck-aktuell berichtet [2].
Technisch besonders brisant ist der Hintergrund des Konflikts.
Das Gesetz sieht in § 291a Abs. 3 Nr. 3 SGB V ausdrücklich vor, dass Kassen den Ruhens-Status elektronisch auf der eGK speichern können – als systemkonforme Maßnahme gegen Kartenmissbrauch.
Doch obwohl die eGK seit dem 1. Januar 2015 verpflichtender Versicherungsnachweis ist, hat die gematik GmbH die Verwendung dieses Kennzeichens per Gesellschafterbeschluss „auf unbestimmte Zeit ausgesetzt“.
Das LSG stellt unmissverständlich klar: Dieses technische Versäumnis der Systempartner darf nicht zulasten der Versicherten gehen. Die elektronische Kennzeichnung sei die einzige gesetzeskonforme Option, ein Ermessen der Kassen, stattdessen einfach Karten einzuziehen, bestehe nicht.
Das Urteil erhöht damit den Druck auf Gematik und das Bundesgesundheitsministerium unter Ministerin Nina Warken, die Telematikinfrastruktur endlich entsprechend nachzurüsten.
Selbstständige, Solo-Selbstständige und Beschäftigte mit schwankendem Einkommen geraten überdurchschnittlich häufig in Beitragsrückstand.
Für sie bedeutet eine gesperrte eGK im Alltag oft den faktischen Ausschluss von der regulären Versorgung, trotz weiterhin bestehendem Anspruch auf Akutbehandlung und Früherkennungsuntersuchungen.
Wie viele Versicherte bundesweit von gesperrten Karten betroffen waren, lässt sich mangels offizieller Statistiken nicht exakt beziffern. Sozialverbände gehen von einer hohen fünf- bis sechsstelligen Zahl aus. In Deutschland sind laut GKV-Spitzenverband rund 75 Millionen Menschen gesetzlich versichert.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig – eine Revision zum Bundessozialgericht bleibt möglich. Zahlreiche Kassen dürften ihre internen Sperrprozesse dennoch bereits jetzt überprüfen müssen.
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Seit Herbst 2024 kooperieren AMD und Intel in der x86 Ecosystem Advisory Group [1], auch um sich gegen Konkurrenten wie ARM und RISC-V zu stärken. Nun ist die gemeinsam erarbeitete Spezifikation für neue x86-Prozessorbefehle erschienen, die die Verarbeitung von KI-Algorithmen beschleunigen sollen: Die AI Compute Extensions, kurz „ACE“.
Bei ACE geht es vor allem um Matrix-Multiplikationen mit KI-Datenformaten für das Inferencing mit quantisierten Gewichten.
Konkurrent ARM hat bereits Scalable Matrix Extensions (SME2) [2] spezifiziert, die auf die Scalable Vector Extensions (SVE2) [3] aufbauen. SME-Rechenwerke lassen sich auf unterschiedliche Art in ARM-SoCs integieren. Apple baut SME2 seit dem M4 ein, Qualcomm ab dem Snapdragon X2.
Die AI Compute Extensions (ACE) Specification steht in Version 1.15 auf der Website der x86 Ecosystem Advisory Group [4] zum Download bereit. Die Spezifikation beschreibt nur die Befehle, nicht die konkrete Implementierung.
Kommende ACE-Rechenwerke sind eng mit den Advanced Vector Extensions (AVX) gekoppelt und nutzen beispielsweise dieselben Register. Konkret nennt die Spezifikation AVX10 [5]. Sie erwähnt zudem die bisher nur von Intel in aktuellen Xeon-Serverprozessoren eingebauten Advanced Matrix Extensions (AMX) [6].
Prozessoren mit ACE-v1-Rechenwerken müssen auch einen bestimmten Teil des Befehlsumfangs von AVX10.2 [7] beherrschen.
ACE v1 beschreibt 11 Datenformate, einige in unterschiedlichen Darstellungen. Mit Daten in diesen Formaten müssen ACE-Rechenwerke nicht nur rechnen können, sondern die Spezifikation legt auch eine Fülle von Formatumwandlungen fest.
| Datenformate der AI Compute Extensions ACE v1 | |
| Format | Beschreibung |
| INT8 | Ganze Zahlen mit 8 Bit (Integer) |
| INT32 | Ganze Zahlen mit 32 Bit |
| FP32 | Gleitkommazahlen mit 32 Bit laut IEE-754 (SE8M32) |
| FP16 | SE5M10 |
| BF16 | SE8M7 |
| E8M0 | 8-Bit-Zahl mit vorzeichenlosem Exponent |
| FP8 | nach OCP-Spezifikation (OFP8): E4M3 oder E5M2 |
| MX FP8 | Microscaling-Formate (MX) SE5M2 oder SE4M3 |
| MX FP6 | SE3M2 oder SE2M3 |
| MX FP4 | SE2M1 |
| MX INT8 | Bruchformat |
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Microsoft macht seit 2024 eine NPU mit einer Leistung von mindestens 40 Billionen INT8-Operationen pro Sekunde (40 Tops) zur Voraussetzung für das Marketing-Label Copilot+. Mittlerweile weicht Microsoft diese Vorgabe auf [8] und ermöglicht auch GPUs. Mit kommenden ACE-tauglichen Prozessoren dürften weitere Änderungen nötig werden.
Nach bisherigen Informationen dürften ACE-v1-kompatible x86-Prozessoren frühestens 2028 erscheinen. Denn bisher haben weder AMD für Zen 6 noch Intel für Nova Lake ACE erwähnt. AMD nennt erst für Zen 7 eine neue „Matrix Engine“, vermutlich ACE-kompatibel.
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(Bild: Manuel Masiero / KI / iX)
Mit Agentic Resource Discovery (ARD) finden KI-Agenten passende Tools automatisch zur Laufzeit. ARD steckt schon in Googles Gemini Enterprise Agent Platform.
Google hat zusammen mit Launch-Partnern wie Cisco, GitHub, Hugging Face, Microsoft, Nvidia und Snowflake die Agentic Resource Discovery (ARD) vorgestellt. Mit der offenen Spezifikation können KI-Agenten während der Ausführung ihrer Aufgabe die passenden agentischen Werkzeuge automatisch im Web finden und einsetzen.
Die ARD [1] spezifiziert dazu öffentlich zugängliche Verzeichnisse, in denen Agenten Tools und Dienste organisationsübergreifend und unabhängig vom dahinterstehenden Framework, Protokoll oder Anbieter finden können. Das versetzt sie in die Lage, drei Kernfragen zu beantworten: Wo finde ich eine passende Fähigkeit, welche genau sollte ich für die anstehende Aufgabe nutzen und ist die ausgewählte Fähigkeit auch sicher?
Bislang kam diese Rolle praktisch zwingend dem Menschen zu. Interoperabilitätsprotokolle wie Model Context Protocol (MCP) [2] und Agent2Agent (A2A) [3] oder einzelne Skills setzen voraus, dass die Entwicklerin oder der Entwickler bereits weiß, welches Werkzeug, welcher Skill oder welcher Agent für die jeweilige Aufgabe benötigt wird. Das wiederum bedeutet, dass die Tools bereits installiert sein müssen.
ARD basiert auf zwei Bausteinen: Katalogen und Registries. Um erste zu befüllen, veröffentlichen Anbieter auf ihrer Domain eine ai-catalog.json-Datei, die die Fähigkeiten ihrer KI-Dienste beschreibt, etwa von MCP-Servern, A2A-Agenten oder OpenAPI-Tools. Die Domain bildet gleichzeitig die kryptografische Vertrauensbasis für https://<publisher-domain>/.well-known/ai-catalog.json.
(Bild: Google)
Registries übernehmen die Rolle der Suchmaschine für das Agenten-Web. Sie crawlen die Kataloge, indexieren sie und liefern bei Suchanfragen passende Ressourcen inklusive Verifikations-Metadaten. Agenten können die ausgewählte Funktion dynamisch laden, ihr natives Protokoll oder ihre API zum Datenaustausch nutzen und das Ergebnis an Entwicklerinnen oder Entwickler zurückgeben.
Das als v0.9-Entwurf vorliegende Open-Source-Projekt läuft unter der Apache-2.0-Lizenz. Google integriert ARD in Google Cloud [4] als Teil der Gemini Enterprise Agent Platform. Auch einige Launch-Partner wie Hugging Face [5] haben bereits ihre Referenzimplementierungen vorgestellt. Eine vollständige Liste findet sich auf der offiziellen Webseite zu Agentic Resource Discovery [6], die auch die Spezifikationen enthält.
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(Bild: Rainald Menge-Sonnentag / KI / iX)
Die Eclipse Foundation bietet die Registry für Visual Studio Code Extensions als offene Alternative zu Microsofts Visual Studio Marketplace an.
Die Eclipse Foundation hat Open VSX in Version 1.0 veröffentlicht. Damit erreicht die Registry für Visual Studio Code Extensions einen stabilen Stand.
Open VSX ist eine Plattform zum Veröffentlichen und Herunterladen von Extensions und Werkzeugen, die kompatibel zu der VS-Code-Extensions-API sind. Einige Entwicklungsumgebungen und Tools können die Extensions integrieren, und manche Entwicklungsumgebungen bauen auf Forks von Visual Studio Code auf.
Das Projekt besteht aus einer Serveranwendung mit einer Datenbank für die Extensions sowie einer Webanwendung und einem Kommandozeilenwerkzeug zum Hoch- und Herunterladen der Erweiterungen.
Das deutsche Start-up-Unternehmen TypeFox hatte Open VSX ursprünglich entwickelt und 2021 an die Eclipse Foundation übergeben [1]. Mike Milinkovich, Geschäftsführer der Eclipse Foundation, wollte die Plattform als offene Alternative zum Visual Studio Marketplace betreiben, zumal dieser in den Nutzungsbedingen [2] den Einsatz der Extensions auf Visual Studio, Visual Studio for Mac, Visual Studio Code, Azure DevOps, Team Foundation Server sowie nachfolgende Microsoft-Produkte beschränkt.
Die Eclipse Foundation entwickelt Open VSX als Open-Source-Projekt über ein GitHub-Repository [3]. Seit Juni 2023 kümmert sich eine eigene Arbeitsgruppe [4] um den Fortbestand. Im April 2026 startete die Eclipse Foundation eine Initiative, um Bugs und Schwachstellen in Open VSX aufzuspüren [5].
(Bild: Eclipse Foundation)
Version 1.0 setzt vor allem auf Stabilität und Security: Das Release bringt unter anderem einen Read-Only-Modus und TLS-geschützte Redis-Verbindungen. Außerdem spricht der Blogbeitrag zur Veröffentlichung von Open VSX 1.0 von zusätzlichen Maßnahmen für eine verbesserte Sicherheit.
Plattformen, die Erweiterungen für Entwicklungswerkzeuge und Programmiersprachen anbieten, sind ein beliebtes Ziel für Supply-Chain-Attacken. Im Oktober 2025 traf die GlassWorm-Attacke neben Microsofts Marktplatz auch Open VSX [6]. Damals reagierte die Eclipse Foundation [7] zügig mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen.
Weitere Details lassen sich der Ankündigung von Open VSX 1.0.0 im Eclipse-Blog [8] entnehmen. Die Eclipse Foundation betreibt die öffentliche Open VSX Registry [9] und bietet zudem eine verwaltete Plattform auf Open-VSX-Basis für Unternehmen und Organisationen als Open VSX Managed Registry an [10].
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Amazon-Kunden bewerten den Honeywell Turboforce Power mehrheitlich positiv. Fast 30.000 Käufer vergeben im Schnitt 4,4 von 5 Sternen. Die Kühlleistung sei so stark wie vom Hersteller versprochen; auch gefällt vielen Nutzern der niedrige Preis und das platzsparende, minimalistische Design. Einzig für den Geräuschpegel gibt es Kritik: Manchen Rezensenten ist der Ventilator nicht leise genug.
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Als Entwickler bist du fein raus, denkst du. Von den smarten Waffen, die du erschaffst, bist du weit weg, denkst du. Aber es kann ganz anders kommen.
Den Job hatte ich haben wollen. Und wie bei so vielem in meinem Leben hatte ich nicht gewusst, worauf ich mich einließ. Aber deshalb war ich jetzt hier, mitten in einem militärischen Auslandseinsatz, und nein: Dafür hatte ich nicht unterschrieben. Aber hinterher ist man immer schlauer – so heißt es doch.
Im Vorstellungsgespräch hatte ich die Frage bejaht, ob ich gedient hätte. Wie hatte ich nur so blöd sein können? Aber der gut dotierte Job hatte vor mir wie die sprichwörtliche Karotte vor der Nase des Esels gebaumelt und manchmal ist man einfach dumm. Ich hatte das Thema gegoogelt und im Gespräch dann offensichtlich so fundierte Antworten gegeben, dass die Frau von Human Resources keinen Verdacht geschöpft hatte. Gelächelt hatte sie, die Schlunze. Und meine überaus farbenfrohe Geschichte nicht überprüft.
Jetzt saß ich in der Scheiße. Nichts als Feinde um mich herum. Die Kameraden nicht mehr zu sehen. Ich drückte das kalte Metall des Gewehrs an meine Wange. Sturmgewehr SB 2-23, neueste Generation. Von mir mitentwickelt. Schöner Mist!
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(Bild: Feng Yu / Shutterstock.com)
Neue NASA-Daten zeigen eine bedrohliche Erwärmung im Pazifik. Experten befürchten durch den El Niño nun schwere Ernteausfälle bei Kakao und Kaffee.
El Niño hat begonnen. Vor wenigen Tagen, am 11. Juni, hat die US-Klimabehörde NOAA offiziell den Beginn eines neuen El Niño verkündet, und die Daten, die seither aus dem All kommen, lassen aufhorchen.
Der Satellit Sentinel-6 Michael Freilich registriert im Pazifik in der Nähe des Äquators eine Erwärmung, die nach Einschätzung von NASA-Forschern an das Rekordjahr 1997 erinnert.
Wie die Meeresphysikerin Severine Fournier vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA gegenüber dem Earth Observatory erklärte [1], sehe es aktuell nach einem starken El Niño aus – "stärker, als ich noch letzte Woche gesagt hätte".
Die NOAA beziffert [2] laut Reuters die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Ereignis bis 2027 zu einem sehr starken El Niño entwickelt, auf 63 Prozent.
Sentinel-6 misst dabei nicht die Wassertemperatur selbst, sondern die Höhe der Meeresoberfläche. Erwärmt sich das Wasser, dehnt es sich aus – der Meeresspiegel steigt messbar. Das macht die Altimetriedaten zu einem präzisen Indikator dafür, wie viel Wärme nicht nur an der Oberfläche, sondern auch in tieferen Schichten gespeichert ist.
Die Satellitenaufnahmen zeigen [3] demnach, dass die Wassertemperaturen am Äquator inzwischen alle Werte seit 1981 übertreffen. Ergänzt werden diese Messungen [4] durch den Copernicus-Satelliten Sentinel-3, der die Oberflächentemperatur täglich mit einer Genauigkeit von besser als 0,3 Kelvin erfasst.
Bereits im Frühjahr 2026 zeichnete Sentinel-6 hunderte Kilometer breite Warmwasserwellen auf, sogenannte Kelvin-Wellen. Sie entstehen, wenn die Passatwinde im westlichen Pazifik nachlassen und sich vorübergehend umkehren.
Warmes Oberflächenwasser staut sich dann im Osten, drückt die Thermokline – die Grenzschicht zwischen warmem Oberflächen- und kaltem Tiefenwasser – nach unten und unterdrückt den kühlenden Auftrieb vor den Küsten Amerikas.
Fournier zufolge ähnelten die Bedingungen im westlichen Pazifik am 8. Juni 2026 denen des gleichen Zeitraums 1997, als ein außergewöhnlich starker El Niño heranwuchs. Im östlichen Pazifik hinkt die Erwärmung 2026 allerdings noch hinterher und bislang haben sich weniger Kelvin-Wellen gebildet.
Ob der aktuelle El Niño die Amplitude von 1997 erreicht, hängt von der Ozeanaktivität in den kommenden Wochen ab.
Die Weltwetterorganisation WMO beziffert die Wahrscheinlichkeit [5] eines El-Niño-Ereignisses im Zeitraum Juni bis August auf 80 Prozent; dass es bis mindestens November anhält, auf über 90 Prozent.
Besonders brisant ist: In den tieferen Schichten des tropischen Pazifiks liegen die Temperaturen mehr als 6 Grad Celsius über dem Durchschnitt [6]. Dieses unterseeische Wärmereservoir gilt als Treibstoff für ein potenziell starkes Ereignis.
WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo sprach von einem Ereignis, das "Dürren und Starkregen verschärfen und das Risiko von Hitzewellen an Land wie im Ozean erhöhen" werde. UN-Generalsekretär António Guterres formulierte es drastischer: El-Niño-Bedingungen würden "das Feuer einer sich erwärmenden Welt weiter anfachen".
Die WMO betont dabei ausdrücklich, dass der medial verbreitete Begriff "Super-El-Niño" kein Teil standardisierter Klassifikationen sei. Offiziell unterscheiden die Institute zwischen schwach, moderat, stark und sehr stark – wobei bereits ein moderates Ereignis extreme Wetterlagen wahrscheinlicher macht.
Die Folgen reichen weit über die Meteorologie hinaus. Wie Reuters berichtet , führte jeder starke El Niño der vergangenen 55 Jahre zu einem Rückgang der globalen Kakaoproduktion. Bereits 2024 hatten sich die Kakaopreise nach Ernteausfällen in Westafrika nahezu verdreifacht und lagen zeitweise über 12.000 US-Dollar pro Tonne.
Auch Robusta-Kaffee ist akut gefährdet: Vietnam und Indonesien, die zusammen rund 50 Prozent der Weltproduktion stellen, drohen ab Mitte des Jahres Hitze und Trockenheit während der Wachstumsphase.
Indien rechnet beim Monsun 2026 mit den geringsten Niederschlägen seit elf Jahren – ein moderater El Niño könnte die Zuckerproduktion dort um rund 1 Million Tonnen drücken.
Für Europa wirkt El Niño 2026 weniger als eigenständiger Treiber, sondern als Verstärker einer ohnehin aufgeheizten Welt [7]. Copernicus-Saisonprognosen auf Basis von ECMWF-Daten zeigen für den Sommer 2026 in Süd- und Mitteleuropa Temperaturabweichungen von 0,5 bis 1,5 Grad Celsius über dem klimatologischen Mittel.
Deutschland, Österreich und die Schweiz liegen klar in der überdurchschnittlich warmen Zone.
Die ESA weist darauf hin [8] , dass selbst geringe Temperaturabweichungen im Pazifik auf enorme Veränderungen im Energiefluss zwischen Ozean und Atmosphäre hindeuten. Unter bestimmten Bedingungen können dadurch großräumige atmosphärische Wellen entstehen, die den Polarwirbel und den Jetstream beeinflussen.
Der Temperaturhöhepunkt des aktuellen El Niño wird erst im Winter 2026/27 erwartet. Wissenschaftler halten es für möglich, dass 2027 eines der heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen wird.
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China entwickelt Strategien, um US-Flugzeugträger aus bis zu 3.000 Kilometern Entfernung treffen zu können
(Bild: apiguide/Shutterstock.com)
Chinesische Militärforscher haben eine Strategie entwickelt, um US-Trägerkampfgruppen aus großer Entfernung zu zerstören. Ob sie funktioniert, ist umstritten.
Chinesische Militärwissenschaftler haben eine detaillierte Strategie veröffentlicht, wie US-amerikanische Trägerkampfgruppen aus einer Entfernung von 3.000 Kilometern – der Distanz von Shanghai nach Guam – ausgeschaltet werden könnten. Darüber berichtete [1] die South China Morning Post.
Der Artikel stammt vom College of International Studies der National University of Defence Technology in Nanjing. Geleitet wurde die Forschungsgruppe von Juniorprofessor Gao Tianyun. Veröffentlicht [2] wurde die Studie am 25. Mai im Fachjournal Tactical Missile Technology, einem der renommiertesten Verteidigungsjournale Chinas.
Auslöser für die Studie ist das sogenannte Distributed Maritime Operations-Konzept (DMO) des US-Kriegsministeriums. Statt Trägerkampfgruppen konzentriert auf engem Raum zu positionieren, verteilt das DMO die Schiffe über Hunderte von Kilometern. Wertvolle Flugzeugträger werden weiter zurückgezogen, während kleinere, weniger wertvolle Schiffe als Raketenschilde und schwimmende Radarstationen vorausgeschickt werden.
Die äußerste Verteidigungslinie besteht laut der Studie aus Aegis-Zerstörern, die 600 bis 800 Kilometer vor dem Träger positioniert sind und mit SM-3-Abfangraketen ausgestattet sind. Dahinter operieren unbemannte Überwasserschiffe mit SM-6- und ESSM-Raketen als zusätzliche Pufferzone. Der Träger selbst ist von einem dichten inneren Ring aus Luftabwehrschiffen, Kampfjets und Frühwarnflugzeugen umgeben.
Die chinesischen Wissenschaftler schlagen als ersten Schritt einen überraschenden U-Boot-Angriff vor: Hyperschallraketen sollen die vorgelagerten Aegis-Zerstörer treffen und damit die mittlere Abwehrstufe durchbrechen. Hyperschallwaffen sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit und unvorhersehbaren Flugbahnen in der oberen Atmosphäre kaum abzufangen. Die Autoren bezeichnen diese Taktik als "den schwachen Punkt brechen, um ein Fenster zu öffnen".
In einem zweiten Schritt folgt ein koordiniertes "Feuerpaket": Billige Täuschungsdrohnen und kostengünstige Marschflugkörper sollen die Sensoren des Gegners überlasten und dessen Abfangraketen aufbrauchen. Gleichzeitig sollen stealth-fähige Unterschallraketen durch Radarlücken schlüpfen, gefolgt von weiteren Hyperschallraketen gegen die verbleibenden Hochwertziele.
Ein zentrales Element ist der sogenannte "Leader-Follower"-Modus: Eine Rakete steigt auf und fungiert als Aufklärer, der Zieldaten an tiefer fliegende Raketen weitergibt. Wird der Anführer abgeschossen, übernimmt sofort eine andere Rakete diese Rolle. Der Schwarm benötigt dadurch keine ständige Steuerung von einem entfernten Kommandozentrum und kann auch bei starker elektronischer Störung weiter agieren.
Bemerkenswert ist, dass die Autoren in ihrer Planung auch US-Waffensysteme berücksichtigen, die noch nicht existieren – darunter den "Glide Phase Interceptor" zur Abwehr von Hyperschallraketen. Die Autoren nennen diesen Ansatz "liao di cong kuan" – den Gegner als stark einzuschätzen.
Ob die Strategie in der Praxis funktioniert, ist jedoch umstritten. Experten verweisen auf die sogenannte "Kill Chain" – die Abfolge von Sensoren, Kommunikationsnetzwerken und Waffenleitsystemen, die nötig ist, um einen sich bewegenden Träger aus 3.000 Kilometern Entfernung präzise zu treffen.
Veerle Nouwens und Co-Autoren des International Institute for Strategic Studies (IISS) schreiben in einem Bericht [3] vom Januar 2024, dass China zwar feststehende Ziele problemlos bedrohen könne, das Treffen beweglicher Trägerkampfgruppen jedoch weit anspruchsvoller sei. Die dafür nötige kontinuierliche Überwachung jenseits des Sichthorizonts erfordere ein ausgefeiltes Sensornetzwerk, das durch US-amerikanische Cyber-, Elektronik- und Weltraumoperationen gestört werden könne.
US-Kriegsminister Pete Hegseth hatte im vergangenen Jahr erklärt, China könnte alle US-amerikanischen Flugzeugträger weltweit innerhalb von 20 Minuten zerstören. Die nun veröffentlichte Studie legt nahe, dass 3.000 Kilometer möglicherweise nicht die Grenze des chinesischen Planungshorizonts darstellen.
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