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Kommentar zur Fußball-WM: Schnelle Bilder, dafür zahle ich Rundfunkgebühren

Von Heise — 24. Juni 2026 um 12:23

Wenn ich die WM schaue, freue ich mich vor allem über geringe Latenzen. Und die bekomme ich linear und im freien Stream bei ARD und ZDF, meint Ulrike Kuhlmann.

Die TV-Rechte waren teuer erkauft von ZDF und ARD, das ist ebenso diskussionswürdig wie die Finanzierung der Polizeieinsätze bei Fußballspielen aus unseren Steuern. Aber die Kritik an der Bildqualität der WM-Spiele bei ARD und ZDF [1] halte ich für übertrieben.

Zum einen hängt die Qualität stark vom eigenen WLAN ab und ein wenig vom eigenen Empfangsgerät. Zum anderen finde ich persönlich den Stream in den Mediatheken weit entfernt von Klötzchenfußball und Pixelmatsch. Aber noch viel wichtiger: Er ist schnell!

Kritiker ignorieren den Fakt, dass die gedrosselte Übertragungsqualität einen Grund hat – nämlich die schnellere Verfügbarkeit des Live-Bildes, also eine niedrige Latenz. Wer hochauflösende Bilder ruckel- und störungsfrei im Stream auf den Schirm bringen will, muss zwischenspeichern. Das kostet Zeit und die rächt sich nicht beim Filmgenuss, sondern während der Übertragung von Live-Veranstaltungen wie der Fußball-WM.

Prioritäten setzen

Mir persönlich ist es deutlich wichtiger, beim Private Public Viewing nicht von den Nachbarn gestört zu werden. Die sollen laut jubeln, aber gern mit mir zusammen und bitte nicht, bevor auch ich den Grund des Jubelns zu Gesicht bekomme. Wer als fußballinteressierter Mensch beim Elfmeterschießen schon einmal acht Sekunden Verzögerung gegenüber den Nachbarn ertragen musste, weiß worüber ich spreche. Die Bildqualität finde ich da eher zweitrangig.

Eine bessere Lösung? Gibt es in dieser stark fragmentierten TV-Landschaft mit ihren unzähligen Streaminganbietern derzeit wohl nicht. Deshalb scheint mir die für mich überall verfügbare, schnelle Übertragung live und im Stream von ARD und ZDF absolut begrüßenswert und im Sinne vieler Fußballfans.

Da der Medienstaatsvertrag im § 13 den freien, allgemein zugänglichen Empfang von Großereignissen fordert, werden ARD und ZDF hier ihrer Aufgabe gerecht. Genau für so etwas zahle ich Rundfunkgebühren.

Über eine wesentliche Kostenfrage sollte man dennoch diskutieren: Wieso wehrt sich kein Land gegen die unverschämte Preispolitik der FIFA? Das ist keine Frage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sondern eine von Nationen weltweit.


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https://www.heise.de/-11342651

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  1. https://www.heise.de/hintergrund/Kommentar-zur-Fussball-WM-Keine-Fernseh-Millionen-fuer-Kruemelfussball-11340417.html
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Siri AI: Was in der Beta geht und was noch nicht

Von Heise — 24. Juni 2026 um 12:54
Siri AI

Logo von Siri AI: Smarter als die alte Sprachassistenz.

(Bild: Apple)

Apple stellt Entwicklern Betaversionen seiner neuen Systeme bereit. Wer die Siri-AI-Warteschleife genommen hat, kann aber noch immer nicht alle Features testen.

Aktuell dürfen nur Entwickler Apples deutlich verbesserte Siri AI [1] testen. Dazu ist zunächst die Registrierung als Developer [2] notwendig, um die Entwickler-Betaversionen von iOS 27, iPadOS 27, macOS 27 und Co. [3] herunterladen zu können, die der Schlüssel zu Apples neuem KI-System sind. Normale Nutzer dürfen erst im Juli mittesten, sobald Apple erstmals Public Betas der neuen Systeme [4] freigibt. Doch die Vorabversionen alleine helfen noch nicht: Apple hat wie schon bei Apple Intelligence im Rahmen von iOS 18 [5] eine Warteliste [6] aufgesetzt. In diese kann man sich eintragen, indem man auf einem Betagerät in den Systemeinstellungen Siri aktiviert. In Europa geht das allerdings nur auf Mac und Vision Pro, iPad und iPhone bleiben aus regulatorischen Gründen außen vor [7], solange sich Apple nicht mit der EU-Kommission einigt. Festgemacht wird die Herkunft anhand des Apple-Accounts. Ist bei diesem ein EU-Land hinterlegt, ist man draußen.

Überspringen geht nicht mehr

Die Warteliste für die Siri-AI-Beta kann etwas länger dauern. Während Apple in der Woche der WWDC [8] Entwickler noch recht schnell hineinließ, dauert es mittlerweile etwas. Ein Trick, mit dem man auf dem Mac via Terminalkommando schneller [9] vorankam, greift in der zweiten Beta nicht mehr. Auf dem iPhone und beim iPad gab es hier sowieso keinen Trick. Eine Zulassung ist zudem geräteabhängig: Man kann etwa Siri-AI-Zugriff auf dem Mac haben, auf dem iPhone aber nicht, trotz gleichem Apple-Account.

Wie Entwickler berichten, ist Siri AI schon recht weit fortgeschritten. So ist eine Gerätesteuerung, „echter“ Chatbot-Betrieb, Auffinden von kontextsensitiven Informationen und vieles mehr bereits möglich. Allerdings kann es zu Verzögerungen beim Serverzugriff kommen, selbst auf dem iPhone 17 Pro, 17 Pro Max oder Air und Macs mit M3, die das beste lokale Sprachmodell [10] nutzen dürfen. Generative KI-Funktionen wie Image Playground, das Apple deutlich verbessert hat, funktionieren sofort auch ohne Siri-AI-Zugriff, ebenso wie die neuen KI-Bildeditiermöglichkeiten in Fotos [11], mit denen man Blickwinkel verändern oder Bildbereiche „ausmalen“ kann.

Stimmen konfigurieren, besseres Diktat

Noch nicht nutzbar ist die Konfiguration zweier neuer Siri-Stimmen mit deutlich höherer Sprachausgabequalität. In dem dafür zuständigen Einstellungsmenü lässt sich nichts verstellen, obwohl man Tempo und Expressivität einstellen können soll. Die lokale Diktierfunktion, an der Apple laut eigenen Angaben ebenfalls stark gearbeitet hat, ist nicht standardmäßig aktiv. Auch sie bedingt iPhone 17 Pro, 17 Pro Max oder Air.

Sowohl Diktat als auch verbesserte Stimmen funktionieren auf Beta-Geräten sofort, Apple setzt nicht die Siri-Warteschleife voraus. Gleiches gilt für die verbesserte Genmoji-Funktion. Siri AI ist derzeit für US-englische Nutzer ausgelegt, allerdings versteht das KI-System teilweise auch Deutsch und kann Fragen beantworten. Offiziell ist das aber noch nicht.


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https://www.heise.de/-11341222

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  1. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  2. https://developer.apple.com/
  3. https://www.heise.de/news/Zweite-Entwicklerbeta-von-iOS-27-und-macOS-27-Das-ist-neu-11341442.html
  4. https://beta.apple.com/
  5. https://www.heise.de/ratgeber/22-Tipps-zu-iOS-18-4-Apple-Intelligence-auf-iPhones-in-Deutschland-10329236.html
  6. https://www.heise.de/news/Bericht-Apple-erwaegt-Warteliste-fuer-neue-Siri-Beta-11320164.html
  7. https://www.heise.de/news/Wegen-DMA-Wettbewerbsregeln-Keine-KI-Siri-fuer-EU-iPhones-11322380.html
  8. https://www.heise.de/news/WWDC-2026-am-8-Juni-Apple-gewaehrt-ersten-Blick-auf-iOS-27-und-macOS-27-11221912.html
  9. https://www.heise.de/ratgeber/Tipp-Siri-AI-Warteschlange-auf-dem-Mac-ueberspringen-11339349.html
  10. https://www.heise.de/news/Apples-KI-Trick-Wie-ein-20-Milliarden-Parameter-Modell-aufs-iPhone-passt-11334385.html
  11. https://www.heise.de/news/Neue-KI-Foto-und-Kamera-Funktionen-Das-geht-in-iOS-27-11326229.html
  12. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Neue Hardware: Diese Produkte stehen bei Apple in diesem Jahr noch aus

Von Heise — 24. Juni 2026 um 11:00
Apple-Geräte mit aktuellen Betriebssystemen

(Bild: Apple)

Wie oft gab es auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC in diesem Monat keine neue Hardware zu sehen. Die Pipeline für Herbst und Winter ist dennoch gut gefüllt.

Die Hälfte des Apple-Jahres ist vorbei, doch die wichtigsten Produkte für 2026 sind noch nicht vorgestellt. Beobachter rechnen mit mehr als einem Dutzend neuer Geräte, die im Herbst und Winter erscheinen könnten. Dabei wird es im Ablauf auch einige Veränderungen geben, die man bei Apple so bislang noch nicht kannte. Das gilt insbesondere für das für den Hersteller wichtige iPhone.

Das wichtige September-Event

Der September dürfte für Apple von großer Bedeutung sein – in diesem Jahr noch mehr als sonst. Anfang bis Mitte des Monats ist mit neuen iPhones zu rechnen. Da John Ternus dann offiziell in Ablösung von Tim Cook neuer CEO [1] ist, steht diese Keynote unter besonderer Beobachtung. Mindestens fünf neue Geräte werden zu diesem Termin erwartet. Es sind iPhone 18 Pro und 18 Pro Max [2] als Nachfolger von iPhone 17 Pro und 17 Pro Max [3], Apples erstes Foldable [4], möglicherweise iPhone Ultra genannt, sowie mindestens zwei Apple-Watch-Modelle [5], Ultra 4 und Series 12.

Die neuen 18-Pro- und 18-Pro-Max-Modelle sollen mit neuem SoC (A20 Pro erstmals mit 2-nm-Strukturbreite), verstellbarer physischer Blende für mindestens eine Kamera [6] und Apples neuem C2-Modem mit verbesserter 5G-Nutzung via Satellit (also auch fürs Surfen im Web) kommen. Weiterhin ist angeblich eine verkleinerte Dynamic Island geplant. Es soll neue Farben geben, unter anderem einen dunklen Kirschton. Das iPhone Ultra ist wiederum Apples erstes faltbares Handy im Pass-Format (wohl 5,3 Zoll Außenbildschirm und 7,7 Zoll Innenbildschirm) samt drei Kameras, Touch ID und weitgehender Faltenlosigkeit [7]. Das Gerät könnte deutlich über 2000 Euro kosten. Weitere neue iPhones plant Apple angeblich erst im Frühjahr 2027 [8], darunter das Standardmodell iPhone 18, das Einsteigermodell iPhone 18e und ein zweites iPhone Air [9]. Die neuen Apple-Watch-Modelle könnten einen neuen Chip, kleinere Designänderungen und womöglich erstmals Touch-ID-Biometrie bekommen – plus weitere Gesundheitssensoren, wobei es hier zuletzt sehr still blieb. Bei der Ultra 4 wird mit verbesserten Satellitenfunktionen gerechnet, etwa dem Versand von Fotos.

Neue Macs und iPads im Oktober – und mehr

Im Oktober dürfte es bei Apple dann mit einem Mac- und iPad-Event weitergehen. Bei den Tablets wird unter anderem mit einem neuen Einsteigermodell (iPad 12) gerechnet [10], das erstmals Apple Intelligence beherrscht (A19 oder A18). Das iPad mini soll ebenfalls aktualisiert werden, mit neuem Innenleben und möglicherweise erstamsl einem OLED-Display.

Beim Mac stehen einige Verbesserungen an. Besonders gespannt ist man auf das „MacBook Ultra“ [11], dem Apple angeblich erstmals ein OLED-Display mit Touchscreen verpasst – samt insgesamt dünnerem Design. Verbaut werden soll auch erstmals der neue M6-Chip (Pro und Max). macOS 27 zeigt bereits vorab einige Verbesserungen in Richtung Touch-Steuerung [12]. Diese soll jedoch optional sein. Ob auch der Apple Pencil verwendet werden kann, bleibt abzuwarten. Das MacBook Ultra dürfte teurer werden als das MacBook Pro. Ebenfalls zu aktualisieren wären beim Apple der Mac mini (auf M5 und M5 Pro) und der iMac (auf M5). Beim Mac Studio steht ebenfalls ein Upgrade an, möglicherweise auf M5 Max und M5 Ultra (oder gleich M6 Ultra, falls vorhanden). Schließlich gibt es noch Kleingeräte, die Apple seit langem nicht aktualisiert hat, darunter HomePod und HomePod mini sowie Apple TV [13]. Auf ein neuartiges Home-Gerät zur Smart-Home-Steuerung („Home Hub“) wartet die Gerüchteküche ebenfalls seit langem.


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https://www.heise.de/-11332781

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/John-Ternus-als-neuer-Apple-CEO-Mehr-Entscheidungsfreude-erwartet-11266703.html
  2. https://www.heise.de/news/Alu-Farbaerger-beim-iPhone-17-Pro-Leaker-glaubt-dass-das-Material-so-bleibt-11284883.html
  3. https://www.heise.de/tests/iPhone-17-17-Pro-17-Pro-Max-und-Air-im-Test-10663319.html
  4. https://www.heise.de/news/iOS-27-Hinweise-auf-Anpassungen-fuer-Apples-erstes-Foldable-11322579.html
  5. https://www.heise.de/news/Naechste-Apple-Watch-Diese-Features-koennten-kommen-11289787.html
  6. https://www.heise.de/news/Verstellbare-Blende-Angeblich-erst-ein-Feature-im-iPhone-18-Pro-10013802.html
  7. https://www.heise.de/news/Ausgebuegelt-Apple-angeblich-startklar-fuer-iPhone-Foldable-10295313.html
  8. https://www.heise.de/news/Luftig-Apple-schickt-duennes-iPhone-Air-ins-Rennen-10638523.html
  9. https://www.heise.de/news/Luftig-Apple-schickt-duennes-iPhone-Air-ins-Rennen-10638523.html
  10. https://www.heise.de/news/Einsteiger-iPad-mit-Apple-Intelligence-laesst-weiter-auf-sich-warten-11279300.html
  11. https://www.heise.de/news/MacBook-Ultra-Diese-Neuerungen-soll-Apple-planen-11276643.html
  12. https://www.heise.de/news/Touchscreen-testen-iPad-erlaubt-vollstaendige-Finger-Steuerung-von-macOS-27-11328112.html
  13. https://www.heise.de/news/HomePod-mini-und-Apple-TV-Neue-Modelle-angeblich-endlich-bereit-11316026.html
  14. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Zweite Entwicklerbeta von iOS 27 und macOS 27: Das ist neu

Von Heise — 24. Juni 2026 um 10:08
iOS 27 mit Siri AI

iOS 27 mit Siri AI.

(Bild: Apple)

Apple legt zwei Wochen nach den ersten Vorabversionen neue Entwicklerbetas seiner frischen Betriebssysteme vor. Es gibt einige Optimierungen.

Die Entwicklung der neuen Apple-Betriebssysteme schreitet voran: Nach den ersten Developer-Vorabversionen zur WWDC am 8. Juni [1] hat Apple in dieser Woche die jeweils zweite Beta von iOS 27, macOS 27, iPadOS 27, watchOS 27, tvOS 27 und visionOS 27 vorgelegt. Mit den neuen Varianten reicht der iPhone-Hersteller eine ganze Reihe an Funktionen nach, verbessert die Bedienung und merzt Fehler aus. Ein Trick, mit dem man die Warteschlange von Siri AI [2] überspringen konnte, funktioniert allerdings nicht mehr. Ein Überblick.

iOS 27: RCS-Optimierungen, AirPods-Equalizer und ein Hinweis auf ein Home-Gerät

Mit iOS 27 Developer Beta 2 bekommt die RCS-Funktion in der Nachrichten-App [3] erstmals die Möglichkeit, sogenannte Inline-Replies zu nutzen. So kann man erstmals vernünftige Threads erstellen und direkt auf eine vorhandene Botschaft antworten. Das geht wie bei iMessage-Botschaften mittels langem Druck. Verbessert hat Apple außerdem Reaktions-Emojis für Videos und Bilder (Tapbacks). Diese werden nun korrekt angezeigt, statt als Textbeschreibung im Chat zu landen.

Für AirPods steht eine neue Entwicklerfirmware zum Download bereit, (ab AirPods Pro 2), die die neue Equalizer-Funktion in iOS 27 und macOS 27 bietet – ein lange erwartetes Feature für Apples Audiogeräte. Details zur Installation fasst Apple hier zusammen [4]. In der Home-App hat Apple damit begonnen, auch Apple-TV-Geräte zu aktualisieren, man muss sie also nicht mehr händisch updaten. Das passt zu Gerüchten zu einem neuen Home-Gerät [5], an dem Apple seit längerem arbeitet. Auch dieses könnte dann über die Home-App aktualisiert werden, wie das schon bei HomePods der Fall ist. Die „Schreibe mit Siri“-Funktion hat einen neuen Knopf erhalten, mit dem man das Feature schneller findet. Die verbesserten Siri-Spracheinstellungen, die allerdings nur ab dem iPhone 17 Pro [6] verfügbar sind, funtkionierten in der ersten Beta noch nicht – nun gibt es zumindest einen „Coming soon“-Hinweis. Die Wallet-App [7] bereitet sich auf ein neues „Insights“-Feature mit Angaben zu Ausgaben vor. Kleinere Verbesserungen gibt es auch in der Siri-App (Konversationen gleichzeitig löschen), HomeKit-Kameras (Video aus Benachrichtigung abfahren) und Kamera-App (besserer Überblick aktiver Funktionen)

macOS 27: Vorsicht beim Siri-AI-Trick

Zu macOS 27 Developer Beta 2 liegen derzeit noch wenige Informationen vor, es gibt hier offenbar vor allem kleinere Verbesserungen. Wichtig ist allerdings: Ein sehr beliebter Trick, mit dem man auf dem Mac die Siri-AI-Warteschlange überspringen [8] konnte, funktioniert nicht mehr. Nutzer sollten ihn also vor der Aktualisierung anwenden.

Das Blog Cult of Mac spricht davon, dass es hilfreich sein kann, über die Meldefunktion von Image Playground [9] Apple über Fehler zu benachrichtigen. Dann kann es passieren, dass man die Warteschleife schneller überspringt. Apple unterteilt die Zugänge allerdings: Wer beispielsweise mit seiner Apple ID auf dem Mac bereits einen Siri-AI-Zugang hat, bekommt diesen nicht automatisch auf dem iPad (oder mit einem Account von außerhalb der EU auf dem iPhone).


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  1. https://www.heise.de/news/iOS-27-macOS-27-und-Co-Entwickler-duerfen-Betas-installieren-11322615.html
  2. https://www.heise.de/news/Siri-AI-Apple-verspricht-umfassenden-KI-Neustart-fuer-Apple-Intelligence-11322101.html
  3. https://www.heise.de/news/Ende-zu-Ende-Verschluesselung-fuer-RCS-mit-iOS-26-5-So-geht-s-11291023.html
  4. https://developer.apple.com/support/install-beta/#airpods-beta
  5. https://www.heise.de/news/Home-Hub-und-Tischroboter-Apple-findet-offenbar-Fertiger-nicht-in-China-10765183.html
  6. https://www.heise.de/news/Anforderungen-fuer-iOS-27-und-Co-Zoepfe-abgeschnitten-Siri-AI-teilbeschraenkt-11322631.html
  7. https://www.heise.de/news/Apple-Wallet-Diese-neuen-Features-kommen-in-iOS-27-und-watchOS-27-11328096.html
  8. https://www.heise.de/ratgeber/Tipp-Siri-AI-Warteschlange-auf-dem-Mac-ueberspringen-11339349.html
  9. https://www.cultofmac.com/news/mac-hack-new-siri-ai-broken
  10. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Glyphosat: Unkrautvernichter härtet Krankenhaus-Superkeime ab

Von Telepolis — 24. Juni 2026 um 15:10
Ärzte im Krankenhaus

(Bild: Ground Picture/Shutterstock.com)

Ob im Fluss oder der Klinik: Dieselben Gen-Schutzschilde machen Erreger immun gegen Spritzmittel und Medizin.

Die Skepsis gegen Glyphosat erhält neue Nahrung: Eine Untersuchung des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Parasitologie in Buenos Aires hat jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen Glyphosat und der Antibiotikaresistenz (AMR) von Bakterien entdeckt.

Für die Studie [1], die im Fachmagazin Frontiers in Microbiology erschienen ist, hat das Forscherteam um Daniela Centrón 102 Bakterienstämme aus drei völlig unterschiedlichen Lebensräumen verglichen.

Das Ergebnis: Die häufigsten multiresistenten Krankenhauskeime waren nicht nur gegen gängige Antibiotika gewappnet, sondern auch gegen hohe Konzentrationen von Glyphosat.

Die Forscher wollten wissen, ob das nur Zufall war oder ein Kausalzusammenhang besteht. Eine Antwort ist auch deshalb wichtig, weil AMR ein großes Problem in der Gesundheitsvorsorge ist.

Laut WHO sind jährlich [2] 1,27 Millionen Todesfälle zu beklagen, weil gängige Antibiotika nicht mehr helfen. Für Deutschland weist das Robert Koch-Institut (RKI) [3] in diesem Kontext rund 9.600 Todesfälle aus.

Bislang gilt der Übergebrauch von Antibiotika als Haupttreiber, also wenn diese Medikamente ohne bestätigte Infektion mit Bakterien oder zu oft und über einen zu langen Zeitraum verabreicht werden.

Die neuen Daten rücken jetzt allerdings einen zweiten Akteur ins Rampenlicht: das meistverkaufte Herbizid der Welt.

Centrón und ihr Team sammelten für ihre Untersuchung 68 Bakterienstämme aus Sedimenten eines Naturschutzgebiets im Paraná-Delta nördlich von Buenos Aires. Hinzu kamen 19 Stämme aus Kliniken und 15 aus Mastbetrieben sowie belasteten Agrarböden.

Innerhalb des Schutzgebiets wurde nie Glyphosat versprüht, aber auf den angrenzenden Sojafeldern dafür umso mehr. Allein in Argentinien kamen zwischen 2020 und 2023 durchschnittlich rund 36.000 Tonnen pro Jahr zum Einsatz.

Der Shikimat-Stoffwechselweg als biologische Brücke

Die Ergebnisse lassen aufhorchen: Sämtliche Krankenhauskeime erwiesen sich als hochgradig resistent gegen Glyphosat und glyphosathaltige Herbizide. 74 Prozent trotzten zudem Carbapenemen – jener Antibiotikaklasse, die Ärzte als letzte Reserve gegen lebensbedrohliche Infektionen einsetzen.

Im Labor überlebten Enterobacter-Stämme aus der Umwelt Glyphosatkonzentrationen von bis zu 80 Milligramm pro Milliliter, während Bacillus-Arten bereits bei 2,5 Milligramm pro Milliliter einknickten.

Der Schlüssel liegt im sogenannten Shikimat-Stoffwechselweg, den Glyphosat in Pflanzen, Pilzen und Bakterien blockiert. Die Forscher gingen davon aus, dass im Enzym EPSPS (5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase) eine Mutation hätte stattfinden müssen, damit sich die Keime an Glyphosat anpassen können.

Die Genomanalyse der 102 Stämme ergab allerdings, dass dies nur teilweise der Fall war. Mindestens ebenso wichtig waren die sogenannten Effluxpumpen – zelluläre Transportsysteme, die unerwünschte Substanzen aus der Bakterienzelle schleusen.

Es sind genau diese Pumpen, die auch Antibiotika wie Meropenem, Tetracyclin oder Vancomycin hinausbefördern. Und deren Veränderungen machten die Erreger gleich gegen mehrere Wirkstoffklassen immun.

Vom Acker ins Krankenhaus – und zurück

Ein phylogenetischer Stammbaum aller Isolate offenbarte ein weiteres Detail: Die glyphosatresistentesten Bakterien waren oft eng miteinander verwandt, egal ob sie aus der Klinik, vom Acker oder aus dem Feuchtgebiet stammten.

Gattungen wie Acinetobacter, Pseudomonas und Enterobacter – allesamt gefürchtete Intensivstation-Keime, die laut ECDC-Daten in Europa steigende Resistenzraten aufweisen – tauchten in allen drei Lebensräumen auf.

"In der Umwelt führt der Einsatz von Glyphosat zur Entwicklung resistenter Bakterien in betroffenen Böden, während der Einsatz von Antibiotika deren Entwicklung in Krankenhäusern begünstigt", erklärte Mitautor Jochen A. Müller, Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), gegenüber EurekAlert [4].

Der Wasserkreislauf kann laut den Wissenschaftlern eine Schlüsselrolle bei der Übertragung zwischen beiden Nischen spielen. Konventionelle Kläranlagen halten resistente Bakterien und Resistenzgene nach internationalen Studien nur unvollständig zurück.

Krankenhausabwässer, Regenüberläufe und Bewässerungssysteme könnten damit als Drehscheibe zwischen Klinik und Agrarfläche fungieren.

Regulierung ohne Resistenz-Prüfung

In der EU gilt für Glyphosat im Trinkwasser ein Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Deutschland, Österreich und die Schweiz übernehmen diesen Wert.

Was die Regulierung allerdings nicht berücksichtigt: das Ko-Selektionspotenzial für Antibiotikaresistenzen. Weder die Trinkwasserverordnung noch die Pestizid-Zulassungsverfahren prüfen derzeit, ob ein Herbizid die Selektion multiresistenter Keime begünstigt.

Deutschland untersagt Glyphosat im öffentlichen Raum und in Privatgärten, Frankreich, Belgien und die Niederlande verbieten es für den Hausgebrauch. Die EU hat die Zulassung am 28. November 2023 dennoch um 10 Jahre bis Dezember 2033 verlängert.

Centrón fordert deshalb einen Paradigmenwechsel:

"Richtlinien für den Einsatz von Pestiziden sowie deren Metaboliten sollten vorschreiben, dass vor der Markteinführung Tests zur Ko-Selektion mit Antibiotika durchgeführt werden müssen. Auf den Etiketten sollte ein Warnhinweis darauf hinweisen, dass sich Gene für Antibiotikaresistenzen aus mit Glyphosat kontaminierten Böden über unbehandeltes Wasser auf Krankenhäuser ausbreiten können."

Ob die Zulassungsbehörden diese Forderung aufgreifen, bleibt abzuwarten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343205

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  1. https://www.frontiersin.org/journals/microbiology/articles/10.3389/fmicb.2026.1740431/full
  2. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/antimicrobial-resistance
  3. https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Antibiotikaresistenz/FAQ/faq-node.html#entry_16948012
  4. https://www.eurekalert.org/news-releases/1120380

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Warum der US-Dollar trotz des Iran-Krieges (noch) dominant bleibt

Von Telepolis — 24. Juni 2026 um 14:00
Wall Street Schild vor US-Flaggen

Trumps Unilateralismus untergräbt die Fundamente des US-Dollars, meint unser Gastautor

(Bild: Matej Kastelic/Shutterstock.coom)

Nicht der Krieg, sondern Washington selbst könnte die Dominanz des Greenbacks gefährden. Denn die eigentliche Bedrohung lauert im Inneren. Ein Gastbeitrag.

Selbst wenn die Rahmenvereinbarung [1] zur Beendigung des US-Israel-Iran-Konflikts erfolgreich ist, werden die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts mindestens bis zum Jahresende anhalten [2]. Die Konsequenzen für das globale Wirtschaftssystem – insbesondere für die zentrale Stellung des US-Dollars und seine Dominanz im Ölhandel – könnten weitreichender sein.

Analysten haben angedeutet, dass der Krieg das Ende des sogenannten Petrodollars bedeuten könnte [3]. Alternativ könnte er eine Ära erneuter Dollar-Dominanz einleiten [4]. Eine weitere Ansicht ist, dass der Petrodollar in Wahrheit schon vor Jahrzehnten aufgehört hat [5], ein bedeutender Treiber der US-Währungshegemonie zu sein.

Letztere Sichtweise ist weitgehend zutreffend.

Aufstieg und Fall des Petrodollar-Systems

Sam Fraser
Unser Gastautor Sam Fraser
(Bild: RS [6])

Im Petrodollar-System wird Öl in US-Dollar bepreist und die überwältigende Mehrheit der Öltransaktionen – Stand 2025 rund 80 Prozent [7] – wird in Dollar fakturiert.

Dieses System soll 1974 mit einem Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien entstanden sein [8]. Die Saudis würden ihre Ölexporte in Dollar bepreisen und ihre Einnahmen in Dollar-basierte Vermögenswerte reinvestieren, während die USA die Sicherheit am Golf garantieren würden.

Dieses informelle Arrangement war real, seine Bedeutung wurde jedoch übertrieben. Der Dollar dominierte den Ölhandel bereits Jahrzehnte vor 1974 aufgrund seiner umfassenderen Rolle als Währung des Welthandels und der Währungsreserven, wie sie in Bretton Woods festgelegt wurde. Entscheidend ist außerdem, dass die Saudis und andere Opec-Produzenten kaum eine andere Wahl hatten, als ihre Einnahmen in Dollar-Anlagen zu reinvestieren, da nur die Dollarmärkte über die notwendige Größe und Liquidität verfügten, um diese Zuflüsse aufzunehmen.

Das Recycling von Petrodollars – also die Investition von in Dollar erzielten Öleinnahmen im Ausland durch große Förderländer – trug dazu bei, den Übergang im globalen Dollarsystem von der Goldstandard-Ära zu Fiatgeld und flexiblen Wechselkursen zu glätten. Über Jahrzehnte stellte es zudem eine wichtige Nachfragequelle [9] für Dollar-Anlagen dar. Doch die Bedeutung des Petrodollars nimmt schon seit geraumer Zeit ab.

Analysen des IWF zeigen [10], dass in den 1970er Jahren fast die Hälfte der Ölexporteinnahmen als Einlagen bei westlichen Banken landete. Im Zeitraum von 2018 bis 2023 könnte dieser Anteil auf einstellige Werte gesunken [11] sein.

Anstatt den Großteil ihrer Exporterlöse in westliche Banken und US-Staatsanleihen zu lenken, führen die Golfstaaten diese Einnahmen heute großen Staatsfonds zu, die vorwiegend in inländische Projekte investieren.

Gleichzeitig haben die Exportüberschüsse und die Dollarakkumulation der ostasiatischen Industrienationen jene der Golfstaaten deutlich übertroffen [12]. Dadurch sind erstere zu einer wichtigeren Quelle globaler Dollarliquidität geworden.

Es geht nicht nur ums Öl

Was heutige, auf den Petrodollar fixierte Analysen oft übersehen, ist die Tatsache, dass der Ölhandel nur eine Säule des komplexen und sich ständig wandelnden Systems der globalen Dollarordnung ist. Die bekannteste Säule dieser Ordnung ist die Rolle des Dollars als globale Reservewährung [13] – aufgrund seiner Stabilität, Liquidität und starken institutionellen Absicherung. Sein Anteil an den Währungsreserven liegt heute bei rund 58 Prozent.

Noch wichtiger [14] ist die dominante Rolle des Dollars in den Märkten durch grenzüberschreitende Fakturierung und Verschuldung. Über den Ölhandel hinaus wird der Dollar bei mehr als der Hälfte aller globalen Handelsgeschäfte verwendet [15]. Etwa die Hälfte aller grenzüberschreitenden Bankkredite und internationalen Schuldverschreibungen – sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen – sind ebenfalls in Dollar denominiert.

Diese Aktivitäten werden durch ein riesiges Offshore-Dollar-Bankensystem gestützt [16], in dem Nicht-US-Banken durch Kreditvergabe Billionen neuer Dollar schaffen. In globalen Finanzkrisen wurden diese Offshore-Dollars effektiv durch Swap-Linien der Federal Reserve mit ausländischen Zentralbanken abgesichert.

Wie die Analysten Karthik Sankaran und Brendan Greeley überzeugend [17] dargelegt [18] haben, ist es vor allem diese Aktivität, die die zentrale Stellung des Dollars aufrechterhält – und nicht die Allokation öffentlicher Währungsreserven oder die Öl-Fakturierung der Golfstaaten. Jüngste Daten zeigen [19] zudem, dass die Offshore-Dollarverbindlichkeiten im letzten Jahrzehnt weiter gewachsen sind.

Deshalb wird der Krieg mit dem Iran [20] nur begrenzte Auswirkungen auf die zentrale Rolle des Dollars haben. Allerdings könnten viele Länder das Vertrauen in die US-Sicherheitsgarantien verlieren und sich an US-amerikanischer Rücksichtslosigkeit stoßen.

Sanktionierte Staaten werden weiterhin alternative Kanäle für Handelsabrechnung und Kreditaufnahme finden, was zu marginalen Verschiebungen weg vom Dollar führt. Für den Großteil der globalen Transaktionen gibt es jedoch nach wie vor keine ökonomisch konkurrenzfähige Alternative zum Greenback.

Der Preis des Dollars

Dennoch bringt das Dollarsystem für viele seiner Teilnehmer erhebliche Kosten mit sich, insbesondere für Entwicklungsländer. Im Kontext des Iran-Kriegs sind diese Auswirkungen deutlich sichtbar.

Der Krieg ließ die Preise für fossile Brennstoffe in die Höhe schießen und da die USA inzwischen Nettoexporteur von Kohlenwasserstoffen sind, treibt dies den Wert des Dollars nach oben [21]. Für Länder, die auf in Dollar bezahlte Importe fossiler Brennstoffe angewiesen sind, haben steigende Ölpreise eine verheerende Wirkung [22].

In Süd- und Südostasien, die stark von Öl aus dem Nahen Osten abhängig sind, hat dies zu Treibstoffrationierungen, Sparmaßnahmen und Kampagnen zur Reduzierung von Importen geführt [23]. Zentralbanken in der Region haben ihre Währungsreserven angezapft, um stärkere Abwertungen zu verhindern.

Diese verzerrten Folgen der Dollar-Dominanz sind nichts Neues. Während des sogenannten Volcker-Schocks [24] in den 1980er Jahren führten drastische Zinserhöhungen in den USA zu stark steigenden Schuldendienstkosten in Entwicklungsländern. Dies trug zu einem Jahrzehnt wirtschaftlicher Rezession und Stagnation bei.

Entwicklungsländer haben allein nur geringe Möglichkeiten, das Dollarsystem zu verändern oder ihm zu entkommen. Und trotz der Bereitschaft Saudi-Arabiens, einen Teil seines Öls gegen Yuan zu verkaufen [25], haben Ölproduzenten kaum Anreize, sich vom Dollar abzuwenden – es sei denn, Sanktionen zwingen sie dazu.

Euro und Renminbi als Dollar-Erben?

Die beiden Währungsräume, die genügend Gewicht haben, um den Dollar herauszufordern, sind die Europäische Union und China. Der Euro profitiert von einer starken Zentralbank, voller Konvertibilität sowie großen und liquiden Kapitalmärkten. Er leidet [26] jedoch unter Fragmentierung und Koordinationsproblemen zwischen den EU-Mitgliedern.

Die Internationalisierung des Renminbi wird durch Kapitalverkehrskontrollen und illiquide Märkte gebremst. China hat gewisse Erfolge [27] beim Aufbau alternativer Zahlungswege in Renminbi erzielt und wickelt inzwischen rund 30 Prozent [28] seines Handels in der eigenen Währung ab. Doch der Anteil des Renminbi an den globalen Handelsströmen [29] und Währungsreserven [30] bleibt gering.

Derzeit wird keine der beiden Währungen die globale Rolle des Dollars überholen. Vielmehr werden beide Währungen ihre Anteile an Reserven und Zahlungen ausweiten, während der Dollar in diesen Funktionen eine relative Mehrheit behält.

Hegemonie vs. Dominanz

Die Trump-Regierung ist der Ansicht [31], dass das Dollarsystem den Vereinigten Staaten eine untragbare Last auferlegt, indem es eine zusätzliche Nachfrage nach Dollar erzeugt, den Wechselkurs erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Exporte schwächt. Ihre Zollstrategie zielte eher planlos darauf ab [32], die Kosten der Dollarhegemonie zu senken und gleichzeitig deren Vorteile – günstigere Kreditaufnahme und außergewöhnliche Sanktionsmacht – zu bewahren.

Dieses Vorgehen ist Teil eines umfassenderen Versuchs der Trump-Regierung, eine Strategie der Hegemonie durch eine der Dominanz zu ersetzen. Das ist ein schlechter Tausch. Hegemonie funktioniert durch die Etablierung von Regeln und Institutionen sowie durch die Einbindung anderer mächtiger Akteure mittels gegenseitig vorteilhafter Arrangements.

Hegemonie bedeutet, dass das Finanzministerium mit der bloßen Verkündung einer Regel das gesamte Bankensystem eines Landes abschotten kann. Dominanz hingegen operiert durch demonstrative Zurschaustellung von Macht [33] und Zwang [34].

Es ist die Fähigkeit, die oberste Führung eines Gegners in einem Präzisionsschlag zu töten und am Ende dennoch einen Krieg zu verlieren.

Sturm für den Dollar?

Bislang haben die Fehlentscheidungen der Trump-Regierung nicht ausgereicht, um die zentrale Stellung des Dollars zu beenden. Sollte das Dollarsystem jedoch rasch zerfallen, wird der entscheidende Schaden von innen kommen müssen. Angriffe auf die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Federal Reserve könnten in der nächsten globalen Krise die Bereitstellung entscheidender Dollar-Swap-Linien untergraben [35].

Angesichts von Steuersenkungen und enormen neuen Militärausgaben haben die US-Defizite in einer Phase wirtschaftlichen Wachstums ein beispielloses Niveau erreicht [36]. Das könnte das Vertrauen in US-Staatsanleihen erschüttern. Diese sind das Fundament der tiefen und liquiden Finanzmärkte, die den Dollar so attraktiv machen.

Entgegen der Einschätzung der Deutschen Bank ist der Iran-Krieg kein "perfekter Sturm [37]" für den Dollar. Er steht jedoch exemplarisch für die zunehmende Rücksichtslosigkeit und den Unilateralismus, die das Vertrauen, die Institutionen, die makroökonomischen Stärken und die gut funktionierenden Finanzkanäle untergraben, auf denen das Dollarsystem beruht. Der Sturm ist noch nicht da, aber die Wolken ziehen auf.

Sam Fraser ist ein in New York City ansässiger Autor. Er hat einen Masterabschluss in International Finance and Economic Policy von der School of International and Public Affairs der Columbia University, wo er sich auf den Wandel des globalen Handelssystems konzentrierte. Zuvor arbeitete er als Senior Communications Associate und Publikationsleiter am Quincy Institute.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [38] auf Englisch.


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https://www.heise.de/-11342725

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.ft.com/content/76bed6e5-ab1f-43ff-a6c0-ae5e7cdbf3c1?syn-25a6b1a6=1
  2. https://www.reuters.com/business/energy/oecd-says-protracted-war-could-drag-global-growth-push-up-inflation-2026-06-03/
  3. https://www.dbresearch.com/PROD/IE-PROD/PDFVIEWER.calias?pdfViewerPdfUrl=PROD0000000000622186&rwnode=REPORT
  4. https://www.wsj.com/opinion/the-iran-war-is-a-boon-for-the-petrodollar-bbcad6e7
  5. https://www.ft.com/content/be345914-7b4b-4264-bcbd-6e5e33b798c7
  6. https://responsiblestatecraft.org/congress-iran-deal/
  7. https://www.currencytransfer.com/blog/expert-analysis/how-is-saudi-arabia-sustaining-dollar-dominance
  8. https://www.ft.com/content/a65efb54-306b-49ad-9920-40d59b195623
  9. https://www.hegemoney.com/p/not-dead-yet
  10. https://www.imf.org/-/media/websites/imf/imported-full-text-pdf/external/pubs/ft/wp/2008/_wp08180.pdf
  11. https://www.hegemoney.com/p/not-dead-yet
  12. https://adamtooze.substack.com/p/how-asia-trumped-the-petrodollar
  13. https://cepr.org/voxeu/columns/dollars-status-through-lens-foreign-exchange-reserves
  14. https://www.phenomenalworld.org/analysis/monetizing-primacy/
  15. https://adamtooze.substack.com/p/chartbook-212-the-end-of-the-petrodollar?utm_campaign=posts-open-in-app&triedRedirect=true
  16. https://www.ft.com/content/be345914-7b4b-4264-bcbd-6e5e33b798c7
  17. https://www.phenomenalworld.org/analysis/monetizing-primacy/
  18. https://www.ft.com/content/be345914-7b4b-4264-bcbd-6e5e33b798c7
  19. https://www.ft.com/content/4d56a60c-ec78-485a-841f-7a803066911a?syn-25a6b1a6=1
  20. https://www.telepolis.de/thema/Irankrieg-2026
  21. https://adamtooze.substack.com/p/chartbook-212-the-end-of-the-petrodollar
  22. https://www.nytimes.com/2026/03/25/business/iran-war-dollar-rupee-won.html
  23. https://www.nytimes.com/2026/05/22/business/asia-currency-iran-dollar.html
  24. https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Volcker
  25. https://www.spglobal.com/en/research-insights/special-reports/saudi-china-ties-and-renminbi-based-oil-trade
  26. https://www.ecb.europa.eu/pub/pdf/ire/ecb.ire202606.en.pdf
  27. https://www.ft.com/content/8d3f89fa-c39b-44c3-b22c-607e22b62e29?syn-25a6b1a6=1
  28. https://www.chathamhouse.org/2026/01/chinas-12-trillion-trade-surplus-will-increase-calls-stronger-renminbi-dont-expect-much
  29. https://www.db.com/news/detail/20250623-charting-the-renminbi-s-rise-as-a-global-currency?language_id=1
  30. https://data.imf.org/en/news/imf%20data%20brief%20march%2027
  31. https://www.hudsonbaycapital.com/documents/FG/hudsonbay/research/638199_A_Users_Guide_to_Restructuring_the_Global_Trading_System.pdf
  32. https://www.phenomenalworld.org/analysis/monetizing-primacy/
  33. https://www.ft.com/content/84ee31f2-0e12-4083-9572-143a928efb63?syn-25a6b1a6=1
  34. https://x.com/realDonaldTrump/status/1863009545858998512
  35. https://www.brookings.edu/articles/what-are-federal-reserve-swap-lines/
  36. https://www.ft.com/content/cd812bd4-a08e-4147-a845-3ad8a932d748?syn-25a6b1a6=1
  37. https://www.dbresearch.com/PROD/IE-PROD/PDFVIEWER.calias?pdfViewerPdfUrl=PROD0000000000622186&rwnode=REPORT
  38. https://responsiblestatecraft.org/us-dollar-iran-war/

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Kontrollverlust in der Ukraine: Warum Militär-KI uns bereits entglitten ist

Von Telepolis — 24. Juni 2026 um 13:00
Roboterhand über rotem Atomknopf

Wenn Drohnen die Funkverbindung kappen und selbstständig töten: Stehen wir vor einem "Flash War"? Interview Karl Hans Bläsius. (Teil 1)

Prof. Karl Hans Bläsius, Professor für Künstliche Intelligenz an der Hochschule Trier und Betreiber der Webseiten atomkrieg-aus-versehen.de [1] und ki-folgen.de [2] über die KI in der modernen Kriegsführung und die Gefahren für die Menschheit

▶ Prof. Karl Hans Bläsius, meine Fragen zu Ihrem aktuellen Buch "Künstliche Intelligenz und Krieg" möchte ich gerne mit einem kleinen Rückblick beginnen: Sie haben Ihren Wehrdienst Anfang der 1970er bei einer Radarstation für Luftraumüberwachung geleistet und 1986 bei Prof. Jörg Siekmann promoviert.

1983 hat dessen Forschungsgruppe, der Sie auch angehört haben, jedem Mitglied des Bundestages einen Brief geschrieben [3], der vor einem Atomkrieg aufgrund von Computerfehlern warnt. Ausgerechnet in diesem Jahr, so wissen wir heute, kam es am 26. September durch einen Fehlalarm fast zu einem Atomkrieg [4].

Beinahe-Atomkrieg 1983: Wie fünf Sonnenreflexionen die Welt bedrohten

Das ist zwar der extremste Fall, aber keinesfalls der einzige, denn in einem Kapitel Ihres Buches listen Sie eine geradezu besorgniserregende Anzahl von Fehlalarmen auf. Ist KI da nicht eine dankbare Ergänzung für die menschliche Kontrolle, gerade um die Häufigkeit und Gefahr von Fehlalarmen zu reduzieren?

Porträt Bläsius
Karl Hans Bläsius

Karl Hans Bläsius: Als Ergänzung kann auch in solchen Situationen die KI hilfreich sein, aber die erforderliche Sicherheit wird hierbei trotzdem nicht erreicht.

Die Komplexität von möglichen Bedrohungssituationen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen und diese Komplexität wird weiter steigen.

Das liegt u.a. an einer zunehmenden Anzahl und Vielfalt an Objekten im Luftraum, wie z.B. Drohnen sowie an Verbesserungen in der Sensortechnik, sodass eine große Menge an Daten in kurzer Zeit zu verarbeiten ist.

Durch moderne Hyperschallraketen wird die verfügbare Zeit weiter sinken. Zudem wird auch die Weltraumbewaffnung in Frühwarnsysteme zur Erkennung nuklearer Angriffe reinspielen.

Aufgrund dieser Komplexität werden immer mehr Techniken der KI erforderlich sein, um gewisse Teilaufgaben automatisch zu lösen und Entscheidungsvorschläge zu liefern. Allerdings ist die Datengrundlage für solche Entscheidungen vage, unsicher und unvollständig, und deshalb können auch KI-Systeme nicht sicher entscheiden.

Bei dem Fehlalarm am 26. September 1983 wurden bestimmte Lichtsignale, die durch Wolkenspiegelungen der aufgehenden Sonne entstanden, als Raketenstart erkannt. Bei einer solchen Erkennung können Helligkeit, Ausdehnung, Farbspektrum und vieles mehr eine Rolle spielen. Dies sind vage Aspekte, die mal mehr, mal weniger stark zutreffen.

Zu einer solchen Erkennung können viele Kriterien beitragen, die jeweils mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu einem gewissen Grad gültig sind. Daraus kann dann mit bestimmten Formeln ein Gesamtwert berechnet werden, und wenn dieser eine gewisse Schwelle überschreitet, wird eine entsprechende Erkennung auf gültig gesetzt. Auf der Basis von solchen unsicheren Daten ist aber prinzipiell keine sichere Erkennung möglich.

Dieses Beispiel aus 1983 zeigt auch, dass das Risiko eines Atomkriegs auch von Zufällen abhängen kann. Bei diesem Vorfall wurden fünf angreifende Atomraketen gemeldet und der diensthabende Offizier Petrow hielt einen Angriff der USA mit nur fünf Raketen für unwahrscheinlich und entschied daher, dass es ein Fehlalarm sei.

Die Anzahl "fünf Raketen" ist aber rein zufällig entstanden, weil die Lichteffekte genau fünf mal eine gewisse Schwelle überschritten, was jeweils zu der Erkennung eines Raketenstarts führte.

Im gleichen Zeitraum hätte diese Schwelle aber auch gar nicht oder sogar hundertmal überschritten werden können. Wenn hundert angreifende Raketen gemeldet worden wären, hätte Petrow vermutlich anders handeln müssen.

Selbst wenn es gelingen sollte mit Hilfe von KI die Anzahl von Fehlalarmen zu reduzieren, wird damit die Sicherheit nicht zwangsläufig erhöht. Denn wenn solche Alarmmeldungen nur noch sehr selten auftreten, können sie nicht so ohne weiteres als Fehlalarm klassifiziert werden. Solche sehr seltenen Alarmmeldungen würden eher als echter Angriff interpretiert, was dann zu einem Atomkrieg aus Versehen führen könnte.

Cyberwaffen und Biowaffen: Die unsichtbare Rüstungsspirale im Verborgenen

▶ Sie schreiben in der Einleitung "Für die KI gibt es ein vielfältiges Anwendungspotenzial, und die meisten Anwendungen sind positiv und führen zu einer Verbesserung unserer Lebensqualität.

Es kann aber auch erhebliche Risiken unter anderem bei militärischen Anwendungen geben. Detaillierte Kenntnisse solcher Gefahren können eine wichtige Grundlage zur Risikoreduktion sein." Welche Gefahren jenseits möglicher Fehlalarme sehen Sie noch?

Karl Hans Bläsius: Bleiben wir zunächst bei militärischen Risiken. Die KI wird in zunehmendem Maße in alle Phasen der Kriegsführung hineinwirken. Entscheidungsprozesse können mit Hilfe von KI erheblich beschleunigt werden, und dies wird die Aufklärung, Planung und die Durchführung von Aktionen betreffen. Die Beschleunigung solcher Prozesse kann erhebliche militärische Vorteile bringen.

Allerdings ist mit Nutzung der KI die Erwartung verbunden, dass alles schneller und besser wird. Schneller können Entscheidungen getroffen werden, aber diese müssen nicht notwendig besser sein. Denn Entscheidungen fallen in unsicherem Kontext. Die zu verarbeitenden Informationen sind vage, unsicher und unvollständig.

Was oben bereits in Zusammenhang mit der Erkennung nuklearer Angriffe beschrieben ist, gilt analog auch für andere militärische Anwendungen. Dazu kommt auch, dass man es im Krieg mit einem Gegner zu tun hat, der versucht die Erkennung zu erschweren oder zu verhindern.

Tarnen und Täuschen waren schon immer wichtige Grundsätze beim Militär. Deshalb können auch KI-Systeme nicht sicher entscheiden, egal wie gut diese mal sein werden.

Große Unsicherheiten und Risiken können auch dadurch entstehen, dass es bei der KI um Software und Daten geht, wobei alles im Verborgenen entwickelt werden kann. Ähnliches gilt für Cyberwaffen. Man wird damit nie wissen, welche Fähigkeiten ein Gegner in den Bereichen KI und Cyberraum haben wird.

Selbst die eigenen Fähigkeiten werden nur teilweise bekannt sein, denn Cyberwaffen können nicht in realen Umgebungen getestet werden. Kräftevergleiche sind damit erschwert, und die Folge können Fehlkalkulationen und gravierende falsche oder ungünstige Handlungen sein.

In Zusammenhang mit KI können weitere Gefahren entstehen. So gibt es Hinweise, dass mit Hilfe von KI sehr wirksame Biowaffen hergestellt werden könnten. Außerdem besteht das Risiko, dass eine Superintelligenz mit unkalkulierbaren Folgen entsteht.

Die Gefahr von „Flash Wars“: Wenn Algorithmen die Eskalation übernehmen

▶ Sie schreiben: "Die zunehmende Verwendung von Systemen der Künstlichen Intelligenz bei militärischen Anwendungen verändert das Kriegsgeschehen grundlegend Tempo und Flexibilität von Entscheidungen steigen so sehr, dass sich diese zunehmend einer menschlichen Kontrolle entziehen."

In Anspielung auf die sogenannten flash crashs, also den extrem kurzen, aber massive Kurseinbrüchen im Hochfrequenzhandel, die oft auch im Nachhinein nicht erklärbar ist, sprechen Sie von der Gefahr des flash war. Können Sie das bitte näher erläutern?

Karl Hans Bläsius: Schnellere Entscheidungen können dazu führen, dass Menschen weniger Möglichkeiten haben, regulierend und mäßigend einzugreifen. Hierfür könnte schlicht die Zeit fehlen. Es könnten Eskalationsspiralen mit einer schnellen Folge von Angriffen und Gegenangriffen erfolgen, die möglicherweise von Menschen nur schwer gestoppt werden können.

Solche Risiken werden insbesondere in Zusammenhang mit autonomen Waffensystemen beschrieben, wobei teilweise der Begriff "flash war" verwendet wird, wie zum Beispiel in einem Bericht von 2020 des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag mit dem Titel "Autonome Waffensysteme [5]".

Im Internet ist ein solcher flash war vielleicht noch wahrscheinlicher. Systeme der generativen KI können nicht nur Text, Bilder und Videos erzeugen, sondern auch programmieren und für Cyberangriffe eingesetzt werden.

Anfragen an solche Systeme müssen nicht von Menschen kommen, sondern könnten auch von anderen Programmen, also Bots, initiiert werden. So könnten auch verschiedene Systeme der generativen KI miteinander kommunizieren, und falls diese Cyberangriffsfähigkeiten haben, auch im Wechsel Cyberangriffe durchführen.

Für Cyberwaffen gibt es den Aspekt "Pulver verschossen" nicht, diese können in sehr kurzer Zeit sehr oft und an verschiedenen Stellen eingesetzt werden. Wenn solche Aktionen von verschieden Systemen ausgehen und eventuell gegeneinander gerichtet sind, könnte man dies als "flash war im Internet" bezeichnen.

Einsatz in der Ukraine: Wenn autonome Drohnen ohne Funkkontakt töten

▶ Inwiefern kann die grundsätzliche Festlegung, dass immer der Mensch die letzte Entscheidung behält, das Risiko, das durch die KI entstehen kann, deutlich mindern, oder haben Sie die Sorge, dass der massive Einsatz der KI im Militär zu einem Deskilling führt, so dass der Mensch paradoxerweise selber schlechter entscheidet [6], wenn er eine Aussage der KI kontrollieren soll, als wenn er unabhängig von der KI seine Entscheidung treffen kann.

Karl Hans Bläsius: Es wird zwar immer darüber gesprochen, dass eine Tötungsentscheidung nicht einer Maschine überlassen werden darf, sondern dass die letzte Entscheidung bei einem Menschen liegen muss, der auch dafür zur Verantwortung gezogen werden kann. Die Realität sieht leider anders aus.

Wie jetzt bekannt wurde, wurden im Ukraine-Krieg bereits vor zwei Jahren Soldaten durch den Einsatz von autonomen Drohnen getötet, wobei in der Endphase des Fluges keine Verbindung zu den Drohnen bestand und diese selbstständig den Weg zu einem Ziel suchten und dieses angriffen.

Eine grundsätzliche weltweit verbindliche Festlegung, dass immer der Mensch die letzte Entscheidung behalten muss, müsste verknüpft sein mit Vorkehrungen, die gewährleisten, dass dem Menschen auch genügend Zeit zur Entscheidungsfindung, beziehungsweise Überprüfung von KI-Entscheidungen bleibt.

In vielen Situationen mit automatischen Entscheidungen ist es ausreichend das Ergebnis solcher Entscheidungen durch einen Menschen zu bewerten, um festzustellen, ob es plausibel und sinnvoll ist.

In solchen Fällen können Risiken durch menschliche Kontrolle sinken. Falls zur Bewertung einer automatischen Entscheidung auch der Lösungsweg betrachtet werden müsste, würde die Zeit für eine angemessene Prüfung in der Regel nicht reichen.

In diesen Fällen würde auch der Aspekt "Deskilling" besonders greifen, denn wenn man immer mehr Aufgaben einer Maschine überlässt, werden die eigenen Fähigkeiten für solche Problemlösungen und damit auch für die Bewertung von Lösungswegen zurückgehen.

Morgen erscheint der zweite Teil des Interviews

Buchcover

Karl Hans Bläsius: Künstliche Intelligenz und Krieg: Welche Risiken entstehen, wenn der Mensch die Kontrolle verliert? [7]

ISBN: 978-3662725252, 276 Seiten, 24,99 Euro


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Links in diesem Artikel:

  1. https://atomkrieg-aus-versehen.de/
  2. https://ki-folgen.de/
  3. https://www.fwes.info/Brief-MdBs-1983.pdf
  4. https://www.telepolis.de/article/Der-einsame-Tod-des-Mannes-der-die-Welt-gerettet-hat-7096489.html
  5. https://dserver.bundestag.de/btd/19/236/1923672.pdf
  6. https://www.telepolis.de/article/KI-Vertrauen-in-den-Menschen-oder-ein-gefaehrlicher-Irrglaube-10282781.html
  7. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-72526-9

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Sichere API-Zugriffe für Agenten mit Postman Passport

Von Heise — 24. Juni 2026 um 15:04
Zugangskontrolle zur API mit Zertifikat

(Bild: Wolf Hosbach / heise medien / KI)

Mit Passport führt Postman ein sicheres Zugangssystem für APIs ein, das nicht mehr auf Credentials, sondern auf Access Control basiert.

Postman, Hersteller des gleichnamigen API-Entwicklungs-Tools, führt mit Passport ein sicheres Zugangssystem für APIs ein. Es basiert nicht mehr auf Zugangsschlüsseln (API-Keys, Credentials), die jeder verwenden kann, der sie besitzt – also auch Einbrecher. Sondern es führt eine Zugangskontrolle mit individuellen Zertifikaten ein.

API-Nutzer sind dabei kryptografisch eindeutig identifiziert und bekommen Zugänge von Postman granular und kontrolliert freigeschaltet. Der private Schlüssel verbleibt jeweils beim Nutzer, sodass niemand anderes die zugehörigen Zugangsschlüssel verwenden kann. Die Zugangsprüfung findet in einem speziellen Postman-Proxy innerhalb des Kundennetzwerks statt.

Infografik zur Funktionsweise
Infografik zur Funktionsweise

Privater Schlüssel und der Zugangs-Proxy verbleiben in der Umgebung des API-Nutzers.

(Bild: Postman)

Postman prüft das Zertifikat des Kunden und erteilt dauerhaften oder temporären Zugang zu API-Endpunkten. Agenten können Zugänge an Unteragenten weitergeben, aber nur kurzzeitig im zertifizierten Bereich. Unternehmensweite Access Points lassen sich ebenfalls in das System integrieren.

Ein Zugriff am Proxy vorbei ist nicht möglich. Über die Zertifikate lassen sich auch feingranulare Zugriffsmodelle auf Endpunkte umsetzen.

Immer mehr API-Aufrufe durch Agenten

Postman reagiert damit auf die zunehmende und unkontrollierte Verbreitung von API-Credentials, die oft nur in Profilen, Textdateien oder YAML-Konfigurationen vorliegen und von Entwicklern im Alltag oft schnell hin- und herkopiert werden, gerne auch über Git, MS Teams oder Slack. Während eines Einsatzes findet sich ein Schlüssel laut Postman [1] an acht Plätzen in einem Rechner und wird so zur leichten Beute für Angreifer.

Der zunehmende Einsatz von KI-Agenten im Entwicklungszyklus von Software erhöht diese Risiken noch, da Agenten selbsttätig mit den Schlüsseln umgehen und diese eventuell in der Infrastruktur oder an Unteragenten weitergeben.

Das neue System von Postman erhöht durch den Proxy zwar den Aufwand im Unternehmen, löst aber eine Reihe von Sicherheitsproblemen.


URL dieses Artikels:
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Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.postman.com/postman-passport-secure-api-access-for-the-agentic-era/
  2. mailto:who@ix.de

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KI-Coding-Tools: Geschwindigkeit ohne Kontrolle als Risiko

Von Heise — 24. Juni 2026 um 14:25
Symbolbild: KI-generierte Inhalte und die (Sicherheits-)Prüfung durch den Menschen.

(Bild: Manuel Masiero / KI / iX)

Der GitLab AI Accountability Report zeigt: Der Einsatz von KI macht das Coding schneller, aber ohne Kontrolle entstehen neue Risiken und technische Schulden.

Für die meisten Unternehmen zahlt sich der Einsatz von KI‑Coding‑Tools stärker aus als erwartet. Das hohe Tempo agentischer Softwareentwicklung wirft aber die Frage auf, inwieweit Teams noch kontrollieren können, was sie an Code ausliefern. Zu diesen Ergebnissen kommt der AI Accountability Report von GitLab.

Im Unternehmensumfeld ist KI-gestützte Softwareentwicklung längst Standard. Laut dem GitLab-Report [1] haben 91 Prozent der DevSecOps‑Befragten mindestens zwei Coding-Tools im Einsatz, 54 Prozent drei oder mehr. Dabei berichten 60 Prozent von einer höheren Investmentrendite als ursprünglich erwartet, 78 Prozent von schnellerem Code-Output und 73 Prozent sagen, dass sich die Codequalität verbessert habe.

Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.
Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Die beiden Bereiche Compliance & Audits sowie Sicherheit profitieren laut Umfrage am wenigsten von KI.

(Bild: GitLab)

Die Umfrage-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer wenden lediglich 16 Prozent ihrer Arbeitszeit dafür auf, neuen Code zu schreiben. Eine deutliche Mehrheit von 85 Prozent sagt, dass sich der Fokus stattdessen auf Review und Validierung von KI-Output verschoben hat. Dort trägt KI allerdings am wenigsten dazu bei, die Geschwindigkeit oder Effizienz zu steigern.

Das KI-Produktivitäts-Paradoxon spüren deshalb 79 Prozent der Befragten: Die individuelle Produktivität hat nach ihrem Empfinden zugenommen, die Geschwindigkeit des Software‑Lieferprozesses als Ganzes hingegen kaum.

Governance wichtiger als Geschwindigkeit

GitLab macht AI Accountability, sinngemäß die Verantwortung eines Unternehmens im Umgang mit KI, an der Fähigkeit fest, drei Fragen beantworten zu können: Woher kommt der KI-generierte Code, wofür war er gedacht und wer ist dafür verantwortlich, sobald er Produktionsstatus erreicht hat?

Laut GitLab haben die meisten Unternehmen keine Antworten darauf. „Die Ereignisse der letzten Monate, die von Lieferketten-Angriffen [2] über Zuverlässigkeitsprobleme bis hin zu strengeren behördlichen Auflagen hinsichtlich Nachverfolgbarkeit und Herkunft von KI reichen, zeigen, dass Geschwindigkeit ohne Kontrolle kein Vorteil, sondern ein Risiko ist“, so Manav Khurana, Chief Product and Marketing Officer von GitLab.

Im Report äußern 73 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Bedenken hinsichtlich der langfristigen Wartbarkeit von KI-generiertem Code; 80 Prozent meinen, dass ihr Unternehmen die KI-Werkzeuge schneller eingeführt hat, als Richtlinien zu deren Steuerung entwickelt wurden. Zudem birgt KI-generierter Code für 82 Prozent das Risiko, dass neue technische Schulden entstehen, auf die ihr Unternehmen noch nicht vorbereitet ist.

Besserung ist jedoch in Sicht: So wollen 91 Prozent der Teilnehmenden in den nächsten 12 Monaten Tools für KI-Code-Governance anschaffen. Ein Budget dafür haben 98 Prozent entweder bereits vorliegen oder zumindest eingeplant.

Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.
Screenshot aus dem GitLab AI Accountability-Report.

Wurde das Softwareproblem von KI-generiertem Code mitverursacht? 34 Prozent der Befragten konnten das im konkreten Fall nicht beantworten.

(Bild: GitLab)

Mensch oder Maschine: Wer hat’s geschrieben?

Bereits jetzt sind 87 Prozent der Befragten zuversichtlich, dass sie innerhalb von 24 Stunden feststellen könnten, ob KI-Code ein Produktionsproblem mitverschuldet hat. Allerdings waren 34 Prozent der Unternehmen genau dazu nicht in der Lage, als es zu einem solchen Vorfall kam. Als größte Hürden für Kontrolle und Nachverfolgbarkeit nennen 43 Prozent die Schwierigkeit, KI-generierten Code von manuell geschriebenem Code zu unterscheiden. Auf Platz zwei und drei folgen fragmentierte Toolchains (40 %) und Systeme, die die Code-Herkunft nicht erfassen (39 %).

Für den AI Accountability Report befragte GitLab im Februar 2026 insgesamt 1528 Personen, die sich zu etwa gleichen Anteilen aus sechs Ländern rekrutieren: USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Japan und Australien. Davon ordnen sich 43 Prozent dem Bereich IT Operations zu, 37 Prozent zu IT-Security und 20 Prozent zum Bereich Softwareentwicklung. Die vollständige Umfrage steht auf der GitLab-Webseite [3] gegen Registrierung kostenlos zum Download bereit.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11342894

Links in diesem Artikel:

  1. https://ir.gitlab.com/news/news-details/2026/GitLab-Research-Reveals-Organizations-Are-Generating-AI-Code-Faster-Than-They-Can-Control-It/default.aspx
  2. https://www.heise.de/news/CISA-warnt-vor-Malware-durch-Supply-Chain-Attacken-11309253.html
  3. https://about.gitlab.com/resources/ai-accountability-survey-2026/
  4. mailto:manuel.masiero@heise.de

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Minimus stellt tausende CVE-freie Container-Images kostenlos bereit

Von Heise — 24. Juni 2026 um 12:46
Miniaturisierter Globus und Container mit Paketen auf einer Computertastatur

(Bild: cybrain / Shutterstock.com)

Entwickler erhalten uneingeschränkten Zugriff auf tausende nahezu CVE-freie Images aus dem Minimus-Katalog distroloser, gehärteter Container-Images.

Das auf Containersicherheit spezialisierte Unternehmen Minimus stellt den kompletten Katalog seiner gehärteten Container-Images ohne Registrierung für alle Softwareentwickler frei zur Verfügung. Im Rahmen der Community Edition liegen tausende distrolose Images bereit, die nahezu frei von bekannten CVEs sein sollen – darunter Images für Anwendungen wie nginx, Python, PostgreSQL, Elasticsearch, RabbitMQ, Argo CD und cert-manager. Für den Zugriff auf die Image-Gallery-Bibliothek sind laut Minimus weder ein Login noch Budgetfreigaben erforderlich, auch auf Download-Limits verzichtet der Anbieter.

Wie Minimus in seiner Ankündigung [1] erläutert, reagiert das Unternehmen damit auf eine dramatisch wachsende Zahl entdeckter Schwachstellen. CEO Ben Bernstein verweist in diesem Zusammenhang auf KI-Modelle und -Programme von Anthropic: „Modelle wie Mythos und (das Projekt) Glasswing [2] haben den Umfang und das Tempo der Schwachstellenentdeckung erheblich gesteigert, während die Fähigkeiten zur Behebung nicht Schritt halten“, so Bernstein. Tatsächlich belegen Analysen, etwa von VulnCheck, massiv gestiegene CVE-Volumina unter anderem bei GitHub-Projekten, teils getrieben durch KI-gestützte Discovery. Für DevSecOps-Teams bedeutet das: Klassische „Alles patchen“-Strategien stoßen an ihre Grenzen. Stattdessen rücken risikobasierte Priorisierung – etwa entlang der CISA-KEV-Liste oder bekannter Exploits – und der Einsatz minimaler Baselines in den Vordergrund.

Distrolos, gehärtet und als Drop-in-Ersatz konzipiert

Die Minimus-Images [5] werden laut Anbieter kontinuierlich aus Upstream-Quellcode auf einer distrolosen Basis neu gebaut, gescannt und gehärtet. Sie enthalten ausschließlich die Komponenten, die eine Anwendung zur Laufzeit tatsächlich benötigt – Shells, Paketmanager und Debug-Tools fehlen bewusst. Minimus gibt an, dass die Images oft bis zu 95 Prozent kleiner als herkömmliche Standard-Images seien und als API-kompatible Drop-in-Replacements dienen sollen. Im einfachsten Fall genüge die Änderung einer einzigen Zeile im Dockerfile.

Wie praxistauglich distrolose Ansätze in produktiven Kubernetes-Umgebungen sind, beleuchtet ein mehrteiliger Artikel zu minimalen und sicheren Docker-Images [6] sowie zum Selbstbauen sicherer Container-Images [7]. Der Kernbefund: Funktional können solche Images klassische „Full-Fat“-Varianten in vielen Fällen ersetzen, sofern Debugging-Workflows auf Kubernetes-Bordmittel wie Ephemeral Containers umgestellt werden. Gerade für regulierte Branchen in Deutschland – etwa Finanzwesen, Gesundheitssektor oder KRITIS-Betreiber – kann der Wegfall unnötiger Angriffsfläche ein erheblicher Vorteil sein.

Compliance-Fokus: FIPS, CIS, NIST und STIG

Minimus wirbt damit, dass sämtliche Images die Anforderungen nach FIPS, CIS, NIST und STIG erfüllen. FIPS zielt dabei auf die Validierung kryptografischer Module, NIST liefert mit Publikationen wie SP 800-190 konkrete Leitlinien für Container-Sicherheit, CIS stellt Härtungs-Benchmarks bereit und STIG definiert detaillierte Konfigurationsvorgaben des US-Verteidigungsministeriums. Für Compliance- und Datenschutzbeauftragte in der DACH-Region vereinfacht das potenziell Audits erheblich – insbesondere wenn Nachweise sicherer Konfigurationen, SBOM-Dokumentation und Provenance-Attestierungen gefordert sind, wie sie etwa ISO 27001 oder BSI-Grundschutz verlangen. Minimus stellt nach eigenen Angaben signierte SBOMs und kryptografische Signaturen für jedes Build bereit und nennt als Ziel SLSA Level 3, was reproduzierbare Builds mit gesicherten CI/CD-Pipelines impliziert.

Dass gehärtete Container-Images zunehmend zum wettbewerbsentscheidenden Thema werden, zeigte bereits zum vergangenen Jahreswechsel die Entscheidung von Docker Inc., seine Hardened Images kostenlos anzubieten [8]. Gleichzeitig verdeutlichen Befunde wie die Entdeckung von geheimen Zugangsdaten in über 10.000 Docker-Hub-Images [9], wie groß der Handlungsbedarf bei Container-Sicherheit bleibt.

Enterprise Edition mit SLAs und KI-Integrationen

Neben der kostenlosen Community Edition bietet Minimus eine Enterprise Edition mit vertraglich zugesicherten Remediation-SLAs: 24 Stunden für kritische und hohe CVEs auf der CISA-KEV-Liste, 48 Stunden für alle übrigen kritischen und hohen Schwachstellen. Enterprise-Kunden erhalten zudem einen Image Creator für kundenspezifische Images, Enterprise-SSO, rollenbasierte Zugriffskontrolle sowie die Möglichkeit, Images in bestehende Registries – auch in Air-Gap-Umgebungen – zu synchronisieren.

Entwicklerinnen und Entwicklern stellt Minimus darüber hinaus das CLI-Tool minicli bereit, das als „agent-ready“ beschrieben wird. Es soll sich in Workflows mit KI-Assistenten wie Claude, Codex oder Cursor einbinden lassen, um Migrationen auf gehärtete Images zu automatisieren. Minimus wurde 2022 von Ben Bernstein, Dima Stopel und John Morello gegründet – alle drei waren bei Twistlock tätig; John Morello war zudem Mitautor des NIST-Dokuments SP 800-190 zur Container-Sicherheit.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.prnewswire.com/news-releases/minimus-opens-entire-catalog-of-secure-container-images-in-wake-of-rising-ai-threats-302807375.html
  2. https://www.heise.de/news/Absicherung-von-Software-Anthropic-oeffnet-Project-Glasswing-fuer-Europa-11316440.html
  3. https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  4. https://clc-conference.eu/tickets_weiche.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  5. https://www.minimus.io
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Docker-Image-Security-Teil-2-Minimale-und-sichere-Docker-Images-10631065.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Docker-Image-Security-Teil-3-Minimale-sichere-Container-Images-selbst-bauen-10964627.html
  8. https://www.heise.de/news/Docker-Inc-macht-gehaertete-Abbilder-kostenlos-verfuegbar-11118764.html
  9. https://www.heise.de/news/Mehr-als-10-000-Docker-Hub-Images-enthalten-geheime-Zugangsdaten-11113346.html
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Canyon V2X-Technik: E-Bikes kommunizieren mit Autos und Infrastruktur

Von Heise — 23. Juni 2026 um 20:37

Canyon hat mit dem Roadlite:ON V2X ein Konzept-E-Bike vorgestellt, das Fahrzeug-zu-X-Kommunikation aus der Automobilbranche auf Fahrräder überträgt.

Der Koblenzer Fahrradhersteller Canyon will die aus der Automobilbranche bekannte Vehicle-to-Everything-Kommunikation (V2X) auf Fahrräder bringen. Auf der Eurobike 2026 in Frankfurt präsentiert das Unternehmen mit dem Roadlite:ON V2X ein Konzept-E-Bike, das direkt mit Autos und vernetzter Verkehrsinfrastruktur kommunizieren kann. Technisch bemerkenswert ist dabei vor allem der Versuch, etablierte Car2X-Standards der Automobilindustrie in ein seriennahes Fahrradsystem zu integrieren.

V2X steht für Kommunikation zwischen Fahrzeugen und was-auch-immer, also beispielsweise von Fahrzeugen unter einander, zwischen Fahrzeugen und Straßeninfrastruktur, zwischen Fahrzeugen und Fußgängern oder Radfahrern, etc. Die EU-Kommission bevorzugt den Begriff Cooperative Intelligent Transport Systems (C-ITS) [1]. Während moderne Fahrzeuge zunehmend Daten über Position, Geschwindigkeit oder Gefahrenlagen austauschen, bleiben Fahrräder dabei bislang außen vor. Canyon sieht darin eine Lücke im Sicherheitskonzept zukünftiger Verkehrssysteme und hat gemeinsam mit Partnern aus der Automobilbranche einen Prototypen entwickelt.

Zwischen Fahrrad und Auto

Kernstück des Systems ist ein am Unterrohr montiertes V2X-Nano-Board des Unternehmens Nfiniity. Ergänzen ist im Steuerohr eine kombinierte V2X- und GPS-Antenne verbaut. Die Hardware sendet kontinuierlich Positions- und Bewegungsdaten des Fahrrads an andere Verkehrsteilnehmer sowie an kompatible Infrastruktur.

Laut Canyon wurde die Lösung mit Unterstützung der Volkswagen Group erprobt. Für die Entwicklung und Validierung kam unter anderem die Car2X-Testumgebung CANoe.Car2x von Vector zum Einsatz, die in der Automobilbranche zu Simulation und Analyse von V2X-Kommunikation verwendet wird. In Deutschland gehört Car2X beispielsweise beim Volkswagen ID.7 zur Serienausstattung und ist als Option für den Golf sowie weiteren elektrischen Modellen erhältlich.

Die Idee dahinter: Vernetzte Autos sollen Radfahrende auch dann erkennen können, wenn diese durch Gebäude, parkende Fahrzeuge oder andere Hindernisse verdeckt sind. Nähert sich beispielsweise ein Auto einer unübersichtlichen Kreuzung, kann das Fahrzeug bereits vor dem Sichtkontakt über die Anwesenheit des Fahrrads informiert werden.

Warnungen in beide Richtungen

Die Kommunikation funktioniert nicht nur in Richtung Auto. Erkennt das System ein potenziell kollisionsrelevantes Fahrzeug, erhält auch die Radfahrerin oder der Radfahrer eine Warnung. Die Warnung erfolgt laut Canyon über eine haptische Rückmeldung im Lenkergriff. Zusätzlich können visuelle Hinweise auf einem verbundenen Smartphone, einer Smartwatch oder einem Fahrradcomputer angezeigt werden.

Schwarzes Kästchen an weißem Fahrradrahmen
Schwarzes Kästchen an weißem Fahrradrahmen

Konnektivitätsmodul im Rahmen

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Für den Einsatz im Fahrrad stellt insbesondere die Miniaturisierung der Komponenten eine Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Autos stehen deutlich weniger Bauraum und Energiereserven zur Verfügung. Canyon zufolge mussten sowohl die Funktechnik als auch die Positionierungssysteme so kompakt ausgelegt werden, dass sie sich in einen Fahrradrahmen integrieren lassen.

Anbindung an intelligente Infrastruktur

Das Konzept geht über die Kommunikation zwischen Auto und Fahrrad hinaus. Das Roadlite:ON V2X soll auch mit vernetzter Verkehrsinfrastruktur kommunizieren können. Als Beispiel nennt Canyon Ampelanlagen, die Radfahrenden eine sogenannte grüne Welle ermöglichen sollen.

Derartige Infrastrukturprojekte werden bereits in mehreren europäischen Städten erprobt, unter anderem in Darmstadt in Deutschland, Spanien und den Niederlanden. Voraussetzung ist allerdings, dass die verwendeten Kommunikationsstandards zwischen Fahrzeugen, Fahrrädern und Infrastruktur interoperabel bleiben.

Canyon Roadlite:ON V2X mit neuem Bosch-Motor

Als technische Basis dient ein Roadlite:ON-E-Bike mit Carbonrahmen, Riemenantrieb und dem neuen Bosch-Nabenmotor Hub Line [2]. Der Bosch-Akku übernimmt dabei nicht nur die Versorgung des Antriebssystems, sondern speist auch die Kommunikationshardware. Nach Angaben von Canyon bleibt genügend Energiereserve für die V2X-Funktionen verfügbar, selbst wenn die Motorunterstützung aufgrund eines niedrigen Ladezustands bereits eingeschränkt wird.

Smarter Fahrradhelm mit Display

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Zusätzlich integriert das Konzept weitere Assistenzsysteme. Dazu gehören ein dynamisches Bremslicht sowie ein Radarsystem, das den Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern überwacht und Informationen über Fahrmanöver bereitstellen soll.

Henne-Ei-Problem bei der Einführung

Die technische Grundlage für eine breitere Einführung existiert bereits. Nach Angaben von Canyon sind in Europa inzwischen mehrere Millionen V2X-fähige Fahrzeuge unterwegs, in Deutschland sollen es alleine mehr als zwei Millionen VW-Fahrzeuge sein. Allerdings entfaltet die Technik ihren Nutzen abhängig von der Zahl teilnehmender Verkehrsteilnehmer.

Genau darin liegt derzeit die größte Herausforderung. Solange nur wenige Fahrräder und Autos entsprechende Funktechnik besitzen, haben Hersteller kaum Anreiz, spezielle Schutzfunktionen für Radfahrende zu priorisieren. Canyon versteht das Roadlite:ON V2X daher ausdrücklich als Technikdemonstrator und als Einladung an weitere Fahrradhersteller, kompatible Systeme zu entwickeln.

Ob und wann die V2X-Technik den Weg in Serienfahrräder findet, ließ das Unternehmen offen. Denkbar ist ein Markteinstieg im kommenden Jahr, denn im Prinzip ist das System serienreif, wie Canyon im Gespräch mit heise auf der Eurobike betont hat. Die präsentierte Hardware basiert auf seriennahen Komponenten und soll zeigen, dass eine Integration der Technik in Alltagsfahrräder technisch möglich ist.

Weißes Fahrrad mit Sportlenker von schräg vorne, dahinter sitzt auf einer Büste ein weißer Helm
Weißes Fahrrad mit Sportlenker von schräg vorne, dahinter sitzt auf einer Büste ein weißer Helm

Canyon Predict

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Canyon Predict mit lokaler KI, Kameras und Radar

Mit dem Predict-Bike, einem weiteren Konzept, verfolgt Canyon einen anderen Ansatz als beim Roadlite:ON V2X. Predict kombiniert Kameras, Radar, Bewegungssensoren und eine lokal arbeitende, selbst entwickelte KI, die kontinuierlich die Umgebung des Fahrrads analysiert. Die Software soll potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen, das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer bewerten und Warnungen über ein integriertes Display, haptische Signale am Lenker oder einen vernetzten Smart-Helm ausgeben. Anders als klassische Assistenzsysteme beschränkt sich Predict nicht auf die Erkennung einzelner Objekte, sondern soll aus den Sensordaten ein umfassendes Situationsmodell erzeugen und Risiken vorhersagen. Dazu können auch etwa Neigung des Rades und Lenkeinschlag zählen, um zu bewerten, wohin man das Rad derzeit steuert.

Das System im Roadlite:ON V2X setzt dagegen mit der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation nicht auf Vorhersagen, sondern Erkennung der aktuellen Situation im Verkehr. Mittels Funk lassen sich auch Gefahren erkennen, die von den bordeigenen Sensoren nicht erfasst werden können, etwa Fahrzeuge hinter Gebäuden, an verdeckten Einmündungen oder außerhalb der Sichtlinie von Kamera und Radar.

Detailaufnahme der Sensoreinheit am vorderen Ende des Rahmens, Aufschrift "Cognitive Core Road Safety Assistant"
Detailaufnahme der Sensoreinheit am vorderen Ende des Rahmens, Aufschrift "Cognitive Core Road Safety Assistant"

Radar- und Kameraeinheit des Canyon Predict

(Bild: Steffen Herget / heise medien)

Nach Angaben von Canyon sind beide Systeme nicht als konkurrierende Lösungen gedacht, sondern können als Ganzes oder in Teilen in einem einzigen Fahrrad zusammengeführt werden. Auch der vernetzte Helm mit kleinem Display und motorisiertem Visier samt Reinigungsfunktion kann separat verwendet werden. Ein Fahrrad, das Predict und V2X kombiniert, könnte sowohl sehen, was um es herum passiert, als auch erfahren, was hinter der nächsten Häuserecke oder an der kommenden Kreuzung geschieht. Die Kombination aus Edge-KI und V2X-Kommunikation gilt bei Canyon daher als langfristige Vision für eine neue Generation vernetzter Fahrrad-Sicherheitsassistenten.


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  1. https://www.heise.de/news/EU-Kommission-setzt-Rahmen-fuer-vernetzte-Autos-und-Strassen-4338047.html
  2. https://www.heise.de/news/Hub-Line-Boschs-erster-Nabenmotor-fuer-leichte-E-Bikes-11336098.html
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Präzedenzfall Garfield AI: Wie ein Algorithmus das Gericht erobert

Von Telepolis — 23. Juni 2026 um 16:35
Nahaufnahme einer Hand mit Richterhammer im Gerichtssaal als Symbol für das Urteil im Prozess um Garfield AI

Historisches Urteil am Wandsworth County Court: Erstmals setzte sich eine Klägerin mithilfe der KI-Kanzlei Garfield AI vor einem britischen Gericht durch.

(Bild: Studio Romantic / Shutterstock.com)

Für nur 400 Pfund setzte sich Tamires Camal Taquidir mit Garfield AI gegen die klassisch vertretene Gegenseite durch und erstritt 7.000 Pfund.

Tamires Camal Taquidir hat in gewisser Weise Geschichte geschrieben: Die freiberufliche Personalberaterin wollte ein unbezahltes Honorar einklagen und engagierte dafür die KI-gestützte Kanzlei Garfield AI. Vor Gericht hatte Taquidir Erfolg – und damit gewann eine KI-Kanzlei erstmals vor Gericht.

Konkret ging es in dem Fall um 7.000 Pfund, die Taquidir von einem Betrieb im Gastgewerbe für ihre Dienste forderte. In Großbritannien fallen solche Summen im Justizsystem unter die Bagatellgrenze für Kleinforderungen (Small Claims). Doch statt sie abzuschreiben oder eine teure Kanzlei zu beauftragen, nutzte sie Garfield AI [1] – die weltweit erste KI-gestützte Kanzlei, die von der britischen Solicitors Regulation Authority (SRA) reguliert wird.

Wie The Guardian über den Fall berichtet [2], gewann Taquidir den Prozess nach dreistündiger Verhandlung am Wandsworth County Court (14. Mai 2026). Das Gericht sprach ihr die volle Summe zu und wies die Widerklage des Beklagten ab.

Die Gegenseite hatte sowohl einen Solicitor als auch einen Barrister beauftragt – das klassische, kostspielige Doppel des englischen Rechtssystems. Taquidir zahlte rund 400 Pfund an Garfield AI.

Der KI-Dienst übernahm die gesamte Vorarbeit: vorgerichtliche Korrespondenz, Klageeinreichung, Erstellung von vier Zeugenaussagen und das vollständige Dokumentenpaket für die Verhandlung.

Erst kurz vor dem Termin beauftragte die Plattform den Barrister Dominic Li von One Essex Court für die mündliche Vertretung.

KI liefert Papierarbeit, Mensch übernimmt im Saal

Li beschrieb den Fall [3] gegenüber ComputerWeekly als "hart umkämpften Bagatellprozess", bei dem es um eine mündliche Vereinbarung ging.

Die KI-Vorbereitung habe dafür gesorgt, dass der Fall "klar und effizient" dargestellt wurde. Zugleich betonte er aber, dass "die Vertretung vor Gericht nach wie vor unverzichtbar und eine grundlegend menschliche Aufgabe blieb".

Genau diese Arbeitsteilung – KI für strukturierte Dokumentenarbeit, Mensch für die mündliche Verhandlung – bildet den Kern des Garfield-Modells.

Daniel Long, CTO und Mitgründer von Garfield AI, sagte laut der Pressemitteilung des Unternehmens [4]:

"Es geht nicht um Spielereien oder darum, Anwälte zu ersetzen. Es geht darum, Menschen und Unternehmen die Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihre Rechte durchzusetzen, wenn der traditionelle Weg zu langsam, zu kostspielig oder zu komplex wäre."

Seit der SRA-Zulassung im Mai 2025 wurden über die Plattform bereits mehr als 600 Forderungen eingereicht und über 500.000 Pfund zurückgeholt.

Zwischen Praxiserfolg und KI-Halluzinationen

Mark Lewis von der Kanzlei Stephenson Harwood ordnete den Erfolg gegenüber ComputerWeekly nüchtern ein: Der Fall sei ein "wertvoller Anwendungsfall" gerade bei Bagatellforderungen, bei denen Rechtskosten den Zugang zur Justiz blockierten.

Bei komplexeren Verfahren müsse man aber "abwarten und sehen", inwieweit KI höherwertige juristische Arbeit ersetzen könne.

Dass unkontrollierter KI-Einsatz vor Gericht auch spektakulär scheitern kann, zeigt die Kehrseite: Im Mai 2026 meldete sich die internationale Großkanzlei Pinsent Masons laut The Guardian selbst bei der SRA, nachdem ihr internes KI-System zweimal fehlerhafte Angaben in Schriftsätze eingespeist hatte.

Noch drastischer verlief ein Fall in den USA, wo eine Bundesrichterin das Verfahren abbrach, weil beide Seiten insgesamt sechs von KI erfundene Urteile eingereicht hatten [5], von denen keines in irgendeiner Datenbank zu finden war.

Britische Aufsicht setzt auf kontrollierte Öffnung

Die SRA verfolgt bewusst eine andere Strategie als Abschottung. Bereits bei der Zulassung hatte SRA-Chef Paul Philip laut ComputerWeekly erklärt, KI-gestützte Dienste könnten "bessere, schnellere und erschwinglichere Rechtsdienstleistungen" ermöglichen.

Garfield AI nutzt diesen Spielraum: Die Plattform bietet Schnittstellen zu Buchhaltungssystemen wie Xero, Sage und QuickBooks, prüft automatisch Bonität und Insolvenzstatus über das Companies House und deckt Forderungen zwischen 30 und 10.000 Pfund ab.

Dass KI in juristischen Aufgaben grundsätzlich leistungsfähig ist, untermauert auch eine aktuelle Stanford-Studie: In fast 3.000 Blindvergleichen bevorzugten Rechtsprofessoren KI-generierte Antworten in 75 Prozent der Fälle gegenüber denen ihrer Kollegen [6].

Die Frage verschiebt sich damit von "Kann KI Jura?" hin zu "Unter welchen Bedingungen darf sie es?"

Taquidir selbst bringt es pragmatischer auf den Punkt: "Mir wurde Geld für geleistete Arbeit geschuldet", sagte sie laut Garfield. "Als die Widerklage kam, sollte mich das einschüchtern. Aber ich wusste, dass ich auf zugängliche und kompetente Unterstützung zählen konnte."


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.garfield.law/
  2. https://www.theguardian.com/technology/2026/jun/22/artificial-intelligence-law-firm-wins-court-case-in-england-for-first-time
  3. https://www.computerweekly.com/news/366644941/Artificial-intelligence-based-law-firm-wins-in-court
  4. https://www.garfield.law/press/garfield-ai-wins-first-court-trial-with-regulated-ai-lawyer
  5. https://www.heise.de/tp/article/US-Gericht-Richterin-bricht-Verfahren-wegen-erfundener-KI-Urteile-ab-11336170.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/KI-schlaegt-Jura-Professoren-und-die-merken-es-nicht-mal-11317469.html

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Reformen auf Kuba: Private Banken gegen den Kollaps

Von Telepolis — 23. Juni 2026 um 14:00
Verkäufer mit Gemüse und Obst auf einer Straße

Vorbild sind China und Vietnam: Kuba hat eine tiefgreifende Reform seines sozialistischen Wirtschaftsmodells in die Wege geleitet

(Bild: Lesinka372/Shutterstock.com)

Um den wirtschaftlichen Zusammenbruch abzuwenden, reformiert Havanna sein Wirtschaftsmodell und lässt erstmals privates Kapital im Finanzsektor zu.

Mit ungewöhnlicher Geschwindigkeit hat Kuba vergangene Woche ein umfassendes Wirtschaftsreformpaket durch seine Institutionen gebracht. Am Mittwoch billigte das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei (PCC) die Maßnahmen in einer außerordentlichen Sitzung, am Donnerstag stimmte die Nationalversammlung einstimmig zu – nur wenige Tage nach der ersten öffentlichen Ankündigung. Das Tempo allein signalisiert, wie ernst die Lage ist.

Die Volkswirtschaft ist seit 2019 um rund zwölf Prozent eingebrochen; für das laufende Jahr wird mit einer Fortsetzung der Rezession gerechnet, nachdem die USA im Januar eine Energieblockade verhängten und ihre Sanktionen maximal verschärft haben. Die humanitäre Lage auf der Insel verschlechtere sich zunehmend als direkte Folge der US-Maßnahmen, warnte [1] zuletzt UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk.

Kollaps der Energieversorgung: Kuba ohne Strom und Treibstoff

Nachdem die USA Venezuelas Präsident Nicolás Maduro am 3. Januar entführt hatten, kamen die ohnehin bereits reduzierten Energielieferungen aus Caracas vollständig zum Erliegen.

Als US-Präsident Donald Trump die "Übernahme" Kubas androhte [2] und Strafzölle gegen jedes Land ankündigte, das weiterhin Öl an die Insel liefert, stellten auch andere Länder die Belieferung ein. Seit Jahresbeginn erreichte nur ein einziger Öltanker die Insel: Ein russisches Schiff brachte Ende März rund 700.000 Barrel, die innerhalb weniger Wochen aufgebraucht waren.

Die Folgen [3] sind gravierend [4]: tägliche, lang anhaltende Stromausfälle, verkürzte Arbeits- und Unterrichtszeiten, Ausfall des Personen- und Gütertransports, Wasserknappheit, abgesagte Operationen, verdorbene Lebensmittel und Müllansammlungen sowie eine ungebremste Inflation.

Kuba produziert selbst etwa 40 Prozent des benötigten Erdöls; das heimische, schwefelhaltige Öl kann bislang jedoch nur zur Stromerzeugung genutzt werden. Treibstoffe wie Benzin, Diesel und Kerosin müssen vollständig aus importierten Rohstoffen raffiniert werden.

"Unser geliebtes Kuba durchlebt die schwierigsten Stunden dieses Jahrhunderts, und wir tragen die historische Verantwortung, es zu retten", sagte Präsident Miguel Díaz-Canel vor dem Zentralkomitee.

Reform des sozialistischen Modells: Private Banken und 99-Jahre-Pacht

Premierminister Manuel Marrero stellte die Maßnahmen in einer fast zweistündigen Rede vor den Abgeordneten vor [5]. Das Reformpaket greift tief in das sozialistische Wirtschaftsmodell ein, Vorbilder sind explizit China und Vietnam.

Die wichtigsten Änderungen: Private Unternehmen dürfen künftig mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen; Unternehmer können erstmals mehrere Betriebe gleichzeitig führen. Die Liste im Privatsektor verbotener Tätigkeiten wird von 125 auf 55 reduziert. Staatliche Unternehmen können in Aktien- oder Beteiligungsgesellschaften umgewandelt werden, wobei der Staat in strategisch wichtigen Sektoren eine Mehrheitsbeteiligung behält.

Erstmals wird privates Kapital auch im Finanzsektor zugelassen – einschließlich der Gründung privater Banken und Wechselstuben unter Aufsicht der Zentralbank. Ein digitaler Devisenmarkt soll den Kapitalverkehr erleichtern. Im Immobiliensektor ist die Veräußerung staatlicher Liegenschaften an in- und ausländische Privatpersonen vorgesehen, ausdrücklich auch an im Ausland lebende Kubaner.

Das staatliche Außenhandelsmonopol entfällt; künftig sollen alle Akteure, einschließlich Landwirte, direkten Zugang zum Außenhandel erhalten. Letztere können zusätzlich zu Genossenschaften erstmals private Agrarunternehmen gründen. Die maximale Verpachtungsdauer von Land für ausländische Investoren wird auf 99 Jahre angehoben.

Auch der Tourismussektor soll für neue Akteure geöffnet werden: Reiseagenturen, Autovermietungen und weitere Dienstleistungen, die bisher dem Staat vorbehalten waren, können künftig privat betrieben werden. Bisher als "strategisch" geschützte Destinationen wie die Altstadt von Havanna oder Trinidad werden für Investitionen aller Akteure freigegeben.

Die Preisbildung soll nicht mehr zentral gesteuert, sondern über Marktmechanismen geregelt werden. "Die sozialistische Planung darf die Regeln des Marktes nicht ignorieren, sondern muss sie einbeziehen und im Sinne der nationalen Entwicklung regulieren", erklärte Marrero.

Auf sozialpolitischer Seite steigt der Mindestlohn ab Juli von 2.100 auf 3.110 Pesos – umgerechnet rund vier Euro. Er soll künftig jährlich angepasst werden. Die allgemeine Subventionierung von Produkten soll durch gezielte Transferleistungen an vulnerable Gruppen ersetzt werden; dafür wird ein neuer Sozialschutzfonds eingerichtet. Durch Zusammenlegung von Ministerien und Stellenabbau in der Verwaltung sollen Mittel für bessere Löhne im öffentlich-finanzierten Sektor freigesetzt werden.

Díaz-Canel räumte vor dem Zentralkomitee ausdrücklich ein, dass viele der jetzt beschlossenen Maßnahmen keine neuen Ideen seien: "Der Fehler lag nicht darin, sie vorzuschlagen, sondern darin, sie aufzuschieben – und diese Phase des Aufschiebens muss ein Ende haben."

Raúl Castro, der sich aus der aktiven Politik zurückgezogen hat, gab in einem Brief, der zunächst dem Politbüro und dann den Abgeordneten vorgelesen wurde, sein ausdrückliches Einverständnis für die Reformen – ein symbolisch wichtiger Schritt, der einen Konsens in den höchsten Entscheidungsgremien sichtbar machen soll.

Die Ernsthaftigkeit des Unterfangens wurde auch dadurch unterstrichen, dass Díaz-Canel wenige Tage zuvor einen neuen wirtschaftlichen Beraterstab einberufen ließ [6], der mehrheitlich aus kritischen Ökonomen besteht, die bereits seit Jahren auf tiefergehende Reformschritte gedrängt haben. Viele von ihnen waren bereits Protagonisten der Reformdebatten der 1990er Jahre [7], die im Zuge der Erholung der Wirtschaft in Folge venezolanischer Erdöllieferungen und wachsendem Tourismus im Sande verliefen.

Risiken der Marktöffnung: Warnung vor oligarchischer Bereicherung

Kubanische Ökonomen und unabhängige Beobachter begrüßen die Richtung der Reformen grundsätzlich – mahnen aber zur Vorsicht bei der Umsetzung.

Das Onlinemedium Joven Cuba, das regelmäßig kritische wirtschaftspolitische Analysen veröffentlicht, schreibt in einem Editorial [8] der Redaktion, viele der Maßnahmen seien von Ökonomen "immer wieder empfohlen" worden; dass man ihnen jetzt Gehör schenke, sei positiv – bestätige aber auch, "wie viel Zeit verloren gegangen ist, bevor man an diesen Punkt gelangt ist".

Ein zentrales Risiko sieht das Magazin beim Übergang von der allgemeinen Produktsubvention zu gezielten Transfers an Personen: Dieser Schritt könne notwendig sein, "aber er ist nur dann legitim, wenn er sich in konkreten und einklagbaren sozialen Schutzmaßnahmen niederschlägt". Es reiche nicht, einen Fonds anzukündigen; es müsse klar definiert werden, wer geschützt wird, mit welchen Ressourcen und durch welche Institutionen – gerade angesichts steigender Preise und zunehmender Dollarisierung.

Beim Thema Umwandlung von Staatsunternehmen in Aktiengesellschaften warnt die Analyse vor fehlender Transparenz: Ohne öffentliche Ausschreibungen, unabhängige Prüfinstanzen und offengelegte Interessenkonflikte könne der Prozess "in die oligarchische Aneignung öffentlicher Vermögenswerte" münden.

Die Geschichte ehemaliger sozialistischer Staaten zeige, dass wirtschaftliche Öffnungen ohne Transparenz und Kontrolle zu "tief ungleichen, oligarchischen Kapitalismen" führen könnten. Auch Kuba sei davor nicht gefeit.

Díaz-Canel kündigte an, die Umsetzung der Reformen solle "in Phasen und anhand überprüfbarer Pilotprojekte" erfolgen. Marrero verwies auf eine einzurichtende Arbeitsgruppe, die die Auswirkungen auf die Rechtsordnung verwalten soll.

Über 100 bestehende Rechtsnormen müssen geändert, aufgehoben oder neu geschaffen werden. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht genannt, allerdings wurde bereits kurz nach der Ankündigung der erste Schritt in Gesetzesform gegossen: Die Preisobergrenzen für bestimmte Grundnahrungsmittel sind aufgehoben [9].

Chancen für Kubas KMU und den privaten Kraftstoffhandel

Das in vielen internationalen Medien immer wieder bemühte Klischeebild des McDonald’s, der bald ins sozialistische Kuba komme, durfte indes bei der Berichterstattung auch diesmal nicht fehlen [10].

"McDonald's in Havanna? [...] Auch Fast-Food-Ketten sind willkommen", titelte etwa der Tagesspiegel analog zu vielen anderen Medien. Es stimmt zwar, dass die Möglichkeit zur Einrichtung ausländischer Franchiseunternehmen tatsächlich geschaffen wurde, doch ist das Thema angesichts der aktuellen Sanktions- und Wirtschaftslage in Kuba selbst bestenfalls eine Randnotiz.

Tatsächlich können viele der Reformen erst richtig greifen, wenn sich die externen Umstände ändern – sprich, wenn die USA ihre Sanktionen zurückfahren, oder befreundete Länder wie Russland und Mexiko ihre Unterstützung im Energiebereich ausweiten (können).

Einige der Schritte dürften jedoch schon kurzfristige Effekte haben, unter anderem die Dezentralisierung der Genehmigungen von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU): Seit 2021 wurden 12.700 KMU in Kuba genehmigt, allerdings liegen rund 7.200 Anträge auf Halde, nachdem der Genehmigungsprozess de facto eingefroren wurde. Das könnte sich jetzt rasch ändern und hätte selbst in der aktuellen Energiekrise zwar begrenzte, aber spürbare Auswirkungen.

Die neuen Möglichkeiten im Bereich des Außen- und Kraftstoffhandels könnten indes sogar einen Schlüssel beinhalten, die Karten im Verhandlungspoker mit den USA neu zu mischen.

Öllieferungen über Privatfirmen: Mexikos Präsidentin Sheinbaum fordert Trump heraus

Kaum waren die Reformen verabschiedet, meldete sich Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum zu Wort. Am Montag kündigte sie an [11], dass Mexiko die Öllieferungen nach Kuba baldmöglichst wiederaufnehmen wolle – diesmal jedoch nicht über staatliche Unternehmen, sondern über private mexikanische Handelsunternehmen.

"Der Mechanismus würde über Privatunternehmen laufen, die über Genehmigungen für den Kraftstofftransport nach Kuba verfügen", erklärte Sheinbaum, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. "Wir hoffen, dass der kommerzielle Transport bald wieder aufgenommen werden kann", fügte sie hinzu. Mexiko war der letzte regelmäßige Lieferant Kubas nach den Zollandrohungen Trumps im Januar.

Der entscheidende Kniff an Sheinbaums Plan liegt in seiner rechtlichen Konstruktion. Kubas neu verabschiedete Reformen erlauben ausdrücklich die Beteiligung von privatem und ausländischem Kapital am Import und an der Vermarktung von Kraftstoffen, einschließlich des Einzelhandelsnetzes.

Auch der Privatsektor kann künftig eigene Tankstellen betreiben und direkt mit ausländischen Anbietern Verträge schließen. Indem die Lieferungen über private mexikanische Handelsunternehmen abgewickelt werden, umgeht Mexiko zumindest formal den direkten Staatshandel, den Trumps Drohungen bisher primär ins Visier genommen hatten.

Ob dieses Konstrukt dem Druck aus Washington standhält, ist jedoch offen. Trumps Zolldrohungen richteten sich pauschal gegen jedes Land, das Kuba mit Öl versorgt – unabhängig davon, ob dies über staatliche oder private Akteure geschieht. Der neue mexikanische Ansatz dürfte damit zu einem ersten praktischen Test dafür werden, wie weit die Trump-Administration ihre Drohungen gegenüber einem ihrer wichtigsten Handelspartner tatsächlich durchsetzen will und kann.

US-Außenminister Marco Rubio hält unterdessen am Ziel eines Systemwechsels in Havanna fest. Ein Sprecher seines Ministeriums wies die Reformen als "zurückhaltend, längst überfällig und letztlich nur oberflächliche Rauchzeichen des kubanischen Regimes" zurück [12].

Díaz-Canel bekräftigte seinerseits die Bereitschaft seiner Regierung, mit Washington "ohne Hass, aber ohne Angst" über alle Themen zu sprechen, und richtete an die US-Regierung den Appell: "Wenn Sie dem kubanischen Volk wirklich helfen wollen, lassen Sie es leben."

US-Blockade gegen Havanna: Die passive Rolle der EU und Deutschlands

Während Mexiko und Brasilien als mögliche Begleiter eines Reformprozesses in Kuba gehandelt werden, fällt die Rolle der Europäischen Union bescheiden aus. Die Politologin und ehemalige Diplomatin Sandra Weiss zieht im IPG-Journal eine ernüchternde Bilanz [13]: Die EU habe sich im Zusammenhang mit Kuba "selbst ins Abseits" manövriert.

Zunächst habe Trump mit seinen Sanktionen die meisten europäischen Unternehmen dazu gezwungen, ihre Investitionen in und Geschäfte mit Kuba aufzugeben, "ohne dass Brüssel dem irgendetwas entgegengesetzt hätte".

Kurz darauf forderte [14] das Europaparlament mit einer Mehrheit rechter und konservativer Abgeordneter Sanktionen gegen Díaz-Canel und ein Ende der Kooperation mit Kuba – "also ganz im Sinne und Geiste Trumps, ohne auch nur den Hauch eigenständiger Ideen zur Verteidigung europäischer Interessen", wie Weiss schreibt. Sie wertet dies als "weiteren kleinen Schritt in die geopolitische und geoökonomische Irrelevanz" der EU.

Auch Deutschland trägt den Kurs mit: Beim Tag der offenen Tür des Auswärtigen Amts am 21. Juni 2026 wurde Außenminister Johann Wadephul (CDU) von einem Bürger gefragt [15], warum die Bundesregierung die US-Blockade gegen Kuba nicht deutlicher als völkerrechtswidrig verurteile. Wadephul antwortete, er sehe "eine derartige Blockade, wie Sie sie beschrieben haben" nicht. Stattdessen verwies er auf die innenpolitischen Verhältnisse der Insel.

Dass auch die Bundesrepublik jedes Jahr in der UN-Vollversammlung gegen die US-Blockade stimmt, war ihm genauso wenig eine Silbe wert, wie der vom UN-Menschenrechtsrat klar benannte Zusammenhang zwischen Energieblockade und humanitärer Lage.

Die entscheidende Voraussetzung für eine Verbesserung der Verhältnisse in Kuba? "Bessere Regierung." Eine eigenständige deutsche Außenpolitik, die eine proaktive Rolle spielen will und das Völkerrecht auch gegenüber Washington vertritt, geht anders.

Kubas Zukunft entscheidet sich an der Öl-Frage

Kuba versucht, mit innenpolitischen Mitteln auf außenpolitischen Druck zu reagieren – und testet damit, wer bereit ist, die neuen Spielräume zu nutzen. Mexiko nimmt diesen Test an, mit einem juristisch cleveren Konstrukt, das Washington zu einer klaren Entscheidung zwingt. Die EU und Deutschland hingegen haben sich bereits aus dem Spiel genommen und entschieden, Trumps humanitärer Katastrophe mit Ansage freien Lauf zu lassen.

Ob sich dem Land eine Perspektive auftut und die Reformen wirklich zu einer Verbesserung der Lage der Bevölkerung beitragen können, hängt am Ende weniger von McDonald's-Schlagzeilen oder geopolitischen Sonntagsreden ab als von einer nüchternen Frage: Wer liefert Öl – und zu welchem Preis, politisch wie ökonomisch?


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Links in diesem Artikel:

  1. https://news.un.org/en/story/2026/06/1167671
  2. https://www.deutschlandfunk.de/praesident-trump-koennte-mit-kuba-machen-was-ich-will-102.html
  3. https://www.heise.de/tp/article/Kuba-An-vitalen-Stellen-eine-Mindestversorgung-gewaehrleisten-11187085.html
  4. https://www.heise.de/tp/article/Kuba-am-Limit-Wenn-eine-Rente-fuer-ein-Pfund-Reis-reicht-11243530.html
  5. http://www.cubadebate.cu/noticias/2026/06/18/empresa-estatal-socialista-y-formas-de-gestion-propuestas-de-transformaciones-economicas-y-sociales-en-cuba/
  6. https://cubaheute.de/2026/06/17/diaz-canel-holt-kritische-oekonomen-beratergremium/
  7. https://books.google.de/books/about/Cuba_la_reestructuraci%C3%B3n_de_la_econom%C3%AD.html?id=9ZKcx1aHlJcC&redir_esc=y
  8. https://jovencuba.com/reforma-impostergable-riesgos/
  9. http://www.cubadebate.cu/noticias/2026/06/22/ratifican-exoneracion-de-impuesto-aduanero-a-importacion-de-productos-alimenticios-pdf/
  10. https://www.tagesspiegel.de/internationales/mcdonalds-in-havanna-kuba-verabschiedet-grosste-wirtschaftsreform-seit-jahrzehnten-15731432.html
  11. https://abcnews.com/Business/wireStory/mexicos-president-seeks-restart-oil-shipments-cuba-islands-134103540
  12. https://www.thedailystar.net/news/world/usa/news/us-slams-cuba-reforms-superficial-4203891
  13. https://www.ipg-journal.de/regionen/lateinamerika/artikel/flucht-nach-vorne-9143/
  14. https://www.europarl.europa.eu/news/en/press-room/20260615IPR45408/cuba-meps-call-for-eu-sanctions-and-a-push-towards-transition
  15. https://youtu.be/BOoIln5CWDQ

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Kommunikationsstörung: Bahn und Nahverkehr in ganz Deutschland ausgefallen

Von Oliver Nickel — 23. Juni 2026 um 23:42
Offenbar gibt es eine IT-Störung, die im gesamten Land Züge zum Stillstand bringt. Das betrifft die DB und andere Nahverkehrsunternehmen.
Auch U-Bahnen, Tram und Bus fahren teils nicht mehr. (Bild: Pixabay.com)
Auch U-Bahnen, Tram und Bus fahren teils nicht mehr. Bild: Pixabay.com / Pixabay-Inhaltslizenz

Eine Störung im Funkverkehr der Deutschen Bahn sorgt am Dienstagabend für weitreichende Probleme. In ganz Deutschland kommt es zu Zugausfällen. Offenbar sind auch Subunternehmen der Deutschen Bahn betroffen, beispielsweise die S-Bahn Berlin. Das berichten Magazine wie der Spiegel, die Tagesschau und der X-Account ÖPNV Berlin. Der schreibt: "Wegen eines deutschlandweiten Ausfalls des digitalen Zugfunks fahren derzeit keine Züge der Deutschen Bahn! Weitere Informationen folgen."

Demnach ist die Störung netzweit, also im gesamten Land, zu spüren. "Aufgrund einer bundesweiten Störung des digitalen Bahnfunks GSMR werden vorläufig alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten", heißt es in einer Stellungnahme der Deutschen Bahn.

Offenbar sind zudem nicht nur die Deutsche Bahn, sondern auch andere Verkehrsunternehmen betroffen. Die Berliner BVG, zuständig für Tram, Bus und U-Bahn in der Hauptstadt, meldete auf der eigenen Webseite Ausfälle der meisten Linien. Teilweise schienen Bahnen sporadisch und unregelmäßig zu fahren. Mittlerweile läuft der Betrieb aber wieder an. Auch in anderen Bundesländern wie Bayern berichten Verkehrsunternehmen von den Problemen.

Offenbar IT-Störung im ganzen Land

Der Spiegel spricht von einer IT-Störung, die sich auf die Kommunikationsinfrastruktur im Land auswirkt. Genaue Details gibt es dazu allerdings noch nicht. Es ist auch unklar, wann der Betrieb wieder ordnungsgemäß aufgenommen werden kann. Bei einer so weitreichenden Störung kann dies noch Stunden oder Tage dauern. Klar ist: Kommunikationssysteme sind für die Navigation des Zugverkehrs unerlässlich. Ohne sie können Züge und Fahrpläne nicht koordiniert werden. Deshalb wurde der Verkehr aus Sicherheitsgründen größtenteils eingestellt.

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MIH Gruppe: Eurofiber Glasfasernetz in alten Berliner Fernwärmetunneln gerettet

Von Achim Sawall — 23. Juni 2026 um 19:52
Die MIH Gruppe übernimmt das Berliner Open Access-Netz und sichert damit den weiteren Ausbau in den Fernwärmetunneln. Kunden gewinnt man über die eigene Marke Opik Connect.
Roboter in den alten Fernwärmetunneln (Bild: Vattenfall/Eurofiber)
Roboter in den alten Fernwärmetunneln Bild: Vattenfall/Eurofiber

Die MIH Management hat Eurofiber Netz in Berlin von der Eurofiber Germany übernommen. Das gab MIH Management am 23. Juni 2026 bekannt. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

Vattenfall Eurofiber war ursprünglich ein Gemeinschaftsunternehmen des schwedischen Energieversorgers Vattenfall und des niederländisch-belgischen Glasfasernetzbetreibers Eurofiber, das später komplett Eurofiber gehörte.

Man verlegte die Glasfaser größtenteils über vorhandene Fernwärmekanäle, wobei deutlich weniger Tiefbauarbeiten entstehen. Die Fernwärmenetze mit 900 Kilometer langen Tunnelsystemen unter der Stadt stehen für den Ausbau zur Verfügung. Allerdings sind durch die teilweise engen Tunnel auch die Wartungsarbeiten erschwert. Manche der Rohre und Tunnel wurden vor dem Krieg gebaut, manche nach dem Krieg erneuert. Es ist sehr feucht und sehr warm dort.

Tunnelausbau geht weiter

Stephan Meintrup, zuständig für Geschäftsentwicklung von MIH, sagte Golem auf Anfrage, dass der Ausbau in den Tunneln weitergeführt würde. "Das haben wir uns vertraglich gesichert".

Eurofiber wandte sich bisher selbst nicht an Endkunden, sondern bot sein Netz im Open Access nur anderen zur Vermarktung an. Das Unternehmen hat bestehende Open-Access-Verträge mit Netzbetreibern wie Tele Columbus, Telefónica, DNS:Net oder Bahnhof aus Schweden. Dazu kommen viele weitere Partnerschaften aus den vergangenen Jahren. "Das Open Access-Modell läuft weiter", betonte Meintrup.

Rund 150.000 Homes Passed erworben

Die MIH habe rund 150.000 Homes Passed erworben und werde diese Basis weiter ausbauen. "Konkrete Ausbauplanungen sind aktuell in der Bearbeitung. Die Kundenaktivierung und der Ausbau der NE4 haben hohe Priorität. Die MIH hat aktuell mit der MIH Net Amberg, der MIH Net Wunstorf sowie der MIH Net Hamm drei Ausbaugebiete." Die Kundenaktivierung werde über die MIH Marke Opik Connect realisiert und Endkunden sowie Firmen bedient.

Die damalige Vattenfall Eurofiber nahm im April 2022 seine ersten beiden Standorte mit XGS-PON-OLTs in Betrieb. Das Unternehmen nutzt in seinem gesamten Netz den Standard XGS-PON. Damit sind bei FTTH-Topologie symmetrische Datenraten von 10 Gigabit pro Sekunde möglich.

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Cariad-Campus Berlin eröffnet: "Das Scheitern war notwendig"

Von Friedhelm Greis — 23. Juni 2026 um 18:41
VW eröffnet mit der Bundestagspräsidentin seinen Campus für Autosoftware in Berlin. Klöckner fordert beim autonomen Fahren "Mut zur Lücke".
Bundestagspräsidentin Klöckner (2. v. l.) mit Bitkom-Chef Wintergerst, VDA-Präsidentin Müller, VW-Chef Blume und Cariad-Chef Bosch (v. l. n. r) (Bild: Friedhelm Greis/Golem)
Bundestagspräsidentin Klöckner (2. v. l.) mit Bitkom-Chef Wintergerst, VDA-Präsidentin Müller, VW-Chef Blume und Cariad-Chef Bosch (v. l. n. r) Bild: Friedhelm Greis/Golem

Warum ist eine Bundestagspräsidentin bei der Eröffnung eines Entwicklungscampus für Autosoftware anwesend? Julia Klöckner zeichnete sich beim sogenannten Signalgate zuletzt nicht gerade durch Technikkompetenz aus. Doch die CDU-Politikerin ist mit der Auto- und Digitalindustrie auf einer Linie, wenn es um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland geht. Mehr wagen und weniger regulieren, lautet der Tenor beim offiziellen Start des Automotive Software Campus der VW-Tochter Cariad am Berliner Nordhafen.

Zum Start der zweistündigen Veranstaltung schallt es durchaus selbstkritisch aus dem Lautsprecher. "Wir hatten die Komplexität unterschätzt und das Scheitern war notwendig", sagt eine Frauenstimme in Anspielung auf die Softwareprobleme beim Start des ID.3 und die jahrelangen Verzögerungen bei wichtigen Porsche- und Audi-Modellen.

Bosch: Wir kommen von weit unten

Der neue Firmenchef Peter Bosch schlägt in dieselbe Kerbe: "Dieser Moment heute, der fühlt sich auch deshalb so besonders an, weil wir auch wissen, wo wir herkommen. Wir kommen da schon von relativ weit unten, ehrlich gesagt." Den damaligen VW-Chef Herbert Diess, der Cariad ins Leben gerufen hatte, kosteten die anhaltenden Probleme schließlich den Job.

Laut Bosch reagierte der Autohersteller darauf "mit einer der umfassendsten Transformationen der Technologiebranche hier in Europa". Inzwischen sei die Software-Tochter jedoch ein "verlässlicher Technologiepartner für die Marken des Volkswagen-Konzerns". "Alle von Euch haben neue Wege beschritten, hier ist kein Jobprofil wie vor drei Jahren", sagte Bosch an die Adresse der versammelten Mitarbeiter gerichtet.

1.000 Mitarbeiter in Berlin

Allerdings soll Cariad nicht mehr das zentrale Betriebssystem VW.OS liefern. Dazu kooperiert der Konzern für die westliche Hemisphäre mit dem US-Start-up Rivian und in Asien mit Xpeng. Der Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der bisherigen Architekturen E3 1.1 und E3 1.2 sowie der China-Architektur CEA.

Mit einer Entlassungswelle reduzierte Cariad die Zahl der Mitarbeiter von 5.900 auf etwas mehr als 4.000. Weltweit gibt es mehr als 20 Standorte, darunter fünf Markenhubs in Stuttgart (Porsche), Ingolstadt (Audi), Wolfsburg (VW) sowie in den USA und China. Der größte Standort ist weiterhin Ingolstadt.

Im neu angemieteten Gebäude in Berlin arbeiten mehr als 1.000 Personen, darunter 80 Prozent Tech-Experten. Die Hauptstadt soll mit anderen IT-Standorten wie dem Silicon Valley konkurrieren und Entwickler anlocken, die möglicherweise nicht nach Ingolstadt oder Wolfsburg ziehen würden. Hinzu kommen flexible Arbeitsplatzmodelle, die problemloses Arbeiten im Ausland ermöglichen.

Berlin ist dabei für das automatisierte Fahren sowie den digitalen Assistenten zuständig.

Der Softwarestack für fortgeschrittene Assistenzsysteme (Adas) basiere entlang der gesamten Entwicklung auf KI-Modellen. Dessen erste Version für automatisiertes Fahren werde im vollelektrischen Einstiegsmodell VW ID.Every1 zum Einsatz kommen. Dieser ist für 2027 geplant.

Der Digital Assistant von Cariad soll Absichten und Wünsche des Fahrers verstehen und komplexe Aufgaben wie Reiseplanungen übernehmen. Der Assistent komme erstmals im aktuellen Porsche Macan und Cayenne Electric als Voice Pilot zum Einsatz und werde nach und nach in weitere Modelle des Konzerns integriert.

Triple-AI bei Cariad

Da beide Systeme vor allem auf künstlicher Intelligenz basieren, kam der Begriff praktisch in jedem zweiten Satz von Bosch und Konzernchef Oliver Blume vor. "Wir haben Carriot deshalb als Triple-AI-Company definiert", sagte Bosch.

Das bedeute zum Ersten, dass KI "nahtlos, sicher und integriert" in jedes Produkt gebracht werde. Als Zweites werde KI "in jeden Arbeitsprozess" gebracht. Zu guter Letzt wolle Cariad jede Person mit KI "befähigen und qualifizieren". Bosch fügte hinzu: "Das ist die Basis für die Zukunft des Erfolges hier. Und das ist übrigens auch das Rezept, wie wir traditionelle Industrien wie Automobil oder auch Maschinenbau mit Triple-AI, mit unseren traditionellen Produkten, aber KI überall drin, in die Zukunft bringen können."

Autowirtschaft fordert Deregulierung

Ähnlich äußerte sich Blume: "Das Auto wird zum Software-definierten Produkt, kurz SDV, Software Defined Vehicle, und perspektivisch, und das ist der noch größere Schritt, ein KI-definiertes Produkt." In diesem Zusammenhang nutzte Blume die Anwesenheit der Bundestagspräsidentin, um für "die richtigen Rahmenbedingungen" zu werben.

"Im globalen Wettbewerb um Technologie und digitale Souveränität dürfen wir keine Zeit verlieren", warnte Blume und forderte "Regeln, die zur Komplexität und zum Tempo der technologischen Entwicklung passen". Dazu gehörten unter anderem "flexiblere Typgenehmigungen für schnelle Software-Updates, mehr Förderung von Open Source, eine einheitliche, innovationsfreundliche Cloudregulierung und klare, praxistaugliche Datenschutz-Vorgaben".

Wie kaum anders zu erwarten, schloss sich auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) diesen Forderungen an.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller sprach sich für eine "umfassende Deregulierung" aus. Müller kritisierte, dass sich auf EU-Ebene die Zulassungs- und Prüfverfahren zwischen Ländern und Regionen beim autonomen Fahren immer noch "sehr, sehr stark unterscheiden". Sie forderte "harmonisierte technische Vorschriften, eine stärkere gegenseitige Anerkennung auch von Genehmigungen und vereinfachte Verfahren für Erprobung, Zulassung und Betrieb autonomer Fahrzeuge".

Zumindest bei Julia Klöckner dürfte sie damit offene Türen einrennen. Der früheren Landwirtschaftsministerin zufolge werden die Innovationsintervalle kürzer, so dass die Firmen schneller werden müssten. "Aber vielleicht ist das genau die Motivation, dass man eben nicht alles bis zu Tode prüft", sagte Klöckner und fügte hinzu: "Es ist auch Mut zur Lücke, am Ende auch etwas anzuwenden, auch zu prüfen, zu überprüfen, weil die Schnelligkeit der anderen einem auch im Nacken sitzt."

Bitkom: Cariad-Campus ist strategische Filetstück

Für Bitkom-Chef Ralf Wintergerst handelt es sich bei dem neuen Cariad-Campus sogar um ein "strategisches Filetstück". Denn es sei heutzutage beim Autokauf "kriegsentscheidend, wie gut die Softwareplattformen sind". Das betreffe beispielsweise die Vernetzung und das digitale Nutzererlebnis im Auto.

Wintergerst lobte in diesem Zusammenhang den Ansatz von VW, große Sprachmodelle (LLMs) in die eigenen Systeme zu integrieren. Die digitale Resilienz und Souveränität lasse sich in Deutschland schon dadurch bewahren, dass die Oberfläche kontrolliert werde. "Da müssen wir jetzt auch keine LMMs bauen. Ich glaube, das Ding ist abgefahren. Aber wir müssen diese Technologie nutzen, integrieren", sagte Wintergerst.

Porsche nutzt erstmals Chatbot

Um dies zu demonstrieren, führte Cariad im Erdgeschoss des elfstöckigen Gebäudes ein erstes Resultat dieser Integration vor. Der Porsche Cayenne erzählte einen halben Roman auf die Frage, ob sich am kommenden Donnerstag ein Besuch des Berliner Fernsehturms lohnen würde. Solche integrierten Chatbots gibt es inzwischen auch bei Mercedes, Tesla oder BMW.

Bei der Vorführung soll sich Klöckner übrigens am meisten über die integrierte Sitzbelüftung gefreut haben. Manchmal spielt die Hardware eines Autos eben doch noch eine wichtige Rolle.

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Qualcomm: Linux-Neustart für Dragonwing-Plattform

Von Heise — 23. Juni 2026 um 17:36
Süßer Linux Pinguin mit Qualcomm Hardware

Qualcomm verspricht einen grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-Linie und hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt.

Qualcomm hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt und spricht von einem grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-IoT-Plattform. Es geht nicht um die bekannten Snapdragon-Chips aus Smartphones und Laptops, sondern um die Dragonwing-Linie. Diese auf industrielle und IoT-Anwendungen zielende Architektur, auf der auch der QRB2210 basiert, der im Arduino Uno Q steckt, den wir im Make-Magazin bereits vorgestellt und getestet haben [1].

Konkret handelt es sich bei „Qualcomm Linux 2.0“ um ein Yocto-basiertes Build-System mit Board Support Packages (BSPs) für Dragonwing-Hardware. [2] Qualcomm betont dabei einen „Upstream First“-Ansatz: Patches sollen direkt in den Linux-Mainline-Kernel einfließen, statt wie bisher als separater Flickenteppich gepflegt zu werden. Das klingt nach Selbstverständlichkeit, ist in der Embedded-Linux-Welt aber keineswegs garantiert – viele Hersteller pflegen jahrelang eigene Kernel-Forks, die irgendwann schlicht nicht mehr weiterentwickelt werden. Wer schon mal versucht hat, ein älteres Maker-Board mit einem aktuellen Kernel zum Laufen zu bringen, weiß, wovon die Rede ist.

Qualcomms Roadmap für die V2.0

(Bild: Qualcomm)

Für die Maker-Community ist das durchaus eine relevante Entwicklung. Dragonwing-Boards wie der von der c’t getestete QCS6490-basierte Einplatinencomputer [3]oder eben der Arduino Uno Q mit seinem QRB2210 könnten langfristig von besserem Community-Support, einfacherer Toolchain und vor allem längerer Software-Pflege profitieren. Gerade beim Arduino Uno Q, der als Einstieg in Linux-fähige Maker-Hardware positioniert ist, wäre ein stabiles, gut gepflegtes Linux-Fundament ein echtes Verkaufsargument.

Einen Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Adreno-Grafiktreiber bleibt laut Qualcomms eigener Dokumentation „Closed Source“ [5]. Wer auf vollständig offene Systeme setzt oder GPU-Beschleunigung in eigenen Projekten nutzen möchte, stößt hier an eine bekannte Grenze. Qualcomm ist damit nicht allein – ähnliche Diskussionen kennt man von anderen Plattformen –, aber es bleibt ein Punkt, den die Open-Source-Community der Firma seit Jahren vorhält.

Qualcomm Linux 2.0 befindet sich aktuell im Release-Candidate-Stadium (2.0-rc3), die Dokumentation ist bereits online. Eine YouTube-Präsentation wurde via LinkedIn für den 30.06.2026 angekündigt [7].


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Arduino-UNO-Q-mit-App-Lab-11084275.html
  2. https://docs.qualcomm.com/nav/home?product=895724676033554725&version=2.0-rc2
  3. https://www.heise.de/tests/Test-Einplatinencomputer-mit-Qualcomm-Achtkerner-Dragonwing-QSC6490-11081115.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. https://docs.qualcomm.com/doc/80-80022-252/topic/qualcomm-linux-sw-overview.html?product=895724676033554725&facet=System%20Software%20Architecture#graphics-overlay
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.linkedin.com/posts/whats-new-qualcomm-linux-20-a-unified-share-7472690212318629888-1XlT/
  8. mailto:caw@make-magazin.de

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GPT-5.5-Cyber schlägt Mythos: Update für Sicherheitsmodell von OpenAI

Von Heise — 23. Juni 2026 um 13:53
Humanoide patcht eine Lücke

(Bild: Wolf Hosbach / KI / iX)

Mit einer Sicherheitsinitiative geht OpenAI in Konkurrenz zu Anthropics Mythos und bietet zudem einen Sicherheits-Review-Service für Open-Source-Projekte.

Eine weitreichende Sicherheitsinitiative des KI-Anbieters OpenAI liefert ein Update für GPT-5.5-Cyber, eine Unterstützung von Open-Source-Projekten mit Patch the Planet und ein Security-Plugin für Codex Desktop oder CLI.

Die Initiative unter dem Namen Daybreak [1] zielt nicht nur auf das agentengestützte Auffinden unbekannter Lücken im Code, was zu einer Flut an Issues insbesondere in Open-Source-Kreisen [2] geführt hat. Vielmehr sollen die nun vorgestellten Tools Entwicklerinnen und Entwicklern bei der Behebung der Funde helfen. Open-Source-Maintainer können sich zudem bei Patch the Planet um kombiniertes Patchen durch OpenAI und Trail of Bits bewerben.

GPT-Cyber schlägt Mythos

Das Update für das Modell GPT-5.5-Cyber ist auf das Finden und Patchen von Sicherheitslücken in großen Codebasen spezialisiert. Es soll Probleme identifizieren, den Kontext untersuchen und einen Patch-Zyklus einleiten: entwickeln, in geschützter Umgebung prüfen, testen und für den menschlichen Review vorbereiten.

Im CyberGym-Benchmark schlägt GPT-5.5-Cyber das Top-Modell Mythos von Anthropic.

(Bild: CyberGym)

Im CyberGym-Benchmark [3] erreicht es als Agent 85,6 Prozent, der Vorgänger lag bei 81,8 Prozent. Zudem schlägt es sich besser als Mythos, der Konkurrent von Anthropic (83,1 Prozent). Bei CyberGym müssen die Agenten eine bekannte Sicherheitslücke in einer großen Codebasis finden und in einem Proof of Concept ausnutzen – ein Patchen bewertet der Test nicht. Vor GPT-5.5-Cyber liegen noch ein speziell angepasster und ein Multimodell-Agent.

Nur für Partner und deren Kunden

Daybreak kommt zu einem für OpenAI günstigen Zeitpunkt, da die Konkurrenzmodelle von Anthropic vorige Woche von der US-Regierung für ausländische Nutzer [4] weitgehend gesperrt wurden. OpenAI betont in der Ankündigung die enge Zusammenarbeit mit der US-Regierung: „Wir stehen in einem kontinuierlichen Austausch mit der US-Regierung über unsere Cyber-Initiative, einschließlich der heutigen Ankündigungen und unseren Vorbereitungen auf die kommenden Modellveröffentlichungen.“

Nur registrierte Partner erhalten Zugang zum neuen Modell. OpenAI hat dreißig US-Firmen genannt wie Checkpoint, Cloudflare, Palantir, Sophos und eine Reihe an Beratungsfirmen. Die deutsche Pressemitteilung spricht auch von Partnerschaften mit Deutschland, UK, der EU und weiteren westlichen Ländern.

Partner dürfen GPT mit Cyber ab jetzt auch nicht nur intern, sondern auch für Kundenprojekte nutzen, den Kunden das Modell selbst aber nicht zur Verfügung stellen.

Patch the Planet: Unterstützung von Open-Source-Projekten

In Partnerschaft mit der Sicherheitsberatung Trail of Bits ruft OpenAI einen besonderen Review-Service für Open-Source-Projekte ins Leben: Patch the Planet [5]. Nach einer Beratungsrunde prüfen die Experten eine Woche lang mit Hilfe von GPT Cyber den Code des Projekts, beheben gefundene Lücken und testen das Ergebnis. Wobei eine menschliche Prüfung am Ende des Prozesses steht.

Die ersten Projekte, die die Untersuchung durchlaufen haben, waren, cURL, NATS, pyca, Sigstore, aiohttp, Go, freenginx, Python, Python.org, urllib3, PyPI, SimpleX, Valkey und RustCrypto. Das Ergebnis waren „hunderte entdeckte Bugs, 64 Pull Requests und 51 Issues“, beispielsweise eine Korrektur der Big-Integer-Bibliothek [6] in RustCrypto oder eine verbesserte Release-Pipeline für Python.org.

Projekte, die an einer Beratung Interesse haben, können sich über die Webseite [7] bewerben.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://openai.com/index/daybreak-securing-the-world/
  2. https://www.heise.de/meinung/Kommentar-KI-Muell-treibt-curls-Bug-Bounty-Programm-vor-sich-her-11191390.html
  3. https://www.cybergym.io/cybergym/
  4. https://www.heise.de/news/Anthropics-KI-Mythos-Unternehmen-haben-weiter-Zugriff-auf-Preview-Version-11338742.html
  5. https://trailofbits.com/patch-the-planet/
  6. https://blog.trailofbits.com/2026/06/22/introducing-patch-the-planet/
  7. https://trailofbits.com/patch-the-planet/
  8. mailto:who@ix.de

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Neuer Terminalschutz: So will Apple ClickFix-Angriffen abwehren

Von Heise — 23. Juni 2026 um 11:49
macOS-Terminal (Illustration)

macOS-Terminal (Illustration): Gefahr durch problematische Befehle.

(Bild: Dragon Claws / Shutterstock)

Aktuelle macOS-Versionen können potenziell problematische Terminal-Eingaben abfangen. Die Angriffsform wird populärer.

Seitdem KI-Agenten [1] und lokale Sprachmodelle [2] im Mainstream angekommen sind, unternehmen auch immer mehr Anfänger Ausflüge ins macOS-Terminal – und überheben sich dabei möglicherweise. Die größte Gefahr sind sogenannte ClickFix-Angriffe, bei denen Nutzer von Angreifern dazu angeleitet werden, Eingaben in der Kommandozeile zu tätigen, die dann schwerwiegende Lücken ins System reißen und Spy- oder Malware [3] installieren, die man nur schwer wieder loswird. Um die Attacken abzuwehren, bringt macOS seit dem Frühjahr immerhin ein neues Warnsystem [4] mit. Wie genau das intern funktioniert, hatte Apple bislang allerdings nicht beschrieben. Mit einem frisch aufgesetzten Supportdokument [5] ändert sich das nun.

Problematisch für Profis, zumindest am Anfang

Apples Ansatz ist dabei sehr simpel: Das Terminal achtet künftig auf eine „verdächtige Einfügeaktivität“. Auch bekannte Malware in Kommandozeilenbefehlen und Skripts sollen so abgefangen werden, schreibt Apple. Allerdings kann die Warnfunktion auch überempfindlich sein. „Diese Warnung wird angezeigt, wenn du Terminal nicht regelmäßig verwendest und den Befehl von einer Website, einem Chat-Agenten oder einer Nachrichten- oder E-Mail-App kopiert hast“, schreibt Apple. Das heißt: Es ist denkbar, dass die Warnung auch bei harmlosen Befehlen erscheint, was den ein oder anderen Profi – zumindest bei ersten Einfügeaktionen – stören könnte.

Apple warnt, dass Betrüger die besagten Kanäle verwenden, „um Personen anzuweisen, schädliche Befehle in Terminal einzufügen, um deinen Mac zu schädigen oder deine Privatsphäre zu gefährden“. Die Warnung soll sicherstellen, dass „Du nicht dazu verleitet wirst, einen unerwarteten Befehl auszuführen“.

Vollständige Blockade möglich

Apple betont, dass die Warnung dafür sorgt, dass der Mac „nicht beschädigt“ wird – es passiert also schlicht nichts. Nutzer können den Befehl / das Skript jedoch trotzdem einfügen, wenn sie das wünschen. „Füge den Befehl nur ein, wenn du dir sicher bist, was er bewirkt und woher er stammt“, schreibt Apple. „Das Einfügen eines Befehls, für den eine Warnung vor möglicher Malware angezeigt wird, kann den Mac schädigen oder die Privatsphäre gefährden.“

Es gibt allerdings noch eine schwerwiegendere Stufe. Kennt Apple die Befehle oder Skripts bereits als Malware, werden sie grundsätzlich blockiert. Dann erscheint nur eine Warnnachricht. Haut der Konzern hier daneben, scheint es keine Möglichkeit zu geben, die Ausführung durchzuführen. Die einzige Möglichkeit laut Apple: Dem Konzern „einen Fehler“ [6] melden. Wie schnell er dann reagiert: unklar.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/OpenClaw-KI-Client-steuert-Mac-fern-11161659.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/KI-zu-Befehl-So-kontrollieren-Sie-mit-Kuenstlicher-Intelligenz-Ihren-Mac-11162430.html
  3. https://www.heise.de/news/DarkSword-Zweite-maechtige-iPhone-Spyware-in-freier-Wildbahn-gesichtet-11216618.html
  4. https://www.heise.de/news/Angriffe-uebers-Terminal-Apple-verhindert-Kommando-Ausfuehrung-11226507.html
  5. https://support.apple.com/de-de/127377
  6. https://websitereview.apple.com/
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Trump ordnet schnellere Entwicklung von Quantencomputern an

Von Heise — 23. Juni 2026 um 10:40
US-Flagge aus einer Art Halbleiter

(Bild: HTGanzo/Shutterstock.com)

Quantencomputer sollen drastisch leistungsstärker als heutige Technik werden. Donald Trump will der US-Regierung eine bessere Position verschaffen.

US-Präsident Donald Trump [1] hat eine beschleunigte Entwicklung von Quantencomputern und deren Einsatz durch die amerikanische Regierung angeordnet. So soll das Energieministerium einen Quantencomputer bekommen, der leistungsstark genug für Forschungsaktivitäten ist. Zielmarke dafür sei das Jahr 2028, verkündete der im Weißen Haus für Wissenschafts- und Technologiepolitik zuständige Trump-Vertraute Michael Kratsios.

Im Erlass selbst [2] wurde kein Zeitpunkt genannt. Zugleich heißt es dort, dass mehrere US-Behörden – darunter die Weltraumagentur NASA – Fünfjahrespläne für die Entwicklung von Quantensensoren und Quantennetzwerken ausarbeiten sollen.

Hoffnung auf drastisch höhere Computerleistung

Quantencomputer [3] sollen um ein Vielfaches leistungsstärker als heutige Rechner werden und den Weg zu neuen wissenschaftlichen Durchbrüchen ebnen – so zumindest die Hoffnung. Zugleich gibt es die Sorge, dass mit der neuen Technik Verschlüsselungstechnologie, die heute noch als sicher gilt, leicht geknackt werden könnte.

Tech-Konzerne wie Apple und Google führen deswegen schon seit Jahren neue Verschlüsselungstechniken ein, die der potenziellen Gefahr durch Quantencomputer standhalten sollen. Trump ordnete ebenfalls eine weitere Absicherung der US-Infrastruktur gegen Angriffe mit Hilfe von Quantentechnologie an. Dabei sollen unter anderem Energieversorger und Wasserbetriebe mit Vorrang geschützt werden.

Bisher sind leistungsstarke Quantencomputer noch in der Entwicklung. Als einer der führenden Akteure in dem Bereich hofft Google, zum Ende des Jahrzehnts praxistaugliche Quantencomputer zu bauen.


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