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Meta will die Moderation auf Facebook und Instagram bis Ende 2026 weitgehend automatisieren. LLMs sollen menschliche Prüfer ersetzen und die Effizienz steigern.
Meta will die Moderation der Inhalte in seinen Netzwerken bis Ende des Jahres weitgehend automatisieren. Bereits jetzt hätten Large Language Models [1] (LLMs) laut Financial Times die Hälfte aller menschlichen Überprüfungsanfragen ersetzt. Bis Ende 2026 soll der Anteil weiter sinken, sodass bei bestimmten Inhaltstypen neun von zehn Moderationen durch die KI erledigt werden. Meta soll die Umwandlung laut Informanten vor allem deshalb vorantreiben, um die enormen KI-Investitionen des Unternehmens gegenzufinanzieren. Der KI-Einsatz spare Milliarden US-Dollar ein. Meta selbst bestreitet dies. Bereits Anfang 2026 hatte Meta-Chef Mark Zuckerberg angekündigt, einzelne Mitarbeiter mit KI-Werkzeugen so auszurüsten, dass sie Aufgaben ganzer Abteilungen übernehmen [2] können.
Die Konzernmutter von Facebook, Threads und Instagram nutzte bislang eine Mischung aus automatisierten Systemen und menschlichen Prüfern, wobei ein Teil davon von Vertragsfirmen übernommen wurde. Die bisherigen Machine-Learning-Tools hätten sich jedoch teilweise mit Satire und Veränderungen in der Alltagssprache schwer getan. Meta selbst begründet den KI-Vorstoß laut FT [3] mit einer Qualitätsverbesserung. Interne Tests hätten gezeigt, dass LLMs im Schnitt 13 Prozent weniger Fehler machen würden und 10 Prozent mehr Verstöße finden als Menschen.
Die Umstellung führt zur Entlassung von Mitarbeitern. Betroffen seien zunächst vor allem Vertragsfirmen, deren Verträge nicht verlängert werden. Bereits im Frühjahr hatte Meta angekündigt, rund zehn Prozent der Belegschaft zu entlassen [4] und gleichzeitig tausende Mitarbeiter in neue KI-Abteilungen zu versetzen. Letztlich dürfte ein hoher Automatisierungsgrad aber auch bei Meta selbst zu Einsparungen beim Personal führen.
Bislang soll Meta für die KI-Moderation Google Gemini eingesetzt haben. Die LLMs seien unter anderem mit früheren Entscheidungen menschlicher Prüfer bei Widerspruchsverfahren trainiert worden. Inzwischen wurden Mitarbeiter aber angewiesen, auf Metas eigenes Modell Muse Spark, dem ersten Modell der Muse-Reihe von Metas Superintelligence Labs umzusteigen. Schon im Juni 2025 hatte Meta begonnen, auch Risikoprüfungen für neue Funktionen weitgehend durch KI zu ersetzen [5] – damals ging es um Datenschutz- und Integritätsbewertungen für Facebook, Instagram und WhatsApp. Laut Informationen der FT soll es intern Kritik geben, dass die KI-Moderation zu schnell ausgerollt wird. Die LLMs machten Fehler wie das Sperren oder Unsichtbarmachen von harmlosen Inhalten. Zudem gebe es unzureichende Metriken zur Leistungsmessung. Meta weist dies zurück.
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Dass Transistoren künftig gestapelt werden müssen, um die Integrationsdichte von Halbleitern zu steigern, ist seit Jahren Konsens in der Halbleiterbranche. Selbst mit Gate-all-around-Mosfets (Gaafets) werden die Strukturen zunehmend so klein, dass sie im Bereich weniger Atome liegen. IBMs Halbleiterforschungsabteilung hat den ersten industrialisierbaren Fertigungsprozess mit gestapelten Transistoren vorgestellt.
Zwar ist der Konzern bereits vor Jahren aus dem Fab-Geschäft ausgestiegen und will bei Quantenprozessoren wieder einsteigen, es wird aber weiterhin aktiv geforscht. IBMs 2-nm-Prozess etwa nutzt der japanische Auftragsfertiger Rapidus. Den Prozess mit gestapelten, als CFET (Combined Fet) bezeichneten Transistoren ordnet der Konzern als 0,7-nm- oder 7-Ångstom-Prozess ein.
Die Fertigung der CFETs, die IBM Nanostack nennt, erfordert hohe Präzision, denn es werden zwei Wafer gestapelt. Das erinnert an Huaweis Logicfolding, allerdings in einer anderen Dimension: Während Logicfolding Funktionseinheiten verbindet, sind es beim Nanostack zwei Transistoren mit Größen im Nanometerbereich.
Auf einem Wafer fertigt IBM die N-, auf dem anderen die P-Kanal-Transistoren. Die werden versetzt gestapelt, um deren Verbindung zu vereinfachen.
Genutzt werden weiterhin Gaafets, IBM nutzt nach eigenen Angaben Nanosheets mit einer Dicke von nur 15 Siliziumatomen. Die Transistortypen zu trennen, hat laut IBM einen praktischen Vorteil: Es ermöglicht die Verwendung unterschiedlicher Basismaterialien. Das soll mehr Freiräume bei der Optimierung von N- und P-Kanal-Transistoren ermöglichen und damit die Grundlage für weitergehende Skalierung legen. Perspektivisch soll das Potenzial bis zum Jahr 2040 reichen.
Damit das Stapeln der Wafer funktionsfähige Chips ergibt, ist zum einen eine präzise Ausrichtung der Wafer erforderlich. Zudem muss deren Oberfläche extrem eben sein. Auch die Leiter der ersten Metallisierungsebene (M0) müssen enger zusammenrücken.
IBM hat deren Abstand (Pitch) auf 16 nm reduziert, was High-NA-EUV-Lithografie erforderlich macht. Zusätzlich wird Backside Power Delivery (BPD) genutzt, andernfalls wäre ein noch niedrigerer M0-Pitch erforderlich.
Im Vergleich zum eigenen 2-nm-Prozess erwartet IBM einen um 70 Prozent niedrigeren Energiebedarf und 50 Prozent höhere Schaltgeschwindigkeiten. Hierfür dürften kürzere Signalwege verantwortlich sein. Deutlich weniger spektakulär fällt hingegen die Steigerung der SRAM-Dichte aus, sie soll um 40 Prozent steigen.
Das liegt einerseits daran, dass Nanostack die Transistordichte nicht verdoppelt, andererseits am Aufbau typischer SRAM-Zellen: Die bestehen aus vier N-, aber nur zwei P-Kanal-Mosfets.
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Wenn Vodafone Segmentierungen im Kabelnetz durchführt, um die Nodes zu verkleinern, sei häufig Tiefbau nötig. Unternehmenssprecher Thorsten Höpken sagte Golem am 25. Mai 2026: "Das am häufigsten vorkommende Szenario ist der Traditional Node Split mit Tiefbau."
Vodafone unterscheide laut Höpken in verschiedene Segmentierungsszenarien: Beim Traditional Node Split (TNS) müsse Fiber verlegt werden und dafür sei Tiefbau notwendig. Beim Virtual Node Split (VNS) werde das neue Segment ohne Tiefbau über eine aufmodulierte Trägerfrequenz angeschaltet.
Dann führt Höpken bei Vodafone noch den Local Node Split (LNS) und 2nd US auf: Beim Local Node Split wird ein zusätzlicher Node ebenfalls ohne Tiefbau parallel aufgebaut. "Es wird, wenn vorhanden, eine freie Faser genutzt. 2nd US steht dagegen für die Neuschaltung eines zweiten Upstreams, ebenfalls ohne Tiefbau", erklärte Höpken.
Wenn rund 500 Haushalte am Node zu viel Traffic erzeugen, wird nach Golem-Informationen das Segment elektronisch im Node aufgeteilt. Die Haushalte von Straße A und B werden intern auf Schnittstelle 1 geschaltet, die Haushalte von Straße C und D auf Schnittstelle 2. Es müssen lediglich Techniker in die Verteilerstationen oder in die Kopfstelle (Headend) fahren und Kabel umstecken oder Karten tauschen.
Wenn die elektronische Aufteilung nicht mehr ausreicht, muss laut den Quellen ein neuer, zusätzlicher Fiber Node in die Straße gesetzt werden, um den Cluster geografisch zu verkleinern. Der Techniker öffnet den bestehenden Schacht oder den oberirdischen Verteilerkasten, greift sich eine Darkfiber, schließt einen neuen Node an und trennt das Koaxialkabel-Netz der betroffenen Straßen physisch auf den neuen Kasten auf.
Erst wenn in einem Gebiet bereits so oft segmentiert wurde, dass alle früher verlegten Reserve-Glasfasern im Rohr schon aktiv sind, müssten neue Glasfaserkabel von der nächsten Vermittlungsstelle bis zum Straßenverteiler eingeblasen oder verlegt werden. Ist kein Rohr mehr frei, muss nach den Angaben die Straße aufgemacht werden.
Auf den letzten Metern setzt Vodafone auf sein Kupfer-Koaxialkabel und DOCSIS 3.1. Die Glasfaserkabel enden meist an den Glasfaser-Knoten am Straßenrand und auf dem Bürgersteig, wo die optischen Signale aus der Glasfaser in ein elektrisches Signal umgewandelt werden.
Vodafone müsse die Anzahl der Kunden, die im Kabelnetz an einem Node hängen, weiter stark reduzieren. Das sagte Michael Langer, Director Quality, Network Evolution bei Vodafone Deutschland, bereits im Juni 2023 auf der Connect Conference in Dresden. "Wir investieren stark. Wir haben gesehen, was während Corona mit dem Netzwerk und den Nodes passiert ist. Wir schaffen mehr Segmente", betonte Langer. Man wolle mehr Kapazität und mehr Stabilität in das Netzwerk bringen, unterstrich er.
Langer sagte: "Das Koaxialkabel ist ein Shared Medium, je mehr wir das machen, je leistungsfähiger wird es." Man glaube, ein Segment sei mit 115 bis 120 Menschen am besten proportioniert.
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Nach einem monatelangen Tauziehen hat der Sächsische Landtag weitreichende Befugnisse für die Ermittler verabschiedet. Scharfe Kritik kommt von Bürgerrechtlern.
Der Sächsische Landtag hat am Mittwoch nach einer kontrovers geführten Debatte eine umfassende Reform des Polizeigesetzes verabschiedet. Mit einer knappen Mehrheit von 60 zu 53 Stimmen ebnete das Parlament den Weg für einen umfangreichen Ausbau digitaler Überwachungsbefugnisse im Freistaat mit einigen Änderungen am vorausgegangenen Regierungsentwurf [1]. Die regierende Minderheitskoalition aus CDU und SPD war dabei maßgeblich auf die Unterstützung des BSW angewiesen, aus dessen Reihen elf der fünfzehn Abgeordneten für das Gesetzesvorhaben votierten.
Demgegenüber stand das Nein der Fraktionen der Grünen, der Linken und der AfD. Ein SPD-Abgeordneter enthielt sich. Das neue Regelwerk, das bereits am heutigen Donnerstag in Kraft tritt, markiert eine Zäsur in der sächsischen Sicherheitspolitik: Es stattet die Polizei mit einem breiten Arsenal digitaler Ermittlungswerkzeuge aus, die weit in den digitalen Raum und das öffentliche Leben hineinreichen.
Zu den Kernstücken der Reform gehört die Erlaubnis, Künstliche Intelligenz für die automatisierte Videoüberwachung an Kriminalitätsschwerpunkten einzusetzen. Diese Systeme sollen künftig in der Lage sein, Personen nicht nur über mehrere Kameras hinweg zu verfolgen, sondern auch Verhaltensmuster, gefährliche Gegenstände und Gesichter im Rahmen einer biometrischen Fernidentifizierung in Echtzeit zu erkennen. Ferner erhalten die Behörden die Befugnis, verdeckte Kennzeichenscanner einzusetzen, um gestohlene Fahrzeuge im fließenden Verkehr aufzuspüren.
Auch im Internet wird der Spielraum erweitert: Ermittler dürfen Systeme nutzen, die Gesichter und Stimmen biometrisch mit frei zugänglichen Netzdaten abgleichen [2]. Für Ermittlungen in verschlüsselten Messenger-Diensten wie WhatsApp steht zudem der Einsatz von Staatstrojanern zur Quellen-Telekommunikationsüberwachung [3] bereit. Im analogen Bereich hat die Koalition etwa neue Kompetenzen zur Drohnenabwehr verankert.
Die Verabschiedung erfolgte unter Zeitdruck, da der sächsische Verfassungsgerichtshof Anfang 2025 Teile des bisherigen Gesetzes für verfassungswidrig erklärt und eine verfassungskonforme Neuregelung bis Ende Juni gefordert hatte. Ohne den rechtzeitigen Beschluss wären wesentliche polizeiliche Befugnisse ersatzlos ausgelaufen. Innenminister Armin Schuster (CDU) verteidigte die Novelle als einen ausgewogenen und dringend notwendigen Kompromiss, der Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Augenmaß verbinde. SPD-Mitglieder verwiesen darauf, dass die rasant wachsenden digitalen Datenberge im polizeilichen Alltag ohne automatisierte Analysesoftware nicht mehr zu bewältigen seien.
Aus den Reihen der Opposition und von Bürgerrechtsorganisationen hagelt es Kritik. Die Grünen sprachen von einer Farce und einem Grundrechts-Harakiri, bei dem künftig Algorithmen und intransparente Blackbox-Systeme darüber entscheiden, ob Menschen in einer Menschenmenge kontrolliert werden. Der Chaos Computer Club (CCC) zeigte sich besorgt über den Aufbau einer Überwachungsinfrastruktur und warnte vor großem Missbrauchspotenzial durch einen künftigen Techno-Faschismus. Die Linke warf der Regierung vor, das Parlament absichtlich zeitlich in die Bredouille gebracht zu haben, um eine tiefere gesellschaftliche Debatte zu verhindern.
Um die Zustimmung des BSW zu sichern, verzichtete die Koalition zwar auf den Einsatz der hochgradig umstrittenen Big-Data-Software des US-Anbieters Palantir und beschränkte den Einsatz von Tasern auf Spezialeinheiten. Gegner bezweifeln trotzdem, dass eine alternativ entwickelte Plattform mit ähnlicher Funktionsweise die grundsätzlichen verfassungsrechtlichen Bedenken entkräften kann. Da für eine erneute Normenkontrollklage mindestens dreißig Stimmen im Landtag nötig wären, Grüne und Linke gemeinsam jedoch nur über dreizehn Mandate verfügen, gilt eine zeitnahe gerichtliche Überprüfung des weitreichenden Gesetzes als unwahrscheinlich.
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Die Kassenärztliche Bundesvereinigung sieht in den geplanten neuen Cyberabwehrbefugnissen von BKA und Bundespolizei Risiken für die Schweigepflicht.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Regierungsentwurf für das „Gesetz zur Stärkung der Cybersicherheit [1]“ kritisiert. Zwar begrüße sie grundsätzlich das Ziel, die Cyberabwehr zu stärken, die geplanten Befugnisse dürften jedoch nicht zulasten der ärztlichen Schweigepflicht gehen. „Die verdeckten Abwehrmaßnahmen können auch Gesundheitsdaten von Versicherten betreffen, die von Vertragsärztinnen und -ärzten sowie Vertragspsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten verarbeitet werden“, heißt es von der KBV.
Ihrer Ansicht nach könnten die vorgesehenen verdeckten Cyberabwehrmaßnahmen auch Arztpraxen betreffen. Praxisverwaltungssysteme und die Telematikinfrastruktur seien regelmäßig Ziel von Schadsoftware, insbesondere Ransomware. Würden Sicherheitsbehörden auf kompromittierte Systeme zugreifen, könnten sie dadurch, ohne Wissen der Versicherten, auch auf besonders sensible Gesundheitsdaten stoßen, warnt die Ärztevertretung. Die Sorge der KBV kommt nicht von ungefähr: Einrichtungen des Gesundheitswesens gehören seit Jahren zu den bevorzugten Zielen von Cyberkriminellen [2].
Laut der Bundesregierung dienen die Befugnisse ausschließlich der Gefahrenabwehr und seien keine Überwachungsmaßnahmen. Nach Sicht der KBV ist für den Schutz der ärztlichen Schweigepflicht nicht entscheidend, welchem Zweck der staatliche Zugriff diene. Entscheidend sei, ob die Behörden tatsächlich Zugang zu vertraulichen Patientendaten erhalten könnten.
Die Ärztevertretung fordert deshalb [3], den besonderen Schutz von Berufsgeheimnisträgern nach § 62 Bundeskriminalamtgesetz auf die neuen Cyberabwehrmaßnahmen auszudehnen und auch im Bundespolizeigesetz eine entsprechende Regelung zu schaffen. So solle gewährleistet werden, dass die Kommunikation zwischen Ärzten, Psychotherapeuten und ihren Patienten auch im Rahmen staatlicher Cyberabwehrmaßnahmen besonders geschützt bleibt.
Mit dem Gesetzentwurf sollen die Befugnisse der Polizei erweitert werden, um Cyberangriffe schneller erkennen, bewerten und abwehren zu können. Vorgesehen ist unter anderem, Datenverkehr umzuleiten sowie auf kompromittierten IT-Systemen Daten auszulesen, zu löschen oder zu verändern.
Mit ihrer Kritik steht die KBV nicht allein. So warnt die Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG KRITIS) vor weitreichenden Eingriffsbefugnissen der Sicherheitsbehörden, fordert stärkere rechtsstaatliche Kontrollmechanismen und einen restriktiveren Umgang mit Sicherheitslücken. Während sich die AG KRITIS vor allem auf grundsätzliche Fragen staatlicher Cyberbefugnisse konzentriert, hebt die KBV insbesondere die Risiken für die ärztliche Schweigepflicht und den Schutz sensibler Gesundheitsdaten hervor.
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Das Interesse an „Grand Theft Auto VI“ entgeht auch Kriminellen nicht. Die ködern Opfer mit vermeintlich früherem Zugriff.
„Grand Theft Auto VI“, oder kurz „GTA 6“, wird langsam greifbar – Vorbestellungen sind jetz möglich, am 19. November wird das Spiel verfügbar. Das große Interesse an dem Spiel wissen aber auch Online-Kriminelle für sich zu nutzen.
Das berichtet Malwarebytes in einem Blogbeitrag [1]. Betrügerische Webseiten sprießen demnach wie Pilze aus dem Boden, die vermeintlich das anbieten, was viele Menschen sich derzeit wünschen: Einen Weg, „GTA 6“ zu spielen, bevor es offiziell veröffentlicht wird. Sie ködern Opfer mit markigen Sprüchen wie „Erhalte GTA 6 vor allen anderen“ oder „Kaufe VIP-Frühzugriff“ („Get GTA 6 before everyone else“, „Buy VIP early access“). Dafür seien lediglich einige hundert US-Dollar in Form von Kryptowährungen zu zahlen, ein Payment-Code einzugeben und schließlich angeblich das Spiel freizuschalten.
Eine betrügerische Webseite lockt mit „Early Access“ zu GTA 6.
(Bild: Malwarebytes)
Die Virenanalysten erklären, dass jede Webseite, die behauptet, einen Frühzugriff auf „GTA 6“ zu verkaufen, nicht von Rockstar Games autorisiert wurde und als betrügerisch angesehen werden sollte, bis Rockstar Zugangsmöglichkeiten über die offiziellen Kanäle verkündet. Ansonsten zahlen Opfer und erhalten dafür nichts als Gegenleistung – und weil es um Kryptowährungen geht, gibt es üblicherweise auch keine Möglichkeit, das Geld zurückzubekommen.
Die Spiele der „Grand Theft Auto“-Reihe erfreuen sich großer Beliebtheit, es handelt sich um eines der größten Franchises überhaupt. „GTA 5“ aus dem Jahr 2013 wurde mehr als 225 Millionen Mal gekauft. Das Schüren eines Hypes etwa mit der Verkündung des Verkaufspreises fünf Monate vor dem eigentlichen Start sowie der ab heute möglichen Vorbestellung – in Europa sollen 80 Euro für die Kopie fällig werden [2] – zieht daher jetzt auch Verbrecher an.
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Microsoft hat das ESU-Programm für Privatkunden ohne große Vorankündigung um ein weiteres Jahr verlängert.
Die Gnadenfrist für Windows 10 wird verlängert: Eigentlich sollten die Extended Security Updates (ESU) für Privatkunden [1] im Oktober 2026 auslaufen. Nun hat Microsoft aber ohne große Ankündigung seine Supportartikel aktualisiert [2] und weist lediglich in einer Fußnote auf die Änderung hin. Das Datum, an dem PCs im ESU-Programm das letzte Mal ein Sicherheitsupdate bekommen, ist jetzt der 12. Oktober 2027.
Auf Rechnern, die bereits für ESU registriert sind und Sicherheitsupdates bekommen, wird laut Microsoft kein weiterer Eingriff nötig; die Updates laufen nach Oktober 2026 einfach weiter. Auch an der Vorgehensweise, um noch nicht registrierte Windows-10-Installationen ins ESU-Programm zu setzen, ändert sich nichts.
Microsoft hatte ESU für Privatkunden bereits Ende 2024 angekündigt und im Sommer 2025 spezifiziert. Nach einigen Querelen um die Rechtmäßigkeit der Nutzungsbedingungen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) [3] ist die Teilnahme am ESU-Programm gratis, sofern man im EWR wohnt und sich mit einem Microsoft-Konto an Windows 10 anmeldet. Ansonsten kostet es einmalig rund 30 Euro – der Preis bleibt trotz der Verlängerung offenbar gleich.
Unabhängig davon läuft das ESU-Programm für Firmenkunden [4]: Diese haben keine Option, die erweiterten Sicherheitspatches gratis zu bekommen. Für Firmen lassen sich die ESU-Updates bis zu drei Jahre lang hinzubuchen; zudem haben sie gestaffelte Preise. Das erste Jahr kostet rund 60 Euro pro Rechner, fürs zweite Jahr verdoppelt sich der Preis auf rund 120 Euro und im dritten nochmals auf 240 Euro.
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(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)
Apple hat erste Hardware-Preise nach oben korrigiert, um bei explodierenden Speicherpreisen die Gewinnspanne zu wahren. Für Kunden wird es deutlich teurer.
Erst Vorwarnung, jetzt Vollzug. Eine Woche nach der Ankündigung von Tim Cook hat Apple jetzt die Preise mehrerer Produktkategorien nach oben gesetzt – und das deutlich. Am Donnerstag war dies bereits unter anderem bei Macs und iPads zu verzeichnen: Das populäre MacBook Air [1] verkauft der Hersteller nun erst ab 1400 Euro, zuvor lag der Einstiegspreis für das 13-Zoll-Modell mit M5-Chip noch bei 1200 Euro. Der Neuling MacBook Neo [2] kostet jetzt mindestens 800 Euro statt zuvor 700 Euro.
Schmerzhaft wird es auch beim MacBook Pro: [3] Statt bei 1900 Euro geht es jetzt erst bei 2200 Euro los, für das Spitzenmodell mit M5 Max, 128 GByte RAM und 8 TByte SSD sind nun über 11.300 Euro fällig. Im Handel liegen die Preise aktuell noch deutlich niedriger als beim Hersteller.
Der Mac Studio [4] startet neuerdings bei 3000 Euro, der lange für unter 600 Euro erhältliche Mac mini [5] M4 mit 256 GByte SSD liegt jetzt beim Hersteller bei 950 Euro. Einen iMac gibt es künftig erst ab 1800 Euro. Bei allen Desktop-Macs steht das M5-Update noch aus.
Ähnlich gestaltet sich die Preisanpassung bei iPads: Für das Basis-iPad [6], das als letzter Computer im Lineup Apple Intelligence nicht unterstützt, berechnet Apple jetzt knapp 500 Euro (zuvor 380 Euro).
Das iPad Air [7] beginnt bei 800 statt 650 Euro und das iPad Pro [8] kostet ab sofort mindestens 1300 Euro (zuvor 1100 Euro) – Tastaturhülle und Stift nicht mitgerechnet.
Selbst sehr alte Apple-Hardware kostet mehr: Die seit fast vier Jahren nicht mehr aktualisierte Apple-TV-Box springt sogar in der Basiskonfiguration über die 200-Euro-Marke auf neuerdings 230 Euro. Das mit Ethernet und Thread ausgerüstete Modell kostet jetzt stolze 300 Euro. Die Preise für HomePod und HomePod mini hat Apple ebenfalls erhöht. Sogar die Vision Pro wird mit einem neuen Einstiegspreis von 4000 Euro noch teurer.
iPhones und Apple Watches sind von den weltweit durchgeführten Preiserhöhungen – Stand Donnerstagnachmittag – nicht betroffen. In einer Stellungnahme deutete der Hersteller aber an, dass weitere Erhöhungen folgen könnten. Apple habe „jetzt einen Punkt erreicht, an dem wir damit beginnen müssen, die Preise zu erhöhen“, betonte ein Unternehmenssprecher gegenüber dem Wall Street Journal [9].
Die Schuld gibt der Konzern dem KI-Hype: Der schnelle Ausbau von KI-Datenzentren habe „einen außergewöhnlichen Anstieg der Nachfrage von Arbeitsspeicher und Speicher geschaffen“, zitiert Bloomberg aus einem Apple-Statement. Derart schnell und stark steigende Preise für Komponenten habe das Unternehmen noch nie beobachtet.
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Mensch mit M5-Chip und Patenten (Illustration): Apple Silicon hat den Mac verändert.
(Bild: Ronja Leppert / KI / heise medien)
Offiziell gibt Apple wenig über den Aufbau seiner Prozessoren preis. Hartnäckiges Forschen verrät jedoch, wie die M-Chips ticken.
Ganz allgemein ist von Apples M5 bekannt, dass er auf einer 3-Nanometer-Technologie basiert. Er ist mit der Apple Neural Engine (ANE) bestückt, in der sich wiederum 16 Rechenkerne eigens um KI-Aufgaben kümmern. Als Hauptprozessor kommt eine 10-Core-CPU (Central Processing Unit) zum Einsatz, die sich aus sechs Effizienz- und bis zu vier Performance-Kernen zusammensetzt. Dazu kombiniert Apple einen Grafikprozessor (Graphics Processing Unit, GPU) mit 10 Kernen sowie je einem Neural Accelerator für KI-Berechnungen.
Mit solchen Grafiken visualisiert Apple die Architektur seiner Apple-Silicon-Chips, hier der M5.
(Bild: Apple)
Die technischen Details seiner Chips verbirgt Apple unter den Abstraktionsebenen von Frameworks und steuert den Zugriff darauf über wohldefinierte APIs. Hinter diesem Sichtschutz lassen sich Technologien und Chip-Funktionen nicht nur entwickeln und optimieren, sondern auch ersetzen oder streichen. So muss Apple nichts erläutern und sich keiner Diskussion aussetzen, falls Apps dadurch nicht mehr funktionieren wie erwartet oder sogar abstürzen. Besonders Wissbegierige in den Communities forschen diesen verborgenen Funktionen nach.
So lässt sich etwa ein kleiner Transformer ganz ohne Core ML direkt für die ANE entwickeln und darauf trainieren. Ein solcher Transformer könnte ein kleineres, allgemeines Sprachmodell wie das von OpenAI oder Meta durch lokales Training für einen bestimmten Zweck ausprägen, etwa um Lyrik im Stil bekannter Poeten zu erzeugen.
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Ein litauisches Start-up verwandelt alte Smartphones in akustische Sensoren gegen Kampfdrohnen. Das Netz soll auf das gesamte Baltikum wachsen.
Russische Shahed-Drohnen sind tückisch, denn sie sind zu klein und fliegen zu tief für ein herkömmliches Radar. Doch sie haben einen Schwachpunkt: Ihr Kolbenmotor brummt, und niemand kann ihn überhören.
Genau hier setzt das litauische Start-up Mainline an. Es hat die Initiative Dronuradaras.lt [1] ins Leben gerufen, mit der ausgemusterte Android-Handys zur Entdeckung von Drohnen genutzt werden sollen.
Wie es auf der Seite der Initiative heißt, nehmen die Geräte die Umgebungsgeräusche auf, der Algorithmus in der App analysiert dabei in Echtzeit, ob das tieffrequente Brummen des Drohnenmotors zu hören ist.
Die App-Entwickler versprechen, dass kein kontinuierlicher Audiostream an die Zentrale geleitet wird. Das soll erst dann geschehen, wenn ein verdächtiges Geräusch ausgemacht wurde. Erst dann, so das Versprechen, schickt die App einen kurzen Audioschnipsel samt Zeitstempel und grob verschleiertem Standort an die Server von Mainline.
Dort gleicht das System den Audioclip mit öffentlichen Echtzeit-Flugdaten ab, um etwa vorbeifliegende Kleinflugzeuge auszuschließen, und kombiniert Meldungen mehrerer Geräte im selben Gebiet zu einer Triangulation.
Das Ergebnis: Kurs und Flugbahn des Objekts erscheinen auf einer öffentlichen Karte.
Die iranische Shahed-136 ist etwa 3,3 bis 3,5 Meter lang, bei einer Spannweite von rund 2,5 Metern. Leichte Materialien und geringe Abmessungen ergeben einen minimalen Radarquerschnitt.
Bodengestützte Systeme verwechseln die Drohnen deshalb regelmäßig mit Vogelschwärmen oder filtern sie als Störsignal heraus. Ihre niedrige Reiseflughöhe verschärft das Problem: Erst wenn eine Shahed fast über dem Radar auftaucht, wird sie sichtbar – oft zu spät für eine Reaktion.
Das Prinzip, dass die Initiative Dronuradaras nutzt, erinnert an die akustischen Spiegel aus dem Ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit. Damals richteten Militärs massive Betonschalen gen Himmel, um das Brummen anfliegender Kolbenmotor-Flugzeuge aufzufangen.
Der Unterschied ist jetzt, dass die Betonschalen durch Tausende Smartphone-Mikrofone und Künstliche Intelligenz ersetzt werden, die am Alltagslärm trainiert wurden. Rasenmäher, Autos und Propellermaschinen liefern dem System jene negativen Trainingsdaten, die es braucht, um Fehlalarme zu minimieren.
Das Team hinter der Initiative umfasst nach Angaben des litauischen Rundfunks [2] rund 20 Spezialisten sowie Partner wie die Lithuanian Artificial Intelligence Association und das Baltic Institute of Technology.
Als Ziel nennt Gründer Audrius Zujus 10.000 aktive Nutzer; das Netz soll auf die baltischen Staaten und Polen ausgedehnt werden. Künftig könnten auch Audiosignale von Überwachungskameras einfließen; Gespräche mit Mobilfunkbetreibern über Sensor-Installationen an Funkmasten laufen laut Bericht bereits.
Dass Litauen bei der Drohnenabwehr voranprescht, hat handfeste Gründe. Litauens Verkehrsminister Juras Taminskas zählte [3] auf der EU-Ratstagung in Luxemburg jüngste Vorfälle auf: eine Drohne, die in Rumänien in ein Wohngebäude einschlug, ein beschädigtes Öllager in Lettland, ein Abschuss im lettischen Luftraum sowie ein Absturz nahe einer Siedlung in Estland.
Taminskas fordert höhere EU-Investitionen in Erkennungs- und Abwehrsysteme sowie den beschleunigten Einsatz GPS-unabhängiger Technologien. Anti-Drohnen-Systeme schützen bereits den Hafen Klaipėda und den Flughafen Palanga, wie der litauische Rundfunk erklärt.
Parallel erprobten Anfang Juni auf dem litauischen Truppenübungsplatz Rūdininkai 15 Unternehmen aus sieben Ländern bei der Übung „Vanguard 26“ [4] Systeme zur Erkennung und Bekämpfung von Kamikaze-Drohnen und Ballons.
Dass die Shahed-Plattform längst über den Ukraine-Krieg hinaus proliferiert hat, darüber hat Telepolis kürzlich berichtet [5]: Die USA setzen mit der Lucas-Drohne ein offenes Reverse Engineering der Shahed-136 ein, Saudi-Arabien lässt mit der SkyWasp eine weitere Kopie produzieren.
Im Mai 2026 erreichten russische Drohnenangriffe auf die Ukraine mit über 8.150 gestarteten Systemen einen Rekordwert.
Dronuradaras befindet sich nach Angaben der Betreiber noch in der Entwicklungsphase. Wer Interesse hat, an dem Projekt mitzuwirken, kann sich aber schon auf eine Warteliste setzen lassen.
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Abelardo de la Espriella aka "El Tigre" hat die Stichwahl in Kolumbien gewonnen
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Lateinamerikas Linke liegt am Boden: In Lima und Bogotá triumphieren US-hörige Politiker. Genese und Folgen des rechten Momentums. Eine Analyse.
Mit dem Rechtsaußen-Kandidate [1]n Abelardo de la Espriella gewann [2] der Wunschkandidat Washingtons die kolumbianische Stichwahl. Sein linker Herausforderer Iván Cepeda trat bewusst in die Fußstapfen des ersten linken Präsidenten Gustavo Petro [3] – und scheiterte.
Dasselbe Szenario dürfte auch in Peru Wirklichkeit werden: Trotz Zweifeln [4] zeichnet [5] sich ein Sieg der Diktatorentochter Keiko Fujimori ab. Nach aktuellem Stand liegt sie uneinholbar vor dem linksliberalen Kandidaten Roberto Sánchez.
Damit bestätigt [6] sich ein bereits zuvor begonnener Trend: Die politische Rechte gewinnt an Boden. Nach Bolivien [7] oder Chile (in Santiago übernahm [8] mit José Antonio Kast der Sohn eines Wehrmachtsoffiziers und NSDAP-Mitglieds das politische Zepter) scheint der rechte Aufschwung unaufhaltsam.
Denn auf Santiago folgte Quito: Mit Daniel Noboa setzte sich [9] 2025 der amtierende Präsident durch – Millionärsspross einer Bananen- und Immobilienmogulfamilie.
Noboa, der sich als neurechter "Anti-Politiker" ganz dem US-Zeitgeist einer regierenden Plutokraten- und Tech-Elite hingab, stellt neben den traditionellen konservativen Hochburgen des Kontinents – El Salvador unter Bukele [10], Paraguay unter Peña, Costa Rica unter Präsidentin Chaves – die Flanke einer nun noch breiteren rechten Aden-Front.
Die Wahl in Kolumbien wurde von vielen Beobachtern als inoffizielles Referendum über die Amtszeit Petros eingeordnet [11]. Mit dem negativen Ende ein Abbruch eines erstmaligen linken Aufbruchs.
Die Wahl Fujimoris in Peru hingegen ist in gewisser Hinsicht Kontinuität: Reuters bezeichnet [12] den erwarteten Wahlsieg als die "Rückkehr einer der polarisierendsten politischen Familien Lateinamerikas".
Keiko Fujimori scheiterte zuvor dreimal knapp an der Präsidentschaft. Dennoch prägte ihr Familienname die Politik des Landes: Zwischen 1992 und 2000 regierte [13] ihr Vater Alberto Fujimori nach einem Putsch und der Auflösung des Kongresses als de facto-Diktator über die Andenrepublik.
Beiden Wahlen ist ein äußerst knappes Ergebnis gemein: Fujimori gewann [14] mit etwa 50,1 Prozent – der Abstand betrug nur wenige Zehntelprozentpunkte. Auch in Bogotá brauchte man die Lupe: De la Espriella siegte [15] mit einem Vorsprung von 0,96 Prozent.
Erschwerend trat in Peru eine Besonderheit des nationalen Wahlrechts hinzu [16]: Da Fujimoris Vorsprung nur 28.100 Stimmen betrug, beantragte die unterlegene Linke eine Überprüfung. Rund 1.500 Wahlprotokolle wurden geprüft – doch über 1.700 strittige Protokolle blieben mangels Finanzierung ungeprüft, denn die Überprüfung ist von den Kandidaten zu finanzieren.
Sowohl Fujimori als auch De la Espriella dürften mehrheitlich nicht wegen, sondern trotz ihrer Biografien gewählt worden sein.
Zwar wird Alberto Fujimori von einer bedeutenden Minderheit in Peru wegen der Bekämpfung vermeintlichen Terrorismus und einer wirtschaftlichen Stabilisierung verklärt – die freilich primär seiner Familie und Klientel zugutekam. Doch werden Keiko Fujimoris politische Ambitionen durch das Erbe erheblich getrübt: Menschenrechtsverletzungen, Machtmissbrauch, Nepotismus.
Den Gipfel erreichte der neue Fujimorismus in einer skandalösen Reminiszenz an die sogenannten "vermummten Richter" (jueces sin rostro [17]). Unter Alberto Fujimori führte [18] Peru Anfang der 1990er Jahre Sondergerichte im Kampf gegen die maoistische Guerilla Leuchtender Pfad [19] ein – unter klarer Umgehung rechtsstaatlicher Mindestprinzipien.
Heute will die Tochter diese Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität richten.
Hinzu kommt der Odebrecht-Skandal [20]: Der brasilianische Baukonzern soll Bestechungsgelder in Millionenhöhe verteilt haben. Eine potenzielle Adressatin [21]: Keiko Fujimori. Unter politischem Druck wurden weite Teile der Anklagen juristisch abgeräumt [22], entkräftet sind sie deswegen nicht. Zwischenzeitlich saß sie gar in U-Haft.
Auch De la Espriella ist kein unbeschriebenes Blatt: Der Millionär und Anwalt macht [23] aus seiner Bewunderung für Trump und Bukele keinen Hehl – dies beruht auf Gegenseitigkeit: Espriella ist der Kandidat mit ausdrücklichem Segen [24] aus dem Weißen Haus.
Im Hintergrund dürfte ein geopolitischer Kuhhandel stehen. Inmitten des Drucks auf Venezuela und angesichts massiver eigener kolumbianischer Drogenprobleme befürwortete [25] Espriella öffentlich einen US-Militärschlag und ein neoliberales Schockprogramm.
Wiederholt trat Espriella zudem als anwaltliche Vertretung rechter paramilitärischer Gruppen in Erscheinung. Sein beruflicher Werdegang – er verteidigte dutzende extrem rechte Mordbrenner, wie politischer Aufstieg könnte eng mit Netzwerken verbunden sein, die aus dem Krieg gegen die FARC hervorgingen [26]. Im Wahlkampf kokettierte [27] er gerne mit deren Rhetorik: Narcos seien wie "Ratten und Kakerlaken" zu verfolgen.
Als wohl wahlentscheidend zeichnete sich ein Muster ab: Die Sicherheitskrise spitzt sich zu, die lateinamerikanische Linke scheiterte an pragmatischer Realpolitik, und die alltäglichen Armutsprobleme blieben weitgehend ungelöst.
Unter Petro verschlechterte sich die kolumbianische Sicherheitslage in mehreren Regionen; bewaffnete Gruppen erstarkten, der Friedensprozess stagnierte, Entführungen und Kokainhandel florieren. Auf den ersten Blick versprechen nun – nach einer entscheidenden Desillusionierung linker Lösungsansätze – sowohl Fujimori als auch Espriella für derlei Probleme Abhilfe.
Entscheidend ist jedoch auch eine wahldemographische Pendelbewegung: Seit Jahrzehnten schwanken diverse Staaten zwischen sozialstaatlichem Aufbau, rechter Gegenreformation, sozialistischer Erstarrung und marktwirtschaftlicher Schocktherapie – oftmalig treten US-Interventionen oder Sanktionen hinzu.
In vielen Ländern scheiterte die Linke nicht an ihren Zielen, sondern an ihrer Regierungsfähigkeit, an ihrer abrechenbaren Performance. Die wirtschaftliche Unsicherheit dürfte – neben der Sicherheitsthematik – ein Hauptgrund für die Abkehr von Petro in Kolumbien gewesen sein.
Nicht außer Acht gelassen werden darf zudem: Die politische Rechte setzt mit dem sogenannten Lawfare (dem Einsatz juristischer und institutioneller Mittel gegen politische Gegner) einen repressiven Grundrahmen [28] ihrer Macht. Die USA als Macht im Hintergrund favorisieren [29] rechts-autoritäre Regierungen – eine Tendenz, die den aktuellen Zeitgeist auf dem gesamten Kontinent prägt.
Betrachtet man die Bolivarische Revolution unter Hugo Chávez [30] als ersten neuen Zyklus auf dem Kontinent Simón Bolívars – die rund 15 Jahre linkspopulistische Regierungen trug –, folgte mit den 2010er-Jahren unter Correa, Lula, Morales oder Maduro eine letztlich erfolglose links-sozialstaatlich-institutionalisierte Phase.
Deren Ende scheint gekommen: Die aktuelle dritte Phase gehört dem Aufstieg einer neoliberal-libertären, konservativ-regressiven Sicherheitsrechten im Windschatten des Trumpismus.
Die Folgen dürften weitreichend sein: Lulas Brasilien und Kuba werden bald von konservativen Feinden umgeben sein. Da De la Espriella als ausgesprochen anti-maduristisch und US-hörig gilt, droht neues militärisches Unheil gegen die Koka-Industrie als bekanntes Einfallstor des US-Interventionismus.
Moskau verliert primär symbolischen Einfluss. Die Peking-Frage hingegen bleibt offen: Die neue Rechte wird den Kontinent nicht zwangsläufig allein den USA überlassen – sie ist auf chinesische Handelsinteressen und Kapitalströme angewiesen. Eine deutliche Verschiebung in Richtung starker Bindung an Washington ist dennoch wahrscheinlich. Ein Balanceakt, der in Zeiten einer sich verschärfenden sino-amerikanischen Konfrontation immer schwieriger werden dürfte.
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Ein internes Papier des BMVg enthüllt die Details der neuen "Verteidigungsaufstellung 2029". So soll die Truppe im Ernstfall mobilisiert werden.
Generalinspekteur Carsten Breuer stellte dem Verteidigungsausschuss des Bundestages am 24. Juni ein als Verschlusssache eingestuftes Dokument vor, das die Bundeswehr grundlegend umkrempelt.
Die sogenannte Verteidigungsaufstellung 2029 [1] beschreibt, wie Deutschlands Streitkräfte nach einer Mobilmachung gegliedert sein werden, und dabei wird mit einer Gesamtstärke von 460.000 Soldatinnen und Soldaten gerechnet.
Aktuell stehen laut Bundeswehr-Personalstatistik [2] gerade einmal 185.608 aktive Militärangehörige in den Büchern. Die Lücke soll vor allem die Reserve füllen.
Das Datum 2029 ist kein Zufall. Nach Einschätzung der Nato und des Verteidigungsministeriums könnte Russland zu diesem Zeitpunkt in der Lage sein, Bündnisterritorium anzugreifen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) formulierte das strategische Fernziel in der im April vorgelegten Militärstrategie [3] unmissverständlich: Deutschland solle die "konventionell stärkste Armee Europas" aufbauen. Der Bundestag hatte dafür bereits im März 2025 die Schuldenbremse gelockert, für Infrastruktur und Klimaneutralität verabschiedete der Bundestag zudem ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro [4].
Tritt der Kriegsfall ein, kippt die gesamte Friedenslogik der Bundeswehr. Aufgaben, die im Friedensalltag Priorität haben – darunter die Katastrophenhilfe bei Hochwasser, Waldbränden oder Infrastrukturschäden – werden laut BMVg "geringer priorisiert oder wegfallen".
Personal werde "konsequent auf verteidigungsrelevante Aufgaben ausgerichtet", nicht-aktive Einheiten wachsen auf, das Alarmierungssystem wird komplett neu justiert.
Breuer brachte die Stoßrichtung laut Defence Network [5] auf den Punkt: "Im Ernstfall fällt weg, was nur im Frieden relevant ist".
Für Kommunen, Landkreise und den zivilen Katastrophenschutz mit seinen 1,7 Millionen Feuerwehrleuten bedeutet das: Sie stehen im Verteidigungsfall auf sich allein gestellt da, und zwar ausgerechnet dann, wenn russische Sabotage und Angriffe auf Infrastruktur das Inland treffen oder Raketen einschlagen.
Wie fragil die zivile Seite aufgestellt ist, machten Generalleutnant Gerald Funke und Generalleutnant André Bodemann auf einem Symposium der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik [6] deutlich.
Funke, Befehlshaber des Unterstützungskommandos, rechnete vor: Allein die Versorgung einer einzigen Heeresbrigade bei normaler Kampfintensität erfordere rund 100 Standard-Container pro Tag. Gleichzeitig müssten bis zu 800.000 alliierte Soldaten und 200.000 Fahrzeuge innerhalb von sechs Monaten durch Deutschland Richtung Ostflanke verlegt werden.
Bodemann warnte laut Bericht des Defence Network vor einem oft übersehenen Problem: "70 Prozent aller Lkw-Fahrer in Deutschland haben keinen deutschen Pass". Im Kriegsfall würden viele in ihre Herkunftsländer zurückkehren, um dort zu kämpfen.
Ein Kollaps von Brücken in Deutschland käme hinzu – doch ausgerechnet hier fand der Operationsplan Deutschland (OPLAN DEU) eine unerwartete Ressource: Die Autobahn GmbH verfügt über gut bestückte Ersatzbrückenlager und könnte kurzfristig Flussübergänge sichern. Bodemann regte an, bereits jetzt an kritischen Stellen wie der Oder Fundamente vorzubereiten.
Die Reserve erhält in der Verteidigungsaufstellung eine "herausgehobene Bedeutung". Reservisten sollen so tief in aktive Strukturen integriert werden, dass sie im Krisenfall "sofort Seite an Seite" mit regulären Kräften einsatzbereit sind.
Pistorius beziffert den Zielkorridor auf etwa 260.000 aktive Soldaten plus rund 200.000 Reservisten. Um diesen Aufwuchs zu erreichen, diskutiert die Politik bereits über eine Grundbeorderung bis zum 65. Lebensjahr [7] und die Abschaffung der bisherigen doppelten Freiwilligkeit bei Reserveübungen.
Parallel trainiert die Luftwaffe auf zivilen Flughäfen [8] den Ausweichbetrieb nach dem Nato-Konzept Agile Combat Employment (ACE), weil feste Militärbasen im Ernstfall als erste unter Beschuss gerieten.
Ministerialdirigent Christoph Hübner vom Bundesinnenministerium gab laut Defence Network unterdessen zu, dass nicht einmal eine verschlusssichere Kommunikation zwischen Bund, Ländern und Kommunen funktioniere: "Das ist trostlos".
Die Verteidigungsaufstellung wird mindestens jährlich überprüft. Ob Deutschland die 460.000 Soldaten bis 2029 tatsächlich erreicht, steht auf einem anderen Blatt.
Wie der ehemalige Nato-Befehlshaber General a.D. Jörg Vollmer warnte eindringlich [9]: Werde das Ziel verfehlt, gehe die Truppe "ohne Munitionsbevorratung für 30 Tage, ohne Vollausstattung, ohne vollständige sanitätsdienstliche Unterstützung" in den Einsatz.
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Von der Produktivitätsrevolution zur Kostenfalle: KI-Coding könnte Unternehmen bald teurer kommen als das Entwicklergehalt, prognostizieren Marktforscher.
Zunehmender Tokenverbrauch und die Umstellung auf verbrauchsbasierte Abrechnungsmodelle werden laut Prognose der Marktforscher von Gartner Coding mit generativer KI zunehmend verteuern. 2028 dürften die Tokenkosten pro Entwickler dann laut Gartner den globalen Durchschnittslohn eines Entwicklers übersteigen. Die Prognose basiert auf einem weltweiten Mittelwert von rund 2.000 US-Dollar pro Monat – also deutlich unter dem, was man in Deutschland in der Branche verdient.
Gartner-Analyst Nitish Tyagi betonte auch, dass die Kosten natürlich nicht jedes Entwicklergehalt auf der Welt übersteigen würden – in den USA werde etwa deutlich besser bezahlt als in Indien. Laut Gartnerdaten würden aber schon sechs Prozent der Unternehmen Token-Kosten von über 2000 US-Dollar pro Entwickler pro Monat erreichen, was über dem typischen Gehalt indischer Entwickler mittlerer und höherer Erfahrungsstufen liege.
„Unternehmen gehen rasch von der Testphase zur groß angelegten Einführung von KI-Codingsagenten über, doch viele unterschätzen die finanziellen Auswirkungen des steigenden Token-Verbrauchs“, führte Tyagi weiter aus. Mehr Disziplin beim Tokenverbrauch werde aber nicht allein aus den Entscheidungen der Entwickler erwachsen. Die neigten Tyagis Ansicht nach eher zu Komfort und Schnelligkeit als zu Kosteneffizienz. Ohne ein geregeltes Betriebsmodell für die Entwicklung könnten die Kosten in den Unternehmen schneller steigen als die Produktivitätsgewinne, die KI-Tools erreichen sollen.
„Führungskräfte im Bereich Softwareentwicklung sind zunehmend besorgt, da sich tokenbasierte KI-Ausgaben immer schwerer rechtfertigen lassen und Budgets oft früher als erwartet aufgebraucht sind“, sagte Tyagi. Unter anderem hatte im April der Uber-CTO Praveen Neppalli Naga mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, dass das jährliche Token-Budget der Firma bereits aufgebraucht sei. Darauf legte Uber-Präsident Andrew Macdonald im Mai in einem Podcast nach, dass der Nutzen des KI-Einsatzes auch nicht klar sei [1]. Ein Zuwachs an nützlichen Funktionen für Verbraucher habe sich nicht abgezeichnet. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Deutschland, wo laut einer Bitkom-Umfrage rund ein Drittel der befragten Unternehmen von den Kosten ihres KI-Einsatzes überrascht worden ist [2].
Laut Gartner [3] mangelt es bei den Anbietern auch an Transparenz bei der Berechnung und Abrechnung des Token-Verbrauchs. Integrierte Funktionen zur Kostenoptimierung in ihren KI-Codierungsagenten hätten die Anbieter ebenfalls noch nicht bereitgestellt. Das mache es den Unternehmen schwerer, Kosten genau zu prognostizieren und zu kontrollieren.
Hinzu komme ferner die mangelhafte Steuerung der Nutzung in den Unternehmen, die für übermäßige Ausgaben sorge. Als häufige Fehlerquellen nennt Gartner etwa unkontrollierte Autonomie in agentengesteuerten Arbeitsabläufen sowie überladene Kontextfenster. Insgesamt dürfte sich die Preisspirale noch weiter drehen, schätzt Tyagi ein: „Die Kosten für KI-Coding werden weiter steigen, da Infrastrukturinvestitionen und Herausforderungen bei der Rentabilität die Modellpreise in die Höhe treiben.“
Um die Kosten im Griff zu halten, empfehlen die Gartner-Analysten unter anderem Tokenschwellenwerte und automatisierte Überwachung einzuführen. Ebenfalls sollten Aufgaben für die KI möglichst segmentiert werden, damit sie auch von kleineren Modellen bewältigt werden können. Spitzenmodelle sollten lediglich für komplexe Aufgaben mit hoher Wertschöpfung zum Einsatz kommen. Ferner sollten Entwickler geschult werden, ihre KI-Prompts auf Sparsamkeit zu optimieren, indem sie nur relevante Informationen einbeziehen und Inhalte nach Möglichkeit zusammenfassen.
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In der Episode diskutieren Ralf D. Müller und Andreas Monschau über „wohlbekannte“ Anti-Pattern, die jedes Softwareprojekt zum Scheitern bringen.
Softwareprojekte sind chaotisch, anstrengend und voller Überraschungen. Und ganz ehrlich: So soll es auch bleiben. Ordnung würde ja nur den Spaß verderben. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die glauben, man könnte Projekte wirklich zum Erfolg führen … unglaublich, oder?
In dieser Folge werfen Andreas Monschau und Ralf Müller einen Blick auf goldene Anti-Pattern, mit denen sich Softwareprojekte besonders zuverlässig ruinieren lassen. Nicht alle, aber einige besonders wirkungsvolle Regeln kommen auf den Tisch, welche genau, verraten die beiden vorab aber nicht. Nur so viel: Die Muster sind nicht ausgedacht. Sie begegnen Entwicklerinnen und Softwarearchitekten in echten Projekten immer wieder – oft gut getarnt als Pragmatismus, Zeitdruck oder „das haben wir schon immer so gemacht“. Manche entfalten ihre volle Zerstörungskraft sofort, andere erst Monate später.
Am Ende bleibt die Frage: Wenden wir alle diese Anti-Pattern weiterhin mit beeindruckender Konsequenz an – oder verändern wir vielleicht doch etwas?
Andreas Monschau [1] spricht bei den IT-Tagen 2026 am 12. Juli in Frankfurt. Mit dem Code ITT26-SIS-352 erhalten Interessierte 100 Euro Rabatt auf ein Ticket.
Die Ausstrahlung findet am Freitag, 26. Juni 2026, live ab 13:00 Uhr statt. Die Folge steht im Anschluss als Aufzeichnung bereit. Während des Livestreams können Interessierte Fragen via Twitch-Chat, YouTube-Chat oder anonym über das Formular auf der Videocast-Seite [3] einbringen.
software-architektur.tv ist ein Videocast von Eberhard Wolff, iX-Blogger und bekannter Softwarearchitekt [4], der als Head of Architecture bei SWAGLab arbeitet. Zum Team gehören außerdem Lisa Maria Schäfer [5] (Socreatory) und Ralf D. Müller [6] (DB Systel). Seit Juni 2020 sind über 250 Folgen entstanden, die unterschiedliche Bereiche der Softwarearchitektur beleuchten – mal mit Gästen, mal solo mit Wolff, Schäfer oder Müller. Seit mittlerweile mehr als zwei Jahren berichtet iX (heise Developer) über die Episoden.
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(Bild: Wolf Hosbach / KI / iX)
Das offizielle Rust Commercial Network organisiert Firmen und professionelle Anwender der Sprache zum Austausch mit dem Projektkern.
Die gemeinnützige Rust Foundation hat als Trägerorganisation für die Programmiersprache Rust [1] das Rust Commercial Network (RNC) gestartet. In diesem organisieren sich industrielle und kommerzielle Anwender. Ziel ist es, den Austausch unter ihnen zu fördern, Interessen zu bündeln, mit dem Rust-Projekt zu kommunizieren und finanzielle Quellen zu erschließen.
Die Rust Foundation begründet den Schritt [2] mit der steigenden Bedeutung von Rust. Die Sprache hat sich „von einer vielversprechenden zu einer Last tragenden Sprache“ gewandelt. Sie arbeitet im Kern von Betriebssystemen, Cloud-Plattformen, Automotive-Systemen und der öffentlichen Infrastruktur. Organisationen, die sich auf Rust verlassen, sollen „ihre realen Erfahrungen in eine konstruktive Kraft für die Sprache und ihre Maintainer wandeln“.
Die kostenlose Mitgliedschaft steht offen für professionelle Anwender, Firmen, Forschungseinrichtungen und Organisationen. Aber kommerzielle Mitglieder sollen durchaus [3] „sinnvolle Möglichkeiten finden, das Rust-Projekt finanziell zu unterstützen“.
Zu den Gründungsteilnehmern gehören Amazon, ARM, Canonical, Google, JetBrains, Microsoft und OpenAI. Die Teilnehmer treffen sich regelmäßig, bilden Arbeitsgruppen, veröffentlichen Dokumente und Empfehlungen. Mit dabei sind auch immer Mitglieder der Foundation und des Projekts. Neben Treffen in Persona gibt es einen Zulip-Chat [4].
Das Rust Team erhofft sich strukturierte Informationen über Anwenderbedürfnisse im produktiven Einsatz, während die RCN-Mitglieder in engem Kontakt zum Team ihren Einfluss geordnet und koordiniert ausüben. Interessenten können sich über die GitHub-Seite des RCN [5] bewerben.
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