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Lucas-Drohne: US-Streitkräfte rüsten Kamikaze-Schwarm mit KI aus

Von Andreas Donath — 27. Juni 2026 um 16:20
Bislang waren die günstigen Shahed-Nachbauten der USA simple Einwegwaffen. Jetzt sollen sie miteinander kommunizieren und im Schwarm angreifen.
Lucas-Drohne (Bild: ShieldAI)
Lucas-Drohne Bild: ShieldAI

Das US-Verteidigungsministerium hat Shield AI damit beauftragt, seine Hivemind-Autonomiesoftware in die Lucas-Drohne zu integrieren, berichtet The War Zone.

Lucas, kurz für Low-Cost Uncrewed Combat Attack System, ist ein einfacher Einwegflugkörper, der konzeptionell auf dem iranischen Shahed-136 basiert und rund 35.000 US-Dollar pro Stück kostet. Hivemind soll die Drohnen befähigen, Bewegungen zu koordinieren, gemeinsam zu manövrieren und sich in Echtzeit an veränderte Gefechtsbedingungen anzupassen. Ein einziger Soldat soll dabei einen gesamten Schwarm steuern können.

Ukraine ist für die USA Testlabor, Iran der erste eigene Einsatzort

Shield-AI-Mitgründer Brandon Tseng bestätigte, dass die Technologie bereits in der Ukraine erprobt wurde. Dort seien in den vergangenen Monaten KI für Einwegdrohnen geliefert worden. Laut Tseng stieg die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich. Sei vorher von zehn Drohnen eine ins Ziel gebracht worden, gelangten nun 10 von 10 ins Ziel. Lucas selbst kam erstmals im Februar 2026 im Rahmen des gemeinsamen US-israelischen Angriffs auf Iran zum Einsatz. US-Centcom-Chef Admiral Brad Cooper nannte die Drohnen dabei schlicht "unverzichtbar". Erste Flugtests mit integriertem Hivemind sind für Juli 2026 geplant.

Masse allein reicht nicht mehr

Schwärme autonomer Drohnen, die ohne kontinuierliche menschliche Steuerung navigieren, Hindernisse umfliegen, Abwehrsysteme übersättigen und bei Signalverlust eigenständig agieren – das sei das Ziel. Wenn zehn oder zwanzig günstige Drohnen nötig seien, um ein Ziel zu treffen, seien sie am Ende nicht mehr günstig, fasste Tseng zusammen. Wenn eine Drohne ausreiche, ändere sich die Kosten-Wirkungs-Rechnung grundlegend. Die letzte Entscheidung über den Einsatz letaler Gewalt soll dabei stets beim Menschen liegen, so das erklärte Prinzip.

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Störungsmeldung vom 26.06.2026 12:00

Von heise online — 26. Juni 2026 um 12:00

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
26.06.2026 12:00
Region
Berlin (030)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

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✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 25.06.2026 15:15

Von heise online — 25. Juni 2026 um 15:15

Neue Störungsmeldung für Provider 1&1

Details

Beginn
25.06.2026 15:15
Region
Hamburg (040)
Provider
1&1
Zugangsart
VDSL

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Wie ihr euer NAS am besten für Datei-Sharing nutzt | c’t uplink

Von Heise — 27. Juni 2026 um 06:30

Wie kommt man am Besten an seine Dateien auf dem NAS? SMB/AFS/NFS/Webdav, Nextcloud, Syncthing, Qsync? Der Podcast bringt Tipps und Ideen aus der c’t-Redaktion.

Jetzt habt ihr euer NAS, um eure Dateien lokal zu speichern statt bei Google Drive, OneDrive oder Dropbox. Aber wie denn nun konkret? Bindet man den Netzwerkspeicher einfach als SMB-Share ein? Installiere ich umständlich eine Nextcloud? Bringt das NAS vielleicht was mit, beispielsweise Qsync von Qnap? Und was können diese Peer-2-Peer-Lösungen wie Syncthing, Resilio und Seafile? Oder machen Localsend und KDE Connect den ganzen Kram nicht viel einfacher? Im Podcast gehen die c’t-Redakteure Niklas Dierking, Stefan Porteck und Jörg Wirtgen diese Fragen durch.

Zuerst die einfachste Lösung, ein Netzwerk-Share. Wir diskutieren die Vor- und Nachteile der gängigsten Protokolle SMB, NFS, Webdav und AFP und gehen dann auf die strukturellen Eigenschaften ein: Die Dateien liegen dann nicht lokal vor, sondern man benötigt ständig eine Netzwerkverbindung, und um von außerhalb des eigenen LANs zuzugreifen, muss beispielsweise der Router ein VPN- oder Wireguard-Netz aufspannen und man muss das irgendwie per DynDNS finden. Auch wie gut das auf dem Smartphone geht, erwähnen wir.

Eine Alternative wäre, Nextcloud auf dem NAS zu installieren: Die Daten liegen dann lokal vor, allerdings benötigt man DynDNS und VPN weiterhin. Wir sind einerseits zufrieden damit, auch weil die meisten Nextcloud-Clients ganz gut mit virtuellen Dateien umgehen können (die nur auf Wunsch lokal gepuffert vorliegen). Andererseits haben wir alle drei Zuverlässigkeits- und Geschwindigkeitsprobleme mit Nextcloud festgestellt, vielleicht aber auch aufgrund zu schwachbrüstiger NAS-Geräte. Gerade wenn man einen Reverse Proxy benötigt, der den DynDNS-Namen innerhalb des LANs auf eine lokale IP umbiegt, damit Transfers nicht auf die Geschwindigkeit der Internet-Anbindung beschränkt sind, und wenn man das beispielsweise mit einem PiHole im Docker auf dem NAS löst, könnten einige NAS überfordert sein.

Einen interessanten Tipp brachte Niklas: OpenCloud ist ein abgespeckter Fork von Nextcloud, der vielleicht performanter läuft. Was auch einen Blick wert ist: Die Software, die das NAS mitbringt. Qnap beispielsweise kommt mit Qsync, was ein ähnlicher Dienst ist: Clients für Windows, macOS, Linux, Android, iOS; die Clients verbinden sich im LAN automatisch direkt per IP; DynDNS über Qnap-Dienste eingebaut; virtuelle Dateien funktionieren einigermaßen.

Weitere Alternativen sind Peer-2-Peer-Lösungen. Eigentlich synchronisieren sie Verzeichnisse zwischen zwei Geräten, die dazu eingeschaltet sein müssen. Auf den ersten Blick klingt es unpraktisch, extra seinen PC einschalten zu müssen, damit das Handy auf aktuellen Stand kommt. Aber der Trick beim NAS ist natürlich, dort einen Client permanent laufen zu lassen. Vorteil der Systeme: Sie fummeln sich von selbst durch die Firewall, sodass man keinen DynDNS benötigt, und der lokale Zugriff erfolgt automatisch schnell. Syncthing machte sich als solches Peer-2-Peer-System bei allen drei gut, auch weil es das für einige NAS als native Anwendung gibt. Allerdings fehlen virtuelle Dateien. Zur Sprache kommen auch die Alternativen Resilio Sync und Seafile.

Schließlich sprachen wir über ganz andere Lösungen, um explizit nur einzelne Dateien auszutauschen, aber auch beispielsweise Zwischenablagen, und das ganze auch ohne Usernamen und Passwörter einfach mit Leuten im gleichen Raum – so etwas wie Apple AirDrop oder Google Quick Share, nur systemübergreifend. Gute Erfahrungen gabs mit Localsend und mit KDE Connect – das anders als der Name vermuten lässt, auch Clients für Windows, macOS, Android und iOS bereit hält.

Zu Gast im Studio: Niklas Dierking, Stefan Porteck
Host: Jörg Wirtgen
Produktion: Tobias Reimer

► Der von Niklas erwähnte Newsletter c’t Open Source Spotlight [8]

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Ukraine-Krieg: Russlands Hardliner fordern den Atomschlag

Von Telepolis — 27. Juni 2026 um 16:00
Eine atomare Explosion mit einem Pilzkopf und Rauchwolken.

Die Eskalation des Ukraine-Krieges: Hardliner in Russland drängen auf den Einsatz von Atomwaffen.

(Bild: males_design / Shutterstock.com)

Nach den schweren Angriffen auf Moskau fordern Kreml-Hardliner den Einsatz von Atomwaffen. Gerät Wladimir Putin jetzt unter Zugzwang?

Wer in diesen Tagen Bilder aus Russland in den Medien sieht, sieht etwa schwarzen Rauch über der Moskauer Skyline oder brennende Tanks in Wolgograd. Und in zahlreichen Berichten heißt es, die Lage auf der Krim verschlechtere sich für die Bevölkerung.

Dass der Krieg in der Ukraine einmal eine solche Wendung nehmen würde, hatte man sich im Kreml wohl nicht vorgestellt. Da es nun aber soweit gekommen ist, wächst der Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: Einflussreiche Nationalisten rufen [1] laut Reuters dazu auf, den Krieg massiv zu eskalieren – und auch Atomwaffen einzusetzen.

Ein Beispiel ist der nationalistische Unternehmer Konstantin Malofejew. Nach dem Angriff auf eine Moskauer Ölraffinerie erklärte er in seinem Telegram-Kanal scharf: "Krieg bedeutet Sieg um jeden Preis. Die Ukrainer befinden sich im Krieg, also kämpfen sie mit allem, was sie haben".

"Warum setzen wir keine Atomwaffen ein, die unsere Vorfahren mit der ganzen Macht der Nation genau zu diesem Zweck entwickelt und gehortet haben?"

Konstantin Malofejew

Der Blogger Juri Barantschik, der rund 90.000 Follower erreicht, sieht die Lage mit Blick auf Washington so: "Entweder wir setzen uns gegen Trump durch, oder er setzt sich gegen uns durch."

Flamingo-Marschflugkörper treffen Russlands Rüstungsindustrie

Hintergrund dieser verbalen Eskalation sind die Erfolge, welche die ukrainische Seite in letzter Zeit erringen konnte. Mit Präzisionsschlägen haben sie den militärisch-industriellen Kern Russlands erreicht.

In Wolgograd etwa trafen Marschflugkörper des Typs Flamingo die Fabrik Titan-Barrikady [2], die Komponenten für die Raketensysteme Iskander, Jars und Topol-M produziert – allesamt Raketen, die auch nuklear bestückt werden können.

Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj soll der Betrieb auch an der Fertigung der neuen Mittelstreckenrakete Oreschnik beteiligt sein. Wolgograds Gouverneur Andrei Botscharow bestätigte demnach Schäden an "Produktionsanlagen" und mindestens zehn Verletzte.

Krim unter Druck – Drohnen isolieren die Halbinsel

Parallel dazu treibt Kiew die systematische Isolation der Krim voran. So zerstörten laut AP News ukrainische Spezialeinheiten eine Eisenbahnbrücke über den Nordkrimkanal bei Rozdolne, über die der Nachschub der russischen Truppengruppe Süd transportiert wurde. Zudem trafen Drohnen ein Öllager am Kraftwerk Kertsch und eine LNG-Station in Simferopol.

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow erklärte [3], die Krim werde "in naher Zukunft zu einer Insel". Die Folgen sind bereits spürbar: Benzin gibt es auf der Halbinsel teilweise nur noch per QR-Code, Sommercamps und Sportveranstaltungen wurden bis September abgesagt.

Die Auswirkungen auf Russlands Ölwirtschaft [4] sind drastisch. Die Internationale Energieagentur spricht von einem "beispiellosen Ausmaß an Störungen"; die Ölverarbeitung fiel Anfang Juni auf unter vier Millionen Barrel pro Tag – den niedrigsten Stand seit 21 Jahren. Acht der zehn größten Raffinerien des Landes wurden bereits getroffen.

Putins Balanceakt zwischen Eskalation und Donbass-Strategie

Trotz des innenpolitischen Drucks widersteht der Kreml bislang den extremen Forderungen. Putin selbst erklärte laut Reuters kürzlich vor Absolventen der Militärakademie, Russland stehe kurz vor der Einnahme von Kostyantynivka im Donbass.

Er setze offenbar auch darauf, dass "vernünftigere" politische Kräfte in Europa jene verdrängen, die eine "strategische Niederlage Russlands" anstrebten.

Analysten warnen allerdings, dass die gegenseitigen Großangriffe [5] die Eskalationsspirale beschleunigen. Die Ukraine hat seit Jahresbeginn nach eigenen Angaben über 800.000 Ziele mit Drohnen getroffen – 95 Prozent davon mit im Inland produzierten Systemen.

Kiew fordert außerdem von seinen Verbündeten [6] weitere 20 Milliarden US-Dollar für Fernschläge, um den Druck aufrechtzuerhalten. Ein ukrainischer Beamter fasste das so zusammen: "Jeder sieht, dass Russland brennt, und wir wollen, dass es noch stärker brennt".


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  1. https://www.reuters.com/world/europe/russian-hawks-urge-putin-escalate-war-drop-us-talks-ukraine-strikes-deep-2026-06-26/
  2. https://www.stern.de/politik/ausland/ukraine-krieg--ukraine--angriff-auf-raketenfabrik-im-russischen-wolgograd-37611534.html
  3. https://apnews.com/article/russia-ukraine-war-crimea-drone-peninsula-d44f4639e670ed6e4f97c1e0ad6dce6e
  4. https://www.heise.de/tp/article/Gazprom-Anlagen-brennen-Russlands-Wirtschaft-ist-im-Endstadium-11339941.html
  5. https://www.heise.de/tp/article/Kiew-unter-Daueralarm-Gegenseitige-Angriffe-zwischen-Russland-und-Ukraine-11316714.html
  6. https://www.heise.de/tp/article/Ukraine-fordert-20-Milliarden-Wollen-dass-Russland-noch-staerker-brennt-11331365.html

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EU-Regeln: Warum neues Gen-Food bald unbemerkt im Supermarkt landet

Von Telepolis — 27. Juni 2026 um 14:00
Doppelhelix mit CRISPR-Schere auf Löffel

Die EU lockert die Gesetze für neue Gentechnik. Weil ab 2028 für viele Sorten die Kennzeichnungspflicht entfällt, schlagen Bio-Verbände Alarm.

Bei der neuen Regelung geht es um die Neuen Genomischen Techniken (NGT [1]).

Mit sogenannten Gen-Scheren sind sowohl kleine als auch größere Eingriffe möglich. Mithilfe der Gen-Schere CRISPR/Cas erfolgen gentechnische Eingriffe mit dem Ziel, eine herkömmliche Züchtung zu beschleunigen.

So oder so ähnlich könne es auch in der Natur ablaufen, argumentieren die Gentechniker. Die Gen-Wissenschaftler erhoffen sich neue Sorten, die besser an klimatische Veränderungen und Trockenheit angepasst und resistenter gegenüber Krankheiten sind und weniger Dünger benötigen.

Zwar werde, wie bisher üblich, keine fremde DNA in die Pflanze eingebaut, doch werden sehr wohl die eigenen Gene der Pflanze gezielt verändert, ausgeschaltet oder umgeschrieben, halten Kritiker dem entgegen.

Im Supermarkt sollen Lebensmittel der Neuen Gentechnik der "ersten Kategorie" (NGT1) nicht mehr gekennzeichnet sein. Somit haben die Verbraucher keine Wahl mehr zwischen gentechnisch veränderter und gentechnikfreier Ware.

Weiter gekennzeichnet werden müssen Produkte aus der "zweiten Kategorie" (NGT2), also in Fällen, in denen etwa ein Bakterium in eine Maispflanze eingeführt wird, da sie "umfassender gentechnisch verändert" wurden. Auch insektengiftige Pflanzen, die für bestimmte Insekten giftige Stoffe produzieren, fallen in diese Kategorie.

Die gelockerten Regeln für den Einsatz von Gentechnik [2], über die das Europaparlament Mitte Juni abstimmte, sollen ab Mitte 2028 in Kraft treten.

Wegfall der Kontrollen: Was sich auf den Äckern ändert

Mussten bisher genetisch veränderte Sorten vor einer Zulassung aufwendig auf mögliche Risiken für die Umwelt geprüft werden, sollen diese Prüfungen künftig wegfallen. Nur noch das Saatgut gentechnisch veränderter Sorten muss entsprechend gekennzeichnet sein. Somit ist nicht mehr nachvollziehbar, auf welchem Feld neue Sorten eingesetzt wurden.

Die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) können durch den Wind auf Äcker getragen werden, auf denen sie nicht erwünscht sind, etwa auf benachbarte Bio-Äcker, warnen Kritiker. Verbreiten sie sich einmal unkontrolliert in der Umwelt, bestehe die Gefahr, dass sie sich in wilde Arten auskreuzen und die Natur nachhaltig verändern.

Bisher mussten Landwirte dokumentieren, welche Sorten sie auf welchen Flächen kultivieren. Auch die Dokumentationspflicht soll künftig entfallen.

Pflanzen mit "weitreichenderen gentechnischen Veränderungen" sollen weiter den alten strengeren Regeln unterliegen, wie es heißt. Dies gelte auch für Pflanzen, deren Genom auf eine Resistenz gegen bestimmte Unkrautvernichter hin verändert wurde.

Gen-Bakterien: Freisetzung künftig ohne Risikoprüfung?

Bestimmte Mikroben können mittels NGT so verändert werden, dass sie Eigenschaften aufweisen, die mit bisherigen Methoden nicht erreicht werden können, ohne dass zusätzliche Gene eingefügt werden.

Stattdessen werden vorhandene Gene in ihrer Aktivität verändert oder aus dem Erbgut entfernt. So könnten derartige Bakterien auch dann freigesetzt werden, wenn es in der Risikobewertung erhebliche Datenlücken gibt, wie eine Fallstudie von Testbiotech [3] zeigt.

Die Bakterien stehen in ihrer natürlichen Form auf einer Liste von Mikroorganismen mit mehr als 120 Bakterien-, Hefen-, Algenarten und Viren, die als "sicher" angesehen werden. Sofern keine zusätzlichen bedenklichen Gene eingeführt werden, soll diese Liste künftig auch bei der Freisetzung von gentechnisch veränderten Mikroben herangezogen werden.

Wegen des "niedrigeren Risikos für Mensch und Umwelt" sind kaum noch Risikoprüfungen vorgesehen.

Patente auf Saatgut: Wie Agrarkonzerne den Markt sichern

Anders als bei herkömmlichem Saatgut will die EU künftig Patente auf die neuen Sorten und Technologien erlauben. Die Patente auf Gentechnik-Methoden und Saatgut sollen in einer öffentlichen Datenbank hinterlegt werden.

Wegen geringerer Kosten und einfacher Anwendung sollen die neuen Gentechnikverfahren auch von kleinen und mittleren Unternehmen und öffentlichen Forschungseinrichtungen genutzt werden. So könnten sie ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber großen Konzernen weiter ausbauen, ist ein häufig vorgebrachtes Argument.

Tatsächlich können die Verfahren der NGT ebenso patentiert werden wie die damit veränderten Pflanzen, Tiere und Organismen. Neben den Erfindern der CRISPR/Cas-Technologie wie etwa das University of California sowie das Broad Institute [4] profitieren dann vor allem große Agrarkonzerne [5], warnt Testbiotech.

Patentanträge auf NGT-Pflanzen wurden bisher von Bayer, vor allem aber von Corteva (einstige Agrarsparte von DowDuPont) abgeschöpft. So hat der US-Konzern Corteva 1.430 Patente [6] – mehr als jeder andere Konzern – auf Pflanzen angemeldet, bei denen Methoden der Neuen Gentechnik eingesetzt wurden.

Davon sollen rund 100 Patente auch in Europa rechtswirksam werden. Bis Ende 2022 wurden hier bereits rund 30 einschlägige Patente für Corteva erteilt. Corteva sicherte sich außerdem den Zugang zu Dutzenden von Grundlagenpatenten auf die CRISPR/Cas-Technologie.

Auch andere große Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta Group [7]melden immer mehr Patente auf die Anwendungen der Neuen Gentechnik an. Dies ist eine Entwicklung, die niemandem nutzt außer dem Geldbeutel der großen Konzerne, kritisiert Petra Rumpel vom BUND [8].

US-Klage gegen Bayer: Der Streit um das Monopol bei Genmais

Im April dieses Jahres verklagte Latham Quality den Bayer-Konzern [9] vor einem Bezirksgericht im US-Bundesstaat Missouri. Das US-Unternehmen will mit dem gv-Mais NK603 von Bayer weiterzüchten, dessen Patentschutz 2022 ausgelaufen ist.

Die von der Bayer-Tochter Monsanto entwickelte Resistenz gegen das Herbizid Glyphosat findet sich in den USA in fast allen gv-Maispflanzen. Bayer habe mit illegalen und wettbewerbswidrigen Praktiken seine Monopolstellung auf dem US-Markt für gv-Maissaatgut ausgenutzt und so "Hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden Dollar" unrechtmäßig erwirtschaftet, heißt es in der Klageschrift.

Die herbizidtoleranten Samen [10]wurden auf schätzungsweise 92 Prozent der Maisanbaufläche ausgesät. Das Saatgut wurde direkt von Bayer verkauft, teilweise aber auch von Corteva und kleineren Saatgutunternehmen wie Latham [11]. Um das patentierte gentechnische Event NK603 mit Glyphosatresistenz nutzen zu können, mussten sie Lizenzgebühren an Bayer zahlen.

Laut US-Landwirtschaftsministerium hielten die Unternehmen Bayer und Corteva von 2018 bis 2020 jeweils 33 und 38 Prozent des Marktes an Maissaatgut in den USA.

Folgen für Europa: Verbände warnen vor totaler Kontrolle

Denn Chemie und Saatgut-Konzerne wollen für ihre NGT-Pflanzen und -Saatgut vereinfachten Zugang zum EU-Markt erhalten.

Dann können sie Bauern, Pflanzenzucht und Ernährungssystem immer besser kontrollieren, warnen Verbände und Initiativen [12] wie Global 2000, Friends of the Earth Europe, Corporate Europe Observatory (CEO), Arche Noah und IG Saatgut in einem gemeinsam Bericht von 2022 [13].

Bioland & Demeter: Bio-Branche kämpft für Wahlfreiheit

Bioland und Demeter kritisieren die Pläne der EU zur Deregulierung der Neuen Gentechnik scharf, denn sie befürchten eine eingeschränkte Wahlfreiheit. GVO sind deshalb auf Bio-Flächen generell verboten – egal ob klassische oder neue Gentechnikverfahren.

Bioland, Demeter und EU-Öko-Verordnung setzen auf das Vorsorgeprinzip: Sie fordern lückenlose Risikoprüfungen und eine verpflichtende Kennzeichnung. Sie warnen ausdrücklich vor Patenten auf Saatgut, die neue Abhängigkeiten schaffen.

Der Fokus im Biolandbau liegt stattdessen auf traditioneller, samen- und wesensfester Züchtung. Ziel sind robuste, klimaresistente und standortangepasste Sorten, die sich im Einklang mit der Umwelt bewähren.

Mit diversen Aktionen wenden sich Bioland [14], Demeter [15] und weitere Organisationen aus Umwelt- und Verbraucherschutz [16] an das Europaparlament. Über ein Tool des BUND [17] kann man jetzt auch noch EU-Abgeordnete anschreiben und Kennzeichnung und Transparenz einfordern.

Das Testbiotech-Institut für unabhängige Folgenabschätzung [18]in der Biotechnologie kündigt an, Daten über Freisetzungen und Zulassungen systematisch zu sammeln und zu bewerten, um mehr Transparenz herzustellen. Ziel müsse es sein, die Standards für die Zulassungsprüfung wieder anzuheben.

Dazu soll u. a. eine öffentlich zugängliche Datenbank eingerichtet werden. Auch im Falle einer Klage durch EU-Länder oder betroffene Betriebe gegen die neue Gesetzgebung sieht das Institut gute Chancen auf Erfolg [19].


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.tagesschau.de/wissen/gentechnik-fragen-antworten-100.html
  2. https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-gentechnik-lockerungen-100.html
  3. https://www.testbiotech.org/aktuelles/fallstudie-bodenorganismen-muessen-vor-gentechnik-besonders-geschuetzt-werden/
  4. https://www.testbiotech.org/folgen-abschaetzen/themen/soziooekonoomische-auswirkungen/neue-abhaengigkeiten-in-der-zuechtung-durch-patente-auf-neue-gentechnik/
  5. https://www.testbiotech.org/folgen-abschaetzen/themen/soziooekonoomische-auswirkungen/neue-abhaengigkeiten-in-der-zuechtung-durch-patente-auf-neue-gentechnik/
  6. https://www.ig-saatgut.de/aktuell/patente-report/
  7. https://de.wikipedia.org/wiki/Syngenta
  8. https://www.tagesschau.de/faq-eu-gentechnik-100.html
  9. https://www.keine-gentechnik.de/nachricht/marktmacht-missbraucht-us-zuechter-klagt-gegen-bayer
  10. https://www.testbiotech.org/steckbrief/mais-dp202216-x-nk603-x-das-40278-9-corteva/
  11. https://www.lathamseeds.com/
  12. https://www.ig-saatgut.de/aktuell/patente-report/
  13. https://www.global2000.at/sites/global/files/GLOBAL2000_NeueGentechnik_Patente_Report_20221019.pdf
  14. https://www.bioland.de/services/fachinfos-leistungen/politik-keine-gentechnik/keine-gentechnik
  15. https://www.demeter.at/2026/02/23/geschwaerze-zutaten-gen-editierte-lebensmittel-kennzeichnen/#:~:text=Geschw%C3%A4rzte%20Zutaten:%20Gen%2Deditierte%20Lebensmittel,%2D%20Demeter%20%C3%96sterreich&text=Home%20%E2%80%BA%20Aktuell%20%E2%80%BA%20Geschw%C3%A4rzte%20Zutaten:%20Gen%2Deditierte%20Lebensmittel%20kennzeichnen!
  16. https://www.dnr.de/sites/default/files/2026-01/2025-01-ngt-resolution_gw2026.pdf
  17. https://aktion.bund.net/gentechnik-deregulierung
  18. https://www.testbiotech.org/
  19. https://mailings.testbiotech.org/m/8639637/504386-87958b122184504b79ade159dba1a236cf536ba49f8bfc19359684d5309c1e7c88987d3d2e8af62f197e999babbf200f

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Mertesacker attackiert DFB-Elf: "Viele waren nur Unterdurchschnitt"

Von Telepolis — 27. Juni 2026 um 12:30
Deutsche Fußball-Fans

Bild: Shutterstock.com

Nach der Pleite gegen Ecuador fordert Per Mertesacker Konsequenzen: Viele DFB-Spieler zeigten beim WM-Auftritt nur unterdurchschnittliche Leistungen. WM-Blog 8.

"Viele waren halt nur Durchschnitt oder Unterdurchschnitt. Es ist wichtig, dass wir eine Leistungssteigerung brauchen."

Per Mertesacker

Atemlose Spannung in den Schlusssekunden des Fußball-WM-Spiels Ecuador gegen Deutschland: Jeder, der ein Herz hat, ist für Ecuador? Dann der Abpfiff: Undav konnte Deutschland diesmal nicht retten. Das halbe Stadion, so scheint es, weint vor Freude und der Trainer der deutschen Mannschaft, Nagelsmann, gibt wieder einmal den Schiedsrichterinnen seine Anweisungen.

Ecuador weint vor Glück, Ecuador betet, Deutschland liegt am Boden und verliert im nicht so wirklich schönen Auswärts-Trikot. Der argentinische Trainer der Latinos sagt: "Ich habe mein Herz gegeben", der deutsche Trainer gibt den schlechten Verlierer, er beschwert sich, meckert und nörgelt.

Im Stadion singen die gelb gekleideten Massen derweil "Nuestro Juramento" von Jaramillo: Das bedeutet "Unser Schwur".

Schon Tage zuvor hatten Fans skandiert: "Si, se puede! - Ja, es ist möglich!"

Völlig losgelöst: DFB ohne Bodenhaftung

Das Fußball-Raumschiff der Deutschen, das in seinem eigenen Orbit seine Kreise gedreht hat, hat den Kontakt zur Erde schmerzhaft und abrupt wieder gefunden. Das ist keine Überraschung. Curacao war ein drittklassiger Gegner, gegen die Elfenbeinküste konnte man nur mit Glück und Zufall gewinnen, schon dieses Spiel war nicht gut und im Ergebnis ein Unentschieden.

Kaum längere Ballbesitzphasen bei den Deutschen. Sie lassen sich immer wieder stören, immer wieder ist ein Bein des Gegners dazwischen.

"Wo stehen wir jetzt?"

Bastian Schweinsteiger analysierte in der ARD [1] extrem fair und klarsichtig:

"Die Art und Weise, wie Ecuador gegen uns gespielt hat, das war schon enorm. Ich bin froh, dass wir die sechs Punkte schon im Sack hatten. Ich hätte ein bisschen mehr schon erwartet von der Nationalmannschaft, gerade das Spiel mit dem Ball. Ich erwarte von uns mehr Klarheit."

Schweinsteiger hat offenkundig etwas Beißhemmung, wenn es um Ex-Kollegen wie Manuel Neuer oder den Bundestrainer Julian Nagelsmann geht; er will die deutsche Mannschaft unterstützen und darum spart er mit öffentlicher Kritik. Dies gerät gelegentlich in Konflikt mit seiner Rolle. Darum ist Schweinsteiger viel besser, wenn er nicht die deutsche Nationalmannschaft kommentiert.

Aber immerhin:

"Wo stehen wir jetzt? Wo stehen wir denn jetzt genau? Wir sind nicht Weltspitze. Wir sind da. Aber gegen solche Gegner wie Ecuador, Mannschaften, die so robust sind und technisch gut, da tun wir uns extrem schwer."

Keine Hierarchie und kein Spielsystem

Die deutsche Elf war einmal eine Turniermannschaft. Das ist vorbei. Passé die einschüchternde Präsenz, das Gewicht, die Siegesgewissheit der deutschen Nationalmannschaften früherer Jahre. Diese Mannschaft, so scheint es im laufenden Turnier, gibt sich eine Blöße nach der anderen.

Es geht nicht um angebliche "deutsche Tugenden", aber es geht um Wachheit, es geht um Präsenz, es geht vor allem darum, im Spiel Lösungen für Probleme zu finden, Antworten auf den Gegner und darum, auf seine Taktik reagieren zu können.

Und es drängt sich der Gedanke auf: Es muss innerhalb der Mannschaft eine Hierarchie geben, ein klar erkennbares Spielsystem, Führungsspieler und Aufgaben für bestimmte Positionen. So etwas gibt es bei den Franzosen, bei den Spaniern, bei den Argentinien, bei den Deutschen gibt es das nicht.

Elf Freunde "müsst" ihr sein – weil ihr es nicht seid

Die WM zeigt: Die Welt ist kein Schauplatz der Gleichheit, sondern einer der Macht. Sie ist kein Kindergarten, wo der Klügere immer nachgibt. Und auch keine Schulklasse, wo der langsamste Schüler das Tempo bestimmt, oder ein Inklusionsexperiment.

Die Fußball-WM macht deutlich: Es geht in sozialen Verbänden um Chancengleichheit, es geht um Regeln, an die sich alle halten müssen, aber es geht auch um Wettbewerb, um Sieg und Vermeidung von Niederlagen. Im Fußball ist das sichtbar, was anderswo versteckt wird, was stattfindet, aber aus Gründen der "Political Correctness" tabu ist.

Genau darum spielen "Schwererziehbare" wie Antonio Rüdiger und der Brasilianer Vinicius Junior mit: Weil sie das Team besser machen. Weil eine ethnisch von Migranten und Nichtchristen gesäuberte Nationalmannschaft keine Chance hätte. Nicht weil die Nationalmannschaften als Repräsentanten eines Volkskörpers derart normativ aufgeladen werden, dass deren Teilnahme vorgeschrieben wäre.

Zugleich ist im Fußball deswegen so viel von Kameradschaft die Rede, weil sie nicht der Fall ist. Weil es im Kern – auch innerhalb einer Mannschaft – um Rivalität geht. Der Fußball enthüllt die für manche bittere Tatsache, dass das Zwischenmenschliche im Kern destruktiv ist.

Elf Freunde "müsst" ihr sein – weil ihr es nicht seid. Gesellschaft ist nicht Nächstenliebe und Humanismus, sondern "Verbrechen und Strafe" (Dostojewski) und "Legitimation durch Verfahren" (Niklas Luhmann). Genau darum gilt eben auch: Wer sich nicht an die Regeln halten will, wer Sonderregeln und Extrapunkte möchte, der sollte besser gar nicht mitmachen, sondern rausgehen und allein spielen.

Kurz: Fußball ist ein "Realitätsmodell" (so der Freiburger Soziologe Klaus Theweleit). Im Kleinen, Überschaubaren taugt es als Spiegel für die ganze Welt.

Infantilismus und Empfindlichkeit

Die deutsche Nationalmannschaft zeigt sich einmal mehr als Spiegel der Gesellschaft: Kein erwachsener Umgang mit den Herausforderungen, die vor der Mannschaft liegen, kein erwachsener Umgang mit den Spielern.

Dagegen Infantilismus. Das heißt: einerseits zu großer Optimismus, dann wieder zu große Depression; wir lassen uns von Gefühlen leiten und von Empfindlichkeiten.

Es fehlt dem Bundestrainer auch aus diesen Gründen offenbar komplett an Selbstkritik. Das ist das größte Problem: Nagelsmann macht nach Außen alles richtig und es gibt keinen Anlass zu vermuten, dass er im Inneren mit sich selbst strenger umgeht.

Ansonsten: Insbesondere in Deutschland wird es zum nationalistischen Gesinnungstest, welcher Nationalspieler vor dem Spiel mitsingt? Die richtige Antwort hierauf wäre eigentlich, wenn die Mannschaft verkünden würde, bis auf Weiteres aufs Mitsingen komplett zu verzichten.

Da wäre auch ein symbolische Absage an die allgemeine Amerikanisierung des Sports. Bis in die 1980er-Jahre haben deutsche Nationalmannschaften jedenfalls nie mitgesungen. Das deutsche Hymnenmitsingen ist ein junges Verhalten – in einer toleranten, offenen Gesellschaft sollte es jedem selbst überlassen sein, wie er wann mitsingt.

Statistik spricht gegen Europa

Die Vorrunde ist bald zu Ende. Den Medienexperten gelten Frankreich, Spanien, England als Favoriten. Zu Recht?

Nur ein einziges Mal hat eine europäische Mannschaft außerhalb Europas den Weltmeistertitel gewonnen – vergessen wir das nicht.


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  1. https://www.ardmediathek.de/video/sportschau-fifa-wm-2026/ecuador-gegen-deutschland-das-re-live/das-erste/Y3JpZDovL3Nwb3J0c2NoYXUuZGUvMDA2NmRlZTAtOTVmZC00YTMzLWIyNmMtZjNlYTlhZWY4Yjdk

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Developer-Häppchen fürs Wochenende – kleinere News der Woche

Von Heise — 27. Juni 2026 um 09:18
Mexikanische Häppchen

(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)

Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Slint, VS Code, Spring Boot, Next.js, Vaadin, curl, Stack Overflow, Drupal und Rust.

In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:

  • Slint 1.17 [1] nähert sich der Produktionsreife, was die Entwicklung von Desktopanwendungen betrifft. Das in Rust geschriebene UI-Toolkit bietet nun unter anderem Unterstützung für Drag-and-Drop-Interaktionen, ebenso wie für System-Tray-Icons.
  • In Visual Studio Code 1.126 [2] erhalten Developer eine bessere Kostenkontrolle: Sie können nun die Kosten für eine gesamte Chat-Session einsehen. Im Agents Window, das sich weiterhin in der Preview-Phase befindet, kann eine Copilot-Session im neuen Release mehrere Chats mit getrennten Konversationen enthalten.
  • Version 3.5.16 von Spring Boot [3] bringt neben Bugfixes auch Dependency-Updates für AMQP, Data BOM und Spring Integration. Gleichzeitig ist es die letzte 3.5.x-Version des Java-Frameworks, die noch OSS-Support erhält.
  • Next.js 16.3 (Preview) [6] bietet Neuerungen wie Instant Navigations für sofortige, SPA‑ähnliche Seitenwechsel sowie ein effizienteres Partial Prefetching. Die stabile Version des React‑Frameworks soll in den kommenden Wochen erscheinen. Next.js 16 ist seit Oktober 2025 [7] als stabile Version verfügbar.
  • Drei Hauptneuheiten zeichnen das Java‑Framework Vaadin 25.2 [8] aus: KI-Werkzeuge lassen sich in Datenansichten einsetzen, native Browserfunktionen aus Java aufrufen und bestehende End‑to‑End‑Tests in Lasttests umwandeln.
  • Mit mehr als 250 Bugfixes legt curl 8.21.0 [9] den Fokus auf Sicherheit und Stabilität. Dennoch sind auch neue Features enthalten, etwa Named Globs, neue HTTP/3-Funktionen sowie die Entfernung des Stream-Dependency-Trackings bei HTTP/2.
  • Stack Overflow lädt Entwicklerinnen und Entwickler zum mittlerweile 16. Developer Survey [10] ein. Teilnehmende können dort seit dem 23. Juni über Arbeitsweise, Tools und den Umgang mit KI abstimmen [11], was etwa 15 bis 18 Minuten Zeit in Anspruch nimmt. Mitmachen dürfen ausdrücklich nur menschliche Developer.
  • Die vor einem Jahr gestartete und mittlerweile stark gewachsene Drupal AI Initiative [12] setzt auf zwei neue KI‑Stränge: Inside AI verbessert die KI‑Funktionen innerhalb von Drupal, Outside AI macht Drupal für externe KI‑Agenten steuerbar. Über weitere Pläne informiert die Roadmap für 2026 [13].
  • OpenAI unterstützt nun die Rust Foundation [14] als Platin-Mitglied – und steuert dafür 600.000 US-Dollar bei. Das Treffen von Entscheidungen über die Programmiersprache liegt nach Angaben der Rust Foundation beim Rust-Projekt mit seiner eigenen Governance-Struktur.

Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [15].


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  1. https://slint.dev/blog/slint-1.17-released?utm_medium=rss&utm_source=rss&utm_campaign=rss
  2. https://code.visualstudio.com/updates/v1_126
  3. https://spring.io/blog/2026/06/25/spring-boot-3-5-16-available-now
  4. https://ai.pod.inside-agile.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ia_kipo.empfehlung-hplus.link.link&LPID=34760
  5. https://ai.pod.inside-agile.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_ia_kipo.empfehlung-hplus.link.link&LPID=34760
  6. https://nextjs.org/blog/next-16-3-instant-navigations
  7. https://www.heise.de/news/React-Framework-Next-js-16-macht-Turbopack-zum-Standard-Bundler-10794045.html
  8. https://vaadin.com/blog/vaadin-25-2-release
  9. https://daniel.haxx.se/blog/2026/06/24/curl-8-21-0/
  10. https://stackoverflow.blog/2026/06/23/the-2026-developer-survey-is-now-open-for-human-developers-only/
  11. https://take.survey.stackoverflow.co/jfe/form/SV_4GHunpL3IfJ3rRc
  12. https://www.drupal.org/about/ai/initiatives/blog/drupal-ai-initiative-introducing-inside-ai-and-outside-ai
  13. https://www.drupal.org/blog/drupals-ai-roadmap-for-2026
  14. https://rustfoundation.org/media/on-openais-support-for-rust/
  15. mailto:developer@heise.de?subject=Ein%20Vorschlag%20f%C3%BCr%20die%20Developer-H%C3%A4ppchen
  16. mailto:mai@ix.de

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KI-Hype vs. Realität: Warum Technologie allein nicht reicht

Von Heise — 27. Juni 2026 um 09:05
Menschliche Hände umfassen einen Roboterkopf von hinten

(Bild: sdecoret / shutterstock.com)

Warum der Erfolg von KI in der Praxis vom Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik abhängt, erklärt Michael Zimmer in seiner Keynote von der data2day 2025.

In seiner Keynote auf der data2day [1] 2025 stellt Dr. Michael Zimmer den Menschen ins Zentrum der KI-Transformation – nicht die Technologie. Unter dem Leitgedanken „V³ – Verständnis, Vertrauen und Verantwortung“ zeigt er auf, dass KI in der Unternehmenspraxis weit mehr erfordert als technische Implementierung [2]. Am Beispiel Klarna illustriert er, wie Unternehmen zunächst massiv auf KI-gestützte Automatisierung [3] setzten und Personal abbauten, nur um später festzustellen, dass menschlicher Kundenkontakt unersetzlich ist. Eine MIT-Sloan-Studie untermauert zwar Produktivitätssteigerungen von bis zu 42 % bei Einzelaufgaben – in der Gesamtbetrachtung sei jedoch keine signifikante Veränderung messbar. Zimmer warnt vor dem Reflex, KI als Universallösung für strukturelle Probleme wie unübersichtliche Dokumentenablagen oder fehlerhafte Prozesse einzusetzen, und bringt es auf den Punkt: „Shit in, shit out“ – ohne saubere Daten und Prozesse liefert auch KI keine brauchbaren Ergebnisse.

Befähigung statt Angstmache: Der Mensch als Erfolgsfaktor

Für Data Teams besonders relevant ist Zimmers Analyse der unterschiedlichen Mitarbeitertypen im KI-Kontext: von der erfahrenen Fachkraft, die KI-Trainings konzipiert, über das „Spielkind“, das ohne Governance eigene Lösungen baut, bis zum ängstlichen Kollegen, der erst „abgeholt“ werden muss. Die W&W-Gruppe begegnet dem mit einem breit angelegten Enablement-Programm: 500 Mitarbeitende wurden in Präsenz geschult, eine Konzernbetriebsvereinbarung (KBV) erarbeitet, und Betriebsrat und Vorstand ziehen bewusst an einem Strang. Das konkrete Praxisbeispiel „Reggi“ – ein KI-Assistent zur Regresserkennung in der Kfz-Schadenbearbeitung – zeigt, wie ein gelungenes Zusammenspiel aussieht: Die KI übernimmt die zeitaufwendige Dokumentenprüfung, die finale Bewertung bleibt beim Menschen.

Governance, Regulierung und die Rolle von Data Teams

Zimmer betont in seinem Vortrag [4], dass erfolgreiche KI-Einführung Domänenwissen, Nähe zwischen IT und Fachbereich, klare Standards für Plattformen und Integrationsmuster sowie eingespielte Entwicklungs- und Deployment-Prozesse benötigt. Hinzu kommen die regulatorischen Anforderungen: Der EU AI Act [5] (in Kraft seit August 2024, für die meisten Regelungen gültig ab August 2026, für bestimmte Hochrisiko-KI-Bereiche erst ab August 2027) verlangt von Finanzkonzernen einen risikobasierten Ansatz mit konkreten Prüfschemata. Sein Fazit für Data Scientists und Engineers: „Wir übernehmen das Denken, die KI erledigt die Ausführung, wir kümmern uns um die Validierung und Interpretation.“ Im aktuellen LLM-Hype sei Expertenwissen wichtiger denn je – und duale/integrierte Studienmodelle bekämen eine entscheidende Rolle, um diese Kompetenzbrücke zwischen Fachlichkeit und Technologie zu schlagen.

Dr. Michael Zimmer
Dr. Michael Zimmer

Dr. Michael Zimmer ist Chief Data & AI Officer und Leiter des Kompetenzzentrums für KI in der W&W-Gruppe. Er hat über Agilität von Datenarchitekturen promoviert und war unter anderem als CDO der Zurich Gruppe Deutschland und mehr als 13 Jahre in der Beratung tätig. Er ist Herausgeber und Autor diverser Bücher und unter anderem TDWI Fellow, männlicher Alliierter der Women Leaders in Data and AI (WLDA) sowie Mitglied der Arbeitsgruppe Ethical AI der deutschen Aktuarsvereinigung.


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  1. https://www.data2day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_data2day.empfehlung-ho.link.link&LPID=34380
  2. https://www.data2day.de/2025/veranstaltung-84926-0-keynote-ki-in-der-praxis--auf-den-menschen-kommt-es-an.html
  3. https://www.heise.de/thema/Kuenstliche-Intelligenz
  4. https://vimeo.com/1134871101?share=copy&fl=sv&fe=ci
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Von-der-KI-Verordnung-bis-zum-Data-Act-Europas-neue-Datenordnung-11127110.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.data2day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_data2day.empfehlung-ho.link.link&LPID=34380
  8. https://www.data2day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_data2day.empfehlung-ho.link.link&LPID=34380
  9. mailto:map@ix.de

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climate.us: US-Klima-Portal dank Spenden wieder online

Von Johannes Hiltscher — 27. Juni 2026 um 15:35
Donald Trump ordnete die Einstellung an, ehemalige Mitarbeiter haben das Portal mit Informationen zum Klimawandel unter neuer Adresse zurückgebracht.
Die Homepage von Climate.us verweist auf das historische Erbe. (Bild: Climate.us/Screenshot: Golem.de)
Die Homepage von Climate.us verweist auf das historische Erbe. Bild: Climate.us/Screenshot: Golem.de

Im Namen angeblich sauberer Wissenschaft und um Kosten zu sparen, hat die Trump-Regierung diverse Programme rund um den Klimawandel eingestellt. Eines davon ist das Informationsportal Climate.gov der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), das seit Juli 2025 nur noch auf eine stark eingeschränkte Seite verweist. Eine Gruppe ehemaliger Mitarbeiter des Portals hat dessen gesamte Inhalte nun unter neuer Adresse zurückgebracht.

So sind auf Climate.us wieder alle alten Inhalte des NOAA-Portals verfügbar. Dazu zählen Tools zur Visualisierung verschiedener Einflussfaktoren und Auswirkungen des Klimawandels. Auch das Archiv mit Neuigkeiten und Blogbeiträgen von Experten aus 15 Jahren stellen die Initiatoren wieder bereit. Sie wollen so eine "Plattform bieten, auf der Menschen weiter Daten und Informationen finden, die sie für das Verständnis des Klimas und Debatten darüber benötigen".

Finanziert durch kleine Spenden

Hinter dem neuen Portal steht eine unabhängige gemeinnützige Organisation ehemaliger Mitarbeiter von Climate.gov. Die Leitung übernahm die ehemalige Programmleiterin Rebecca Lindsey, die, wie sie The Register mitteilte, im Rahmen von Doge entlassen worden sei. Aktuell verfügt die Organisation über ein Budget von rund 750.000 US-Dollar, wovon ein Drittel durch mehr als 2.500 Kleinspenden zusammenkam.

Lindsey will auch bei einem möglichen Regierungswechsel nicht wieder zurück in den öffentlichen Dienst. Sie habe einmal erlebt, wie schnell sich die Verhältnisse ändern können, sagte sie The Register. Das habe sie zur Überzeugung gebracht, dass der öffentliche Dienst nicht das Richtige für sie sei. Die meisten Aufgaben ließen sich auch von außen erfüllen, lediglich der Verlust des Zugangs zu Wissen und Expertise von Wissenschaftlern im Staatsdienst sei ein echter Verlust.

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KI: OpenAI startet GPT 5.6 unter Regierungsvorbehalt

Von Andreas Donath — 27. Juni 2026 um 14:50
OpenAI hat die Vorschau auf GPT-5.6 veröffentlicht – und dabei sehr viel politische Rücksicht genommen, weil der Zugang freigeschaltet werden muss.
GPT 5.6 ist da. (Bild: OpenAI)
GPT 5.6 ist da. Bild: OpenAI

OpenAI hat die GPT-5.6-Suite in einer eingeschränkten Vorschau veröffentlicht. Das Spitzenmodell heißt Sol, daneben gibt es Terra für umfangreiche Aufgaben und Luna als günstige Alltagsoption. Die Modellreihe ist laut OpenAI besonders stark in Coding, Cybersicherheit und Biologie, und soll auch bei langen, autonomen Arbeitsabläufen konzentriert bleiben. Für Sol gibt es zusätzlich zwei erweiterte Modi: Max für längeres Bearbeiten und Ultra mit Einsatz von Agenten mitsamt Unteragenten.

Was kann Sol wirklich? – Stark in Coding, Biologie und Cybersicherheit

Beim Terminal-Bench 2.1, einem Benchmark für komplexe Kommandozeilen-Workflows, setzt GPT-5.6 Sol nach eigenen Angaben einen neuen Bestwert. Im Biologie-Testverfahren Genebench v1, das genomische Langzeitanalysen testet, übertrifft Sol den Vorgänger GPT-5.5 und benötigt dafür sogar weniger Ausgabe-Token. Bei Cybersicherheits-Benchmarks zeigt Sol nach Herstellerangaben deutliche Fortschritte, ist aber nach Einschätzung von OpenAI besser darin, Schwachstellen zu finden und zu beheben als vollständige Angriffe eigenständig durchzuführen. Den Schwellenwert für ein kritisches Risiko gemäß OpenAIs eigenem Preparedness Framework überschreitet Sol nicht.

Wie sieht die Sicherheitsarchitektur aus? – Mehrere Schutzschichten

OpenAI setzt auf mehrschichtige Schutzmaßnahmen: trainierte Modellgrenzen, Echtzeitklassifikatoren, die laufende Ausgaben auf Missbrauch prüfen, sowie kontoübergreifende Überwachung zur Mustererkennung sollen die notwendige Sicherheit sicherstellen. In automatisiertes Red-Teaming seien sehr viele Stunden Rechenzeit geflossen. Damit soll gezielt nach universellen Jailbreaks gesucht worden sein, also Angriffsmethoden, die in vielen verschiedenen Kontexten funktionieren. OpenAI räumt ein, dass die Schutzschichten während der Vorschauphase gelegentlich auch legitime Anfragen blockieren können, besonders dort, wo defensive und offensive Aktivitäten ähnlich aussehen. Das war bei Claude Fable 5 auch der Fall. Das Modell wurde von den USA allerdings mit einem Exportverbot belegt.

Deutlich günstiger als Anthropic

Sol kostet fünf US-Dollar pro Million Eingabe-Token und US-30 Dollar pro Million Ausgabe-Token. Das ist etwa die Hälfte von Anthropics Claude Fable 5, der mit 10 beziehungsweise 50 US-Dollar deutlich teurer ist. Terra kostet nochmals die Hälfte von Sol, Luna unterbietet Terra abermals. Für Entwickler und Unternehmen mit hohem Durchsatz ist das eine spürbare Entlastung.

USA regeln den Zugang

Der eigentlich ungewöhnliche Teil: Die US-Regierung soll Kunden während des Vorschauzeitraums individuell freischalten. OpenAI beschreibt das als kurzfristigen Kompromiss und stellt klar, dass dieser Ansatz nicht der Dauerzustand sein kann.

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Mythos 5: Trump gibt Anthropic-KI-Sperre teilweise auf

Von Andreas Donath — 27. Juni 2026 um 14:05
Die USA heben das Exportverbot für Anthropics Spitzenmodell Mythos 5 teilweise auf. Fable 5 hingehen bleibt gesperrt.
Fable 5 bleibt weiterhin unter Verschluss. (Bild: Anthropic)
Fable 5 bleibt weiterhin unter Verschluss. Bild: Anthropic

Die US-Regierung hat einen ihrer jüngsten umstrittenen Schritte in der Exportpolitik teilweise zurückgenommen, wie unter anderem Politico berichtet. Das erst zwei Wochen zuvor verhängte Exportverbot für Anthropics fortschrittlichstes KI-Modell Mythos wird für eine ausgewählte Gruppe von mehr als 100 Unternehmen und Behörden aufgehoben. Begründet wurde die ursprüngliche Sperre mit der Befürchtung, das System könnte für Cyberangriffe missbraucht werden.

Die Freigabe ist jedoch nicht vollständig. Das zweite Anthropic-Modell Fable 5 bleibt weiterhin vom Export ausgeschlossen. Nach welchen Kriterien die Regierung entschied, welches Modell freigegeben und welches gesperrt bleibt, ist bislang nicht bekannt.

Verunsicherung in der KI-Branche

Das ursprüngliche Verbot hatte in der amerikanischen KI-Industrie erhebliche Verwirrung ausgelöst. Unklar war, was genau die Beschränkungen umfassten und wie weit sie künftig reichen würden. Besonders aufmerksam beobachtet wurde die Situation im Fall Anthropic, das sowohl von privaten Investoren als auch von der US-Regierung selbst unterstützt wird.

Für Unternehmen mit internationalen Kunden oder Standorten sind Exportkontrollen riskant. Die teilweise Aufhebung könnte darauf hindeuten, dass die Regierung ihre Exportpolitik für KI-Spitzenmodelle noch nicht abschließend festgelegt hat und auf pauschale Verbote verzichten will. Ob Fable 5 irgendwann ähnlich behandelt wird, bleibt offen.

Druck auf OpenAI, Treffen mit Trump

Der Fall hatte offenbar auch Auswirkungen auf Anthropics schärfsten Konkurrenten OpenAI. Berichten zufolge drängte das Weiße Haus OpenAI dazu, die Veröffentlichung des eigenen, kommenden Spitzenmodells einzuschränken. Umfang und Bedingungen dieser Einschränkungen sind noch nicht bekannt.

Diplomatisch bemerkenswert ist die zeitliche Nähe zu einem anderen Ereignis. In der vergangene Woche traf US-Präsident Donald Trump in Évian-les-Bains am Rande des G7-Gipfels mit führenden KI-Managern zusammen. Anthropic-Chef Dario Amodei nahm daran teil, ebenso OpenAI-Chef Sam Altman und Google-Deepmind-Chef Demis Hassabis.

Ob ein Zusammenhang zwischen diesem Treffen und der Entscheidung vom vergangenen Freitag besteht, ist unklar. Deutlich wird aber, wie eng Regierungspolitik und kommerzielle KI-Entwicklung inzwischen verflochten sind.

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heise+ | Fable 5 Notaus: So zog die US-Regierung die Anthropic-KI aus dem Verkehr

Von Heise — 26. Juni 2026 um 16:04

Knappe vier Tage nach Veröffentlichung nahm Anthropic sein KI-Modell vom Netz. Der Fall zeigt, wie schnell die US-Regierung den Notausschalter betätigen kann.

Am Freitag, 12. Juni 2026, musste Anthropic schnell handeln. Nur 90 Minuten gab die US-Regierung dem US-Unternehmen, um auf einen Bericht über mutmaßliche Jailbreaks ihres neuen KI-Modells Claude Fable 5 zu reagieren. Das Weiße Haus setzte Anthropic zusätzlich einen Rahmen von 24 Stunden. In dieser Zeit sollte das Unternehmen Schlupflöcher schließen, über die sich die Schutzmechanismen von Fable 5 vermeintlich umgehen ließen.

Nachdem Dario Amodei, CEO von Anthropic, der Aufforderung nicht nachkam, verfügte das Weiße Hause per Exportkontrollrichtlinie, ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf Fable 5 zu verwehren. Da eine Filterung nach nationalen Standorten aber datenschutzkonform kaum umsetzbar ist, schob Anthropic Fable und der unbeschränkten Variante Claude Mythos 5 speziell für Anwender mit Sicherheitsfreigabe gleich vollständig den Riegel vor – es sperrte den Zugriff auf beide Modelle weltweit. Das vorgeblich leistungsstärkste, öffentlich verfügbare KI-Modell von Anthropic war keine vier Tage alt, als es vom Netz genommen wurde.

Erst am späten Abend des 9. Juni 2026 deutscher Zeit, hatte Anthropic Fable 5 veröffentlicht. Bis zum 22. Juni sollte eine Testphase laufen, in der Abokunden das Sprachmodell nutzen konnten. Danach sollte Fable nicht mehr in den Abos enthalten sein, sondern pro Token abgerechnet werden – für den doppelten Preis seines Vorgängers Opus 4.8.


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https://www.heise.de/-11340173

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  1. https://www.heise.de/hintergrund/Fable-5-Notaus-So-zog-die-US-Regierung-die-Anthropic-KI-aus-dem-Verkehr-11340173.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-Wie-Siri-Gemini-und-Copilot-Ihr-persoenlicher-Butler-werden-wollen-11327088.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Microsoft-Build-2026-Entwicklerkonferenz-Agenten-und-andere-Ankuendigungen-11319038.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Kurz-erklaert-Agent-Harness-11330445.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Agentic-Commerce-Wer-haftet-wenn-KI-einkauft-11184822.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Kurz-erklaert-Das-ist-Agentic-AI-10508133.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Agentic-AI-Wenn-KI-autonom-wird-und-wie-man-damit-umgeht-10639103.html
  8. https://www.heise.de/hintergrund/Kuenstliche-Intelligenz-Agentic-AI-aus-Securitysicht-Angriffe-und-Verteidigung-10638083.html

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Xcode 26.6: Google Gemini zieht als Programmierassistent in Apples IDE ein

Von Heise — 26. Juni 2026 um 17:08
Bildschirmfoto der integrierten Coding-Agents in Xcode 27

In Xcode 27 wird neben Claude Agent und OpenAI Codex auch Google Gemini direkt in der IDE verankert. Doch Entwickler müssen nicht bis Herbst warten. Gemini wurde jetzt auch in Xcode 26.6 eingebaut.

(Bild: Apple)

Mit Xcode 26.6 bringt Apple Google Gemini direkt in die Entwicklungsumgebung. Die Integration war bereits in Xcode 27 beta aufgetaucht, das noch weiter geht.

Apples Entwicklungsumgebung Xcode bietet jetzt auch Google Gemini als Programmierassistent direkt in der IDE an. Mit der frisch erschienenen Version 26.6 müssen Entwickler dafür nicht bis zum Herbst warten. Zuvor war Gemini nach der Entwicklerkonferenz WWDC bereits in der Beta von Xcode 27 eingeführt worden, die Mitte Juni herauskam. Apple und Google arbeiten bekanntlich zusammen. Die Gemini-KI-Modelle kommen zum Einsatz, um zusammen mit Apples eigener KI-Arbeit eine verbesserte Sprachassistenz, Siri AI, zu ermöglichen [1]. Jetzt kommt diese Kooperation auch Entwicklern zugute: Googles KI gesellt sich in der Xcode [2]-IDE zu den bereits integrierten Anthropic Claude Agent und OpenAI Codex.

Mit der direkten Integration des agentischen Codings bietet Apple seit Xcode 26 eine niedrigschwellige Möglichkeit an, beliebte KI-Modelle für das Entwickeln von Apps einzusetzen. In Xcode 26.3 wurde dies erweitert. Wie Claude Code und GitHub Copilot dabei im direkten Vergleich abschneiden, zeigt unser Praxistest zum Prompten statt Coden in Xcode [3]. Deren Integration soll mit Xcode 27 weiter vertieft werden. Auf der WWDC zeigte Apple in Demos für Entwickler, wie diese künftig zum Beispiel mehrere Anfragen parallel bearbeiten können. Auch wurde weiter an der optischen Aufbereitung gefeilt. Vor zwei Jahren hatte Apple noch einen eigenen Ansatz verfolgt, den Swift Assist, der es allerdings niemals in die Beta schaffte [4].

Version 26.6 von Xcode ist ansonsten ein kleines Update, das einfach nur die SDKs fortschreibt und Bugs behebt. Es umfasst Swift 6.3 sowie SDKs für iOS 26.5, iPadOS 26.5, tvOS 26.5, visionOS 26.5 und macOS 26.5.

Xcode 27: Viele neue Funktionen und Veränderungen

Mit Xcode 27, das für registrierte Entwickler jetzt schon als Testversion bereitsteht, stehen größere Veränderungen ins Haus. So soll die Software zunächst durch die Entfernung der Intel-Mac-Kompatibilität 30 Prozent kleiner im Umfang und schneller sein. Entwickler, die mit mehreren Computern arbeiten, dürften sich über die Synchronisation von Einstellungen über die iCloud freuen. So werden individuelle Änderungen der Benutzeroberfläche und Anzeigeeinstellungen automatisch auf andere Macs übertragen. Dies ist besonders nützlich, da Apple die Personalisierung in Xcode 27 ausbaut. So können pro Projekt verschiedene Themes eingestellt werden, um das Aussehen des Editors anzupassen, und die Toolbars können auch nach eigenen Bedürfnissen gestaltet werden.

Auf gemischte Reaktionen stößt der neue Device Hub. Er soll den Simulator ablösen, mit dem Apps auf dem Mac ausprobiert werden konnten. Der Device Hub ist im Vergleich dazu ein mächtigeres Werkzeug, das neben dem Management der Simulatoren auch das physischer Testgeräte in sich vereint. Auch können Simulatoren in der Größe dynamisch angepasst werden, was manche als Hinweis auf ein faltbares iPhone im Herbst werten. Insgesamt stößt das neue Konzept in ersten Reaktionen auf breite Zustimmung. Im Detail gibt es aber noch Nachbesserungsbedarf: So waren zum Beispiel Stimmen von Entwicklern zu hören, die zum Beispiel die pixel- und punktgenaue Darstellung des bisherigen Simulators vermissen. Gut möglich, dass Apple dies aber im weiteren Beta-Verlauf noch nachliefert.

Apple führt in Xcode 27 außerdem mit dem Agent Client Protocol (ACP) ein offenes Protokoll ein, das die KI-Schnittstellen erweitert. Das Model Context Protocol (MCP) wird nativ unterstützt und öffnet die Tür zu Partnern, die ihre Anwendungen direkt integrieren. Die KI-gestützte Code-Vervollständigung soll dank lokaler KI-Modelle schneller als vorher laufen. Die fertige Version von Xcode 27 wird im Herbst erwartet, wenn auch iOS 27 und die weiteren großen Software-Updates erscheinen.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Apple-KI-Nicht-nur-ChatGPT-in-iOS-27-und-Gemini-soll-den-Mac-kontrollieren-11283872.html
  2. https://www.heise.de/thema/Xcode
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Prompten-statt-Coden-So-geht-das-mit-Apples-Xcode-11255049.html
  4. https://www.heise.de/news/KI-Kehrtwende-vollendet-Apple-liefert-bei-Entwicklern-mit-Xcode-26-3-ab-11193628.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:mki@heise.de

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77 Pfund pro Person: Das könnte Apple iCloud-Nutzern in Großbritannien zahlen

Von Heise — 26. Juni 2026 um 14:34
iCloud-Logo auf einem iPhone

(Bild: ChristianLphoto / Shutterstock.com)

In einer großen Sammelklage soll Apple den Briten wegen der iCloud-Kosten viel Geld zahlen. Darauf hofft das Äquivalent zur Stiftung Warentest „Which?“.

Britischen Apple-Kunden steht womöglich ein kleiner Geldsegen bevor: Eine Sammelklage, die die Verbraucherschutzorganisation „Which?“ zusammen mit einem Prozessfinanzierer gestartet hat, soll bis zu 77 britische Pfund pro Kunde einbringen, sollte sie erfolgreich sein. Apples Versuche, das Fortschreiten des Verfahrens zu verhindern, waren zuletzt gescheitert. Bei der Sammelklage im Milliardenwert [1] geht es um die Kosten für den Speicherdienst iCloud – und die Frage, ob Apple seine Nutzer mit dessen Preisgestaltung wettbewerbswidrig in ein Geschäftsverhältnis zwingt, das ihnen keine anderen Alternativen lässt.

Kunden in iCloud eingesperrt

Which? arbeitet ähnlich wie die deutsche Stiftung Warentest und gehört zur gemeinnützigen Consumer Association. Die Gruppe schätzt, dass von Apples Vorgehen in Großbritannien bis zu 40 Millionen iCloud-Kunden betroffen sind. Angesichts der Einwohnerzahl des Vereinigten Königreichs von 68 Millionen Menschen ist das ein sehr hoher Wert. Die Kläger fordern etwas mehr als 3 Milliarden Pfund von Apple. Betroffen sind Personen, die zwischen November 2018 und dem 8. Juni 2026 in Großbritannien gelebt haben.

Die Verbraucherschutzorganisation glaubt, dass Apple Nutzer in seinen iCloud-Dienst „eingesperrt hat“, da es quasi unmöglich sei, alternative Dienste zu verwenden. Seit vielen Jahren bietet Apple nur 5 GByte an kostenlosem Cloud-Speicher an. In Großbritannien muss man für mehr Platz mindestens 99 Pence zahlen – dann gibt es 50 GByte. Die Spanne reicht bis 12 TByte für 55 Pfund.

Klageabweisung zunächst gescheitert

Apple hatte mit verschiedenen Strategien [2] versucht, die Klage abzuweisen – unter anderem durch das Angehen des von Which? verwendeten Prozessfinanzierers, der wirtschaftliche Probleme hatte. Apples Anwälte zogen in Zweifel, dass das Unternehmen den Prozess überhaupt durchführen könne. Which? ist angesichts der hohen Kosten aufgrund des Schadensrahmens nicht in der Lage, die Klage allein zu stemmen. Laut einem BBC-Bericht [3] konnte Which? sich aber bislang durchsetzen – die Klage bekam grünes Licht seitens des zuständigen Gerichts. Nun muss das Competition Appeal Tribunal entscheiden. Das Verfahren könnte allerdings Jahre dauern.

Which? argumentiert etwa, dass ein wettbewerbsrechtlich korrektes Angebot des 200-GByte-Pakets statt der aktuellen drei Pfund nur zwei Pfund gekostet hätte, wenn Apple sich nicht illegal verhalten hätte. Diese Illegalität wiederum ergibt sich laut der Verbraucherschützer offensichtlich dadurch, dass Apple nur 5 GByte an kostenlosem Speicher mitliefert. Apple sieht das naturgemäß anders und meint, dass Kunden „jede Menge Alternativen“ hätten. Allerdings ist iCloud tief ins System eingebunden, sei es auf iPhone, iPad oder Mac.


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  1. https://www.heise.de/news/iCloud-Lock-in-Apple-droht-weiter-Milliardenstrafe-in-Grossbritannien-11286923.html
  2. https://www.heise.de/news/iCloud-Sammelklage-Apple-will-Milliardenzahlung-in-Grossbritannien-loswerden-11089015.html
  3. https://www.bbc.com/news/articles/c932d1r0p96o
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:bsc@heise.de

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VW-Kahlschlag: Blume will 100.000 Stellen streichen und vier Werke dicht machen

Von Telepolis — 26. Juni 2026 um 18:25
Volkswagen-Werk mit VW-Schriftzug

(Bild: Tobias Arhelger / Shutterstock.com)

Konzernchef Blume plant laut „Manager Magazin“ eine Verdoppelung des Stellenabbaus. IG Metall und Niedersachsen drohen mit Blockade im Aufsichtsrat.

Volkswagen ist in einer tiefen Krise und steht vor dem härtesten Einschnitt in der Nachkriegsgeschichte. Fast ein Sechstel der Beschäftigten soll gehen.

Darüber hatte das Manager Magazin berichtet. Laut Insidern [1] soll Konzernchef Oliver Blume dem Vorstand ein Programm namens "Zielbild 2030" präsentiert haben, das einen radikaleren Sparkurs anstrebt als bisher geplant.

Bislang sah der Plan vor, dass 50.000 Stellen weltweit wegfallen sollen, mit dem neuen Plan könnten bis zu 100.000 der rund 657.000 Stellen gestrichen werden. Vier deutsche Werke – Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm – stehen demnach vor dem Aus.

Mit diesem Sparkurs will der Vorstand erreichen, dass die Kosten bis Ende des Jahrzehnts um 11 Milliarden Euro sinken.

Bestätigt ist der neue Kurs aber noch nicht. Am 9. Juli soll der Aufsichtsrat noch über die Pläne beraten. Es ist ungewiss, ob er zustimmen wird, denn dort haben die Gewerkschaften eine mächtige Position: Sie stellen etwa die Hälfte der Sitze. Das Land Niedersachsen hält zwei weitere. Gemeinsam verfügen sie also über eine Mehrheit, mit der sie jeden Kahlschlag blockieren könnten [2].

Sachsens E-Auto-Fabrik läuft auf Sparflamme

Die Nachricht traf Zwickau wie ein Hammerschlag. Die Stadt war schon in der DDR bedeutsam für den Autobau; dort wurde etwa der Trabant gefertigt. Nach der Wiedervereinigung baute Volkswagen den Standort aus, der schließlich zu einem Vorzeigestandort für Elektromobilität wurde.

Rosig läuft es dort aber schon länger nicht mehr. Von den einst über 10.000 Beschäftigten sind nur noch etwa 8.000 übriggeblieben. Die Produktion einzelner Modelle wurde an andere Standorte verlagert, sodass heute in Zwickau auch nur noch im Zwei-Schicht-Betrieb produziert wird.

In der Gläsernen Manufaktur Dresden endete die Autofertigung bereits komplett.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnte: "Deutschland darf sich nicht herunterfahren". Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) kündigte Widerstand an: "Wir werden um das Werk, um die Arbeitsplätze kämpfen". Schließlich sei das Werk Zwickau Mosel "der produktivste und innovativste Standort" im Konzern.

IG Metall und Niedersachsen formieren Widerstandsfront

Die Reaktion der Gewerkschaft fiel scharf aus. IG-Metall-Chefin Christiane Benner, Bezirksleiter Thorsten Gröger und Betriebsratschefin Daniela Cavallo erklärten gemeinsam: "Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen".

Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würde man sie "mit aller Macht verhindern". Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) und seine Stellvertreterin Julia Willie Hamburg (Grüne) legten nach: Das Land werde "keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt".

VW selbst bestätigte lediglich, der Vorstand habe "intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet". Der gesamte Konzern müsse sich "tiefgreifend verändern". Details nannte ein Sprecher nicht.

Chinas Hybrid-Offensive verschärft den Druck

Hinter Blumes Radikalkur steckt eine dreifache Herausforderung: US-Zölle, ein schwächelnder Absatz in China und der wachsende Druck chinesischer Hersteller in Europa.

Hersteller aus China drängen immer stärker mit ihren Fahrzeugen auf den europäischen Markt. Wie demnach stammte im Mai [3] erstmals mehr als jeder zehnte Neuwagen (11 Prozent) in Europa von einer chinesischen Marke.

Autobauer wie BYD und SAIC (MG) punkten mit günstigeren, besser ausgestatteten Hybriden. Als die Bundesregierung ihr Förderprogramm für Elektroautos ins Leben rief, stieg deren Absatz um 50 bis 75 Prozent.

Volkswagen blieb zwar EU-weit Marktführer [4], musste im Mai aber ein Minus von 3,6 Prozent auf 254.011 Fahrzeuge hinnehmen. Der Konzerngewinn war 2025 um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro eingebrochen – ein Alarmsignal, auf das Aktionäre auf der jüngsten Hauptversammlung [5] mit heftiger Kritik reagierten. Mehrere Vorstandsmitglieder stuften die Lage in einer internen Umfrage als "existenzgefährdet" ein [6].

Bereits 37.000 Beschäftigte haben Aufhebungs- oder Altersteilzeitverträge unterschrieben. Die Modellpalette soll von 150 auf unter 100 Fahrzeuge schrumpfen.

Doch selbst nach Umsetzung aller bisherigen Programme beschäftigt VW noch fast doppelt so viele Menschen wie Toyota – und allein in Deutschland mehr als Stellantis weltweit. Der 9. Juli wird zeigen, ob Blumes Rotstift an der Machtarchitektur in Wolfsburg scheitert.


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https://www.heise.de/-11346631

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.manager-magazin.de/unternehmen/mobilitaet/volkswagen-ceo-oliver-blume-will-100-000-jobs-streichen-a-77381bad-0897-4a63-bf6c-26ed1fe2129f
  2. https://www.heise.de/news/Bericht-ueber-massiven-Stellenabbau-bei-VW-Bis-zu-100-000-Jobs-in-Gefahr-11345820.html
  3. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-06-26/one-in-10-new-cars-sold-in-europe-in-may-was-chinese
  4. https://www.heise.de/news/EU-Automarkt-waechst-weiter-Chinesen-legen-weiter-zu-11340989.html
  5. https://www.heise.de/news/VW-Aktionaere-machen-Druck-Transformation-als-Daueraufgabe-11337561.html
  6. https://www.heise.de/news/Verbaende-kritisieren-VW-Dividende-ist-zu-hoch-11334979.html

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Boeing MQ-28 Ghost Bat: Warum diese Drohne das Ende der Kampfjets einläutet

Von Telepolis — 26. Juni 2026 um 13:50
Frontalansicht der unbemannten Kampfjet-Drohne Boeing MQ-28 Ghost Bat Block 3 mit kantigem Tarnkappen-Rumpf ohne Cockpit

Die unbemannte Kampfjet-Drohne Boeing MQ-28 Ghost Bat (Version Block 3) in der Frontalansicht: Der kantige Tarnkappen-Rumpf kommt komplett ohne Cockpit und Pilot aus.

(Bild: Boeing)

Auf der ILA sorgte Boeings Jet ohne Cockpit für Wirbel. Die Drohne markiert eine Wende – und erinnert an einen fatalen Denkfehler von 1940.

Auf dem Vorfeld der ILA Berlin stand in diesem Juni ein Kampfjet ohne Cockpit, ohne Pilot und mit einem kantigen Tarnkappen-Rumpf: die MQ-28 Ghost Bat, gezeigt am Rheinmetall-Stand [1] in der neuesten Version Block 3.

Konzipiert wurde die Ghost Bat als unbemanntes Begleitflugzeug für die australische Luftwaffe. Sie ist für den Einsatz im Verbund [2] mit bemannten Kampf- und Unterstützungsflugzeugen wie der F-35A, dem Kampfjet F/A-18F Super Hornet, dem Elektronik-Kampfflugzeug EA-18G Growler und dem Frühwarnflugzeug E-7A Wedgetail vorgesehen.

Boeings Block 3: Der unsichtbare Kraftmultiplikator im Härtetest

In der Version Block 3 wachsen die Tragflächen um etwa ein Viertel und der Schub steigt von 10.000 auf 12.000 Pfund – was genug Raum für gut 900 Kilogramm mehr an Treibstoff, Ausrüstung und Waffen schafft.

Entscheidend sind die neuen internen Waffenschächte, die wahlweise eine AIM-120 AMRAAM – eine Luft-Luft-Lenkwaffe gegen andere Flugzeuge – oder zwei kleinere Gleitbomben des Typs "Small Diameter Bomb" für Bodenziele aufnehmen, ohne die Tarnkappeneigenschaften zu beeinträchtigen.

Drei externe Aufhängepunkte [3] kommen hinzu. Intern und extern zusammengerechnet kommt die Maschine auf bis zu fünf Luft-Luft-Lenkwaffen.

Neu ist zudem eine Steuerung jenseits der Sichtlinie über eine Satellitenverbindung, die Reichweiten von mehr als 3.700 Kilometern erlaubt – und das auch ohne ein bemanntes Flugzeug in der Nähe.

Das globale Drohnen-Wettrüsten: Von der "Ochotnik" bis zum Exportschlager Kızılelma

Die Ghost Bat steht weltweit in dieser neuen Klasse unbemannter Kampfflugzeuge nicht alleine da.

In Russland erprobt Suchoi seit Jahren die S-70 "Ochotnik", einen schweren Nurflügler mit einem maximalen Startgewicht von rund 20 Tonnen und bis zu zwei Tonnen Zuladung. Diese Abmessungen liegen in der Größenordnung leichter bemannter Kampfflugzeuge, wie das russische The Insider [4] berichtet.

Konzipiert ist sie für den Tandem-Einsatz mit der Su-57, um zusätzliche Bewaffnung zu tragen oder im Zweifel als Lockziel zur Risikominderung für den Piloten zu dienen.

Ein Exemplar wurde im Oktober 2024 bei Konstantinowka abgeschossen. Die Tests wurden jedoch 2025 wieder aufgenommen.

Satellitenaufnahmen zeigten den Prototyp S-70-2 mehrfach auf dem Erprobungsgelände – zuletzt im Oktober mit einer an die Su-57 angeglichenen Tarnlackierung. Bislang sind wahrscheinlich vier Flugexemplare gebaut worden; ob die für 2024 geplante Serienproduktion bereits begonnen hat, bleibt unklar.

Exportschlager Kızılelma: Türkische Stealth-Drohne erzielt Treffer gegen F-16

In China verfolgt die Volksbefreiungsarmee mit der GJ-11 "Sharp Sword" ein vergleichbares Konzept. Der Nurflügler ist nach Einschätzung von Popular Mechanics [5] eine der am weitesten fortgeschrittenen autonomen Kampfdrohnen des Landes und möglicherweise bereits im Einsatz.

Die Türkei baut mit der Bayraktar Kızılelma [6] einen eigenständigen, unbemannten Kampfjet, ohne dabei auf das "Loyal Wingman"-Konzept zu setzen. Der Hersteller vermarktet die Drohne auch international: Indonesien bestellte zwölf Maschinen mit Lieferung ab 2028 und einer Option auf 48 weitere.

Ausgestattet mit einem türkischen AESA-Radar, nationaler Avionik und der Lenkwaffe Gökdoğan erzielte die Drohne in einem simulierten Fernkampf bereits einen Treffer gegen eine F-16.

Kulturkampf im Cockpit: Warum sich das Militär gegen die Roboter-Wende wehrt

Dass die Ghost Bat oder die Ochotnik als "Begleiter" firmieren, ist keine technische Notwendigkeit, sondern eine politische und industrielle Entscheidung.

Das Militär ist in der Regel eine strukturkonservative Angelegenheit: Eine Luftwaffe, die jahrzehntelang auf bemannte Jäger als Kern ihrer Identität gesetzt hat, kann eine Maschine, die diesen Kern ersetzt statt nur zu ergänzen, schwer in ihre Beschaffungslogik einpassen.

Ausbildung, Dienstgrade, Karrierewege und das Selbstverständnis ganzer Luftwaffen hängen am bemannten Cockpit. Eine Drohne, die offiziell nur "begleitet", lässt dieses Gefüge unangetastet – eine Drohne, die den Jäger ersetzt, stellt es hingegen komplett infrage.

Entsprechend regt sich Widerstand gegen eine Kriegsführung, die den Schwerpunkt massiv verlegt – weg von wenigen, teuren Plattformen, hin zu billigen, entbehrlichen Wirkmitteln.

Auch finanziell ist das "Wingman"-Narrativ bequemer: Es erlaubt, neue Drohnenprogramme neben bestehenden bemannten Programmen zu finanzieren, statt sie gegen sie rechtfertigen zu müssen.

Deutschland liefert dafür ein Beispiel. Nach dem Ende der gemeinsamen Entwicklung eines neuen bemannten Kampfjets mit Frankreich und Spanien im Rahmen von FCAS setzt die Bundeswehr verstärkt auf "Loyal Wingman"-Drohnen als Kraftmultiplikatoren [7].

Das gescheiterte bemannte Großprojekt macht so den Weg frei für die Aufwertung der Drohnenrolle – wobei die Rahmung als "Begleiter" unangetastet bleibt, obwohl das Potenzial dieser großen unbemannten Flugzeuge längst darüber hinausgeht.

Steigende Verteidigungsbudgets treffen auf eine Erzählung, die sich leichter verkaufen lässt: nicht als Bruch mit der bestehenden Luftwaffenstruktur, sondern als deren Erweiterung. So lässt sich doppelt verdienen – an der Fortentwicklung traditioneller, bemannter Kampfflugzeugkonzepte und nun zusätzlich an ihren unbemannten "Begleitern".

Der Frankreich-Denkfehler: Was wir aus der Panzer-Geschichte von 1940 lernen müssen

Die Geschichte zeigt: Neue Waffen werden nicht nur aus politischen oder industriellen Gründen in alte Rollen gepresst. Manchmal wird ihr volles Potenzial anfangs schlicht nicht erkannt.

Als der Panzer im Ersten Weltkrieg erstmals auf dem Schlachtfeld erschien, galt er lediglich als Hilfsmittel der Infanterie: Er sollte feindliche Stellungen niederwalzen, Stacheldraht durchbrechen und dem Fußvolk den Weg bahnen. Sein Einsatz blieb an das Tempo der Infanterie gebunden.

Der Panzer war damit zunächst weniger eine eigenständige Waffengattung als vielmehr ein bewegliches Werkzeug der Infanterie – ein Begleiter, kein operativer Akteur.

Diese Lesart hielt sich in vielen Armeen bis weit in die Zwischenkriegszeit. Frankreich etwa verfügte 1940 über mehr Panzer als Deutschland und besaß mit Typen wie dem Char B1 bis oder dem Somua S35 Fahrzeuge, die deutschen Modellen in Panzerung und Bewaffnung teils deutlich überlegen waren.

Doch viele dieser Panzer blieben in kleinen Verbänden an die Infanterie gebunden und wurden nicht konsequent als eigenständige, operative Stoßwaffe konzentriert. Die alte Logik blieb erhalten – nur die Maschinen waren neu.

Deutschland hingegen zog aus denselben technischen Grundlagen einen anderen Schluss: Der Panzer wurde aus der Begleitrolle gelöst, in eigenen, konzentrierten Verbänden zusammengefasst und mit einer Funkverbindung, Luftunterstützung und eigener operativer Beweglichkeit ausgestattet.

Aus dem Werkzeug der Infanterie wurde eine eigenständige Waffengattung mit eigener Doktrin – kein Begleiter mehr, sondern eine innovative Stoßwaffe.

Das Muster lässt sich zwar nicht eins zu eins auf die Luftwaffe übertragen, aber die Struktur ist auffällig ähnlich. Auch hier wird eine neue Plattform zunächst unterhalb ihres erkennbaren Potenzials eingeordnet – als Hilfsmittel für die etablierte "Hauptwaffe", den bemannten Jäger.

Die 6. Generation: Alter Wein in neuen Schläuchen?

Diese neue Klasse unbemannter Kampfflugzeuge wird deshalb bis heute meist über den Umweg der bekannten Kampfjets beschrieben: als Begleiter oder als "Loyal Wingman".

Der Sprung, diese Flugzeuge als eigenständig zu betrachten und ihr eigenes Potenzial zu erkennen, ist noch nicht gemacht. Dabei versucht die Flugzeugindustrie den Entscheidungsträgern gerade "alten Wein in neuen Schläuchen" zu verkaufen, indem sie von Flugzeugen der sechsten Generation spricht.

Die modernsten Flugzeuge, die zurzeit in Serie produziert werden, sind Maschinen der fünften Generation mit Tarnkappeneigenschaften als Hauptmerkmal – wie die F-22, F-35 oder Su-57.

Jede vorangegangene Generation hatte ihr eigenes Kennzeichen: gerade Flügel und frühe Strahltriebwerke bei der ersten, Pfeilflügel, Radar und Lenkwaffen bei der zweiten, Gefechte jenseits der Sichtweite bei der dritten, digitale Vernetzung und Mehrzielfähigkeit bei der vierten sowie Stealth und Sensorfusion bei der fünften.

Eine sechste Generation müsste, folgt man dieser Logik, wieder ein neues Unterscheidungsmerkmal liefern – und nicht nur eine verbesserte Version des Bestehenden darstellen.

Die stärkste Argumentation für große, bemannte Plattformen als sechste Generation liefert eine Analyse des Royal United Services Institute [8]:

Im Indo-Pazifik brauche es Reichweiten von über 1.000 nautischen Meilen, um chinesischen Raketenarsenalen zu begegnen. Zudem sei ein voll ausgestattetes, bemanntes Flugzeug bei gestörten Datenverbindungen verteilten Drohnensystemen überlegen, da diese in einem solchen Szenario handlungsunfähig würden.

Genau darin liegt unfreiwillig der Schlüssel: Eine neue Generation definiert sich nicht durch größere Tanks, größere Waffenschächte oder stärkere Sensoren – also nicht durch bloße Quantität –, sondern durch ein neues Operationsprinzip.

Dieses neue Prinzip liegt jedoch nicht in einem noch größeren, bemannten Jäger, sondern in der Autonomie.

Das finale Szenario: Wenn billige Drohnenschwärme die Millionen-Jets jagen

Ghost Bat, Ochotnik und vergleichbare Systeme sind keine bloßen Begleitflugzeuge künftiger bemannter Kampfflugzeuge der sechsten Generation. Sie selbst sind die Kampfflugzeuge dieser sechsten Generation – allerdings ist diese Generation, also der Schritt vom bemannten zum unbemannten Jäger, bereits jetzt selbst nur ein Übergang.

Denn auch sie bündeln noch Sensorik, Waffenwirkung und Tarnung in einer einzigen, teuren Plattform – nur der Pilot ist verschwunden.

Der nächste Schritt geht weiter: Sobald diese Funktionen zergliedert und auf mehrere, deutlich günstigere Träger verteilt werden, verliert die Plattform ihre zentrale Bedeutung.

Was bleibt, ist kein Kampfflugzeug mehr (egal ob bemannt oder unbemannt), sondern die Munition selbst: Schwärme einfacher, oft nur einmal verwendbarer Wirkmittel, die keine teure Trägerplattform mehr brauchen, um ihre Mission zu erfüllen.

Der eigentliche Bruch läge damit nicht zwischen der fünften (bemannt) und der sechsten (unbemannt) Generation, sondern im Übergang von der Plattform- zur Wirkmittelkriegsführung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11346113

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.rheinmetall.com/en/media/news-watch/news/2026/06/2026-06-10-rheinmetall-at-ila-the-mq-28-ghost-bat-autonomous-collaborative-combat-aircraft-cca
  2. https://aerospaceglobalnews.com/news/boeing-mq-28-ghost-bat-block-3-upgrade-explained/
  3. https://www.eurasiantimes.com/mq-28-ghost-bat-block-3-at-ila-berlin/
  4. https://theins.ru/news/288317
  5. https://www.popularmechanics.com/military/aviation/a69137557/gj-11-stealth-drone-china/
  6. https://www.flugrevue.de/militaer/tuerkische-stealthdrohne-bayraktar-kizilelma-findet-kaeufer-in-suedostasien/
  7. https://www.eurasiantimes.com/mq-28-ghost-bat-block-3-at-ila-berlin/
  8. https://www.rusi.org/explore-our-research/publications/commentary/large-crewed-sixth-generation-aircraft-have-unique-value-indo-pacific

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Xcode 26.6: Google Gemini zieht als Programmierassistent in Apples IDE ein

Von Heise — 26. Juni 2026 um 17:08
Bildschirmfoto der integrierten Coding-Agents in Xcode 27

In Xcode 27 wird neben Claude Agent und OpenAI Codex auch Google Gemini direkt in der IDE verankert. Doch Entwickler müssen nicht bis Herbst warten. Gemini wurde jetzt auch in Xcode 26.6 eingebaut.

(Bild: Apple)

Mit Xcode 26.6 bringt Apple Google Gemini direkt in die Entwicklungsumgebung. Die Integration war bereits in Xcode 27 beta aufgetaucht, das noch weiter geht.

Apples Entwicklungsumgebung Xcode bietet jetzt auch Google Gemini als Programmierassistent direkt in der IDE an. Mit der frisch erschienenen Version 26.6 müssen Entwickler dafür nicht bis zum Herbst warten. Zuvor war Gemini nach der Entwicklerkonferenz WWDC bereits in der Beta von Xcode 27 eingeführt worden, die Mitte Juni herauskam. Apple und Google arbeiten bekanntlich zusammen. Die Gemini-KI-Modelle kommen zum Einsatz, um zusammen mit Apples eigener KI-Arbeit eine verbesserte Sprachassistenz, Siri AI, zu ermöglichen [1]. Jetzt kommt diese Kooperation auch Entwicklern zugute: Googles KI gesellt sich in der Xcode [2]-IDE zu den bereits integrierten Anthropic Claude Agent und OpenAI Codex.

Mit der direkten Integration des agentischen Codings bietet Apple seit Xcode 26 eine niedrigschwellige Möglichkeit an, beliebte KI-Modelle für das Entwickeln von Apps einzusetzen. In Xcode 26.3 wurde dies erweitert. Wie Claude Code und GitHub Copilot dabei im direkten Vergleich abschneiden, zeigt unser Praxistest zum Prompten statt Coden in Xcode [3]. Deren Integration soll mit Xcode 27 weiter vertieft werden. Auf der WWDC zeigte Apple in Demos für Entwickler, wie diese künftig zum Beispiel mehrere Anfragen parallel bearbeiten können. Auch wurde weiter an der optischen Aufbereitung gefeilt. Vor zwei Jahren hatte Apple noch einen eigenen Ansatz verfolgt, den Swift Assist, der es allerdings niemals in die Beta schaffte [4].

Version 26.6 von Xcode ist ansonsten ein kleines Update, das einfach nur die SDKs fortschreibt und Bugs behebt. Es umfasst Swift 6.3 sowie SDKs für iOS 26.5, iPadOS 26.5, tvOS 26.5, visionOS 26.5 und macOS 26.5.

Xcode 27: Viele neue Funktionen und Veränderungen

Mit Xcode 27, das für registrierte Entwickler jetzt schon als Testversion bereitsteht, stehen größere Veränderungen ins Haus. So soll die Software zunächst durch die Entfernung der Intel-Mac-Kompatibilität 30 Prozent kleiner im Umfang und schneller sein. Entwickler, die mit mehreren Computern arbeiten, dürften sich über die Synchronisation von Einstellungen über die iCloud freuen. So werden individuelle Änderungen der Benutzeroberfläche und Anzeigeeinstellungen automatisch auf andere Macs übertragen. Dies ist besonders nützlich, da Apple die Personalisierung in Xcode 27 ausbaut. So können pro Projekt verschiedene Themes eingestellt werden, um das Aussehen des Editors anzupassen, und die Toolbars können auch nach eigenen Bedürfnissen gestaltet werden.

Auf gemischte Reaktionen stößt der neue Device Hub. Er soll den Simulator ablösen, mit dem Apps auf dem Mac ausprobiert werden konnten. Der Device Hub ist im Vergleich dazu ein mächtigeres Werkzeug, das neben dem Management der Simulatoren auch das physischer Testgeräte in sich vereint. Auch können Simulatoren in der Größe dynamisch angepasst werden, was manche als Hinweis auf ein faltbares iPhone im Herbst werten. Insgesamt stößt das neue Konzept in ersten Reaktionen auf breite Zustimmung. Im Detail gibt es aber noch Nachbesserungsbedarf: So waren zum Beispiel Stimmen von Entwicklern zu hören, die zum Beispiel die pixel- und punktgenaue Darstellung des bisherigen Simulators vermissen. Gut möglich, dass Apple dies aber im weiteren Beta-Verlauf noch nachliefert.

Apple führt in Xcode 27 außerdem mit dem Agent Client Protocol (ACP) ein offenes Protokoll ein, das die KI-Schnittstellen erweitert. Das Model Context Protocol (MCP) wird nativ unterstützt und öffnet die Tür zu Partnern, die ihre Anwendungen direkt integrieren. Die KI-gestützte Code-Vervollständigung soll dank lokaler KI-Modelle schneller als vorher laufen. Die fertige Version von Xcode 27 wird im Herbst erwartet, wenn auch iOS 27 und die weiteren großen Software-Updates erscheinen.


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https://www.heise.de/-11346467

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Apple-KI-Nicht-nur-ChatGPT-in-iOS-27-und-Gemini-soll-den-Mac-kontrollieren-11283872.html
  2. https://www.heise.de/thema/Xcode
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Prompten-statt-Coden-So-geht-das-mit-Apples-Xcode-11255049.html
  4. https://www.heise.de/news/KI-Kehrtwende-vollendet-Apple-liefert-bei-Entwicklern-mit-Xcode-26-3-ab-11193628.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
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Databricks will ETL zwischen Datenbanken und Analytics überflüssig machen

Von Heise — 26. Juni 2026 um 16:45
Foto eines Konferenzdisplays, der ein LTAP-Logo zeigt.

(Bild: Jonas Härtfelder / iX)

LTAP heißt die neue Architektur von Databricks, mit der operative Datenbanken und analytische Systeme nur noch eine gemeinsame Datenbasis benötigen sollen.

Mit LTAP (Lake Transactional/Analytical Processing) stellt Databricks eine Architektur vor, die operative Datenbanken und analytische Systeme enger zusammenführen soll. Statt Daten per ETL- oder CDC-Prozessen zwischen beiden Welten zu kopieren, sollen künftig beide auf derselben Datenbasis arbeiten. Databricks sieht darin eine Antwort auf den zunehmenden Einsatz von KI-Agenten, die jederzeit auf aktuelle Unternehmensdaten zugreifen müssen.

In vielen Unternehmen existieren heute zwei getrennte Datenwelten. Operative Anwendungen speichern ihre Daten für den laufenden Geschäftsbetrieb in Transaktionsdatenbanken wie PostgreSQL oder Oracle. Für Berichte, Analysen oder KI-Anwendungen werden diese Daten anschließend in ein Data Warehouse oder Lakehouse kopiert. Dazwischen liegen ETL-Prozesse oder sogenannte Change-Data-Capture-Pipelines (CDC), die Änderungen laufend zwischen beiden Systemen synchronisieren. Diese Architektur gilt seit Jahren als Standard, verursacht jedoch zusätzlichen Betriebsaufwand, Datenkopien und zeitliche Verzögerungen.

Nach Ansicht von Databricks [1] stößt dieses Modell zunehmend an seine Grenzen. KI-Agenten und moderne Anwendungen benötigten aktuelle operative Daten und könnten nicht mit Minuten oder Stunden alten Replikaten arbeiten. Mit LTAP will der Hersteller deshalb transaktionale und analytische Workloads enger zusammenführen.

Zwei Engines statt einer

Neu ist die Idee allerdings nicht. Bereits vor rund 15 Jahren versuchten HTAP-Systeme (Hybrid Transactional/Analytical Processing), Transaktionen und Analysen in einer gemeinsamen Datenbank-Engine auszuführen. Der Nachteil: Dieselbe Engine musste gleichzeitig schnelle Schreibzugriffe und komplexe analytische Abfragen bewältigen, was häufig zulasten der jeweiligen Optimierung ging.

Genau darin sieht Databricks den entscheidenden Unterschied zu früheren HTAP-Ansätzen. Eine einzelne Engine sei für beide Aufgaben zwangsläufig kompromissbehaftet, erläutert Rich Radley, Vice President Field Engineering EMEA bei Databricks. LTAP setzt stattdessen auf zwei spezialisierte Engines: Lakebase übernimmt die transaktionale Verarbeitung auf Basis von PostgreSQL, das Lakehouse die analytischen Abfragen. Beide greifen jedoch auf dieselbe Datenbasis zu.

Grundlage dafür ist Lakebase, ein serverloses PostgreSQL-System, das Daten direkt im Objektspeicher des Lakehouse ablegt. Nach Angaben des Herstellers werden die für Transaktionsdaten typischen zeilenorientierten Daten beim Schreiben automatisch in ein für analytische Abfragen optimiertes spaltenorientiertes Format überführt.

Erst dadurch können beide Engines dieselbe Datenbasis nutzen, obwohl sie unterschiedliche Anforderungen an die Datenorganisation stellen. Radley bezeichnet diese Echtzeit-Transcodierung als eigentlichen technischen Durchbruch der Architektur. Dadurch können zwei spezialisierte Engines parallel auf denselben Daten arbeiten, ohne dass Daten zwischen operativen und analytischen Systemen repliziert werden müssen.

Gemeinsame Datenbasis statt Datenkopien

Lakebase legt die Daten auf derselben Speicherschicht wie das Lakehouse in offenen Tabellenformaten wie Delta oder Iceberg ab. Über den Unity Catalog werden sie gemeinsam verwaltet; dieser übernimmt Berechtigungen, Metadaten und Governance. Dadurch können sowohl die transaktionale Datenbank als auch das Lakehouse auf dieselbe Datenbasis zugreifen, ohne dass zusätzliche Datenkopien entstehen.

Lakebase ergänzt Databricks zudem um cloud- und regionenübergreifende Disaster Recovery, Git-ähnliche Branches und Snapshots sowie autonome Datenbankfunktionen, bei denen Agenten den Zustand überwachen und Optimierungsvorschläge liefern.

Architektur statt Revolution

Mit seinem Ansatz, transaktionale und analytische Workloads enger zusammenzuführen, will sich Databricks sowohl von den HTAP-Systemen (Hybrid Transactional/Analytical Processing) als auch von den neueren Zero-ETL-Konzepten absetzen. Während HTAP beide Workloads in einer gemeinsamen Engine vereinen wollte, argumentiert Databricks, dass Zero ETL vor allem den Integrationsaufwand zwischen bestehenden Systemen reduziere, die zugrunde liegenden Datenkopien jedoch bestehen blieben. LTAP setzt dagegen auf zwei spezialisierte Engines, die auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten und Datenkopien vollständig vermeiden sollen.

Ob dieser Architekturansatz ETL- und Replikationsprozesse tatsächlich in größerem Umfang ersetzen kann, muss sich allerdings erst im produktiven Einsatz zeigen. LTAP ist bislang nicht allgemein verfügbar, unabhängige Benchmarks oder belastbare Erfahrungen aus Produktivumgebungen liegen ebenfalls nicht vor.

Zusammen mit Lakehouse//RT zeigt LTAP die strategische Richtung von Databricks: Analyse-, Transaktions- und KI-Workloads sollen künftig nicht mehr über zahlreiche Datenkopien und spezialisierte Zwischensysteme verbunden werden, sondern auf einer gemeinsamen Datenbasis zusammenlaufen. Sollte sich dieser Architekturansatz im produktiven Einsatz bewähren, könnte er den Aufbau datenintensiver KI-Anwendungen und Agentensysteme vereinfachen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11346423

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.databricks.com/company/newsroom/press-releases/databricks-launches-ltap-first-lake-transactionalanalytical
  2. https://www.heise.de/ix
  3. mailto:axk@heise.de

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Ohne Bargeld: DHL bietet Kartenzahlung bei Nachnahme und Zoll

Von Achim Sawall — 26. Juni 2026 um 18:46
Die Handscanner der DHL-Zusteller bekommen ein wichtiges Update: Die lästige Barzahlung bei Zoll und Nachnahme gehört endlich der Vergangenheit an.
DHL-Zusteller (Bild: DHL)
DHL-Zusteller Bild: DHL

DHL ermöglicht das Bezahlen von Zoll- und Nachnahmegebühren nun auch elektronisch. Das gab der Logistikkonzern am 26. Juni 2026 bekannt. Bisher konnten solche Zahlungen nur bar erfolgen, wobei die Zusteller in der Regel nicht über Wechselgeld verfügen.

Für die Zahlung von Zoll- und Nachentgelten an der Haustür werden Girocard, Kreditkarten sowie mobile Bezahlverfahren per Smartphone oder Smartwatch akzeptiert. Bei dem Dienst Service Nachnahme, bei dem ein Paket erst nach Bezahlung ausgehändigt wird, sei aus Sicherheitsgründen ausschließlich die Zahlung mit der Girocard möglich. Für die Zahlung von Zoll- und Nachentgelten an der Haustür würden alle genannten Bezahlverfahren akzeptiert.

Die bargeldlose Zahlung erfolgt über NFC am Handscanner der Zustellkraft. Die Möglichkeit, bar zu bezahlen, besteht auch weiterhin.

Handscanner in mehr als 20 verschiedenen Sprachen

Der Handscanner der Zusteller wird um eine weitere Anwendung ergänzt. Das Werkzeug wird unter anderem zum Scannen und Quittieren von Sendungen, für spezielle Zustellhinweise, zum Öffnen von Packstationen sowie zum Drucken von Paketlabels per QR-Code genutzt. Zudem kann der Handscanner in mehr als 20 verschiedenen Sprachen bedient werden.

Der Service für das elektronische Bezahlen ist erst in einzelnen Regionen verfügbar, soll aber in den kommenden Wochen schrittweise ausgeweitet werden.

Spezielles Android mit DHL Zustell-Software

Die DHL setzt bei ihren Handscannern primär auf Geräte des US-amerikanischen Herstellers Zebra Technologies. Bei den gelben Handscannern, die man aktuell bei den DHL-Paketzustellern sieht, handelt es sich meist um Geräte der Zebra TC5x-Serie, oft das Modell TC57 oder neuere wie das TC58. Auf den Scannern läuft ein speziell für DHL angepasstes Android, auf dem die DHL-eigene Zustell-Software installiert ist. An der Kopfseite besitzen sie ein Scan-Modul, das Barcodes und QR-Codes auch bei schlechten Lichtverhältnissen oder Beschädigungen erfassen soll.

Zudem kommen noch Geräte der Hersteller Honeywell oder ältere Terminals von Casio und Motorola Solutions, deren Enterprise Sparte von Zebra übernommen wurde, zum Einsatz.

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