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Giant Swarm öffnet KI-Agenten-Plattform in Kubernetes-Umgebungen für Kunden

Von Heise — 09. Juli 2026 um 15:45
Symbolbild für  KI-Agenten als isolierte Workloads in eigenen Kubernetes-Clustern.

(Bild: Matthias Parbel / KI / iX)

Giant Swarm will KI-Agenten als isolierte Workloads in eigenen Kubernetes-Clustern betreiben – On-Premises, Air-gapped oder hybrid, ohne SaaS-Abhängigkeit.

Der Kubernetes-Spezialist Giant Swarm hat eine Plattform vorgestellt, die KI-Agenten nicht als IDE-Erweiterung, sondern als eigenständige, orchestrierte Workloads innerhalb der eigenen Kubernetes-Infrastruktur betreibt. Das Unternehmen positioniert seine Agent Platform als souverän, kuratiert und auditierbar – KI-Agenten sollen dort laufen, wo die Daten liegen, statt auf „fremden“ Servern.

Im Kern behandelt die Plattform von Giant Swarm Agenten wie jede andere Workload und sie läuft nach Angaben des Unternehmens innerhalb der eigenen Umgebung auf beliebigen Kubernetes-Clustern – in der Cloud, im eigenen Rechenzentrum, am Edge oder sogar in abgeschotteten, air-gapped Netzen. Einen proprietären Kern oder ein SaaS, das mit den Daten „nach Hause telefoniert“, gebe es nicht.

Wie Giant-Swarm-CEO Henning Lange im Blog [3] ausführt, betreibe der Dienstleister seine eigene Flotte von Agenten bereits seit Mitte 2025 auf derselben Plattform-Infrastruktur, unter anderem für Code-Reviews, Incident-Triage und zum Abarbeiten von Backlogs. Die Agent Platform soll ab sofort nun auch anderen Unternehmen offenstehen. Zunächst lädt Giant Swarm ausgewählte Partner und Kunden ein, die Plattform zu testen [4], der allgemeine Roll-out soll aber noch im Laufe dieses Jahres folgen.

Das neue Angebot soll nicht nur den kuratierten Einsatz von KI-Agenten in produktiven Umgebungen ermöglichen, sondern Unternehmen auch dabei unterstützen, das wachsende Problem von Schatten-KI in den Griff zu bekommen. Eine IDC-Erhebung [5] aus dem vergangenen Jahr habe beispielsweise gezeigt, dass rund 56 Prozent der Beschäftigten KI-Tools nutzten, die ihre Organisation gar nicht bereitgestellt hatte; nur 23 Prozent verwendeten die firmeneigenen Werkzeuge. IBM habe zudem festgestellt, dass jede fünfte Organisation über solche Schatten-KI kompromittiert [6] worden sei, mit im Schnitt 670.000 US-Dollar höheren Kosten pro Vorfall.

Von Agentenläufen zu deterministischen Workflows

Technisch arbeitet die Plattform mit einem Workflow-Engine-Ansatz: Wiederkehrende Muster aus Agentenläufen überführt sie in deterministische MCP-Workflows. Im eigenen Betrieb habe Giant Swarm damit unter anderem die Kosten pro Agentenlauf um den Faktor 2,8 senken können und verzeichne 17-mal weniger Tool Calls. Im Schnitt liefen bei dem Unternehmen rund 500 Agenten parallel. Die eigene Engineering-Organisation profitiere von einem deutlich erhöhten Output. So sei die Zahl der Pull Requests pro Monat im Frühjahr 2026 um mehr als 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – bei unveränderter Mitarbeiterzahl.

Die Agenten-Plattform folge den drei Leitprinzipien souverän, kuratiert und Enterprise-ready. Ersteres steht für den Einsatz von Open Source, austauschbare Modelle, Tools und Harnesses sowie volle Datenkontrolle. Kuratiert beschreibe das Versprechen, dass Giant Swarm kontinuierlich den schnell wechselnden Agentenmarkt beobachtet und passende Bausteine zentral integriert. Als Enterprise-ready gilt die Plattform, weil sie von Anfang an mandantenfähigen, sicheren und auditierbaren Betrieb ermögliche.

Die Architektur baut auf der langjährigen Kubernetes-Praxis des Anbieters auf, Giant Swarm betreut seit 2014 Kubernetes-Umgebungen für Kunden. Die Plattform ist cloud-agnostisch und unterstützt AWS, Azure sowie VMware im eigenen Rechenzentrum, auch in hybriden Kombinationen. Als Basis für das Cluster-Lifecycle-Management dient die Cluster API. GitOps behandelt Giant Swarm als First-Class Citizen und nutzt dafür den Flux Operator, damit Änderungen versioniert, nachvollziehbar und reversibel bleiben. Als Developer Portal kommt Backstage zum Einsatz, die Observability stützt sich auf den Grafana-LGTM-Stack mit zentraler Ablage von Metriken, Logs und Traces. Single Sign-on lässt sich mit externen Identitätsanbietern wie Google Workspace oder Microsoft Entra ID koppeln, die Zugriffe steuert Kubernetes RBAC fein granular, ergänzt um Network Policies. Als Referenzkunden nennt Giant Swarm unter anderem Adidas, Vodafone, die Deutsche Telekom und die Börse Stuttgart.

Teil eines größeren Trends

Der Vorstoß fügt sich in eine Entwicklung, die weg von einzelnen Coding-Assistenten und hin zur Orchestrierung ganzer Agentenflotten führt. Das Framework Gas Town [7], das Steve Yegge im Dezember 2025 entwickelte und Anfang Januar 2026 vorstellte, verfolgt ein verwandtes Ziel: Es orchestriert viele Coding-Agenten nach Kubernetes-Vorbild parallel und kompensiert deren Fehler über eine Orchestrierungsschicht, statt einzelne Agenten zu verbessern.

Dass ein Sprachmodell nicht von allein zum Agenten wird, beschreibt auch das Konzept des Agent Harness [8]: Erst konkrete Software rund um das Modell führt Umgebung, Werkzeuge, Regeln und den Agent Loop zusammen. Giant Swarms Plattform lässt sich als plattformseitige Umsetzung genau dieser Idee lesen – mit dem Zusatzargument, dass die Daten die eigene Umgebung nicht verlassen. Für Unternehmen mit strengen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen dürfte gerade der Betrieb On-Premises, Air-gapped oder hybrid das relevante Verkaufsargument sein.


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https://www.heise.de/-11359005

Links in diesem Artikel:

  1. https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  2. https://clc-conference.eu/tickets_weiche.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  3. https://www.giantswarm.io/blog/introducing-the-giant-swarm-agent-platform-agents-that-run-where-your-data-lives
  4. https://www.giantswarm.io/agent-platform
  5. https://www.idc.com/resource-center/blog/shadow-ai-how-stealth-productivity-is-strangling-enterprise-ai-adoption-and-creating-a-security-nightmare/
  6. https://newsroom.ibm.com/2025-07-30-ibm-report-13-of-organizations-reported-breaches-of-ai-models-or-applications,-97-of-which-reported-lacking-proper-ai-access-controls
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Volle-Kontrolle-Gas-Town-orchestriert-zehn-und-mehr-Coding-Agenten-11177514.html
  8. https://www.heise.de/hintergrund/Kurz-erklaert-Agent-Harness-11330445.html
  9. mailto:map@ix.de

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heise+ | USB-Kameramikroskope zum Arbeiten und Lernen im Test

Von Heise — 09. Juli 2026 um 13:00

Preisgünstige Kameramikroskope mit Display sind ideal zum Reparieren von Elektronik und feiner Mechanik. Kindern gewähren sie erste Blicke in den Mikrokosmos.

Das USB-Mikroskop ist ein typisches Beispiel für chinesischen Erfindergeist: Kombiniere eine einfache Webcam mit einem vergrößernden Objektiv, das sich in einer Röhre zum Scharfstellen hin- und herbewegen lässt, füge einen Kranz von LEDs zur Beleuchtung des Objekts hinzu – fertig. Das Ganze wird zu einem Preis verkauft, den sich jeder leisten kann. Die gängigen Betriebssysteme erkennen Webcams automatisch und fügen Standardtreiber hinzu, was die Entwicklung und Pflege eigener Treiber einspart.

Dieser Ansatz hat bestens funktioniert, denn USB-Mikroskope sind extrem praktisch. Egal, ob man eine Lupe braucht, ein Mikroskop oder – bei dünnem Mikroskoptubus – ein Endoskop, um hinter die Fußleiste zu schauen, alltägliche Anwendungen gibt es viele. Mittlerweile haben die Hersteller die Mikroskope mit eigenen Displays, Akkus und Speicher für die Bild- und Videoaufzeichnung ausgestattet. So braucht man keinen PC mehr und kann auch im Wald biologische Studien betreiben.

Wir haben fünf Modelle mit Display für unterschiedliche Einsatzzwecke zu Preisen zwischen 47 und 210 Euro ins c’t-Labor geholt: Das Andonstar AD246S-M und das Tomlov TM3K-3D eignen sich besonders gut zum Löten und Schrauben an filigranen Geräten, die bunten Modelle Heweimei P2 und MX2-AS von Matata Studio für Kinder und Schulunterricht und das Wadeo DM4 als billiger Allrounder.


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https://www.heise.de/-11228118

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  1. https://www.heise.de/tests/USB-Kameramikroskope-zum-Arbeiten-und-Lernen-im-Test-11228118.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Sie-Platinen-mit-CNC-Fraese-und-FlatCam-fertigen-11148837.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Verschleissmelder-fuer-Maschinen-mit-ESP32-selber-bauen-11145535.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Schloesser-oeffnen-ohne-Schluessel-Lockpicking-Guide-fuer-Einsteiger-10963426.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Schloesser-knacken-fuer-Einsteiger-So-starten-Sie-ins-Lockpicking-Hobby-10671871.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/Werkzeugwissen-Unterschiede-zwischen-Zwingen-Klemmen-und-Spannern-10778773.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Den-richtigen-Klebstoff-verwenden-eine-Uebersicht-10495194.html
  8. https://www.heise.de/ratgeber/Drehzahlregler-aufgeschaut-So-funktioniert-er-10299501.html
  9. https://www.heise.de/ratgeber/Schrauben-Welcher-Typ-sich-fuer-welche-Projekte-eignet-10245792.html
  10. https://www.heise.de/ratgeber/Die-ideale-Ausstattung-fuer-eine-Bastel-und-Reparaturwerkstatt-10001124.html

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Samsung Galaxy Unpacked am 22. Juli: 3 Foldables, 2 Uhren und 1 Brille erwartet

Von Heise — 08. Juli 2026 um 10:48
Screenshot aus der Einladung zum Galaxy Unpacked Event

Das Motto des Galaxy-Unpacked-Events am 22. Juli 2026: „A New Shape Unfolds.“

(Bild: Samsung)

Samsung lädt für den 22. Juli zum „Galaxy Unpacked“ nach London. Erwartet werden neue Foldable-Modelle, Smartwatches und möglicherweise eine smarte Brille.

Samsung [1] lädt zum Unpacked-Event am 22. Juli. Der Hersteller nutzt seine seit Jahren stattfindenden Unpacked-Events im Sommer, um neue Foldable-Modelle und Smartwatches zu präsentieren. Kurioserweise veröffentlicht Samsung die Einladung zu seinem Event am selben Tag wie Google zum Pixel-11-Event [2], das jedoch erst im August stattfindet.

Neuer Formfaktor

„Am 22. Juli veranstaltet Samsung Electronics das ‚Galaxy Unpacked‘ in London, Großbritannien – einer Stadt, die sich nicht dadurch weiterentwickelt, dass sie Trends hinterherläuft, sondern indem sie diese selbst setzt“, heißt es in der Einladung. Der Hersteller lädt dazu ein, „die neuesten Modelle des Galaxy-Portfolios“ aus der Kategorie der Foldables vorzustellen.

In diesem Jahr scheint Samsung sein Foldable-Sortiment nicht nur um ein neues Fold und Flip zu aktualisieren, sondern auch mit einem extrabreiten Galaxy Z Fold 8 zu erweitern. Schon im Vorfeld der Einladung zum Unpacked-Event hat Samsung damit begonnen, seine nächste Foldable-Generation anzuteasern. Den Fokus legt der Hersteller dabei offenbar auf eine zusätzliche Bauform, bei der es sich um ein Foldable im Galaxy-Z-Fold-Format handelt, das etwas breiter und weniger hoch ist. Auch der Teaserclip zum Event deutet diesen neuen Formfaktor durch das abgerissene Ticket spielerisch an. Apples im September erwartetes erstes Foldable soll einen ähnlichen Formfaktor besitzen.

Das neue, breite Foldable soll Gerüchten zufolge den Namen Galaxy Z Fold 8 tragen, während das „klassische“ Z Fold den Zusatz Ultra erhalten soll und damit „Galaxy Z Fold 8 Ultra“ heißen könnte.

Abseits der Foldables sind Samsung zufolge noch neue Uhren zu erwarten. Diese bestätigte Samsung schon im Zuge der Ankündigung der überarbeiteten Health-App [4]. Gerüchten zufolge wird es eine Galaxy Watch 9 und eine Galaxy Watch Ultra 2 geben. Ebenso kursieren Hinweise [5] auf neue Ohrstöpsel namens Galaxy Buds On.

Kommt die Brille?

Auch Samsungs erste intelligente Brille könnte der Hersteller im Zuge des Unpacked-Events zeigen. Zumindest wäre die Veranstaltung eine gute Gelegenheit, die im Mai zusammen mit Google präsentierte neue Gerätekategorie [6] auf Basis von Android XR zur Schau zu stellen, bevor sie im Herbst in den Handel kommen soll.

Samsung bietet für die Veranstaltung einen Livestream an, der am 22. Juli 2026 ab 15:00 Uhr sowohl auf dem YouTube-Kanal des Herstellers als auch auf der offiziellen Website verfolgt werden [7] kann.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11357613

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Samsung
  2. https://www.heise.de/news/Google-Pixel-11-Serie-wird-am-12-August-enthuellt-11357485.html
  3. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  4. https://www.heise.de/news/Samsung-Health-Umfangreiches-Update-fuer-Gesundheits-App-mit-KI-angekuendigt-11318755.html
  5. https://www.androidauthority.com/samsung-galaxy-buds-able-possible-name-3684560/
  6. https://www.heise.de/news/Google-zeigt-erste-Bilder-kommender-Smart-Glasses-11299810.html
  7. https://www.samsung.com/de/unpacked/
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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40 Jahre AVM/Fritz: Vom BTX-Bastelprojekt zur Router-Ikone

Von Heise — 07. Juli 2026 um 17:12
AVM-Mitgründer und Technikleiter Peter Faxel zeigt eine größere Ausführung des ISDN-Controllers B1

AVM-Mitgründer und Technikleiter Peter Faxel zeigt eine größere Ausführung des ISDN-Controllers B1.

(Bild: AVM / Fritz)

Zählt man das erste Jahr als Studentenprojekt, ist Fritz jetzt 40 Jahre alt. Los ging es als „Audiovisuelles Marketing“.

Was als Studentenprojekt in Berlin begann, ist heute Marktführer in deutschen Wohnzimmern: Die FRITZ! GmbH, manchen besser bekannt unter ihrem früheren Namen AVM [1], feiert ihr 40-jähriges Bestehen.

Die vier damaligen Studenten Johannes Nill, Peter Faxel, Ulrich Müller-Albring und Jörg-Detlef Gebert gründeten AVM nach eigenen Angaben [2] im Jahr 1986. Damals handelte es sich allerdings noch um ein Bastelprojekt. Erst am 26. August 1987 erfolgte die erste Eintragung im Handelsregister als AVM Projektvertrieb Kommunikationsysteme GmbH. Der Hauptsitz befindet sich seitdem in Berlin.

Vom BTX-Dienstleister zum ISDN-Pionier

Das Kürzel AVM war ein Überbleibsel aus den Anfangstagen als BTX-Dienstleister und stand für „Audiovisuelles Marketing“. Die vier Gründer wollten Mitte der 1980er-Jahre das damals neue Integrated Services Digital Network (ISDN) nutzen, um den Bildschirmtext (BTX) der Deutschen Bundespost dem damals noch jungen PC-Markt zugänglich zu machen. Nach den ersten Entwicklungsaufträgen wurden ab 1988 eigene Produkte entwickelt.

Mit ISDN-Profikarten wie der A1 und insbesondere der B1 gelang AVM der Durchbruch: Die aktive ISDN-Karte B1 wurde laut eigenen Angaben zum weltweit meistgekauften aktiven ISDN-Controller. Aktiv heißt, dass die Karte mit einem eigenen digitalen Signalprozessor (DSP) die Daten verarbeitet hat. Die passiven A1-Modelle waren dafür auf den PC-Hauptprozessor angewiesen. Zu den Kunden von AVM zählten namhafte Unternehmen wie die Deutsche Telekom, Datev und Novell. Erste Karten kamen für den ISA-Bus (Industry Standard Architecture), spätere Ausführungen für den Peripheral Component Interconnect (PCI). Bis 2013 hat AVM B1-Controller produziert [3].

AVMs ISDN-Controller (0 Bilder) [4]

[5]

1995 folgte mit der Fritzcard der erste Ableger mit Endkundenfokus. Kosteten die vorherigen Profimodelle teils mehrere tausend Deutsche Mark (DM), war die Fritzcard ab etwa 200 DM erhältlich. Ebenfalls mit dabei: eigene Fritz-Software. AVMs deutscher Marktanteil bei ISDN-Karten soll im Jahr 2004 auf einen Spitzenwert von 80 Prozent geklettert sein.

Die Fritzbox räumt auf

Der eigentliche Wendepunkt in der Firmengeschichte kam 2004. Bis dahin brauchte man für Internet per DSL und Telefonie hinter der „Postbuchse“ noch einen Gerätewust: Splitter, Analogtelefon oder ISDN-Anlage mit Telefonen, für schnurlose Geräte eine DECT-Basis und als Internetzubringer ein DSL-Modem und einen einfachen Router.

Diesem Wirrwarr machte AVM in zwei Etappen ein Ende: Am 18. März 2004 kündigte die Firma auf der damals weltgrößten IT-Messe CeBIT die erste Fritzbox an. Sie integrierte Modem und Router und reduzierte so das Geraffel merklich. In den folgenden Jahren wanderten immer mehr Funktionen in die Box: die ISDN-Technik, WLAN für Mobilgeräte kam hinzu und später schluckte die Box auch die DECT-Basis. Am Schluss stand nur noch ein Gerät da, mit der Fritzbox 7270 war 2007 der moderne All-in-one-Router geboren. Moderne Geräte kommen zusätzlich mit Smart-Home-Integration, Mesh-WLAN und natürlich Glasfaser-Unterstützung.

Zeitstrahl mit den wichtigsten AVM- und Fritzprodukten
Zeitstrahl mit den wichtigsten AVM- und Fritzprodukten

Zeitstrahl mit den wichtigsten AVM- und Fritzprodukten. Fritzboxen sind seit Jahren das wichtigste Geschäftsfeld für die Firma.

(Bild: Fritz)

Der Erfolg gab dem Konzept recht: 2010 erreichte die Fritzbox in Deutschland mit 68 Prozent ihren höchsten Router-Marktanteil. Geholfen hat dabei das Geschäft mit den Internetanbietern: AVM vertreibt seine Router auch an Provider, die sie ihren Kunden gegen eine Monatsmiete oder gratis bereitstellen, mal als Original, mal als schwarzer „Homeserver“.

Im Jahr 2024 haben sich derweil die Besitzstrukturen geändert: Damals hat Imker Capital Partners über die Luxemburger Tochterfirma Rucio Investment die Mehrheit von AVM übernommen [6]. Die Gründer haben sich aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückgezogen. Unter der neuen Führung strebt Fritz unter neuem Namen auch die Internationalisierung an, inklusive eigenem Webshop [7]. Dort soll es zum Jubiläum Rabattaktionen und Angebote geben.


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https://www.heise.de/-11357023

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/AVM-gibt-seinen-Namen-auf-10509753.html
  2. https://about.fritz.com/presse/presseinformationen/2026/07/40-jahre-fritz-ein-berliner-unternehmen-schreibt-technikgeschichte
  3. https://www.heise.de/news/AVM-beendet-Produktion-seines-ersten-ISDN-Profi-Controllers-2063970.html
  4. https://www.heise.de/bilderstrecke/5112964.html?back=11357023;back=11357023
  5. https://www.heise.de/bilderstrecke/5112964.html?back=11357023;back=11357023
  6. https://www.heise.de/news/Einer-der-weltweit-groessten-Investoren-uebernimmt-AVM-9796123.html
  7. https://www.heise.de/news/Fritzboxen-Co-Fritz-eroeffnet-im-Oktober-eigenen-Onlineshop-10675284.html
  8. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Agentic AI fürs Smart Home: openHAB 5.2 bringt Chat-Interface und MCP-Server

Von Heise — 07. Juli 2026 um 11:57
Ein Bot sitzt vor einem Modellhaus

(Bild: Rainald Menge Sonnentag / KI / iX)

Die Open-Source-Plattform openHAB bietet eine Anbindung an LLMs für Abfragen und Steuerung via Chat sowie einen eigenen MCP-Server für Agentic AI.

Die Open-Source-Plattform openHAB öffnet sich in Version 5.2 für LLMs und Agentic AI. Die Plattform zur Smart-Home-Steuerung bringt eine Anbindung an Sprachmodelle und führt den openHAB MCP Server ein.

LLM-Chat statt Regelwerk für die Steuerung

Das UI von openHAB bringt ein neues Chat-Interface, das sich direkt an die einzelnen Geräte der Plattform anbinden lässt. Für Aufgaben zur Gerätesteuerung zeigt das Chat-Interface das zugehörige Widget an.

Chat-Interface openHAB mit Widget
Chat-Interface openHAB mit Widget

Das Widget für das Licht erscheint beim Steuern des Geräts im Chat.

(Bild: openHAB)

openHAB bietet Tools, um die einzelnen Geräte an das LLM anzubinden, um den Status abzurufen oder Steuerbefehle zu senden.

Die User entscheiden, welche Geräte für das Chat-Interface ansprechbar sind. Der Parameter permission in den voiceSystem-Metadaten der einzelnen Items (die Smart-Home-Einheiten in openHAB) [1] kennt drei Einstellungen: NO_ACCESS, READ_ONLY und READ_WRITE.

Gedächtnis und Tools für das LLM

Die Plattform speichert den Verlauf des Chats und kann ihn dem LLM bei weiteren Aufrufen mitgeben. Wie weit sich openHAB den Chatverlauf merkt und ihn weitergibt, lässt sich in den Einstellungen festlegen. Der System-Prompt für das LLM ist ebenfalls anpassbar.

Ein Tooling-Framework öffnet den LLMs den Zugang zu den Geräten und weiteren Informationen. Drei Tools bringt Version 5.2 von Haus aus mit: get-date-time gibt die Zeit und das Datum bezogen auf die aktuelle Zeitzone zurück, item-get-state ruft den Status eines Items ab und item-send-command schickt einen Befehl an ein Item.

Chat with openHAB
Chat with openHAB

Das Chat-Interface bietet Zugang zu den einzelnen Geräten und Informationen im Smart-Home-System.

(Bild: openHAB)

openHAB ist zwar an kein bestimmtes LLM gebunden, bietet zum Start allerdings zunächst nur eine Anbindung an Google Gemini. Bindings für OpenAI und dazu kompatible Modelle sind in Kürze geplant.

Agentic AI mit dem openHAB MCP Server

Einen Schritt weiter als die LLM-Anbindung geht der openHAB MCP Server, der die Plattform für Agentic AI öffnet. Die KI-Agenten können die Geräte steuern und verwalten.

Außerdem lassen sich die KI-Agenten nutzen, um eigene Regeln für openHAB zu erstellen. Dabei hat man die Wahl zwischen Regeln für wiederkehrende Aufgaben und einmaligen Regeln. Letztere löscht der Agent nach der Ausführung selbsttätig.

Die Agenten können wahlweise direkt über das Netzwerk, über die openHAB-Cloud oder eine Node.js-Bridge mit openHAB kommunizieren. Damit die Agenten mit der Plattform interagieren können, benötigen sie ein openHAB-API-Token. Weitere Informationen zur Anbindung und Authentifizierung finden sich in der Dokumentation zum openHAB MCP Server [2].

Funktionen jenseits von KI

Neben der LLM- und Agentic-AI-Anbindung bringt openHAB 5.2 zahlreiche weitere Ergänzungen. Unter anderem lassen sich Komponenten für das UI neuerdings in YAML erstellen. Außerdem hat das openHAB-Team die DSL (Domain Specific Language) zum Erstellen von Regeln erweitert.

Weitere Neuerungen wie die dauerhaft angezeigte Log-Konsole und die erweiterten Charts lassen sich dem openHAB-Blog [3] entnehmen. Die vollständige Liste der Neuerungen findet sich in den Release Notes [4].


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.openhab.org/docs/concepts/items.html
  2. https://www.openhab.org/addons/integrations/mcp/
  3. https://www.openhab.org/blog/2026-07-05-openhab-5-2-release.html
  4. https://github.com/openhab/openhab-distro/releases/tag/5.2.0
  5. mailto:rme@ix.de

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Für digitale Souveränität: RISC-V-Sicherheitschip aus Deutschland

Von Heise — 06. Juli 2026 um 17:51

Mehrere Fraunhofer-Institute haben gemeinsam ein Secure Element auf Basis des offengelegten OpenTitan entwickelt, das Globalfoundries in Dresden fertigt.

Das „RISC‑V Secure Element“ der Fraunhofer-Institute IIS, AISEC und EMFT soll die digitale Souveränität europäischer Chips und Schaltungen stärken. Es lässt sich als Funktionsblock in andere Chips integrieren, aber auch als separater Chip aus der Dresdner Fertigung von Globalfoundries einsetzen.

Basis des RISC-V Secure Element ist der offengelegte Sicherheits-Controller OpenTitan, den Google in einer vom taiwanischen Hersteller Nuvoton produzierten Version in aktuelle Chromebooks einbaut.

Mit PQC und flexibel erweiterbar

Die aktuelle Implementierung des RISC‑V Secure Element durch Fraunhofer [1] enthält auch Algorithmen für quantensichere Verschlüsselungsverfahren (Post-Quantum Cryptography, PQC) wie ML-DSA (Dilithium) and ML-KEM (Kyber).

Die Entwickler betonen aber, dass sich das Secure Element sowohl erweitern als auch an besondere Anforderungen des jeweiligen Einsatzbereichs anpassen lässt. Und auch angepasste Versionen des RISC-V Secure Elements sollen sich günstig fertigen lassen, sogar in kleineren Stückzahlen.

Blockschaltbild des RISC-V Secure Element
Blockschaltbild des RISC-V Secure Element

Blockschaltbild des RISC-V Secure Element

(Bild: Fraunhofer IIS)

Ebenso wie der OpenTitan-Chip „Earlgrey“ von Nuvoton [2] nutzt das RISC-V Secure Element den 32-Bit-RISC-V-Kern Ibex. Es enthält 4 KByte einmal programmierbaren Speicher (OTP) als e-Fuses, 256 KByte SRAM, 64 KByte Boot-ROM und 2 MByte nichtflüchtigen MRAM-Speicher, etwa für Schlüsselmaterial.

Das Secure Element lässt sich auch zur Absicherung des Bootvorgangs (Secure Boot) nutzen und sicher updaten.

Das RISC-V Secure Element ist für das Fertigungsverfahren 22FDX von Globalfoundries ausgelegt. Wenn es als Einzelchip produziert wird, kann auch das Packaging in der EU erfolgen.


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https://www.heise.de/-11355168

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.iis.fraunhofer.de/de/ff/sse/ic-design/integrierte-digitale-systeme/secure-elements-und-beschleuniger.html
  2. https://www.heise.de/news/Offener-und-quantensicherer-RISC-V-Sicherheitschip-OpenTitan-fuer-Chromebooks-10274703.html
  3. https://www.heise.de/ct
  4. mailto:ciw@ct.de

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heise+ | Hörhilfe mit vollem Sound: Kleiner Lautsprecher kommt direkt aufs Trommelfell

Von Heise — 06. Juli 2026 um 10:00

Ein neues Hörgerät soll vollen Musikgenuss erlauben. Ein deutsches Start-up setzt dazu einen Piezolautsprecher aufs Trommelfell – das hat nicht nur Vorteile.

Ein neues Konzept für Hörgerätetechnik beruht auf einer winzigen linsenförmigen Silikonkapsel, die unmittelbar auf dem Trommelfell aufliegt und Schallvibrationen direkt überträgt. 50 Testnutzer leben mit dieser Technik bereits seit einem Jahr.

Die neuartige Technik der sogenannten Hörkontaktlinse [1] [1] überträgt Klänge mit mehr Obertönen und mit deutlich mehr tiefen Frequenzen, als klassische Hörgeräte es können. Damit kann der Träger oder die Trägerin nicht nur Gesprochenes verstehen, sondern auch Stimmen unterscheiden und musikalisch einen deutlich volleren Sound hören.

Testteilnehmer berichten von erfreulichen Hörerlebnissen. Wir erklären die Besonderheiten der neuen Technik und für wen sie geeignet ist. Ein Tonmeister berichtet, was er mit Hörkontaktlinsen auf seinen Trommelfellen erlebt hat.


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https://www.heise.de/-11292049

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  1. https://www.heise.de/hintergrund/Hoerkontaktlinse-uebertraegt-Klaenge-unverzerrt-6350930.html

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Video: Das passiert mit Social-Media-Accounts nach dem Tod

Von Heise — 05. Juli 2026 um 10:00

Wer möchte, dass die eigenen Accounts nach dem Tod verschwinden, muss selbst aktiv werden. Wie man richtig vorsorgt, erklären wir im Video.

Was passiert mit E-Mail-Konten, Social-Media-Profilen, Chats und privaten Fotos nach dem Tod? Sie werden vererbt. Das hat der Bundesgerichtshof 2018 in einem Urteil bestätigt. Die Mehrheit der Deutschen kümmert sich zu Lebzeiten aber kaum um ihren „Digitalen Nachlass“ – zum Nachteil der Angehörigen.

Wie kommen Hinterbliebene nun an Accounts und ihre Daten? Wie veranlasst man die Löschung von Nutzerkonten? Und wie sorgt man vor, damit die Liebsten nicht im Wirrwarr aus Formularen, Vollmachten und Erbscheinen versinken? Das erklären wir im Video.


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So laufen Nicht-Steam-Spiele unter Linux | c't 3003

Von Heise — 03. Juli 2026 um 18:00

Steam-Spiele laufen unter Linux längst reibungslos. Aber wie sieht es mit GOG, Epic, Battle.net & Co. aus? c't 3003 hat Lutris, Heroic und Faugus getestet.

Steam-Spiele laufen unter Linux mittlerweile hervorragend, dank Valves Kompatibilitätsschicht Proton. Aber was ist mit Spielen, die es nur bei GOG, Epic Games, Battle.net oder in der EA-App gibt? Genau dafür gibt es Open-Source-Tools wie Lutris, den Heroic Games Launcher und den noch recht neuen Faugus-Launcher. c't 3003 hat ausprobiert, wie einfach sich diese Launcher installieren und bedienen lassen, wo es hakt und warum Anti-Cheat-Software bei manchen Spielen trotzdem einen Strich durch die Rechnung macht.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, Linux-Gaming ist überall. Das funktioniert super, macht gar keine Probleme. Steam Deck, Steam Machine, Gaben – ja, alles toll und super. Aber was ist denn, wenn mein Spiel gar nicht bei Steam verfügbar ist? Ja, dann sieht die Nummer schon ein bisschen anders aus: Wie installiere ich dieses GOG-Spiel hier? Wie kriege ich den Battle.net-Launcher zum Laufen, und wer zum Geier benutzt überhaupt Amazon als Gaming-Plattform? Die Lösung dafür sind Open-Source-Tools wie Lutris, Heroic oder der Faugus-Launcher. Mit denen kann man auch Steam-fremde Spiele spielen, die Launcher ganz normal benutzen, und das alles soll auch noch ohne großes Gefummel möglich sein. Angeblich. Wie das geht, ob das wirklich so easy ist und warum Anti-Cheat-Software der größte Müll ist, klären wir in diesem Video. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei…

Okay, wenn wir hier Linux-Distributionen vorstellen und aufs Thema Gaming zu sprechen kommen, kann man mittlerweile eigentlich allgemeingültig sagen: Steam-Spiele laufen auf Linux, sogar sehr gut. Unter NVIDIA-Karten vielleicht ein klein wenig schlechter als unter Windows, auf AMD-Karten teilweise sogar besser. Aber hier soll es jetzt nicht um Benchmarks gehen, was wo besser läuft – dafür planen wir schon ein großes Vergleichsvideo. Schreibt gerne mal in die Kommentare, ob euch das interessiert und welche Spiele wir testen sollen.

Hier geht es jetzt aber erst mal um eine Sache, die gerne mal etwas zu kurz kommt: Was mache ich auf Linux, wenn es mein Spiel gar nicht bei Steam gibt? Also Spiele vom Epic Launcher, Battle.net, EA App, Ubisoft oder gleich komplette Offline-Installationsdateien von GOG. Dafür gibt es hier drei gängige Möglichkeiten. Einmal den einfach zu bedienenden und gut aussehenden Heroic Games Launcher, der sich aber nur um Spiele von GOG, Epic Games oder Amazon kümmert. Dann Lutris, der theoretisch alles kann, aber deutlich fummeliger zu bedienen ist, wenn man tiefer reingehen will. Und als Geheimtipp noch der super simple und leichtgewichtige Faugus-Launcher, der aber noch etwas in den Kinderschuhen steckt. Wir gehen jetzt mal durch, wie man die bedient und wie kompliziert das Ganze eigentlich ist.

Benutzt Steam, Wine als Grundlage und Flatpaks

Okay, aber erst mal nur, damit es einmal gesagt ist: Wenn es ein Spiel ist, das es ganz normal bei Steam gibt und dort läuft, dann ist das der beste Weg, und den würde ich auch immer empfehlen. Denn Steam hat übergreifend die Kompatibilitätsschicht Proton eingebaut, die auf Wine basiert.

Kurzer Nerd-Einschub: Was ist das überhaupt? Wine ist so etwas wie eine Zwischenschicht, die Windows-Aufrufe für Linux übersetzt – also sowas wie Registry-Einträge, irgendwelche Files, die in „C:“ geschrieben werden müssen, und so weiter. Der Unterschied zu so etwas wie einer virtuellen Maschine ist, dass Wine keinen kompletten PC emuliert, sondern nur die notwendigen Funktionen von Windows in einer isolierten Umgebung. Der Vorteil gegenüber einer virtuellen Maschine ist dabei, dass Windows-Software und Spiele direkt auf dem System laufen und der Rechner nicht noch die ganze Hardware emulieren muss. Proton ist eine von Valve entwickelte und für Spiele optimierte Version von Wine, die auch immer weiter angepasst wird. Das sieht man auch ganz gut in den Patch-Notes: Da werden wirklich auch spezifische Probleme für einzelne Spiele gelöst und nicht nur allgemeingültiger Kram. Okay, Nerd-Einschub Ende.

Die Frage ist: Muss man Wine noch extra vorher installieren? Mmh, jein. Manche Distributionen wie CachyOS mit seinem Gaming-Package oder Zorin mit dem Windows App Support installieren Wine bei sowas schon mit. Das ist nicht von Anfang an direkt auf der Platte, aber nur einen Klick entfernt. Falls nicht, ist das aber nicht schlimm, denn man muss Wine eigentlich nicht unbedingt manuell installieren. Das liegt daran, dass man Steam, Heroic oder Lutris als Flatpak installieren kann. Flatpaks sind quasi kleine Pakete von Programmen, die teilweise eigene Abhängigkeiten – wie beispielsweise Wine – direkt integriert haben und abgeschotteter vom System funktionieren. Das kann auch mal zu Komplikationen führen, ist aber, zumindest meiner Erfahrung nach, oft die einfachere Lösung.

Hier unter Zorin OS mit modifiziertem GNOME sind Flatpaks extrem einfach installiert. Hier gibt es nämlich diesen GNOME Software Manager, quasi eine Art App Store, wo man einfach nach Programmen suchen und dann auch auswählen kann, ob man sie als Flatpak installieren will oder nicht. Jetzt jede Distro einzeln durchzugehen, wäre zu viel für dieses Video, aber bei denen, die wir hier auf dem Kanal schon vorgestellt haben, ist Software ähnlich einfach installiert.

Heroic Launcher

Falls man Spiele aus dem Epic Games Launcher, von GOG oder, warum auch immer, von Amazon auf Linux spielen will, dann eignet sich der Heroic Games Launcher hervorragend dafür. Der ist super einfach zu bedienen, straightforward, und hat bei mir wirklich gar keine Probleme gemacht. Den gibt es, wie eben erwähnt, in den gängigen Software-Repositories, beispielsweise hier auf Zorin OS im Gnome-Software-Store als Flatpak.

So sieht das Ding aus, und man bekommt direkt angeboten, sich bei den Plattformen einzuloggen. Mit einem Klick öffnet sich dann direkt ein Fenster zum jeweiligen Launcher, einloggen, und man ist drin. Wenn man dann auf Bibliothek geht und einmal aktualisiert, tauchen alle Spiele auf. Nice. Bevor man jetzt ein Spiel runterlädt, würde ich hier links unter Wine-Manager einmal checken, ob GE-Proton-latest heruntergeladen und ausgewählt ist – also die aktuellste Version.

Falls ihr euch fragt, was der Unterschied zwischen GE und dem „normalen“ Proton ist: Die GE-Version ist eine Custom- bzw. Community-Version mit zusätzlichen Patches und Fixes und bringt zusätzlich Codecs für Videosequenzen mit. Das normale Proton ist ja sehr auf Steam ausgelegt, und in diesem Fall präferiert der Heroic Launcher eher die GE-Version, um Spiele zum Laufen zu bringen. Das heißt nicht, dass die Version immer besser funktioniert, aber es scheint bei Heroic erst mal der Way to go zu sein. GE steht übrigens für GloriousEggroll, also herrliche Frühlingsrolle. Das ist der Nickname von Thomas Crider, dem Urheber dieser Community-Variante von Proton und Mitbegründer der Linux-Distro Nobara. Der Typ ist einfach auch einer der Hauptgründe, warum Spiele auch außerhalb von Steam gut laufen. Vielen Dank, Mr. Eggroll. Okay, zurück zu Heroic.

Bis auf Wine muss man eigentlich sonst nichts einstellen. Man könnte hier noch das Design ändern, und falls man spezifische Probleme mit einzelnen Games hat, kann man wie bei Steam fürs jeweilige Spiel Startparameter einstellen oder die Proton-Version wechseln. Naja, ich kann jetzt auf jeden Fall hier in meiner Bibliothek, wie bei Steam auch, auf ein Spiel klicken, einen Speicherort auswählen und das einfach runterladen und starten. Und was soll ich sagen: Das funktioniert einfach. Auch bei Spielen, die irgendwelche Anti-Cheat-Maßnahmen benötigen, wie beispielsweise Rocket League – da wird bei der Installation direkt das benötigte Easy Anti-Cheat mit installiert.

Spiele von GOG, auch ältere wie dieser absolute Banger aus 2004, Vampire The Masquerade Bloodlines, lassen sich ebenfalls easy installieren. Was echt praktisch ist: Damit das Spiel auf aktueller Hardware läuft, gibt es bei GOG direkt die Patches, die man dafür braucht. Und in diesem Fall hat Heroic den benötigten Patch gleich direkt mit installiert – sehr praktisch. Das wird nicht bei allen Spielen der Fall sein, weil das auch mit GOG zusammenhängt, aber ja, schon nice.

Übrigens, das ist ja Epic Games – was ist eigentlich mit Fortnite? Ja, das funktioniert leider gar nicht. Das läuft zwar auch mit Easy Anti-Cheat, wird aber in diesem Fall aktiv blockiert. Aber ich rege mich später noch mal richtig explizit über Anti-Cheat-Software auf. Okay, der Heroic Launcher ist einfach zu bedienen, sieht gut aus, und ich würde ihn für Epic- und GOG-Spiele auf jeden Fall weiterempfehlen. Aber es gibt ja noch den Battle.net-Launcher für Blizzard-Spiele und die EA App für sowas wie Battlefield. Dafür gibt es auch eine Lösung, und die heißt Lutris.

Lutris

Lutris ist so eine Art Startrampe für andere Launcher, also beispielsweise Battle.net. Die werden mithilfe von Installationsskripten installiert und benutzbar gemacht, ohne dass man viel rumfummeln muss. Lutris ist aber nicht ganz so geschmeidig in der Bedienung wie Heroic, und das kann auch erst mal etwas abschreckend sein. Oder, wenn ich diesen Kommentar von „afrikaopa“ zitieren darf: „Lutris ist ein Buch mit sieben Siegeln für mich.“ Ja, das verstehe ich. Aber eigentlich ist das gar nicht so kompliziert, wenn man es einmal gecheckt hat. Das sehen auch andere so: Das Teil ist nämlich extrem beliebt, und eigentlich wird bei jedem Beitrag, wo jemand fragt, wie man Spiel XY auf Linux spielen kann, Lutris empfohlen.

Und Disclaimer: Ich weiß, Lutris kann auch noch sehr viel mehr, beispielsweise Emulation, und wenn man will, kann man hier wirklich extrem viel einstellen. In diesem Video beschränken wir uns aber erst mal nur auf die Basics. Es geht vor allem darum, erst mal die Nicht-Steam-Launcher zum Laufen zu bekommen. Man könnte auch Spiele direkt per Installationsskript quasi „einzeln“ installieren, aber der Launcher startet dann trotzdem. Das hätte den Vorteil, dass man für die jeweiligen Spiele einzeln die Wine- bzw. Proton-Version wählen könnte. Wenn man die kompletten Launcher in Lutris startet, ist halt alles immer mit einem Wine- bzw. Proton-Prefix unterwegs. Ja, bei mir lief das aber wunderbar bisher, und das ist wirklich auch die einfachste Methode, Lutris zu benutzen.

Also erst mal Lutris als Flatpak installieren, weil das, wie schon erwähnt, benötigte Abhängigkeiten direkt mitbringt. Und wenn man Lutris das erste Mal startet, sieht das, naja, irgendwie ein bisschen hässlich aus, und da ist auch erst mal gar nichts drin. Wie bei Heroic würde ich als erstes checken, ob die richtige Wine-Version am Start ist. Dafür hier das Burger-Menü öffnen, in die Einstellungen, unter Starter ganz nach unten zu Wine scrollen und aufs Zahnrad klicken. Hier aufklappen, und da sollte dann GE-Proton (latest) (standard) vorhanden und ausgewählt sein. Ansonsten habe ich in den Systemeinstellungen noch einen Speicherort ausgewählt und sonst nichts mehr verändert. Falls man sich auskennt, könnte man hier noch richtig viel einstellen, für meine Zwecke konnte ich aber alles so lassen, wie es ist.

Dann hier auf Quellen und die Launcher hinzufügen, die man in Lutris haben will. Lutris könnte in der Theorie alle Launcher komplett an einem Ort für euch bündeln, auch Steam – aber das läuft ja eh schon, also brauche ich das nicht in Lutris. Was die meisten brauchen werden, ist Battle.net, EA App, Ubisoft Connect, GOG und der Epic Game Store. Wenn die angewählt sind, kreuzen sie hier links bei den Quellen auf. Bei allen – bis auf Battle.net, dazu komme ich gleich noch – ist hier so ein kleines Männchen-Symbol daneben. Darüber kann man den Launcher runterladen und sich einloggen. Also beispielsweise bei Epic: Man klickt drauf, dann wird der Launcher installiert, und Lutris zeigt mir auch direkt an, welche Abhängigkeiten dabei mitinstalliert werden. Dann rödelt er kurz rum, und aha, jetzt startet der Epic Games Launcher. Einloggen, und schon kann man Spiele runterladen und einfach spielen wie bei Steam auch. Auch andere Sachen wie beispielsweise die Freundesliste sind am Start und funktionieren ganz normal. Sehr gut. Bei der EA App funktioniert auch alles ganz genauso: installiert, gestartet, alles läuft.

Okay, was ist mit GOG? Wenn man sich da eingeloggt hat, dann tauchen die Spiele auf dem Account direkt hier in der Lutris-Oberfläche auf. Hier beispielsweise Hollow Knight: Silksong. Ich klicke da einfach drauf und lade das runter. Ja – hier ganz kurz ein Einschub aus der Zukunft: So viel dazu. Beim Schreiben des Skripts hat das noch wunderbar funktioniert, und als ich das jetzt aufnehmen wollte, hat Lutris bei Silksong einfach gar nichts mehr gemacht. Ich habe das dann mal im Debug-Modus gestartet, und da steht, dass er keine Installationsdatei von GOG bekommt. Naja. Bei Heroic ging das wunderbar, und man kann da auch auswählen, ob man die Windows- oder die Linux-Version installieren möchte. Also, ich erzähle gleich noch, wie auch alte Spiele bei Lutris funktionieren können, aber würde für GOG-Spiele im Allgemeinen eher Heroic verwenden. So, Einschub Ende und zurück zu Lutris.

Bei älteren Spielen wie Vampire The Masquerade, die einen Patch brauchen, kann dieser direkt mitinstalliert werden. Dafür wird man während der Installation aufgefordert, den Speicherort der Patch-Datei anzugeben. Die muss man sich halt vorher irgendwie runterladen und abspeichern. Gibt man den Speicherort an, wird der Patch direkt mitinstalliert. Ja, und starten tut es dann trotzdem erst mal nicht – er findet anscheinend die richtige .exe-Datei nicht. Ich habe dann einmal in den Spieleinstellungen auf die richtige Vampire.exe gezeigt, und dann ging es. Trotzdem nervig.

Bei Battle.net gibt es kein Männchen-Symbol, mit dem der Download gestartet wird. Weiß auch nicht, warum. Aber das lässt sich relativ unkompliziert lösen: Einfach hier oben links auf das Plus und nach „Installations-Skripts auf der Lutris-Website suchen“, Battle.net eintippen und installieren. Dann läuft's. Über das Plus könnte man übrigens auch direkt Installationsdateien und lokale Installationsskripte ausführen.

Okay, bis auf die GOG-Sachen lief das hier mit den Launchern eigentlich relativ geschmeidig bei Lutris. Aber hier haben wir noch ein Problem: Ubisoft Connect lässt sich zwar installieren, startet dann aber nicht. Er findet angeblich die ausführbare Datei nicht. Das scheint ein eher neueres Problem zu sein, und das zum Laufen zu bekommen, ist nervig. Nach ein bisschen Recherche stellt sich raus, dass der Launcher mit GE-Proton anscheinend nicht so richtig klarkommt. Damit die Installation klappt, muss man einmalig auf Wine-Staging umstellen – also eine andere Version von Proton bzw. Wine.

Damit das hier alles nicht zu lang wird und da das ein sehr spezifisches Problem ist, das man nur einmal fixen muss, gehe ich die Schritte einmal im Schnelldurchlauf durch. Falls ihr den Ubisoft-Connect-Launcher eh nicht benutzen wollt, findet ihr unten Timestamps und könnt einfach skippen. Also, erst mal Ubisoft Connect quasi mit Fehler installieren, damit das hier bei Lutris aufkreuzt. Dann Lutris schließen und Wine-Staging dazuinstallieren. Das geht sehr einfach mit dem Tool ProtonPlus. Damit lassen sich verschiedene Wine- bzw. Proton-Versionen sehr einfach zu Lutris dazuinstallieren. Also: ProtonPlus runterladen, starten und hier oben Lutris auswählen. Dann nach Wine-Staging suchen, die aktuellste Version auswählen und installieren. Dann Lutris wieder starten, Rechtsklick auf den Ubisoft-Connect-Eintrag und unter „Optionen des Starters“ Wine-Staging auswählen. Dann über die offizielle Seite den Ubisoft-Connect-Launcher für Windows runterladen und in Lutris unten links auf den kleinen Pfeil klicken, „Starte EXE innerhalb eines Wine-Prefix“ anwählen und die eben runtergeladene Ubisoft-Installationsdatei auswählen. Jetzt installiert das Ding ganz normal. Nach der Installation erst mal beenden, wieder Rechtsklick auf Ubisoft Connect, konfigurieren und unter „Optionen des Starters“ wieder Proton-GE auswählen. Fertig.

Nachdem ich das einmal gemacht hatte, lief alles ganz normal. Okay, das war zwar mit Ubisoft turbo-nerviges Linux-Gefrickel, aber ich muss schon sagen: Abgesehen davon war das sonst eigentlich alles gar nicht so wild mit Lutris.

Faugus-Launcher

Aber wirklich super simpel wird es mit diesem Geheimtipp hier: dem Faugus-Launcher. Den gibt es noch gar nicht so lange. Der Aufbau von dem Ding ist extrem simpel: Man hat dieses kleine Fenster, klickt auf das Plus und kann dann einen Launcher auswählen, die Proton-Version einstellen – am besten wie bei den anderen auch Proton-GE – und installieren. Ja, und bei mir hat da wirklich auf Anhieb alles funktioniert, auch Ubisoft Connect. Ich muss sagen: Einfacher geht es wirklich nicht. Aber GOG ist nicht direkt integriert, und auch der Epic Games Launcher wurde gerade ganz frisch zum Zeitpunkt dieser Aufnahme temporär wegen irgendwelcher inkompatibler Updates entfernt. Der sollte aber irgendwann wieder aufkreuzen, denke ich. Und für die beiden gibt es ja eh auch den Heroic Launcher.

Ihr fragt euch vielleicht: Hä, warum nicht gleich einfach nur den Faugus-Launcher verwenden? Ja, das Ding ist: Der läuft noch etwas unter dem Radar, und falls es mal Probleme geben sollte, gibt es dementsprechend weniger Dokumentation bzw. Community-Hilfe im Vergleich zu beispielsweise Lutris. Zusätzlich habe ich hier und da davon gelesen, dass sowas wie HDR manchmal Probleme macht und Spiele sich nicht richtig beenden lassen und ähnlicher Kleinkram. Alles, was ich ausprobiert hatte, lief aber direkt richtig gut. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, den mal auszuprobieren, weil einfacher geht es wirklich nicht.

Okay, es gibt viele Möglichkeiten, so gut wie jedes Spiel unter Linux zum Laufen zu bringen. So gut wie – denn ich muss mich leider noch einmal aufregen.

Die Sache mit dem Anticheat

Es gibt leider noch so viele Spiele, die aufgrund von komplett invasiver, sich tief ins System grabender und obligatorischer Anti-Cheat-Software nicht auf Linux laufen. Das ist vor allem bei großen Multiplayer-Titeln ein Ding, bei denen die zwingend im Hintergrund laufen müssen. Hier mal ein paar Beispiele von Spielen, die, Stand jetzt, unter keinen Umständen unter Linux laufen: Fortnite, PUBG, Apex Legends (und das hat sogar mal funktioniert), Rainbow Six Siege, Battlefield 6, EA FC, GTA-5-Multiplayer und alle Spiele von Riot Games – also League of Legends, Valorant, TFT und 2XKO.

Riots Anti-Cheat-Programm heißt Vanguard und greift sehr tief ins System ein. Das läuft nämlich auf Kernel-Level. Das heißt, dass das Ding quasi auf der tiefsten Ebene des Systems und mit allen damit verbundenen Rechten arbeitet. Damit hat die Software in der Theorie Zugriff auf Treiber, Dateisystem, Netzwerk und vieles mehr – was echt ein bisschen hardcore ist, nur damit ich hier League of Legends spielen kann. Potenziell kann die Software damit auch einiges kaputt machen, ganz zu schweigen von den vielen anderen Problemen, die das Ding ohnehin schon macht. Bisher läuft Vanguard sogar direkt ab Systemstart, aber Riot hat jetzt ganz frisch angekündigt, zumindest daran etwas ändern zu wollen. Damit das allgemein auf Linux funktionieren könnte, müsste Vanguard komplett auf den Linux-Kernel angepasst werden. Und ja, ich will mir eigentlich wirklich gar nicht ausmalen, was dabei alles kaputtgehen könnte.

Naja, Easy Anti-Cheat kann im Gegensatz zu Vanguard unter Linux laufen, wenn die Spieleentwickler das aktiv anschalten bzw. nicht blockieren. Beispielsweise ist der Easy Anti-Cheat bei Elden Ring für Linux nicht blockiert, und das Spiel läuft. Das hat vermutlich auch damit zu tun, dass ein Spiel, wenn es auf dem Steam Deck als Verified gelabelt werden soll, auch mit Anti-Cheat auf Linux laufen muss. Fortnites Anti-Cheat ist beispielsweise auf Linux nicht freigegeben, weswegen das Spiel einfach gar nicht läuft. Aber es gibt Grund zur Hoffnung: Anscheinend hat Epic Games eine Stellenanzeige für einen Senior Game Security Engineer ausgeschrieben, und die Stelle soll sich mit den Linux-Anti-Cheat-Fähigkeiten von Epic befassen. Vielleicht wird es ja eines Tages doch noch was mit Linux und Anti-Cheat.

Bis dahin: Schreibt gerne mal in die Kommentare, was ihr gerade spielt, auf welchem System und wie das so läuft. Bis zum nächsten Mal. Tschüss!

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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Microsoft stellt offenbar Surface Laptop Go und Surface Go ein

Von Heise — 03. Juli 2026 um 14:03
Surface Laptop Go vor blauem Hintergrund

(Bild: heise medien)

Der Surface Laptop Go verschwindet schon aus dem Handel. Das Go-Tablet soll folgen. Es bleiben nur noch drei Surface-Klassen übrig.

Microsoft stellt offenbar die beiden Baureihen Surface Laptop Go und Surface Go ein. Sie würden sich damit in eine lange Liste von fallengelassenen Geräteserien einreihen: Surface Studio, Surface Laptop Studio, Surface Duo, Surface Hub, Surface Book, Surface Headphones und Surface Earbuds.

Der Surface Laptop Go verschwindet bereits seit einiger Zeit aus dem deutschen Handel. Aus der letzten 3er-Generation ist nur noch eine Variante bei einem einzelnen Händler verfügbar [1]. Aber auch dieses Gerät ist mit Intels Alder-Lake-Prozessor Core i5-1235U technisch veraltet. Das Tablet Surface Go 4 ist zumindest bisher noch bei zahlreichen Händlern verfügbar [2].

Die im Microsoft-Umfeld gut vernetzte Webseite Windows Central [3] hat sich das Aus von eigenen Quellen bestätigen lassen. Einen weiteren Hinweis liefert Microsofts Surface-Webseite [4], die nur noch drei Geräteklassen auflistet: das Topmodell Surface Laptop Ultra, den normalen Surface Laptop und das High-End-Tablet Surface Pro.

Mögliche Folge der Speicherkrise

Die Go-Geräte sind die günstigsten Notebooks und Tablets von Microsoft. Das Surface Go soll insbesondere im Unternehmenseinsatz beliebt gewesen sein. Ausschlaggebend für das Aus könnten die hohen Speicherpreise für RAM und NAND-Flash sein. Im Surface Laptop Go 3 befanden sich bis zu 16 GByte LPDDR5-RAM und eine 256-GByte-SSD. Das Surface Go 4 hat 8 GByte LPDDR5 und bis zu 256 GByte Universal Flash Storage (UFS).

Der Surface Laptop Go lebt derweil gewissermaßen als 13-Zoll-Version des normalen Surface Laptops weiter, allerdings mit besserer Ausstattung. Dazu zählen eine höhere Bildschirmauflösung und eine beleuchtete Tastatur. Der Startpreis liegt allerdings bei fast 1000 Euro.


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  2. https://preisvergleich.heise.de/?fs=surface+go+4&hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-newsticker
  3. https://www.windowscentral.com/hardware/surface/surface-go-and-surface-laptop-go-are-dead-microsofts-budget-surface-pcs-are-the-last-to-be-cut-from-its-portfolio
  4. https://www.microsoft.com/de-de/surface
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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heise+ | PV-Anlage ohne Einspeisung: Für wen das Konzept aufgeht

Von Heise — 02. Juli 2026 um 11:57

(Bild: Foto: Sophia Zimmermann/ heise medien; Bearbeitung: KI)

Mit dem EEG 2027 könnte die Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen fallen. Nulleinspeisung wirkt als Ausweg – lohnt sich aber nur unter einer Bedingung.

Wer sich ab 2027 eine neue Solaranlage aufs Dach baut, könnte für überschüssigen PV-Strom künftig draufzahlen. Denn nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung könnte die feste Einspeisevergütung für kleine Anlagen weitgehend entfallen. Und nicht nur das.

Wer dann Strom ins Netz speisen will, müsste ihn womöglich über einen Dienstleister vermarkten lassen. Verbunden ist das mit fixen Kosten und organisatorischem Aufwand. Für große Solarparks ist die sogenannte Direktvermarktung ihres Stroms längst Alltag. Für kleine Dachanlagen gibt es noch längst kein eingespieltes Massengeschäft.

Genau hier kommt die Nulleinspeisung ins Spiel. Wer vollständig darauf verzichtet, Strom ins Netz zu schicken, muss sich künftig weder mit unsicheren Erlösen noch mit Dienstleistern beschäftigen. Ob die Nulleinspeisung wirklich eine kluge Absicherung ist oder nur bedeutet, dass wertvoller Strom abgeregelt wird, hängt stark vom einzelnen Haushalt ab. Was Sie dazu wissen müssen, klärt dieser Artikel.


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https://www.heise.de/-11336701

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  1. https://www.heise.de/ratgeber/PV-Anlage-ohne-Einspeisung-Fuer-wen-das-Konzept-aufgeht-11336701.html
  2. https://www.heise.de/ratgeber/PV-Vorhersage-fuer-Home-Assistant-E-Auto-und-smarte-Geraete-effizient-laden-11281519.html
  3. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Nachruest-Stromspeicher-Anker-Solix-Solarbank-AC-Max-11313336.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Solarstrom-mit-den-Nachbarn-teilen-Was-ab-Juni-2026-moeglich-sein-soll-11229828.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Was-Sie-bei-der-Erweiterung-einer-PV-Anlage-beachten-muessen-11225673.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/Indach-statt-Aufdach-Photovoltaik-Vor-und-Nachteile-im-Realitaetscheck-11328929.html
  7. https://www.heise.de/ratgeber/Gebaeude-integrierte-PV-im-Realitaetscheck-Was-Solarfassaden-wirklich-leisten-11264052.html

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heise+ | Bescheinigte Sicherheit: „Attestation“ unter Android

Von Heise — 01. Juli 2026 um 17:27

Wie sichert Googles Attestation Apps, was möchte Unified Attestation besser machen, welche Probleme bleiben und welche Alternativen gibt es? Ein Überblick.

Vom „Attestation“-System auf ihrem Android [1] [1]-Gerät bekommen die meisten Nutzer wenig mit. Es ist Teil des Betriebssystems und arbeitet im Hintergrund. Anders sieht es allerdings für Nutzer von Custom ROMs aus oder für Besitzer eines Huawei-Geräts ohne Play Services: Dort startet etwa die lokale ÖPNV-App nicht mehr oder sie beschwert sich, das Betriebssystem sei unsicher, wenn man ein Ticket kaufen möchte.

Grundsätzlich eine sinnvolle Warnung, schließlich sollte man einem veralteten, potenziell kompromittierten oder aus anderen Gründen unsicheren System eher keine Zahlungsdaten anvertrauen. Allerdings kann die Warnung auch erscheinen, obwohl das System aktuell und sicher ist. Bei solchen Fehleinschätzungen vertut sich in aller Regel aber nicht die betroffene App selbst, denn die verlässt sich meist auch nur auf ein sogenanntes Attestation-API.

Dieses API bewertet die Sicherheit des Betriebssystems und gibt eine Einschätzung an die App zurück. Das API garantiert eine einheitliche Bewertung und bedeutet geringere Komplexität für die App-Entwickler. Jedoch führt dieses Set-up auch dazu, dass jemand anderes – nämlich der Anbieter des Attestation-API – entscheiden kann, wo eine App läuft und wo nicht.


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https://www.heise.de/-11257090

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  1. https://www.heise.de/thema/Android
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Bescheinigte-Sicherheit-Attestation-unter-Android-11257090.html
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Android-Apps-mit-erhoehten-Rechten-ausfuehren-und-Bloatware-kicken-dank-Shizuku-11271079.html
  4. https://www.heise.de/ratgeber/Wie-Sie-Ihr-Android-Handy-mit-einer-alternativen-Find-My-Device-App-wiederfinden-11245118.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/Android-und-Apps-ohne-Custom-ROM-datensparsam-nutzen-11149279.html
  6. https://www.heise.de/ratgeber/Ohne-Google-mit-Cloud-Einsteigerfreundliches-Custom-ROM-e-OS-im-Test-11149287.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Linux-Apps-auf-Android-So-laeuft-Googles-Linux-Terminal-11108933.html
  8. https://www.heise.de/tests/Nach-Ende-von-Nova-Launcher-Fuenf-alternative-Android-Launcher-im-Vergleich-10640532.html

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Arduino erweitert Modulino-Serie um drei neue Module

Von Heise — 01. Juli 2026 um 15:57
Drei neue Arduino-Modulino-Boards (Hub, Extender und Motors) neben einem Arduino-Board.

(Bild: Arduino)

Arduino ergänzt die Modulino-Serie um Hub, Extender und Motorsteuerung. Für mehr I2C-Ports, längere Leitungen und einfachere Robotik-Projekte.

Arduino erweitert seine Modulino-Serie um drei neue Bausteine [1]. Neu hinzu kommen der Modulino Hub, der Modulino Extender und das Modulino-Motors-Modul. Statt Schaltungen händisch zu verdrahten, lassen sich diese Modulino-Komponenten über Qwiic-Kabel einbauen.

Der Modulino Hub [2] gibt einem Arduino ordentlich I2C-Ports an die Hand. Zwar lassen sich theoretisch bis zu 127 Geräte an einem Bus betreiben, in der Praxis sorgen jedoch identische I2C-Adressen vieler Sensoren und Aktoren für Schwierigkeiten. Wer schon einmal zwei gleiche Sensoren angeschlossen hat, kennt das Spiel. Der Hub erweitert ein bestehendes System um acht zusätzliche I2C-Kanäle, die jeweils einen eigenen Adressraum besitzen. Dadurch können auch mehrere identische Module parallel betrieben werden, ohne dass der bestehende Programmcode angepasst werden muss. Das Modul ist für 8,84 Euro im Arduino-Shop erhältlich.

Für größere Installationen ist der Modulino Extender [3] gedacht. I2C eignet sich normalerweise nur für kurze Leitungen auf einer Platine oder innerhalb eines Gehäuses. Müssen Sensoren oder Aktoren dagegen über mehrere Meter verteilt werden, stößt das Bussystem schnell an seine Grenzen. Der Extender verstärkt das Signal hardwareseitig und ermöglicht laut Arduino Kabellängen von bis zu 30 Metern bei einer Busgeschwindigkeit von 100 kHz. Zusätzliche Bibliotheken oder Änderungen an der Software sind dafür nicht erforderlich. Für 12,33 Euro kann man dieses Modul im Arduino-Shop kaufen.

Ebenfalls neu ist das Modulino-Motors-Modul [4]. Das Modul übernimmt die Ansteuerung von zwei Gleichstrommotoren oder alternativ eines Schrittmotors. Geschwindigkeit, Drehrichtung und Position lassen sich direkt über das Modul regeln. Gerade bei Robotik-Projekten oder automatisierten Mechanismen kann das den Verkabelungsaufwand reduzieren. Im Arduino-Shop ist dieses Modul für 12,82 Euro bestellbar.

Die neuen Bausteine arbeiten unter anderem mit dem Arduino UNO Q, Nesso N1, UNO R4 WiFi sowie verschiedenen Nano-Boards zusammen und sind auf die Nutzung innerhalb des Arduino-Ökosystems ausgelegt. Für Maker bedeutet das vor allem einen schnelleren Weg vom Prototyp zur funktionierenden Anwendung. Wer häufig Sensoren austauscht, neue Ideen ausprobiert oder Projekte schrittweise erweitert, dürfte von dem modularen Konzept profitieren. Statt jedes Mal die komplette Hardware neu aufzubauen, reicht künftig oft ein weiteres Modul in der Kette. Manchmal ist Plug-and-Play eben doch angenehmer als eine Stunde Fehlersuche mit dem Multimeter.

Wer mehr über die aktuelle Arduino-Generation wissen will, findet alles in unserem Test zum Arduino UNO Q [5].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11350813

Links in diesem Artikel:

  1. https://blog.arduino.cc/2026/06/26/three-new-arduino-modulino-modules-are-here-bigger-ideas-now-come-with-zero-added-stress/
  2. https://store.arduino.cc/products/modulino-hub
  3. https://store.arduino.cc/products/modulino-extender
  4. https://store.arduino.cc/products/modulino-motors
  5. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Arduino-UNO-Q-mit-App-Lab-11084275.html
  6. https://www.heise.de/make
  7. mailto:das@heise.de

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heise+ | Honor Magic V6: Power-Foldable mit Mega-Akku im Test

Von Heise — 01. Juli 2026 um 12:02

Das Honor Magic V6 ist beeindruckend flach und trotzdem stark und ausdauernd. Im Test erlaubt es sich kaum Schwächen.

Geschlossen ein normales Smartphone, offen ein quadratisches Mini-Tablet – große Foldables sind wandelbare Geräte mit vielen Möglichkeiten. Honor zählt zu den Herstellern, die bei dieser Gattung früh am Ball waren. Mit dem Honor Magic V6 startet nun die sechste Falt-Generation bei der ehemaligen Huawei-Tochtermarke, zum stolzen Preis von knapp 1700 Euro. Auf dem MWC 2026 in Barcelona hatte Honor das Magic V6 mit seinem Riesen-Akku [1] [1] bereits angekündigt.

Ein derart flaches Foldable wie das Honor Magic V6 wäre noch vor zwei, drei Jahren eine Sensation gewesen. Nur etwa vier Millimeter misst das Gehäuse abseits des Kamerabuckels. Mittlerweile gibt es einige ähnlich schlanke Falt-Smartphones [2] [2], etwa das Oppo Find N6 [3] [3] oder das Samsung Galaxy Z Fold7, dessen Nachfolger bereits in den Startlöchern stehen soll. Selbst zugeklappt ist das Honor Magic V6 nicht dicker als ein iPhone 17 Pro und viele andere Smartphones, und auch das vordere Display ist ebenso groß. Die schlanke Silhouette bedeutet nicht, dass man diese Telefone in Watte packen muss: Mit IP68/IP69 hält das Magic V6 Staub und Wasser aus, es darf auch untertauchen. Im Test überstand es eine Dusche und ein kurzes Bad unbeschadet.

Die Verarbeitung unseres Testgeräts ist einwandfrei. Die rote Rückseite aus samtig-mattem Kunststoff fasst sich angenehm an und hält Fingerabdrücke wirksam fern. Der Ring aus Metall rund um das Kameraelement besitzt ein feines, gefrästes Raster, das zwar keinen Zweck erfüllt, aber Liebe zum Detail ausdrückt. Das Scharnier, das beide Gehäusehälften verbindet, wirkt stabil und klappt satt auf und zu. Laut Hersteller soll es 500.000 Faltvorgänge überstehen.


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  1. https://www.heise.de/news/Honor-Magic-V6-Neues-Foldable-mit-Riesen-Akku-11188401.html
  2. https://www.heise.de/thema/Smartphone
  3. https://www.heise.de/news/Foldable-Find-N6-Oppo-buegelt-die-Falte-aus-11213537.html
  4. https://www.heise.de/tests/Honor-Magic-V6-Power-Foldable-mit-Mega-Akku-im-Test-11319362.html
  5. https://www.heise.de/ratgeber/High-End-Smartphones-2026-Stagnation-statt-Innovation-11199992.html
  6. https://www.heise.de/tests/High-End-Smartphones-iPhone-Pixel-und-Galaxy-im-Vergleich-11173362.html
  7. https://www.heise.de/tests/Honor-Oppo-Xiaomi-im-Vergleich-High-End-Smartphones-aus-China-11173368.html
  8. https://www.heise.de/tests/Custom-ROM-aus-Deutschland-VollaOS-im-Test-11199960.html
  9. https://www.heise.de/tests/Galaxy-S26-Ultra-im-Test-Samsungs-Gratwanderung-mit-Privacy-Display-11130613.html
  10. https://www.heise.de/tests/Gigaset-GS6-Pro-im-Test-Made-in-Germany-Smartphone-mit-Wechselakku-11155213.html

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Bit-Rauschen, der Prozessor-Podcast: Das Secure-Boot-Problem von Windows 11

Von Heise — 01. Juli 2026 um 06:10

Microsoft werkelt an der Schutzfunktionen UEFI Secure Boot herum, sodass manche Rechner nicht mehr starten: Folge 2025/13 des Podcasts Bit-Rauschen.

Seit rund 13 Jahren soll die Funktion UEFI Secure Boot Computer gegen Malware schützen. Wie der Name andeutet, soll Secure Boot verhindern, dass sich manipulierte Bootloader einnisten, die beispielsweise Passwörter belauschen.

Secure Boot arbeitet mit kryptografischen Signaturen und Zertifikaten, die im nichtflüchtigen (Flash-)Speicher von PC-Mainboards und Notebooks hinterlegt sind. Weil die ursprünglichen Zertifikate aus dem Jahr 2011 nach 15 Jahren ablaufen, also 2026, tauscht Microsoft sie per Windows Update aus. Dabei gibt es jedoch Pannen, und es zeigen sich an mehreren Ecken grundsätzliche Schwächen des Konzepts. Das führt in manchen Fällen dazu, dass ältere Computer plötzlich nicht mehr starten.

Der c’t-Redakteur Christof Windeck berichtet seit vielen Jahren über das UEFI-BIOS und Secure Boot. Er erklärt im Gespräch mit seinem Kollegen Carsten Spille, wo es hakt und was Betroffene nun tun können: Folge 2026/13 von Bit-Rauschen, der Prozessor-Podcast von c’t.

Podcast Bit-Rauschen, Folge 2026/13 :

Hören Sie dazu auch:


Wir freuen uns über Anregungen, Lob und Kritik zum Bit-Rauschen. Rückmeldungen gerne per E-Mail an bit-rauschen@ct.de [10].

Alle Folgen unseres Podcasts sowie die c’t-Kolumne Bit-Rauschen finden Sie unter www.ct.de/Bit-Rauschen [11]

Weitere Podcasts aus unserem Team finden Sie unter heise.de/podcasts [12].


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  1. https://ct.de/bit-rauschen
  2. https://Bit-Rauschen.podigee.io/feed/mp3
  3. https://podcasts.apple.com/de/podcast/bit-rauschen-der-prozessor-podcast-von-ct/id1549821753
  4. https://open.spotify.com/show/6JD6gwqgVR27GYZACrWOT1
  5. https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9iaXQtcmF1c2NoZW4ucG9kaWdlZS5pby9mZWVkL21wMw
  6. https://www.deezer.com/de/show/2195452
  7. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Nvidia bringt 5,5 Jahre alte Grafikkarte zurück

Von Heise — 30. Juni 2026 um 17:36

Die GeForce RTX 3060 soll es in der Mittelklasse richten. Für sie sprechen die 12 GByte Speicher, sonst aber nichts.

Nvidia-Chef Jensen Huang stellte sie bereits in Aussicht, jetzt kommt sie tatsächlich zurück: Deutsche Händler listen erneut erste Herstellerkarten der GeForce RTX 3060. Asus’ Doppellüfter-Version „Dual“ ist die günstigste Variante ab etwa 335 Euro [1].

Listungen bei zahlreichen großen Händlern, darunter Galaxus, Computeruniverse, Mindfactory, Cyberport und Alternate, beweisen, dass hier keine Restbestände aufgetaucht sind. Laut Asus handelt es sich um neue Lieferkontingente. Modelle von MSI und Gigabyte kosten noch etwas mehr, weitere RTX-3060-Grafikkarten sind mit Preisen jenseits der 500 Euro völlig überteuert [2].

Über ein halbes Jahrzehnt alt

Nvidia stellte die GeForce RTX 3060 Anfang 2021 vor [3]. Fast 5,5 Jahre hat die Grafikkarte inzwischen auf dem Buckel, was sich auch an der Technik bemerkbar macht: Die zugrundeliegende Ampere-Architektur bekommt längst nicht mehr alle KI-Funktionen fürs Spiele-Upscaling, zudem ist die GPU mit Samsungs 8-Nanometer-Fertigungstechnik heutzutage nicht mehr effizient.

Die GeForce RTX 3060 hat einen einzigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Grafikkarten dieser Preisklasse: Sie kommt mit 12 GByte Speicher. Die durchschnittlich viel schnellere und effizientere GeForce RTX 5060 hat nur 8 GByte RAM, was manchen Spielen nicht mehr reicht und daher Ruckler verursachen kann.

Die günstigste aktuelle Nvidia-Grafikkarte mit mehr als 8 GByte Speicher ist die GeForce RTX 5060 Ti 16 GByte, die aber erst bei 530 Euro startet [4]. Bei AMD ist es die Radeon RX 9060 XT 16 GByte für vereinzelt unter 400 Euro [5]. Als Alternative gibt es die Intel Arc B580 mit 12 GByte ab etwa 260 Euro [6]. In dieser Preisregion bewegte sich 2025 auch noch die GeForce RTX 3060.

Tom’s Hardware macht [7] derweil auf eine Rückkehr der GeForce RTX 3060 in Nordamerika aufmerksam. Die Wiedereinführung scheint damit groß angelegt zu sein.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11349673

Links in diesem Artikel:

  1. https://preisvergleich.heise.de/asus-dual-geforce-rtx-3060-oc-v2-90yv0gb2-m0na10-a2542048.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  2. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13878_GeForce+RTX+3060&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  3. https://www.heise.de/news/GeForce-RTX-3060-Mittelklasse-Grafikkarte-fuer-320-Euro-5021994.html
  4. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13830_ab+12GB~13878_GeForce+RTX+5060+Ti&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  5. https://preisvergleich.heise.de/xfx-swift-radeon-rx-9060-xt-oc-gaming-edition-rx-96tsw16bq-a3509896.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  6. https://preisvergleich.heise.de/asrock-arc-b580-challenger-12gb-oc-90-ga5lzz-00uanf-a3365541.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  7. https://www.tomshardware.com/pc-components/gpus/legacy-nvidia-rtx-3060-12gb-returns-to-retail-five-years-after-original-launch-priced-at-usd339-resurrected-gpu-strategy-that-jensen-called-a-good-idea-apparently-comes-to-fruition
  8. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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Nvidia bringt 5,5 Jahre alte Grafikkarte zurück

Von Heise — 30. Juni 2026 um 17:36

Die GeForce RTX 3060 soll es in der Mittelklasse richten. Für sie sprechen die 12 GByte Speicher, sonst aber nichts.

Nvidia-Chef Jensen Huang stellte sie bereits in Aussicht, jetzt kommt sie tatsächlich zurück: Deutsche Händler listen erneut erste Herstellerkarten der GeForce RTX 3060. Asus’ Doppellüfter-Version „Dual“ ist die günstigste Variante ab etwa 335 Euro [1].

Listungen bei zahlreichen großen Händlern, darunter Galaxus, Computeruniverse, Mindfactory, Cyberport und Alternate, beweisen, dass hier keine Restbestände aufgetaucht sind. Laut Asus handelt es sich um neue Lieferkontingente. Modelle von MSI und Gigabyte kosten noch etwas mehr, weitere RTX-3060-Grafikkarten sind mit Preisen jenseits der 500 Euro völlig überteuert [2].

Über ein halbes Jahrzehnt alt

Nvidia stellte die GeForce RTX 3060 Anfang 2021 vor [3]. Fast 5,5 Jahre hat die Grafikkarte inzwischen auf dem Buckel, was sich auch an der Technik bemerkbar macht: Die zugrundeliegende Ampere-Architektur bekommt längst nicht mehr alle KI-Funktionen fürs Spiele-Upscaling, zudem ist die GPU mit Samsungs 8-Nanometer-Fertigungstechnik heutzutage nicht mehr effizient.

Die GeForce RTX 3060 hat einen einzigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Grafikkarten dieser Preisklasse: Sie kommt mit 12 GByte Speicher. Die durchschnittlich viel schnellere und effizientere GeForce RTX 5060 hat nur 8 GByte RAM, was manchen Spielen nicht mehr reicht und daher Ruckler verursachen kann.

Die günstigste aktuelle Nvidia-Grafikkarte mit mehr als 8 GByte Speicher ist die GeForce RTX 5060 Ti 16 GByte, die aber erst bei 530 Euro startet [4]. Bei AMD ist es die Radeon RX 9060 XT 16 GByte für vereinzelt unter 400 Euro [5]. Als Alternative gibt es die Intel Arc B580 mit 12 GByte ab etwa 260 Euro [6]. In dieser Preisregion bewegte sich 2025 auch noch die GeForce RTX 3060.

Tom’s Hardware macht [7] derweil auf eine Rückkehr der GeForce RTX 3060 in Nordamerika aufmerksam. Die Wiedereinführung scheint damit groß angelegt zu sein.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://preisvergleich.heise.de/asus-dual-geforce-rtx-3060-oc-v2-90yv0gb2-m0na10-a2542048.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  2. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13878_GeForce+RTX+3060&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  3. https://www.heise.de/news/GeForce-RTX-3060-Mittelklasse-Grafikkarte-fuer-320-Euro-5021994.html
  4. https://preisvergleich.heise.de/?cat=gra16_512&xf=13830_ab+12GB~13878_GeForce+RTX+5060+Ti&pagesize=30&sort=p&promode=true&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  5. https://preisvergleich.heise.de/xfx-swift-radeon-rx-9060-xt-oc-gaming-edition-rx-96tsw16bq-a3509896.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
  6. https://preisvergleich.heise.de/asrock-arc-b580-challenger-12gb-oc-90-ga5lzz-00uanf-a3365541.html?hloc=at&hloc=de&cs_id=1206858352&ccpid=hocid-ct
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heise+ | Interview zur Deutschland-App: Wie KI komplizierte Anträge entwirren soll

Von Heise — 29. Juni 2026 um 16:41

Die Deutschland-App soll Anträge stark vereinfachen – per Chat, Formular oder KI-Avatar. Zum technischen Konzept und KI-Risiken haben wir nachgehakt.

Im April wurde bekannt, dass das Bundesdigitalministerium (BMDS) die Telekom und SAP beauftragt hat [1] [1], einen Prototyp einer Bürger-App für ganz Deutschland zu entwickeln. Im Interview mit c’t erläutert der zuständige Staatssekretär Markus Richter nun die Pläne im Detail: Wie die „Deutschland-App“ Bürger durch Anträge leiten soll und welche Rolle generative KI dabei spielt. Außerdem gibt Richter einen Ausblick auf die nächsten Schritte hin zur digitalen Brieftasche EUDI-Wallet und zum Deutschland-Stack, der Zukunfts-IT der öffentlichen Verwaltungen.

c’t: Herr Richter, ab 2027 wollen Sie mit der Deutschland-App den Staat schlanker, bürgernäher und verständlicher machen. Laut Ihrem Chef, Digitalminister Karsten Wildberger, wird die App „krass“. Aber wie soll sie konkret funktionieren?

Markus Richter: Ziel ist, dass die App mithilfe von künstlicher Intelligenz, einer Crawler-Technik und einem Assistenzsystem den Zugang zur Verwaltung erleichtert. Die App greift auf die bestehenden Dienste der Behörden zu. Die Bürger interagieren also nur mit der App und können leichter Verwaltungsleistungen beantragen. Wir sind gerade dabei, einen Prototyp zu erstellen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11306572

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/SAP-und-Telekom-entwickeln-zentrale-Buerger-App-fuer-Deutschland-11247464.html
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Interview-zur-Deutschland-App-Wie-KI-komplizierte-Antraege-entwirren-soll-11306572.html
  3. https://www.heise.de/hintergrund/Interview-zur-Registermodernisierung-Wie-der-Staat-das-Megaprojekt-wuppen-will-11249602.html
  4. https://www.heise.de/hintergrund/Law-as-Code-Wie-maschinenlesbare-Gesetze-die-Verwaltung-revolutionieren-11200290.html
  5. https://www.heise.de/hintergrund/Interview-zur-Digitalisierung-Wie-Niedersachsen-aufholen-will-11171245.html
  6. https://www.heise.de/hintergrund/Digitale-Verwaltung-Statt-Schriftform-soll-bald-meistens-eine-Mail-genuegen-11127166.html
  7. https://www.heise.de/hintergrund/Pilotprojekt-in-Hessen-Der-Anfang-vom-Ende-der-Steuererklaerung-10628819.html
  8. https://www.heise.de/news/Wie-Behoerden-und-ihre-Auftragnehmer-Open-Source-Software-ausbeuten-10274161.html
  9. https://www.heise.de/hintergrund/Von-Microsoft-zu-Open-Source-Wie-Schleswig-Holstein-den-Wechsel-schaffen-will-10279400.html
  10. https://www.heise.de/hintergrund/Schleswig-Holsteins-mutiger-Umstieg-auf-LibreOffice-Co-ein-Interview-10279968.html

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Linux-Touchpanel mit A20-Rechner

Von Heise — 24. Juni 2026 um 15:09
Vormontiertes Linux-Touchpanel LCD7-PANEL-LIME2 mit schwarzem Gehäuse und 7-Zoll-Touchdisplay. Auf dem Bildschirm ist die Debian-Desktopoberfläche zu sehen.

(Bild: Olimex)

Das LCD7-PANEL-LIME2 kombiniert einen Linux-Rechner mit einem 7-Zoll-Touchscreen und kommt komplett vormontiert.

Olimex hat mit dem LCD7-PANEL-LIME2 [1] ein neues, Linux-basiertes Allroundpaket vorgestellt. Das Gerät kombiniert ein 7-Zoll-Touch-Display mit einem Linux-fähigen Einplatinenrechner in einer Einheit.

Die Basis bildet das A20-OLinuXino-LIME2-Board. Darauf arbeitet ein Allwinner-A20-Prozessor mit zwei Cortex-A7-Kernen. Zur Ausstattung gehören 1 GByte Arbeitsspeicher, 16 GByte eMMC-Flash-Speicher sowie ein Gigabit-Ethernet-Anschluss für die Netzwerkkommunikation. Als Anzeige dient ein 7 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 1024 × 600 Pixeln. Die Bedienung erfolgt über einen kapazitiven Touchscreen.

Das System wird vollständig montiert ausgeliefert. Display, Rechnerplatine, Verbindungskabel und Befestigungselemente sind bereits zusammengebaut. Auch Linux ist vorinstalliert und der Touchscreen vorkonfiguriert. Damit entfällt ein Teil der Arbeit, wie Display auswählen, passende Kabel beschaffen, Halterungen konstruieren und anschließend Treiber und Betriebssystem einrichten.

Für Maker kann das interessant sein, wenn ein Projekt eine dauerhafte Benutzeroberfläche benötigt. Denkbar sind beispielsweise Smart-Home-Steuerungen, Visualisierungen für Solaranlagen oder Maschinensteuerungen in der Werkstatt. Statt einen Einplatinenrechner hinter einem separaten Bildschirm zu verstecken, steht direkt eine kompakte Bedieneinheit zur Verfügung.

Da das Gerät auf der offenen A20-OLinuXino-LIME2-Plattform basiert, stehen außerdem die Hardwareunterlagen und Schaltpläne [2] zur Verfügung. Als Betriebssystem kommt Debian Bookworm zum Einsatz, wodurch sich eigene Anwendungen flexibel installieren lassen.

Das LCD7-PANEL-LIME2 ist ab sofort verfügbar. Der Preis liegt bei 106 Euro. Für Maker, die eine Linux-basierte Touch-Oberfläche benötigen und sich nicht mit der Integration einzelner Komponenten beschäftigen möchten, könnte die Lösung einen Blick wert sein.

Wer von Pre-Built-Hardware angetan ist, kann in unserem Artikel zum RSS-Reader auf dem Pimoroni Presto [3] einen Blick auf ein cooles Gadget werfen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11343187

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.olimex.com/Products/OLinuXino/LCD/LCD7-PANEL-LIME2/
  2. https://github.com/OLIMEX/OLINUXINO/tree/master/HARDWARE/A20-OLinuXino-LIME2
  3. https://www.heise.de/ratgeber/Desktop-RSS-Reader-mit-dem-Pimoroni-Presto-selbst-bauen-11134698.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. mailto:das@heise.de

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Qualcomm: Linux-Neustart für Dragonwing-Plattform

Von Heise — 23. Juni 2026 um 17:36
Süßer Linux Pinguin mit Qualcomm Hardware

Qualcomm verspricht einen grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-Linie und hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt.

Qualcomm hat „Qualcomm Linux 2.0“ angekündigt und spricht von einem grundlegenden Neustart beim Linux-Support für seine Dragonwing-IoT-Plattform. Es geht nicht um die bekannten Snapdragon-Chips aus Smartphones und Laptops, sondern um die Dragonwing-Linie. Diese auf industrielle und IoT-Anwendungen zielende Architektur, auf der auch der QRB2210 basiert, der im Arduino Uno Q steckt, den wir im Make-Magazin bereits vorgestellt und getestet haben [1].

Konkret handelt es sich bei „Qualcomm Linux 2.0“ um ein Yocto-basiertes Build-System mit Board Support Packages (BSPs) für Dragonwing-Hardware. [2] Qualcomm betont dabei einen „Upstream First“-Ansatz: Patches sollen direkt in den Linux-Mainline-Kernel einfließen, statt wie bisher als separater Flickenteppich gepflegt zu werden. Das klingt nach Selbstverständlichkeit, ist in der Embedded-Linux-Welt aber keineswegs garantiert – viele Hersteller pflegen jahrelang eigene Kernel-Forks, die irgendwann schlicht nicht mehr weiterentwickelt werden. Wer schon mal versucht hat, ein älteres Maker-Board mit einem aktuellen Kernel zum Laufen zu bringen, weiß, wovon die Rede ist.

Qualcomms Roadmap für die V2.0

(Bild: Qualcomm)

Für die Maker-Community ist das durchaus eine relevante Entwicklung. Dragonwing-Boards wie der von der c’t getestete QCS6490-basierte Einplatinencomputer [3]oder eben der Arduino Uno Q mit seinem QRB2210 könnten langfristig von besserem Community-Support, einfacherer Toolchain und vor allem längerer Software-Pflege profitieren. Gerade beim Arduino Uno Q, der als Einstieg in Linux-fähige Maker-Hardware positioniert ist, wäre ein stabiles, gut gepflegtes Linux-Fundament ein echtes Verkaufsargument.

Einen Wermutstropfen bleibt allerdings: Der Adreno-Grafiktreiber bleibt laut Qualcomms eigener Dokumentation „Closed Source“ [5]. Wer auf vollständig offene Systeme setzt oder GPU-Beschleunigung in eigenen Projekten nutzen möchte, stößt hier an eine bekannte Grenze. Qualcomm ist damit nicht allein – ähnliche Diskussionen kennt man von anderen Plattformen –, aber es bleibt ein Punkt, den die Open-Source-Community der Firma seit Jahren vorhält.

Qualcomm Linux 2.0 befindet sich aktuell im Release-Candidate-Stadium (2.0-rc3), die Dokumentation ist bereits online. Eine YouTube-Präsentation wurde via LinkedIn für den 30.06.2026 angekündigt [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11341860

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Arduino-UNO-Q-mit-App-Lab-11084275.html
  2. https://docs.qualcomm.com/nav/home?product=895724676033554725&version=2.0-rc2
  3. https://www.heise.de/tests/Test-Einplatinencomputer-mit-Qualcomm-Achtkerner-Dragonwing-QSC6490-11081115.html
  4. https://www.heise.de/make
  5. https://docs.qualcomm.com/doc/80-80022-252/topic/qualcomm-linux-sw-overview.html?product=895724676033554725&facet=System%20Software%20Architecture#graphics-overlay
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.linkedin.com/posts/whats-new-qualcomm-linux-20-a-unified-share-7472690212318629888-1XlT/
  8. mailto:caw@make-magazin.de

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