(Bild: Fahroni/Shutterstock.com)
Russland stoppt alle Diesel-Exporte, fast 60 Prozent der Raffineriekapazität stehen still. Auch an deutschen Zapfsäulen klettert dadurch der Preis.
Wenn in Omsk eine Raffinerie brennt, wird es an der Zapfsäule in Hessen teurer. Was erst einmal wie eine gewagte These klingt, beschreibt die aktuelle Lage auf den globalen Energiemärkten allerdings ziemlich präzise.
Die Ukraine hat ihre Angriffe auf Raffinerien in Russland in den vergangenen Monaten deutlich ausgeweitet. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht in ihrem jüngsten Marktbericht [1] von massiven, dokumentierten Angriffen auf russische Raffinerien.
Allein im Juni 2026 zählte die IEA mindestens zehn Treffer. Fast jede große Anlage im Westen Russlands sei inzwischen getroffen worden, viele davon mehrfach.
Lange hatte Moskau versucht, die Situation zu übertünchen. Doch am 8. Juli zog der Kreml die Notbremse: Vizepremier Alexander Novak verkündete in einer Regierungssitzung, die im Fernsehen übertragen wurde, ein vollständiges Exportverbot für Diesel [2], zunächst befristet bis Ende Juli. Ein Exportverbot für Diesel [3] hatte der Kreml schon einmal 2023 verhängt.
Russland werde jetzt auch damit beginnen, Kraftstoff zu importieren, erklärte Novak weiter. Es sei „klar, dass die aktuelle Situation an den Tankstellen in der Bevölkerung Besorgnis auslöst“.
Dieses Eingeständnis ist für Beobachter durchaus bemerkenswert. Schließlich verschleiert Moskau die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs gegen die Ukraine seit 2022 systematisch. Selbst Statistiken, aus denen man die Folgen ablesen könnte, wurden eingestellt.
Das verleitet auch zu Spekulationen bei westlichen Geheimdiensten. Laut Axios vermuten sie zudem [4], dass auch die Zahlen, die noch veröffentlicht werden, geschönt sind. Ein Exportverbot für den weltweit größten Diesel-Lieferanten lässt sich allerdings schlecht verbergen.
Die Analysten von S&P Global Energy CERA beziffern das Ausmaß der Schäden in einer detaillierten Auswertung [5]: Ende Juni lagen demnach mehr als 2,5 Millionen Barrel pro Tag an Raffineriekapazität still – über ein Drittel der Gesamtkapazität von 6,9 Millionen Barrel.
In der Woche bis zum 10. Juli stieg der Wert sogar auf über 4 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht fast 60 Prozent.
Zwischen dem 1. März und dem 10. Juli nahm die Ukraine Anlagen mit einer Nennkapazität von insgesamt 5,6 Millionen Barrel pro Tag ins Visier. Mindestens zwölf Raffinerien wurden mehr als zweimal attackiert.
Besonders kritisch war der Treffer in der Raffinerie in Omsk am 6. Juli – nicht nur deshalb, weil sie mit rund 440.000 Barrel pro Tag [6] die größte Raffinerie des Landes ist. Sie ist auch die, die von allen anvisierten Anlagen am weitesten von der Ukraine entfernt liegt.
Die Moskauer Raffinerie Kapotnja, die ��ber ein Drittel des Kraftstoffbedarfs der Hauptstadtregion deckt [7], fiel nach dem dritten Treffer seit März komplett aus. Die Reparaturen ziehen sich hin, denn westliche Sanktionen blockieren den Nachschub an Katalysatoren, Steuerungssystemen und Spezialpumpen.
Die Folgen im russischen Alltag sind drastisch: Von Moskau bis Sibirien stehen Autofahrer stundenlang an leeren Zapfsäulen [8], Tankstellen rationieren den Verkauf, in manchen Regionen verlangen unabhängige Anbieter 50 Prozent über dem normalen Preisniveau.
Die Krise trifft längst auch Landwirtschaft, Logistik und öffentlichen Nahverkehr – und befeuert paradoxerweise die Nachfrage nach chinesischen Elektroautos [9].
Die knapper werdenden Raffineriekapazitäten in Russland treffen Europa auf Umwegen, schließlich importiert die Europäische Union schon seit 2023 kein Diesel, Benzin, Bitumen oder andere Raffinerieprodukte aus Russland.
Der Mechanismus funktioniert so: Russlands bisherige Hauptabnehmer – die Türkei, Brasilien, Ägypten und mehrere afrikanische Staaten – müssen sich anderweitig versorgen. Viele wenden sich an die USA, deren Destillatexporte in der ersten Juliwoche [10] mit 1,7 Millionen Barrel pro Tag einen saisonalen Rekordwert erreichten.
Die US-Lagerbestände sanken gleichzeitig um fast 5 Millionen Barrel auf rund 103,6 Millionen Barrel – etwa 7 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt.
Diese globale Umverteilung verknappt das Angebot am für Deutschland entscheidenden Handelsplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA). Der physische ARA-Diesel-Crack kletterte am 13. Juli auf 70,3 Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit dem 23. März.
Im Mittelmeerraum lag der Platts-Referenzpreis bei 1149,25 Dollar pro Tonne – 34,50 Dollar über dem nordwesteuropäischen Niveau.
Europa importiert im Normalfall zusätzlich zur eigenen Produktion fast 1 Million Barrel Diesel pro Tag. Das knappere Angebot auf den Weltmärkten lässt natürlich die Preise steigen.
Verschlimmert wird die Situation aber noch durch den Krieg gegen den Iran, schließlich kamen bislang 27 Prozent der europäischen Importe aus dem Nahen Osten. Diese Mengen fehlen seit der faktischen Blockade der Straße von Hormus ebenfalls.
Der Iran-Krieg und die ukrainische Drohnenkampagne wirken als doppelter Preistreiber, allerdings auf unterschiedlichen Ebenen.
Die teilweise Sperrung der Straße von Hormus – Transitroute für rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs – drückt den Rohölbasispreis nach oben. Nach dem Bruch des Waffenstillstands am 7. und 8. Juli stieg Nordsee-Rohöl von rund 68 auf 77 Dollar pro Barrel.
Die russischen Raffinerieausfälle hingegen treiben gezielt die Preise für fertige Kraftstoffe: Diesel-Futures an der New Yorker Börse NYMEX sprangen am 8. Juli um 11,6 Prozent auf 154,71 Dollar pro Barrel – der größte Tageszuwachs seit März 2022.
Tom Kloza, Chef-Energieberater bei Gulf Oil, brachte es demnach auf den Punkt:
„Diesel ist das einzige Produkt, das jeder im Auge behalten muss. Die Lage war schon vor dem russischen Verbot angespannt, und jetzt haben wir eine sehr, sehr starke Konstellation für den mittleren Bereich des Ölpreises.“
Die Carnegie-Stiftung wies im April in einer Analyse [11] allerdings auf ein Paradox hin: Trotz sinkender Exportmengen stiegen Russlands Öleinnahmen, weil der Preisanstieg die Verluste mehr als kompensierte. Die wöchentlichen Erlöse verdoppelten sich demnach gegenüber dem Februarniveau nahezu.
Ein nachhaltiger Schaden entsteht für Russland erst dann, so die Carnegie-Stiftung, wenn die Angriffe Russland zwingen, die Förderung dauerhaft zu drosseln.
Deutsche Autofahrer spüren die Verwerfungen an den Energiemärkten längst. Nach Daten des ADAC [12] vom 16. Juli liegen die Kraftstoffpreise in allen Bundesländern deutlich über der Marke von 2 Euro pro Liter.
Super E10 kostete an dem Tag im günstigsten Bundesland, dem Saarland, 2,052 Euro, in Sachsen als teuerstem Land 2,097 Euro. Diesel liegt zwischen 2,080 Euro in Berlin und 2,126 Euro in Hessen.
Der ADAC hält das Niveau für „zu hoch“ und verweist darauf, dass der Rohölpreis die Aufschläge nicht vollständig rechtfertigt. Die Spanne zwischen teuerstem und günstigstem Bundesland fällt mit 4,5 bis 4,6 Cent eher gering aus, was ein Indiz dafür sein könnte, dass der Preisdruck vom Weltmarkt kommt und nicht von lokalen Faktoren.
Ob in absehbarer Zeit Entwarnung gegeben werden kann, hängt von zwei Unbekannten ab: Gelingt eine Deeskalation im Iran-Konflikt, könnten sich die Rohölmärkte entspannen. Die IEA rechnet für das Jahresende mit einem Angebotsüberschuss – sofern der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus wieder in Gang kommt.
Die Raffineriekrise in Russland dürfte dagegen länger anhalten. Solange westliche Sanktionen den Zugang zu Ersatzteilen blockieren und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortsetzen kann, bleibt Diesel weltweit knapp.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369830
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
In den 80ern besang Sting die Atomangst, heute dominieren Zombies auf Streaming-Plattformen. Warum zeigt die Popkultur die Nukleargefahr nicht mehr?
Als am 26. September 1983 der sowjetische Offizier Stanislaw Petrow einen vermeintlichen amerikanischen Atomangriff als Fehlalarm einstufte [1], ahnte die Welt nichts von der Gefahr, der sie nur knapp entgangen war. Millionen Menschen lebten damals mit der Vorstellung, ein nuklearer Krieg könne jederzeit ausbrechen.
Diese Angst prägte sowohl politische Debatten als auch das alltägliche Lebensgefühl ganzer Generationen. Die Möglichkeit einer nuklearen Eskalation war seinerzeit keine abstrakte Frage, sondern eine reale Zukunftsvorstellung.
Sie beeinflusste die Wahrnehmung internationaler Konflikte und schuf ein dauerhaftes Bewusstsein dafür, dass technischer Fortschritt und Fehlentscheidungen im Atomzeitalter existenzielle Folgen haben konnten.
Nun wirkt diese Zeit erstaunlich fern. Zwar besitzen die Atommächte noch immer Tausende Sprengköpfe [2], Russland droht ständig mit seinem Nukleararsenal, China baut seine strategischen Fähigkeiten massiv aus und Nordkorea entwickelt seine Raketenprogramme weiter. Dennoch spielt die atomare Bedrohung im gesellschaftlichen Alltag eine ungeordnete Rolle.
Während des Kalten Krieges war die nukleare Konfrontation allgegenwärtig. Zwei militärische Blöcke standen sich über Jahrzehnte gegenüber [3]. Eine etwaige Eskalation gehörte zum politischen Grundrauschen.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion verschwand diese Annahme recht schnell. Die Zahl der Atomwaffen wurde reduziert, Abrüstungsverträge vermittelten den Eindruck wachsender Stabilität, und viele Leute gingen davon aus, dass die Gefahr eines globalen Atomkriegs überwunden sei.
Statt nuklearer Abschreckung [4] rückten andere Themen in den Mittelpunkt: Globalisierung, Terrorismus, Finanzkrisen, Migration, Klimawandel und Digitalisierung bestimmten die Agenda. Atomwaffen verschwanden nicht, nur verschwanden sie aus der Beachtung.
Popkultur reagiert sensibel auf gesellschaftliche Stimmungen. Die 1980er Jahre waren von einer kollektiven Sorge geprägt, die sich in Filmen, Romanen und Musik widerspiegelte.
Ein prägnantes Beispiel ist das 1985 veröffentlichte Lied "Russians [5]" des britischen Musikers Sting. Vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion warnte das Lied vor der Eskalationsgefahr zwischen den Supermächten und stellte die gemeinsame Menschlichkeit des Konflikts in den Mittelpunkt.
Die Botschaft des Liedes war, dass politische Feindbilder nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass ein nuklearer Krieg letztlich alle Seiten treffen würde.
Damit spiegelte Russians ein Lebensgefühl der 1980er Jahre wider: die Sorge, dass militärische Spannungen und militärische Logiken außer Kontrolle geraten könnten. Das Lied steht beispielhaft [6] dafür, wie stark die nukleare Frage damals in der gesellschaftlichen Kultur verankert war.
Produktionen wie "Threads [7]" verzichteten auf heroische Erzählungen und zeigten stattdessen den Zusammenbruch moderner Gesellschaften nach einem Atomkrieg. "The Day After [8]" konfrontierte ein Millionenpublikum mit den humanitären Folgen nuklearer Eskalation. Unterhaltungsfilme wie "War Games [9]" machten die Bedrohung eines versehentlichen Atomkriegs zum Thema.
Jetzt dominieren andere Bedrohungsszenarien. Streaming-Plattformen sind voller Geschichten über Pandemien, künstliche Intelligenz, Cyberangriffe, Zombies oder den Klimawandel. Die nukleare Katastrophe erscheint selten als zentrales Motiv.
Atomwaffen sind keineswegs ungefährlicher geworden. Vielmehr haben sich die kulturellen Bilder von Zukunftsängsten verändert.
Ein weiterer Grund für das schwindende allgemeine Interesse liegt im Erfolg der nuklearen Abschreckung selbst. Seit 1945 wurden Atomwaffen nicht mehr in einem Krieg eingesetzt [10]. Für mehrere Generationen ist nukleare Abschreckung deshalb eine abstrakte Theorie geblieben.
Je länger eine Katastrophe ausbleibt, desto geringer erscheint ihre Wahrscheinlichkeit. Dieses psychologische Muster lässt sich ebenso bei Naturkatastrophen oder Finanzkrisen beobachten. Menschen orientieren sich häufig an ihren eigenen Erfahrungen. Wer den Kalten Krieg nicht erlebt hat, verbindet Atomwaffen eher mit Geschichtsbüchern als mit der Gegenwart.
Die Konzentration moderner Gesellschaften ist begrenzt. Politische Themen konkurrieren permanent um Aufmerksamkeit. In den vergangenen zwanzig Jahren folgten globale Krisen ohne Unterbrechung aufeinander: Terroranschläge, Finanzkrise, Pandemie, Energiekrise, Inflation und Klimawandel.
Jede Krise beansprucht mediale Neugier. Langfristige Risiken werden leicht vergessen. Atomwaffen leiden unter einem Paradox: Weil ihr Einsatz bislang verhindert wurde, erscheinen sie weniger relevant als Bedrohungen, die unmittelbar erfahrbar sind.
Der russische Angriff auf die Ukraine hat die nukleare Auseinandersetzung teilweise zurückgebracht [11]. Russische Politiker erinnern regelmäßig an das eigene Nukleararsenal, westliche Regierungen diskutieren das Revival der Abschreckung, und die Modernisierung atomarer Streitkräfte ist vielerorts zur Priorität geworden.
Doch unterscheidet sich die aktuelle Empfindung deutlich von jener der 1980er Jahre. Während nukleare Ängste einst gesellschaftliche Bewegungen mobilisierten, bleibt das heutige Streitgespräch oft auf sicherheitspolitische Fachkreise beschränkt. Die atomare Bedrohung wird analysiert, aber rar emotional verarbeitet.
Eventuell ist die verschwundene Angst weniger Ausdruck größerer Sicherheit als ein Zeichen gesellschaftlicher Gewöhnung. Atomwaffen gehören seit über acht Jahrzehnten zur internationalen Politik. Ihre bloße Existenz erscheint selbstverständlich geworden zu sein.
Hier liegt das größte Wagnis. Was als normal wahrgenommen wird, gerät seltener in den Fokus öffentlicher Diskurse. Die Routine des nuklearen Zeitalters führt dazu, dass die außergewöhnliche Zerstörungskraft dieser Waffen aus dem kollektiven Bewusstsein verschwindet.
Die atomare Bedrohung ist keinesfalls Vergangenheit. Sie hat lediglich ihre kulturelle Sichtbarkeit verloren. Während künstliche Intelligenz, Klimawandel oder Pandemien intensive gesellschaftliche Diskussionen auslösen, bleiben Atomwaffen häufig ein Thema für Expertinnen und Experten.
Dabei hat sich die Sicherheitslage mitnichten erledigt. Im Gegenteil: Die Modernisierung der Arsenale, der Ausbau chinesischer Nuklearstreitkräfte und die Krise der Rüstungskontrolle zeigen, dass nukleare Fragen wieder an Bedeutung gewinnen.
Die eigentliche Veränderung ist nicht, dass Atomwaffen harmloser geworden sind. Sondern, dass wir gelernt haben, mit ihrer Existenz zu leben – und deshalb kaum über sie sprechen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11365762
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Nummer 10, Messi. Bild: Shutterstock.com
Im WM-Finale trifft Spanien auf Argentinien. Hinter dem Duell steckt eine brisante Mischung aus Kolonialgeschichte, Fan-Mythen und Taktik. WM Blog – Folge 16
"No plans for final day/ Stay in bed, drift awayIt could have been all/ Songs in the streetIt was nearly complete/ It was nearly so sweetAnd now I'm singing..."
"Three Lions" The Lightning Seeds
Wie gesagt: Dreimal Glück ist kein Glück mehr [1]. Viermal Glück erst recht nicht. Gut möglich trotzdem, dass auch Spanien morgen Abend die Argentinier unterschätzen wird.
Es ist ein Traumfinale: Der Europameister gegen den Weltmeister, die beste Mannschaft Europas gegen die beste Mannschaft Lateinamerikas, die zwei besten Teams (nicht Einzelspieler) des diesjährigen WM-Turniers, die zwei bedeutendsten Kontinente des Weltfußballs treten gegeneinander an.
Der Kopf sagt: Spanien wird gewinnen. Der Bauch sagt: Argentinien.
"Los pobres gringos no entienden nada/ Al ver la barra descontroladaY si precisan que alguien les cuente/ Pregúntenle a Brasil qué se siente"
(Die armen Gringos verstehen gar nichts / Wenn sie die außer Kontrolle geratene Fangemeinde sehenUnd wenn sie jemanden brauchen, der es ihnen erklärt / Dann fragt Brasilien, wie sich das anfühlt)
Argentinischer Fansong
Als Weltmeister wieder ins Finale zu kommen, das haben einzelne Fußballweltmeister bereits in der Vergangenheit geschafft: etwa Argentinien selbst 1990, Brasilien 1998, und Frankreich 2022. Den Titel haben diese Nationen jeweils nicht verteidigen können.
Insofern spricht auch die grundsätzliche Statistik dafür, dass Argentinien am Sonntag verlieren wird. Aber Argentinien hat schon manche Statistiken geschlagen in den letzten Wochen. Auch am Mittwoch sprach vieles dagegen, dass Argentinien das Halbfinale gewinnt.
Man sagt gerne "Offense wins game, defense wins championship". Aber diese Football-Weisheit ist zu einfach.
Denn die Argentinier kombinieren ja überaus schlau Offensive und Defensive, und können, wenn sie wollen oder müssen, extrem offensiv und gefährlich nach vorne spielen, nicht nur im Kontern, sondern auch mit einem Daueranrennen gegen das Tor des Gegners.
Das konnte man im Halbfinal-Spiel gegen England bilderbuchmäßig beobachten. Aber auch schon vorher, gerade wenn sie zurücklagen, wie es gegen Ägypten der Fall war.
Vor allem aber belegt Argentinien die klassische Erkenntnis: "Wille wins championship."
Bastian Schweinsteiger kommentierte:
"Argentinien: unfassbar gut. Dass die Mannschaft es respektiert, dass Messi weniger läuft, das finde ich sehr schön. Ohne diese Fans hätte Argentinien nicht so viel Erfolg. Diese Verbindung zwischen Fans und der Mannschaft – göttlich."
"Faszinierend, sich das anzugucken. Das ist Fußball. Mehr kannst du aus diesem Sport nicht rausholen."
Marcel Reif zum Halbfinale England - Argentinien
Die englischen Medien versuchen nach dem WM-Brexit im Nachhinein vor allem zu erklären, wie es zu dem "complete action switch" kam und betonten immer wieder: "Es hätte auch anders ausgehen können."
Aber es ist nicht anders ausgegangen, und genau das wäre eigentlich zu erklären, wenn man etwas daraus lernen und die nunmehr "sixty years of shame" irgendwann doch beenden möchte.
Auch Thomas Tuchel machte es sich in seinen ersten Stellungnahmen viel zu einfach: Es ist nicht alles erklärbar damit, dass Argentinien nichts mehr zu verlieren hatte. Das ist zu wenig.
Die Frage ist zu stellen, ob nicht die Engländer den Argentiniern einfach in die Falle getappt sind? Ob nicht viel mehr die argentinische Strategie von Anfang an genau die gewesen ist: Dass man die Engländer müde spielt und ihnen den Schneid abkauft und sie zermürbt? Zermürbt, um dann am Ende noch mehr Kraft zu haben?
Die Argentinier haben das Selbstvertrauen, dass sie ein Tor schießen werden, und dass sie, wenn sie maximal 1:0 zurückliegen, so in jedem Fall in die Verlängerung gehen. Und sie wissen, dass mit jeder Minute, die das Spiel dauert, ihre Chancen wachsen.
Genau mit dieser Haltung werden sie morgen auch gegen die Spanier spielen.
"It's never coming home" – die englische Selbstzerfleischung, die die der Deutschen leicht überbietet, und durch den absurd-naiven Nationalismus, der sie grundiert, noch destruktiver wirkt, zeigt, was in diesem Land nicht erst seit dem Brexit falsch läuft und warum.
In London, wo noch mehr Premierminister ausgewechselt werden, als Nationaltrainer, hört man nicht ein Wort der Selbstkritik: Die Engländer reden, als hätten sie einen Anspruch auf Titel. Sie können es sich nicht eingestehen, dass sie einfach miserabel aufgetreten sind, dass sie das Spiel selber nach der Führung leichtfertig hingegeben haben. Dass sie in der zweiten Halbzeit schwächer waren, als der Gegner, und dass sie weniger kämpferisch und weniger willensstark waren und den Sieg weniger gewollt haben als die Argentinier.
Es ist darum schon absurd zu lesen [2] und zu hören [3], wie die britischen Medien [4] die Argentinier noch nach dem Spiel unterschätzen, nachdem sie gegen Argentinien verloren haben, indem sie alles auf den Trainer Tuchel und auf dessen angeblich falsche Auswechslungen schieben und nicht erkennen, warum Argentinien wirklich gewonnen hat.
Weil England fertig war, müde war und auch moralisch gebrochen war. Die englische Presse erkennt nicht, dass die Führung ihrer Mannschaft in der 55. Minute bereits überraschend kam, und eigentlich nicht mehr hätte stattfinden dürfen, dass eigentlich Argentinien davor schon eine Drangphase hatte mit mehreren guten Chancen.
Zwei Tage nach diesem großartigen Halbfinalspiel kann man nach etwas kühlerem Nachdenken konstatieren, dass die Engländer den Argentinien in die Falle gegangen sind. Sie haben sich verausgabt in der ersten Hälfte, die Argentinier haben sie spielen lassen und vor allem rennen lassen. Sie haben allerdings auch zwischendurch gefährliche Gegenschläge geführt und sie haben vor allem sehr giftig in der eigenen Hälfte verteidigt.
Was kann Spanien dem entgegensetzen? Hat es sich eigentlich schon herumgesprochen, dass nicht nur Lionel Messi einst Lamine Yamal als Baby für ein Unicef-Shooting im Arm hielt, sondern das der heutige spanische Nationalcoach Luis de la Fuente in der spanischen Trainerakademie der Ausbilder von Lionel Scaloni war, des heutigen Nationaltrainers von Argentinien?
Was hat der eine wohl vom anderen gelernt? Beide sind Underdogs, gehören nicht zum Glamour-Establishment der Trainer-Elite.
Beide sind ruhig und doch emotional unter der Oberfläche. Beide verstehen offensichtlich ein Team zu formen, eine Strategie zu entwickeln und ad hoc anzupassen.
Dass Spanien auf Ballbesitz setzt, wird nicht ausreichen. Ähnlich wie gegen England dürfte Argentinien den Spaniern zunächst den Ball überlassen, um im Verlauf des Spiels mehr und mehr ins Gegenpressing zu wechseln.
Aber Spanien spielt kühl und ruhig und sehr fehlerfrei. Sie haben sich bisher auf jeden Gegner neu eingestellt und perfekt ausgerichtet. Spanien schafft es, dass beim eigenen Tor die Null steht.
Wahrscheinlich entscheidet sich das Finale an der Frage: Wie stark und gefestigt ist die Mentalität der viel jüngeren spanischen Mannschaft? Lassen sie such durch den Gegner beeindrucken und sich das argentinische Körperspiel aufzwingen?
In seiner ARD-Analyse sagte Bastian Schweinsteiger, was im Spiel gegen Argentinien nötig ist:
"Du musst physisch stark sein, du musst aber auch hier oben mental stark sein. Die lassen nicht nach, das kostet Kraft. Das musst du wissen wenn du gegen die Argentinier spielst: die geben nicht auf. Und mit diesen Fan zum Rücken da läufst du noch mehr."
Das Finale ist wie gesagt auch ein Kontinentalduell. Der Rest der Welt gegen Europa. Argentinien repräsentiert diesen Rest der Welt. Die Albiceleste ist die Mannschaft des Globalen Südens.
Underdog gegen Establishment: Gerade, wenn man auf die Lieder der Fans schaut, gerade auf die, die in den letzten Wochen gedichtet [5] wurden im Cumbria- oder Tango-Rhythmus, dann war das Motiv schon vor dem Halbfinale: Den Dieb bestehlen.
"Quiero robarle un gol al ladron [6]", "ich möchte dem Dieb ein Tor stehlen", spielt auf jene berühmte Verteidigung des argentinischen Fußballhelden Diego Maradona an, der sein legendäres Handspiel bei der WM 1986 mit dem Sprichwort entschuldigte: "Quien roba a un ladrón tiene cien años de perdón." ("Wer einen Dieb bestiehlt, dem wird hundert Jahre lang vergeben.")
Maradona meinte damit konkret, den blutigen Falklandkrieg 1982 und die fortdauernde koloniale Besetzung der Falkland-Inseln. Der Falkland-Stachel sitzt tief in der argentinischen Seele, auch wenn niemand die Diktatur, die dieses Krieg vom Zaun brach, zurückhaben will und nur wenige Ewiggestrige sie verherrlichen.
Darum tauchen in den Fan-Liedern oft genug auch die "Malvinas" auf.
Doch hat der Satz über das Bestehlen des Diebes auch einen grundsätzlichen symbolischen Charakter: Die alten europäischen Kolonialmächte sind in den Augen eines Landes aus dem Globalen Süden und einer ehemaligen Kolonie wie Argentinien immer noch die ehemaligen Kolonisatoren, die "reichen", "arroganten", "schulmeisterlichen" Imperialisten aus dem Norden, die Länder wie Argentinien jahrhundertelang ausgebeutet haben, und dies oft genug heute noch immer tun.
Die ehemalige Kolonialmacht Argentiniens heißt übrigens Spanien. Sie sind – drei Jahre ohne Niederlage, nur ein Gegentor in 7 Spielen – am Sonntag trotz allem die klaren Favoriten.
Wäre da nicht Lionel Messi. Der "Europäer" unter den Argentiniern, die Verbindung der beiden Fußballwelten. Die Entscheidung am Sonntag ist daher nicht wie das Finale 2022 [7] eine Frage der Gerechtigkeit. Die hat schon jetzt gesiegt.
Messi hat in seinem zweiten WM-Finale keinen Druck mehr. Er muss nicht mehr, er kann. Ob ihn das befreit, oder ihm die Kraft nimmt, werden wir sehen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369716
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Natalia Klenova / Shutterstock.com)
Kleine, aber interessante Meldungshäppchen vom News-Buffet zu Git Browser, Microsoft, Mirantis, Google, Flux, JetBrains, W3C, Gradle und OllyGarden.
In unserem leckeren Häppchen-Überblick servieren wir alles, was es zwar nicht in die News geschafft hat, wir aber dennoch für spannend halten:
go get github.com/microsoft/agent-framework-go lässt sich die Go-Implementierung des KI-Agenten-Toolkits einem Go-Projekt hinzufügen.Solltest du ein schmackhaftes Thema vermissen, freuen wir uns über deine Mail [17].
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11363727
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Matthias Parbel / KI / iX)
Zwei OpenTelemetry-Experten erklären, warum zu viele Daten schaden – und wie ein Top-down-Ansatz die Zuverlässigkeit der Observability rettet.
Terabytes an Logs, Metriken und Traces landen täglich in den Observability-Backends großer Unternehmen – ohne dass jemand genau sagen kann, wofür. Genau an dieser Stelle setzte der Eröffnungsvortrag der Online-Konferenz Mastering Observability im April 2026 [1] an. Unter dem Titel „Weniger Sammeln, mehr Verstehen – hin zu proaktivem Reliability Engineering“ argumentierten Severin Neumann und Juraci Paixão Kroehling, dass Observability kein Tool-Wettrüsten ist, sondern ein Engineering-Problem. Nicht die Datenmenge entscheidet, sondern ob sich damit die Fragen beantworten lassen, die für die Zuverlässigkeit verteilter Systeme wirklich zählen.
Beide Speaker bringen einschlägige Erfahrung mit: Neumann, Head of Community bei Bronto, sitzt im OpenTelemetry Governance Committee [2] und pflegt als Co-Maintainer die Dokumentation des Projekts. Kroehling ist Mitgründer und CEO von OllyGarden, einer OpenTelemetry-nativen Plattform mit Fokus auf Telemetrie-Qualität, ehemaliger Jaeger-Maintainer und Schöpfer zentraler OTel-Komponenten wie Collector Builder und Operator. Ihre gemeinsame These: Viele Organisationen betreiben angstgetriebene Datensammlung nach dem Motto „erst alles erfassen, später entscheiden“.
Die Folgen dieses „Telemetry Hoarding“ sind konkret: steigende Kosten für Storage, Egress, Ingestion und Verarbeitung, wachsendes Misstrauen gegenüber den eigenen Daten sowie eine längere Mean Time to Repair (MTTR). Statt proaktivem Reliability Engineering bleiben Teams im dauerhaften Fire-Fighting-Modus stecken. Observability definieren die Vortragenden schlicht als die Fähigkeit, Fragen zu stellen und belastbare Antworten zu erhalten – die drei Signale Logs, Metriken und Traces sind dafür nur das Fundament.
Als Denkmodell dient das „2-Uhr-Szenario“: Ein Service bricht mitten in der Nacht zusammen, betroffen sind Nutzer in einer anderen Zeitzone. Welche Frage würde das Bereitschaftsteam um zwei Uhr morgens stellen – und beantwortet die vorhandene Telemetrie sie überhaupt? Diese Perspektive verschiebt den Fokus von „Was können wir alles sammeln?“ hin zu „Was muss ich wissen, damit Nutzer ihr Ziel zuverlässig erreichen?“.
Der vorgestellte Ansatz arbeitet sich von oben nach unten vor: von kritischen Nutzertransaktionen wie Login, Checkout oder Payment über die Service-Grenzen bis hinunter zur Infrastruktur mit Datenbanken, Queues und Netzwerk. Bei den Metriken bilden die Golden Signals – Latency, Traffic, Errors und Saturation – den Einstieg. Alerts sollen nur für Kennzahlen entstehen, die direkt die Zuverlässigkeit der Nutzerziele betreffen, und jeder Alert muss actionable sein, also eine klare Zuständigkeit und erwartbare Maßnahme mit sich bringen.
Traces bilden nach Ansicht der Referenten das Fundament der Strategie. Statt alles zu erfassen, empfehlen sie strategisches Sampling entlang kritischer Kundentransaktionen und selektives Sampeln übriger Pfade, um Datenvolumen und Kosten im Griff zu behalten. Auto-Instrumentierung deckt Dependencies und unterstützende Dienste wie Datenbanken, Message-Broker und externe APIs ab, während code-basierte Instrumentierung den Geschäftskontext einfängt – mit Attributen wie order_value, tenant_id oder feature_flag. Logs wiederum sollen nur gespeichert werden, wenn sie Evidenz liefern, verknüpft mit Trace- und Span-IDs statt generischer Meldungen wie [Error] Transaction failed.
Praktisch heißt das für DACH-Enterprises mit ihren oft strengen Compliance-Anforderungen: Debug-Spam, duplizierte Retry-Logs und Detailmetriken ohne Bezug zu Nutzerzielen fliegen raus. In die Sammlung gehören dagegen Golden Signals der kritischen Transaktionen, trace-basierte Geschäftsprozesse, strukturierte Fehlerlogs und knappe Ressourcenzustandsmetriken. Ein Big-Bang-Umbau ist dafür nicht nötig – der Einstieg über ein oder zwei geschäftskritische Services und eine schrittweise Governance blockiert das Tagesgeschäft am wenigsten.
Ein zentraler Baustein sind die OpenTelemetry Semantic Conventions. Sie sorgen dafür, dass Teams, Tools und Cloud-Anbieter dieselben Begriffe auf dieselbe Weise verwenden. Drei Regeln bringen das auf den Punkt: Konsistenz (etwa einheitlich deployment.environment.name = "production" statt uneinheitlichem env = "live"), Einmaligkeit (ein Name bezeichnet exakt eine reale Sache, nicht zwei Services mit service.name = "api") und Beständigkeit (statt service.name = "checkout-v1" besser service.name = "checkout" plus separates service.version).
Diese Konventionen heben nicht nur das Signal-Rausch-Verhältnis, sie machen Telemetrie auch für Maschinen verständlich. Gerade KI-Agenten und LLM-gestützte Debugging-Workflows sind auf semantisch klare, konsistente Daten angewiesen, um Kausalitäten erkennen zu können. Fehlen einheitliche Konventionen, entsteht ein „Semantic Sprawl“, der Interoperabilität zwischen Backends und Cloud-Diensten erschwert und einen Anbieterwechsel ohne komplette Re-Instrumentierung nahezu unmöglich macht.
Für die Umsetzung nennen die Speaker mehrere schnelle Gewinne. Auf Collector-Ebene lässt sich viel Ballast abwerfen: Ein Audit reduzierte 236 Resource-Attribute auf 85 tatsächlich benötigte, also über 60 Prozent weniger. Connection-Retries, die 300 identische Log-Einträge produzieren, schrumpfen per Deduplizierung auf einen Eintrag pro Vorfall. Auf SDK-Ebene helfen deklarative Konfiguration in YAML statt Boilerplate-Code sowie einheitliche SDK-Wrapper pro Sprache. Tools wie OpenTelemetry Weaver und KI-gestützte Agenten prüfen Code und Telemetrie automatisiert gegen die Conventions.
Severin Neumann ist Head of Community bei Bronto. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Observability, verteilten Systemen und der Frage, wie Engineering-Teams komplexe Softwarelandschaften zuverlässig betreiben können. Severin ist Mitglied des OpenTelemetry Governance Committees sowie Co-Maintainer der OpenTelemetry-Dokumentation und engagiert sich aktiv in der Open-Source- und Cloud-Native-Community.
Juraci Paixao Kroehling ist Mitbegründer und CEO von OllyGarden, einer OpenTelemetry-nativen Plattform, deren Schwerpunkt auf der Qualität der Telemetriedaten liegt. Er ist Mitglied des OpenTelemetry Governance Committee, ehemaliger Jaeger-Maintainer und Entwickler zentraler OpenTelemetry-Komponenten, darunter der Collector Builder und der Operator. Als CNCF-Botschafter mit Sitz in Berlin leistet Juraci seit den Anfängen einen Beitrag zum Cloud-Native-Ökosystem.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11362984
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Ein Elektroauto-Hersteller verkauft jetzt auch Laufräder für Kleinkinder. Tesla hat ein neues Produkt vorgestellt, das sich an die jüngste Zielgruppe des Unternehmens richtet.
Für 225 US-Dollar bietet der Autobauer ab sofort ein Laufrad für Kinder zwischen zwei und fünf Jahren an, wie aus einer Ankündigung des Unternehmens hervorgeht.
Das sogenannte Balance Bike kommt ohne Motor und ohne Pedale aus, Kinder sollen es allein mit den Füßen antreiben. Lenker und Sattel gehören zur Grundausstattung, wie es bei dieser Fahrradkategorie üblich ist.
Der Rahmen besteht laut Tesla aus einer leichten, weiß lackierten Magnesiumlegierung. Der schwarze Sattel lässt sich in fünf Stufen verstellen, Werkzeug für den Zusammenbau liegt bei.
Optisch orientiert sich das Laufrad klar an der Marke. Seitlich prangt der Tesla-Schriftzug, vorne sitzt das bekannte T-Logo. Damit unterscheidet sich das Produkt kaum von anderen Merchandise-Artikeln des Unternehmens.
Tesla nennt auch technische Grenzwerte. Das Laufrad eignet sich für Kinder bis rund 35 Kilogramm Körpergewicht. Die Beininnenlänge sollte weniger als 33 Zentimeter betragen.
Mit 225 US-Dollar liegt Tesla am oberen Ende dessen, was in dieser Produktkategorie üblich ist. Die meisten vergleichbaren Modelle kosten weniger als 100 US-Dollar.
Wer sich für das Laufrad interessiert, muss sich vorerst gedulden. Auf der Webseite von Tesla ist das Produkt bereits als ausverkauft gekennzeichnet, und zwar wenige Stunden nach Verkaufsstart. Zu einer möglichen Neuauflage oder zusätzlichen Stückzahlen äußerte sich Tesla bislang nicht. Auch Angaben zu einem Verkaufsstart außerhalb der USA liegen derzeit nicht vor. Es ist nicht das erste Kinderprodukt, das Tesla auf den Markt bringt. Bereits zuvor verkaufte das Unternehmen das Cyberquad für Kinder, ein Quad im Cybertruck-Design zum Preis von 1.900 US-Dollar.
Dieses Fahrzeug wurde später zurückgerufen, offenbar wegen einer fehlenden Übereinstimmung mit Sicherheitsstandards.
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Wohnungseigentümer grundsätzlich verlangen können, eine Klimaanlage mit Außengerät auf dem eigenen Balkon zu installieren. Voraussetzung ist, dass die Rechte der anderen Eigentümer dadurch nicht übermäßig eingeschränkt werden.
Der Betrieb einer Klimaanlage sei in gewissen Grenzen hinzunehmen, so der BGH. Betriebsgeräusche des Geräts spielen für die Frage der Erlaubnis demnach keine Rolle. Bauliche Eingriffe wie ein fest montiertes Splitgerät, für das die Fassade durchbohrt wird, benötigen weiterhin grundsätzlich einen Beschluss der Eigentümerversammlung.
Bislang war vor allem geklärt, dass eine Eigentümergemeinschaft den Einbau per Mehrheitsbeschluss erlauben darf. Mit dem aktuellen Urteil geht der BGH einen Schritt weiter. Einzelne Eigentümer können die Zustimmung unter bestimmten Voraussetzungen künftig auch gerichtlich einfordern, wenn die Gemeinschaft sich weigert.
Geklagt hatten Wohnungseigentümer aus Berlin, die auf ihrem Balkon ein Splitgerät installieren lassen wollten. Ihr Antrag war zunächst bei der Eigentümerversammlung abgelehnt worden. Vor dem Landgericht Berlin II bekamen sie zuletzt Recht. Die Eigentümergemeinschaft legte daraufhin Revision beim BGH ein.
Das Landgericht hatte argumentiert, der Einbau selbst bringe für die übrigen Eigentümer keine Beeinträchtigung mit sich, die über das bei einem geordneten Zusammenleben übliche Maß hinausgeht. Die Gemeinschaft hielt dagegen, bekannte Folgen des Betriebs wie Geräusche, Kondenswasser oder Abluftwärme könnten den Miet- oder Verkaufswert benachbarter Wohnungen mindern.
Diese Bedenken ließ das Landgericht nicht gelten. Relevant seien nur unmittelbare Auswirkungen des Einbaus, nicht die Folgen der späteren Nutzung. Der BGH bestätigte diese Sichtweise nun in letzter Instanz.
Der Bedarf an Kühlung in Wohnungen wächst. Nach einer repräsentativen Yougov-Umfrage besitzen derzeit rund 17 Prozent der Menschen in Deutschland eine Klimaanlage, weitere 20 Prozent planen die Anschaffung. Im Juli 2025 lagen diese Werte noch bei 15 beziehungsweise 10 Prozent.
Auch die Verkaufszahlen deuten in diese Richtung. Laut dem Fachverband Gebäude-Klima stieg der Absatz von Raumklimageräten, überwiegend Splitanlagen, zwischen 2023 und 2025 von rund 260.000 auf 320.000 Stück.
Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Die Ladesäule auf dem Supermarktparkplatz wäre frei, wenn da nicht seit zwei Tagen ein Diesel draufstehen würde. Die nächste ist besetzt, die übernächste defekt. Wer ein Elektro- oder Hybridfahrzeug fährt, hat in vielerlei Hinsicht gewonnen, an der öffentlichen Ladeinfrastruktur in Deutschland liegt es aber weiterhin nicht. Zu wenige Säulen, zu viele Blockierer, zu oft einfach das falsche Netzwerk zur falschen Zeit. Die eigene Wallbox in der Garage löst das für zu Hause, aber sobald das Ferienhaus, der Campingplatz oder die Werkstatt der Schwiegereltern ins Spiel kommen, hört die Flexibilität schnell auf. Eine mobile Wallbox gibt die Freiheit allerdings recht einfach zurück.
Überall dort, wo eine rote CEE-Steckdose vorhanden ist, also in Garagen, Werkstätten und auf Campingplätzen, die diesen Anschluss fast überall als Standard bieten, lädt das Fahrzeug genauso zuverlässig wie zu Hause. Die mobile Wallbox des Herstellers dé lädt mit bis zu 11 kW über drei Phasen, lässt sich per App steuern oder direkt betreiben und hängt das Fahrzeug mit einem 7 Meter langen Typ-2-Kabel sicher ans Stromnetz. Die Bestseller-Ladestation inklusive wasserdichter Aufbewahrungstasche, Tragegurt, Schuko-Adapter und Reinigungstuch ist bei Amazon jetzt wieder bis zum 24. Juli zum Preis von 161,46 Euro zu haben, die UVP liegt bei 189,95 Euro.
- Aktueller Preis: 161,46 Euro
- UVP: 189,95 Euro
- Durchschnittspreis der letzten 180 Tage: 186,85 Euro
- 11 kW Ladeleistung, 400 V dreiphasig, 4 Leistungsstufen (8/10/13/16 A)
- App-Steuerung mit Ladeplanung, Verbrauchshistorie und Echtzeitüberwachung
- 7 Meter Typ-2-Kabel, IP66-Spritzwasserschutz, Display
- Integrierte Schutzfunktionen
- 4,8 Sterne bei 583 Bewertungen
- Mehr als 1.000-mal im letzten Monat verkauft
Zwei Betriebsmodi stehen zur Wahl: Im Echtzeit-Modus startet der Ladevorgang sofort nach dem Einstecken, im App-Modus lässt sich der Start auf günstigere Nachtstromzeiten verschieben. Das Display am Gerät zeigt Temperatur, Spannung, Ladeleistung und den verbleibenden Verzögerungstimer auf einen Blick, ohne dass das Smartphone dafür geöffnet werden muss. Die vier Leistungsstufen von 8 bis 16 Ampere lassen sich direkt am Gerät oder per App anpassen, was besonders dann sinnvoll ist, wenn die verfügbare Absicherung an der Einsatzstelle variiert.
Kompatibel ist die Wallbox mit allen gängigen Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden mit Typ-2-Anschluss, darunter VW ID.3 und ID.4, Tesla Model 3 und Y, BMW i4, Hyundai Ioniq 5, Renault Zoe und viele mehr. WLAN-Hinweis: Die Wallbox unterstützt nur 2,4‑GHz-Netzwerke und ist nicht mit 5‑GHz-Netzen kompatibel.
Die integrierten Schutzfunktionen laufen beim Laden dauerhaft im Hintergrund: Überspannungsschutz, Unterspannungsschutz, Überstromschutz, Fehlerstromschutz mit AC 30 mA und DC 6 mA, Blitzschutz, Erdungsschutz, Überladeschutz und Überhitzungsschutz plus IP66-Spritzwasserschutz. Eine Anzeige am Gerät signalisiert den aktuellen Betriebsstatus und warnt bei Störungen visuell, bevor sie zu einem Problem werden können. Im Lieferumfang stecken neben dem eingangs erwähnten Zubehör außerdem ein Steckerhalter und eine Wandhalterung, so dass das Gerät sowohl mobil als auch fest montiert betrieben werden kann.
161,46 Euro statt 189,95 Euro: Das ist der aktuelle Preis der Wallbox von dé mit 11 kW und App, 7 Meter Kabel und Zubehör
dé Mobile Wallbox 11kW mit APP
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Eine aktuelle Angebots-Alternative stellt die Voltbox-Wallbox
Mobile Wallbox 11kW Typ
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Weitere aktuelle Angebote für mobile und fest installierte Wallboxen
(Bild: heise online / asp)
Mideas mobile Split-Klimaanlage lässt sich per Home Assistant bedienen und automatisieren. So lässt sich das Gerät sogar offline steuern.
Die PortaSplit von Midea [1] [1] ist im Hitzesommer 2026 heiß begehrt. Denn die mobile Split-Klimaanlage sorgt besonders in Haushalten, die keine fest installierte Klimaanlage nutzen können, für willkommene Abkühlung. Wir zeigen, wie man die PortaSplit mit Home Assistant effektiv in sein vorhandenes Smart Home integriert und noch mehr aus den Möglichkeiten der mobilen Klimaanlage herausholt.
Wer ohnehin schon auf Home Assistant setzt, kann damit alle wichtigen Funktionen der PortaSplit direkt im eigenen Dashboard steuern. Das Einbinden in die heimische Home-Assistant-Installation bietet aber mehr als nur kosmetische Vorteile. So kann der Nutzer die Sensoren aus seinem Smart Home verwenden, um die Klimaanlage zu steuern. Ein Temperaturfühler am anderen Ende des Raumes könnte etwa wertvollere Werte liefern als die internen Sensoren der PortaSplit oder ein Fenstersensor schaltet die Anlage automatisch ab, wenn ein Hausbewohner durchlüftet.
Dank Home Assistant drosseln Sie Leistung gezielt, wenn gerade weniger Strom von der eigenen PV-Anlage kommt. Oder lassen Sie Ihre smarten Ventilatoren anspringen, wenn die Klimaanlage startet, um die kühle Luft großflächig zu verteilen. Schließlich lässt sich die PortaSplit dank Home Assistant sogar offline nutzen, ohne Daten an Midea weiterzugeben.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11348755
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Eine neue Methode macht unsichtbaren Weltraumschrott sichtbar, der eine Gefahr für Satelliten darstellt.
(Bild: piyaphong / Shutterstock.com)
Forscher der University of Warwick nutzen Archivdaten des Isaac-Newton-Teleskops, um bisher unentdeckte Trümmerteile im GEO-Orbit aufzuspüren.
In rund 36.000 Kilometern Höhe über dem Äquator kreisen einige der teuersten und wichtigsten Satelliten der Erde – zuständig für Wettervorhersagen, TV-Übertragungen und globale Kommunikation.
Genau dort, im geostationären Gürtel, hat ein Team der britischen University of Warwick nun ein bis dato verborgenes Problem sichtbar gemacht. Wie die Forscher um Hauptautor James Blake in einer im Journal of the Astronautical Sciences [1] veröffentlichten Studie darlegen, treiben in dieser Schlüsselregion Dutzende winziger Trümmerteile, die kein öffentlicher Katalog je verzeichnet hat.
Blake und sein Team am Centre for Space Domain Awareness griffen dafür auf einen Archivdatensatz des 2,54-Meter-Isaac-Newton-Teleskops (INT) auf La Palma zurück.
Die Bilder stammten aus einer früheren Durchmusterung – doch mit neu entwickelten Algorithmen holte das Team jetzt Informationen heraus, die den ursprünglichen Analysemethoden entgangen waren.
Das Ergebnis: 25 zusätzliche Trümmerbahnen, einige davon von Fragmenten mit gerade einmal fünf Zentimetern Durchmesser. Damit gehören sie laut University of Warwick [2] zu den schwächsten GEO-Trümmern, die je beobachtet wurden.
Die Besonderheit des Verfahrens liegt in einer Technik namens Blind Stacking.
Ben Cooke, Mitautor der Studie, erklärte das Prinzip so: Die Methode teste in einer Bildsequenz viele potenzielle Bahnen, entlang derer sich verborgene Objekte bewegen könnten. Anschließend würden die Bilder übereinandergelegt, um schwache Signale über die Rauschschwelle zu heben. Jeder Datensatz mit linear bewegten Zielen sei ein geeigneter Anwendungsfall.
Konkret verschiebt Blind Stacking die Empfindlichkeitsgrenze um etwa eine Magnitude nach unten – Objekte, die rund 2,5-mal schwächer leuchten als zuvor nachweisbar, werden damit sichtbar.
In der Praxis bedeutet das den Sprung von circa zehn Zentimetern Mindestgröße, wie sie die Vorgängerstudie DebrisWatch I erreicht hatte, auf nun etwa fünf Zentimeter.
Fast 80 Prozent der in der Studie aufgespürten schwachen Objekte tauchten in keinem öffentlich zugänglichen Katalog auf – weder beim US Space Surveillance Network noch anderswo.
Bisherige Standardüberwachung erfasst bei GEO-Höhe primär Objekte ab rund einem Meter. Alles darunter fliegt faktisch im Blindflug an aktiven Satelliten vorbei.
Mitautor Stuart Eves von SJE Space Ltd. formulierte es drastisch: Der Weltraumschrott in der geosynchronen Umlaufbahn sei ein potenzielles Minenfeld. Niemand bei klarem Verstand würde ein Minenfeld auf der Erde ohne Minensuchgerät betreten – ebenso wenig sollte jemand einen Satelliten in GEO starten, ohne zuvor eine angemessene Trümmerkartierung durchgeführt zu haben.
Das Risiko ist physikalisch begründet: Trümmer können sich relativ zueinander mit mehreren Kilometern pro Sekunde bewegen. Bei solchen Geschwindigkeiten kann selbst ein fünf Zentimeter kleines Fragment Solarpanele, Antennen oder Sensormasten durchschlagen.
Und anders als in niedrigeren Orbits bremst in 36.000 Kilometern Höhe keine Restatmosphäre die Teile ab – einmal entstanden, bleiben sie dort auf unbestimmte Zeit.
Die Analyse hochfrequenter Lichtkurven ergab zudem, dass kleine Fragmente deutlich stärker in der Helligkeit schwanken als größere, katalogisierte Objekte.
Viele der Kleinstteile taumeln offenbar unkontrolliert durchs All, was ein Hinweis auf unregelmäßige Formen und komplexe Bruchereignisse als Ursprung ist. Für Betreiber macht das die Kollisionsgeometrie zusätzlich unberechenbar.
Um die Beobachtungslücken zu schließen, weitet das Warwick-Team seine Suche inzwischen international aus.
Wie Dr. Will Feline, Senior Principal Scientist am britischen Defence Science and Technology Laboratory (Dstl), mitteilte, kamen bei Folgebeobachtungen Großteleskope in Australien in Kooperation mit der Australian National University sowie ein Instrument am japanischen Bisei Space Guard Center zum Einsatz. Letzteres geschah in Zusammenarbeit mit der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA.
Feline betonte, das Projekt unterstreiche die Bedeutung multinationaler Kooperation für globale Probleme wie die Weltraumlageerfassung.
Blake erklärte: Die Zahl der Orbitalpositionen im GEO-Gürtel sei begrenzt. Deshalb müsse man wissen, wie viel Schrott dort treibe, wie er sich verhalte und welche Risiken er für die aktiven Satelliten darstelle, auf die man angewiesen sei.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369652
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Eine ketogene Diät kann das Krebsrisiko im Dünndarm erhöhen, zeigt eine Mausstudie.
(Bild: Elena Eryomenko / Shutterstock.com)
Eine Nature-Studie zeigt an genetisch vorbelasteten Mäusen: Die fettreiche ketogene Diät fördert Tumoren im Dünndarm – und schützt zugleich den Dickdarm.
Wer sich für die ketogene Diät interessiert, kennt die üblichen Versprechen: Gewicht verlieren, Entzündungen senken, vielleicht sogar Krebs vorbeugen. Doch wie so oft ist bei solchen Versprechen Vorsicht geboten.
Dass die Lage wohl etwas komplexer ist, haben Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) jetzt in einer neuen Mausstudie gezeigt [1], die im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde.
Das Team um den MIT-Krebsforscher Omer Yilmaz fütterte Mäuse mit einer ketogenen Diät, also mit Nahrung, die reich an Fetten und Proteinen, aber arm an Kohlenhydraten ist.
Was sie beobachteten, hatte wohl niemand geahnt: Die ketogene Ernährungsweise unterdrückte im Dickdarm Tumore, aber beschleunigte deren Wachstum im Dünndarm.
Die Forscher hatten die Tiere so genetisch verändert, dass sie eine Veranlagung für Darmkrebs in sich trugen. Die Veränderung war etwa mit der seltenen menschlichen Erbkrankheit familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) vergleichbar.
Die Erstautoren Jessica Shay und Fangtao Chi verglichen drei Gruppen: Mäuse auf ketogener Diät, auf Standardkost und auf einer fett- sowie kalorienreichen Adipositas-Diät.
Obwohl die ketogen ernährten Tiere schlank blieben, entwickelten sie Dünndarmtumoren in einer Rate, die jener der adipösen Vergleichsgruppe entsprach oder sie sogar übertraf. Im Dickdarm hingegen bestätigte sich der bereits aus einer Nature-Studie von 2022 [2] bekannte Schutzeffekt.
Die eigentliche Überraschung lag nicht in diesem Paradoxon selbst, sondern in seinem Mechanismus.
Seit Jahren gilt der Ketonkörper Beta-Hydroxybutyrat (BHB) als eine Art Wundermolekül der ketogenen Diät. Die Nature-Studie von 2022 hatte BHB als schützenden Faktor gegen Dickdarmkrebs identifiziert.
Dieses Ergebnis wiederlegte das Team um Yilmaz jetzt zumindest für das eigene Modell: Weder eine Steigerung noch eine Unterbindung der Ketonproduktion veränderte das Tumorwachstum im Darm.
"Wir hatten erwartet, dass Ketonkörper wie BHB die direkten Auslöser sind", erklärte Yilmaz gegenüber dem MIT-Newsroom [3]. "Stattdessen haben unsere Experimente an gentechnisch veränderten Mäusen gezeigt, dass diese Moleküle im Wesentlichen als 'metabolische Nebenprodukte' im Stoffwechsel fungieren."
Der tatsächliche Treiber war die sogenannte Fettsäureoxidation – der Prozess, bei dem Darmzellen Nahrungsfett zur Energiegewinnung verbrennen. Dabei aktivierten sie Proteine der PPAR-Familie (Peroxisom-Proliferator-aktivierte Rezeptoren), die wiederum Darmstammzellen zu verstärkter Teilung anregten.
Mehr Stammzellen klingen zunächst nach einem Vorteil. Der Dünndarm könne "sich bei einer Verletzung besser selbst reparieren", räumte Yilmaz ein. Der Nachteil: Jede zusätzliche Zellteilung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einzelne Zellen entarten und es zur Bildung von Tumoren kommt.
Die MIT-Krebsforscherin Jessica Shay betonte [4] gegenüber ScienceAlert dabei eine Unterscheidung, die für Verbraucher entscheidend ist:
"Unsere Ergebnisse zeigen, dass in diesem Modell der hohe Fettgehalt in der Ernährung die Auswirkungen auf Darmkrebs verursacht – und nicht die während der Ketose produzierten Ketonkörper."
Das bedeutet im Umkehrschluss: Handelsübliche Ketonpräparate und BHB-Drinks dürften weder die schützenden Effekte im Dickdarm noch die Risiken im Dünndarm nachahmen. Dass Änderungen in der Ernährungsweise unerwartete Folgen im Darm haben können, zeigen auch andere aktuelle Tierstudien. So löste in einem Experiment des Dasman Diabetes Institute der vollständige Verzicht auf Haushaltszucker [5] bei Mäusen schwere Darmschäden aus – trotz fettarmer, kalorisch identischer Kost.
Die Forschung zur Rolle einzelner Nährstoffe bei der Krebsentstehung bleibt insgesamt hochdynamisch: UCLA-Forscher untersuchen derzeit, ob Kreatin dendritische Immunzellen [6] gegen Tumoren aufladen kann.
Für voreilige Ernährungsverbote liefert die MIT-Arbeit keine Grundlage. Es handelt sich um ein präklinisches Mausmodell einer seltenen Erbkrankheit. Ob die gleichen Mechanismen beim Menschen greifen, muss weitere Forschung zeigen.
Doch das Team formulierte eine klare Warnung vor Verallgemeinerungen: "Was für ein Gewebe vorteilhaft sein mag, kann für ein anderes Gewebe schädlich sein", so Yilmaz.
Warum ausgerechnet zwei benachbarte Darmabschnitte so gegensätzlich auf dieselbe Diät reagieren, bleibt weiterhin ungeklärt. Co-Erstautor Fangtao Chi betonte: "Das ist die Frage, mit der wir uns als Nächstes beschäftigen werden."
Für gesundheitsbewusste Keto-Anhänger heißt das Ergebnis der Studie in erster Linie: Die Gleichung "Ketose gleich Schutz" geht so pauschal nicht auf.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369436
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: Summit Art Creations / Shutterstock.com)
Die IDE ermöglicht die direkte Verwendung von GitHub Copilot und kann mit neuen Versionen der Programmiersprachen Java, Kotlin und TypeScript umgehen.
JetBrains hat IntelliJ IDEA 2026.2 veröffentlicht. In der zweiten Hauptversion des Jahres sind Support für das anstehende Release Java 27 ebenso wie für Kotlin 2.4 und TypeScript 7.0 enthalten. Neuerungen bietet die Entwicklungsumgebung auch im Bereich des KI-gestützten Codings.
Nicht nur das auf Java, Kotlin und weitere Programmiersprachen ausgelegte IntelliJ IDEA hat ein Versionsupdate erhalten, sondern auch zahlreiche weitere JetBrains-IDEs. Noch in der Release-Candidate-Phase für Version 2026.2 befinden sich ReSharper und Rider.
Erst kürzlich ist TypeScript 7.0 erschienen [1]. In dem neuen Release sind Compiler und Language Server in Go geschrieben, was gemäß dem Hersteller Microsoft deutliche Geschwindigkeitsvorteile bringen soll [2]. IntelliJ IDEA 2026.2 kann mit dem neuen Release umgehen, und im Test hat sich laut JetBrains dadurch die Projektladezeit auf der Kibana-Codebasis von etwa zwölf auf etwa drei Sekunden reduziert.
Daneben kann IntelliJ IDEA nun mit den stabilen Sprachfeatures von Kotlin 2.4, ebenfalls aus dem Hause JetBrains, umgehen – darunter explizite Backing-Felder und Kontextparameter. Die für Herbst 2026 geplante Programmiersprachenversion Java 27 unterstützt IntelliJ IDEA ebenfalls, denn aus der IDE heraus lassen sich Early Access Builds installieren.
Im Bereich künstliche Intelligenz hat JetBrains einige Neuerungen zu bieten. Dank einer Partnerschaft zwischen JetBrains und Microsoft ist GitHub Copilot nun nativ in IntelliJ IDEA integriert und out-of-the-box zugänglich. Die Auswahl erfolgt über den Agent Picker im Chat, und die Authentifizierung geschieht via OAuth und das GitHub-Nutzerkonto. Ein aktives GitHub-Copilot-Abo wird hierfür vorausgesetzt.
Das Entdecken, Installieren und Verwalten benutzerdefinierter Agenten-Skills ist nun innerhalb von IntelliJ IDEA ebenfalls möglich. Wie JetBrains ausführt, seien einige der nützlichsten Skills bereits enthalten und im Skills-Manager markiert. Ein weiteres Update betrifft die im Editor vorhandene KI-basierte Codevervollständigung: Nun können Entwicklerinnen und Entwickler ihre eigenen, OpenAI-kompatiblen Modellanbieter mit der IDE verbinden.
Darüber hinaus hat JetBrains über 1300 Bugfixes und Usability-Verbesserungen umgesetzt – darunter allein 140, die Freezes und andere Performanceschwierigkeiten beheben. Details zu den Neuerungen in IntelliJ IDEA 2026.2 finden sich in den „What’s New [3]“- und „What’s Fixed [4]“-Blogeinträgen.
Neben IntelliJ IDEA stattet JetBrains auch seine weiteren spezialisierten Entwicklungsumgebungen schrittweise mit Version 2026.2 aus. Beispielsweise legt die JavaScript- und TypeScript-IDE WebStorm einen starken Fokus auf das neue TypeScript 7.0, während PhpStorm unter anderem das Aufsetzen eines PhpStorm-MCP-Servers für Terminal-AI-Sessions beschleunigt.
Die Updates in WebStorm [5], PhpStorm [6], CLion [7], GoLand [8] und dem IntelliJ-Scala-Plug-in [9] in Versionsnummer 2026.2 lassen sich den jeweiligen Blogeinträgen entnehmen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369167
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Wer regelmäßig schraubt, weiß den Komfort einer guten Ratsche zu schätzen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Schraubenschlüssel muss das Werkzeug beim Anziehen oder Lösen einer Schraube nicht ständig neu angesetzt werden. Das spart Zeit, erleichtert die Arbeit an schwer zugänglichen Stellen und sorgt für einen flüssigeren Arbeitsablauf. Entsprechend gehören Ratschen sowohl in viele Hobbywerkstätten als auch zur Grundausstattung von Handwerkern und Kfz-Schraubern.
Inbus kennen viele vermutlich für seine Inbusschlüssel. Nun sind bei Amazon drei Ratschen von Inbus befristet zum Sparpreis erhältlich. Laut Preisverlauf waren sie beim Versandhändler bislang nicht günstiger.
Die Ratschen der Inbus-R-Serie sind laut Hersteller jeweils mit einer Feinverzahnung aus 72 Zähnen ausgestattet. Dadurch genügen bereits vergleichsweise kleine Schwenkbewegungen, um Schrauben auch bei beengten Platzverhältnissen weiterzudrehen. Das Werkzeug besteht laut Hersteller aus hochwertigem Stahl und verfügt über eine matt verchromte Oberfläche, die einen erhöhten Schutz vor Korrosion bieten soll.
Zur Ausstattung gehört außerdem ein den Angaben zufolge rutschfester HybridTouch-Griff, der Stabilität und Komfort verbinden soll. Über den QuickSwitch lässt sich die Drehrichtung wechseln, während QuickRelease den zügigen und sicheren Austausch der Stecknüsse ermöglichen soll. Der Hersteller gewährt auf alle drei Varianten eine Garantie von zehn Jahren.
Die Ratschen sind in den drei gängigen Antriebsgrößen 1/4 Zoll, 3/8 Zoll und 1/2 Zoll erhältlich und decken damit typische Einsatzbereiche vom filigranen Arbeiten an kleineren Schrauben bis hin zu höheren Drehmomenten an größeren Verschraubungen ab.
Los geht es mit der 3/8-Zoll-Ratsche für 14,95 Euro
14,95 Euro kostet auch die 1/4-Zoll-Ratsche, die ebenfalls noch am Prime Day für 16,95 Euro den Besitzer gewechselt hat. 19,81 Euro sind hier als Dreimonatsmittel hinterlegt.
Schließlich gibt es noch die 1/2-Zoll-Knarre für 24,95 Euro
INBUS® 74087 Ratsche 1/2", mit Feinverzahnung (72 Zähne)
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Der Verkauf erfolgt jeweils über die Inbus Werkzeug GmbH mit Versand durch Amazon. Gültigkeit besteht bis maximal zum 25. Juli. Befristet reduziert sind aktuell auch die originalen Inbusschlüssel
Der chinesische Staatspräsident Xi Jiping hat zur Eröffnung der World AI Conference in Shanghai am 17. Juli 2026 in einer Grundsatzrede zu künstlicher Intelligenz zu einer offenen, multilateralen Zusammenarbeit unter dem Dach der Vereinten Nationen sowie einer verstärkten Unterstützung der Entwicklungsländer aufgerufen.
Einem Führungsanspruch der USA erteilte er eine Absage: "Die Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz darf keine Solovorstellung eines einzelnen Landes sein, sondern muss eine Symphonie der internationalen Zusammenarbeit werden."
Die staatliche Chinesische Volkszeitung stellte laut China.Table in Vorbereitung der Xi-Rede bereits eine "Öl-Denkweise", die Daten und Rechenleistung als knappe und exklusive Ressourcen behandelt, einer "Wasser-Denkweise" des Teilens gegenüber. Künstliche Intelligenz dürfe nicht zu einem Technologiemonopol werden. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua beschrieb China als Anbieter "internationaler öffentlicher Güter" und betonte offene Software, Unterstützung für Entwicklungsländer und die zentrale Rolle der Vereinten Nationen. Einen Tag vor Xis Rede unterzeichneten 29 Länder eine Vereinbarung zur Gründung einer Weltorganisation für Zusammenarbeit bei Künstlicher Intelligenz (WAICO) mit Sitz in Shanghai.
Den Herrschenden in China und in den USA geht es nicht um Wohltaten für Entwicklungsländer, wie das britische International Finance Magazin berichtet. So droht Laos durch hohe Kredite für Infrastrukturprojekte wie die China-Laos-Eisenbahn und Telekommunikationsnetze die Souveränität über seine Netze zu verlieren. Das Stromnetz wurde bereits teilweise an China übertragen.
Chinesische Konzerne kontrollieren den Großteil der kongolesischen Kobaltminen. Die Verträge, wie das Sicomines-Abkommen, versprachen den Tausch von Rohstoffen gegen Infrastruktur wie Straßen und Krankenhäuser. Doch viele der versprochenen Infrastrukturprojekte wurden laut einem Bericht der kongolesischen NGO Afrewatch mangelhaft oder gar nicht umgesetzt.
Gleichzeitig stehen die chinesischen Minenbetreiber wegen katastrophaler Arbeitsbedingungen, systematischer Unterbezahlung der lokalen Bevölkerung, mangelnder Sicherheitsstandards und massiver Umweltschäden in der Kritik. Die Gewinne werden fast vollständig nach China abgeführt, während das Land arm bleibt.
Xi distanzierte sich in seiner Rede von Technologieprotektionismus unter dem Deckmantel nationaler Sicherheitskonzepte: "Wir sollten gemeinsam einer übermäßigen Ausweitung des Konzepts der nationalen Sicherheit im KI-Bereich entgegentreten und verhindern, dass die Sicherheit eines Landes über die anderer gestellt wird." Die US-Regierung erließ jüngst Exportkontrollen für die hoch entwickelten proprietären KI-Modelle von Anthropic und erklärte sie damit zu einer exklusiven nationalen Ressource. Insbesondere im geopolitischen Wettstreit mit China versuchen die USA, einen technologischen Vorsprung gegenüber China als imperialistischen Hauptsrivalen zu bewahren und diesen mit noch breiteren Exportkontrollen auszubremsen, zum Beispiel für KI-Chips und Chipfertigungstechnologie.
Mittlerweile mehren sich die Zweifel, dass der technologische Vorsprung der USA im Bereich der KI lange halten wird. Am Tag vor der Eröffnung der Shanghaier Konferenz veröffentlichte das chinesische KI-Unternehmen Moonshot mit Kimi 3 erstmals ein Modell, das in einigen Benchmark-Tests vor den derzeit besten veröffentlichten Modellen von Anthropic und Open AI liegt.
Moonshot wird das Modell am 27. Juli als Open-Weights-Modell und damit weltweit auch lokal auf eigener Hardware nutzbar machen. Die leistungsmäßig vergleichbaren US-Modelle sind proprietär und nur in Abomodellen zugänglich.
Im Bereich der KI-Hardware präsentieren die chinesischen Tech-Konzerne auf der bis kommenden Montag laufenden Konferenz in Shanghai ihre Fortschritte. Huawei plant laut Reuters, seinen bereits im vergangenen September angekündigten Atlas 950 Superpod erstmals als betriebsfähiges Modell vorzustellen, mehrere Monate früher als ursprünglich geplant. Huawei zufolge bietet der Atlas 950 Superpod 6,7-mal mehr Rechenleistung und 15-mal mehr Speicherkapazität als NVL144, Nvidias Supernode-Cluster-Technologie der nächsten Generation für KI.
Brancheninsider rechnen laut Informationen von Golem damit, dass insbesondere Deepseek und Z.ai als zwei der führenden chinesischen KI-Labs relativ schnell ihr Training auf diese voraussichtlich sehr leistungsstarken Huawei-KI-Supernods umstellen werden, weil sie schon länger ihre Modelle auch auf Huawei-Chips optimieren und ihnen der Zugang zu Nvidia-Chips aufgrund von US-Exportkontrollen verwehrt ist. Versorgungsengpässe soll es nicht geben, denn das Unternehmen kündigte laut einem Bericht von Tom's Hardware bereits an, seine KI-Superpods schon Ende dieses Jahres auch in Südkorea anzubieten.
Wenn Xi in seiner Rede in Shanghai zudem ein umfassendes KI-Entwicklungshilfeprogramm für den Globalen Süden ankündigt, demzufolge China in den nächsten Jahren 5.000 KI-Schulungs- und Seminarprogramme sowie internationale Kooperationszentren für KI-Anwendungen aufbauen möchte, dann verfolgt er damit harte industrie- und handelspolitische Interessen. Chinesische KI-Stacks, bestehend aus eigener KI-Hardware von Huawei als wahrscheinlich günstigerer Alternative zu Nvidia und offenen chinesischen KI-Modellen wie Kimi, GLM, Deepseek und Qwen, die auf diese Hardware optimiert sind, sollen sich in Entwicklungs- und Schwellenländern durchsetzen.
Aber auch in Nordamerika und Europa könnte der sich abzeichnende chinesische KI-Stack ein ernst zu nehmender Konkurrent für US-Modelle auf Nvidia-Hardware werden, die bei hohen Leistungsversprechen erheblich teurer sind. Solange die Mehrheit der chinesischen Modelle offen bleibt, können Länder damit ihre Souveränität wahren. Die chinesische Hardware wird sehr wahrscheinlich günstiger sein. Und bei der Hardware kann man zwischen Nvidia, weiteren US-Anbietern, Huawei und perspektivisch anderen chinesischen Alternativen wählen. Aber wer lieber US-Hardware kaufen will, kann dies tun, weil es keinen Lock-in gibt.
Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Handyspeicher ist unverhältnismäßig teuer. Mehrere Hundert Euro Aufpreis für zusätzliche 256 GByte ist ein frecheres Preis-Leistungs-Verhältnis als bei Druckertinte. Dass der MicroSD-Kartenslot fast vollständig ausgestorben ist, macht das Problem nur schlimmer. Zum Glück gibt es für Smartphones optimierte SSDs, die relativ preiswert verhindern, dass ständig Apps und Daten gelöscht werden müssen. Ein Modell von Lexar, die ES5, ist aktuell zu ihrem niedrigsten Preis seit Januar bei Amazon erhältlich.
Die Lexar ES5 eignet sich als Speichererweiterung für jedes Handy mit einem USB-C-Anschluss. Die kompakte SSD passt in jede Hosentasche und hat eine Hülle aus flüssigem Silikon für ein angenehmes Gefühl in der Hand. Auch soll sie Stürze aus bis zu drei Metern Höhe überstehen und staub- und wasserdicht sein. Das macht sie ideal für regelmäßige Reisen. Praktisch: Ihre Rückseite ist magnetisch, so dass sie von selbst an iPhones mit Magsafe-Unterstützung oder magnetischen Handyhüllen hält. USB-Kabel können dank einer kleinen Aussparung direkt am Gehäuse befestigt werden. Ein USB-C-auf-C-Kabel samt USB-A-Adapter sind im Lieferumfang enthalten.
Für ihre Größe ist die Lexar ES5 überraschend leistungsstark. Laut Hersteller kommt die tragbare SSD auf Lese- und Schreibgeschwindigkeiten von bis zu 2.000 MByte pro Sekunde. Das ist fast doppelt so schnell wie herkömmliche externe SSDs, zum Beispiel die beliebte Samsung T7. Selbst große Datenmengen wie 4K-Videos oder hochauflösende Fotos im RAW-Format überträgt sie so in kurzer Zeit. Apple-Nutzer freuen sich zudem über die Option, ProRes-Videos in 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde direkt auf der Festplatte aufzunehmen.
Amazon verkauft die Lexar ES5
Lexar ES5 Tragbare SSD 1TB, USB 3.2 Gen2x2 mit bis zu 2.000 MB/s Lesen und Schreiben, IP65-Schutz, Magsafe Phone SSD Unterstützt Apple ProRes 4K (iPhone 15/16), Galaxy S25 8K, Flüssige Silikonhülle
Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.
Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden
VMware aktualisiert seine Software.
(Bild: heise online / dmk)
VMware warnt vor zum Teil kritischen Lücken im Avi Load Balancer. Angreifer können Authentifizierung und Autorisierung umgehen.
In VMwares Avi Load Balancer haben die Entwickler mehrere Sicherheitslücken ausgebessert. Sie erreichen teils kritische Risikoeinstufungen und ermöglichen Angreifern, etwa die Authentifizierung zu umgehen.
Broadcom warnt in einer Sicherheitsmitteilung [1] vor den Schwachstellen. Die gravierendste Schwachstelle ermöglicht bösartigen Akteuren mit Netzwerkzugriff auf die Avi-Controller-Oberfläche, den Authentifizierungsmechanismus zu umgehen (CVE-2026-47865, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Wie genau sie das anstellen können und wo der Fehler liegt, erörtert Broadcom jedoch nicht. Eine Directory-Traversal-Schwachstelle (CVE-2026-47871, CVSS 8.8, Risiko „hoch“) bedroht ebenso wie eine Codeschmuggel-Lücke im Avi-Controller (CVE-2026-47867, CVSS 8.7, Risiko „hoch“) die Sicherheit des Load Balancers. Angemeldete Nutzer können ebenfalls auf nicht detailliertem Weg Schadcode einschleusen und ausführen (CVE-2026-47869, CVSS 8.7, Risiko „hoch“).
Außerdem können Angreifer auf einige Einstellungen im Avi-Controller unbefugt zugreifen (CVE-2026-47866, CVSS 8.3, Risiko „hoch“). Nutzer mit lokalem Zugriff können zudem ihre Rechte ausweiten und Code als root-User ausführen (CVE-2026-47868, CVSS 7.8, Risiko „hoch“). Das gelingt auch bösartigen angemeldeten Nutzern aus dem Netz (CVE-2026-47870, CVSS 7.1, Risiko „hoch“).
Broadcoms Entwickler stellen Updates in mehreren Entwicklungszweigen bereit. Die Lücken schließen die VMware Avi Load Balancer 32.1.2, 31.2.2-2p3 und 30.2.7. Wer noch die verwundbaren Stände 22.1.1 bis 22.1.7 nutzt, soll auf 30.2.7 migrieren.
Anfang Juni hatte Broadcom mehrere Cross-Site-Scripting-Lücken etwa in VMware Cloud Foundation [2] und weiteren Produkten gemeldet. Sie haben jedoch als Risiko-Bewertung „nur“ die Stufe „hoch“ erreicht. Um sie zu schließen, haben die Entwickler dort aktualisierte Software verteilt.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11368661
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
(Bild: heise online / dmk)
Windows Server 2022 fällt in 90 Tagen aus dem Mainstream-Support. Erweiterte Sicherheitsupdates gibt es bis 2031 – und danach ESU.
In 90 Tagen endet der Mainstream-Support für den Windows Server 2022, wodurch er aus dem regulären Update-Raster fällt. IT-Verantwortliche müssen daher aktiv werden und eine der möglichen Optionen nutzen.
Darauf weist Microsoft aktuell im Message-Center der Windows-Release-Health-Notizen [1] hin. Das Sicherheitsupdate im Oktober 2026 wird das letzte Mainstream-Support-Update sein. Danach geht der Server 2022 in den erweiterten Support [2] – Microsoft gibt an, dass dieser Sicherheitsupdates ohne zusätzliche Kosten umfasst, die monatlich bis zum 14. Oktober 2031 ausgeliefert werden. Wer danach weiter auf den alten Server setzen möchte, kann dann im Rahmen des Erweiterten-Sicherheits-Updates-Programms (ESU) noch längere Unterstützung ausschließlich mit Sicherheitspatches erhalten – dafür fallen dann allerdings Gebühren an.
Der Unterschied zwischen Mainstream- und erweitertem Support ist demnach [3], dass Windows Server 2022 keine Design- und Funktionsänderungen mehr erhält. Auch von den Nicht-Sicherheitsupdates ist Windows Server 2022 dann ausgenommen. Im Prinzip also das, was Admins im ESU-Programm erwartet, nur ohne Rechnung daran.
Microsoft nennt Windows Server 2025 als jüngstes Server-Betriebssystem im Long-Term-Servicing-Channel (LTSC). Um weiterhin in den Genuss des vollständigen Mainstream-Supports zu gelangen, empfiehlt Microsoft Admins, die Migration auf das neuere Server-OS jetzt zu planen.
Der Windows Server 2025 erschien Anfang November 2024 [4]. Er brachte etwa Hotpatching als neues Feature mit, wodurch nur noch vier Neustarts im Jahr anfallen sollen, anstatt jeden Monat einen Reboot zu erfordern. Der Server 2025 brachte auch erstmals OpenSSH als per Mausklick aktivierbaren Dienst mit, zudem soll er etwa SMB-Freigaben robuster und sicherer bereitstellen. Der Mainstream-Support-Zeitraum läuft bis Oktober 2029, woran sich fünf Jahre erweiterte Sicherheitsupdates anschließen. Die enden somit im Oktober 2034.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11368549
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Right-Click-Trick: Malware umgeht Startverbot.
(Bild: Jamf)
Momentan kursiert ein neuer Mac-Datenschädling, der Zugangsdaten und Kryptowährungen klauen kann. Er tarnt sich als Apple-Software.
Aktuell wird eine neuartige macOS-Malware verbreitet, die versucht, sich als Apples CrashReporter zu tarnen. Das berichtet das Sicherheitsteam des MDM-Spezialisten Jamf. Der „CrashStealer“ getaufte Datenschädling ist ein klassischer Infostealer, versucht unter anderem, Daten zahlreicher bekannter Passwortmanager, das Apple-Schlüsselbund sowie Passwörter und Infos von Krypto-Wallets auf dem Mac abzugreifen. Außerdem gibt es eine integrierte Suchroutine, so Jamf, die die Dokumente- und Download-Ordner nach „Interessantem“ durchsucht.
Die Entwickler gehen dabei recht geschickt vor: Sie verschlüsseln die geklauten Dateien mittels AES-GCM und exfiltrieren sie dann via libcurl zu einem Command-and-Control-Server. Das Vorgehen erinnert an andere bekannte macOS-Infostealer wie Atomic, die native C++-Implementierung der Malware samt der Client-seitigen Verschlüsselung machten CrashStealer aber zu einer eigenen Datenschädlingsfamilie, so Jamf. Entdeckt wurde CrashStealer in einer via Web vertriebenen App namens Werkbit, die sich Nutzern als Meeting-Werkzeug verkauft, aber nichts mit einer gleichnamigen deutschen Software für den Mittelstand zu tun hat.
Die Fake-Werkbit-App soll zunächst über ein Apple-Zertifikat verfügt haben, die entsprechende „Developer Team ID“ wurde von Apple mittlerweile jedoch deaktiviert, nachdem Jamf den Schädling gemeldet [1] hatte. Dass Malware mit einer legitimen Developer-ID [2] ausgestattet ist, passiert leider immer wieder [3]. Damit gibt es dann beim Ausführen der Software keine Warnung. Allerdings versucht der Installer auch, um diese Gatekeeper-Verifizierung herumzukommen und nutzt Social Engineering, um Nutzer dazu zu bewegen, die App per Rechtsklick auszuführen – eine Methode, die Apple immer schwerer macht. Allerdings wäre die Maßnahme hier gar nicht notwendig gewesen, da das Zertifikat ja bestand.
Um an Daten zu gelangen, installiert CrashStealer parallel noch eine falsche CrashReporter-App, die so tut, als sei sie Apples CrashReporter, der bei Abstürzen auftaucht. Beim ersten Start verlangt die Fake-Anwendung vom Nutzer, ihr vollen SSD-Zugriff zu erteilen sowie ein Administratorpasswort einzugeben. Danach wird auf das Schlüsselbund zugegriffen und der Diebstahl beginnt. Jamf warnt davor, dass die Malware insgesamt sehr „sneaky“ implementiert wurde – und schwerer erkennbar sei als übliche Infostealer. Erste Hinweise kursierten seit Mai, aktive Installationen entdeckte Jamf noch im Juli.
Über die genauen Verbreitungswege ist wenig bekannt. Denkbar ist auch, dass die Anwendung für gezielte Angriffe auf bestimmte Personen gedacht war. Das falsche Werkbit verlangte nämlich eine „Meeting-ID“ in Form einer PIN, bevor die Installation begann. Der Infektionsprozess wäre wie folgt verlaufen: Ein Opfer bekommt eine Einladung für ein Meeting samt PIN, in der zum Download aufgerufen wird. Nach der Installation beginnt dann der Diebstahl.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11367068
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien
Confidential Computing schützt Daten in fremden Clouds. Wir zeigen, wie die Erweiterung auf GPUs diese Technik auch für KI-Anwendungen nutzbar macht.
KI ist in vielen Unternehmen bereits zu einem alltäglichen Werkzeug geworden: Entwickler arbeiten damit an ihrem Code, Fachabteilungen durchsuchen Dokumente, Support-Teams automatisieren Antworten und Analysten fassen große Datenmengen zusammen. Dadurch landen in KI-Systemen aber auch vielfältige Informationen, die bisher oft im eigenen Netz geblieben wären: Quellcode, Kundendaten, Geschäftsgeheimnisse und dergleichen mehr.
Wie bei klassischen Clouddiensten ergibt sich daraus ein grundsätzliches Datenschutzproblem: Man muss den KI-Betreibern vertrauen. Das ändert sich auch nicht, wenn man vertraglich festhält, was ein Anbieter mit den Daten (nicht) tun darf und etwa die Einstellungen des Systems so setzt, dass sie KI-Training auf eigenen Daten untersagen. Grundsätzlich können Servicebetreiber und Clouddienstleister Prompts, also Anfragen an die KI samt allem Kontext, und auch die Antworten einsehen – etwa weil lokale Gesetze sie dazu zwingen.
Unter dem Begriff Confidential AI, also vertrauliche KI, versteht man KI-Verarbeitung in der Cloud, die sensible Daten nicht nur vor Externen, sondern auch vor dem Serviceanbieter und dem Cloudbetreiber schützen soll. Grundlage dafür ist Confidential Computing: eine Technik, die Daten nicht nur bei der Speicherung und Übertragung schützt, sondern auch während der Verarbeitung. Apple zum Beispiel geht mit Private Cloud Compute, kurz PCC, genau diesen Weg [7] [7]. PCC soll KI-Anfragen, die zu groß oder zu komplex für das lokale Gerät sind, in der Cloud verarbeiten, ohne die klassische Vertrauensbeziehung zum Cloudbetreiber einzugehen.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11329114
Links in diesem Artikel:
Copyright © 2026 Heise Medien