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AfD-Regierung: Was MDR und NDR nach den Landtagswahlen drohen könnte

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 16:00
MDR-Logo auf einem Hochhaus in Leipzig

Bild: Shutterstock.com

Die Debatte ist keine Theorie mehr: Sender, Juristen und Länder bereiten sich auf den Fall einer AfD-Regierung in Ostdeutschland vor.

Noch vor einem Jahr galt die Frage, ob ein Bundesland aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk aussteigen könnte, als juristisches Gedankenspiel. Inzwischen beschäftigen sich Sender, Medienrechtler und sogar Landesregierungen ganz konkret mit diesem Szenario.

Auslöser sind die Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD nach aktuellen Umfragen erhebliche Chancen auf Regierungsverantwortung oder zumindest deutlich größeren politischen Einfluss hat.

Laut Umfragen (Insa und Infratest) zur Sonntagsfrage kann sich die AfD in Sachsen-Anhalt aktuell Hoffnungen auf über 40 Prozent Stimmanteil [1] machen. Und in Mecklenburg-Vorpommern kann sie auf etwa 36 Prozent [2] hoffen (ebenfalls Insa und Infratest).

Die AfD hat ihre medienpolitischen Ziele mehrfach unmissverständlich formuliert. Sie will die bestehenden Rundfunkstrukturen grundlegend verändern, die Rundfunkbeiträge abschaffen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch einen deutlich kleineren "Grundfunk" ersetzen.

So begründete der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Landtag von Sachsen-Anhalt den Antrag seiner Fraktion, die Medienstaatsverträge zu kündigen, im Dezember 2025 laut journalist [3] mit folgender Kampfansage:

"Wir möchten endlich dieser woken, antideutschen und manipulativen Beeinflussung den Stecker ziehen."

Auch in Mecklenburg-Vorpommern hat AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm [4] angekündigt, im Fall einer Regierungsübernahme die Staatsverträge mit dem NDR kündigen zu wollen. Auch Holm spricht von der Etablierung eines Grundfunks.

Der Austritt ist kein Gedankenspiel mehr

Juristisch wäre eine solche Kündigung grundsätzlich möglich: [5] "Staatsverträge können von jedem der beteiligten Länder gekündigt werden." Allerdings wäre die Kündigung weder sofort wirksam noch gleichbedeutend mit einer Abschaltung der Sender.

Beim MDR könnte die Kündigung "frühestens nach einer zweijährigen Frist zum 1. Januar 2029 wirksam werden. Im Falle einer rechtskräftigen Entscheidung wäre der MDR dann statt einer Drei-Länder-Anstalt künftig eine Zwei-Länder-Anstalt. Der Staatsvertrag mit den anderen beiden Ländern Sachsen und Thüringen bliebe bestehen" (epd [6]).

Und beim NDR würde Mecklenburg-Vorpommern wegen längerer Kündigungsfristen frühestens 2031 ausscheiden: "Der Staatsvertrag in seiner bisherigen Form würde bis mindestens zum 31. August 2031 in Kraft bleiben." (DWDL [7])

Beide Anstalten würden also im Falle von AfD-Staatsvertragskündigungen in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern weiter bestehen, weil sie von mehreren Bundesländern getragen werden.

Gerade an diesem Punkt beginnen jedoch die Unsicherheiten. Welche Folgen hätte ein Austritt für Finanzierung, Personal, Standorte, Programmauftrag oder die Zusammensetzung der Gremien? Wie ließen sich regionale Programme künftig verbreiten?

Für viele dieser Fragen gibt es keine belastbaren Präzedenzfälle. Medienrechtler rechnen deshalb mit langwierigen Gerichtsverfahren bis hin zum Bundesverfassungsgericht.

Dessen Rechtsprechung setzt der Politik zugleich enge Grenzen. Nach den Karlsruher Urteilen muss in jedem Bundesland eine staatsferne, unabhängige und funktionsfähige öffentlich-rechtliche Grundversorgung gewährleistet bleiben.

Eine Landesregierung könnte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk daher nicht einfach abschaffen. Sollte ein Land aus einem Staatsvertrag ausscheiden, müsste es eine verfassungsgemäße Alternative schaffen – ein Punkt, an dem zahlreiche Juristen erhebliche Zweifel am von der AfD propagierten "Grundfunk"-Modell äußern.

Aus der Theorie wird Vorsorge

Bemerkenswert ist inzwischen weniger die juristische Debatte als die politische Vorbereitung auf den Ernstfall. Nordrhein-Westfalens Medienminister Nathanael Liminski (CDU) räumt aktuell ein, eine Kündigung der Staatsverträge sei "formal-juristisch natürlich möglich" (siehe epd [8]).

Gleichzeitig verwies er darauf, dass die Länder bereits über Wege diskutierten, die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch unter veränderten Bedingungen sicherzustellen. Da eine Kündigung möglich sei, hätten die Länder "als Aufgabe, für eine auskömmliche Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu sorgen. Und dann müssen wir dafür Wege finden".

Hierzu, so zitiert epd den CDU-Politiker, gebe es bereits "durchaus Diskussionen unter den Ländern". Solche Aussagen wären vor einem Jahr kaum denkbar gewesen.

Hinzu kommt, dass die AfD auf einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk trifft, der bereits unter erheblichem Reformdruck steht. Sparprogramme, Debatten über Ausgewogenheit, politische Kritik und Forderungen nach strukturellen Veränderungen prägen seit Monaten die Diskussion.

Während die Union Reformen und Einsparungen fordert, verfolgt die AfD einen grundsätzlichen Systemwechsel. Sollte sie nach den Landtagswahlen Regierungsverantwortung übernehmen, dürfte sich deshalb nicht nur eine politische, sondern vor allem eine verfassungsrechtliche Grundsatzfrage stellen:

Wie weit reicht die Gestaltungsfreiheit eines Bundeslandes – und wo beginnt die durch das Grundgesetz garantierte Pflicht, eine unabhängige öffentlich-rechtliche Rundfunkordnung zu sichern?


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https://www.heise.de/-11373623

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/sachsen-anhalt.htm
  2. https://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/mecklenburg-vorpommern.htm
  3. https://www.journalist.de/meinung/meinungen-detail/die-geplante-zerschlagung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks/
  4. https://www.nordkurier.de/regional/mecklenburg-vorpommern/was-passieren-wuerde-wenn-die-afd-den-oeffentlichen-rundfunk-abschafft-4573735
  5. https://verfassungsblog.de/aufgeloste-vielfalt/
  6. https://medien.epd.de/article/4902
  7. https://www.dwdl.de/magazin/106208/chaos_vorprogrammiert_die_afd_und_ihre_nichtplne_zum_rr/
  8. https://medien.epd.de/article/4954

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Höchster Wert seit Kriegsbeginn: EU-Gaspreis klettert auf 62,72 Euro pro MWh

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 14:31
Ein LNG-Tanker auf See

Die Gaspreise in der EU haben mittlerweile das bisherige Allzeithoch seit Beginn des Iran-Krieges überschritten

(Bild: GreenOak/Shutterstock.com)

Weil LNG-Tanker die Straße von Hormus meiden, steigen die Energiepreise. EU-Kommission erlaubt bereits niedrigere Speicherstände, dennoch drohen teure Zukäufe.

Der europäische Referenzpreis für Erdgas [1] hat am 22. Juli einen Wert von 62,72 Euro pro Megawattstunde (MWh) erreicht und damit das bisherige Allzeithoch seit Ausbruch des US-israelischen Angriffskriegs gegen den Iran Ende Februar durchbrochen. Der bisherige Spitzenwert lag bis dato bei 61,8 Euro. Erreicht wurde er am 19. März, kurz nach massiven iranischen Angriffen auf katarische LNG-Anlagen [2].

Der niederländische Erdgas-Referenzpreis (TTF) war bereits am Montag, 20. Juli, kurzzeitig über 60 Euro pro MWh gestiegen, nachdem die USA ihre Luftangriffe ausgeweitet hatten und der Iran mit Schlägen auf Bahrain und Kuwait reagierte. Im Tagesverlauf des Montags entspannte sich der Preis leicht auf rund 57 Euro, bevor er bis Mittwoch weiter auf über 62 Euro kletterte.

Straße von Hormus als Nadelöhr

Die Straße von Hormus gilt als wichtigste maritime Energieader der Welt: Über sie wird rund ein Fünftel der weltweiten LNG-Mengen transportiert. Seit Ausbruch des Krieges am 28. Februar 2026 haben laut [3] dem Marktanalyseunternehmen Independent Commodity Intelligence Services (ICIS) nur 26 LNG-Tanker die Meerenge in östlicher Richtung passiert – in normalen Monaten sind es 90 bis 100.

Händler berichten, dass allein die Drohkulisse ausreicht, um die Versicherungsprämien für Kriegsrisiken in die Höhe zu treiben. Auch der Ölpreis reagierte: Die Nordseesorte Brent überschritt am Sonntag kurzzeitig die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel, den höchsten Stand seit einem Monat, bevor sie sich nach iranischen Angaben über laufende Vermittlungsgespräche kurzzeitig etwas beruhigte.

Inzwischen steigt auch der Ölpreis wieder kräftig und lag bis Mittwochnachmittag bei über 94 US-Dollar pro Barrel.

Gasspeicher deutlich unter Vorjahresniveau

Die Lage verschärft sich, weil Europa seine Gasspeicher gerade für den Winter auffüllen muss. Mitte Juli waren die EU-Speicher laut Daten von Gas Infrastructure Europe nur zu 54,2 Prozent gefüllt – rund zehn Prozentpunkte weniger als im Vorjahr und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt. In Deutschland lag der Füllstand sogar bei nur 45,5 Prozent.

Die EU schreibt den Mitgliedstaaten vor, vor Winterbeginn einen Speicherstand von 90 Prozent zu erreichen – eine Regelung, die nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine 2022 eingeführt wurde. Die EU-Kommission hat den Mitgliedstaaten zuletzt [4] mitgeteilt, dass sie bei schwierigen Marktbedingungen auf bis zu 80 Prozent abweichen dürfen.

Um drohende Lieferengpässe zu vermeiden, hat die EU-Kommission zudem vorgeschlagen [5], die eigentlich für Januar 2017 geplanten Verschärfungen der Importvorschriften für Öl und Gas (mit denen strengere Werte bei Methanemissionen Einzug halten) de facto nicht anzuwenden, indem Bußgelder für drei Jahren ausgesetzt werden.

Laut der europäischen Energieregulierungsbehörde ACER müsste Europa die LNG-Importe im Jahresvergleich um 13 Prozent steigern, um das 90-Prozent-Ziel zu erreichen. Das niedrigere Ziel von 80 Prozent wäre hingegen auch mit dem Importniveau von 2025 erreichbar. Modellrechnungen der Informationsplattform Energy Flux zufolge dürften die Speicher bis zum 1. November bei gleichbleibenden Einspeicherraten einen Füllstand von rund 73 Prozent erreichen.

Teure Auffüllung droht

Andreas Schroeder, Leiter der Energieanalyse bei ICIS, erklärte [6]: "Ein kalter Winterstart würde die Kosten zur Erreichung des EU-Speicherziels von 80 Prozent erheblich erhöhen."

Die Versorgungssicherheit sei zwar grundsätzlich erreichbar, "die Kosten dafür steigen jedoch stark an". ICIS schätzt, dass Europa im Herbst rund 54 Euro pro MWh zahlen müsste, um die Speicher aufzufüllen – bei einem kalten Winterbeginn könnten es bis zu 60 Euro sein. Bleibe der Preis dauerhaft bei etwa 60 Euro, könnte das "potenziell kostspielige staatliche Eingriffe zur Sicherung der Versorgung" notwendig machen, so ICIS.

ACER bezifferte die zusätzlichen Befüllungskosten bei einem Preisniveau von 50 Euro pro MWh auf 10 bis 15 Milliarden Euro. ICIS hat seine Prognose für die weltweite LNG-Versorgung in diesem Jahr bereits von 441 Millionen Tonnen auf 431 Millionen Tonnen gesenkt.


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https://www.heise.de/-11373685

Links in diesem Artikel:

  1. https://tradingeconomics.com/commodity/eu-natural-gas
  2. https://www.heise.de/tp/article/Brennende-Gasfelder-Der-Irankrieg-hat-die-Energieversorgung-ins-Mark-getroffen-11217384.html
  3. https://www.theguardian.com/business/2026/jul/20/european-gas-prices-high-us-iran-war-supply-shortages-oil-price
  4. https://www.agrarheute.com/energie/gas/gaspreise-steigen-ueber-60-euro-neue-gaskrise-fuer-gaskunden-landwirte-641894
  5. https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/br%C3%BCssel-schl%C3%A4gt-lockerungen-f%C3%BCr-eu-142220622.html
  6. https://www.theguardian.com/business/2026/jul/20/european-gas-prices-high-us-iran-war-supply-shortages-oil-price

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Wenn die Cloud offline geht: Wie zukunftssicher sind moderne Autos?

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 14:00
Ein Display in einem Auto

Horroszenario für Autobesitzer: Was, wenn der Hersteller die Cloud abstellt oder Pleite geht?

(Bild: Vershinin89/Shutterstock.com)

Chinesische E-Auto-Fahrer verlieren nach Pleiten ihrer Hersteller Zugriff auf App-Funktionen und Software-Updates. Doch das Problem betrifft nicht nur China.

Als der Shanghaier Elektroautohersteller WM Motor im Oktober 2023 Insolvenz anmeldete, erlebte [1] der Kunde Richard Qian eine unangenehme Überraschung: Sein kompakter EX5-SUV war plötzlich nicht mehr vollständig nutzbar. Der Zugang zur Smartphone-App, über die er Türschloss und Klimaanlage fernsteuerte, war gesperrt. Kilometerstand und Ladestatus ließen sich nicht mehr auf dem Armaturenbrett ablesen.

Qian war kein Einzelfall: Andere WM-Motor-Besitzer berichteten auf der chinesischen Bewertungsplattform 12365auto von ähnlichen Problemen. "Das Fahrzeugsystem ist lahmgelegt, ich kann mich nicht einloggen. Das gesamte Entertainmentsystem ist unbrauchbar, der Fahrzeugstatus kann nicht abgerufen werden", schrieb ein Nutzer. "Das Auto ist zu einer riesigen Sicherheitsgefahr geworden!"

WM Motor entschuldigte sich für den Serverausfall und behob die Probleme vorübergehend. Firmware-Updates gibt es seit der Insolvenzanmeldung jedoch keine mehr, und die App ist in chinesischen App-Stores nicht mehr erhältlich.

"Zum Glück hatte ich die App vorher auf meinem Telefon installiert", sagte Qian gegenüber dem Onlinemagazin Rest of World – wie lange sein Fahrzeug noch funktioniere, wisse er aber nicht.

Mehr als 160.000 Betroffene in China

WM Motor ist kein Einzelfall. Seit 2020 haben mehr als 20 chinesische E-Auto-Hersteller den Markt verlassen, darunter Singulato und Aiways. Der Hersteller HiPhi, der 2022 lediglich 4.520 Fahrzeuge verkauft hatte, stellte im Februar 2024 die Produktion ein.

Laut dem chinesischen Automobilhändlerverband sind insgesamt rund 160.000 Fahrzeugbesitzer von Herstellern betroffen, die entweder Insolvenz angemeldet oder den Betrieb eingestellt haben.

Wang, ein HiPhi-X-Fahrer, der das Fahrzeug wegen seines ungewöhnlichen Designs für umgerechnet rund 97.000 US-Dollar gekauft hatte, sagte gegenüber Rest of World, er sei darauf vorbereitet, künftig Ersatzteile auf dem Gebrauchtmarkt zu suchen, falls sein Wagen Reparaturen benötige und der Hersteller keine Unterstützung mehr leiste.

Chinas Kfz-Vorschriften schreiben vor, dass Hersteller Ersatzteile und Kundendienstleistungen für mindestens zehn Jahre nach dem Produktionsende eines Modells sicherstellen müssen. Software ist in dieser Regelung jedoch nicht ausdrücklich erfasst – obwohl sie für Funktionen wie Laden, Fernzugriff, digitale Schlüssel und Infotainment unverzichtbar ist.

"Die größte Sorge für E-Auto-Besitzer ist der Akkuverschleiß, und an zweiter Stelle die Bedienbarkeit und Stabilität der Software", sagte Lei Xing, E-Auto-Analyst und Co-Moderator des Podcasts China EVs & More, gegenüber Rest of World. Xing geht davon aus, dass der Markt nicht mehr zu einer Zeit zurückkehren wird, in der Autos ohne Internetverbindung auskommen. "So entwickelt sich die Branche nun mal, und das ist die Richtung, in die sie sich bewegt", sagte er.

Ein mit WM Motor vertrauter Investor, der gegenüber Rest of World nur unter seinem Nachnamen Ren zitiert werden wollte, erklärte, dass viele andere E-Auto-Startups Tochtergesellschaften etablierter Automobilhersteller oder Technologiekonzerne seien, die im Insolvenzfall die Nachverkaufsverpflichtungen übernehmen könnten. Das beste Szenario für WM Motor sei der Verkauf dieser Verpflichtungen – einschließlich der digitalen Dienste, die für einen Käufer noch profitabel sein könnten.

"Smartphones auf Rädern" – ein strukturelles Problem

Das Problem geht über China hinaus. E-Autos werden branchenweit als "Smartphones auf Rädern" bezeichnet, weil Software zunehmend den Kern des Fahrzeugbetriebs bildet. Hersteller wie Xpeng und Nio werben mit automatischen Over-the-Air-Updates, Sprachsteuerung und programmierbaren Abläufen.

Doch diese Vernetzung hat eine Kehrseite: Schon 2021 konnten Tesla-Fahrer weltweit ihre Fahrzeuge nicht öffnen, weil die Hersteller-App ausgefallen war. Nach der Insolvenz des US-Herstellers Fisker im Juni 2024 berichteten Fahrer, dass sie ihre Fahrzeuge nicht mehr verriegeln oder die Klimaanlage einschalten konnten.

Auch etablierte Hersteller stellen Cloud-Dienste ein

Dass vernetzte Fahrzeuge irgendwann ihre Konnektivität verlieren, ist kein Phänomen, das auf Insolvenzen beschränkt ist. Wie das Technologiemagazin Ars Technica berichtet [2], endet die Cloud-Anbindung auch bei Fahrzeugen etablierter Hersteller oft früher als erwartet.

Ein zentraler Auslöser ist der Mobilfunkwandel: Als US-amerikanische Netzbetreiber wie AT&T, T-Mobile und Verizon 2022 ihre 3G-Netze abschalteten, verloren zahlreiche Fahrzeuge mit älterer Bordelektronik ihre Verbindung. Lexus-Modelle der Baujahre 2010 bis 2017, die auf dem 3G-basierten Dienst Enform liefen, waren von einem Tag auf den anderen offline – eine Softwareaktualisierung war technisch nicht möglich.

BMW beendete Anfang 2022 seinen ConnectedDrive-Dienst für Fahrzeuge mit 3G-Technik; selbst Verträge, die noch liefen, wurden zum Stichtag beendet. Acura stellte zuletzt die Unterstützung für Modelle der Baujahre 2014 bis 2022 ein und deaktivierte App-Fernzugriff, Pannenhilfe und die Fahrzeugortung – nicht wegen veralteter Hardware, sondern weil der Hersteller entschied, das zugrunde liegende System nicht weiterzubetreiben.

Laut Ars Technica nutzen derzeit rund die Hälfte aller Fahrzeuge auf den Straßen vernetzte Cloud-Dienste. Branchenexperten erwarten, dass dieser Anteil bis 2030 auf 90 bis 95 Prozent der Neuwagen steigen wird. Da die meisten Fahrzeuge weiterhin auf fest verbauter Modemhardware basieren, werden sie früher oder später mit denselben Problemen konfrontiert sein.

Was Fahrer tun können

Für betroffene Fahrzeugbesitzer gibt es mehrere Möglichkeiten. Manche Hersteller bieten Software-Updates an, die ältere Systeme auf neuere Mobilfunkstandards heben – Honda etwa ermöglichte vielen Kunden kostenlose Over-the-Air-Upgrades auf 4G LTE, bevor AT&T sein 3G-Netz abschaltete. General Motors stellte für Buick-, Cadillac-, Chevrolet- und GMC-Modelle Updates bereit, die zentrale OnStar-Funktionen auch nach dem 3G-Ende erhielten.

Wo Software nicht ausreicht, kann ein Hardwaretausch helfen: Nissan bot für bestimmte Leaf-Modelle ein Modul-Upgrade an, das je nach Modelljahrgang kostenlos oder für 199 US-Dollar erhältlich war. BMW-i3-Besitzer, denen kein offizieller Upgrade-Weg angeboten wurde, beschafften sich eigenständig aktuelle 4G-Module – zu Kosten von umgerechnet über 1.200 Euro pro Fahrzeug.

Als pragmatische Übergangslösung bieten sich externe OBD-Adapter an, die begrenzte Konnektivität über die Fahrzeugdiagnoseschnittstelle ermöglichen. Für viele Fahrer ist jedoch das Smartphone die einfachste Alternative: Apple CarPlay und Android Auto sind in fast allen aktuellen Infotainmentsystemen integriert und bieten regelmäßige Updates sowie grundlegende Sicherheitsfunktionen wie Unfallmeldung und Notruf – auch wenn Fernstart oder Klimavorwahl damit nicht möglich sind.

Als strukturelle Lösung schlägt die Branche modulare, softwarebasierte Fahrzeugarchitekturen vor, bei denen Fahrer Hardware und Software eigenständig austauschen und aktualisieren können. Ob und wann sich dieser Ansatz durchsetzt, bleibt offen.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://restofworld.org/2024/ev-company-shutdowns-china/
  2. https://arstechnica.com/cars/2026/07/when-your-vehicle-outlives-its-cloud-what-happens-next/

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Container-Images ohne CVEs: BellSofts neuer Buildpacks-Builder

Von Heise — 22. Juli 2026 um 14:38
Hardened-Container-Images-Build-Packs

(Bild: Matthias Parbel / KI / iX)

BellSofts gehärteter Builder für Paketo Buildpacks baut Container-Images auf einer weitgehend CVE-freien Alpaquita-Basis – ganz ohne Dockerfile.

BellSoft hat einen gehärteten Builder für Paketo Buildpacks vorgelegt. Er soll Entwicklerteams eine weitgehend CVE-freie Basis für Container-Images liefern, ohne dass diese eigene Dockerfiles pflegen müssen. Der Builder richtet sich an Enterprise-Teams, die Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen wollen, ohne den Entwicklungsprozess auszubremsen.

Wie BellSoft in seinem Blog [1] mitteilt, baut der neue Builder vollständig auf BellSoft Hardened Images und damit auf Alpaquita auf, dem hauseigenen schlanken Linux-Betriebssystem, das mit gehärteter Standardkonfiguration kommt. Dazu zählen unter anderem der Non-Root-Betrieb, eine reduzierte Paketbasis und unveränderliche Komponenten. Jede mit dem Builder erzeugte Anwendung erbt laut BellSoft automatisch diese Security- und Compliance-Eigenschaften.

Mit Paketo Buildpacks, einem Projekt der Cloud Native Computing Foundation (CNCF), lässt sich aus Quellcode automatisiert produktionsfertige OCI-Images erzeugen, ohne dabei ein Dockerfile erstellen zu müssen. Ein Buildpack erkennt Sprache und Abhängigkeiten, kompiliert bei Bedarf und produziert ein minimales, reproduzierbares Image samt Software Bill of Materials (SBOM) in einem Schritt. BellSofts Builder kapselt dabei die Buildpacks, den Build-Stack und den Run-Stack. Beide Stacks ersetzt der Hersteller durch seine Alpaquita-basierten Hardened Images, sodass neue Container automatisch auf dem gehärteten OS laufen.

Vor allem Unternehmen, die eine große Anzahl von Services unterhalten, sollen von reduziertem Wartungsaufwand profitieren. Statt Hunderte individuelle Dockerfiles zu pflegen, greift ein einheitliches Rebuild oder Rebase, sobald die Basis-Images aktualisiert werden.

Unterstützte Sprachen und Architekturen

Der Builder unterstützt Java (Liberica JDK und Liberica JDK Lite), GraalVM Native Image über das Liberica Native Image Kit (Liberica NIK), Python, Go, Node.js und Ruby. Im Blog nennt BellSoft die folgenden konkreten Versionen: Python 3.14, Go 1.26, Node.js 24 sowie Liberica NIK in den Versionen 22 und 23. Für Java stützt sich der Builder auf das für Cloud-Workloads optimierte Liberica JDK Lite und deckt die LTS-Versionen 8, 11, 17 und 25 sowie die jeweils aktuelle JDK-Version ab. Laut Hersteller reduziert Liberica JDK Lite die finale Image-Größe von Java-Containern um mindestens 30 Prozent gegenüber Standard-OpenJDK-Images.

Die Images stehen für die Architekturen x86-64 und ARM64 auf Docker Hub bereit und liegen in zwei Varianten der C-Standardbibliothek vor: musl und glibc. Teams, die bereits den bisherigen BellSoft-Builder nutzen, wechseln laut Hersteller mit einem Rebuild und der Option --pull-policy always automatisch auf den neuen Builder und die aktuellsten Buildpacks. Bei einer Migration von Dockerfiles empfiehlt BellSoft, zunächst mit einem nicht-kritischen Service zu testen.

Zero-CVE-Fenster und Compliance-Nachweise

BellSofts Hardened Images versprechen zum Release-Zeitpunkt niedrige bis keine bekannten CVEs. Der Anbieter bietet darüber hinaus kontinuierliches Patchen, SBOMs, digitale Signaturen und ein SLA-gestütztes Vulnerability-Management. Nach der Offenlegung einer Schwachstelle soll innerhalb von rund 24 Stunden ein gepatchtes Image bereitstehen. Jede veröffentlichte Version wird mit vollständiger SBOM und verifizierbarer Herkunft ausgeliefert, um Audits und regulatorische Anforderungen, etwa durch FedRAMP, DISA STIG, den EU Cyber Resilience Act (CRA) und DORA, zu erleichtern.


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https://www.heise.de/-11373261

Links in diesem Artikel:

  1. https://bell-sw.com/blog/bellsoft-releases-hardened-builder-for-paketo-buildpacks/
  2. https://clc-conference.eu/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  3. https://clc-conference.eu/tickets_weiche.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_clc.empfehlung-ho.link.link&LPID=35283
  4. mailto:map@ix.de

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GSMA: Ausschluss von Huawei und ZTE könnte Europa bis 40 Milliarden Euro kosten

Von Achim Sawall — 22. Juli 2026 um 19:00
Die EU-Kommission möchte chinesische Technologie aus den europäischen Telekommunikationsnetzen verbannen – einer Industriestudie zufolge würde das teuer.
Wichtiger Beitragszahler: Huawei und GSMA Intelligence veröffentlichen im Jahr 2026 einen Branchenbericht zu Super-Apps. (Bild: GSMA)
Wichtiger Beitragszahler: Huawei und GSMA Intelligence veröffentlichen im Jahr 2026 einen Branchenbericht zu Super-Apps. Bild: GSMA

Die Europäische Union plant im Rahmen eines überarbeiteten Cybersecurity Act (CSA2) Technologie aus bestimmten Ländern, allen voran voraussichtlich China, innerhalb von drei Jahren aus der europäischen Telekommunikationsinfrastruktur zu entfernen. Eine neue Studie des Branchenverbandes der Mobilfunkbetreiber GSMA, die im Juli 2026 veröffentlicht wurde und Golem vorliegt, quantifiziert nun die wirtschaftlichen Folgen dieses möglichen Schritts und kommt zu deutlich höheren Kostenschätzungen als die Offiziellen der EU-Kommission.

Während die EU-Kommission von Gesamtkosten in Höhe von etwa 10 bis 13 Milliarden Euro ausgeht (3,4 bis 4,3 Milliarden Euro pro Jahr über drei Jahre), beziffert GSMA Intelligence die direkten Kosten für den vollständigen Austausch bestehender Infrastruktur auf 30 bis 40 Milliarden Euro, mit einem zentralen Schätzwert von 35 Milliarden Euro. Den größten Posten stellen dabei die Mobilfunknetze mit geschätzten 16 bis 22 Milliarden Euro dar. Festnetze werden mit rund 5 Milliarden Euro, Transportnetze mit 9 bis 12 Milliarden Euro veranschlagt.

Weniger Wettbewerb, höhere Preise

Ein zentraler Aspekt der Studie ist die Analyse der langfristigen Marktstruktur. Der Ausschluss der betroffenen Anbieter – darunter Huawei, das laut GSMA einen Marktanteil von 25 Prozent im europäischen Mobilfunk, 27,5 Prozent im Festnetz und 20 Prozent im Transportbereich hält – würde die Konzentration auf wenige verbleibende Lieferanten verstärken. Die Studie prognostiziert dadurch Preissteigerungen von 24 Prozent im Mobilfunk, 19 Prozent im Festnetz und 10 Prozent im Transportbereich. Für den Zeitraum 2027 bis 2030 ergeben sich daraus geschätzte zusätzliche Kosten von 8,5 Milliarden Euro, die sich bis 2035 auf etwa 24 Milliarden Euro summieren könnten.

Die Studie warnt zudem vor der Entstehung lokaler Monopole. Im globalen Markt für passive optische Netze (PON) etwa würde das Ausscheiden eines großen Anbieters wie Huawei Nokia als einzigen verbleibenden Großlieferanten zurücklassen – unter Resilienzgesichtspunkten eine denkbar schlechte Situation.

Die Studie geht davon aus, dass die gestiegenen Kosten nicht vollständig an die Endkunden weitergegeben werden können. Betreiber würden daher gezwungen, ihre Investitionen real zu reduzieren. Dies könnte den Ausbau von Standalone-5G- und Glasfasernetzen verzögern und den bestehenden Investitionsrückstand Europas bei digitaler Infrastruktur – der laut GSMA bereits 205 Milliarden Euro beträgt – weiter vergrößern.

Ein weiterer in der Studie thematisierter Punkt ist die Umweltbilanz: Der Austausch noch funktionsfähiger Hardware würde erhebliche Mengen an Elektroschrott erzeugen. Zudem weisen Betreiberbefragungen in der Studie darauf hin, dass die verbaute Technologie bestimmter Anbieter wie Huawei über teilweise erhebliche Energieeffizienzvorteile gegenüber Alternativen verfügt – ein Aspekt, der im Kontext der europäischen Klimaziele Relevanz erlangen könnte.

Brüsseler Thinktank will es anders darstellen

Die GSMA-Angaben stoßen jedoch auch auf Kritik. Bei Politico kritisierte Hosuk Lee-Makiyama, Direktor des belgischen Thinktanks ECIPE, dass die Schätzungen Bruttokosten darstellen und nicht die tatsächlich zusätzlich anfallenden Ausgaben im Falle einer Austauschverpflichtung. Würden reguläre Ersatzinvestitionen, die ohnehin anfielen, herausgerechnet, käme man auf ähnliche Größenordnungen wie die Kommissionsschätzung, so Lee-Makiyama. Die EU-Kommission äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den neuen Zahlen.

Brancheninsider verwiesen gegenüber Golem allerdings auch auf weitere Kostenrisiken, die in der GSMA-Studie nicht abgedeckt sind: Huawei hat den schwedischen Staat nach seinem dortigen Ausschluss 2020 auf Schadensersatz vor einem internationalen Handelstribunal verklagt, weil es sich in seinen Rechten als Investor auf Basis des bilateralen schwedisch-deutschen Investitionsschutzabkommens verletzt sieht.

Ein Urteil ist in der Sache noch nicht gesprochen, aber fast alle EU-Länder inklusive Deutschland haben ähnliche Handelsschutzabkommen mit China geschlossen. Sollten die Handelstribunale für den Investor und gegen die staatlichen Verbote entscheiden, könnten weitere Milliardenkosten auf die EU-Länder und ihre Steuerzahler zukommen, um den entgangenen wirtschaftlichen Verlust der chinesischen Technologieanbieter zu ersetzen.

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Anzeige: Erstes Blade-Runner-Set von Lego-Rivale Lumibricks nun lieferbar

Von Benjamin Gründken — 22. Juli 2026 um 18:56

Unser Deal-Qualitätsversprechen: Gute, ehrliche und unabhängig recherchierte Angebote. Mehr Infos

Lumibricks hat sich die Blade-Runner-Lizenz gesichert. Nun ist das erste Set des Lego-Rivalen im Handel gelandet.
Das futuristische Polizeifahrzeug stammt wie Officer K aus Blade Runner 2049. (Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Lumibricks; Montage: Golem) amazon Affiliate

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Das futuristische Polizeifahrzeug stammt wie Officer K aus Blade Runner 2049. Bild: Erzeugt mit ChatGPT; Amazon, Lumibricks; Montage: Golem

Bei Lego zählen Lizenzsets zu den Zugpferden. Ohne sie wären die Dänen längst nicht so präsent, denn die Konkurrenz hat in vielen Bereichen aufgeholt. Themengebiete wie Mittelalter und Piraten bespielen Hersteller wie Bluebrixx intensiver.

Auch die Qualität der Klemmbausteine hat sich bei anderen verbessert. Gobricks kommen inzwischen bei vielen chinesischen Anbietern zum Einsatz. Die Steine gelten als sehr hochwertig.

Es ist nicht leicht, mit Marken wie Star Wars und Harry Potter zu konkurrieren. Doch die Konkurrenz ruht sich nicht aus. So gab Lumibricks erst kürzlich den Erwerb der Blade-Runer-Lizenz bekannt.

Schwebendes Polizeifahrzeug mit Licht

Das erste Lizenzset dieser Art ist "K's Spinner" aus Blade Runner 2049. Bei diesem Film handelt es sich um die Fortsetzung des Klassikers aus dem Jahre 1982. Harrison Ford, der damals die Hauptrolle übernahm, war auch hier wieder an Bord. Im Mittelpunkt rückte der von Ryan Gosling gespielte Officer K.

Das schwebende Polizeifahrzeug setzt auf mehrere beleuchtete Elemente, darunter die Frontscheinwerfer und die Rücklichter. Auch der Innenraum ist beleuchtet. Für derlei steht der Hersteller Lumibricks schon mit seinem einschlägigen Namen, insofern kommt das Ganze nicht überraschend. Schon Cyberpunk-Sets setzte man ähnlich in Szene.

Laut Hersteller kommen 30 bedruckte Teile zum Einsatz. Außerdem gehören eine abnehmbare Drohne und eine Mini-Figur von K mit Mantel zum Lieferumfang. Die Bauanleitung liegt als Ermittlungsakte vor und soll beim Aufbau des Sets eine Geschichte erzählen. Enthalten sind 410 Teile.

Ab sofort bestellbar

Offenbar kann man das Set seit gestern bei Amazon mit Verkauf durch Lumibricks und Versand durch den Onlinehändler selbst bestellen. Es kostet 41,99 Euro

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und damit gut zehn Cent pro Teil. Für einen Lego-Rivalen ist das vergleichsweise viel Geld für ein Klemmbausteinset. Allerdings handelt es sich üblicherweise um keine Lizenzsets oder beleuchtete Modelle.

Lumibricks K's Spinner Leuchtendes Bauset, 410 Teile futuristisches schwebendes Polizeifahrzeug mit LED-Beleuchtung, abnehmbare Hover-Drohne, Sci-Fi-Sammlermodell für Erwachsene ab 16 Jahren

41,99 € bei amazon Zum Angebot

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Erhältlich ist das Polizeifahrzeug auch im offiziellen Lumibricks-Store. Dort zahlt man 45 Euro. Zudem steht das Set dort noch auf Preorder, bei Amazon kann man es bestellen. Unser Preisvergleich zeigt noch keine Shops mit einem Angebot.

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Breko und VATM: Welcher Leerrohrzugang der Telekom den Ausbau voranbringt

Von Achim Sawall — 22. Juli 2026 um 18:46
Die Bundesnetzagentur legt verbindliche Regeln für die Mitnutzung passiver Telekom-Infrastruktur fest. Während der VATM Planungssicherheit feiert, sieht der Breko Fehlanreize für den echten Glasfaser-Ausbau und Bürokratie.
Glasfaserkabel der Deutschen Telekom (Bild: Deutsche Telekom)
Glasfaserkabel der Deutschen Telekom Bild: Deutsche Telekom

Die Bundesnetzagentur hat am 22. Juli 2026 eine Entscheidung über den Zugang zu Leerrohren der Deutschen Telekom veröffentlicht. Die Behörde gab verbindliche Muster- und Rahmenbedingungen vor, zu denen Konkurrenten der Telekom deren passive Infrastruktur, vor allem unterirdische Leerrohrtrassen und oberirdische Holzmasten mitnutzen können.

Sven Knapp, Mitglied der Geschäftsleitung beim Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko), sagte zu Golem: "Grundsätzlich ist der regulierte Leerrohrzugang aus unserer Sicht nicht das richtige Leitmodell für Open Access. Open Access über Bitstrom-Vorleistungen ist der bessere Weg: Faire Kooperationen auf aktiven Netzen verteilen Wertschöpfung und Investitionsrisiken ausgewogener, verbessern die Netzauslastung, schaffen deutlich schneller Anbietervielfalt für Verbraucherinnen und Verbraucher und stärken so den weiteren Glasfaserausbau."

Der Leerrohrzugang werde inzwischen dreifach reguliert – durch die Vorgaben der europäischen Gigabit-Infrastruktur-Verordnung, die Regeln im geförderten Ausbau und zusätzlich durch die Regulierung der Telekom als marktmächtiges Unternehmen. Da seien widersprüchliche Regelungen vorprogrammiert.

Hinzu komme die problematische Ausstrahlungswirkung der regulierten Telekom-Entgelte auf den gesamten Markt: Andere Glasfaserausbauer würden faktisch mitreguliert, obwohl ihre neu gebaute Infrastruktur – anders als die seit langem vorhandenen und weitgehend abgeschriebenen Leerrohre der Telekom – noch refinanziert werden müssten. Das schwäche Investitionsanreize genau bei den Unternehmen, die neue Glasfasernetze bauen.

Bundesnetzagentur bleibt hinter dem Notwendigen zurück

Knapp meinte: "Positiv ist, dass die Telekom den Leerrohrzugang künftig deutlich seltener unter Verweis auf einen lediglich langfristig geplanten Eigenbedarf verweigern kann. Verbindlichere Fristen, Vertragsstrafen und ein engeres Monitoring erhöhen zudem den Druck, den Zugang tatsächlich, zügig und diskriminierungsfrei zu gewähren."

Bei der Transparenz bleibe die Bundesnetzagentur allerdings hinter dem Notwendigen zurück: Nicht alle potenziell verfügbaren Leerrohre der Telekom seien für Nachfrager überhaupt im Infrastrukturatlas sichtbar. Zudem fehlten wirksame Sanktionen für verspätete oder unvollständige Angaben.

Beim Telco-Branchenverband VATM wurde Golem vom Leiter Recht und Regulierung des VATM, Jeffrey Al-Ali, erklärt: "Mit der finalen Entscheidung schafft die Bundesnetzagentur endlich die notwendige vertragliche Grundlage für den Zugang zu den baulichen Anlagen der Telekom. Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Wettbewerber nach vielen Jahren des Wartens nun Planungssicherheit erhalten."

In anderen europäischen Ländern sei der Zugang zu den Leerrohren des marktmächtigen Unternehmens ein maßgeblicher Faktor zur Beschleunigung des Glasfaserausbaus und sei dort schon vor vielen Jahren umgesetzt worden.

Al-Ali betonte: "Der vorliegende Vertragsrahmen ermöglicht es den Wettbewerbern, freie Leerrohrkapazitäten der Telekom zu nutzen, und bildet damit einen wichtigen Eckstein für den Glasfaserausbau der Wettbewerber." Entscheidend sei nun, dass der Zugang in der Praxis diskriminierungsfrei, verlässlich und zu wettbewerbsfähigen Bedingungen gewährleistet werde.

Ebenso wichtig sei, dass auch die rechtlichen Voraussetzungen für den Zugang zu den Leerrohren der Joint-Venture-Unternehmen der Telekom, Glasfaser Plus und Glasfaser Nordwest zeitnah geschaffen würden. Ein Flickenteppich unterschiedlicher Vertragskonditionen müsse unbedingt vermieden werden, erklärte Al-Ali, dessen Verband Unternehmen vertritt, die zum Teil selbst keinen Netzausbau betreiben.

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Datentransfersoftware Serv-U hat 15 kritische Sicherheitslücken

Von Heise — 22. Juli 2026 um 10:20
Update-Button, auf den ein Finger drückt

(Bild: Photon photo/Shutterstock.com)

In Serv-U schließt SolarWinds mit einem Update diverse kritische Lücken, die etwa das Einschleusen von Schadcode erlauben.

SolarWinds stopft mit dem Update auf Serv-U 2026.3 insgesamt 15 kritische Sicherheitslücken sowie eine mittleren Schweregrads. Die Auswirkungen reichen von der Rechteausweitung über Informationslecks hin zur Ausführung von eingeschleustem Schadcode aus dem Netz.

In den Release-Notes zu Serv-U 2026.3 [1] listet SolarWinds die einzelnen Sicherheitslücken auf. Die vom FTP-Server zum Managed-File-Transfer-System ausgebaute Software hat 15 CVE-Einträge für kritische Lücken erhalten: CVE-2026-28302, CVE-2026-28304 bis einschließlich CVE-2026-28314 sowie CVE-2026-28316, CVE-2026-28317 und CVE-2026-28321 weisen mit dem CVSS-Wert 9.1 die Risikoeinstufung „kritisch“ auf. Der Schwachstelleneintrag CVE-2026-28315 ragt mit einem CVSS-Wert von 6.2 und dem Risiko „mittel“ aus der Liste heraus; es handelt sich um eine Cross-Site-Scripting-Lücke, die die Übernahme einer Session oder das unbefugte Einsehen von Informationen eines Admin-Kontos ermöglichen kann.

Weitere Verbesserungen

Interessierte finden in den Release-Notes zudem Hinweise zu neuen Funktionen und Verbesserungen, die Serv-U 2026.3 mitbringt. Dort erklärt SolarWinds etwa unter „Allgemeine Verbesserungen“, dass OpenSSL in der Version 3.0.21 mitkommt, was weitere Sicherheitslücken schließt, sowie dass es allgemein „Sicherheitsverbesserungen“ gebe. Fehlerkorrekturen umfassen etwa Abstürze durch HTTP-Header mit irrelevanten „content-encoding: deflate“-Einträgen oder Denial-of-Service-Situationen durch anonyme SSH-FTP-Sessions.


Schwachstellen in SolarWinds sollten IT-Verantwortliche nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern zügig bereitstehende Softwareflicken anwenden. Anfang Juni etwa haben Angreifer eine Denial-of-Service-Lücke in Serv-U aus dem Internet [2] missbraucht. Cyberkriminelle attackieren mit Vorliebe Lücken in derartigen Datentransferlösungen, da sie Zugriff auf Daten erlauben, mit denen sie Unternehmen dann um Lösegeld erpressen können. Das hat etwa die Cybergang Cl0p Mitte 2023 mit Schwachstellen in der Datenübertragungssoftware MOVEit [3] von Progress massenhaft getan.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373098

Links in diesem Artikel:

  1. https://documentation.solarwinds.com/en/success_center/servu/content/release_notes/servu_2026-3_release_notes.htm
  2. https://www.heise.de/news/SolarWinds-Serv-U-Angreifer-missbrauchen-DoS-Luecke-in-FTP-Server-11321084.html
  3. https://www.heise.de/news/MOVEit-Ransomware-Gang-Clop-warnt-Unternehmen-nach-Sicherheitsluecke-9179875.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Backupsoftware Veeam: Updater ermöglicht Rechteausweitung

Von Heise — 22. Juli 2026 um 09:37
Finger tippt auf Update-Button

(Bild: heise online / dmk)

IT-Sicherheitsforscher haben in der Update-Komponente von Veeam eine Sicherheitslücke entdeckt, die das Ausweiten der Rechte ermöglicht.

Die Updater-Komponente von Veeam Backup & Replication enthält eine Schwachstelle, die Angreifer zum Ausweiten ihrer Rechte im System missbrauchen können. Ein Update steht seit vergangener Woche bereit.

In einer Sicherheitsmitteilung erklärt Hersteller Veeam [1], dass lokale Nutzer aufgrund einer Schwachstelle in der Veeam-Updater-Komponente ihre Rechte erhöhen und dabei root-Rechte erlangen können, mit denen sie Zugriff auf das Betriebssystem erhalten (CVE-2026-56844, CVSS4 8.4, Risiko „hoch“). Der zugehörige Schwachstelleneintrag CVE-2026-56844 [2] wurde in der Nacht zum Mittwoch veröffentlicht.

Betroffen sind die Updater-Komponenten der Veeam Software Appliance (Linux-basierter Veeam Backup- und Replication-Server) und der Veeam Infrastructure Appliance. Die Entwickler weisen darauf hin, dass die Windows-basierten Veeam-Backup&Replication-Server nicht direkt betroffen sind, jedoch Remote-Komponenten anfällig sein können, die die Veeam-Infrastructure-Appliance nutzen.

Updates stehen bereit

Am Dienstag vergangener Woche haben die Programmierer von Veeam die Veeam-Updater-Komponente in Version 12.3.0.65 veröffentlicht, die die Schwachstelle schließt. Die meisten Nutzer müssten nichts unternehmen, sofern sie das automatische Verteilen von Updates aktiviert haben. In dem Fall hat der Mechanismus die Aktualisierung bereits auf das System verfrachtet. Sofern die Software- oder Infrastructure-Appliance etwa das Repository von Veeam oder einen lokalen Mirror davon nicht erreichen kann, müssen Admins den Fix manuell installieren. Dazu sollen sie den Veeam-Support kontaktieren oder temporär den Zugriff auf die Update-Server freigeben.

Um zu prüfen, ob die Update-Komponente aktuell ist, müssen Admins das Webinterface der Host-Management-Console öffnen. Unter „Logs and Services“ auf der linken Seite findet sich der Reiter „Components“. Dort lässt sich ein Filter eingeben, etwa „Updater“. Unter den Ergebnissen sollte „Veeam Updater“ auftauchen und Version 12.3.0.65 oder neuer anzeigen.

Zuletzt musste Veeam Ende Mai Sicherheitsupdates zum Ausbessern von Schwachstellen [3] in Veeam Backup & Replication sowohl unter Linux als auch unter Windows verteilen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11372985

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.veeam.com/kb4879
  2. https://nvd.nist.gov/vuln/detail/CVE-2026-56844
  3. https://www.heise.de/news/Sicherheitsupdate-Veeam-Backup-Replication-unter-Linux-und-Windows-angreifbar-11310107.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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„Passwort“ Folge 62: IETF-Grabenkämpfe, Umbrella-CVEs, Riksha-Hacking und mehr

Von Heise — 22. Juli 2026 um 09:00
Das Logo des Podcasts. Es zeigt ein Quadrant mit Zeichensalat, in dem die Phrasen „P@a$“ und „w0r7“ (für „Passwort“) hervorgehoben sind.

(Bild: heise medien)

Eine Podcastfolge fast ohne PKI, aber mit gehörig Drama (bei der IETF), Kopfschütteln (über Cisco) und gefährlichen Sicherheitslücken (im In- und Ausland).

Knapp 800 E-Mails auf der Mailingliste, persönliche Anfeindungen und inhaltliche Argumente, moderierte Teilnehmer, Trolling auf Kindergartenniveau und am Ende die Frage, ob als Ergebnis ein „Konsens“ vorliegt: Die TLS-Arbeitsgruppe der IETF ringt um die Frage, ob eine Schlüsselaushandlung nur per ML-KEM – also Post-Quantum-Kryptografie ohne klassischen Hybridpartner – als eigenständiger RFC veröffentlicht werden soll.

Sylvester hat sich durch den kompletten Mailinglisten-Thread gearbeitet und sortiert zusammen mit Christopher die Lager, die Argumente und die Nebelkerzen. Dass Daniel J. Bernstein öffentlich zu Nein-Stimmen aufrief und (mal wieder) moderiert wurde, ist dabei nur eine von vielen Eskalationsstufen, die den Arbeitsprozess IETF-Arbeitsgruppen erheblich auf die Probe stellen. Selbst zwischen europäischen Institutionen gehen die Meinungen über den Vorschlag auseinander – von „bitte veröffentlichen, damit die Migration vorankommt“ bis „bitte nicht veröffentlichen, das sendet das falsche Signal“.

Anmerkung: Nach Aufzeichnung der Episode wurde offiziell Konsens festgestellt [2]. Wie erwartet, scheint sich die Debatte damit aber keineswegs erledigt zu haben.

Außerdem geht es im Podcast um eine Ankündigung von Cisco, Schwachstellen künftig nicht mehr einzeln mit CVE-Nummern zu versehen. Stattdessen will das Unternehmen Lücken nach Fehlerklasse in sogenannte „Umbrella-CVEs“ bündeln. Eine CVE-Nummer für Input-Validation-Probleme quer durchs Portfolio – das finden die Hosts nicht nur unpraktisch, sondern sehen es auch im Widerspruch zum erklärten Zweck des CVE-Systems.

Christopher bringt derweil zwei Geschichten in den Podcast, in denen Funk und Firmware eine unglückliche Allianz eingehen. In Indien schalten Prankster per Bluetooth-LE-App fahrenden E-Rikschas den Akku ab – ein Trend, der inzwischen das indische IT-Ministerium auf den Plan gerufen hat. Näher an der eigenen Steckdose liegt eine vom CCC gemeldete Schwachstelle in Hoymiles-Mikrowechselrichtern [3]: Wer die Seriennummer kennt – und die verrät ein undokumentierter Broadcast bereitwillig –, kann Balkonkraftwerke per Funk abschalten oder im schlimmsten Fall beschädigen. Hoymiles reagierte erst nach Wochen und verspricht einen Patch im August [4].

Außerdem im Programm: eine „KI-Ransomware“ namens Jadepuffer, deren Verschlüsselungsschlüssel nirgends gespeichert wird und deren Bitcoin-Wallet aus der Dokumentation stammt – Christopher findet dafür den Begriff „TARP“ (Threat Actor Role Playing) treffend.

Die aktuelle Folge von „Passwort – der Podcast von heise security [5]“ ist seit Mittwochmorgen auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11360955

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://mailarchive.ietf.org/arch/msg/tls/tPe7m_vpmDco43588yVW3JWrb8U/
  3. https://www.heise.de/news/Sicherheitsalbtraum-Wechselrichter-Hoymiles-laesst-Nachbarschaften-verstummen-11357067.html
  4. https://www.heise.de/news/Ungeschuetzte-Wechselrichter-Hoymiles-verspricht-Update-11365046.html
  5. https://www.heise.de/thema/Passwort_Podcast
  6. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
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Mental Health: Viele wissenschaftlich fundierte Apps nicht mehr verfügbar

Von Heise — 22. Juli 2026 um 09:54
Frau in einem dunklen Raum auf dem Bett mit leuchtendem Smartphone. Frau sieht unglücklich aus.

(Bild: Shutterstock.com/DimaBerlin)

Eine Übersichtsarbeit zeigt, dass nur etwa die Hälfte aller Mental Health Apps mit wissenschaftlich geprüfter Wirksamkeit noch öffentlich verfügbar ist.

Digitale Mental-Health-Anwendungen sollen psychologische Unterstützung niedrigschwellig und jederzeit verfügbar machen. Insbesondere Apps [1] gegen Depressionen, Angststörungen, Nervosität, Schlafstörungen oder andere psychische Belastungen ermöglichen einen einfachen Zugang zu Übungen, psychoedukativen Inhalten und strukturierten Selbsthilfeprogrammen. Gerade bei langen Wartezeiten auf Therapieplätze oder in unterversorgten Regionen können solche Angebote eine wertvolle Hilfe sein. Voraussetzung ist aber natürlich, dass wissenschaftlich geprüfte Anwendungen nach Abschluss einer Studie weiterhin auffindbar, technisch funktionsfähig und öffentlich zugänglich sind.

Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, was aus Apps für psychische Gesundheit geworden ist, deren Wirksamkeit in früheren Forschungsarbeiten untersucht wurde. Die in der Fachzeitschrift npj Digital Medicine veröffentlichte Übersichtsarbeit [2] zeigt in ihren Ergebnissen ein grundlegendes Problem auf. Tatsächlich steht ein Großteil der Apps Patientinnen und Patienten nicht dauerhaft zur Verfügung. Etwa die Hälfte aller Anwendungen verschwand nach einiger Zeit wieder aus dem App Store und Google Play.

Systematische Suche nach geprüften Apps zu psychischer Gesundheit

Für die Übersichtsarbeit durchsuchten die Forscher:innen die wissenschaftliche Literatur nach kontrollierten Studien zu selbstständig nutzbaren Mental-Health-Apps. Gemeint waren hierbei Anwendungen, die Betroffene ohne fortlaufende Begleitung durch Therapeut:innen oder anderes Fachpersonal verwenden können. Solche Angebote sind besonders interessant, weil sie eine große Zahl von Menschen mit vergleichsweise geringem Personalaufwand erreichen könnten.

Die Literatursuche lieferte zu Beginn 16.971 Einträge, wovon nach der Prüfung 110 Studien mit insgesamt 112 untersuchten Apps die Einschlusskriterien erfüllten. Da einzelne Anwendungen in mehreren Studien untersucht worden waren, ergab sich am Ende eine Gesamtzahl von 81 evidenzbasierten Apps. Anschließend prüften die Forschenden, ob diese Anwendungen weiterhin öffentlich im Apple App Store oder Googles Play Store verfügbar waren.

Die Studie verknüpft zwei Fragen, die bislang oft getrennt betrachtet werden: Wirkt eine App unter Studienbedingungen und ist sie für Betroffene später überhaupt noch verfügbar? Denn ein nachgewiesener Nutzen hilft in der Versorgung wenig, wenn die Anwendung nicht mehr heruntergeladen oder genutzt werden kann.

Viele Apps sind nicht mehr verfügbar

Von 81 evidenzbasierten Selbsthilfe-Apps waren zum Zeitpunkt der Untersuchung nur noch 42 (52 Prozent) öffentlich verfügbar. Unter den weiterhin erhältlichen Apps wurden 79 Prozent sowohl im Apple App Store als auch bei Google Play angeboten. 40 Prozent der Apps konnten kostenlos genutzt werden.

Die Untersuchung zeigt, dass ein wissenschaftlich bestätigter Wirksamkeitsnachweis keine dauerhafte Präsenz auf dem Markt garantiert. Ein Gutachten zur Evidenzlage von Gesundheits-Apps [3] hatte bereits 2022 kritisiert, dass die Wirksamkeitsstudien zu digitalen Gesundheitsanwendungen vielfach nicht den wissenschaftlichen Standards genügen. Tatsächlich konnte auch kein Zusammenhang zwischen der Qualität der zugrunde liegenden Studien und der späteren Verfügbarkeit erkannt werden. Ebenso konnte kein Zusammenhang zwischen stärkerer Wirksamkeit einer App und dauerhafter Verfügbarkeit nachgewiesen werden.

Nachhaltigkeitslücke in der Digital-Health-Forschung

Die Ergebnisse weisen auf eine zentrale Schwäche der Digital-Health-Forschung hin. Forschungsvorhaben sind häufig darauf ausgerichtet, eine Intervention zu entwickeln, ihre Wirksamkeit zu prüfen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Warum viele Anwendungen nicht dauerhaft verfügbar bleiben, lässt sich aus der Meta-Analyse nicht ableiten. Für den langfristigen Betrieb könnten jedoch Faktoren eine Rolle spielen, die über den Wirksamkeitsnachweis hinausgehen: Apps müssten technisch gepflegt, an neue Betriebssysteme angepasst und sicherheitstechnisch aktualisiert werden. Auch Datenschutz, regulatorische Anforderungen, Support und die Finanzierung der technischen Infrastruktur dürften den dauerhaften Betrieb erschweren.

Zu betonen ist, dass die Übersichtsarbeit die öffentliche Verfügbarkeit untersuchte, nicht die tatsächliche Nutzung oder Verbreitung. Eine auffindbare App kann nur wenige aktive Nutzer haben, in bestimmten Ländern nicht erhältlich sein oder hinter hohen Kosten verborgen bleiben. Umgekehrt könnte eine nicht öffentlich verfügbare Anwendung weiterhin noch innerhalb einzelner Kliniken oder Forschungsprogrammen eingesetzt werden.

Die Meta-Analyse erlaubt außerdem keine Aussage darüber, warum einzelne Apps verschwanden. Die Ursachen können deshalb nicht aus den Zahlen herausgelesen werden. Naheliegend ist jedoch, dass Faktoren jenseits wissenschaftlicher Untersuchungen über die langfristige Übersetzung in die Versorgung entscheiden. Dazu können fehlende Geschäftsmodelle, auslaufende Forschungsförderung, technische Wartungskosten oder eine nicht gelungene Kommerzialisierung gehören.

Für Betroffene entsteht dadurch ein echtes Problem. Im App Store und auf Google Play finden sich unzählige Apps mit kaum überprüfbaren Gesundheitsversprechen. Gleichzeitig werden die wenigen Apps, für die kontrollierte Wirksamkeitsdaten vorliegen, oft nicht langfristig weiterentwickelt und bleiben nicht dauerhaft erhältlich.

Die zentrale Botschaft der Arbeit ist damit weniger ein Urteil über die Wirksamkeit psychologischer Apps als über ihre Nachhaltigkeit. Wissenschaftliche Evidenz kann nur dann Teil der Versorgung werden, wenn das geprüfte Produkt die Studie überlebt.


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https://www.heise.de/-11372733

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Apps
  2. https://www.nature.com/articles/s41746-026-03014-5
  3. https://www.heise.de/news/Gutachten-Fehlende-Evidenz-bei-Gesundheits-Apps-7433216.html
  4. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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Tipp: Mac mini M4 ohne Einschaltknopf starten

Von Heise — 22. Juli 2026 um 09:00

Bei bestimmten neueren Macs lässt sich der Rechner bei Verbindung mit dem Stromnetz automatisch hochfahren. Das hat viele Vorteile.

An den Einschaltknopf des Mac mini komme ich nur schlecht heran. Kann ich das Gerät auch auf andere Weise einschalten?

Apple hat eine entsprechende Softwareoption mit dem Update auf macOS 26.5 nachgereicht: Diese finden Sie in den Systemeinstellungen unter „Energie“ unter dem Punkt „Bei Anschluss an das Stromnetz starten“.

Sobald Sie die Option hier von „Nie“ auf „Immer“ setzen, springt Ihr Mac mini dann an, sobald Sie etwa den Kippschalter einer Steckdosenleiste umlegen. Alternativ stecken Sie Ihren Mac in einen vernetzten Zwischenstecker, den Sie etwa über HomeKit schalten.

Die Option „Bei Anschluss an das Stromnetz starten“ ist nur auf dem Mac mini M4 und M4 Pro, dem iMac M4 sowie dem Mac Studio mit M4 Max und M3 Ultra verfügbar, bei älteren Apple-Silicon-Modellen und Intel-Macs taucht die Einstellung nicht auf.

Mit einer neuen Systemeinstellung startet der Mac mini, sobald er Strom bekommt
Mit einer neuen Systemeinstellung startet der Mac mini, sobald er Strom bekommt

Mit einer neuen Systemeinstellung startet der Mac mini, sobald er Strom bekommt.

Sie können jedoch bei allen Desktop-Macs an gleicher Stelle festlegen, dass Ihr Rechner zumindest nach einem Stromausfall automatisch neu hochfährt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11369452

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  1. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  2. https://www.heise.de/mac-and-i
  3. mailto:hze@mac-and-i.de

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heise+ | 2,5-Zoll-Gehäuse für Festplatten im Test: Das leisten kompakte Cases am Mac

Von Heise — 22. Juli 2026 um 08:00
Festplatte mit 2,5 Zoll und Gehäuse vor dem Einbau

Festplatte mit 2,5 Zoll und Gehäuse vor dem Einbau: So flott sind die kleinen Enclosures wirklich.

(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

Eine alte oder neue Festplatte als externen Speicher am Mac einsetzen: Das ist nicht schwer. Wir haben sechs 2,5-Zoll-Gehäuse mit USB getestet.

Die Preise für Flash-Speicher sind in jüngster Zeit explodiert und so gewinnen mechanische Festplatten wieder an Attraktivität. Sie besitzen oft eine hohe Kapazität und sind dabei vergleichsweise günstig. So mancher Anwender hat auch noch Festplatten oder SATA-SSDs aus einem alten Rechner oder NAS übrig, die er wiederverwenden möchte. Mit dem passenden USB-Gehäuse ist das kinderleicht möglich. Einige Gehäuse erlauben die Montage ohne Werkzeug, bei anderen muss man ein wenig schrauben, dafür sitzen die Laufwerke dann auch fester.

Egal ob für Backups oder als Zusatzspeicher für viele Daten, um nicht von der aktuellen SSD-Inflation [1] [1] betroffen zu sein: Externe Medien können sich lohnen. Dazu benötigt man neben einer vorhandenen Festplatte oder SSD nur ein passendes Gehäuse, der Einbau geht leicht von der Hand.

Nachdem wir bereits fünf aktuelle 3,5-Zoll-Gehäuse mit USB [6] [6] getestet hatten, schauen wir uns dieses Mal insgesamt sechs 2,5-Zoll-Varianten an. In diese passen sowohl SATA-SSDs als auch 2,5 Zoll große Festplatten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11361636

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/hintergrund/Festplatten-und-SSDs-Das-sollten-Sie-wissen-11348751.html
  2. https://www.heise.de/tests/Thunderbolt-4-Dock-mit-SSD-Slots-im-Test-10229837.html
  3. https://www.heise.de/tests/Externe-SSD-mit-Thunderbolt-5-im-Test-LaCie-Rugged-SSD-Pro5-10313493.html
  4. https://www.heise.de/tests/Thunderbolt-Gehaeuse-fuer-vier-schnelle-M-2-SSDs-9539336.html
  5. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Festplattenboxen-mit-fuenf-Schaechten-und-USB-oder-Thunderbolt-9341231.html
  6. https://www.heise.de/tests/Zuhause-fuer-Festplatten-3-5-Zoll-Gehaeuse-fuer-den-Mac-im-Test-11357645.html

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So einfach war Apples Hide my Email auszuhebeln

Von Heise — 21. Juli 2026 um 21:36
Illustration zeigt eine schwarze Fahne mit güldenem Apple-Logo

Künstlerische Darstellung einer Fahne mit güldenem Apfel

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Apples Dienst „E-Mail-Adresse verbergen” schaffte das nur schlecht. Die echten Adressen aufzudecken, war simpel.

Kinderleicht konnte jedermann die echten E-Mail-Adressen herausfinden, die Apples Dienst „Hide my E-Mail” (E-Mail-Adresse verbergen) eigentlich verbergen sollte [1]. Es reichte, eine so deutlich als Spam zu erkennende Mitteilung an die Alias-Adresse zu senden, dass Apples Server sie zurückwies. Und die Zurückweisung (Englisch bounce) nannte die echte, eigentlich zu versteckende E-Mail-Adresse. Deren Inhaber bekam von all dem nichts mit. Apple wusste das mehr als ein Jahr lang, scheiterte aber mehrmals an der Korrektur.

Erst nach Berichten durch 404 Media sowie in der Folge heise online und anderen Medien stopfte Apple die Datensicherheitslücke Anfang Juli. Doch die Entdecker des Fehlers, Ben und Tyler Murphy, weisen darauf hin, dass alle vor 7. Juli eingerichteten Alias-Adressen aufgedeckt worden sein können. Die Gebrüder Murphy sind Gründer des Dienstes Easy Opt Outs.

Nach eigenen Angaben [2] haben die Murphys am 11. Juni 2025 Apple über das Problem mangelnder Datensicherheit informiert. Weitere Informationen folgten am 13. und 20. Juni, eine weitere Variante wurde am 9. Juli 2025 gemeldet. Am 14. Juli 2025 kündigte Apple demnach an, die Sache zu prüfen. Es dauerte so lange wie eine menschliche Schwangerschaft, bis der Konzern am 3. März 2026 verkündete, den Fehler bereinigt zu haben.

Doppelter Fehlschlag Apples

Allein, das stimmte nicht, worauf die Entdecker Apple am 19. März 2026 auch aufmerksam machten. Am 22. Mai wollen sie Apple zudem eine schwerwiegendere Variante gemeldet haben. Am 30. Juni 2026 meldete Apple erneut, den Fehler bereinigt zu haben, was wieder nicht stimmte. Daraufhin wandten sich die Firmengründer an 404 Media.

Das Medienecho machte Apple Beine: Seit Anfang Juli funktioniert der Spam-Trick offenbar nicht mehr, wie auch Tyler Murphy bestätigt. „Allerdings glauben wir nicht, dass das Risiko für Benutzer Hide my Emails eliminiert worden ist”, warnt er gegenüber 404 Media [3]. „Weil auch nicht-schädliche E-Mails bouncen und die echte E-Mail-Adresse verraten können, und weil Mail-Logs oft lange aufbewahrt werden, gehen wir davon aus, dass die vor 7. Juli mit Hide my Email verbundenen Adressen aufgedeckt worden sein können.”

Am 15. Juli hat ein Kalifornier Apple auf Schadenersatz verklagt. Er beantragt zudem eine Unterlassungsverfügung, ein Geschworenenverfahren sowie die Zulassung als Sammelklage im Namen aller US-Nutzer von Hide my Email. Das Verfahren heißt Anthony Alvarez v Apple ist und ist am US-Bundesbezirksgericht für den Norden Kaliforniens unter dem Az. 26-CV-07274 anhängig.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11372689

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Fehler-in-E-Mail-Adresse-verbergen-von-Apple-weiter-ohne-Fix-11351055.html
  2. https://easyoptouts.com/guides/apple-hide-my-email-is-leaking-email-addresses
  3. https://www.404media.co/apple-fixes-hide-my-email-vulnerability-after-404-media-coverage/
  4. https://www.heise.de/downloads/18/5/1/2/0/8/6/7/gov.uscourts.cand.474371.1.0.pdf
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:ds@ct.de

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Freiheitsdebatte in Deutschland: Wer darf wem Vorschriften machen?

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 09:00
Die Reichstagskuppel im Blick

Bild: Shutterstock .com

Von Bargeld bis Autoverbot: Immer neue politische Forderungen greifen in den Alltag ein. Doch wer darf in einer Demokratie eigentlich wem Vorschriften machen?

Politik bedeutet vor allem, Forderungen zu stellen. Ob Parteien, einzelne Parteivertreter oder Mitglieder einer Regierung, sie alle bieten nur äußerst selten an, selbst etwas (für die Bürger) zu tun.

Stattdessen fordern sie regelmäßig, was andere tun oder unterlassen sollen. Sie schlagen Gesetzesänderungen, neue Gesetze oder Rechtsverordnungen vor, die die Bevölkerung als Souverän dann zu befolgen hat.

Demokratisch verstanden, können Politiker dabei nur als Stellvertreter der Bürger selbst auftreten. Auch wenn sie laut Grundgesetz an keinerlei Aufträge gebunden sind, also auch nicht an Wahlversprechen als Lockmittel für die Wählergunst, so haben sie dennoch nicht sich selbst, sondern das ganze Volk zu vertreten (Art. 38 GG [1]; ähnlich formulieren es die Landesverfassungen).

Wer will von wem etwas?

Da die Bevölkerung in fast jeder Angelegenheit kein einheitliches Interesse haben wird und von geplanten Regelungen individuell ganz unterschiedlich betroffen sein wird, ist jeweils zu klären, wer eigentlich von wem etwas möchte [2]. Nur dann ist ein demokratischer Interessenausgleich [3] möglich.

Doch in der Praxis ist es gar nicht so einfach, die verschiedenen Gruppen zu benennen. Deutlich zu kurz greift jedenfalls eine Kurzformel der Art: Die Regierung will etwas, das Parlament beschließt es, die Bürger müssen es befolgen. Schließlich soll nach demokratischem Verständnis ja Politik für das Volk, nicht gegen das Volk gemacht werden.

Beispiel Informationsfreiheitsgesetz

Wie schon während der Koalitionsverhandlungen 2025 [4] steht derzeit wieder eine Beschränkung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) im Raum [5]. Nur noch bei berechtigtem Interesse sollen Bürger (und keine Organisationen [6] mehr) amtliche Dokumente erhalten dürfen.

Wollen nun Behörden etwas von den Bürgern (nämlich: weniger Anfragen), oder wollen einzelne Bürger etwas von Behörden (nämlich Informationen)?

Nach der demokratischen Legitimationskette sollen Behörden für die Bürger da sein. Die Polizei verfolgt den Bankräuber quasi im Auftrag der Bürger, denen gerade ihr Geld gestohlen wurde. Das Finanzamt treibt Steuern ein, weil die Bürger eine entsprechende finanzielle Ausstattung des Staates wünschen, wenigstens theoretisch geäußert über ihre politische Wahl und einen dann parlamentarisch beschlossenen Haushalt.

Können dann überhaupt Behörden ein Eigeninteresse vertreten, hier also eine Begrenzung ihrer derzeitigen Auskunftspflichten? Oder müssten nicht ausschließlich die Bürger untereinander verhandeln, in welchem Umfang sie Informationsfreiheit verlangen und wo sie Grenzen sehen (um beispielsweise die Funktionsfähigkeit "ihrer" Behörde nicht zu gefährden)?

Der Streit ums Auto

Das Volksbegehren "Berlin autofrei" ist im Mai gescheitert [7]. Statt der benötigten 175.000 Unterschriften von Unterstützern kamen nur rund 140.000 zusammen. Das Ansinnen wurde heftig diskutiert, auch außerhalb Berlins.

Wollten hier einzelne Bürger anderen das Autofahren in der Innenstadt verbieten? Oder fordern nicht umgekehrt ständig Automobilisten Fahr- und Park-Platz von anderen Bürgern, die Akzeptanz von Lärm und Luftbelastung?

Es liegt emotional nahe, solche Fragen vom gewünschten Ergebnis her zu beantworten. Doch damit bleibt man im Bereich der viel praktizierten Willkür. Ge- und Verbote richten sich dann nach öffentlichen, oft auch nur vermuteten Stimmungen oder schlicht nach der Vehemenz, mit der die verschiedenen Positionen vorgetragen werden.

Dabei ist es für eine freiheitliche Gesellschaft von größter Bedeutung zu klären, wer mit etwas in die Freiheit anderer eingreift [8]. Deshalb kann man auch mal prüfen, wie es mit einem Fahrradverbot aussähe. Oder einem LKW-Verbot (das es auf einzelnen Straßen und zu bestimmten Zeiten [9] schon gibt).

Führerschein ab 26

Der Soziologe und Verkehrsforscher Andreas Knie hat angesichts illegaler Autorennen vorgeschlagen, dass Männer erst ab einem Alter von 26 [10] den Führerschein erhalten können.

Möchten junge Menschen von der Gesellschaft das Recht erhalten, Auto fahren zu dürfen, oder verlangt umgekehrt irgendwer in der Gesellschaft bisher ein Fahrverbot bis zum Alter von 18 Jahren (bzw. in Begleitung bis 17)? Wer greift hier in wessen Freiheit ein?

Cash or Card only

Es gibt Geschäfte, die nur Bargeld akzeptieren. Laut Koalitionsvertrag (Seite 49 [11]) soll künftig "mindestens eine digitale Zahlungsoption schrittweise angeboten werden".

Es gibt aber auch Geschäfte, die nur noch digitale Zahlungen akzeptieren. Nach dem Wortlaut des Koalitionsvertrags soll auch das nicht mehr möglich sein, Bargeld wäre dann immer zu akzeptieren.

Zweifelsohne wird damit in die Vertragsfreiheit eingegriffen. Wer sich bisher die Kosten für ein digitales Zahlungssystem spart, wäre zu dessen Bereitstellung verpflichtet. Wer sich bisher dem Aufwand und ggf. einem Risiko mit Bargeld entzogen hat, müsste sich künftig darauf einlassen (was ebenfalls die EU vorbereitet [12]).

Auch hier: wer will was von wem wofür wie warum [13]?

Es dürfte mindestens drei verschiedene Gruppen von Anspruchstellern geben, nämlich die Only-Cash-Fraktion, die Only-Card-Fraktion und diejenigen, die beides haben wollen. Und in der Digital-Gruppe wird es noch weitere Wünsche geben, damit sie ihren bevorzugten Zahlungsweg nutzen können.

Mit welchem Recht aber kann man solche Forderungen an Händler und Gastronomen stellen? Und was bekommen sie dafür als Gegenleistung?

Eine Möglichkeit – nur als Diskussionsangebot – wäre, über die begrenzte Ressource Immobilien [14] zu argumentieren.

Kommunale Verpackungssteuer

Letztes Beispiel: der neue Trend zu örtlichen Abgaben für Einwegverpackungen von Lebensmitteln für den Sofortverzehr. Tübingen hatte sie im Jahr 2020 als erstes eingeführt [15], weitere Kommunen folgten oder diskutieren noch.

Ziel dieser Steuer ist es, den Verbrauch von Einweggeschirr grundsätzlich zu verringern und im Übrigen die städtischen Kosten für die Müllentsorgung von To-Go-Verpackungen zu kompensieren.

Hatte bisher der Freund des Unterwegs-Kaffees die Kosten für die Beseitigung seines Bechers der Allgemeinheit aufgehalst? Oder hatte er dafür vielleicht schon bezahlt (etwa über die Gewerbesteuer)?

Handelt es sich um eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Nutzern des öffentlichen Raums? Denn was nicht der Verpackungssteuer unterliegt, kann weiterhin unentgeltlich in die städtischen Mülleimer geworfen werden.

Wird hier vielleicht willkürlich ein Detail geregelt, wo es Grundsatzfragen [16] zu klären gälte?

Forderungen sind leicht gestellt

Es ist einfach, Forderungen zu erheben. Sie tauchen in fast jedem privaten Gespräch über Politik ebenso auf wie im Telepolis-Forum (z.B. einheitliche Verpackungsgrößen [17]).

Doch fürs demokratische Aushandeln ist es wichtig, wer dabei von wem etwas verlangen möchte, wer also in wessen Freiheit eingreifen will.

Und nur weil etwas schon geregelt ist, bedeutet es nicht, dass dem ein faires Aushandeln vorangegangen sein muss.


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Links in diesem Artikel:

  1. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_38.html
  2. https://www.telepolis.de/article/Die-unterschlagene-Frage-der-Demokratie-11127529.html
  3. https://www.telepolis.de/article/Mehrheit-ist-Macht-nicht-unbedingt-Demokratie-11141652.html
  4. https://www.lto.de/recht/meinung/m/kommentar-keine-abschaffung-informationsfreiheitsgesetz-ifg-cdu-philipp-amthor
  5. https://www.fr.de/politik/schwarz-rote-koalition-spd-rebelliert-gegen-merz-plan-zur-beschneidung-der-informationsfreiheit-zr-94394495.html
  6. https://www.abgeordnetenwatch.de/recherchen/informationsfreiheit/diese-recherchen-waeren-kuenftig-nicht-mehr-moeglich
  7. https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2026/05/volksbegehren-berlin-autofrei-voraussichtlich-gescheitert-berlin.html
  8. https://www.telepolis.de/article/Wer-begrenzt-unsere-Freiheit-Wir-selbst-oder-das-System-11126240.html
  9. https://www.balm.bund.de/DE/Themen/RechtsentwicklungRechtsvorschriften/Rechtsvorschriften/Strassenverkehrsrecht/LKW-Fahrverbote/LKW-Fahrverbote_node.html
  10. https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2024/11/berlin-autorennen-rasen-unfall-tod-crash-autos-kudamm.html
  11. https://www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf
  12. https://www.ecb.europa.eu/euro/cash_strategy/acceptance-cash/html/index.de.html
  13. https://www.telepolis.de/article/Die-unterschlagene-Frage-der-Demokratie-11127529.html#:~:text=Fragen%20beantwortet%20werden%3A-,Die%20zentrale%20Frage,-demokratischen%20Aushandelns
  14. https://www.telepolis.de/article/Grundeigentum-und-Demokratie-Warum-wir-ueber-Boden-verhandeln-muessten-11244139.html
  15. https://www.deutschlandfunk.de/tuebingen-die-erste-kommunale-verpackungssteuer-kommt-100.html
  16. https://www.telepolis.de/article/Deutschland-100-000-Regeln-und-niemand-fuehlt-sich-frei-11305862.html#:~:text=Vom%20Speziellen%20zum%20Allgemeinen
  17. https://www.telepolis.de/forum/Telepolis/Kommentare/Gleiche-Packung-weniger-drin-und-Sie-zahlen-sogar-mehr/Ursache-liegt-woanders/posting-46284433/show/

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Weniger Kontrolle: Setzt die EU auf riskantere Pestizidpolitik?

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 08:00
Drucksprüher mit EU-Totenkopf-Aufdruck und Apfel mit mit Totenkopf-Aufdruck

EU-Pestizidreform: Weniger Kontrolle, mehr Risiko. Tote Bienen, giftige Rückstände – was steht auf dem Spiel?

Mitte Juli 2026 standen Imker aus dem nordhessischen Grebenstein und Hofgeismar fassungslos vor ihren Bienenkästen: Vor den Fluglöchern und am Boden lagen tausende tote Insekten. Einige Bienen krabbelten noch und taumelten orientierungslos herum, während tausende ihrer Artgenossen tot nur wenige Zentimeter entfernt lagen.

13 Bienenvölker besaß Walter Freiburger. Fünf davon standen in seinem Garten und weitere acht am naheliegenden Kelzer Berg. So gut wie alle Bienen waren tot. Und jene, die noch fliegen konnten, zeigten kein normales Flugverhalten. Insgesamt waren mindestens fünf Imker aus Grebenstein und zwei aus Hofgeismar betroffen mit neun Bienenständen mit mehreren Dutzend Völkern. Ein Volk besteht aus rund 50.000 Bienen.

Haben sich die Bienen auf einem Acker vergiftet oder auf einer Obstplantage? Dass sie ihren Rüssel weit draußen haben, sei ein Indiz dafür, dass sie Spritzmittel oder Ähnliches aufgenommen [1] haben, erklärt der Bienensachverständige Wolfgang Scheele gegenüber der nordhessischen Lokalzeitung HNA.

Weil so viele Völker betroffen seien, müsse es sich um eine größere Fläche handeln, vermutet der Bienenexperte. Bienen fliegen zwischen eineinhalb und drei Kilometer weit, daher lasse sich der Radius eingrenzen.

Aktuell würden Insektizide nur bei Kartoffeln und Zuckerrüben ausgebracht, wie Landwirt Jörg Kramm einräumt. Noch fehlt es an Beweisen.

Dem Julius-Kühn-Institut zufolge sind weitere Anzeichen für eine Vergiftung, wenn flugunfähige Bienen umher krabbeln und dabei zuckende, krampfartige oder kreiselnde Bewegungen [2] machen bis sie verenden. Um die Ursache für das Sterben herauszufinden, wurden tote Bienen an das Institut gesendet.

Erhöhte Risiken durch verlängerte Anwendungen von Pestiziden

Agrarwüsten, ausgeräumte Landschaften, Pestizide und Krankheiten waren bisher mehr als genug Bedrohung für Insekten, Vögel und Säugetiere. Nun will die Europäische Kommission zentrale Bestimmungen, die bisher für die Zulassung von Pestiziden gelten, mit einem neuen Gesetzespaket reformieren. Die neue Reform soll Rechtsvorschriften in der EU "vereinfachen und den Verwaltungsaufwand senken".

Die neue Regelung werde zentrale Schutzmechanismen der Zulassung schwächen – mit Auswirkungen für Mensch und Umwelt, warnen Wissenschaftler von 27 europäischen Forschungsinstituten.

Das sogenannte Omnibus-Paket werde die regelmäßige Neubewertung von Pestizid-Wirkstoffen weitgehend abschaffen und bestehende Schwachstellen der Risikoabschätzung vor der Marktzulassung unkorrigiert lassen, warnt Dimitry Wintermantel.

Der wissenschaftlicher Mitarbeiter für Naturschutz und Landschaftsökologie der Universität Freiburg forscht an der Schnittstelle zwischen der Ökologie von Insektenbestäubern und der Risikobewertung von Pflanzenschutzmitteln.

Er untersucht, wie Bienen und andere Insekten die von ihnen erbrachten Bestäubungsleistungen durch Pestizide beeinflusst werden. Erste Ergebnisse wurden im Juni im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht [3].

Das Paket erhöht die Risiken von Pestiziden für Biodiversität und menschliche Gesundheit. Es untergräbt das Vorsorgeprinzip und wirkt europäischen und internationalen Umweltschutzzielen entgegen, warnen Wintermantel und Wissenschaftskollegen.

Neue Reform will giftige Pestizidwirkstoffe künftig unbegrenzt zulassen

Bisher waren Pestizidwirkstoffe etwa für zehn Jahre auf EU-Ebene zugelassen. Danach konnten Hersteller eine Weiterzulassung beantragen, wobei sie die Sicherheit des Wirkstoffs mit entsprechenden Daten belegen mussten.

Daraufhin erfolgte eine Risikoanalyse, in der aktuelle Forschungsergebnisse zu Wirkstoffen berücksichtigt wurden. Die regelmäßige Neubewertung war ein wichtiges Korrektiv: Seit 2011 hatten 59 Wirkstoffe wegen Gesundheits- oder Umweltbedenken keine Neuzulassung erhalten.

Mit der neuen Regelung jedoch werden die meisten Wirkstoffe unbegrenzt zugelassen, denn eine regelmäßige Neubewertung entfällt. Weder wird ein systematisches Monitoring Risiken aufdecken, noch wird es automatisch eine Nachprüfung geben. Mit der geplanten Beweislastumkehr muss der Hersteller auch keine Nachweise mehr erbringen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse bei Zulassung kaum mehr berücksichtigt

Einen weiteren Punkt kritisieren die Autoren: dass die EU zwar für die Zulassung von Pestizid-Wirkstoffen zuständig ist, doch die einzelnen Pestizid-Produkte von den Mitgliedsstaaten genehmigt werden müssen.

Bislang mussten EU-Mitgliedsstaaten den aktuellen Stand der Wissenschaft berücksichtigen. Das werde nun neu definiert: Als maßgeblich gelte künftig der Wissensstand der letzten EU-Wirkstoffprüfung. Und der könne unbegrenzte Zeit weit zurückliegen.

Schon heute dürfen Produkte mit einem Pestizid-Wirkstoff ohne erneute Zulassung der aktuellen Verordnung zufolge noch bis zu 18 Monate lang aufgebraucht werden. Diese Übergangsfrist wird in der neuen Regelung auf bis zu drei Jahre verlängert, sogar dann, wenn der Wirkstoff seine Zulassung wegen Gesundheits- oder Umweltbedenken verloren hat, kritisieren die Wissenschaftler.

Wenn ältere Produkte länger auf dem Markt bleiben und nicht regelmäßig geprüft würden, verringere sich der Druck, sicherere Alternativen zu entwickeln, kritisiert J [4]ulia Osterman von der Universität Göteborg [5].

Mehr Transparenz, Konzerne in die Verantwortung nehmen!

Der wegen verzögerter Prüfungen bestehende Zulassungsstau könnte innerhalb von drei Jahren aufgelöst werden. Dafür brauche es eine Investition von 15 Millionen Euro jährlich, so die Empfehlung der Autoren.

Antragsteller sollen nicht die Mitgliedsstaaten zur Bewertung der Pestizide auswählen dürfen, um Zulassungsprüfungen zu beschleunigen und hohe Schutzstandards zu sichern. Diese Aufgabe müsse je nach Expertise verteilt werden. Die EU müsse Bewertungskriterien vereinheitlichen und die Beweislast klar bei den Pestizidherstellern verankern.

Außerdem sollten Zulassungsstudien öffentlich zugänglich sein, um unabhängige Nachforschungen zu ermöglichen. Um mögliche Risiken nach der Zulassung aufzudecken, sollten Anwendungsdaten mit bestehendem Monitoring – etwa zu Bestäubern – verknüpft werden.

Zudem sollten verstärkt Pestizidrückstände in der Umwelt gemessen werden. Die gemeinsame Analyse dieser Daten würde Pestizide mit hohem Gefahrenpotenzial aufdecken und gezielte Nachprüfungen ermöglichen.

EU-Ziel der Pestizidreduktion ist mit der neuen Reform gescheitert

Im Zuge des Green-Deals hatte die EU-Kommission Mitte 2022 vorgeschlagen, den Einsatz von Pestiziden bis 2030 um 50 Prozent zu senken. Als Referenzwert war der durchschnittliche Pestizideinsatz der Jahre 2013 bis 2017 vorgesehen.

Doch Bauernverbände und Agrarindustrie liegen dagegen Sturm. 2023 war der Gesetzesentwurf zur Pestizidreduktion [6] der EU-Kommission, im EU-Parlament allerdings gescheitert. Damit wurde eine große Chance auf eine nachhaltigere Landnutzung verpasst.

Dabei wäre die Regelung auch ein Akt der Fairness gegenüber Landwirten gewesen, die sich bereits bemühten, weniger Pestizide einzusetzen, erklärt Nabu-Pestizidexperte Maximilian Wulfheide [7].

Widerstandsfähige und artenreiche Ökosysteme mit bestäubenden Insekten und vielfältigem Bodenleben sind essenziell für die Sicherung unserer Ernährung. Die Regelung bedroht nicht nur die Biodiversität sondern auch die Lebensmittelsicherheit.

Omnibus-Paket bedroht gesunde Ökosysteme und Menschen

Keineswegs sei die Reform eine technische Korrektur von überbordenden, bürokratischen Vorgaben. Vielmehr sei es ein gezielter Versuch, Regeln abzubauen, die mächtige Agrar- und Chemiekonzerne als "Belastung" ansehen – selbst dann, wenn diese Regeln die Gesundheit der Bevölkerung schützen, kritisiert die Verbraucherorganisation Foodwatch [8].

Die Interessen der Konsumenten, die ein Recht auf gesunde Lebensmittel haben, aber auch die Lehren aus früheren Lebensmittelskandalen, spielen darin kaum noch eine Rolle,

Jede Gesetzesänderung wird normalerweise separat diskutiert, um eine angemessene Prüfung zu ermöglichen. Der neue Vorschlag jedoch wurde ohne grundlegende Folgenabschätzung für Gesundheit, Umwelt oder Tierwohl vorgelegt – dies sei ein klarer Verstoß gegen die EU-Standards für bessere Rechtsetzung.

Was ist zu tun? Petitionen und Telefonate

In einer seit April laufenden Petition gegen die neuen Regelungen [9] können kritische Konsumenten die Forderungen von Foodwatch unterstützen. Rund 128.000 Menschen haben bereits unterschrieben.

Das Umweltinstitut München geht mit seiner Telefonaktion einen Schritt weiter: Hier können Menschen direkt bei den Abgeordneten ihrer Region anrufen [10] und sie auffordern, die neuen Regelung für Ewigkeitszulassungen von Pestiziden zu stoppen.


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  1. https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/hofgeismar-ort73038/bienensterben-bei-hofgeismar-hunderttausende-insekten-verenden-94392759.html
  2. https://wissen.julius-kuehn.de/bienenuntersuchung/bienenvergiftungen/themen/bienenvergiftungen-erkennen
  3. https://www.science.org/doi/10.1126/science.aeg8744
  4. https://uni-freiburg.de/gesetzesentwurf-der-eu-kommission-zu-pestiziden-europaeische-forscherinnen-benennen-risiken/
  5. https://uni-freiburg.de/gesetzesentwurf-der-eu-kommission-zu-pestiziden-europaeische-forscherinnen-benennen-risiken/
  6. https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/pestizide-reduzieren
  7. https://www.energiezukunft.eu/umweltschutz/pestizide-reduzieren
  8. https://www.foodwatch.org/at/eu-omnibus-reform
  9. https://www.foodwatch.org/de/mitmachen/eu-parlament-pestizid-paket-stoppen
  10. https://umweltinstitut.org/

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Die Huthi-Blockade bringt Trump in eine ernste Zwickmühle

Von Telepolis — 22. Juli 2026 um 06:00
Eine Karte mit einem Roten Pin

Die mit dem Iran verbündeten Huthis planen, Saudi-Arabien vom Schiffsverkehr abzuschneiden

(Bild: Below the Sky/Shutterstock.com)

Jemens Huthi-Miliz blockiert Saudi-Arabien – und trifft damit Trump an einer empfindlichen Stelle. Doch Trumps Optionen schwinden rapide. Ein Gastbeitrag.

Am Montag kündigten die jemenitischen Huthi eine Blockade Saudi-Arabiens an. Dies ist eine deutliche Eskalation, die den Druck auf die globalen Ölmärkte weiter erhöhen könnte – zu einem Zeitpunkt, an dem die Ölbestände in den USA und weltweit gefährlich niedrig sind [1].

Eine Huthi-Blockade könnte Saudi-Arabien zudem derselben breit angelegten wirtschaftlichen Kriegsführung aussetzen, die die USA durch die Blockade des Irans betrieben haben.

Der Hebel der Huthis

Das Rote Meer, das im Südosten an den Jemen grenzt, hat sich nämlich zu einem entscheidenden Auslass für Öl entwickelt, das von der Straße von Hormus in die Weltmärkte umgeleitet wird. Zudem ist es ein wichtiger Transportweg [2] für Getreide [3] und andere lebenswichtige Importe [4] nach Saudi-Arabien und in andere Golfstaaten.

Sollte die Blockade umgesetzt werden, könnte sie Präsident Donald Trump auf zwei wesentliche Arten dazu zwingen, seine Angriffe auf den Iran zurückzufahren: Einerseits durch die Androhung wirtschaftlicher Verwerfungen [5] infolge stark steigender Ölpreise, andererseits durch Druck auf Saudi-Arabien, die Nutzung seiner Basen und seines Luftraums für Angriffe auf den Iran zu untersagen.

Zur Erinnerung: Die Missbilligung Saudi-Arabiens veranlasste Trump Anfang Mai, "Project Freedom [6]" – die US-Initiative zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus – kaum zwei Tage nach ihrem Beginn auszusetzen.

Der Hebel der Huthis ist beträchtlich. Huthi-Angriffe könnten den globalen Zugang zu den rund 4,6 Millionen Barrel pro Tag [7] gefährden, die Saudi-Arabien derzeit über den Hafen Yanbu am Roten Meer exportiert.

Die Huthis könnten diese Exporte unterbinden, indem sie Yanbu direkt angreifen oder die Schifffahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab attackieren, welche das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem weiteren Indischen Ozean verbindet.

Yanbu liegt am nördlichen Ende des Roten Meeres und ist für die Huthis aufgrund der Entfernung vom Jemen und der vorhandenen saudischen Luftverteidigung schwerer zu erreichen. Doch die Stadt liegt innerhalb der nachgewiesenen Reichweite von Huthi-Raketen und -Drohnen, die bereits Ziele in Israel [8], das mehrere hundert Kilometer weiter nördlich liegt, getroffen haben. Zudem müssten die Huthis Yanbu nicht vollständig lahmlegen, um den kommerziellen Verkehr dort effektiv einzuschränken.

Angriffe auf die Schifffahrt durch die Meerenge Bab al-Mandab sind für die Huthis deutlich einfacher umzusetzen, da diese nahe an ihren Hochburgen im Jemen liegt.

Der Suezkanal als Alternative?

Von Ende November 2023 bis Mitte 2024 führten anhaltende Huthi-Angriffe mit Anti-Schiffs-Raketen und Drohnen, die als Protest gegen Israels Krieg im Gazastreifen durchgeführt wurden, zu einem Rückgang der Schiffsbewegungen durch die Bab al-Mandab um 60 Prozent [9].

Selbst wenn Yanbu betriebsfähig bleibt, könnte eine Blockade dieser Passage den täglichen Ölfluss auf die Weltmärkte erheblich einschränken. Statt die Bab al-Mandab zu nutzen, müsste für Asien bestimmtes Öl über den Suezkanal ins Mittelmeer und weiter um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet werden, was die Transitzeit um etwa zwei bis drei Wochen verlängert und die Treibstoff- sowie Versicherungskosten erhöht.

Die begrenzte Kapazität des Suezkanals stellt einen weiteren Engpass dar. Anders als die Bab al-Mandab kann der Suezkanal keine voll beladenen sogenannten Very Large Crude Carrier (VLCC) [10], die größten Öltanker mit einer Kapazität von bis zu zwei Millionen Barrel, aufnehmen.

Würde der Tankerverkehr von Yanbu aus Richtung Norden durch den Suezkanal geleitet, müsste auf kleinere Suezmax-Tanker umgestellt werden, die nur etwa eine Million Barrel fassen. Ein Teil des Rotmeeröls könnte zwar den Suezkanal über die Sumed-Pipeline durch Ägypten umgehen, doch diese Route läuft bereits an ihrer maximalen Kapazität [11] von 2,5 Millionen Barrel pro Tag.

Begrenzte Fähigkeiten

Seit Anfang Mai [12] hilft die US-Marine dabei, Öl verdeckt durch die Straße von Hormus zu schleusen. Es ist möglich, dass Trump auch militärische Mittel einsetzen könnte, um der Bedrohung durch die Huthi zu begegnen.

Doch die Fähigkeit der USA, die Schifffahrt zu schützen, hat klare Grenzen. Die gleichzeitige Durchführung beider Missionen würde die US-Kapazitäten zusätzlich strapazieren und das Leben amerikanischer Soldaten gefährden. Der Anfang Juni vom Iran abgeschossene US-Apache-Hubschrauber war offenbar an der verdeckten Transportoperation der USA beteiligt [13] – was die damit verbundenen Risiken unterstreicht.

Zudem ist unklar, wie gut die US-Schleusungsoperation die jüngste Eskalationsrunde zwischen den USA und dem Iran überstanden hat. Private Daten deuten darauf hin, dass die mit dem Programm verbundenen Durchfahrten in der vergangenen Woche zum Stillstand gekommen sind [14].

Energieminister Chris Wright weist solche Berichte jedoch zurück und behauptet, zwei Drittel [15] der Vorkriegs-Ölflüsse durch die Straße von Hormus seien wiederhergestellt. Selbst wenn die US-Marine Maßnahmen zum Schutz des Handels gegen die Huthi durchführt, ist nicht sicher, ob die Bab al-Mandab dadurch effektiv wieder geöffnet werden kann.

Es gibt leider keine guten militärischen Optionen, um die Huthi-Bedrohung für die Schifffahrt zu neutralisieren, ebenso wenig wie es den USA gelingt, dem Iran die Fähigkeit zu nehmen, den Persischen Golf anzugreifen. Anfang 2025 gaben die USA schätzungsweise 7 Milliarden US-Dollar [16] für Bombardierungen der Huthis aus, ohne nennenswerte Ergebnisse zu erzielen. Es wurden große Mengen an Munition verbraucht, doch eine Luftüberlegenheit wurde nie erreicht [17] und die Huthis setzten ihre Angriffe auf Schiffe im Roten Meer fort.

Der Konflikt zwischen den Huthis und den USA von 2025 endete schließlich damit, dass Trump eine gesichtswahrende Vereinbarung mit den Huthis traf, um Angriffe auf US-Schiffe zu beenden.

Zu hoffen bleibt, dass Trump den Pragmatismus aufbringt, ein ähnliches Abkommen mit dem Iran auszuhandeln, um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder zu ermöglichen – selbst wenn dies Zugeständnisse der USA hinsichtlich iranischer Kontrolle und möglicherweise sogar Gebühren bedeutet.

Rosemary Kelanic ist Leiterin des Nahost-Programms bei "Defense Priorities" und Autorin des Buches "Black Gold and Blackmail: Oil and Great Power Politics". Ihre Beiträge wurden unter anderem in der New York Times, der Washington Post und in Foreign Affairs veröffentlicht. Sie promovierte in Politikwissenschaft an der University of Chicago.

Dieser Text erschien zuerst bei unserem Partnerportal Responsible Statecraft [18] auf Englisch.


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  1. https://www.reuters.com/business/energy/oil-stocks-us-strategic-petroleum-reserve-fall-by-51-million-barrels-lowest-2026-07-20/
  2. https://meobserver.news/gulf/2026/07/13/saudi-arabias-jeddah-port-expansion-reinforces-red-sea-logistics-strategy/
  3. https://www.kpler.com/blog/gulf-grains-under-fire-hormuz-rerouting-and-why-iran-is-better-placed-than-it-looks
  4. https://www.cnn.com/2026/03/24/middleeast/saudi-port-jeddah-lifeline-hormuz-closure-iran-war-intl-latam
  5. https://responsiblestatecraft.org/fuel-prices-us-shock-war/
  6. https://www.wsj.com/world/middle-east/saudi-arabia-us-relationship-iran-war-ca0f31a0?msockid=150513ada7696ead11d5058ea6066f2e
  7. https://www.reuters.com/business/energy/saudi-crude-exports-yanbu-approach-capacity-hormuz-workaround-2026-03-30/
  8. https://www.aljazeera.com/news/2025/9/24/israeli-army-says-drone-from-yemen-strikes-eilat-20-people-wounded
  9. https://www.lloydslistintelligence.com/resources/blog/bab-el-mandeb-transits-continue-to-decline-but-slight-uptick-for-suez-canal
  10. https://www.marineinsight.com/what-are-very-large-crude-carrier-vlcc-and-ultra-large-crude-carrier-ulcc/
  11. https://www.egyptindependent.com/egypts-sumed-oil-flows-jump-150-on-red-sea-trade-rerouting/
  12. https://www.nytimes.com/2026/05/31/business/us-military-guides-strait-of-hormuz.html
  13. https://www.reuters.com/business/energy/us-is-using-an-iranian-smuggling-tactic-sneak-oil-out-gulf-2026-06-16/
  14. https://www.wsj.com/world/middle-east/iran-is-attacking-a-crucial-oil-market-lifeline-shuttle-runs-ff9f31ed?mod=Searchresults&pos=1&page=1
  15. https://www.politico.com/news/2026/07/19/chris-wright-strait-hormuz-iran-01004359
  16. https://www.nytimes.com/2025/05/17/opinion/yemen-war-trump.html
  17. https://www.nytimes.com/2025/05/12/us/politics/trump-houthis-bombing.html
  18. https://responsiblestatecraft.org/houthi-blockade-saudi-arabia/

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Google bringt Gemini 3.6 Flash und 3.5 Flash-Lite, hadert mit 3.5 Pro

Von Heise — 21. Juli 2026 um 22:35
EIn Finger schwebt über Gemini-App-Icon auf einem Smartphone-Bildschirm

(Bild: mundissima/Shutterstock.com)

Google legt neue Light-Varianten seines LLMs auf. Bei der mächtigeren Pro-Variante spießt es sich weiter.

Google legt drei neue Varianten seines multimodalen großen Sprachmodells (LLM) Gemini auf. Das neue Gemini 3.6 Flash soll nicht nur bessere Inferenzen liefern, sondern dabei etwa ein Sechstel weniger Tokens verbrauchen als Vorgänger Gemini 3.5 Flash. Gleichzeitig werden die Tokens selbst günstiger.

Gemini 3.5 hat aber noch lange nicht ausgedient. Vielmehr erhält es zwei Geschwister: 3.5 Flash-Lite soll geringere Latenzen aufweisen als das im Mai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellte 3.5 Flash [1]. Google bewirbt Flash-Lite speziell für KI-Agenten.

Wo ist Pro?

Was nach wie vor fehlt, ist die genauer arbeitende und für komplexere Aufgaben gedachte Pro-Version des Gemini 3.5. Laut einem Bericht Bloombergs plagen den Datenkonzern Qualitätsprobleme. Laut Insidern komme hinzu, dass der Datenkonzern seine KI in viele eigene Produkte gleichzeitig integriert, die so unterschiedlich sein können wie Google Maps und Youtube. Damit würden viele Google-Projekte mitreden, was die Sache nicht gerade beschleunige.

Google selbst belässt es in seiner Ankündigung vom Dienstag [2] mit der Feststellung, dass es Gemini 3.5 Pro mit Partnern teste, und plane, es allgemein verfügbar zu machen, „sobald es bereit ist”. Lieber möchte Google über die Vorbereitungen des Trainings des kommenden Gemini 4 reden.

Flash Cyber

IT-Sicherheitsbewegte möchte das US-Unternehmen mit Gemini 3.5 Flash Cyber bei Laune und damit der Stange halten. Flash Cyber ist für Zusammenarbeit mit dem hauseigenen KI-Agenten Codemender konzipiert und, wie der Name vermuten lässt, auf die Prüfung von Software hinsichtlich Sicherheitslücken spezialisiert.

Nutzen dürfen Flash Cyber aber nur staatliche Dienste und einige von Google ausgewählte Einrichtungen. Codemender kann parallel auch andere großen Sprachmodelle einbinden.


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  1. https://www.heise.de/news/Google-I-O-Ankuendigung-von-Modellen-Gemini-Flash-3-5-und-Gemini-Omni-Flash-11299649.html
  2. https://blog.google/innovation-and-ai/models-and-research/gemini-models/gemini-3-6-flash-3-5-flash-lite-3-5-flash-cyber/
  3. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  4. mailto:ds@ct.de

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Google bringt Gemini 3.6 Flash und 3.5 Flash-Lite, hadert mit 3.5 Pro

Von Heise — 21. Juli 2026 um 22:35
EIn Finger schwebt über Gemini-App-Icon auf einem Smartphone-Bildschirm

(Bild: mundissima/Shutterstock.com)

Google legt neue Light-Varianten seines LLMs auf. Bei der mächtigeren Pro-Variante spießt es sich weiter.

Google legt drei neue Varianten seines multimodalen großen Sprachmodells (LLM) Gemini auf. Das neue Gemini 3.6 Flash soll nicht nur bessere Inferenzen liefern, sondern dabei etwa ein Sechstel weniger Tokens verbrauchen als Vorgänger Gemini 3.5 Flash. Gleichzeitig werden die Tokens selbst günstiger.

Gemini 3.5 hat aber noch lange nicht ausgedient. Vielmehr erhält es zwei Geschwister: 3.5 Flash-Lite soll geringere Latenzen aufweisen als das im Mai auf der Entwicklerkonferenz Google I/O vorgestellte 3.5 Flash [1]. Google bewirbt Flash-Lite speziell für KI-Agenten.

Wo ist Pro?

Was nach wie vor fehlt, ist die genauer arbeitende und für komplexere Aufgaben gedachte Pro-Version des Gemini 3.5. Laut einem Bericht Bloombergs plagen den Datenkonzern Qualitätsprobleme. Laut Insidern komme hinzu, dass der Datenkonzern seine KI in viele eigene Produkte gleichzeitig integriert, die so unterschiedlich sein können wie Google Maps und Youtube. Damit würden viele Google-Projekte mitreden, was die Sache nicht gerade beschleunige.

Google selbst belässt es in seiner Ankündigung vom Dienstag [2] mit der Feststellung, dass es Gemini 3.5 Pro mit Partnern teste, und plane, es allgemein verfügbar zu machen, „sobald es bereit ist”. Lieber möchte Google über die Vorbereitungen des Trainings des kommenden Gemini 4 reden, püber deren Vor

Flash Cyber

IT-Sicherheitsbewegte möchte das US-Unternehmen mit Gemini 3.5 Flash Cyber bei Laune und damit der Stange halten. Flash Cyber ist für Zusammenarbeit mit dem hauseigenen KI-Agenten Codemender konzipiert und, wie der Name vermuten lässt, auf die Prüfung von Software hinsichtlich Sicherheitslücken spezialisiert.

Nutzen dürfen Flash Cyber aber nur staatliche Dienste und einige von Google ausgewählte Einrichtungen. Codemender kann parallel auch andere großen Sprachmodelle einbinden.


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  1. https://www.heise.de/news/Google-I-O-Ankuendigung-von-Modellen-Gemini-Flash-3-5-und-Gemini-Omni-Flash-11299649.html
  2. https://blog.google/innovation-and-ai/models-and-research/gemini-models/gemini-3-6-flash-3-5-flash-lite-3-5-flash-cyber/
  3. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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So einfach war Apples Hide my Email auszuhebeln

Von Heise — 21. Juli 2026 um 21:36
Illustration zeigt eine schwarze Fahne mit güldenem Apple-Logo

Künstlerische Darstellung einer Fahne mit güldenem Apfel

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Apples Dienst „E-Mail-Adresse verbergen” schaffte das nur schlecht. Die echten Adressen aufzudecken, war simpel.

Kinderleicht konnte jedermann die echten E-Mail-Adressen herausfinden, die Apples Dienst „Hide my E-Mail” (E-Mail-Adresse verbergen) eigentlich verbergen sollte [1]. Es reichte, eine so deutlich als Spam zu erkennende Mitteilung an die Alias-Adresse zu senden, dass Apples Server sie zurückwies. Und die Zurückweisung (Englisch bounce) nannte die echte, eigentlich zu versteckende E-Mail-Adresse. Deren Inhaber bekam von all dem nichts mit. Apple wusste das mehr als ein Jahr lang, scheiterte aber mehrmals an der Korrektur.

Erst nach Berichten durch 404 Media sowie in der Folge heise online und anderen Medien stopfte Apple die Datensicherheitslücke Anfang Juli. Doch die Entdecker des Fehlers, Ben und Tyler Murphy, weisen darauf hin, dass alle vor 7. Juli eingerichteten Alias-Adressen aufgedeckt worden sein können. Die Gebrüder Murphy sind Gründer des Dienstes Easy Opt Outs.

Nach eigenen Angaben [2] haben die Murphys am 11. Juni 2025 Apple über das Problem mangelnder Datensicherheit informiert. Weitere Informationen folgten am 13. und 20. Juni, eine weitere Variante wurde am 9. Juli 2025 gemeldet. Am 14. Juli 2025 kündigte Apple demnach an, die Sache zu prüfen. Es dauerte so lange wie eine menschliche Schwangerschaft, bis der Konzern am 3. März 2026 verkündete, den Fehler bereinigt zu haben.

Doppelter Fehlschlag Apples

Allein, das stimmte nicht, worauf die Entdecker Apple am 19. März 2026 auch aufmerksam machten. Am 22. Mai wollen sie Apple zudem eine schwerwiegendere Variante gemeldet haben. Am 30. Juni 2026 meldete Apple erneut, den Fehler bereinigt zu haben, was wieder nicht stimmte. Daraufhin wandten sich die Firmengründer an 404 Media.

Das Medienecho machte Apple Beine: Seit Anfang Juli funktioniert der Spam-Trick offenbar nicht mehr, wie auch Tyler Murphy bestätigt. „Allerdings glauben wir nicht, dass das Risiko für Benutzer Hide my Emails eliminiert worden ist”, warnt er gegenüber 404 Media [3]. „Weil auch nicht-schädliche E-Mails bouncen und die echte E-Mail-Adresse verraten können, und weil Mail-Logs oft lange aufbewahrt werden, gehen wir davon aus, dass die vor 7. Juli mit Hide my Email verbundenen Adressen aufgedeckt worden sein können.”

Am 15. Juli hat ein Kalifornier Apple auf Schadenersatz verklagt. Er beantragt zudem eine Unterlassungsverfügung, ein Geschworenenverfahren sowie die Zulassung als Sammelklage im Namen aller US-Nutzer von Hide my Email. Das Verfahren heißt Anthony Alvarez v Apple ist und ist am US-Bundesbezirksgericht für den Norden Kaliforniens unter dem Az. 26-CV-07274 anhängig.


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  1. https://www.heise.de/news/Fehler-in-E-Mail-Adresse-verbergen-von-Apple-weiter-ohne-Fix-11351055.html
  2. https://easyoptouts.com/guides/apple-hide-my-email-is-leaking-email-addresses
  3. https://www.404media.co/apple-fixes-hide-my-email-vulnerability-after-404-media-coverage/
  4. https://www.heise.de/downloads/18/5/1/2/0/8/6/7/gov.uscourts.cand.474371.1.0.pdf
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
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