FreshRSS

🔒
✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Mausersatz: Mit Mouthpad steuert die Zunge den Mauszeiger

Von Tobias Költzsch — 25. Juli 2026 um 13:38
Augmental bringt seinen Maus- und Toucheingaben-Ersatz Mouthpad in den Handel: Der Mauszeiger wird über die Zunge gesteuert.
Die Mundschiene von Augmental mit dem Touchpad am Gaumen (Bild: Augmental)
Die Mundschiene von Augmental mit dem Touchpad am Gaumen Bild: Augmental

Der Hersteller Augmental hat ein spezielles Eingabegerät veröffentlicht. Mit Mouthpad können körperlich eingeschränkte Personen einen Mauszeiger oder die Touchbedienung eines Computers, Tablets oder Smartphones mit der Zunge steuern.

Es handelt sich dabei um eine transparente Mundschiene, die an eine Korrekturspange erinnert und im Oberkiefer getragen wird. Verwendet wird ein Kunstharz aus dem zahnmedizinischen Bereich. Anders als bei einer Spange ist in der Mitte am Gaumen ein Sensorpad verbaut. Das Pad ist wie der Akku und die restliche Elektronik im Harz eingeschlossen.

Über Bewegungen und Druck mit der Zunge sowie Kopfbewegungen lässt sich Mouthpad als Mausersatz verwenden. Das Produkt ist ein Beitrag zur Barrierefreiheit: Nutzer mit eingeschränkter Mobilität der Arme können auf diese Weise elektronische Geräte wie Notebooks oder Smartphones leichter oder überhaupt verwenden.

Schiene wird mittels 3D-Scan individuell angepasst

Die Mundschiene wird individuell angepasst, damit sie beim Tragen möglichst wenig stört. Die Vorderzähne bleiben frei; so soll Mouthpad möglichst unauffällig wirken. Auf das Sprechen soll sich die Schiene dem Hersteller zufolge kaum auswirken.

Um Mouthpad anzupassen, müssen Kunden bei ihrem Zahnarzt einen 3D-Scan des Mundinnenraums anfertigen lassen, wie er auch bei Zahnersatz erstellt wird. Die Daten werden an Augmental übermittelt; dort wird der Abdruck für die Erstellung der individuellen Schiene verwendet. Die Produktion dauert dem Hersteller zufolge bis zu sechs Monate.

Mouthpad soll sich mit einer Akkuladung mindestens sieben Stunden lang verwenden lassen. Geladen wird das Gerät in einem Ladeetui; die Ladezeit soll anderthalb Stunden betragen. Das Gerät ist vorerst nur in den USA erhältlich und kostet 1.400 US-Dollar.

Adblock test (Why?)

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 25.07.2026 08:00

Von heise online — 25. Juli 2026 um 08:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
25.07.2026 08:00
Region
Koblenz (0261)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ Mac & i ff.org

Absturz einer Ikone: Varta beantragt Insolvenzverfahren

Von Heise — 24. Juli 2026 um 17:10

Finstere Zeiten in Ellwangen: Varta stellt einen Insolvenzantrag.

(Bild: Varta)

Apple zieht sich als Großkunde zurück – Varta kämpft mit sinkender Nachfrage und tiefroten Zahlen. Was steckt hinter dem Absturz der Batterie-Ikone?

Der traditionsreiche Batteriehersteller Varta aus dem schwäbischen Ellwangen hat beim Amtsgericht Stuttgart ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ziel dieses Schrittes ist es laut dem Unternehmen, die wirtschaftliche Zukunft zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Varta will sein Überleben mit dem Gang zum Insolvenzgericht langfristig sichern. „Die Antragstellung erfolgt daher nicht aufgrund einer akuten Zahlungsunfähigkeit im laufenden Geschäftsbetrieb“, teilte das Unternehmen mit. Das Geschäft mit den Haushaltsbatterien sei nicht von dem beantragten Insolvenzverfahren betroffen.

Varta nennt Gründe für Insolvenzantrag

Wesentliche Ursachen für die erneute Krise [1] seien deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden, so Varta. Dabei handelt es sich um Apple [2]. Die finanziellen Spielräume seien somit in den letzten Monaten immer enger geworden.

Nach Unternehmensangaben sind neben der Varta AG als Konzernmuttergesellschaft mit Sitz in Ellwangen auch die operativen Einheiten Varta Microbattery GmbH, Varta Micro Production GmbH und Varta Storage GmbH von der Antragstellung betroffen.

Die wichtigsten Geldgeber – darunter die Deutsche Bank sowie die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox – sehen inzwischen keine tragfähige Gesamtlösung mehr. Wie diese Woche bekannt wurde, wollen sie das Geschäft mit Haushaltsbatterien herauslösen und dafür eine neue Eigentümerstruktur schaffen. „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, erklärte ein Sprecher der Gruppe.

Unternehmen mit langer Geschichte

Die Anfänge von Varta – der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von „Vertrieb, Aufladung, Reparatur transportabler Akkumulatoren“ zusammen – reichen bis ins Jahr 1887 zurück. Bereits Forscher Fridtjof Nansen hatte Varta-Batterien bei einer Polar-Expedition dabei. Heute hat Varta nicht mehr viel mit der Gesellschaft gemein, die als Accumulatoren-Fabrik in Hagen gegründet wurde. Der Grund: Varta geriet schon in den 1990er Jahren in die Krise, wurde aufgespalten und stückweise verkauft.

Der Österreicher Michael Tojner stieg 2007 ein. Er kaufte die Sparte für Mikrobatterien und brachte sie zehn Jahren später an die Börse. Tojner schien den richtigen Riecher gehabt zu haben: Der Börsengang galt als Erfolg. Getrieben wurde die Entwicklung hauptsächlich von der rasant steigenden Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Batterien – zum Beispiel für kabellose Kopfhörer und Smartwatches [3].

2019 kaufte Varta auch den Geschäftsbereich Haushaltsbatterien zurück. Innerhalb weniger Jahre vervierfachte der Konzern den Erlös nahezu. Um die Produktion zu erweitern, wurden Millionen investiert – und Schulden aufgenommen. In dieser Zeit stiegen die Schwaben auch in die Entwicklung von Batteriezellen für E-Autos ein.

Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall

2022 zeigten sich erste Risse im Bild: Varta hatte sich offenkundig zu sehr von einem seiner Hauptkunden – Apple – abhängig gemacht. Das US-Unternehmen hatte die Batterien aus Ellwangen damals in seinen kabellosen Ohrhörern verbaut. Als sich Apple einen weiteren Zulieferer suchte, geriet das Geschäft unter Druck.

In der Zeit danach versetzte die weltweite Wirtschaftsflaute und die hohe Teuerung der Unterhaltungselektronik einen Schlag. Die Nachfrage nach den kleinen Batterien ebbte ab. Die Konkurrenz aus Fernost und Probleme in der Lieferkette machten Varta zusätzlich zu schaffen.

E-Auto-Batterie in der Nische

Hinzu kam, dass die E-Auto-Batterie von Varta ein Nischenprodukt blieb. Die Batterie ist für Hybridfahrzeuge gedacht und kann nur wenig Strom speichern. Sie speichert Energie, die während der Fahrt erzeugt wird, zum Beispiel beim Bremsen. Damit wird ein E-Motor angetrieben, der den Verbrenner unterstützt. Die Varta-Führung bekundete zwar immer wieder, dass es viele Interessenten gebe. Einziger bekannter Kunde war damals Porsche [4].

Operative Schwierigkeiten, hohe Schulden, tiefrote Zahlen – Varta schlitterte in der Folge immer weiter in die Krise. Beschäftigte mussten in Kurzarbeit, später wurden Hunderte Stellen gestrichen. Arbeitnehmer- und Aktionärsvertreter machen vor allem Managementfehler für die Misere verantwortlich.

Auch Tojner, der Aufsichtsratschef von Varta ist, gab sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kürzlich selbstkritisch: „Wir haben die Latte zu hoch gelegt. Wir haben verschiedene Projekte gestartet, groß investiert, die Produktion ausgebaut.“ Es sei zu viel Geld zu leichtfertig investiert worden, sagte Tojner.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377904

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Varta-vor-Insolvenz-Probleme-wegen-Apple-und-allgemeiner-Geschaeftslage-11375676.html
  2. https://www.heise.de/news/Bestaetigt-Varta-verliert-Apple-als-Kunden-schliesst-Werk-11299875.html
  3. https://www.heise.de/news/Varta-macht-mehr-Geschaeft-mit-Kopfhoerer-Akkus-Vorsichtiger-Ausblick-5059500.html
  4. https://www.heise.de/news/Porsche-will-Varta-seine-Elektroautobatteriesparte-V4Drive-abkaufen-9790690.html
  5. https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
  6. mailto:vbr@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

WhatsApp: iPad-Einrichtung verfügbar, außerdem neues CarPlay und PDFs

Von Heise — 24. Juli 2026 um 15:12
Neue Funktionen in WhatsApp

Neue Funktionen in WhatsApp.

(Bild: Meta)

Wie angekündigt kann man den Meta-Messenger WhatsApp nun auch von einem Apple-Tablet aus einrichten. Weitere Neuerungen betreffen CarPlay und PDF-Darstellung.

WhatsApp kommt in der neuen Version 26.28.75, die seit dieser Woche verfügbar ist, erstmals standardmäßig mit der Möglichkeit, Apples iPad zum Hauptgerät für den Messenger zu machen. Ein schon länger andauernder Betatest (plus Rollout für ausgewählte Nutzer in der Vorversion 26.28.74 [1]) wird damit beendet und das Feature für alle Nutzer zugänglich gemacht. „WhatsApp soll überall funktionieren, wo Du es brauchst“, heißt es dazu bei Meta – wobei es bis ins Jahr 2025 gedauert hatte, bevor eine echte iPad-Variante bereitgestellt werden [2] konnte.

Account-Erstellung und alle wichtigen Features

iPad-User können das WhatsApp-Konto nun auch direkt auf dem Tablet erstellen, es muss keine Verknüpfung zu einem Telefon bestehen. Eine vorbereitende Maßnahme hierzu waren erstmals Nutzernamen [3], die WhatsApp über die vergangenen Wochen eingeführt hat. Wobei auch diese Einführung noch nicht vollständig beendet ist: Prüfen kann man dies in den WhatsApp-Einstellungen; bei einem Testgerät war die Einführung immer noch nicht abgeschlossen.

Die iPad-Version von WhatsApp kommt mit allen bekannten Funktionen aus der iOS-Variante, darunter nun auch Broadcast-Lists und Live-Standortanzeige. Ob eines Tages auch Macs oder PCs zum WhatsApp-Hauptgerät werden können, ist bislang noch unklar. Derzeit arbeiten diese Apps im „Companion“-Modus und müssen von der iPhone- oder Android-App freigegeben werden. Auf Android-Tablets ist die Einrichtung als Hauptgerät in der Beta-App möglich.

PDF-Anzeige, CarPlay, Android Auto und Musike

Weiterhin kann WhatsApp jetzt auf allen Plattformen PDF-Dokumente direkt in der App öffnen. Texte lassen sich markieren und mit Anmerkungen versehen, um sie dann zurückzusenden. Zuvor musste man PDFs noch herunterladen, um sie dann in externen Programmen zu bearbeiten.

Die CarPlay- und Android-Auto-Ansichten wurden verbessert, wobei dies teilweise schon vor einigen Wochen erfolgt [4] war. Unter anderem gibt es nun einen Zugriff auf die Anrufhistorie und die Bedienung soll nahtloser sein, um nicht vom Fahren abzulenken. Neu ist auch, dass man in den WhatsApp-Status automatisch übertragen kann, welche Musik man gerade hört – das geht mit Apple Music und Spotify.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377624

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/WhatsApp-nimmt-demnaechst-auch-iPads-als-Hauptgeraet-11353754.html
  2. https://www.heise.de/news/WhatsApp-fuer-das-iPad-erschienen-10413824.html
  3. https://www.heise.de/news/WhatsApp-fuehrt-Benutzernamen-ein-Handynummer-bleibt-privat-11348395.html
  4. https://www.heise.de/news/Verbesserte-CarPlay-Unterstuetzung-fuer-WhatsApp-11249626.html
  5. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  6. https://www.heise.de/mac-and-i
  7. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

Hardware-Gerüchte: 7-Zoll-Display fürs Jubiläums-iPhone, Doppelakku fürs Ultra

Von Heise — 24. Juli 2026 um 14:09
iPhone-Verpackungen

iPhone-Verpackungen: Neue Gerüchte zu neuen Geräten.

(Bild: Sebastian Trepesch / heise medien)

Apple leakt Details zum Akkuaufbau seines ersten faltbaren Smartphones. Aus China gibt es unterdessen Neuigkeiten zur übernächsten iPhone-Generation.

Frisches Futter aus der iPhone-Gerüchteküche: Es geht sowohl um Apples erstes Foldable, das unter dem Begriff „iPhone Ultra“ läuft und im Herbst erscheinen soll, als auch die übernächste iPhone-Generation. Letztere ist für Herbst 2027 vorgesehen und könnte „iPhone 20“ heißen, weil Apple im kommenden Jahr das 20. Jubiläum der iPhone-Vorstellung im Jahr 2007 [1] feiert. Es ist dabei offenbar auch mit einem neuen Formfaktor zu rechnen. Die Informationen stammen wie so oft aus Asien – sowie interessanterweise von Apple selbst, wo man offenbar vergessen hat, in einer Betaversion einen interessanten String zu zensieren.

Mehrere Akkus in einem Ultra

Zunächst zum iPhone Ultra. Hier fand der bekannte brasilianische Leak-Experte Filipe Esposito [2] in der soeben erschienenen vierten Developer-Beta (die gleichzeitig die zweite Public Beta ist), eine Referenz auf „Batterien“ (im Plural) innerhalb eines iPhone. Konkret gibt es sogar zwei Stellen. String Nummer eins lautet „The batteries in this iPhone are performing as expected" – eine Angabe dazu, wenn der Akku normal läuft. String Nummer zwei lautet wiederum: „The health of the batteries in this iPhone has significantly degraded“, also eine Warnung, dass nun ein Akkuaustausch ansteht.

In keinem bisherigen iPhone werden Batterien in der Mehrzahl bezeichnet. Das heißt, dass künftig mindestens ein iPhone mehrere Akkus haben wird. Dazu passen frühere Gerüchte, dass Apple die Batterien beim iPhone Ultra teilen wird – pro Falthälfte soll es eine geben. Beobachter schätzen, dass die Akkukapazität insgesamt bei rund 5000 mAh liegen könnte. Interessant wird der Akkuwechsel – Apple hat offenbar nicht vor, die Module einzeln austauschen zu lassen. Es ist nicht der erste Leak zu einem Foldable in iOS 27. Bereits in früheren Developer-Betas gab es Hinweise auf Funktionen zur Erkennung von Faltstatus und Nutzungswinkel.

„iPhone 20“ alias Jubiläums-iPhone mit größtem Display

Beim iPhone 20 glaubt der bekannte chinesische Leaker Digital Chat Station unterdessen, dass Apple das bislang größte iPhone-Display überhaupt [3] – abseits des Foldables – verbauen wird. Prototypen sollen erstmals an 7 Zoll Bilddiagonale herankommen, genauer 6,96 Zoll. Apple plant offenbar, die Geräte als 7 Zoll zu bewerben.

Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro Max kommt offiziell mit 6,9 Zoll, ein Format, das mit dem iPhone 16 Pro Max eingeführt worden war (Vorgänger: 6,7 Zoll). Unklar bleibt, ob Apple möglicherweise schlicht die Ränder mitzählt. Diese sollen beim iPhone 20 nämlich angeblich wegfallen, also in Edge-to-Edge-Ausführung gestaltet sein. Angeblich sind die Ränder auch erstmals abgerundet und in Glas gefertigt.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11373769

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/c-t-3003-Wie-gut-man-das-erste-iPhone-von-2007-heute-noch-benutzen-kann-6350448.html
  2. https://www.macworld.com/article/3195170/ios-27-beta-code-reveals-apple-is-preparing-a-dual-battery-iphone.html
  3. https://weibo.com/6048569942/R9G4trdtx
  4. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  5. https://www.heise.de/mac-and-i
  6. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Wälle bei Dahschur: Rätsel um Pyramidenstrukturen erhält neue Deutung

Von Telepolis — 24. Juli 2026 um 19:00
Eine Pyramide

Die Rote Pyramide im historischen Komplex von Dahschur

(Bild: Raffaella Galvani/Shutterstock.com)

Zwei mehrere hundert Meter lange Strukturen westlich der Roten Pyramide galten lange als Transportwege für den Pyramidenbau. Eine neue Studie deutet sie anders.

Zwei seit über einem Jahrhundert bekannte, langgestreckte Bauwerke unweit der Roten Pyramide bei Dahschur [1] in Ägypten könnten nach einer neuen Untersuchung nicht wie angenommen als Transportrampen für den Pyramidenbau gedient haben, sondern Teil eines Systems zur Wasserregulierung gewesen sein.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie von französischen und ägyptischen Ingenieuren, Hydrologen und Bauforschern, die am 20. Juli vorab in der Fachzeitschrift npj Heritage Science erschienen [2] ist.

Nach Angaben der Autoren zeigen die beiden jeweils 600 bis 700 Meter langen und an den Talflanken verankerten Strukturen die "technische Signatur" von Dämmen. Zusammen mit einem mutmaßlichen Umleitungskanal westlich der Roten Pyramide könnten sie ein Wasserbauwerk gebildet haben, das rund 4.600 Jahre alt wäre.

Die Bauwerke liegen quer über dem Wadi Dahschur – einem trockenen Tal, das in feuchteren Klimaphasen zeitweise Wasser geführt haben könnte. Das Gelände befindet sich auf der Dahschur-Hochebene am Westufer des Nils, etwa 30 Kilometer südlich von Kairo, zwischen der Nilaue und der Westlichen Wüste.

Die Rote Pyramide wurde unter König Snofru in der frühen 4. Dynastie des Alten Reiches errichtet und gilt als erste erfolgreiche "echte" Pyramide Ägyptens; Snofru ließ dort zuvor auch die Knickpyramide bauen.

Vom Transportweg zum Wasserbauwerk

Die beiden Strukturen sind schon lange bekannt: Sie erscheinen bereits auf den Karten von Erbkam (1843), Lepsius (1855) und Jacques de Morgan (1897), 1925 fotografierte die britische Royal Air Force sie aus der Luft.

1947 deutete sie die Archäologin Leslie Grinsel als zwei Dammwege von den Kalksteinbrüchen westlich der Roten Pyramide zu deren Südwestecke. 1981 sah Dieter Arnold in ihnen mögliche Transportstraßen für das Kernmaterial der Pyramide, schloss eine Nutzung als Rampen jedoch aus – ein Punkt, der von Rainer Stadelmann diskutiert wurde. In der Arbeit von Bebermeier und Kollegen wurde die östliche Struktur als Transportrampe gedeutet, die westliche dagegen als natürliche Erhebung kartiert.

Luftaufnahme einer Pyramide in Schwarz-Weiß
Die Dämme auf einem Bild der Royal Airforce von 1925
(Bild: © UCL Institute of Archaeology.)

Das Forscherteam um die Autoren Landreau, Piton und Hemeda hält dem entgegen, dass beide Strukturen quer zum Tal verlaufen und in die Hänge eingebunden sind – ähnlich wie Erddämme. Die Querschnitte seien trapezförmig, die Basisbreite liege bei 15 bis 30 Metern, die noch erhaltene Höhe stellenweise bei sechs bis sieben Metern über dem heutigen, mit Sand gefüllten Talboden. Die genauen Maße bleiben unsicher, weil die Strukturen unter einer dicken Schicht windverwehten Sandes (äolischer Sand) begraben sind.

Nach der Interpretation der Autoren diente das östliche Bauwerk als eigentlicher Rückhaltedamm. Das westliche Bauwerk könnte als sogenannte Geschiebesperre [3] funktioniert haben, als ein Damm, der Sediment zurückhält und den Wasserfluss reguliert.

Der Raum zwischen beiden Strukturen bildete demnach ein Zwischenbecken, das Hochwasser bremste und Erosion verringerte. Die Autoren schätzen dessen Volumen auf knapp 230.000 Kubikmeter bei einer Fläche von rund 8,5 Hektar und einer mittleren Tiefe von 2,7 Metern; das tatsächliche Volumen könnte etwa doppelt so hoch sein.

Ein Entenschnabelwehr aus dem Alten Reich?

Als auffälligstes Merkmal beschreiben die Forscher eine zickzackförmige Achse im westlichen Bauwerk. Auf einer Straße oder Rampe ergebe eine solche Form keinen Sinn, wohl aber an einem Wehr: Die Autoren deuten sie als "Entenschnabelwehr" mit einer Kronenlänge von etwa 200 Metern, einer Höhe von mindestens vier Metern und einem Öffnungswinkel von 70 bis 75 Grad.

Solche Wehre werden im modernen Wasserbau eingesetzt, weil sie die wirksame Länge einer Überlaufschwelle verlängern. Dadurch kann bei gleicher Talbreite deutlich mehr Wasser gefahrlos abfließen als bei einem geraden Wehr – ein Schutz gegen das Überströmen und Brechen des Damms.

Nach Angaben der Autoren ist bislang kein gesichertes Entenschnabelwehr aus dem alten Ägypten bekannt. Sollte sich die Deutung archäologisch bestätigen, wäre die Struktur ein ungewöhnlich frühes Beispiel dieser Bauform. Vergleichbare, teils jüngere Anlagen kennt man aus Jawa in Jordanien (ca. 3500–3000 v. Chr.), aus Choiromandres auf Kreta, von urartäischen Stauanlagen in Ostanatolien sowie aus Zentralindien und China.

Die Autoren verweisen auf den Sadd el-Kafara im Wadi Garawi, rund 20 Kilometer östlich von Dahschur – oft als einer der ältesten großen Dämme der Welt bezeichnet und meist Snofrus Regierungszeit zugeordnet. Der über 14 Meter hohe Damm brach bei einem starken Hochwasser, was häufig auf ein fehlendes oder zu kleines Wehr zurückgeführt wird. Ein Entenschnabelwehr könnte demnach eine Reaktion auf genau diese Schwäche früherer Anlagen gewesen sein.

Der Kanal nahe der Pyramide

Die Studie identifiziert zudem einen möglichen Umleitungskanal. Nach de Morgans Karte und späteren topografischen Aufnahmen verläuft eine gerade Wand über etwa 600 bis 800 Meter parallel zur Westseite der Roten Pyramide, biegt dann scharf nach Osten ab und führt dabei bis auf 40 bis 50 Meter an das Bauwerk heran.

Topographische Karte der Umgebung der Roten Pyramide
Topographische Karte der vermuteten hydraulischen Anlagen
(Bild: © UCL Institute of Archaeology/Landreau, et al.)

Insgesamt sei der Kanal rund einen Kilometer lang und schließe an ein altes Wadibett an, das mit dem inzwischen verlandeten Ahramat-Nilarm verbunden ist – jenem Seitenarm, den Ghoneim und Kollegen 2024 als Ursprung der Pyramidenkette beschrieben.

Die Nähe des Kanals zur Pyramide wirft nach Ansicht der Autoren die Frage auf, ob Wasser eine direkte Rolle beim Bau gespielt haben könnte. Bei stabilem Wasserstand hätten leichte Boote oder wasserunterstützte Schlitten schwere Lasten über flaches Gelände bewegen können.

Zudem hätte kontrolliertes Wasser die Versorgung der Arbeiter, das Anrühren von Mörtel oder die Staubbindung erleichtert. Vergleichbare Hafen- und Kanalsysteme sind aus Giza dokumentiert; Papyri aus Wadi el-Jarf beschreiben zudem den Transport von Kalkstein per Boot unter Cheops. Ein archäologischer Nachweis der Verbindung zwischen Kanal und Pyramidenbau steht laut Studie jedoch aus.

Woher das Wasser kam

Grundlage der These ist ein Bild vom Klima des Alten Reiches, das deutlich feuchter war als die heutige extreme Trockenheit. Während der "Grünen Sahara" vor 11.000 bis 5.000 Jahren lagen die Jahresniederschläge nach den zitierten Rekonstruktionen (Kuper und Kröpelin sowie Chandan und Peltier) örtlich bei über 150, teils bei etwa 250 Millimetern.

Um 4.500 Jahre vor der heutigen Zeit nahm der Regen zwar ab, doch fielen in Teilen Ägyptens weiterhin 50 bis 150 Millimeter jährlich, vor allem im Winter. Seltene, aber heftige Stürme konnten bis zu 50 Millimeter auf einmal bringen und in den Wadis Sturzfluten auslösen. Während normalerweise nur ein bis drei Prozent des Regens abflossen, könne der Abflussbeiwert bei Sturzfluten auf bis zu 30 Prozent steigen.

Für die Wassermenge ist die Einzugsgebietsanalyse zentral. Das Wadi Dahschur besitzt am Standort der Dämme nur ein Einzugsgebiet von 3,2 Quadratkilometern. Die Autoren argumentieren jedoch, dass über einen entlang der 80-Meter-Höhenlinie geführten Kanal Wasser aus dem benachbarten, rund 416 Quadratkilometer großen Wadi Taflah abgeleitet werden könnte.

Eine Sturzflut aus 50 Millimeter Regen bei 30 Prozent Abfluss ergäbe demnach etwa 50.000 Kubikmeter aus dem Wadi Dahschur, aber über sechs Millionen Kubikmeter aus dem Wadi Taflah. Ein Entenschnabelwehr könnte selbst einen abgeleiteten Teilstrom sicher abführen, ein gerades Wehr würde nach diesen Rechnungen überströmt.

Grabungen stehen aus

Die Autoren betonen ausdrücklich, dass ihre Deutung vorläufig ist. Die Strukturen wurden nie ausgegraben, sie liegen weitgehend in einer militärischen Sperrzone und sind schwer zugänglich. Rohrleitung, Zaun und eine 2009 gebaute Asphaltstraße für Touristenbusse verlaufen direkt über ihnen.

Das absolute Alter der Dämme ist unbekannt, sodass offen bleibt, ob sie zeitgleich mit der Roten Pyramide entstanden. Auch die auffällige zentrale Vertiefung im östlichen Damm – möglicher Auslass, eingestürzter Abschnitt oder Erosionsbruch – lasse sich nur durch Grabungen klären.

Künftige Ausgrabungen sollen daher prüfen, ob die Ablagerungen hinter den Bauwerken von fließendem Wasser statt von Flugsand stammen, und datierbares Material sowie Schutzverkleidungen und Wehrstrukturen freilegen.

Bestätige sich die Deutung, so die Autoren, hätte das Wassermanagement jenseits der Nilaue im Alten Reich eine größere Rolle gespielt als bislang angenommen. Weitere Anlagen lägen vermutlich unerkannt in der Wüste, "die darauf warten, als solche identifiziert zu werden".


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377525

Links in diesem Artikel:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Pyramide
  2. https://www.nature.com/articles/s40494-026-02833-9
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Ger%C3%B6llsperre

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

Zölle durch die Hintertür: Trump schreibt das Handelsrecht um

Von Telepolis — 24. Juli 2026 um 16:00
Trump im Oval Office

US-Präsident Donald Trump nimmt erneut Anlauf für die Etablierung neuer Handelszölle

(Bild: Robert V Schwemmer/Shutterstock.com)

Nachdem Trumps globale Importsteuern scheiterten, sind seit Freitag neue Zölle auf Waren aus 60 Ländern in Kraft – diesmal mit Zwangsarbeit als Begründung.

Die 45. Änderung der US-Einfuhrzollsätze innerhalb von 18 Monaten trat am frühen Freitagmorgen um 0:01 Uhr Ortszeit in Kraft – exakt in dem Moment, als die vorherigen Zölle ausliefen. Zufall war das keiner.

Die Trump-Regierung hat damit ein Instrument gefunden, das nach Einschätzung von Handelsrechtlern gerichtsfester sein dürfte als die im Februar vom Supreme Court gekippten "Reziprokzölle [1]".

Gerichtsniederlage als Konstruktionsproblem

Im April 2025 hatte Trump unter dem Schlagwort "Liberation Day" Zölle von bis zu 50 Prozent [2] auf Importe aus aller Welt verhängt – gestützt auf ein nationales Notstandsgesetz.

Das Oberste Gericht erklärte diese Maßnahmen im Februar 2026 für rechtswidrig [3]: Der Präsident habe seine Befugnisse überschritten. Die Folge war eine Rückerstattungswelle; von den rund 166 Milliarden US-Dollar, die der Staat mit diesen Zöllen eingenommen hatte, wurden bisher etwa 81 Milliarden zurückgezahlt.

Als Überbrückung verhängte das Weiße Haus einen pauschalen Zehn-Prozent-Zoll auf alle globalen Einfuhren – mit einer Laufzeit von 150 Tagen. Dieser lief am Freitag aus. Was folgte, war kein Abbau des Zolldrucks, sondern dessen Neubegründung: Die neuen Abgaben stützen sich auf Sektion 301 des Handelsgesetzes von 1974, ein Instrument, das bereits frühere Gerichtsprüfungen überstanden hat.

Zwangsarbeit als juristische Verpackung

Die offizielle Begründung lautet: 60 Handelspartner würden zu wenig gegen die Einfuhr von Waren unternehmen, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte [4] laut der Nachrichtenagentur Reuters, die USA verfügten seit fast hundert Jahren über ein entsprechendes Importverbot und setzten es konsequent durch. "Es wird höchste Zeit, dass unsere Handelspartner dasselbe tun", sagte Greer.

Länder mit einem Verbot von Zwangsarbeits-Importen zahlen zehn Prozent, Länder ohne ein solches Gesetz 12,5 Prozent. Auf diese 60 Handelspartner entfallen laut Greer rund 99 Prozent der gesamten US-Importe. Ausgenommen sind unter anderem Öl und Gas, Düngemittel, bestimmte Lebensmittel sowie Waren, die bereits unter Sicherheitszöllen nach Section 232 fallen – also Autos, Stahl, Aluminium und Kupfer.

Die Handelsexpertin Caroline Freund, Dekanin der UC San Diego School of Global Policy and Strategy, formulierte [5] gegenüber der BBC direkt: Es gehe hier "nicht um Zwangsarbeit". Trump suche schlicht "einen rechtlichen Grund, die Zölle aufrechtzuerhalten".

Das eigentliche Ziel – Handelsbilanzdefizit senken, verarbeitendes Gewerbe stärken – sei unverändert. Das Ergebnis dieser Politik bisher: Das Handelsbilanzdefizit lag im Mai rund 40 Prozent höher als zu Beginn von Trumps Zollregime, die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe sank weiter.

Unterschiedliche Folgen für EU und China

Die Reaktionen der betroffenen Länder fallen je nach ihrer Verhandlungsposition unterschiedlich aus. Die EU erhält einen Satz von zehn Prozent, der laut einem Sprecher der Europäischen Kommission mit den im vergangenen Jahr vereinbarten Obergrenzen des bilateralen Handelsabkommens vereinbar sei. Das schaffe "positive Dynamik" für weitere Gespräche, hieß es aus Brüssel.

Allerdings läuft parallel eine zweite Untersuchung nach Sektion 301 – diesmal wegen angeblicher Überkapazitäten – die 16 weitere Handelspartner betrifft, darunter abermals die EU, China, Japan und Südkorea.

China, das mit 12,5 Prozent belegt wird, wies die Zwangsarbeits-Vorwürfe zurück. "Es gibt keine Zwangsarbeit in China", sagte Außenamtssprecherin Mao Ning. Mehrere internationale Menschenrechtsorganisationen widersprechen dem mit Blick auf die Situation der muslimischen Minderheiten in Xinjiang. Trumps Berater haben chinesischen Unterhändlern signalisiert, die Zölle auf chinesische Waren schrittweise wieder auf jene 20 Prozent anheben zu wollen, die im Handelsabkommen vom November 2025 vereinbart wurden.

Was bleibt, ist ein Muster: Wenn ein Rechtsmittel scheitert, folgt das nächste – mit demselben Ziel und einer neuen Begründung. Ob der neue Anlauf gerichtsfest genug ist, um Trumps Zollpolitik dauerhaft zu tragen, werden die Klagen entscheiden, die Handelsexperten bereits erwarten.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377662

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.gtai.de/de/trade/usa/zoll/usa-zusatzzoelle-1886254
  2. https://www.heise.de/tp/article/Handelskrieg-droht-USA-und-EU-vor-Entscheidung-ueber-Zoelle-10494429.html
  3. https://www.deutschlandfunk.de/oberster-gerichtshof-der-usa-kippt-trumps-zoelle-teilweise-108.html
  4. https://www.reuters.com/world/us/trump-imposes-forced-labor-duties-60-trading-partners-as-10-us-tariffs-expire-2026-07-24/
  5. https://www.bbc.com/news/articles/cvgj61j6l08o

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Telepolis

EU-Strafe gegen Google: Kampf um die KI-Suchmaschine der Zukunft

Von Telepolis — 24. Juli 2026 um 14:00
Plakative Grafik zeigt Google-Symbol, einen Richter-Hammer, die EU-Flagge und ein Google-Suchfeld

KI-generierte Grafik

Die 890 Millionen Euro sind nur der sichtbare Teil des Konflikts – die eigentliche Auseinandersetzung gilt den Regeln für die KI-Suche von morgen.

Die Europäische Kommission hat Google mit einer Geldstrafe von 890 Millionen Euro belegt. Das Besondere an dieser Entscheidung ist jedoch nicht die Höhe der Strafe, sondern dass Brüssel erstmals die Grundsätze des Digital Markets Act (DMA) erstmals ausdrücklich auch auf KI-gestützte Suchfunktionen und die neue Generation von KI-Assistenten anwendet.

Die eigentliche Bedeutung der Entscheidung reicht weit über die Geldstrafe hinaus. Die Kommission will augenscheinlich damit den Wettbewerb im KI-Sektor sichern und die Suchmaschinen der Zukunft grundlegend verändern.

Die 890-Millionen-Euro-Strafe teilt sich auf in 460 Millionen Euro wegen Selbstbevorzugung in der Google-Suche und 430 Millionen Euro wegen wettbewerbswidriger Praktiken im Google Play Store, wie aus der offiziellen Mitteilung der EU-Kommission [1] hervorgeht.

Brüssel will Googles KI-Vorsprung begrenzen

Die eigentliche Sprengkraft liegt nicht in der Höhe der Strafe, sondern in den Forderungen der EU: Konkurrierende KI-Assistenten sollen auf Android-Geräten gleichwertigen Zugang zu zentralen Funktionen erhalten – genau wie Googles eigener Dienst Gemini.

Zeitlich fällt die Entscheidung mit neuen Leitlinien der Kommission zusammen, die den DMA ausdrücklich auf KI-Dienste und Android-Interoperabilität ausdehnen, wie aus einer früheren Pressemitteilung [2] hervorgeht.

Die EU-Kommission begründet ihr Vorgehen damit, dass sie die "zukunftssicheren" Instrumente des DMA nutzen müsse, um auf neue Technologien wie künstliche Intelligenz zu reagieren und faire Märkte zu gewährleisten. Darauf machte man in Brüssel schon im April aufmerksam [3].

Google warnt vor Sicherheitsrisiken

Google wehrt sich in einem Blog-Beitrag [4] vehement. Der Konzern argumentiert, die DMA-Vorgaben gefährdeten Privatsphäre, Sicherheit und Produktqualität, da sensible Suchdaten mit Dritten geteilt und Android-Funktionen für Drittanbieter geöffnet werden müssten.

Transatlantische Spannungen nehmen zu

Die Maßnahmen führen zu viel beachteten politischen Spannungen mit der Regierung der USA. US-Präsident Donald Trump bezeichnete EU-Digitalstrafen als "Erpressung", und der US-Handelsbeauftragte kritisierte das Vorgehen als "aggressiv" gegenüber US-Technologiefirmen (New York Times [5]).

Kartelluntersuchung läuft

Unabhängig davon läuft zudem ein weiteres Wettbewerbsverfahren gegen Google. So untersucht die Kommission kartellrechtlich [6], ob Google Web- und YouTube-Inhalte ohne angemessene Vergütung oder Opt-out-Möglichkeit für das Training seiner KI-Modelle nutzt und sich so einen unfairen Vorteil verschafft.

Die eigentliche Bedeutung der Entscheidung liegt deshalb weniger in den 890 Millionen Euro als in einem Machtwechsel: Erstmals versucht die EU, die Regeln für KI-gestützte Suchmaschinen festzulegen, bevor sich neue Monopole dauerhaft verfestigen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377636

Links in diesem Artikel:

  1. https://digital-markets-act.ec.europa.eu/commission-fines-google-eur890-million-breaches-digital-markets-act-2026-07-23_en
  2. https://digital-markets-act.ec.europa.eu/commission-provides-guidance-google-ai-interoperability-android-and-sharing-google-search-data-under-2026-07-16_en
  3. https://digital-markets-act.ec.europa.eu/system/files/2026-04/DMA%20Review%20Report_COM_2026_178_1_EN.pdf
  4. https://blog.google/intl/de-de/feed/dma-sicherheit-privatsphaere-nicht-untergraben/
  5. https://www.nytimes.com/2026/07/23/business/google-eu-fine-search-competition.html
  6. https://germany.representation.ec.europa.eu/nachrichten-und-veranstaltungen/pressemitteilungen/google-kommission-untersucht-mogliches-wettbewerbswidriges-verhalten-bei-der-nutzung-von-online-2025-12-09_de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise developer neueste Meldungen ff.org

Drei Fragen und Antworten: Wie KI wirklich bei der Schwachstellensuche hilft

Von Heise — 24. Juli 2026 um 14:53
Ein roter Spielzeugroboter mit Sprechblase

(Bild: iX)

Um KI erfolgreich in Code-Audits einzusetzen, ist die Wahl des Modells gar nicht so wichtig. Entscheidend ist der Workflow, damit man nicht in Funden versinkt.

KI als Spürhund für bessere Pentests und Codereviews einzusetzen, klingt im ersten Moment naheliegend. Aber ein Selbstläufer ist das nicht. Das zeigen die vielen Klagen der Open-Source-Projekte, die vor einer Flut von KI-Meldungen vermeintlicher Lücken stehen. Wie man seinen Workflow dafür anpassen muss, warum Mozilla das vorbildlich wuppt und wo jetzt der Flaschenhals liegt – das erklärt Stephan Zeisberg, Titelautor der neuen iX 8/2026.

Stephan Zeisberg ist Head of Research bei Security Research Labs (SRLabs) und forscht zu KI-gestützten Codeaudits und Schwachstellenanalyse.

(Bild: iX)

Wenn KI so viele Lücken aufspürt, müsste die Softwarewelt damit doch sicherer werden. Warum geraten stattdessen viele Open-Source-Projekte und Security-Teams gerade jetzt unter Druck?

Weil das reine Erzeugen einer Schwachstellen-Meldung inzwischen die billigste Stufe im Prozess geworden ist. Der eigentliche Wert entsteht aber erst weiter oben. Ein Befund wird erst dann zu Sicherheit, wenn ein Mensch prüft, ob er echt ist, ob er im konkreten System erreichbar ist und ob ein Patch das Problem wirklich löst. Genau dort sitzt jetzt der Engpass. curl hat sein Bug-Bounty-Programm im Januar eingestellt, HackerOne den Internet Bug Bounty im März pausiert, Node.js sein eigenes Bounty kurz danach suspendiert, und Linus Torvalds nennt die Linux-Kernel-Security-Liste im Mai öffentlich „almost entirely unmanageable“.

Alle geben denselben Grund an: KI-Werkzeuge produzieren plausibel klingende Reports schneller, als die Empfängerseite sie triagieren, verifizieren und beheben kann. Der Anteil echter Schwachstellen in diesen Reports ist niedrig geblieben, was massiv gestiegen ist, ist das Volumen. Wer nur mehr Findings zählt, misst nicht mehr Sicherheit, sondern die Belastung des Systems. Sicherer wird die Welt erst, wenn die Verifikationsseite mit der Discovery-Seite mitwächst, und das tut sie gerade nicht.

Was ist denn wichtiger für den Erfolg KI-gestützter Audits – ein möglichst starkes Modell oder doch eher der Workflow?

Beides zählt, aber der Hebel liegt eindeutig im Workflow, vor allem für Teams, die KI-Audits gerade erst einführen. Ein zusätzlicher Punkt auf einem Coding-Benchmark bringt weniger als eine ordentliche Reproduktions-Stufe im Prozess. Das zeigt Mozilla mit Firefox 150: 271 geschlossene Sicherheitsbugs in einem einzigen Release, darunter ein 20 Jahre alter Fehler in der XSLT-Engine, kamen nicht aus einem neuen Modell allein. Sie kamen aus einer Pipeline, in der jedes Modell-Finding einen reproduzierbaren Testfall mitbringen muss. Das Modell liefert Kandidaten, die Pipeline sortiert das Rauschen aus.

Mozilla hat seit Jahren eine Fuzzing-Infrastruktur mit reproduzierbaren Test-Cases, automatisierter Deduplizierung und integriertem Triage-Prozess aufgebaut. Darauf haben sie die agentische Test-Pipeline gesetzt, die das KI-Modell zwingt, jeden Befund mit einem reproduzierbaren Testfall zu belegen und die Reproduktion selbst zu fahren. Was sich nicht reproduzieren lässt, fällt raus, bevor ein Mensch es sieht. Der Punkt, der leicht übersehen wird: Neu ist nicht der Baustein, sondern die Kombination.

Umgekehrt gilt: Das stärkste Modell ohne diese Disziplin produziert mehr Rauschen, nicht mehr Sicherheit. Die 80 Prozent Falsch-Positive, die für 2024 und 2025 vielfach berichtet wurden, galten für Modelle, die ohne Reproduktions-Stufe direkt auf eine Codebasis angesetzt wurden. Mit einer disziplinierten Pipeline fällt der Wert deutlich. Welches Modell darauf läuft, ist am Ende zweitrangig gegenüber der Frage, ob überhaupt eine Pipeline da ist.

Und was sollte ein Team tun, das mit KI-Codeaudits starten will, aber nicht die ausgefeilte Infrastruktur Mozillas zur Verfügung hat?

Vor allem: nicht früh und breit einsetzen. Genau das produziert die Triage-Tretmühle, in der Reviewer nur noch Tool-Output aussortieren, statt selbst zu lesen. Was in der Praxis funktioniert, ist ein disziplinierter Einsatz in drei getrennten Stufen. KI vor dem Audit, um die Codebasis zu kartieren, Module und Eintrittspunkte zu identifizieren. KI während des Audits als Navigations- und Recherche-Hilfe. Und KI nach dem manuellen Review als zweite Sicht, die bekannte Muster prüft. Die Reihenfolge ist entscheidend: Wenn KI die erste Sicht liefert, prägt sie den Ersteindruck der Reviewer. Wenn sie die letzte Sicht ist, findet sie, was Menschen entgangen ist.

Dazu vier Regeln: Jedes KI-Finding braucht einen falsifizierbaren Reproduktionsfall, sonst bleibt es Hypothese. Die Findings-Menge wird pro Code-Bereich gedeckelt, damit die KI ihre Kandidaten selbst priorisiert; sonst lernen Reviewer, den ganzen Kanal zu ignorieren. Threat-Modell und die Einschätzung des Schweregrads bleiben in menschlicher Hand. Und wo KI auch Code schreibt, greift eine zusätzliche Schwelle mit dokumentierter Absicht und Negativ-Testfällen. Für Solo-Maintainer, die kritische Open-Source-Bibliotheken alleine tragen, ist das übrigens kein realistisches Programm. Dort ist die Antwort weniger ein besserer Workflow als eine gemeinschaftlich finanzierte Triage-Kapazität.

Stephan, vielen Dank für die Antworten! Einen Überblick, wie sich KI sinnvoll in Codereviews nutzen lässt, [1] gibt es in der neuen iX. Außerdem zeigen wir, wie KI-Tools im Unternehmensumfeld für Pentesting [2] genutzt werden. All das und viele weitere Themen finden Leser im August-Heft, das ab sofort im heise Shop [3] oder am Kiosk erhältlich ist.

In der Serie "Drei Fragen und Antworten" will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne [4] oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377461

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/select/ix/2026/8/2613108131231293974
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Wie-KI-Tools-im-Unternehmensumfeld-fuer-Pentesting-genutzt-werden-11364169.html
  3. https://shop.heise.de/ix-08-2026/print
  4. mailto:axk@ix.de
  5. https://www.heise.de/ix
  6. mailto:axk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

(g+) Opinion: Japan automakers bought time with hybrids, now must spend it on software

Von Hans Greimel — 24. Juli 2026 um 18:00
Competition between intelligent vehicles and merely electrified ones has just begun
Decorations hang from a stage at Toyota Woven City, a real-world prototype city designed as a "living laboratory" for testing and developing future technologies in mobility, sustainability and urban living, developed by Toyota Motor together with Woven by (Bild: REUTERS/Daniel Leussink)
Decorations hang from a stage at Toyota Woven City, a real-world prototype city designed as a "living laboratory" for testing and developing future technologies in mobility, sustainability and urban living, developed by Toyota Motor together with Woven by Bild: REUTERS/Daniel Leussink

For years, Toyota and other Japanese automakers were pilloried as global laggards in the electric vehicle revolution.

Tesla sales rocketed, Chinese EV brands took the world by storm and European regulators were planning for an all-electric future. Meanwhile, Japanese players stubbornly stuck to hybrid vehicles, hydrogen fuel cells and fuel-efficient gasoline engines.

Golem Plus Artikel
Nikkei Asia

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Tokens: SAP will Ausgaben für KI deutlich einschränken

Von Achim Sawall — 24. Juli 2026 um 17:57
Weil der konzernweite KI-Einsatz die Ausgaben für Tokens in die Höhe treibt, führt SAP ein striktes dreistufiges Controlling-System ein.
SAP-Finanzchef Dominik Asam (Bild: CNBC via Reuters Connect)
SAP-Finanzchef Dominik Asam Bild: CNBC via Reuters Connect

SAP will ein System zur Kontrolle der steigenden Ausgaben für künstliche Intelligenz einführen. "Die Token-Kosten steigen bei uns in diesem Jahr stark", sagte Finanzchef Dominik Asam dem Handelsblatt und CNBC. "Wir gehen bei SAP gerade vom Pilotieren zum Industrialisieren über, deswegen bringen wir über das klassische Controlling Effizienz rein." Tokens gelten als zentrale Maßeinheit für den Einsatz und die Abrechnung von KI.

Den Angaben zufolge plant SAP ein dreistufiges Modell. In der Stufe Basic werden die Kosten auf 100 Euro pro Monat limitiert. Beschäftigte in vielen technischen Bereichen werden der Stufe Pro zugeordnet und erhalten 500 Euro Budget. Für eine kleine Gruppe von Intensivnutzern sieht SAP die Stufe Pro Max mit einer Obergrenze von monatlich 5.000 Euro vor. Mit Zustimmung einer Führungskraft sind einmalig sogar 50.000 Euro möglich.

Der größte deutsche Softwarekonzern kommentierte den Plan nicht weiter.

KI: Genehmigung durch Vorgesetzte einholen

Das System beinhaltet einige Kontrollen. Beschäftigte erhalten laut einer Präsentation bei Erreichen von 50 und 80 Prozent ihres Budgets automatisch Hinweise. Wer dauerhaft mehr Kapazitäten benötigt, muss eine Genehmigung durch Vorgesetzte einholen.

"Wir haben bei SAP große Fortschritte gemacht, wie wir die Token-Kosten kontrollieren und optimieren", sagte Asam dem Handelsblatt. "Wir haben heute eine granulare Transparenz, in welchen Organisationseinheiten wie viele Tokens wofür gebraucht werden." Finanzabteilung und interne IT hätten bei der Entwicklung des Systems eng zusammengearbeitet.

Adblock test (Why?)

✇ Golem.de Full über fivefilters.org

Wirtschaftsblase: Die Tesla-SpaceX-Blase platzt

Von Frank Wunderlich-Pfeiffer — 24. Juli 2026 um 17:35
Die Geschäftspläne, die nicht von Science-Fiction-Romanen zu unterscheiden sind, überzeugen nicht mehr.
Einst flog ein Tesla Roadster mit der ersten Falcon Heavy in Richtung Mars. (Bild: SpaceX)
Einst flog ein Tesla Roadster mit der ersten Falcon Heavy in Richtung Mars. Bild: SpaceX

Es ist so weit: Die Aktien der KI-Firma Tesla und der KI-Firma SpaceX verlieren drastisch an Wert. Die einst für Elektroautos und Raumfahrt bekannten Unternehmen wurden von ihrem CEO Elon Musk in den letzten Jahren zu KI-Firmen erklärt, um an der Investitionsblase teilzuhaben. Dabei wurde das Kerngeschäft vernachlässigt und die Produktentwicklung vollständig den Vorstellungen Musks unterworfen. Jetzt zeigen sich die Folgen.

Der ehemals weltweit führende Elektroautohersteller konnte trotz der Schließung der Straße von Hormus und weltweit steigender Benzinpreise keinen Profit mit dem Verkauf von Elektroautos mehr machen. Dadurch nahm die Enttäuschung nach der Aktionärskonferenz zum zweiten Quartal 2026 überhand. Trotz Verkäufen von 480.000 Autos – während der größten Ölkrise seit den 1970er Jahren – lagen die Profite unter den Erwartungen der Anleger. Der Aktienkurs fiel von über 380 US-Dollar auf unter 310 US-Dollar.

Das Unternehmen musste zu große Rabatte und Nullzinsfinanzierungen gewähren, um die veralteten Modelle 3 und Y überhaupt verkaufen zu können. Dadurch, und wegen zu großer anderer operativer Kosten, verlor es in dem Quartal trotz der hohen Verkaufszahlen über eine Milliarde US-Dollar an Cashflow. Die Luxusmodelle S und X, die zusammen mit 3 und Y einst das Wort S3XY bilden sollten, wurden eingestellt. Der Cybertruck wurde zu einem historischen Flop der Autoindustrie und wird inzwischen weithin mit dem Ford Edsel von 1958 verglichen.

Profite stammen von SpaceX-Aktien

Die dritte Version des stationären Megapack-Akkuspeichers wurde ins Jahr 2027 verschoben. Verschiebungen wie die des Verkaufs des Tesla Semitrucks aufs nächste Jahr und der Einführung von Full-Self-Driving für den Autopiloten ist längst zum Ritual geworden. Der Roadster ist eine mythische Gestalt. Das Robotaxi wird ohne fertigen Autopiloten in Produktion geschickt. Mild ausgedrückt: ein Geschäftsrisiko.

Der Optimus-Roboter, inzwischen vorgeblicher Kernbestandteil des Tesla-Geschäfts, ist kein kommerzielles Produkt, er tut ohne Fernsteuerung noch immer nicht viel und auch mit Fernsteuerung nichts, was die Massenfertigung rechtfertigen würde. Von den lange Zeit vorgebrachten Plänen, jährlich 20 Millionen Autos zu verkaufen, ist schon länger nichts mehr zu hören.

Ein Großteil der Tesla-Profite des Quartals waren zudem Kursgewinne der SpaceX-Aktien in Tesla-Besitz. Seit dem 30. Juni hat die SpaceX-Aktie aber drastisch an Wert verloren. Sie wurde mit einem nominellen Wert von 135 US-Dollar ausgegeben und hatte an der Börse einen ersten Preis von rund 160 US-Dollar. Am selben Tag stieg sie auf rund 180 US-Dollar und in den Tagen danach bis zu einer Spitze von rund 220 US-Dollar. Inzwischen ist sie auf rund 112 US-Dollar gefallen und fällt weiter.

Starship macht viel Aufwand ohne wirtschaftlichen Nutzen

Dabei wird das Starship ein zunehmend problematischer Aspekt des Geschäfts von SpaceX, nicht nur, weil schon der einfache Abbruch eines Teststarts am 16. Juli zu einem Kursverfall führte. Der Aufwand für die Entwicklung ist gigantisch. Anfang Juli wurde bekannt, dass SpaceX das 1000. Merlin-1D-Triebwerk für die erste Stufe der Falcon 9 Raketen fertiggestellt hat. Damit wurden über 100 erste Stufen für Falcon 9 und Falcon Heavy gebaut, die inzwischen 675 Missionen mit weiteren 675 Merlin-Vakuum-Triebwerken durchführten.

Bei der Vorstellung des Raptor-3-Triebwerks trug das letzte Raptor-2-Triebwerk die Seriennummer 569. Vom Raptor 1 wurden über 50 Triebwerke hergestellt und die Seriennummern des Raptor 3 nähern sich der 200. Mit insgesamt über 800 Triebwerken wurde keine einzige Nutzlast in den Orbit gebracht, obwohl sie mit ihrer höheren Effizienz und dem dreifachen Schub pro Flug fast die vierfache Nutzlast transportieren können sollten. Hätte SpaceX eine teilweise wiederverwendbare Rakete wie die Falcon 9 mit Raptor-Triebwerken entwickelt, wären längst Hunderte Flüge mit 70 bis 100 Tonnen Nutzlast durchführbar gewesen.

Ab 6. August wird es Firmenmitarbeitern von SpaceX erlaubt sein, erste Aktienpakete am Markt zu verkaufen. Es ist zu erwarten, dass das große Angebot die Nachfrage übersteigen und die Aktienpreise weiter fallen lassen wird. Kein Wunder also, dass immer vehementer eine Fusion von Tesla und SpaceX gefordert wird, solange die nach allen objektiven Kriterien grotesk überbewertete SpaceX-Aktie noch nennenswerte Preise erzielt.

Der Ausgabepreis der SpaceX-Aktie wurde – das ist unüblich – von Elon Musk festgesetzt. Normalerweise wird der Preis von den am Börsengang beteiligten Banken ermittelt. Die verdienen ihr Geld jedoch mit einem geringen Prozentsatz am Verkaufspreis der auf den Markt gebrachten Aktien. Sie sind damit befangen und waren entsprechend geneigt, der überhöhten Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar zuzustimmen.

Unternehmensbewertung jenseits aller Realität

Dieser Wert wurde augenscheinlich gewählt, um Elon Musk durch die von ihm gehaltenen Unternehmensanteile für kurze Zeit auf dem Papier um ersten Billionär der Welt zu machen. Er entsprach außerdem dem Hundertfachen der rund 18 Milliarden US-Dollar Umsatz von SpaceX, bei etwa 5 Milliarden US-Dollar Verlust. Typischerweise werden Aktien nach ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis bewertet, wobei ein Verhältnis größer als 20 auf eine deutliche Überbewertung hindeutet. Ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 100, bei gleichzeitigen großen Verlusten von rund 25 Prozent des Umsatzes, spottet jeder Beschreibung.

Üblicherweise werden Aktien auch erst mit einem Jahr Handelsgeschichte und einem Jahr Profiten in Aktienindizes aufgenommen. Aber die Nasdaq machte für SpaceX eine Ausnahme, setzte die Aktie schon nach zwei Wochen und trotz der riesigen Verluste auf den Index und erzwang damit ihren Kauf durch alle Indexfonds, die dem Kurs sämtlicher Aktien der Nasdaq folgen. Der Kurs der SpaceX-Aktie sank dennoch.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, wie SpaceX heute sein Geld verdient, sondern womit das Unternehmen künftig seinen Börsenwert rechtfertigen will. Der Börsenprospekt gibt darauf einige aufschlussreiche Antworten.

Von Mars bis Cyberpunk ist alles dabei

Die aktuelle Wachstumsstrategie von SpaceX beinhaltet demnach neben dem Ausbau der Nutzlastkapazität der Raumfahrt und des Starlink-Netzwerkes vor allem den "Aufbau einer Mondökonomie mit Frachttransport, Energieversorgung und industrieller Fertigung auf dem Mond". Geplant ist zudem die weitere Monetarisierung von KI und der ehemaligen Twitter-Plattform X sowie der Ausbau der irdischen KI-Infrastruktur und der eigenen Chipfertigung. Geschäftswachstum soll durch orbitale KI und "digital human augmentation" gesichert werden – ein Konzept, das auch die von Musk gegründeten Firma Neuralink verfolgt und Science-Fiction-Lesern aus Cyberpunk-Romanen bekannt ist.

Das sind lediglich die aktuellen Geschäftsbereiche, in denen SpaceX sofortiges Wachstum erzielen will. Um die Börsenbewertung zu rechtfertigen, ist weiteres Wachstum in Zukunftsmärkten erforderlich.

Die Zukunftsmärkte von SpaceX ist terrestrischer Punkt-zu-Punkt-Transport, also Passagierflüge mit dem Starship – das bislang bei fast der Hälfte der Testflüge explodierte. Hinzu kommen Weltraumtourismus und industrielle Fertigung im Orbit. Vermutlich ist damit der Erdorbit gemeint.

Die Liste wird fortgesetzt mit Passagier- und Frachttransport sowie Energieerzeugung und – erneut – industrieller Fertigung auf Mond und Mars. Das ist eine Wiederholung; es bleibt unklar, warum hier nicht einfach die Ausweitung der Wachstumsstrategie auf den Mars genannt wird. Hinzu kommt Asteroidenbergbau.

SpaceX sieht weltweit mögliche Umsätze von 370 Milliarden US-Dollar für Raumfahrt und Raumtransport. Starlink soll jährlich 670 Milliarden US-Dollar adressieren; ein Markt für weitere 740 Milliarden US-Dollar soll sich im Mobilfunk finden und weitere 200 Milliarden in Geschäfts- und Regierungsaufträgen. Hinzu kommen 26.500 Milliarden US-Dollar Marktvolumen von KI.

Raumfahrt ist also in der Selbstbeschreibung des Geschäfts von SpaceX ein ebenso vernachlässigbarer Nebenaspekt wie das Autogeschäft bei Tesla. Dabei wird noch nicht einmal auf das am Anfang des Prospekts genannte Ziel eingegangen, das "Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu erweitern".

SpaceX hofft auf ein Viertel des weltweiten BIP

Der Gesamtmarkt, den SpaceX bedienen will, entspricht heute rund einem Viertel des Bruttoinlandsproduktes der Erde. Über die Außenhandelsbeziehungen der Erde mit dem Mond, dem Mars und den Kolonien des Asteroidengürtels sowie deren Wirtschaftslage lagen zu Redaktionsschluss keine konkreten Zahlen vor. Auch der wichtige Aspekt der Zölle beim Handel mit der Erdprovinz USA, wo sich der Firmensitz von SpaceX befindet, ist unbekannt.

Die Bewertung von Tesla und SpaceX beruht längst nicht mehr auf Elektroautos oder Raumfahrt, sondern auf Erwartungen an KI und Zukunftsmärkte, von denen bisher weit mehr in Science-Fiction-Romanen als in Wirtschaftsmagazinen zu lesen war, ohne dass sich die Realität seither so weitgehend verändert hätte. Genau diese Differenz zwischen den Erwartungen der Geschäftsleitung und der objektiven Realität scheint sich nun zunehmend in den Aktienkursen niederzuschlagen.

Adblock test (Why?)

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 24.07.2026 17:00

Von heise online — 24. Juli 2026 um 17:00

Neue Störungsmeldung für Provider T-Online

Details

Beginn
24.07.2026 17:00
Region
Ebersburg (06656)
Provider
T-Online
Zugangsart
VDSL

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 24.07.2026 12:00

Von heise online — 24. Juli 2026 um 12:00

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
24.07.2026 12:00
Region
Heppenheim Bergstraße (06252)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ iMonitor Internetstörungen

Störungsmeldung vom 24.07.2026 17:47

Von heise online — 24. Juli 2026 um 17:47

Neue Störungsmeldung für Provider Vodafone Kabel

Details

Beginn
24.07.2026 17:47
Region
Berlin (030)
Provider
Vodafone Kabel
Zugangsart
Kabel

Alle Details zur Störungsmeldung ansehen Eigene Internetstörung melden

✇ heise Security

Drei Fragen und Antworten: Wie KI wirklich bei der Schwachstellensuche hilft

Von Heise — 24. Juli 2026 um 14:53
Ein roter Spielzeugroboter mit Sprechblase

(Bild: iX)

Um KI erfolgreich in Code-Audits einzusetzen, ist die Wahl des Modells gar nicht so wichtig. Entscheidend ist der Workflow, damit man nicht in Funden versinkt.

KI als Spürhund für bessere Pentests und Codereviews einzusetzen, klingt im ersten Moment naheliegend. Aber ein Selbstläufer ist das nicht. Das zeigen die vielen Klagen der Open-Source-Projekte, die vor einer Flut von KI-Meldungen vermeintlicher Lücken stehen. Wie man seinen Workflow dafür anpassen muss, warum Mozilla das vorbildlich wuppt und wo jetzt der Flaschenhals liegt – das erklärt Stephan Zeisberg, Titelautor der neuen iX 8/2026.

Stephan Zeisberg ist Head of Research bei Security Research Labs (SRLabs) und forscht zu KI-gestützten Codeaudits und Schwachstellenanalyse.

(Bild: iX)

Wenn KI so viele Lücken aufspürt, müsste die Softwarewelt damit doch sicherer werden. Warum geraten stattdessen viele Open-Source-Projekte und Security-Teams gerade jetzt unter Druck?

Weil das reine Erzeugen einer Schwachstellen-Meldung inzwischen die billigste Stufe im Prozess geworden ist. Der eigentliche Wert entsteht aber erst weiter oben. Ein Befund wird erst dann zu Sicherheit, wenn ein Mensch prüft, ob er echt ist, ob er im konkreten System erreichbar ist und ob ein Patch das Problem wirklich löst. Genau dort sitzt jetzt der Engpass. curl hat sein Bug-Bounty-Programm im Januar eingestellt, HackerOne den Internet Bug Bounty im März pausiert, Node.js sein eigenes Bounty kurz danach suspendiert, und Linus Torvalds nennt die Linux-Kernel-Security-Liste im Mai öffentlich „almost entirely unmanageable“.

Alle geben denselben Grund an: KI-Werkzeuge produzieren plausibel klingende Reports schneller, als die Empfängerseite sie triagieren, verifizieren und beheben kann. Der Anteil echter Schwachstellen in diesen Reports ist niedrig geblieben, was massiv gestiegen ist, ist das Volumen. Wer nur mehr Findings zählt, misst nicht mehr Sicherheit, sondern die Belastung des Systems. Sicherer wird die Welt erst, wenn die Verifikationsseite mit der Discovery-Seite mitwächst, und das tut sie gerade nicht.

Was ist denn wichtiger für den Erfolg KI-gestützter Audits – ein möglichst starkes Modell oder doch eher der Workflow?

Beides zählt, aber der Hebel liegt eindeutig im Workflow, vor allem für Teams, die KI-Audits gerade erst einführen. Ein zusätzlicher Punkt auf einem Coding-Benchmark bringt weniger als eine ordentliche Reproduktions-Stufe im Prozess. Das zeigt Mozilla mit Firefox 150: 271 geschlossene Sicherheitsbugs in einem einzigen Release, darunter ein 20 Jahre alter Fehler in der XSLT-Engine, kamen nicht aus einem neuen Modell allein. Sie kamen aus einer Pipeline, in der jedes Modell-Finding einen reproduzierbaren Testfall mitbringen muss. Das Modell liefert Kandidaten, die Pipeline sortiert das Rauschen aus.

Mozilla hat seit Jahren eine Fuzzing-Infrastruktur mit reproduzierbaren Test-Cases, automatisierter Deduplizierung und integriertem Triage-Prozess aufgebaut. Darauf haben sie die agentische Test-Pipeline gesetzt, die das KI-Modell zwingt, jeden Befund mit einem reproduzierbaren Testfall zu belegen und die Reproduktion selbst zu fahren. Was sich nicht reproduzieren lässt, fällt raus, bevor ein Mensch es sieht. Der Punkt, der leicht übersehen wird: Neu ist nicht der Baustein, sondern die Kombination.

Umgekehrt gilt: Das stärkste Modell ohne diese Disziplin produziert mehr Rauschen, nicht mehr Sicherheit. Die 80 Prozent Falsch-Positive, die für 2024 und 2025 vielfach berichtet wurden, galten für Modelle, die ohne Reproduktions-Stufe direkt auf eine Codebasis angesetzt wurden. Mit einer disziplinierten Pipeline fällt der Wert deutlich. Welches Modell darauf läuft, ist am Ende zweitrangig gegenüber der Frage, ob überhaupt eine Pipeline da ist.

Und was sollte ein Team tun, das mit KI-Codeaudits starten will, aber nicht die ausgefeilte Infrastruktur Mozillas zur Verfügung hat?

Vor allem: nicht früh und breit einsetzen. Genau das produziert die Triage-Tretmühle, in der Reviewer nur noch Tool-Output aussortieren, statt selbst zu lesen. Was in der Praxis funktioniert, ist ein disziplinierter Einsatz in drei getrennten Stufen. KI vor dem Audit, um die Codebasis zu kartieren, Module und Eintrittspunkte zu identifizieren. KI während des Audits als Navigations- und Recherche-Hilfe. Und KI nach dem manuellen Review als zweite Sicht, die bekannte Muster prüft. Die Reihenfolge ist entscheidend: Wenn KI die erste Sicht liefert, prägt sie den Ersteindruck der Reviewer. Wenn sie die letzte Sicht ist, findet sie, was Menschen entgangen ist.

Dazu vier Regeln: Jedes KI-Finding braucht einen falsifizierbaren Reproduktionsfall, sonst bleibt es Hypothese. Die Findings-Menge wird pro Code-Bereich gedeckelt, damit die KI ihre Kandidaten selbst priorisiert; sonst lernen Reviewer, den ganzen Kanal zu ignorieren. Threat-Modell und die Einschätzung des Schweregrads bleiben in menschlicher Hand. Und wo KI auch Code schreibt, greift eine zusätzliche Schwelle mit dokumentierter Absicht und Negativ-Testfällen. Für Solo-Maintainer, die kritische Open-Source-Bibliotheken alleine tragen, ist das übrigens kein realistisches Programm. Dort ist die Antwort weniger ein besserer Workflow als eine gemeinschaftlich finanzierte Triage-Kapazität.

Stephan, vielen Dank für die Antworten! Einen Überblick, wie sich KI sinnvoll in Codereviews nutzen lässt, [1] gibt es in der neuen iX. Außerdem zeigen wir, wie KI-Tools im Unternehmensumfeld für Pentesting [2] genutzt werden. All das und viele weitere Themen finden Leser im August-Heft, das ab sofort im heise Shop [3] oder am Kiosk erhältlich ist.

In der Serie "Drei Fragen und Antworten" will die iX die heutigen Herausforderungen der IT auf den Punkt bringen – egal ob es sich um den Blick des Anwenders vorm PC, die Sicht des Managers oder den Alltag eines Administrators handelt. Haben Sie Anregungen aus Ihrer tagtäglichen Praxis oder der Ihrer Nutzer? Wessen Tipps zu welchem Thema würden Sie gerne kurz und knackig lesen? Dann schreiben Sie uns gerne [4] oder hinterlassen Sie einen Kommentar im Forum.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377461

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/select/ix/2026/8/2613108131231293974
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Wie-KI-Tools-im-Unternehmensumfeld-fuer-Pentesting-genutzt-werden-11364169.html
  3. https://shop.heise.de/ix-08-2026/print
  4. mailto:axk@ix.de
  5. https://www.heise.de/ix
  6. mailto:axk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Web.de und GMX rüsten Passkeys nach

Von Heise — 24. Juli 2026 um 13:23
Juristin mit einem Sicherheitsschloss in der Hand

(Bild: Have a nice day Photo/Shutterstock.com)

Die United-Internet-Töchter GMX und Web.de führen jetzt Passkeys ein. Sie verbessern damit die Sicherheit und den Schutz vor Phishing.

Der Passwort-Nachfolger Passkey [1] zieht in weitere Dienste ein. Jetzt legen auch die United-Internet-Töchter GMX und Web.de nach und bieten Kunden den besseren Zugangsschutz an.

Nach wie vor ist Phishing von Zugangsdaten ein großes Problem. Ständig versuchen Cyberkriminelle, Opfer zu finden, ihnen die Zugangsdaten abzuluchsen und damit dann weiteren Schaden anzurichten. Das sollen Passkeys erschweren: Sie verknüpfen einen Zugang direkt mit einem Gerät oder Passwortmanager. Der Zugriff von anderen Maschinen aus ist ohne die privaten Schlüssel nicht möglich. Damit gelingt Angreifern kein Zugriff mehr über Nutzername und Passwort und gegebenenfalls in ausgeklügelteren Angriffen ausgeforschte Einmal-Zeichenfolgen der Mehr-Faktor-Authentifizierung.

Anmelden ohne Passwort

Passkeys erhöhen nicht nur die Sicherheit, sondern auch den Komfort. Zur Anmeldung an einer Webseite oder einem Dienst ist nur ein biometrischer Nachweis der Identität nötig, etwa über Fingerabdruckscanner, Lächeln in die Kamera oder die Freigabe über das Smartphone. Nutzerinnen und Nutzer müssen sich keine Passwörter mehr merken.

Um in den Genuss des einfachen Passkey-Logins zu kommen, müssen Interessierte ihn bei GMX und Web.de zunächst einrichten. Das ist aber schnell erledigt, wenn man das Handy zur Hand hat. Auf „Login“ bei dem jeweiligen Angebot klicken, dort „iPhone, iPad oder Android-Gerät“ auswählen und dann den QR-Code scannen. Dann muss „Passkey verwenden“ angeklickt und die Anmeldung mittels Biometrie oder PIN bestätigt werden. GMX hat eine ausführlichere Anleitung [2] online eingestellt, ebenso findet sich eine bei Web.de [3].

Sowohl GMX als auch Web.de erklären weiter, dass die Aktivierung von Passkeys ohne Risiko abläuft. Der Zugang mittels Passwort funktioniert auch weiterhin parallel. Das dient auch als Backup, wenn der Login mittels Passkey fehlschlägt, das Handy verloren geht oder schlicht nicht zur Hand ist. Mit einigen Passwort-Managern wie Bitwarden lassen sich Passkeys auch so abspeichern, dass sie geräteübergreifend nutzbar sind.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377564

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/thema/Passkey
  2. https://hilfe.gmx.net/account/passkeys/index.html
  3. https://hilfe.web.de/account/passkeys/index.html
  4. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  5. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ heise Security

Kimi K3: Chinesische KI findet mehrere Zero-Day-Lücken in redis-Datenbank

Von Heise — 24. Juli 2026 um 11:47
Ai-powered,Automated,Debugging,Or,Troubleshooting.,Artificial,Intelligence,Diagnostics,And,Detection.

Die Buchstaben AI umfliegen Haken und Warndreiecke.

(Bild: tadamichi/Shutterstock.com)

Ein IT-Forscher hat mit der chinesischen KI Kimi K3 mehrere Zero-Day-Lücken in der redis-Datenbank entdeckt. Updates bestätigen die Funde.

Die Entwickler der quelloffenen In-Memory-Datenbank redis haben aktualisierte Versionen veröffentlicht, die mehrere Schwachstellen darin schließen. Sie bestätigen damit Sicherheitslücken, die ein IT-Forscher mit der chinesischen KI Kimi K3 gefunden hat. Die steht in Konkurrenz zu den aktuellen Spitzenmodellen von OpenAI und Anthropic [1] und beweist damit nun, dass sie tatsächlich Schwachstellen aufspüren kann.

Der User „Chaofan Shou“ hat auf X [2] gepostet, dass er mit der KI des chinesischen Start-ups Moonshot AI in 90 Minuten insgesamt 19 Zero-Day-Schwachstellen in der bis dahin aktuellen Fassung 8.8.0 der redis-Datenbank gefunden hat. Kimi K3 hat dabei auch Proof-of-Concept-Code (PoC) erstellt, um das Ausnutzen der Lücken zu demonstrieren. Shou hat ein GitHub-Repository mit den PoCs [3] veröffentlicht.

In der Nacht zum Freitag hat das redis-Projekt nun mehrere aktualisierte Versionen veröffentlicht, die zumindest Teile der vorgestellten Sicherheitslecks stopfen. redis 8.8.1, 8.6.5, 8.4.5, 8.2.8, 7.4.10, 7.2.15 und 6.2.23 [4] bessern mehrere der Schwachstellen aus. Die Entwickler bestätigen damit die Sicherheitslücken, im Beispiel etwa für den Exploit „P88W“ [5] aus dem Schwachstellenrepository.

Updates zügig anwenden

Eine Einordnung des Schweregrads der Lücken sowie etwa CVE-Schwachstelleneinträge fehlen derzeit noch. Allerdings macht es der verfügbare Proof-of-Concept-Code Angreifern leichter, die Sicherheitslecks zu missbrauchen. IT-Verantwortliche sollten daher zügig auf die aktualisierte redis-Version ihres eingesetzten Entwicklungszweigs updaten. Quellcode steht bereit, die Linux-Distributionen dürften kurzfristig ebenfalls Aktualisierungen in der Softwareverwaltung bereitstellen.

Die Kimi-K3-KI von Moonshot AI erfährt eine große Nachfrage. Der Anbieter hat neue Abonnements aufgrund von GPU-Engpässen vorerst gestoppt. Der Beleg, dass Kimi K3 Schwachstellen aufspürt und Exploit-Code erzeugt, dürfte das Interesse daran weiter wachsen lassen. Das war bislang Domäne etwa von Anthropics Mythos oder Fable [6] oder OpenAIs Codex Security [7].


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11377360

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/news/Chinas-neuer-KI-Riese-Moonshot-AI-fordert-US-Dominanz-heraus-11369310.html
  2. https://x.com/Fried_rice/status/2080190071102460108
  3. https://github.com/berabuddies/redis-poc
  4. https://github.com/redis/redis/releases
  5. https://github.com/RedisBloom/RedisBloom/pull/1038
  6. https://www.heise.de/news/Anthropic-veroeffentlicht-Claude-Mythos-5-als-Fable-5-mit-Einschraenkungen-11326637.html
  7. https://www.heise.de/news/OpenAI-startet-Vorschau-auf-KI-Schwachstellenscanner-Codex-Security-11203826.html
  8. https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
  9. mailto:dmk@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ c't-Themen

heise+ | Ray-Ban Meta Blayzer Optics (Gen 2) im Test: Smarte Brille für den Alltag

Von Heise — 24. Juli 2026 um 14:00

Meta und Ray-Ban machen ihre Smart Glasses alltagstauglicher: Die neue Blayzer setzt vor allem auf besseren Sitz, höheren Komfort und mehr „Brillengefühl“.

Der französisch-italienische Optikriese EssilorLuxottica hat in Zusammenarbeit mit Meta das Portfolio an KI-Brillen seiner Marke Ray-Ban erweitert: Hinzugekommen sind die hier getestete, Blayzer Optics (Gen 2) mit rechteckigem Gestell und die Scriber Optics (Gen 2) in ründlicher „Panto“-Form, erhältlich jeweils in den Größen Standard und Large sowie in vier Farben. Sie richten sich laut Hersteller vor allem an Menschen, die Gläser mit Sehstärken benötigen. Der Partner Apollo-Optik bietet die neuen „Optics“-Brillen passend dazu aktuell nur mit Sehhilfen an, in den Online-Stores von Meta und Ray-Ban bekommt man sie aber auch ohne Korrekturgläser.

Die spezielle Ausrichtung auf Brillenträger ist zunächst nicht unbedingt klar ersichtlich. Immerhin lassen sich bei den Ray-Bans mit Meta-Technik schon seit der ersten Generation ab Werk Einstärken- und Gleitsichtgläser mitbestellen beziehungsweise nachträglich beim Optiker einsetzen. Dass man bei den neuen Modellen höhere Werte (von – 12 bis + 6 Dioptrien) angeben kann als bei den ersten Meta-Brillen (damals zwischen −6,00 und +4,00 Dioptrien), ist erfreulich, gilt aber etwa auch für die zweite Generation der Ray-Ban Wayfarer.

Erst bei genauerem Hinsehen sieht man, dass sich die neuen Modelle gleich an mehreren Stellen individuell auf den Träger anpassen lassen. Und dann wird auch klar, in welche Richtung Meta und Ray-Ban mit den neuen Modellen gehen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11362534

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tests/Ray-Ban-Meta-Blayzer-Optics-Gen-2-im-Test-Smarte-Brille-fuer-den-Alltag-11362534.html
  2. https://www.heise.de/tests/Meta-Ray-Ban-Display-im-Test-Smartglasses-mit-Mini-Anzeige-und-Gestensteuerung-11142776.html
  3. https://www.heise.de/tests/Rokid-Glasses-Smarte-Brille-mit-Projektion-und-Kamera-im-Vorabtest-10622486.html
  4. https://www.heise.de/tests/Smart-Glasses-Was-die-neue-Generation-smarter-Brillen-kann-10337741.html
  5. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Smarte-Brille-Ray-Ban-Meta-nach-KI-Update-10372935.html
  6. https://www.heise.de/tests/Im-Test-Smarte-Brille-Even-Realities-G1-mit-Projektion-10397430.html
  7. https://www.heise.de/tests/Smart-Glasses-Was-Brillentraeger-beachten-muessen-10392376.html

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

✇ Mac & i ff.org

USA: Apple plant Leasing-Programm zusammen mit Klarna

Von Heise — 24. Juli 2026 um 12:07
Klarna-Schriftzug an Glastür

Klarna-Firmensitz: Mieten statt kaufen.

(Bild: Mats Wiklund / Shutterstock.com)

iPhones, Macs und Co. werden immer teurer. Apple versucht, das mit einem neuen Mietangebot auszugleichen. Dabei hilft der Finanzdienst Klarna.

Apple hat zusammen mit dem schwedischen „Pay Later“-Anbieter Klarna [1] ein neues Mietmodell für Hardware-Produkte aufgesetzt. Das sogenannte Apple Upgrade soll laut einem Medienbericht in der kommenden Woche zunächst in den USA starten. Es dürfte dem Konzern dabei helfen, auch in Zeiten der RAM- und NAND-Inflation [2] hohe Stückzahlen abzusetzen, indem Kunden ihre Geräte zu vergleichsweise günstigen Raten leasen und dazu regelmäßig austauschen.

Unterschiede zum iPhone Upgrade

Neu ist dabei, dass das Apple Upgrade offenbar für fast alle größeren Hardware-Produkte des Konzerns zu gelten scheint, also iPhone, Mac, iPad sowie Apple Watch. In den USA und auch in Deutschland [3] wurde bislang für iPhones das sogenannte iPhone Upgrade offeriert. Dabei wird das Handy über 24 Monate finanziert und kann nach 11 Raten unter bestimmten Bedingungen gegen ein neues Modell ausgetauscht werden.

Laut einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg [4] handelt es sich beim Apple Upgrade um „eine der größten Veränderungen“ für den Geräteverkauf des Konzerns. Wie üblich ist dabei nicht Apple selbst der Leasinggeber, stattdessen verlässt sich der Konzern auf einen Partner. Klarnas Aktie konnte von dem Bericht profitieren und stieg zeitweise zweistellig.

Keine Geräteversicherung enthalten

Apple scheint sich beim Apple Upgrade am Fahrzeug-Leasing zu orientieren. Dabei kann man – gegen Zuzahlung – das Gerät am Ende des Leasings behalten, frühzeitig auf ein neues Modell umsteigen oder das Leasing beenden, wobei es jeweils zur Gebührenpflicht an Klarna kommen kann. iPhones und Apple-Uhren werden für 24 Monate gemietet, Mac und iPad mindestens für 36 Monate. Apple plant, das Programm mit geringeren Leasing-Ratenzahlungen zu bewerben, als derzeit für die „echte“ Finanzierung aufgebracht werden muss.

iPhone Upgrade und andere Finanzierungsoptionen sollen in den USA dann wegfallen. Während iPhone Upgrade zumindest in den USA auch den AppleCare-Versicherungsschutz umfasste, soll dieser beim Apple Upgrade nicht verfügbar sein. In den USA hatte Apple den Dienst zuletzt im vergangenen Jahr als Apple Care One zu einem Aboangebot zusammengefasst [5]. Zuvor war eine Einmalzahlung innerhalb von 60 Tagen der Standard. Apple soll schon seit längerem erwogen haben, seine Hardware künftig auch zu vermieten – ein internes Projekt wurde allerdings dann aufgegeben. Mit Klarna wurde nun ein externer Partner gefunden.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11375568

Links in diesem Artikel:

  1. https://www.heise.de/tipps-tricks/Was-ist-Klarna-6002720.html
  2. https://www.heise.de/news/Tim-Cook-zur-Speicherkrise-Apple-kuendigt-Preiserhoehung-an-11336693.html
  3. https://www.apple.com/de/shop/browse/upgrade
  4. https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-07-21/apple-to-launch-upgrade-device-leasing-program-with-klarna-to-spur-sales?srnd=undefined
  5. https://www.heise.de/news/AppleCare-One-Apple-buendelt-Hardware-Versicherungen-in-einem-Abo-10497703.html
  6. https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
  7. https://www.heise.de/mac-and-i
  8. mailto:bsc@heise.de

Copyright © 2026 Heise Medien

Adblock test (Why?)

❌