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Windkraft in Deutschland am Ende?

Von Christoph Jehle

Christoph Jehle

Symbolbild aus dem Inneren eines Furiionsreaktors

(Bild: JavierLizarazo, shutterstock)

Bundeskanzler Merz bezeichnet die Windkraft in Deutschland als Übergangstechnologie. Er setzt Kernfusion, was Strom für Deutschland wieder billig machen soll.

Schon bevor Friedrich Merz zum Kanzler gewählt wurde, hat er der Bevölkerung deutlich gemacht [1], dass er von der Windkraft nicht überzeugt sei, weil Windmühlen hässlich seien. "Ich glaube sogar, dass wir, wenn wir was richtig machen, eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können, weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen", zitierte [2] ihn das Handelsblatt schon Ende 2024.

Merz will stattdessen, dass die Möglichkeiten der Kernfusion in Deutschland erprobt werden. Aus dem Erproben scheint inzwischen die Hoffnung auf den verbindlichen Einsatz in Deutschland geworden zu sein.

Der Kanzler erwartet, dass Deutschland nur noch "zehn Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre" auf Windkraft angewiesen bleibe. Verblüffend ist diese Aussage vor allem, weil Merz sie auf dem dritten Nordsee-Gipfel in Hamburg [3] äußerte – kurz nachdem er gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Regierungschefs aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen milliardenschwere Investitionen in neue Windkraftanlagen in der Nordsee angekündigt hatte.

Niemand investiert mehr in deutsche Offshore-Windkraftanlagen

Nachdem im vergangenen Jahr die Ausschreibung für Offshore-Windflächen in der Nordsee ohne Gebote [4] von Investoren zu Ende gegangen war, hat die Bundesregierung für 2026 auf eine erneute Ausschreibung verzichtet und will erst im kommenden Jahr [5] wieder Offshore-Windflächen zur Nutzung ausschreiben.

Ob es der Bundesregierung in 2027 gelingen wird, Investoren für eine Übergangstechnologie zu gewinnen, die möglicherweise schon so zeitnah wieder obsolet wird, wie vom Bundeskanzler erwartet, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.

Mit dem Bau von Windkraftanlagen alleine ist der Investitionsplan für diese Anlagen ja nicht abgeschlossen. Wenn niemand in die Wartung der Anlagen investieren will, weil damit gerechnet werden muss, dass sie schon in absehbarer Zeit zurückgebaut werden sollen, dürfte ein wichtiger Baustein verloren gehen.

Das Problem wird jedoch nicht nur für die Wartung und die Ausbildung der Wartungstechniker von Bedeutung sein, sondern auch für die Banken, über welche der Anlagenbau finanziert werden soll und die sich möglicherweise in eine Technik einarbeiten wollen, die nur eine Lebenserwartung von maximal drei Jahrzehnten haben könnte.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Während Windkraft und PV weitgehend ausentwickelt, beherrschbar und finanzierbar erscheinen, kann man dies für die Kernfusion nicht behaupten. Bei diesem Verfahren werden Atomkerne unter extremen Temperaturen miteinander verschmolzen, wodurch große Energiemengen freigesetzt werden.

Im Unterschied zur Kernspaltung entstehen bei der Kernfusion nur in begrenztem Umfang radioaktive Rückstände und eine unkontrollierbare Kettenreaktion in einem Fusionskraftwerk ist aus physikalischen Gründen unmöglich.

Wie bei der Atomkraft aber auch bei den Erneuerbaren, bei welchen die Sonne versprach, keine Rechnung zu schicken, werden auch bei der Fusion die kostenträchtigen Rahmenbedingungen einfach ausgeblendet. Da stellt sich beispielsweise die Frage, wie sich Erzeugung und zappelnder Verbrauch in Einklang bringen lassen, wie also die notwendige Flexibilität gesichert werden kann.

Kernfusion im Alleingang?

Die Merz'sche Hoffnung, dass mit der Kernfusion der Strom so günstig werde, dass es keine anderen Erzeugungsmethoden mehr brauche, ist mit Sicherheit zu kurz gegriffen. Daher erscheint es auch fragwürdig, jetzt alles auf eine Karte zu setzen und beispielsweise den dringend nötigen Netzausbau zurückzufahren, wenn das Geld nicht für beides ausreicht.

Mit Blick auf die internationale Entwicklung versucht der Kanzler, Deutschland zu motivieren, bei der Fusionsforschung eine führende Rolle zu übernehmen. Motivation zur Forschung bedeutet in Deutschland jedoch traditionell, das Scheckbuch zu zücken und auf Verdacht Geld auszugeben

So nimmt es nicht Wunder, dass die Bundesregierung Anfang Oktober 2025 mit dem Aktionsplan für das weltweit erste Fusionskraftwerk in Deutschland [6] eine milliardenschwere Förderung beschlossen hat, um Entwicklung und Aufbau der Technologie zu beschleunigen. Zudem sollen die bestehenden gesetzlichen Vorgaben gelockert und das industrielle Umfeld rund um Anlagenbau und Zuliefertechnik gezielt unterstützt werden.

Iter-Versuchsreaktor ohne Bedeutung?

Ein industriegeführtes Konsortium aus vorrangig deutschen Unternehmen soll das Kraftwerk errichten. Es soll aus Start-ups, etablierten Unternehmen aus der Industrie und Akteuren aus der Wissenschaft bestehen. Das steht in klarem Kontrast zum Iter-Versuchsreaktor im französischen Cadarache, wo untersucht werden soll, ob sich Fusionsprozesse technisch kontrolliert und dauerhaft betreiben lassen.

In Deutschland arbeiten derzeit vier Unternehmen an unterschiedlichen technischen Ansätzen. Das sind Gauss Fusion [7] in Garching und Proxima Fusion [8] in München, die auf sogenannte Stellaratoren setzen, bei welchen Magnetfelder das heiße Plasma stabilisieren sollen, während Marvel Fusion [9] in München und Focused Energy [10] in Darmstadt die Laser-Fusion verfolgen, bei der starke Lichtimpulse die Reaktion auslösen.

Doch bis zur Marktreife werden die Windräder weiter dringend gebraucht, und die Branche ist auf Planungssicherheit über die gesamte Lebensdauer der Anlagen angewiesen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11168951

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-merz-windraeder-abbauen-weil-sie-haesslich-sind/100086819.html
[2] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-merz-windraeder-abbauen-weil-sie-haesslich-sind/100086819.html
[3] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260126-mehr-grenzueberschreitender-ausbau-von-windenergie-auf-see-und-staerkung-der-offshore-branche.html
[4] https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/windenergie/keine-bieter-fuer-windparks-in-der-nordsee
[5] https://www.handelsblatt.com/dpa/erneuerbare-energie-regierung-will-ausschreibung-von-nordsee-flaechen-verschieben/100195573.html
[6] https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2025/10/011025-aktionsplan-fusion.html?templateQueryString=fusion+2040
[7] https://gauss-fusion.com/
[8] https://www.proximafusion.com/
[9] https://marvelfusion.com/
[10] https://www.focused-energy.co/

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  • 09. Februar 2026 um 13:00

KI-Assistent OpenClaw bekommt VirusTotal an die Seite

Von Heise
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(Bild: Balefire / Shutterstock.com)

Der Entwickler von OpenClaw beabsichtigt mit einer VirusTotal-Partnerschaft die Verbreitung von Malware-Skills einzudämmen.

Damit Cyberkriminelle den Skill-Marketplace ClawHub des KI-Assistenten OpenClaw nicht mit Schadcode-verseuchten Erweiterungen überfluten, überwacht ab sofort Googles Online-Virenscanner VirusTotal die Plattform.

Gefundenes Fressen für Angreifer

Diese Partnerschaft hat der OpenClaw-Entwickler jüngst in einem Beitrag [1]bekannt gegeben. OpenClaw ist ein besonders mächtiger KI-Assistent, der je nach Einstellung unter anderem über weitreichende Systemrechte verfügt, Anwendungen nutzt und sogar Software eigenständig installiert, um bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Befehle nimmt er unter anderem über Chatclients wie Signal entgegen. Hat OpenClaw etwa Vollzugriff auf einen Passwortmanager, um bestimmte Aufgaben erledigen zu können, ist das für den Nutzer zwar praktisch, aber auch ein immenses Sicherheitsrisiko [2].

Das haben Cyberkriminelle längst auf dem Schirm und verbreiten auf dem offiziellen Skills-Marketplace ClawHub [3] mit Malware verseuchte Erweiterungen. Dort kann man kostenlose Skills für bestimmte Aufgaben wie eine Analyse und Auswertung von aktuellen Bitcoin-Entwicklungen herunterladen. Doch manche Skills machen nicht das, was die Beschreibung verspricht, sondern lesen etwa heimlich Passwörter aus und schicken sie an Kriminelle. Wie Sicherheitsforscher von VirusTotal in einem Bericht angeben [4], sind sie bereits auf Hunderte solcher verseuchten Erweiterungen gestoßen.

Ein weiterer Security-Baustein

Um das Hochladen von Malware-Skills einzudämmen, schauen die Scanner von VirusTotal in Uploads, um Schadcode-Passagen zu entdecken. Verdächtige Skills werden gesperrt und sind nicht downloadbar. Bereits hochgeladene Skills sollen täglich erneut gescannt werden, um nachträglich hinzugefügte Malware zu entdecken.

Weil der primär signaturbasierte Ansatz „nur“ bereits bekannte Trojaner und Hintertüren findet, ist das natürlich kein Allheilmittel. Von Angreifern sorgfältig ausgearbeitete Payload-Prompts können durchrutschen. In der Summe ist die Partnerschaft aber sinnvoll und ein weiterer Baustein, den mächtigen KI-Assistenten sicherer zu machen.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11169414

Links in diesem Artikel:
[1] https://openclaw.ai/blog/virustotal-partnership
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Sicherheitsrisiken-von-KI-Assistenten-wie-OpenClaw-11164056.html
[3] https://clawhub.ai/
[4] https://blog.virustotal.com/2026/02/from-automation-to-infection-how.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:des@heise.de

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  • 09. Februar 2026 um 09:33

CarPlay mit KI: KI-Apps künftig erlaubt

Von Heise
Apple CarPlay

Apple CarPlay: Bislang beherrscht Siri bei Assistenzsystemen das Bild.

(Bild: Apple)

Bislang wurden KI-Anwendungen als Apps für Apples iPhone-Fahrzeugintegration nicht zugelassen. Das soll sich bald ändern.

Apple lässt nach wie vor nicht jede App ins Auto: Bei CarPlay gibt es spezifische Genehmigungen für unterschiedliche Kategorien. Nicht dabei bislang: Anwendungen großer KI-Anbieter mit Voice-Mode-Funktion. Spätestens mit iOS 26.4, das im April oder Mai erwartet wird, könnte sich das ändern: Apple bereitet einem US-Medienbericht zufolge [1] die Zulassung von KI-Apps vor. Damit soll es möglich sein, über CarPlay direkt Chatbots per Sprache anzusprechen, etwa ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic oder Gemini von Google.

KI-Ansprache direkt – aber nicht wie Siri

Damit würde es iPhone-Besitzern erstmals möglich, solche Anwendungen direkt über das Hauptdisplay des Fahrzeugs anzusprechen – bislang ging das nur über das Smartphone. Was allerdings nicht vorgesehen ist, wäre der gänzliche Ersatz von Apples eigener Sprachassistentin Siri. Diese ist über einen Standardknopf im Auto sowie im CarPlay-Interface erreichbar. Apple will sie aber nicht für Drittanbieter freigeben. Stattdessen muss die jeweilige App erst geöffnet werden, was die Bequemlichkeit stört. Auch ein sogenanntes Wake Word soll es für die KI-Apps zunächst nicht geben, das geht ebenfalls weiterhin nur mit Siri.

Siri arbeitet auch im Auto bislang mehr schlecht als recht [2]. Nutzer verwenden die Sprachassistentin unter anderem, um Navigationen zu starten, Nachrichten zu beantworten oder die Musikwiedergabe zu steuern. Ein echter Dialog ist mit Siri aber nicht möglich. Bislang behelfen sich User mit verschiedenen Workarounds, so kann man etwa einen Kurzbefehl nutzen, um ChatGPT anzusprechen und diesen dann in CarPlay aufrufen.

Apple lässt sich von Google helfen

Apple hat noch keine technischen Details genannt, wie die CarPlay-Integration von KI-Apps ablaufen soll. Der Konzern arbeitet selbst an einer besseren Assistenzfunktion, die Googles Gemini [3] nutzt. Erste Verbesserungen sind mit iOS 26.4 geplant, das im April oder Mai erscheint. Echtes „Weltwissen“ soll Siri aber nicht vor iOS 27 im kommenden Herbst erhalten, dann mit „echter“ Chatbot-Funktionalität dank Google-Technik.

Unterdessen kommt auch langsam Apples verbessertes CarPlay, CarPlay Ultra [4], auf mehr Fahrzeuge. Nach der Luxusmarke Aston Martin ist angeblich Kia aus Südkorea als nächste Marke dran.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11169712

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-06/apple-plans-to-allow-outside-voice-controlled-ai-chatbots-in-carplay
[2] https://www.youtube.com/watch?v=kTefnhbg0Ig
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-zu-neuen-Plaenen-Macht-Apple-bei-KI-jetzt-alles-besser-11150262.html
[4] https://www.heise.de/news/CarPlay-Ultra-Autohersteller-fahren-offenbar-nicht-drauf-ab-10459865.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de

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  • 09. Februar 2026 um 12:17

Bericht: Neue MacBooks, iPads und iPhones in den kommenden Wochen

Von Heise
Apple-Laden in Shanghai

Ein Apple-Laden in Shanghai (Symbolbild): Bald wieder was zu shoppen?

(Bild: gob_cu / Shutterstock)

Apple steht offenbar kurz davor, verschiedene Hardware-Reihen zu aktualisieren. Allerdings bremst Software den Konzern aus, heißt es in einem Bericht.

Apple steht offenbar kurz vor dem Release verschiedener neuer Produkte. Das berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg [1]. Den Angaben zufolge stehen mindestens drei Baureihen vor einer Aktualisierung, wobei Apple offenbar abhängig davon ist, wann seine neuen Betriebssysteme erscheinen. Die haben zwar in Version 26.3 kürzlich den Release-Candidate-Status [2] erreicht, könnten aber noch bis Anfang März benötigen.

iPads und neues iPhone

Beim iPad sind offenbar gleich zwei neue Modelle geplant. Das Standard-iPad soll Baureihe 12 erreichen und den A18-Chip aus dem iPhone 16 und 16 Pro erhalten. Das wäre ein großer Vorteil, da das Gerät damit erstmals offiziell kompatibel zu Apple Intelligence [3] würde, das aktuelle iPad 11 [4] mit seinem veralteten A16 darf hier noch nicht mitmachen. Apple würde damit recht schnell aktualisieren, die letzte Generation erschien im Frühjahr 2025. Ein zweites neues iPad-Modell betrifft das iPad Air. Hier landet der Konzern wohl bei der SoC-Generation M4 (vom M3 [5], erschienen ebenfalls im Frühjahr 2025). Der Formfaktor beider Geräte soll sich nicht verändern – auch der Funktionsumfang bleibt angeblich gleich.

Zweite Baureihe, die Apple offenbar (sehr) bald anfasst, ist sein Einsteiger-iPhone, gekennzeichnet mit dem Buchstaben „e“: Aus dem iPhone 16e [6] soll das 17e [7] werden. Bloomberg meint, dass die Geräte den A19 aus dem iPhone 17 erhält, außerdem Apples aktuelle WLAN/Bluetooth- (N1) und Mobilfunkchips (C1X). Die Geräte bekommen erstmals MagSafe [8] zum Aufladen – eventuell auch eine Dynamic Island statt der aktuellen „simplen“ Einkerbung, die derzeit vom iPhone 14 abstammt. Unklar bleibt, wann die Geräte erscheinen. Es gibt einen Bericht, dass es beim iPhone 17e bereits am 19. Februar [9] soweit sein könnte, allerdings wäre das für Apple ein äußerst ungewöhnlicher Donnerstag. Grundsätzlich ist mit den neuen Modellen in den kommenden Wochen zu rechnen.

MacBook Pro M5 Pro und M5 Max

Schon lange wird außerdem auf das MacBook Pro mit verbesserten M5-SoCs gewartet. Im Herbst erschien das Midrange-Modell mit M5 und 14 Zoll [10]. Es fehlen die Varianten mit 16 Zoll sowie M5 Pro und M5 Max. Laut Bloomberg ist mit diesen nun „in der Woche des 2. März“ zu rechnen. Die Begründung ist wie oben erwähnt, dass angeblich erst dann macOS 26.3 erscheint.

Die alten Varianten mit M4 Pro und M4 Max, die weiterhin im Handel sind, haben derzeit Lieferverzögerungen, was ein typisches Merkmal für einen Modellwechsel ist. Weiterhin im Plan sind Mac mini und Mac Studio mit M5-Chips, diese kommen laut Bloomberg „nicht viel später“ als Apples Frühlings-Refresh, denkbar wäre hier April. Ebenfalls in der Pipeline ist ein MacBook Air mit M4.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11169676

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-02-08/apple-readies-iphone-17e-new-siri-entry-level-ipad-ipad-air-and-macbook-pro-mldr3hpk
[2] https://www.heise.de/news/Neue-M5-Chips-in-Apple-Release-Candidate-aufgetaucht-macOS-26-3-im-Anflug-11166514.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/22-Tipps-zu-iOS-18-4-Apple-Intelligence-auf-iPhones-in-Deutschland-10329236.html
[4] https://www.heise.de/tests/Das-neue-Einsteiger-iPad-im-Test-Gut-guenstig-10336535.html
[5] https://www.heise.de/tests/iPad-Air-M3-im-Test-Das-kann-Apples-neues-Mittelklasse-Tablet-10310432.html
[6] https://www.heise.de/tests/iPhone-16e-im-Test-Mehr-iPhone-fuer-Einsteiger-10303222.html
[7] https://www.heise.de/news/iPhone-Spekulationen-fuer-2026-und-2027-Dann-sind-17e-und-18-geplant-10572900.html
[8] https://www.heise.de/news/Kein-MagSafe-im-iPhone-16e-Das-sind-die-Gruende-laut-Apple-10301085.html
[9] https://www.macwelt.de/article/3051931/iphone-17e-19-februar-magsafe.html
[10] https://www.heise.de/tests/Staubsaugen-im-Apple-Home-Diese-Haushaltsroboter-lohnen-sich-10751677.html
[11] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[12] https://www.heise.de/mac-and-i
[13] mailto:bsc@heise.de

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  • 09. Februar 2026 um 11:53

heise+ | iPhone, Mac, iPad: So geht KI auch „for free“

Von Heise
iPhone mit KI-Apps

iPhone mit KI-Apps.

(Bild: Madlen Grunert / KI / heise medien)

Von Text über Bild bis zu Transkription: So nutzen Sie KI mit clever optimierten Bordmitteln und geschicktem App-Einsatz kostenlos auf Apple-Hardware.

Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz kann erstaunlich teuer sein: Abopakete beginnen oft erst bei 20 Euro im Monat und man kann, etwa wenn man mit KI-Systemen programmieren oder Videos generieren will, auch durchaus 200 Euro und mehr alle vier Wochen investieren.

Doch das muss nicht sein: Mit kostenlos verfügbaren Bordmitteln auf iPhone, Mac oder iPad, sowie zahlreichen Tools und Apps können Sie die spannende Technik auch gratis nutzen. 18 Tipps, wie Sie damit loslegen.

1 Aktuellste Apple-KI nutzen

Installieren Sie alle verfügbaren Updates auf iPhone, iPad und Mac, um Apples neueste KI-Modelle und -Funktionen zu verwenden. Der Hersteller dokumentiert Änderungen seiner Sprachmodelle leider nicht im Detail, verspricht aber grundlegende Verbesserungen mit Version 26. Zum Start von Apple Intelligence mit iOS 18 lieferten die Werkzeuge oft durchwachsene bis schlechte Ergebnisse. Das hat sich inzwischen aber spürbar gebessert – besonders bei der Text-, aber auch bei der Bildgenerierung.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11162420

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/OpenClaw-im-Selbstversuch-Erste-Schritte-mit-dem-Super-KI-Agenten-11167211.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Vision-Language-Model-Wie-FastVLM-hochaufloesende-Bilder-im-Browser-analysiert-11156884.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Privates-Wissensarchiv-Anleitungen-und-Co-mit-lokaler-KI-durchsuchen-11141754.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Parameter-in-KI-Modellen-Was-sie-bei-grossen-Sprachmodellen-wirklich-bedeuten-11139376.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Recht-Rechtskonformer-Einsatz-von-KI-Agenten-11133778.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Rechtliche-Tipps-zum-Selfhosting-von-LLMs-11099866.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/AutoML-Wie-KI-lernt-sich-selbst-zu-optimieren-11093914.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/Web-Suche-fuer-die-lokale-KI-So-schliessen-Ihre-LLMs-Wissensluecken-11116805.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/KI-Blase-Warum-Experten-vor-gravierenden-Folgen-fuer-Anleger-warnen-11094407.html
[10] https://www.heise.de/tests/DGX-Spark-Nvidias-Desktop-KI-Computer-im-Test-11102661.html

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  • 09. Februar 2026 um 08:00

heise+ | FAQ: Der Bausatz des c’t-Notfall-Windows 2026

Von Heise

Der Bausatz unsers Notfallsystems wirft in Leserhand neue und interessante Fragen auf. Einige beantworten wir hier.

Unser vom USB-Stick startendes Notfallsystem auf Windows-Basis hilft, wenn Windows in Schieflage geraten ist oder wenn Wartungsaufgaben anstehen, die besser nicht mit einer laufenden Installation auszuführen sind.

Wie Updates einspielen

Ich habe gelesen, dass es Updates für den Bausatz gibt, und habe im Bauprogramm PEBakery den Update-Knopf gedrückt. Es erscheint aber nur die Meldung „To be implemented“. Was mache ich falsch?

Nichts. Dieser Knopf ist tatsächlich funktionslos. Deswegen haben wir unter anderem eine eigene Update-Funktion in das als Basis verwendete PhoenixPE eingebaut. Sie steckt allerdings in den von PEBakery ausgeführten Skripten. Ein nach dem Starten des Bauprozesses früh aufgerufenes Skript prüft, ob es Updates gibt, lädt diese herunter und führt sie aus. Bei komplexeren Updates kann es sein, dass sich PEBakery beendet und Sie zuvor bittet, das Programm erneut zu starten – wenn Sie noch die ursprünglich veröffentlichte Fassung des Zip-Archivs mit dem Bausatz verwenden, sind sogar zwei Neustarts notwendig. Kurzum: Der Bausatz aktualisiert sich beim Starten automatisch.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11150565

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Der-Bausatz-des-c-t-Notfall-Windows-2026-11150565.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-11072902.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-Das-eigene-Notfallsystem-bauen-10813323.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Probleme-loesen-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090788.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Virensuche-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090802.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Treiber-im-c-t-Notfall-Windows-2026-nachinstallieren-11090807.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Notfall-Windows-und-Secure-Boot-11096057.html

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  • 09. Februar 2026 um 10:00

Brics-Staaten arbeiten an alternativem Zahlungssystem

Von Uwe Kerkow

Uwe Kerkow

Händer puzzeln Steine, die mit den Brics-Fahnen bedruckt sind

(Bild: Lightsring, shutterstock)

Indiens Zentralbank treibt die Verknüpfung digitaler Währungen voran. Man will die Abhängigkeit vom Dollar verringern, aber die USA nicht provozieren.

Die indische Zentralbank hat der Regierung in Neu-Delhi vorgeschlagen, die Verknüpfung der digitalen Zentralbankwährungen der Brics-Staaten auf die Tagesordnung des diesjährigen Gipfeltreffens zu setzen. Dies berichtet [1] die Nachrichtenagentur Reuters.

Indien hat 2026 den Vorsitz der Staatengruppe inne, zu der neben Brasilien, Russland, China und Südafrika mittlerweile auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran, Ägypten, Äthiopien und Indonesien gehören. Sollte der Vorschlag angenommen werden, wäre es das erste Mal, dass eine solche Initiative offiziell auf Brics-Ebene diskutiert wird.

Das Vorhaben zielt darauf ab, grenzüberschreitende Zahlungen für Handel und Tourismus zu erleichtern. Gleichzeitig könnte es die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern – ein Schritt, der in Washington auf Widerstand stoßen dürfte. US-Präsident Donald Trump hatte die Brics-Allianz bereits als "anti-amerikanisch" bezeichnet und mit Zöllen gedroht, sollten die Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Umgehung des Dollars ergreifen.

Sanktionen und systemische Risiken

Der Vorstoß der indischen Zentralbank ist auch eine Reaktion auf die zunehmende geopolitische Instrumentalisierung des Finanzsystems. Der Ausschluss Russlands aus dem Swift-System und das Einfrieren von rund 300 Milliarden US-Dollar russischer Reserven nach dem Einmarsch in die Ukraine haben gezeigt, wie verwundbar Staaten gegenüber den westlich dominierten Finanzstrukturen sind.

Auch Iran, Nordkorea und Kuba waren bereits von ähnlichen Maßnahmen betroffen. Für viele Brics-Staaten war der Fall Russland jedoch ein Wendepunkt: Wenn selbst die Vermögenswerte eines Landes dieser Größe eingefroren werden können, ist kein Staat vor solchen Eingriffen sicher.

Dabei zielt die aktuelle Initiative nicht auf eine Währungsunion ab. Stattdessen sollen die nationalen digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) – wie die digitale Rupie, der digitale Yuan und der digitale Rubel – über eine gemeinsame Infrastruktur miteinander verbunden [2] werden. Auch sollte die Initiative nicht mit Brics-Pay [3] verwechselt werden.

Verknüpfte Zahlungssysteme

Jede Währung bleibt vollständig unter der Kontrolle der jeweiligen Zentralbank. Was sich ändert, ist die technische Infrastruktur, die es diesen Währungen ermöglicht, effizienter miteinander zu interagieren.

In der Praxis würde dies bedeuten, dass grenzüberschreitende Zahlungen direkt in den jeweiligen Landeswährungen abgewickelt werden können, ohne den Umweg über Korrespondenzbanken oder das US-Dollar-zentrierte Swift-System nehmen zu müssen.

Für die Teilnehmerstaaten bedeutet das zügigere Abwicklung, niedrigere Transaktionskosten und geringere Anfälligkeit gegenüber Sanktionen oder Vermögensbeschlagnahmungen durch westliche Regierungen.

Abwicklung über Distributed-Ledger- oder Blockchain-Technologie

Die technische Grundlage des geplanten Systems ähnelt [4] dem mBridge-Projekt [5] der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Dabei ermögliche eine neutrale Vermittlungsinstanz, die auf Distributed-Ledger [6]- oder Blockchain-Technologie basiert, die direkte Abwicklung von CBCD-Devisentransaktionen nach dem Payment-versus-Payment [7]-Prinzip.

Bei diesem Ansatz werden beide Seiten einer Transaktion gleichzeitig und endgültig abgewickelt, wodurch Abwicklungs- und Erfüllungsrisiken eliminiert werden. Es besteht weder eine gemeinsame Währung noch ein gemeinsames Hauptbuch oder eine supranationale Behörde.

Handelsungleichgewichte

Ein zentrales Problem bisheriger bilateraler Handelsabkommen in Landeswährungen ist die Anhäufung nicht verwendbarer Währungsreserven. Russland sammelte beispielsweise große Mengen indischer Rupien an, für die es kaum Verwendung hat. Um solche Ungleichgewichte zu vermeiden, sieht das Brics-Konzept zwei Mechanismen vor: Verrechnungszyklen und Devisen-Swap-Linien zwischen Zentralbanken.

Verrechnungszyklen funktionieren wie ein periodisches Abrechnungssystem. Statt jede einzelne Transaktion sofort abzuwickeln, werden alle Zahlungen zwischen zwei Ländern über einen festgelegten Zeitraum gesammelt. Am Ende des Zyklus wird nur die Nettodifferenz beglichen.

Wenn etwa indische Importe aus China in einem Monat 500 Milliarden Rupien betragen und chinesische Importe aus Indien 400 Milliarden, muss nur die Nettodifferenz von 100 Milliarden übertragen werden. Dies reduziert die Menge an Währung, die physisch bewegt werden muss, senkt die Kosten und verhindert, dass ein Land mit einem großen, unbrauchbaren Überschuss der Währung des anderen sitzt.

Devisen-Swap-Linien dienen als Liquiditätspuffer. Dies sind vorab vereinbarte Abkommen zwischen Zentralbanken, bestimmte Beträge ihrer Währungen für einen festen Zeitraum zu tauschen. Benötigt ein Land plötzlich mehr von der Währung eines Partners – etwa aufgrund einer saisonalen Importspitze –, kann seine Zentralbank diese Währung vorübergehend über die Swap-Linie "leihen".

Unterschiede zu SWIFT

Das geplante Brics-System unterscheidet sich grundlegend von Swift. Swift ist ein reines Nachrichtensystem, das Zahlungsanweisungen zwischen Banken übermittelt. Die eigentliche Wertübertragung erfolgt über Korrespondenzbanken und häufig in US-Dollar, was das System langsam, teuer und anfällig für politischen Druck macht.

Das Brics-Modell zielt hingegen auf eine direkte Wertübertragung und finale Abwicklung in den jeweiligen Landeswährungen ab. Transaktionen zwischen digitalen Geldbörsen werden sofort abgewickelt, ohne dass traditionelle Interbanken-Nachrichtensysteme für die Endgültigkeit erforderlich sind.

Jede vorgeschlagene Nachrichteninfrastruktur soll daher mit ISO-20022-Geschäftsprotokollen für Anweisungsfluss, Prüfung und regulatorische Berichterstattung übereinstimmen. Das CBDC-Ledger selbst bleibt auf Werttransfer und Abwicklungsendgültigkeit beschränkt, wodurch regulatorische Sichtbarkeit erhalten bleibt, ohne die Effizienzgewinne zu opfern, die digitale Zentralbankwährungen bieten.

Kapitalverkehrskontrollen

Die indische Rupie ist allerdings nicht vollständig konvertibel. Nach dem Foreign Exchange Management Act von 1999 muss jede CBDC-Transaktion zweckcodiert sein – etwa für Handel, Investitionen oder Kreditvergabe – und kontrolliert werden können.

Folglich würde jede grenzüberschreitende Nutzung der digitalen Rupie programmierbare Funktionen erfordern, die diese Kapitalkontrollen einbetten. Zudem stellt die digitale Rupie eine direkte Verbindlichkeit der Reserve Bank of India (RBI) dar. Daher werden Nicht-Ansässige Zugang zu dem System wahrscheinlich nur innerhalb eng definierter Grenzen erhalten.

Und anders als beim Euro-Dollar-System soll die digitale Rupie nicht im Ausland zirkuliert werden.

Herausforderungen und Risiken

Bis ein voll funktionsfähiges Brics-Zahlungssystem steht, müssen allerdings noch erhebliche Hürden genommen werden. Die rechtliche Harmonisierung und technische Implementierung sind komplex. Die meisten digitalen Zentralbankwährungen der Brics-Staaten befinden sich noch in der Testphase.

Auch die Angleichung von Finanzgesetzen, Datenschutzregelungen, Cybersicherheitsstandards und digitaler Infrastruktur zwischen den Mitgliedsstaaten ist zeitaufwendig und schwierig. Unterschiede in diesen Bereichen könnten greifbare Vorteile verzögern.

Zudem sind CBDC-Systeme als hochwertige digitale Infrastruktur attraktive Ziele für Cyberangriffe. Die Gewährleistung von Widerstandsfähigkeit, Redundanz und Systemintegrität über Jurisdiktionen hinweg ist eine große Herausforderung.

Schließlich birgt das Vorhaben geopolitische Risiken [8]. Frühere Äußerungen aus Washington deuten darauf hin, dass Bemühungen der BRICS, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern, Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen könnten, einschließlich höherer Zölle.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.reuters.com/world/india/indias-central-bank-proposes-linking-brics-digital-currencies-sources-say-2026-01-19/
[2] https://asiatimes.com/2026/01/brics-laying-first-tracks-for-new-global-payment-system/
[3] https://www.telepolis.de/article/Brics-Pay-App-Ab-sofort-zum-Download-bereit-10395220.html
[4] https://moderndiplomacy.eu/2026/01/29/brics-payment-settlement-the-quest-and-implications/
[5] https://www.bis.org/about/bisih/topics/cbdc/mcbdc_bridge.htm
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Distributed-Ledger-Technologie
[7] https://www.iotafinance.com/en/Financial-Definition-payment-versus-payment-PvP.html
[8] https://www.sanskritiias.com/current-affairs/rbi-pushes-for-brics-digital-currency-linkage-to-reshape-cross-border-payments

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  • 09. Februar 2026 um 09:00

Gericht zieht klare Grenze: Klimaziele sind keine Absichtserklärungen

Von Ralf Mydlak

Ralf Mydlak

Bundesadler mit Paragraphenzeichen um den Hals und Richterhammer

Die Bundesregierung kann sich nicht mehr herausreden: Ein Urteil macht Klimaziele erstmals rechtlich bindend – mit Folgen.

In der aktuellen Klimapolitik verdichten sich die rechtlichen und politischen Konfliktlinien. Im Zentrum steht die Frage, welche Verbindlichkeit den Zielen des Klimaschutzgesetzes tatsächlich zukommt – und ob ihre Einhaltung gerichtlich überprüfbar ist. Eine Debatte, die auch bei Telepolis zuletzt etwa durch die Analyse von Nick Reimer [1] intensiv beleuchtet wurde.

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Januar 2026 ist dabei kein politisches Signal, sondern eine juristische Klarstellung.

Es geht nicht darum, welche Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll oder wünschenswert sind, sondern darum, ob die Bundesregierung an die von ihr selbst gesetzten gesetzlichen Klimaziele gebunden ist – und ob diese Bindung gerichtlich überprüfbar ist. Das Bundesverwaltungsgericht [2] hat hier eine klare Grenze gezogen.

Das Erbe der Ampel auf dem Tisch von Friedrich Merz

Gegenstand des Verfahrens war das Klimaschutzprogramm 2023, das im Oktober 2023 von der damaligen Ampel-Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz beschlossen worden war. Nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz (hier § 9 zu den Klimaschutzprogrammen [3]) soll ein solches Programm darlegen, mit welchen Maßnahmen das gesetzlich festgelegte Ziel erreicht werden soll, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken (§ 3 KSG).

Die Deutsche Umwelthilfe hielt das Programm für unzureichend und erhob Klage. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gab der Klage im Mai 2024 statt. Nach Auffassung des Gerichts reichten die vorgesehenen Maßnahmen nicht aus, um das 2030-Ziel zu erreichen; vielmehr bestehe eine Emissionslücke von rund 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten bis 2030.

Die Bundesregierung legte Revision ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die politische Konstellation bereits geändert: Seit Mai 2025 regiert eine CDU/CSU-SPD-Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Inhaltlich ging es vor dem Bundesverwaltungsgericht jedoch weiterhin um die Rechtmäßigkeit des von der Vorgängerregierung beschlossenen Klimaschutzprogramms 2023.

Klimaziele sind keine unverbindlichen "Programmsätze"

Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Umweltverbände verlangen können, dass ein Klimaschutzprogramm inhaltlich ausreichend sein muss. Die Bundesregierung hatte argumentiert, Klimaziele seien politische Zielbestimmungen, keine einklagbaren Verpflichtungen.

Dieser Auffassung ist das Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich entgegengetreten. Die Richter stellten klar, dass die §§ 3 und 9 KSG umweltbezogene Rechtsvorschriften darstellen und daher gerichtlich überprüfbar sind. Ein Klimaschutzprogramm müsse alle Maßnahmen enthalten, die erforderlich sind, um das gesetzlich festgelegte Ziel tatsächlich zu erreichen.

Zugleich betont das Gericht den weiten Gestaltungsspielraum der Bundesregierung. Es ist nicht Aufgabe der Gerichte, konkrete Maßnahmen wie ein Tempolimit oder bestimmte Förderprogramme vorzuschreiben. Dieser Spielraum endet jedoch dort, wo das gesetzlich vorgegebene Ziel offenkundig verfehlt wird.

Ein Klimaschutzprogramm, das nach sachverständiger Bewertung nicht zur Zielerreichung führt, genügt den Anforderungen des Klimaschutzgesetzes nicht.

Die Bindung an das Gesetz

Die Entscheidung bewegt sich vollständig auf einfach-gesetzlicher Ebene. Artikel 20a Grundgesetz spielt lediglich als verfassungsrechtlicher Hintergrund des Klimaschutzgesetzes eine Rolle. Eine unmittelbare Grundrechtsprüfung hat das Bundesverwaltungsgericht nicht vorgenommen.

Inhaltlich steht die Entscheidung jedoch in Linie mit dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 [4], der den Gesetzgeber zu wirksamer Klimavorsorge verpflichtet hat.

Für die aktuelle Bundesregierung bedeutet das Urteil erheblichen Handlungsdruck. Sie ist verpflichtet, ein Klimaschutzprogramm vorlegen, das nachvollziehbar darlegt, wie das 2030-Ziel erreicht werden soll.

Dass ohnehin bis zum 25. März 2026 ein neues Klimaschutzprogramm vorgesehen ist, ändert an dieser rechtlichen Bindung nichts. Die offizielle Reaktion aus dem Bundesumweltministerium [5] (BMUKN) unterstreicht die Relevanz dieser Vorgaben.

Fazit: Rechtliche Klarheit statt politischer Prosa

Die Leipziger Entscheidung fügt sich in eine bereits länger geführte Auseinandersetzung über Reichweite und Verbindlichkeit der deutschen Klimaziele ein. Sie beantwortet nicht die Frage, welche konkreten klimapolitischen Maßnahmen ergriffen werden sollen, sondern klärt die rechtliche Ausgangslage, innerhalb derer diese Entscheidungen zu treffen sind.

Die politische Bewertung der Entscheidung ist damit von der juristischen Einordnung zu trennen. Während sich die öffentliche Debatte mit den praktischen Konsequenzen befasst, zeigt der rechtliche Blick vor allem eines:

Die im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele sind keine bloßen Programmsätze, sondern rechtlich bindende Vorgaben, deren Einhaltung gerichtlich überprüfbar ist. Damit markiert die Entscheidung weniger einen politischen Wendepunkt als eine präzise Grenzziehung zwischen gesetzlicher Bindung und politischem Gestaltungsspielraum.

Ralf Mydlak ist Jurist und betreibt einen juristischen Blog [6].


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/article/BVerwG-Urteil-Warum-die-Bundesregierung-jetzt-mehr-Klimaschutz-liefern-muss-11159503.html
[2] https://www.bverwg.de/pm/2026/05
[3] https://www.buzer.de/9_Klimaschutzgesetz.htm
[4] https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/03/rs20210324_1bvr265618.html
[5] https://www.bundesumweltministerium.de/ministerium/online-tagebuch
[6] https://www.google.com/search?q=http://www.mietrechtkompakt.de

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  • 09. Februar 2026 um 08:00

Hongkonger Forscher steigern Solarleistung mit Hydrogel-Beschichtung

Von Marcel Kunzmann

Marcel Kunzmann

Ein durchsichtiges Hydrogel vor einer Solarzelle

Das Hydrogel soll besonders in heißen Regionen die Effizenz der Panele steigern

(Bild: Polytechnische Universität Hongkong)

Eine Kühlschicht für Solarpanels verspricht bis zu 13 Prozent mehr Leistung. Forscher in Hongkong entwickelten dafür ein spezielles Hydrogel. Ein Überblick.

Wissenschaftler der Hong Kong Polytechnic University (PolyU) haben eine transparente Hydrogel-Beschichtung entwickelt, die sogenannte Hotspots auf Solarpanels [1] kühlt und deren Leistung um bis zu 13 Prozent steigert. Das berichtete [2] die Forschungsgruppe um Jerry Yan Jinyue, Professor für Energie und Gebäude an der PolyU in der Fachzeitschrift Materials Horizon.

Die Beschichtung senkt die Temperatur von Hotspots – lokalen Überhitzungen einzelner Solarzellen – um bis zu 16 Grad Celsius.

Diese Überhitzungen entstehen durch Verschattung, Verschmutzung oder Defekte und gelten als häufige Ursache für den Ausfall von Solarpanels. Studien zeigen, dass 22 Prozent aller Modulausfälle innerhalb der ersten drei Betriebsjahre auf Hotspots zurückzuführen sind.

Weltweites Potenzial zur Verlustminderung

"Auf globaler Ebene kann unsere entwickelte Kühlstrategie etwa 50 Prozent der durch Hotspots verursachten Verluste bei der Stromerzeugung in gebäudeintegrierten Photovoltaiksystemen ausgleichen", schrieben die Forscher von der PolyU, der Tianjin University und der Hebei University of Technology in ihrer Veröffentlichung.

Untersuchungen an mehr als 3,3 Millionen Solarpanels hatten ergeben, dass 36,5 Prozent thermische Defekte aufwiesen. Die betroffenen Module zeigten durchschnittliche Temperaturanstiege von über 21 Grad Celsius, was die Alterung des Materials beschleunigt und die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen beeinträchtigt.

Das Hongkonger Team kombinierte das natürliche Polymer Hydroxyethylcellulose mit einem faserigen Material in einer Hydrogelmatrix. Diese Zusammensetzung soll zentrale Probleme herkömmlicher Hydrogele lösen, erklärte Liu Junwei, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gebäudeumwelt und Energietechnik der PolyU.

"Traditionelle Hydrogele können nach längerer Nutzung ein Volumenschrumpfen von bis zu 46 Prozent aufweisen, während unsere Innovation Risse und Schrumpfung deutlich reduziert und die Schrumpfungsrate auf 34 Prozent begrenzt", sagte Liu laut einer Pressemitteilung [3] der Universität.

Kurze Amortisationszeiten für Anlagenbetreiber

Yan betonte, dass die Hydrogel-Technologie das Hotspot-Problem ohne Änderungen an bestehenden Schaltkreisen löse. Sie sei kosteneffizient und benutzerfreundlich, was sie für städtische Umgebungen geeignet mache.

"In Fallstudien für Hongkong und Singapur rechnen wir mit potenziellen jährlichen Steigerungen der Stromerzeugung um 6,5 beziehungsweise 7,0 Prozent", erklärte der Professor. Die geschätzten Amortisationszeiten lägen bei nur 4,5 Jahren für Hongkong und 3,2 Jahren für Singapur.

Bei Dach- und gebäudeintegrierten Photovoltaiksystemen wird erwartet, dass die Beschichtung fast die Hälfte der üblicherweise durch Hotspots verursachten Leistungsverluste ausgleichen kann.

Die Beschichtung eigne sich besonders für heiße, sonnige Regionen nahe dem Äquator, etwa Südostasien und Südchina, wo Solarpanels stärker zur Überhitzung neigten, sagte [4] Yan gegenüber der South China Morning Post.

Interesse aus der Industrie

Seit der Veröffentlichung habe das Team positive Rückmeldungen und Interesse von mehreren Unternehmen erhalten, die an einer Kommerzialisierung der Kühlgel-Technologie interessiert seien, berichtete die Forschungsgruppe.

"Die nächsten Schritte sind großflächige Einsätze und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern, um diese Technologie nach Festlandchina und in andere Länder weltweit zu bringen", erklärte Yan.

Das Team plant, den hydrogelbasierten Verdunstungskühlungsansatz weiterzuentwickeln, um die breitere Einführung neuer Photovoltaik-Technologien zu unterstützen. Die Technologie soll einen Beitrag zu Hongkongs Ziel der urbanen Klimaneutralität leisten.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.telepolis.de/thema/Photovoltaik
[2] https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2026/mh/d5mh01172h
[3] https://www.polyu.edu.hk/en/media/media-releases/2026/0120_polyu-develops-hydrogel-coating-for-solar-panels/
[4] https://www.scmp.com/news/china/science/article/3341723/chinese-teams-hydrogel-coating-boosts-solar-panel-power-output-13-ideal-hot-regions?tpcc=enlz-china&UUID=81f07e8d-f836-4803-81a8-ef1872dc8e69&next_article_id=3341662&article_id_list=3342072,3341723&tc=5

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  • 09. Februar 2026 um 06:00

Die Produktwerker: Detailgrad und Darstellungsform einer Product Roadmap

Von Heise
Produktwerker auf einem Bild (3 Männer), dazu Text

(Bild: Die Produktwerker)

Wie viel Detail braucht eine Product Roadmap? Oliver Winter und Tim Klein zeigen, wie Darstellung und Fokus Orientierung schaffen statt Scheinsicherheit.

Im Podcast sprechen Oliver Winter und Tim Klein dieses Mal darüber, wie eine Product Roadmap gestaltet sein kann, ohne ihre eigentliche Aufgabe zu verlieren. Beide bringen ihre Erfahrungen aus Trainings und der täglichen Arbeit mit Produktteams ein und nehmen sich bewusst Zeit für die Frage, welchen Detailgrad eine Product Roadmap wirklich braucht und in welcher Darstellungsform sie hilfreich ist.

Eine Product Roadmap entsteht nicht als Lieferplan und auch nicht als Versprechen auf Termine. Sie beschreibt eine Richtung und schafft Orientierung darüber, welche Wirkung mit einem Produkt in welcher Reihenfolge erreicht werden soll. Genau hier liegt der Kern der Diskussion. Eine Product Roadmap hilft dann, wenn sie Klarheit über Ziele und Wirkungen erzeugt und nicht versucht, zukünftige Entwicklungen bis ins letzte Detail vorwegzunehmen. Sie ist keine Vorhersage der Zukunft. Zu viel Genauigkeit erzeugt Scheinsicherheit und lenkt den Blick schnell auf Output statt auf Wirkung.

Passende Detailgrade und Darstellungsformen

Der Detailgrad einer Product Roadmap hängt stark vom Kontext ab. In stabilen Umfeldern kann eine längere Vorschau sinnvoll erscheinen, während in einem volatilen Produktumfeld kurze Zeithorizonte und bewusst grobe Darstellungen besser funktionieren. Entscheidend ist, dass die Product Roadmap Raum für Lernen lässt und Veränderungen nicht als Störung wahrgenommen werden. Sie bleibt ein lebendiges Arbeitsinstrument und kein statisches Dokument.

Auch die Darstellungsform spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Product Roadmap darf einfach sein und muss nicht jedes Element erklären, solange sie ihre Richtung klar vermittelt. Wirkungsziele, übergeordnete Themen und zeitliche Orientierung reichen oft aus, um Gespräche zu ermöglichen und Entscheidungen zu unterstützen. Zusätzliche Details entstehen dort, wo sie gebraucht werden, etwa im Backlog oder in der täglichen Arbeit mit dem Team.

Eine gute Product Roadmap macht also sichtbar, was gerade wichtig ist und was bewusst später oder gar nicht verfolgt wird. Sie hilft dabei, Erwartungen zu managen und Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu führen. Gleichzeitig zeigt sie, dass Produktentwicklung kein Abarbeiten von Listen ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Entscheiden, Lernen und Anpassen.

Am Ende geht es bei der Product Roadmap um Verantwortung. Wer sie nutzt, übernimmt Verantwortung für Richtung, Fokus und Wirkung des Produkts. Genau dafür ist sie gedacht, und genau dann entfaltet sie ihren Wert im Alltag von Product Ownern, Produktmanagern und Führungskräften.

Weitere Informationen

Im Gespräch empfehlen Tim Klein und Oliver Winter diese Bücher, Videos und Websites:

Passende frühere Folgen des Podcasts:

Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „Detailgrad & Darstellungsform einer Product Roadmap [14]“.


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https://www.heise.de/-11169434

Links in diesem Artikel:
[1] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[2] https://product-owner-day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://productdirection.co/book/
[5] https://www.oreilly.com/library/view/product-roadmaps-relaunched/9781491971710/
[6] https://youtu.be/AGkwgT7Y39s?si=wsGWOHilxirurFVc
[7] http://talkingroadmaps.com/
[8] https://www.talkingroadmaps.com/resources/visuals
[9] https://produktwerker.de/agile-product-roadmaps/
[10] https://produktwerker.de/wie-agil-ist-eine-jaehrliche-roadmap/
[11] https://produktwerker.de/mehrere-product-roadmaps/
[12] https://produktwerker.de/product-roadmaps-in-der-taglichen-arbeit-einsetzen/
[13] https://produktwerker.de/vom-projekt-zum-produktmodus/
[14] https://produktwerker.de/detailgrad-darstellungsform-einer-product-roadmap/
[15] mailto:mai@heise.de

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  • 09. Februar 2026 um 10:44

Nutzungsbasiert statt Festpreis: X ändert Kosten seiner Entwicklerschnittstelle

Von Heise
API-Zugriffe auf X

API-Zugriffe werden bei X ab sofort nutzungsbasiert abgerechnet.

(Bild: X)

X reformiert erneut seine Gebührentabelle für die Entwicklerschnittstelle. Die Einstiegshürde sinkt zwar, die Kosten bleiben aber wohl ähnlich.

Das soziale Netzwerk X ändert sein Preismodell für die Nutzung seiner Entwicklerschnittstellen. Der früher Twitter genannte Dienst von Elon Musk stellt dabei von pauschalen Abozahlungen auf nutzungsbasierte Entgelte um. Damit dürfte die Einstiegshürde sinken, die X-API zu verwenden. Berechnungen zeigen allerdings, dass bei moderater Nutzung rasch das bisherige Preisniveau erreicht wird.

„Der Kern der X-Entwickler besteht aus unabhängigen Entwicklern, Produkten in der Frühphase, Start-ups und Hobbyentwicklern“, verkündete der offizielle Entwickler-Account von X im Netzwerk [1]. „Es ist an der Zeit, unser X-API-Ökosystem zu öffnen und eine neue Welle von X-Apps der nächsten Generation zu schaffen. Wir sind wieder da.“

Keine Rückkehr zu alten Twitter-Zeiten

Die neuen Preise [2] bewegen sich zwischen 0,005 und 0,015 US-Dollar pro Abruf. Unterschieden wird unter anderem zwischen API-Abfragen für Posts, Benutzer, Direktnachrichten und Inhalten.

Von den Zeiten vor dem Kauf Twitters durch Musk im Jahr 2022 [3] ist der API-Zugang freilich immer noch weit entfernt. Die Anfangsjahre des Netzwerks galten unter Entwicklern als „goldene Ära“. Bis etwa zum Jahr 2010 war die Twitter-API weit offen. Drittanbieter-Apps wie Twitterific oder Tweetbot trugen massiv zum Wachstum des Netzwerks bei. Es gab kaum Einschränkungen und die API konnte kostenlos genutzt werden.

Wechselvolle Geschichte der API

Doch schon bevor Twitter den Besitzer wechselte, waren die sonnigen Zeiten für Entwickler vorbei. Im Zuge seines Monetarisierungskurses zog Twitter die Zügel bei der API straffer [4]. Es wurden Obergrenzen bei der Nutzung eingeführt und der Fokus bei der Nutzung der Schnittstellen auf Analyse- und Unternehmens-Tools verlegt. Mit dem Kauf durch Musk folgte ein strikter Monetarisierungskurs und die Aussperrung populärer Apps über Nacht [5].

Später wurde die bis zum jetzigen Wechsel gültige Bepreisung eingeführt [6]: Entwickler mussten nach anfänglichen 100 US-Dollar später mindestens 200 US-Dollar pro Monat zahlen – hierfür gab es eine Basic Tier, die für kleine Tools und Bots genügte. Problem war allerdings, dass nach Erreichen der Obergrenze der Zugang für den Rest des Monats automatisch gekappt wurde. Start-ups und skalierende Apps griffen deshalb gleich zur Pro-Tier, die mit 5000 US-Dollar pro Monat eine hohe Einstiegshürde setzte.

Mitbewerber bieten kostenlosen Zugang

Mitbewerber von X bieten die Nutzung ihrer Entwicklerschnittstellen kostenlos an – allerdings teilweise mit eingeschränkten Möglichkeiten: So sieht Threads von Meta etwa nur API-Zugriffe vor, die für Analyse- und Posting-Tools interessant sind [7]. Das quelloffene Mastodon gewährt Entwicklern volle Freiheit, hat allerdings eine im Vergleich zu den großen Mitbewerbern nur kleine Nutzerschaft. Bluesky knüpft indessen an alte Twitter-Zeiten an, ist aber im Vergleich auch sehr klein.


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https://www.heise.de/-11169742

Links in diesem Artikel:
[1] https://x.com/XDevelopers/status/2019881223666233717
[2] https://developer.x.com
[3] https://www.heise.de/news/Ab-Freitag-gehoert-Twitter-Elon-Musk-7322783.html
[4] https://www.heise.de/news/Twitter-kuendigt-restriktivere-API-an-1669415.html
[5] https://www.heise.de/news/Twitter-Sperre-von-Drittanbieter-Apps-sind-beabsichtigt-7459500.html
[6] https://www.heise.de/news/Limit-fuer-kostenlose-Tweets-und-kostenpflichte-Twitter-APIs-kommen-7490054.html
[7] https://www.heise.de/news/Meta-oeffnet-Threads-API-fuer-Entwickler-9769925.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:mki@heise.de

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  • 09. Februar 2026 um 10:38

DoS- und Schadcode-Attacken auf IBM App Connect Enterprise möglich

Von Heise
Ein symbolischer Updatebalken füllt sich.

(Bild: AFANASEV IVAN/Shutterstock.com)

Mehrere Softwareschwachstellen bedrohen Systeme mit IBM App Connect Enterprise oder WebSphere Service Registry and Repository Studio.

Systeme mit IBM App Connect Operator und App Connect Enterprise Certified Containers Operands oder WebSphere Service Registry and Repository und WebSphere Service Registry and Repository Studio sind verwundbar und es können Attacken bevorstehen. Aktualisierte Versionen lösen verschiedene Sicherheitsprobleme.

IBM App Connect Enterprise

So können Angreifer etwa Instanzen mit bestimmten Uniform-Resource-Identifier-Anfragen (URI) attackieren und im Kontext von Node.js eine extreme CPU-Last provozieren. Das führt dazu, dass Systeme nicht mehr reagieren (CVE-2026-0621 „hoch“). Weil IBM App Connect Enterprise Certified Container im Python-Modul azure-core nicht vertrauenswürdige Daten verarbeitet, können authentifizierte Angreifer über ein Netzwerk Schadcode ausführen (CVE-2026-21226 „hoch“).

Die verbleibenden Schwachstellen sind mit dem Bedrohungsgrad „mittel“ eingestuft. In diesen Fällen können Angreifer etwa Konfigurationen modifizieren (CVE-2025-13491).

Um Systeme vor möglichen Attacken zu schützen, müssen Admins App Connect Enterprise Certified Container Operator 12.20.0 installieren. Zusätzlich müssen sie sicherstellen, dass für DesignerAuthoring, IntegrationServer und IntegrationRuntime mindestens Version 13.0.6.1-r1 installiert ist.

IBM WebSphere

Die Lücke betrifft die Eclipse-OMR-Komponente (CVE-2026-1188 „mittel“). An dieser Stelle können Angreifer einen Speicherfehler auslösen, was in der Regel zu Abstürzen führt. Oft gelangt darüber aber auch Schadcode auf Systeme. Die Entwickler versichern, das Sicherheitsproblem in V8.5.6.3_IJ56659 gelöst zu haben.

Weiterführende Informationen zu den Schwachstellen führt IBM in mehreren Warnmeldungen auf:


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11169213

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259750
[2] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259751
[3] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259749
[4] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259945
[5] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259747
[6] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259746
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:des@heise.de

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  • 08. Februar 2026 um 13:54

Weniger Enkeltrick-Anrufe und betrügerische Paket-SMS

Von Heise

(Bild: fizkes / Shutterstock.com)

Betrugsversuche per Telefon bleiben ein Problem – auch wenn die Zahlen rückläufig sind, und Warnsysteme der Provider offenbar greifen.

Der Ärger über SMS, Chatnachrichten und Anrufe von Betrügern hat sich einer Statistik zufolge zwar abgeschwächt, er ist aber noch immer weit verbreitet. Wie die Bundesnetzagentur in Bonn mitteilte, gingen bei ihr im vergangenen Jahr 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch ein. 2024 waren es mit 154.624 kritischen Wortmeldungen fast doppelt so viele gewesen, was ein Rekord gewesen war. Einen Grund für den deutlichen Rückgang der Beschwerden nennt die Aufsichtsbehörde nicht.

Bei solchen Abzocke-Versuchen geht es großteils um SMS – etwa um ein Paket, für dessen Erhalt man noch eine angebliche Zollgebühr zahlen solle. Außerdem nehmen Betrüger über Chatnachrichten Kontakt mit ihren Opfern auf oder sie rufen an. Die 2024 noch stark verbreiteten Paket-Betrugsversuche haben im vergangenen Jahr abgenommen, so manch Krimineller steuerte offenbar um. Wegen des Rufnummernmissbrauchs schaltete die Netzagentur rund 6200 Rufnummern ab und damit ähnlich viele wie ein Jahr zuvor. Für gut 2000 Rufnummern wurden Verbote verhängt, Zahlungen für unrechtmäßige Kosten einzufordern.

Enkeltrick rückläufig

„Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor Rufnummernmissbrauch“, sagt Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. „Für die Verfolgung von und den Kampf gegen Ärger mit Rufnummern sind wir auf die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger angewiesen.“ Außerdem beschwerten sich im vergangenen Jahr viele Bürgerinnen und Bürger über automatische Bandansagen, teure Warteschleifen, Router-Hacking und Fake-Hotlines. Viele Banden arbeiten inzwischen arbeitsteilig mit „crime as a service“. [1]

Der sogenannte Enkeltrick ist seit einigen Jahren den Angaben zufolge rückläufig. Hierbei nimmt ein Betrüger per SMS oder Chatnachricht Kontakt auf und gibt sich als ein Familienmitglied aus, das dringend Geld brauche. Manchmal werden auch nur persönliche Daten des Opfers eingefordert, die später für andere Abzocke-Arten genutzt werden.

Netzbetreiber haben Warnsysteme installiert

Möglicherweise liegt der deutliche Rückgang an Beschwerden über Rufnummernmissbrauch auch daran, dass Betrüger es inzwischen etwas schwerer haben als früher. So hat der Netzbetreiber Vodafone im vergangenen Mai einen sogenannten Spam-Warner gestartet: Wird man von einer Telefonnummer angerufen, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Krimineller ist, so bekommt man vorab den Hinweis „Vorsicht: Betrug möglich“ auf dem Display. Der Angerufene kann den Anruf zwar trotzdem annehmen, ist dann aber gewissermaßen auf der Hut und lässt sich nicht so leicht abzocken. Die Deutsche Telekom hat inzwischen ein ähnliches Warnsystem gestartet.

Vodafone hat im vergangenen Jahr knapp 50 Millionen Betrugswarnungen auf die Smartphone-Displays der Nutzer des Vodafone-Netzes gesendet. Nach Erkenntnissen des Netzbetreibers gehen dank der Warnung viel weniger Menschen ans Telefon als ohne Warnung. „Viele Menschen werden umsichtiger, weil sie häufiger auf mögliche Gefahren im Netz hingewiesen werden“, sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. „Neue Technologien schützen vor Betrugsmaschen, noch bevor sie Schaden anrichten können.“


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https://www.heise.de/-11169197

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Schlag-gegen-Crime-as-a-Service-Polizei-kappt-kriminelle-Rufnummern-11108817.html
[2] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[3] mailto:nie@heise.de

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  • 08. Februar 2026 um 12:11

Zyxel-Firewalls: Angreifer können System-Befehle ausführen

Von Heise
Ein symbolischer Updateknopf.

(Bild: Photon photo/Shutterstock.com)

Ein Sicherheitsupdate schützt bestimmte Firewalls von Zyxel vor möglichen Angriffen. Attacken sind aber nicht ohne Weiteres möglich.

Nutzen Angreifer erfolgreich eine Sicherheitslücke in der ZLD-Firmware bestimmter Zyxel-Firewalls aus, können sie Befehle auf Systemebene ausführen und Geräte wahrscheinlich kompromittieren. Ein Sicherheitsupdate bannt die Gefahr.

Attacke mit großer Hürde

Wie aus einer Warnmeldung hervorgeht [1], sind Firewalls der Serien ATP, USG FLEX und USG FLEX 50(W)/ USG20(W)-VPN mit den ZLD-Firmwares V5.35 bis einschließlich V5.41 verwundbar. Die Entwickler führen aus, die Firmware ab V5.42 abgesichert zu haben.

Die Schwachstelle findet sich in der Dynamic-DNS-Konfiguration (DDNS) im Kontext des Command Line Interfaces (CLI command). Damit Angreifer die Lücke über präparierte Befehle ausnutzen können, müssen sie bereits über Adminrechte verfügen. Trotz dieser vergleichsweise hohen Hürde ist die Lücke (CVE-2025-11730) mit dem Bedrohungsgrad „hoch“ eingestuft. Bislang gibt es seitens Zyxel keine Warnung zu laufenden Attacken. Admins sollten mit dem Patchen aber nicht zu lange zögern.


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https://www.heise.de/-11169185

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.zyxel.com/global/en/support/security-advisories/zyxel-security-advisory-for-post-authentication-command-injection-vulnerability-in-the-ddns-configuration-cli-command-of-zld-firewalls-02-05-2026
[2] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[3] mailto:des@heise.de

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  • 08. Februar 2026 um 12:06

Produktlaunch: Segway hat seine Mähroboter noch besser gemacht

Von Achim Sawall
Segway Navimow hat auf seine Anwender gehört und an noch bestehenden Problemen gearbeitet. Alle Mähroboter wurden überarbeitet.
Die X4 Serie, H2 Serie, i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro sowie die Terranox Serie (Bild: Navimow Segway)
Die X4 Serie, H2 Serie, i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro sowie die Terranox Serie Bild: Navimow Segway

Segway Navimow will mit seinen neuen Rasenmährobotern bisherige Probleme überwinden. Der chinesische Hersteller hat in der vergangenen Woche in Paris die sechs Produktreihen X4, H2 i2 AWD, i2 LiDAR, i2 LiDAR Pro sowie Terranox für unterschiedlich beschaffene Grundstücke vorgestellt. Die neuen Modelle sollen Probleme mit engen Passagen, Steigungen, unebenem Gelände und Signalverlust lösen können.

Golem unterzieht den Segway Navimow H800E einem Langzeittest. Der Gartenroboter ließ sich sehr einfach und ohne Begrenzungsdraht installieren . Die Grenzen der zu mähenden Flächen wurden über die App am Smartphone abgefahren und dann gespeichert. Der H800E lernte bei neuen Hindernissen flexibel hinzu und zeigte sich sehr robust, wenn sich einmal etwas im Mähwerk verfing. Das war bereits erheblich besser, als alle anderen Topgeräte, die wir bisher getestet hatten.

Eine eklatante Schwäche des Geräts offenbarte sich , als wir ein zweites größeres Rasenstück mähen lassen wollten, das durch einen Weg vom anderen getrennt ist. Wir durchsteuerten den 12 Meter langen und 80 bis 160 cm breiten Weg mit der Software-Steuerung am Smartphone. Doch der Segway blieb hier im Betrieb immer mal wieder hängen. Der sonst sehr fortschrittliche Mähroboter konnte offenbar bis Ende 2025 nur breitere Wege störungsfrei durchfahren. Das RTK (Real Time Kinematic) oder Echtzeitkinematik, eine Technologie, bei der GPS oder andere Signalwellen zur Positionsbestimmung erfasst werden, arbeitete hier zu ungenau.

Eingraben am Rasenkantenstein

Die neuen Mähroboter verfügen jetzt über eine Drop-and-Mow Funktion. Der Roboter werde laut Hersteller auf den Rasen gestellt, aktiviert und in der App das Auto-Mapping gestartet. Der Mäher beginnt anschließend automatisch mit der Kartierung der Fläche, das Abfahren durch den Nutzer entfällt. Die interaktive Karte lasse sich nun präziser auf dem Smartphone anzeigen und so das Mähverhalten besser anpassen und steuern, etwa wenn das Gerät sich an einem Rasenkantenstein trotz digitaler Begrenzung immer wieder festfährt und den Rasen aufreißt. Ein neues Traction Control System (TCS) von Navimow soll das Drehmoment dynamisch anpassen, um das Durchdrehen der Räder zu verhindern und eine gleichmäßige Traktion auf rutschigem Untergrund zu bieten. Zudem soll eine Sprachsteuerung die Interaktion verbessern.

Die neue Navimow-Produktreihe unterstützt EFLS LiDAR+, ein dreifaches Positionierungssystem mit Solid-State-LiDAR aus dem autonomen Fahren, Network-RTK-Positionierung sowie visueller Erkennung mit KI-Unterstützung.

Für den verbesserten Diebstahlschutz verfügen die Roboter über GPS-Ortung, Geofencing-Alarm, Hebealarm sowie Unterstützung von Apples Find My network. Jedes Produkt hat weiterhin ein integriertes 4G-Modul, das GPS-Ortung und Geofencing-Alarm über eine Mobilfunkverbindung unterstützt. Ein Abonnement für ein Jahr ist inklusive, dann muss der Nutzer selbst zahlen.

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  • 08. Februar 2026 um 16:41

Ola Källenius: Mercedes-Chef fordert radikalen Kurswechsel in Deutschland

Von Andreas Donath
Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius sieht Deutschland wegen hoher Energiepreise, erdrückender Arbeitskosten und verfehlter EU-Politik in Gefahr.
Ola Källenius mit einem elektrischen Prototyp von Mercedes-Benz (Bild: Mercedes-Benz)
Ola Källenius mit einem elektrischen Prototyp von Mercedes-Benz Bild: Mercedes-Benz

Ola Källenius macht seinem Ärger Luft. In einem Interview mit dem Spiegel beschreibt der Mercedes-Chef die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen 10 bis 15 Jahre als Irrweg. Seine Sorge gelte nicht nur dem eigenen Konzern, sondern dem gesamten Standort Deutschland.

Die Rechnung geht für Mercedes nicht mehr auf. Der Konzern verkauft nur 10 bis 12 Prozent seiner Fahrzeuge in Deutschland, investiert hier aber mehr als die Hälfte seines Kapitals. Källenius vergleicht die Situation mit einer Fußballmannschaft, die vor der WM behauptet, genug zu trainieren – während alle anderen doppelt so viel tun.

Energie, Steuern und Arbeitskosten als Hauptprobleme

Die Energiepreise seien seit 2022 stark gestiegen. Deutschland habe zugleich mit die höchsten Arbeitskosten weltweit, so der Manager. Jahrzehntelang habe die Industrie das durch Produktivitätssteigerungen ausgleichen können. Diese Strategie funktioniere nicht mehr, so Källenius.

Källenius wolle keine asiatischen Verhältnisse, aber Deutschland müsse wieder attraktiv für Investitionen werden. Sonst fließe das Kapital in andere Länder ab. Der Mercedes-Chef, der auch Präsident des europäischen Autoindustrieverbandes ACEA ist, sieht eine direkte Verbindung zwischen wirtschaftlicher Schwäche und politischem Rechtsruck.

Die Botschaft von Källenius: Wirtschaftliche Stärke ist seiner Meinung nach Voraussetzung für alles andere – auch für die Dekarbonisierung. Ohne Wettbewerbsfähigkeit wird Europa nach und nach seine ökonomische Position verlieren. Und ohne ökonomische Stärke bleibe auch der Klimaschutz auf der Strecke.

Die Autoindustrie kämpft seiner Meinung nach an mehreren Fronten gleichzeitig. In China herrscht ein Wettbewerb mit über 100 Anbietern – historisch einmalig. Der Zollkonflikt zwischen USA und Europa belastet die Ergebnisse zusätzlich. Trotzdem bleibt Amerika für Mercedes ein Wachstumsmarkt.

EU-Vorschriften kontraproduktiv

Die EU hat Ende 2025 das Verbrenner-Aus gelockert. Källenius zeigt sich zunächst erleichtert. Die geplanten Regelungen für Firmenflotten hält er aber dennoch für kontraproduktiv: Bis 2030 sollen Flotten größtenteils auf Elektroantrieb umstellen. Zwei Jahre später würden dann zu viele Gebrauchtwagen-E-Autos auf zu wenig private Nachfrage treffen. Die Folge: sinkende Restwerte, längere Haltedauer, einbrechende Nachfrage. Viele mittelständische Zulieferer hätten nicht genug Reserven, um diese Phase zu überstehen.

Der Mercedes-Chef fordert einen Systemwechsel. Statt Verpflichtungen und Strafen brauche es marktbasierte Anreize und massive Infrastrukturinvestitionen. Europa mache in allen Branchen die gleichen methodischen Fehler – ob Chemie, Stahl oder Autos.

Die neue Handelspolitik der EU sieht er positiv. Die Abkommen mit Mercosur-Staaten und Indien würden große Wirtschaftsräume schaffen. Kurzfristig bleiben aber Nordamerika, Europa und China dominant. Trotz des harten Wettbewerbs sieht Mercedes in China weiterhin Wachstumschancen.

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  • 08. Februar 2026 um 15:43

Verbraucherzentrale: Freenet bucht nach Werbeanruf 545 Euro für WaipuTV ab

Von Achim Sawall
Ein Werbeanruf hat für eine Freenet -Kundin Folgen. Unbemerkt wird ihr über Jahre ein Abo berechnet.
Werbung für Waipu.tv mit Dieter Bohlen: Ein Schrecken kommt selten allein (Bild: Freenet)
Werbung für Waipu.tv mit Dieter Bohlen: Ein Schrecken kommt selten allein Bild: Freenet

Freenet hat nach einem Werbeanruf einer Nutzerin jahrelang ein Abo für IPTV mit WaipuTV berechnet. Das berichtet die Verbraucherzentrale Niedersachsen am 6. Februar 2026. Freenet DLS kassierte demnach rund 550 Euro.

"Dieses Vorgehen entspricht leider einem bekannten Muster" , erklärte Jana von Bibra, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Nach einem Werbeanruf zu einem kostenlosen Testmonat willigen Betroffene ein, unverbindlich weitere Informationen zu erhalten. Sie gehen davon aus, dass noch kein bindender Vertrag abgeschlossen ist und das Abonnement erst nach Freischaltung durch sie läuft. Später merken sie, dass ihnen bereits Kosten berechnet werden."

Die Rechtslage sei in solchen Fällen eindeutig: Ein Vertrag komme nur zustande, wenn ein bindendes Angebot ausdrücklich angenommen wird. Wenn den Dienst erst durch weitere Schritte – etwa über einen Link per SMS und eine anschließende Registrierung aktiviert werden müsse – liege noch kein Vertragsabschluss vor.

Verbraucherzentrale: Nicht erwähnter Cloud-Service wird mitberechnet

Dennoch wurde für WaipuTV und einen laut Verbraucherzentrale in dem Werbeanruf nicht erwähnten Cloud-Service als Aufnahmespeicher über Jahre abgebucht. Dies bemerkte die Betroffene erst, als sie den Mobilfunkvertrag mit Freenet DLS kündigte. Sie widersprach den Abbuchungen für die Zusatzdienste und bekam lediglich 2,99 Euro zurück.

Erst mit Unterstützung der Verbraucherzentrale habe der Anbieter die Beträge in Höhe von 545 Euro erstattet. Freenet hat dies auf Anfrage von Golem seit 48 Stunden nicht kommentiert.

Verbraucher sollten nach Werbeanrufen ihr Kundenkonto im Blick behalten und Rechnungen oder Abbuchungen kontrollieren, rät von Bibra. Würden Auftragsbestätigungen oder Kosten für ungewollt aktivierte Zusatzdienste entdeckt, könne umgehend widersprochen und widerrufen werden. Der Anbieter muss zudem den Vertragsschluss und die Belehrung über das Widerrufsrecht nachweisen.

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  • 08. Februar 2026 um 15:10

Solidarisch leben – ohne eigenes Vermögen? Niederkaufungen testet es

Von Klaus Moegling

Klaus Moegling

Eien Gruppe unterschiedlichen Alters sitzt an einem Holztisch auf einer Wiese. Ein Paar lagert daneben in der Wiese. Harmonisches Bild unter blauem Himmel.

KI-generierte Grafik

Vermögen wird Gemeinschaftseigentum, Entscheidungen fallen im Konsens: Seit fast 40 Jahren zeigt die Kommune ein anderes Wirtschafts- und Lebensmodell.

Wie wollen wir eigentlich leben – allein, zu zweit, oder ganz anders? In Nordhessen wird seit Jahrzehnten eine radikale Antwort darauf erprobt. Rund 80 Menschen teilen dort Einkommen, Vermögen und Verantwortung.

Der Parzellierung menschlicher Lebensgemeinschaften in isolierten Familien- oder Singlehaushalten kann das Modell kommunitärer Lebensgemeinschaften entgegengesetzt werden. Kommunen, Wohn-Genossenschaften, Ökodörfer oder intensive Nachbarschaftsvernetzungen stellen solidarische Formen des menschlichen Miteinanders dar, die auch politisch wesentlich handlungsfähiger als parzellierte Formen des sozialen Lebens sein können.

Die 4. Folge der Telepolis-Serie "Gelungene Gemeinschaftsprojekte" stellt nun u.a. die Kommune Niederkaufungen bei Kassel vor.

Ein Gegenentwurf zur autoritären Welt

Ein Zusammenleben auf einem lokal eingegrenzten Wohnbereich, das mit partizipatorischen Kommunikationsformen auf Konsens ausgerichtet ist, mit regenerativer Energieerzeugung, Gemeinschaftseinrichtungen zum gemeinsamen Arbeiten, Kulturangeboten, vielleicht auch Gelegenheiten zum Meditieren sowie Aktionsformen nach außen, kann mehr und mehr zu einem lebensweltlichen Gegengewicht zu den destruktiven Tendenzen der Weltgesellschaft werden.

Diese definiert sich zunehmend über autoritäre Gewalt, Naturausbeutung, soziale Ungleichheit, immer extremer werdende Einkommensunterschiede und abnehmende Demokratie.

Kein Einzelfall: 10.000 Gemeinschaften weltweit

Das in fünf transnationalen Verbünden zusammengefasste und ca. 10.000 Ökodörfer und Gemeinschaftsprojekte weltweit umspannende Netzwerk des Global Ecovillage Network (GEN) [1] zeigt, dass es sich hier nicht um einige wenige Versuche handelt, sondern dass es bereits eine umfassende globale Bewegung ökologischer und solidarischer Lebensformen gibt.

GEN hat einen Beratungsstatus [2] als NGO bei dem UN-ECOSOC (Economic and Social Council) und ist Partner der UNITAR-CIFAL Initiative. Das weltweite Netzwerk ist sich bewusst, dass es zu Bündnissen und Partnerschaften mit der "Normalgesellschaft" kommen muss, damit der Einfluss einerseits dorthin hineinwirkt und andererseits auch gesellschaftliche Sicherungsstrategien wirksam werden können.

Hierbei könne GEN Verbindungen [3] aus sozialökologischen Innovationen und verwurzelter einheimischer Kultur entwickeln:

"Durch den Austausch bewährter Verfahren und innovativer Lösungen sowie die Würdigung tief verwurzelten traditionellen Wissens und lokaler Kulturen baut GEN Brücken zwischen politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern, Unternehmern und nachhaltigen Gemeinschaftsnetzwerken auf der ganzen Welt, um Strategien für einen globalen Übergang zu widerstandsfähigen Gemeinschaften und Kulturen zu entwickeln."

Ein ermutigendes Beispiel: Die Kommune Niederkaufungen

Die Kommune Niederkaufungen [4] in Nordhessen in der Nähe Kassels ist eine der ältesten und größten kommunitären Lebensgemeinschaften in Deutschland (seit 1986). In ihr leben und arbeiten ca. 80 Personen (derzeit 61 Erwachsene und 20 Kinder).

Es handelt sich hier um ein ökologisches und radikaldemokratisches Gemeinschaftsprojekt, das bereits seit Jahrzehnten gut funktioniert und eine hohe Anerkennung in der Gemeinde Niederkaufungen besitzt.

Die Kommune Niederkaufungen ist mit den regionalen Kommunen Nordhessens vernetzt. Sie ist ebenfalls mit dem deutschen Kommune-Netzwerk Kommuja [5] verbunden, zu dem derzeit 42 Kommunen gehören. Auch ist die Kommune mit dem bereits erwähnten GEN international vernetzt.

Das Selbstverständnis der Kommune Niederkaufungen lässt sich mit ihren eigenen Worten [6] umreißen:

"Die Kommune Niederkaufungen versteht sich als lebendiges Experiment eines alternativen Lebensstils. Wir möchten ohne Hierarchie solidarischer und ökologisch nachhaltiger miteinander leben und arbeiten lernen."

Die Mitglieder der Kommune Niederkaufungen leben auf einem großen Bauernhof mit Haupthäusern und Nebengebäuden in verschiedenen Wohngemeinschaften, haben ausgearbeitete Entscheidungsablaufe im regelmäßig stattfindenden Plenum und in nachgeordneten Kleingruppen, um ihre Probleme, Vorhaben und Pläne zu diskutieren und einen Konsens hierüber zu erzielen.

Die Kommune Niederkaufungen hat eine Reihe ausgesprochen erfolgreicher ökonomischer Projekte und kollektiver Unternehmensformen entwickelt. Es wird dort versucht, mithilfe verschiedener kommunikativer Strategien alle Kommune-Mitglieder an den Entscheidungen zu beteiligen und Entscheidungen nach einem modifizierten Konsensprinzip zu fällen.

Es gibt eine Reihe von Kollektivbetrieben der Kommune, die in die Region hineinwirken, wie z.B. eine Kindertagesstätte, eine Pflegeinitiative, ein Handwerksbetrieb u.a. für Wärmedämm- und Bautechnik, ein Hofladen, ökologische Landwirtschaft, ein Tagungshaus u.a. mit Qigong-Kursen und Seminare zu gewaltfreier Kommunikation.

Die Kommune Niederkaufungen plant des Weiteren derzeit ein neues Projekt [7], für das sie 700.000 Euro Förderung von der Europäischen Union und dem Land Hessen bekommt.

Es ist ein Millionenprojekt, bei dem ein historischer Hof von der Kommune saniert und als Versorgungszentrum mit zusätzlichen drei Wohnungen eingerichtet werden soll. Hierbei soll eine professionelle Küche mit Backstube eingerichtet werden, die zukünftig regionale Produkte erzeugt und anbietet. Zudem sollen ein Hofladen und ein Sommercafé weitere Orte der Begegnung für den Ort Niederkaufungen schaffen.

Gemeinsame Ökonomie, gemeinsame Werte

In der Kommune Niederkaufungen ist die reproduktive Arbeit, z.B. bei der Kinderbetreuung oder beim Kochen, gleichwertig zur Arbeit in den Betrieben der Gemeinschaft. Es zählt die jeweils eingebrachte Arbeitszeit. Frauen und Männer haben gleiche Chancen und Kinder werden als ernstzunehmende junge Menschen geschätzt, deren Potential es zu fördern gilt.

Die Kommune Niederkaufungen ist im Selbstverständnis eine ausgesprochen politische Kommune, die sich für Gewaltfreiheit, Ökologie, Entwicklungsprojekte, für den Abbau geschlechtsspezifischer Machtstrukturen und gegen Rassismus engagiert.

Im Laufe der Zeit hat sich der Anspruch [8] der Kommune auf folgende Aspekte zentriert:

"Das Leben unserer Gemeinschaft basiert auf folgenden Werten:

  • zusammenleben und kollektiv arbeiten
  • gemeinsame Ökonomie
  • Entscheidungsfindung im Konsens
  • Aufbau von herrschaftsfreien Strukturen
  • nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweise
  • Entwicklung von emanzipatorischen und solidarischen gesellschaftspolitischen Alternativen."

Solidarität beginnt beim Geld

Die Kommune Niederkaufungen hat ein differenziertes Modell für den Umgang mit Geld entwickelt. Hierbei werden 25 Prozent des eigenen Vermögens innerhalb eines Jahres in den Vermögensfonds der Kommune als Schenkung eingezahlt.

Nach zehn Jahren ist dann schrittweise das gesamte Vermögen in den Vermögensfonds übergegangen. Auch das erzielte Arbeitseinkommen der Kommune-Mitglieder fließt in die Gemeinschaftskasse hinein. Es gibt kein Taschengeld, sondern jeder nimmt sich aus der Kasse, z.B. für Kleidung oder einen Urlaub, das Geld, was sie bzw. er benötigt.

Dies wird in Kassenbücher eingetragen. Größere benötigte Geldmengen müssen 14 Tage vorher angekündigt werden. Flugreisen innerhalb Europas und teure Urlaubsreisen sind verpönt. Auch gibt es Rückstellungen für die Altersversorgung und für die Tilgung von Schulden, z.B. für BAFÖG-Kredite.

Die eigenen Betriebe der Kommune können aus dem Kommunenvermögen Kredite, z.B. für die Anschaffung von Maschinen, beantragen, die zinslos sind, aber zurückgezahlt werden müssen.

Die finanziellen Transaktionen werden von der Verwaltung der Kommune dokumentiert und geregelt. Für jeden Monat gibt es eine genaue Abrechnung der Einnahmen und Ausgaben.

Wo das Modell an Grenzen stößt

Früher wurde eine Entscheidung bis zum Ende ausdiskutiert. Dies führte zu endlosen Kommunikations- und Entscheidungsprozessen. Die Kritik hieran führte zu einem modifizierten Entscheidungsmodell, das nicht mehr von einem vollständigen Konsens ausgeht, sondern dennoch zur Entscheidung findet, auch wenn drei Gemeinschaftsmitglieder nicht einverstanden sind.

Damit wurde in der Regel auch das Veto-Prinzip bei den kollektiven Entscheidungsprozessen aufgehoben. Ein Veto kann allerdings noch bei der Entscheidung hinsichtlich der Aufnahme eines neuen Mitglieds eingelegt werden.

Für viele an der Kommune Interessierte dürfte es einen inneren Konflikt geben. Einerseits haben sie ein Interesse an gemeinschaftlichen Lebensformen und der Überwindung sozialer Isolation, andererseits haben sie Hemmungen, ihr Einkommen an die Kommune abzutreten und der schrittweisen Abgabe des eigenen Vermögens zuzustimmen. Auch die Ausstiegsregelung könnte hier ein Konfliktpotenzial enthalten – so ein studentisches Forschungsprojekt [9] zur Kommune Niederkaufungen:

"Der Geldbetrag beim Ausstieg hängt nicht von dem möglicherweise eingebrachten Vermögen beim Einstieg ab, sondern richtet sich nach der Bedürfnislage der Person beim Auszug."

Dies ist sicherlich eine recht schwammige Formulierung, die zu Konflikten führen dürfte, falls es tatsächlich zu einer Beendigung der Mitgliedschaft in der Kommune kommen sollte.

Politik, Beziehungen, Ideale

In den Grundsatzpapieren [10] findet sich eine deutliche Kritik an "kleinfamiliären Strukturen" und der Anspruch, sich hiervon zu befreien. Selbstkritisch wird angemerkt:

"Wobei sich unsere Schwierigkeiten nicht grundsätzlich von den in der Gesellschaft üblichen unterscheiden: Wir haben auch mit Eifersucht, Angst vor Liebesentzug und Ablehnung, Macht- und Besitzdenken in Zweierbeziehungen (und in der Gesamtgruppe) zu kämpfen."

Inzwischen leben die Mitglieder dort in sehr unterschiedlichen Beziehungen, auch u.a. in Paaren.

Des Weiteren wird dort mehrfach ein linkes Politikverständnis für sich beansprucht. Doch was ist ein "linkes Politikverständnis"?

Im Selbstverständnis [11] der Kommune heißt es:

"Das linke Politikverständnis ist sicherlich ein unpräziser und dehnbarer Grundsatz; von links ökologische über marxistische, feministische bis zu anarchistischen Positionen ist alles vertreten; in dem hier stattfindenden Alltagsleben leben wir ihn eher undogmatisch, andererseits durchzieht er jedoch alles."

Es stellt sich die Frage, ob "links" nicht ein überholter Begriff ist. Vielleicht wäre "antikapitalistisch" konkreter oder positiv formuliert "für eine nachhaltige und solidarische Gesellschaft" besser. Auch könnte ein erweitertes Verständnis von Demokratie in den Mittelpunkt gestellt werden. Hierüber könnte zukünftig in der Kommune auch mit dem Blick auf eine verbesserte Außendarstellung diskutiert werden.

Mehr als eine Utopie?

Durch ihre kommunitäre Art zu leben und zu arbeiten stellt die Kommune Niederkaufungen einen weitgehend gelungenen politischen Gegenentwurf zum Leben in Kleinfamilien oder Single-Haushalten und dem Arbeiten im Rahmen des Diktats privatwirtschaftlicher Strukturen oder des öffentlichen Dienstes dar.

Solche Lebenskollektive setzen die Utopie kommunitärer Lebensweisen um, die nicht vorgeschrieben werden, sondern sich zunehmend vernetzend sehr eigen und selbstbestimmt entwickeln.

Eine neue Lebenskultur lässt sich nicht verordnen, sondern entsteht aus sich heraus und entwickelt mit sozialer Kreativität und Phantasie neue gesellschaftliche Lebensweisen, die sich möglicherweise in der Zukunft als überlegen zu konventionellen Formen des Lebens und Arbeitens erweisen können.

Dies ist kein leichter Weg und enthält alle Schwierigkeiten einer Projektentwicklung, die in der Regel auftreten, wenn Menschen miteinander gesellschaftliches Neuland betreten.

Kommunitäre Gemeinschaften, wie die Kommune Niederkaufungen, können als Beleg dafür genommen werden, dass durchaus Ansätze eines richtigen Lebens auch im Falschen möglich sind – ein richtiges Leben, das transformierend in die Gesellschaft hineinwirken kann.

So gesehen könnten die kommunitären Gemeinschaften, die alternative Modelle des Lebens und Arbeitens entwickeln, tatsächlich zu Keimzellen einer solidarisch-ökologischen Gesellschaft werden, wenn sich im Laufe der Zeit ein gesellschaftliches Bewusstsein und ein entsprechendes Bedürfnis hierfür entwickeln sollten.

Zumindest gilt es, von der gesellschaftlichen Entwicklungsarbeit kommunitärer Gemeinschaften zu lernen, wenn man zukünftig wirklich vorhat, kapitalistische Strukturen zu überwinden. Ob solche Modelle jemals mehrheitsfähig werden, ist offen. Aber sie zeigen, dass Alternativen nicht nur gedacht, sondern gelebt werden können.

Klaus Moegling, Prof. Dr. habil., Politikwissenschaftler und Soziologe, er lehrte an verschiedenen Universitäten und Institutionen der Lehrerbildung, zuletzt an der Universität Kassel als apl. Professor im FB Gesellschaftswissenschaften, er engagierte sich in der Friedens- und Umweltbewegung sowie in Bildungsinitiativen (Webseite [12]). Er ist Autor des im open Access [13] veröffentlichten Buches "Neuordnung. Eine friedliche und nachhaltig entwickelte Welt ist (noch) möglich".


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Links in diesem Artikel:
[1] https://ecovillage.org/regions/
[2] https://unitar.org/about/offices-training-centres-around-world/cifal-global-network
[3] https://ecovillage.org/our-work/
[4] https://www.kommune-niederkaufungen.de/wp-content/uploads/2015/06/Brosch%C3%BCre-Nachhaltig-Leben1.pdf
[5] https://www.kommuja.de/
[6] https://www.kommune-niederkaufungen.de/wp-content/uploads/2015/06/Brosch%C3%BCre-Nachhaltig-Leben1.pdf
[7] https://www.hna.de/lokales/kreis-kassel/kaufungen-ort43178/kommune-niederkaufungen-erweckt-hof-zum-leben-94135426.html
[8] https://www.kommune-niederkaufungen.de/uber-uns/arbeitsbereiche/komm-rat/
[9] https://www.kommune-niederkaufungen.de/wp-content/uploads/2015/06/Brosch%C3%BCre-Nachhaltig-Leben1.pdf
[10] https://www.kommune-niederkaufungen.de/wp-content/uploads/2016/09/Erg%C3%A4nzungspapier-2015.pdf
[11] https://www.kommune-niederkaufungen.de/wp-content/uploads/2016/09/Erg%C3%A4nzungspapier-2015.pdf
[12] https://www.klaus-moegling.de/ueber-mich/
[13] https://www.klaus-moegling.de/aktuelle-auflage-neuordnung/

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  • 08. Februar 2026 um 16:15

Bürgergeld: Sollen Empfänger Schnee schippen?

Von Thomas Pany

Thomas Pany

Schneeschaufel liegt im Schnee

Bild: shutterstock.com

Sachsen-Anhalts Regierungschef Schulze fordert Pflichtarbeit. Die Koalition spricht von Eigenverantwortung, Opposition und Juristen warnen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze verlangt von arbeitsfähigen Bürgergeldempfängern eine Gegenleistung für staatliche Unterstützung [1]. "Für die Leistung, die du bekommst, erwarten wir auch eine Gegenleistung", sagte der CDU-Politiker der Boulevardzeitung Bild [2].

Konkret nannte Schulze kommunale Aufgaben wie Laub fegen oder Schnee räumen. "Warum können das nicht auch Menschen machen, die gesund sind, zu Hause sind und gerade keine Arbeit haben?", fragte er.

Wer sich verweigert, müsse mit Sanktionen bis hin zur Kürzung von Leistungen rechnen. Das sei zwar umstritten, aber "am Ende ein Teil der sozialen Gerechtigkeit", so Schulze.

Aus Bürgergeld wird Grundsicherungsgeld

Die Forderung ist Teil einer größeren Debatte über die Reform des Bürgergeldes, das in "Grundsicherungsgeld" umbenannt werden soll. Das Bundeskabinett beschloss im Dezember 2025 einen entsprechenden Gesetzentwurf [3].

Die Bundesregierung will damit das Verhältnis zwischen Solidarität und Eigenverantwortung neu ausbalancieren.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas [4] verteidigte im Bundestag die geplanten Änderungen. "Gute Arbeitsbedingungen und ein verlässlicher Sozialstaat" hätten in diesen stürmischen Zeiten "absolute Priorität", sagte die SPD-Politikerin. Gleichzeitig betonte sie, dass Eigenverantwortung und Mitwirkung gestärkt würden.

CDU-Fraktionschef Carsten Linnemann sprach von einer Rückkehr zum System des "Förderns und Forderns". Die Rückkehr zum Vermittlungsvorrang solle verhindern, dass Arbeitslose jahrelang in Maßnahmen festhängen, sagte er im Bundestag.

Grüne und Linke sprechen von Hetzkampagne

Die Opposition reagierte empört. Timon Dzienus [5] von den Grünen warf der Regierung eine "zutiefst schäbige" Debatte vor. "Sie haben monatelang gelogen!", rief er im Bundestag. Die Androhung von Obdachlosigkeit habe nichts mit Arbeitsvermittlung zu tun. Das Gesetz solle Druck auf alle Beschäftigten ausüben, jede noch so schlechte Arbeit anzunehmen.

Heidi Reichinnek von der Linken bezeichnete die Reform als "größten Angriff auf den Sozialstaat, den es je gegeben hat", vorbereitet durch eine "faktenfreie Hetzkampagne". Es gebe im Bürgergeldbezug 1,8 Millionen Kinder und rund 800.000 Aufstocker, aber die Koalition konzentriere sich auf die rund 16.000 "Totalverweigerer".

Sanktionen in der Praxis kaum angewandt

Tatsächlich zeigen Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, dass verschärfte Sanktionen kaum zur Anwendung kommen. Eine im März 2024 eingeführte Regelung, die bei nachhaltiger Arbeitsverweigerung einen kompletten Wegfall des Regelbedarfs für zwei Monate vorsieht, wurde nur im niedrigen zweistelligen Bereich [6] angewandt.

Grund dafür sind die extrem hohen rechtlichen Hürden. Das Bundesverfassungsgericht hat 2019 klargestellt, dass Sanktionen, die zum kompletten Wegfall des Regelbedarfs führen, nur unter sehr engen Voraussetzungen verhältnismäßig sind.

Rechtswissenschaftler Gerhard Kilz [7] von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen warnt, dass die geplanten Verschärfungen möglicherweise nicht mit der Menschenwürdegarantie vereinbar sind.

Abzuwarten bleibe, ob diese am Ende einer gerichtlichen Überprüfung standhalten werden.

Pilotprojekt in Nordhausen

Im Landkreis Nordhausen läuft seit November ein Pilotprojekt, bei dem junge Bürgergeldempfänger zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet werden.

Wer nicht erscheint, bei dem klingelt der Vollzugsdienst des Ordnungsamts. Kommt man nicht mit, drohen Kürzungen von zehn<b> bis hin zu 30 Prozent</b> [8].

Landrat Matthias Jendricke [9] berichtete, dass von etwa 50 zugewiesenen jungen Leuten zwei den Sprung in den regulären Arbeitsmarkt geschafft hätten. Bei acht Menschen greifen bereits Sanktionen. Sechs wurden die Leistungen komplett entzogen, weil sie nie an ihrer gemeldeten Adresse anzutreffen waren.

Die Debatte um das Bürgergeld wird auch in den kommenden Monaten weitergehen. In Sachsen-Anhalt stehen im September Landtagswahlen an, bei denen die AfD in Umfragen derzeit klar vorn liegt.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/schulze-gegenleistung-buergergeld-100.html
[2] https://www.bild.de/politik/inland/wer-buergergeld-kassiert-muss-arbeiten-6985046cdd71e9cb6a163ae5
[3] https://www.bmas.de/DE/Service/Presse/Pressemitteilungen/2025/gesetzentwurf-umgestaltung-grundsicherung-arbeitsuchende.html
[4] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw03-de-grundsicherung-1134298
[5] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw03-de-grundsicherung-1134298
[6] https://iab-forum.de/100-prozent-sanktionen-gegen-erwerbsfaehige-leistungsberechtigte-die-nachhaltig-arbeit-verweigern-werden-nur-sehr-selten-verhaengt/
[7] https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/reform-buergergeld-neue-grundsicherung-existenzminimum-sanktionen
[8] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nordhausen-arbeitsprojekt-fuer-buergergeldempfaenger-wird-verstetigt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260129-930-611665
[9] https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nordhausen-arbeitsprojekt-fuer-buergergeldempfaenger-wird-verstetigt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260129-930-611665

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  • 08. Februar 2026 um 15:45

Die CDU hat keine Ahnung, warum Menschen in Teilzeit gehen

Von Marcus Schwarzbach

Marcus Schwarzbach

Mensch wird durch Räderwerk, auf dem Teilzeit und Krankschreibung durchgestrichen sind gezogen

Christdemokraten fordern weniger Teilzeit – doch die Realität zeigt: Stress und Überlastung treiben Beschäftigte in die Arbeitszeitverkürzung.

Mit den Beschäftigten in diesem Land geht die Bundesregierung sehr kritisch um. Es gebe zu viele Krankentage, kritisiert Friedrich Merz [1]:

"Am Ende des Tages muss stehen, dass wir alle zusammen in dieser Bundesrepublik Deutschland eine höhere volkswirtschaftliche Leistung gemeinsam erreichen, als wir sie gegenwärtig erreichen."

Teile der CDU wollen das derzeitige Teilzeitrecht einschränken. "Kein Rechtsanspruch auf Lifestyle-Teilzeit", heißt es in einem Papier der Wirtschaftsunion [2]. "Uns stört das Recht auf Teilzeit ohne Dialog mit dem Arbeitgeber in den Fällen, in denen es keinen Grund gibt", sagt die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann. Die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium verschweigt, dass es im Gesetz eine Erörterungspflicht gibt, wenn der Arbeitgeber den Antrag ablehnen will.

Das Fünf-Stunden-Modell: Ein Gegenbeispiel aus Bielefeld

Dass es anders geht, zeigt eine Agentur in Bielefeld [3]. 2017 führte Firmengründer Lasse Rheingans in seiner Agentur Fünf-Stunden-Tage ein. Gehalt und Urlaubstage blieben gleich. Das Team arbeitete laut ihm "hochkonzentriert" von 8 bis 13 Uhr. Die Agentur schaffte trotz weniger Zeit die gleiche Leistung und machte schon im ersten Jahr Gewinn.

Damit hatte Rheingans selbst nicht gerechnet. "Niemand kann sich acht Stunden ohne Unterbrechung konzentrieren", sagte er vor Jahren.

Zeitfresser und ständige Erreichbarkeit

Er hat erkannt, dass Arbeiten nicht automatisch zu einem Ergebnis führt. Zeitfresser gibt es in den Unternehmen viele. "Dialog-Veranstaltungen", in denen Geschäftsführer oder Vorstände den Beschäftigten in langatmigen Reden die Lage der Firma erklären.

Besprechungen ohne Zielsetzung, bei denen viel beredet und nichts geklärt wird. Gegen diese "Meeting-Kultur" geht Rheingans im eigenen Unternehmen vor und versucht, mit Arbeitszeitressourcen sparsam umzugehen. Davon profitieren in diesem Fall auch die Arbeitenden.

Unstrukturiertes Vorgehen des Managements wird durch ständige Erreichbarkeit erleichtert. Per Smartphone können Beschäftigte in Freizeit oder Urlaub oft jederzeit kontaktiert werden. Wurden Termine oder Arbeitsaufteilung nicht rechtzeitig abgestimmt, wird der Kontakt zu dem Angestellten gesucht. Die Klagen von Beschäftigten über die ständige Erreichbarkeit, die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben infrage stellt, häufen sich.

Teilzeitrecht in der Praxis: Kein bedingungsloser Anspruch

Das Argument eines "Teilzeit-Lifestyle" unterschlägt, dass viele Menschen in Handel oder Gastronomie gar keine Chance auf Vollzeit haben, da Unternehmen in erster Linie Arbeitsverträge mit geringen Stundenzahlen anbieten.

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz sieht kein bedingungsloses Recht auf Teilzeit vor. Und die Auslegung des Rechtes auf Teilzeit erfolgt durch Gerichte. Von einer Grundsatzentscheidung berichtet Haufe 2024 [4]:

"Das Teilzeitverlangen eines Mitarbeiters, der im Schichtdienst eines Chemieunternehmens tätig ist, lehnte der Arbeitgeber aus betrieblichen Gründen ab. Zu Recht, entschied das Arbeitsgericht Köln."

Ein als Schichtleiter tätiger Chemikant wollte in diesem Fall Teilzeit arbeiten. Das Unternehmen war der Meinung, dass das Organisationskonzept eines Anlagebetriebs "rund um die Uhr" und das bestehende Arbeitszeitmodell eine Teilzeit des Schichtleiters ausschließen. So sah es auch das Gericht.

Häufig verzichten Beschäftigte bei Ablehnung des Teilzeit-Antrages auf den Gang zum Arbeitsgericht – der Rechtsweg ist die einzige Möglichkeit, einen Anspruch durchzusetzen, auch wenn das Management mit fadenscheinigen Begründungen einen Antrag ablehnt.

Merz bemängelt die Krankenstatistiken

"Das sind fast drei Wochen, in denen die Menschen in Deutschland aus Krankheitsgründen nicht arbeiten."

Friedrich Merz

In den 90er-Jahren wurden Krankenrückkehrgespräche eingeführt. Das Konzept ist einfach, denn bei den Gesprächen, die Führungskräfte mit kranken Beschäftigten führen, wird nicht nach Ursachen geforscht. Vielmehr wird über den Schuldigen gesprochen: Es ist der Kranke, der seine Einstellung ändern muss.

"Ist das wirklich richtig? Ist das wirklich notwendig?", fragt Merz angesichts des aktuellen Krankenstandes und knüpft an diese Logik der Krankenrückkehrgespräche an.

Stress als Dauerzustand im Dienstleistungssektor

Was bei den Diskussionsbeiträgen der CDU außen vor bleibt, sind die Arbeitsbedingungen, die Menschen krank machen. Oder Beschäftigte, die es finanziell regeln können, dazu bringt, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Im Pflegebereich lautet das Motto "Flucht in die Teilzeit".

"Aktuell ist unsere Gesellschaft von Veränderungen geprägt, die erhebliche Auswirkungen auf die Arbeit in den Unternehmen haben" erläutert Eva Aich, Gewerbeaufsichtsbeamtin in der Bezirksregierung Düsseldorf. Die Betrachtung der Arbeitsintensität ist dabei eine wichtige Aufgabe, um eine Überlastung der Beschäftigten zu vermeiden. Digitalisierungsprozesse, der Einsatz von KI oder Robotik betreffen Produktion, Handel und Dienstleistungen.

"All das hat Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in den besonders betroffenen Branchen. Gerade bei schwierigen Rahmenbedingungen für die Unternehmensziele sind gute Arbeitsbedingungen der Beschäftigten für die Arbeitserledigung wichtig. Eine andauernde Überlastung der Beschäftigten verhindert auch, dass diese kreative und innovative Lösungen finden."

Eva Aich [5]

Im Dienstleistungssektor, dem größten Beschäftigungssegment, fallen gravierende Probleme auf. Über die Hälfte der Befragten ist in hohem Maß von Arbeitshetze und Zeitdruck betroffen. Nur ein Drittel geht nie krank zur Arbeit. Das sind zentrale Ergebnisse der Analyse des "DGB-Index Gute Arbeit".

"Bei solchen Rahmenbedingungen wundert es nicht, dass viele Beschäftigte ihre Arbeitszeiten reduzieren wollen bzw. es auch tatsächlich tun."

Rebecca Liebig, ver.di-Bundesvorstandsmitglied [6]

Bereits im vergangenen Jahr berichtete die Gewerkschaft Ver.di von verheerenden Arbeitsbedingungen im Dienstleistungssektor. Stress als Dauerzustand führt dazu, dass Beschäftigte über "Ausstieg, Wechsel, Teilzeit" nachdenken. Sie verlassen die Branche oder reduzieren ihre Arbeitszeit.

"Besonders bedenklich ist, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen sich unter diesen Bedingungen nicht vorstellen kann, bis zur Rente durchzuhalten."

Frank Werneke, Verdi-Vorsitzender [7]

Fazit: Gesetze ändern löst keine strukturellen Probleme

Die Vorstellung, eine Abschaffung der derzeitigen Gesetze zur Teilzeit reduziere den Fachkräftemangel, ignoriert all diese Untersuchungen.


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[1] https://www.fr.de/panorama/merz-schiesst-gegen-arbeitnehmer-deutsche-sollen-wieder-mehr-schuften-krankenstand-vier-tage-woche-zr-94127237.html
[2] https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lifestyle-teilzeit-abschaffen-kritik-aus-niedersachsen-cdu,teilzeit-120.html
[3] https://isw-muenchen.de/online-publikationen/texte-artikel/2387-86digitalisierung-fuehrt-zu-stress-4-0
[4] https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/teilzeit-ablehnung-aus-betrieblichen-gruenden_76_633074.html
[5] https://www.bund-verlag.de/zeitschriften/gute-arbeit
[6] https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/verdi-analyse-des-dgb-index-gute-arbeit-arbeitszeitrealitaeten-im-dienstleistungssektor-belastungen
[7] https://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/verdi-studie-dienstleistungssektor-kurz-dem-kollaps-beschaeftigte-fluechten-wegen-ueberlastung-und

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  • 08. Februar 2026 um 14:00
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