Matthias Lindner
Europa bezieht den Großteil seines Flüssiggases aus den USA und Russland. Experten warnen vor neuen Risiken. Welche Alternativen gibt es?
Europa steckt in einem Dilemma: Es will sich von russischen Energielieferungen [1] trennen und die Abhängigkeit von den USA reduzieren – aber im Januar geschah genau das Gegenteil. Beide Länder stellten bei den EU-Importen von Flüssiggas (LNG) [2] einen Anteil von über 80 Prozent.
Bloomberg hat die entsprechenden Schiffsverfolgungsdaten ausgewertet [3]: Allein die USA stellten im Januar 63 Prozent aller LNG-Importe der Europäischen Union. Russland steuerte weitere 18 Prozent bei und erreichte damit ein Rekordniveau.
Noch vor vier Jahren sah die Lage gänzlich anders aus: Während der Energiekrise nach dem russischen Überfall auf die Ukraine lieferten andere Herkunftsländer etwa die Hälfte des gesamten Flüssiggases.
Alle übrigen Lieferanten zusammen – Algerien, Katar [4], Norwegen und Trinidad und Tobago – kamen im Januar nur noch auf 19 Prozent. Seit 2017 war ihr Anteil nie so gering.
Die EU-Mitglieder zeigen sehr unterschiedliche Importmuster. Europas größter Energiemarkt, Deutschland, bezog im Januar sämtliches Flüssiggas aus amerikanischen Quellen. Insgesamt deckt Flüssiggas etwa dreizehn Prozent der deutschen Gasimporte ab.
Der indirekte Anteil dürfte aber noch größer sein, da Deutschland auch Gas aus europäischen Nachbarländern importiert, die ihrerseits LNG beziehen und an die Bundesrepublik weiterreichen.
Frankreich und Belgien weisen eine andere Struktur auf. Beide Länder importierten im Januar jeweils mehr als 40 Prozent ihres Flüssiggases aus Russland und einen vergleichbaren Anteil aus den USA. Diese doppelte Abhängigkeit macht sie anfällig für Störungen aus beiden Richtungen.
Daten der EU-Kommission [5] aus dem zweiten Quartal 2025 belegen den Trend: Flüssiggas erreichte mit 35 Milliarden Kubikmetern einen Rekordwert und stellte 46 Prozent aller Gasimporte.
Die USA lieferten damals davon 58 Prozent, Russland 14 Prozent und Katar acht Prozent. Norwegen blieb mit 30 Prozent der größte Gesamtlieferant, wenn man Pipeline- und Flüssiggas zusammenrechnet.
In Brüssel blickt man zunehmend mit Argwohn auf die Abhängigkeit von LNG aus den USA [6]. Die America-first-Politik von Donald Trump treibt den EU-Beamten die Sorgenfalten auf die Stirn, denn mit massivem wirtschaftlichem Druck aus Washington hatten die Europäer lange nicht gerechnet.
Jetzt, da Trump ihn ausübt und auch eine Annexion Grönlands [7] ins Spiel brachte, hat man in Brüssel zunehmend Bedenken, von einer autoritären Regierung abhängig zu sein. So oder so ähnlich äußerten sich laut Bloomberg Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera und Energiekommissar Dan Jørgensen.
Ein Handelsabkommen mit Washington sieht vor, dass die EU bis 2028 amerikanische Energie [8] im Wert von 750 Milliarden US-Dollar abnimmt. Diese Zusage schafft eine vertragliche Bindung, die bei Konflikten zum Nachteil werden könnte.
Um die Abhängigkeit von den beiden großen Lieferanten zu reduzieren, müssen neue gefunden werden. Und in dieser Mission war Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) kürzlich in Saudi-Arabien, Katar und in den Vereinigten Arabischen Emiraten unterwegs.
Ziel war es, so berichtete [9] Bloomberg, neue Energiepartnerschaften aufzubauen und die Abhängigkeit von amerikanischen Lieferungen [10] zu verringern. Die EU prüft zudem verstärkte Importe aus Kanada und Nordafrika.
Die Diversifizierung stößt jedoch auf praktische Hindernisse. Lieferanten am Persischen Golf verlangen Verträge mit Laufzeiten von mindestens 20 Jahren. Deutschland hat jedoch im Rahmen seiner Klimaziele [11] alle LNG-Importe ab Ende 2043 untersagt.
Dieser Widerspruch erschwert langfristige Vereinbarungen. Amerikanische Exporteure bieten dagegen flexiblere Konditionen, weshalb deutsche Unternehmen bisher dort kauften.
Katar ist wohl das einzige Land, das seine LNG-Lieferungen nach Europa deutlich ausweiten und einen signifikanten Anteil von US- und russischen Lieferungen ersetzen könnte. Das Land baut seine Kapazitäten massiv aus. Das erste Flüssiggas aus der North-Field-Erweiterung soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 fließen.
Bei voller Produktion [12] könnte das Land bis 2027 jährlich 126 Millionen Tonnen liefern – ein Zuwachs von 85 Prozent gegenüber den aktuellen 77 Millionen Tonnen. Europa konkurriert um diese Lieferungen aber mit asiatischen Ländern, die wohl eher bereit sind, langfristige Verträge zu schließen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/EU-ohne-russisches-Gas-Warum-Bruessel-doch-nicht-gelassen-ist-10225428.html[2] https://www.heise.de/tp/article/LNG-Warum-zu-viel-US-Gas-ein-Risiko-fuer-Europa-ist-11088240.html[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-05/europe-s-reliance-on-us-russian-lng-climbs-to-record-above-80[4] https://www.heise.de/tp/article/USA-und-Katar-drohen-EU-wegen-Nachhaltigkeitsregeln-mit-LNG-Stopp-10794396.html[5] https://energy.ec.europa.eu/news/quarterly-reports-highlight-progress-gas-and-electricity-markets-q2-2025-2026-01-15_en[6] https://www.heise.de/tp/article/US-Erdgas-fuer-Europa-Australische-Experten-warnen-vor-Abhaengigkeit-11072037.html[7] https://www.heise.de/tp/article/Groenland-Warum-die-USA-jetzt-auf-die-Arktis-Insel-draengen-11124261.html[8] https://www.heise.de/tp/article/DGAP-Analyse-Wie-Deutschland-mit-der-Energiedominanz-der-USA-umgehen-kann-11151945.html[9] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-04/merz-seeks-lng-deals-in-gulf-region-to-hedge-us-energy-exposure[10] https://www.heise.de/tp/article/Europa-hat-den-Gaslieferanten-gewechselt-nicht-die-Abhaengigkeit-11149239.html[11] https://www.heise.de/tp/article/BVerwG-Urteil-Warum-die-Bundesregierung-jetzt-mehr-Klimaschutz-liefern-muss-11159503.html[12] https://www.agbi.com/oil-and-gas/2025/11/lng-from-qatarenergy-expansion-to-start-in-h2-2026/
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Bernardo Cantz
(Bild: Hasnain_Abbas / Shutterstock.com)
Forscher stapeln drei Materialschichten – und erschaffen damit einen Datenspeicher, der alles bisherige in den Schatten stellen könnte.
Festplatten und Speicherchips [1] könnten künftig hauchdünn werden, sollte sich ein Verfahren durchsetzen, das ein Forscherteam aus Südkorea entwickelt hat. Statt auf ferroelektrische Materialien setzen sie auf eine sandwichartige Struktur verschiedener Materialien.
Die Forscher der DGIST und KAIST veröffentlichten ihre Ergebnisse [2] schon im Januar in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Die Herausforderung der Zukunft ist, dass Computer, Smartphones [3] und andere Geräte immer kleiner werden – und mit ihnen natürlich auch die Halbleiter [4]. Das bringt aber die herkömmlichen Speichermedien an ihre Grenzen.
Das Kernproblem ist: Je dünner elektronische Bauteile werden, desto schwieriger wird es, Informationen darin zu speichern. Denn klassische Speichermaterialien funktionieren nicht mehr, wenn sie auf wenige Atomlagen geschrumpft werden.
Bei dem neuen Verfahren werden drei verschiedene Materialien übereinandergelegt: Graphen, eine einzelne Lage aus Kohlenstoffatomen, dann eine hauchdünne Isolierschicht aus Bornitrid, und darüber einen speziellen Kristall aus Ruthenium und Chlor.
Die mittlere Schicht wirkt wie eine durchlässige Barriere: Elektronen können nicht direkt hindurchwandern, aber ihre elektrische Kraft reicht hindurch. Dadurch sammeln sich Ladungen an den Grenzflächen und bilden winzige elektrische Dipole – vergleichbar mit Magneten, die einen Nord- und einen Südpol haben, nur eben elektrisch geladen.
Diese Dipole lassen sich durch Anlegen einer Spannung umklappen. Zeigt der Dipol nach oben, bedeutet das eine gespeicherte Eins. Zeigt er nach unten, eine Null.
Das Umschalten funktioniert ähnlich wie bei einem Lichtschalter, nur auf atomarer Ebene. Der Zustand kann ausgelesen werden, indem der elektrische Widerstand der Graphenschicht gemessen wird.
Ein Umstand verhindert aber, dass dieses Verfahren bald in Alltagselektronik eingesetzt werden kann: Das System funktioniert nur bei minus 243 Grad Celsius, also 30 Grad über dem absoluten Nullpunkt.
Bei dieser Temperatur ist die Wärmeenergie gerade richtig dosiert. Wird es wärmer, geraten die Dipole durch thermische Bewegung durcheinander. Wird es noch kälter, frieren sie ein und lassen sich nicht mehr umschalten.
Durch wiederholtes Hin- und Herschalten konnten die Forscher die Dipole trainieren. Danach blieben sie auch bei tieferen Temperaturen schaltbar. Ein Testgerät behielt seine Einstellung über fünf Monate, auch ohne angelegte Spannung. Allerdings verschob sich die Schaltschwelle nach der langen Lagerung um etwa 19 Volt.
Die Forscher testeten auch starke Magnetfelder bis zu neun Tesla – etwa 180.000-mal stärker als das Erdmagnetfeld. Das Ergebnis: keinerlei Auswirkung auf die Schalteigenschaften.
Das unterscheidet das System klar von magnetischen Speichern und bestätigt den rein elektrischen Mechanismus.
Youngwook Kim, Professor im Fachbereich Physik und Chemie der DGIST, sieht Anwendungen hauptsächlich in Spezialgebieten [5]:
"Mit Blick auf die Zukunft erwarten wir, dass diese Technologie die Entwicklung von Speichergeräten für Quantencomputer, die bei extrem niedrigen Temperaturen arbeiten, oder von Halbleitern der nächsten Generation mit extrem niedrigem Stromverbrauch beschleunigen wird."
Auch andere praktische Fragen bleiben offen: Wie viele Informationen lassen sich pro Fläche speichern? Wie schnell funktioniert das Schreiben und Lesen? Und lässt sich das Verfahren industriell herstellen?
Die Studie zeigt einen möglichen Weg für künftige ultradünne Speichertechnologien, macht aber auch deutlich, dass zwischen Laborexperiment und Marktreife noch erhebliche Hürden liegen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/Steigende-Speicherpreise-Darum-wird-Ihr-naechster-Laptop-teurer-11106153.html[2] https://www.nature.com/articles/s41467-025-68072-x[3] https://www.heise.de/tp/article/Wird-Deutschland-zur-Datenkolonie-USA-haben-16-mal-mehr-Rechenpower-als-wir-11075794.html[4] https://www.heise.de/tp/article/Seltene-Erden-Bedeutung-Vorkommen-und-globale-Abhaengigkeiten-11069046.html[5] https://www.dgist.ac.kr/bbs/BBSMSTR_000000000188/view.do
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Arbeiten im Homeoffice, fürs Studium oder auch Gaming bedeuten nicht selten: wenig Bewegung, mehr Bildschirmzeit, längere Sitzphasen. Entsprechend wichtig ist ein ergonomischer Bürostuhl. Das Modell von Daccormax erfüllt alle diesbezüglichen Anforderungen.
Grundlage ist eine S-förmige Rückenlehne. Diese folgt der natürlichen Krümmung der Wirbelsäule und adressiert vor allem den unteren Rücken, die bei langen Sitzphasen am schnellsten ermüdet. Die Rückenfläche ist vergleichsweise breit ausgelegt und berücksichtigt auch die Schulterbereiche. Das sorgt für eine flächigere Druckverteilung, statt punktueller Belastung einzelner Wirbel.
Eine drehbare Kopfstütze kann bis zu 120 Grad rotieren und in der Höhe um rund elf Zentimeter angepasst werden. Je nach Sitzhaltung verändert sich dadurch die Nackenauflage, etwa beim Zurücklehnen oder bei aufrechter Bildschirmarbeit.
Flexibilität gehört zu den entscheidenden Faktoren bei längerer Nutzung. Die Sitzhöhe lässt sich um etwa zehn Zentimeter variieren, die Armlehnen um rund zehn Zentimeter, die Lordosenstütze um circa sechs Zentimeter. Dadurch entsteht Spielraum, um den Stuhl an unterschiedliche Körpergrößen oder Tischhöhen anzupassen.
Zusätzlich integriert ist eine Wippfunktion, die leichte Rückwärtsbewegungen ermöglicht. Solche Mikro-Bewegungen gelten als sinnvoll, um statisches Verharren zu durchbrechen. Bei Nichtnutzung lässt sich der Stuhl kompakt unter den Tisch schieben. Abgesenkte Armlehnen und reduzierte Sitzhöhe sparen Platz, das ist relevant in kleineren Arbeits- oder Wohnräumen.
Das Sitzkissen besteht laut Hersteller aus hochdichtem Schaumstoff mit mittlerer Festigkeit. Ziel ist eine Balance zwischen Stabilität und Nachgiebigkeit, damit das Becken nicht einsinkt, gleichzeitig aber keine harten Druckpunkte entstehen.
Bei der Rückenlehne kommt ein elastisches Nylonnetz zum Einsatz. Netzstrukturen sind im Büroumfeld etabliert, da sie Luftzirkulation ermöglichen. Während längerer Arbeitsphasen kann sich Wärme am Rücken stauen, atmungsaktive Materialien wirken entgegen. Die Rollen am Fußgestell sind geräuscharm ausgelegt und sollen Böden vor Kratzern schützen. Gerade auf Dielen, Laminat oder Parkett macht sich das im täglichen Gebrauch bemerkbar.
Die Gasdruckfeder ist gemäß Hersteller nach BIFMA- und SGS-Standards zertifiziert und hat einen statischen Drucktest von 1.136 Kilogramm bestanden. Die maximale Belastbarkeit wird mit bis zu 150 Kilogramm angegeben. Geliefert wird das Modell mit Anleitung, Inbusschlüssel und Montagematerial. Der Aufbau erfolgt eigenständig, zwei Jahre Garantie werden angegeben.
Der ergonomische Bürostuhl von Daccormax kostet momentan 71,52 Euro.
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Die Deutsche Telekom erhöht ab April 2026 die Preise für viele Festnetz-Bestandskunden mit Tarifen, die vor April 2023 gebucht worden sind. Telekom Sprecher Dirk Wende hat Golem das bestätigt. Die Preiserhöhung beträgt monatlich zwei Euro, betroffen sind ältere Magenta Zuhause- und Call & Surf-Tarife.
Zum Beispiel wird der Tarif Magenta Zuhause L mit einer Datenrate von 100 MBit/s von 44,95 Euro auf 46,95 Euro erhöht.
Wende erklärte: "Die Preise für den Betrieb und die Nutzung unseres Netzes sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Leider machen die aktuellen allgemeinen Kostensteigerungen für den Betrieb und die Nutzung unseres Netzes sowie für Servicedienstleistungen eine leichte Anpassung des Preises notwendig."
Bestandskunden mit den genannten Tarifen zahlen demnach immer noch zwei Euro weniger als Neukunden für die entsprechenden Tarife. MagentaZuhause Tarife auf Glasfaser würden nicht im Preis erhöht.
Alle Betroffenen werden laut Wende in den kommenden Wochen fristgerecht über die Preisanpassung informiert. Aufgrund der Preiserhöhung hätten sie das Recht, nach Erhalt des Schreibens innerhalb von drei Monaten ihren Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zu kündigen.
Lohnen kann sich beispielsweise ein Inhouse-Wechsel zu der Telekom Discounter-Marke Congstar. Deren Tarif Zuhause 100 (DSL) mit 100 MBit/s Download und 40 Mbit/s Upload ist schon zum Pries von 35 Euro pro Monat erhältlich. Congstar Zuhause 250 (DSL) mit 250 MBit/s Download und 40 MBit/s Upload kostet 40 Euro pro Monat.

Wer Böden und Teppiche perfekt in Schuss halten möchte, ohne viel Zeit mit Putzen und Staubsaugen zu verbringen, sollte sich einen Saugroboter mit Wischfunktion und vollautomatischem Multifunktionsdock zulegen. Er arbeitet nicht nur den gesamten Reinigungsvorgang selbständig ab, sondern kommt hinterher auch mit einem minimalen Wartungsaufwand aus. Ein Beispiel ist der Ecovacs Deebot T50 Pro Omni, der eine hohe Reinigungsleistung mit intelligenter Navigation kombiniert. Bei Amazon ist er vorübergehend über die Hälfte reduziert.
Mit einer starken Saugleistung von 21.000 Pa und speziell entwickelten Bürsten entfernt der Ecovacs DEEBOT T50 PRO Omni Gen2 Staub, Krümel und Haare von Hartböden und Teppichen. Für die Nassreinigung kommen zwei rotierende Wischmopps zum Einsatz, die mit bis zu 180 Umdrehungen pro Minute selbst angetrocknete Flecken beseitigen. Die sind ebenso ausfahrbar wie die seitlichen Bürsten, so dass der Boden bis an den Rand gründlich gereinigt wird. Mit einer Höhe von 81 Millimetern erreicht der Roboter außerdem schwierig zugängliche Bereiche unter Sofas, Betten oder Schränken. Folgt nach dem Wischprogramm ein Teppich, heben sich die Wischmopps beim Übergang automatisch um bis neun Millimeter an, um eine Verunreinigung durch Schmutzwasser zu verhindern.
Seine Routen sucht sich der Deebot T50 Pro Omni mithilfe intelligenter Navigationstechnologie selbst. Er erstellt mit TrueMapping 2.0 in kürzester Zeit detaillierte Karten des Raums. Durch eine Kombination aus dToF-LiDAR, 3D-Strukturlicht und RGB-Kamera mit KI-Unterstützung erkennt er Hindernisse präzise. Möbeln, Kabeln oder herumliegenden Gegenständen kann er dadurch gezielt ausweichen und so das Risiko von Kollisionen verringern.
Gesteuert wird der Saugroboter über die Ecovacs-App. Dort lassen sich unter anderem Zeitpläne erstellen, No-Go-Zonen definieren oder weitere Aufgaben einfügen. Zusätzlich lässt sich der Saugroboter mit der Apple Watch, über Widgets oder über die Dynamic Island bedienen. Auch Sprachsteuerung über Alexa, Google Assistant oder den integrierten Sprachassistenten YIKO ist möglich.
Für noch mehr Entlastung sorgt das selbstreinigende Multifunktionsdock. Es übernimmt automatisch das Entleeren des Staubbehälters, das Nachfüllen von Wasser und Reinigungsmittel sowie das Auswaschen und Trocknen der Wischmopps. Auch die Station selbst reinigt sich weitgehend automatisch, so dass Nutzer nur noch vereinzelt eingreifen müssen.
Bei Amazon wird der Saugroboter Ecovacs Deebot T50 Pro Omni Gen 2 zurzeit mit 56 Prozent Rabatt für 399 statt 899 Euro angeboten – ein Top-Deal für alle, die ihre Böden mit wenig Aufwand perfekt sauber halten wollen. Da die Aktion befristet ist, sollte man hier schnell zugreifen, um den Deal nicht zu verpassen.
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Marcel Kunzmann
Tankstelle vor der US-Botschaft: Seit dem 7. Februar ist der Verkauf von Treibstoff auf Kuba rationiert.
(Bild: prosportfoto.co.uk/Shutterstock.com)
Kuba geht der Treibstoff aus. In Folge der US-Ölblockade aktiviert Havanna einen Notfallplan und setzt auf Solarenergie. Ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Energiekrise auf Kuba spitzt sich dramatisch zu. "Seit Dezember kommt in diesem Land kein Treibstoff mehr an", erklärte [1] Präsident Miguel Díaz-Canel am Donnerstag vor Vertretern kubanischer und ausländischer Medien.
Wie die spanische Nachrichtenagentur EFE berichtet [2], hat die Regierung internationale Fluggesellschaften nun darüber informiert, dass das Land ab Montag über keinen Flugzeugtreibstoff mehr verfügt.
Die Warnung betrifft alle neun internationalen Flughäfen der Insel. In ähnlichen Fällen – sowohl während der Sonderperiode [3] in den 1990er Jahren als auch bei Engpässen in den vergangenen Monaten – hatten Airlines das Problem durch Zwischenstopps in Mexiko oder der Dominikanischen Republik zum Nachtanken gelöst.
Doch diesmal ist die Lage grundlegend anders: Die Krise ist direkte Folge einer US-Energieblockade.
Der Druck auf Kubas Energieversorgung begann am 3. Januar. Nach den US-Militärschlägen auf Caracas [4], die zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro führten, kündigten die USA das Ende venezolanischer Öllieferungen an. Trump forderte Havanna auf, "einen Deal zu machen, bevor es zu spät ist".
Am 29. Januar verschärfte Washington den Kurs drastisch: Per Präsidialerlass drohte Trump allen Ländern Strafzölle an, die Erdöl nach Kuba liefern. Zuvor hatte er die Insel zur "Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA [5]" erklärt. Die Wirkung war unmittelbar: Mexiko, zuletzt wichtigster Lieferant, stellte seine Exporte ein – nachdem US-Drohnen vor der Küste Yucatáns gesichtet worden waren.
Kubas Zugang zum Weltmarkt wird seither systematisch blockiert. Ein aus Togo kommender Tanker änderte kürzlich sein Ziel [6], ohne Gründe anzugeben.
Beobachter vermuten [7], dass Washington vor allem Kubas enge Beziehungen zu China und Russland unterbinden will. Die USA werfen Havanna vor [8], eine chinesische Abhörstation zu betreiben – was Díaz-Canel am Donnerstag zurückwies: Auf kubanischem Boden gebe es nur eine einzige ausländische Basis, "jene in Guantánamo – eine illegale US-Basis gegen den Willen des kubanischen Volkes".
Havanna hat indes mehrfach Gesprächsbereitschaft signalisiert. Doch außer dem Austausch diplomatischer Noten sei bislang kein formeller Dialog zustande gekommen, erklärte [9] Vizeaußenminister Fernández de Cossío im Gespräch mit CNN.
Kuba produziert rund ein Drittel seines Energiebedarfs selbst – kubanisches Schweröl und heimisches Gas decken etwa 55 Prozent [10] der Stromversorgung. Die entscheidende Schwachstelle: Die vorhandenen Raffinerien können das heimische Öl nicht verarbeiten. Es ist zu schwer und zu schwefelhaltig für die vorhandenen Anlagen, die auf venezolanische Sorten und Leichtöl ausgelegt sind. Für Benzin, Diesel und Kerosin bleibt die Insel daher vollständig auf Importe angewiesen.
In einer zweistündigen Pressekonferenz am Donnerstag kündigte Díaz-Canel die Aktivierung eines Notfallplans [11] an – nach dem Vorbild der "Opción Cero" (Option Null), die Fidel Castro in den 1990er Jahren für das Szenario einer kompletten US-Seeblockade entwickelt hatte.
Der Plan umfasste neben Rationierungsmaßnahmen Schritte wie die massive Ausweitung lokaler Lebensmittelproduktion, den Einsatz von Zugtieren, die Einrichtung nachbarschaftlicher Holzkohleküchen sowie nicht motorisierter Transportmethoden. "Diese Maßnahmen sind vorgesehen, allerdings aktualisiert, weil die Situation heute eine andere ist", erklärte der Präsident.
Einen Tag später konkretisierte [12] Vizepremier und Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva Fraga in der Fernsehsendung "Mesa Redonda" die Einschnitte: Treibstoff wird rationiert, die Verwaltung stellt auf Vier-Tage-Woche und Bildungseinrichtungen auf hybride Modelle um.
Der öffentliche Nahverkehr wird massiv eingeschränkt. Diesel darf nicht mehr an Privatpersonen verkauft werden, Benzin gibt es nur noch gegen Devisen und maximal 20 Liter pro Tankvorgang. Nationale Personenzüge fahren künftig nur noch alle acht statt alle vier Tage und Großereignisse werden abgesagt.
Trotz der drastischen Einschnitte sollen Tourismus und devisenbringende Wirtschaftszweige geschützt werden. "Wenn wir keine Einnahmen haben, werden wir diese Situation nicht überwinden", erklärte Pérez-Oliva. Flughäfen und Hotels sollen weiterhin bevorzugt mit Treibstoff versorgt werden – allerdings konzentriert auf weniger Standorte mit höherer Auslastung.
Doch ob diese Strategie aufgeht, ist fraglich. Der Tourismussektor steckt seit der Covid-19-Pandemie in der Krise. In den vergangenen Wochen warnten mehrere Länder ihre Bürger vor Reisen nach Kuba – wegen der Stromausfälle und der Spannungen mit den USA. Die Nachricht über fehlenden Flugzeugtreibstoff dürfte die ohnehin angeschlagene Branche weiter schwächen.
Gleichzeitig setzt die Regierung auf den forcierten Ausbau erneuerbarer Energien. Nach massiven Investitionen seit dem vergangenen Frühjahr verfügt Kuba über rund 1.000 Megawatt installierte Photovoltaik-Leistung – genug, um tagsüber etwa 38 Prozent des Strombedarfs zu decken, wie Díaz-Canel erklärte. In den kommenden acht Wochen sollen durch die Fertigstellung mehrerer Großparks weitere 160 Megawatt hinzukommen.
Parallel dazu werden 20.000 Solarsysteme für Haushalte installiert: 10.000 für Lehrer und Gesundheitspersonal, weitere 5.000 für Polikliniken, Haushalte mit geräteabhängigen kranken Kindern, Altenheime, Bankfilialen und andere essenzielle Einrichtungen. Damit sollen vitale Dienste über das Land verteilt eine gewisse Energieautarkie erhalten. Ermöglicht wurde die rasche Expansion durch die Beschleunigung eines Abkommens mit China.
Darüber hinaus setzt das sozialistische Land auch auf private Initiative. Die Regierung habe "Anreize geschaffen", damit Bürger Photovoltaikanlagen "auf die bestmögliche und schnellste Weise" erwerben können, so Díaz-Canel. Erstmals dürfen private Stromerzeuger ihre Energie an Dritte verkaufen – bislang hatte die staatliche Stromgesellschaft UNE das Monopol. Auch der direkte Treibstoffimport wird für alle Unternehmen freigegeben.
Kuba durchlebt das sechste Jahr einer schweren Wirtschaftskrise, die in Folge des Tourismus-Einbruchs während Covid-Pandemie, verschärfter US-Sanktionen und verschleppten Reformen entstanden ist. Die Folgen waren eine Rezession von 14 Prozent seit 2019, hohe Inflation, Mangel an Grundgütern und tägliche mehrstündige Stromabschaltungen. Mehr als eine Million Menschen haben das Land in den vergangenen Jahren verlassen.
UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich [13] am Donnerstag "äußerst besorgt" über eine drohende humanitäre Katastrophe. Wirtschaftsexperten geben der Insel ohne neue Öllieferungen zwei Wochen [14] bis maximal zwei Monate [15], bevor die Wirtschaft vollständig zum Erliegen kommt.
"Wir werden nicht zusammenbrechen", gab sich Vizepremier Pérez-Oliva kämpferisch. Die Regierung arbeite an allen Fronten daran, die Einschnitte für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und dafür zu sorgen, dass wieder Treibstoff geliefert wird. "Kuba ist nicht allein", versicherte Díaz-Canel. Es gebe "viele Menschen, Regierungen, Länder, Institutionen und Unternehmen, die bereit sind, mit Kuba zusammenzuarbeiten".
Die zentrale Frage: Wann kommen neue Lieferungen? Russland hat Bereitschaft signalisiert, Díaz-Canel deutete "Wege und Mechanismen" an, über die man nicht öffentlich sprechen könne. Ein Tanker soll kürzlich 400.000 Barrel unbekannter Herkunft in Matanzas gelöscht haben [16] – fast zeitgleich kreuzten drei US-Kriegsschiffe [17] vor der Nordküste, was auf ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel hindeutet.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob es Kuba gelingt, die US-Ölblockade zu durchbrechen – wobei unklar bleibt, wie weit Washington bereit ist, zu eskalieren. Ohne Zweifel steht die Insel vor ihrer härtesten Prüfung seit der Sonderperiode. Aber anders als in den 1990er Jahren ist das Land diesmal weitaus mehr als nur Nebenschauplatz globaler Machtpolitik: An Kuba wird sich entscheiden, ob Washingtons Neuauflage der Monroe-Doktrin zum neuen Ordnungsprinzip der Region wird.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.youtube.com/watch?v=PLjbrLbwjfM&feature=youtu.be[2] https://efe.com/portada-america/2026-02-08/cuba-aviones-combustible/[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderperiode_in_Kuba[4] https://www.heise.de/tp/article/USA-greifen-Venezuela-an-Maduro-Entfuehrung-loest-internationale-Empoerung-aus-11127984.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Trump-erklaert-Kuba-zur-Bedrohung-fuer-die-nationale-Sicherheit-11160092.html[6] https://www.dw.com/en/us-oil-blockade-how-long-before-cuba-collapses/a-75849429[7] https://www.newsweek.com/cuba-ambassador-reveals-what-a-deal-with-trump-could-look-like-11483626[8] https://www.heise.de/tp/article/Kuba-als-Basis-Im-Kalten-Krieg-waren-nur-die-Russen-auf-der-Insel-Jetzt-ist-China-auch-da-9787460.html[9] https://youtu.be/o9BD6J0mDeE[10] https://www.granma.cu/mundo/2026-02-04/cuba-garantiza-seguridad-y-bienestar-a-sus-visitantes[11] https://cubaheute.de/2026/02/06/us-energieblockade-kuba-aktiviert-fidel-castros-notfallplan/[12] https://cubaheute.de/2026/02/07/usblockade-kuba-sparmassnahmen-details/[13] https://news.un.org/en/story/2026/02/1166895[14] https://www.ft.com/content/f15ac8c6-c76b-40a1-bb41-95abbed7d8aa[15] https://www.martinoticias.com/a/qu%C3%A9-va-a-pasar-en-cuba-con-cero-combstible-hay-un-plan-b-experto-en-energ%C3%ADa-eval%C3%BAa-las-opciones/444709.html[16] https://www.cibercuba.com/noticias/2026-02-08-u1-e13-s27061-nid320333-misterio-matanzas-nadie-explica-donde-sale-combustible[17] https://www.cibercuba.com/noticias/2026-02-08-u1-e207888-s27061-nid320342-cuba-amanece-tres-buques-militares-ee-uu-poca
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Bernd Müller
(Bild: BearFotos / Shutterstock.com)
Lehrer warnen vor Konzentrationsproblemen, Schüler fordern Freiheit – doch in einem Punkt sind sich beide erstaunlich einig.
An Schulen in Deutschland herrscht eine widersprüchliche Situation: Während EU und OECD darauf drängen, dass Schüler auf eine Welt vorbereitet werden, die von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz [1] geprägt ist, verbannen Bundesländer die Schülerhandys [2] aus den Einrichtungen.
Die Regeln, die hierzu geschaffen wurden, sind vielfältig. In den Grundschulen haben Smartphones von Schülern nichts zu suchen, darin sind sich die Bundesländer einig.
Die Sekundarstufen sind dagegen von einem Flickenteppich geprägt: In manchen Schulen gilt ein Totalverbot, in anderen altersabgestufte Regeln, in wieder anderen Schulen gibt es in den Pausen keine Einschränkungen. Manche Bundesländer geben Leitlinien vor, andere überlassen es komplett den Schulen.
Smartphones sind aus dem Leben junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Und so verwundert es nicht, dass sich eine Mehrheit der Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren gegen ein generelles Handyverbot an Schulen ausspricht. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine repräsentative Studie der Postbank [3].
92 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen demnach ein Smartphone [4], durchschnittlich 37,5 Stunden pro Woche. Das entspricht 5,4 Stunden täglich. Nimmt man noch Computer, Tablets [5] und andere digitalen Endgeräte hinzu, so steigt die tägliche Zeit im Internet [6] auf über neun Stunden (65,5 Stunden pro Woche).
Trotz dieser intensiven Nutzung möchten die meisten kein Verbot. Ihre Hauptargumente: schnelle Kommunikation mit Familie und Freunden (60 Prozent) sowie Nützlichkeit für Lernzwecke und Recherchen (55 Prozent). 54 Prozent trauen sich einen eigenverantwortlichen Umgang zu.
Besonders junge Frauen betonen die Bedeutung von Selbstbestimmtheit, verbringen aber auch deutlich mehr Zeit online als ihre männlichen Mitschüler (41 Stunden pro Woche am Smartphone gegenüber 34,3 Stunden).
Gleichzeitig erkennen viele Jugendliche die Schattenseiten. 71 Prozent sehen ein Verbot als Mittel gegen Ablenkungen im Unterricht, 67 Prozent erwarten bessere Konzentration, 53 Prozent weniger Stress durch ständige Erreichbarkeit [7].
Auffällig: 45 Prozent der Schülerinnen, aber nur 19 Prozent der Schüler sehen einen Vorteil in besserer Kommunikation während der Pausen.
Ein Handyverbot wird oft damit begründet, dass die Leistung der Schüler nachlässt und der Unterricht gestört wird. Eine EU-Umfrage vom Juni 2025 [8] unter 1.162 Personen, überwiegend Lehrkräften aus Belgien, Deutschland, Italien und Spanien, stützt diese Einschätzung.
Am stärksten betroffen ist die Konzentration: 71 Prozent berichten von negativen Auswirkungen. Auch soziale Interaktionen und das Wohlbefinden der Schüler leiden (jeweils 56 Prozent), ebenso die Schulatmosph��re (54 Prozent).
Als Vorteile von Einschränkungen nennen 62 Prozent mehr persönliche Kommunikation zwischen Schülern. Bessere Konzentration erwarten 51 Prozent, weniger Ablenkungen 43 Prozent, weniger Cybermobbing [9] 41 Prozent.
Allerdings ist die Aussagekraft der EU-Umfrage begrenzt. Sie liefert lediglich ein Stimmungsbild unter Lehrern, aber beweist keinen kausalen Zusammenhang zwischen Handynutzung und den negativen Auswirkungen.
Eine zentrale Schwäche: Es wird nicht abgefragt, welche Regeln in der jeweiligen Schule gelten. Gibt es eine freie Handynutzung im Unterricht oder dürfen die Geräte nur in den Pausen verwendet werden? Darüber erfährt der Leser nichts, und auf dieser Grundlage kann er nicht abschätzen, ob die Konzentration im Unterricht tatsächlich durch Handys oder vielleicht doch durch andere Faktoren nachlässt.
Dennoch: Die Jugendlichen selbst bestätigen zentrale Befunde. 71 Prozent der von der Postbank befragten 16- bis 18-Jährigen geben zu, dass ein Verbot gegen Ablenkung helfen würde. Wenn beide Seiten – Lehrkräfte und Schüler – unabhängig voneinander zum selben Schluss kommen, erhöht das die Aussagekraft.
Eine OECD-Studie [10] von Oktober 2025 bringt eine weitere Perspektive in die Debatte. Sie zeigt: Die Handynutzung in der Freizeit kann durchaus positive Effekte haben.
Das Ergebnis: Moderate Nutzung (zwei bis vier Stunden täglich) geht tendenziell mit besseren Mathematikleistungen einher als sehr geringe oder sehr hohe Nutzung. Dieser kurvenförmige Zusammenhang zeigt sich in allen untersuchten Ländern.
Übermäßige Nutzung (über vier Stunden) hängt dagegen mit geringerem Zugehörigkeitsgefühl zur Schule, häufigerem Schwänzen, geringerer Lernmotivation und stärkerer digitaler Angst zusammen.
Die OECD betont ausdrücklich, dass sich daraus nicht ableiten lässt, dass bis zu vier Stunden Handynutzung am Tag gute Mathe-Ergebnisse hervorbringen. Es handle sich vielmehr um eine Korrelation und keine Kausalität.
Berücksichtigt man aber die Online-Zeit von über neun Stunden pro Tag, dann scheint es vorprogrammiert zu sein, dass schulische Leistungen darunter leiden können. Allerdings dürften die Schulverbote auch nichts grundlegend daran ändern, da Schüler wohl die meiste Zeit außerhalb der Schule online sein dürften.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.heise.de/tp/article/KI-im-Klassenzimmer-EU-und-OECD-treiben-die-Wende-voran-11165773.html[2] https://www.heise.de/tp/article/Social-Media-ab-15-Wie-EU-Staaten-Alterskontrolle-durchsetzen-wollen-11160588.html[3] https://www.postbank.de/unternehmen/medien/meldungen/2026/februar/handyverbot-an-schulen-mehrheit-der-jugendlichen-dagegen.html[4] https://www.heise.de/tp/article/Zwei-Stunden-taeglich-Japans-Antwort-auf-die-Handy-Sucht-11080269.html[5] https://www.heise.de/tp/article/Schadet-das-Tablet-vorm-Schlafengehen-wirklich-Antworten-fuer-Eltern-11087584.html[6] https://www.heise.de/tp/article/Wie-Algorithmen-in-sozialen-Medien-unbemerkt-politische-Emotionen-steuern-11096627.html[7] https://www.heise.de/tp/article/Digitale-Askese-Die-individuelle-Antwort-auf-strukturelle-Probleme-11151769.html[8] https://school-education.ec.europa.eu/en/discover/surveys/mobile-phones-schools[9] https://www.heise.de/tp/article/Soziale-Medien-Ploetzlich-Sperrzone-fuer-unter-16-Jaehrige-10712346.html[10] https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2025/10/finite-time-to-learn-and-play_8dd83eff/edbaa4bb-en.pdf
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Christoph Jehle
(Bild: JavierLizarazo, shutterstock)
Bundeskanzler Merz bezeichnet die Windkraft in Deutschland als Übergangstechnologie. Er setzt Kernfusion, was Strom für Deutschland wieder billig machen soll.
Schon bevor Friedrich Merz zum Kanzler gewählt wurde, hat er der Bevölkerung deutlich gemacht [1], dass er von der Windkraft nicht überzeugt sei, weil Windmühlen hässlich seien. "Ich glaube sogar, dass wir, wenn wir was richtig machen, eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können, weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen", zitierte [2] ihn das Handelsblatt schon Ende 2024.
Merz will stattdessen, dass die Möglichkeiten der Kernfusion in Deutschland erprobt werden. Aus dem Erproben scheint inzwischen die Hoffnung auf den verbindlichen Einsatz in Deutschland geworden zu sein.
Der Kanzler erwartet, dass Deutschland nur noch "zehn Jahre, 20 Jahre, vielleicht 30 Jahre" auf Windkraft angewiesen bleibe. Verblüffend ist diese Aussage vor allem, weil Merz sie auf dem dritten Nordsee-Gipfel in Hamburg [3] äußerte – kurz nachdem er gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Regierungschefs aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden und Norwegen milliardenschwere Investitionen in neue Windkraftanlagen in der Nordsee angekündigt hatte.
Nachdem im vergangenen Jahr die Ausschreibung für Offshore-Windflächen in der Nordsee ohne Gebote [4] von Investoren zu Ende gegangen war, hat die Bundesregierung für 2026 auf eine erneute Ausschreibung verzichtet und will erst im kommenden Jahr [5] wieder Offshore-Windflächen zur Nutzung ausschreiben.
Ob es der Bundesregierung in 2027 gelingen wird, Investoren für eine Übergangstechnologie zu gewinnen, die möglicherweise schon so zeitnah wieder obsolet wird, wie vom Bundeskanzler erwartet, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.
Mit dem Bau von Windkraftanlagen alleine ist der Investitionsplan für diese Anlagen ja nicht abgeschlossen. Wenn niemand in die Wartung der Anlagen investieren will, weil damit gerechnet werden muss, dass sie schon in absehbarer Zeit zurückgebaut werden sollen, dürfte ein wichtiger Baustein verloren gehen.
Das Problem wird jedoch nicht nur für die Wartung und die Ausbildung der Wartungstechniker von Bedeutung sein, sondern auch für die Banken, über welche der Anlagenbau finanziert werden soll und die sich möglicherweise in eine Technik einarbeiten wollen, die nur eine Lebenserwartung von maximal drei Jahrzehnten haben könnte.
Während Windkraft und PV weitgehend ausentwickelt, beherrschbar und finanzierbar erscheinen, kann man dies für die Kernfusion nicht behaupten. Bei diesem Verfahren werden Atomkerne unter extremen Temperaturen miteinander verschmolzen, wodurch große Energiemengen freigesetzt werden.
Im Unterschied zur Kernspaltung entstehen bei der Kernfusion nur in begrenztem Umfang radioaktive Rückstände und eine unkontrollierbare Kettenreaktion in einem Fusionskraftwerk ist aus physikalischen Gründen unmöglich.
Wie bei der Atomkraft aber auch bei den Erneuerbaren, bei welchen die Sonne versprach, keine Rechnung zu schicken, werden auch bei der Fusion die kostenträchtigen Rahmenbedingungen einfach ausgeblendet. Da stellt sich beispielsweise die Frage, wie sich Erzeugung und zappelnder Verbrauch in Einklang bringen lassen, wie also die notwendige Flexibilität gesichert werden kann.
Die Merz'sche Hoffnung, dass mit der Kernfusion der Strom so günstig werde, dass es keine anderen Erzeugungsmethoden mehr brauche, ist mit Sicherheit zu kurz gegriffen. Daher erscheint es auch fragwürdig, jetzt alles auf eine Karte zu setzen und beispielsweise den dringend nötigen Netzausbau zurückzufahren, wenn das Geld nicht für beides ausreicht.
Mit Blick auf die internationale Entwicklung versucht der Kanzler, Deutschland zu motivieren, bei der Fusionsforschung eine führende Rolle zu übernehmen. Motivation zur Forschung bedeutet in Deutschland jedoch traditionell, das Scheckbuch zu zücken und auf Verdacht Geld auszugeben
So nimmt es nicht Wunder, dass die Bundesregierung Anfang Oktober 2025 mit dem Aktionsplan für das weltweit erste Fusionskraftwerk in Deutschland [6] eine milliardenschwere Förderung beschlossen hat, um Entwicklung und Aufbau der Technologie zu beschleunigen. Zudem sollen die bestehenden gesetzlichen Vorgaben gelockert und das industrielle Umfeld rund um Anlagenbau und Zuliefertechnik gezielt unterstützt werden.
Ein industriegeführtes Konsortium aus vorrangig deutschen Unternehmen soll das Kraftwerk errichten. Es soll aus Start-ups, etablierten Unternehmen aus der Industrie und Akteuren aus der Wissenschaft bestehen. Das steht in klarem Kontrast zum Iter-Versuchsreaktor im französischen Cadarache, wo untersucht werden soll, ob sich Fusionsprozesse technisch kontrolliert und dauerhaft betreiben lassen.
In Deutschland arbeiten derzeit vier Unternehmen an unterschiedlichen technischen Ansätzen. Das sind Gauss Fusion [7] in Garching und Proxima Fusion [8] in München, die auf sogenannte Stellaratoren setzen, bei welchen Magnetfelder das heiße Plasma stabilisieren sollen, während Marvel Fusion [9] in München und Focused Energy [10] in Darmstadt die Laser-Fusion verfolgen, bei der starke Lichtimpulse die Reaktion auslösen.
Doch bis zur Marktreife werden die Windräder weiter dringend gebraucht, und die Branche ist auf Planungssicherheit über die gesamte Lebensdauer der Anlagen angewiesen.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-merz-windraeder-abbauen-weil-sie-haesslich-sind/100086819.html[2] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/cdu-merz-windraeder-abbauen-weil-sie-haesslich-sind/100086819.html[3] https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Pressemitteilungen/2026/01/20260126-mehr-grenzueberschreitender-ausbau-von-windenergie-auf-see-und-staerkung-der-offshore-branche.html[4] https://www.energiezukunft.eu/erneuerbare-energien/windenergie/keine-bieter-fuer-windparks-in-der-nordsee[5] https://www.handelsblatt.com/dpa/erneuerbare-energie-regierung-will-ausschreibung-von-nordsee-flaechen-verschieben/100195573.html[6] https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2025/10/011025-aktionsplan-fusion.html?templateQueryString=fusion+2040[7] https://gauss-fusion.com/[8] https://www.proximafusion.com/[9] https://marvelfusion.com/[10] https://www.focused-energy.co/
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Der Entwickler von OpenClaw beabsichtigt mit einer VirusTotal-Partnerschaft die Verbreitung von Malware-Skills einzudämmen.
Damit Cyberkriminelle den Skill-Marketplace ClawHub des KI-Assistenten OpenClaw nicht mit Schadcode-verseuchten Erweiterungen überfluten, überwacht ab sofort Googles Online-Virenscanner VirusTotal die Plattform.
Diese Partnerschaft hat der OpenClaw-Entwickler jüngst in einem Beitrag [1]bekannt gegeben. OpenClaw ist ein besonders mächtiger KI-Assistent, der je nach Einstellung unter anderem über weitreichende Systemrechte verfügt, Anwendungen nutzt und sogar Software eigenständig installiert, um bestimmte Aufgaben zu erledigen.
Befehle nimmt er unter anderem über Chatclients wie Signal entgegen. Hat OpenClaw etwa Vollzugriff auf einen Passwortmanager, um bestimmte Aufgaben erledigen zu können, ist das für den Nutzer zwar praktisch, aber auch ein immenses Sicherheitsrisiko [2].
Das haben Cyberkriminelle längst auf dem Schirm und verbreiten auf dem offiziellen Skills-Marketplace ClawHub [3] mit Malware verseuchte Erweiterungen. Dort kann man kostenlose Skills für bestimmte Aufgaben wie eine Analyse und Auswertung von aktuellen Bitcoin-Entwicklungen herunterladen. Doch manche Skills machen nicht das, was die Beschreibung verspricht, sondern lesen etwa heimlich Passwörter aus und schicken sie an Kriminelle. Wie Sicherheitsforscher von VirusTotal in einem Bericht angeben [4], sind sie bereits auf Hunderte solcher verseuchten Erweiterungen gestoßen.
Um das Hochladen von Malware-Skills einzudämmen, schauen die Scanner von VirusTotal in Uploads, um Schadcode-Passagen zu entdecken. Verdächtige Skills werden gesperrt und sind nicht downloadbar. Bereits hochgeladene Skills sollen täglich erneut gescannt werden, um nachträglich hinzugefügte Malware zu entdecken.
Weil der primär signaturbasierte Ansatz „nur“ bereits bekannte Trojaner und Hintertüren findet, ist das natürlich kein Allheilmittel. Von Angreifern sorgfältig ausgearbeitete Payload-Prompts können durchrutschen. In der Summe ist die Partnerschaft aber sinnvoll und ein weiterer Baustein, den mächtigen KI-Assistenten sicherer zu machen.
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https://www.heise.de/-11169414
Links in diesem Artikel:
[1] https://openclaw.ai/blog/virustotal-partnership
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Die-Sicherheitsrisiken-von-KI-Assistenten-wie-OpenClaw-11164056.html
[3] https://clawhub.ai/
[4] https://blog.virustotal.com/2026/02/from-automation-to-infection-how.html
[5] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[6] mailto:des@heise.de
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Apple CarPlay: Bislang beherrscht Siri bei Assistenzsystemen das Bild.
(Bild: Apple)
Bislang wurden KI-Anwendungen als Apps für Apples iPhone-Fahrzeugintegration nicht zugelassen. Das soll sich bald ändern.
Apple lässt nach wie vor nicht jede App ins Auto: Bei CarPlay gibt es spezifische Genehmigungen für unterschiedliche Kategorien. Nicht dabei bislang: Anwendungen großer KI-Anbieter mit Voice-Mode-Funktion. Spätestens mit iOS 26.4, das im April oder Mai erwartet wird, könnte sich das ändern: Apple bereitet einem US-Medienbericht zufolge [1] die Zulassung von KI-Apps vor. Damit soll es möglich sein, über CarPlay direkt Chatbots per Sprache anzusprechen, etwa ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic oder Gemini von Google.
Damit würde es iPhone-Besitzern erstmals möglich, solche Anwendungen direkt über das Hauptdisplay des Fahrzeugs anzusprechen – bislang ging das nur über das Smartphone. Was allerdings nicht vorgesehen ist, wäre der gänzliche Ersatz von Apples eigener Sprachassistentin Siri. Diese ist über einen Standardknopf im Auto sowie im CarPlay-Interface erreichbar. Apple will sie aber nicht für Drittanbieter freigeben. Stattdessen muss die jeweilige App erst geöffnet werden, was die Bequemlichkeit stört. Auch ein sogenanntes Wake Word soll es für die KI-Apps zunächst nicht geben, das geht ebenfalls weiterhin nur mit Siri.
Siri arbeitet auch im Auto bislang mehr schlecht als recht [2]. Nutzer verwenden die Sprachassistentin unter anderem, um Navigationen zu starten, Nachrichten zu beantworten oder die Musikwiedergabe zu steuern. Ein echter Dialog ist mit Siri aber nicht möglich. Bislang behelfen sich User mit verschiedenen Workarounds, so kann man etwa einen Kurzbefehl nutzen, um ChatGPT anzusprechen und diesen dann in CarPlay aufrufen.
Apple hat noch keine technischen Details genannt, wie die CarPlay-Integration von KI-Apps ablaufen soll. Der Konzern arbeitet selbst an einer besseren Assistenzfunktion, die Googles Gemini [3] nutzt. Erste Verbesserungen sind mit iOS 26.4 geplant, das im April oder Mai erscheint. Echtes „Weltwissen“ soll Siri aber nicht vor iOS 27 im kommenden Herbst erhalten, dann mit „echter“ Chatbot-Funktionalität dank Google-Technik.
Unterdessen kommt auch langsam Apples verbessertes CarPlay, CarPlay Ultra [4], auf mehr Fahrzeuge. Nach der Luxusmarke Aston Martin ist angeblich Kia aus Südkorea als nächste Marke dran.
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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-02-06/apple-plans-to-allow-outside-voice-controlled-ai-chatbots-in-carplay
[2] https://www.youtube.com/watch?v=kTefnhbg0Ig
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Analyse-zu-neuen-Plaenen-Macht-Apple-bei-KI-jetzt-alles-besser-11150262.html
[4] https://www.heise.de/news/CarPlay-Ultra-Autohersteller-fahren-offenbar-nicht-drauf-ab-10459865.html
[5] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[6] https://www.heise.de/mac-and-i
[7] mailto:bsc@heise.de
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Ein Apple-Laden in Shanghai (Symbolbild): Bald wieder was zu shoppen?
(Bild: gob_cu / Shutterstock)
Apple steht offenbar kurz davor, verschiedene Hardware-Reihen zu aktualisieren. Allerdings bremst Software den Konzern aus, heißt es in einem Bericht.
Apple steht offenbar kurz vor dem Release verschiedener neuer Produkte. Das berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg [1]. Den Angaben zufolge stehen mindestens drei Baureihen vor einer Aktualisierung, wobei Apple offenbar abhängig davon ist, wann seine neuen Betriebssysteme erscheinen. Die haben zwar in Version 26.3 kürzlich den Release-Candidate-Status [2] erreicht, könnten aber noch bis Anfang März benötigen.
Beim iPad sind offenbar gleich zwei neue Modelle geplant. Das Standard-iPad soll Baureihe 12 erreichen und den A18-Chip aus dem iPhone 16 und 16 Pro erhalten. Das wäre ein großer Vorteil, da das Gerät damit erstmals offiziell kompatibel zu Apple Intelligence [3] würde, das aktuelle iPad 11 [4] mit seinem veralteten A16 darf hier noch nicht mitmachen. Apple würde damit recht schnell aktualisieren, die letzte Generation erschien im Frühjahr 2025. Ein zweites neues iPad-Modell betrifft das iPad Air. Hier landet der Konzern wohl bei der SoC-Generation M4 (vom M3 [5], erschienen ebenfalls im Frühjahr 2025). Der Formfaktor beider Geräte soll sich nicht verändern – auch der Funktionsumfang bleibt angeblich gleich.
Zweite Baureihe, die Apple offenbar (sehr) bald anfasst, ist sein Einsteiger-iPhone, gekennzeichnet mit dem Buchstaben „e“: Aus dem iPhone 16e [6] soll das 17e [7] werden. Bloomberg meint, dass die Geräte den A19 aus dem iPhone 17 erhält, außerdem Apples aktuelle WLAN/Bluetooth- (N1) und Mobilfunkchips (C1X). Die Geräte bekommen erstmals MagSafe [8] zum Aufladen – eventuell auch eine Dynamic Island statt der aktuellen „simplen“ Einkerbung, die derzeit vom iPhone 14 abstammt. Unklar bleibt, wann die Geräte erscheinen. Es gibt einen Bericht, dass es beim iPhone 17e bereits am 19. Februar [9] soweit sein könnte, allerdings wäre das für Apple ein äußerst ungewöhnlicher Donnerstag. Grundsätzlich ist mit den neuen Modellen in den kommenden Wochen zu rechnen.
Schon lange wird außerdem auf das MacBook Pro mit verbesserten M5-SoCs gewartet. Im Herbst erschien das Midrange-Modell mit M5 und 14 Zoll [10]. Es fehlen die Varianten mit 16 Zoll sowie M5 Pro und M5 Max. Laut Bloomberg ist mit diesen nun „in der Woche des 2. März“ zu rechnen. Die Begründung ist wie oben erwähnt, dass angeblich erst dann macOS 26.3 erscheint.
Die alten Varianten mit M4 Pro und M4 Max, die weiterhin im Handel sind, haben derzeit Lieferverzögerungen, was ein typisches Merkmal für einen Modellwechsel ist. Weiterhin im Plan sind Mac mini und Mac Studio mit M5-Chips, diese kommen laut Bloomberg „nicht viel später“ als Apples Frühlings-Refresh, denkbar wäre hier April. Ebenfalls in der Pipeline ist ein MacBook Air mit M4.
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https://www.heise.de/-11169676
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/newsletters/2026-02-08/apple-readies-iphone-17e-new-siri-entry-level-ipad-ipad-air-and-macbook-pro-mldr3hpk
[2] https://www.heise.de/news/Neue-M5-Chips-in-Apple-Release-Candidate-aufgetaucht-macOS-26-3-im-Anflug-11166514.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/22-Tipps-zu-iOS-18-4-Apple-Intelligence-auf-iPhones-in-Deutschland-10329236.html
[4] https://www.heise.de/tests/Das-neue-Einsteiger-iPad-im-Test-Gut-guenstig-10336535.html
[5] https://www.heise.de/tests/iPad-Air-M3-im-Test-Das-kann-Apples-neues-Mittelklasse-Tablet-10310432.html
[6] https://www.heise.de/tests/iPhone-16e-im-Test-Mehr-iPhone-fuer-Einsteiger-10303222.html
[7] https://www.heise.de/news/iPhone-Spekulationen-fuer-2026-und-2027-Dann-sind-17e-und-18-geplant-10572900.html
[8] https://www.heise.de/news/Kein-MagSafe-im-iPhone-16e-Das-sind-die-Gruende-laut-Apple-10301085.html
[9] https://www.macwelt.de/article/3051931/iphone-17e-19-februar-magsafe.html
[10] https://www.heise.de/tests/Staubsaugen-im-Apple-Home-Diese-Haushaltsroboter-lohnen-sich-10751677.html
[11] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[12] https://www.heise.de/mac-and-i
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iPhone mit KI-Apps.
(Bild: Madlen Grunert / KI / heise medien)
Von Text über Bild bis zu Transkription: So nutzen Sie KI mit clever optimierten Bordmitteln und geschicktem App-Einsatz kostenlos auf Apple-Hardware.
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz kann erstaunlich teuer sein: Abopakete beginnen oft erst bei 20 Euro im Monat und man kann, etwa wenn man mit KI-Systemen programmieren oder Videos generieren will, auch durchaus 200 Euro und mehr alle vier Wochen investieren.
Doch das muss nicht sein: Mit kostenlos verfügbaren Bordmitteln auf iPhone, Mac oder iPad, sowie zahlreichen Tools und Apps können Sie die spannende Technik auch gratis nutzen. 18 Tipps, wie Sie damit loslegen.
Installieren Sie alle verfügbaren Updates auf iPhone, iPad und Mac, um Apples neueste KI-Modelle und -Funktionen zu verwenden. Der Hersteller dokumentiert Änderungen seiner Sprachmodelle leider nicht im Detail, verspricht aber grundlegende Verbesserungen mit Version 26. Zum Start von Apple Intelligence mit iOS 18 lieferten die Werkzeuge oft durchwachsene bis schlechte Ergebnisse. Das hat sich inzwischen aber spürbar gebessert – besonders bei der Text-, aber auch bei der Bildgenerierung.
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https://www.heise.de/-11162420
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/ratgeber/OpenClaw-im-Selbstversuch-Erste-Schritte-mit-dem-Super-KI-Agenten-11167211.html
[2] https://www.heise.de/hintergrund/Vision-Language-Model-Wie-FastVLM-hochaufloesende-Bilder-im-Browser-analysiert-11156884.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/Privates-Wissensarchiv-Anleitungen-und-Co-mit-lokaler-KI-durchsuchen-11141754.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Parameter-in-KI-Modellen-Was-sie-bei-grossen-Sprachmodellen-wirklich-bedeuten-11139376.html
[5] https://www.heise.de/hintergrund/IT-Recht-Rechtskonformer-Einsatz-von-KI-Agenten-11133778.html
[6] https://www.heise.de/hintergrund/Rechtliche-Tipps-zum-Selfhosting-von-LLMs-11099866.html
[7] https://www.heise.de/hintergrund/AutoML-Wie-KI-lernt-sich-selbst-zu-optimieren-11093914.html
[8] https://www.heise.de/ratgeber/Web-Suche-fuer-die-lokale-KI-So-schliessen-Ihre-LLMs-Wissensluecken-11116805.html
[9] https://www.heise.de/ratgeber/KI-Blase-Warum-Experten-vor-gravierenden-Folgen-fuer-Anleger-warnen-11094407.html
[10] https://www.heise.de/tests/DGX-Spark-Nvidias-Desktop-KI-Computer-im-Test-11102661.html
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Der Bausatz unsers Notfallsystems wirft in Leserhand neue und interessante Fragen auf. Einige beantworten wir hier.
Unser vom USB-Stick startendes Notfallsystem auf Windows-Basis hilft, wenn Windows in Schieflage geraten ist oder wenn Wartungsaufgaben anstehen, die besser nicht mit einer laufenden Installation auszuführen sind.
Ich habe gelesen, dass es Updates für den Bausatz gibt, und habe im Bauprogramm PEBakery den Update-Knopf gedrückt. Es erscheint aber nur die Meldung „To be implemented“. Was mache ich falsch?
Nichts. Dieser Knopf ist tatsächlich funktionslos. Deswegen haben wir unter anderem eine eigene Update-Funktion in das als Basis verwendete PhoenixPE eingebaut. Sie steckt allerdings in den von PEBakery ausgeführten Skripten. Ein nach dem Starten des Bauprozesses früh aufgerufenes Skript prüft, ob es Updates gibt, lädt diese herunter und führt sie aus. Bei komplexeren Updates kann es sein, dass sich PEBakery beendet und Sie zuvor bittet, das Programm erneut zu starten – wenn Sie noch die ursprünglich veröffentlichte Fassung des Zip-Archivs mit dem Bausatz verwenden, sind sogar zwei Neustarts notwendig. Kurzum: Der Bausatz aktualisiert sich beim Starten automatisch.
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https://www.heise.de/-11150565
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[1] https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Der-Bausatz-des-c-t-Notfall-Windows-2026-11150565.html
[2] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-11072902.html
[3] https://www.heise.de/ratgeber/c-t-Notfall-Windows-2026-Das-eigene-Notfallsystem-bauen-10813323.html
[4] https://www.heise.de/ratgeber/Probleme-loesen-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090788.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Virensuche-mit-dem-c-t-Notfall-Windows-2026-11090802.html
[6] https://www.heise.de/ratgeber/Treiber-im-c-t-Notfall-Windows-2026-nachinstallieren-11090807.html
[7] https://www.heise.de/ratgeber/FAQ-Notfall-Windows-und-Secure-Boot-11096057.html
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Uwe Kerkow
(Bild: Lightsring, shutterstock)
Indiens Zentralbank treibt die Verknüpfung digitaler Währungen voran. Man will die Abhängigkeit vom Dollar verringern, aber die USA nicht provozieren.
Die indische Zentralbank hat der Regierung in Neu-Delhi vorgeschlagen, die Verknüpfung der digitalen Zentralbankwährungen der Brics-Staaten auf die Tagesordnung des diesjährigen Gipfeltreffens zu setzen. Dies berichtet [1] die Nachrichtenagentur Reuters.
Indien hat 2026 den Vorsitz der Staatengruppe inne, zu der neben Brasilien, Russland, China und Südafrika mittlerweile auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran, Ägypten, Äthiopien und Indonesien gehören. Sollte der Vorschlag angenommen werden, wäre es das erste Mal, dass eine solche Initiative offiziell auf Brics-Ebene diskutiert wird.
Das Vorhaben zielt darauf ab, grenzüberschreitende Zahlungen für Handel und Tourismus zu erleichtern. Gleichzeitig könnte es die Abhängigkeit vom US-Dollar verringern – ein Schritt, der in Washington auf Widerstand stoßen dürfte. US-Präsident Donald Trump hatte die Brics-Allianz bereits als "anti-amerikanisch" bezeichnet und mit Zöllen gedroht, sollten die Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Umgehung des Dollars ergreifen.
Der Vorstoß der indischen Zentralbank ist auch eine Reaktion auf die zunehmende geopolitische Instrumentalisierung des Finanzsystems. Der Ausschluss Russlands aus dem Swift-System und das Einfrieren von rund 300 Milliarden US-Dollar russischer Reserven nach dem Einmarsch in die Ukraine haben gezeigt, wie verwundbar Staaten gegenüber den westlich dominierten Finanzstrukturen sind.
Auch Iran, Nordkorea und Kuba waren bereits von ähnlichen Maßnahmen betroffen. Für viele Brics-Staaten war der Fall Russland jedoch ein Wendepunkt: Wenn selbst die Vermögenswerte eines Landes dieser Größe eingefroren werden können, ist kein Staat vor solchen Eingriffen sicher.
Dabei zielt die aktuelle Initiative nicht auf eine Währungsunion ab. Stattdessen sollen die nationalen digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) – wie die digitale Rupie, der digitale Yuan und der digitale Rubel – über eine gemeinsame Infrastruktur miteinander verbunden [2] werden. Auch sollte die Initiative nicht mit Brics-Pay [3] verwechselt werden.
Jede Währung bleibt vollständig unter der Kontrolle der jeweiligen Zentralbank. Was sich ändert, ist die technische Infrastruktur, die es diesen Währungen ermöglicht, effizienter miteinander zu interagieren.
In der Praxis würde dies bedeuten, dass grenzüberschreitende Zahlungen direkt in den jeweiligen Landeswährungen abgewickelt werden können, ohne den Umweg über Korrespondenzbanken oder das US-Dollar-zentrierte Swift-System nehmen zu müssen.
Für die Teilnehmerstaaten bedeutet das zügigere Abwicklung, niedrigere Transaktionskosten und geringere Anfälligkeit gegenüber Sanktionen oder Vermögensbeschlagnahmungen durch westliche Regierungen.
Die technische Grundlage des geplanten Systems ähnelt [4] dem mBridge-Projekt [5] der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Dabei ermögliche eine neutrale Vermittlungsinstanz, die auf Distributed-Ledger [6]- oder Blockchain-Technologie basiert, die direkte Abwicklung von CBCD-Devisentransaktionen nach dem Payment-versus-Payment [7]-Prinzip.
Bei diesem Ansatz werden beide Seiten einer Transaktion gleichzeitig und endgültig abgewickelt, wodurch Abwicklungs- und Erfüllungsrisiken eliminiert werden. Es besteht weder eine gemeinsame Währung noch ein gemeinsames Hauptbuch oder eine supranationale Behörde.
Ein zentrales Problem bisheriger bilateraler Handelsabkommen in Landeswährungen ist die Anhäufung nicht verwendbarer Währungsreserven. Russland sammelte beispielsweise große Mengen indischer Rupien an, für die es kaum Verwendung hat. Um solche Ungleichgewichte zu vermeiden, sieht das Brics-Konzept zwei Mechanismen vor: Verrechnungszyklen und Devisen-Swap-Linien zwischen Zentralbanken.
Verrechnungszyklen funktionieren wie ein periodisches Abrechnungssystem. Statt jede einzelne Transaktion sofort abzuwickeln, werden alle Zahlungen zwischen zwei Ländern über einen festgelegten Zeitraum gesammelt. Am Ende des Zyklus wird nur die Nettodifferenz beglichen.
Wenn etwa indische Importe aus China in einem Monat 500 Milliarden Rupien betragen und chinesische Importe aus Indien 400 Milliarden, muss nur die Nettodifferenz von 100 Milliarden übertragen werden. Dies reduziert die Menge an Währung, die physisch bewegt werden muss, senkt die Kosten und verhindert, dass ein Land mit einem großen, unbrauchbaren Überschuss der Währung des anderen sitzt.
Devisen-Swap-Linien dienen als Liquiditätspuffer. Dies sind vorab vereinbarte Abkommen zwischen Zentralbanken, bestimmte Beträge ihrer Währungen für einen festen Zeitraum zu tauschen. Benötigt ein Land plötzlich mehr von der Währung eines Partners – etwa aufgrund einer saisonalen Importspitze –, kann seine Zentralbank diese Währung vorübergehend über die Swap-Linie "leihen".
Das geplante Brics-System unterscheidet sich grundlegend von Swift. Swift ist ein reines Nachrichtensystem, das Zahlungsanweisungen zwischen Banken übermittelt. Die eigentliche Wertübertragung erfolgt über Korrespondenzbanken und häufig in US-Dollar, was das System langsam, teuer und anfällig für politischen Druck macht.
Das Brics-Modell zielt hingegen auf eine direkte Wertübertragung und finale Abwicklung in den jeweiligen Landeswährungen ab. Transaktionen zwischen digitalen Geldbörsen werden sofort abgewickelt, ohne dass traditionelle Interbanken-Nachrichtensysteme für die Endgültigkeit erforderlich sind.
Jede vorgeschlagene Nachrichteninfrastruktur soll daher mit ISO-20022-Geschäftsprotokollen für Anweisungsfluss, Prüfung und regulatorische Berichterstattung übereinstimmen. Das CBDC-Ledger selbst bleibt auf Werttransfer und Abwicklungsendgültigkeit beschränkt, wodurch regulatorische Sichtbarkeit erhalten bleibt, ohne die Effizienzgewinne zu opfern, die digitale Zentralbankwährungen bieten.
Die indische Rupie ist allerdings nicht vollständig konvertibel. Nach dem Foreign Exchange Management Act von 1999 muss jede CBDC-Transaktion zweckcodiert sein – etwa für Handel, Investitionen oder Kreditvergabe – und kontrolliert werden können.
Folglich würde jede grenzüberschreitende Nutzung der digitalen Rupie programmierbare Funktionen erfordern, die diese Kapitalkontrollen einbetten. Zudem stellt die digitale Rupie eine direkte Verbindlichkeit der Reserve Bank of India (RBI) dar. Daher werden Nicht-Ansässige Zugang zu dem System wahrscheinlich nur innerhalb eng definierter Grenzen erhalten.
Und anders als beim Euro-Dollar-System soll die digitale Rupie nicht im Ausland zirkuliert werden.
Bis ein voll funktionsfähiges Brics-Zahlungssystem steht, müssen allerdings noch erhebliche Hürden genommen werden. Die rechtliche Harmonisierung und technische Implementierung sind komplex. Die meisten digitalen Zentralbankwährungen der Brics-Staaten befinden sich noch in der Testphase.
Auch die Angleichung von Finanzgesetzen, Datenschutzregelungen, Cybersicherheitsstandards und digitaler Infrastruktur zwischen den Mitgliedsstaaten ist zeitaufwendig und schwierig. Unterschiede in diesen Bereichen könnten greifbare Vorteile verzögern.
Zudem sind CBDC-Systeme als hochwertige digitale Infrastruktur attraktive Ziele für Cyberangriffe. Die Gewährleistung von Widerstandsfähigkeit, Redundanz und Systemintegrität über Jurisdiktionen hinweg ist eine große Herausforderung.
Schließlich birgt das Vorhaben geopolitische Risiken [8]. Frühere Äußerungen aus Washington deuten darauf hin, dass Bemühungen der BRICS, die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern, Vergeltungsmaßnahmen nach sich ziehen könnten, einschließlich höherer Zölle.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.reuters.com/world/india/indias-central-bank-proposes-linking-brics-digital-currencies-sources-say-2026-01-19/[2] https://asiatimes.com/2026/01/brics-laying-first-tracks-for-new-global-payment-system/[3] https://www.telepolis.de/article/Brics-Pay-App-Ab-sofort-zum-Download-bereit-10395220.html[4] https://moderndiplomacy.eu/2026/01/29/brics-payment-settlement-the-quest-and-implications/[5] https://www.bis.org/about/bisih/topics/cbdc/mcbdc_bridge.htm[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Distributed-Ledger-Technologie[7] https://www.iotafinance.com/en/Financial-Definition-payment-versus-payment-PvP.html[8] https://www.sanskritiias.com/current-affairs/rbi-pushes-for-brics-digital-currency-linkage-to-reshape-cross-border-payments
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Ralf Mydlak
Die Bundesregierung kann sich nicht mehr herausreden: Ein Urteil macht Klimaziele erstmals rechtlich bindend – mit Folgen.
In der aktuellen Klimapolitik verdichten sich die rechtlichen und politischen Konfliktlinien. Im Zentrum steht die Frage, welche Verbindlichkeit den Zielen des Klimaschutzgesetzes tatsächlich zukommt – und ob ihre Einhaltung gerichtlich überprüfbar ist. Eine Debatte, die auch bei Telepolis zuletzt etwa durch die Analyse von Nick Reimer [1] intensiv beleuchtet wurde.
Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Januar 2026 ist dabei kein politisches Signal, sondern eine juristische Klarstellung.
Es geht nicht darum, welche Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll oder wünschenswert sind, sondern darum, ob die Bundesregierung an die von ihr selbst gesetzten gesetzlichen Klimaziele gebunden ist – und ob diese Bindung gerichtlich überprüfbar ist. Das Bundesverwaltungsgericht [2] hat hier eine klare Grenze gezogen.
Gegenstand des Verfahrens war das Klimaschutzprogramm 2023, das im Oktober 2023 von der damaligen Ampel-Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz beschlossen worden war. Nach dem Bundes-Klimaschutzgesetz (hier § 9 zu den Klimaschutzprogrammen [3]) soll ein solches Programm darlegen, mit welchen Maßnahmen das gesetzlich festgelegte Ziel erreicht werden soll, die deutschen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 Prozent gegenüber 1990 zu senken (§ 3 KSG).
Die Deutsche Umwelthilfe hielt das Programm für unzureichend und erhob Klage. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gab der Klage im Mai 2024 statt. Nach Auffassung des Gerichts reichten die vorgesehenen Maßnahmen nicht aus, um das 2030-Ziel zu erreichen; vielmehr bestehe eine Emissionslücke von rund 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten bis 2030.
Die Bundesregierung legte Revision ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die politische Konstellation bereits geändert: Seit Mai 2025 regiert eine CDU/CSU-SPD-Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Inhaltlich ging es vor dem Bundesverwaltungsgericht jedoch weiterhin um die Rechtmäßigkeit des von der Vorgängerregierung beschlossenen Klimaschutzprogramms 2023.
Im Zentrum des Verfahrens stand die Frage, ob Umweltverbände verlangen können, dass ein Klimaschutzprogramm inhaltlich ausreichend sein muss. Die Bundesregierung hatte argumentiert, Klimaziele seien politische Zielbestimmungen, keine einklagbaren Verpflichtungen.
Dieser Auffassung ist das Bundesverwaltungsgericht ausdrücklich entgegengetreten. Die Richter stellten klar, dass die §§ 3 und 9 KSG umweltbezogene Rechtsvorschriften darstellen und daher gerichtlich überprüfbar sind. Ein Klimaschutzprogramm müsse alle Maßnahmen enthalten, die erforderlich sind, um das gesetzlich festgelegte Ziel tatsächlich zu erreichen.
Zugleich betont das Gericht den weiten Gestaltungsspielraum der Bundesregierung. Es ist nicht Aufgabe der Gerichte, konkrete Maßnahmen wie ein Tempolimit oder bestimmte Förderprogramme vorzuschreiben. Dieser Spielraum endet jedoch dort, wo das gesetzlich vorgegebene Ziel offenkundig verfehlt wird.
Ein Klimaschutzprogramm, das nach sachverständiger Bewertung nicht zur Zielerreichung führt, genügt den Anforderungen des Klimaschutzgesetzes nicht.
Die Entscheidung bewegt sich vollständig auf einfach-gesetzlicher Ebene. Artikel 20a Grundgesetz spielt lediglich als verfassungsrechtlicher Hintergrund des Klimaschutzgesetzes eine Rolle. Eine unmittelbare Grundrechtsprüfung hat das Bundesverwaltungsgericht nicht vorgenommen.
Inhaltlich steht die Entscheidung jedoch in Linie mit dem Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 24. März 2021 [4], der den Gesetzgeber zu wirksamer Klimavorsorge verpflichtet hat.
Für die aktuelle Bundesregierung bedeutet das Urteil erheblichen Handlungsdruck. Sie ist verpflichtet, ein Klimaschutzprogramm vorlegen, das nachvollziehbar darlegt, wie das 2030-Ziel erreicht werden soll.
Dass ohnehin bis zum 25. März 2026 ein neues Klimaschutzprogramm vorgesehen ist, ändert an dieser rechtlichen Bindung nichts. Die offizielle Reaktion aus dem Bundesumweltministerium [5] (BMUKN) unterstreicht die Relevanz dieser Vorgaben.
Die Leipziger Entscheidung fügt sich in eine bereits länger geführte Auseinandersetzung über Reichweite und Verbindlichkeit der deutschen Klimaziele ein. Sie beantwortet nicht die Frage, welche konkreten klimapolitischen Maßnahmen ergriffen werden sollen, sondern klärt die rechtliche Ausgangslage, innerhalb derer diese Entscheidungen zu treffen sind.
Die politische Bewertung der Entscheidung ist damit von der juristischen Einordnung zu trennen. Während sich die öffentliche Debatte mit den praktischen Konsequenzen befasst, zeigt der rechtliche Blick vor allem eines:
Die im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele sind keine bloßen Programmsätze, sondern rechtlich bindende Vorgaben, deren Einhaltung gerichtlich überprüfbar ist. Damit markiert die Entscheidung weniger einen politischen Wendepunkt als eine präzise Grenzziehung zwischen gesetzlicher Bindung und politischem Gestaltungsspielraum.
Ralf Mydlak ist Jurist und betreibt einen juristischen Blog [6].
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.telepolis.de/article/BVerwG-Urteil-Warum-die-Bundesregierung-jetzt-mehr-Klimaschutz-liefern-muss-11159503.html[2] https://www.bverwg.de/pm/2026/05[3] https://www.buzer.de/9_Klimaschutzgesetz.htm[4] https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2021/03/rs20210324_1bvr265618.html[5] https://www.bundesumweltministerium.de/ministerium/online-tagebuch[6] https://www.google.com/search?q=http://www.mietrechtkompakt.de
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Marcel Kunzmann
Das Hydrogel soll besonders in heißen Regionen die Effizenz der Panele steigern
Eine Kühlschicht für Solarpanels verspricht bis zu 13 Prozent mehr Leistung. Forscher in Hongkong entwickelten dafür ein spezielles Hydrogel. Ein Überblick.
Wissenschaftler der Hong Kong Polytechnic University (PolyU) haben eine transparente Hydrogel-Beschichtung entwickelt, die sogenannte Hotspots auf Solarpanels [1] kühlt und deren Leistung um bis zu 13 Prozent steigert. Das berichtete [2] die Forschungsgruppe um Jerry Yan Jinyue, Professor für Energie und Gebäude an der PolyU in der Fachzeitschrift Materials Horizon.
Die Beschichtung senkt die Temperatur von Hotspots – lokalen Überhitzungen einzelner Solarzellen – um bis zu 16 Grad Celsius.
Diese Überhitzungen entstehen durch Verschattung, Verschmutzung oder Defekte und gelten als häufige Ursache für den Ausfall von Solarpanels. Studien zeigen, dass 22 Prozent aller Modulausfälle innerhalb der ersten drei Betriebsjahre auf Hotspots zurückzuführen sind.
"Auf globaler Ebene kann unsere entwickelte Kühlstrategie etwa 50 Prozent der durch Hotspots verursachten Verluste bei der Stromerzeugung in gebäudeintegrierten Photovoltaiksystemen ausgleichen", schrieben die Forscher von der PolyU, der Tianjin University und der Hebei University of Technology in ihrer Veröffentlichung.
Untersuchungen an mehr als 3,3 Millionen Solarpanels hatten ergeben, dass 36,5 Prozent thermische Defekte aufwiesen. Die betroffenen Module zeigten durchschnittliche Temperaturanstiege von über 21 Grad Celsius, was die Alterung des Materials beschleunigt und die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen beeinträchtigt.
Das Hongkonger Team kombinierte das natürliche Polymer Hydroxyethylcellulose mit einem faserigen Material in einer Hydrogelmatrix. Diese Zusammensetzung soll zentrale Probleme herkömmlicher Hydrogele lösen, erklärte Liu Junwei, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gebäudeumwelt und Energietechnik der PolyU.
"Traditionelle Hydrogele können nach längerer Nutzung ein Volumenschrumpfen von bis zu 46 Prozent aufweisen, während unsere Innovation Risse und Schrumpfung deutlich reduziert und die Schrumpfungsrate auf 34 Prozent begrenzt", sagte Liu laut einer Pressemitteilung [3] der Universität.
Yan betonte, dass die Hydrogel-Technologie das Hotspot-Problem ohne Änderungen an bestehenden Schaltkreisen löse. Sie sei kosteneffizient und benutzerfreundlich, was sie für städtische Umgebungen geeignet mache.
"In Fallstudien für Hongkong und Singapur rechnen wir mit potenziellen jährlichen Steigerungen der Stromerzeugung um 6,5 beziehungsweise 7,0 Prozent", erklärte der Professor. Die geschätzten Amortisationszeiten lägen bei nur 4,5 Jahren für Hongkong und 3,2 Jahren für Singapur.
Bei Dach- und gebäudeintegrierten Photovoltaiksystemen wird erwartet, dass die Beschichtung fast die Hälfte der üblicherweise durch Hotspots verursachten Leistungsverluste ausgleichen kann.
Die Beschichtung eigne sich besonders für heiße, sonnige Regionen nahe dem Äquator, etwa Südostasien und Südchina, wo Solarpanels stärker zur Überhitzung neigten, sagte [4] Yan gegenüber der South China Morning Post.
Seit der Veröffentlichung habe das Team positive Rückmeldungen und Interesse von mehreren Unternehmen erhalten, die an einer Kommerzialisierung der Kühlgel-Technologie interessiert seien, berichtete die Forschungsgruppe.
"Die nächsten Schritte sind großflächige Einsätze und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern, um diese Technologie nach Festlandchina und in andere Länder weltweit zu bringen", erklärte Yan.
Das Team plant, den hydrogelbasierten Verdunstungskühlungsansatz weiterzuentwickeln, um die breitere Einführung neuer Photovoltaik-Technologien zu unterstützen. Die Technologie soll einen Beitrag zu Hongkongs Ziel der urbanen Klimaneutralität leisten.
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Links in diesem Artikel:[1] https://www.telepolis.de/thema/Photovoltaik[2] https://pubs.rsc.org/en/content/articlelanding/2026/mh/d5mh01172h[3] https://www.polyu.edu.hk/en/media/media-releases/2026/0120_polyu-develops-hydrogel-coating-for-solar-panels/[4] https://www.scmp.com/news/china/science/article/3341723/chinese-teams-hydrogel-coating-boosts-solar-panel-power-output-13-ideal-hot-regions?tpcc=enlz-china&UUID=81f07e8d-f836-4803-81a8-ef1872dc8e69&next_article_id=3341662&article_id_list=3342072,3341723&tc=5
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(Bild: Die Produktwerker)
Wie viel Detail braucht eine Product Roadmap? Oliver Winter und Tim Klein zeigen, wie Darstellung und Fokus Orientierung schaffen statt Scheinsicherheit.
Im Podcast sprechen Oliver Winter und Tim Klein dieses Mal darüber, wie eine Product Roadmap gestaltet sein kann, ohne ihre eigentliche Aufgabe zu verlieren. Beide bringen ihre Erfahrungen aus Trainings und der täglichen Arbeit mit Produktteams ein und nehmen sich bewusst Zeit für die Frage, welchen Detailgrad eine Product Roadmap wirklich braucht und in welcher Darstellungsform sie hilfreich ist.
Eine Product Roadmap entsteht nicht als Lieferplan und auch nicht als Versprechen auf Termine. Sie beschreibt eine Richtung und schafft Orientierung darüber, welche Wirkung mit einem Produkt in welcher Reihenfolge erreicht werden soll. Genau hier liegt der Kern der Diskussion. Eine Product Roadmap hilft dann, wenn sie Klarheit über Ziele und Wirkungen erzeugt und nicht versucht, zukünftige Entwicklungen bis ins letzte Detail vorwegzunehmen. Sie ist keine Vorhersage der Zukunft. Zu viel Genauigkeit erzeugt Scheinsicherheit und lenkt den Blick schnell auf Output statt auf Wirkung.
Der Detailgrad einer Product Roadmap hängt stark vom Kontext ab. In stabilen Umfeldern kann eine längere Vorschau sinnvoll erscheinen, während in einem volatilen Produktumfeld kurze Zeithorizonte und bewusst grobe Darstellungen besser funktionieren. Entscheidend ist, dass die Product Roadmap Raum für Lernen lässt und Veränderungen nicht als Störung wahrgenommen werden. Sie bleibt ein lebendiges Arbeitsinstrument und kein statisches Dokument.
Auch die Darstellungsform spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine Product Roadmap darf einfach sein und muss nicht jedes Element erklären, solange sie ihre Richtung klar vermittelt. Wirkungsziele, übergeordnete Themen und zeitliche Orientierung reichen oft aus, um Gespräche zu ermöglichen und Entscheidungen zu unterstützen. Zusätzliche Details entstehen dort, wo sie gebraucht werden, etwa im Backlog oder in der täglichen Arbeit mit dem Team.
Eine gute Product Roadmap macht also sichtbar, was gerade wichtig ist und was bewusst später oder gar nicht verfolgt wird. Sie hilft dabei, Erwartungen zu managen und Diskussionen auf einer sachlichen Ebene zu führen. Gleichzeitig zeigt sie, dass Produktentwicklung kein Abarbeiten von Listen ist, sondern ein kontinuierlicher Prozess aus Entscheiden, Lernen und Anpassen.
Am Ende geht es bei der Product Roadmap um Verantwortung. Wer sie nutzt, übernimmt Verantwortung für Richtung, Fokus und Wirkung des Produkts. Genau dafür ist sie gedacht, und genau dann entfaltet sie ihren Wert im Alltag von Product Ownern, Produktmanagern und Führungskräften.
Im Gespräch empfehlen Tim Klein und Oliver Winter diese Bücher, Videos und Websites:
Passende frühere Folgen des Podcasts:
Die aktuelle Ausgabe des Podcasts steht auch im Blog der Produktwerker bereit: „Detailgrad & Darstellungsform einer Product Roadmap [14]“.
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11169434
Links in diesem Artikel:
[1] https://product-owner-day.de/?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[2] https://product-owner-day.de/tickets.php?wt_mc=intern.academy.dpunkt.konf_dpunkt_vo_pod2.empfehlung-ho.link.link
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] https://productdirection.co/book/
[5] https://www.oreilly.com/library/view/product-roadmaps-relaunched/9781491971710/
[6] https://youtu.be/AGkwgT7Y39s?si=wsGWOHilxirurFVc
[7] http://talkingroadmaps.com/
[8] https://www.talkingroadmaps.com/resources/visuals
[9] https://produktwerker.de/agile-product-roadmaps/
[10] https://produktwerker.de/wie-agil-ist-eine-jaehrliche-roadmap/
[11] https://produktwerker.de/mehrere-product-roadmaps/
[12] https://produktwerker.de/product-roadmaps-in-der-taglichen-arbeit-einsetzen/
[13] https://produktwerker.de/vom-projekt-zum-produktmodus/
[14] https://produktwerker.de/detailgrad-darstellungsform-einer-product-roadmap/
[15] mailto:mai@heise.de
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API-Zugriffe werden bei X ab sofort nutzungsbasiert abgerechnet.
(Bild: X)
X reformiert erneut seine Gebührentabelle für die Entwicklerschnittstelle. Die Einstiegshürde sinkt zwar, die Kosten bleiben aber wohl ähnlich.
Das soziale Netzwerk X ändert sein Preismodell für die Nutzung seiner Entwicklerschnittstellen. Der früher Twitter genannte Dienst von Elon Musk stellt dabei von pauschalen Abozahlungen auf nutzungsbasierte Entgelte um. Damit dürfte die Einstiegshürde sinken, die X-API zu verwenden. Berechnungen zeigen allerdings, dass bei moderater Nutzung rasch das bisherige Preisniveau erreicht wird.
„Der Kern der X-Entwickler besteht aus unabhängigen Entwicklern, Produkten in der Frühphase, Start-ups und Hobbyentwicklern“, verkündete der offizielle Entwickler-Account von X im Netzwerk [1]. „Es ist an der Zeit, unser X-API-Ökosystem zu öffnen und eine neue Welle von X-Apps der nächsten Generation zu schaffen. Wir sind wieder da.“
Die neuen Preise [2] bewegen sich zwischen 0,005 und 0,015 US-Dollar pro Abruf. Unterschieden wird unter anderem zwischen API-Abfragen für Posts, Benutzer, Direktnachrichten und Inhalten.
Von den Zeiten vor dem Kauf Twitters durch Musk im Jahr 2022 [3] ist der API-Zugang freilich immer noch weit entfernt. Die Anfangsjahre des Netzwerks galten unter Entwicklern als „goldene Ära“. Bis etwa zum Jahr 2010 war die Twitter-API weit offen. Drittanbieter-Apps wie Twitterific oder Tweetbot trugen massiv zum Wachstum des Netzwerks bei. Es gab kaum Einschränkungen und die API konnte kostenlos genutzt werden.
Doch schon bevor Twitter den Besitzer wechselte, waren die sonnigen Zeiten für Entwickler vorbei. Im Zuge seines Monetarisierungskurses zog Twitter die Zügel bei der API straffer [4]. Es wurden Obergrenzen bei der Nutzung eingeführt und der Fokus bei der Nutzung der Schnittstellen auf Analyse- und Unternehmens-Tools verlegt. Mit dem Kauf durch Musk folgte ein strikter Monetarisierungskurs und die Aussperrung populärer Apps über Nacht [5].
Später wurde die bis zum jetzigen Wechsel gültige Bepreisung eingeführt [6]: Entwickler mussten nach anfänglichen 100 US-Dollar später mindestens 200 US-Dollar pro Monat zahlen – hierfür gab es eine Basic Tier, die für kleine Tools und Bots genügte. Problem war allerdings, dass nach Erreichen der Obergrenze der Zugang für den Rest des Monats automatisch gekappt wurde. Start-ups und skalierende Apps griffen deshalb gleich zur Pro-Tier, die mit 5000 US-Dollar pro Monat eine hohe Einstiegshürde setzte.
Mitbewerber von X bieten die Nutzung ihrer Entwicklerschnittstellen kostenlos an – allerdings teilweise mit eingeschränkten Möglichkeiten: So sieht Threads von Meta etwa nur API-Zugriffe vor, die für Analyse- und Posting-Tools interessant sind [7]. Das quelloffene Mastodon gewährt Entwicklern volle Freiheit, hat allerdings eine im Vergleich zu den großen Mitbewerbern nur kleine Nutzerschaft. Bluesky knüpft indessen an alte Twitter-Zeiten an, ist aber im Vergleich auch sehr klein.
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https://www.heise.de/-11169742
Links in diesem Artikel:
[1] https://x.com/XDevelopers/status/2019881223666233717
[2] https://developer.x.com
[3] https://www.heise.de/news/Ab-Freitag-gehoert-Twitter-Elon-Musk-7322783.html
[4] https://www.heise.de/news/Twitter-kuendigt-restriktivere-API-an-1669415.html
[5] https://www.heise.de/news/Twitter-Sperre-von-Drittanbieter-Apps-sind-beabsichtigt-7459500.html
[6] https://www.heise.de/news/Limit-fuer-kostenlose-Tweets-und-kostenpflichte-Twitter-APIs-kommen-7490054.html
[7] https://www.heise.de/news/Meta-oeffnet-Threads-API-fuer-Entwickler-9769925.html
[8] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[9] mailto:mki@heise.de
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Mehrere Softwareschwachstellen bedrohen Systeme mit IBM App Connect Enterprise oder WebSphere Service Registry and Repository Studio.
Systeme mit IBM App Connect Operator und App Connect Enterprise Certified Containers Operands oder WebSphere Service Registry and Repository und WebSphere Service Registry and Repository Studio sind verwundbar und es können Attacken bevorstehen. Aktualisierte Versionen lösen verschiedene Sicherheitsprobleme.
So können Angreifer etwa Instanzen mit bestimmten Uniform-Resource-Identifier-Anfragen (URI) attackieren und im Kontext von Node.js eine extreme CPU-Last provozieren. Das führt dazu, dass Systeme nicht mehr reagieren (CVE-2026-0621 „hoch“). Weil IBM App Connect Enterprise Certified Container im Python-Modul azure-core nicht vertrauenswürdige Daten verarbeitet, können authentifizierte Angreifer über ein Netzwerk Schadcode ausführen (CVE-2026-21226 „hoch“).
Die verbleibenden Schwachstellen sind mit dem Bedrohungsgrad „mittel“ eingestuft. In diesen Fällen können Angreifer etwa Konfigurationen modifizieren (CVE-2025-13491).
Um Systeme vor möglichen Attacken zu schützen, müssen Admins App Connect Enterprise Certified Container Operator 12.20.0 installieren. Zusätzlich müssen sie sicherstellen, dass für DesignerAuthoring, IntegrationServer und IntegrationRuntime mindestens Version 13.0.6.1-r1 installiert ist.
Die Lücke betrifft die Eclipse-OMR-Komponente (CVE-2026-1188 „mittel“). An dieser Stelle können Angreifer einen Speicherfehler auslösen, was in der Regel zu Abstürzen führt. Oft gelangt darüber aber auch Schadcode auf Systeme. Die Entwickler versichern, das Sicherheitsproblem in V8.5.6.3_IJ56659 gelöst zu haben.
Weiterführende Informationen zu den Schwachstellen führt IBM in mehreren Warnmeldungen auf:
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https://www.heise.de/-11169213
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259750
[2] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259751
[3] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259749
[4] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259945
[5] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259747
[6] https://www.ibm.com/support/pages/node/7259746
[7] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[8] mailto:des@heise.de
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Betrugsversuche per Telefon bleiben ein Problem – auch wenn die Zahlen rückläufig sind, und Warnsysteme der Provider offenbar greifen.
Der Ärger über SMS, Chatnachrichten und Anrufe von Betrügern hat sich einer Statistik zufolge zwar abgeschwächt, er ist aber noch immer weit verbreitet. Wie die Bundesnetzagentur in Bonn mitteilte, gingen bei ihr im vergangenen Jahr 85.158 Beschwerden zu Rufnummernmissbrauch ein. 2024 waren es mit 154.624 kritischen Wortmeldungen fast doppelt so viele gewesen, was ein Rekord gewesen war. Einen Grund für den deutlichen Rückgang der Beschwerden nennt die Aufsichtsbehörde nicht.
Bei solchen Abzocke-Versuchen geht es großteils um SMS – etwa um ein Paket, für dessen Erhalt man noch eine angebliche Zollgebühr zahlen solle. Außerdem nehmen Betrüger über Chatnachrichten Kontakt mit ihren Opfern auf oder sie rufen an. Die 2024 noch stark verbreiteten Paket-Betrugsversuche haben im vergangenen Jahr abgenommen, so manch Krimineller steuerte offenbar um. Wegen des Rufnummernmissbrauchs schaltete die Netzagentur rund 6200 Rufnummern ab und damit ähnlich viele wie ein Jahr zuvor. Für gut 2000 Rufnummern wurden Verbote verhängt, Zahlungen für unrechtmäßige Kosten einzufordern.
„Wir schützen Verbraucherinnen und Verbraucher wirksam vor Rufnummernmissbrauch“, sagt Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. „Für die Verfolgung von und den Kampf gegen Ärger mit Rufnummern sind wir auf die Hinweise der Bürgerinnen und Bürger angewiesen.“ Außerdem beschwerten sich im vergangenen Jahr viele Bürgerinnen und Bürger über automatische Bandansagen, teure Warteschleifen, Router-Hacking und Fake-Hotlines. Viele Banden arbeiten inzwischen arbeitsteilig mit „crime as a service“. [1]
Der sogenannte Enkeltrick ist seit einigen Jahren den Angaben zufolge rückläufig. Hierbei nimmt ein Betrüger per SMS oder Chatnachricht Kontakt auf und gibt sich als ein Familienmitglied aus, das dringend Geld brauche. Manchmal werden auch nur persönliche Daten des Opfers eingefordert, die später für andere Abzocke-Arten genutzt werden.
Möglicherweise liegt der deutliche Rückgang an Beschwerden über Rufnummernmissbrauch auch daran, dass Betrüger es inzwischen etwas schwerer haben als früher. So hat der Netzbetreiber Vodafone im vergangenen Mai einen sogenannten Spam-Warner gestartet: Wird man von einer Telefonnummer angerufen, die bei Vodafone auf einer Liste potenzieller Krimineller ist, so bekommt man vorab den Hinweis „Vorsicht: Betrug möglich“ auf dem Display. Der Angerufene kann den Anruf zwar trotzdem annehmen, ist dann aber gewissermaßen auf der Hut und lässt sich nicht so leicht abzocken. Die Deutsche Telekom hat inzwischen ein ähnliches Warnsystem gestartet.
Vodafone hat im vergangenen Jahr knapp 50 Millionen Betrugswarnungen auf die Smartphone-Displays der Nutzer des Vodafone-Netzes gesendet. Nach Erkenntnissen des Netzbetreibers gehen dank der Warnung viel weniger Menschen ans Telefon als ohne Warnung. „Viele Menschen werden umsichtiger, weil sie häufiger auf mögliche Gefahren im Netz hingewiesen werden“, sagt Vodafone-Deutschlandchef Marcel de Groot. „Neue Technologien schützen vor Betrugsmaschen, noch bevor sie Schaden anrichten können.“
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[1] https://www.heise.de/news/Schlag-gegen-Crime-as-a-Service-Polizei-kappt-kriminelle-Rufnummern-11108817.html
[2] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[3] mailto:nie@heise.de
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