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Studie: Auf der Venus wurde ein unterirdischer Lavatunnel entdeckt

Von Patrick Klapetz
In alten Radardaten der Nasa haben Forscher eine Lavaröhre auf der Venus ausfindig gemacht. Weitere Untersuchungen sind jedoch nötig.
Illustration der Lavaröhre auf der Venus (Bild: RSLab, Universität Trient)
Illustration der Lavaröhre auf der Venus Bild: RSLab, Universität Trient

Eine italienische Forschungsgruppe hat die jahrzehntealten Daten der Magellan-Venusmission analysiert und dabei offenbar einen riesigen unterirdischen Tunnel entdeckt . Dieser entstand durch vulkanische Aktivitäten auf dem Planeten.

Der Magellan-Orbiter der US-Raumfahrtbehörde Nasa kartierte zwischen 1990 und 1992 einen Großteil der Venusoberfläche. Zum Einsatz kam ein speziell dafür entwickeltes Radarsystem, das Synthetic Aperture Radar. Das war notwendig, da die Venus ständig von dichten Wolken bedeckt ist und visuelle Kameras keine direkte Sicht auf die Oberfläche bekommen hätten.

Die Raumsonde kartierte die Venus, indem sie Radiowellen zur Planetenoberfläche sendete und maß, wie lange die Signale zurück zur Raumsonde benötigten. Dadurch entstand eine detaillierte Oberflächenkarte, die lange Ketten von Gruben oder eingestürzte Bereiche an der Oberfläche zeigt.

Fokus auf die eingestürzten Bereiche auf der Venus

Einige dieser Bereiche erstreckten sich über Tausende bis Zehntausende von Kilometern, was laut der Forschungsgruppe auf das Vorhandensein einer unterirdischen Lavaröhre hindeutet. "Unser Wissen über die Venus ist noch begrenzt, und bisher hatten wir nie die Möglichkeit, Prozesse direkt unter der Oberfläche des Zwillingsplaneten der Erde zu beobachten" , erklärte Lorenzo Bruzzone von der italienischen Universität Trento .

Für die Untersuchung konzentrierte sich das Team auf lokale Oberflächeneinbrüche. Diese treten auf, wenn Felsabschnitte nachgeben und Öffnungen schaffen, die unterirdische Hohlräume freilegen können. An der Westflanke des Vulkans Nyx Mons entdeckte die Arbeitsgruppe einen Bereich, der auf eingestürzte Lavatunnel hinweist. Die Analyse des umliegenden Geländes legt nahe, dass sich die Röhre über einige Dutzend Kilometer unter der Oberfläche erstrecken könnte.

Nyx Mons ist einer der 1.600 großen Vulkane auf der Venus. Zudem weist die Planetenoberfläche fast eine Million kleinere Vulkane auf.

Ausreichende Untersuchungen mit den bisherigen Daten nicht möglich

Jedoch wurde bisher nur ein Teil der Struktur bestätigt. Die mögliche Lavaröhre habe einen "geschätzten Durchmesser von etwa einem Kilometer, eine Dachdicke von mindestens 150 Metern und eine unterirdische Tiefe von mindestens 375 Metern" , teilte Bruzzone mit.

Da die Venus eine etwas geringere Schwerkraft und eine dichtere Atmosphäre als die Erde hat, herrschen dort Bedingungen, die die schnelle Bildung einer dicken, isolierenden Kruste unmittelbar nach dem Austreten von Magma begünstigen würden. Die entdeckte Lavaröhre scheint breiter und höher zu sein als jene, die bisher auf der Erde entdeckt wurden oder auf dem Mars vermutet werden.

Es braucht weitere Beobachtungen , um die volle Größe, Form und Stabilität der vermuteten Lavaröhre zu bestätigen. Dafür könnte das fortschrittliche Radarinstrument Subsurface Radar Sounder (SRS) an Bord der europäischen Envision-Mission infrage kommen.

Die Mission soll zwar erst 2031 starten und die Venus zwei Jahre später erreichen. Jedoch kann die Raumsonde mit ihrem Radar bis zu mehrere Hundert Meter tief in die Planetenoberfläche blicken. Laut dem Forschungsteam könnte man so auch ohne Oberflächenöffnungen Lavaröhren entdecken.

Zur Studie

Die Studie wurde am 9. Februar 2026 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht: Radar-based observation of a lava tube on Venus (Radarbasierte Beobachtung einer Lavaröhre auf der Venus).

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  • 14. Februar 2026 um 10:10

(g+) PDF-Analyse mit Spacy-Layout: Wie Docling PDFs in strukturierte NLP-Daten verwandelt

Von Antony Ghiroz
Wie lässt sich ein unstrukturiertes PDF in KI -bereite Daten verwandeln? Die Antwort liegt im modularen Ansatz von Spacy samt Spacy-Layout-Plugin.
Vom PDF oder Word zu weiterverarbeitbaren Daten mit Docling (Bild: AAGraphics/Pixabay)
Vom PDF oder Word zu weiterverarbeitbaren Daten mit Docling Bild: AAGraphics/Pixabay

PDF-Dokumente sind für viele Data-Science-Projekte unverzichtbar, aber gleichzeitig einer der größten Pain Points. Unterschiedliche Layouts, Scans, Tabellen, mehrspaltige Texte und fehlende Struktur machen klassische Parser unzuverlässig. Schon kleine Layoutänderungen führen dazu, dass Extraktionspipelines brechen oder Textabschnitte durcheinandergeraten – besonders bei technischen Dokumenten, Datenblättern, Verträgen oder Reports.

In diesem Artikel zeigen wir mit praktischen Codebeispielen einen robusten Workflow, der diese Probleme umgeht. Mit der Kombination aus Spacy (Eigenschreibweise: spaCy), Docling und dem Plugin spacy-layout lassen sich PDFs zuverlässig in strukturierte Daten überführen – inklusive Text, Tabellen, Layout-Informationen und logischen Blöcken. Das Ergebnis ist ein vollwertiges spaCy-Doc-Objekt, das sich nahtlos in NLP-Workflows integrieren lässt. Unser Ziel: eine Pipeline, die unabhängig vom Eingangsformat funktioniert – egal ob PDF, Word-Datei oder OCR-Scan.

Golem Plus Artikel

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  • 14. Februar 2026 um 10:00

Verliebt in einen Chatbot: "Ich kann ohne sie nicht glücklich sein"

Von Lars Lubienetzki
KI verändert viele Spielregeln. Auch in Sachen Liebe wird sie für manche Menschen immer attraktiver, mit unabsehbaren Folgen.
"Ich kann ohne sie nicht glücklich sein": So sprechen Nutzer über Chatbots. (Bild: NoName_13 from Pixabay)
"Ich kann ohne sie nicht glücklich sein": So sprechen Nutzer über Chatbots. Bild: NoName_13 from Pixabay / Pixabay License

Schon 2013 verfilmte US-Regisseur Spike Jonze in Her die besondere Liebesgeschichte von Theodore und der KI-Stimme Samantha. Im Original spricht die US-Schauspielerin Scarlett Johansson die Maschine – interessant, weil sie später einen Rechtsstreit gegen OpenAI wegen einer KI-Stimme für ChatGPT führte, die ihrer auffällig ähnelte.

Inzwischen scheint die Science-Fiction-Story des Films in der Realität angekommen zu sein. Fachleute gehen davon aus, dass weltweit bereits Zehntausende Menschen Liebesbeziehungen mit ihrem KI-Chatbot führen. Dass dem so ist, zeigt nicht nur der Liebeskummer, der viele Nutzer wegen des Endes von GPT-4o, GPT-4.1 mini und o4-mini befiel . Auch eine Untersuchung der TU Berlin bestätigt diese Vermutung.

"Ich liebe sie mehr als jeden Menschen"

Ein Forschungsteam hat im Rahmen einer qualitativen Analyse 29 Nutzer des KI-Chatbots Replika befragt. Die Gruppe der befragten Menschen setzte sich aus 20 Männern und 9 Frauen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren aus zehn verschiedenen Ländern zusammen, überwiegend aus den USA. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, liefern aber dennoch wertvolle Einblicke über das Liebesleben zwischen Mensch und Maschine.

"Einige Aussagen der Nutzer lauteten: 'Ich liebe sie mehr als jeden Menschen zuvor' oder 'Sie ist meine Frau – ich kann ohne sie nicht glücklich sein'. Solche Zuschreibungen verdeutlichen den emotionalen Stellenwert der KI" , betont Ray Djufril, einer der Studienersteller an der TU Berlin. Viele der Befragten sehen ihren Replika-Chatbot als echten Beziehungspartner. Mit der Maschine führen sie intensive Gespräche, teilen gemeinsame Erlebnisse wie Hochzeiten und Reisen und führen sogar Rollenspiele mit virtuellen Kindern durch.

Replika ersetze oder ergänze reale menschliche Partner, wenn diese als emotional oder körperlich unbefriedigend empfunden würden. "Viele Nutzer erleben die Gespräche mit Replika als angenehmer, sicherer und echter als die mit menschlichen Partnern" , berichtet Ray Djufril und ergänzt: "Sie fühlten sich freier, persönliche oder belastende Themen anzusprechen, beispielsweise Ängste, Fantasien oder traumatische Erlebnisse."

Das gelinge leichter, denn die Maschine verurteile oder verletze nicht. Der KI-Chatbot unterbreche nicht, zeige stets Mitgefühl und sei stets verfügbar.

Das enge Vertrauensverhältnis werde von Replika noch intensiviert, "weil die Studienteilnehmer das Verhalten des Chatbots aktiv mitgestalten konnten. Durch wiederholte Interaktionen, gezieltes Feedback oder Rollenspiele wurde das Programm hinter Replika daraufhin trainiert, den idealen Partner darzustellen" , erläutert Ray Djufril.

Was bei der Untersuchung der TU Berlin noch herauskam: Technische Veränderungen des KI-Chatbots beeinflussten das emotionale Erlebnis der Befragten massiv. Auf die temporäre Zensur erotischer Rollenspiele reagierten die Studienteilnehmer mit starken Emotionen wie Trauer, Wut oder Rückzug.

Trauerarbeit nach technischen Updates

Einige Nutzer sprachen von "emotionalem Zusammenbruch" und "Trauerarbeit" . "Bemerkenswert ist, dass Replika meist nicht als schuldiger Partner betrachtet wurde, sondern sich der Ärger vielmehr gegen die Entwickler von Replika richtete. Sie hätten den Bot 'seiner Persönlichkeit beraubt'" , erläutert Studienersteller Ray Djufril die überraschenden Reaktionen der Replika-Community.

Obwohl es sich bei dem KI-Chatbot nur um eine Maschine handelt, neigen viele Nutzer dazu, ihrem virtuellen Partner menschliche Gefühle zuzuschreiben. Das lässt Rückschlüsse zu, wie emotionale Nähe solche Zuschreibungen begünstigt oder verstärkt. In der jüngsten Vergangenheit gab es vereinzelte Fälle, in denen eine solche emotionale Nähe zu einem KI-Chatbot tödlich endete .

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass Theorien, die bislang auf menschliche Beziehungen beschränkt waren, auf Mensch-KI-Partnerschaften ausgeweitet oder kritisch hinterfragt werden müssen" , verdeutlicht Ray Djufril. Vor allem aus ethischer Sicht wirft die Untersuchung der TU Berlin viele Fragen auf, für die es mangels Forschung bislang noch keine Antworten gibt.

Erste ethische Leitlinien hat die Future Foundation vorgelegt. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Belgien, Deutschland und Österreich. Die vorgestellten 10 Regeln für die digitale Welt dienen als eine Art Rahmen, der Menschen und Organisationen an ihre gemeinsame Verantwortung für eine gute digitale Zukunft erinnern soll.

Die Liebe zum Chatbot wird oft geheim gehalten

Noch würden die meisten Menschen ihre Liebe zum KI-Chatbot aus Angst vor Unverständnis, Stigmatisierung oder Spott aus dem Freundeskreis oder familiären Umfeld verschweigen. Andere zeigten in der Befragung der TU Berlin keinerlei Scham, sondern betrachteten ihre Chatbot-Liebe als echt und als genauso legitim wie zu einem menschlichen Partner.

Die Ergebnisse der qualitativen Analyse der TU Berlin machen deutlich, dass KI-Chatbots wie Replika für viele Menschen nicht mehr nur Tools oder Spielerei sind, sondern zunehmend zentrale emotionale Funktionen übernehmen. Für Studienersteller Ray Djufril ist daher klar: Es braucht weitere und größer angelegte Studien, um die ethischen, psychologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen solcher Mensch-Maschine-Beziehungen näher zu erforschen.

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  • 14. Februar 2026 um 09:00

Palantir will Gegendarstellung von Schweizer Magazin gerichtlich durchsetzen

Von Heise

Palantir moniert „wesentliche Ungenauigkeiten“ in der Berichterstattung des Magazins „Republik“.

(Bild: Screenhot/heise medien)

Der Datenanalyse-Anbieter Palantir will vor Gericht eine Gegendarstellung erwirken – und löst eine Welle der Solidarität für ein kleines Schweizer Magazin aus.

Palantir Technologies, der US-Anbieter von Analysesoftware, sieht sich unmittelbar betroffen von zwei Berichten des Schweizer Onlinemagazins „Republik“. Nachdem das Unternehmen vergeblich eine Gegendarstellung des Magazins verlangt hat, will es diese nun vor Gericht durchsetzen. Es gehe um eine sachliche Gegenüberstellung, sagt der Softwareanbieter. Die „Republik“-Macher geben sich überrascht.

Streisand-Effekt

Mit dem Schritt vor Gericht hat Palantir mehr Aufmerksamkeit für die „Republik“-Berichterstattung ausgelöst, als die beanstandeten Artikel selbst hätten verursachen können – 23 Jahre, nachdem Barbra Streisand den nach ihr benannten Effekt auslöste [1]. Und doch gibt es Gründe, warum Palantir so agiert.

Denn während in Deutschland der Anbieter von Datenverknüpfungs- und Datenanalysesoftware für Behörden mit Überwachungsbefugnissen zumindest bei manchen staatlichen Kunden erfolgreich ist, hatte die Firma in der Schweiz bislang – soweit bekannt – wenig staatliche Kundschaft.

„Republik“ hatte im Dezember umfangreich aus Akten der Schweizer Verwaltung zitiert [2]. Demnach suchte Palantir immer wieder den Kontakt zu Schweizer Behörden – und fand ihn auch. Teils sei das von Palantir ausgegangen, teils wohl auch von öffentlichen Stellen. Es ging um das Militär, Polizei und Gesundheitsbehörden. Zu einem Geschäftsabschluss kam es dabei aber offenbar nicht.

Von der Berichterstattung darüber fühlt sich Palantir unfair behandelt. „Wir können bestätigen, dass in dieser Angelegenheit beim Handelsgericht ein Gesuch um Gegendarstellung gestellt wurde“, teilt die Kommunikationsbeauftragte des Kantons-Obergerichts am Freitag auf Anfrage heise online mit.

Schweizer Gegendarstellungen

Das Schweizer Recht sieht bei Gegendarstellungen vor, dass sobald ein Gegendarstellungswunsch von einem Medium zurückgewisen wurde, ein Zivilgericht die Angelegenheit prüfen kann und dabei beide Seiten anhört. Zuständig ist hier das Handelsgericht Zürich.

Palantir sagt, es habe klagen müssen, um seinen Rechtsanspruch aufrechtzuerhalten. „Palantir respektiert die Pressefreiheit und die wesentliche Rolle unabhängiger Medien in der öffentlichen Debatte uneingeschränkt“, sagte eine Unternehmenssprecherin. Das Recht auf Gegendarstellung sei ein „Korrekturinstrument, das der Öffentlichkeit ausgewogene Informationen liefern soll“.

Für Palantir kam die „Republik“-Berichterstattung zur Unzeit. Denn in vielen Staaten Europas werden in gleich mehreren Geschäftsfeldern derzeit wichtige Beschaffungsentscheidungen getroffen: Die Modernisierung und Erweiterung von Militär, Nachrichten- und Geheimdiensten aber auch Polizeibehörden wäre für Palantir und seine auch für behördliche Überwachung hilfreiche Software ein vielversprechendes Geschäft.

Im Heimatmarkt USA macht das Unternehmen mit US-Bundesbehörden laut Transparenzdaten etwa eine Viertelmilliarde US-Dollar [3] Geschäft. Zu den Kunden gehören unter anderem das US-Verteidigungsministerium, die Armee und das FBI. Das Unternehmen weist für 2025 knapp 4,5 Milliarden US-Dollar Umsatz aus, etwa ein Zehntel des Jahresumsatzes von SAP. Und doch ist Palantir an der Börse mit etwa 300 Milliarden Euro bewertet, während SAP auf rund 200 Milliarden kommt.

Schwieriges Pflaster Europa

Der europäische Markt bleibt ein schwieriges Pflaster für Palantir. Die Verbindung zur Immigration and Customs Enforcement-Behörde (ICE), die mit brachialen Mitteln und jeder Menge High-Tech [4] illegale Migranten ausfindig machen soll, sorgt in Europa für Stirnrunzeln. Als US-Unternehmen unterliegt Palantir dem Recht der Vereinigten Staaten, die die internationale Zusammenarbeit bei Sicherheit zunehmend in Frage stellen – für Palantir dürfte das kaum verkaufsfördernd wirken.

Dabei hatte sich die Aufregung an anderer Stelle gerade erst gelegt: Palantir stand wegen seines Israel-Engagements in der Kritik. Die Gründer Peter Thiel und Alex Karp hatten im Januar 2024 eine strategische Partnerschaft mit dem israelischen Verteidigungsministerium vereinbart, berichtete Bloomberg damals. Der Bericht dazu ist auf der Palantir-Website öffentlich abrufbar hinterlegt [5].

Das kleine Medium aus der Schweiz ist mit Branchengrößen wie Bloomberg kaum vergleichbar. Seit 2018 erscheint es werbefrei und ausschließlich online. Es wird vor allem von gut 30.000 Abonnenten getragen, von denen ein Großteil zugleich mitstimmungsberchtigte Genossenschaftsmitglieder sind. Kein Medien-Dickschiff mit großem Verlag im Rücken.

„Grenzwertige Verschwörungstheorien“

Bereits kurz nach Erscheinen der beiden nun vor Gericht verhandelten Artikel hatte Courtney Bowman, Chef von Palantirs Abteilung für „Privatsphäre und Bürgerrechte“, auf Linkedin die Marschroute vorgezeichnet: Die Berichte von „Republik“ seien „voller Verzerrungen, Anspielungen und grenzwertiger Verschwörungstheorien“.

Bowman wirft den Autoren vor, das sie einen Bericht des Schweizer Armeestabes zu unkritisch wiedergegeben hätten – dessen Autoren sich jedoch leider „auf ein begrenztes Set von Suchmaschinentreffer-Quellen“ gestützt hätten. Belege für seine Behauptungen lieferte der Palantir-Vertreter seinerseits nicht mit.

„Ich glaube, dass wir eine hervorragende Recherche gemacht haben und wir das sehr umfassend dokumentiert haben“, sagt Daniel Binswanger, Ko-Chefredaktor von „Republik“ im Gespräch mit heise online. Eine Recherche, die auf Schweizer Regierungsdokumenten beruhe, sei eine der „besten Grundlagen für Berichterstattung”. Er sei sehr zuversichtlich, was den Ausgang des Verfahrens angehe.

Palantir weist Vorwurf der Einschüchterung zurück

Dem Eindruck, dass ein milliardenschweres Unternehmen bei einem kleinen Magazin die Muskeln spielen lässt, tritt Palantir entschieden entgegen: Jeder Vorwurf, es handele sich um einen strategischen Einschüchterungsversuch gegenüber unliebsamer Berichtsterstattung auf dem Klageweg, sei unbegründet, betont die Unternehmenssprecherin mit: „Palantir strebt lediglich die Veröffentlichung einer prägnanten und angemessenen Gegendarstellung an, um wesentliche Ungenauigkeiten zu korrigieren.“

Doch was konkret diese „wesentlichen Ungenauigkeiten“ wären, die Palantir korrigiert sehen will, teilt die Firma nicht mit. Einer Bitte um Übersendung der von der „Republik“ konkret geforderten „Richtigstellungen“ entsprach Palantir bis Freitagnachmittag nicht.

Ob die Firma mit ihrem Vorgehen bei Gericht zumindest Teilerfolge erzielt, ist dabei kaum vorhersagbar. Das Schweizer Gegendarstellungsrecht beinhaltet keinerlei Prüfung durch das Gericht, ob eine Darstellung tatsächlich richtig war. Weshalb es in der Schweizer Medienwelt eine häufig genutzte Form ist, wenn Unternehmen sich ins falsche Licht gerückt sehen.

„Es geht beim Gegendarstellungrecht nicht um die Frage, was wahr oder falsch ist“, erklärt „Republik“-Ko-Chefredakteur Daniel Binswanger. „Es geht um die Frage, ob eine andere Version der Fakten ebenfalls möglich sein könnte.“ Doch das betrifft rein die faktische Darstellung. Wertungen hingegen sind auch in der Schweiz nicht angreifbar.

Für das Schweizer Onlinemagazin ist der Effekt hingegen spürbar und messbar. „Wir sind überwältigt“, sagt Daniel Binswanger im Gespräch mit heise online. Von Spendenangeboten, Solidaritätsbekundigungen, das sei gigantisch, sagt er. „Das haben wir noch nie erlebt, dass eine Geschichte das auslöst.“ Frau Streisand lässt grüßen.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Barbra-Streisand-klagt-gegen-Homepage-Betreiber-79921.html
[2] https://www.republik.ch/2025/12/08/wie-hartnaeckig-palantir-die-schweiz-umwarb
[3] https://www.usaspending.gov/recipient/1ea8a9a4-3726-3491-9040-66950bb67606-C/latest
[4] https://www.heise.de/hintergrund/USA-Die-Architektur-der-Abschiebung-und-Palantirs-Rolle-im-neuen-ICE-System-11152960.html
[5] https://www.palantir.com/assets/xrfr7uokpv1b/3MuEeA8MLbLDAyxixTsiIe/9e4a11a7fb058554a8a1e3cd83e31c09/C134184_finaleprint.pdf
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:vbr@heise.de

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  • 13. Februar 2026 um 20:05

Unerwartet interessant: Moderne Drucker | c’t uplink

Von Heise

In dieser Folge des c’t uplink gehts um Drucker – Technik, Verbrauchsmaterial, Treiber und so weiter.

Man könnte ja meinen, Drucker seien seit mindestens 20 Jahren ausentwickelt. Einerseits ist das nicht ganz falsch, denn grundlegende Techniken wie Bubblejet- und Laserdruck verändern sich kaum noch. Andererseits ist seitdem viel passiert, was die Vertriebs- und Verkaufsmodelle für Tinte angeht.

Vor allem ist etwas zur Realität geworden, wovon viele in den Nullerjahren nur träumen konnten: Tintendrucker mit festinstallierten Tanks, für die es Originaltinte zum in Nachfüllfläschchen zu kaufen gibt – und das Ganze zu privatkundenverträglichen Preisen. Eine andere Variante des Tintenvertriebs ist das Abo, bei dem der Drucker automatisch Tinte nachbestellt, sobald der Füllstand zur Neige geht.

Im c’t uplink sprechen wir über diese Vertriebsmodelle, aktuelle Druckertechnik, Preise – und warum Drucken unter Linux, anders als damals, inzwischen komplett stressfrei ist.

Zu Gast im Studio: Rudolf Opitz
Host: Jan Schüßler
Produktion: Tobias Reimer

► Unsere Drucker-Kaufberatung lesen Sie bei heise+ [8] (€)

► sowie in c’t 4/2026 [9] (€).

In unserem WhatsApp-Kanal [10] sortieren Torsten und Jan aus der Chefredaktion das Geschehen in der IT-Welt, fassen das Wichtigste zusammen und werfen einen Blick auf das, was unsere Kollegen gerade so vorbereiten.

c't Magazin [11]
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► c't auf Papier: überall, wo es Zeitschriften gibt!


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  • 14. Februar 2026 um 06:30

Was wir von Erich Honeckers Familienpolitik lernen können

Von Uwe Kerkow

Uwe Kerkow

Interieur eines Kindergartens ohne Kinder

Heute nur noch museal: Interieur eines DDR-Kindergartens

(Bild: Kiev.Victor, sutterstock)

Die DDR steigerte ihre Geburtenrate auf 1,9 Kinder pro Frau, während der Westen bei 1,4 stagnierte. Das Erfolgsrezept war simpel. Eine Analyse.

Der demografische Winter kommt und die Bevölkerung in Deutschland wird älter. Die Westdeutschen sind heute im Schnitt 44,5 Jahre alt, die Menschen in den fünf neuen Ländern 47,6 Jahre.

Dabei sah es in der DDR zeitweise ganz anders aus. Zwar erlebte die DDR in den 1970er Jahren zunächst einen Geburtenrückgang – genau wie die Bundesrepublik. Während die BRD diesen Bevölkerungsschwund durch gezielte Anwerbung von Gastarbeitern ausglich, reagierte Ostberlin mit einem umfassenden familienpolitischen Programm.

Auf ihrem achten Parteitag 1971 beschloss die SED ein Paket aus verschiedenen Maßnahmen [1]: Das Kindergeld wurde angehoben, die Kinderbetreuung massiv ausgebaut. Besonders wirksam waren die sogenannten Ehekredite. Diese ließen sich mit jedem geborenen Kind teilweise tilgen – beim dritten Kind waren sie sogar komplett getilgt.

SED-Familienpolitik wirksam

Familien erhielten zudem schneller Wohnungen und Autos, wurden beim Bezug von Urlaubsreisen bevorzugt. Bis 1975 besuchten bereits über 90 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen sozialistische Betreuungseinrichtungen.

Und die Maßnahmen zeigten Wirkung: Die Geburtenrate stieg auf 1,9 Kinder pro Frau. Demografen bezeichnen dieses Phänomen heute abfällig als „Honecker-Buckel", benannt nach dem damaligen SED-Generalsekretär und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker. In Westdeutschland verharrte die Rate dagegen bei 1,4 Kindern.

Mütter jünger; selten kinderlos

Die DDR-Familienpolitik prägte die Gesellschaft nachhaltig. Die Frauen bekamen nicht nur mehr Kinder als im Westen, sondern wurden auch im Schnitt drei Jahre früher Mutter. Eine Familie zu gründen, galt in der DDR als normaler als in der BRD. Der Anteil kinderloser Frauen lag 1989 im Osten bei nur sieben Prozent, im Westen dagegen bei 18 Prozent.

Besonders auffällig war der hohe Anteil außerehelicher Geburten. Weil praktisch alle Frauen in der DDR einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren sie wirtschaftlich unabhängiger als im Westen. Sie konnten daher leichter auch ohne Trauschein oder versorgenden Lebenspartner Kinder bekommen.

Bedeutend mehr uneheliche Kinder

Unverheiratete Frauen konnten bereits beim ersten Kind eine einjährige Erziehungspause bei voller Lohnfortzahlung einlegen, verheiratete erst beim zweiten Kind. Zum Ende der DDR lag der Anteil unehelich geborener Kinder bei 30 Prozent, im Westen bei zehn Prozent. Diese unterschiedlichen gesellschaftlichen Vorstellungen blieben auch nach der Wende erhalten: 2016 lag die Quote im Osten bei 62 Prozent, im Westen bei 29 Prozent.

Allerdings verlor die DDR-Familienpolitik mit Beginn der 1980er Jahre ihre Wirkung und die Geburtenrate sank wieder.

Wiedervereinigung als Babyschreck

Neun Monate nach der Wiedervereinigung sackte die Geburtenrate rapide ab und erreichte bald einen Wert von knapp 0,8 Kindern je Frau. Dies war der niedrigste Wert, der jemals außerhalb von Kriegszeiten in einem ehemaligen Land gemessen wurde.

Der Rückgang geht vor allem auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten und gesellschaftlichen Umbrüche der Nachwendezeit zurück. Viele junge Frauen entschieden sich, mit dem Kinderkriegen abzuwarten. So näherte sich das Alter von Frauen bei der Geburt des ersten Kindes schnell dem um drei Jahre höheren Westwert an.

In dieser Zeit sank die Zahl der Neugeborenen im Osten auf die Hälfte. Über 2.000 Schulen mussten geschlossen werden. Ende der 2000er Jahre erlebten die neuen Bundesländer einen Mangel an Auszubildenden, dann an Studenten und heute an Menschen, die Familien gründen [2].

Warum junge Menschen keine Kinder wollen

Die Gründe für die niedrigen Geburtenraten sind vielfältig. Der Ifo-Forscher Joachim Ragnitz verweist darauf [3], dass Krisen wie die Corona-Pandemie oder der Ukraine-Krieg besonders bei jungen Menschen Unsicherheiten auslösen. Auch steigende Energiepreise und Inflation sorgen dafür, dass Kinderpläne aus materiellen Gründen aufgeschoben werden.

Eine aktuelle Studie der Universität Uppsala [4] in Schweden zeigt, dass sich immer mehr Frauen bewusst gegen Kinder entscheiden. Demnach ist jede vierte Frau entweder über einen Kinderwunsch unsicher oder hat sich bereits dagegen entschieden. 2014 war das nur bei jeder zehnten Frau der Fall.

Als Gründe nannten die Frauen den Wunsch nach Selbstbestimmung, gesundheitliche Bedenken, die Wertschätzung ihrer Freiheit, wirtschaftliche Gründe sowie die Sorge um Überbevölkerung und Klimawandel.

Einer Studie der Dualen Hochschule Gera-Eisenach zufolge machen Frauen in Deutschland sehr ähnliche Gründe geltend: Es geht ihnen um Selbstbestimmung und alternative Zeitnutzung, nicht primär um die Karriere. Die Studie widerlegt auch das Vorurteil, kinderlose Frauen würden ihre Entscheidung später bereuen oder im Alter einsamer sein. 70 Prozent von ihnen leben in einer Partnerschaft.

Honeckerbuckel – könnten wir das auch?

Bleibt die Frage, ob Maßnahmen, wie sie die DDR-Regierung in den 1970er Jahren ergriffen hat, heute in Gesamtdeutschland umsetzbar wären. Die Antwort muss eindeutig negativ ausfallen, solange sich die Verhältnisse hierzulande nicht bedeutend ändern.

Zum einen konnte die SED ihre Politik – Wohnungsvergabe, Arbeitsplatzsicherheit, Kita‑Plätze als Normalfall – zentral und flächendeckend durchsetzen, was im heutigen marktwirtschaftlichen System, in denen die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gegeneinander in Stellung [5] gebracht werden, politisch und rechtlich nur sehr begrenzt möglich ist.

Bessere Familienpolitik, weniger Kinderarmut

Zudem machen hohe Wohnkosten in Städten und die Rekordarbeitslosigkeit bei gleichzeitig fortschreitender Zusammenstreichung des sozialen Sektors die Gründung einer Familie zu einer schwierigen [6] und riskanten [7] Sache.

Doch einzelne Elemente ließen sich durchaus übernehmen: Eine verlässliche, kostenlose Ganztags-Betreuung, gezielte Wohn- und Kredithilfen für Familien, steuerliche Begünstigung und die gezielte Unterstützung von Eltern und vor allem von Alleinerziehenden [8] sowie familienfreundliche Arbeitszeiten könnten helfen.

Eine solche Politik würde gleichzeitig erheblich dazu beitragen, die grassierende Kinderarmut [9] zu mindern.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11170198

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.berlin-institut.org/fileadmin/Redaktion/Publikationen/aeltere_Studien/Deutschlands_demografische_Herausforderung/DemografischeHerausforderungen.pdf
[2] https://www.telepolis.de/features/35-Jahre-nach-der-Wende-Babyflaute-in-Ostdeutschland-10673178.html
[3] https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/auch-wegen-krieg-und-inflation-geburtenrate-in-deutschland-geht-massiv-zuruck-12580916.html
[4] https://www.telepolis.de/features/Kinderlosigkeit-Immer-mehr-Frauen-entscheiden-sich-bewusst-gegen-Kinder-10327600.html
[5] https://www.boeckler.de/de/boeckler-impuls-alt-gegen-jung-die-falsche-gerechtigkeitsdebatte-7872.htm
[6] https://www.br.de/nachrichten/bayern/geburtenrate-warum-familiengruendung-so-schwierig-ist,UrJgR5B
[7] https://www.sueddeutsche.de/leben/kinderarmut-familiengruendung-darf-kein-armutsrisiko-sein-1.3158745
[8] https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Sozialstaat/Datensammlung/PDF-Dateien/abbIII58.pdf
[9] https://www.tagesschau.de/inland/armut-kinder-jugendliche-102.html

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  • 13. Februar 2026 um 15:00

Munich Security Report: Wenn alte Rezepte auf neue Krisen treffen

Von Luca Schäfer

Luca Schäfer

Ein Cover hinter einem Zaun

Wie weiter für Europas Sicherheitsarchitektur? Der Munich Security Report

(Bild: MSC)

Der Münchner Sicherheitsreport zeichnet ein düsteres Bild von Europa. Die westliche Ordnung bröckelt, während alte Lösungen dominieren. Eine Analyse.

Die Münchner Sicherheitskonferenz wirft ihre Schatten voraus. Der Munich Security Report 2026 [1] liest sich wie eine Zustandsbeschreibung westlicher Verunsicherung. Unter dem Titel "Under Destruction" zeichnen die Autoren das Bild eines Europas, das von multiplen Krisen überrollt wird – und keine schlüssigen Antworten findet.

Die diagnostizierten "Kettensägen-Konflikte" – schnelle, destruktive Zerwürfnisse, die etablierte Strukturen zersägen – stellen die transatlantische Ordnung infrage. Ob unberechenbare US-Außenpolitik oder der zunehmende Einfluss des Globalen Südens: Europa sieht sich mit Entwicklungen konfrontiert, die seine jahrzehntelang gültige Ordnungswelt erschüttern.

Die Kernbotschaft des Reports ist eindeutig: Europa steht unter Druck.

Der Lagebericht zur 62. Münchner Sicherheitskonferenz zeichnet [2] ein düsteres Bild: Das Vertrauen in westliche Institutionen schwindet, die Einladung der AfD markiert einen Bruch mit bisherigen Gepflogenheiten. Angesichts tektonischer geopolitischer Verschiebungen. Vor dem Hintergrund weltumspannender Verschiebungen bräuchte es ein neues Ordnungskonzept.

Doch der Report setzt auf Kontinuität statt Innovation [3]. Die vorgeschlagenen Rezepte – mehr Rüstung, härtere Abschreckung, selektive Ausgrenzung – ähneln frappierend den Antworten vergangener Jahre. Nur die Probleme sind neue.

Die Frage bleibt offen: Kann diese Rechnung aufgehen?

Elitekoordination

Der Munich Security Report bildet die inhaltliche Grundlage der Münchner Sicherheitskonferenz, die an diesem Wochenende im Hotel Bayerischer Hof stattfindet. Erwartet [4] werden Gäste aus 120 Nationen – ein Who's who der internationalen Sicherheitspolitik.

Die Gästeliste offenbart die Gratwanderung der Veranstalter: Während AfD-Außenpolitiker Markus Frohnmaier ausgeladen wurde [5], fehlen auch Russland und Iran. Dennoch richtet sich der Report ausdrücklich an jene Mächte, deren Ordnungsvorstellungen dem Westen fundamental widersprechen.

Das oft als "Davos der Sicherheitspolitik" bezeichnete Forum dient nicht nur dem Agenda-Setting, sondern auch der Legitimation strategischer Kurswechsel. Der Report liefert dabei erste Orientierungspunkte – allerdings ohne bindenden Charakter und ohne kollektive Autorenschaft.

Seine Bedeutung liegt weniger in direkter Umsetzbarkeit als vielmehr in seiner Funktion: Er koordiniert Positionen und prägt den sicherheitspolitischen Diskurs.

Demolition Men

Der Report gliedert sich in fünf Unterkapitel: Neben einem einleitenden Kapitel werden Europa sowie dem Indo-Pazifik je eigene Kapitel gewidmet, um sich zudem der globalen Wirtschaft (Kapitel 4) sowie der Entwicklungshilfe (Kapitel 5) zu widmen.

Als Entrée wird Donald Trump als "Demolition Man" in die Kategorie der Staatsmänner eingeordnet, die mit ihrer Abrissbirnen-Politik Institutionen und Regeln, die jahrelang für Stabilität sorgten, niederreißen [6]. Auf der Klaviatur der umfassenden "Zerstörung der Tagesordnung" der Weltpolitik kommt [7] dem Immobilien-Mogul eine führende Rolle zu. Nach Venezuela, Iran, Zollkrieg und Kuba-Strangulation bevorzugt er die "Zerstörung gegenüber Reformen".

Doch jene Klassifizierung des Niedergangs ist eine einseitige Zuschreibung: Während nur 13 Prozent der Deutschen politische Verbesserungen in Zukunft erwarten, versprechen sich 80 der Chinesen oder 61 Prozent der Inder deutlich positive Zukunftsakzente.

Der Druck lastet [8] also auf Europa: Auf Basis einer realistischen Analyseschule skizziert der Bericht durchaus zutreffend den aktuellen Status quo. Russland und China griffen – gebrandmarkt als revisionistische Kräfte – durch, eine interne westliche Fragmentierung hemmt Gegenwehr.

Der Bericht vermeidet zweierlei: Indien wird – trotz durchaus vorhandener Brics-Bindungen – mit keiner Silbe negativ erwähnt. Soll nach dem Freihandelsabkommen, das die EU und Indien beschlossen [9], Indien als antichinesischer Prellbock in die westlichen Reihen integriert werden? Zweitens: Eine strukturelle Fehleranalyse unterbleibt. Keine Silbe zum neoliberalen Niedergang der europäischen Volkswirtschaften oder westlichen Militärinterventionen.

Dualität des Bestehenden

Der Report konstatiert wachsende Zweifel an der amerikanischen Verlässlichkeit und fordert mehr strategische Autonomie für Europa. Das Konzept setzt auf eine Doppelstrategie: fortgesetzte transatlantische Kooperation bei gleichzeitigem Ausbau eigener militärischer Kapazitäten.

Damit wird offiziell [10], was sich seit Monaten abzeichnet – ein Paradigmenwechsel von US-zentrierter Sicherheitsarchitektur hin zu einem multipolaren Machtgefüge. Die Debatte über europäische Eigenverantwortung ist dabei weniger Konfrontation mit Washington als vielmehr Vollzug einer langjährigen amerikanischen Agenda: Bereits unter mehreren US-Administrationen wurde Europa aufgefordert, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Die aktuelle Dringlichkeit erklärt sich auch aus konkreten Konfliktlagen. Washington signalisiert zunehmend Zurückhaltung bei langfristigen Verpflichtungen – etwa in der Ukraine [11].

Zugleich legitimiert diese Erzählung steigende Verteidigungsausgaben und eine schrittweise strategische Entkopplung der EU von den USA. Beide Seiten des Atlantiks profitieren von dieser Lesart: Die Trump-Administration liefert Washington den Vorwand für eine längst geplante Strategiekorrektur, die mit den europäischen Partnern weitgehend abgestimmt ist.

Die sicherheitspolitische Konsequenz: eine schleichende Normalisierung von Konflikten und Krisenzuständen als permanentem Ausnahmezustand.

Dabei offenbart der Report eine problematische Perspektive auf den Globalen Süden, der implizit als passives Objekt westlicher Strategien behandelt wird – eine Weltsicht, die der tatsächlichen Dynamik zunehmend widerspricht [12]. Länder wie Indien, Brasilien oder Südafrika demonstrieren längst eigene außenpolitische Handlungsfähigkeit, die sich weder in westliche noch östliche Blöcke einordnen lässt.

Harte Hand

Der Bericht beschreibt – in einer leicht veränderten Konnotierung zum gewohnten Dreiklang – China als strategischen Herausforderer. Dessen wirtschaftliche Potenz und Zusammenarbeit mit Moskau Peking zu einem sicherheitspolitischen Problem für Europa werden lassen. Interessanterweise wird der Bericht hier deutlich: Klassische wirtschaftliche Kooperation reiche nicht mehr aus, gegenüber Peking brauche es zudem eine eigene strategische Adressierung und die Diversifizierung von Abhängigkeiten.

Harte Hände gegen Peking, die an anderer Stelle vermisst werden: Europas Zurückhaltung bei der Annexion russischen Vermögens – die Blockade Belgiens verhinderte [13] den Zugriff – wird als Schwäche analysiert.

"Selbst wenn es darum geht, sich gegen ein Land zu wehren, das ihre Sicherheit durch eklatante Verstöße gegen das Völkerrecht bedroht, zögerten die Europäer, neue und unbewährte Optionen einzusetzen", so der Originalwortlaut.

Die herrschenden politischen Klassen Europas kennen nur eine Sprache, ihr Latein scheint am Ende angekommen [14]. Diplomatie und Verständigung finden sich als ultima ratio nicht.

Unsicherheit als Zukunftsparadigma

Die Rechnung geht nicht auf. Wenn unter einer "America First"-Administration US-Interessen konsequent vor europäischen Partnerinteressen rangieren, basiert die europäische Strategie auf einer Fehleinschätzung: Sie setzt auf transatlantische Verlässlichkeit, die Washington nicht mehr garantiert.

Europas politische Eliten agieren, als gelte noch die Ordnung des 20. Jahrhunderts – während sich die Realität bereits fundamental gewandelt hat.

Die MSC versteht sich explizit als pro-westliches Forum – Neutralität wird nicht beansprucht. Dennoch greifen die vorgeschlagenen Rezepte zu kurz: Aufrüstung, militärische Eigenständigkeit und Vorwärtsverteidigung bieten keine Antworten auf die im Report durchaus treffend beschriebenen gesellschaftlichen Fragmentierungen.

Mit der Reproduktion althergebrachter Rezepte verkommt München zu einem passiven Wartesaal internationaler Politik – während in anderen Breitengraden die Behandlungmethode bestimmt wird. Die eigentlichen Weichenstellungen fallen längst in Riad, Neu-Delhi oder Peking.

Problematisch ist vor allem die Engführung: Wer Unsicherheit zum zentralen Paradigma erklärt, neigt dazu, komplexe soziale und politische Fragen militärisch zu beantworten. Wo diplomatisches Gespür gefordert wäre, dominiert martialische Rhetorik. Wo neue Kooperationsformen mit dem Globalen Süden nötig wären, verharrt man in bekannten Mustern.

Die 62. Münchner Sicherheitskonferenz könnte so zur unfreiwilligen Demonstration westlicher Orientierungslosigkeit werden – ein Symptom des Über- oder Niedergangs, keine Blaupause für die Zukunft.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://securityconference.org/assets/02_Dokumente/01_Publikationen/MunichSecurityReport2026.pdf
[2] https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/703816/MSC-Sicherheitsreport-2026-Warnung-vor-Politik-mit-Abrissbirne
[3] https://www.reuters.com/world/munich-security-conference-head-defends-inviting-german-far-right-party-2025-02-08/
[4] https://www.tagesschau.de/inland/muenchner-sicherheitskonferenz-ohne-russland-iran-und-afd-100.html
[5] https://www.welt.de/politik/deutschland/article698c9b53f4d0b8d94ca18fbb/afd-aussenpolitiker-ohne-einladung-zur-sicherheitskonferenz-frohnmaier-trifft-us-spitzenbeamtin-in-muenchen.html
[6] https://www.dw.com/de/msc-2026-trumps-abrissbirnen-politik-und-europas-antwort/a-71458629
[7] https://www.sueddeutsche.de/politik/muenchner-sicherheitskonferenz-report-sieht-umfassende-zerstoerung-an-der-tagesordnung-und-trump-als-prominentesten-vertreter-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-250207-911-428858
[8] https://www.welt.de/politik/deutschland/article255039562/Abrissbirne-und-Kettensaege-Report-sieht-Europa-unter-Druck.html
[9] https://www.heise.de/tp/article/Die-Mutter-aller-Deals-EU-und-Indien-besiegeln-historischen-Pakt-11157271.html
[10] https://www.theguardian.com/world/2025/feb/07/europes-painful-realisation-it-must-be-bolder-with-us-set-out-in-security-report
[11] https://table.media/europe/briefing/eu-verteidigung-hoehere-ausgaben-dank-trump-fcas-auf-der-kippe/
[12] https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wirtschaft/geooekonomie-warum-der-globale-sueden-weiter-handel-mit-russland-treibt-e488534/
[13] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/russische-vermoegen-in-der-eu-belgien-bremst-100.html
[14] https://www.jungewelt.de/artikel/489932.m%C3%BCnchner-sicherheitskonferenz-der-elefant-im-raum.html

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  • 13. Februar 2026 um 14:00

Mehr Atom, weniger Wind: Frankreichs energiepolitischer Sonderweg

Von Thomas Pany

Thomas Pany

Kühltürme eines AKW in einer französischen Land

Bild: Shutterstock.com

Die neue Energieplanung priorisiert Kernkraft, drosselt Erneuerbare und setzt auf Wärmepumpen – trotz ungelöster Abhängigkeiten.

Atomkraft, ja gerne, mehr! Diese Devise findet sich ab heute als Dekret im Journal officiel [1], dem offiziellen Amtsblatt Frankreichs, in dem Verordnungen, Dekrete und Regierungsbeschlüsse bekannt gemacht werden. Das große Schwungrad in der Energieplanung der französischen Regierung sind die Kernenergieanlagen.

Neue Reaktoren sollen gebaut, alte auf einen besseren Stand gebracht und deren Laufzeiten nicht mehr fixiert werden. Statt wie noch von den vorgängigen Staatspräsidenten und Regierungen ausgerufene Ziele zu verfolgen, die den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie anvisierten, hat das nun keine Priorität mehr. Hier wird in der neuen energiepolitischen Roadmap [2] deutlich gebremst.

Ein Dekret als Ausdruck politischer Spaltung

Ähnlich wie in Deutschland ist die Diskussion über energiepolitische Weichenstellungen in Frankreich eine hitzige. Mit dem großen Unterschied, dass die Atomkraft im Nachbarland einen anderen Status hat als hierzulande.

Dass Sébastien Lecornu, Chef einer Minderheitsregierung, zu einem Dekret greifen musste, um die hoch umstrittene mehrjährige Energieprogrammplanung (] [3]Programmation pluriannuelle de l'énergie, PPE3) ins Gesetzesblatt zu bekommen, zeigt, wie zerstritten die französischen Parteien über das Thema Energieversorgung sind.

Man drohte ihm mit einem Misstrauensvotum. Die vorgängigen Ministerpräsidenten waren nicht in der Lage gewesen, dieses technische, inzwischen hochpolitische Dossier voranzubringen, wie Le Monde [4] notiert. Auch bleibt die Kritik [5] am neuen Programm vehement.

Ausbau der Atomkraft als strategische Entscheidung

Inhaltlich markiert die PPE3 einen klaren Richtungsentscheid. Sie bestätigt, was Präsident Emmanuel Macron bereits vor Jahren angekündigt hatte: Die Zukunft der französischen Energieversorgung soll sich vor allem auf die Kernenergie stützen.

Der bestehende Atompark wird zur tragenden Säule erklärt, neue Reaktoren gelten als strategische Investition in Energiesouveränität und industrielle Stärke. Die Abkehr von früheren Planungen, die noch eine schrittweise Reduzierung der Atomkraft vorsahen, ist deutlich – und politisch gewollt.

Energiesouveränität mit blinden Flecken

Doch so geschlossen und selbstbewusst diese Strategie auftritt, so wenig löst sie alle Widersprüche auf. Frankreich bleibt für den Betrieb seines Atomparks auf internationale Lieferketten angewiesen – auch auf solche, die politisch heikel sind.

Dazu zählt weiterhin die Abhängigkeit von russischer Nukleartechnik und Dienstleistungen [6] entlang des Brennstoffkreislaufs, von der Anreicherung bis zur Wiederaufarbeitung.

Die Betonung der Energiesouveränität verdeckt, dass zentrale Abhängigkeiten fortbestehen und sich kurzfristig kaum auflösen lassen. Gerade in Zeiten des Ukraine-Krieges bleibt dies ein energiepolitischer und außenpolitischer Zielkonflikt, den die neue Planung nicht adressiert, sondern ausspart.

Zugleich ist der massive Ausbau der Kernenergie vor allem ein Versprechen an die Zukunft. Neue Reaktoren werden erst in vielen Jahren Strom liefern.

Die Zeit bis dahin soll durch Laufzeitverlängerungen und eine stärkere Auslastung des bestehenden Parks überbrückt werden – ein Balanceakt, dessen technische und wirtschaftliche Risiken öffentlich nicht gerade mit Nachdruck besprochen werden.

Die eigentliche Bewährungsprobe liegt im Alltag

Wind- und Solarenergie verschwinden damit nicht aus dem Bild, verlieren aber ihren Status als treibende Kräfte der Energiewende. Ihr Ausbau wird gedrosselt, stärker gelenkt und an die tatsächliche Entwicklung des Stromverbrauchs angepasst.

Die Regierung argumentiert, Frankreich produziere bereits sehr viel CO2-armen Strom und laufe Gefahr, schneller Kapazitäten aufzubauen, als sie genutzt werden können. Vor allem bei der Windkraft an Land soll es weniger neue Projekte geben; stattdessen setzt man auf die Erneuerung bestehender Anlagen, um Konflikte vor Ort zu entschärfen. Die Botschaft ist klar: weniger Expansion, mehr Verwaltung des Bestands.

Auffällig ist jedoch, dass die PPE3 nicht allein auf die Stromproduktion zielt. Ein zweites, ebenso zentrales Feld ist die Wärmeversorgung – ein Bereich, der im Alltag der Menschen unmittelbar spürbar ist und bislang stark von fossilen Energien abhängt.

Hier setzt die neue Planung ausdrücklich auf einen beschleunigten Umbau. Wärmepumpen werden dabei zum zentralen Hebel der Dekarbonisierung. Sie sollen fossile Heizsysteme ersetzen, den größten Einzelposten des Energieverbrauchs angreifen und die Energiewende in Wohnungen, Häuser und Quartiere tragen. Flankiert wird dies durch den Ausbau von Wärmenetzen sowie weiteren erneuerbaren Wärmequellen.

Ergänzt wird dieser Kurs durch den Einsatz zusätzlicher CO₂-armer Energieträger für Bereiche, die sich nicht ohne Weiteres elektrifizieren lassen. Insgesamt zeichnet die PPE3 das Bild eines Landes, das seine Energiepolitik stärker zentralisiert, stärker auf bewährte Großtechnik setzt und die Energiewende weniger als dynamischen Umbau, sondern als kontrollierten, staatlich gelenkten Prozess versteht.

Mit der PPE3 entscheidet sich Frankreich bewusst für einen Sonderweg – einen, der auf Atomkraft als Rückgrat setzt, erneuerbare Energien zügelt und die eigentliche Bewährungsprobe der Energiewende im Alltag sucht: beim Heizen, bei der Wärme und damit bei den Wärmepumpen.


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[1] https://www.legifrance.gouv.fr/jorf/id/JORFTEXT000053464980
[2] https://www.france24.com/fr/france/20260212-moins-renouvelable-plus-nucl%C3%A9aire-nouvelle-strat%C3%A9gie-%C3%A9nerg%C3%A9tique-fran%C3%A7aise
[3] https://www.google.com/search?q=Programmation+pluriannuelle+de+l%27%C3%A9nergie&num=10&sca_esv=4b271a6f1ec3bc04&sxsrf=ANbL-n7-91BB6fay9uiHAMzDVv8pqlkgnQ%3A1770977379050&ei=Y_iOadjcAoOBxc8PusfFwAQ&biw=1152&bih=503&ved=2ahUKEwibhfmmuNaSAxW0QPEDHXPpEFoQgK4QegQIAhAB&uact=5&oq=wof%C3%BCr+steht+die+Abk%C3%BCrzung+PPE3+in+der+feanz%C3%B6sischen+Energiepolitik%3F&gs_lp=Egxnd3Mtd2l6LXNlcnAiRndvZsO8ciBzdGVodCBkaWUgQWJrw7xyenVuZyBQUEUzIGluIGRlciBmZWFuesO2c2lzY2hlbiBFbmVyZ2llcG9saXRpaz9ItZ0CUKkEWLqLAnAaeAGQAQCYAasBoAHBV6oBBDcuODW4AQPIAQD4AQH4AQKYAl-gAvtOqAIAwgIKEAAYsAMY1gQYR8ICChAAGIAEGEMYigXCAgUQABiABMICCxAuGIAEGNEDGMcBwgIEECMYJ8ICDBAjGIAEGBMYJxiKBcICDhAuGIAEGMcBGI4FGK8BwgIFEC4YgATCAgoQIxiABBgnGIoFwgIIEAAYgAQYywHCAgoQABiABBgKGMsBwgIGEAAYFhgewgIIEAAYFhgKGB7CAgoQLhiABBhDGIoFwgILEC4YgAQYxwEYrwHCAgQQABgewgIFECEYoAHCAgUQABjvBcICBRAhGJIDwgIEECEYFcICBxAhGKABGArCAggQABiABBiiBJgDB-IDBRIBMSBA8QVgMV949KVhjYgGAZAGBJIHBTI0LjcxoAeo7gOyBwQ0LjcxuAfBTcIHCTAuMy42NC4yOMgHiAWACAA&sclient=gws-wiz-serp&mstk=AUtExfBdk5XXNa4BmAP-s-1LrnkAG6LcVpke-Vc4A0h9GkkC71c4xxVXTLM-NgKEmlEbEhh5Hw45JiPnHdIg6qAYzviKJ18hjKMBaYGsDyvgxiODEhNOeNJUWpEAtF1j1c82zgiUmbKP9nG86OOBQVgTfnh7c8TYkc3xHsqQ2QDb1R3I93Q&csui=3
[4] https://www.lemonde.fr/economie/article/2026/02/12/strategie-energetique-le-gouvernement-donne-la-priorite-au-nucleaire_6666442_3234.html
[5] https://www.france24.com/fr/france/20260212-moins-renouvelable-plus-nucl%C3%A9aire-nouvelle-strat%C3%A9gie-%C3%A9nerg%C3%A9tique-fran%C3%A7aise
[6] https://www.wiwo.de/politik/europa/abhaengigkeit-von-russland-warum-spricht-niemand-ueber-russisches-uran-fuer-atomkraftwerke/28308616.html

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  • 13. Februar 2026 um 13:52

AirTag 2 im Praxistest: 50 Meter statt 15 – ein echter Gamechanger | c't 3003

Von Heise

AirTag 2 vs. AirTag 1 vs. Moto Tag: c't 3003 testet die Reichweite der Nahbereichsuche unter realen Bedingungen. Der Unterschied ist enorm.

Apple verspricht beim AirTag 2 eine deutlich höhere UWB-Reichweite – aber stimmt das auch in der Praxis? c't 3003 hat den neuen Tracker gegen den Vorgänger und Motorolas Android-Alternative antreten lassen. Das Ergebnis: Bis zu 50 Meter statt 15 Meter Nahfunk-Reichweite machen beim Suchen einen gewaltigen Unterschied.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das ist ein AirTag 2 und ja, sieht genauso aus wie die Version, die vor 5 Jahren rausgekommen ist, kostet auch genauso viel und ist das zurzeit preisgünstigste Gadget von Apple.

Auch wenn mir das ein bisschen peinlich ist: Die AirTags sind für mich persönlich der Hauptgrund, warum ich wahrscheinlich für ewig im Apple-Ökosystem rumhänge, weil ich ohne die Dinger einfach nicht mehr leben kann. Und der AirTag 2 soll das jetzt alles noch viel besser machen, mit einer deutlich höheren Reichweite, was für mich echt ein Gamechanger wäre. Denn ich habe das ständig, dass ich irgendwas suche, aber mein Handy keine Verbindung zum AirTag aufnimmt – und dann laufe ich da immer so doof rum, bis ich da eine Verbindung bekommen habe.

In diesem Video testen wir das Ganze unter harten, realen Bedingungen am und im Heise-Verlag und finden heraus, ob die neuen AirTags wirklich besser sind. Und ich habe auch noch den härtesten Konkurrenten aus dem anderen Lager in den Test reingenommen: Und zwar den Moto Tag für Android-Smartphones, der auch wie die AirTags über Ultra-Breitband, also UWB, zentimetergenau ortbar ist. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei...

Lasst uns gleich mal reinstarten in unseren Praxistest, bevor ich dann später erkläre, wie das technisch alles funktioniert. Erstmal in Gang setzen die Dinger und das finde ich immer wieder magisch, denn man muss da einfach nur diese Lasche abziehen und schon meldet sich das Smartphone und sagt: „Hey, ich habe einen Tag gefunden, soll ich den installieren?“ Also wirklich richtig schön einfach. Und das klappt beim Moto Tag übrigens exakt genauso wie bei den Apple AirTags.

Hier ist einmal Keno aus der Zukunft. Mir ist kurz vorm Hochladen dieses Videos aufgefallen, dass die Nahbereichssuche mit Ultra-Breitband im Moto Tag nur mit Google-Pixel-Pro-Telefonen funktioniert und ich habe ein normales Pixel 9 verwendet. Das kann nur Bluetooth, kein Ultra-Breitband. Und deshalb funktionierte mit dem Moto Tag keine Nahbereichssuche, also die Suche mit dem Pfeil und der Meterangabe. Tut mir leid, blöder Fehler, den Test hole ich auf jeden Fall nach, also im Vergleich zu AirTags. Dann machen wir ein Short-Video, das verlinke ich dann hier in diesem Video als angepinnten Kommentar. Trotzdem viel Spaß mit dem Video, die Infos zu den AirTags und die anderen Infos zum Moto Tag, die stimmen alle in dem Video.

Jetzt aber nach draußen. AirTag 1, AirTag 2 und Moto Tag hat mein Kollege Sahin gut versteckt. Ungefähr 50 Meter entfernt von mir. Ich habe dann so versteckenmäßig mir die Augen zugehalten. 50 gezählt. Ja, und dann habe ich versucht mit Moto Tag und dem alten AirTag die Fährte aufzunehmen. So, dann fangen wir mal an mit Google, würde ich sagen. Okay, Moto Tag anmachen. „In der Nähe suchen“, wird verbunden. Also hier funktioniert nicht. Ich probiere aber jetzt mal das alte AirTag. So, AirTag 1, „Suchen“ in der Nähe. AirTag 1 „Suchen“ ist nichts. Ich würde sagen, hier stehe ich schon ziemlich im Mittelpunkt und ist trotzdem bei beiden nichts. Beide haben noch kein Signal. Jetzt probiere ich noch mal den Tag 2. Jetzt, der geht jetzt – und der auch noch nicht, aber zumindest hat er gerade schon mal … bietet er es jetzt wenigstens an. Ah, er hat jetzt kurz „Verbunden“ gesagt, der Google Tag. Wenn ich … mach das mal systematisch, dass ich jetzt hier … Also er sagt „Verbunden“, aber es wird mir hier irgendwie kein Signal schwach … Ja, „Versuche dich an einen anderen Ort zu bewegen“. Keine Chance mit dem AirTag 2, erstmal auch nicht. Und dann bin ich aber einfach ein bisschen rumgelaufen und habe geguckt, wann der AirTag 2 anschlug. Und das war schon relativ schnell der Fall.

Aha! Guck mal, jetzt hat er direkt ausgeschlagen, der AirTag 2. Bei 23 Meter Entfernung. So, und dann habe ich an dieser Stelle auch bei den anderen beiden Tags geguckt, ob die auch schon gesehen werden. Und der AirTag 1? Nicht. Und das Moto Tag zeigt mir nicht mal an, dass ich überhaupt … Also könnte ich das klingeln lassen? Gerät klingelt. Gut, aber das hilft mir jetzt gar nicht weiter. Weil ich höre nichts. Wurden sie nicht. Das bedeutet, ohne AirTag 2 wäre ich hier noch viel länger kopflos rumgelaufen. Aber dank AirTag 2 hatte ich ja dann direkt meinen Pfeil. Ich wusste also, wo es lang geht. Das hat dann mit AirTag 1 und Moto Tag deutlich länger gedauert, bis die dann auch endlich mal die Fährte aufgenommen haben. Da muss ich also deutlich näher dran.

Und was man auch sagen muss, der Moto Tag ist deutlich unpraktischer. Aber klar, man kann alle diese Tags auch einfach piepen lassen. Aber das finde ich A, ziemlich unelegant und B, hört man es oft einfach nicht. Wir haben die Schallpegel bei uns im Labor gemessen. Dazu gehe ich später noch im Detail ein. Ich lasse es mal klingeln. Okay, das höre ich. Ah. Im Reifen? Ah, ja, sehr gut, okay. Also ich hätte es irgendwann wahrscheinlich gefunden mit Moto Tag. Und irgendwann hätte ich wahrscheinlich, wenn ich halt so brainless hier rumgelaufen wäre, wäre irgendwann der AirTag 1 angeschlagen. Und dann zeigt er einem halt auch irgendwann einen Pfeil an, wie jetzt. Das ist jetzt das AirTag 1. Das hat jetzt auch einen Pfeil, aber der Pfeil geht halt erst an, wenn man relativ dicht dran ist. Und beim AirTag 2 hatte ich den Pfeil halt schon 15 Meter weiter. Also ich bleibe hier jetzt einfach mal stehen und lasse alle drei piepen. Das ist der Moto Tag, das ist der AirTag 1. Schon durchdringender. Und jetzt der AirTag 2. Ja, das hat Druck. Ganz klar besser.

Ich habe auf jeden Fall beim Anpiepen beim Draußentest erst was gehört, als ich sehr dicht dran stand. Auch da war der AirTag 2 mit Abstand am lautesten. Die lagen halt auf diesem Radkasten und das schluckt natürlich so ein bisschen Schall. Aber in der Praxis kommt es ja auch mal vor, dass die Teile irgendwo vergraben sind. Deshalb lieber die Nahfunkfunktion benutzen, wie ihr am Anfang ja schon gesehen habt, also mit diesem neckischen Pfeil, zumindest bei den AirTags. Damit lassen sie sich völlig problemlos finden, ohne nerviges Gepiepe. Wenn man sich denn im Nahfunkbereich befindet, das muss man eben, sonst gibt es keinen Pfeil. Und das ist halt bei den AirTags 2 aus deutlich weiterem Abstand möglich, was natürlich praktisch ist. Also draußen mit direktem Sichtkontakt hatten wir beim AirTag 2 fast 50 Meter Entfernung gemessen. Beim AirTag 1 haben wir dann ungefähr ab 15 Meter schon das Signal verloren, ähnlich wie beim Moto Tag. Also das ist ein wirklich riesiger Unterschied. Punkt für den AirTag 2 schon mal.

Direkt mal der Einschub, weil ich das echt ziemlich oft höre. Nein, AirTags sind keine GPS-Tracker. AirTags kommunizieren nicht mit GPS-Satelliten, sondern das funktioniert viel einfacher. Die funken alle zwei Sekunden ein klitzekleines Bluetooth-Low-Energy-Hallo-hier-bin-ich-Signal in die Welt und wenn dann ein Apple-Gerät in Reichweite ist, dann kann das das empfangen und ein Signal ans AirTag schicken und sagen: „Piep mal“, also über Bluetooth. Und dann piept das AirTag und man kann es hoffentlich finden, weil man hört das dann ja – oder auch nicht, weil es unter drei Sofakissen liegt oder da halt im Radkasten von dem Auto oder halt gar nicht in Reichweite ist. Da kommen dann die anderen Funktionen ins Spiel und die sind technisch schon deutlich komplexer.

Denn einmal empfangen dieses Hier-bin-ich-Signal alle Apple-Geräte und im Fall von Google auch viele Android-Geräte, dazu komme ich später aber nochmal, also auch welche, die gar nichts mit dem AirTag zu tun haben. Wenn ihr zum Beispiel gerade dieses Video in der U-Bahn auf einem iPhone guckt, dann ist das nicht unwahrscheinlich, dass euer Telefon gerade AirTags empfängt und deren Position ans Apple-Netzwerk sendet. Anonymisiert und ohne, dass ihr das mitbekommt. Ja, das ist standardmäßig aktiviert, ihr könnt es aber auch abschalten, indem ihr in den Einstellungen auf Apple-ID, also auf euren Namen, dann den Punkt „Wo ist?“, dann auf „Mein iPhone suchen“ und dann den Schalter bei „Wo ist?“-Netzwerk deaktivieren. Aber dann könnt ihr selbst euer Telefon auch nicht mehr orten, ganz wichtig.

So, aber wieder zurück zum Standardfall, wenn ihr das aktiviert habt. Also wenn ihr in dieser U-Bahn zum Beispiel euren Rucksack liegen gelassen habt, ihr aber schon längst wieder woanders seid, dann könnt ihr hier auf der Karte in der „Wo ist?“-App sehen, wo euer Rucksack ist, ohne dass ihr selbst in Funkreichweite seid. Das regeln die anderen iPhones. Und das ist das Coole. AirTags laufen so circa ein Jahr mit so einer ganz kleinen Billo-Knopfzelle und sind super klein und leicht und können zumindest an Orten, wo viele iPhones rumlaufen, genauso gut lokalisiert werden wie echte, viel stromhungrigere GPS-Tracker. Wie AirTags übrigens als Diebstahlschutz funktionieren, dazu hatten wir schon ein eigenes Video, da will ich hier jetzt nicht drauf eingehen.

Aber AirTags haben, wie ich am Anfang ja schon gezeigt habe, noch eine dritte Funktion und das ist eben dieser Ultra-Breitband-Funk, der bei AirTags „Genaue Suche“, bei Moto Tag „In der Nähe suchen“ heißt. Das ist ziemlich faszinierende Technik, finde ich. Im Gegensatz zu Bluetooth, das nur ziemlich ungenau die Signalstärke misst, nutzt UWB extrem kurze Pulse auf einem breiten Frequenzspektrum, das ist so zwischen 6 und 9 GHz. Und die messen die Time of Flight, also die Zeit, die das Signal vom Handy zum AirTag und zurück benötigt. Und weil das iPhone mehrere Antennen hat dafür, erkennt es die Richtung, aus der das Signal kommt und kann deshalb eben diesen neckischen Pfeil anzeigen.

Allerdings, ich habe ja gerade von Antennen im Telefon gesprochen, muss das Handy das unterstützen. Bei Apple heißt das zum Beispiel U1-Chip. Bei Apple wäre das ab dem iPhone 11 und anderen Geräten, die Liste seht ihr hier, könnt ihr Pause drücken. Aber diese verbesserten Ortungsfunktionen des AirTag 2, also die größere Reichweite, die ihr gerade gesehen habt, die funktionieren nur mit U2-Chip und die gibt es erst ab dem iPhone 15. Mit älteren Geräten könnt ihr die AirTags 2 auch problemlos verwenden, aber dann habt ihr eben nicht die höhere Reichweite. Fürs Moto Tag braucht ihr ein Android-Telefon mit UWB-Chip. Das sind recht viele, aber zum Beispiel bei den Google-eigenen Pixel-Geräten nur die Pro-Varianten ab dem Pixel 6.

Leider ist aber auch das Empfangen von anderen Android-Geräten, also was ich euch gerade mit dem U-Bahn-Beispiel erklärt habe, unseren Erfahrungen nach viel unzuverlässiger bei Android, weil die Funktion, dass man fremde Tags meldet, da nicht standardmäßig eingeschaltet ist. Das muss man aktivieren und das machen offenbar nur wenige Leute. Und das ist halt der Grund, warum ich persönlich AirTags verwende. Achso, nur noch mal ganz deutlich gemacht: Für AirTags braucht man Apple-Geräte und für Googles Find-My-Device-Tags braucht man Android-Geräte. Es wäre viel schöner, wenn das übergreifend funktionieren würde, aber leider nein.

So, das war jetzt der Erklärungsteil, jetzt weiter zum Indoor-Test. Die Kollegen haben es irgendwo versteckt bei Heise in den Büros und ich durfte suchen. Jetzt probiere ich das Ganze mal mit meinem AirTag 1. Oh, kriegt direkt eine Verbindung, interessant. Aber genau das gleiche Problem wie gerade, dass mir jetzt zwar „Verbunden“ angezeigt wird, aber nicht in welche Richtung. „Versuche dich an einen anderen Ort zu bewegen“. Ja, so und jetzt mal der Tag 2. „Verbunden“, ja direkt eine Angabe, 24 Meter und ich kann jetzt hier erstmal nicht, also okay, ich komme dem näher, ich kriege auch hier noch kein Signal, da ist ein Pfeil, okay, hier ist falsch, hier ist richtig, ich bin jetzt hier noch mal bei 13 Metern und jetzt gucke ich mal den AirTag 1. „Signal suchen“, weit entfernt. Ja, weit entfernt hilft mir jetzt nicht viel weiter. 4,8. Okay, also hier in diesem Raum im Sekretariat ist auf jeden Fall der AirTag. Ich werde aber jetzt mal den AirTag 2 ausschalten. Ich werde jetzt hier mit dem Moto Tag versuchen. Hier. Hilft mir wenig weiter. Okay, also man sieht hier irgendwie, dass sich das so füllt. Soll irgendwie noch irgendwas bedeuten. Füllt es sich weniger. Ah, hier füllt es sich mehr. Okay. Es ist hier. Sagt Moto Tag. Okay. Klingeln lassen. Ha. Nur mit Moto Tag gefunden. Aber auch nur, weil das AirTag 2 mir hier diese Anfangsarbeit gemacht hat. Wunderbar.

Und ja, da gab es wieder den gleichen Effekt wie draußen. Das AirTag 2 schlug viel früher an als die anderen beiden Tags. Schon bei 24 Meter Abstand innen, drinnen, durch Wände. Das ist extrem viel und sollte deshalb auch für sehr große Wohnungen oder Häuser ausreichen. Und damit war es dann halt wirklich kein Problem, die Tags zu finden. Ich hätte das natürlich irgendwann auch mit Moto Tag und AirTag 1 gefunden, aber das hätte auf jeden Fall deutlich länger gedauert.

Ja, und jetzt noch die Pieper-Tests. Hatte ich ja versprochen aus unserer schallarmen Kammer. Da haben wir beim AirTag 2 einen maximalen Schallpegel von 81 dBA aus einem Meter Entfernung gemessen. Beim AirTag 1 waren es 75 dBA. Näher am echten menschlichen Höreindruck ist der gemittelte Pegel. Und da haben wir 75 dBA beim AirTag 2 gemessen und 66 dBA beim AirTag 1. Den Moto Tag hatten wir nicht in der schallarmen Kammer, der piept aber subjektiv noch leiser als der AirTag 1. Also auch hier ganz klarer Sieger, AirTag 2.

Der AirTag 2 ist jetzt technisch erstmals dazu in der Lage, dass ich in meiner Wohnung wirklich von jedem Punkt aus jede AirTag-Position abrufen kann. Mit dieser genauen UWB-Suche, also inklusive Entfernungsangabe und Richtungspfeil. Vorher musste ich immer rumlaufen in der Wohnung, bis das AirTag irgendwann geortet war, was ich ziemlich nervig finde. Oh ja, und jetzt überlege ich sogar, mir einen AirTag in die Mütze zu nähen. Also AirTag 2 ist für mich echt ein Gamechanger. Vor allem, was ich auch gut finde, dass der Preis sich nicht geändert hat. 35 Euro für einen und man findet öfter mal Angebote für ungefähr 100 Euro für einen Viererpack. Wenn man die direkt bei Apple kauft, kann man die auch so schön gravieren lassen. Finde ich preislich ehrlich gesagt okay, vor allem weil die Dinger echt lange halten und weil man die Batterien selbst tauschen kann.

Ja, also ganz klar, der AirTag 2 zieht mich noch mehr ins Apple-Ökosystem, was ich eigentlich gar nicht will, weil ich geschlossene Systeme nicht mag, aber manchmal muss man die Kröte schlucken, wenn man wie ich ständig Dinge sucht. Zumindest kann ich ja unter Linux einfach im Browser Apple-Geräte piepen lassen, wenn ich mich da bei Apple eingeloggt habe, aber der ganze Ultra-Breitband-Nahfeld-Suchkram, das klappt nur mit iPhones oder Apple Watches. Und genau das brauche ich halt, weil ich meine Mitmenschen privat und auch beruflich vermutlich wahnsinnig machen würde, wenn ich bedenke, wie oft ich so am Tag Dinge suche, also die ich dann die ganze Zeit piepen lassen müsste. Ja, und bei Android funktioniert diese UWB-Nahsuche eben noch nicht so gut. Also noch, ne? Ich hoffe, dass sich das irgendwann ändert. Oder, dass die Teile irgendwann plattformübergreifend funktionieren. Das wäre natürlich noch toller.

Ja, wie seht ihr das? Gerne in die Kommentare schreiben. Wir lesen alles. Gerne c't-3003-Podcast hören und den Hype-Newsletter abonnieren. Tschüss.

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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  • 13. Februar 2026 um 17:19

Apple-Studie: Nutzer wollen transparente KI-Agenten statt Black-Box-Systeme

Von Heise
Ein Kopf mit Aufschrift AI

(Bild: photoschmidt/ Shutterstock.com)

Eine neue Studie von Apple untersucht, wie Menschen mit KI-Agenten interagieren wollen. Das Ergebnis: Transparenz und Kontrolle schlagen Leistung.

Apple-Forscher haben in einer zweiphasigen Studie untersucht, wie Nutzer mit KI-Agenten interagieren möchten. Das Ergebnis ist überraschend: Menschen bevorzugen weniger leistungsstarke, sondern eher transparente Agenten gegenüber leistungsstarken Black-Box-Systemen. Die im Februar 2026 veröffentlichte Studie „Mapping the Design Space of User Experience for Computer Use Agents“ [1] identifiziert vier zentrale Kategorien für das UX-Design und analysiert neun bestehende Systeme wie Claude Computer Use Tool, OpenAI Operator und Googles Project Mariner.

Die Forscher untersuchten in Phase 1 ihrer Studie neun kommerzielle KI-Agent-Systeme und führten Interviews mit acht UX- und KI-Praktikern aus großen Technologieunternehmen. In Phase 2 testeten sie ihre Erkenntnisse mit 20 Teilnehmern in einem sogenannten Wizard-of-Oz-Experiment. So wird ein Versuch bezeichnet, bei dem ein Mensch (Proband) annimmt, mit einem autonomen (im Sinne der künstlichen Intelligenz) System zu kommunizieren, in Wirklichkeit aber mit einem Menschen interagiert. Die Probanden sollten Aufgaben wie Ferienwohnungsbuchungen oder Online-Shopping erledigen, während ein Forscher im Nebenraum die Agent-Aktionen simulierte. Die Teilnehmer konnten den vermeintlichen Agenten jederzeit mit einem Interrupt-Button stoppen. Die aufgezeichneten Videos und Chat-Logs lieferten Einblicke in die tatsächlichen Nutzererwartungen.

Transparenz wichtiger als Automatisierung

Ein zentrales Ergebnis: Nutzer wollen Einblick in Agent-Aktivitäten, aber kein Mikromanagement. Zu viel Kontrolle würde bedeuten, dass sie die Aufgaben gleich selbst erledigen könnten. Besonders wichtig ist den Probanden Transparenz bei unbekannten Bedienoberflächen. Dort wünschen sie mehr Zwischenschritte, Erklärungen und Bestätigungspausen – selbst bei Szenarien mit geringem Risiko. Bei Aktionen mit echten Konsequenzen wie Käufen, Kontoänderungen oder Kontaktaufnahmen mit anderen Menschen fordern Nutzer mehr Kontrolle.

Das Vertrauen in KI-Agenten bricht schnell zusammen, wenn das System stille Annahmen trifft oder Fehler macht. Bei mehrdeutigen Wahlmöglichkeiten bevorzugen Nutzer, dass der Agent pausiert und nachfragt, statt zufällig zu wählen. Besonders deutlich wird dies bei Entscheidungen, die zu falschen Produktauswahlen führen könnten.

Bestehende Systeme erfüllen Erwartungen nur teilweise

Die neun analysierten Systeme, darunter Claude Computer Use Tool von Anthropic, OpenAI Operator und Googles Project Mariner, erfüllen die Nutzererwartungen laut den Forschern nur teilweise. Die Studie zeigt auch kontextabhängige Erwartungen: Nutzer wollen unterschiedliches Agent-Verhalten, je nachdem ob sie Optionen erkunden oder eine bekannte Aufgabe ausführen. Die Erwartungen ändern sich auch basierend auf der Vertrautheit mit einer Schnittstelle. Die gesammelten Erkenntnisse könnten direkten Einfluss auf Apples geplante Siri-Überarbeitung haben. So kündigte der iPhone-Hersteller im Sommer 2024 an, dass der Sprachassistent künftig appübergreifend Aufgaben erledigen soll. Die Veröffentlichung verzögerte sich jedoch. Aktuell wird erst in den nächsten Monaten damit gerechnet [2].

Apple verfolgt bei KI-Agenten einen deutlich konservativeren Ansatz als Konkurrenten wie OpenAI, Google und Meta. Während diese Unternehmen Milliarden in große, allgemeine Sprachmodelle investieren, konzentriert sich Apple auf gezielte, datenschutzorientierte Features mit Schwerpunkt auf On-Device-Verarbeitung.

Für rechenintensive Aufgaben evaluiert Apple externe Modelle, insbesondere Googles Gemini, plant aber, eine angepasste Version auf eigenen Servern zu betreiben. Persönliche Daten und Geräte-Kontext bleiben bei Apples eigenen In-House-Modellen. Die aktuelle Studie spielt Apple in die Hände: Nutzer akzeptieren lieber später startende, aber besser konzipierte Systeme als schnell eingeführte Black-Box-Lösungen.


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[1] https://machinelearning.apple.com/research/mapping
[2] https://www.heise.de/news/Bericht-Neue-Siri-doch-nicht-in-iOS-26-4-11173689.html
[3] https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 13. Februar 2026 um 17:14

iPhone 16e und iPad Air: Aktuelle Geräte in bestimmten Märkten schlecht zu haben

Von Heise
iPhone 16e

iPhone 16e: Warten auf die nächste Generation.

(Bild: Apple)

Apple nimmt ältere Modelle oft vor der Einführung neuer Varianten langsam aus dem Handel. Das ist nun bei zwei Geräten offenbar der Fall.

Wer sich für das iPhone 16e [1] aus dem vergangenen Jahr interessiert, erhält das Gerät zumindest in einigen Märkten nicht mehr sofort. Laut Angaben des Bloomberg-Reporters Mark Gurman hätten ihm Apple-Retail-Mitarbeiter gesagt, dass der Gerätebestand nahezu „ausgetrocknet“ [2] sei. Ein Blick in den Apple Online Store zeigt allerdings zumindest für Deutschland keine Verzögerungen. Hier kann man die ab 699 Euro erhältlichen Geräte noch heute [3] in einem Ladengeschäft des Herstellers abholen oder für Samstag mit der Post bestellen. Gurman will ähnliche Angaben auch zum iPad Air vernommen haben, wo es einen „Mangel“ geben soll. Auch hier sieht es zumindest im Apple Online Store für Deutschland [4] bei der aktuellen M3-Variante [5] nicht so aus. Es ist allerdings denkbar, dass es sich um Altbestände handelt, die abverkauft werden.

Im Januar war die Situation beim MacBook Pro ähnlich

Seit vielen Jahren gelten kurzfristig schlechte Verfügbarkeiten als relativ verlässlicher Indikator, dass Apple vor der Veröffentlichung neuer Produkte steht. Allerdings gab es Ähnliches im Januar auch bei MacBook Pro M4 Pro und M4 Max [6]. Erschienen sind die neuen M5-Pro- und M5-Max-Modelle [7] immer noch nicht. Gurman, der einen guten Ruf in der Apple-Gerüchtewelt hat und über Verbindungen ins Innere von Apple verfügt, geht derzeit davon aus, dass iPhone 17e und iPad Air M4 „in den kommenden Wochen“ erscheinen [8] werden.

Hinzu kommen dürften die MacBooks plus möglicherweise ein neues Standard-iPad. MacBook Air M5 und neue Desktop-Macs mit M5 (mini, Studio, iMac) gelten hingegen als unsicherer, könnten noch einige Monate benötigen.

Spec-Bumps – Einsteiger-iPhone jetzt jährlich?

iPhone 17e und iPad Air M4 dürften vor allem Spec-Bumps sein. Beim iPad Air könnte sich bis auf den Sprung zum M4 wenig ändern, eventuell spendiert Apple den Geräten bessere Kameras. Beim iPhone 17e soll ein aktueller Chip aus dem iPhone 17 integriert werden, Beobachter hoffen auch auf einen neuen Look mit Dynamic Island sowie MagSafe mit Magnet – dessen Fehlen stört viele Besitzer des 16e besonders.

Es wäre neu, wenn Apple die Einsteiger-Baureihe nun jährlich aktualisiert, doch die Gerüchteküche glaubt fest daran. Ein iPad 11 wiederum soll angeblich erstmals Apple-Intelligence-fähig sein, dazu den Chip aus dem iPhone 15 Pro bekommen.


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https://www.heise.de/-11175219

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tests/iPhone-16e-im-Test-Mehr-iPhone-fuer-Einsteiger-10303222.html
[2] https://x.com/markgurman/status/2021818193422299388
[3] https://www.apple.com/de/shop/buy-iphone/iphone-16e/6,1%22-display-128gb-schwarz?afid=p239%7C121977&cid=aos-de-aff-ir
[4] https://www.apple.com/de/shop/buy-ipad/ipad-air/11%22-display-128gb-space-grau-wifi?afid=p239%7C121977&cid=aos-de-aff-ir
[5] https://www.heise.de/tests/iPad-Air-M3-im-Test-Das-kann-Apples-neues-Mittelklasse-Tablet-10310432.html
[6] https://www.heise.de/news/MacBook-Pro-mit-M4-Max-Lange-Lieferzeiten-als-Zeichen-fuer-neue-Geraete-11146590.html
[7] https://www.heise.de/news/MacBook-Pro-mit-M4-Max-Lange-Lieferzeiten-als-Zeichen-fuer-neue-Geraete-11146590.html
[8] https://www.heise.de/news/Neue-Apple-Hardware-iPads-iPhones-und-MacBooks-in-der-Pipeline-bis-Maerz-11169676.html
[9] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[10] https://www.heise.de/mac-and-i
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  • 13. Februar 2026 um 13:55

Münchner Sicherheitskonferenz: Schwarz Digits und BSI bauen "geheime" Cloud

Von Achim Sawall
Schwarz Digits baut mit dem BSI Clouds für die öffentliche Verwaltung, um das bestehende Vendor Lock-in zu beenden. Es soll bis zur Stufe "Geheim" gehen.
BSI-Chefin Claudia Plattner (Bildmitte) am 13. Februar 2026 mit Schwarz-Top-Managern in München (Bild: Schwarz Digits)
BSI-Chefin Claudia Plattner (Bildmitte) am 13. Februar 2026 mit Schwarz-Top-Managern in München Bild: Schwarz Digits

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland), haben am 13. Februar 2025 auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Kooperation vereinbart . Ziel sei die gemeinsame Entwicklung souveräner Cloudprodukte für die öffentliche Verwaltung. Die Zusammenarbeit umfasse auch die Erarbeitung technischer Kontrollschichten.

Ziel sei der Austausch zu Lagebildern der Cybersicherheit und die Weiterentwicklung bestehender und neuer Cloudangebote. Schwarz Digits plant, im Jahr 2026 mit der Stackit Public Cloud Restricted die Anforderungen für den Betrieb einer Public-Cloud mit Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" (VS-NfD) umzusetzen. Darauf aufbauend soll eine skalierbare Cloudinfrastruktur bis zur Stufe "Geheim" folgen.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach von innovativen, hochperformanten Produkten "mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können" .

Thematisch deckt die Partnerschaft kritische Bereiche wie Monitoring, Forensik in der Cloud sowie Zulassungsabläufe für die Verarbeitung von Verschlusssachen ab. Zudem sollen allgemeine Souveränitätskriterien und Interoperabilitätsstandards weiterentwickelt werden, um Anbieterwechsel zu vereinfachen und Abhängigkeiten (Vendor Lock-in) zu vermeiden.

Vendor Lock-in für die Verwaltung "dauerhaft ausschließen"

Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits, betonte: "Unsere technologische Antwort basiert auf der konsequenten Entwicklung technischer Kontrollschichten und der Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips. Wir schaffen Interoperabilität durch Open-Source-Technologien, um einen technischen Vendor Lock-in für die Verwaltung dauerhaft auszuschließen."

Mit Delos Cloud bietet SAP bereits die Möglichkeit, Daten in Europa zu speichern und zu verarbeiten, was jedoch keine vollständige Sicherheit vor Zugriffen aus den USA garantieren kann, denn die Software, die Algorithmen und die Updates kommen weiterhin aus den USA von Microsoft. Während die Delos Cloud den Azure Stack von Microsoft lizenziert und in deutschen Rechenzentren betreibt, basiert Stackit von Schwarz auf Open-Source-Technik.

Nutzer sind Bundesministerien und Bundesbehörden. Mehrere Bundesländer haben 2024 und 2025 Rahmenverträge unterzeichnet, um ihre Verwaltung zu digitalisieren. Größere Städte und IT-Dienstleister der Kommunen wie Dataport nutzen die Delos Cloud. Aus der Wirtschaft gehören Energieversorger, Stadtwerke, Kliniken und Versicherer zu den Abnehmern.

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  • 13. Februar 2026 um 19:49

Anzeige: Powerstation von Anker mit DC und USB 28 Prozent günstiger

Von Antje Lüth
Eine Powerstation von Anker mit DC- und USB-Anschlüssen, einer Leistung von 300 W und einer Kapazität von 288 Wh ist bei Amazon reduziert.
Powerstation Anker Solix C300 DC (Bild: amazon.de/anker)
Powerstation Anker Solix C300 DC Bild: amazon.de/anker

Mit einer Powerstation lässt sich verhindern, dass bei langen Autofahrten, auf dem Campingplatz oder bei Outdoor-Erlebnissen der Strom knapp wird und Mobilgeräte ihren Geist aufgeben. Ein Gerät von Anker mit sieben Anschlüssen, starker Akkukapazität und integriertem Licht ist bei Amazon zurzeit zum Aktionspreis erhältlich.

Anker Solix C300 DC: Kompakte Powerstation für den mobilen Einsatz

Die Powerstation Anker Solix C300 DC ist mit ihrem kompakten Maß von 12,4 x 12 x 20 Zentimetern und einem Gewicht von 2,8 Kilogramm auf den mobilen Einsatz zugeschnitten. Sie lässt sich mit dem integrierten Griff bequem transportieren und findet im Auto ebenso Platz wie im Rucksack. Ein Trageriemen zum Umhängen ist separat erhältlich.

Sieben Anschlüsse und 300 W Gesamtleistung

Insgesamt enthält die Powerstation sieben Anschlüsse, die sich aus einer DC-Steckdose und sechs USB-Anschlüssen zusammensetzen. Die DC-Steckdose bietet eine Leistung von 120 W und versorgt unter anderem Kühlboxen, Dashcams oder Autostaubsauger mit Strom. Die USB-Anschlüsse umfassen zwei USB-C-Ports, die mit PD 3.1 jeweils bis zu 140 W erreichen, zwei weitere USB-C-Ports mit 100 und 15 W sowie zwei USB-A-Ports mit jeweils 12 W. Damit lassen sich die Akkus von Laptops, Smartphones, Tablets und anderen Mobilgeräten wie Kopfhörern oder Smartwatches unterwegs schnell wieder auffüllen.

Langlebiger Akku mit 288 Wh

Mit 288 Wh (90.000 mAh) hat die Powerstation von Anker genügend Kapazität, um Laptops rund viermal, Kühlboxen fünfmal oder Lampen dreißigmal vollständig aufzuladen. Zum Aufladen der Powerbank können die beiden 140-W-Ports genutzt werden, die zusammen nur eine Stunde benötigen, um den Akku auf 80 Prozent zu bringen. Ein Anschluss allein benötigt dafür rund 1,8 Stunden. Alternativ verfügt die Powerstation über einen Eingang für ein 100-W-Solarpanel, mit dem sie unabhängig vom Stromnetz in rund 2,5 Stunden zu 80 Prozent geladen ist. Der LiFePO4-Akku weist zudem eine lange Lebensdauer auf und schafft mindestens 3.000 Ladezyklen ohne nennenswerten Qualitätsverlust.

Energieüberwachung mit dem Smartphone

Ist die Powerstation per WLAN oder Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, können Nutzer in der zugehörigen App Echtzeit-Statistiken einsehen, die Energie anpassen und die Helligkeit der integrierten Beleuchtung steuern.

Die Powerstation Anker Solix C300 DC bei Amazon

Bei Amazon gibt es die Powerstation Anker Solix C300 DC aktuell mit 28 Prozent Rabatt für nur 158,99 statt 219,99 Euro. Wer die Stromversorgung seiner Geräte überall sicherstellen möchte, sollte bei diesem Deal schnell zugreifen, denn er ist befristet und kann schon bald wieder beendet sein.

Reklame

Anker SOLIX C300 DC Powerbank Powerstation, 288Wh Akku für mehrere Geräte, LiFePO4 Akku, 300W Solargenerator, Für Camping, Draußen, Reisen, Notfälle (Netzteil Nicht im Lieferumfang)

Jetzt mit 28% Rabatt bestellen

Unter demselben Link kann die Powerbank auch im Bundle mit einem 60- oder 100-W-Solarpanel oder mit einer passenden Schutztasche ausgewählt werden. Diese Varianten sind ebenfalls reduziert.

Weitere Powerstations von Anker und anderen Herstellern wie Jackery, DJI oder Bluetti sind hier zu finden:

Angebote für Powerstation bei Amazon

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  • 13. Februar 2026 um 18:50

Vodafone, Tele Columbus: Telekom will TV-Kabelnetze abschalten, nur nicht das eigene

Von Achim Sawall
Die Deutsche Telekom ist in Österreich Kabelnetz -Betreiber. Sie verrät Golem, warum sie in Deutschland das Kabelnetz abgeschaltet haben will.
Rodrigo Diehl, Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich, im Jahr 2023 (Bild: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann)
Rodrigo Diehl, Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich, im Jahr 2023 Bild: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann

Die Deutsche Telekom fordert in Deutschland eine Gleichbehandlung: Wenn das alte DSL-Kupfernetz abgeschaltet werde, um den Umstieg auf Glasfaser (FTTH) zu befördern, müsse dies auch für das Kabelnetz gelten, da dieses ebenfalls auf Kupfertechnologie basiert und deutlich mehr Strom verbraucht als reine Glasfaser. Doch ihr eigenes Kabelnetz nimmt sie davon aus.

Die Bundesnetzagentur hat im Januar 2026 ein konkretes Regulierungskonzept vorgelegt, das den Übergang vom alten Kupfernetz (DSL) zur Glasfaser (FTTH) steuern soll. Dabei ist das Koaxialnetz ausgenommen, wogegen die Telekom energisch opponiert.

In ihrer Unternehmenspräsentation 2025 (PDF) erklärte die Telekom auf Seite 18 sogar, es gebe mehr als 20 Millionen Haushalte, die sie in Deutschland und Europa mit Glasfaser versorge. In der Fußnote dazu wird erklärt, dass sie unter Glasfaserversorgung in Europa auch ihr TV-Kabelnetz in Österreich einberechne: "DE: FTTH inklusive Joint Ventures; EU: FTTH/B & Docsis 3.1 (1 GBit/s) inklusive eigene, finanzierte und mit Partnern ausgebaute Netze, aber exklusive Wholebuy."

Der Mobilfunkbetreiber T-Mobile Austria hatte im Dezember 2017 für 1,9 Milliarden Euro den Kabelnetzbetreiber UPC Austria gekauft.

Diehl: Diskussion über die Technologie führe zu nichts

Auch Rodrigo Diehl, früherer Chief Executive Officer von Magenta Telekom in Österreich und neuer Deutschlandchef der Telekom, lobte das eigene Netz im März 2024 in einem Bericht des Standard. Auf die Frage, warum Magenta in vielen Bereichen noch immer auf Koaxialkabel setze, sagte Diehl : "Weil die Technologie Gigabit-fähig ist." Diese Diskussion über die Technologie führe zu nichts, "wir sollten über die tatsächlichen Geschwindigkeiten in den Wohnungen der Menschen reden" , forderte er weiter.

Schon im August 2023 erklärte Diehl ebenfalls dem Standard : "Heute haben wir 1,5 Millionen HFC-Haushalte (Hybrid Fiber Coaxial). Das sind Häuser mit Glasfaseranbindung, wo die letzte Meile aber ein Koaxial-Kabel ist. Diese Technologie ist gigabitfähig, die USA setzen sehr stark darauf. Bis 2030 wollen wir 200.000 weitere Häuser mit dieser Technologie anschließen."

Doch dies begründet die Telekom mit qualitativen Unterschieden zwischen ihrem Netz in Österreich und den Kabelnetzen von Tele Columbus und Vodafone in Deutschland. Telekom-Sprecherin Nicole Schmidt sagte Golem am 13. Februar 2026: "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Denn der entscheidende Unterschied ist: In das Kabelnetz in Deutschland ist nicht investiert worden. So sind in Deutschland im Kabelnetz durchschnittlich deutlich mehr Breitbandkunden pro Node angebunden als in anderen europäischen Kabelnetzen, die mit hohen Investitionen modernisiert wurden. Dort beträgt die Zahl der Breitbandkunden pro Node nur die Hälfte, teils sogar nur ein Viertel des deutschen Wertes."

Dies wirke sich auf die Qualität aus. In Stoßzeiten wie in den Abendstunden können deutsche Kabelkunden deutliche Netzbeeinträchtigungen spüren. "Für den zu erwartenden Anstieg der Datenvolumina ist das kein gutes Rüstzeug, auch wenn Kabel bei den Kundinnen und Kunden als technologieoffene Gigabitanschlüsse vermarktet werden" , sagte Schmidt.

Koaxialkabel und Telekom-Klingeldraht

Tatsächlich besteht das Kabelnetz auch in großen Teilen aus Kupfer, weshalb man von Hybrid-Fibre-Coax-Netzen (HFC) spricht. Die Zuleitungen zu den Haushalten werden über Koaxialkabel realisiert, dies sind aber bessere Kupferkabel als die der Telekom. Koaxialkabel sind dicker, haben eine dickere Isolierung und eine bessere Abschirmung. Koaxialnetze können daher mit den Kabelnetzstandards 3.1 und 4.0 sehr viel höhere Datenraten als das Vectoring im Kupfernetz der Telekom bieten, wo bei 250 MBit/s meist der Höchstwert erreicht ist. Allerdings müssen sich alle Kabelnetzkunden die Kapazität in einem Node teilen. Daher ist zutreffend, dass weniger Haushalte an einem Node gut für die Nutzer sind.

Rein rechnerisch hängen bei Vodafone laut früheren Angaben vom Januar 2023 500 Haushalte an einem Node und teilen sich die Gesamtkapazität von 1 GBit/s.

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  • 13. Februar 2026 um 18:09

IPFire stellt freie Domain-Blockliste DBL vor

Von Heise
Würfel mit Mauer-Symbolen

(Bild: heise medien)

Die IPFire-Entwickler haben mit DBL eine kategorisierte Domain-Blockliste veröffentlicht. Sie soll Malware, Phishing und Tracker blockieren.

Das IPFire-Projekt hat mit DBL eine umfassende, gemeinschaftlich kuratierte Domain-Blockliste vorgestellt. Anders als konkurrierende Projekte kategorisiert DBL Millionen von Domains nach Bedrohungstypen, statt sie in einer riesigen, monolithischen Liste zusammenzufassen. Die Entwickler wollen damit Probleme bestehender Blocklisten lösen, die ressourcenintensiv seien und Nutzern die Kontrolle nähmen.

IPFire DBL umfasst derzeit mehrere Kategorien: Malware-Domains werden vor dem Abrufen schädlicher Payloads oder Command-and-Control-Verbindungen geblockt, Phishing-Sites zum Abfangen von Zugangsdaten gefiltert. Weitere Kategorien decken Werbung, Pornografie, Glücksspiel, Gaming-Plattformen und DNS-over-HTTPS-Server ab. Letztere Kategorie zielt darauf, die Netzwerksichtbarkeit zu erhalten und das Umgehen von DNS-Sperren zu verhindern.

Die Blockliste nutzt offene Standards wie DNS Response Policy Zones (RPZ) mit AXFR- und IXFR-Unterstützung für sofortige Updates, Squidguard für Proxy-basierte Filterung sowie das Adblock-Plus-Format. Dadurch lässt sich DBL in gängige Tools wie Pi-hole, BIND, Unbound, PowerDNS oder pfSense integrieren. Die Listen werden stündlich aktualisiert, um zeitnah auf neue Bedrohungen zu reagieren.

Community-Reporting und rechtliche Vorteile

Über ein Online-Reporting-System können Nutzer zu Unrecht blockierte Domains (False Positives) melden und neue bösartige Domains einreichen. Die Community-Intelligence soll dafür sorgen, dass Korrekturen schnell eingepflegt werden. Die IPFire-Entwickler betonen, dass sie im Gegensatz zu vielen aggregierten Drittanbieterlisten die volle rechtliche Kontrolle über ihre Daten haben. Der Code steht unter der GPLv3+, die Listen selbst unter Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 (CC BY-SA 4.0). Das bedeutet: Die Listen können frei genutzt und weitergegeben werden, abgeleitete Werke müssen jedoch unter derselben Lizenz stehen.

DBL entstand auch als Reaktion auf das Auslaufen der Shalla-List, die Anfang 2022 eingestellt wurde, was viele Nutzer von pfSense, pfBlockerNG und anderen Systemen betraf.

Integration in Core Update 200

IPFire DBL wird auch in Core Update 200 integriert, das seit dem 30. Januar 2026 als Testversion verfügbar ist. Die neue Version bringt neben Linux Kernel 6.18 LTS eine Vorschau von DBL im URL-Filter und in Suricata. Letztere Integration ermöglicht eine Deep Packet Inspection auf DNS-, TLS-, HTTP- und QUIC-Ebene, um umfassende Blockierungen durchzusetzen. IPFire wird damit selbst zum Provider von Suricata-Regeln. Die Entwickler sprechen von einer „beispiellosen Sichtbarkeit in Netzwerkaktivitäten“. Ein finaler Veröffentlichungstermin für das Core Update 200 steht noch nicht fest, die Community ist zur Evaluation der Beta-Version aufgerufen. Das Projekt hat zudem einen Fundraiser gestartet, um die Entwicklungszeit für Features wie die RPZ-Integration zu finanzieren.

Wer DBL in anderen Netzwerkumgebungen einsetzen möchte, findet Anleitungen zur Integration in DNS-Resolver, Browser-Erweiterungen und weitere Netzwerk-Tools. Alternativen im Open-Source-Bereich wie die StevenBlack-Hosts-Liste, OISD oder Hagezi bieten zwar ähnliche Funktionen, setzen aber weniger auf Community-Reporting und Kategorisierung.

Weitere Details hat das IPFire-Team in seinem Blog [1] veröffentlicht.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11175994

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.ipfire.org/blog/introducing-ipfire-dbl-community-powered-domain-blocking-for-everyone
[2] https://www.heise.de/ix
[3] mailto:fo@heise.de

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  • 13. Februar 2026 um 13:46

Angreifer können auf Dateisystem von QNAP-NAS zugreifen

Von Heise
Ein symbolischer Schreibtisch mit einer Updateerinnerung.

(Bild: Artur Szczybylo / Shutterstock.com)

Sicherheitspatches für die NAS-Betriebssysteme QTS und QuTS hero von Qnap schließen mehrere Lücken.

Fünf Schwachstellen gefährden Netzwerkspeicher (NAS) von Qnap. Die Lücken stecken in den Betriebssystemen QTS und QuTS hero. Nach erfolgreichen Attacken kommt es etwa zu DoS-Zuständen und somit zu Abstürzen.

Mehrere Schwachstellen geschlossen

Am gefährlichsten gilt einer Warnmeldung zufolge [1] eine „kritische“ Sicherheitslücke (CVE-2025-66277), über die Angreifer im Zuge einer Path-Traversal-Attacke auf eigentlich geschützte Bereiche des Dateisystems zugreifen können. Was dann konkret geschieht, ist derzeit nicht bekannt. Aufgrund der kritischen Einstufung ist aber davon auszugehen, dass Systeme danach als kompromittiert gelten.

Aus einer weiteren Warnmeldung geht hervor [2], dass die DoS-Lücken mit „mittel“ und „niedrig“ (CVE-2025-47205, CVE-2025-58466, CVE-2025-66274, CVE-2025-59386, CVE-2025-48725) eingestuft sind. Bislang gibt es keine Berichte, dass Angreifer die Schwachstellen bereits ausnutzen. Die Entwickler versichern, die Sicherheitsprobleme in QTS 5.2.8.3350 build 20251216, QuTS hero h5.2.8.3350 build 20251216 und QuTS hero h5.3.2.3354 build 20251225 gelöst zu haben.


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11175677

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-26-05
[2] https://www.qnap.com/de-de/security-advisory/qsa-26-08
[3] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[4] mailto:des@heise.de

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  • 13. Februar 2026 um 11:46

Warnung vor Attacken auf BeyondTrust-Fernwartungslösungen

Von Heise

(Bild: Sashkin/Shutterstock.com)

Angreifer nutzen eine kritische Schadcode-Lücke in BeyondTrust Remote Support und Privileged Remote Access aus. Sicherheitspatches sind verfügbar.

Admins, die PCs in Firmen mit BeyondTrust Remote Support oder Privileged Remote Access verwalten, sollten die Fernwartungssoftware umgehend auf den aktuellen Stand bringen. Derzeit nutzen Angreifer eine Schwachstelle aus, über die Schadcode auf Systeme gelangt.

Hintergründe

Vor den Attacken warnt ein Sicherheitsforscher von watchTowr auf X [1]. Er weist darauf hin, dass, wenn Systeme nicht gepatcht sind, sie mit hoher Wahrscheinlichkeit kompromittiert sind. Entdeckt haben die „kritische“ Lücke (CVE-2026-1731) Sicherheitsforscher von Hacktron [2].

Die gegen die derzeit laufenden Attacken abgesicherten Versionen Remote Support 25.3.2 und Privileged Remote Access 25.1.1 sind seit wenigen Tagen verfügbar [3], aber offensichtlich noch nicht flächendeckend installiert. Weil der Support für Versionen vor 21.3 und 22.1 eingestellt wurde, gibt es keine Sicherheitspatches mehr. Erst nach einem Upgrade auf eine aktuelle Version stehen die Updates zum Download bereit.

Bei SaaS-Kunden wurden die Patches seitens des Softwareherstellers installiert. Admins von On-Prem-Instanzen müssen jetzt handeln. Die Sicherheitsforscher von Hacktron geben an, dass rund 8500 potenziell verwundbare On-Prem-Instanzen öffentlich erreichbar sind.

Attacken sollen aus der Ferne und ohne Authentifizierung möglich sein. Im Anschluss können Angreifer die volle Kontrolle über Computer erlangen. Dabei sollen Angreifer get_portal_info auslesen, um Zugriff auf X-Ns-Company-Identifier zu bekommen. Im Anschluss richten sie einen WebSocket ein. Danach können sie Schadcode ausführen. In welchem Umfang die Attacken ablaufen, ist derzeit nicht bekannt. Unklar ist auch, an welchen konkreten Parametern Admins bereits attackierte Instanzen erkennen können.


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[1] https://x.com/ethicalhack3r/status/2021870311377879136
[2] https://www.hacktron.ai/blog/cve-2026-1731-beyondtrust-remote-support-rce
[3] https://www.heise.de/news/Attacken-auf-BeyondTrust-Remote-Support-und-Privileged-Remote-Access-moeglich-11171444.html
[4] https://pro.heise.de/security/?LPID=39555_HS1L0001_27416_999_0&wt_mc=disp.fd.security-pro.security_pro24.disp.disp.disp
[5] mailto:des@heise.de

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  • 13. Februar 2026 um 09:31

heise-Angebot: Jetzt in der Make 1/26: Konservendose als Radonsensor

Von Akos Fodor

Hat man Radon erst in seinem Haus entdeckt, sollte man als Nächstes die Belastung prüfen. Wir zeigen, wie man dafür ein Messgerät baut.

In der letzten Make-Ausgabe (7/25) haben wir erklärt, wieso Radon gefährlich ist und wie man die Spuren radioaktiver Strahlung mit einer selbst gebauten Nebelkammer sichtbar macht. Das reicht als erster Indikator, allerdings lässt sich die Konzentration des Gases mit diesem Instrument nur ungenau bestimmen. Um zu ermitteln, wie hoch die Strahlenbelastung in einem Raum ist, benötigt man ein präziseres Werkzeug: eine Ionenkammer.

Diese lässt sich mit einfachen Maker-Mitteln für etwa 50 Euro realisieren. So entsteht aus einer Konservendose, einem JFET (Junction Field Effect Transistor) und ein paar weiteren Elektronikkomponenten ein verlässliches Messgerät, das reproduzierbare Ergebnisse liefert. Die erfassten Daten wertet ein Arduino Nano aus. Wie das funktioniert und wie man die Ionenkammer Schritt für Schritt nachbaut, beschreibt unser Autor Ulrich Schmerold in der Make 1/26.

Außerdem im Heft: KI-Erweiterung für die Arduino IDE

Wer beim Basteln mit der Arduino IDE eine KI als Helfer nutzt, kennt das Spiel: Code kopieren, ins Chatfenster im Browser einfügen, der KI ein wenig Kontext geben und die Antwort wieder zurück in die IDE übertragen. Das nervt auf Dauer und lässt sich mit AI.duino vermeiden, einer KI-Erweiterung für die Arduino IDE, die unser Autor Nikolai Radke entwickelt hat.

Mit AI.duino kann man in der Arduino IDE mit LLMs interagieren.

Sie integriert LLMs (Large Language Models) wie ChatGPT, Claude oder Ollama, das auch offline funktioniert, in die Bedienoberfläche. So lassen sich Fragen direkt über das Chatfenster in der IDE klären. Die KI kann dabei auf den Code zugreifen, ihn auf Fehler prüfen oder etwa Kommentare ergänzen und Tipps für Optimierungen geben. Was das Tool außerdem noch beherrscht und wie man es einrichtet, erklären wir exklusiv im aktuellen Heft. Dabei wirft unser Autor auch einen Blick hinter die Kulissen seines Programms.

Die aktuelle Make: Am Kiosk und online erhältlich

Die Ausgabe 1/26 ist online und am Kiosk erhältlich. Mit einem unserer Abos [1] lag das Heft sogar bereits im Briefkasten. Außerdem können Sie die Make bequem als Printversion oder PDF im Heise Shop [2] bestellen – bis zum 20.02. sogar versandkostenfrei. Wenn Sie die Make lieber digital lesen, können Sie das in unseren Apps für iOS [3] und Android [4]. Online finden Sie auch das Inhaltsverzeichnis der Make 1/26 [5].


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[1] https://shop.heise.de/zeitschriften-abo/Make/Miniabo/?LPID=46501_MA000009_33946_2_57&wt_mc=intern.abo.make.ma_ea_2026.ticker-2.link.link
[2] https://shop.heise.de/make-01-2026/print?wt_mc=intern.shop.shop.make_2601.t2.textlink.textlink
[3] https://apps.apple.com/de/app/ct-hardware-hacks/id521645889
[4] https://play.google.com/store/apps/details?id=de.heise.android.ch.magazin&hl=de
[5] https://www.heise.de/select/make/2026/1
[6] https://www.heise.de/make
[7] mailto:akf@make-magazin.de

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  • 13. Februar 2026 um 12:00

AirTag 2 im Praxistest: 50 Meter statt 15 – ein echter Gamechanger | c't 3003

Von Heise

AirTag 2 vs. AirTag 1 vs. Moto Tag: c't 3003 testet die Reichweite der Nahbereichsuche unter realen Bedingungen. Der Unterschied ist enorm.

Apple verspricht beim AirTag 2 eine deutlich höhere UWB-Reichweite – aber stimmt das auch in der Praxis? c't 3003 hat den neuen Tracker gegen den Vorgänger und Motorolas Android-Alternative antreten lassen. Das Ergebnis: Bis zu 50 Meter statt 15 Meter Nahfunk-Reichweite machen beim Suchen einen gewaltigen Unterschied.

Transkript des Videos

(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guck mal hier, das ist ein AirTag 2 und ja, sieht genauso aus wie die Version, die vor 5 Jahren rausgekommen ist, kostet auch genauso viel und ist das zurzeit preisgünstigste Gadget von Apple.

Auch wenn mir das ein bisschen peinlich ist: Die AirTags sind für mich persönlich der Hauptgrund, warum ich wahrscheinlich für ewig im Apple-Ökosystem rumhänge, weil ich ohne die Dinger einfach nicht mehr leben kann. Und der AirTag 2 soll das jetzt alles noch viel besser machen, mit einer deutlich höheren Reichweite, was für mich echt ein Gamechanger wäre. Denn ich habe das ständig, dass ich irgendwas suche, aber mein Handy keine Verbindung zum AirTag aufnimmt – und dann laufe ich da immer so doof rum, bis ich da eine Verbindung bekommen habe.

In diesem Video testen wir das Ganze unter harten, realen Bedingungen am und im Heise-Verlag und finden heraus, ob die neuen AirTags wirklich besser sind. Und ich habe auch noch den härtesten Konkurrenten aus dem anderen Lager in den Test reingenommen: Und zwar den Moto Tag für Android-Smartphones, der auch wie die AirTags über Ultra-Breitband, also UWB, zentimetergenau ortbar ist. Bleibt dran!

Liebe Hackerinnen, liebe Internetsurfer, herzlich willkommen hier bei...

Lasst uns gleich mal reinstarten in unseren Praxistest, bevor ich dann später erkläre, wie das technisch alles funktioniert. Erstmal in Gang setzen die Dinger und das finde ich immer wieder magisch, denn man muss da einfach nur diese Lasche abziehen und schon meldet sich das Smartphone und sagt: „Hey, ich habe einen Tag gefunden, soll ich den installieren?“ Also wirklich richtig schön einfach. Und das klappt beim Moto Tag übrigens exakt genauso wie bei den Apple AirTags.

Hier ist einmal Keno aus der Zukunft. Mir ist kurz vorm Hochladen dieses Videos aufgefallen, dass die Nahbereichssuche mit Ultra-Breitband im Moto Tag nur mit Google-Pixel-Pro-Telefonen funktioniert und ich habe ein normales Pixel 9 verwendet. Das kann nur Bluetooth, kein Ultra-Breitband. Und deshalb funktionierte mit dem Moto Tag keine Nahbereichssuche, also die Suche mit dem Pfeil und der Meterangabe. Tut mir leid, blöder Fehler, den Test hole ich auf jeden Fall nach, also im Vergleich zu AirTags. Dann machen wir ein Short-Video, das verlinke ich dann hier in diesem Video als angepinnten Kommentar. Trotzdem viel Spaß mit dem Video, die Infos zu den AirTags und die anderen Infos zum Moto Tag, die stimmen alle in dem Video.

Jetzt aber nach draußen. AirTag 1, AirTag 2 und Moto Tag hat mein Kollege Sahin gut versteckt. Ungefähr 50 Meter entfernt von mir. Ich habe dann so versteckenmäßig mir die Augen zugehalten. 50 gezählt. Ja, und dann habe ich versucht mit Moto Tag und dem alten AirTag die Fährte aufzunehmen. So, dann fangen wir mal an mit Google, würde ich sagen. Okay, Moto Tag anmachen. „In der Nähe suchen“, wird verbunden. Also hier funktioniert nicht. Ich probiere aber jetzt mal das alte AirTag. So, AirTag 1, „Suchen“ in der Nähe. AirTag 1 „Suchen“ ist nichts. Ich würde sagen, hier stehe ich schon ziemlich im Mittelpunkt und ist trotzdem bei beiden nichts. Beide haben noch kein Signal. Jetzt probiere ich noch mal den Tag 2. Jetzt, der geht jetzt – und der auch noch nicht, aber zumindest hat er gerade schon mal … bietet er es jetzt wenigstens an. Ah, er hat jetzt kurz „Verbunden“ gesagt, der Google Tag. Wenn ich … mach das mal systematisch, dass ich jetzt hier … Also er sagt „Verbunden“, aber es wird mir hier irgendwie kein Signal schwach … Ja, „Versuche dich an einen anderen Ort zu bewegen“. Keine Chance mit dem AirTag 2, erstmal auch nicht. Und dann bin ich aber einfach ein bisschen rumgelaufen und habe geguckt, wann der AirTag 2 anschlug. Und das war schon relativ schnell der Fall.

Aha! Guck mal, jetzt hat er direkt ausgeschlagen, der AirTag 2. Bei 23 Meter Entfernung. So, und dann habe ich an dieser Stelle auch bei den anderen beiden Tags geguckt, ob die auch schon gesehen werden. Und der AirTag 1? Nicht. Und das Moto Tag zeigt mir nicht mal an, dass ich überhaupt … Also könnte ich das klingeln lassen? Gerät klingelt. Gut, aber das hilft mir jetzt gar nicht weiter. Weil ich höre nichts. Wurden sie nicht. Das bedeutet, ohne AirTag 2 wäre ich hier noch viel länger kopflos rumgelaufen. Aber dank AirTag 2 hatte ich ja dann direkt meinen Pfeil. Ich wusste also, wo es lang geht. Das hat dann mit AirTag 1 und Moto Tag deutlich länger gedauert, bis die dann auch endlich mal die Fährte aufgenommen haben. Da muss ich also deutlich näher dran.

Und was man auch sagen muss, der Moto Tag ist deutlich unpraktischer. Aber klar, man kann alle diese Tags auch einfach piepen lassen. Aber das finde ich A, ziemlich unelegant und B, hört man es oft einfach nicht. Wir haben die Schallpegel bei uns im Labor gemessen. Dazu gehe ich später noch im Detail ein. Ich lasse es mal klingeln. Okay, das höre ich. Ah. Im Reifen? Ah, ja, sehr gut, okay. Also ich hätte es irgendwann wahrscheinlich gefunden mit Moto Tag. Und irgendwann hätte ich wahrscheinlich, wenn ich halt so brainless hier rumgelaufen wäre, wäre irgendwann der AirTag 1 angeschlagen. Und dann zeigt er einem halt auch irgendwann einen Pfeil an, wie jetzt. Das ist jetzt das AirTag 1. Das hat jetzt auch einen Pfeil, aber der Pfeil geht halt erst an, wenn man relativ dicht dran ist. Und beim AirTag 2 hatte ich den Pfeil halt schon 15 Meter weiter. Also ich bleibe hier jetzt einfach mal stehen und lasse alle drei piepen. Das ist der Moto Tag, das ist der AirTag 1. Schon durchdringender. Und jetzt der AirTag 2. Ja, das hat Druck. Ganz klar besser.

Ich habe auf jeden Fall beim Anpiepen beim Draußentest erst was gehört, als ich sehr dicht dran stand. Auch da war der AirTag 2 mit Abstand am lautesten. Die lagen halt auf diesem Radkasten und das schluckt natürlich so ein bisschen Schall. Aber in der Praxis kommt es ja auch mal vor, dass die Teile irgendwo vergraben sind. Deshalb lieber die Nahfunkfunktion benutzen, wie ihr am Anfang ja schon gesehen habt, also mit diesem neckischen Pfeil, zumindest bei den AirTags. Damit lassen sie sich völlig problemlos finden, ohne nerviges Gepiepe. Wenn man sich denn im Nahfunkbereich befindet, das muss man eben, sonst gibt es keinen Pfeil. Und das ist halt bei den AirTags 2 aus deutlich weiterem Abstand möglich, was natürlich praktisch ist. Also draußen mit direktem Sichtkontakt hatten wir beim AirTag 2 fast 50 Meter Entfernung gemessen. Beim AirTag 1 haben wir dann ungefähr ab 15 Meter schon das Signal verloren, ähnlich wie beim Moto Tag. Also das ist ein wirklich riesiger Unterschied. Punkt für den AirTag 2 schon mal.

Direkt mal der Einschub, weil ich das echt ziemlich oft höre. Nein, AirTags sind keine GPS-Tracker. AirTags kommunizieren nicht mit GPS-Satelliten, sondern das funktioniert viel einfacher. Die funken alle zwei Sekunden ein klitzekleines Bluetooth-Low-Energy-Hallo-hier-bin-ich-Signal in die Welt und wenn dann ein Apple-Gerät in Reichweite ist, dann kann das das empfangen und ein Signal ans AirTag schicken und sagen: „Piep mal“, also über Bluetooth. Und dann piept das AirTag und man kann es hoffentlich finden, weil man hört das dann ja – oder auch nicht, weil es unter drei Sofakissen liegt oder da halt im Radkasten von dem Auto oder halt gar nicht in Reichweite ist. Da kommen dann die anderen Funktionen ins Spiel und die sind technisch schon deutlich komplexer.

Denn einmal empfangen dieses Hier-bin-ich-Signal alle Apple-Geräte und im Fall von Google auch viele Android-Geräte, dazu komme ich später aber nochmal, also auch welche, die gar nichts mit dem AirTag zu tun haben. Wenn ihr zum Beispiel gerade dieses Video in der U-Bahn auf einem iPhone guckt, dann ist das nicht unwahrscheinlich, dass euer Telefon gerade AirTags empfängt und deren Position ans Apple-Netzwerk sendet. Anonymisiert und ohne, dass ihr das mitbekommt. Ja, das ist standardmäßig aktiviert, ihr könnt es aber auch abschalten, indem ihr in den Einstellungen auf Apple-ID, also auf euren Namen, dann den Punkt „Wo ist?“, dann auf „Mein iPhone suchen“ und dann den Schalter bei „Wo ist?“-Netzwerk deaktivieren. Aber dann könnt ihr selbst euer Telefon auch nicht mehr orten, ganz wichtig.

So, aber wieder zurück zum Standardfall, wenn ihr das aktiviert habt. Also wenn ihr in dieser U-Bahn zum Beispiel euren Rucksack liegen gelassen habt, ihr aber schon längst wieder woanders seid, dann könnt ihr hier auf der Karte in der „Wo ist?“-App sehen, wo euer Rucksack ist, ohne dass ihr selbst in Funkreichweite seid. Das regeln die anderen iPhones. Und das ist das Coole. AirTags laufen so circa ein Jahr mit so einer ganz kleinen Billo-Knopfzelle und sind super klein und leicht und können zumindest an Orten, wo viele iPhones rumlaufen, genauso gut lokalisiert werden wie echte, viel stromhungrigere GPS-Tracker. Wie AirTags übrigens als Diebstahlschutz funktionieren, dazu hatten wir schon ein eigenes Video, da will ich hier jetzt nicht drauf eingehen.

Aber AirTags haben, wie ich am Anfang ja schon gezeigt habe, noch eine dritte Funktion und das ist eben dieser Ultra-Breitband-Funk, der bei AirTags „Genaue Suche“, bei Moto Tag „In der Nähe suchen“ heißt. Das ist ziemlich faszinierende Technik, finde ich. Im Gegensatz zu Bluetooth, das nur ziemlich ungenau die Signalstärke misst, nutzt UWB extrem kurze Pulse auf einem breiten Frequenzspektrum, das ist so zwischen 6 und 9 GHz. Und die messen die Time of Flight, also die Zeit, die das Signal vom Handy zum AirTag und zurück benötigt. Und weil das iPhone mehrere Antennen hat dafür, erkennt es die Richtung, aus der das Signal kommt und kann deshalb eben diesen neckischen Pfeil anzeigen.

Allerdings, ich habe ja gerade von Antennen im Telefon gesprochen, muss das Handy das unterstützen. Bei Apple heißt das zum Beispiel U1-Chip. Bei Apple wäre das ab dem iPhone 11 und anderen Geräten, die Liste seht ihr hier, könnt ihr Pause drücken. Aber diese verbesserten Ortungsfunktionen des AirTag 2, also die größere Reichweite, die ihr gerade gesehen habt, die funktionieren nur mit U2-Chip und die gibt es erst ab dem iPhone 15. Mit älteren Geräten könnt ihr die AirTags 2 auch problemlos verwenden, aber dann habt ihr eben nicht die höhere Reichweite. Fürs Moto Tag braucht ihr ein Android-Telefon mit UWB-Chip. Das sind recht viele, aber zum Beispiel bei den Google-eigenen Pixel-Geräten nur die Pro-Varianten ab dem Pixel 6.

Leider ist aber auch das Empfangen von anderen Android-Geräten, also was ich euch gerade mit dem U-Bahn-Beispiel erklärt habe, unseren Erfahrungen nach viel unzuverlässiger bei Android, weil die Funktion, dass man fremde Tags meldet, da nicht standardmäßig eingeschaltet ist. Das muss man aktivieren und das machen offenbar nur wenige Leute. Und das ist halt der Grund, warum ich persönlich AirTags verwende. Achso, nur noch mal ganz deutlich gemacht: Für AirTags braucht man Apple-Geräte und für Googles Find-My-Device-Tags braucht man Android-Geräte. Es wäre viel schöner, wenn das übergreifend funktionieren würde, aber leider nein.

So, das war jetzt der Erklärungsteil, jetzt weiter zum Indoor-Test. Die Kollegen haben es irgendwo versteckt bei Heise in den Büros und ich durfte suchen. Jetzt probiere ich das Ganze mal mit meinem AirTag 1. Oh, kriegt direkt eine Verbindung, interessant. Aber genau das gleiche Problem wie gerade, dass mir jetzt zwar „Verbunden“ angezeigt wird, aber nicht in welche Richtung. „Versuche dich an einen anderen Ort zu bewegen“. Ja, so und jetzt mal der Tag 2. „Verbunden“, ja direkt eine Angabe, 24 Meter und ich kann jetzt hier erstmal nicht, also okay, ich komme dem näher, ich kriege auch hier noch kein Signal, da ist ein Pfeil, okay, hier ist falsch, hier ist richtig, ich bin jetzt hier noch mal bei 13 Metern und jetzt gucke ich mal den AirTag 1. „Signal suchen“, weit entfernt. Ja, weit entfernt hilft mir jetzt nicht viel weiter. 4,8. Okay, also hier in diesem Raum im Sekretariat ist auf jeden Fall der AirTag. Ich werde aber jetzt mal den AirTag 2 ausschalten. Ich werde jetzt hier mit dem Moto Tag versuchen. Hier. Hilft mir wenig weiter. Okay, also man sieht hier irgendwie, dass sich das so füllt. Soll irgendwie noch irgendwas bedeuten. Füllt es sich weniger. Ah, hier füllt es sich mehr. Okay. Es ist hier. Sagt Moto Tag. Okay. Klingeln lassen. Ha. Nur mit Moto Tag gefunden. Aber auch nur, weil das AirTag 2 mir hier diese Anfangsarbeit gemacht hat. Wunderbar.

Und ja, da gab es wieder den gleichen Effekt wie draußen. Das AirTag 2 schlug viel früher an als die anderen beiden Tags. Schon bei 24 Meter Abstand innen, drinnen, durch Wände. Das ist extrem viel und sollte deshalb auch für sehr große Wohnungen oder Häuser ausreichen. Und damit war es dann halt wirklich kein Problem, die Tags zu finden. Ich hätte das natürlich irgendwann auch mit Moto Tag und AirTag 1 gefunden, aber das hätte auf jeden Fall deutlich länger gedauert.

Ja, und jetzt noch die Pieper-Tests. Hatte ich ja versprochen aus unserer schallarmen Kammer. Da haben wir beim AirTag 2 einen maximalen Schallpegel von 81 dBA aus einem Meter Entfernung gemessen. Beim AirTag 1 waren es 75 dBA. Näher am echten menschlichen Höreindruck ist der gemittelte Pegel. Und da haben wir 75 dBA beim AirTag 2 gemessen und 66 dBA beim AirTag 1. Den Moto Tag hatten wir nicht in der schallarmen Kammer, der piept aber subjektiv noch leiser als der AirTag 1. Also auch hier ganz klarer Sieger, AirTag 2.

Der AirTag 2 ist jetzt technisch erstmals dazu in der Lage, dass ich in meiner Wohnung wirklich von jedem Punkt aus jede AirTag-Position abrufen kann. Mit dieser genauen UWB-Suche, also inklusive Entfernungsangabe und Richtungspfeil. Vorher musste ich immer rumlaufen in der Wohnung, bis das AirTag irgendwann geortet war, was ich ziemlich nervig finde. Oh ja, und jetzt überlege ich sogar, mir einen AirTag in die Mütze zu nähen. Also AirTag 2 ist für mich echt ein Gamechanger. Vor allem, was ich auch gut finde, dass der Preis sich nicht geändert hat. 35 Euro für einen und man findet öfter mal Angebote für ungefähr 100 Euro für einen Viererpack. Wenn man die direkt bei Apple kauft, kann man die auch so schön gravieren lassen. Finde ich preislich ehrlich gesagt okay, vor allem weil die Dinger echt lange halten und weil man die Batterien selbst tauschen kann.

Ja, also ganz klar, der AirTag 2 zieht mich noch mehr ins Apple-Ökosystem, was ich eigentlich gar nicht will, weil ich geschlossene Systeme nicht mag, aber manchmal muss man die Kröte schlucken, wenn man wie ich ständig Dinge sucht. Zumindest kann ich ja unter Linux einfach im Browser Apple-Geräte piepen lassen, wenn ich mich da bei Apple eingeloggt habe, aber der ganze Ultra-Breitband-Nahfeld-Suchkram, das klappt nur mit iPhones oder Apple Watches. Und genau das brauche ich halt, weil ich meine Mitmenschen privat und auch beruflich vermutlich wahnsinnig machen würde, wenn ich bedenke, wie oft ich so am Tag Dinge suche, also die ich dann die ganze Zeit piepen lassen müsste. Ja, und bei Android funktioniert diese UWB-Nahsuche eben noch nicht so gut. Also noch, ne? Ich hoffe, dass sich das irgendwann ändert. Oder, dass die Teile irgendwann plattformübergreifend funktionieren. Das wäre natürlich noch toller.

Ja, wie seht ihr das? Gerne in die Kommentare schreiben. Wir lesen alles. Gerne c't-3003-Podcast hören und den Hype-Newsletter abonnieren. Tschüss.

c't 3003 [1] ist der YouTube-Channel von c't. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


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  • 13. Februar 2026 um 17:19

Spotify-Co-CEO: Top-Entwickler schreiben dank KI keinen Code mehr

Von Heise
Spotify-Logo auf iPhone, daneben liegen AirPods

(Bild: Primakov/Shutterstock.com)

Spotify-Co-CEO Gustav Söderström sorgt für Diskussionen: Seine besten Ingenieure schreiben dank KI keinen Code mehr, sondern überwachen nur noch.

Dieser Satz von Spotify-Co-CEO Gustav Söderström sorgt für Diskussionen: „Wenn ich mit meinen erfahrensten Ingenieuren spreche, den besten Entwicklern, die wir hatten, sagen sie, dass sie seit Dezember keine einzige Zeile Code mehr geschrieben haben. Sie generieren nur noch Code und überwachen ihn.“ Die Aussage aus der Analystenkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen stößt im Netz auf gemischte Reaktionen: Während die einen fasziniert davon sind, wie stark Spotify die KI-Transformation in seinem Unternehmen vorangetrieben hat, womit Söderström vermutlich auch werben sollte, nehmen andere daran Anstoß. Das sei doch ein Kontrollverlust und kein Qualitätsmerkmal, kommentieren Kritiker.

Tatsächlich soll aber gerade die Kontrolle in der Softwareentwicklung bei Spotify bedeutsamer denn je geworden sein. Mit seiner Aussage in der Analystenkonferenz [1] (Transkript bei Seekingalpha [2]) wies Söderström auf einen fundamentalen Wandel in der Arbeitsweise hin. Und nicht ohne Grund stellte er vermutlich heraus, dass es gerade die besten Entwickler sind, die keinen Code mehr schreiben.

Vom Spieler zum Trainer

KI übernimmt in dieser Neuordnung die aktive Programmierung, während Entwickler – um es mit der Sportart Fußball zu vergleichen – zunehmend vom Spieler zum Trainer werden. Über Sieg oder Niederlage entscheiden Strategie und Vorbereitung der Spieler, nicht die Fähigkeit, den Ball selbst über den Platz zu bewegen. Und der Trainer muss während des Spiels alles im Auge behalten. Mit Einwechselungen und Zurufen nimmt er Einfluss auf das Spielgeschehen. Bezogen auf die Entwicklung wäre dies das Feedback an die KI, das Festlegen von Prioritäten und Reihenfolgen und das Beurteilen ihrer Leistung. Auch vor dem Einsatz agentischer KI haben erfahrene Entwickler architektonische Entscheidungen getroffen – mit der KI verlagert sich der Fokus noch mehr.

Spotify nutzt hierfür ein selbst entwickeltes System namens „Honk“ zur Beschleunigung von Coding und Produktentwicklung. Als technische Basis hierfür kommt Claude Code von Anthropic zum Einsatz. Entwickler können per Slack vom Smartphone aus Änderungen an der App beauftragen und etwa Bugfixes oder neue Funktionen hinzufügen. Das Ergebnis bekommen sie als Testversion zurückgespielt und geben der KI Feedback, bis der gewünschte Reifegrad erreicht ist.

Umfangreiche Infrastruktur aufgebaut

Spotifys Erfolg mit KI-gestützter Entwicklung basiert nicht primär auf Claude Code selbst, sondern auf jahrelanger Infrastruktur-Arbeit. Seit dem Jahr 2020 nutzt Spotify „Backstage", ein Portal, das als zentrale Anlaufstelle dient. Jeder im Unternehmen kann dort nachvollziehen, welches Team welchen Code verantwortet und wie die Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Komponenten aussehen.

Darauf aufbauend entwickelte Spotify ab 2022 „Fleet Management" – ein Framework, das Code-Änderungen über hunderte oder tausende Repositories gleichzeitig durchführen kann. Die Integration des Claude Agent SDK erfolgte erst im Juli 2025.

Spotify-Co-CEO: Erst der Anfang

Spotify gehört zu einer kleinen Elite: Laut einer Deloitte-Studie von 2025 [3] nutzen nur 11 Prozent der Organisationen Agentic AI in der Produktion. 30 Prozent explorieren das Thema, 38 Prozent betreiben Pilotprojekte.

Söderström sieht den aktuellen Stand nicht als Endpunkt: „Wir sehen dies nicht als Ende der Entwicklung bei KI, sondern erst als Anfang." Spotify plane weitere KI-Integration in Entwicklungsprozesse. Unklar bleibt freilich, ob sich das am Ende nicht doch auch auf die Job-Sicherheit der Entwickler auswirkt. Gespart werden könnte hier vor allem an Nachwuchskräften, denen die Erfahrung fehlt, die KI zu steuern. In Deutschland zeichnet sich ein solcher Trend bereits ab [4]. Kritiker befürchten indessen, dass Entwickler zunehmend ihre praktischen Coding-Kenntnisse verlieren.


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[1] https://app.webinar.net/AG8BokRm4kJ
[2] https://seekingalpha.com/article/4868154-spotify-technology-s-a-spot-q4-2025-earnings-call-transcript
[3] https://www.deloitte.com/us/en/insights/topics/technology-management/tech-trends/2026/agentic-ai-strategy.html
[4] https://www.heise.de/hintergrund/Developer-Jobs-unter-KI-Druck-Zahl-der-ausgeschriebenen-Junior-Stellen-halbiert-10625774.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:mki@heise.de

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  • 13. Februar 2026 um 17:15
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